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Yamaz

Yamaz, äh, Prost allerseits. Es gibt wahrhaft Grund, mal wieder Einen zu heben!? DENN …

Da ist die Rechnung Erdoğans also vorerst aufgegangen. Was dem Bürgermeisteramt von Nikosia wohl nicht gelingen wird, nämlich, seine Rechnung aufgehen zu sehen. Das Amt will doch einführen, dass Autos nicht mehr in den Altstadtbereich eindringen. Ein Bus-Service soll her. Aber Zyprer sind allgemein dafür bekannt, um die Ecke an den Kiosk mit dem Auto zu fahren, um Zigaretten zu kaufen etc., überspitzt gesagt.

Alle, die Erdoğans recht übertriebenes politisches Treiben im Amt zusehen und -sahen in der EU, scheinen mehrheitlich gewillt, das Zusehen so fortzusetzen. Offensichtlich sind die Erfahrungen der EU mit so hoch-demokratisch geführten Ländern wie Saudiarabien derart erfolgreich, dass allen anscheinend klar ist und war: So eine Türkei wie die Saudis wollen wir auch haben! So etwas Ähnliches muss in Umlauf geraten sein und so etwas in der Art muss man sich auch in Limassol gesagt haben. Ein „park and ride“-System soll nämlich eingeführt werden, auch, um den Autoverkehr in der Innenstadt einzudämmen. Kostenlose Busfahrten dorthin und von gewissen Sammelstationen aus sollen zur Verfügung gestellt werden. Noble Absichten, die allerdings den Hang zum individuell Unterwegssein der Zyprer frontal ignorieren. Denn: Was gibt es Schöneres als mit dem eigenen oder geleasten Auto die kilometerlange Strandpromenade von Limassol mit Freunden oder Freundin runterzubrettern entlang an zig wirklich chicen Cafés? Sehen und gesehen werden! Manchem Betrachter ist erwähntes Vergnügen eine Spezialität la Limassol sondergleichen.

Jetzt ist sie also da, die Türkei mit diesem einen, königsgleichen Mann an der Spitze. Donald Trump hat ihm schon gleich nach seinem Verfassungsänderungs-OK gratuliert und Frau Merkel wird es wohl insgeheim auch schon getan haben. Hier weiß komischerweise niemand, was offiziell diesbezüglich läuft oder gelaufen ist. Ist ja auch egal. Was Zypern angeht, wird Akıncı wohl zwangsläufig seine Lehren aus dem Abstimmungsergebnis in der Türkei ziehen (müssen). Etwa dergestalt: Immer schön gegenhalten, die knicken in Brüssel schon noch ein!

Ja, Brüssel ist nicht nur eingeknickt, es liegt demnächst womöglich noch gehorsam zu Füßen von Herrn Erdoğan wie ein persischer Teppich – macht man bei Sultanen so traditionell. Warten wir es ab. Zum Darauf-Herumtrampeln gibt es zumindest über 60% der türkischen Wahlbeteiligten in Deutschland, die zur Verfassungsänderung in der Türkei mit Ja stimmten. Und in Zypern?

Nun, folgendes war los zu den genannten Wahlen im Norden Zyperns. Erstmal: die Türkisichzyprer waren selbstverständlich nicht aufgerufen, sich an der Wahl der Festlandtürken zu beteiligen – denn, noch sind Erdoğan & Co geneigt, Türkischzyprern den Status eigener Staat „Türkische Republik Nordzypern“, unabhängig von Ankara zu belassen. Alles der Reihe nach sagen sich da gewisse Strategen in Ankara und andernorts. Eine Meinung haben Türkischzyprer dennoch, trotz Ausschluss von der Teilnahme am Referendum in der Türkei letztens. Anscheinend hätte die Mehrheit mit Nein gestimmt. Doch auch Festlandtürken im Norden der Insel waren nicht so richtig überzeugende Ja-Stimmer. In der Region Karpaz, die dafür bekannt ist, dass dort ganz viele Festlandtürken leben mit streng nationalistischer Gesinnung (MHP, Grauen Wölfe etc.) wurde mehrheitlich, trotz der MHP an der Seite von Erdoğan in der Türkei, mit Nein gestimmt.

Im Grunde ist die Lage auf Zypern so unbestimmt, wie der sogenannte Reichtum, der vor der Insel im Meer liegen soll. Der griechischzyprische Energieminister findet es offenbar auch seltsam, dass darüber gestritten wird, wer was vom Kuchen abbekommt, wenn noch immer nicht ermittelt ist, wie groß dieser Erdgas-Kuchen im Meer überhaupt sein wird. Noch dieses Jahr wird es offenbar herausgefunden werden. Zwei Mal hat man schon Anstrengungen in diese Richtung unternommen von Seiten der Republik Zypern – unternehmen lassen. Ankara lässt demnächst auch wieder buddeln und bohren und seismisch messen im Meeresgrund des südöstlichen Mittelmeeres. Mal sehen, was die Türken alles an Reichtümern bergen, beziehungsweise aufdecken werden.

Jetzt, mit Erdoğan im Sattel, den USA und den Briten eventuell prononcierter an der türkischen Seite, wird es noch recht lustig werden im südöstlichen Mittelmeer. Wir dürfen gespannt zugucken, wie Nikosia-Süd damit umgehen wird, wenn der durch das Referendumsergebnis erstarkte Mann am Bosporus findet, es sei Zeit, ‚seine‘ Reichtümer vor Zypern und der Türkei etc. nun endlich einzufahren. Erdoğans Außenminister, Mevlut Çavuşoğlu, warnte bereits, er werde nicht länger untätig zusehen, wie die Südzyprer an der Südküste der Insel nach Erdgas bohrten – „einseitige Aktionen!“, nannte er das. Und außerdem gehöre ein Teil des Bereichs (AOZ), indem gebohrt werde, der Türkei. Nordzypern erlaubt derweil der Türkei, ihre seismografischen Untersuchungen bei Bedarf auszuweiten – bis hin zur nächstgelegenen Insel Griechenlands, wenn es sein soll. Çavuşoğlu des Weiteren: Im Gegensatz zu Ankara sei Südzypern nicht an einer politischen Lösung der Zypernfrage interessiert, wie sich zeige. Und was hier auf Zypernundmehr-News selten wiedergegeben worden ist, aber hin und wieder gesagt werden sollte, damit es niemand vergisst: Ankara spricht von der Republik Zypern als die „griechischzyprische Administration“. Das heißt: Die Türkei erkennt Nikosia-Süd nicht an. Und letztere erkennt Nordzypern nicht an. Die Republik Zypern hat es aber bekanntlich geschafft, diesen Bann, der dem Norden auferlegt wurde, zu internationalisieren – noch ist dem so.

Im Herbst sollen die Ergebnisse der Bohrungen im (AOZ-Onosforos) Bereich 11 vorliegen, sagt Herr Minister Giorgos Lakkotrypis, der sich hin und wieder mit israelischen Politikern trifft, auch mit Libanesen und Ägyptern. Nikosia-Süd versucht, über trilaterale Verträge, ihre Position gegenüber der Türkei in der Region zu stärken, wozu Griechenland stets ein weiteres, festes Standbein der trilateralen, ökonomisch-politischen Geflechte darstellt: also Zypern und Griechenland mit Israel oder Ägypten oder Libanon etc. Irgendwie scheint die Sache aber noch nicht ganz in trockenen Tüchern untergebracht worden zu sein. Genauer: Israel kann offenbar einem starken Mann am Ruder in der Türkei etwas abgewinnen. Letztens dachten sie in Tel Aviv gerade mal wieder etwas lauter darüber nach, ob es nicht doch vielleicht vorteilhafter für alle Beteiligten sei, besagte Reichtümer im Meeresboden des südöstlichen Mittelmeers in einer Pipeline durch die Türkei nach Europa zu jagen. Lakkotrypis will den Israelis bei seinem letzten Treffen in Tel Aviv nochmals klargemacht haben, dass es politisch klüger sei, die Pipeline über Zypern zu verlegen, und zwar mit der F.A. East Med. Letztere verflüssigt auch Gas (LNG). Der Energieminister meinte noch: Die EU wird sich an den Kosten dafür beteiligen, wenn von Nöten. Das könnte sogar klappen, denken hier wahrscheinlich nicht wenige, wenn, ja wenn das Ding denn so wie geplant durchgezogen werden kann. Wie gesagt: Erdoğan verspricht vielen Politikern andernorts mehr Stabilität und vor allem höhere Gewinne abzuwerfen, zumal die Türkei einfach mehr Potential hat und nun mal unbezweifelbar in jeder Hinsicht potenter ist als Zypern. Und soweit hier bekannt, wird Erdoğan Präsidenten Trump vor Anastasiadis treffen. Das Treffen ist im Mai 2017 geplant. Ob Anastasiadis Trump mal zu sehen und zu sprechen bekommt, wollen wir der Ausgewogenheit wegen hoffen!? Treffen auf solch hoher Ebene sind schon seit über 10 Jahren nicht mehr zustande gekommen: USA-Cyprus. Ansonsten müsste Zypern sich womöglich wirklich allein darauf verlassen, dass die französische Flotte eingreift, um ihre Interessen gegenüber den Türken zu verteidigen im Notfall?

Ausgerechnet die Franzosen denken Sie? Ja, weil die TOTAL mit der italienischen ENI für Zypern die Bohrungen im Meer durchführt. Vielleicht ist dem ja auch so, dass Paris sich zu so etwas verwenden würde, wie die Interessen Nikosias zu verteidigen mit militärischen Maßnahmen, auch, weil man sich kürzlich mal wieder im Zusammenschluss der südeuropäischen Länder getroffen hat, dem Zypern und eben auch Frankreich angehören. Die 4. Sitzung dieses Zusammenschlusses südeuropäischer Länder der EU wird in Zypern stattfinden. Wir glauben mal besser nicht daran, dass Paris mit schweren Geschützen auffahren würde. Man kann sich indes täuschen. Heutzutage weißt du ja nie.

Lustig an der Angelegenheit mit dem Bohren und Eruieren im Meeresgrund vor Zypern – man kann auch traurig an der Angelegenheit sagen – ist, dass die Republik Zypern diese Angelegenheit mehr oder minder in die Hände von ausländischen „Kolossen“, wie die zyprischen Zeitungen als schreiben, gegeben hat, indem Fall vorrangig in die der ENI. Und ja, es existiert die EYK, das ist die „Erdgas-Unternehmung Zypern“. Doch die wird einfach nicht eingebunden in besagte Arbeiten, obgleich bereits schon 3 Mal da draußen im Meer herumgebohrt wurde. Und wussten Sie das auch schon? Am Tag, als Erdoğan besagtes Referendum durchführen ließ zwecks Verfassungsänderung, ließ er sich von den vollmundigen Drohungen Nikosia-Süds überhaupt nicht beeindrucken und schickte seine Schiffe zu seismischen Bohrungen etc. unweit des nordzyprischen Girne (Kyrenia) in See. Klarer kann man Zeichen doch eigentlich nicht mehr in die Welt setzen, oder? Den Tag nach seinem Wahlsieg lief die türkische Barbaros in die Umgebung vom nordzyprischen Gazi Mağusa (Famagusta) aus – zum selben Zweck. Die griechischzyprischen Zeitungen bezeichnen das ganze türkische Bohr-Team mit NAVTEX. Letztere beginnen am 30. April 2017 ihr Werk. Wenn es wirklich krachen sollte kurz danach, werden wir Sie gewiss genauer darüber informieren, wo in der See, das passiert sein soll. Hier sei noch kurz angefügt, dass wenn von Bereich 11, Afroditis oder Onoforis etc. die Rede ist, dass dies Bezeichnungen und Einteilungen der See vor Zypern sind, die von der Republik Zypern vorgenommen wurden und von den Türken so nicht genannt werden oder anerkannt sind. Es spitzt sich also etwas zu, doch wollen wir es nicht dramatisieren. Reicht, dass die endlosen Wiedervereinigungstreffen andauernd DEMNÄCHST zu einer Lösung kommen – und auch Sie wissen bereits, wie diese Lösungen der Zypernfrage als aufgehen – in so etwas wie Schaumschlägereien.

***

Nikos Anastasiadis wird im Coffeeshop der Sunday Mail beschuldigt, die erwähnten Treffen mit dem Norden zu hintertreiben und ständig nach Ausreden zu suchen, die das Wiedervereinigen nicht ermöglichen. Es ist eine Farce sondergleichen, was uns da geboten wird, und diese Farce zeigt der Coffeeshop recht unterhaltend auf – und die Internationale Gemeinschaft schaut zu? Irgendwie in diesem Kontext stehend ist folgendes noch stehend: Ein Gerücht, welches wieder Fahrt aufnimmt (BBC, CNBC, NY, FT): „Zypern ist die Schwarzgeldwaschmaschine der Russen (Mike Wigli – New York Times)!“ Und zwar wird ein vormals enger Mitarbeiter Trumps in diesem Zusammenhang genannt, Paul Manaford. Der hatte den Wahlkampf für Trump geführt bis letzten Sommer. Er soll auch 2,2 Millionen $ an 2 Firmen in der Ukraine gezahlt haben, um Lobbying in Washington zu betreiben etc. Und dieses Geld lief – zufällig – über die inzwischen eingegangene zyprische Laiki Bank (2012 oder 2013). Auf Anfrage der Kathimerini hat die Zentralbank Zyperns diese Anschuldigungen bislang nicht von sich gewiesen. Sie scheint eher gewillt, das DING aussitzen zu wollen. Also muss was dran sein, oder? Das glauben Sie nicht? Das schreibt aber Michalis Tsikala in der Kathimerini vom 23. April 2017, seine Emailadresse: tsikalasm@kathimerini.com.cy. Jemand anderes in der Kathimerini gibt am Schluss seines Beitrages zu bedenken, Herr Konstaninou Chatzistasou ist das, dass die Türkei zukünftig doch der geeignete Abnehmer des geförderten Erdgases der Republik Zypern werden könnte, weil sie einen riesen Bedarf habe und der Nachbar halt nun mal naheliegt. Jetzt spätestens, sollte Erdoğan das zu lesen bekommen, wird er den Zyprern gewiss Danken für diesen tollen Einfall.

Immerhin: Der sehr reiche Herr Wiatislav Adamovic Zaregrov hat bereits im Februar 2015 ein Monasterie (Kloster) der russischen Orthodoxie auf Zypern bauen lassen. Der russische Metropolit Tamasou Isai auf Zypern hatte Herrn Zaregrov auf Anfrage all die schönen Kirchen Zyperns gezeigt. Das hat dem Herrn so gut gefallen, dass er mal kurz eine Monasterie bauen ließ: 4 goldene Türmchen umringen ein großes goldenes. Dort, wo die Glocke läutet, in einem weiteren Türmchen, ist auf dem blauen Dach noch – ganz verspielt sieht es aus – ein weiteres kleineres goldenes Dachgipfelchen. Herrlich! Steht irgendwo in Limassol. Wer die Orthodoxen kennt, weiß, dass das Interieur vor Goldfarbenem und Prunk strotzen dürfte. Ob der Herr Zaregrov etwa auch Zyprer geworden ist, das heißt, für seine Investition einen zyprischen Pass erhielt? Immerhin, gewiss auch wegen solchen Gönnern hat die Arbeitslosenrate gerade so um die 2,5 % abgenommen. Es sind nur noch 27.573 Menschen auf Zypern arbeitslos gemeldet. Seltsam nur, dass Hoteliers neuerdings klagen, sie hätten nicht genügend Personal. Immerhin ist die Arbeitslosenrate unter Jugendlichen bei stolzen 29 %. Schuld sollen die Hoteliers selbst sein an der Misere. Lange beklagten sie, die Löhne seien zu hoch. Die Krise gab ihnen offenbar die Möglichkeit in die Hand, sich von mehrheitlich gewerkschaftlich gebundenen Arbeitsverträgen lösen zu können. Sie stellten daraufhin noch mehr ausländische Arbeitskräfte ein. Die sind aber oft nicht versiert genug und haben keine allzu hohe Motivation, auch, weil ihnen schnell auffällt, dass sogenannte Einheimische für dieselbe Arbeit oft einen wesentlich höheren Lohn empfangen. Jetzt boomt die Tourismusindustrie gerade. Die Hoteliers sollten mit den Löhnen hochgehen und der Staat schleunigst Einheimische in den entsprechenden Berufen ausbilden, als sie anstatt auf der Couch in einem Bistro zu belassen. Löhne hoch, sonst wird auf lange Sicht der Ruf der Insel Schaden nehmen. Die Klagen der zahlenden Gäste könnten sich häufen: Das Personal ist oft unfreundlich, dreist, die Zimmer etc. etwas schmutzig, unehrlich, das Preis- Leistungsverhältnis stimmt nicht.

Wussten Sie, dass sich in der Stadt Pafos und Umgebung eine Heiratsindustrie eingeschlichen haben soll? Polis Chrysochous? Dieser Name eines Dorfes sagt ihnen nichts? Die Bewohner des Dorfes wollen diese Art Tourismus jetzt so richtig aufbauen. Wieso gerade dort? Adonis aus der griechischen Mythenwelt jagte dort einst. Und Afrodite ist ja auch nicht allzu weit entfernt davon schwimmen gegangen. Das Setting ist also ideal für Turteltäubchen, die sich das Ja-Wort geben. Viele Israelis nützen die Gelegenheit, wohl auch, um mal aus der Gefahrenzone zu Hause auszubrechen oder der obligatorischen, religiösen Zeremonie, die in Israel abzuhalten ist, zu entgehen. Angesagter scheint: Standesamt, Trauschein, fertig, Party. 250.000 € spült diese Art Geschäft vorerst im Jahr in die Gemeindekasse. Andere Orte wie Geroskipou, Pafos oder Peya in der Gegend ziehen nach. Die meisten Touristen kommen in Gruppen von bis zu 30 Personen, um solch einen Event abzuhalten. So um die 50 bis 60.000 Menschen 2016 besuchten solche Events. Und ist doch klar, dass man zu solch Anlass auch nicht zwingend aufs Geld guckt! In Zypern zu heiraten, ist vom bürokratischen Aufwand als pflegeleicht zu bezeichnen und die Kosten sind noch relativ niedrig im Vergleich zu anderen Ländern. Ja, und das Setting stimmt irgendwie: Afrodite, Adonis und eine schöne Landschaft. Erforderlich wäre indes schon, den Chlorakas Beach bei Pafos schnellstens sauber zu machen. Sonst machen die Heiratsgäste dort erste Erfahrungen mit eventuellen Scheidungsgründen. Und das wäre eindeutig zeitlich zu früh angesetzt. Anscheinend ist das Bürgermeisteramt inzwischen bemüht, Renovierungsarbeiten durchzuführen und Toiletten zu installieren an jenem Strand. Davon abgesehen, ist Pafos dieses Jahr Europas Kultur-Hauptstadt mit einer weiteren Stadt in Dänemark zusammen. Noch immer ist die Stadt nicht fertiggestellt, um Zypern würdevoll als eine der beiden Kultur-Hauptstädte im Jahr 2017 zu vertreten. Ist es Schlamperei, Dummheit, Arroganz, Unfähigkeit, drüberstehend? Suchen Sie es sich aus, das geschilderte Phänomen zu charakterisieren mit einem der vorgegebenen Begriffe. Das dumme an dem Dreck in Chlorakas ist nämlich, dass die Strömung des Meeres diesen ungefragt nach Kato Pafos schwemmt – also dorthin, wo das Schloss einmal im Jahr einem Opernevent Kulisse bietet, sozusagen mitten ins Geschehen hinein, unweit des neuen Museums, wo die Taxis und Busse, „Hop off and on“ usw. stehen.

Was viele gewiss verwundern wird, weil irgendwo müssen neu Verheiratete Zyprer ja wohnen, ist, dass die Regierung anscheinend verboten hat, in landwirtschaftlichen Regionen zu bauen, also irgendwo auf einem Feld, welches ganz offensichtlich nicht zu einem ausgewiesenen Baugebiet gehört. Die Verwunderung darüber deshalb, weil allein zwischen Larnaka und Limassol auf der Landstraße fahrend, mehr als nur einige Bauten gesehen werden können, die das Gegenteil der Verordnung darstellen. Eigentlich müssten solche Bauvorhaben in maximal 1 km Entfernung zu einem Baugebiet liegen, sagt das Gesetz. Was viele aber nicht tun. Das sogenannte Etek, diejenigen, die solche Bebauungspläne ausarbeiten, erscheint vielen Beobachtern schlichtweg nicht auf dem Stand der Dinge zu sein. Müssten vielleicht mal aus der Komfortzone Büro sich begeben. Ordnung scheint in dieser Angelegenheit noch längst nicht in Sicht, auch wenn das verabschiedete Gesetz regulierend existieren soll neuerdings. Noch ärgerlicher sind manchem die Baugerüste, die landauf – landab die Landschaft ‚zieren‘. Die stehen so seit Jahren herum und keinen scheinen die mehr zu stören. Eigentlich sind manche dieser Skelette bestens geeignet als Filmkulisse, muss jemand in einer Behörde Zyperns gedacht haben. Und jetzt sind einem SOGAR Bollywood-Produktionen aus Indien scheinbar gut genug. Die Cyprus Investment Promotion Agency träumt jedenfalls neuerdings auch in diese Richtung. Frau Pillides ist die Ansprechpartnerin. Ob die Behörden dann immer gleich bereitwillig mitspielen werden, ist eine andere Frage. Schließlich müssen die über ihre Praxis gegenüber Indern sich hinwegheben. Die armen Beamten sollten dann nämlich Visas erleichtert für Inder ausstellen und deren Gerätschaften auch noch ohne großen Aufwand und Bürokratismus aus dem Hafen ans Filmset und zurück genehmigen. Auch wenn sogenannte Incentives den Herren und Damen von Bollywood in Aussicht gestellt werden, um auch auf Zypern Filme zu drehen, und nicht allein in den Schweizer Alpen und andernorts, ist zu bezweifeln, dass die zyprischen Behörden so geschmeidig werden in ihrer Visavergabepraxis etc., dass allgemein Zufriedenheit und ein einigermaßen reibungsloser Verlauf zu erwarten sind. Präsident Anastasiadis weilt gerade in Indien, umwirbt Bollywood.

See Why“ hat da weniger Probleme mit Visas, vorerst. Das ist eine kleine NGO, die Backpackertourismus betreibt mit sozialem Anstrich. Jugendliche aus allen möglichen Ecken der zumeist westlichen Welt plus Nordzypern begeben sich mit Zelten in verlassene zyprische Dörfer, irgendwo abgelegen in den Tälern oder Höhen des Troodos-Gebirges und campen dort für eine geraume Zeit. Bestechend an der Idee ist, dass diese jungen Menschen den Umweltfaktor ernst nehmen, das heißt, ihren Dreck wegräumen und möglichst wenig davon produzieren – sich mit der Trennung der Insel in Nord und Süd auf ihre Weise auseinandersetzen. 2016 haben sie zwei solcher Reisen bereits veranstaltet. Bleibt abzuwarten, ob diese Art Tourismus auf genügend Nachfrage stößt und im Jahr 2018 ff. weiterhin bestehen wird. Profitorientiert scheinen diese Reisen noch nicht zu sein – see.why@europe.com -. Ganz im Gegensatz dazu, wird woanders auf Zypern davon geträumt, ausgerechnet Süßwasserreservoirs touristisch nutzen zu wollen. Gehören alle hinter Gitter, die so etwas planen. Finden Sie nicht? Nun, anscheinend tut man das irgendwo in England auch so, wird als Begründung angeführt. Nur dort gibt es mehr Süßwasser als auf Zypern, weil es wesentlich öfters regnet. Was Philippos Sophocleus jedoch nicht als Gegenargument überzeugen mag, ist zu vermuten. Denn er will diese oft menschenfreien Reservoire nutzen. Ski Slalom soll auf den Seen gelaufen werden. Da könnten die Boote in der Geschwindigkeit von nahezu 60 km/h besser drüberrasen als auf dem welligen Meer unten an der Küste. Auch Andreas Manoli, Chef des Wasserentwicklungs-Departments findet, dass dieses anvisierte Projekt rein gar keine lustige oder gute Idee ist. Das Tourismusministerium, genauer einer seiner Ableger, die CTO, hüllt sich noch in Schweigen. Verlautbart aber, dass die Nutzung der Reservoirs durchaus ein beträchtlich großes touristisches Potential habe. Oh weh! Welch schlimme Prognose. Demnächst spült man wohl Motoröl-Rückstände durch die Wasserleitungen im Haus. Ein Hoffnungsschimmer besteht indes: Das Landwirtschaftsministerium schiebt seit mehr als 10 Jahren das Halloumi-Käse-Problem vor sich hin, welches auf europäischer Ebene gegenüber dem türkischzyprischen Produkt, hellimi, einfach nicht vorankommt. Wessen Käse ist origineller zyprisch und wer darf sich überhaupt so nennen (geschützte Bezeichnung des Ursprungs = PDO). Das ist der Streit und insofern darf gehofft werden, dass die Nutzung der Reservoirs mindestens ebenso lange dauern wird, bis sich alle einigermaßen einig sind. Denn das zuletzt genannte Ministerium hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Man wird sehen, ob demnächst der Verkehr zu den Seen zunimmt. Auch haben mehr Transportschiffe in den Häfen Zyperns angelegt – um 20 % belief sich ihr Anstieg. Das klingt durchaus rekordverdächtig. Na also, geht doch, wenn man will! Der Antrag der Stadt Pafos, den neuen Hafen zu einem Anlegeplatz für Yachten zu bestimmen plus entsprechend Luxus-Umfeld, ist vorerst abgeschmettert worden. Gleiches Szenario scheint sich für das Poseidon Consortium auch in Larnaka abzuzeichnen, wo vorerst wohl nichts laufen wird in diese Richtung. Beide Projekte hat das Consortium geschafft – mit Hilfe der Behörde -, in den Sand zu setzen. Die Finanzierung scheint irgendwie die ganze Zeit über in der Schwebe gestanden zu haben, so dass die Hafenbehörden und andere Involvierte vonseiten der Regierung wohl das Schlottern kriegten und der Poseidon letztlich absagten. Eine Marina sei das eine, ein Hafen das andere, hieß es. Beides unter einem Hut zu halten, braucht finanziell absolute Weitsicht. So ungefähr beschreibt es Othonos Theodoulou von der Handelskammer in Larnaka.

