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Posts Tagged ‘zypern’

Probieren geht über …

Oktober ist es und ich habe keine Ahnung, also nicht so richtig, was eigentlich abläuft. Ist das nicht schön? So, nahezu ohne aktuelle Info zu leben oder diese zu konsumieren, sieht der Gipfel des Luxus‘ eines Journalisten aus?!
Probieren Sie es einfach mal auf ihre Weise aus!
Derart schnell kann man sich also vom sogenannten Zeitgeschehen absetzen. Sogar die Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung der Deutschen am 03. Oktober sind dieses Jahr davon betroffen gewesen, was mich angeht. Die deutsche Botschaft in Nikosia hatte diesmal irgendwo chic in der Altstadt von Nikosia zu einer Art Umtrunk geladen – oder wie man es noch besser nennen würde. Muss wohl ein netter Abend gewesen sein. Der neue Botschafter begrüßte die geladenen Gäste am Eingang zum festlichen Geschehen – mit seinem Mann. Da probierte sich also etwas Neues aus. Soll gut rübergekommen sein.
Frau von Storch, ein führendes Mitglied der AfD, war vor Kurzem im Hardtalk bei BBC zu sehen gewesen – im Interview. Hat sich recht gut verkauft. Wusste gar nicht, dass ihr Vater oder Großvater Finanzminister unter Hitler gewesen sein soll. Fragen dazu wusste die „von“ wortgewandt und in Englisch mit Leichtigkeit vom Hardtalk-Bildschirm zu fegen. Im Grundton etwa so: Ja, die Nazis haben damals Scheiße gebaut. Doch nicht alle in Naziuniform waren Scheißkerle. Die Interviewende vom BBC, fand ich, hat das Interview mit der Storch taktisch ungünstig geführt – stellte die Fragen komisch und bohrte an den zwar richtigen Stellen, aber eben ungeschickt. Konnte die Deutsche Neonazin in keine Ecke thematisch drängen, wo sie auch, doch nicht nur, hingehörte. Letzteres wäre schon allein deswegen von Nöten, damit sie und andere AfDler gleich anfänglich daran gehindert werden, ihr Selbstbewusstsein zu einstiger nazischer Größentiefe anschwellen wollen zu lassen. Soll ja schon vorgekommen sein, dass narzisstische Schwellungen große Teile einer Nation, wie die der Deutschen, aus dem Ruder laufen ließen gegenüber anderen Staaten und Völkern, die ihnen danach gerade noch so als der eine oder andere Werkstoff verarbeitet genügend legitimiert ‚existent‘ sein durften.
Lassen wir das, doch vergessen wir es nicht.
Zu Zypern wird es hier so in etwa in einem Monat Detaillierteres zu lesen geben. Ansonsten unsere Seite auf Facebook gleichen Namens mal durchschauen oder aber solche Blätter wie die Cyprus Mail oder gar die Nachrichten der Press and Information Cyprus – die Cyprus Weekly etc.
Ich sage Ihnen mal was: Morgen früh werde ich wieder an den Strand bei Maroni runtergehen – möglichst zeitlich früh am Morgen. Musste eine Woche Pause einlegen, weil ich hatte mir dort eine Verletzung unterm großen Zeh zugezogen. Ist jetzt verheilt. Dürfte nicht aufbrechen, wenn wieder im wunderbar weichen Sand – 50m hin und zurück und zurück und hin usw. – gelaufen wird unterm Sternenzelt plus Mond und neuerdings einigen Wolken überm Horizont.
Zypern ist extrem gut geeignet zum Rückzug, zur Kontemplation, zum körperlichen Aufbau für jene, die sich zusammenreißen wollen und können und es probieren, ETWAS effektiv zu ändern in unserer Existenz – an sich vordringlich. Letzteres war als notwendig erachtet worden. Also wurden 2 Monate Absenz vom täglichen, journalistischen Einerlei angeordnet – ein guter Einfall meinerseits!
Ja, der schöne weiche Sand am Strand von Maroni hatte da noch diesen Stein in sich vergraben. Und auf den war ich getreten, so dass die Kombination erst Joggen, dann Schwimmen, wie bereits gesagt, eine Woche ad acta gelegt werden musste. Schon bald werde ich allerdings in Zürich stehen, wo Schwimmen wohl nicht mehr drin sein wird im Zürichsee, weil zu kalt. Das Konzept, zuerst joggen, dann schwimmen, war dennoch ein Erfolg, der diesen Sommer 2018 ausmachen wird. Das will nächsten Sommer gewiss in irgendeiner Weise wiederholt werden.
Am Strand von Maroni gibt es eigentlich nie zu viele Besucher. Dieses Jahr ist das Wasser nicht nur durchgehend sauber, sondern auch noch warm wie in einer Badewanne – und sogar noch in den ersten Tagen des Oktobers. Dass in der nah gelegenen Ortschaft Mari Öl umgeschlagen wird in recht großen Mengen und aus dem arabischen Golf kommend und neuerdings sogar eine Müllverbrennungsanlage installiert sein wird, bei der, wie erfahren wurde, gewisse grundsätzliche Dinge nicht im Voraus geregelt wurden und daher ihr Betrieb vielleicht erst mal nicht von statten gehen könnte wie geplant, dürfte viele freuen.
Kurz: Dieses Jahr ist die Wasserqualität des Meeres vor Maroni nicht in Mitleidenschaft gezogen worden vom Ölumschlagen wie das Jahr davor; und das davor. Große Pläne haben die Technokraten in Nikosia ausgerechnet in Mari im Visier – Industriepark und so. Das heißt für viele Interessierte in letzter Konsequenz: Besser kein Haus oder dergleichen in Zygi, Tochni, Maroni oder gar Psematismenos kaufen. Solch ein Kauf könnte nämlich schon bald bereut werden – schätzungsweise in 5 bis 10 Jahren.
Die Ortschaft Kalavasos dürfte davon auch betroffen sein, wo verwunderlicher Weise viele deutsche Touristen sich einmieten. Die machen in Kalavasos auf Öko-Tourismus. Wie dem auch sei: Mit Fahrrad von dort aus in die Landschaft zu fahren oder ans Meer, ist verkehrstechnisch betrachtet recht mutig, finden nicht wenige, die hier viele Jahre leben und das wohl auch beurteilen können auf Grund ihrer Erfahrungen am Steuer eines Autos oder Mopeds etc. Das Meer dürfte von Kalavasos aus schätzungsweise über eine halbe Stunde Weg mit dem Fahrrad entfernt liegen – also nicht all zu weit. Fahrradwege sind zwar vorhanden im Lande, also dort wo überwiegend Griechisch gesprochen wird auf Zypern, doch definitiv ungenügend viele, beziehungsweise ungenügend lange (km).

In Zypern soll es ja auch so sein. Es gibt schon fast nichts anderes zu erwarten als das. Mal wieder den Sender Vouli angesehen im TV. Das ist der Fernsehsender, der direkt aus dem griechischen Parlament in Athen sendet. Da sah ich den Präsidenten des griechischen Parlaments in etwas seltsamen Gespräch mit dem obersten Kirchenfürsten der griechischen Orthodoxie. „Hä, was soll das jetzt!“ dachte ich und ging in die Küche, um ein Brot zu streichen. Zurück aus der Küche sah ich 10 oder noch mehr schwarze Kutten im griechischen Parlament sitzen, versteht sich, nicht etwa in erster Reihe, sondern noch vor dieser Reihe eine Reihe bildend sitzend, hinter der, wie auch sonst, der Präsident des Parlaments und seine Paar Helfer thronen.
Und dann kam es:
So etwas wie eine heilige Absolution – oder so – wurde dem Parlament und seinen Mitgliedern wahrscheinlich gnädiger Weise verabreicht. Machen die anscheinend jedes Mal so nach den Sommerferien in Athen.
Quel Schock!
Trennung von Staat und Religion offensichtlich eine Farce, auch in Griechenland?! In Zypern muss hoher Staatsbesuch ja stets bei Chrisostomos, dem Erzbischof, antreten – ansonsten ist das diplomatische Protokoll angeblich nicht zur Genüge eingehalten worden. Man stelle sich das Mal vor! Und da gehen all diese Leute, die uns ansonsten im Parlament von Brüssel und anderen europäischen Parlamenten erzählen, dass Staat und Kirche getrennt sein müssen in einer Demokratie, seit Jahren brav zum obersten Kirchenherren der Griechen oder Zyprer hin – spielen dieses abgekartete Spiel oder Ritual um die Macht im Land folglich mit. Abgekartet, schreibt es hier deswegen, weil der geschilderte Auftritt der griechisch-orthodoxen Schwarzkuttenträger in der Folge im Parlament demokratisch durchgeführte Wahlen, beispielsweise, nicht nur in neuem Licht erscheinen lässt, sondern irgendwie daran zweifeln lässt, dass die Bevölkerung über gewisse, genauer, über ganz gewisse Tatsachen offensichtlich ganz plump und einfach hinweggetäuscht wird. Etwa nach dem Motto: Stimmt halt auch ihr ab wie eure Volksvertreter, aber vergesst nicht, da ist jener Bereich, jenes Etwas, wo ihr gefälligst nicht euer Demokratie-Ding durchziehen könnt – so wie auch wir!
Ja, und so wurde das Parlament in Athen und die Abgeordneten, die brav wie einst Schüler in ihren Bänken standen, vom obersten religiösen Hirten der Griechen an seine Machtposition mit ihrem stummen Dastehen erinnert, ja sie stärkten und bestätigten diese Position so mal wieder – wie fromme Lämmer. Kommunisten waren NATÜRLICH auch darunter. Wie Sie wissen, verehrte LESER, in Athen regieren diese!
Können Sie sich vorstellen, was diese eben beschriebene Show bei Menschen, die ihr Hirn noch etwas eingeschaltet haben, bewirken muss? Die müssen sich doch von oben bis unten verarscht vorkommen, wie Kinder, die mal probieren dürfen, wie es ist, dem Weihnachtsmann über die Schulter gucken zu dürfen und dann ihr Bild vom himmlischen Weihnachtsmann mit Schlitten und Ren davor wahrscheinlich für immer im Nichts aufgehen sehen. Ja, es gibt wahrhaft irdische Wunder.
Und auch daher: Wer Erdogan und Co mit Themen belagert, die da einfordern, Religion und Staat müssten getrennt werden, so strikt und richtig, wie es in den verschiedensten europäischen Verfassungen der EU-Staaten heuchlerisch steht – es kann nur heuchlerisch genannt werden, weil die Realität offensichtlich überall in Europa so zu sein scheint -, der sollte sich schleunigst an der eigenen Nase halten!
Ja liebe Leute, und so hat Präsident Erdogan und Co durchaus nicht ganz unrecht, leider, sich auf seine Art zu empören über die Christen und ihre komische Moral – auch wenn uns, mir, das nicht gefällt.

Nachdem ausgiebig im Sand hin und her gelaufen wurde früh morgens, noch bevor die Sonne sich zeigt, geht es spätestens dann ins Meereswasser, wenn die ersten Mitschwimmer kommen, Zyprer. Letztere trudeln meistens ein, wenn die Sonne kein roter Ball überm Meer mehr ist, sondern ein immer weißer scheinender Kreis. Mal sind sie zu zweit, mal zu dritt. Die grüßen sogar und schwimmen in Gruppe hinaus, wo sie sich lauthals unterhalten. Wunderbar.
Zypern ist eine Reise wert. Man sollte seine Erwartungen als Tourist etwas zurückschrauben, dann kann es wahrscheinlich nur ‚gut‘ gehen. Wer sich an ruhige Orte begeben will, um SEIN oder IHR Ding zu machen, der ist hier, eigentlich, am richtigen Platz! Studieren ist gut, probieren ist wahrscheinlich noch besser!

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Wahlen

Wahlen-Märchen!

Ja, es war einmal zur Wahl gestand – ?dähmlich?
Doch, doch, die Sonne, die scheint dennoch täglich hier auf Zypern. Jeden Tag recht heiß und das Ende September. Wie? Sätze ohne Verb sind keine Sätze? Nun, das ist der davor mit dem Wort „Tag“ darin, welcher „recht heiß“ sein soll, nun ausgewählter Weise doch!
Unvollkommen-vollkommen.
So, mit solch einer Art Formel, ließe sich Zypern eigentlich kürzest in Worte fassen. Und wem die nicht passt, der könnte oder kann ja von
vollkommen-unvollkommen
reden – oder so.

So ungefähr sind auch die anstehenden Wahlen auf Zypern einzustufen, oder aber: zur anstehenden Wahl steht den Wählern nichts wirklich Auswählbares zur Wahl.
Ach, was heißt hier: „anstehenden Wahl“ sowieso. Die heiße Wahlperiode ist auf Zypern ja bekanntlich schon seit knapp 2 Monaten unterwegs, also gelebte Wirklichkeit, obgleich die nun wirklich alle Welt bewegende Wahl der Insulaner anscheinend erst im Februar 2018 stattfinden soll – wenn nichts dazwischengerät, was eigentlich selten, wenn nicht gar nie, der Fall ist und war.
Sie, verehrte Leser, haben es bereits gewittert:
Der sogenannte Wahlkampf auf Zypern geht nicht nur MIR, wie man sagt, bereits kräftig auf den Sack. Nur gut, dass niemand dazu gezwungen ist, Zeitungen zu öffnen, Fernsehprogramme sich anzusehen, Wahlveranstaltungen zu besuchen usw. Und all jene, die sich das antun müssen auf dieser Insel, weil sie damit ihr Geld verdienen (wollen), die tun mir hiermit aufrichtig leid. Apropos: Die Inhalte der Wahlkampfreden sind, wie oben bereits getan, leicht mit ein paar Worten ins Bild gesetzt: Schuld sind IMMER die anderen!
Letzteres vereinfacht dem eventuell engagierteren Beobachter seine Beobachtung. Soll heißen: Man muss eigentlich nicht andauernd Zeitung lesen, Veranstaltungen besuchen, Nachrichten im Fernseher sich fortlaufend reinziehen auf Zypern und zum Stand der Dinge, eben, weil ziemlich klar ist, egal was war oder sein wird im griechisch-zyprischen Insulanerdasein: Die Türken sind schuld, und wenn nicht die, was eigentlich gar nicht sein kann, dann eben doch mal die Türkischzyprer, also die echten Türkischzyprer, versteht sich, sind gemeint, also diejenigen, so könnte jemand vermuten oder gar irgendwo gelesen haben, die nur zufällig Türkisch sprechen und eigentlich Griechischzyprer ursprünglich sind oder sein dürften – ganz tief und im Grunde, aber aus historischen und anderen Zusammenhängen die Sprache des Nachbarn, des, ja sagen wir es doch, des Feindes sprechen: Attilanisch, also Türkisch.
Sehen Sie, so einfach kann die Welt sein. Warum die Dinge verkomplizieren? Dieser gewisse „Volksgruppen-Führer“ im Norden, der Herr Akinci genannt wird, stellen Sie sich vor, was der sich einbildet, ja getraut, mit Worten und manches Mal auch mit Seufzern begleitet, in Mikrofone zu entlassen, die bis in den letzten Winkel der Welt zu tönen versuchen. Der Herr Mustafa Akinci, also, der will die schönen Reisen der Verhandlungsführenden in Sachen Wiedervereinigung der zyprischen Insulaner nach Nordamerika und in die Schweiz gefährden. Sagt, er sehe derzeit keinen Handlungsbedarf, die Wiedervereinigungsverhandlungen der Zyprer im UN-Rahmen oder anders weiter zu betreiben.
Na, das werden DIE dem schon noch ausreden können! Schließlich ist ja auch er nicht unbedingt abgeneigt, wird hier zugegebenermaßen nur vermutet, der Weltbühne den wichtigsten Teil der Weltpolitik in all seiner Dramatik abzuspulen: die Zypern-Tragik-Komödie. Der Mustafa ziert sich wohl nur deswegen diese Ausflüge weiterhin mit gespielter Zuversicht vor den staunenden Massen anzupeilen, weil der Herr Erdogan in der Türkei anscheinend die Schnauze von all dem zyprischen Gemache voll hat – und dem Akinci das wohl auch so ähnlich kürzlich bei dessen Rapport in Istanbul gesteckt haben dürfte.
Also nichts mit historischer Größe und schönem Einkaufsbummel 2018.
Die TROIKA, die sich, glaube ich, längst nicht mehr so nennt oder nennen lässt, ist derzeit wieder auf der Insel. Ja, mal wieder! Checken, wo doch nur Erfolgsmeldungen zu hören sind übers zyprische Ökonomische.
Das Bilanzwunder!
Und der Tourismus boomt. So auch der Verkauf von angeblich mit der Hand gehäkelten Tischdeckchen. Aus den Bergen, noch vor dem Troodos-Gebirge, wo die Touristenbusse auf ihrer Tour durchs Inselreich meist auch noch vorbeikutschieren, dorther stammen diese nur auf Zypern so und nicht anders anzutreffenden liebevoll gehäkelten Unikate.
Nun: Wer also welchen Kandidaten bei den Wahlen unterstützt oder unterhakelt, warum und wieso, das kaspern die griechisch-zyprischen Parteien in langen, ganz langen Gesprächsrunden tagtäglich auf allen erdenklichen Kanälen aus, länger als 6 Monate vor dem Wahltermin, der, so scheint es, die Hauptlegitimation ihres Treibens, oder wie man es besser nennen sollte, zu sein scheint, ist.
Da auch ich neuerdings eine Art Fan des griechischen Fernsehsenders „Vouli“ geworden bin, weil zyprische Nachrichten etc. kann mein Geduldsfaden einfach nur noch schwer ertragen, der direkt und stundenlang LIVE aus dem Parlament in Athen ausstrahlt, die tollsten Debatten sage ich Ihnen, schwante mir kürzlich den Letzteren zusehend und hörend, dass Parlamentarier in Zypern solche Auftritte in ihrem Parlament, wo sie ja eigentlich hauptsächlich hingehörten, gar nicht abziehen können, weil sie anscheinend andauernd auf RIK1 oder 2 oder sonst wo mediale Auftritte absolvieren, ja, sogar schon morgens um 07 Uhr sitzen die da gestriegelt und geschniegelt.
Soll also keiner sagen, die würden sich nicht bemühen!
Und ehrlich gesagt verwundert genau das. Also dass es keine Live-Übertragungen aus dem zyprischen Parlament gibt. Die machen doch sonst – mit Verlaub – jeden modischen Schnickschnack gleich mit. Fast jeden. Wahrscheinlich haben die Herr- und Frauschaften des Parlaments zu Nikosia im Vorfeld schon eingesehen, dass der Unmut der Leute durch Direktübertragungen der erwähnten Art nur noch gesteigert werden könnte. Dumm sind sie also nicht!
Summasummarum. Es erhärtet sich folgender Eindruck: Egal, wer das Rennen bei den Wahlen im mehrheitlich griechisch-sprachigen Teil der Insel Zypern machen wird im Februar 2018, ändern wird sich wenig bis gar nichts in Sachen Zypernfrage. Und zuletzt genanntes Phänomen, der Zypernkonflikt, hat man mir und anderen so oft als das aller wichtigste Etwas auf Zypern ins Hirn gemeißelt, ohne dessen Lösung letztlich gar nichts wirklich geht, dass daher in finaler Konsequenz und mit der zuvor getroffenen Einschätzung, es eigentlich wenig Sinn macht, – man höre! – noch näher auf das Gequake im zyprischen Parlament, in den zyprischen Zeitungen oder Fernsehstationen etc., HIER, einzugehen – Komödienstadel plus Trauerspiel plus Minus usw.!
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Da sieht es im Norden des Irak schon etwas anders aus. Überhaupt ein Wunder, dass das Referendum abgehalten werden konnte letzten Sonntag. Ein Staat Kurdistan müsste der Internationalen Gemeinschaft eigentlich wichtig sein. Doch dieser Gemeinschaft fehlt die Weitsicht und der Wille, den kurdischen Konflikt – so wie andere – zu lösen. Letzteres kann nur so verstanden werden, dass derart seit Jahrzehnten dahinschwelende Konflikte (siehe Zypern) geradezu künstlich aufrechterhalten und als politisches Tool gebraucht und missbraucht werden – nicht immer, aber gern immer wieder!
Damit muss sich also auch in der sogenannten Kurdenfrage abgefunden werden.
Bei letzterer ist es allerdings etwas anders gelagert als in der Zypernfrage: Da den Kurden keine Staatlichkeit zuerkannt wird, die ihnen allein schon aus überall im Westen so hoch gehaltenen humanistischen Gründen zustünde, haben sie auch kein wirkliches Recht oder eine juristische Handhabe mit Erfolgsaussicht oder beides, sich und ihre Anliegen in sogenannt internationalen Abkommen etc. genügend abgesichert aufbewahrt zu sehen. Und so können Staaten wie jene, in denen Kurden mehrheitlich leben seit ewigen Gedenken, mit ihnen – mehr oder minder – umspringen wie es gerade passt. Notfalls vergast man einige, massakriert weitere, wirft nicht wenige von ihnen aus ihren angestammten Gebieten etc.
Und die Internationale Gemeinschaft guckt angeblich schockiert zu – und das schon seit Jahrzehnten, länger als ein Jahrhundert.
Humanistisches Schmierentheater der besonderen Art.
Das Geschrei um die Rohinjas in Myanmar wird also bald wieder verstummen, genauso, wie es auch wegen der Kurden schon einige Male in den letzten hundert und mehr Jahren aufkam und wieder verstummte etc. Stichwort Jemen etc.
Was die Kurden also angeht, profitieren ihre Nachbarn davon, dass diese Volksgruppe noch immer nicht genügend Cleverness, scheinbar, entwickelt hat, um sich geeinter auf dem politischen Parkett international darzubieten. Wenig geschickt, stufen viele gewiss auch ein, dass kurdische Führungen sich ausgerechnet, längst nicht alle unter ihnen, Israel als eine Art geheimen Helfer auserkoren haben. Die meisten Syrer, Palästinenser, Iraner, Afghanen, Pakistaner und Iraker dürfte diese nicht geheime-geheime Allianz mehrheitlich wohl nicht begeistern. Und so rührt sich auch selten ein Fingerchen, wenn es mal wieder in Kurdistan rumst.
Kurz: Trotz der Aussicht, dass Kurden sich eventuell viele Jahre gegenseitig die Köpfe einschlagen, wenn ein Staat Kurdistan bestünde, was zwar bedrückend irgendwie ist, gehörte ihnen dennoch die ersehnte Staatlichkeit verpasst. Viele Millionen Euro könnte die Türkei, beispielsweise, dort gewinnbringend investieren und Tausende Tote vermeiden – ihren Ruf in der Welt aufpolieren. Ähnlich sieht es natürlich auch mit dem Iran oder dem Irak aus etc. Man müsste den Kurden ja nicht unbedingt all das Land geben, welches sie einfordern, doch ein Großteil dessen schon. Kerkuk könnte gemeinsam betrieben werden mit den irakischen Arabern – weiterhin. Das kurdische Kirmanschah im Iran eignete sich hervorragend, als landwirtschaftliches Zentrum, welches gemeinsam betrieben werden könnte mit den Mullahs.
Bei solch einer Entwicklung, wie sie im Absatz davor entworfen wird – wenn wir schon von Islam und seinem Wesen und Geist die ganze Zeit hören dürfen in den Medien und als angeführtes Argument –, könnte islamisch orientierten Gesellschaften ihr religiöses Ding besser abgenommen werden, siehe hierzu Erdogan und Co., die Mullahs im Iran, und zwar vor allem von ihren Gesellschaften selbst. Doch auch die christlich-jüdisch verbrämten Europäer und andere gilt es hier kurz zu erwähnen mit ihrem hohen moralischen Anspruch, der zu vielen nur noch als Fassade erscheint – als Werkzeug, um das Gegenteil zu tun.
Eine solche Entwicklung, wie sie oben grob angerissen wurde, machte es dann auch geradezu schon fast unausweichlich, dass auch Tel Aviv reformierter auftritt – schon allein, weil israelisches Knowhow dann um so mehr gefragt sein wird, welches zweifelsohne auf vielen Gebieten besteht. Dass des Weiteren und im Zuge solch einer Entwicklung in Israel selbst ein Verständnis dafür um sich greifen dürfte, dass, beispielsweise, der Bereich zwischen der Westbank und dem Gazastreifen zusammen mit den Palästinensern betrieben werden sollte – on same footage – und dass Palästina, trotz dieses gemeinsam betriebenen Zwischenbereiches, ebenfalls eine Staatlichkeit haben sollte, ist machbar. Man muss es nur wollen. Des Weiteren könnte vereinbart werden, nach dem diese Schritte gesetzt wurden, innerhalb der kommenden 10 Jahre oder so darauf hinzuarbeiten, Palästina und Israel mittelfristig zu einen.
Dass in der Folge auch Zypern zu einer Einigung – endlich – käme, muss hier nicht weiter ausgeführt werden, auch wenn viele Griechischzyprer weiterhin engagiert sein dürften, solch eine Entwicklung zu hintertreiben. Auch nicht gerade wenige Türkischzyprer sind da schwer am Agieren. LEIDER.
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Dass die EU in Katalonien endlich die Klappe aufmachte, noch im Jahr 2017, und Madrid mal gehörig dreinredete, könnte durchaus helfen, die oben beschriebenen Prozesse ETWAS anzustoßen, bestens schon in allernächster Zukunft. Bei der Gelegenheit ist noch zu überlegen, ob denn die Neuerungen in der EU, welche Macron letztlich verlautbarte, gutgeheißen gehören im Sinne des kurzfristigen EU-Gemeinwohles; oder aber ob sie einen EU-Senkflug beförderten, der als Ausweg ein Engagement in Belangen wie jenen in Katalonien etc. unausweichlich machte – und die EU so auf längere Sicht aufmöbelte.
Kurz: Dass die katalonische Erfahrung der EU helfen könnte, eine Richtlinie vorzugeben international, eingesackten Völkern wie den Kurden ENDLICH ihre Staatlichkeit zu verleihen, so, dass dieses Unrecht weltweit aus der Welt geschafft wird; so, dass ALLE mit am Tisch sitzen können, und zwar mit erhobenem Haupt. Und das heißt, dass die UN-Regularien, wie von der Türkei richtigerweise eingefordert, wirklich und endlich geändert gehören. Es kann nicht sein, dass an zuvor erwähntem Tisch lediglich 5 Kasperle sitzen, wo es doch hunderte in dieser Welt sind. Ein neuer, wahrscheinlich mathematischer Modus muss her. Ja, das Zufallsprinzip gehört eingebaut. Zu warten, bis alle Kasperle mal in der UN führend drankommen, ist Hokuspokus. Die erwähnten Fünfe müssen auf 15 weitere Ständige UN-Kasperle erweitert werden und Sechse werden ausgelost, sagen wir, so alle 7 Jahre, so dass es insgesamt 21 Kasperle sind, die alle 7 Jahre ihren Senf abgeben, der möglichst umzusetzen und zu befolgen ist.
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Wahlen in Deutschland 2017 brachten also Nazis im alten und neuen Gewandt hervor, genauer: ins Parlament. Die ersteren, die im alten Gewandt, wird man wohl strafrechtlich verfolgen müssen. Die im neuen Nazi-Look gilt es zu zivilisieren – einzulullen.
Sogar Leuten, von denen man es gar nicht dachte, können der AfD im Parlament zu Berlin etwas abgewinnen, stell ich eher amüsiert fest. Zum Beispiel gibt es aufregende Debatten zu erwarten wegen der AfDler, argumentieren diese Leute, wie jene, die zuweilen in Athens Vouli geführt werden. Somit ist doch schon mal etwas gewonnen! Der Abschied von ARD und ZDF etc. wird wahrscheinlich somit noch mehreren Leuten leichter fallen, eben, da im Reichstag mehr Unterhaltung geboten werden wird.
Viele denken also auch, dass die AfD auch ansonsten eine Chance ist, nötigste Korrekturen im Parlament und im Lande anzubringen – zum Beispiel sollte als erste Maßnahme dringend verhindert werden, dass die Sitze im Parlament zahlenmäßig erweitert werden. Wer braucht mehr, mit Verlaub, Bundestagsabgeornete? Die sollen sich gefälligst strecken oder sonst wie einpassen, und zwar so, wie die Gegebenheiten vor Ort nun mal der vorhandenen Sitze wegen sind. PUNKT. Auch so könnte, beispielsweise, die alteingesessene Garde im Reichstag sich gezwungen sehen, bei all dem Druck von rechts, die Frauen-Karte endlich profunder auszuspielen. Die Flüchtlingskarte anstatt STRAIGHT zu spielen in Parlamentsdebatten, wem es noch nicht aufgefallen sein sollte, erscheint eher als etwas Einfallsloses. Doch! Über die Frauenfrage kann so mancher gemeinsamer Nenner und neue Horizonte im Parlament etc. gewiss gefunden werden – und Beschlüsse müssen nun halt auch mal gefasst werden. Und warum nicht auf diesem Nenner basierend – oder ähnlich? Das Parlament ist ja schließlich nicht nur da, die Belange der gut Betuchten und gut Ausgebildeten im Lande vorrangig zu bedienen – oder der besten Heuchler und Lügner. Die gute Frau der Mittel- und Unterschicht als eine der sozusagen gemeinsamen Ausgangspunkte und Projektionsflächen wünschen wir!
Klasse.
Da kann man sich dann recht gut auf spannende Wendungen und thematische Windungen der Vortragenden im Reichstag Zuhause vor der Kiste sitzend gefreut werden. Umwelt ist natürlich auch ein Thema. Doch es ist viel zu weit, zu ausgefranzt. Schränken wir es daher gleich mal ein: Stromversorgung. Ungefähr so integrativ ist Letzteres als Thema wie das Thema Frauen. Die Stromversorgung und ihre billige und möglichst unproblematische Bereitstellung und Produktion für ALLE ist wirklich ein Fundus, ein Aufhänger, der was bewegen kann. Es darf gespannt gewartet werden, welche Lösungen auf den Tisch kommen, beziehungsweise, angewendet oder umgesetzt werden.
Das Thema Integration von Flüchtlingen ist den Streitenden im Parlament natürlich auch ein Hausgemachtes. Doch bevor die sich darauf festbeißen, empfiehlt sich, dass erneut eine Art Schulreform in Germany durchgezogen und vorher durchdacht wird. Und spätestens hier freut man sich schon richtig, dass die FDP sich ja noch irgendwie profilieren muss – wenn sie denn in Regierung gerät, wovon hier mal ausgegangen wird. Allerdings wäre wenig Verwunderung zu erwarten, wenn Frau Merkel auf Neuwahlen setzt. Sie kann schließlich rechnen. Und dann würde sie ihre nötige Mehrheit ziemlich sicher erhalten, wenn die Türkei zwischenzeitlich keine Flüchtlingsmassen gen Norden wandern lässt oder oder.
Ja, Folgegenerationen mit computertechnischem Sachverstand gehören herangezüchtet in beiden Teilen Deutschlands, die geeint sein sollen. Ja, Generationen von Deutschen gilt es zu bilden, die vermehrt auch über den Erdball hinaus ihre Gedankenwelten und Berechnungen etc. anstellen und/oder fixieren. Denn es ist klarer denn je inzwischen absehbar, dass diese Dimension, angestoßen einst symbolisch mit Sputnik im All herumkurvend, gerade sozusagen jetzt durchbrochen wird – und die EU und ihre Bürger sollten bei dieser Entwicklung UNBEDINGT mit an vorderster Front sein, wenn man schon den Wasserstoff- oder sonst wie umweltfreundlich betriebenen Motor für Verkehrsmittel dabei war und ist zu verpennen.
Von daher ist die FDP wahrscheinlich wirklich erforderlich. So auch in etwa die Linken. Hoffen wir, dass Letztere sich nach Ansicht aller möglichen und unmöglichen Themen in der sich ausbreitenden Wirklichkeit als jene politische Kraft erweisen, die vor allem das Arbeitsrecht menschlich hält – auch das Recht für Tiere etc.
Bei aller Phantasie, die man so braucht, sind die Grünen, Ur-Mütter und Väter des grünen Gedankengutes, nun noch zu erwähnen, doch: Braucht man die noch? Die sind doch so überflüssig, eventuell, wie der Schwanzfortsatz beim Menschen – das Steißbein. Soll heißen: Alle Parteien im deutschen Parlament, doch vor allem ihre Wähler, haben sich schon seit Längerem eine gewisse Greenness oder grünes Profil zu eigen gemacht. So auch die CDU.
Apropos Christenpartei: Mag sich die CDU nicht wirklich mal so wirklich mehr um Moral, Gesetz und dergleichen kümmern in der Republik – Religion? Im Verbund mit Wirtschaft, sollte man meinen, wären die da gut thematisch aufgehoben. Ja genau. Und hier schließt sich, Sie werden verwundert Äuglein reiben, der Kreidekreis. Soll heißen: Die CDU, die braucht das Frauenthema wie der Teufel arme Seelen.
Falls da jemand im Parteienspektrum vergessen wurde, die Piraten und andere und so, macht nichts.
Thematisch sind die Leitlinien nun für die Gewählten, auch hier, klar ausgelegt worden. Die Wahl 2017 war ein Erfolg, eben weil endlich mehr oder minder die meisten Farben im Parlament vertreten sind, die so auf der Straße rumhüpfen!
Also gilt es diesen Schwung nach Brüssel zu tragen und seinen Einfluss dort irgendwie geschickt und nicht allzu plump geltend zu machen, geeignete Partner an Land zu ziehen. Viel Zeit bleibt nicht.
Und einen Fehler sollte man gleich anfänglich schon mal gar nicht tun, Frau Merkel: Den Briten zu viel Zeit, Aufmerksamkeit und Einfluss zu verschaffen. Den Polen, Ungarn und Slowenen etc. ruhig die Option eröffnen, doch aus der Union auszutreten, wenn es ihnen nicht passt. Letzteres, so sieht es nämlich aus, dürfte vielleicht der einzige Hebel sein, der diese Leute zur (kantschen) Vernunft bringt.
Klar doch: Griechenland braucht seine nächste Finanzspritze, so auch bald wieder Zypern, nehmen viele an. Die beiden letzteren Kandidaten gehörten vielleicht wirklich und hoffentlich, auch um das Zusammenwachsen der EU konkreter zu gestalten, schon bald mit einem kleinen Heer von Verwaltern, Beamten, Experten, Beobachtern und Beratern aus Brüssel und von andernorts in der EU entsandt ausgestattet, auch, doch nicht nur, damit sie der anfänglich vorgestellten Entwicklung im benachbarten Kurdistan und vor allem auch in Israel etc. auf ihre Weise stützend beistehen können.
So, das ist das vorläufige Ende dieser Geschicht. Und wenn die Beteiligten dieser Geschicht nicht gestorben sind, dann tun sie gewiss besser jetzt, was hier angedacht – nämlich, dies Politimärchen vollbringen! Und wer nämlich mit „h“ schreibt, ist …, wenn er das so tut, also so, wie EU-Politiken noch zu oft betrieben werden.

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Urlaub?

Kreuz und quer!

Es war denn auch mal wieder genug des Guten – Regen, Sonne, Grau-in-Grau, Regen, kühler Wind, Sonne – und das im Sommer. Also wirklich! An einen Sommer haben viele unter uns andere Ansprüche – so auch ich!

Man steigt aus dem schön hellblauen Baggerseewasser, rein ins Auto und dann? Autoheizung an!

Geht’s noch?

Im Auto fahrend gibt’s so ungefähr 15 Minuten leichtes Schlottern der Kälte wegen mit aufgedrehter Heizung, bis der Körper sich wieder einigermaßen wohl fühlt, so, als wäre er in einem richtig schönen Sommer.

Vermutlich werden diese eben geschilderten Eindrücke oder Empfindungen schon sehr schnell aus meinem Gedächtnis gewichen sein, zurück auf Zypern – was am 22. August abends um 19 Uhr 25 der Fall sein müsste, wenn Easyjet und der liebe Gott und andere mitspielen. Sitze gerade im Café Beschle gegenüber vom SBB und schreibe das hier.

Kann natürlich sein, dass ausgerechnet dann, wenn ich in Larnaka eintrudel, die Temperaturen fallen.

Sollen sie doch!

Tiefer als 26 oder 27 Grad wird der Fall gewiss nicht werden, vorerst. Solch Aussicht ist nach so viel temperaturtechnischem Auf-und-Ab in der Rheinebene und dem angrenzenden Schwarzwald durchaus sehr erträglich, denke ich.

Sie, verehrte Leser, wird gewiss wenig verwundern, was als Nächstes hier geschrieben stehen wird:

Aus nicht weiter im Detail anführungswerten Gründen hat Zypernundmehr-News mir und Ihnen eine kleine Auszeit auf ihrer Seite verschrieben. Genauer: mir eine Zeit der Recherche. Letzteres dergestalt, dass die nächsten 2 Monate endlich wahrgemacht wird, was schon lange vor Augen schwebte: mit dem Auto kreuz und quer über die Insel streifen, schon fast ziellos mit einem griechischen Roman oder Sachbuch ausgestattet, sodann kleinste und unscheinbarste Dörfer, Täler und Hügel abklappern – oder aber vielleicht per Zufall irgendwo hängen bleiben, wo folgende Voraussetzung gegeben ist: ein total zyprisches Umfeld. Das soll bedeuten: Menschen, die in dieser Sprache hauptsächlich verkehren – möglichst auch mit mir.

Ja, jetzt will ich ES endlich herausfordern und wissen! Griechisch sprechen mit einfachen Leuten auf Zypern, für die Pafos, Nikosia, Limassol oder gar Larnaka Orte sind, die sie alle Schaltjahre mal besuchen – oder so ähnlich.

Sie ahnen es bereits: Griechisch und Zyprisch sind zweierlei Stiefel. Doch genau deswegen gilt es erst recht, sich in diese Art abgeschlossenen sprachlichen Zirkel zu begeben. Letztere, kommt es einem vor, schaffen es nicht nur bei mir, über viele Jahre hinweg davon abzuhalten, sich Zyperns Landleben zu geben – also nicht allein die Klöster und Kirchen, sondern vor allem die Menschen. Gewiss spielen da noch andere Faktoren mit als lediglich der zyprische Dialekt, der schon irgendwie einer eigenen Sprache nahekommt.

Den Norden werde ich auf Grund der Politiken der Türkei nicht miteinschließen. Keine Lust auf Yücel zu machen! Dem Despoten in Ankara muss inzwischen das Seltsamste zugetraut werden. Und dass der Einfluss seines Regimes im Norden Zyperns um sich greift, darauf braucht noch nicht mal gewettet werden – dem ist so!

Anfang November 2017 wird Zypernundmehr-News dann aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und Ihnen, verehrte Leserschaft, berichten, zum Beispiel davon, wo die sogenannten Wiedervereinigungsverhandlungen der Zyprer inzwischen gelandet sind (sein sollen) und welches Thema die Insulaner gerade am meisten bewegt – aus meiner Sicht.

Sie werden im November gewiss mehrheitlich schon in Winterstimmung sein und von Weihnachten träumen. Ich werde wahrscheinlich noch gelegentlich im Meer Schwimmen gehen und langsam registrieren, dass der Sommer 2017 zu Ende geht.

Des Weiteren und abschließend wird darauf hingeweisen, dass Kommentierungen der Geschehnisse weiterhin – zu verschiedensten Themen, hauptsächlich aber zu Zypern – dennoch erfolgen werden, und zwar sporadisch. Um diese Beiträge zu lesen, bedarf es lediglich auf die Webseite von Zypernundmehr-News bei Facebook zu begeben und schon werden Sie mit Beiträgen und Kommentaren weiterhin, so gut es geht, versorgt.

Kandernundmehr-News wird sich auch Ende Oktober, Anfang November wieder zurückmelden!

Ihnen, verehrte Leser, 2 wunderbare Monate, die bevorstehen:

Gia sas (tschüss)!

 

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Zypern ist schon fast im Krieg mit der Türkei, haben Sie das so auch schon vernommen?
Mit den bösen „Attilas“ könnte das – mal wieder – der Fall werden, wenn man den griechisch-zyprischen Rednern zum 43.n Erinnern an die Besetzung/Befreiung durch türkische Truppen unterstellt, dass sie im Grunde auch diese alte Furcht vor den Türken auch ansonsten, andauernd, so oder anders verklausuliert zum Ausdruck bringen wollen. Man bewahrt, diesmal, aber „Kaltblütigkeit“ als Republik Zypern und als fast wichtigstes Mitglied der EU gegenüber den „Provokationen“ der Türken, lässt sich, egal, was komme, von Ankara nicht aus der Ruhe bringen, auch nicht durch „unerlaubte Bohrungen“ auf dem „Hoheitsgebiet“ Süd-Zyperns im südöstlichen Mittelmeer – nur, weil die Türken vor der Insel und in zyprischen Gewässern nachsehen lassen, ob dort das große, zukünftige Vermögen im Meer liegt, als Nachkommen eines Zweiges des Hellenismus große Sorge haben? Nein, das kann bei so viel Gewissheit auf der Seite der Sieger zu sein und derjenigen, die Recht haben in Sachen Zypernfrage, nie und nimmer der Fall werden. So ungefähr dürften die meisten griechisch-zyprischen Politiker in etwa denken – und nicht nur sie.
Es kann daher dem Vernehmen nach nicht sein, dass Anfang August 2017 die Insel kriegerisch entflammt sein könnte de, vor allem, durchaus zwiespältigen Politik Nikosia-Süds wegen. Obgleich, die Erde scheint gerade gehörig bedrohlich zu rumpeln in jener Region, Erdbebengefahr. Hoffen wir, dass weder die eine, noch die andere Gefahr zuschlagen wird.
Gehen wir mal dazu über anstatt, die Ersten zu sein, die die Frage stellen, ob dieses geologisch zu betrachtende Phänomen womöglich mit den vielen Bohrungen der in Stellung gebrachten Erdgas-Haie auf Bohrinseln zusammenhängen könnte? Man unternimmt seinerseits, also als Republik Zypern, durchaus auch Probebohrungen zwecks Erdgas oder Erdöl, die spätestens im März oder April 2018 beendet sein sollen. Wer weiß, zu einem Zeitpunkt, eventuell, an dem womöglich dasselbe herausgefunden wurde wie bei den Probebohrungen der Türken: „Wir sind steinreich!“, könnte es dann heißen. Oder, man ist nur reich. Oder es ist lächerlich wenig Erdöl oder Erdgas festgestellt worden, so dass es sich nicht lohnt dafür, ja, wie soll es ausgedrückt werden, sterben zu gehen.

Gerd Höhler schreibt in der Oberbadischen am 14. Juli 2017 bereits:
„Nach dem Schiffbruch bei den Zypern-Verhandlungen [in Crans-Montana] … eskaliert der Streit um die Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer. … Mit der Ankunft des Bohrschiffs West Capella, …, eskaliert ein seit Jahren schwelender Streit. Im Auftrag des französischen Konzerns Total soll die unter der Flagge Panamas fahrende West Capella im sogenannten Block 11 nach Erdgas suchen – 150 Kilometer vor der südzyprischen Hafenstadt Limassol. … Die Regierung der international anerkannten Republik Zypern … hat in den vergangenen Jahren in Verträgen mit den Anrainerstaaten Israel und Ägypten die Wirtschaftszonen in der Region abgesteckt, vor der Süd- und Ostküste der Insel 13 Explorationsgebiete, sogenannte Blocks, ausgewiesen und Förderkonzessionen vergeben, unter anderem an Total.
Aber die Türkei … spricht … Zypern das Recht ab, vor ihren Küsten nach Bodenschätzen zu suchen. … Der türkische Premierminister Binali Yildrim warnte die zyprische Regierung vor „einseitigen Schritten“. Die Energievorkommen vor den Küsten der Insel gehörten „beiden [zyprischen] Seiten … . Ankara will nicht nur die türkischen Zyprer beteiligen, die Türkei erhebt auch selbst Ansprüche auf Teile der von Zypern ausgewiesenen Fördergebiete, und zwar nicht nur im Norden, wo die Wirtschaftszonen beider Länder aneinandergrenzen, sondern auch südwestlich der Insel. Noch komplizierter wird der Streit dadurch, dass die Türkei die Republik Zypern völkerrechtlich gar nicht anerkennt. Überdies hat die Türkei die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen bisher nicht ratifiziert, die als Grundlage für die Festlegung von Wirtschaftszonen in internationalen Gewässern gilt [Wenn man sich das mal durch den Kopf gehen lässt, erhebt sich schon die Frage: Wer ist hier der Aggressor? Soll heißen: Wie kann man nicht klar festgelegten Zonen zu Bohren beginnen als Zwerg namens Republik Zypern, ohne sich mit einem der mächtigsten Akteure in der Region, der Türkei, abgesprochen zu haben? Gute Nachbarschaft? Erdogan sagt:] „Es sei nicht nachvollziehbar, dass einige Energieunternehmen sich an den verantwortungslosen Aktionen der griechischen Zyprer beteiligten … Ich möchte diese Firmen daran erinnern, dass sie damit die Türkei als Freund verlieren könnten.“ Gemeint sind „die Noble Energie, die koreanische Kogas sowie die Konzerne Shell und Exxon Mobil … .
Die Türkei führt vor der Südwestküste Zyperns ein zweitägiges Manöver durch [also Mitte des Monats Juli]. Derweil sind weiter südlich des Blocks 11 griechische, französische und israelische Kriegsschiffe sowie der US-Flugzeugträger George H.W. Bush aufgefahren … Dass die Türkei angesichts der Lage einen militärischen Konflikt riskiert, ist unwahrscheinlich.“
Angesichts des eben Geschilderten sowie des Streits der Türkei mit Deutschland, der schon bald negativ finanziell zu Buche schlagen könnte/dürfte, muss man sich eigentlich schon fragen: Und wann lässt Ankara Scharen von Flüchtlingen gen Norden ziehen, die sie bei sich einigermaßen und vertraglich abgesichert für die EU in Zaum hält? Bis kurz vor die Wahlen in Deutschland wird da etwa gewartet?
Mancher Player schätzt wohl, dass die Unbeliebtheit Erdoĝans derart groß ist, dass Angela Merkel dann erst Recht als Siegerin ihre vierte Amtszeit antreten wird können.
Um das auch noch gesagt zu haben: Diese Chance müsste ihr das deutsche Wahlvolk eigentlich auch geben, schon allein, damit sie noch GEWISSE Dinge zum Wohle der Deutschen und Europas in die Wege leiten kann, siehe Flüchtlingspolitik, die sie teilweise, und ganz gewiss mitverbockt hat – und manche hoffen, dass Frau Bundeskanzlerin sich auch in Sachen Frauenpower noch ersichtlicher in Szene setzen müsste, zukünftig, und es hoffentlich noch tun wird. Stichwort: Gleichberechtigung, gleiche Löhne usw. Sollte Frau Merkel Letzteres Politikfeld erkenntlicher angehen als bislang, die Frauenpower ist gemeint, wird sie der Olymp historisch großer, deutscher Politiker unweigerlich und ohne große Wenns und Abers mit epochaler Wertschätzung und unübersehbarem Denkmal verewigen.
Außerdem entspricht das Thema Frauenrecht eh dem Zeitgeist und eine Art geschlechtsspezifische ‚Revolution‘ steht definitiv bevor – zumindest europaweit, doch gewiss auch weltweit!

Da dieser Artikel über einen gewissen Zeitraum entsteht und so in etwa alle 14 Tagen so etwas wie er ins Netz soll, sei Ihnen gesagt: Heute ist der 15. Juli 2017. Und eigentlich müsste bei diesem HISTORISCHEN Datum ja gleich Bezug genommen werden auf den angeblichen Putsch vor einem Jahr in der Türkei etc. Doch das langweilt die Redaktion gerade – sorry, und womöglich bereits auch schon Sie. Ich meine, was soll das ganze Geschrei, wenn Erdoĝan dennoch im Balkan und dem Nahen Osten eine unerträgliche Rolle spielen kann, sogar bis in den Jemen lässt er ‚Hilfe‘ inzwischen schicken, nur, weil der Westen, vorneweg die EU, ihm die Mittel dazu nicht nimmt. Brüssel will ihn weiterhin bei der Stange halten: Stand 27. Juli 2017. Ja, denn der Geldfluss in die Türkei und aus ihr heraus könnte durchaus etwas behindert werden; man müsste dann halt notfalls zugucken, wie andere Akteure den Platz besetzen, den man als EU bislang eingenommen hat an der Seite der, verzeihen Sie, Retro-Osmanen in Ankaras Regierungsbezirk und darüber hinaus. Die Rede ist also von Platzhaltern, von solchen Kandidaten wie dem Herrn Putin oder gar jenem aus dem Land der fliegenden Drachen, Tian Min – Square. Gemeint ist das ehemalige Kaiserreich im Fernosten, wo die Mauer durchs Land noch heutzutage steht und auch etwas glorifiziert wird, auch, weil sie ja so alt und groß ist. Kung-Fu und so gibt es dort auch. Ist jetzt klar, wer gemeint ist? Genau das Land, wo Dissidenten nicht unterbinden können, dass der Westen sich dem teils menschenverachtenden Regime beim Geschäftchen-Machen anbiedert, anstatt sich vornehm vom schnell verdienten Geld – auf dem Rücken zu vieler Leute – zu verabschieden. Letzteres der so hochgehaltenen Werte wegen, die irgendwie zu unterschiedlich in Anwendung kommen: gegenüber Russland, USA oder China sehr flexibel; und gegenüber den meisten Staaten Afrikas oder Asiens zuweilen sehr doktrinär.
Na und?, werden Sie hier vielleicht denken. Die Welt ist schließlich rund. Sollte Russland oder China glauben, als Platzhalter des Westens für oder in der Türkei vollends ‚einspringen‘ zu müssen, dann bitte sehr! Die EU könnten, beispielsweise, in Georgien, Armenien oder in der Mongolei etwas aggressiver auftreten als sonst, sozusagen zwecks Retourkutsche oder Abgleich – gern auch in Weißrussland oder Moldawien und natürlich der Ukraine und dem Baltikum. Wir leben schließlich in keiner statischen Welt, mögen Sie des Weiteren gedacht haben.
„Alles beweglich!“
In anderen Worten: Irgendwas ist immer am Laufen. Womit Sie auf jeden Fall nicht die Unwahrheit sagten oder denken würden.
Nun, aus diesem letzteren Blickwinkel heraus könnte dann auch betrachtet werden, dass neuerdings in den Nachrichten der „RIK“, der staatlichen Fernsehstation des überwiegend griechisch-sprachigen Zyperns-Süd, nicht nur verkündet wird, was jemand der dort etablierten Parteien zu Diesem oder Jenem meint; nein, jetzt hört man auch nahezu immer in den griechisch-zyprischen Nachrichten, was denn die Leutchen von der „ELAM“ verzapfen. Das ist in deutschen Dimensionen ungefähr so, als würde in der „Tagesschau“ der ARD oder in der „Heute“ im ZDF zu einem aktuellen Thema auch nahezu immer berichtet werden, was die „AFD“ oder die sogenannten „Identitären“ zu sagen haben.
Letztere sollen ja demnächst mit ihren Schiffen vor Libyen Stress machen gehen – unterwegs dorthin sind sie ja schon etwas Länger und bis Monatsende, wenn nichts dazwischenkommt, bestimmt schon voll in Aktion vor Libyen. Inzwischen ist der 27. Juli und wir wissen nun, dass etwas dazwischenkam: Ausgerechnet im Hafen von Famagusta/Ammochostos/Gazi-Maĝusa Nordzyperns mussten die vermeintlichen Aktivisten des identitär ‚Guten‘ Anker werfen. Unter anderem werden sie beschuldigt, gegen MONEY Flüchtende aus Sri Lanka an Bord genommen zu haben bei ihrem Einsatz etc. Wäre das nicht passiert, könnte – vielleicht dennoch demnächst – passieren, von diesen identitären Herrschaften mit Bildern und Berichten versorgt zu werden, die schildern, wie ein Flüchtlingsboot kenterte und niemand unter ihnen sich angesprochen fühlte, den Absaufenden zu helfen. Des Weiteren könnte deren Aufenthalt vor der lybischen/syrischen/etc. Küste durchaus auch ein positives Etwas bringen: Sie haben sich nämlich vorgenommen, unter anderem zu untersuchen, ob die bislang in Aktion tretenden ‚freiwilligen‘ Helfer, beispielsweise der Sea-Watch, eventuell doch mehr sind als lediglich nur Helfer. Letzteres heißt konkreter: Unterstützer der Menschenhändler, ja, verdeckte Menschenschmuggler höchstselbst. Bislang wird das bestritten und man fordert Beweise für solche Behauptungen vonseiten der selbsternannten humanistischen Flüchtlingsretter. Außerdem sollen die jetzt – per Gerichtsbeschluss so beschlossen Ende Juli 2017 – Flüchtlinge, die sie aus der See fischen, gefälligst selbst in italienische oder andere europäische Häfen bringen und sie nicht mehr an andere Schiffe, die gerade in der Gegend sind, abgeben können. Das würde deren Schlagkraft jedenfalls mindern. Es kann daher aus hiesiger Sicht der Begründung einiges abgewonnen werden, dass auf Grund dieser Humanisten auf hoher See sich das Risiko vermehrt auf fraglich gebauten Booten sich auf den Weg gen Norden zu machen. Soll heißen: Diese liberalen und links zu verortenden Organisationen fördern durchaus, gewissermaßen, diesen halsbrecherischen Akt vieler junger Afrikaner/innen und anderer, sich ihrem ‚Schicksal’ glauben, auf diese Weise stellen zu müssen. Tragisch, würden ausgerechnet die Identitären diesen Nachweis liefern, dass Sea-Watch und andere wie sie zur Flucht und Menschenschmuggeln animieren/unterstützen/es in die Wege leiten. Auch deutsche Identitäre befinden sich unter der international zusammengestellten nach Faschismus riechenden Schiffscrew – politisch recht braun gesinnt, also, wie in einem Interview mit deutschen Identitären auf jenem Schiff zu vernehmen war (SRF1 25.Juli 2017).

Und, dass es nicht Ohne ist, in dieser Gegend des Mittelmeeres mit dem ‚falschen‘ Reisepass unterwegs zu sein, zeigten uns beispielsweise Morde in Hugharda/Ägypten Mitte des Monats Juli 2017, wo bekanntlich auch deutsche Touristen – mal wieder – ihr Leben ließen. Es ist längst nicht mehr so wie einst nach 1945, dass man mit deutschem Pass in der Welt gern gesehen wird. Der Aufenthalt da draußen irgendwo, und das willkommener Maßen, begrenzt sich mehr und mehr für Deutsche. Und Letzteres hat grob gesagt zwei Gründe: die betriebene, zu marktorientierte Außenpolitik; und die Geschäftchen mit Despoten, die deutsche Firmen so betreiben. Nicht alle Geschäftchen oder Außenpolitiken, um Gottes willen sind verwerflicher Natur; aber offenbar sind vielen Menschen da draußen doch zu viele Abkommen darunter, die wiederum ihren Absturz und den deutschen Reichtum miteinander zu verknüpfen beginnen/begonnen zu haben scheinen. Da kann man noch so schöne Worte verlieren im Bundestag. Fakt, ist zuweilen Fakt, auch wenn Faked News gerade der meist gehörte Schlager der Ablenkungsmanöver in den Debatten auf Regierungsebene oder in den Medien sein könnte – „postfaktisch“.
Letzteres erscheint in etwa so zusammenhängend oder strukturiert etc. wie das angeblich „freie“ Surfen im Netz mit dem Tor-Browser. Ja, Zwiebel hin und her, doch wer, bitte sehr, sitzt an der Schaltstelle dieses Browsers? War und ist es nicht zufällig – mal wieder – ein militärisches Projekt der USA? Und haben die das Ding nicht ausgewildert, damit man ihre interne Kommunikation nicht so leicht nachverfolgen kann? Weil wo viele Schäflein weiden, so richtig viele, da weiß man nicht mehr so recht, wo der Wolf im Schafsfell steckt. Das heißt: das Ablenkungsmanöver ist eigentlich gelungen. Und ehrlich gesagt: Gewisse Freiheiten sind dann halt einfach zu frei. Und da muss jemand Freiheit beschneiden können? Ja! Im letzten Fall, ja!

Nicht lustig, ganz und gar nicht!