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Der Coffeeshop vom 23. April 2017 äußert sich zur bereits angesprochenen Tragikkomödie in Sachen Wiedervereinigungsverhandlungen mit dem Norden, die Präsident Anastasiadis vor aller Augen abzieht. Der Präsident wird im Coffeeshop „Nik“ genannt:

„… Waren wir naiv oder einfach doof zu glauben, Nik sei wirklich interessiert, eine Vereinbarung [mit dem Norden] zu finden? Ist er so ein begabter Schauspieler, dass er jeden narrte? Obgleich seine Schauspielkünste unvergleichlich sind, hat er etwa wirklich die ganze Zeit über Theater gespielt? Kann sein, dass als es zum Knirschen kam [zwischen ihm und Akıncı], als er die große, taffe Entscheidung zu fällen hatte, [plötzlich] herausfand, dass er nicht den Mumm hat und lediglich ein weiterer schwacher Führer ist, der an der zeitlichen Verlängerung seines Amtes als Präsident interessiert ist. Eine andere Erklärung mag sein, dass ihn Kräfte erpressen, die gegen eine Vereinbarung sind [in der Zypernfrage]. Der ehemalige KGB-Spion John Helmer, der jetzt als Pro-Putin-Macker unterwegs ist, hat verschiedentlich in Artikeln behauptet, die im Russian Insider veröffentlicht wurden, Nik werde erpresst von den Yankies, eine Vereinbarung einzugehen; und zwar vor allem von Untersekretärin Victoria Nuland. Das wurde auf einigen von Russland finanzierten Nachrichten-Webseiten wiederholt, dort von griechischen und zyprischen Typen berichtet, sogar als Nuland bereits aufgehört hatte, für das State Department zu arbeiten. Die letzten Monate – die Wiedervereinigungsverhandlungen am Nagel hängend und die Aussicht auf eine Vereinbarung sich schnell entfernend – haben weder Helmer, noch andere Schreiberlinge Putins etwas über Nik geschrieben. Helmer hat sogar aufgehört, vom Gerichtsprozess zu berichten, der den russischen Plutokraten Leonid Lebedev angeht, der ist ein Mandant der Nik-Anwaltskanzlei; und auch über die angeblich persönliche Verstrickung Niks in die schattenhaften Deals seines Mandanten [schreibt er nichts mehr].

Das kam rüber wie erpresserischer Journalismus, besonders, da es von einem ehemaligen KGB-Offizier verfasst war. Und all Das hörte auf, als klar wurde, Nik ist nicht im Entferntesten an einer Vereinbarung in Sachen Zypern interessiert. Einer der Typen, der den Nuland-Erpressungsmythos wiederholte, wurde für seine Bemühungen ausgezeichnet, und zwar mit Nik-gesponsertem Bakschisch. Ich beziehe mich auf den in Washington ansässigen, politischen Moralisten und Anti-Vereinbarungsprediger Michalis Ignatiou, der es fertigbrachte, seiner Nichte einen Job im Präsidentenpalast zu verschaffen. Die hilft jetzt Nik beim Redenschreiben. Sie ist eine Lehrerin im Fach Literatur und ist vom Außenministerium [Zyperns] angestellt mit gesondertem Vertrag [erinnern Sie es weiter unten, wenn diese Art Verträge Thema werden]. … . Palastangestellte, die fragten, weshalb die Nichte eines solch feindlichen Mackers denn eingestellt wurde, erfuhren, es sei ein Bakschisch für Ignatious Familie, die die DISY-Partei unterstütze, [der Anastasiadis bekanntlich angehört, die die Regierungspartei bildet]. Die haben nicht geschnallt, dass Ignatiou schon seit längerem Nik nicht mehr kritisiert in seiner Sonntagskolumne in der Phileleftheros [Zyperns], sondern ihm weisen Ratschlag gibt und moralische Führung.“

Wissen Sie was, hier gleich nochmal was aus dem Coffeeshop etwas, diesmal aus dem vom 2. April 2017. Dass so geballt davon reingegeben wird, geschieht, damit nun aber auch wirklich der allerletzte in Brüssel versteht, dass Präsident Anastasiadis auch, wie soll man sagen, recht lustige Seiten hat. Dass er die Grundfertigkeiten eines waren Chorkatos hat. Zum Chorkatos auf Zypern empfiehlt sich von Mawratsas das Buch „Gesellschaft der Proleten“ zu lesen. Jetzt auch als gedrucktes Buch bei Amazon.com (nicht .de eingeben!) zu erhalten: „Mit den Präsidentenwahlen weniger als 11 Monate entfernt, dachte Präs Nik, es sei angebracht, ein Schauspiel seiner bakschischologischen Macht zu geben. Die Bürger [sozusagen] rückzuversichern, die eine Art Bakschisch für ihre Wählerstimme suchen, auch dessen, dass er nicht Kontakt oder Wunsch verloren habe, diejenigen mit Gefälligkeiten auszustatten, die bereit sind, vor ihm niederzuknien und ihre unsterbliche Loyalität ihm gegenüber beschwören. Die Ernennung der unbekannten Maria Lottides als Ombudsfrau war eine emphatische Show von Bakschischpower, zumal auch die Zustimmung des Gesetzgebers von Nöten war, bevor sie den gutbezahlten Job übernehmen konnte. Präs, der sich keine Niederlage leisten konnte in dieser Angelegenheit, rief verschiedene Abgeordnete Freitag morgens an, um sicherzustellen, dass die Ernennung durchging und das gelang mit gerade mal 2 Stimmen. AKEL. DIKO und EDEK hatten beschlossen, die Ernennung abzuweisen, doch Nik schaffte es, 3 DIKO-Abgeordnete zu bequasseln (zwei aus Limassol), sich gegen den Entscheid ihrer Partei zu wenden und mit der DISY und der Lillikas Allianz dafür zu stimmen. Um sicherzustellen, dass das Ding durchgeht, stimmte der Präsident des Parlaments, Demetris Syllouris, der sonst nie mitabstimmt, ab, und zwar stimmte er pro Ernennung. Nicht ganz klar wurde, ob er diesen unerwarteten Schritt tat, weil er Nik seine Position schuldet oder ob er glühende Kommentare in der Kathimerini sich absichern wollte, zumal die Herausgeber [dieses Blattes] Ehemann und Schwiegersohn [der von Nik Begünstigten] sind.

Die Ernennung war ein Triumph für Nik in vielerlei Hinsicht. Er konnte so zeigen, dass er eine unbekannte Anwältin mit nicht gerade herausragender Karriere in den Staatsdienst nehmen kann und sie zur Ombudsfrau macht, indem wesentlich erfahrenere und besser qualifizierte Anwälte ignoriert werden, die im Büro der Ombudsperson seit Jahren arbeiten. Das schaffte er also, obgleich ein feindlicher Gesetzgeber im Weg stand und obwohl sein Innenminister, Sokratis Hasikos, jemand anderes vorgeschlagen hatte. Tatsächlich freute es ihn, seinen Minister öffentlich zu demütigen, mit dem der Lottides-Clan eh einen öffentlichen Krieg ausfocht. Kathimerini attackiert Hasikos erbarmungslos, während Demetris, der Schwiegersohn der Nutznießerin des Bakschischs, wiederholt ihren Freund Odysseas [Michaelidis, den Ober-Kontrolleur im Land] auf ihn angesetzt hatte. Den Mangel an Loyalität, den der Präs gezeigt hat gegenüber seinem Minister, ist umso verwunderlicher, zumal Hasikos‘ Zeitung, die Alitheia, seit Dekaden unterstützend über Nik schreibt. Doch er konnte Loyalität nicht erlauben, in seinen Weg zu geraten. Es galt, potentiellen Unterstützern zu zeigen, dass er der Bakschischkönig ist – und daher der Geeignetste, sich das OK zu holen, sollte man einen Posten bei der Regierung wollen. Ein paar Tage vor der Wahl im Parlament, trug die Kathimerini ein kurzes Beiträglein direkt aus der Arslikhan Schule für Journalismus vor, wahrscheinlich um klar zu machen, dass es kein Reinfall gibt bei Niks Anstrengung Lottides Ernennung zu platzieren[, sie formulierte]: „Von der Spitze der Macht ist mir zugetragen worden, dass Nikaros (Nik) sich viel von 2 Treffen verspricht, die er in Malta haben wird in diesen Tagen – an der Konferenz der Europäischen Volkspartei. Was mir gesagt wurde von meiner Quelle in der zyprischen Expat-Gemeinde der USA, ist, dass das Trump-Nikaros-Treffen nur noch einen Mausklick entfernt ist – im Juni. Und das verdankt sich dem sehr fähigen (Regierungssprecher) Nikos Christodoulides und natürlich der Hilfe, die Expats leisteten … .“ Wenig Zweifel daran, dass je näher die Wahlen rücken [auf Zypern], desto glühender die Artikel der Kathimerini über Nikaros erstrahlen werden, sodass man sich besser Sonnengläser aufsetzt beim Lesen zwecks Schutz. Nikaros kann hier auf Zypern zwei unterschiedliche Bedeutungen haben. Es ist eine andere Art „großer“ oder „macho“ zu bedeuten und ist oft in Gebrauch in Zusammenhang mit unserem Präs. Ein kleiner, stümperlicher Nik, dem alfamännliche Qualitäten abgehen, würde „Nikoudi“ genannt. Der sehr fähige Regierungssprecher, der weder ein Nikaros, noch ein Nikkoudi ist – vielleicht ein Nikaroudi – hielt seine US-Tour als Art Außenminister am Dienstag ab, machte aber klar zurück in Zyproulla, dass wir alle davon hörten, welch vielen wichtigen Treffen er hatte. Montagmorgens war er auf Staatsradio und informierte die Hörer über seine US-Kontakte mit dem Enthusiasmus eines Teenagers, der seinen ersten Besuch in einem Nachtclub erzählt. Den folgenden Tag war er allerdings nicht im Radio, um uns von seinen Montagstreffen zu berichten. Diesen Job überließ er dem CyBC-US-Korrespondenten. Er hatte wohl etwas verspätet kapiert, dass er in seiner neuen Rolle nicht dafür erkoren war, eigene Aktivitäten zu berichten. Er ist [jetzt] zu wichtig für so etwas.“

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Vielleicht würden Teile der Internationalen Gemeinschaft ja noch lauter pro Nikosia-Süd eintreten, wenn die nicht solch komische Angewohnheiten hätten. Das sind diese hier bereits wiederholt erwähnten Sitten, die an Ostern meist ihren tiefgangmäßigen Höhepunkt zelebrieren: Singvögelessen. Sie können es halt nicht lassen, vielleicht die meisten Zyprer, und da sind sie sich wohl mit vielen Türkischzyprern einig, dass so ein kleiner Piepser eine Delikatesse sein soll und bestens gefrittet wird. 2,5 Millionen Singvögel verspeisen die auf der Insel jährlich. Das ist eine Schätzung, denn offiziell soll der Verzehr ja verboten sein. Chris Packham hat mal wieder einen Dokumentarfilm darüber produziert und die Anzahl der verspeisten und teils elend verendeten Vögel (Leimruten) geschätzt. Der wird mit seiner Doku wohl vorrangig im Ausland Zuschauer entrüsten. So wenig, wie es einen ersichtlicheren politischen Willen gibt, das Zypernproblem wirklich zu lösen, so wenig scheinen die Herren und Damen im Parlament von Nikosia-Süd nahe dem eingestürzten und vielleicht schon wieder komplett aufgebauten Theater unweit des einsturzgefährdeten Restes des noch immer in Betrieb gehaltenen Krankenhauses daran interessiert, ihre Beschlüsse umgesetzt zu sehen in Sachen Zugvögelschutz. Zur Erleichterung des schlechten Gewissen, oder wie man es einschätzen darf, wurden kürzlich im Norden von sogenannten Aktivisten namens „dayanışma“ Straßennamen mit anderen Namen überklebt. Wir gehen mal davon aus, dass es die ursprünglichen griechischen Bezeichnungen waren. Das passierte selbstverständlich in „Solidarität“ mit griechischzyprischen Aktivisten (Linke Bewegung – wir wollen eine Föderation). Die hatten davor eine solche Überklebe-Aktion durchgezogen. BRAV. Der Kampf beginne in der Straße, war von den Aktivisten wohl auch noch zu vernehmen. Toll! Beruhigt wahrscheinlich wirklich schlechte Gewissen bei all jenen, die in jeweiligen Parlamenten auf Zypern offensichtlich gegen eine Wiedervereinigung, letztere als politisches Ziel hervorhebend, politisieren – nach dem Motto: Seht, unsere Jugend will es doch auch!

Ja, die Liebe zur Natur und ihren nicht-menschlichen Bewohnern. Nun: Den Briten ist wohl zu verdanken, dass nahe ihrer Basis in Akrotiris die Sumpflandschaft noch eine solche ist. Eigentlich sollten viele Zyprer den Briten dankbar sein, weil sie mit ihrem Einwirken mit sicherstellen, dass zu Ostern genügend Singvögel da sind, um den Osterhasen nach dem Verspeis von Singvögeln besser jagen zu können. Jagen, das muss schon sein! Das denken nicht nur hier viele. Derzeit scheint gerade Waffenruhe zu herrschen. Junge, in die Natur ausgesetzte Fasanenküken sind einem sogar schon fast ins Auto geflogen. Wahrscheinlich waren die noch nicht ganz ausgewildert genug und dachten, der gute liebe Jäger kommt, um sie zu füttern. Kann ja sein, dass der so ein Auto fährt wie unsereins. Im Herbst werden sie vollgefressen und gut gewachsen vor den Flinten ihrer vermeintlichen Freunde noch das Weite zu suchen lernen. Wenn es überhaupt so weit kommt, dass die Fasanen dazu kommen, die Gefahr wirklich zu kapieren. Passiert wahrscheinlich instinktiv? Bravo, dass die Briten einen gewissen Vogelschutz-Instinkt haben und seit Jahren es einfach nicht so ohne weiteres ermöglichen mögen, dass auch noch der Beach namens Lady-Mile zugepflastert wird mit geteerter Straße vor Limassol in Richtung Pafos unweit des Hafens. Herr Fylios Demetriadis, Betreiber eines Restaurants auf der Mile, ist ganz außer sich. Das Rathaus würde ihn schon seit Jahren versetzen. Er sei es doch schließlich, der in der Saison 300 Leute anstelle. Ob die von ihm Angestellten wohl dennoch aufstocken gehen müssen beim Sozialamt? Wir wollen es nicht wirklich wissen, denn Herr Demetriadis findet, er habe es verdient, endlich eine geteerte Straße bis zu seinem Restaurant zu erhalten, welches er schon 15 Jahre auf der Mile führt. Und Strom gefälligst auch. Schließlich ist er es, der den Strand vor seinem Restaurant sauber hält. Bislang muss der Gute Generatoren laufen lassen, um Elektrizität zu haben. Der Lärm dieser Dinger wird die Vögel gewiss nicht erfreuen und die Touristen und Einheimischen, die dort jedes Jahr aufs Neue im Sommer ihr Stelldichein zigtausendfach geben, wohl auch nicht. Ja, noch nicht mal EU-Fonds können beantragt werden, weil das Gebiet eben zur britischen Basis gehört – unerhört. Ein Skandal. Die Cyprus Mail zitiert in diesem Zusammenhang Sean Tully, Sprecher der britischen Basis, der sagte: „We have an obligation to protect the environment. It is a beautiful beach and the reason it is so beautiful is because it is protected!” Noch dies zur Umwelt: Climatellaunchpad ist eine Plattform, die Erfinder im grünen Bereich aufzuspüren sucht und daher kann bis zum 10. Mai 2017 jedermann seine oder ihre Erfindung einreichen: http://climatelaunchpad.org/application-form/. Der Gewinner wird am 18. Oktober 2017 ermittelt und erhält 10.000 € cash. Der Gewinn ist es also wert, anzufliegen?!

Irgendwie kriegt man es nicht wirklich mit. Oder man ist zu unaufmerksam? Haben Sie etwa registriert, dass ALPHAMEGA Supermarkt und die Cyprus Environment Protection Association (CYMEPA) sich vereint haben, um der Natur Gutes angedeihen zu lassen? Martina Meinders muss die ‚Umwelt-Aktivistin‘ heißen, die diese Zusammenarbeit angestoßen hat. Sie ist Deutsche – im Schifffahrtsgeschäft tätig, irgendwo in Limassol (Marin Shipmanagement Ltd.). Kurz: Die Plastiktüten bei ALPHAMEGA sind im Visier. Eine „plastic-bag-free“- Insel Zypern ist geplant. Es gibt also auch Lichtblicke hier. Wenn Sie erlauben, dann diese Bewertung dazu: sehr, sehr hochfliegende Ziele, die Frau Meinders & Co da haben. Wir wünschen Erfolg. Haben allerdings schon eine Einkaufstasche aus Stoff, die so ähnlich wohl auch im ALPHAMEGA gekauft werden kann. Diese Taschen sind mir wirklich noch nicht ins Auge geflogen – dort.

Apropos fliegen. Die Ersatzairline COBALT der Cyprus Airline – letztere wurde ja vor nicht allzu langer Zeit in den Sand gesetzt wegen Missmanagement usw. – bietet demnächst Flüge nach Beirut an – ab 55 €. Soll noch mal einer sagen, Zyprer hätten ein Problem mit Objekten, die fliegen wie Vögel oder Vögeln selbst. Oder dass es die Republik Zypern nicht gibt, wehe das behauptet noch mal einer. Frechheit! Dass diese Republik wahrhaft existiert, durften Kinder eines befreundeten Landes der Zyprer vor kurzem nämlich hautnah erfahren – Serben. Die wollten doch glatt über den Flughafen Larnakas in den freien Gebieten zu einem Festival für Kinder in den besetzten Gebieten anreisen, eine (Straf)Tat, die zudem dem im Norden der Insel liegenden unrechtmäßigen Nicht-Staat geholfen hätte, seinen Statusquo aufzubessern in der Welt der Legalen. Die Kinder samt Aufsicht wurden am Flughafen angehalten und erstmal eingesperrt 24 Stunden oder so. Ja, was glauben DIE denn? Können doch nicht einfach so rüberfahren ins türkisch geschaffene Nirgendwo! Scheinbar hat man die Kinder schon bald wieder nach Serbien zurückschicken können. Passten zwar nicht alle ins Flugzeug rein, aber immerhin. Komisch nur, dass Kinder aus Litauen oder Russland ungehindert zum Event ankommen durften im rechtsfreien oder besser illegitimen Norden. Eine Lektion sei uns allen das eben Geschilderte in folgender Sparte: Wie versaure ich mir meine Beziehungen zu einem befreundeten Land!

Dass Serbien gerade nicht so demokratisch unterwegs sein soll, dürfte wohl eher nicht der ausschlaggebende Grund gewesen sein (Vucic) für die Aktion am Flughafen von Larnaka. Eher, ist zu vermuten, ist es die Größe des Landes. Serbien gibt ja vor, in die EU rein zu wollen mit einem Fuß in Richtung Russland ausgestreckt. Und die politische und faktische Größe Serbiens ließ die zyprischen Behörden serbische Touristen wohl warnen, in den zyprischen Norden zu fahren. Ja, die sind in Serbien überwiegend Orthodox, so, wie die Zyprer. Aber eben zu klein und halt doch nicht so richtig EU-drin, um einfach das zu tun, was ansonsten ALLE anderen Touristen auch tun auf Zypern. Nicht ganz von der Hand zu weisen, ist das vorgebrachte Argument der zyprischen Behörden dann allerdings auch wieder nicht. Es häufen sich die Fälle, wo Morde oder andere Straftaten von Türkischzyprern in den „freien Gebieten“ begangen werden, die dann allerdings nicht zur Rechenschaft gezogen werden können, da sich die Täter in den Norden rüber retteten, wo Südzypern ja kein Auslieferungsgesuch stellen kann, weil es den „Pseudo-Staat“ nicht anerkennt. Andersrum geht’s auch, wo sich jemand in die Republik Zypern flüchtet, der im Norden eine Straftat begangen hat und nicht belangt werden kann. Das Europäische Gericht für Menschenrechte verurteilte neulich das Verhalten beider Seiten. Ein Wahnsinn sondergleichen also, dass der Mord beispielsweise an einer 16-jährigen Türkischzyprerin, Eylül Güzelyurtlu und ihren Eltern nicht aufgeklärt werden kann (Januar 2005, in Larnaka). Apropos: im Jahr 2015 soll die Republik Zypern an die 18 Personen in ihre nord- oder mitteleuropäischen Heimatländer zurückgeschickt haben. Sie alle hatten offenbar die Absicht, in Syrien als islamistische Kämpfer sich zu verdingen. Bekanntlich gelangt man ansonsten mühelos von Larnaka nach Girne usw. Nikolaou, der griechischzyprische Innenminister ergänzt: „Die Sicherheitsmaßnamen wurden hochgefahren!“ Schon seit längerem wird man an der Grenze rüber in den Norden, die ja keine Grenze darstellen soll, gebeten, seinen Ausweis zu zeigen. Der wird dann auch registriert im Computer auf griechischzyprischer Seite – auf türkischzyprischer passiert das sowieso. Selten gelingt es, nicht herangewunken zu werden, um dieses Prozedere über sich ergehen zu lassen. Jene, die den Grenzern mit Griechischzyprisch Antwort geben, werden meist nicht behelligt. Zu lesen war irgendwo, dass neuerdings Touristen auch gefragt werden, in welchem Hotel sie denn bitte sehr abgestiegen sind. Diejenigen, die dann eventuell sagen, ich habe keines, könnten durchaus Gefahr laufen, dass ihnen der Übertritt in den Norden neuerdings verweigert wird. Es gibt kein Zahlenmaterial darüber, aber die Fragestellung lässt darauf schließen, dass die Behörde verhindern will, dass Larnaka-Airport genutzt wird, um dann im Norden Urlaub zu machen. Offiziell, wie gesagt, werden solche Unverbesserlichen vom zyprischen Staat vor den Untiefen im Norden geschützt. Mit der Erdoğan-Administration gestärkt am Ruder in der Türkei ist jedem, der in den Norden Zyperns fahren mag, auch über Larnaka, dringend geraten, sich sein türkisches und kurdisches Umfeld, meinetwegen in Deutschland lebend, genau anzusehen und was man so auf Facebook etc. postet bezüglich Türkei, Kurdistan, Armenien und Genozid, Erdoğan, Islam usw. Man kommt schneller in die Mühlen erdoĝanscher Hetzjagd als wieder daraus hervor. VORSICHT ist die Mutter der Porzellankiste!

Vor kurzem erzählte mir jemand, um nicht nur, aber auch auf die Orthodoxie auf Zypern zurückzukommen im Thema, dass Hauspersonal aus Indien, Bangladesch usw., die christlichen Glaubens sind, in orthodoxe Kirchen Zyperns meist nicht reinkommen, um an einem Gottesdienst teilzunehmen. Deutsche, Franzosen und andere Europäer christlichen Glaubens, wenn sie nicht gerade aussehen wie Inder, ist zu vermuten, haben damit kein Problem. Allerdings werden letztere nicht auf Friedhöfen der Orthodoxie Zyperns beerdigt. Es soll aber einen solchen Ort irgendwo in Limassol für sie geben, sodass die Leichen nicht vor den Toren der Stadt vergraben werden müssen. Noch kann man sich nicht kremieren lassen auf Zypern als Leiche.

Da wäre noch diese Angelegenheit, die man eigentlich nur schlecht mitverfolgen kann. Und zwar geht es um das fürchterliche Geschrei der Südzyprer, die sich seit Jahren darüber aufregen, dass Festlandtürken sich im Norden niederlassen. Die müssten bei einer Wiedervereinigung der Inselteile ALLE zurück in die Türkei! – wird gesagt. Ja, und was ist mit den vielen Russen, Briten und Griechen, Arabern und Israelis, die sich vermehrt ihre zyprische Staatsbürgerschaft kaufen und sich hier niederlassen? Die Xristofias-Talat-Vereinbarung auf Zypern besagt, die eigentlich noch bindend sein müsste, dass sollten zum Beispiel 100.000 Griechen im Süden arbeiten und leben, dann auch genauso viele Festlandtürken im Norden Zyperns sich aufhalten dürften – und umgekehrt. „VIP-Immigration“ nennt sich eines der Offices, die die Pass-Angelegenheit für Leute mit viel Geld regelt, die Zyprer werden wollen – EU-Bürger. Das Büro liegt in Limassols sogenannter Touristik-Area und realisiert diesen ‚Traum‘ recht geschwind. Wir konstatieren eventuell: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!