Doch man kann ja von solchen Eventualitäten schreiben, wie man will. Irgendwie findet man kein, oder offenbar zu wenig Gehör. Also, erinnern wir daran, dass das Meer vor Libyen auch nicht unbedingt so weit weg ist von den Stränden Zyperns, wie auch all diese schwelenden Konflikte in der Region, von denen hier längst noch nicht alle aufgezählt wurden in diesem Artikel, ganz zu schweigen von den ‚uralten‘ (Palästina, Syrien, Kurden, Drusen, Chaldäer, Armenier, allgemein: Glaubenskonflikte), die nach Adam-Riese die Spannung vor Ort zusätzlich wie ein Gewitter aufladen, welches sich dann wohl auch irgendwann entladen wird/müsste/dürfte.
Und dieses Abregnen wäre nun gerade wirklich nicht angebracht, zumal die Besucherzahlen auf Zypern derzeit Rekorde brechen – hüben wie drüben.
Tschja! Trittbrettfahren ist bekanntlich gefährlich, denn ein Kontrolleur könnte nach durchzechter Nacht schlecht draufkommen und auch da draußen, wo sie sich gar mit den Fingernägeln an Teilen des Busses im Verkehrsfluss festkrallen, Fahrscheine verlangen. Obgleich: Als ich vor vielen, vielen Jahren in Kairo war, bestand die Gefahr nicht, an einer Stange oder Türrahmen eines öffentlichen Busses sich irgendwie haltend, noch abkassiert zu werden. Das war „ayib“, gehörte sich nicht. Diese Plätze waren auch daher meist gut besetzt. Und ich möchte nicht wissen, wie viele jener Trittbrettfahrer es mit Knochenbrüchen und dergleichen bezahlten, nur, weil sie zu schwach die/der andere/n wie sie zu stark waren.
Hoffentlich entlädt sich weiter oben herbeifantasiertes/prognostiziertes Gewitter nicht über zyprischen Köpfen in absehbarer Zeit. Da sind wir doch ganz alarmiert und gewissermaßen selbstbezogen genug, uns so etwas besser gleich aus dem Kopf zu schlagen; und anstatt die vielen Touristen noch schneller abzukassieren, die ja sogar neuerdings auch ohne viel Werbe-Etat oder -Strategie usw. ins Ferienparadies der „Einmaligen Chance“ einer Wiedervereinigung offenbar gut gesättigter Inselbewohner kommen. Diesen Reichtum abzuschöpfen, scheint mehr Sinn zu machen und ist insgeheim ein weiterer Punkt, wo man sich in den Verhandlungen über Zypern gewiss einig ist!?
***
Ein kleiner Kulturschock war heute, den 15. 07. 2017, ein bisschen im türkischen Fernsehen herumzuzippen. HILFE! Nur noch nationalistischer Kitsch, geht’s noch? Und dann gab es das alles vor allem auch noch auf einem weiteren Sender der Türkei, nämlich auf TRT1, wahrscheinlich auf allen, und zwar dicke religiös verbrämt, dass einem der kalifatsstaatlich verordnete Dschihad geradezu schon ins Haus zu osmanisieren schien. Es war und ist sehr befremdend, zu sehen, dass so etwas offenbar die meisten Leute anziehen soll, unter denen man sich vielleicht ein Drittel seiner bisherigen Lebenszeit aufgehalten hat – und sich dabei eigentlich recht wohl und einigermaßen sicher fühlte. Gerade in Berlin und kurz abgetaucht in Neukölln kann einiges vom neuen osmanischen Selbstbewusstsein sozusagen hautnah erlebt werden. Politische Diskussionen mit alt Bekannten nehmen zuweilen recht irrationale Züge an. Wirklich sehr beeindruckend, wohin manch menschlicher Geist sich im Laufe der Zeit versteigen kann. Es tut den Ohren merkbar weh, den akustischen, osmanisch gefärbten Müll verstehen zu dürfen, der auch durch die Mattscheibe auf Türkisch, auch, in deutsche Stuben dringt. Gruselig megaloman; im Grunde schon fast ein Dauerlacher wie ein seltsam realer Cartoon – irgendwo dazwischen oszillierend, denke ich!
Nicht sehr viel weniger sonderbar ist, wie im Meer vor Zypern mit Menschenleben und dem Frieden, sozusagen letztlich, vielleicht zu hoch gepokert wird, wenn man sich die Spannungen vor Ort mal nüchtern betrachtet – von zu vielen Seiten meines Dafürhaltens wird das Spiel nämlich betrieben. Als ginge es nur noch um dieses blöde Erdöl aus dem Meer vor Zypern, Syrien, Libanon, Türkei und Ägypten, komme was wolle, und als könnte man anstatt nicht die Gelegenheit ergreifen und ENDLICH auf alternative Energien vollkommen um-zu-‚rüsten‘. Nein, da macht sich die Republik Zypern zum Spielball dieser Spannungen oder zum Schläger, mit dem dieser Ball ins Feld befördert wird. Und das Spielfeld hat, nebenbei bemerkt, einen klaren, ganz bestimmten Ursprungsnamen: Dominanzgehabe-gepaart-mit-Gier-und-männlicher-Eitelkeit-ohne-Weitsicht.

Protzen, was das Zeug hält wie unter Gorillas! Nur, Letztere kennen so etwas wie eine natürliche Grenze, auch, ist zu vermuten, da sie ihre Lebenswelt, Urwald, einigermaßen realistisch einschätzen. Soll heißen: Gorillas bringen sich nicht gegenseitig um – denk ich jedenfalls.
Donald Trump ist also in bester Gesellschaft, sollte er mal unter Zyprern etwas länger verweilen. Leider sind die Nachbarn Zyperns so in etwa im selben, derart aufgestylten Fahrwasser unterwegs.
Time of changes!?
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Letzteres ist oder müsste eigentlich ein Stichwort sein, bei dem Sie, verehrte Leser, neuerdings gleich schreien könnten: „fakeles!“
Nein, es sind nicht die einst berühmt berüchtigt gewordenen Fakeles aus Griechenland gemeint, die immer dann mit Bestechungsgeldern gefüllt werden woll/t/en, wenn sie auf den Tisch zu legen oder unter demselben durchzuschieben waren/sind auf einem Amt oder andernorts. Diesmal sind es Akten, die ausgerechnet jetzt und nach über 40 Jahren aus den Depots irgendwo in Griechenland herausgeholt wurden, in denen die „ganze Wahrheit“ drinsteht – die angebliche Wahrheit über den Zypernkonflikt 1974 und seine Anfänge. Jetzt, Ende Juli 2017, sind die an die Republik Zypern übergebenen Akten eigentlich schon kein Thema mehr in den Medien. Eingesackt!
„HAHAHA!“
Da lachen doch die Turkeys. Schönen Klang haben Truthähne jedenfalls, finden Sie nicht? Mal abgesehen davon, dass die Turkey auf Englisch Türken genannt werden, haben die Dinger, also die Akten über Zypern 1974, so lange in griechischen Kellern gelagert und sind auf diese und auch auf andere Weise dahingestaubt, dass doch eigentlich in den Medien gefragt werden müsste, was aber offenbar kaum passiert: „Ja, sind die Akten etwa bereits vorsortiert worden von den Griechen? Wurden sie gesichtet und wer hat was, wann und wie daraus abgestaubt?“
Nun, von Letzterem ist wohl auszugehen, doch bewiesen kann von hieraus nichts werden. So unprofessionell kann man selbst als Grieche oder Zyprer sich nicht leisten zu sein, diesen Nachweis so leicht erbringen zu lassen von jemand, der kein HELLENE ist. Und dann, was gleich noch stutziger macht als das eben Gedachte, was einen schier schon fast keinen Atem finden lässt: Da werden nun diese angeblich hochbrisanten Akten einfach so und irgendwo im Keller des zyprischen Parlaments verschwinden, nein, die sind da schon am Verschwinden?
Warum dort?
Wer darf das Zeug sichten, alle?
Auch ich?
Genau das, glaube ich, wird nicht der Fall sein! Und niemand schreit laut genug, jedenfalls noch nicht, bis hier her vernehmlich, dass dieses Zeug gefälligst von unabhängigen Organen, beispielsweise einem Institut in der Schweiz oder Brüssel, zu sichten sei – zumal man ja auch sonst gleich zur UNO rennt und in die Schweiz, um unabhängige Mitwisser zu haben in Sachen Streitgut Zypern!
Und das tun wir nun hiermit. RÜCKT DIE AKTEN RAUS – ALLE!
So dürfte sich also auch auf dieser Ebene, zukünftig, nicht etwa Entlastung, sondern weitere Spannungen, die mithilfe aus dem Kontext gerissener Zitate aus besagten Aktenbergen sich zu all dem Wahnsinn, der sowieso schon im Aufbau befindlich ist, dazu addieren.
Wobei wir also bei folgender Frage angekommen sind: Wem nützt das alles und wieso lässt man die Dinge so aneinander reiben oder aufeinander krachen, wie man es nun mal tut? Diejenigen, die das so veranlassen, können ja gewiss nicht blöder sein als man selbst. Also muss die Frage nach Interessen, die derart bedient werden, gestellt werden. Wahrscheinlich ist es, auch, ein diplomatisches Cover-up, welchen man sich davon verspricht. Das bedeutet: Schön alles schummrig und undurchsichtig halten, weil dann kann man, unter anderem, ohne sich allzu sehr anstrengen zu müssen, um sich beißen.
Es sieht also so aus, als würde alles so weitergehen wie gehabt – ohne sich ein detailliertes Wissen als Entscheidungsträger angeeignet zu haben in Sachen Zypernfrage und so, wie gehabt, drauf-los-beißen.
Nur:
Das kann so nicht viel Länger der Fall sein oder so bleiben unter Entscheidungsträgern. Denn irgendwann ist ein Maß mit Unwissenheit nun mal voll! Irgendwann ist derjenige, der dieses volle Maß Bier andauernd leeren soll, mal bedient – und kotzt ab. Entschuldigen Sie die wenig diplomatische Sprache.
Die zuletzt geführten Wiedervereinigungsverhandlungen der Zyprer in Crans-Montana, Schweiz, sind also, wie hier projiziert wurde in Beiträgen davor, ein unterhaltsamer Shopping-Ausflug für die Herren und Damen Verhandlungsführer vordringlich geblieben – ganz offenbar. Die haben sich womöglich wirklich auf die eben erwähnte Art und Weise im Geist oder wirklich beim Verhandeln übergeben, wie man vornehmer sagen würde. Im September 2017 könnte dann vielleicht wieder kurz ein Trip in die Schweiz für dieselben Herrschaften drin sein. Nicht verzagen, ihr Guten! Diesmal hoffentlich, um Frieden heranzuklotzen und nicht, um, Verzeihung, wie zuvor umschrieben, abzukotzen, hätte ich schon fast geschrieben – also: um Shopping zu machen.
Exzellenz mag eben an tollen Plätzen gesehen werden und sich aufhalten, sagen sich da gewiss einige Beteiligte an derartigen Verhandlungen über Zypern an Orten wie Genf, New York oder demnächst womöglich noch Sidney? Keine Angst daher, verehrte Leser: Es wird das nächste Mal wahrscheinlich nicht an den gleichen Ort in der Schweiz zurückgehen zum Verhandeln. Das wäre doch wohl eine Zumutung. „Immer nach Crans-Montana … .“ Uhh, welch schreckliche Vorstellung!
Da die Zyprer und der Rest derer, die sich da irgendwo in der Schweiz oder New York zuweilen Treffen in Sachen Zypern, offensichtlich auch auf Drama stehen – siehe eben die Zypernverhandlungen oder auch Herrn Macron mit Trump am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag -, wäre vielleicht ein geeigneter Medienspektakel, wenn die zyprischen Präsidenten Anastasiadis und Akıncı sowie der Rest der Zypern-verhandelnden-Crew sich beim nächsten Treff auf dem „Rütli“ in der Schweiz träfen, das ist dort, wo die Schweizer sich einst das Ja-Wort gaben, „die Schweiz“ sein zu wollen. Wäre das nicht fernsehserienreif und Disney-Park-gleich-schön? Seifenoper pur. Europa Park reif!
Dieses seifige Genre hat ja als Phänomen eh verstärkt das Hirn der Menschen, weltweit, geradezu wie geschmiert, erobert, die Seifenoper. Nicht vergessen: Seife plus Wasser und in den Händen gewendet, hat zum Effekt, dass aus ihr Schaum hervorkommen kann, wenn man es richtig anstellt, was glaube ich all jenen, die sich bei solch Verhandeln über Zypern nach dem Gang zur Toilette gelingen müsste, wenn die Seife nicht mit einer moderneren Vorrichtung ausgetauscht wurde, wo auf einen Knopf gedrückt werden muss, damit das Schmiermittel herauskommt. Weil zum richtigen Zeitpunkt einen Knopf zu bedienen, ist nun mal eine andere Herausforderung als ein Stück Seife in den Händen zu bewegen. Nein, Personal, welches abseift und Händchen abtrocknet, soll noch nicht installiert worden sein an solch illustren Orten wie Crans-Montana.
Das wäre eigentlich der Knaller schlecht hin – ober-super-chic. Denn: Schaumschlagen tun politische Schaumschläger auch aus Zypern gern und gewiss schon seit den Tagen der Schaumgeborenen Afrodite. Also wird das Jahr 2018 gewiss das Jahr zyprischen Schaumschlagens schlechthin werden, zumal die Insulaner, wie eben aufgezeigt wurde, ja eine lange Tradition im demokratischen Seifenblasenherstellen haben. Verehrte Leser, wir werden es schon bald sehen, welche Seifenkistenrennen demnächst vom Stapel gelassen werden.
Wollen wir daher hoffen, dass der ökonomisch-politische Schaum nicht in Form von im Meereswasser des südöstlichen Mittelmeers treibenden schlierigem Öl, ja, wie wollen wir es nennen, seinen Abgang findet. Es soll aber auch Abgänge geben, die beispielsweise zur körperlichen Erleichterung führen. Man sagte ja einst oft in diesem eventuell positiveren Zusammenhang des angeführten Ausdrucks: „dem geht Einer ab!“ Gewiss würde eine Vereinigung der beiden Teile Zyperns nicht dazu führen, dass allen Beteiligten, die als Schutzmacht der Insel Kasperle-Theater aufführen, Einer abginge deswegen. Den Engländern von der britischen Insel, ist zu vermuten, liegt an solch verkappt orgastischem, womöglich eher zyprischem Abgang wahrscheinlich wenig. Was allerdings nicht heißen soll, dass die Franzosen neuerdings deswegen sich „TOTAL“ ersichtlicher im südöstlichen Mittelmeer mit Schiffen und dergleichen bewegen – Stichwort: Bohrinselchen. Mal ganz abgesehen davon: Das anglophile Zypern, ja, halten Sie sich fest, verehrte Leser, es ist ein Mitglied der Francophonie und das bereits seit Jahren. Alors, alors! Voyez vous? Nun, die überwiegend französische Total, die im südöstlichen Mittelmeer das Erdöl mit anderen großen Firmen fördern soll für die Zyprer, doch vorerst sondiert, um zu sehen, ob da überhaupt genug zu holen ist, ist keine allzu schlechte Wahl. Schließlich hat Frankreich „die“ BUMM, also Atombombe. Kann auch gut sein, dass Afrodite bei den Macrons aus und ein geht und daher die französische Unterstützung zyprischer Außenpolitiken zukünftig noch bis ins Intimste reichen, aber hoffentlich nicht bumsen lässt – und Letzteres, also Intimstes, ist gewiss das zyprische Hügelchen namens St. Hillarion, wo vielleicht sogar so etwas wie ein Kreuz noch dran ist. Keine Ahnung, wie ich da jetzt draufkomme. Bums!
Zuweilen denkt es gar bei manchen, dass Jean d‘ Arc in ihrer Zeit wahrscheinlich im Grunde Afrodite in disguise war (versteckt). Und das schreib ich, damit Sie besser nachvollziehen können, warum die Franzosen nun langsam etwas mehr Initiative in Sachen Zypern zu ergreifen scheinen, politisch.
Wie hier ersichtlich wird, verehrte Leser: Es ist höchste Zeit, in Details zu gehen bezüglich Zypern usw., damit wir uns nicht noch in mythischen oder gar außerirdischen Dingen oder Welten verstricken, wo doch Das irdische, unterm Meeresboden Liegende im südöstlichen Mittelmeer, geradezu in die entgegengesetzte Richtung weist!?


Es sieht nämlich so aus: Die Griechen können noch immer nicht im Ausland wählen gehen. Stellen Sie sich das mal vor: Menschen aus der Wiege der Demokratie müssen in die Wiege zurückkehren, um ihre Stimme abgeben zu können bei größeren oder kleineren Wahlen – wo es doch Internet gibt. In Irland und Albanien herrscht innerhalb Europas derselbe Missstand – nur bei denen können wir es noch so in etwa verstehen, oder? Sogar die Türken können im Ausland wählen! Also da bleibt einem doch die Spucke weg. Was ist bloß aus dem Vater der Demokratie geworden – unserem Griechenland? Mutter hier zu schreiben, wurde bewusst vermieden, da in der irdischen Welt bislang keine Griechin je das Zepter als Ministerpräsidentin einer demokratisch gewählten Regierung Griechenlands schwingen durfte – auch nicht unter derzeitiger, kommunistischer Führung. Nicht, dass es unbedingt zu erwarten wäre unter Kommunisten. Zumal, entschuldigen Sie, die sogenannte Obristen-Junta Griechenlands einst, am 21. April 1974, ja auch alles Männer waren [genauer: jene, die an der Oberfläche als Obristen in leitender Stellung agierten. Soll heißen: Gewiss hat so manche Frau die Kleinarbeit für so manchen dieser Herren im Hintergrund erledigt].
Die Obristen haben damals mal schnell Schluss gemacht mit dem zarten Pflänzchen namens Demokratie in Hellas/Griechenland. Die haben diesem Pflänzchen ganz rigoros den Gar ausgemacht – von 1967 bis 1974. Und dabei waren auch die Griechen drauf und dran zu jenem Zeitpunkt, so etwas wie eine Avantgarde zu etablieren – in Sachen Kultur und so. Wir erinnern: die 68er in Germany zu jener Zeit, die ja damals geradezu Furore machte, allerdings auch erkenntlicher im Politischen und nicht so, wie die Avantgarde zeitlich davor in Griechenland vorwiegend eher künstlerisch.
Nun ja, sogar in Zypern sollen zu jener Zeit schon einige von diesen Avantgardisten und Hippies etc. ‚herumgestrauchelt‘ sein, mit langen Haaren und dergleichen mehr – mit Rolling Stones, Jimi Hendrix und der Rockröhre Janis Joplin mit im wortwörtlichen Anschlag oder eben Sack. Also: die weniger Privilegierten versuchten sich damals in den jeweiligen Gesellschaften zu emanzipieren. Die Wirtschaften waren so in etwa wieder auf Gewinn gestellt nach dem II. Weltkrieg und so etwas wie „Gerechtigkeit“ war akustisch plötzlich überall zu hören.
Und solch Vokabular gefiel vielen nicht, es gefiel den Obristen in Griechenland ganz und gar nicht. Und daher mussten viele Griechen ins Ausland flüchten, um nicht in dunklen Kerkern elend zu verenden. Nach Deutschland sind von ihnen auch einige gelangt – und nicht zu wenige.
Als 1974 die Türken in Zypern einen Teil der Insel besetzten, um Türkischzyprer zu ‚schützen‘, brach jedenfalls nicht die gleiche Solidaritätsbewegung europaweit aus wie für die hippen Griechen als die Obristen in Griechenland zuschlugen. Doch ist mir eigentlich erst jetzt, komischerweise, so ganz richtig und klar geworden, dass das ja jener Zeitraum in Griechenland war, der auch den Abschied der Griechen von der obristischen Diktatur bedeutete. Ich sah nämlich am 26. Juli 2017 die Feierlichkeiten zur Befreiung der Griechen auf einem griechischen Fernsehkanal. Der Präsident Griechenlands, der mit der weißen Mähne, erwähnte bei seiner erfreulich kurzen Rede auch Zypern etc.
Nachvollziehbar?!
Doch als die türkischen Truppen einfach nicht mehr aus Nordzypern abzogen, hätte sich so etwas wie eine Solidaritätsbewegung schon etablieren können/müssen. Warum bloß ist das nicht so passiert? Die Zyprer hatten nämlich den ziemlich tragischen ‚Fehler‘ begangen, finde ich, dass sie mehrheitlich nach Frankreich und vor allem nach England exilierten. Die Griechen zur Zeit der Obristen, ihrerseits, hatten sich zwar auch dieselben Destinationen ausgesucht gehabt, doch vor allem auch Deutschland (Ost, wie auch West) – ein Unterschied offenbar. Willi Brandt, den man dann irgendwann nett absetzte, da man ihm einen spionierenden Ostfloh ans oder ins Ohr gesetzt hatte, unterstützte die jungen, griechischen Wilden in ihrem Kampf gegen die obristischen Faschisten. Außerdem war er zu jenem Zeitpunkt mit einer wesentlich jüngeren Frau, als er es war, geheim zusammen, was ihn wohl direkt-indirekt so agieren ließ, ist zu vermuten. So sehr tat er das Unterstützen der jungen Wilden aus Griechenland, dass er sich wohl fast zu sehr mit dem sogenannten Großkapital Deutschlands anlegte dabei. Und es ist noch nicht ganz klar, inwieweit diese Letzteren den Herrn Guillaume (den Ostfloh) an dem Machtzerfall Brandts mitnagen ließen.
Brandt, jedenfalls, sah die Wiederbelebung des Faschismus in Europa durchaus entstehen und gegeben von Griechenland aus. Dem galt es entgegenzutreten. Doch viele aus dem sogenannten deutschen Großkapital hatten ja bekanntlich – einige durchaus gewinnbringend – die Nazizeit überstanden und ihre Gesinnung nicht zweifelsfrei über Bord geworfen/ oder werfen müssen – von der Richterschaft nach 1945 in der BRD mal ganz zu schweigen.
Zu jener Zeit waren sogar Sendungen auf Griechisch im deutschen Radio erstmals möglich geworden, eben der vielen Exilanten aus Griechenland wegen. Die Geburtsstunde solcher Sendungen für „Gastarbeiter“ – wenn man vom Englischen und Französischen mal absieht, die ja schließlich auch Sprachen der Schutzmächte waren, die in Deutschland nach dem Krieg 1945 aufspielten und plötzlich – oder zum Glück zu UNSEREN „Alliierten“ wurden.
Wussten Sie, dass der Geburtsort der griechischen Kommunisten die TU von Berlin gewesen sein soll? „Das waren noch Zeiten!“
Und da soll doch hier nun mal endlich erwähnt sein, dass es die USA – mal wieder – waren, die – auch damals bereits – ein extremistisches Regime unterstützten. Und Letztere waren damals eben in Griechenland die Obristen, die ja dann auch ihr ‚Wunderwerk‘ in Zypern anrichteten, als sie ausholten, Zypern mit Griechenland auf Komme-was-Wolle zu vereinigen.
Schach matt!
Hätte es eigentlich werden müssen, „matt!“, doch diese Art aufrührerische zivile Bewegung, die Willi Brandt wohl mit anführte indirekt, bot auch den USA die Stirn und nicht nur den Obristen. Und das geschah zu einer Zeit, wo die alliierte Schutzmacht USA in West-Deutschland noch uneingeschränkt ihr Ding durchziehen konnte wegen dem verlorenen Krieg der Nazis. Letztere, die Großreichsdeutschen, hatten diesen zum Glück verloren gehabt.
Es hatte sich also eine Art Solidarität entwickelt gehabt für Griechenland in der deutschen Bevölkerung in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und dies teils auch auf Regierungsebene; und Selbiges wesentlich geringer, schon fast nicht erwähnenswert, ereignete sich auch für die griechischen Zyprer nach 1974 im ehemaligen West- und Ostdeutschland.
Sie, verehrte Leser, kennen den derzeitigen Außenminister Griechenlands Herrn Nikos Kotzias gewiss aus dem Fernseher? Nun, der war damals einer jener Griechen, die nach Deutschland geflüchtet waren und dort politisch unterwegs war, also im sogenannten ‚Untergrund‘ aktiv gewesen ist. Das sind größtenteils Leute gewesen, die da aus Griechenland geflüchtet kamen, die die 68er-Bewegung in Deutschland oft mitgeprägt und vor allem auch mitgelebt haben. Rudi Dutschkes Veranstaltung „für Griechenland“ etc. unterstreicht das, und sei hier nur kurz erwähnt. Sogar das Goethe Institut in Athen war aktiv. Das ist das Goethe in Nikosia in gewisser Weise auch heutzutage, muss man schon sagen. Auch sie stellen Räume der Begegnung – auf kultureller Ebene – zur Verfügung und haben Veranstaltungen Süd-Nordzypern, oder wie auch immer geartet oder genannt, zu laufen. Doch das Ding greift nicht wirklich, weil die Zyprer, ist zu vermuten, wie gesagt, vor allem in Großbritannien ihre Stränge ziehen; und dort scheint sich das meiste Engagement der exilierten Zyprer in, nennen wir es, neoliberalen Reihen des gegebenen Systems, also auf oder in dem britischen Nährboden, zu verlaufen.
Mit am Härtesten, wie man sagt, auf deutscher Seite, muss damals Günter Grass drauf gewesen sein in Sachen Solidarität mit den Griechen. Der offenbar voll engagiert war und nichts Besseres eines Tages zu tun hatte, als sich 1972 an die Studentenschaft Athens zu wenden mit seiner, dort zumindest noch gut erinnerten, „Hymne auf die Demokratie“, und sich so in die Herzen der Griechen spielte. Ja klar, er hatte gewiss auch im Hinterkopf, nur so seine Buch-Auflagen Zuhause in Deutschland erhöhen zu können, berühmt zu werden. Vielleicht war es aber auch nicht so! Vielleicht ist es einfach Einsatz für eine Sache gewesen, nicht mehr und nicht weniger – bedingungslos! Theodoros Daskarolis schreibt in der Eksantos (Εξάντος) im Juni 2017:
„… Genau zu jenem Zeitpunkt, im Frühjahr 1974, kam Günter Wallraff nach Athen und kettete sich freiwillig am Syntagma-Platz fest, um dort Flugblätter gegen die Diktatur zu verteilen. Er wurde losgelöst, verhaftet, verprügelt und bis zum Fall der Junta am 24. Juli 1974 gefangen gehalten, wo er dann mit den anderen politischen Gefangenen freikam. Dies bildete vielleicht den höchsten Akt der Solidarität mit dem griechischen Widerstand. Ausgeführt von einem deutschen Schriftsteller. Zum genau richtigen Zeitpunkt, um zu beweisen, dass noch nichts zu Ende war, dass die Tyrannei sich nicht etablieren, nicht mehr lange dauern konnte.“
Insofern ist es wohl Schicksal, dass die Zyprer noch immer herumwurschteln und ihre Vereinigung nicht zustande kriegen – und auf diese wurschtelnde Weise wohl den vermeintlich vorhandenen Rest an Solidarität im Ausland verspielen.
Ihnen, verehrte Leser, ist vielleicht vorhin das Datum aufgefallen, an dem die Junta ins Jenseits befördert worden war: Das war demnach 3 oder 4 Tage nachdem die Türken auf Zypern eingeritten sind, um türkische Interessen zu verteidigen und die Türkischzyprer, muss einfach so gesagt werden, aus den Klauen der Griechischzyprer befreiten – versteht sich, mit einem Gegen- oder Aufpreis.
Inzwischen scheint der Zug in Sachen Wiedervereinigung Zypern indes dennoch noch längst nicht abgefahren zu sein. Im Gegenteil. Wer sich historische Sporen erringen mag in Deutschland, der Schweiz oder Österreich, den Italienern mag man es auch noch zutrauen, wie auch den Franzosen, der sollte gemeinsam mit Zyprern eine große Solidaritätsfront, oder wie es genannt werden darf, aufbauen – gern übers Netz. Vielleicht klappt es ja dann mal, dass die Insel sich vereinigt. So eine vordringlich von außen betriebene Sache wäre wahrscheinlich eh von Nöten, den letzten 43 getrennten Jahre zufolge, da sich die völlig uneinigen Bevölkerungsteile auf Zypern unter dieser eben erwähnten solidaren Front einrichten könnten, um letztlich doch noch das Ziel zu erreichen – Wiedervereinigung ohne größeren, kriegerischen Stress.
Ja, wir werden hier gleich wieder konkreter, versprochen! Und zwar jetzt:

„Die Jahre 1970 bis 1972 zeichneten sich in Bezug auf die Zypernfrage dadurch aus, dass sie relativ ruhig waren [aus ehemals westdeutscher Sicht]. Die interkommunalen Verhandlungen bewirkten, dass es keine nennenswerten Zwischenfälle zwischen den beiden [zyprischen] Volksgruppen gab; das internationale Interesse an der Zypernfrage war abgekühlt. Neben den interkommunalen Gesprächen zwischen Kliridis und Denktaş waren für diesen Zeitraum vor allem auch die Enosis-Bestrebungen prägend, denn rechte nationalistische Kräfte innerhalb der griechischen Volksgruppe [ auf Zypern] bemühten sich darum, die Enosis [Vereinigung Zyperns mit Griechenland] – wenn nötig auch – gewaltsam herbeizuführen. Die dritte Gesprächsrunde [heute spricht man von Wiedervereinigungsverhandlungen] war im November 1969 ohne konkrete Resultate zu Ende gegangen und obwohl sich Denktaş im Dezember erneut kompromissbereit gezeigt hatte, hatte [Erzbischof] Makarios das erzielte Ergebnis abgelehnt – in der Hoffnung, noch weitere Zugeständnisse erreichen zu können. Aufgrund der für den Juli 1970 anberaumten Parlamentswahlen wurden die offiziellen Gespräche der vierten Runde erst im September 1970 begonnen und endeten ein Jahr später.“ In der Fußnote steht hier: „… Die Wahlen 1970 waren die ersten Parlamentswahlen seit 1960. Aufgrund der problematischen innerzyprischen Verhältnisse waren die Wahlen seit 1965 immer wieder aufgeschoben worden und die Legislaturperiode des Parlaments durch eine Änderung des Wahlgesetzes immer wieder um ein Jahr verlängert worden.“
Im Text geht es so weiter: „Aus den Parlamentswahlen ging die kommunistische AKEL als deutlicher Sieger hervor … . Um im bürgerlichen Lager keine Verstimmung zu verursachen und im westlichen Ausland nicht den Eindruck zu erwecken, in Zypern drohe eine Machtübernahme durch die kommunistische Partei, hatte sich die AKEL auf die Aufstellung von nur neun Kandidaten beschränkt, die alle in das Parlament gewählt wurden … . Auch während der vierten Gesprächsrunde wurde offensichtlich, dass ein Kompromiss weiterhin in greifbarer Nähe war. Denktaş hatte zahlreiche Zugeständnisse gemacht und forderte zu Recht ein gewisses Entgegenkommen in der Frage der lokalen Selbstverwaltung. Makarios ließ sich nicht von seinem Pokerspiel abbringen und wies Kliridis an, in der Autonomiefrage keine Zugeständnisse zu machen. Somit endete auch die vierte Runde im September 1971 ohne Ergebnis. Letztlich wurden die Gespräche mit Unterbrechungen bis zur türkischen Invasion im Juli 1974 ohne Ergebnis weitergeführt. Dass es in diesem Zeitraum zu keiner gütlichen Einigung kam, lag an Makarios‘ taktischen Spielchen [, so in etwa, wie auch heutzutage Erzbischof Chrisostomos hinter den Kulissen seine Fäden zieht. Dass dem nur so sein kann, belegen unter anderem im TV immer wieder hohe zyprische Politiker, die in irgendeiner orthodoxen Kirche des Landes politisch gefärbte Reden zu diesem oder jenem Anlass halten]; [Makarios] hoffte, letzten Endes doch noch weitere Zugeständnisse von der türkischen Seite zu [erpressen]. Er erkannte nicht, dass Denktaş‘ Verhandlungsspielraum – von Ankara entscheidend mitbestimmt – ausgeschöpft war [, siehe Anastasiadis, Akıncı & Co in der Neuzeit]. … Während sich die Gespräche hinzogen, entwickelten die rechten Kräfte Pläne zur gewaltsamen Herbeiführung der Enosis [heutzutage sitzt neuerdings die neo-faschistische ELAM im griechisch-zyprischen Parlament]. Im März 1970 versuchte die … rechtsgerichtete Nationale Front, Makarios durch ein Attentat zu beseitigen und die doppelte Enosis herbeizuführen. Die Ermordung von Makarios scheiterte, und die Nationale Front löste sich, nachdem im weiteren Verlauf zahlreiche ihrer Mitglieder verhaftet worden waren, auf. Nach der Zerschlagung der Organisation trat erneut Grivas auf den Plan. Dieser hatte zwar nichts mit der Nationalen Front zu tun, verfolgte aber ebenfalls das Ziel der Enosis. Von Athen aus koordinierte er in den nächsten Monaten den Aufbau militärischer Strukturen in Zypern nach dem Vorbild der [zyprischen, paramilitärischen] EOKA-Bewegung in den 1950er Jahren und bereitete gleichzeitig seine Rückkehr nach Zypern vor. Obwohl vom griechischen Geheimdienst beobachtet, gelangte Grivas im August 1971 nach Zypern [, erinnert irgendwie an Zschäpe und Co. der NSU in Deutschland?]. Vor Ort kontrollierte er nun den Ausbau der neuen Untergrundorganisation, die sich als EOKA-B bezeichnete. Makarios war der Aufbau der Organisation nicht verborgen geblieben und er organisierte als Gegenmaßnahme eine Sonderpolizeieinheit, die mit Waffen aus der CSSR ausgerüstet wurde. Nachdem diese Entwicklungen im Frühjahr 1972 in Athen bekannt geworden waren, versuchte die Militärregierung, in Zypern einzugreifen. In einer Verbalnote wurde Makarios aufgefordert, sich aus der Politik zurückzuziehen, und auch Grivas sollte die Insel verlassen. Makarios widersetzte sich den Athener Versuchen, Einfluss auf Zypern zu nehmen. Das aufgrund der griechischen Forderung zwischenzeitlich angespannte Verhältnis zwischen Nikosia und Athen normalisierte sich, nachdem die griechische Regierung signalisiert hatte, die Beziehungen wieder harmonisieren zu wollen. Allerdings knüpfte Athen an diesen Schritt die Bedingung, eine Umbildung im zypriotischen Kabinett vorzunehmen, da nach Athener Lesart einige Minister, wie zum Beispiel Außenminister Kyprianou, die bilateralen Beziehungen belasteten. Makarios stimmte dieser Forderung zu und bildete Mitte Juni 1972 das Kabinett um. Kyprianou kam diesem Schritt zuvor und trat bereits am 5. Mai zurück. … Auch Grivas ließ sich von dem Athener Vorstoß nicht beeindrucken und konzentrierte sich auf den Ausbau der EOKA-B. Zu ersten gewaltsamen Übergriffen, die den Auftakt zu Grivas‘ Plan der Machtübernahme in Zypern und der anschließenden Vereinigung mit Griechenland bilden sollten, kam es jedoch erst 1973. Nachdem die dritte interkommunale Gesprächsrunde [zwischen türkisch-griechisch Zyprern] beendet worden war, ohne dass sich eine Annäherung zwischen den beiden Volksgruppen abgezeichnet hatte, beobachteten beide Lager die politischen und wirtschaftlichen Bemühungen der jeweils anderen Seite mit Misstrauen [bis zum heutigen Tag]. Einfache Kontakte mit ausländischen Regierungen, beispielsweise im Rahmen der Entwicklungshilfe, wurden nicht mehr sachlich betrachtet, sondern als Versuch gesehen, die fremden Regierungen für die eigene Position zu gewinnen. Bei Makarios sorgte zudem der Standpunkt der türkischen Regierung in der Anerkennungsfrage der zypriotischen Regierung für Unmut. Ankara hatte angekündigt, dass man nicht mehr bereit sei, die volle Völkerrechtsfähigkeit der von den griechischen Zyprioten geführten Regierung anzuerkennen. In einem Gespräch zwischen Botschafter Török und dem türkischen Geschäftsträger in Nikosia betonte Letzterer, dass die Türkei sich in zunehmendem Maße gezwungen sehe, in internationalen Organisationen die Rechtsmäßigkeit der zypriotischen Vertreter zu bestreiten. Diese Entwicklungen deuteten darauf hin, dass die Türkei unter Umständen bereit wäre, befreundete Staaten darum zu bitten, die türkische Selbstverwaltung samt Verwaltungsrat als legitime Vertretung der türkischen Zyprioten anzuerkennen [, was man dem türkischen Außenminister, heutzutage, durchaus auch noch zutrauen darf].
Für Makarios bedeutete diese latente Gefahr natürlich, dass er den westlichen Staaten gegenüber eine konziliantere Politik betreiben musste; denn nur so konnte er verhindern, dass der Status der türkischen Zyprioten eine Erhöhung erfuhr und die Gefahr der Teilung der Insel zunahm [siehe hier, beispielsweise, die heutige Nähe zu Russland]. Mit Blick auf die Bundesrepublik war eine kompromissbereite Politik gleich in mehrfacher Hinsicht geboten. So benötigte die zypriotische Regierung die Unterstützung der Westdeutschen bei ihrem Ziel, mit der EWG ein Assoziierungsabkommen zu schließen. Ohne die Assoziierung lief Zypern Gefahr, wichtige Märkte in Europa zu verlieren, was besonders auf den britischen Markt zutraf. Durch die angestrebte Vollmitgliedschaft Großbritanniens in der EG hätte Zypern diesen für die Insel besonders bedeutenden Absatzmarkt verloren, da den geltenden Regeln zufolge die Zölle und Abgaben für Produkte von außerhalb der EWG hätten erhöht werden müssen [siehe die trilateralen Verträge, heutzutage, mit Jordanien, Israel, Ägypten und natürlich Griechenland]. Einen weiteren Faktor stellte der Bereich des Tourismus dar, dessen Entwicklung durch die Bundesrepublik maßgeblich unterstützt wurde; er sollte zur Stütze der zypriotischen Wirtschaft ausgebaut werden – auch durch Zypernreisen westdeutscher Touristen. Besonders die Frage nach der Anerkennung der DDR entwickelte sich für Makarios zu einem Dilemma. Die starken linken Kräfte im Land, aber auch Teile des Regierungsapparates waren einer völkerrechtlichen Anerkennung der ostdeutschen Republik nicht abgeneigt und erhöhten den Druck auf den Präsidenten [Erzbischof Makarios ist gemeint]. Ein solcher Schritt hätte nicht nur die türkisch-zypriotische Administration anerkannt, sondern auch die Unterstützung für die bereits genannten politischen und wirtschaftlichen Ziele eingestellt.
Während sich die zypriotische Regierung um eine Anerkennung der türkisch-zypriotischen Administration durch die Bundesrepublik sorgte, die aber, wie die vorliegenden Akten zeigen, von Bonn gar nicht in Erwägung gezogen worden war, sahen die Bundesdeutschen die Aktivitäten der UDSSR im gesamten Mittelmeerraum, aber auch die Tätigkeit der DDR in Zypern weiterhin als potenzielle Bedrohung ihrer außenpolitischen Ziele. Im Januar 1970 stellt Török fest, die innenpolitische Auseinandersetzung habe dazu geführt, dass einige Länder, unter anderem die UDSSR und andere Länder des Ostblocks, ihre Unterstützung für Zypern reduziert hätten, um nicht in den Verdacht zu geraten, die eine oder andere Seite stärker zu fördern. Dies sei ein naheliegender und vor allen Dingen kostensparender Schritt. Leider sei es der Bundesrepublik nicht möglich, diesem Beispiel zu folgen, da die DDR im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich weiterhin mit Tätigkeiten in Erscheinung trete, die letztendlich auf die völkerrechtliche Anerkennung abzielten. Deshalb müsse auch die Bundesrepublik in diesen Bereichen entsprechend aktiv bleiben und hierbei auf eine ausgewogene Unterstützung beider Volksgruppen achten. Zwar habe er bisher eine gerechte Aufteilung der Fördermittel erreichen können, es sei aber damit zu rechnen, dass dies in der Öffentlichkeit nicht entsprechend gewürdigt und die Unzufriedenheit der einen oder anderen Volksgruppe immer wieder zum Ausdruck gebracht werde.
Zwischen den bundesdeutschen und den zypriotischen Interessen hatte sich also eine Pattsituation eingestellt, der von den jeweiligen Regierungen Rechnung getragen werden musste. Beide Seiten besaßen keine Druckmittel und waren in gewisser Weise von dem Wohlverhalten der anderen Seite abhängig. Dieser Zustand bestimmte in der Folge auch die bilateralen Beziehungen; hier zeigte sich, dass man weitgehend auf die Interessen der anderen Seite Rücksicht nahm.
Die DDR hingegen war weiter bestrebt, in Zypern Erfolge zu erzielen und durch weitere intensive Kontaktpflege die zypriotische Regierung zu einem Einlenken in der Anerkennungsfrage zu bewegen (Quelle: S. 300 – 304, Thorsten Kruse, „Bonn – Nikosia – Ostberlin“, Verlag: Franz Phillipp Rutzen.“
Wie eben eventuell auch noch herausgelesen werden konnte, hat die damalige innerdeutsche Anerkennungs-Kiste die Zyprer für einige Zeit recht gut genährt finanziell. Und dennoch sind und waren die Regierenden auf Zypern in ihren Köpfen eher nach in Richtung Großbritannien, USA oder Australien etc. ausgerichtet. Letzteres hat gewiss mit der Kolonisation durch das britische Königreich zu tun, von der einige behaupten, sie bestünde in gewisser Weise noch heute fort. Letzteres ist selbstverständlich eine Anspielung auf die Militärbasen, die die Briten auf Zypern – illegal, sagen nicht wenige – unterhalten. Dieses Thema gewinnt einmal mehr im Rahmen der sogenannten Brexit-Verhandlungen der EU mit Großbritannien eine wahrscheinlich entscheidende Rolle irgendwann. Schon bald wird sich uns entblättern, was Engländer unter Großbritannien denn noch immer und genauer verstehen. Es ist allerdings nicht abzusehen, sollten Sie über 50 Jahre alt sein, dass Sie in ihrer Lebenszeit den Abschluss dieses Teils der Brexit-Verhandlungen erleben werden. 43 Jahre Zypernkonflikt dürfte den Brexit-Verhandlungen ein wohl realistisches Zeitfenster vorgeben?

Zuletzt: Hexenjagd. Der Hexer heißt „Eide“, ist Norweger und ‚belustigt‘ die Zyprer als Sonderberater der UN in Sachen Zypern. Es musste ja mal so kommen, dass nun fertig mit lustig und höchstwahrscheinlich auch mit Eide ist. Diese bösen Ausländer! Zum Glück gibt es stets unter denselben immer einen, den man an den Galgen wegen Nicht-Wiedervereinigung führen kann. Diesmal ist es mal wieder ein Sonderberater der UN. „Gelogen hat der“, steht in der griechisch-zyprischen meist geschrieben, als ob das nicht alle Beteiligten nahezu andauernd irgendwie täten! Mit den Türken liege er in einem Bett politisch! Solch Urteil trifft bislang eigentlich jeden, der als Nicht-Zyprer die Klappe aufmacht in solch exponierter Stellung bei der UN und in Zypern und mal etwas Wahrheit erzählt in Sachen zyprischem Wiedervereinigungsprozess.
Nichts Verwunderliches also!
Interessanter als all das, ist eigentlich, sich die Nachrichten aus Süd-Zypern mal ohne Ton anzusehen. Schnell erkennt man ewig gleiche Rituale: Minister, die aus Autos steigen, Eide und sein Stab, die dann auch sogleich zur Stelle sind, um die Herrschaften zu begrüßen, die aus ihren stets schwarzen Karossen kriechen. Keine Ahnung, welches Nichtssagende oder Floskeln die sich dabei an den Kopf werfen, wenn sie sich kurz die Hand geben, denn die Münder, die bewegen sich. Nun: Spannend ist also die Körpersprache sich zu betrachten. Das Dauergrinsen von Herrn Eide hat sich in letzter Zeit trotz unerhörtem Druck nur geringfügig eingestellt. Man sieht ihm aber an, dass es ihm so gar nicht wohl ist in seiner Haut. Wäre es mir auch nicht. Da gibt es folgende Szene. Präsident Anastasiadis setzt sich grußlos neben ihn. Neben Herrn Eide sitzt der Türkischzyprer. Präsident Akıncı. Und jetzt kommt’s. Nach einer kurzen Weile beugt sich Letzterer etwas vor, streckt seine rechte Hand in Richtung Anastasiadis aus, so dass diese über der Körpermitte von Herrn Eide, der ja dazwischen sitzt, zum Halt gelangt, und Anastasiadis, der ja eigentlich bemüht ist, nicht auf diese Seite zu sehen, sieht die Hand, die ihm gereicht wird trotzdem und ergreift sie – Eide lehnt sich in seinem Sitz zurück als hätte er einen leichten Kinnhaken erhalten. Die beiden zyprischen Präsidenten wechseln zwei-drei Worte über/um Herrn Eide hinweg und lehnen sich dann wie zwei Jungs, die es einem weiteren gezeigt haben, zurück in ihren Sitzen. Insofern, meine Analyse, leistet Herr Eide kostbarste, offenbar wiederversöhnliche Arbeit unter den Zyprern. Opfert sich auf wie Jesus und für die Sache und lässt sich – gediegen – schikanieren und übergehen.
Weiß auch nicht, weshalb Eide glaubt, die Typen jeden Tag, nahezu, immer wieder und auf die gleiche Weise da draußen an ihren Limousinen abholen zu müssen. Die finden ihren Weg dorthin, wo Schatten und Kameras sind, auch von alleine – und, versteht sich: Mikrofone. Und in diese Letzteren sprechen sie derzeit Unerhörtes über den Norweger. Sein Dienstherr bei der UN, der Portugiese, scheint ihm aber beizustehen. Irgendwie kommt der einem vor von der Position Herr, Generalsekretär der UNO, wie der Papst in Rom.
Vielleicht sollte Herr Eide mal so richtig um sich schreien, wenn die Zypernverhandler zusammensitzen und ihr Schauspiel beginnen wollen, erneut abzuspielen. Was ja eigentlich auch sein Job sein dürfte, diese Leute mal zusammenstauchen! Er wird doch sowieso gefeuert. Und dieses Opfer, seinerseits, könnte womöglich den Durchbruch in den Köpfen längst abgehängten Verhandlungen doch noch bringen? OK, Herr Eide will ja Außenminister von Norwegen werden und muss aufpassen, dass ihm dieser nächste Job nicht noch von der Schippe springt, nur, weil er zu viel Opferbereitschaft für die Zusammenführung der beiden Teile Zyperns aufbrachte, wo doch gar nicht allen Beteiligten klar zu sein scheint, ob dieses Ziel wirklich und schon ‚so bald‘ erreicht werden mag.
Eleni Theocharous von der Solidaritäts Partei der Republik Zypern:
„Wir haben schon seit Längerem bemerkt, dass der unrühmliche Eide sich wie ein Agent türkischer Interessen verhält.“
Sogar der Erzbischof äußert sich anti-Eide-mäßig. Anscheinend ist die griechisch-orthodoxe Kirche doch nicht so weit weg von der Tagespolitik, wie es einem ansonsten beteuert wird. „Eide muss ausgewechselt werden!“, meint er. Und nachdem das erfolgt ist, dürfen wir alle schlussfolgern, soll das Wiedervereinigungsverhandel-Spielchen wieder von vorne beginnen: sich annähern, mal hier, mal dort Kaffee trinken und Interviews geben, noch schnell nach New York und dann zum angeblichen Finale irgendwo in der Schweiz eintrudeln, sodass es dann irgendwann wieder Zeit ist, eine neue Runde zu beantragen – und wahrscheinlich den oder die nächste Sonderratgeber/in der UN auszutauschen, weil die verunglückten Verhandlungen ja schließlich jemand verschuldet haben muss, nämlich, alle möglichen Akteure, aber letztlich nicht jemand aus Zypern-Süd oder -Nord!
Ehrlich gesagt: Wer sich diesen Wahnsinn reinziehen soll und kann, der wird es gewiss die nächsten 20 und – oh Schreck – 30 Jahre einigermaßen lässig weiterhin verkraften dürfen, alle Woche, nein, jeden zyprischen Tag davon zu hören und auch vom Neuesten, von etwas wie „ETI“, welches schätzungsweise in etwa ähnlich irrational funktionieren wird wie die Zypernverhandlungen oder der Beitrittsprozess der Türkei oder der Brexit oder oder oder …!
ETI steht für Europäische Interessengemeinschaft oder so ähnlich. In diesen Mantel wollen einige in Brüssel nämlich die Türkei reinpressen. Die Schweiz könnte da auch noch ihr Fett abkriegen, weil man sie vielleicht als Rollenmodell für ETI auszuerwählen gedenkt. Doch wollen wir unsere Rechnung nicht ohne den schlecht ausrechenbaren Herrn Trump machen. Der wird demnächst gewiss noch konkreter Auskunft darüber geben, was er sich im südöstlichen Mittelmeer an Entwicklungen wünscht. Ganz entschieden ist nämlich noch längst nicht, welchem Lager er letztendlich die Stange halten wird: den Saudis oder den Qataris. Und das hat Implikationen bis nach Nikosia via Tel Aviv, Ankara, Kairo und Damaskus. Welche Pirouetten Athen noch drehen könnte mit/unter amerikanischer Charme-Offensive wollen wir uns vor dem Hintergrund oben bereits geschilderten Aktionen in der Geschichte Griechenlands besser nicht geben und abwarten, um zu sehen, ob es überhaupt zu so etwas Konkreterem kommt vonseiten Washingtons. Bekanntlich haben schwammige Formulierungen und Abschlüsse etc. den Vorteil, dass man sie in jede Ecke des Mittelmeers ziehen kann.
Eine der Fragen dürft also sein: Wer, neben Israel, erhält eine Art Sonderprotektion – oder -förderung der USA in der Region Südosteuropa/Naher Osten/Nordafrika? Wie wird das erwachte Interesse Chinas sich vor dem Hintergrund schwindender demokratischer Prozesse in Washington auswirken? Und hier zuletzt: Wird die Achse Macron – Merkel halten können, zumal die beiden Charakteren ganz offensichtlich sehr unterschiedlich sind, wie auch ihre Weltbilder?

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Pokern in Crans-Montana

Polit-Poker-und-mehr!

Der Sommer kann nun langsam ein solcher genannt werden – auch im sonnenverwöhnten Zypern. Das soll heißen, er war dieses Jahr wirklich spät dran. Zwar ist das Meerwasser noch etwas kalt gewesen am 18.06.17, aber nur noch etwas. Einmal drin, löste sich das Alles in Wohlgefallen auf – „und das ist gut so (Wowereit)!“

Sonntag war mal wieder, die Kathemerini-Sonntagsausgabe noch nicht gelesen, aber immerhin gekauft worden. Klar, wir hatten nach dem Frühstück erstmal Lust auf Schwimmen, unweit von dem Dorf Maroni, welches zwischen Limassol und Larnaka, bei Zyggi, gelegen ist. Der Beach dort hat neuerdings sogar einen Namen: „Maἴa Beach“. Viele Sonnenschirme, die da wieder aufgereiht sind, alle gelb, außer 2en oder 3en, die in einem sonderbar wie abgewaschen wirkenden Beige das Auge erfreuen sollen. Der Betreiber und sein Sohn werden wohl einen guten Schnitt machen, heute, und wie es aussieht auch in diesen Sommer. Wir gehen dort lediglich schwimmen seit Jahren, liegen also nicht unter Schirmen und konsumieren keine gesüßten Getränke oder gar Alkohol, die dort gern gereicht werden gegen Geld. Obwohl wir nichts kaufen, grüßt der Vater dennoch stets freundlich. Der Sohn indes nie, der vielleicht in England länger lebte – seiner Sprachkenntnis und Akzent zufolge. In der Sonne liegen an diesem von Menschen gut besuchten Beach – und das womöglich noch unter dem unvergleichlichen Geruch all der Sonnencremes in Gebrauch – schenken wir uns also gewöhnlich. Es gibt dort allerdings auch noch einen Teil vom Beach, wo man sich in den weichen, schönen Sand des recht attraktiven Beachstreifens legen kann – wo auch auffällig weniger von erwähntem Gebrauch des Hilfsmittels gegen die Sonne mitgekriegt wird im Allgemeinen. Weiter hinten, also weiter Weg von der Treppe, die nach unten führt, befindet sich dieser liege-sonnenschirmlose Bereich, wo die Ruhe eigentlich nur noch aus einer der beiden Villen schallend zersägt oder von Laubstaubsaugern oder Ähnlichem im Gebrauch von den Besitzern dort in Schach gehalten werden kann. Nichts drin mit Nacktbaden, was allerdings schon längst nicht mehr überall gilt in Zypern. Es gibt Orte, wo Hüllen fallengelassen werden, so zum Beispiel an Teilen des so genannten „Governor Beaches!“ Wie oft solch Lärm verursachendes Werkzeug in den beiden Villen im Sommer angeworfen wird, um den Garten auf ‚Schön‘ zu trimmen, weiß ich nicht, da wir in dieser Jahreszeit stets sehr früh unterwegs sind, als wollten wir der aufgehenden Sonne unseren Gruß darbringen – aber nicht unbedingt, um den Leuten zu entgehen. Letzteres daher nicht, weil man halt doch immer mal wieder auf jemanden trifft, die oder den man schon länger nicht mehr gesehen hat. Jemand neu kennenzulernen, ist auch nicht völlig ausgeschlossen. Na ja, so ungefähr. Meist ist die Sonne dann doch schon im Osten über dem Meer stehend zu sehen, wenn wir ankommen, und zwar über dem teils verbombten Syrien, dem zu oft mit Füßen getretenen Kurdistan, dem nahezu im Dauerkonflikt liegenden religiös schieden gesplitterten Libanon, Palästina und Israel, die mit ihrem Strahlenkranz aber noch nicht stechend zurückgrüßt. Diesen recht einfach wirkenden Strand, der uns auch daher im Herbst, Frühling und Winter erfreut, haben wir also wie jedes Jahr und einsichtiger Weise an die Gemeinschaft der Badefreudigen abgegeben. Alles zu seiner Zeit! Vor und nach der Sommersaison finden wir uns dort ziemlich regelmäßig ein, um Morgensport zu treiben: Laufen, Springen, Spurten, Rückwärtsgehen, Kniebeugen, Atemübungen und natürlich Schwimmen usw. Ja, man kann das ganze Jahr über schwimmen, wenn man sich innerlich auf die Begegnung mit kälterem Wasser eicht, so etwas zu einem höchst erfrischenden Erlebnis umzumünzen versteht. Ist wirklich nicht allzu schwer, weil das H2O nicht allzu kalt ist im Winter, schätzungsweise so um die 10 Grad. Nachts sind wir komischerweise nie am Strand, wahrscheinlich, weil die Aussicht vom Balkon suggeriert, man könne sich das sparen – was natürlich Blödsinn ist. Der Sand ist einfach so herrlich kniefreundlich weich, auch an diesem Beach. In den Büschen zwitschert es unentwegt. Welch Wunder, dass uns darin noch keine Leimruten oder Vogelfallen aufgefallen sind. Allerdings gucken wir auch nicht konsequent nach, ob dem so sein könnte. Man will sich ja schließlich den Morgen nicht verderben. Ganz schön egoistisch denken Sie? Jedenfalls ist es kein großes Vergnügen, mit der Singvogel-Jagd-Lobby Zyperns im Clinch zu liegen oder zu geraten – und die ist auf der Insel Afrodites recht ausgeprägt und kennt wenig Spaß, wenn es um das Einhalten ihrer Traditionen geht.

Apropos Traditionen: Seit Freitagnachmittag, den 23. Juni, haben zyprische Eltern und Kinder wieder Schulferien.

Die Politiker Zyperns, also jene an der Spitze der jeweiligen Parteien im griechisch-zyprischen Teil der Insel, werden demnächst wie Schulkinder des geteilten Landes auch in die Ferien gehen, und zwar in das mondäne Örtchen „Crans-Montana“ (C-M). Das ist am 27. Juni 2017 doch wirklich Realität geworden. Ja, das Örtchen liegt in den Schweizer Bergen. Ja, soll dort teuer sein, und, versteht sich, es ist angesagt, sich an jenem Ort ein Stelldichein zu geben als jemand von Welt. Ja, es lässt sich gut essen und trinken in C-M (also „Si-Äm“ gesprochen). Nebenbei kann dort oben auch etwas Politik betrieben werden. Denn je höher ein Ort in den Bergen oder im Ansehen der Leute, man höre, desto seriöser und authentischer das Tagwerk, welches dort vollbracht wird!?

Die jeweiligen Außenminister, jener aus dem Norden Zyperns und der aus dem Süden sind gemeint, werden dann – gewiss – auch noch in C-M vorbeischauen und noch andere Protagonisten, zum Beispiel einige andere noch der britischen Garantiemacht oder von der UN und der EU sowieso – „full house“, wie man beim Poker sagt. Das tun die Außenminister dann, bevor es den zuvor es den davor erwähnten Beteiligten und jenen, die effektiv etwas mehr tun werden als nur Leckerli zu stopfen, Reden und Interviews zu halten sowie Massagen zu genießen oder den Zahnarzt aufzusuchen, zu langweilig wird während der politisch angehauchten Ferienfahrt in Richtung Wiedervereinigung Zyperns im „schweizerischen Schicksal der Zyprer“, wie die Kathemerini Zyperns den bergigen Ort in der Schweiz auf Griechisch einmal umschrieb.