Somit dürfte das Spektrum hier wohl abgegriffen sein, könnten Sie denken, wenn von Kindern über VIPs bis zu Leichen die Rede war – doch noch ist dem nicht so. Nein, von Geld war, wenn überhaupt, dann nur indirekt die Rede all die Zeit. Geld zu haben, wie Sie wissen, ist schon etwas Schönes. Noch schöner dürfte sein, sein nicht gesichertes Geld, welches man in einer Bank hatte, zurückzuerhalten, wenn es einem abgenommen worden ist – unverschuldet. Und Ähnliches war ja vielen einfachen Bankkunden in Zypern passiert, als die Laiki Bank schlappmachte vor ein paar Jahren und ihre Vermögen der Zentralbank Zyperns zugeschustert wurden. Kurz, eine Organisation, die sich Sykala nennt, hat sich mit dem Präsidenten der Republik und anderen zusammengesetzt und dieser Herr von der Sykala hat bedeutet bekommen, dass die knapp 100.000 €, die den Bankkunden abgeknöpft wurden damals, eventuell zurückbezahlt werden könnten. Nach dem, was gelaufen ist, hat man so seine Zweifel und fragt, ob hier eventuell die Rede von einem Trinkgeld ist, sodass die Sykala endlich Ruhe gibt? Anfang April blockierten Bauern nicht ganz zu unrecht Straßen im eh schon zugestellten Zentrum von Nikosia. Es muss die Hölle gewesen sein für Auto- und Busfahrer, für Fußgänger gewiss sowieso. Die Bauern forderten, dass die Zentralbank Kooperative (CCB) ihre Anteile, von denen 99 % dem Staat gehören, zurück an die Mitglieder der CO-OPs gibt. Eigentlich haben die früheren Mitglieder ja kein Recht, so etwas zu verlangen. Die CO-OPs waren jahrelang Ort von schlechtem Management und Korruption etc. Als die Pleite gingen, schoss der Staat damals 1.7 Milliarden € rein. Das Geld kam von internationalen Kreditgebern und wird – lustiger Weise – vom zyprischen Steuerzahler zurückbezahlt. Das heißt, nicht etwa die Mitglieder der CO-OPs blechen, sondern die Steuerzahler – und jetzt fordern die letzteren auch noch ‚ihr‘ Geld zurück. Wie es kommt? Nein, die sind wahrscheinlich nur etwas durchgeknallt, aber nicht ganz. Der Finanzminister Harris Georgiadis hat mal wieder etwas Mist gebaut. Der meinte, er würde Anteile der CCB rausrücken, die dann in der zyprischen Börse gelistet erscheinen würden. Man würde so einen Schritt erwägen, meinte er dummerweise öffentlich, und zwar für all jene, die Geld in der Finanzkrise verloren hätten, aber auch für jenen Personenkreis, der Kunde der CCB war und für Arbeiter. Dieser sowie anderweitig betriebener Populismus der Regierung Zyperns, könnte der DISY Partei bei den nächsten Wahlen einige, eventuell entscheidend wichtige Wählerstimmen kosten.

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Ja, Wahlen überall und auch in Zypern ist man bereits im Wahlmodus – wenn man den je wirklich verlassen hat. Wollen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Mittleren Kräfte – Nikos Papadopolous (DIKO), Giorgos Lillikas (EDEK), Giorgos Perdikis (Grüne) und Eleni Theoxarous (EURO.KO) – am Ausbaldowern waren, wer von den Genannten die Präsidentschaft von Anastasiadis anfechten geht mit der Unterstützung der anderen. Perdikis nannte die Mittleren Kräfte einst: „national chicken coop“). Grüne gibt es also auch auf Zypern, siehe Herrn Perdikis. Der scheint sich aber vor allem damit hervorzutun, in der Öffentlichkeit betont selten grüne Themen in die Debatte einzuwerfen. Das jedenfalls ist der Eindruck, der entsteht, wenn brav nahezu täglich APO MERA SE MERA auf RIK1 gesehen wird. Eine Plattform im Fernsehen ab 12 Uhr nachmittags ist das, die immer wieder Überraschungen parat hat. Anders als in Deutschland wird da Tagespolitik im Fernsehen betrieben – die verlängerte Bank des Parlaments ist diese Sendung. Lillikas soll ja seinerzeit, als die Finanzkrise war 2013, den Vorschlag gemacht haben, öffentlich, man könne doch bereits das Erdgas sozusagen vorausverkaufen, also bevor man es überhaupt gefördert, geschweige denn in der Quantität ermittelt hat, um die TROIKA aus dem Land zu halten und den Bailout zu vermeiden. Er meinte des Weiteren, dass 2022 ein realistisches Datum wäre, um seine erhaltenen Vorauszahlungen dann zu begleichen. Papadopolous schwadroniert gerade von einer Neuausrichtung der Politik, die nach dem Referendum in der Türkei zu erfolgen habe auf Zypern. Leider lässt Papadopolous Junior nicht wissen, was konkret geschehen soll und wie man glaubt, diese Neuausrichtung vereint bewerkstelligen zu können. Es riecht – mal wieder – bereits im Vorfeld nach hohlen Sprüchen. Apropos: Der nationale Hühner-COOP (die selbsternannte politische Mitte Zyperns) hat sich Montag den 24. April 2017 offenbar für Papadopolous als ihren Kandidaten fürs Präsidentenamt entschieden. Da kann man eigentlich nur noch sagen – wozu bekanntlich auch Herr Anastasiadis inzwischen Anlass gibt – schade um das schöne viele Geld, welches sinnlos weiterhin verschwendet werden wird in langen Sitzungen zwischen New York , Genf und Zypern. Denn eine Lösung der Zypernfrage, die will anscheinend ja keiner auf der griechischzyprischen Seite, jedenfalls keine, die man als FAIR gegenüber den Türkischzyprern bezeichnen wird können. Mit Nikolas Papadopolous, wenn er Anastasiadis das Präsidialamt abnehmen wird können 2018, ist diese Feststellung leider einmal mehr schon fast zwingend so zu sehen. Die Wiedervereinigungsverhandlungen werden für eventuell immer auf dem Parkplatz nationalistisch-ethnizistischer Verbohrtheit abgestellt verweilen. BRAVO.

Ob das Parking auf dem Hof der RIK-TV-Sender auch wirklich immer zugängig ist? Weil zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen die Herrschaften aus dem Parlament wohl eher nicht mal schnell rübergefahren, um in apo mera se mera sich zu zeigen. Genau: Die haben ja einen Fahrer und einige haben sogar Bodyguards – also wird es auch keine Schwierigkeiten wegen dem Parkplatz geben. Und was die Sicherheit angeht: Sogar die Beleuchtung hinterm Parlamentsgebäude im städtischen Park wurde mit einzig einer stärker leuchtenden Lampe verstärkt – heller als jemals davor und dass das Gemäuer des Parlaments weit genug davon weg liegt und das gut geschützt, weiß ich auch nicht so wirklich einzuschätzen – eher nicht. Plötzlich gibt es auch so etwas wie Böller vor dem Parlament und Parkverbote. Das waren noch Zeiten, als niemand an so was wie Anschläge denken brauchte. Doch auch zu jenen goldenen Zeiträumen war das Spesenkonto so manches Politikers auf Zypern etwas überhöht – um es mal gelinde zu sagen. Der Chef-Kontrolleur der zyprischen Nation, Herr Michaelidis, hat sich vorgenommen, das zu ändern. Endlich mal sollen die Parlamentarier ihre Flüge früher buchen und nicht auf den letzten Drücker. Das spart Geld, findet Michaelidis. Außerdem greift neuerdings eine neue Unart um sich unter den Parlamentariern. Parteien stellen immer mehr Externe an, dies und jenes zu tun, was aber von der Betriebskasse des Parlaments nach Gesetzeslage zu berappen ist. Der Anstieg in Rede: im Jahr 2015 von 69 Personen auf 101 Personen 2017. Das sind also 37%. Und so etwas müsse sich schleunigst ändern, findet Michaelidis. Von den Pensionsansprüchen mal ganz zu schweigen. Glavkos Kliridis und die DISY führten ja einst die Allgemeine Rente ein. Ansonsten: 18 Monate im Parlament gesessen und schon haste 1.300 und noch was Euro Pension monatlich. Da sind die einmaligen Bonis (75.000 und ein paar Verquetschte) verständlicher Weise noch nicht mit eingerechnet. Um die 700 Euro gibt es für Unterkunft monatlich, unabhängig davon, ob der Politiker überhaupt anwesend war. Ab 2012 neu hinzugekommenen Staatsangestellten, also nicht Politikern, werden die Pensionen von der Allgemeinen Versicherungskasse zukünftig ausbezahlt. Kurz: Herr Michaelidis macht sich unbeliebt. Eine Spaßbremse sondergleichen! Und was nicht lange auf sich warten lässt, sind Überschriften wie diese: „Er benimmt sich wie ein arroganter Schnösel.“

Der Finanzminister Harris Giorgiadis hat Michaelidis gerade am Hals. Einen Mann seiner DISY-Partei soll der Finanzminister regelwidrig eingestellt haben. Dieser Anstellung sei von der Kommission der Staatsangestellten nicht abgesegnet gewesen, meint Michaelidis. Wo er recht hat, da hat er nun mal recht. Was erwidert Georgiadis, dessen Ohren dabei leicht ins Flattern gerieten: „[Michaelidis] hat seine Objektivität und Unabhängigkeit verloren!“ Denn Michaelidis war inzwischen schon heißgelaufen und musste nun einfach mal in gewohnter Manier fragen, schließlich ist er der Oberprüfer des Landes: „Wie kannst du es wagen, MICH in Frage zu ziehen?“ Gockelgehabe halt. Nichts weiter passiert. Alltag. Doch dann, Michaelidis noch: „Wenn das Gesetz routinemäßig gebrochen wird, ist das keine Entschuldigung für mich, inaktiv zu bleiben (Cyprus Mail, 19.04.17).

Was sticht uns ins Auge? Das Wort „routinemäßig“. Das sagt schließlich nicht irgendwer. Keine Sorge, wir werden hierüber nicht ins Detail gehen, also zu: wer pickte seinen Gegner wann wohin und wie etc. Federn lassen jedenfalls beide – im Ansehen. Vielleicht nicht ganz passend ist, hier gleich hintenanzustellen, dass die Zyprische Zentralbank sich Mitte Monat April 2017 anscheinend gezwungen sah, öffentlich kundzutun, sie könne die gestellten Ziele in Sachen Reform des Finanzwesens sowie der Bank selbst nicht einhalten. Beispielsweise könnten „nicht rechtzeitig genügend Informationen eingereicht werden bezüglich der Einlagen der Kunden …“. Immerhin konnte woanders, und zwar von rechtswegen „Klarheit“ geschafft werden, was das DING mit den öffentlichen Märkten angeht. In Nikosia ist es bekanntlich der Mittwoch und der Samstag, an dem Markt ist. Leider findet der Markt seit geraumer Zeit an ein und demselben Ort in der Stadt fest, was früher anders war. Nun, das hat man also so geregelt und wird seine Gründe gehabt haben. Geregelt ist neuerdings auch, was zuvor als DING bezeichnet worden ist: dass „auf dem Markt kein anderer Verkäufer beschäftigt werden kann, wenn die Erlaubnis zum Betreiben eines Standes einem Verkäufer gehört und nicht einem Produzenten“, also einem Bauern. Die Verkäufer finden die Gesetzesänderung nicht sonderlich lustig. Beispielsweise könnte man nun noch nicht mal mehr zur Toilette gehen, da ja niemand, außer einem selbst, hinter dem Ladentisch stehen dürfe. Gern wurden nämlich Flüchtlinge angestellt, auszuhelfen. Und wie zu erfahren war, hat so mancher Verkäufer am Ende des Tages ‚vergessen‘, seine Hilfskraft ganz oder genügend auszubezahlen. Es gibt schließlich nahezu unendlich viele Bewerber auf dem hinter vorgehaltener Hand sogenannten Sklavenmarkt, die anscheinend hoffen, sie könnten besser abschneiden als ihre Vorgänger. Dieses Spielchen hat das neue Gesetz nun also auch unterbrochen. Wir dürfen damit rechnen, dass eine Art Umgehung des Gesetzes wahrscheinlich schon in Anwendung ist, die aber hier noch nicht bekannt ist. So wie Letzteres der Fall ist, werden wir Sie darüber in Kenntnis setzen. Not macht ja schließlich erfinderisch, da frisst der Teufel sogar Fliegen. Wie im Film ist das.

20 Filme können innerhalb von 9 Tagen an den „Cyprus Filmdays“ gesehen werden, die mal in Nikosia, mal in Limassol zu sehen sind. Die Filme sind mit Untertiteln in Griechisch und Englisch. Das 15. Festival dieser Art in Zypern beginnt Donnerstag, den 27. April 2017, also heute. Details dazu können unter www.cyprusfilmdays.com angesehen werden. Das Railto Theatre in Limassol, wo die Filme in Limassol gezeigt werden, gibt gewiss auch gern Auskunft: 00357 777 777 45. In Pafos werden die Berliner Philharmoniker zu hören sein am 30. April 2017 sowie am 01. Mai. Das bi-kommunale Jugendorchester wird am 30. April bereits nachmittags sein Können unter Beweis stellen und einige Philharmoniker werden sie dabei unterstützen. Sogar der deutsche Botschafter läuft auf. Ein kleiner Umtrunk (Rezeption) ist bereits angesagt, Einladungen verschickt. Klar, es wird Klassik gespielt werden – vorwiegend. Mal hören gehen, wie die die alten Klassiker kopieren, beziehungsweise interpretieren.

Dringend angesagt ist, sagt das Komitee zuständig für Kommerz und dergleichen mehr, dass Zypern ENDLICH Verordnungen erlässt, die es auf Linie bringen mit den Vorstellungen, die die EU über das Copyright hat. Das alles ist fällig bis Ende Juni. Nachdem, wie die Diskussion darüber geführt wird, besteht die Möglichkeit, dass der Termin – lang und breit Grundsätzliches und anderes mehr diskutierend – vertrödelt wird; und dann gibt es womöglich eine Strafe vonseiten Brüssels. Ein weiteres Limit wird zusehends gerissen auf Zypern, und das ist der steigende Konsum von Alkohol unter Jugendlichen, die noch keine 18 Jahre alt sind. In der Studie wurden 15 und 16-Jährige nach ihrem Alkoholkonsum gefragt. Demnach sollen Jugendliche in Georgien am kräftigsten zuschlagen mit 72 %, gefolgt von Tschechien und Zypern mit jeweils 68 %. EU-Durchschnitt liegt anscheinend bei 48%. Yamaz!

EBRD hat ihr jährliches Treffen und Geschäftsforum in Nikosia vom 9. Mai bis zum 11. Mail 2017. Es geht um grünen Wachstum und wie man regionalen und globalen Herausforderungen zu begegnen gedenkt. 65 Länder werden teilnehmen. Präsident der EBRD ist Herr Chakrabarti. Unter anderen werden auch Minister aus Bosnien, Ägypten, Georgien, Griechenland, Jordanien Kasachstan, Moldavien, Polen, Rumänien und der Ukraine anwesend sein. Ein großer Event, der einmal mehr die Wichtigkeit der Republik Zypern in der Region belegt!

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Lug und Trug

Lug οδερ Trug

Was ist das schon, Wahrheit? Kommen nicht alle Zahlen aus der Null. Und die Null ist doch so in etwa unwahr-wahr? Weil sie ist doch, und gibt vor, NICHTS zu sein. Oder doch: Nicht-ist ist also nichtig im Nichts?! Purer Schein?

Der Monat Februar des Jahres 2017 scheint in folgender Hinsicht eventuell nicht mein Monat zu sein dieses Jahr. Da trägt und schreibt man Material über 2-3 Wochen zusammen, um diesen Artikel Ende Monat fertig zu haben, und was ist? NICHTS. Irgendwie muss die Datei überschrieben worden sein und der Schuldige dafür, der schreibt Ihnen das gerade. Nun mal sehen, was noch alles in Erinnerung ist vom einst Geschriebenen. Und – ja, Sie glauben es nicht – die verwendeten Quellen sind auch nicht mehr zur Hand, weil sie im verlorengegangenen Text ja angegeben wurden und danach gleich in den Papierkorb gewandert sind. Das soll mir eine Lehre sein!?

Düster kann noch erinnert werden, dass in dem angefangenen Artikel kurz auf den Abbruch der Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern eingegangen worden ist – ja, es war sozusagen unvermeidlich. Und düster war ja auch der Himmel über mir um 7 Uhr morgens in Südwestdeutschland – bin nämlich gerade den Tag vor besagtem Verlust des Dateiinhalts wieder aus Zypern angekommen gewesen.

Nun. Streit war und ist in Zypern darüber ausgebrochen, ob nun der Präsident der Türkisch- oder der Griechischzyprer den Verhandlungstisch mit düsterem Antlitz verlassen hat vor kurzem. Dass der türkischzyprische Präsident Akinci durchaus berechtigt Grund hat, aufzustehen und zu gehen, scheint der allseits ziemlich geschätzte Petroclus in seinem Artikel namens „Coffee-Shop“ in der Sunday Mail Zyperns, auch nicht ganz verstehen zu wollen – siehe den 19. und den 26. Februar 2017. Er schreibt in so etwa davon, dass es sich die Griechischzyprer doch sowieso gar nicht leisten könnten, es zu einer Wiedervereinigung der Inselteile kommen zu lassen, weil sonst bei zu vielen unter den Griechischzyprern sogenannte Pfründe und Vorteile ziemlich sicher den Bach heruntergingen – also ausbleiben würden. Petroclus findet, es handle sich lediglich um einen Kampf um die moralische Hoheit, der ausgefochten werde zwischen den beiden Seiten. Das stimmt zwar, doch ist das viel zu kurz gedacht – durchaus etwas zu griechischzyprerfreundlich. Denn es dürfte Akinci und vielen anderen Türkischzyprern mittlerweile allmählich ziemlich aufstoßen, andauernd und immer wieder mit der Ignoranz, der anmaßenden Arroganz und der Macke der Griechischzyprer sich einzubilden, die Besten zu sein, konfrontiert zu werden – besser jedenfalls finden die sich im Allgemeinen als die Türkischzyprer, und zwar in jeder Hinsicht.

Was war geschehen?

Also: Die Griechischzyprer verabschiedeten kürzlich im Parlament, dass in den Schulen der Republik wieder der Enosistag, die angestrebte Wiedervereinigung der Insel von einst mit Griechenland, abgefeiert wird. Stünden wir nicht vor dem angeblichen Abschluss der angeblich gut vorankommenden Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern mit dem Segen und der Unterstützung der UN, könnte man ja vielleicht noch der Argumentation von Petroclus aus der Sunday Mail das OK geben. Doch nicht so! Denn die Türkischzyprer haben das anmaßend dominante Gehabe der Griechischzyprer schon einmal teuer bezahlt in der Geschichte vor 1974, als den Türkischzyprern die Türkei zur Hilfe kommen musste, um das Schlimmste zu verhindern. Zwar haben die Türken mit Beihilfe der Türkischzyprer dann auch recht ‚unverhältnismäßig zugeschlagen, aber es war vordringlich ein Reagieren und nicht ein Agieren: Vergewaltigungen, Morde, Folter eben alles, ist man schon fast verführt zu schreiben, was zu einem stinkigen Konflikt zwischen ‚besten‘ Nachbarn dazugehört. Weil interessant ist noch immer, die Beteuerungen hie und da zu hören, dass vor den Konflikten und Spannungen in den 1950 Jahren anscheinend ein geradezu freundschaftliches Verhältnis zueinander geherrscht haben soll. Manchmal hört man auch etwas von: „wie familiär“.

Es darf wohl davon ausgegangen werden, dass keiner der überwiegend türkischsprachigen Nordzyprer Lust auf eine Neuauflage der blutigen Auseinandersetzungen hat oder darauf, politisch, gesellschaftlich und ökonomisch noch mehr und womöglich noch unverhohlener in die Ecke gedrückt zu werden – wie es ihnen ja die Blockade aufzwingt, denn bekanntlich wird der Staat Nordzypern als solcher lediglich von der Türkei international akzeptiert. Auf Grund der betriebenen Politiken auf europäischer und griechischzyprischer Ebene darf aber schon bald damit gerechnet werden, dass dieser Boykott durchbrochen wird. Kandidaten dafür gibt es viele und Gründe noch mehr.

ES IST EINFACH NUR DUMM, wenn Leute wie Anastasiadis, die vorgeben, sich mit den Türkischzyprern wiedervereinigen zu wollen, auch noch dazu beitragen, dass ein Antrag der griechischzypischen Faschisten (ELAM) im Parlament nur deswegen durchgewunken wird, weil sie, die Regierungspartei DISY, der Anastasiadis, der Präsident der Republik Zypern ja angehört, sich der Stimme enthält – wohl wissend, dass als Ergebnis dieses zuvor erwähnte Gedenk-Ding aus den 1950er Jahren für Schüler rauskommt.

Irgendwie kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass solch Hahnengehabe von Politikern weltweit so eine Art Muster geworden ist, an dem es sich scheinbar auszurichten gilt – Trump, Erdogan, Netanjahu, Sisi, Orban, Duterte, Putin und der nette Herr aus Nordkorea mit der hochamüsanten Nachrichtensprecherin, die seine Großtaten im nordkoreanischen Fernsehen unnachahmlich und stets sehr aufschlussreich verkündet; von der Frauenfraktion wäre da zweifelsohne die Dame in la grand nation übern Rhein hinweg zu nennen, die zur Präsidentin gewählt werden mag – Madame Le Pen etc.

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Ist nun von Eurogate die Rede, denken Sie gewiss: aha, ein weiterer Skandal. Und das ist so schon der Fall, aber nicht irgendwo in Brüssel oder Straßburg ist dieser zu verorten, wo gewiss einige „gates“ noch aufzudecken sein dürften, sondern es ist die leidige Angelegenheit im Hafen von Limassol/Zypern gemeint. Jedenfalls steht das, was danach hier zu lesen ist, auch im Zusammenhang mit der sogenannten Privatisierung, welche ja einst von der TROIKA auch Zypern verordnet wurde, worunter unter anderem auch der Hafen von Limassol gefallen zu sein scheint. Die Privatisierungen werden und wurden in Zypern, wie auch in Griechenland, sehr widerwillig betrieben mit entsprechendem Ergebnis – eher nicht zufriedenstellend und eigentlich auch nicht wirklich zielführend.

Kürzlich in die Verlegenheit gekommen, auf die Schnelle einen Drucker kaufen zu müssen in Zypern. Geriet dabei wahrhaft in Bedrängnis. Der alte Drucker hatte nämlich den Geist aufgegeben und ein neuer musste einfach GLEICH her. Und diesmal sollte es ein Laserdrucker sein, kein billiger Tintenstrahler mit teuren Kartuschen mehr. Gern einer der neuesten aber ausgereifteren Maschinchen, der möglichst ohne Schnickschnack, also ohne Scanner, Fax, Wifi und so weiter seinen Dienst möglichst treu und ohne Widersprüche verrichtet über Jahrzehnte bestens. Leider war nichts mehr auf Lager von dem, nachdem ich fragte. Das sagte der junge Angestellte in seinem kleinen Shop mit Bedauern in der Stimme in der kleinen Stadt Kitti bei Larnaka. Und so musste Vorlieb mit dem genommen werden, was noch so herumstand. Grund dessen: Die Container im Hafen stehen womöglich immer noch voll bepackt herum (an die 3.000 waren es mal) und keiner transportierte das Zeug durchs Land in die Läden und woanders hin, denn die Transportgesellschaft, Kranarbeiter und somit ihre Gewerkschaften (Povek und Lastwagenfahrerunion) hatten gestreikt. Eurogate ist der Operator, der die Container im Hafen händelt, wie neuerdings schon bald auf Neudeutsch geschrieben werden wird dürfen.

Die Eurogate bedauerte, dass die Transporter und Kräne im Hafen streiken. Ja, 21 weitere Fahrer aus Deutschland wurden angefordert, um die Kapazitäten der Firma zu verstärken, verkündet Eurogate. Dann gebe es weitere 7 Cargo-handling-Maschinen. Die Streikenden trauen Eurogate wahrscheinlich auch jetzt noch nicht über den Weg. Die versprechen nämlich und halten nichts, war zu vernehmen von den Streikenden. „Ersatz!“, das wollen die Streikenden. Und der gehört ihnen von Eurogate gezahlt – und keine Hinhalterei mit Worten. Eurogate hatte diese Ersatzzahlungen bereits versprochen, doch dann wieder zurückgenommen. Kompensation für die Zeit, wurde und wird gefordert, welche die Transporter am Hafen stehend vergeudeten. Dafür wird Eurogate verantwortlich gemacht und nun zur Rechnung gebeten. Schnellverderbliches wurde dem Vernehmen nach aber wegtransportiert: Gemüse, Früchte etc. Eurogate ihrerseits drohte: „Wenn die Kranführer ihren Streik demnächst nicht aufhören, werden sie Kompensationszahlungen zahlen müssen!“

Klar doch, es gibt einen Minister, der eigentlich die Dinge regeln sollte, Marios Demetriades. Dem wird vorgeworfen, beim Streik nicht rechtzeitig und professionell genug eingeschritten zu sein. Der Vorwurf lautet, er habe beim Abschluss des Vertrags zwischen dem Staat und Eurogate verpasst – obwohl er im Jahr 2015 ein paar Monate vor Abschluss des Vertrages ausdrücklich darauf hingewiesen worden war von dem obersten behördlichen Aufseher -, eine Klausel einzubauen, die besagt, dass wilde Streiks und dergleichen, ganz einfach nicht vorkommen dürfen und können – dass also ein Minimum an Aktivität aufrecht zu halten ist im Hafen und nicht alles aus dem Ruder laufen darf und kann, wie es kürzlich eigentlich schon der Fall gewesen ist. Als gutes Beispiel dient durchaus die Firma Hermes am Flughafen von Larnaka, wo solch eine Klausel besteht. Ministerien, wie das Beispiel auch in Londons Hafen mit Rothschild & Sons Ltd. oder der Dubai Hafen zeigt, erheben vermehrt solche Klauseln, was durchaus Sinn macht. Es muss einer Regierung in Fällen von Streik an neuralgischen Punkten, die Möglichkeit offengehalten werden, sich notfalls einen anderen Vertragspartner suchen zu können, um nicht erpressbar zu sein oder es zu werden.

Nun, wenn man sich das Bauspar-Urteil in Germany anguckt, wo Bausparer von Seiten des BGH, wenn nicht geprellt, so doch eindeutig gegen das gemeingültige Vertragsrecht verstoßend ihrer Ansprüche auf Prämienzahlung enthoben werden, indem den Bausparern von Seiten der Bausparversicherung der Vertrag gekündigt werden darf neuerdings, scheint manchem genau so etwas als weitere Verschärfung der Lebensumstände zu sein, die darüber hinaus mit einer geminderten Vertragssicherheit behaftet ist, was nun wohl auch in Deutschland im Entstehen zu sein scheint. Letzteres beklagenswerter Weise ist zumindest für jene, die die sogenannt Schwächeren sind bereits ein hängendes Demoklesschwert. Ähnliche Beispiele scheinen weltweit vermehrt Fuß zu fassen.