Zwar sollen die jeweiligen Außenminister in der Schweiz nur eintreffen, wenn in den politischen Treffen, die wie am Rande laufen dürften, ETWAS herausgekommen ist. Nur gut, dass das Wort „etwas“ ein sehr dehnbarer Begriff ist, etwa so, wie: Präsident Etwas zu Etwas hat von etwas eine etwaige Ahnung, lässt daher etwas ganz anders tun als Edward – oder so.

Der Sommer kann also kommen, ist inzwischen angekommen, wie bereits weiter oben festgestellt wurde. Keine Angst, die Herren Politiker aus Zypern kriegen ihre Sitzplätze auch kurzfristig in Fliegern gebucht – oder flogen womöglich gleich selber alle im präsidialen Flieger in die Schweiz. Ja, es werden mal wieder nur, wahrscheinlich nur, Männer unterwegs sein, von denen berichtet werden wird als Verhandelnde. Inzwischen weiß ich: Es sind alles nur Männer, zumindest auf griechisch-zyprischer Seite. Schon allein das ist ein Skandal! Frauen sitzen, sozusagen, brav in zweiter oder gar dritter Reihe und machen den Herren einen Großteil der Arbeit. Wo sind wir eigentlich? Das Vorhaben kann schon allein auf Grund dieser Schräglage nicht gelingen?! Ein Männerurlaub wie in den 50er Jahren?! Ich warte nur noch auf das Bild eines Politikers in einer der Medien, der auf einem großen Balkon einer Villa stehend in Grans-Montana seine kubanische Zigarre schmökt.

Ein präsidialer Jet, nur dergleichen kommt eigentlich in Frage, passte schon zum nötigen Wind, den man zu verursachen hat, wenn man sich nach einem Ort wie Crans-Montana begibt und, bitte sehr, dies als Staatsmann und mindestens genauso wichtig wie Churchill. Sie verstehen? Solch ‚wichtige‘ Gespräche in Nikosias neutraler Zone durchzuziehen, hat einfach nicht den nötigen kulturpolitischen Aufwind, würde nicht genügend Steuergelder verbraten – auch wenn die Verhandlungen am Schluss – wieder oder fast – zum Absturz zwischen Norden und Süden führen könnten.

Obgleich, es muss schon gesagt werden, dass ein bisschen Pokerface auch in mir schlummert. Und dieser Umstand lässt auch vermuten, dass Astrologie eigentlich die richtige Instanz wäre, um all die Faktoren, die in Erwägung zu ziehen sind, um den Ausgang der inner-zyprischen Bemühungen im schweizerischen Urlaub ermitteln zu können – aufgrund ihres außer-irdischen Überblicks. Der Verdacht liegt also in der Luft, dass durchaus auch andere Pokerfaces derartig spekulieren, nämlich, dass sich in Crans-Montana womöglich wirklich geeinigt werden könnte dieses Mal.

Na dann wäre was los. Hilfe! Wer sollte denn bitte sehr so etwas Vereinigtes ertragen? Die Zyprer etwa? Dagegen sind oder wären die Schwierigkeiten nach der Vereinigung von BRD und DDR geradezu ein Sonntagsspaziergang, oder so. Den zyprischen ‚Spaziergang‘ dieser vereinigten Art könnte dann womöglich jemand ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt als passend befunden haben?

Denn: Haben Sie auch schon davon gehört, dass die Israelis – bei dem trilateralen Treffen mit Griechenland und Zypern letztens – vorgeschlagen haben sollen: Ach, lasst uns doch die ganze Ölförderung im südöstlichen Mittelmeer zusammenlegen!

Bumms, dieser Vorschlag hatte gesessen!

Was tun?

Sonst heißt es ja immer: diversifizieren!

Wir schrieben es bereits: Das, was manche insgeheim denken und vielleicht auch schon als Plan in ihren Schubladen bereit zum-damit-in-die-Öffentlichkeit-treten liegen haben, scheint immer näher zu rücken. Und das ist: Den Israelis eine Perspektive zum Beitritt in die EU zu eröffnen.

Was halten Sie davon?

Bedenken Sie, die australischen UNFIcyp-Truppen haben gerade vor ein paar Tagen erst ihre Koffer gepackt auf Zypern.

Guter Entscheid!

Andere Länder, die m Rahmen der UN als Friedensvermittler auf Zypern tätig (sein sollen) sind, dürften diesem Beispiel folgen. Und auch daher gewinnt die erwähnte israelische Perspektive doch wohl an Gewicht in der Region.

Davon mehr, sagen sich eventuell nicht wenige, nach den Wahlen in Deutschlands September. Bis zu diesem Zeitpunkt könnten sich auch Griechen und Mazedonier endlich geeinigt haben wegen der Namensangelegenheit. Die Mazedonier wollen ja von ihrem Landesnamen nun Abstand nehmen und endlich gehorchen wollen, wie es Athen gern hätte – erstere haben ihren Preis dafür bereits benannt, versteht sich. Machen Sie sich da keine Sorgen, verehrte Leser. Die Mazedonier stellten im Gegenzug auch noch in Aussicht, etwas EU-licher zu werden; und die EU plus Griechenland, dass dieses Land dann wohl doch noch schnell unter den EU-Schirm kommt – bevor der russische Winter dort einbricht. Das ist doch schon mal was, oder?

An anderem Ort im Netz (Facebook: Zypernundmehr) wurde bereits vorgeschlagen, dass Mazedonien zukünftig „Mazi“ genannt gehört. Das ist zwar auch Griechisch und bedeutet „zusammen“. Das Wort scheint aber niemandem auf den Schlips ideologisch, oder wie auch immer geartet, zu treten. Scheint also allseits einigermaßen gut verdaubar zu sein. Außerdem ist MAZI doch so schön unserer Zeit gerecht kurz und schnell ausgesprochen und von seiner Wortbedeutung her einfach überwiegend positiv besetzt: gemeinsam in den Krieg, gemeinsam gegen Die anderen, gemeinsam in den Tod für die EU etc. Verzeihen Sie, dass dem Gemeinsamen so viele Gemeinsamkeiten zu entlocken sind, die, je nach Blickwinkel, halt doch zuweilen positiv rüberkommen – sozusagen zwangsweise. Hoffe, auch Sie können das so erkennen!

Nee, jetzt mal ehrlich: Mazedonien muss noch unter den EU-Deckmantel. Alles andere wäre Putin nicht nur den roten Teppich vor dem EU-Haus auszurollen, sondern auch den Hebel für fortdauerndes Chaos und Kuddel-Muddel an der „Süd-Ostflanke“ der EU in die Hand zu spielen – und an die langen, schlanken Greifer aus Peking wollen wir da gar nicht erst erinnern. Allerdings auch daran nicht, was die Welt am 27. Juni 2017 auf Seite 7 unter anderem schreibt: „… Österreichs Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil hat vor einem wachsenden Einfluss des Islam in Südosteuropa gewarnt. „Wir sehen auf dem Balkan eine schleichende Islamisierung!“ … . Ankara werde im Kosovo, Albanien und auch in Serbien immer einflussreicher: „Es wäre aus meiner Sicht nicht vertretbar, dass die Türkei im Rahmen von Nato-Einsätzen demnächst möglicherweise immer mehr Truppen am Balkan stellen wird“, sagte der Minister. Ein solches Übergewicht könne nicht im Interesse der Europäer liegen. Doskozil: „Deutschland und andere Staaten dürfen in ihrem Engagement am Balkan nicht nachlassen, damit das Gleichgewicht der Kräfte und die Stabilisierung der Demokratie in der Region nicht gestört werden.“ … So versucht die Türkei mit der großzügigen Renovierung zum Teil kriegszerstörter Moscheen in den Städten Banja Luka und Sarajevo (Bosnien), Priren und Pristina (Kosovo) oder als Großinvestor in verarmten Landstrichen Bosniens und Südserbiens, die Herzen der Menschen zu gewinnen. Im Kosovo sind türkische Unternehmen im Nahrungsmittelbereich, beim Straßenbau und im Energiesektor stark vertreten. In Albanien weitet sich der türkische Einfluss ebenfalls aus.“

Auch daher erscheint es einem schon als Art Wohltat, in den Nachrichten vom 29. 06. 17 zu erfahren, dass man beim G 20-Treffen in Hamburg Erdoĝan ENDLICH verbietet, bei seinen fanatisierten und teils auf Trotz gegenüber der Gesellschaft in der sie leben eingestellten Deutschen mit türkischem Hintergrund solches Sentiment auf- oder anzurühren. Vielen dieser Leute gilt es endlich ihre Attitüde oder verstiegene Hoffnung anzukratzen, die den Autokraten mit Sultan-Ambition vom Bosporus bereits wie einen muslimischen Heilsbringer zuweilen ansehen. Letzteres ist deR ganz gewiss nicht. Ein Blick auf seine Bankkonten, in die Knäste der Türkei, wo wieder verstärkt gefoltert wird etc. reicht eigentlich, um das zu verstehen. In diesem Zusammenhang muss einfach noch schnell das Erstaunen darüber ausgedrückt werden, dass für die kommende Wintersaison 2017 anscheinend Ägypten von sonnenhungrigen Urlaubern schon gut gebucht worden sein soll. Dass Ähnliches dann im Sommer 2018 für die Türkei ansteht, würde vor diesem Hintergrund nicht mehr verwundern. Und hier wäre die Politik gefragt, solchen Entwicklungen entgegenzuwirken. Denn anscheinend halten Reisewarnungen Touristen nicht mehr davon ab, dennoch nach Orten wie Ägypten zu fahren. Frau Merkel & Co. müssten sich noch eindeutiger positionieren, damit dann keine Berichte eingehen über so-und-so-viel Touristen, die im Tempel von X oder Y gefangen, gefoltert oder abgeschlachtet wurden. Insofern ist es auch nicht klug von ihr, sich am 29. Juni 2017 im Parlament nicht zu dem Redeverbot des türkischen Präsidenten außerhalb der G20 (oder in der türkischen Botschaft) geäußert zu haben. Manche Leute brauchen klare Zeichen, vor allem in Zeiten wie diesen, wo offenbar schnell mal jemand glaubt, seinen Frust andere mit dem Leben bezahlen zu lassen und dann noch irgendwas von ISLAM quasselt danach.

Gelänge die Beilegung dieses dummen Streits der Mazedonier mit den Griechen, könnte eine gewisse EU-isierende Ausstrahlung den Kosovo und Serbien zu befrieden helfen. Sie werden es nicht wahrhaben wollen, doch irgendwie müssen diese ‚offenen Rechnungen‘ in und auch um das Gebiet der EU durchaus auch im Zusammenhang mit den Entwicklungen in Zypern gesehen und gesichtet werden.

In knapp 8 Monaten sollen Wahlen auf Zypern sein, auf der griechisch-sprachigen Seite. Ehrlich gesagt: Das Wahlgeblöke überall klingt bereits als seien die Wahlen nächste Woche. Das heißt: Wir werden 8 lange Monate mit dem Thema genervt und beschossen. Scheinbar scheint nichts Wichtigeres mehr zu bestehen in ‚dieser‘ zyprischen Welt – und schon allein daher sind die Verhandlungen vonseiten der griechisch-zyprischen Seite in Crans-Montana mehr als fragwürdig. Wahlen auf Zypern sind wie bei Darwin oder Shakespeares die Frage nach „sein oder nicht sein!“ Nun, hoffen wir, dass dabei nicht ein Ende herauskommt, dass dem aus der Haft entlassenen chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo gleicht: „Zum Sterben entlassen! (Welt)“.

Diese Frage nach dem Sein, auch wenn ein Ausrufezeichen dahinter angebracht wurde, hängt irgendwie immer über dem zyprischen Parteien-Himmel – 365 Tage im Jahr ist dort Wahl, irgendwie. Das Schachern innerhalb und zwischen den Parteien Zyperns mag manchen ein interessantes Thema sein, gewiss ist es aber ein akademischer Zeitvertreib, dessen vielleicht interessanteste Frage derzeit ist: Na, welche Ausrede oder Grund wird von der griechisch-zyprischen Seite wohl letztlich angeführt werden, den, wie immer, in Aussicht gestellten Erfolg der Verhandlungen doch nicht auf großer internationaler Bühne verkünden zu können? Welche Dramatik im 3. Akt des Theaterstücks namens Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern ließ das Stück zum Drama werden und nicht zur Geschichte mit Happy End? Die Zuschauer schmachten jetzt schon danach, den Ausgang dieser hochinteressanten Aufführung miterleben zu dürfen. Die meisten schnarchen, nicht applaudieren, schon recht laut.

Wollen wir besser nicht so etwas wie eine Nutzen-Kostenrechnung erstellen. Es kann hier allerdings vorerst nur darauf verwiesen werden, dass die Cyprus Mail über das stets veranstaltete Wahlgetöse jahrein – jahraus näher Auskunft gibt auf Englisch und wahrscheinlich auch die Cyprus Weekly – und ganz gewiss alle griechisch-sprachigen Zeitungen Zyperns.

Ehrlich gesagt: Das Thema ist wirklich mindestens so ermüdend, wie die sogenannten Bemühungen in Sachen Wiedervereinigung des Landes sich andauernd anhören zu sollen, welche also zu oft ein Auftritt in New York oder in der Schweiz gewisser „Spitzenpolitiker“ der Insel begleitet.

Dennoch werden wir Sie über aller Wichtigstes, sogar scheinbar Wichtiges, auf dem Laufenden halten – sporadisch und mit dem anerbotenen Ernst sowie Distanz. Zum Beispiel ist die bereits erwähnte und zitierte Kathimerini am Sonntag, dem 18. Juni 2017, seitenweise voll mit dem zyprischen Wahl-Thema, und zwar, dass der Parteiunabhängige Mike Spanos nun doch nicht die (schein)kommunistische AKEL im Rennen um den Präsidentensitz auf Zypern vertreten wird.

Wahrscheinlich war das ein kluger Entschluss dieses Herren. Tagtäglich sieht man in den Nachrichten AKEL-Leute wie Malos, Kasamias, Kyprianou und wie sie alle noch heißen in ihren Startlöchern sitzend. Wer hat da eigentlich geglaubt, er könne an diesen Alfa-Tierchen der Partei vorbei einen von DRAUßEN an der Spitze positionieren?

Möglich wäre es zwar, aber nicht wirklich vorstellbar. Derjenige, der oder die das schafft, muss wahrscheinlich „das Kapital“, „mein Kampf“ sowie „Tom Sawyers“ wahlweise, aber im gleichen Zeitraum gelesen haben: einmal da ein Kapitelchen, einmal dort ein Kapitel usw.

Doch, ich bin jetzt mal der Meinung, dass solch Vorgehen eines zyprischen Politikers die Lösung der Zypernfrage durchaus auch bringen könnte, also, diese Klassiker so zu lesen. Welche, das Inselchen wiedervereinigende, Eingebungen ein solcher Mensch bei solch Lektüre erhält, behaupte ich kühn, kann, was die Zypernfrage angeht, eigentlich nur noch eine Erfolgsstory werden – zumal ja all das andere Geplänkel seit über 40 Jahren bislang nicht oder zu wenig geholfen hat. Jedenfalls, wenn es diesmal nicht klappt, dann bitte sehr all die Verhandlungsführenden und andere wichtige Protagonisten mit der RICHTIGEN Lektüre ausstatten – siehe oben!

Sie haben mich ertappt: Es fehlt mal wieder eine Frau, die als Autorin den Herren in Zypern noch hineingereicht gehörte zwecks Erlangen des immer wieder proklamierten obersten Ziels der zyprischen Politiker. Weil mir nichts Besseres einfällt auf die Schnelle und in der Not, wird empfohlen: Greift doch bitte noch zu Alice Schwarzer, irgendwas von dieser Frau Geschriebenes, am Geeignetsten erscheint aber: „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen.“ Dieses Standardwerk des Feminismus sodann mit den zuvor erwähnten Büchern in vorgegebener Weise – ein Kapitel hier, ein anderes dort – lesen und die zyprische Welt wird gewiss afrodisierender!

Der griechisch-zyprische Präsident Anastasiadis gibt sich derzeit noch siegessicherer als sonst. Die zyprische Presse titelt dazu so schön: „Und jetzt liegt der Ball bei den Türken!“ Mal wieder, könnte man sagen, soll der dort liegen. Praktisch nichts getan vonseiten der Griechischzyprer, und dennoch soll der Ball bei den Türken liegen. Bravo! Das grenzt wirklich schon an Hexerei. Dass die Griechischzyprer sich nun offenbar doch mit den Türkischzyprern in der Schweiz – steuergelderverbratenderweise – treffen, ist vielen ein Ärgernis sondergleichen, mag ich Sie noch wissen lassen! Wer stoppt diesen Wahnsinn endlich? Das fragen sich nicht wenige.

Eine, der vielen Wahnsinnigkeiten, scheint man nach Jahren anscheinend aus der Welt geschafft zu haben, demnächst. Ein Wunder, wenn da nicht noch was verzögernd dazwischen kommt bei der sogenannten GeSY – Gesundheitsreform und so. Angelos Anastasiou schreibt in der Sunday Mail vom 18. Juni 17:

Die im Parlament angenommene Entscheidung, eine nationale Gesundheitsfürsorge nach jahrzehntelangem fruchtlosen Diskussionen einzurichten, war ein monumentaler Schritt vorwärts, obwohl es noch viele weitere Schritte braucht, bis diese Reform umgesetzt werden kann. Die Hauptsäule, die dieses System für alle Lohnempfänger, Angestellte und Beamte stützen soll, die einen Teil ihres Einkommens zum Gelingen beitragen, ist: weltweite Deckung gleichwertiger Gesundheitsfürsorge und freie Arztwahl der Patienten. Jedermann hat die Freiheit, die Grunddeckung bei privaten Gesundheitsversicherungen aufzustocken: entweder, um spezialisierte Serviceleistungen abzudecken, die nicht durch GeSY gedeckt sind, wie zum Beispiel der Erhalt von Markenmedizin oder um sich im Spital bei der Wahl eines Krankenzimmers abzugraden; oder es besteht sogar die Möglichkeit, die Bestimmungen von GeSY abzulehnen und irgendeinen Arzt, und dies jederzeit, konsultieren zu können, egal, ob dieser bei der GeSY registriert ist oder nicht.

Wie von der politischen Führung einstimmig vereinbart wurde, sollen am 01. März 2019 die Beitragszahlungen bei Rentnern, Lohnempfängern und Staatsangestellten mit 1,7% ihres Einkommens beginnen, der Arbeitgeberanteil liegt bei 1,85%, der Staatsbeitrag für seine Lohnsummen beträgt 1,65% – und Selbstständige berappen 2,55%. Am 1. März 2020 werden definitive Beitragszahlungen festgelegt für all die zuvor erwähnten Angestellten mit 2,65%, wobei die Arbeitgeber zusätzlich 2,9% beitragen und der Staat für seine Angestellten/Beamten 4,7% – sowie Selbständige mit 4%“ usw.

Summasummarum: Man wird dann hoffentlich ab dem Jahr 2020 über eine umfassende Gesundheitsversicherung aller Zyprer (Süden) verfügen. Das ist gar nicht so selbstverständlich, wenn in Betracht gezogen wird, dass es immer noch kein Lärmschutzgesetz gibt, welches regelt, dass Veranstalter jedweder Art ihre Musik, Lärm – nennen Sie es, wie sie wollen – ab 22 Uhr, beispielsweise, nicht mehr haben dürfen, dass dieser oder jener Schallpegel nicht überschritten werden darf etc.

Es sieht bislang nicht so aus, als würden die Damen und Herren vom griechisch-zyprischen Parlament sich nun doch schon demnächst einig werden in dieser Lärm-Angelegenheit. Angeblich soll das im Oktober 2017 dann aber der Fall sein.

Bis dahin können Sie, verehrte Leser, als Kneipenbesitzer oder dergleichen aufdrehen, bis die Nachbarschaft auswandert – aber gewiss, bis die Touristensaison 2017 vorbei sein wird und alle Touris, hoffentlich beschwingt dadurch, an ihre Arbeit zurückgekehrt sein werden.

Warum Menschen neuerdings anscheinend andauernd mit Musik berieselt werden müssen, ist hier jedenfalls unverständlich. Ich versteige mich sogar zu der Behauptung ohne statistische Belege, dass das Gequake aus Lautsprecherboxen an Stränden letztlich den erwünschten Effekt – entspannt und mit Energie aufgefüllt zurück in die Heimat zu kommen – bekämpft oder schmälert. Es ist der CTO Zyperns, der Tourismusbehörde, dringend anzuraten, solche lärmfreien Orte an Stränden zu kreieren.

Da bietet sich schon an, wären Sie vorsorglich zu den 3.en internationalen Yoga-Tagen gegangen hier auf Zypern. Sind jetzt leider schon wieder vorbei. Fanden dieses Jahr am 21. Juni statt. Der High Commissionar Indiens in Nikosia hat den Event besorgt – ein Highlight. In Platres traf man sich dazu. Das ist ein Ort im Troodos Gebirge, wo die Luft nach Pinien und nochmals nach Pinien riecht. Schön schattig dort und gute Aussicht – sonntags im Sommer allerdings überrannt mit vorwiegend einheimischen Besuchern, die meist nicht gerade leise miteinander reden.

Immerhin, die Polizei Zyperns ist aktiv, und zwar dort, wo man es gar nicht so aktiv erwarten würde auf Zypern. Ganz körpernah sogar. Um Zuhältern auf die Schliche zu kommen, sollen Beamte sich als Freier engagiert haben. Und klar, da blieb wohl nicht aus, dass der fleißige Beamte sich eine volle Dose Hurenliebe abholen ging, um die Gute dann für ihre Dienste mit gezinktem Geld zu bezahlen, ja, und um sie dem Gesetz umgehend danach zuführen zu können. Eine 72-Jährige wurde sogar festgenommen. Vielleicht hätte die Dame bei Bedarf die mit Zuhälter verbotene, horizontale Arbeit auch ohne einen Zuhälter erledigt, wer weiß. Doch sie soll ja ‚nur‘ eine Hurenhalterin, also Zuhälterin gewesen sein.

Wie hier auf Zypernundmehr mehrfach berichtet wurde, ist das Problem sexueller Ausbeutung von Frauen, vor allem aus der Dritten Welt und möglichst jungen, durchaus gegeben und vom Ausmaß her als problematisch einzustufen – wenn der Norden dabei miteinbezogen wird.

Nun von Ausbeute, oder dergleichen, kann im Folgenden in gewisser Weise auch gesprochen werden.

Die Co-Op Zentral-Bank Zyperns fordert nämlich Lohnerhöhung; und wenn dem Wunsch nicht nachgegeben wird, dann … . Diese guten Forderungenstellenden der Co-Op haben anscheinend vergessen, dass sie ihr Hinterteil im Trockenen halten können, weil der zyprische Staat 1,7 Milliarden Euro von internationalen Kreditgebern ausgeliehen hatte. Machen Sie sich nicht weitere Sorgen, verehrte Leser: Das Sümmchen zahlt selbstverständlich der zyprische Steuerzahler ab, nicht etwa die Damen und Herren von der Co-Op, also die Arbeiter derselben, die an der Finanzkrise durchaus einen erwähnenswerten Anteil nahmen vor dem Jahr 2013 durch ihre Geschäftspraktiken etc. Dreist lebt offenbar länger und besser!

Nur für all jene, die es noch interessieren sollte: Die Co-Op ist noch längst nicht aus dem Schneider, was ihre Finanzen, Geschäftchen und die angeblich überwundene Krise angeht. In diesem Zusammenhang ist umso ‚lustiger‘, dass die zyprische Regierung danach schielt, diese Bank dennoch an der Börse gelistet zu sehen. Das soll im September 2017 möglichst der Fall werden. 25% der Anteile der Regierung an der Co-Op werden zu diesem Zwecke – hui, wie spendabel – an die Co-Op-Kunden vermacht, sozusagen.

Natürlich nörgelt nun der Oberstaatsanwalt, der Hauptprüfer solcher Dinge. Mal sehen, ob er den erwähnten Börsengang – noch – verhindern wird können, verhindern will.

Zur Info: Die Co-Op wurde ja zur Hightime der Krise zur Co-Op Zentral Bank. Und die Gewerkschaft hätte nun gern, dass alle Beschäftigten gleiche Löhne erhalten – also, dass diejenigen Mitarbeiter aus der Co-Op (vor 2013) nicht weiterhin ‚übervorteilt‘ werden. Es riecht ansonsten, Sie ahnen es schon, nach Streik. Der Haken daran: Die ‚sehr‘ realistischen Gewerkschafter wollen natürlich eine Lohnangleichung auf höchstem Niveau erreichen, also, dass alle den Lohn erhalten, den die bislang am meisten Verdienenden in der ehemaligen Co-Op erhielten. Wenn schon, denn schon!

Kurz: Die Forderungen der Gewerkschaft eignen sich eigentlich gut, die mentale Verfasstheit vieler Zyprer zu begreifen – immer schön übern Rand hinausschießen oder -schwappen! Es herrscht offenbar geradezu ein Drang zur Exklusivität bei vielen, längst nicht allen Zyprern, kommt es so manchem Beobachter der Lage vor. In eben aufgezeigter Richtung läuft auf Zypern der Hase, also, öfters davon, auch im Norden der Insel. Nichts, was Sie allzu sehr beunruhigen sollte!

Falls Sie noch nie was von einer „Maroni News“ hörten, braucht Sie auch das, eigentlich, nicht weiter zu beunruhigen. Ein kleines lokales Nachrichten-Blättle, welches wöchentlich oder monatlich herauskommt.

Wir haben es auch abonniert und irgendwie kam ich darauf, letztens mal wieder reinzuschauen. Wenig scheint sich geändert zu haben – Werbung, Werbung und nochmals Werbung. Ob dieses Zeitungsprojekt weiterhin finanziell unterstützt gehört, gehörte wahrhaft ernsthaft diskutiert. Was unseren Haushalt betrifft, hat es schon den Touch einer Art Solidaritätsbeitrag – denn wirklich lesen, tut das Ding meist niemand wirklich.

In der letzten Ausgabe, die mir in die Hände geriet, konnte was zu „Netflix“ erfahren werden. Scheint eine Plattform zu sein, auf der Filme usw. heruntergeladen werden können, wie “Game of Thrones“. Doch letzteres sei nicht zu haben, steht geschrieben, dafür aber im „exklusiven“ Angebot bei Netflix „The Crown!“ Sagen mir beide herzlich wenig. Diese Welle seine Freizeit zu gestalten, ging bislang an mir vorüber – die Welle der Internetspiele.

Todesanzeigen sind als recht zahlreich vorhanden in der Maroni News. Es ist aber OK, diesen Leuten bei Bedarf zuweilen etwas Geld für diesen zweimonatigen Service zukommen zu lassen. Es kann diesmal in der Maroni News erfahren werden, dass Bewohner des Dorfes Maroni an einer Müllsammelaktion beteiligt waren. Der Müll entlang einiger Straßen wurde eingesammelt. In der DIN-A6 Zeitung kann ein Toyota gesehen werden, auf dessen Ladefläche mehrere beige, prallgefüllte Säcke gesehen werden können. Die Aktion wurde allerdings bereits am 02. 04. 17 durchgezogen. Ich glaube, das ist auch der Zeitraum gewesen, wo die Singvogeljagd auf Zypern wieder ihren Höhepunkt hatte. Die freiwilligen Müllsammler hätten daher bestens gleich die Vogelfallen und Leimruten mit eingepackt, die dort – wo sie sich bemühten, ihr Umweltgewissen aufzubessern – gewiss todbringend aktiviert waren. Womöglich wurde von einem Tonband, an den Bäumen oder in den Sträuchern angebracht, Singvogelgezwitscher abgespielt. Wenn schon Müll wegsoll, dann also bitte auch diesen totbringenden Müll!

Sie haben Recht, es ist nicht ungefährlich, solche Fallen zu entfernen. Man mag gar nicht darüber nachdenken, wie viele dieser Müllbeseitiger sich danach insgeheim ein Vogelschenkelchen gönnten.

Der Maroni News würde ein bisschen mehr Kritik an den Gegebenheiten in der Region Maroni recht guttun u.a.

Apropos kritisch: Es gilt hier, den ausgerufenen Lehrerstreik der Lehrergewerkschaft „Poed“ kritisch zu hinterfragen. Wen soll solch ein Streik mehr oder weniger zum Beginn der Sommerferien auf Zypern noch aus den Liegestühlen jagen Mitte des Monats Juni?