Nun, weil wir schon dabei sind: die Abschiebung von Afghanen nach Afghanistan lässt sich in eben Gesagtes durchaus gut einreihen, zumal offenbar auch das Asyl- und Menschenrecht zukünftig gefährliche Blessuren erleiden soll müssen, und das eben auch in Deutschland, ausgerechnet in Deutschland, wo die Bundesrepublik in Afghanistan durchaus noch EINIGES gutzumachen hat. Gerade hat sich ein zum Polizisten ausgebildeter Afghane 11 seiner ‚Kollegen‘ in den Tod gehen lassen. Er hat sie erschossen und ist dann geflohen. Wahrhaft, kein sicheres Land!

Apropos: Eurogate glänzte zudem auch noch mit Fehlern in der verwendeten Software im Hafen von Limassol. Mal abgesehen davon, sollen der Hafen und die Marina in Larnaka weiter ausgebaut werden. Anscheinend ist das auch der Fall in der Gegend um Mari und dieser Ort liegt ungefähr in der Mitte von Limassol und Larnaka. In Mari ist nämlich ein neues und größtes Industriegebiet Zyperns im Entstehen; und was an Industrieanlagen des Hafens in Larnaka bislang stand, soll nach Mari umgesiedelt werden und MEHR – vollständig. Es wurden dazu 893.000 Euro 2017 bereitgestellt. Dieser Entscheid war bereits am 18. Januar 2017 vom Transportministerium, genauer, von der Mehrheit im griechischzyprischen Parlament beschlossen worden. Bis Ende 2017 dürften sich die Kosten aber auf 1.137.339 Euro belaufen. Kann also gut sein, dass ein Kredit von 2.029.000 Euro aufgenommen werden muss, schreibt am 18. Februar 2017 die griechischsprachige POLITIS Zyperns, die eigentlich das Sprachrohr der DISY-Regierung Zyperns genannt werden kann.

Bleibt noch zu erwähnen, wie man in Deutschland sagen würde, dass die Angelegenheit im Hafen von Limassol zur „Chefsache“ erhoben wurde. Das heißt: Präsident Anastasiadis intervenierte. Und das tat er, indem er die Schuld zuerst einmal auf „die ausländischen Investoren“ schob. Mancher fragte sich schon, ob Herr Anastasiadis den Vertrag mit den von ihm beklagten „Ausländer“ etwa wieder unterschrieben hat, ohne zu lesen, was drin steht – so wie es vorgekommen sein soll, als er einen Vertrag mit der Zentralbank Zyperns unterschrieb.

Es ist also die DISY-Regierung, die den Vertrag mit der Firma am Hafen (Eurogate) letztlich unterschrieb und somit ist sie auch verantwortlich für das Desaster. Und auch am Hafen haben sie – wie in Nikosias Mitte – eine Zweiteilung vorgenommen, das heißt, zwei Firmen eingespannt, die Dinge zu richten und durchzuführen. Die Regierenden der Republik Zypern wussten auch, dass die deutsche Firma (Eurogate) im Hafen längst nicht ausreicht, um den Hafen zu betreiben, auch, dass bereits Millionen Euros ausgegeben worden waren, das DING zusammenzuhalten, sodass das Management des Hafens keinesfalls in zwei Hälften geteilt werde. Es dürfte wohl so in etwa 1 Monat und ein paar Tage mehr oder weniger ins Inselland gezogen sein, in denen gestreikt wurde. Die „EHRE“ Zyperns als „marine Großmacht“ steht und stand auf dem Spiel!

Am Rande:

Die berühmt berüchtigte „Liste Lagarde“ und die „Panama-Papers“ werden von den Regierenden in Nikosia nicht berücksichtigt. Als gebe es sie nicht. Erwiesenermaßen kann in diesen Dokumenten nachverfolgt werden, dass die Steuerhinterziehung im Land sogar zugenommen hat: im Jahr 2015 waren es 1.743 Millionen Euro und das Jahr davor 1.579 Millionen Euro. Die auffälligen Geldbewegungen vor der Krise von 2013, schreibt Konstaninou Zachariou in der Charavgi vom 22. Dezember 2016, scheinen auch niemanden zu interessieren wollen in der Regierung. Zachariou resümiert: „Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen!“

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Von Stillstand an einem anderen, zuvor schon kurz erwähnten neuralgischen Ort in Zypern, kann derzeit nicht gesprochen werden. In Berlin hat man kürzlich den Verantwortlichen aus seinem Posten gekickt, weil der Flughafen in Schönefeld 2017 noch immer nicht in Betrieb genommen werden kann. Von solchen Maßnahmen hat in Zypern niemand was vernommen in Sachen „Elefteria-Square“ von Nikosia, der seit langer, langer Zeit wie eine offene Wunde das so benannte Zentrum der Hauptstadt ‚ziert‘. Schneckentempo träfe es wohl schon eher anstatt Stillstand, um den Fortschritt der Arbeiten für das neue Herz der zyprischen Hauptstadt zu bezeichnen.

Halten wir es kurz: Bis Ende 2017 müssten die Arbeiten eigentlich beendet sein. Diese Bedingung stellt der EU Strukturfond. Eigentlich könnte dieses Ziel, jetzt, wo sich vor Ort endlich etwas – wieder – sichtlich bewegt, geschafft werden; also so, dass mal erkennbarer als jetzt Häuser, Treppen, Parks, Parkplätze und dergleichen mehr im früheren Grün stehen. Letzteres, das Grün dort, dürfte wohl von den meisten Hauptstädtern nur noch in bitterer Erinnerung (wegen seines Verschwindens) existieren. Viel Beton wird demnach zukünftig ein paar Bäume umgeben, die den Kahlschlag überleben dürfen. Irgendwelche naiven Menschen hatten das Gesamtprojekt am Eleftheria Square einst mit 23 Millionen Euro projektiert.

Ha-Ha!

Zwar hat das Rathaus in Nikosia schon 2014 erkannt, dass das Ding ein finanzielles Monster werden wird und deswegen zwei ‚kleinere‘ Projekte daraus gemacht. Jetzt sind also zwei Firmen installiert, das Mögliche möglich zu machen – das dem Betrachter lange Zeit unmöglich erschien. Eine der Firmen hieß Miltiades Neophytou und eine der jetzigen ist die Lois Builders. Zu erwähnen, dass Streit zwischen Architekten und einer der Firmen (Contractors) ausgebrochen war, ist Schnaps von gestern; oder dass sich das Rathaus bei einer weiteren Ausschreibung des Projekts gehörig verzockt hatte. Anscheinend hat Nikosias Bürgermeister, Konstantinos Yiorkadjis, die involvierten Contractors darauf festgenagelt, gar nicht vorstellbar, wie er das geschafft hat, das DING bis März 2017 fertigzustellen.

Nach dem, was derzeit vor Ort zu sehen ist, müsste dann wohl noch ein GROßES Wunder geschehen, um den Termin im März 2017 zu halten. Ein Rohbau ist auf dem Gelände noch nirgends ersichtlich angefangen, man scheint dafür aber einigermaßen viel Aufwand zu betreiben, das Untergeschoss plus Parkplätzen vorzubereiten.

Dass der Stand der Dinge am Eleftheria-Square von Nikosia eigentlich zu keinem weithin hörbaren Aufschrei der Bevölkerung bislang führte, kann man sich offenbar bestens durch die vielen Rohbauten erklären, die sogenannte „Developers“ in die Landschaft und in Dörfer bauten und gerne bei Bedarf weiterhin bauen, um Wohnsiedlungen für Menschen mit (zu) viel Geld hochzuziehen. Manche dieser Rohbauten sehen der Akropolis in Athen von weitem nicht unähnlich, werden vielleicht auch deshalb seit über 10 Jahren so kahl in der Landschaft antiquiert? Zukünftige Touristikattraktion?!

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Pafos und seine Umgebung sind teils durchaus auch mit solchen Bauten, die auf Antik machen, ‚gesegnet‘. Pafos ist ja eine der beiden Kulturhauptstädte Europas dieses Jahr. Auch in dieser Stadt – davon darf ausgegangen werden, zumal die Bauarbeiten vor knapp 2 Monaten von mir selbst inspiziert – sind bauliche Maßnahmen in Pano-Pafos gewiss noch immer nicht abgeschlossen. Die Sunday Mail titelte am 10. Februar 2017: „Museen sind im Jahr, wo man Kulturhauptstadt ist, geschlossen!“ Welch Skandal! Konkret ist die Rede vom Byzantinischen und dem Archäologischen Museum. Ersteres ist noch immer nicht nach Geroskipou/Pafos umgezogen worden – in eine ehemalige Grundschule. Einen Bus dorthin gibt’s aber bereits von der Touristenmeile am Beach vor der Stadt – immerhin. Zwei weitere Gebäude, die von Bedeutung wären, um Pafos ehrwürdiger zu repräsentieren zum gegebenen Anlass, sind auch noch nicht renoviert, ist zu lesen. Man hat es in Pafos offenbar geschafft, das eine der eben erwähnten beiden Gebäude zu säubern und notdürftig bereitzustellen für den großen Event. Es wird also sogar schon benutzt, um Pafos als Kulturhauptstadt mit zu repräsentieren: von der Shelley Residence ist die Rede. Ihren Namen hat das Gebäude von einem britischen Doktor, der darin 1955 – 1959 lebte. Die alte Sodap Eisfabrik soll bis Ende Jahr ausgeräumt und notdürftig für denselben Zweck bereitgemacht worden sein. Beide Orte werden anscheinend danach – 2018 oder noch später – ENDLICH renoviert werden.

Nun ja, die EU-Fonds wurden ja schließlich bereits ausgezahlt für den großen Anlass. Das Geld ist also im Säckel. Sollen die Besucher von Pafos als Europäische Kulturhauptstadt anstatt ins Museum doch an den Strand gehen oder zum Einkaufen in Pano-Pafos, wo teils noch immer Baugerüste den Weg zum Markt verstellen. Das ist doch eigentlich genug Ersatz für die Museen und Kultur, oder? Museumsbesuche strengen den Kopf und die Augen doch eh zu sehr an. Stimmt’s?

Gut, ich verspreche es: Ende der Häme!

Das Archäologische Museum gehört der orthodoxen Kirche Zyperns. Da drin ist auch die bislang älteste Ikone Zyperns beheimatet, diejenige der Aghia Marina aus dem 07. oder 08. Jahrhundert. Wer bei der peinlichen Verspätung der Bereitstellung der Kulturhauptstadt Zyperns für den Rest der Welt schon an eine der Vorstufen von Korruption denkt oder gar an typischen Schlendrian (was immer das „typischen“ besagen mag), der bekreuzige sich aber besser sofort – 3 Mal und nicht etwa Zeige- und Mittelfinger der anderen Hand hinten auf dem Rücken liegend währenddessen kreuzen!

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Überhaupt sollen zyprische Angestellte und vor allem Beamte, die in Korruptionsfälle verwickelt sind, härter bestraft werden. Das kündigte Justizminister Ionas Nikolaou mal wieder an. Nun, so eine Reform der Polizei-Verordnungen ist gewiss nicht das Dümmste, schon allein wegen der auffällig zunehmenden Verstöße innerhalb der Polizeiorganisation Zyperns – siehe den mehrfachen Mord in Aghia Napa zum Beispiel (der Fall Kalopsidiotis). Eine Kontrollstelle soll eingerichtet werden, meint Herr Minister. Etwas spät kommt ihm und seinen Vorgängern diese Idee schon, oder? Doch besser endlich mal als noch immer nicht! Bis zu 50.000 Euro Strafe sollen demnach einem/r Beamten/in aufgebrummt werden können, wenn er oder sie beim Schummeln und dergleichen erwischt wird. Jemand unter den Beamten, der oder die in Millionenhöhe abgreift, wird sich von dieser relativ niederschwelligen Strafe wahrscheinlich wenig beeindrucken lassen, vor allem auch dann, wenn er oder sie weiterhin im Amt bleiben kann. Letzteres ist so, außerdem, in Zypern geregelt, nämlich, dass ein/e korrupte/r Polizist/in, beispielsweise, nicht um ihren/seinen Posten bangen muss, wenn er oder sie bei einer Straftat erwischt worden ist.

Was sagte der Justizminister Nikolaou bezeichnender Weise noch: „Jene, die in Korruptionsfälle verwickelt sind, richten dem Ansehen [des Landes] nicht so viel Schaden an als vielmehr der polizeilichen Arbeit (Quelle: Cyprus Mail 18. Febr. 2017, Evie Andreou). Man höre und dann, dann staune man!

Die neuen Anordnungen, von denen eben die Rede war, sollen allgemein gültig sein unter und für Polizisten. Das heißt, es darf nicht mehr vorkommen, dass verschiedene Beamte für die gleiche Tat unterschiedliche Strafen ausgesprochen bekommen.

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Werden wir doch etwas konkreter: Rikko Erotokritou, Andreas Kiprisoglu, Panagiotis Neokleous und das Anwaltsbüro Neokleous sind die Angeklagten in einem aufsehenerregenden Prozess – zumindest für zyprische Verhältnisse ist dem so. Am 01. März um 10 Uhr 30, schreibt die Politis am 18. Februar, werden ihre Urteile gesprochen – also morgen. Die Anwälte der Angeklagten geben bereits Auskünfte und sagen, dass keiner ihrer Mandanten ins Gefängnis soll, und zwar jeweils aus unterschiedlichstem Grund. Bei dem einen ist es der Gesundheitszustand, beim nächsten, dass er in einer Art Abhängigkeitsverhältnis zu einem der Angeklagten stand (eine Art Sohn – Vaterverhältnis) usw. Es geht zumindest um 630.000 Euro, die im Rahmen der Untersuchungen der ‚Geschäftchen‘ wegen der „Providencia“ irgendwie versickerten. Dieser Fall hält die zyprische Presse schon seit einigen Jahren in Schwung.

Noch etwas genauer: Rikkos Erotokritou ist der vormalige Stellvertretende General-Staatsanwalt Zyperns. Er ist also nicht nur irgendein Richter oder Anwalt. Und dieser hohen Person hat man zwischenzeitlich schon klargemacht, er habe Schmiergelder eingestrichen, korrupt gehandelt, sein Amt missbraucht und konspirativ sich eingebracht.

Bei was?

Nun, folgendes lief im Jahr 2003 unter anderem in etwa so ab: Erotokritou, behauptet das Gericht, habe 2013 die Strafverfolgung von fünf russischen Staatsbürgern angeordnet, die im Streit mit der zyprischen Neocleous Anwaltsfirma über den Besitz des Multi-Millionen-Trust-Fond namens Providencia Ltd waren – in Russland, wie auch in Zypern. Für diese ‚kleine‘ Gefälligkeit ließ man Erotokritou einen Gerichtsstreit gewinnen, den er seinerzeit gegen die inzwischen (seit 2013) bankrotte zyprische Laiki Bank führte. Die hatte er nämlich darum gebeten, seine eingezogenen, nicht abgesicherten Depots mit Darlehen (des haircut wegen) zu verrechnen, die er wiederum mit dem Kreditgeber herausgenommen hatte (500.000€). Zufällig ist oder war der Anwalt der Laiki Bank auch die Neocleous Anwaltsfirma gewesen, die Anwaltskanzlei ihrerseits gibt an, irgendwie den Gerichtstermin verschlafen zu haben – also den Termin zur Anhörung von Erotokritou. Derart gelang der Anwaltsfirma, das Urteil aufzuheben.

Wir verstehen also, verehrte Leser: Auf diese Weise haben die eben Genannten konspirativ zusammengearbeitet und der gerichtlichen Gerechtigkeit im Jahr 2013 versucht, ein Schnippchen zu schlagen. Denn da die Anwaltsfirma nicht zum Termin erschienen war, profitierte Erotokritou ja entsprechend davon – das Urteil gegen ihn wurde aufgehoben.

Jemand, der beispielsweise mit 10 Gramm Marihuana vor einer hippen Disco Limassols angetroffen wird von der Narkotic-Polizei, säße sehr wahrscheinlich einige Zeit und umgehend im Knast, wenn er nicht gerade Sohn oder Tochter einer ‚guten‘, das heißt reichen und daher angesehenen Familie ist. Und so ist wenig verwunderlich, dass Erotokritou, Kiprizoglou und Neocleous vorerst bis zum 01. März 2017 weiterhin auf freiem Fuße sind. Angeblich haben sie gewisse Auflagen zu befolgen.

Welche?

Immerhin, Erotokritou ist bereits verurteilt gewesen wegen Korruption in der genannten Sache. Somit ist er bereits der höchste Beamte Zyperns, dem solch Missgeschick je passiert ist. Wir werden also sehen, ob die Herren Angeklagten am 01. März in den Knast gehen oder nicht. Das Bauchgefühl sagt einem irgendwie: Kiprizoglou könnte vielleicht der einzige sein, der absitzen geht, denn er scheint einem irgendwie prädestiniert als Sündenbock, weil er eventuell der ‚Schwächste‘ unter den Angeklagten ist. Wir werden es abwarten müssen; und man kann sich ja auch täuschen in seinen Einschätzungen, gell?

Jedenfalls meinte der Verteidiger von Erotokritou bei Gericht vor ein paar Monaten: „Vor Ihnen steht ein finanziell ruinierter Mann, der nie wieder im Stande sein wird, juristisch zu arbeiten. Seine Karriere hat wegen finanzieller Überbelastung geendet.“ Auch habe sein Mandant nicht systematisch Korruption betrieben. Eine einmalige Angelegenheit sei es lediglich gewesen, diese Sache da mit den Russen. „Seine Frau und sein Sohn werden zu Opfern, wenn man ihn inhaftiert!“

Zu erwarten ist am 01. März 2017, was die Cyprus Weekly einen „Marathon-Prozess“ nennt. Ach ja, und des Weiteren sagte Erotokritous Anwalt noch: Eine Freiheitsstrafe ist gefährlich wegen der Arbeit, die sein Mandant betrieben habe (Staatsanwalt). Solche Argumente geben wir von der Presse gern weiter. Sie beleuchten und durchleuchten den HOHEN Stand der Dinge – zuweilen auch recht sarkastisch.

***

Was verkündete Präsident Anastasiadis, der sich in einer psychiatrischen Klinik medienwirksam ableuchten ließ vor ein paar Tagen, wo kein Wasser derzeit fließt: „Wir bauen eine neue Klinik!“ Hört sich gut an, bringt den ‚Insassen‘ aber im Moment schrecklich wenig. Und so könnte wohl die folgende Spekulation nicht ganz fehlgehen, nämlich, dass der Präsident noch einen weiteren Konflikt löst, und zwar den um Erotokritou und seine kriminellen Kumpanen, wo man den Präsidenten der Republik womöglich sagen hören könnte: Wir bauen dem Erotokritou und anderen hochstehenden Persönlichkeiten, die noch folgen könnten, einen Extraknast!

Apropos: Der Streik im Hafen von Limassol ist für einen Monat auf Eis gelegt worden. Nicht der Transportminister konnte es etwa regeln mit den LKW-Fahrern, Gewerkschaften und Kranführern, sondern, man glaubt es kaum, ein Auftritt von dem vermeintlichen Strahlemann Präsident Anastasiadis genügte, und schon war die Sache fürs Erste behoben. Auch was die abgebrochenen Verhandlungen mit den Türkischzyprern angeht, scheint Herr Anastasiadis – endlich wieder – sich auf moralisch höherem Stand als sein türkischer Gegenspieler Akinci fühlen zu dürfen.

Warum?

Letzterer weigerte sich einfach, zum letzten vereinbarten Treffen zwecks Wiedervereinigungsverhandlungen zu gehen. Er weilt anstatt in Pakistan auf einer Konferenz der Islamischen Gemeinschaft und spricht wiederholt davon, dass er sich um Wiedervereinigungsverhandlungszeug erst wieder zu kümmern gedenkt, wenn die Wahl in der Türkei zur Verfassungsänderung vorüber ist. Wirklich pragmatisch dieser Ansatz. Das finden nicht wenige. Der Präsident Nordzyperns, Akinci, soll derart sogar gegen Anordnungen Ankaras gebockbeint haben, Ankara hätte ihn gern an dem Tisch der Wiedervereinigungsverhandlungen sich weiterhin langweilen gesehen. Ja, oft kommt er einem sehr gelangweilt vor, der Herr Akinci. All das Händehalten und -drücken und die selben Fragen und Extravaganzen und das seit Jahren. Ach, manch einer kann ihn gut verstehen.

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Und natürlich ist im zuvor erwähnten Fall Erotokritou und Co auch irgendwie die Bank of Cyprus nicht außer Acht zu lassen, zumal diese ja die Laiki Bank, sagen wir, schlucken durfte – doch nicht nur deshalb. Der US-Milliardär Wilbur Ross hatte nämlich mit anderen Investoren 2014 dafür gesorgt, dass sich das Kapital der Bank of Cyprus erhöhte – der gute Mensch. Präsident Trump hat ihn ja bekanntlich als „US Secretary of Commerce“ berufen. Nun, auch Ross scheint Kontakte zu dem Russen Viktor Vekselberg zu unterhalten. Und Derartiges hat bekanntlich den einstigen Sicherheitsbeauftragten Trumps, Herrn Michael Flynn, seinen Posten gekostet kürzlich. Noch soll Ross allerdings nicht als einer der Secretary‘s of Commerce bestätigt worden sein. Ross, ein Spezialist darin, Unternehmen zu restrukturieren und billig aufzukaufen, die womöglich bei Null angekommen sind, hat sich also damals der Bank of Cyprus angedient und wurde in deren „board of directors“ aufgenommen. Da saß auch Josef Ackermann, der ja zuvor bei der Deutschen Bank sein Werk vollbracht hatte als oberster Chef. Kann gut sein, dass Herr Ackermann noch zu seinen Verbindungen zum Trump-Imperium befragt werden wird, als er die Deutsche Bank ‚regierte‘. Trump schuldet der Deutschen Bank nämlich an die 3 Milliarden US-Dollars, schreibt Stelios Orphanides in der Cyprus Mail vom 18. Februar 2017. Irgendwie hatte das Trump-Imperium zur Zeit Ackermann bei der Deutschen Bank einige Unpässlichkeiten finanzieller Art, die noch nicht aus der Welt geräumt worden sind– in Völle.

Kurz: Ross hat seinen Posten (Stellvertretender Präsident) bei der Bank of Cyprus aufgegeben, denn dort hat er vermutlich direkt oder über Umwege auch Kontakte mit dem Russen Vekselberg gehabt, was nicht gut für den Karriere-Verlauf derzeit ist. Hierzu schreibt Orphanides: „lediglich eine Stunde“ habe Ross sich mit dem Russen getroffen. Doch keiner weiß bislang, was die Herren miteinander besprochen haben. In einer Stunde kann man durchaus einiges besprechen. Nennen wir das Phänomen auch daher Trump-Klüngel. Das trumpsche Geklüngel der Reichen aus dem Westen mit den Reichen aus dem russischen Osten hat sich also nachweislich auf Zypern etwas miteinander verbunden oder zumindest ausgetauscht – und die BRD war wohl auch irgendwie als Zaungast dabei; oder sagen wir, sie dürfte so in etwa über vieles im Bilde sein (siehe Ackermann, Deutsche Bank).

Am Rande: Um kleine und mittelgroße Unternehmen auf Zypern mit Kapital ausstatten zu können, hat die Bank of Cyprus nach der Unterzeichnung neuer Verträge mit der Europäischen Investitionsbank einen Geldbetrag von 134 Millionen Euro zugebilligt bekommen vor ein oder zwei Wochen. Das ist das erste Vertragsabkommen dieser Art im Jahr 2017. Der genannte Betrag wird an verschiedene zyprische Banken verteilt werden. Insgesamt erhielt die Bank of Cyprus jedoch den Zuspruch für 230 Millionen. Viel Geld scheint auch dieser Betrag nicht zu sein.

Die Betragshöhe ist eher atypisch für zyprische Verhältnisse (was auch immer das „atypisch“ bedeutet).

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Jetzt haben Sie noch immer nichts zum „Allgemeinen Gesundheitsplan“ auf Zypern gehört, den „GESI“. Nun: Nichts bewegt sich dort wirklich. Viel Hin- und Herrücken von Positionen. Keine wahren Entscheide. Alles offen, wie gehabt, um die Vorgänge im GESI sehr grob zu umschreiben. Die Unsicherheit in Krankenhausverwaltungen auf Zypern bleibt also bestehen vorerst, keine wirkliche Planungssicherheiten etc.

Zu 444 Millionen Euro wird ein Strom-Kabel verlegt, welches unter anderem von Israel über Zypern nach Griechenland reichen wird, von wo es dann weiter nach Nordeuropa gehen wird. Das Projekt läuft unter dem Namen „EuroAsia Interconnector!“ Zahlen wird Brüssel dafür. Die BRD ist mit 40 Millionen beteiligt. Das Verlegen des Kabels von Israel bis nach Griechenland wird mit 14.5 Euro veranschlagt (siehe Connecting Europe Facility).

Das Profil von zyprischen – und wohl auch woanders beheimateten – Nerds soll angehoben und wahrscheinlich auch irgendwie abgeschöpft werden. Immerhin wurde die GeekOtopos von der Stelios Foundation 2016 ausgezeichnet als ein gutes, bikommunales Projekt etc. Mehr dazu: www.geekotopos.org

Recht lesenswert ist ein kurzer, aber auskunftsstarker Artikel von Rainer Hermann in der Frankfurter Allgemeinen zum Treiben in der Türkei. Er heißt: „Die Etappen einer Kaltstellung.“ Lesenswert, auch vor dem Hintergrund, dass endlich mal jemand die Klappe aufgemacht hat wegen Erdogans Treiben. Der junge Außenminister Österreichs musste es mal wieder richten. In Deutschland hatte man ja bereits damit begonnen, den Leuten einzutrichtern, dass von Seiten des Staates gar nichts gegen die frechen Auftritte türkischer Politiker in Deutschland gemacht werden könne. Herr Kurz aus Österreich zeigt, dass man diesen Leuten aus Ankara sehr wohl Einhalt gebieten kann. BRAVO! Wer sich die Rede von Ministerpräsidenten Yildrim in Oberhausen vor kurzem angehört hat, der kann wirklich nicht mehr nachvollziehen, wie so etwas geduldet werden kann und warum?

Dass in der Türkei vermehrt Menschen, die öffentlich bekennen, bei den anstehenden Wahlen mit NEIN zu stimmen, kurz und klein gemacht werden – in allen erdenklichen Weisen -, also mit Terroristen in ein Bett gesteckt werden unter anderem, lässt die Kuscherei der Verantwortlichen in Berlin vor Erdogan und seinen Drohungen schon längst nicht mehr angebracht erscheinen. Auch in der BRD sollte Erdogan demnächst schon klar angesagt werden: Du kannst kommen, aber nur zu offiziellen Gesprächen mit offiziellen Stellen und ohne Abtauchen in eine Sporthalle oder woanders hin, um die Leute mit türkischen und anderen Wurzeln im Kopf noch mal kräftig abzufucken!

Wer Kurden und andere Leidtragende der türkischen Innen- und Außenpolitik radikalisieren will auf deutschem Boden, der lässt den Sultan aus – und wie es scheint auch eventuell nur für – Kasim Pascha/Istanbul nicht in europäischen Großstädten nach Belieben gewähren.

Und dann wäre da noch jemand namens Giannis Politis. Er ist Zypriote und soll Bücher schreiben, soll damit die Zyprer ansprechen. Bekanntlich greifen Zyprer nicht unbedingt zu einem Buch, wenn es nicht gerade sein soll müssen. Und wenn dieser Mensch es schafft, solch Wunderwerk zu schaffen, die Liebe zum Lesen von Büchern, dann sollte man mal direkt was von ihm lesen, was hiermit für Sie im Jahr 2017 getan werden wird. Eine Buchbesprechung wird also schon bald folgen. Der Titel des Buches heißt übersetzt: „Ausgewählte Momente!“ (neolaiacy.com, 26-27.11.2016 (24/7), von Georgias Pappouta – „Talk to me!“) Pappouta konfrontiert uns in ihrem Artikel mit einem Zitat, welches wahrscheinlich aus dem Buch stammt, und das übersetzt heißt: „Wenn das Richtige, wie auch das Falsche, zwei Worten ähneln, die unbekannt sind, ohne Sinn, kommt der Instinkt und rettet alles.“

Die www.24h.com.cy (Mariou Dimitriou) berichtet am 26. November 2016 über Einkind-Familien. Ein Thema, welches ansonsten eher untergeht im Tagespolitischen Zyperns. Anscheinend scheinen die Betroffenen praktisch keine staatliche Hilfe in Anspruch nehmen zu können auf Zypern. Es gibt allerdings eine Organisation, die sich „Panzyprischer Verbund von Einkind-Familien und Freunde“ nennt. Die Vorsitzende heißt Argentoula Ioannou. Als einzige staatliche, finanzielle Quelle erhalten die Betroffenen E.E.E. (eine Art Mindesteinkommen für Schwangere). Wir sprechen von einem Betrag, der zwischen 140 und 240 Euro zu liegen scheint und der anscheinend auch nach einer Schwangerschaft weiterhin ausbezahlt wird. Die erwähnte Organisation leistet Hilfe auf allen erdenklichen Ebenen – auch finanziell. Eine Politik von Seiten der Regierung betreffend der Lage von Einkind-Familien ist nach den Darstellungen Ioannous nicht sichtbar in Zypern. Der Anspruch auf das Geld vom Staat erlischt, wenn der Partner oder Ehegatte mit jemand anders zusammenlebt oder sich scheiden lässt. Auch hat der Ex danach keinerlei gesetzlich geregelte Verpflichtung, sich um sein Kind kümmern zu müssen, schreibt Dimitriou. NICHTS. Lug oder Trug?

 

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Der Anfang vom Ende

Das erhoffte Ende vom Anfang

 

2013-03-05-12-30-28

 

Was fällt Zypernundmehr-News spontan zu 2017 ein, fragen Sie sich das etwa? Nun, gewiss nicht in erster Linie die Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern oder noch gruseliger: das Desaster in Syrien vor der zyprischen Haustür. Hier fällt auch nicht etwas vielleicht eher gar nicht so weit Hergeholtes dazu ein, wie die folgende Schlagzeile, die womöglich temporär noch die Runde im Jahr 2017 machen könnte: AFD erhält Direktiven von Putin und Trump?

Wie Ihnen schon bald ersichtlich wird, ist dieser letzte Beitrag im Jahr 2016 bereits ein paar Tage vor Weihnachten begonnen worden. Das bringt den Vorteil, dass zum Jahresbeginn nicht noch redaktionell gewirbelt werden muss, zumal der Entscheid fiel, den Jahreswechsel in Pafos zu begehen; und dass man das Ganze eventuell nochmals in Ruhe durchlesen kann und dergleichen mehr.

***

Die Handwerker sind gerade im Haus. Ein Wunder, dass es die noch so nahe zu besehen gibt. Sollte es in der Mitte Europas Handwerker geben, die womöglich arbeitslos sind oder finden, sie werden nicht anständig bezahlt, denen kann nur empfohlen werden, sich nach Zypern zu begeben, um hier zu wirken – bestens gleich selbständig machen! Englischkenntnisse können nicht schaden, sind aber nicht unbedingt nötig, weil einen Sprachmittler gibt es zum einen immer, den man auftreiben kann, und zum anderen sieht der Fachmann oder die Fachfrau meist schnell, wo das jeweilige Problem eines Kunden auf ihn oder sie wartet. Es mangelt hier auf Zypern an verlässlichen und mit professionellen Kenntnissen ausgestatteten Handwerkern, Klemptnern und wahrscheinlich auch an Leuten, die Computer wieder anschmeißen oder gar zusammenbauen können. Man muss schon fast auf die Knie gehen, dass sich mal einer von DENEN sehen lässt, obwohl man sie anständig – und immer gleich – bezahlt oder bezahlen will. Kurz: Um die einfachsten Dinge erledigt zu kriegen im und ums Haus, bedarf es zu oft eines zu großen zeitlichen Aufwands – eines nervlichen sowieso, weil niemand von DENEN immer dann, wenn Hilfe erforderlich ist, sich auf den Weg macht, um mal nachzusehen. Oder noch schlimmer: Die kommen Nachsehen, sagen Dies und Das und sie würden wieder anrufen und dann wartet man – zu oft zu lange und zu oft auch vergebens.

Bei uns hier auf Zypern am Haus ist, unter anderem, gerade die Dachrinne das Problem, an der ein Abflussrohr beim letzten etwas stärkeren Regen einfach abgefallen ist. „Platsch“, da lag die Röhre im Garten, wahrscheinlich auf dem Rücken, und keiner wollte sie wieder an die Dachrinne anbauen. Das geschieht jetzt aber, hurra! Glücklicherweise sind wir mit dem Herrn, der das tut, eigentlich TREUEST schon seit Jahren ergeben in Kontakt. Endlich hat er sich nun bereitwillig erklärt, in Aktion zu treten, nachdem er uns schon 5 Mal versetzt hat. Wir sind also mehr als dankbar, dass endlich etwas geschieht und dass es – mal wieder – gelungen ist, den Kontakt zu diesem eigentlich netten Menschen zu er-halten.

Ach ja, noch eine Besonderheit an der Handwerkerschaft hierzulande: Manche holen sich ihren Lohn nicht ab. Den muss man ihnen dann geradezu hinterher tragen. Dass ungern Quittungen ausgestellt werden, nun, das ist inzwischen wirklich schon verinnerlicht von uns. Ja, man kommt sich geradezu schon blöde vor, einen Quittungsblock zu zücken. Das haben uns schon seit wirklich Längerem die Blicke der jeweiligen Handwerker abgeschminkt. Man will den meist einheimischen Handwerkern gegenüber ja nicht als Erbsenzähler oder Spielverderber im Kabinett der Hierhergezogenen auffallen. Oder?

Unser Handwerker, von dem eben die Rede war, muss wohl noch Mal nachbessern kommen. Denn leider wurde das Abflussrohr so gelegt beziehungsweise ‚ausgebessert‘, dass das Wasser vom zweiten in den ersten Stock des Hauses gesammelt in einem senkrecht angebrachten Rohr hinunterstürzt bei Regen, was ja auch OK ist. Doch da das Anschlussrohr unten im rechten Winkel angeschlossen ist, ist ab einem bestimmten Zeitpunkt nach einem Regenfall, wie wir seit gestern wissen, da es geregnet hat, ein ‚wunderbares‘ stundenlang andauerndes Konzert zu hören. Mich erinnerte es gleich an Erzählungen über Foltermethoden, wo dem Gefolterten unablässig das gleichmäßig laute Geräusch von Wassertropfen, die in ein Metallbecken fallen, zugemutet wird als Geräuschkulisse – endlos. Zwar wachte ich mit lediglich einem ganz leichten dicken Kopf auf, kann aber erinnern, anscheinend dennoch oder gerade deswegen? ganz tief geschlafen zu haben damit. Vielleicht ist diese Art Installation ja als so etwas wie die vom Stein der Weisen zu betrachten? Der letztere mag als Transmitter zu höherer Erkenntnis bestimmt auch kontemplatives IN-sich-Kehren, das die-Welt-vergessen, nur auf das eine Ding konzentriert zu sein. Also behalten wir das Getropfe vom Dach in einer ungenügend angebrachten Rinne so!?

Es kann also gesehen werden, dass das mit dem Ausbessern und dem lauten Tropfen seine Ursache auch und vor allem – ja, wie soll man es nennen – in einem ganz erheblichen Mangel bei den ausgeführten ‚Arbeiten‘ liegt – einer 2 cm gr0ßen Spalte. Diese wurde erst zeitlich später von uns ausgemacht! Weil, das so etwas produziert werden kann beim Ausbessern, darauf kommt man ja gar nicht. Wenn man bedenkt, dass es ein kleiner Aufwand ist, solch einen Herrn überhaupt ins Haus zu bekommen, um dann für solch ‚Leistung‘ – inzwischen leicht säuerlich – lächelnd im Cafe vom Dorf 70 Euro auf die Kralle zu bezahlen den Tag danach, bleibt die Frage an sich selbst einfach nicht aus, ob man es nicht vielleicht doch etwas mit der Handwerkerschaft hierzulande zu übertrieben hält – mit der Nachsicht gegenüber denselben.

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Erhalten blieb uns hier auf Zypern, wie nicht anders zu erwarten, der Eiertanz um die Verhandlungen zur Wiedervereinigung der Insel – und auf die soll hier auch gar nicht groß im Detail eingegangen werden. Schließlich mag das Neue Jahr ja nicht gleich in alten, stinkenden Socken begangen werden. Oder?

Die vor dem Parlament in Athen patroullierenden Soldaten, am Syntagma Square, in den chicen Uniformen mit Art Kleidchen auf den schlanken jung-männlichen Hüften, dürften auch keine stinkenden Socken tragen, ist doch wohl anzunehmen. Schließlich sind sie eines der meist geschossenen Fotomotive von Griechenland- oder Athentouristen. Dennoch war der griechische Ministerpräsident Tsipraz anscheinend etwas stinkig, als er auf den zyprischen Präsidenten Anastasiadis kürzlich traf. Hatte sich letzterer ganz anders vorgestellt, dieses Treffen. Die Treffen sich heute den 29. Dezember 2016 seltsamer Weise nochmals. Der Grieche hatte nämlich zwischenzeitlich ‚eigene‘ Ideen für das anberaumte mehrköpfige Treffen in Genf – in Sachen Zypern und Wiedervereinigung – entwickelt. Demnach soll beim Treffen in Genf am 12. Januar 2017 plötzlich nur noch das Ende der Schutzmachtfunktion der drei Schutzmächte Zyperns (Türkei, Großbritannien, Türkei) und der Abzug türkischer Truppen verhandelt werden – vorerst. Doch etwas anderes war eigentlich vorgesehen thematisch, fand Anastasiadis (angeblich). Außerdem sollten nach Lesart Griechenlands vor dem Treffen erst alle anderen Kapitel bei den Verhandlungen abgeschlossen worden sein, bevor es dann überhaupt zu diesem Treffen kommen könnte. Das Kapitel Sicherheit und die Angelegenheit mit der Schutzmachtfunktion stünden einfach im Vordergrund, meinte Tsipraz also plötzlich. Gemunkelt wird, dass er die von der zyprischen AKEL vorgeschlagene Teilnahme Chinas an einem gesonderten Treffen zu Zypern durch die 5 Vetomächte der UNO vorbereiten will auf diese Weise.

Ehrlich gesagt, das macht durchaus Sinn, was der Linke, Tsipraz, von Athen da sagt. Dass man monatelang verhandelt, indem dann immer noch nicht über die wahren Brocken, wie Sicherheit und die Schutzmächte Zyperns, gesprochen worden ist, fanden viele schon immer, sei Blödsinn beim Verhandeln der Zypernfrage. Falsch an der Position von Tsipraz ist jedoch, dass er mit der Sprache erst jetzt herauskommt, was einfach nur unzeitgemäß ist und auch so wirkt. Das angesprochene Argument hätte er früher einbringen müssen, schließlich trifft er sich doch eh alle Nase lang mit Anastasiadis. Anderen ist dieser Zug Athens durchaus auch ein Zeichen dessen, dass die Griechen eine Lösung Zyperns zu hintertreiben suchen. Die Spekulationen darüber, warum Athen so etwas tun könnte, reichen bis ins Reich der griechischen Mythen und gewiss darüber hinaus.

Der Mann, der Tsipraz so etwas, wie das zuvr Gesagte, eingeredet haben könnte, ist mit ziemlicher Sicherheit sein Außenminister, Nikos Kotzias. Zum Kotzen, mit Verlaub, mögen manche gerade denken, ist das. Ein Professor der Universität Piraeus ist Herr Kotzias ansonsten eigentlich – Politologe. Ein ehemaliger Stalinist soll er auch noch sein, der auf Polens Jaruzelski steht. „Wir und Polen“ ist eines seiner Bücher.

Verwundert brauch folglich niemand zu sein, dass der griechische Außenminister auch sogenannte gute Kontakte nach Moskau unterhält – wie einst in Zypern Dimitris Xristofias und seine Truppe von der AKEL, als die dort regierten vor Anastasiadis von der DYSI. Und zwar werden diese Kontakte nach Russland zu keinem Geringeren als Herrn Aleksandr Dugin geführt. Der Herr Dugin in Moskau soll es wiederum gewesen sein, der Herrn Putin sozusagen auf die Krim 2014 ansetzte. Und anscheinend unterhält der Herr durchaus auch gute Beziehung zu den faschistischen Neonazis Griechenlands, der Goldenen Morgenröte – die auch in Zypern einen Ableger haben, der neuerdings im zyprischen Parlament sogar Flagge zeigt. Also: zwei Ultranationalisten sondergleichen, Dugin und Kotzias.

Ach ja, und jemand von der AKEL, genauer Herr Tomazos Tsielebis, spricht im Zusammenhang mit dem erwähnten 5er-Treffen in Genf neuerdings von „Nicht-Anerkennung“, womit er darauf verweist, dass Zypern am Verhandlungstisch zu sitzen habe, wenn die 5 Großen in der Welt über das Schicksal der kleinen Insel verhandeln – da ansonsten eine Nicht-Anerkennung der Republik Zypern sich abzuzeichnen beginne. Patroclus in seinem „Coffee-Shop“ in der Sunday Mail vom 18. Dezember 2016 schreibt dazu: „Dann könnten die Zyprer die US-Amerikaner bei jedem Vorschlag, den diese unterbreiteten, fragen: „Und, habt ihr schon die Chinesen dazu befragt?“

Dass die Griechen ihren Standpunkt etwas geändert haben auf die Plötzliche und wie beschrieben, darf also offenbar dem Einwirken Moskaus zugeschrieben werden, so, dass die Wiedervereinigung Zyperns brav weiter in Schwebe verweilt, wo sie leichter in gewünschte Richtungen geboxt oder getreten werden kann als auf dem Boden angekommen – zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt.

Vielleicht hier angekommen soviel vorerst zum Kontakt-Halten, von dem zuvor die Rede war. Ach nee, noch das dazu: Dem russischen Botschafter in Zypern, Herrn Stanislav Osadchiy, ist den Tag nach dem Tsipraz seine Bedingungen fürs Treffen in Genf gestellt hatte, in einem langen Beitrag auf CyBC nicht gelungen, die zuvor aufgezeigten Hintergründe für den griechischen Sinneswandel zu verschleiern – im Gegenteil. Herr Osadchiy ist, davon abgesehen, auffällig oft im zyprischen TV zu sehen, auch auf RIK. Er beherrscht das Griechische relativ gut. Auch wenn Herr Osadchiy davon spricht, er wolle sich in keinster Weise in innerzyprische Angelegenheiten einmischen, tut er genau das mit und in seinen medialen Auftritten, nämlich, sich unbeteiligt-geben-einzumischen.

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Nun ja, demnächst bricht ja das Trump-Ding endgültig aus: die Trump-Ära! Und der russischen Tass zufolge hat der neue CIA-Chef, Michael Flynn, schon mal posaunt: „Wir müssen unsere Außenpolitik überprüfen, die Türkei als Etwas von höchster Wichtigkeit sehen; und die Welt aus türkischer Sicht begreifen!“

Tra-ra!!!

Und Erdogan trifft sich gerade – immer mal – wieder mit Putin, hat ‚Frieden‘ mit dem Kreml geschlossen – auch wenn Dezember 2016 der russische Botschafter in Ankara von einem türkischen Extremisten ermordert worden ist. Dieses neue Bündnis verhindert auch nicht die Tatsache, dass Putin bereits seit langer Zeit mit Erdogans Rivalen Assad in einem politischen Bett liegt und Iran dabei zugucken darf, ja, sogar ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger dabei liegt. Bleibt eigentlich nur noch zu fragen, wie sich die EU zu diesen neu aufkommenden Männerklüngeln verhält? Frau Merkel ist die da noch die Richtige, auch wenn sie ausschließlich und nur Hosen trägt? Vielleicht doch besser den Herrn Gabriel zum Kanzler wählen im Jahr 2017, der immerhin ein Mann ist, Kinder haben soll und dann in besagter Klüngelrunde eher oder besser mit-kungeln könnte? Er ist sogar ‚Sozial’demokrat!

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Gerade aus Nikosia zurück. Die Handwerker haben ihr Werk am Haus also trotzdem, das heißt ohne mein Dabeistehen, zuende gebracht – vielleicht hält das Rohr diesmal länger als ein Jahr. Länger dürfte eventuell der ansteigende Zorn gegen alle möglichen sogenannten Ausländer in Deutschland anhalten. Berlin – Breitscheidtplatz. Ein Pakistaner soll es gewesen sein. Der war es nun wohl doch nicht. Der Täter wird noch gesucht. Ein Tunesier soll der Täter anstatt sein, der seine Papiere ausgerechnet im Tatfahrzeug verloren haben soll.

Nikosias Zentrum, wir berichteten bereits darüber, ist geradezu überschwemmt mit Männern aus Pakistan?, Bangladesch?, Indien?, Nepal?, Afghanistan? Afrika? Irgendwie wirkt die Gegend um den Eleftheria-Square schon seit Längerem so ‚anders‘. Als hätte die Präsenz der zuvor Erwähnten die Pontis (Griechischzyprer mit türkischen Wurzeln geflüchtet aus der Schwarzmeergegend nach dem I. Weltkrieg) von dort vertrieben. Ja sogar vertraute Gesichter von ‚originaleren‘ griechischzyprischen Bürgern, meist alten Herren, sind dort kaum noch zu sehen auf den paar Sitzbänken vor dem Beginn zur Ledra Straße und ihrer kleinen Parallelstraße, so auch am Salamon Square, dem neuen Busbahnhof.

Apropos: Das Gelände vom Elefteria Square bis zum Salomon Square ist ’natürlich‘ nicht wie versprochen zu Weihnachten 2016 derart fertiggestellt von der Baubehörde der Stadt, dass Herr und Frau Zyprer dort auf der neuen City-Meile mal spazieren gehen könnten, wie vom Bürgermeister vor Monaten noch in Aussicht gestellt wurde für diese Weihnachten. Wahrscheinlich darf sich darüber gefreut werden, dass derzeit überhaupt Arbeiter auf der Baustelle zu sehen sind, die das schöne Grün von einst gewiss nach Plan, leider ganz offensichtlich und un-typisch gründlich, nahezu komplett mit Beton und Stahl zupflastern. Das Zentrum Nikosias scheint seine schönste Seite vom ehemalig bereits etwas verstellten Gesicht endgültig verloren zu haben. Schade. Es ist schwer vorstellbar, dass das neue Gesamtgesicht des Eleftheria Squares gefällt. Vielleicht muss man dazu wirklich aus der sogenannten Dritten Welt kommen, um die baulichen Entwicklungen vor Ort so zu sehen – positiv. Vielleicht auch nicht.

Nach Jahren in dieser Stadt unterwegs, bin ich zum ersten Mal in so etwas wie eine Heroinszene zufällig getreten, heute. 12 Schuhgeschäfte nach Sportschuhen durchkämmt, die keine hohe Sohle haben sollen, auf Leder dürften die neuen Schuhe sogar machen und möglichst schwarz in der Farbe sollten sie sein. Eben ungefähr so aussehen, wie mein jetziger Sportschuh. Nichts Derartiges zu finden. Die Marke wird anscheinend auch in Deutschland nur noch in Weil am Rhein vertrieben. Zumindest war das mein Eindruck vor einem Jahr vor den Auslagen der Schuhgeschäfte stehend. An der Faneromeni-Kirche/Nikosia hat sich die angesprochene Szene also offenbar etwas etabliert. Seltsamer Weise sah ich – die Abkürzung vom Grenzübergang an der Ledra-Straße zum Fußballplatz an der Stadtmauer nehmend – auch erstmals einen Transvestiten hier auf der Insel. Den sah ich bei Tageslicht und ungeschminkt mit Stoppeln im Gesicht sowie hinten zusammengebundenem Haarschopf plus sehr schwungvollem Gang. Es war kein Priester. Da bin ich mir sicher. Die tragen nämlich schwarz und schaukeln ihr Gesäß nicht so von links nach rechts, haben zwar auch langes Haar, aber, glaube ich, haben immer einen langen Bart.

Homosexualität ist auf Zypern eigentlich kein Thema. Und Transsexualität muss noch etwas ganz Neues sein? Wahrscheinlich bin ich da nicht informiert genug. Mir ist plötzlich, als verpasste ich etwas an der Küste. Als durchlaufe die Altstadt von Nikosia einen absolut rasanten Wandel, und zwar in alle erdenklichen Richtungen, von dem in Limassol, Pafos oder Larnaka, wo ich mich hauptsächlich aufhalte, praktisch nichts mitbekommen werden kann.

Der Wandel, der sich speziell in Deutschland vollzieht, ich wiederhole mich hier auf Zypernundmehr-News, ist teils hausgemacht. Hierauf muss leider weiterhin hingewiesen werden. Auch wenn es ungern so gelesen wird. Der Kern vom Kern der Probleme mit dem Islam, in Syrien, Palästina, Saudi Arabien usw. ist vorrangig das schlechte Beispiel, welches der Westen im Umgang mit Israels Politik vorgibt – ganz zu schweigen von den betriebenen Außenpolitiken. Ein Staat Palästina muss dringend her – 2017!

Die Rechnung geht so, wie die Lage ist, offenbar nicht auf, siehe: Paris, Nizza, München, Brüssel, Berlin usw.!

Wir im Westen müssen uns bekennen und kapieren, dass sich etwas ändern muss. Eigentlich kann nur gehofft werden in diesem Zusammenhang, dass das Durchmischen der Eliten und alten, oft sonderlichen Bündnisse, welches Trump bereits vollmundig ankündigt, als Resultat ein Palästina, ein Kurdistan, ein Nordzypern, wenn sie sich nicht bald einig werden können, ein Ende in Navgorni Karabach, ein Ende des Streits um den Golan, den Sinai, Dafur, Westsahara usw. bringt.

Sie finden, dass klingt so unwahrscheinlich wie dass die Korruption im zyprischen Fußball (Omonia) beendet werden kann (match-fixing)? Wahrscheinlich haben Sie da Recht. Indikator für das letztere: Die Zyprische Fußball-Assoziation hat erneut den bereits schwer, a la Blatter angeschlagenen Geschäftsführer, Herrn Kastakis Koutsokoumnis, wiedergewählt. Die UEFA dürfte sich entsprechend gefreut haben?!

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Bekanntlich können die Zyprer auch noch anders. Stichwort: Off-shore-Business! Als sich die Sowjetunion auflöste, strömten die Rubel geradezu Richtung Zypern aus Russland und verschwanden größtenteils in erwähntem Geschäftsmodell. Nicht gerade mit Ruhm hat man sich in Zypern bekleckert zu Zeiten des Krieges in Jugoslawien, als der Vorwurf erwuchs, Zypern habe Millionen von Dollars angezogen und auch noch angelegt, die Slobodan Milosevic außer Land gebracht haben soll – 2002. Dem nicht genug hat Zypern derart einfach UN-Sanktionen übergangen und einen Großteil dieser Gelder sogar benutzt, um für Milosevic Waffen zu kaufen. Wir sprechen sowieso besser von 2 Milliarden, anstatt von Millionen, die da GEDEALT wurden. Wer sich bei dieser Aktion unter anderen ganz besonders verdient machte, war kein anderer auf Zypern als der gute, alte ehemalige zyprische Präsident, Tassos Papadopoulos, dem ja auch nachgesagt wird, er habe seinerzeit als junger Mann einen ihm nahestehenden EOKA-Kampfgenossen, der ihm im Weg stand, in einen offenbar zu gefährlichen Einsatz geschickt, um so an dessen Frau zu gelangen. Die Witwe heiratete er dann sozusagen barmherziger Weise – oder anders, wird gemunkelt.