Und zwar ging es bei dem Streik um den Modus bei Neueinstellungen von Lehrern. Die Parlamentarier im Parlament haben kürzlich abgenickt, dass jene Lehrerschaft, die erstmals auf Schüler losgelassen wird, nicht mehr berufen, also ausgesucht wird, sondern, dass jene beruflichen Neulinge eine Prüfung zu durchgehen haben. Eigentlich findet man das aus Außenstehender auf den ersten Blick doch gar nicht so schlimm, wissend, dass auf der kleinen Insel Seilschaften jedweder Art oft bestehen und erbrachte Leistung nicht immer das Maß der Dinge zu sein scheint.

Allerdings haben die Parlamentarier in Nikosia-Süd für dieses neue Gesetz eine Übergangsperiode von 10 Jahren festgelegt. Das heißt, das Gesetz kommt nicht umgehend zur Anwendung und ist schon allein daher sehr gefährdet, jemals das Licht der Welt in Völle genießen zu dürfen. Denn: Bekanntlich sind die Abläufe in Zypern oft etwas schnelllebiger und vielleicht auch etwas leichtlebiger – vielleicht!

Anscheinend streikten mehr als 120 Grundschulen bei erwähntem Streik.

Bei dem Wort streiken, kommt einem unwillkürlich das englische Verb „to strike“ in Erinnerung. Bekanntlich sind die beiden Worte inhaltlich verwandt miteinander. Folter eher nicht. Und genau diese ist es, die ihre hässliche Fratze in der Türkei wieder verstärkt zu zeigen begonnen hat, wie bereits kurz erwähnt wurde – und das ist nicht nur in den sogenannt überwiegend kurdischen Gebieten der Republik Türkei der Fall. Nikosia-Süd, wie auch Brüssel, haben allen Grund, weiterhin, den Norden Zyperns aus der Umklammerung der Türkei unter jemand wie Erdoĝan zu befreien. Es könnten sich ansonsten im Norden Zyperns vermehrt Burschen und auch Mädels einschleichen, die man andernorts glaubt, nur noch durch das Abwerfen von Bomben und dergleichen loswerden zu können. Es ist also höchste Zeit, dass die Zyprer noch die Kurve kriegen bei ihren Verhandlungen, die sie hoffentlich diesmal mit mehr Ernst betreiben – Pokerface lässt ansonsten grüßen!

Das größte, tollste und natürlich Beste, was die Welt der Spieler je gesehen haben, soll nun – wo auch sonst – auf Zypern doch noch der Menschheit in Form eines Casinos – nein, gleich mehrerer – dargeboten werden. Das aller-umwerfendste soll die heimliche Hauptstadt Limassol abbekommen. Wir werden Ihnen darüber näher Berichten (Standort, Eigentümer, Dimensionen), wenn das Projekt wirklich auf den Beinen steht. Natürlich interessiert Sie, wie wir wissen, wie und in welchem Anteil die Orthodoxie sich mildtätig dabei einbringen wird. Es wird schon bald unter irgendeinem Teppich hervorgekehrt. Schließlich sind Geheimnisse dafür da, in der Öffentlichkeit Furore zu machen.

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So nicht!

Dass Ende Mai 2017 immer noch mit leichtem Schlottern vor Kälte ins Meerwasser gegangen werden muss auf Zypern, ist wahrscheinlich einmalig. Jedenfalls ist es das für mich, der ich seit 2005 hier die Füßchen und mehr ins Wasser halte. Die Tage vom 20. – 25. Mai waren dieses Jahr eher vorfrühlingshaft. Jetzt strengt sich die Sonne aber wieder kräftig an, ihr Tagwerk RICHTIG zu tun. Das Meer muss in Sachen Wärme allerdings noch nachziehen, einen weiteren Gang einlegen, wie man sagt, um das Badevergnügen aller Badefreudigen zu werden.

In etwa so, wie die Trump-Regierung der USA einen anderen Gang einlegt beim Regieren, ist das zuvor Gesagte in etwa zu verstehen – und zwar in Bezug auf die UN. Doch auch auf die Zyprioten scheint etwas mehr Druck als sonst ausgeübt zu werden vonseiten US-Amerikas, und zwar in etwa so: recht frisch und leise angetönt, wie: Bringt mal endlich euer Haus in Ordnung, verdammt nochmal!

In der Luft vernehmlicher steht nun womöglich doch, dass die UNFicyp nach 50 Jahren schlankem Maxen auf der Insel, bye-bye sagen soll müssen. War eine prächtige Zeit, werden einige von diesem Teil der UN-Angestellten denken. Den ganzen Tag die Beine hochlegen und so tun als ob. Gibt es was Diplomatischeres im Leben zu tun als in dieser Pose Mücken totzuschlagen mit der neusten Ausgabe einer der hiesigen Zeitungen? Nur von dieser Insel abziehen, ist diplomatischer, mag mancher antworten wollen – oder doch nicht?

Die Zyprer wollen es allerdings noch nicht glauben oder wahrhaben, dass es so weit kommen könnte. Man hat sich doch so aneinander gewöhnt, und außerdem sind da doch noch immer diese bösen Türken um die Ecke, ja, Konfliktpotential en masse gibt es! Da können die, in jeder Hinsicht teuren Beschützer doch nicht Leben in Libyen anstatt retten gehen!

Wäre schon eine wirklich lustige Lachnummer, wenn es zu Art kriegerischen Auseinandersetzungen käme auf Zypern, nachdem die UNFicyp abgezogen ist. 50 Jahre und mehr herrschte einigermaßen Ruhe und kaum bist du weg, schon schlagen sich die Zyprer die Köpfe ein!

Man wird sehen.

Als temporäre Kraft wurde diese UNFicyp-UN-Truppe hier jedenfalls 1964 angepflanzt. Und es gibt wahrhaft Regionen in der Welt, wo diese Leute dringlicher gebraucht würden, wie bereits angetönt. Ihr Verbleib hier auf Zypern, und da hat Präsident Trump allemal Recht, der auf Sparflamme schalten will innerhalb der UNO, grenzt an Geldverschwendung. Wenn ich mich nicht täusche, sind das Steuergelder, die da seit Jahren lustig tiefen, beruhigten Schlaf gut genährter und gut bezahlter UN-Angestellter sichern helfen.

OK, in den letzten Jahren haben die deren Budget schon etwas zusammengestrichen bei der UN. Wir reden hier von knapp etwas mehr als 1.100 Personen, die diesen Sold, oder wie man es nennen darf, Gehalt, derzeit einstreichen auf Zypern. Und das für, mit Verlaub, läppische 180 km Grenzverlauf, die man mit körperlicher Präsenz beehrt. So viele KM soll die sogenannte Buffer-Zone nämlich haben. Die Türken nennen diese Zone, vermute ich, weil das tun sie woanders so auch, Tampon-Gebiet („tampon bölgesi“). An jenem Ort haben vor Kurzem erst Mitglieder der türkisch- und griechischyprischen Gemeinde eine Menschenkette gebildet: „Wir wollen eine Lösung der Zypernfrage jetzt!“ Also gleich hinterm Checkpoint an der Ledrastraße haben die sich aufgereiht. Ist praktisch, weil nicht allzu weit weg vom Kaffee, wo die sich vor dem Ledra Palace in der Zone gewöhnlich treffen. „Wir werden die Frage auf unsere Weise lösen!“ Tampons hatten einige der in der Menschenkette jedenfalls keine in ihren Mündern, falls das eine der Lösungsmittel sein hätte sollen. Nein, es waren Trillerpfeifen, die wohl auch nicht effektiver wirken dürften.

Tampon ist Ihnen kein Begriff? Na ja, wenn es blutet und dieses Bluten gewissermaßen unweigerlich zu passieren hat – der Natur wegen. Sie verstehen? Gut!

Jedenfalls wartete der UN Peace-Keeping-Rat länger als 30 Tage, äh, Jahre, also genauer über mehr als 50, um nun vielleicht wegen Herrn Trump vom Trump-Tower doch endlich mal seine Mission auf Zypern zu überprüfen, nach dem Motto: Warum sind wir hier? Macht es überhaupt noch Sinn? Wie sich verhalten, wenn der politische Prozess, wie gerade wieder geschehen (wird), zusammengebrochen ist? Letzteres bezieht sich im Fall Zyperns ‚natürlich‘ auf die wie in einem zeitlosen Labyrinth verlaufenden Wiedervereinigungsverhandlungen.

Ja, Funding der UN wurde und wird also auch vonseiten Washingtons etwas zurückgefahren. Was Zypern angeht, ist es wirklich an der Zeit, dass da mal rigoroser jemand klargemacht wird, dass es SO nicht weitergehen kann! Bravo Donald Truck (Trump multipliziert mit der vergleichsweise ähnlich schlau dreinschauenden gezeichneten Disney-Ente namens Duck, ergibt also Truck).

Da fragt man sich eh, wie Die das über all die Jahre durchgedrückt bekommen haben, dass die UNFicyp ihren Auftrag stets verlängert bekam in der UN. Vor dem Hintergrund, dass auch noch 5, nicht etwa 2 oder 3, nein, 5 permanente Mitglieder des UN-Sicherheitsrates ihr „JAWOHL“ dazu abzugeben haben, ist das schon beachtlich – und wenn man bedenkt, wie verstritten die sich doch als zeigen, wie uneins, dann ist das Einverständnis schon eine Meisterleistung. BRAVO! Stinkt schon fast etwas nach Pushen. Wir wollen ja nicht gleich von Manipulation sprechen, die in gerade noch legalem Rahmen passiert, oder gar von, pfui, Korruption?

1978 soll es fast mal nicht geklappt haben, dass die Unbestechlichen in der UN bei der Abstimmung zum Verschicken der UNFicyp nach Zypern sich einigen. Weil: ALLE müssen dort nämlich ihr „JAWOHL“ abgeben. Ein einziges „NIX!“ macht das ganze UN-Spielchen schon kaputt. Friedenmachen ist halt ein schrecklich einstimmiges Geschäft.

Kann also sein, dass die Auswirkungen des erwähnten Spiels nun doch endlich zeitweise beendet werden auf Zypern. Man muss doch schließlich auch an die Karriere denken. Der beinah geschasste Norweger, der Herr Eide, Sonderbeauftragter der UN für Zypern, hat nämlich vor, bevor er die Koffer vor die Insel gestellt kriegt von den Zyprern, demnächst das Amt eines norwegischen Außenministers zu bekleiden. Auf Wiedersehen, könnte da spitzbübisch sich zuzwinkernd, gesagt worden sein. Und gewiss werden sich entsprechende Vertreter der Republik Zypern dann mit dem inzwischen etwas unliebsamen Norweger wieder besser verstehen wollen als jetzt. Als Außenminister kann er protokollarisch einwandfreies Verhalten erwarten. Jetzt – zumindest schien sich da was anzubahnen, was wahrscheinlich noch nicht ganz behoben ist – ist Herr Eide so etwas, wie eine geeignete Zielscheibe geworden, vor allem die von Präsident Anastasiadis, der sich an dem UN-Mann hochziehend, die kommenden Wahlen auf Zypern im Frühjahr 2018 erfolgreich in den Ziellauf zu bringen gedenkt – bis ins Ziel. Anastasiadis scheut auch nicht davor zurück, die 2012 auferlegten Maßnahmen zur Beschränkung der Ausgaben zum Erreichen seiner Wiederwahl aufzugeben. Die TROIKA wird’s freuen. Bislang scheint lediglich bekannt geworden zu sein, dass Anastasiadis‘ Vorhaben zufolge ungefähr 15.000 Familien profitieren werden, was den Steuerzahler so um die 6 Mill. € kosten dürfte. Wahlkampf auf Zyprisch! Dem nicht genug sollen auch Krankenschwestern, die eine Universitätsausbildung haben, und andere vergleichbare Gruppen innerhalb der Gesellschaft ein Zuckerbrötchen zugesteckt bekommen – die Peitsche kommt vielleicht später, doch nicht unbedingt dort, wo sie mal niedergehen sollte mit Getöse!

Wir dürfen daher alle hoffen, dass Herr Eide recht nett weiterhin breitest in Kameras lächelt und lächelt und nochmals lächelt, damit er selbst die Koffer nach Norwegen oder New York tragen kann oder darf und sein Widersacher, sozusagen, der Herr Anastasiadis, aufgrund solch heroischer, ja, patriotischer Tat eines Nicht-Zyprers auf Zypern nicht noch einmal so viel Wählerstimmen abräumt, dass er das Inselland erneut regieren soll oder wird.

Das DING, seine Wiederwahl, könnte vielleicht wirklich ins Inselauge richtig Schaden bringend gehen!

Stellen Sie sich doch mal DAS bitte vor. Da sichert der Eide ab, dass die Türken die türkische Armee von Zypern abziehen wird. Ja, sie lesen richtig. Das hat Der geschafft. Und was macht der griechische Außenminister: Beschwert sich bei Guterres, dem UN-Häuptling, genau darüber:

Der Norweger unterstützt doch die Türken!

So was in der Richtung muss der Grieche Kotzias in seinem Schreiben dem Guterres vorgekotzt haben. Wahnsinn. Doch dem nicht genug. Herr Christus-Schmerz, also Christodoulides, meint, ja, das hatten wir so mit Athen sehr wohl abgestimmt, also den Linker, wenn ich so sagen darf, den man dem Eide angetan hat. Das geht doch wohl nicht, dachte der Südzyprer, der auch Regierungssprecher ist, und dies gewiss vor Schmerz deswegen gekrümmt, nämlich, dass so ein Dauergrinser aus Norwegen sich derart in UNSERE Angelegenheiten mit den Türken mischt. Doof nur, und das hat vielleicht niemand so richtig bedacht, dass man der UNFicyp nun einen Rechtfertigungsgrund mehr genommen hat, um ihren Verbleib auf Zypern zu begründen.

Glücklicherweise ist Zypern und das politische Geschehen darauf ja so weltumspannend wichtig, dass solche nebensächlichen Erwägungen von den Herren – es gibt nur wenige Damen im Parlament – nicht zu berücksichtigen sind. Herr Erdoĝan, der auserkorene Dauerfeind der „Zyprischen Demokratie“, mag den Griechischzyprern mit seinem Fall hoch zu Ross runter mit der Nase auf den Boden, „plubb“, damals irgendwann war’s am Anfang seiner steilen türkischen Politkarriere, ein Zeichen sein. Sagen wir mal, eben erwähntes Zeichen besagt: Was tief fällt, trabte einst hoch (und ist gerade dabei, so hoch zu traben, dass es eigentlich nur nochmals fallen kann. Bloß wohin und wann)?!

Jetzt seien Sie doch nicht gleich eingeschüchtert, verehrte Leser. Na, und Bange muss Ihnen schon mal gar nicht werden um den südzyprischen Regierungssprecher Schmerz Christi (Christodoulides). Der fängt sich schon wieder. Am besten scheint ihm das zu gelingen, wenn er, wie soll man sagen, so ganz unaufgeregt ins Mikrofon spricht, so, als habe er ALLES im Griff. Man könnte zuweilen denken, er beschleicht den Präsidenten der Republik wie ein Schatten, der vielleicht überschattiger, oder wie man sagen könnte, dem präsidialen Schatten werden könnte, und zwar so schattig, dass das politische Karriererädchen des Herrn Anastasiadis dann in zweiter oder gar dritter Reihe zukünftig wieder drehen muss, nur, weil er den Schmerz im Schatten des Schatten von Herrn Christodoulides zu stehen, nicht mehr abwimmeln konnte. Das Volk könnte Christodoulides als Lichtfigur erkennen und hoffen, dass der Wahnsinn, der jetzt gleich im Anschluss erzählt wird, ausgerechnet von diesem Politiker entschmerzt wird – oder so was Heilbringerisches.

Also, halten Sie sich ruhig fest: „Niemand fragte, warum die Türkei bei der Ankündigung der dritten Lizensierung in Sachen Ölförderung 2016 so zahm reagierte. Damals gab die türkische Regierung ein nicht offizielles Statement ab, wie erwartet, und vergaß die Angelegenheit. War ziemlich seltsam, zumal Block 6, den die Türkei ja als einen Teil ihres kontinentalen Bereiches deklarierte, als einer der drei Förderstellen im Angebot war. Ankaras Statement besagte damals: viele Teile des Bereiches namens Block 6 liegen außerhalb der externen Grenzen der Türkei, der Kontinentalplatte im östlichen Mittelmeer, welcher bei der United Nations registriert ist.

Warum hat die Regierung Zyperns Block 6 in die dritte Lizensierungsrunde mitaufgenommen, wo sie doch bereits 2014 darüber informiert worden war, dass das ein casus belli (Krieg) für die Türkei bedeutet? Und warum haben die Türken lediglich routinemäßig dazu Stellung genommen? Die Antwort kann in einem Geheimtreffen in Davos/CH im Frühjahr 2015 zwischen Anastasiadis und dem ehemaligen Ministerpräsidenten der Türkei, Ahmet Davutoĝlu, gefunden werden. Die beiden einigten sich darauf, dass der einzige Weg voran sei, eine Formel zum Beenden der Zypernfrage zu finden, was den Weg für Kooperation in Sachen Hydrokarbonate freimachen würde. Die US unterstützen diese Denke vollkommen und mit den Zypernverhandlungen zwischen Akıncı und Anastasiadis verlief danach auch alles gut im Jahr 2015. Vize-Präsident Joe Biden(US) belohnte Anastasiadis. Bei einem Treffen in Davos 2016 informierte Biden Herrn Anastasiadis darüber, dass durch die Intervention der US-Regierung die Türkei ihre Einwände wegen der Lizensierung des Blocks 6 aufgegeben habe. Den Ausdruck von Interesse, den die Exxon-Mobil in der dritten Lizensierungsrunde zeigte, war Teil der Biden-Initiative gewesen. Die Türkei beschränkte sich lediglich auf ihre alte Politik der Navtex-Warnungen, sendete die Barbaros aufs Meer und gab hartklingende Stellungnahmen ab, manchmal auch Drohungen. Also solche wie letzten Monat, als offensichtlich wurde, dass Anastasiadis nicht interessiert war, einen Deal zu erreichen und sich nur an Gesprächen mit offenem Ausgang interessiert zeigte – bis zu den Wahlen Anfang 2018. Nach dem Abendessen am 2. April 2017 mit Mustafa Akıncı, machte die türkische Seite klar, die [angesprochene] Prozedur bis Juni 2017, und vor dem Drillen in der zyprischen AO-Zone, wie geplant vollendet sehen zu wollen. Anastasiadis wurde daraufhin [aber] zum Hard-Liner und fokussierte aufs Anschuldigungs-Spiel (blame-game), wobei allen ersichtlich wurde: Anastasiadis arbeitet an einer Strategie, die anvisierten Verhandlungen zu umgehen.

Verrückt, dass Anastasiadis gedacht haben könnte, er kommt mit solch Handwerk davon. Der muss wirklich an Fehleinschätzung leiden oder in einer Traumwelt leben. Denkt der wirklich, er könne die USA benutzen und die Türkei verarschen, ohne, dass das irgendwelche Konsequenzen zeitigt für Zypern? Damals im Jahr 2015 war es effektiv so, dass er vermochte, seine Energiepläne durchzuziehen, allerdings mit dem Vorbehalt einer Regelung in Sachen Zypernfrage und einer Energiekooperation mit der Türkei. Kaum war der Start des Bohrens nach Öl anberaumt, machte er sich daran, den Friedensprozess zu verabschieden, derart brachte Anastasiadis nicht nur die Türkei ins Schleudern, er durchkreuzte auch Sicherheitspläne der USA für die Region, die auf Energie-Kooperation basieren.

Wir sehen inzwischen bereits die Konsequenzen des unverantwortlichen Spiels von Anastasiadis. Die Türkei gab bereits mehrere Navtex-Notizen heraus, führte Schiffsmanöver im Block 6 aus und sendete ihr seismografisch ausgerüstetes Erkundungsschiff, die Barbaros Hayreddin Paşa, bis südlich der Karpas Halbinsel[, das ist der Zipfel Zyperns, der Richtung arabisches Festland zeigt]. Das Verteidigungsministerium Griechenlands gibt an, es habe Informationen, die Türkei könne einen Vorfall im Meer draußen vor Zypern provozieren. Derart fütterte man Spekulationen der Medien, dass ein Konflikt im Busch liegen könnte. Espen Eide fügte Freitag noch Eins oben drauf, als er eine unüberhörbare Warnung bei einem Interview mit der Cyprus News Agency hervorbrachte: „Sollte es der Bohrungen wegen zu einem Showdown kommen, sind meine Bedenken, dass es dramatischer werden könnte als 2014, weil allgemein die Stimmung in der Region dramatischer ist!“ 2014 hatte die Türkei Untersuchungen in der zyprischen AOZ ausgeführt.

Und wie hat Anastasiadis die Angelegenheit bislang gehandhabt? Er berief ein Treffen des Geostrategischen Rates ein, den er selbst vor einiger Zeit begründet hatte, so, als ob ihm das irgendwelche Antworten einbringen würde. Und sein Sprecher [eben Christus Schmerz] hat in dieselbe Kerbe hohl gedroschen, also, dass Nikosia alle nötigen Schritte unternommen habe, die Provokationen der Türkei anzuprangern – die machten also so, als könnten Worte der Verdammung die Türken stoppen. Nach einem Beitrag in der zyprischen Fileleftheros-Tageszeitung vom Freitag, hatte sich zwischenzeitlich ergeben, dass das Außenministerium Zyperns Diplomaten der Staaten einberief, deren Firmen an der Erkundung des Ölreichtums in der Region AOZ beteiligt sind und dort bohren. Sie wurden über die Gefahr in der Gegend in Kenntnis gesetzt, der ihre Bürger dort ausgesetzt sind, die türkische Aktionen hervorbringen könnten.

Denkt der etwa, diese Länder würden nun ihre Marine dorthin verschicken, um ihre Bürger zu beschützen oder Druck auf die Türkei ausüben, sich zu benehmen?

Anastasiadis hat das Alles ausgefressen, weil er glaubte, es könne ihm gelingen, alle reinzulegen. Kann er nicht! Der scheint keinen Schimmer davon mitzukriegen, wie den Gefahren zu begegnen ist, die dank seiner mangelnden Kenntnis seines Handwerks anstehen [Sunday Mail, 7. Mai 2017, Opinion, S. 11].“

Nun, anscheinend sieht Nikos Anastasiadis einen Ausweg in selbst angerichtetem Schlamassel darin, sich den Verweigerern anzuschließen, also solchen wie Lillikas oder Papadopolous Junior. Es stehen ja schließlich auch Wahlen an, die, könnte man denken, irgendwie immer anzustehen scheinen auf Zypern. Wie halte ich mich im Sattel, scheint auf der Insel primär ganze Legislaturperioden hindurch das Hauptthema zu sein und nicht die Frage: Wie regiere ich das Land gemäß den Interessen des Landes und der Belange und Wünsche der Wählerschaft etc.?

Na ja, so ungefähr könnte es jedenfalls schon einzustufen sein. Denn eine Lösung der Zypernfrage käme für Präsident Anastasiadis nach eigenen Bekundungen keinesfalls auf Teufel komm raus in Frage. Nein! „Mit großen Bedenken beobachte ich einige, die sehr in Eile sind, alles zu akzeptieren!“ Der Gute! Nach über 50 Jahren NOTHING in den Zypernverhandlungen spricht der von „Eile!“ Besser also, er hält die Klappe. Nein, er sagte nicht: Ich halte nun die Klappe. Aber so was in diese Richtung gehend. Endlich hat er es eingesehen, dass sein Gebrabbel nichts mehr bringt, wahrscheinlich keinen Zyprer mehr von einer vereinten Insel träumen lässt, sondern klarer denn je erkennen lässt: Es ist einfach eine Art Beruf geworden, ein Arbeitsplatz, den es zu erhalten gilt, die Zypernfrage – womöglich schon ein akademische/s Rätsel oder Preisfrage? Wem mit solch Politik auch immer in die Hände gespielt wird, den Russen dürfte es gefallen, dass die Zyprer im griechischsprachigen Teil auf mehreren Partys tanzen, und ehrlich gesagt nirgends wirklich.

Und nicht, dass Sie nun etwa beginnen, verehrte Leserschaft, Herrn Anastasiadis und seine Crew in den Himmel zu wünschen. Der kann nämlich im Grunde gar nichts für seine politischen und diplomatischen Geschicke/Strategien/Züge. Sagt er ja selbst zuweilen. Denn er ist doch Minderheit – der Arme. Ja, in Zypern regiert eine Minderheitsregierung. Das ist recht praktisch, weil dann sind halt doch wirklich eigentlich immer die anderen schuld. Ich wollte ja, aber die ließen mich doch nicht! Somit können auch keine „radikalen, neuen Ideen aufs Mal implementiert werden!“ Somit ist Stillstand der Politik der Insulaner schon mal teilweise erklärt. Obgleich: Ein bisschen bewegt sich ja schon als etwas in den Korridoren der Macht und den Amtsstuben des Verwaltens von Macht. Die Cafeterias in zyprischen Amtsgebäuden sollen auch recht bewegt ihren Dienst abreißen. Gehen wir weiter im Stoff.

Demnächst könnte die Hauptstadt Europas 2017, das unvergleichliche Pafos, doch noch vor Ende des Jahres einigermaßen anzusehen oder vorzeigbar hergestellt oder hingestellt, also zusammengebastelt worden sein für den einmaligen Event, der da ist, Kulturhauptstadt Europas zu sein. Man müht sich ja so! Die Bilder im Fernseher stimmen jedenfalls schon mal! Und daher muss man sich in der Tele-Kiste all das Unfertige nicht ansehen, dass bei einem Gang durch die Altstadt von Pafos und andernorts in dieser Stadt den Blick blockiert. So gerne würde man als Regierung doch das nötige „JA“ für Schifffahrt, Tourismus, Wachstum und Wettbewerbsstärke erhalten, doch die bösen Anderen im Parlament lassen es einfach nicht zu. Gemeint ist, dass ein Untersekretariat in erwähnten drei Bereichen eingerichtet wird. Hätte man so etwas, wäre die Pleite von Pafos, die erwähnte Blöße, dass man fristgerecht der Welt sein schönes Gesicht offenbart, dann etwa keine?

Pafos ist schon etwas, wie soll man es nennen, korrupter Sumpf. Leider nicht nur dort auf Zypern. Hat vielleicht doch mit Afrodite zu tun!? Jedenfalls hat der ehemalige Generaldirektor der griechischen Helector auf der Außenstelle in Zypern, Herr Demetris Giannakopoulos, nun doch, seinerseits gnädiger Weise, sich des Betruges als schuldig erklärt vor Gericht. Der gute Giannakopoulos steckte mit Vergas unter einer Decke, der ja schon 6 Jahre aufgebrummt bekommen hat. Aghia Napa, sozusagen am anderen Ende der Insel, ist mindestens genauso korruptionssumpfanfällig wie Pafos. Einige Polizisten mussten dort nun doch vom Dienst suspendiert werden – Mord. Genauer: Irgendwie scheinen die Suspendierten an einem vierfachen Mord beteiligt zu sein. Einer der Ermordeten war ein Polizist usw.

Und dabei hat man in Nikosia-Süd doch anscheinend etwas Kohle abgezogen, um die Blöße von Pafos vielleicht doch noch etwas rechtzeitig den Zyprern und dem Rest der Welt mit zu Gesicht gutstehendem Gehalt zu füllen.

Das Ding mit der Kohle ging so: Wir haben keine nennenswerte Industrie, sagten sich die schlauen Politiker der Republik Zypern, wir haben wenig Lust, uns mit Türken zu einigen – und wenn, dann nur nach unseren Bedingungen! Was tun wir daher? Genau: Verkaufen wir doch unseren zyprischen Reisepass der Republik Zypern, des EU-Mitglieds mit fast gar höchstem, politisch-ökonomischem Gewicht in der Union, Pass der Väter und Mütter greko-römischer Ursprungs-Zivilisation Europas! Andere Leute verkaufen Rosen oder Marihuana oder auch schon mal Aufenthaltsberechtigungen. Sogar Heiratsverträge werden hier auf Zypern, stellte man gerade fest, mehr oder minder geschickt hundertfach und vielleicht noch mehr verkauft. Was tut Mensch nicht alles, um in den mit Goldäpfeln behangenen Gärten der Afrodite Lust zu wandeln! Und weil wir schon dabei sind: Die Stadt Pafos selbst hat sich mächtig ins Zeug gelegt und bewirbt nun, nein, ich lüge nicht, bewirbt die Sonnenuntergänge am Geburtsplatz der Afrodite in Kouklia. Weil die dort einfach am aller-aller schönsten sind, nirgendwo sonst. Hotels sind angehalten, dafür die Werbetrommel zu rühren. Es gibt indes noch weitere TOP-SPOTS, um das pafitische Phänomen mit Afrodite oder jemand anders im Arm zu bestaunen.