Papadopolous senior und junior sind also klar mit von der Party, wenn es ums Geteilthalten der Insel geht. Beide veranschaulich/t/en diese politische Kunst schon fast mit Bravur im Realen und seit Jahren. Dass sich der türkischsprachige Norden besser ganz offiziell abspaltet und ein eigener Staat gründet, scheint deren Meinung zu sein. Beide verneinen zwar vehement solch Absicht, obgleich immer wieder Aussagen in diese Richtung von ihnen zu hören sind und waren. Inzwischen ist Senior ja tot, sodass Junior, Nikos, sich nun auf eigene, chauvinistische Instinkte verlassen muss. Auch darauf gilt es sich zu verlassen, dass damit zu rechnen ist, dass Junior schon demnächst ausholt, Präsident der Insel zu werden. Das ist keinesfalls abwegig. Im Gegenteil. Seine Lehrzeit im Parlament als Führer der DIKO dürfte doch nun wohl mal bald vorüber sein. Es gilt sich zu bewähren, sozusagen die Familientradition fortzuführen und dergleichen mehr. Die Initiation Juniors läuft also demnächst zeitlich ab.

Ach ja: Wie Papadopolous junior allerdings an die Reichtümer gelangen will, die offenbar eindeutiger als jemals davor Berichten zufolge vor Zypern in Form von Erdgas und anderem Zeug ausfindig gemacht worden sein sollen, ist eher schleierhaft. Denn die Türkei hat da gewiss doch noch ein Wörtchen mit zu reden, auch wenn Nikos, wie auch Papa Tassos, imgrunde der Zweiteilung der Insel die Steigbügel hält. Denn warum sollte ein eigener Staat Nordzypern seine Reichtümer vordringlich mit Südzypern teilen, wo doch jahrelang am Tropf der Türkei – und anderer – gehängt wird?

Doch das stimmt so vielleicht auch nicht wirklich. Böse Zungen behaupten nämlich, die Papadopolous‘ und andere gleichen Schlages lebten doch teils gut davon, die Teilung ihres „Vaterlandes“ zu betreiben und die angesprochenen Reichtümer im Meer vor Zypern eigneten sich für sie hervorragend, diese Position bis an Sankt Nimmerleinstag einigermaßen gehaltvoll zu halten.

Zwar hat Donald Trump in seiner Regierungsmannschaft, war vor kurzem mal in der griechischen Kathimerina Tageszeitung zu lesen, recht viele Amerikaner griechischen Ursprungs eingespannt, doch hat eine weitere Berufung, nämlich die zum US-Außenminister eines Mannes, der für Exxon Mobile arbeitet, nicht zwangsläufig die Bedeutung, die ihm von griechischer Seite scheinbar mehrheitlich gegeben wird. Denn ja, es stimmt, auch Exxon ist vor Zypern teils mit im Boot, um die Reichtümer zu heben. Doch nicht vergessen werden darf, dass es in Washington als viel lukrativer erachtet werden könnte, der Türkei EINFACH den Vorzug zu geben. Mit einem kleinen strategischen Schwenk Exxons könnte – schlechtestenfalls – an der Seite der Türkei ins Reichtumförder-Spiel vor der Küste Zyperns mit entsprechenden Forderungen teils ‚überlaufen‘. Die lange Rede des türkischen Ministerpräsidenten Yilmaz vor der Jungunternehmerschaft des Landes, die am 28. 12. 2016 auf TürkInt ausgestrahlt wurde, lässt solche Manöver eines us-amerikanischen Multis durchaus vorstellen. Überhaupt ist Herr Yilmaz, finde ich, überraschend eloquent. Mit seiner bedachten, ja, strukturierten Art des Vortrags bringt er wahrscheinlich das Quantum Zuversicht und Vertrauen der türkischen Bevölkerung aufs AKP-Trapez, was die Herrschaft der Regierungspartei der Türkei letztlich zu verlängern helfen wird. Er wirkt sehr motivierend und lässt schon fast all die seltsamen Dinge, die um Herrn Erdogan – und mit diesem – passieren, ins Hintertreffen treten. Man mag Herrn Yilmaz abnehmen, wenn man ihm zuhört, dass die Türken den Schritt zu einer Art Groß-Mittelmacht demnächst bewältigen, wenn sie noch etwas zusammenhalten und wenn sie noch mehr Produkte made in Turkey zukünftig kaufen – und dass Kurden und Türken FREUNDE sind. Irgendwie inspirieren diese Ausflüge in den Reden des Herrn Yilmaz, auch, dass er aufruft, sich auf eigene, ja sogar alte Werte zu besinnen etc.

Nun: Schließlich ist Exxon kein Staatsbetrieb und schließlich ist die Route über die Türkei nach Europa billiger und zuguterletzt, doch nicht nur, könnten die angeschlagenen Beziehungen der Israelis und der Türken derart etwas verbessert und gesichert werden: „win-win“ und so. Und gewiss ist da auch noch etwas Reichtum vor Syrien und dem Libanon im Boden. Was liegt daher näher für die Trump-Administration, als dass sich Russland da netterweise für Syriens Reichtum engagiert und diesen dann ganz ‚uneigennützig‘ alleine oder besser mit den US-Amerikanern ‚hilft‘ zu fördern und zu vermarkten mit Hilfe der geschäftstüchtigen Türken?

Man wird sehen, wie der Hase schon demnächst laufen wird im GROßEN Ölbusiness, von welchem in Nikosia-Süd anscheinend schon alle politischen Akteure träumen. Manchmal kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass diese Aussicht so eine Art neues Opium der Süd-Zyprer ist – siehe auch: http://in-cyprus.com/exxon-mobile-takes-block-10/.

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Ich sage ihnen: Geld ist auf Zypern wirklich kein Thema. Und wer keines hat, der oder die muss wohl was falsch gemacht haben? Anscheinend ja! Doch auch hier auf Zypern, das wollen wir unbedingt wissen lassen, gibt es einige Suppenküchen und Menschen, die mit weniger als 500 Euro im Monat zurechtkommen sollen. Ob jene Zyprer im Süden, die gerade noch so über die Runde kommen finanziell, wirklich noch eine Minderheit sind?

Dem Eindruck, dass dem so ist, wollen wir uns hier fürs Erste gönnen. Genaueres dazu hier: http://cyprus-mail.com/2016/12/24/wealth-inequality-rise-euro-zone-net-wealth-drops-almost-40-per-cent-cyprus/

Auch gilt es sich zu gönnen oder besser, daran zu erinnern, dass die Deutschen es waren, die sich 2012 ungnädig gegenüber Zypern gezeigt hatten und fanden, dass das Land eher eine russische „Geldwaschmaschine“ sei und daher ein Bail-out für Zypern nicht in Frage käme. Zwar wurde seither sauber gemacht in Zyperns Bankensektor und die Zentralbank der EU soll ganz zufrieden sein mit der Entwicklung bislang. Doch: So ganz daran glauben, fällt einem einfach schwer. Denn das Saubermachen hat doch wohl auch zur Konsequenz, unter anderem, dass noch mehr und sorgfältiger gearbeitet werden muss, schon allein um den gesetzten Standards zumindest minimal zu entsprechen: „kenne deinen Kunden“ und/oder „Sorgfaltspflichtprüfungen“, heißen die Gespenster neuerdings unter Bankern in Zypern unter anderen. Eine der Fragen, die sich da ergeben, ist: Wird aufgrund dieser ‚gespenstischen‘ Anforderungen etwa bereits überreguliert von Seiten der TROIKA und anderer Interessierten, wie der EU-Zentralbank beispielsweise? Weil seit April 2016 müssen Bankkunden von Angesicht zu Angesicht ihre Geschäftchen mit zyprischen Banken tätigen. Das kann allerdings auch über Skype geschehen oder mit anderen Anbietern wie Skype. Dazu bedarf es aber stets eines dazwischen geschalteten Vermittlers. Und das ist eigentlich das Geschäft, mit dem man hier auf Zypern ganz besonders gern Geld verdient – vermitteln und beraten: consulting. Interessant ist, dass bei solchen neuen Geschäftsbedingungen auch alle Klienten – beispielsweise auf Skype – gleichzeitig anwesend zu sein haben. Und das ist recht viel Arbeitsaufwand, wird gesagt.

Solche Verfahren werden gern von Institutionen, wie der Moneyval oder, um noch eine zu nennen, der Financial Action Task Force, Ländern aufgebrummt, die schon mal ‚auffällig‘ geworden sind, so wie Zypern. Die griechische Hellenic Bank, die in Zypern viele Geldautomaten aufgestellt hat, da kann man problemlos 500 Euro rauslassen, was an den Automaten der Bank of Cyprus unmöglich ist, lässt wissen, dass der zu betreibende, zusätzliche Aufwand zwar mühsam sei seit April 2016, aber mit technologischem Know-how und besserer Kooperation zu managen ist. Versteht sich, dass dieser Aufwand sich auch etwas in den Gebühren niederschlägt, die erhoben werden müssen; oder aber, dass andernorts im Betrieb sich etwas ändert, beispielsweise, indem weniger Personal eingesetzt wird und die Abläufe eventuell noch mehr computergesteuert ablaufen als davor. Konstantinos Petrides, Staatssekretär des Präsidenten Zyperns spricht indes von „Schock“, der dem zyprischen Finanzsystem zugefügt worden sei mit diesem Verfahren seit April 2016, schreibt Angelos Anastasiou am 20. November 2016 in der Sunday Mail. Der Schock wird allerdings auch gern benutzt, die neue weiße, zyprische Weste in der Welt der Finanzen auszuhängen: Wir sind sauber!, soll sie den Kunden und anderen Interessierten sagen.

Es gibt neuerdings auch zertifizierte, zyprische Anti-Geldwaschexperten, die „Association of Certified Anti-Money Laundering Specialists“ ist einer davon. „Neocleous“ ist eine weitere Anwaltskanzlei, dieses sich auf das Geschäftsmodell spezialisiert hat: www.neocleous.com. In solchen Firmen ist uns allen natürlich klar, was vorne ansteht: aufspüren und entsprechend labeln. Allerdings ist es nicht unbedingt leicht, alle möglichen Arten von Fonds immer gleich als unstatthafte zu eruieren. Das heißt, ihre Transaktionskette nach zu verfolgen und der dergleichen mehr, ist zuweilen schwierig, weil gern und oft verdeckt operiert wird beim Transferieren: wer ist wer, wann und wie?

„Mokas“ wird die Stelle der zyprischen Regierung genannt, die demselben Geschäft nachgeht: Geldwaschmaschinen ausfindig machen. Die Anzahl jener, die beim Schummeln aufgedeckt werden von Mokas, schreibt Stellios Orphanides in der Sunday Mail, sei in letzter Zeit angestiegen. Die berühmt berüchtigten Panamapaper sind dabei offenbar sehr hilfreich. Mehr dazu hier: http://www.law.gov.cy/law/mokas/mokas.nsf/index_en/index_en?OpenDocument.

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Dennoch herrscht anscheinend auf Zypern eine Art Selbstzufriedenheit, die sich beispielsweise auch in einer laxeren Verfahrensweise beim Budget der Regierung für 2017 zeigt, welches geradezu vollmundig und etwas dreist in Brüssel vorgelegt wurde. Zwar hat der Finazrat der Europäischen Kommission dem Finanzminister Zyperns, Herrn Harris Georgiadis, gewarnt, die Erwartungen im Budget doch bitte sehr etwas herunterzuschrauben für 2017 – vergebens. Georgiadis, und mit ihm im Boot wahrscheinlich der größte Teil der Regierungspartei DYSI, will halt auf Strahlemann machen und allen zeigen, dass man es geschafft hat, wieder REICH ist – wieder. Auch wenn erst gerade vor kurzem eine drei lange Jahre unter einem Hilfsschirm für Zyperns Finanzwelt beendet worden sind. Zypern setzt also gleich wieder kompromisslos, schon fast traditionell, auf Risiko – und das bedeutet: es setzt hemmungslosen Wachstum.

Die Bewertung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes (SWP), der ein Risiko im angegebenen Budget für 2017 Zypern durchaus erkennen kann im Gegensatz zum zyprischen Finanzministerium, ist für die Regierenden in Nikosia erst mal Luft. Die fiskale Steuererleichterung, die sich Zypern für 2017 daraufhin sogleich verpasst hat, wird klar vom SWP kritisiert. Die Tendenz scheint also durchaus die zu sein, sich auf seinen Lorbeeren in Nikosia erst mal richtig auszuruhen und das Leben auf der Insel zu genießen, oder so was in diese Richtung gehend.

Vorsichtshalber meckert Georgiadis schon mal an der gestellten Prognose des SWP von der Europäischen Kommission herum. Diese sei nämlich nicht konform mit anderen Bewertungen anderer Institute usw.

Doch um das geht es eigentlich nicht. Das sind Ablenkungsmanöver des zyprischen Finanzministers, die sich kommenden Februar beim sogenannten Eurogroup-Meeting als solche erweisen dürften, schreibt die Sunday Mail.

Spätestens hier angekommen, zeige sich, dass die schlechten Angewohnheiten, die auf Zypern besonders im Bankensektor herrschten, noch längst nicht überwunden sind. „Opinion“ vom 20. November 2016 der Sunday Mail Zyperns schreibt: „Innerhalb von wenigen Monaten, gerade als das Hilfsprogramm losgetreten worden war, wurde [vonseiten der zyprischen Regierung gleich] angekündigt, man beabsichtige 3.000 Privatpersonen der Nationalgarde einzuverleiben; und das Budget für 2017 entfernte dieses Jahr den sogenannten „speziellen Beitrag“, den Gutverdiener dem öffentlichen und privaten Sektor beizusteuern hätten und drastisch wurde die Besitzsteuer gesenkt, die in der Folge vom Gesetzgeber sogar gestrichen wurde.“

Dass die Löhne im öffentlichen Bereich wieder ansteigen, dürfte nach Gesagtem nicht mehr all zu sehr verwundern. Egal, ob sich die Arbeitgeber- und Industriellenföderation dagegen wehrt. Herr Georgiadis bedient sein Klientel, in dem Fall den Öffentlichen Dienst. Lohnsteigerungen bis zu 5% stehen dort bevor ab Januar 2017, wenn nicht noch das eine oder andere verfahrenstechnische Hindernis kurzfristig erstellt wird von Seiten des zuständigen Ministeriums, was wohl nicht zu erwarten ist. Egal scheint auch zu sein, dass diese Lohnsteigerungen Unmut im privaten Sektor unweigerlich ankicken. Die wollen dann gewiss auch was vom Kuchen abhaben und werden ihren Unmut wohl schon bald kundtun.

Der Rückschritt Nikosias, was die Finanzreform etc. angeht, besteht folglich darin, dass der Öffentliche Dienst und dessen Versorgung mit entsprechenden Geldern wieder seine bevorzugte Stellung für die Regierung eingenommen haben zu scheint. Bye-bye ökonomisches und umsichtiges Verwalten der Steuerbeiträge, was unter anderem die TROIKA versuchte, mit Nikosia und den südzyprischen Banken einzuüben – ein paar Jahre lang. Noch etwas mehr zum Thema, und zwar aus anderer Sicht, hier: http://cyprus-mail.com/2016/12/24/view-authorities-act-auditor-generals-findings/

Interessant ist in diesem Zusammenhang durchaus auch zu sehen, wie die Sache denn eigentlich mit den Co-ops auf Zypern zu beurteilen ist und läuft. Lesen Sie hierzu folgendes von Alexander Michaelides: http://cyprusbusinessmail.com/?p=36092.

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Schauen wir uns im obigen Zusammenhang stehend mal an, wie beispielsweise der Hase in Sachen Pensionen hier auf Zypern läuft:

Wie gesagt: Handwerker sollten sich nach Zypern auf den Weg machen, Handwerker, die ihre Arbeit verstehen und noch etwas Unternehmergeist mitbringen -und ZUVERLÄSSIG sind. Ansonsten wäre es angebracht, sollte die Situation so bleiben, im nächsten Leben als Zyprer auf die Welt zu kommen, als Griechischzyprer. Ja, auch hier muss man durch die Penne und womöglich noch an die Uni, doch dann angelt man sich bestens einen Job irgendwo beim Staat, macht vielleicht aufgrund seiner Mitgliedschaft in einer der im Parlament vertretenen Parteien Karriere, so dass man als Volksvertreter tätig wird, und schon kann man beruhigt alt werden – wenn keine Kriege und anderes Ungemach ausbrechen. Weil man wird mindestens 2 deftige Pensionen erhalten auf Lebenszeit, die als Staatsangestellter und die als Parlamentarier beispielsweise. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange man gedient hat. Oftmalige Versetzungen im Amt machen sich durchaus bezahlt, da dann als Pensionär sogar eine dritte oder gar vierte etc. Pension eingestrichen werden kann – je nach Posten. Der ehemalige Finanzminister Zyperns, Herr Afxentis Afxentiou, macht diese nette Arithmetik gerade vor, nein, er lebt sie unverfroren aus. Er muss es ja schließlich wissen, wie der Hase in Sachen Finanzieren des Lebensunterhalts durch Einstreichen von Pensionen läuft aufgrund seiner beruflich gesammelten Kenntnisse – und vor allem wegen mitgetragenen politischen Entscheiden im Finanzsektor. Recht praktisch ist auch, dass so jemand ab 60 in den Ruhestand gehen kann. Dann hat man mindestens noch was von seiner Müh als einst verbeamtete Person.

Das Oberste Gericht Zyperns hat Urteile, die 2011 und 2012 gefällt wurden zum Thema, gerade vor kurzem nichtig gemacht, in denen die Praxis des Multi-Pensionenerhaltes abgeschafft worden war. Dass dieses Urteil des Obersten Gerichts mit den von der TROIKA vorgegebenen Vorstellungen zur weiteren Gesundung der Finanzlage Zyperns konform läuft, ist nicht anzunehmen.

Was mit dem eben erwähnten Beispiel gesagt werden will: Viele Reformen werden wieder ganz oder teilweise rückgängig gemacht, und zwar so wie die ‚Ausländer‘, in diesem Fall die TROIKA, außer Landes sind und mit anderen, anscheinend wichtigeren Dingen beschäftigt zu sein scheinen. Das eben aufgezeigte Muster erinnert in etwa an den Umgang mit dem kostbaren Gut Wasser. Ist die Gefahr einer Dürre auf Zypern einigermaßen gebannt, dann spucken wieder alle Wasserhähne weit und lustig geöffnet Wasser aus! Bis zum nächsten eventuell bevorstehenden und unabwendbaren Wassermangel.

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Wie das nun alles immer so zustande kommt, fragt man sich da. Wie fällen die Zyprer eigentlich ihre Entscheide? Prinzipiell – und bitte immer etwaige Ausnahmen dabei ins Auge fassen – kann gesagt werden, dass die politischen Akteure in Zypern ein Etwas zu laufen haben, meist unter sich, dass man vielleicht doch bestens mit „Übereinkunft“ bezeichnet. Übereinkünfte zu treffen, ist ja nichts Verwerfliches. Allerdings wenn dieselben letztendlich an den Interessen derer vorbei gehen, deren Interessen die involvierten Politiker eigentlich vertreten sollten, dann ist da was am Anbrennen. Nun: Übereinkünfte trifft die zyprische politische Elite zu gerne in sogenannten Komitees. Da sitzen Politiker, Berater und Experten dann und kungeln Dies und Das aus. Leider muss bei solch getroffenen Übereinkünften sehr oft auch der Wille der Regierung oder der jeweiligen Partei, für die jemand an solch Treffen teilnimmt, ganz oder teilweise auf der Strecke bleiben – der Wille des ‚Volkes‘ zu oft sowieso.

Insofern wird durchaus so etwas wie eine politische Führung Zyperns durch oder in Komitees in Frage gestellt, weil ja Art kollektive Beschlüsse gefasst werden in Übereinkünften, die ’nötigenfalls‘ auch an den strategischen Zielen einer Partei, eines Landes, vorbeischießen können. ‚Lustig‘ soll es bei solchen Komitees anscheinend werden, wenn Gewerkschaftsvertreter mit am Kungel-Tisch sitzen. Komischerweise kommen die dann zu oft mit ihren Vorstellungen durch, da niemand sich mit denen auf Zypern in die Nesseln setzen mag. Die letzten drei Regierungen haben das im Bereich Bildung versucht, also, durch Übereinkunft etwas zu erneuern. Keine Chance. Die Lehrergewerkschaft hat beispielsweise jedwede anberaumte Reform weggedrückt. Überhaupt zieht sich diese erwähnenswerte Tatsache gegenüber gewerkschaftlichem Einfluss in Zypern durch eigentlich alle Branchen und gesellschaftlichen Bereiche – so auch im Gesundheitsbereich. Stichwort hier ist: „Gesy“. Ähnlich ist die Angelegenheit gelagert mit der Privatisierung des Flughafens von Larnaka, die bis zum 03. Februar 2017 vollzogen sein soll. Die Regierung schafft es offenbar nicht, eine Consulting Firma anzuheuern, nicht, weil es keine gebe, sondern, so hat es den Anschein, weil diese womöglich Klarheit in die verfahrene ‚Struktur‘ am und um den Flughafen bringen könnte. Es könnten also Steuergelder gespart werden und vielleicht auch der eine oder andere Betrug an das Tageslicht geraten – wohin letzterer eh mal ankommen wird, ist zu vermuten. Diese Suppe hat allerdings vor allem die Opposition der Regierung eingebrockt, namentlich die kommunistische AKEL, deren derzeitiger Sprecher, Stefanos Stefanou, meinte, eine Privatisierung würde die Ausgabenseite dramatisch erhöhen – ein Argument, welchem das Finanzministerium Zyperns allerdings lautstark widerspricht. Wie so oft, scheinen die Abgeordneten auch in diesem Belang mit Unkenntnis der Sachlage zu glänzen und entsprechend ihre Stimme abzugeben.

In Zypern gibt es auf Grund dieser erwähnten Übereinkünfte so etwas wie eine wirklich eindeutigere politische Führerschaft nicht. Das meiste, was angegangen wird, läuft in einer langwierigen Kreisbewegung, die durch Übereinkünfte in Kommissionen und dergleichen dann nicht selten an ihrem Ausgangspunkt ankommen im Ergebnis – und das oft und immer wieder aufs Neue.

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Da waren sie also wieder, die Wahlen ins Bürgermeisteramt, diesmal im Dezember 2016. Gut und schön; und wer es von den Kandidaten ins Amt geschafft hat und wer nicht, soll uns im Detail nicht interessieren. Sollte dem doch so sein, empfehle ich, die Cyprus Weekly sich mal zu holen http://in-cyprus.com/turnout-54-in-local-elections/. Dort steht etwas detaillierter was dazu. Zum einen auch dieser seltsame, ja, wie soll man es nennen, typische Witz gibt es zu den Wahlen auf Zypern noch zu lesen? http://in-cyprus.com/kampos-election-wins-causing-police-major-headache/

Vorweg: Die Wahlbeteiligung ist nicht gerade hoch gewesen. Das Interesse an dem ganzen Ding war ebenso hoch, nämlich gering. Auch in den Medien war vergleichsweise wenig zu lesen darüber. Außerdem: Eine Woche vor Weihnachten hat Familie doch wohl Wichtigeres zu erledigen als Kommunalwahlen, oder? Auch ist das allgemeine Ansehen der politischen Elite nicht gerade toll im Allgemeinen. Und die Rathäuser haben nun auch nicht eben DIE Entscheidungskompetenz, die sie meist andernorts auf der Welt haben, sodass sie nicht so richtig voll genommen werden vom zyprischen Wähler. Ja, die lokalen Regierungen, also die Bürgermeisterämter, existieren vorwiegend, um die politischen Parteien zu bedienen. Gegebene Versprechen vor Wahlen der Kandidaten fürs Bürgermeisteramt sind auch daher wie Luftblasen, die schon gleich nach der Wahl zu zerplatzen drohen. Wird von einem Kandidaten versprochen, er oder sie werde die Lebensqualität verbessern, sollte nur genügend Stimmen erhalten werden, fragt sich gewiss so mancher Wähler: Und wie willst du das alles durchboxen? Denn jeder weiß inzwischen, dass Bürgermeister zumeist nur dekorative Arbeiten verrichten, wie einen Weihnachtsmarkt zu organisieren oder zu Ostern die öffentlichen Plätze entsprechend zu schmücken. OK, sie überwachen auch den Zustand der Straßen sowie die Wasserversorgung und den Müll, das Spritzen von Gift gegen Stechmücken und sogar dass im Gesundheitssektor vor Ort möglichst alles glatt läuft. Große Städte agieren zudem gern als Akteure bei der Stadtplanung, wenn es hoch kommt (Quelle: Sunday Mail, 18. Dezember 2016 – Opinion, Seite 11).

Doch eigentlich operieren die Rathäuser als Anstellungsagenturen. Jene Mitglieder einer regierenden Partei, nämlich, die keine Arbeit bekommen können, werden dann gern im Zivilen Dienst einer Gemeinde angestellt. Das hat auch nicht all zu schlecht bezahlte Jobs zur Folge. Egal ist da anscheinend, wie hoch die Gemeinde, die Provinz, inzwischen verschuldet ist – was so überwiegend der Fall zu sein scheint. Bei dieser Art der Verwendung öffentlicher Gelder ist eine recht hohe Verschuldung der Kommunen auch wenig verwunderlich. Versteht sich, dass auch hier wieder die zuvor beklagte Praxis der Auszahlung von Pensionen noch das Ausgabenkonto einer Gemeinde belastend ins Spiel kommt, zumal neue Bezieher geradezu zwangsläufig auf den, wie man im Griechischen inzwischen sagt, „Berufspensionärs“-Markt geraten, eben weil sie neu in ein Amt gewählt wurden.