Ja, Pafos liegt im Süden der geteilten Insel. Wir springen hier lustig hin und her, als sei die Teilung der Insel nur ein zu übersehender Scherz, sorry.

Wie, Scherz? Etwa kille-kille oder kisa-kisa? Also Ersteres sagten wir gern als Kinder, wenn wir jemanden kitzelten und der endlich lachen sollte. Die Kisa in Nikosia ist manchmal auch amüsiert, doch anscheinend nicht, wenn jemand folgendes von sich gibt, über jemand, der oder die er nicht zu seinen Schäfchen zählen will/mag oder kann: „Die sind doch Anatolier, grobschlächtig, die werden nie Europäer werden, noch nicht mal in 100 Jahren, und wenn die hier [Zypern] bleiben, werden sie ein Dutzend Kinder pro Familie machen – wohin werden wir noch kommen mit denen?“ Herr Kostas Kleridis ist der Oberstaatsanwalt der Republik Zypern, und der hat nun befunden, dass die Kisa (Bewegung für Gleichheit, Solidarität und Anti-Rassismus) LEIDER nicht damit rechnen könne, dass solche Reden als Hasstiraden einzustufen sind. An einem Stammtisch, wo ein Arbeitsloser dem anderen solch Zeug erzählt, könnte wohl noch ein Auge zugedrückt werden. Doch wenn der Oberpriester der orthodoxen Kirche Zyperns, der Erzbischof, solche Reden schwingt, dann sind das, wie Doros Polycarpou von der Kisa fordert, schon Tiraden, die Elemente von Hass und anderem Gedöns in sich tragen, die auf uns ‚Durchschnittsmenschen‘ abgelassen werden. Unabhängig von dem Befund des obersten Staatsanwaltes will die Kisa mit dieser Hass-Geschichte weiterziehen, vielleicht bis ans Europäische Gericht. Dr. Maria Hadjipaviou spricht davon, dass es auf Zypern eigentlich eine lange Art Tradition gäbe, Friedensaktivisten ins Abseits zu stellen – zu kriminalisieren, wenn irgend möglich. Sie muss es wissen, sie arbeitete als Professorin in der Fakultät für Sozial- und Politikwissenschaften der Universität Zypern. Nicht das alle Türken Friedensaktivisten wären. Das wahrscheinlich noch Länger nicht. Doch die Kisa sieht sich durchaus auch in diesem Spektrum unterwegs auf der Insel – zum Beispiel prononciert für die Rechte von Migranten.

Kisa, ihrerseits, soll es in puncto Geldbeschaffung etwas übertrieben haben, eventuell. George Soros soll mal etwas Geld gespendet haben, der ja diesen Think-Tank der „Open Society Foundation“ ‚betreibt‘. Und letztere Organisation soll die losgetretene Migration verarmter und/oder desillusionierter Menschen aus vielen Teilen der Welt gen Europa auch als Chance begreifen, mal etwas grundlegend ändern zu können auf Erden. Wer sich mit den Mächtigen, also jenen einlässt, die mächtig viel Geld haben, muss sich warm anziehen. Das ist ja jedermann bekannt. Schließlich funktioniert die sozio-politische Hackordnung bei Humaniden so in etwa seit Jahrtausenden.

Nun, mit Hackebeil sollen sie sich nicht gegenübergestanden haben, die Rechten und die Linken. Anfang Mai war es aber so weit, so um den 8. Mai 2017 herum muss es gewesen sein, als in Limassol extremistische Rechte ein Treffen der Linken von der Technischen Universität stürmten. Immerhin: 2 Nazis wurden vorübergehend eingebuchtet. Dass man die 8 Tage wegsperren konnte, ging leider nicht, weil das Gericht sich nicht drauf einließ. Und so mussten 4 Tage ausreichen. Das Übliche wird ihnen angelastet: Aufwiegelung, Anschlag, Übergriffigkeit und Verbrechen aus Hass. Die beiden gefassten sind keine Unbekannten. Die haben schon für Rechtsparteien in den Startlöchern gestanden. Schwarz gekleidet mit Hoodys über die Köpfe gezogen. Also ganz klassisch, sozusagen – mit Art Baseballstöcken in den Händen. Die Linken waren zusammengekommen, um über ihre Rolle bei einer Wiedervereinigung der Inselteile öffentlich nachzudenken. Die nennen sich: „We want a federation (wir wollen eine Föderation).“ Als eine der Konsequenzen der Attacken von politisch Rechten, wurden in Limassol und andernorts kleinere Anschläge auf Büros der bereits im Parlament vertretenen neo-faschistischen ELAM verübt. Wenden wir uns nochmals dem zu, was ja vor allem auch solche, wie die von der ELAM zu verhindern suchen: Rassenvermischung etc.

In Sachen Heiratsverträge sollen es vorwiegend Menschen vom indischen Kontinent sein, die sich mit einer Zyprerin oder einem Zyprer oder jemand Europäischem vom Balkan, vorwiegend, auf Zypern ehelichten, wahrscheinlich auch, um in der herrschenden Hackordnung endlich nach oben zu rücken – und sei’s auf Umwegen, die durch das eine oder andere eheliche Verhältnis führen. Im Grunde ist das uns Menschen ja auch nichts Neues. Doch derart dabei schummeln, wie viele es nun offensichtlich getan haben, dass bringt unsere moralischen Standards, die vergleichsweise die höchsten weltweit sein dürften, dachten Sie das etwa eben?, doch wirklich ins Wanken!

Gott, das sind doch kleine Fischchen, diese Heiratszertifikatsbetrüger. Die wirft man doch besser zurück ins Meer und holt sie wieder raus, wenn sie größer sind? Und die großen, die machen eben auf „Visa-Passport“, wie zu erfahren ist. Das ist wirklich legal. Man kann ja so viel legalisieren: Marihuana, genmanipulierten Mais oder eben Bombenabwurf auf Zivilisten wie beispielsweise im Jemen, was dann verharmlosend „Kollateralschäden“ genannt wird; dass also so richtig reiche Ausländer sich übers Gesetz heben können, gewissermaßen, indem sie etwas Kohle für ein Stück vom nationalen Herzchen einer eigentlich rein-griechischen Nation, von Zypern, abdrücken. Die müssen lediglich Money investieren, so und so viele Millionen, und dann kommt der erlösende Satz: Da, da hast du deinen Pass!

Die Glücklichen.

Ein florierender Markt, anscheinend. In Pafos kann man es auf Arabisch und natürlich auch auf Englisch lesen, wenn durch die Straßen geschlendert wird: „Passport-Visa!“ Sogar im Hilton soll ein solcher Dealer schon seine Kreise ziehen – mit Fensterauslage. Muss gestehen, die Auslage persönlich noch nicht gesehen zu haben. Was könnte da wohl alles drin liegen: Gewiss eines der vielen EOKA-Denkmäler in Miniaturformat, Aufnahmen von riesengroßen Villen, versteht sich lächelnde, freundliche Zyprer in Trachten und beim Tanz, vielleicht auch der Ort, an dem Afrodite aus dem Meer stieg, um sich am fleischlichen Leben zu laben etc.

Dem nicht genug, schreibt ein gewisser Antonis Loizou in der Cyprus Mail vom 07. Mai 2017 über das Phänomen Visa-Passport, als sei es News. Er ist offenbar einer der Großverheirater oder Verzyprerer. Die Warteschleife vor seinem Büro, die Adresse ist unübersehbar angegeben neben seinem Artikel, dürfte sich eventuell nicht mehr auflösen können vor seinem Geschäft. Weil Zypern ist nun mal der Nabel der Welt und da wollen alle hin. ALLE. Daher komm ich ja auch darauf, dass die Warteschlangen endlos sein könnten, so endlos eben, verstehen Sie das nicht etwa falsch, wie eine Bauchnabelschnur: Ist diese nämlich gekappt, befindet man sich fortan in die Welt entlassen. Geht man bei Loizou aus dem Laden, ist man ein Mensch, äh, Bürger der Republik Zypern, dem fortan das Recht zusteht, seine Geschäftchen und andere Aktivitäten in die EU von Zypern aus zu entlassen.

Schon recht dreist, dass der Loizou da so auf Seite 20 in der Mail-Zeitung einfach so Werbung machen darf. Die Letztere kommt daher wie ein ganz normaler Artikel. Toll! Wieviel die Cyprus Mail für solch Schleichwerbung wohl in ihren Rachen schieben darf, mehr als 100 Euro? Jedenfalls ist das jetzt so etwas wie ein Geschäftszweig geworden auf Zypern, der Visa-Passport, wo auch der Staat etwas von abbekommt. Und auch daher denken viele, müsste die Pleite von Pafos nicht sein!!!

Sie wollen das Ding mit den Visa-Passports genauer wissen, hier ein Auszug des Kommentars aus der Sunday Mail Zyperns vom 30. April 2017 zur näheren Veranschaulichung: „Indem Hasiko Sokratis, Innenminister Zyperns, das Staatsbudget 2016 präsentierte, ließ er wissen, dass das Programm des Bürgerschaftserwerbes gegen Investitionen 2,5 Milliarden € in die Kasse gespült hat seit 2003. Das hat die Erwartungen übertroffen, vor allem wegen dem Muster, welches davor aufgesetzt worden war, diesbezüglich, im Zuge der globalen Finanzkrise. Dieser Zuwachs lief Hand in Hand mit der Zunahme der Besucherzahlen im Tourismus. 2016 kamen 3.18 Millionen Besucher. Das war ein Rekordbruch. Dieser steuerte 12% zum Bruttosozialprodukt des Landes bei… (Sunday Mail, 30.04.17, S.21, Micha-Rose Emmett).“

Es ist also nicht kriminell auf Zypern, solche Geschäftchen zu tätigen. Und die EU scheint auch kein Problem damit zu haben. Es gibt durchaus auch andere Länder, die in Sachen Passport-Visa zuschlagen: Malta etc.

***

Die Anti-Geldwasch-Einheit Zyperns namens „Mokas“ hat Verfahren angestrengt, um Eigentum von 5 Personen einzuziehen, Personen, wie der ehemalige EDEK-Abgeordnete Fidias Sarikas, die der Korruption für schuldig befunden wurden – in Verbindung mit der Abwassersystem-Angelegenheit in Pafos bei der Sapa. Zusammen mit Sarikas, der Bürgermeister von Pafos von 1997 bis 2002 war, waren auch der ehemalige Gemeinderat Giorgos Michaelides, Efstathios Efstathiou und Vasos Vasiliou sowie gegenwärtiger Gemeinderat Giorgos Shailis angeklagt. Deren Anwälte baten um Nachsicht am Mittwoch. … . Die 5 wurden in 61 Fällen angeklagt, in solchen wie Bestechung, Geldwäsche, Machtmissbrauch, Konspiration. Einige Anklagen wurden dann aber fallengelassen. Michaelides wurde in 19 Punkten schuldig befunden, Sarikas in 6, Efstathiou in 14, Vasiliou in 7 und Shailis in 6. Die Vollstrecker der Mokas sagten dem Gericht, es seien Prozeduren begonnen worden, Grundstücke der Betroffenen zu beschlagnahmen, um derart Geld einzutreiben, welches bewiesenermaßen durch Schmiererei und dergleichen Aktivitäten erworben worden ist.

Der frühere Bürgermeister Savvas Vergas und der frühere Sapa Chef, Eftihios Malekkides sitzen bereits eine Haftstrafe von 6 Jahren ab, nachdem sie sich schuldig bekannt hatten. Die haben tausende Euro Schmiergeld zurückbezahlt, die sie erhalten hatten. …. (Cyprus Mail, 4. Mai 2017, S. 5, George Psyllides).“

Korruption ist also auch im Süden der Insel ein sehr verbreitetes Problem. Es ist manchem so verbreitet, dass es gar nicht mehr als solches gewahr wird. Manche/r mag denken, dass das die Art und Weise sei, wie die Dinge nun mal zu sein haben. Sogar die mächtige EU in Brüssel und/oder Straßburg mit ihren TOLLEN Aufnahmekriterien, die es zu erfüllen gab, um Vollmitglied im Club namens EU zu werden, konnten so etwas nicht für immer und alle Zeiten auflösen auf Zypern. Hat wohl auch niemand erwartet. Doch es scheint schon länger dringend Bedarf zu bestehen, dass jemand von außen den Zyprern nochmals in irgendeiner Weise klarmacht: SO GEHT’S NICHT!

OK, wenn man sich ansieht, was in Rumänien und Ungarn oder Polen, Italien, Frankreich alles geht … . Sogar im General Hospital (Krankenhaus) von Nikosia musste ein Oberarzt und weitere Ärzte wegen Korruption das Handtuch schmeißen. 128.000 € soll Herr Kyamides zurückbezahlen, die er Patienten nachweislich abgenommen hat. Der arbeitete nach dem Motto: Extra Kohle her oder keine Behandlung! Den Trip konnte der Chefarzt im General Hospital knapp 8 Jahre durchziehen, von 2008 bis 2016. Von sowas wie ärztlicher Ethik und dass einem Patienten vorerst mal geholfen werden muss, scheint Herr Kyamides sich zusehends verabschiedet zu haben, es vergessen zu haben, wenn es ums Geld geht und ging.

Verwundert, zu lesen, dass es die Cyprus Air demnächst – oder etwa immer noch? – wiedergeben soll. Man hatte doch so am Rande mitbekommen, die hätten der Gesellschaft einen anderen Namen verpasst damals: Cobald, oder so. Jedenfalls ist wieder die Rede von dieser Airline und unter dem alten Namen. Die soll ab Juni 2017 nach Rhodos, Kreta und Tel Aviv fliegen von Larnaka aus. Ob sich die beiden ersten Destinationen bezahlt machen werden, erscheint doch wohl eher fraglich.

Nun: Von dieser ehrenwerten Flugzeuggesellschaft gedanklich über das Wort Pilot, weil Piloten fliegen ja zusammen mit Computern Flugzeuge, zu „Pilotprojekt“ zu kommen, ist zugegebenermaßen nicht gerade Höchstleistung im Geist. Doch es ist ja bitte sehr auch Sonntagmorgen. Die Sonne scheint, die Tauben gurren, das Meer winkt und winkt von Weitem und ich sitze immer noch hier und schreibe eben nun davon, dass es ein Pilotprojekt geben wird, welches das Ziel hat, Schildkröten aus den Netzen der Fischer zu halten. Ansprechpartner ist eine Yianna Samuel. Sie spricht von einer europaweiten Initiative namens „Life Euroturtles“. Grün leuchtende Lampen an Fangnetzen anzubringen, soll helfen, Schildkröten zu signalisieren: dort besser nicht rein schwimmen! 64% weniger tote Schildkröten seien das Resultat – so in etwa. Den Fischern bringt es auch was, da sie weniger oft beschädigte Netze aus dem Meer ziehen.

OK, solang Kalbs- oder Rindfleisch nicht übers Meer in die Bäuche seiner Konsumenten von einer Seite der Trennlinie zur andern der Insel im südöstlichen Mittelmeer kommt, will ja keiner was gesagt haben. Ist doch wahr! Schauen Sie sich doch an, wo die türkische Lira im Vergleich zum Euro gelandet ist! Letzterer ist so in etwa 3 Mal so kaufkräftig. Mustafa Şeytancık ist nämlich Metzger im Norden. Also nicht hier im Süden, drüben. Und der findet es gar nicht lustig, dass die Fleischpreise so gestiegen sind in letzter Zeit. Sie werden hier angekommen, eventuell denken: Der soll sich nicht so haben, ist doch eh Ramadan. Stimmt! Dennoch wollen viele Muselmanen nach dem Fastenbrechen auf ihr Kalbs- oder Rindfleisch nur ungern verzichten. Ein bisschen Freude muss ja wohl auch beim Fasten aufrecht erhalten bleiben. Und daher erwägen manche, ja stellen Sie sich das vor, dem soll nun wirklich vereinzelt so sein, sich mit dem nötigen Material, sozusagen, im Süden zu versorgen. So teuer ist das Fleisch im Norden also inzwischen, dass einige Bürger aus dem Norden, die ja auch – automatisch – Bürger des Südens sind, Fleisch schmuggeln. Gewiss ist einer oder die andere geschäftstüchtig genug, mit kleinem Aufpreis das einstige Kuhleben an Interessenten zu verdealen. Pikant daran: Das Fleisch dürfte nicht helal geschlachtet worden sein. Wundern Sie sich also nicht, wenn der Kofferraum geöffnet werden muss an der Grenze. Die wollen lediglich IHR Fleischgeschäftchen ausheben. Im Süden soll das Kilo umgerechnet 27 TL kosten, wohingegen es im türkischsprachigen Norden bereits 60 TL kosten soll. Das sind ungefähr 16 Euro.

Ramadan wird dieses Jahr im Norden vielleicht schon etwas, wie soll man sagen, festlandtürkischer geprägt sein: noch mehr Orte, an denen von Wohltätigkeitsvereinen und anderen Interessierten auf öffentlichen Plätzen zum Fastenbrechen eine Mahlzeit kostenlos an Fastenbrecher, aber auch andere Interessierte, ausgegeben wird. Bislang hat von diesen wohltätigen Menschen niemand gefragt: Fastest du auch? Dürfte sich wohl auch trotz verstärkter Präsenz festlandtürkischer Organisationen nicht geändert haben. Ob die Frage: Bist du Muslim kommt, gälte es noch auszukundschaften.

Nicht wenige Familien im Norden sollen sich diesen Luxus gar nicht erlauben können, auf diese Verteilaktionen zu verzichten. Das hat damit zu tun, dass sie eh am Existenz-Minimum leben. Viele geschiedene Frauen und ‚ihre‘ Kinder sind vorrangig betroffen. 2007 sollen 440 Menschen sich verheiratet haben und 548 Paare ließen sich scheiden. Im Jahr darauf heirateten 422 Paare und 571 ließen sich scheiden. 2009 waren es 261 zu 669, im Jahr 2010 sind es 354 zu 706 gewesen, 344 zu 739 im Jahr 2011 und so ging das in etwa weiter, doch nicht ganz: Im Jahr 2016 kam es zu 24 Eheschließungen und zu sage und schreibe 841 Scheidungen.

Eheberaterin Nihal Salman ist der Ansicht, dass es im Norden Zyperns dringend eines Familienministeriums bedarf. Eigentlich ein mittelgroßer Skandal, dass die dort so etwas noch immer nicht haben. Sie konnte feststellen, dass Paare meist in den ersten 5 Jahren ihrer Ehe auseinandergehen. Mal abgesehen von jenen, die ohne Eheschein zusammenleben, meint Salman, zeigen die Statistiken auch, dass die Anzahl der Kinder den Entscheid, sich scheiden zu lassen, beeinflusst. Familien mit mehr als 3 Kindern hätten eine Scheidungsrate, die bei über 7,7 % liege – ein recht hoher Wert.

Dennoch haben Frauen auch im Norden Zyperns Aufstiegschancen. Das soll aber nicht bedeuten, dass Frau Sevcan Görgüner eine geschiedene Frau mit Kindern ist. Vielmehr hat sie es geschafft, die erste Frau im Norden zu sein, die Vorsitzende der Türkisch Zyprischen Industriekammer geworden ist. In England hat sie ihre Uni-Ausbildung abgeschlossen und ging dann nach Istanbul, um beruflich Erfahrungen zu sammeln, wie sie in der türkischzyprischen Kibris Gazetesi erzählte. Dort arbeitete sie für eine internationale Firma, wo sie auch zur höchsten Chefin aufstieg. Im Jahr 2000 kehrte sie jedoch nach Zypern zurück. Die 1969 Geborene kommt aus einer Familie, die im Norden im industriellen Sektor schon seit den 50er Jahren tätig ist. Sie war sozusagen von Anfang an ein Kind des Industriesektors des Landes.

Es ist also nicht Hopfen und Malz verloren auf Zypern. Auch wenn sich die beiden Inselteile wohl vorerst nicht vereinigen werden, scheinen genügend Auswege für die Bevölkerung parat zu sein, die Kurve im Allgemeinen zu kratzen und ein einigermaßen anständiges und durchaus auch noch gemütliches Leben führen zu können – wenn man ein bisschen Glück hat und wenn man nicht in die „emotionale Inzest“-Falle tappt. Mütter würden ihren 30 Jahre alten Söhnen oder Töchtern nämlich noch das Bett machen. Die lieben großgewordenen Kinder bevorzugen Hotel Mama, auch, wenn sie über 30 Jahre alt sind. Kinder beteiligen sich offenbar generell wenig bis gar nicht an finanziellen Ausgaben für Elektrizität etc., auch nicht, wenn sie arbeiten und einen guten Job bekleiden etc. Die gute Brut wird also in aller Regelmäßigkeit meist verzogen. Die häufig vorzufindende Unselbstständigkeit der zyprischen Jugend und jungen Eltern hat noch mehr Gründe, doch das ist einer, der Ausländern schnell auffällt.

Ohne dieses zuvor erwähnte gewisse Quantum an Glück scheint es für viele Zyprer in näherer Zukunft enger zu werden, prognostizieren Soziologen und andere vermehrt hier auf der Insel. Zwar boomt der Tourismus gerade mal wieder, doch Menschen, die keine guten Abschlüsse vorzeigen können, weil sie niemand wirklich dazu anhielt, sich anzustrengen, werden schon länger nicht mehr mit Traumlöhnen entlohnt auf Zypern – auch keine Einheimischen mehr. Anstatt schlecht ausgebildeten Zyprern, die mehrheitlich immer noch in längst nicht mehr zutreffenden, alten Bildern von sich verhaftet leben, werden besser an bestehende berufliche Anforderungen angepasste Ausländer engagiert. Letztere haben den Vorteil, mit geringerem Lohn abgespeist werden zu können. Meistens jedenfalls.

In Schulen und Universitäten der Griechischzyprer muss dringend ein Umdenken eingespeist werden. Verwunderlich ist noch immer, auf Zyprer zu treffen, und das passiert andauernd, auch jene, die 10-20 Jahre im Ausland lebten, meistens in England, nicht in den Norden fahren wollen. Total verbissen diese Leute, lehnen ab, was sie gar nicht kennen, und wenn, dann vom Hören-Sagen. Viele dieser Leute haben Universitätsabschlüsse usw.

Da hilft auch nur wenig, wenn überhaupt, dass der Staat Müttern, die mehr als 4 Kinder haben, extra 300€ bezahlt, auch wenn die Kinder schon längst keine Kinder mehr sind, sondern Heranwachsende. Man muss dazu allerdings weniger als 15.500€ im Jahr verdienen.

Es ist also auch die Berichterstattung in den Medien anzuprangern, die dringend reformiert gehört – und aufgezeigtes Gebrabbel des Erzbischofs zeigt jedem Zweifler spätestens: So geht’s nicht!

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Dass bei zyprischen Gemeinden Angestellte nebenbei noch oft einen Posten in einer Partei haben, erscheint auch Ihnen, kein Grund zur Beunruhigung zu sein? Das Gesetz auf Zypern verwehrt sich allerdings vor dieser allzu häufig praktizierten Gesetzesumgehung, die seit Jahren von allen Beteiligten sehenden Auges begangen wird – so eine Art Volkssport. Auch Glafkos Hadjipetrou von der Gemeindeangestellten-Gewerkschaft ist gegen die Praxis. Denn: „Ein Gemeindeangestellter ist da, um der Öffentlichkeit zu dienen!“

Der sogenannte Orphanidou-Fall hat das Rädchen der Diskussion über dieses Thema in Schwung gebracht letztens. Da alle im Parlament beteiligten Parteien – vielleicht die faschistische ELAM ausgenommen, da die noch neu im Geschäft ist – am Gesetzesbruch lustig teilnehmen, ist es auch ‚äußerst lustig‘, den Damen und Herren im Parlament dabei zuzuhören, wenn sie sich bezüglich dieses Themas mit eigens hergestelltem Schlamm bewerfen. Bislang gibt es ein paar Dutzend Fälle, die der Oberstaatsanwalt Klerides auf den Tisch bekommen haben soll. Noch mehr dürften folgen. Ein Schmierentheater sondergleichen – wieder einmal! Nicht etwa in diesem Zusammenhang stehend, aber weil schon mal die Rede von Theater ist:

Das 17. Internationale Pharos Kammermusik Festival beginnt nächsten Freitag, und zwar wieder in der sogenannten Shoe Factory Nikosias. Susanne Elmark und Christian Westergaard aus Dänemark werden auftreten. Debussy, Alban Berg, Richard Strauss, Sergei Prokofiev und Edvard Grieg haben die beiden im Programm. Einige mehr singende Stars und Instrumente spielende Sternchen sowie entsprechende Arien aus Opern dazu, hat das Pharos Festival durchaus auch noch zu bieten. Tel.: 00357 22 663 871, whatson@cyprus-mail.com.

Vielleicht wird das Spektakel in der Shoe Factory ja auch wieder aufgezeichnet von der RIK, dem zyprischen Fernsehsender. Die zeichnen ja alles Mögliche auf, warum nicht auch das. Hauptsache, das Ding ist im Kasten und keiner kann behaupten, die RIK sei parteiisch. Wenn da nicht diese oppositionelle Politikerin wäre:

„ … Freiheitskämpferin Eleni Theocharous, der es gefällt, den Eindruck zu vermitteln, mit höheren und nobleren Dingen zu tun zu haben als die meisten Politiker [Zyperns], zeigte letzte Woche ihr wahres Gesicht, als sie eine Verlautbarung herausgab, in der sie den Staatssender RIK verbal anging. Der Grund? RIK hatte keine Kamera-Crew vorbeigeschickt, um Kommentare aufzuzeichnen, die Dr. Theocharous gemacht hatte. „Wir denken, es ist nicht die Aufgabe der RIK, oppositionelle Stimmen außen-vor-zu-lassen. Auch ist es nicht ihre Aufgabe, lediglich die Politik der Regierung zu unterstützen“, sagte die von sich eingenommene Theocharous.

Die Idee, ein Kameramann habe zur Stelle zu sein, wenn immer ein politischer Loser sein oder ihr Mundwerk öffnet, um den gleichen Blödsinn zu wiederholen, der schon seit den letzten 10 Jahren gesagt wird, ist weit verbreitet [auf Zypern]. Politiker denken, nur, weil sie das Budget von RIK abnicken [im Parlament], der Laden gehörte ihnen nun und habe ständig an ihrem Rücken zu kleben. Die einzige angebrachte Kritik an RIK ist, dass zu viele Ressourcen verschwendet werden, um zyprische Partei-Vorsitzende aufzuzeichnen, die eh Nichts sagen. Und die Theocharous sollte schon mal gar nicht nörgeln, weil, indem die RIK Politiken der Regierung stützt, bewirbt die RIK den Widerstand zu einer Lösung [der Zypernfrage] zu kommen – so wie auch den ihrigen [Sunday Mail, 14. 05. 2017, coffeeshop] … .“

Zuletzt: Verpasste Chance. Die Volksrepublik China hätte neue Akzente setzen können, ja müssen, hier auf Zypern. Ihr Botschafter, Herr Xingyuan hat in seiner Rede am 18. Mai 2017 nämlich davon gesprochen – im Zusammenhang mit dem „Belt and Road Forum“ -, dass die Asiatische Infrastruktur Investment Bank Zypern als ein Mitglied aufzunehmen gedenkt. Gemeint ist ziemlich sicher die Republik Zypern, aber nicht der Norden Zyperns. Diesem Schisma hätte man sich nicht anschließen sollen als relativ neuer Player in Sachen Zypernfrage, sondern beide Teile galt es, aufzunehmen. PUNKT. Jedenfalls gibt es einige Leute, die hier nicht genannt werden möchten, die in diese Richtung denken. Ebenso wäre wünschenswert, wenn auch im Norden gemachte Diplome (Uni etc.) anerkennt würden. Bei Letzterem besteht jedoch ‚Hoffnung‘, dass das noch eher der Fall werden könnte, da ja die EU nicht davor zurückschrecken soll, solche Diplome aus dem Norden Zyperns teils anzuerkennen.

Und dann schwadronierte Herr Botschafter noch über lange Freundschaft, die zwischen China und Zypern bestehe: „Freundschaft, die aus nahem Kontakt der Menschen beider Länder erwächst, ist der Schlüssel für gute Beziehungen auf Staatsniveau!“ Bekanntlich haben Frauen aus China die Straßen Nikosias, Pafos‘, Limassols und Larnakas vor noch nicht zu langer Zeit ‚beglückt‘. Ja, da war mal etwas Prostitution am Laufen für eine relativ lange Zeit – auch als der Vorhang im Osten aufgezogen worden war. Heute sieht man dieses chinesische Service-Angebot in den Straßen eher nicht mehr. Viele Zyprioten sind indes mit Chinesinnen verheiratet, meist glücklich.