Da bleibt nun mal wenig Geld übrig, um all die Löcher in den Straßen zu flicken, um Dies oder Jenes endlich anzugehen oder auszubessern zum Wohl der Gemeinschaft. Eigentlich grenzt es an ein Wunder, dass die Zyprer überhaupt noch auf so hohem Niveau existieren. Den ersten Schuldigen für davor Gesagtes, der hier ausgemacht werden kann, ist die EU selbst. Die schießen weiterhin Milliarden in das eher als korrupt zu bezeichnende zyprische gesellschaftspolitische System, egal, ob sich dort was wesentlich ändert. Hauptsache, DIE fallen nicht total aus dem Rahmen, scheint die Devise in Brüssel zu sein. Das heißt, Brüssel muss offenbar im Geld schwimmen, auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird und man gern bei den Geringverdienern diese angebliche Tatsache zum Vorschein treten lässt. So ein zyprischer Gemeinderat – schreibt die Sunday Mail – verdient im Schnitt monatlich 800 Euro, wohingegen ein ausgewachsener Bürgermeister nicht nur ein hohes Gehalt erhält, sondern eben auch fette Pensionen einstreichen wird, wenn es altersbedingt so weit sein wird.

800.000 meist griechischzyprische Einwohner werden von 30 Rathäusern versorgt. Einige Rathäuser, wie Kyrenia, Famagusta (besetzt) oder Morfou, die drüben im Norden liegen, haben im Süden ihr Rathaus mit entsprechendem Apparat. Die sitzen darin wahrscheinlich den ganzen Tag und trinken Kaffee oder spielen Karten, weil sie ja im Realen praktisch gar keine Arbeit zu bewältigen haben, da diese Städte, wie gesagt, im Norden liegen, dort, wo die türkischzyprische Administration unanerkannter Weise Realpolitk nach ihren Maßstäben und Erforderlichkeiten betreibt – die Arbeit erledigt.

Die Türkischzyprer sprechen von „befreit“, anstatt von „besetzt“, soll noch kurz erwähnt sein.

Kann gut sein, dass der Bezirk Neukölln von Berlin schon fast die zuvor erwähnte Anzahl der Einwohnerschaft Zyperns hat und bedient – 800.000. OK, es sind in Neukölln dann doch lediglich so um die 330.000 Neuköllner. Was hier aber derart gesagt werden mag, ist: Es gibt viel zu viele Rathäuser auf Zypern, die locker, könnte man denken, die zyprische Bevölkerung mit ihren Diensten zufriedenstellen können, doch genau das ist zu oft nicht der Fall. Viele Angestellte gehen nämlich weiteren Jobs nach, wird gesagt, und der Stand der Krankschreibungen ist ebenfalls sehr hoch – aus von Ihnen hier gewiss vermutetem Grunde. Hinzukommt die zuvor beschriebene Macht der Gewerkschaften, die ein Verschlanken und Effektivermachen der Institutionen brav und mit aller Regelmäßigkeit meist verhindert.

Lokale Autoritäten auf Zypern haben also wenig Macht, was wiederum bewirkt, dass auch der demokratische Prozess – von unten nach oben zu regieren -, sich geradezu von vorne herein in sein Gegenteil verkehrt (hat). Dass die EU sich das sehenden Auges anguckt, ist zumindest genau so katastrophal wie die Art und Weise, mit der das Flüchtlingsproblem angegangen wird und wurde. Man schaut in Brüssel offenbar schon systembedingt weg, so lange bis es knallt!?

In der Sunday Times vom 18. Dezember 2016 wird vorgeschlagen, lediglich 5 Rathäuser in Gesamtzypern (griechischsprachiger Teil) zu unterhalten. Wie zu lesen ist, muss dieser Vorschlag in etwa so utopisch sein, wie dass die CSU (SVP, FPÖ) demnächst mit den Linken (Kommunisten) sich zu einer Regierung zusammenschließt. Schon allein die Idee, die vorhandenen Rathäuser auf Zypern von 30 auf 22 zu reduzieren, triggerte einen Sturm des Entsetzens von Seiten gewisser Leute, die anscheinend sehr gut mit den jetzigen Gegebenheiten leben. Der zyprische Staat finanziert den ‚Spaß‘ mit Steuergeldern, unter anderem, wobei die Rathäuser am Säckerl der jeweiligen regierenden Parteien hängen und daher hüten werden, eigene Schritte zu gehen – wenn sie nicht ‚untergehen‘ wollen.

315.000 Einwohner Nikosias werden von nicht weniger als 7 für sie zuständige Rathäuser ‚versorgt‘.

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Um es auf Bayrisch zu sagen: Es ist ein insulanischer Sauladen, der vor allem in Amtsstuben herrscht! Die Herren und Damen im Parlament scheinen größtenteils so abgehoben oder mit anderen Dingen beschäftigt, dass sie im Parlament – nicht nur neuerdings – sogar gegen ihre eigenen Interessen abstimmen. Und wenn ihnen irgendwann auffällt, was sie da wieder angestellt haben, wie kürzlich, als AKEL und DIKO alles bezüglich der COOP-Bank und deren Kontrolle durchwinkten, kommen sie im Anschluss und wollen, dass das rückgängig gemacht wird. Man musste die beiden dann allerdings auf ein einzuhaltendes Prozedere des hohen Hauses verweisen. Zumindest das scheint noch zu funktionieren?!

Ein weiterer ‚Fehler‘ passierte den hohen Häuptern kürzlich, als sie dafür stimmten, dass ihnen knapp 200 Euro weniger Einkommen bezahlt werden soll.

Das heißt: Verschleiert man gewisse Anliegen auf möglichst komplizierte Weise in einer Rede – mit Fachausdrücken voll gepackt usw. -, kann in Zyperns Parlament offenbar durchaus ein Erfolg erwartet werden bei einer Abstimmung zum Thema, da jene, die vermutlich dagegen stimmen würden, sich ja wahrscheinlich eh nicht genug informieren und folglich von der Materie nichts verstehen. Es lebe die Cafeteria im Parlament und die Unantastbarkeit der ‚Vertreter des zyprischen Volkes‘?!

Guten Rutsch!

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Noch keine 5 Tage ist es her, da konnte im Meer noch geschwommen werden, hier auf Zypern. Der Wind war etwas kälter als das Wasser, doch die Sonne schien, brav jeden Tag hindurch. Damit ist seit 3 Tagen Schluss. Es regnet. Das heißt. Jetzt ist die Sonne wieder da und wenn dem morgen, Samstag, noch so sein sollte, wird gewiss der Versuch unternommen, in die Wellen zu springen. Vermutlich kann man das noch tun, ohne vor Kälte zu erstarren.

Gelegentlich kann sogar von heftigem Regen gesprochen werden, der wie aus einem Wasserhahn entlassen, auf die Erde niederprasselte in diesen 3 Tagen. Außer den meisten Touristen, dürften hierzulande sich alle riesig freuen, dass die Erde endlich nass ist und es auch noch etwas so bleiben könnte – wahrscheinlich halbwilde und ganz verwilderte Katzen ausgenommen. Da das Phänomen alljährlich auftritt, dürfte auch immer dasselbe Problem aufkommen. Mal abgesehen von einigen Straßenzügen und Kellern, die im Lande mit aller Regelmäßigkeit gewiss auch jetzt wieder unter Wasser stehen – in Larnaka vor allem -, durfte gestern auf einer Fahrt von Zygi nach Limassol (Germoseia) – in gegengesetzter Richtung wurde die Autobahn benutzt –gleich 4-Mal die Erfahrung gemacht werden, dass es sehr gefährliche Stellen in den Straßen gibt, wo sich Wasser angesammelt hat. Plötzlich – auch wenn man nur 50 oder 60 km/h fährt – kommt von vorne eine Wasserfontäne über die Frontscheibe des Autos gefegt, die verhindert, dass etwas gesehen werden kann. „Bloß nicht auf die Bremse treten!“, sagt man sich da, obgleich, weil irgendwie unvorbereitet, der Fuß im Reflex schon auf der Bremse ist – „nicht durchtreten!“. „Vom Gas runter und abwarten!“. Man erinnert eventuell plötzlich die Fahrschulzeiten. Wer den Führerschein allerdings in Zypern gemacht hat, könnte im Nachhinein erkennen, dass die Erinnerungen irgendwie gar nicht zutreffend sind, da diese Lektion irgendwie nie Thema war.

april2011 041

Bekanntlich fließt Wasser. Das Ungeheuer aus Wasser verschwindet so schnell wie es kam von der glasigen Fläche vor den Augen im Auto und dem Lenkrad. Doch die paar Sekunden, wo die Sicht genommen ist, kann halt schon einiges geschehen. Bei Herrn Hollande muss es in etwa so abgelaufen sein. Der hatte gewiss bei einem Bericht über ihn auch eine Art Brett vor dem Kopf, die ihn – finde ich, kluger Weise – sagen ließen: Nichts wie runter vom Gas und in den Ruhestand. Wollen wir doch die Freuden des Lebens genießen, anstatt im politischen Straßengraben ums politische Überleben zu kämpfen. Und das gegen Mächte, die mindestens so schlüpfrig sind wie eine Wasserlache es unter dem Reifen eines Autos werden kann.

Nordeuropäer würden größtenteils bei dem Wetter letztens gewiss von Schlechtem Wetter sprechen. In Limassol gestern unterwegs stellte sich erfreulicher Weise heraus, dass die ansonsten eher zurückhaltenden Zyprer plötzlich sehr gesprächig sein können gegenüber sogenannten Fremden. So viele zufälligen Bekanntschaften wie gestern habe ich nun wirklich noch nie an einem Tag gemacht – als sei ich einer von ihnen. Ja, jemand fragte sogar – das geschah das erste Mal und ich bin noch immer eitler Weise etwas stolz – , ob ich etwa Zypriote sei? Stellen Sie sich mal vor: Ich mit meinem kläglichen Griechisch-aktiv-Kenntnissen darf mir so etwas anhören. Und dann noch Zypriote! Bekanntlich sprechen Letztere ja eigentlich gar kein Griechisch mehr. Das ist jedenfalls meine Erkenntnis diesbezüglich.

Dass hier nicht sonderlich tief auf den Stand der sogenannten Wiedervereinigungsverhandlungen der Zyprer eingegangen wird, dürfte die Leser auf Zypernundmehr-News nicht weiter verwundern. Wenn es richtig mitbekommen wird, quasseln die Verhandlungsführenden gerade über ein 5er-Treffen, welches auch noch 5 Tage dauern soll und dass die Verhandlungen auf jeden Fall weitergeführt werden müssten. Inzwischen haben sie sich auf den 09. Januar festgelegt – in Genf. Wie ich bereits in anderen Artikeln zum Ausdruck brachte, stört mich ungemein, dass diese Leute andauernd in der Schweiz verhandeln müssen. Wie, ihr sucht nach einem neutralen Ort? Der alte Flughafen von Nikosia ist dafür bestens geeignet. Viele stören sich an diesen Extravaganzen, die nichts Weiteres sind als lästige, Geld verschlingende Aufenthalte im Ausland, die die eigene Unwichtigkeit kaschieren helfen sollen. Denn, ja, es kräht fast kein Hahn nach dem, was die dort verhandeln, weil sowie kaum jemand die Sache als ernsthaft betrieben ansieht. Ein bisschen mehr Bescheidenheit muss nun endlich mal jemand von den Verhandlungsführern verlangen. Doch wahrscheinlich wächst Geld inzwischen wirklich schon auf Bäumen und wir haben es nur noch nicht mitgekriegt. Wo dieser Steuergelderbaum wohl steht?

Doch wer gibt schon gern einen großen Teil seiner Daseinsberechtigung auf? Und ja, das Zypernproblem ist für die meisten Beteiligten, die von der UNO nicht zwangsweise ausgeschlossen, zur Gelderwerbsquelle verkommen. Hierzu kann ich nur wiederholt auf die am kommenden Dienstag bei Amazon.com inzwischen in 2. Auflage erscheinende Übersetzung des Buches von Kaisar V. Mawratsas verweisen: „Gesellschaft der Proleten!“ In der Redaktion hoffen indes dennoch alle inständig, dass die eher pessimistische Haltung des Autors und seines Übersetzers, die im Buch zum Ausdruck kommt bezüglich des Ergebnisses der Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern, sich nicht bestätigen wird – schließlich konnte jemand wie Trump ja auch US-Präsident werden. Da vor dem Schlafengehen in letzter Zeit die griechisch-orthodoxe Variante der Bibel gelesen wird, geht anscheinend der verloren geglaubte Glaube an Wunder irgendwie gestärkt aus dieser Nachtlektüre hervor – sprich: Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass Zypern sich vereinigt. Das erwähnte Buch Herrn Mawratsas‘ zeigt also die Gründe auf, nämlich: Warum schaffen es die Zyprer nicht, sich zu vereinigen? Und die eventuell demnächst von Trump durchgeboxte Bestellung des US-Verteidingungsministers mit dem Spitznamen Mad Dog – vielleicht schreibt man besser gleich Kriegsminister –, lässt jetzt schon alle Katzen hier auf Zypern in Deckung gehen. Bleibt zu hoffen, dass sich hoffentlich schon bald richtig dicke reiche, so richtig reiche Leute hier auf Zypern einkaufen kommen. Kommt, bitte bitte! Die sind wahrscheinlich ein großer Garant dafür, dass die Bomben weiterhin woanders hinfallen und leider auch Tod bringend explodieren. Zu diesem recht einfachen Schluss kommt, wer sich ansieht, wie die US-Administration bestellt sein wird, vorwiegend von anscheinend Superreichen. Nur reich zu sein, reicht wahrscheinlich nicht.

april2011 019

Dass es derzeit hin und wieder keine Bombenanschläge auf Zypern gibt, kann nicht gesagt werden. Bislang haben die meisten dieser Anschläge aber lokalen Charakter – Abrechnungen in der Unterwelt oder irgendein verärgerter Mitbürger etc. sind offenbar vorrangig der Grund.

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Erneut soll hier angekommen, daran erinnert sein, dass all diejenigen, die halt doch etwas mehr über und um Zypern wissen wollen, gut beraten sind, sich über unseren Facebook-Auftritt zu allen möglichen Themen, aber vor allem zur Zypernfrage, auf dem Laufenden zu halten (www.facebook.com/w.b.secondchancepublications). Nicht erschrecken, wenn da was mit webskip wbscp steht. DAS ist in gewisser Weise auch Zypernundmehr-News. Beide sind geläufige Kürzel für den zyprischen Verlag, mit dem UNABHÄNIG zusammen gearbeitet wird!

Zum nahenden Ende des Jahres 2016 machen wir Sie darauf aufmerksam, verehrte Leser, dass der oben erwähnte Facebook-Auftritt zu unserer ‚Schaltstelle‘, sozusagen, umgebaut wird. Dort können auf nahezu täglicher Basis Stellungsnahmen schon jetzt gelesen werden und im Jahr 2017 und folgenden. Auf Zypernundmehr-News wird einmal im Monat ein Artikel erscheinen, der dann den Charakter eines Kommentars oder einer Analyse haben wird. Inzwischen ist Info über Zypern auf so vielen deutschsprachigen Portalen zu finden, dass hier sich folgende Meinung Platz gemacht hat: Den Lesern ist eher geholfen und gedient, wenn der ganze Info-Wust – nicht allein zu Zypern, aber irgendwie stets im Fokus – so an die Frau und den Mann etc. gebracht wird und einmal monatlich kenntnisreich ein Artikel erscheint zu dem, was in, um und über Zypern ‘produziert‘ wird. Geplant ist für 2017, vermehrt Interviews einzustreuen sowie einen oder den anderen visuellen und/oder akustischen Beitrag! Ihnen ein schönes Fest und einen guten Rutsch ins Jahr 2017. Nicht vergessen: www.facebook.com/w.b.secondchancepublications.

Redaktion

aliiskenderr

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CYP-Herbstputz

Gift auf Gift!

Es ist nun doch auch in Zypern schon bald so etwas wie Herbst. Seit heute hat man sogar unweit der Küste früh morgens den Eindruck – so um 6 Uhr -, dass die Luft recht kühl ist, wenn auch angenehm kühl. Sogar die Sonne schläft länger als sonst, zeigt ihr Gesicht so kurz vor 7 Uhr erst. Sie scheint noch immer ganz verschlafen übers blau-graue Meer. Das wird sich aber im Lauf des Tages gewiss ändern. Gewiss wird es wieder wunderschöne 27 oder gar 29 Grad warm werden und das Meer dürfte auch noch angenehm lauwarm sein. Also noch alles in Ordnung.

Dass die Umstände hier so in etwa sind, was das Wetter angeht, scheinen auch die vielen Touristen mitbekommen zu haben, die die Insel besuchen, wohl auch, weil die Türkei etc. nicht so sicher sind. Die 200 oder etwas mehr Hotels im Süden der Insel sollen noch immer nahezu ausgebucht sein – also die offiziell im dafür zuständigen Amt registrierten Hotels. Ja, es soll auch Hotels geben, die es offensichtlich schaffen, an so einer Registrierung seit Jahren vorbeizukommen, wurde mir gestern von einer Insiderin, die nicht genannt werden will, berichtet.

Zypern hat ein Rekordjahr hingelegt, obgleich, wie einige finden, das Land für den Massentourismus nicht genügend gut ausgerüstet ist. Die Staudämme in den Bergen sollen bereits einen gefährlich niederen Wasserpegel haben. Der zuständige Minister spricht davon, dass es doch wohl hoffentlich in 4 oder 5 Tagen regnen wird, damit der Wasserstand dann einigermaßen angehoben wird und man weiterhin unbeschwert mit dem Nass um sich spritzen kann. Interessant ist die Vorstellung durchaus, dass eine ganze Industrie eines Landes eventuell von Segnungen, die von OBEN kommen, abhängen soll.

Ja, es gibt Entsalzungsanlagen.

Doch:

Mustafa Akinci, der Präsident im Norden, der gerade Deals mit der Türkei in Istanbul auf einer Konferenz zum Thema Energie abgeschlossen hat, schlägt ja bereit etwas vollmundig vor, dass nach der Wiedervereinigung Zyperns, die dieses Jahr noch stattfinden soll, man doch eigentlich über die Türkei nicht nur Wasser, sondern auch Strom erhalten könne. Das sei wesentlich billiger. Der Vorschlag ist nicht all zu neu indes.

Wir alle haben selbstverständlich mitbekommen, dass sich die Türkei via Herrn Erdogan wieder mit Russland angefreundet haben soll, und zwar via Herrn Putin. Ach wie schön, dass es noch Alleinherrscher gibt – und sei es, dass mit Notverordnungen regiert wird wie derzeit in der Türkei.

Wahrscheinlich schreien die meisten auf Zypern vor Begeisterung bei dem Gedanken, dass das Atomkraftwerk unweit der Insel auf türkischem Festland nun doch wieder weiter gebaut wird von den Russen. Bekanntlich hatte Moskau diesen Bau eingestellt gehabt, weil es so etwas wie Machtgerangel in der Region gab: Wer ist der Größte, wer der Mächtigste? So ungefähr muss man sich das vorstellen. Und wie nicht anders zu erwarten ist und war, hat sich der Vertreter Russlands, Herr Putin, als der Einflussreichere in der Region Süd-Östliches Mittelmeer hervorgetan. Und das zeigt auch die Körperhaltung der beiden Protagonisten, wenn man ihnen im Fernsehen zusieht, die Art und Weise nämlich, wie sie sich begegnen: Der eine cool bis zum Anschlag, der andere freundschaftlich sich anschleichend. Die herrschende Atmosphäre mag man schon fast als freundschaftlich vergiftet klassifizieren.

Ja, das Gift in der Region ist so eine Sache.

Schon vor dem Krieg in Syrien war die Region um Latakia/Syrien in Verruf geraten, da allen Beteiligten bekannt gewesen ist, dass die spärliche Industrie der Syrer sowie die russische Militärbasis einigen Schrott – womöglich ungefiltert – frisch und frei ins Mittelmeer entlassen haben. Wissenschaftler haben das jedenfalls gemessen und wahrscheinlich in der einen oder anderen Doktorarbeit erwähnt. Man müsste es nur lesen als Politiker oder aber Bürger eines Landes. Anscheinend scheint so ein Meer einen recht tiefen Schlund zu haben, tiefer als hier angenommen wird. Denn von diesem Müll aus Syrien, Libanon, der Türkei und Ägypten etc. schwappt in Zypern gewiss noch immer einiges herüber, doch offenbar in so kleinen Dosen, dass man lieber Stillschweigen bislang bewahrt hat darüber. Schließlich wäscht ja auch eine Hand die andere und Tourismus ist nun mal ein nicht zu leugnendes Geschäft. Die Fische? Ja, die werden schon klug genug sein, das Zeug nicht zu fressen; weil wir essen die ja.

Dass die Zyprer, seien es die Türkisch oder Griechisch Sprechenden, nun gerade viel Sinn für den Umweltschutz in Regierungskreisen entwickelt hätten, kann so nicht bestätigt werden. Umweltschutz ist noch immer so eine Art Feigenblatt, mit welchem sich Mann oder Frau schmückt. Das gehört auch hier inzwischen zum Outfit. Das muss einfach rein ins Paket. Irgendwie. Und so vernehmen wir alle freudig, dass das Bürgermeisteramt von Larnaka es geschafft haben soll, die Marina zu reinigen. Genauer: Die Marina ist der Ort, wo möglichst Reiche und Vermögende ihre Yachten vor Anker legen sollen; und in jenem von Mauern umgebenen Ort, der selbstverständlich auch eine Durchfahrtsrinne hat, war das Wasser mit Öl und Hast-du-nicht-gesehen verschmutzt. Jetzt ist alles blitze-blank. „Null Toxik!“ wird von Wasos Basou in der Politis vom 08. Oktober 2016 getitelt. Drei Monate hat es gedauert, so etwas zu bewerkstelligen, schreibt er. Das Unternehmen, welches den Job ausführte, heißt „Meydan!“ Würde Larnaka im Norden Zyperns liegen, wäre man wegen des türkischen Namens, eigentlich vom Ursprung her Arabisch, des Unternehmens vielleicht gar nicht verwundert. Meydan bedeutet eigentlich nur „Platz!“ Und zwar hat Meydan ein „besonderes, biologisches Produkt“ verwendet. Leider gibt uns der Autor den Namen dieses Wundermittels nicht an. Und man ist daher schon fast verleitet, sich vorzustellen, dass das vielleicht sogar eine zyprische Un-Art ist, Namen nicht Preis zu geben.

Warum?

Auf Menschen zu treffen, die in Gesprächen sich umweltfreundlich geben, die Mängel in Sachen Umwelt auf Zypern gerne hervorheben, gibt es nun wirklich auch hier zur Genüge. Manchmal wohnen diese Mitmenschen sogar in ihren eigenen Häusern und nicht in Mietkasernen, die nicht selten recht große Gärten um sich haben: grün, grün, grün. Und dann kann es einem auf Besuch in solch einem Haushalt durchaus passieren, dass die Hausfrau oder der Hausherr folgendes von sich geben:

„Ach, lass uns heute mal den Kaffee bei Costa haben, weil der Gärtner wird gleich kommen.“

„Und?“ Fragt man dann eventuell etwas verwundert.

„Nun ja, weißt du, der Hibiskus, ich hatte dir doch letztens schon davon erzählt, der muss gespritzt werden, damit er nicht wieder von diesen kleinen Wesen befallen wird. Und überhaupt, es wird gleich der ganze Garten gespritzt und auch derjenige der Nachbarn. Insofern: Lass uns besser gleich zu Costa gehen.“

Mit der Frage: „Und was wird da denn gespritzt?“, kommt man so in etwa also da an, wo uns auch der Herr Basou in seinem Artikel hingeführt hat, keiner weiß, was gespritzt wird. Keiner will es offensichtlich wissen! Es ist eben bequemer, sich mit Weinglas in der Hand lediglich darüber in gediegener Atmosphäre beim Plausch zu entrüsten.

OK, ein bisschen Schmuddel soll in der Marina noch immer herumschwimmen, schreibt Basou. Bis zu 60% des Öls hat das Mittel anscheinend verschwunden lassen. Hurra!

Da fängt man also an zu googeln. Das Erste, was herausgefunden werden kann, ist, dass die Meydan nicht allein Meydan heißt, sondern „Meydan Solutions“. Das Mittel, welches zur Reinigung des Wassers benutzt wird, und offenbar einen derart durchschlagenden Effekt hat, wird „MSL/SES Oil Disperant“ genannt. Also etwas, das Öl beseitigt. Das National Institute of Health der USA schreibt zu solchen oder ähnlichen Chemikalien:

„Oil spills are a significant source of hydrocarbon inputs into the ocean. In response to oil spills, chemical dispersants are applied to the oil-contaminated seawater to disperse surface slicks into smaller droplets that are presumed to be more bioavailable to microorganisms. We provide evidence that chemical dispersants applied to either deep water or surface water from the Gulf of Mexico did not stimulate oil biodegradation. Direct measurement of alkane and aromatic hydrocarbon oxidation rates revealed either suppression or no stimulation of oil biodegradation in the presence of dispersants. However, dispersants affected microbial community composition and enriched bacterial populations with the ability to use dispersant-derived compounds as growth substrates, while oil-alone amendments enriched for natural hydrocarbon degraders.“

Das heißt unter anderem also: Die Bio-Diversität im mit solchen Mitteln behandelten Meerwasser wird herabgesetzt. Und dass der Ölfilm, oder wie man dazu sagt, in kleine Teile zerlegt wird von der Chemikalie, macht besonders stutzig. Denn immer wieder und zu unterschiedlichsten Zeiten sind Teile des Strands zwischen Larnaka und Limassol mit Billiarden von solchen kleinen Partikeln überseht, die auch etwas glitschig sind, und schon fast durchsichtig („marine oil snow“).

Der Beweis erscheint nach dem, was im oben Zitierten steht, somit schon fast erbracht, nämlich, dass diese Chemikalien schon seit längerem in Anwendung sind und das offenbar nicht nur in der Marina von Larnaka, sondern vielleicht auch in Mari am Hafen, wo Schiffe beladen mit Erdöl ein- und ausfahren, um ihre Fracht zu deponieren oder sich damit zu beladen.

Um es also mal kurz zu fassen, was die amerikanischen Meeresforscher herausgefunden haben, ist: Das Zeug, der Ölfleck, wandelt seine Struktur und somit sein Aussehen, taucht ab aufgrund der Reaktion mit der Chemikalie oder aber verteilt sich in einer weiteren Phase des Zersetzungsprozess als „Mariner Öl-Schnee“ im Gewässer: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4672791/.

Zu ihrer Beruhigung, verehrte Leser:

Die Firma Meydan schreibt groß und ausdrücklich, dass das Produkt, welches zur Wasserreinigung angeboten wird, eben das MSL/SES ausschließlich aus Seegras und Pflanzen, die auf dem Festland wachsen, besteht. Bislang ist hier noch keine Antwort zur genaueren Zusammenstellung dieses Produkts von Meydan eingegangen per Email. Warten wir es also ab. Man darf gespannt sein, welche Pflanzen in dem in Larnaka in Anwendung gekommenen Wundermittel stecken; und ob denn wirklich nicht ein klein bisschen Chemie, wie sie vom Institute of Health der USA im Golf von Mexiko untersucht wurde, drin steckt. Sehen Sie selbst: http://www.meydansolutions.com/for-home/crude-oil-dissolver/.

Kurz noch dies:

Tausende Briefe wurden von einem Postangestellten entwendet, nicht ausgetragen

Der Gewinner der Cyprus Rally heißt: Lukyanuk A (2h6Min55,9Sek)

Bosnia Herzogwina gewinnt in den Auswahlspielen der WM im Fußball gegen Zypern 2:0

Der Wasserstand der Staudämme ist so dramatisch wie 2008 auf Zypern, sehr niedrig

Erzbischof Chrisostomos mischt sich in Diskussion über die wechselnde Präsidentschaft ein (mal aus dem Süden, mal Norden), die bei einer eventuellen Wiedervereinigung der Insel in Anwendungen kommen könnte

Israelische Investoren drohen die zyprische Regierung auf Schadenersatz zu verklagen (50 Mill). Was den Block 8 angeht, sollen den Israelis gegenüber Zugeständnisse gemacht worden sein. Jetzt mag Nikosia aber, dass die norwegische AGR dort den Erdgas-Schatz hebt. Interessant daran: Block 8 grenzt an das Feld im östlichen Mittelmeer, welches bereits von den Israelis ‚gehoben‘ wird

Die Thok, Veranstalter des Dramas Antigone im Norden Zyperns vor mehreren Tagen, haben eingewilligt, dem staatlichen Rechnungsprüfer die Unterlagen für 2016 nun doch auszuhändigen. Letzterer besteht allerdings weiterhin darauf, auch die Unterlagen der vorangegangenen Jahre zu erhalten

Im Bezirk Strovolos/Nikosia verteilt die Polizei vermehrt Strafzettel wegen Falschparken

Wahrscheinlich, um den schönen Schein zu wahren, bitte das Rathaus in Limassol darum, dass keine Postings (Bilder, Filme) von Obdachlosen, die sich in der Stadt aufhalten, in den öffentlichen Medien gemacht werden

Grundstücksbesitzer haben Probleme, ihren Besitz als solchen behördlich ausgewiesen zu bekommen – und zwar in der Stadt Paphos im Süden der Republik Zypern

In den griechischzyprischen Zeitungen werden bereits die ersten Events für Weihnachten angekündigt

Aghia Napa ist auch im Oktober voll mit Touristen

Die Bewohner der Stadt Morfou/Güzelyurt im Norden Zyperns haben noch immer Sorge, dass sie aus ihren Häusern müssen, wenn die „Griechen“ zurückkommen nach einer Wiedervereinigung. Viele sind bereit, sich mit den Rückkehrern zu arrangieren, viele nicht, ist zu lesen. Die meisten Jugendlichen Morfous sollen sich vorsichtshalber gleich nach Kyrenia/Girne oder Lefkosia/Nikosia wenden, um ihre Zukunft aufzubauen

Wer fuhr das Auto des russischen Botschafters am 26. Juni 2016? Der offiziell eingetragene Fahrer war es jedenfalls nicht. Jemand anders darf das Auto nach zyprischem Gesetz – eigentlich – nicht fahren. Eine Frau soll anstatt am Steuer gesessen sein und 2 alkoholisierte Personen auf dem Rücksitz

Sollte das Casino Wirklichkeit werden (siehe Artikel vor diesem), dann wird das Projekt voraussichtlich richtig groß aufgezogen – mit Allem drum und dran

Das Mariott Hotel in Limassol ist noch immer geschlossen. Es wird kräftig gebaut. Ein riesengroßer Komplex, in dem Konferenzen abgehalten werden sollen, wird angebaut. Die Wiedereröffnung soll 2018 sein

Tsipras, Anastasiadis und Sisi pflanzen Olivenbäume in Ägyptens Hauptstadt – Kairo

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Wie berichtet, werden die Veranstalter und Organisatoren des Thok wegen dem aufgeführten Stück „Antigone“ im zyprischen Norden, Salamis, nun wahrscheinlich doch noch vor Gericht gezerrt. Bislang verweigern die Veranstalter des Thok einem Kontrollgremium, angeführt von Herrn Michaelidis Odysseas, die Akten einzusehen. Man müsse unter anderem eruieren, woher denn überhaupt das Geld stamme, um solch eine Veranstaltung durchziehen zu können, lautet eines der Argumente für die Kontrolle.

Odysseas sei kein ausgebildeter Buchhalter, sondern lediglich ein Bauingenieur, argumentieren die Macher vom Thok. Des Weiteren: Es sei das alles primär keine Angelegenheit des staatlichen Rechnungsprüfers, sondern des Bi-Kommunalen Technischen Ausschusses. Interessant an dieser, sagen wir merkwürdigen Geschichte, ist nicht allein die Tatsache, dass sich das Jahr davor niemand darum kümmerte, als ein anderes Stück vom Thok im Norden aufgeführt wurde, sondern dass sozusagen im Gegenzug dazu ausgerechnet der türkischzyprische Sohn von Rauf Denktaş, Serdar, bei der neuerdings veranstalteten „Cyprus Rally“ – jetzt gerade passiert es – teilnehmen wird. Dieser nordzyprische Politiker fährt für das „Turkish Castrol-Team“ und wie zu erwarten sein dürfte, wird wahrscheinlich auch dieser Auftritt gewiss noch ein lautes, und eventuell gerichtlich lang andauerndes Katzengejammer nach sich ziehen – zumal, wenn Serdar als Gewinner hervorgeht, was nicht auszuschließen sein soll. Apropos: Zypern verlor gestern Abend gegen Griechenland 2:0 im Fußball bei den WM-Auswahlspielen.

Vermehrt tauchen Berichte auf, die die steigende Armut gewisser Bevölkerungsteile Zyperns anprangern. So sollen nicht allein kinderreiche Familien vermehrt unter dem Existenzminimum leben müssen. Auf Youtube meldet sich die Organisation Anonymous zu Wort, die die Regierenden auf Zypern vor eventuellen Attacken warnt, die stattfinden könnten, wenn sich an der betriebenen Politik nicht etwas schleunigst ändert, siehe: https://www.youtube.com/watch?v=SWc7DiHjoxA. Krass an dem Video von Anonymous ist, dass eine zyprische Mutter darin klagt, wie es ihr und ihren Kindern hinten und vorne finanziell nicht reicht, weil der Staat auf taub geschaltet zu haben scheint. Und dann erfolgt die Stimme einer zyprischen Abgeordneten, die findet, sie müsse monatlich an die 3.000 Euro für Kleidung ausgeben, „um gute Figur zu machen!“

So weit hier bekannt ist, kann sich keine der zyprischen Parteien unbeteiligt an dieser Misere geben – auch nicht die ELAM, die extremen Rechten, die neuerdings im Parlament sitzen. Es scheinen alle auf ihre Weise ihren Beitrag zu leisten.

Doch es gibt – surprise, surprise – durchaus auch andere, positive Dinge in diesem Belang zu berichten, wie es die englischsprachige, lokale Cyprus Mail vom 07. Oktober 2016 auf Seite 6 tut. Angelos Anastasiou berichtet in seinem Artikel darüber, dass Onoufrios Koulla darum gebeten haben soll, seine Pension als ehemaligen Staatsangestellten nicht weiterhin auszubezahlen. Herr Koulla ist inzwischen Abgeordneter im Parlament; und das im Jahr 2011 geänderte Gesetz besagt, dass Staatsdienern, die ins Parlament als Abgeordneter einziehen, weiterhin eine Pension für ihre Dienste als Staatsangestellte ausbezahlt wird. Der 42-Jährige ist nicht der Einzige, der diese Übervorteilung seiner ‚Kaste‘ offenbar verwunderlich findet. Nein, auch die Pensionsansprüche des jetzigen Präsidenten der Republik, Nikos Anastasiadis, oder des jetzigen Außenministers, Ioannis Kasoulidis, wie auch des Innenministers, Sokratis Hasikos, ja gar der Arbeitsministerin, Zeta Emillianidou und anderer werden anstatt an sie in einen sozialen Fond einbezahlt. Dieser Fond finanziert zyprische Studenten, die aus nicht-vermögenden Familien stammen. Etwas Ähnliches gibt es auch beim Rotary Club von Zypern. Die sammeln kräftig in Form von Charity’s für Studenten mit wenig Geld. Würde der Staat nun auch noch dazu übergehen, das Katasteramt Famagustas, welches in Larnaka beheimatet ist, nicht nach der Stadt Paralimni verlegen zu wollen, wäre nach Angaben des zuvor erwähnten Rechnungsprüfers, Odysseas, ermöglicht, 500.000 Euro mindestens einzusparen. Die Frage ist also in diesem Fall: Wer will so eine Verlegung und warum? Bislang weiß man lediglich, dass ein Land- oder Grundstücksbesitzer involviert sein soll, der im fernen Panama registriert sein soll und dessen Name oder wahre Identität bislang noch niemand – offiziell – kennt. Apropos: Das Gebot ein Casino im griechischsprachigen Süden der Insel zu bauen, wenn denn alles genehmigt sein wird von Seiten der Behörde, erging gestern oder vorgestern an einen Träger, der ebenfalls international etwas unübersichtlich verflochten zu sein scheint. Wie es sich bei angehenden oder wirklichen Big Players offenbar gehört. Die Rede ist von der „Melco-Hard Rock Resorts“! Dahinter steckt unter anderen die „Cyprus Phasouri Limited“ (Zakaki). Diese Limited ist bereits seit 1910 in Hong Kong registriert. Bisher aktiv ist sie vordringlich in China, den Philippinen, Kambodscha und Russland, schreibt die kommunistische „Xaravgi“- Tageszeitung aus Zypern bereits am 06. Oktober 2016 auf Seite 10.

Rosprombank!

Bestechung!

Zyperns inzwischen stillgelegte Laiki Bank!

Bewaffnete?

So ungefähr lauten die Zutaten zum nächsten DING, das Zypern unter vielen anderen Dingen so in etwa in Schwung hält. Der Sonderverwalter der Zyprischen Volksbank, Laiki, Herr Pavlou, spricht von Bestechung innerhalb der inzwischen aufgelösten Laiki Bank Zyperns, welche einst 50.4% der Rosprombank-Anteile inne hatte. Wie sich dem Sonderverwalter offenbar erschließt nach Durchsicht aller Unterlagen und dergleichen mehr, wurden die 2008 erworbenen Anteile (83 Millionen€) der Laiki an der OAB RPB-Holding damals unter durchaus merkwürdigen Bedingungen ‚eingefahren‘. Genauer: Die Vereinbarungen waren nämlich eher merkwürdig, die unter anderem festlegten, dass der russische Partner dennoch „absolute Macht“ in der Bank ausüben kann. Was sich dann auch eines Tages bewahrheitet haben soll, als mit Maschinengewehren Bewaffnete vermummt in den Direktionsräumen der Bank Platz nahmen. Der Direktor wurde 4 Stunden festgehalten und wird wohl so manches unterschrieben und in die Wege geleitet haben, um sein Leben zu retten. Die Zentralbank Russlands hatte sich indes schon vor dem zuvor bezeichneten Deal klar von der Rosprombank distanziert gehabt.

Kurz:

Der Gebrauch von Kreditkarten als Zahlungsmittel ist in Zypern im September 2016 um 11% gestiegen.

Im zweiten Viertel des Jahres 2016 rutschte „das aktuelle Konto Zyperns“ auf 456,8 Millionen Defizit ab im Vergleich zu einer Zunahme desselben im Jahr 2015 von 69,6 Millionen €, berichtet die Zentralbank Zyperns.

Im September 2016 haben sich indes 21% mehr Unternehmen auf Zypern registriert als davor.

Nicht-Zyprer sollen auf Zypern um mehr als 63% Eigentum (Land etc.) erworben haben 2016.

Nun zuletzt noch zu einer Angelegenheit, die diejenigen, die auf Zypern leben, ganz sicherlich angeht und interessieren müsste – auch wenn der Artikel, der nun angeheftet wird, bereits im Juli 2016 ins Netz gestellt worden ist und das auf Englisch. Es geht darin darum, dass im Hafen von Limassol endlich so etwas wie Ordnung einkehrt, sodass Unfälle auf See oder beim Ent- und Beladen von Schiffen nicht mehr so häufig passieren und ENDLICH ausgebildete Spezialisten Schiffe sicher in den Hafen geleiten – auch wenn diese Spezialisten nur Zyprer sein sollen dürfen http://cyprusbusinessmail.com/?p=29568 .

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Antigone auf Zypern

Die Politis vom 05. Oktober 2016 schreibt auf Seite 2 in ihrer “Reise in der Zeit”-Kolumne:

1947: In der ersten Fernsehsendung [, die am heutigen Tag in jenem Jahr erfolgte] aus dem Weißen Haus, rief Präsident Harry Truman dazu auf, dienstags kein Fleisch zu essen und keine Hühner an einem Sonntag, um den Hungernden in der Welt zu helfen.”

Des Weiteren erinnert diese zyprische Tageszeitung daran, dass am heutigen Datum im Jahr 1989 der Dalai Lama den Nobelpreis erhalten hat. Auch wird erwähnt, dass der “charismatische Gründer der Marke “Apple”, Steve Jobs, heute im Jahr 2011 gestorben ist.

In der EU, schreibt die Politis auf Seite 2 weiter unten, soll es im Jahr 2016 den Ländern Kroatien, Spanien und Zypern gelungen sein, die herrschende Arbeitslosigkeit zu schmälern. In Österreich, Estland, Schweden und Belgien stieg die Anzahl der Arbeitslosen hingegen an.

Desgleichen ist es der Republik Zypern nach 42 Jahren ENDLICH gelungen, sich für den Abschuss eines Flugzeugs zu entschuldigen – friendly fire – und die Leichenreste den Angehörigen zu übergeben. Beim Abschuss waren Zyprer und Griechen ums Leben gekommen. Was diese Angelegenheit angeht, die offizielle Entschuldigung Nikosias, zeigte Präsident Anastasiadis im Namen seines Landes wirklich Größe; die allerdings ziemlich sicher auch eine Voraussetzung dafür sein wird, dass die inzwischen intensivierten Verhandlungen mit dem Norden der Insel zu einem positiven Abschluss kommen. Positiv bedeutet im gegebenen zyprischen Kontext: Wiedervereinigung.

Apropos Wiedervereinigung.

Das Ministerium für Energie Zyperns sieht durchaus Bedarf, dringend etwas auf dem Gebiet der Energieversorgung des Landes zu unternehmen. Denn der mangelnde Wettbewerb, der im Bereich Stromversorgung herrsche, habe Lücken aufgerissen, und das im Grunde seit dem Jahr 2004. Dieser Mangel bewirkt unter anderem auch, dass der Ausbau alternativer Energien nicht in Schwung kommt auf Zypern, schreibt Chrisanthos Manoli in der zuvor erwähnten Ausgabe der Tageszeitung Politis auf Seite 4. Des Weiteren sei zu befürchten, dass der Gewinn der zyprischen Elektrizitätswerke, AEK, der heute bei 6% liegt, bis zum Jahr 2017 und darüber hinaus, eventuell bis ins Jahr 2021, auf 4,6% sinken könnte.

Doch nun zu Antigone.

Wie Ihnen allen gewiss geläufig ist, hat der altgriechische Dramatiker Sophokles dieses Drama vor vielen, vielen Jahrhunderten geschrieben. Und dieses Stück wurde nun vor Kurzem im Norden Zyperns aufgeführt. Gerade zurückgekehrt auf die Insel hatte ich – leider – um einen Tag zu spät davon Wind bekommen, also dass ein griechischsprachiges Theaterstück im mehrheitlich türkischsprachigen Norden der Insel aufgeführt wird, in Salamis. Im Internet war dazu nichts zu finden. So begab ich mich in den Norden, nach Nikosia-Nord zur Touristinformation an der Girnekapi. Die Dame in dem Kasten des alten Gemäuers der einstigen Stadtmauer von der Touristinformation konnte im Internet nichts ausmachen. Verwundert war ich darüber allerdings nicht, denn im Norden habe ich diese Erfahrung nicht zum ersten Mal gemacht, dass offizielle Stellen nicht darüber informiert sind, was in ihrem Namen (oder auch nicht) kulturell passiert.

Bekanntlich kann in Salamis die einigermaßen gut erhaltene Ruine eines antiken römischen Theaters besichtigt werden, und wir dürfen davon ausgehen, dass das Stück Antigone auch dort aufgeführt wurde. Und dass es zu solch einer Aufführung kam, bei der griechische und türkische Zyprer zusammenarbeiten, soll nicht das erste Mal passiert sein, war der politischen Sendung auf RIK1 “apo mera se mera” zu entnehmen. Vier Politiker saßen im Studio und stritten sich darüber, ob Griechischzyprer oder gar Griechen an solch einer Veranstaltung im nicht anerkannten Norden teilnehmen dürfen, zumal eine solche Teilnahme, wurde von einigen politischen Rechtsauslegern behauptet, dem “illegalen Regime” im Norden eine Art Akzeptanz auf internationaler Bühne verschaffe.

Verwunderlich an dieser Argumentation ist unter anderem, dass der Teilnehmer an der Diskussionsrunde von der Regierungspartei DISY ins Feld führte, die Opposition würde das zuvor erwähnte Argument lediglich hochkochen, weil der Verhandlungsprozess mit dem Norden gerade in eine finale Phase getreten sei. Letztes Jahr, als in Salamis unter genau gleichen Bedingungen und Besetzung aufgeführt wurde, habe sich niemand zu Wort gemeldet von der Opposition. Und jetzt mache man ein großes Geschrei, was er nun gar nicht verstehen könnte.

Einer der heftigsten Gegner der Aufführung eines griechischen Theaterstücks mit griechischen, griechischzyprischen und türkischzyprischen Organisatoren und Schauspielern im Norden Zyperns ist paradoxerweise Herr Papadopolous junior. Hier wird “paradoxerweise” geschrieben, da es sein inzwischen verstorbener Vater war, Tassos, der im Rahmen eines kulturellen Austauschs (Norden – Süden) die Weichen zu solchen Events stellte. Und Junior ist schließlich in die politischen Fußstapfen vom Senior getreten.

Wussten Sie, dass es 370.000 Ziegen und Schafe auf Zypern geben soll? Es wird nämlich berichtet, dass die Milchproduktion ENDLICH erhöht werden soll. Nun, was die Qualität der Milch dieser Tiere angeht, kann man sogar einigermaßen zuversichtlich sein, dass diese gut sein dürfte. Man begeht allerdings besser nicht den Fehler, sich die Ställe anzusehen, sowie die ‘Weiden’, auf oder in denen die meisten Kühe gehalten werden auf Zypern.

Erbärmlich, wirklich erbärmlich!

Es wäre also vielleicht wirklich dringend angesagt, auch auf diesem Sektor sogenannte Start-ups mal was Neues auf den Markt bringen zu lassen, das auch den zyprischen Kühen mehr Lebensqualität bringt. In der Schweiz scheinen indes mehr Milchbauern zu Rinderzüchtern zu werden, nur weil die Milchpreise noch immer so verheerend niedrig sind. Insofern bleibt nichts anderes übrig, als den Kühen auf Zypern nicht solch eine ‘Erleichterung’ des Lebens zu wünschen.

Warum Start-ups?

Nun, die sind periodisch eh in allen 29 europäischen Ländern unterwegs seit geraumer Zeit. Die Politis vom 05. Oktober 2016 schreibt auf Seite 8, dass die MyMicroinvest (Start-up Unternehmen) sich in Zypern geradezu verguckt habe.

Zypern war unter den bevorzugten Ländern!”

Das Office der IDEA ist nicht in Limassol, sondern in Nikosia eröffnet worden. Jose Zurstrassen von der MyMicroinvest ist Ansprechpartner und zieht die Fäden. Dei BAUNAT, ein Unternehmen, welches sehr “erfolgreich ist”, profitiert nun ebenfalls von dem Erscheinen der MyMicroinvest auf oder in Zypern. BAUNAT, schreibt die Politis, ist vorwiegend im Diamanten-Geschäft tätig.

Sie fragen sich gewiss bereits, verehrte Leser, für was denn nun das zuvor genannte IDEA steht, nun, es steht für “Innovative. Develop.Excel.Accomplish”. Es ist ein ‘soziales’ Angebot der Bank of Cyprus, welches als Programm daherkommt. Neuen Ideen und Unternehmungen soll so der Zutritt zum Markt erleichtert werden. Überhaupt: Das Programm existiert bereits seit dem Jahr 2015 und Begründer desselben ist das Cyprus International Institute of Management (CIIM). Beheimatet ist Letzteres im historischen Gebäude der Bank of Cyprus, schreibt die Politis, und zwar unweit von 5 zyprischen Start-ups. Unterstützt wird die IDEA “selbstlos” unter anderen von der Lellos Demetriadis Rechtsanwaltskanzlei.

Kurz am Rande: Der Internationale Währungsfond sieht im Gegensatz zum Wirtschaftsministerium Zyperns (2,8%) eine Wachstumsrate des Landes im Jahr 2017 von 2,2%.

Falls Sie demnächst Zyprer, insbesondere in oder von Limassol, von “ Chriso Mili” (Goldener Mühle) reden hören, dann erinnern Sie, bitte, es handelt sich wahrscheinlich um das Projekt in Poleodomiko, nämlich, dem Ausbau und somit Vertiefung des neuen und alten Hafens von Limassol. Offenbar erhofft man sich in Regierungskreisen, noch mehr Schiffe derart vor Anker gehen lassen zu können auf Zypern.

Verwunderlich an den anderen Aktivitäten auf See vor Limassol ist, dass die Wasserqualität derzeit wieder hervorragend ist. Ganz schleichend summiert sich nämlich die Anzahl erschreckend großer Schiffe, die keinen Kilometer entfernt vom Strand nicht richtig erkennbare Dinge tun. Baggern die? Laden die auf oder ab? Sie sehen etwas bedrohlich für den Tourismus, und für die Ferienstimmung alle Male, aus.

Die Befürchtungen von vor 3 Monaten, die hier auf Zypernundmehr-News geäußert wurden und konkret sichtbar im Wasser trieben, scheinen wie weggeblasen.

Das Wasser ist glasklar.

Super!

Wollen wir hoffen, dass sich dieser Zustand weiterhin halten wird, auch, wenn das Hafenbecken vertieft sein wird und mehr und größere Schiffe anlegen werden.

Das Projekt in Rede ist indes umstritten; und wenn überhaupt, dann wird damit frühestens nächstes Jahr, 2017, begonnen.

Mit den Wiedervereinigungsgesprächen in Sicht ist jedoch bei Gelingen derselben durchaus zu erwarten – vorerst -, dass dann derartige Aktivitäten in Limassol eher in Famagusta/Ammochostos/Gazi Magusa stattfinden werden. Letzteres ist der größte Hafen im heutigen Norden der Insel, der vor der Spaltung Zyperns in zwei Teile, 1974, bereits hauptsächlich DER Hafen der Insel war.

Leider haben die Briten und Vogelschutz-Organisationen vor Ort ermittelt, dass auf Zypern einfach zu viele Singvögel im Kochtopf landen. 2014 sollen es über 2 Millionen gewesen sein. Und es ist ein lukratives Geschäft obendrein. Kein Wunder also, dass man fast nur noch Spatzen pfeifen hört. Die Briten wollen nun offensiver dagegen vorgehen von ihren Militärbasen auf Zypern aus, zumal von Seiten der zyprischen Regierung viel zu wenig getan wird. Es wird gemunkelt, weil viele Abgeordnete ebenfalls auf diese vermeintliche Spezialität stehen.

Ein weiteres Problem, welches Singvögel auf Zypern haben, sind die vielen halb oder ganz verwilderten Katzen, die durch die Gärten und die ‘Wildnis’ streifen auf der Suche nach Beute und Ablenkung.

Tauben essen die Zyprer scheinbar nicht. Diese Tiere plagen aber recht viele Hausbesitzer auf dem Land. Sie tun das, was sie überall tun: sie gurren nicht nur stundenlang zu gewissen Zeiten, sondern sie hinterlassen auch ihre Hinterlassenschaften, überall – und neuerdings scheinen sie sogar tot in Gärten zu liegen, wie bei uns erstmals heute. Brustschuss! Wer das getan haben könnte? Keiner weiß es. Das Schweigen der Lämmer, oder so!

Berichtigung:

Im Artikel “Paraden und Reden” wurde fälschlicherweise eine gewisse Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht, dass der Präsident der Republik Zypern mehr oder minder grußlos am Ende der Militärparade vom 01. Oktober 2016 zu – sagen wir – Tagespolitischem mit den Journalisten übergegangen ist, ohne die noch anwesende Bevölkerung nochmals angesprochen und verabschiedet zu haben.

Das Press and Information Office Zyperns wies netterweise darauf hin, dass das so gemacht worden sei, weil das Protokoll es nun mal so vorsieht bei solchen Anlässen – und nicht anders. Man lernt eben nie aus!

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