Mein persönlicher Eindruck ist: Es ist wirklich an der Zeit, dass sich der Riese in Fernost langsam zu bewegen beginnt. Und das geschieht demnächst etwas auf Zypern in Form eines Chinesischen Kulturfestivals, welches irgendwann im September und Oktober 2017 stattfinden soll. Und wissen Sie was? Wenn nichts dazwischenkommt, werde ich darüber vor Ort berichten. Das wird gewiss ein Highlight, auf welches man sich jetzt schon freuen darf.

Genau so!

Kurznotizen:

Achtung, nicht jeder Taxifahrer auf Zypern ist einer, der die Berechtigung dafür hat. Die Zahl derer, die sich mal kurz so ein Taxizeichen aufs Dach des Autos klemmen, soll steigen.

Medizinisches Marihuana ist freigegeben. Doch es zu erhalten, scheint noch etwas schwierig zu sein. Zu hoffen bleibt, dass im Zuge dieser Entwicklung eine Entkriminalisierung dieser Droge/Mittels beginnt. Zu viele sitzen inzwischen hinter Gittern wegen Besitz oder Verkauf von Marihuana. Ein entspannter Umgang damit gehört schleunigst eingeübt auf Zypern: vonseiten der Behörden vor allem.

Eide, Sonderbeauftragter der UN für Zypern sagte vor Kurzem, endlich: „Ohne Aussicht auf eine gemeinsame Basis, ist eine Shuttle-Politik [also, dass er hin und her vermittelnd zwischen den beiden zyprischen Seiten sich diplomatisch bewegt] ohne Basis.“ Herr Eide scheint nun kapiert zu haben, dass sich auf das betriebene Spiel der Zyprer über Details, Prozeduren und anderes Zeug zu streiten, einzulassen, lediglich einer zyprischen Strategie Folge geleistet wird, die letztlich in viel Wind um NICHTS monatelang endet – plus angeblicher „Lösung der Zypernfrage, DEMNÄCHST!“

Langsam dämmert es einigen angeblich freien Medien auf Zypern, dass eigentlich noch nie, außer einmal, eine Diskussion türkischzyprischer und griechischzyprischer Politiker im Fernsehen oder Radio den Steuerzahlern geboten wurde in all den Jahren seit der Trennung. Dass dafür kein Interesse besteht, behaupten gewiss lediglich beinharte Extremisten, jene, die sich gern selbst „Patrioten“ nennen. Nach all den Jahren des BLA-BLAs bei Wiedervereinigungsverhandlungen ist einfach nur noch verwunderlich, dass die zyprische Öffentlichkeit sich solch Indoktrination und Beschneidung ihres Rechts auf Information – vor allem eine, die sie angeht – gefallen lassen. Die Bürger scheinen wohl doch nicht so mündig, wie sie sich gerieren. Schade. In diesem Zusammenhang haben allerdings auch die großen mittel- und nordeuropäischen Mediensender versagt: BBC, ARD, FRANCE 24 usw. – die der Griechen in Athen und Thessaloniki sowieso.

Es ist also nicht so weit her mit der gepriesenen Freiheit der Medien und der Systeme, die angeblich (darin) kursieren soll. Eine öffentliche Diskussion der zyprischen Kontrahenten auf einer Medienplattform, irgendwo in Europa, wenn es auf Zypern nicht bewerkstelligt werden kann aus systemischen Gründen, gehört also dringend in die Öffentlichkeit gestellt, damit die Letztere sich endlich eine Meinung bilden kann, die fortan weniger von Lügen und Geldinteressen gewisser Akteure etc. zugepflastert in der Welt herum ist und Schaden anrichtet. 50 Jahre und mehr BLA-BLA auf Zypern, in Europa und in den UN und noch nie hat die griechischzyprische Seite sich zu so einem Duell gestellt, bzw. noch nie hat jemand Druck von außerhalb gemacht, dass es endlich mal zu so einem Showdown kommt.

Na, wenn da nicht WAS vor sich dahinfault!

Die Regenbogenflagge der Schwulen- und Lesbenbewegung wurde erstmals auch in Pafos vom Bürgermeister der Stadt hochgezogen gelassen. Mit mehr darf dann aber nicht gerechnet werden, also, dass Herr Bürgermeister sich dem Marsch anschließen würde. Eh verwunderlich, dass es so weit kommen konnte auf einer Insel, wo die Kirche noch seltsame Dinge von sich gibt, obwohl diese Lebensweise ja nachweislich bereits seit der griechischen Antike und davor existiert – und der Bevölkerung eine weitverbreitete Homophobie konstatiert werden kann.

Die EU verlangt, Zypern möge endlich eine 19%-Steuer auf Bauten und Bauflächen einführen. Brüssel scheint nun spürbarer Druck aufgebaut zu haben diesbezüglich, sodass im zyprischen Parlament schon mal – zumindest – darüber diskutiert wird. Die Maßgabe ist nicht gern gesehen, auch nicht von den vielen sogenannten Developers im Land – aber nötig. Zu viele unfertige Bauten stehen nämlich in der zuweilen schönen Landschaft. Und es sieht ganz danach aus, als würde diese unschöne Auswirkung bei einem eventuell bevorstehenden, kommenden Bau-Boom als eines der Ergebnisse dessen wieder Aufwind nehmen, sodass womöglich die Anzahl solcher Geisterhäuser zunehmen wird. Die Einführung einer 19%igen Mehrwertsteuer könnte den Einen oder die Andere vorher und nochmals darüber nachdenken lassen, ob das geplante Bau-Projekt überhaupt Abnehmer finden wird. Rohbauten, die länger als 5 Jahre die Landschaft verschandeln, gehörten von Gesetz wegen wieder abgeräumt. Solch eine Initiative sollten die zyprischen Grünen eigentlich mal lancieren, die aber meist andere Themen bearbeiten, als ur-grüne. So geht’s aber nicht weiter!

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Yamaz

Yamaz, äh, Prost allerseits. Es gibt wahrhaft Grund, mal wieder Einen zu heben!? DENN …

Da ist die Rechnung Erdoğans also vorerst aufgegangen. Was dem Bürgermeisteramt von Nikosia wohl nicht gelingen wird, nämlich, seine Rechnung aufgehen zu sehen. Das Amt will doch einführen, dass Autos nicht mehr in den Altstadtbereich eindringen. Ein Bus-Service soll her. Aber Zyprer sind allgemein dafür bekannt, um die Ecke an den Kiosk mit dem Auto zu fahren, um Zigaretten zu kaufen etc., überspitzt gesagt.

Alle, die Erdoğans recht übertriebenes politisches Treiben im Amt zusehen und -sahen in der EU, scheinen mehrheitlich gewillt, das Zusehen so fortzusetzen. Offensichtlich sind die Erfahrungen der EU mit so hoch-demokratisch geführten Ländern wie Saudiarabien derart erfolgreich, dass allen anscheinend klar ist und war: So eine Türkei wie die Saudis wollen wir auch haben! So etwas Ähnliches muss in Umlauf geraten sein und so etwas in der Art muss man sich auch in Limassol gesagt haben. Ein „park and ride“-System soll nämlich eingeführt werden, auch, um den Autoverkehr in der Innenstadt einzudämmen. Kostenlose Busfahrten dorthin und von gewissen Sammelstationen aus sollen zur Verfügung gestellt werden. Noble Absichten, die allerdings den Hang zum individuell Unterwegssein der Zyprer frontal ignorieren. Denn: Was gibt es Schöneres als mit dem eigenen oder geleasten Auto die kilometerlange Strandpromenade von Limassol mit Freunden oder Freundin runterzubrettern entlang an zig wirklich chicen Cafés? Sehen und gesehen werden! Manchem Betrachter ist erwähntes Vergnügen eine Spezialität la Limassol sondergleichen.

Jetzt ist sie also da, die Türkei mit diesem einen, königsgleichen Mann an der Spitze. Donald Trump hat ihm schon gleich nach seinem Verfassungsänderungs-OK gratuliert und Frau Merkel wird es wohl insgeheim auch schon getan haben. Hier weiß komischerweise niemand, was offiziell diesbezüglich läuft oder gelaufen ist. Ist ja auch egal. Was Zypern angeht, wird Akıncı wohl zwangsläufig seine Lehren aus dem Abstimmungsergebnis in der Türkei ziehen (müssen). Etwa dergestalt: Immer schön gegenhalten, die knicken in Brüssel schon noch ein!

Ja, Brüssel ist nicht nur eingeknickt, es liegt demnächst womöglich noch gehorsam zu Füßen von Herrn Erdoğan wie ein persischer Teppich – macht man bei Sultanen so traditionell. Warten wir es ab. Zum Darauf-Herumtrampeln gibt es zumindest über 60% der türkischen Wahlbeteiligten in Deutschland, die zur Verfassungsänderung in der Türkei mit Ja stimmten. Und in Zypern?

Nun, folgendes war los zu den genannten Wahlen im Norden Zyperns. Erstmal: die Türkisichzyprer waren selbstverständlich nicht aufgerufen, sich an der Wahl der Festlandtürken zu beteiligen – denn, noch sind Erdoğan & Co geneigt, Türkischzyprern den Status eigener Staat „Türkische Republik Nordzypern“, unabhängig von Ankara zu belassen. Alles der Reihe nach sagen sich da gewisse Strategen in Ankara und andernorts. Eine Meinung haben Türkischzyprer dennoch, trotz Ausschluss von der Teilnahme am Referendum in der Türkei letztens. Anscheinend hätte die Mehrheit mit Nein gestimmt. Doch auch Festlandtürken im Norden der Insel waren nicht so richtig überzeugende Ja-Stimmer. In der Region Karpaz, die dafür bekannt ist, dass dort ganz viele Festlandtürken leben mit streng nationalistischer Gesinnung (MHP, Grauen Wölfe etc.) wurde mehrheitlich, trotz der MHP an der Seite von Erdoğan in der Türkei, mit Nein gestimmt.

Im Grunde ist die Lage auf Zypern so unbestimmt, wie der sogenannte Reichtum, der vor der Insel im Meer liegen soll. Der griechischzyprische Energieminister findet es offenbar auch seltsam, dass darüber gestritten wird, wer was vom Kuchen abbekommt, wenn noch immer nicht ermittelt ist, wie groß dieser Erdgas-Kuchen im Meer überhaupt sein wird. Noch dieses Jahr wird es offenbar herausgefunden werden. Zwei Mal hat man schon Anstrengungen in diese Richtung unternommen von Seiten der Republik Zypern – unternehmen lassen. Ankara lässt demnächst auch wieder buddeln und bohren und seismisch messen im Meeresgrund des südöstlichen Mittelmeeres. Mal sehen, was die Türken alles an Reichtümern bergen, beziehungsweise aufdecken werden.

Jetzt, mit Erdoğan im Sattel, den USA und den Briten eventuell prononcierter an der türkischen Seite, wird es noch recht lustig werden im südöstlichen Mittelmeer. Wir dürfen gespannt zugucken, wie Nikosia-Süd damit umgehen wird, wenn der durch das Referendumsergebnis erstarkte Mann am Bosporus findet, es sei Zeit, ‚seine‘ Reichtümer vor Zypern und der Türkei etc. nun endlich einzufahren. Erdoğans Außenminister, Mevlut Çavuşoğlu, warnte bereits, er werde nicht länger untätig zusehen, wie die Südzyprer an der Südküste der Insel nach Erdgas bohrten – „einseitige Aktionen!“, nannte er das. Und außerdem gehöre ein Teil des Bereichs (AOZ), indem gebohrt werde, der Türkei. Nordzypern erlaubt derweil der Türkei, ihre seismografischen Untersuchungen bei Bedarf auszuweiten – bis hin zur nächstgelegenen Insel Griechenlands, wenn es sein soll. Çavuşoğlu des Weiteren: Im Gegensatz zu Ankara sei Südzypern nicht an einer politischen Lösung der Zypernfrage interessiert, wie sich zeige. Und was hier auf Zypernundmehr-News selten wiedergegeben worden ist, aber hin und wieder gesagt werden sollte, damit es niemand vergisst: Ankara spricht von der Republik Zypern als die „griechischzyprische Administration“. Das heißt: Die Türkei erkennt Nikosia-Süd nicht an. Und letztere erkennt Nordzypern nicht an. Die Republik Zypern hat es aber bekanntlich geschafft, diesen Bann, der dem Norden auferlegt wurde, zu internationalisieren – noch ist dem so.

Im Herbst sollen die Ergebnisse der Bohrungen im (AOZ-Onosforos) Bereich 11 vorliegen, sagt Herr Minister Giorgos Lakkotrypis, der sich hin und wieder mit israelischen Politikern trifft, auch mit Libanesen und Ägyptern. Nikosia-Süd versucht, über trilaterale Verträge, ihre Position gegenüber der Türkei in der Region zu stärken, wozu Griechenland stets ein weiteres, festes Standbein der trilateralen, ökonomisch-politischen Geflechte darstellt: also Zypern und Griechenland mit Israel oder Ägypten oder Libanon etc. Irgendwie scheint die Sache aber noch nicht ganz in trockenen Tüchern untergebracht worden zu sein. Genauer: Israel kann offenbar einem starken Mann am Ruder in der Türkei etwas abgewinnen. Letztens dachten sie in Tel Aviv gerade mal wieder etwas lauter darüber nach, ob es nicht doch vielleicht vorteilhafter für alle Beteiligten sei, besagte Reichtümer im Meeresboden des südöstlichen Mittelmeers in einer Pipeline durch die Türkei nach Europa zu jagen. Lakkotrypis will den Israelis bei seinem letzten Treffen in Tel Aviv nochmals klargemacht haben, dass es politisch klüger sei, die Pipeline über Zypern zu verlegen, und zwar mit der F.A. East Med. Letztere verflüssigt auch Gas (LNG). Der Energieminister meinte noch: Die EU wird sich an den Kosten dafür beteiligen, wenn von Nöten. Das könnte sogar klappen, denken hier wahrscheinlich nicht wenige, wenn, ja wenn das Ding denn so wie geplant durchgezogen werden kann. Wie gesagt: Erdoğan verspricht vielen Politikern andernorts mehr Stabilität und vor allem höhere Gewinne abzuwerfen, zumal die Türkei einfach mehr Potential hat und nun mal unbezweifelbar in jeder Hinsicht potenter ist als Zypern. Und soweit hier bekannt, wird Erdoğan Präsidenten Trump vor Anastasiadis treffen. Das Treffen ist im Mai 2017 geplant. Ob Anastasiadis Trump mal zu sehen und zu sprechen bekommt, wollen wir der Ausgewogenheit wegen hoffen!? Treffen auf solch hoher Ebene sind schon seit über 10 Jahren nicht mehr zustande gekommen: USA-Cyprus. Ansonsten müsste Zypern sich womöglich wirklich allein darauf verlassen, dass die französische Flotte eingreift, um ihre Interessen gegenüber den Türken zu verteidigen im Notfall?

Ausgerechnet die Franzosen denken Sie? Ja, weil die TOTAL mit der italienischen ENI für Zypern die Bohrungen im Meer durchführt. Vielleicht ist dem ja auch so, dass Paris sich zu so etwas verwenden würde, wie die Interessen Nikosias zu verteidigen mit militärischen Maßnahmen, auch, weil man sich kürzlich mal wieder im Zusammenschluss der südeuropäischen Länder getroffen hat, dem Zypern und eben auch Frankreich angehören. Die 4. Sitzung dieses Zusammenschlusses südeuropäischer Länder der EU wird in Zypern stattfinden. Wir glauben mal besser nicht daran, dass Paris mit schweren Geschützen auffahren würde. Man kann sich indes täuschen. Heutzutage weißt du ja nie.

Lustig an der Angelegenheit mit dem Bohren und Eruieren im Meeresgrund vor Zypern – man kann auch traurig an der Angelegenheit sagen – ist, dass die Republik Zypern diese Angelegenheit mehr oder minder in die Hände von ausländischen „Kolossen“, wie die zyprischen Zeitungen als schreiben, gegeben hat, indem Fall vorrangig in die der ENI. Und ja, es existiert die EYK, das ist die „Erdgas-Unternehmung Zypern“. Doch die wird einfach nicht eingebunden in besagte Arbeiten, obgleich bereits schon 3 Mal da draußen im Meer herumgebohrt wurde. Und wussten Sie das auch schon? Am Tag, als Erdoğan besagtes Referendum durchführen ließ zwecks Verfassungsänderung, ließ er sich von den vollmundigen Drohungen Nikosia-Süds überhaupt nicht beeindrucken und schickte seine Schiffe zu seismischen Bohrungen etc. unweit des nordzyprischen Girne (Kyrenia) in See. Klarer kann man Zeichen doch eigentlich nicht mehr in die Welt setzen, oder? Den Tag nach seinem Wahlsieg lief die türkische Barbaros in die Umgebung vom nordzyprischen Gazi Mağusa (Famagusta) aus – zum selben Zweck. Die griechischzyprischen Zeitungen bezeichnen das ganze türkische Bohr-Team mit NAVTEX. Letztere beginnen am 30. April 2017 ihr Werk. Wenn es wirklich krachen sollte kurz danach, werden wir Sie gewiss genauer darüber informieren, wo in der See, das passiert sein soll. Hier sei noch kurz angefügt, dass wenn von Bereich 11, Afroditis oder Onoforis etc. die Rede ist, dass dies Bezeichnungen und Einteilungen der See vor Zypern sind, die von der Republik Zypern vorgenommen wurden und von den Türken so nicht genannt werden oder anerkannt sind. Es spitzt sich also etwas zu, doch wollen wir es nicht dramatisieren. Reicht, dass die endlosen Wiedervereinigungstreffen andauernd DEMNÄCHST zu einer Lösung kommen – und auch Sie wissen bereits, wie diese Lösungen der Zypernfrage als aufgehen – in so etwas wie Schaumschlägereien.

***

Nikos Anastasiadis wird im Coffeeshop der Sunday Mail beschuldigt, die erwähnten Treffen mit dem Norden zu hintertreiben und ständig nach Ausreden zu suchen, die das Wiedervereinigen nicht ermöglichen. Es ist eine Farce sondergleichen, was uns da geboten wird, und diese Farce zeigt der Coffeeshop recht unterhaltend auf – und die Internationale Gemeinschaft schaut zu? Irgendwie in diesem Kontext stehend ist folgendes noch stehend: Ein Gerücht, welches wieder Fahrt aufnimmt (BBC, CNBC, NY, FT): „Zypern ist die Schwarzgeldwaschmaschine der Russen (Mike Wigli – New York Times)!“ Und zwar wird ein vormals enger Mitarbeiter Trumps in diesem Zusammenhang genannt, Paul Manaford. Der hatte den Wahlkampf für Trump geführt bis letzten Sommer. Er soll auch 2,2 Millionen $ an 2 Firmen in der Ukraine gezahlt haben, um Lobbying in Washington zu betreiben etc. Und dieses Geld lief – zufällig – über die inzwischen eingegangene zyprische Laiki Bank (2012 oder 2013). Auf Anfrage der Kathimerini hat die Zentralbank Zyperns diese Anschuldigungen bislang nicht von sich gewiesen. Sie scheint eher gewillt, das DING aussitzen zu wollen. Also muss was dran sein, oder? Das glauben Sie nicht? Das schreibt aber Michalis Tsikala in der Kathimerini vom 23. April 2017, seine Emailadresse: tsikalasm@kathimerini.com.cy. Jemand anderes in der Kathimerini gibt am Schluss seines Beitrages zu bedenken, Herr Konstaninou Chatzistasou ist das, dass die Türkei zukünftig doch der geeignete Abnehmer des geförderten Erdgases der Republik Zypern werden könnte, weil sie einen riesen Bedarf habe und der Nachbar halt nun mal naheliegt. Jetzt spätestens, sollte Erdoğan das zu lesen bekommen, wird er den Zyprern gewiss Danken für diesen tollen Einfall.

Immerhin: Der sehr reiche Herr Wiatislav Adamovic Zaregrov hat bereits im Februar 2015 ein Monasterie (Kloster) der russischen Orthodoxie auf Zypern bauen lassen. Der russische Metropolit Tamasou Isai auf Zypern hatte Herrn Zaregrov auf Anfrage all die schönen Kirchen Zyperns gezeigt. Das hat dem Herrn so gut gefallen, dass er mal kurz eine Monasterie bauen ließ: 4 goldene Türmchen umringen ein großes goldenes. Dort, wo die Glocke läutet, in einem weiteren Türmchen, ist auf dem blauen Dach noch – ganz verspielt sieht es aus – ein weiteres kleineres goldenes Dachgipfelchen. Herrlich! Steht irgendwo in Limassol. Wer die Orthodoxen kennt, weiß, dass das Interieur vor Goldfarbenem und Prunk strotzen dürfte. Ob der Herr Zaregrov etwa auch Zyprer geworden ist, das heißt, für seine Investition einen zyprischen Pass erhielt? Immerhin, gewiss auch wegen solchen Gönnern hat die Arbeitslosenrate gerade so um die 2,5 % abgenommen. Es sind nur noch 27.573 Menschen auf Zypern arbeitslos gemeldet. Seltsam nur, dass Hoteliers neuerdings klagen, sie hätten nicht genügend Personal. Immerhin ist die Arbeitslosenrate unter Jugendlichen bei stolzen 29 %. Schuld sollen die Hoteliers selbst sein an der Misere. Lange beklagten sie, die Löhne seien zu hoch. Die Krise gab ihnen offenbar die Möglichkeit in die Hand, sich von mehrheitlich gewerkschaftlich gebundenen Arbeitsverträgen lösen zu können. Sie stellten daraufhin noch mehr ausländische Arbeitskräfte ein. Die sind aber oft nicht versiert genug und haben keine allzu hohe Motivation, auch, weil ihnen schnell auffällt, dass sogenannte Einheimische für dieselbe Arbeit oft einen wesentlich höheren Lohn empfangen. Jetzt boomt die Tourismusindustrie gerade. Die Hoteliers sollten mit den Löhnen hochgehen und der Staat schleunigst Einheimische in den entsprechenden Berufen ausbilden, als sie anstatt auf der Couch in einem Bistro zu belassen. Löhne hoch, sonst wird auf lange Sicht der Ruf der Insel Schaden nehmen. Die Klagen der zahlenden Gäste könnten sich häufen: Das Personal ist oft unfreundlich, dreist, die Zimmer etc. etwas schmutzig, unehrlich, das Preis- Leistungsverhältnis stimmt nicht.

Wussten Sie, dass sich in der Stadt Pafos und Umgebung eine Heiratsindustrie eingeschlichen haben soll? Polis Chrysochous? Dieser Name eines Dorfes sagt ihnen nichts? Die Bewohner des Dorfes wollen diese Art Tourismus jetzt so richtig aufbauen. Wieso gerade dort? Adonis aus der griechischen Mythenwelt jagte dort einst. Und Afrodite ist ja auch nicht allzu weit entfernt davon schwimmen gegangen. Das Setting ist also ideal für Turteltäubchen, die sich das Ja-Wort geben. Viele Israelis nützen die Gelegenheit, wohl auch, um mal aus der Gefahrenzone zu Hause auszubrechen oder der obligatorischen, religiösen Zeremonie, die in Israel abzuhalten ist, zu entgehen. Angesagter scheint: Standesamt, Trauschein, fertig, Party. 250.000 € spült diese Art Geschäft vorerst im Jahr in die Gemeindekasse. Andere Orte wie Geroskipou, Pafos oder Peya in der Gegend ziehen nach. Die meisten Touristen kommen in Gruppen von bis zu 30 Personen, um solch einen Event abzuhalten. So um die 50 bis 60.000 Menschen 2016 besuchten solche Events. Und ist doch klar, dass man zu solch Anlass auch nicht zwingend aufs Geld guckt! In Zypern zu heiraten, ist vom bürokratischen Aufwand als pflegeleicht zu bezeichnen und die Kosten sind noch relativ niedrig im Vergleich zu anderen Ländern. Ja, und das Setting stimmt irgendwie: Afrodite, Adonis und eine schöne Landschaft. Erforderlich wäre indes schon, den Chlorakas Beach bei Pafos schnellstens sauber zu machen. Sonst machen die Heiratsgäste dort erste Erfahrungen mit eventuellen Scheidungsgründen. Und das wäre eindeutig zeitlich zu früh angesetzt. Anscheinend ist das Bürgermeisteramt inzwischen bemüht, Renovierungsarbeiten durchzuführen und Toiletten zu installieren an jenem Strand. Davon abgesehen, ist Pafos dieses Jahr Europas Kultur-Hauptstadt mit einer weiteren Stadt in Dänemark zusammen. Noch immer ist die Stadt nicht fertiggestellt, um Zypern würdevoll als eine der beiden Kultur-Hauptstädte im Jahr 2017 zu vertreten. Ist es Schlamperei, Dummheit, Arroganz, Unfähigkeit, drüberstehend? Suchen Sie es sich aus, das geschilderte Phänomen zu charakterisieren mit einem der vorgegebenen Begriffe. Das dumme an dem Dreck in Chlorakas ist nämlich, dass die Strömung des Meeres diesen ungefragt nach Kato Pafos schwemmt – also dorthin, wo das Schloss einmal im Jahr einem Opernevent Kulisse bietet, sozusagen mitten ins Geschehen hinein, unweit des neuen Museums, wo die Taxis und Busse, „Hop off and on“ usw. stehen.

Was viele gewiss verwundern wird, weil irgendwo müssen neu Verheiratete Zyprer ja wohnen, ist, dass die Regierung anscheinend verboten hat, in landwirtschaftlichen Regionen zu bauen, also irgendwo auf einem Feld, welches ganz offensichtlich nicht zu einem ausgewiesenen Baugebiet gehört. Die Verwunderung darüber deshalb, weil allein zwischen Larnaka und Limassol auf der Landstraße fahrend, mehr als nur einige Bauten gesehen werden können, die das Gegenteil der Verordnung darstellen. Eigentlich müssten solche Bauvorhaben in maximal 1 km Entfernung zu einem Baugebiet liegen, sagt das Gesetz. Was viele aber nicht tun. Das sogenannte Etek, diejenigen, die solche Bebauungspläne ausarbeiten, erscheint vielen Beobachtern schlichtweg nicht auf dem Stand der Dinge zu sein. Müssten vielleicht mal aus der Komfortzone Büro sich begeben. Ordnung scheint in dieser Angelegenheit noch längst nicht in Sicht, auch wenn das verabschiedete Gesetz regulierend existieren soll neuerdings. Noch ärgerlicher sind manchem die Baugerüste, die landauf – landab die Landschaft ‚zieren‘. Die stehen so seit Jahren herum und keinen scheinen die mehr zu stören. Eigentlich sind manche dieser Skelette bestens geeignet als Filmkulisse, muss jemand in einer Behörde Zyperns gedacht haben. Und jetzt sind einem SOGAR Bollywood-Produktionen aus Indien scheinbar gut genug. Die Cyprus Investment Promotion Agency träumt jedenfalls neuerdings auch in diese Richtung. Frau Pillides ist die Ansprechpartnerin. Ob die Behörden dann immer gleich bereitwillig mitspielen werden, ist eine andere Frage. Schließlich müssen die über ihre Praxis gegenüber Indern sich hinwegheben. Die armen Beamten sollten dann nämlich Visas erleichtert für Inder ausstellen und deren Gerätschaften auch noch ohne großen Aufwand und Bürokratismus aus dem Hafen ans Filmset und zurück genehmigen. Auch wenn sogenannte Incentives den Herren und Damen von Bollywood in Aussicht gestellt werden, um auch auf Zypern Filme zu drehen, und nicht allein in den Schweizer Alpen und andernorts, ist zu bezweifeln, dass die zyprischen Behörden so geschmeidig werden in ihrer Visavergabepraxis etc., dass allgemein Zufriedenheit und ein einigermaßen reibungsloser Verlauf zu erwarten sind. Präsident Anastasiadis weilt gerade in Indien, umwirbt Bollywood.

See Why“ hat da weniger Probleme mit Visas, vorerst. Das ist eine kleine NGO, die Backpackertourismus betreibt mit sozialem Anstrich. Jugendliche aus allen möglichen Ecken der zumeist westlichen Welt plus Nordzypern begeben sich mit Zelten in verlassene zyprische Dörfer, irgendwo abgelegen in den Tälern oder Höhen des Troodos-Gebirges und campen dort für eine geraume Zeit. Bestechend an der Idee ist, dass diese jungen Menschen den Umweltfaktor ernst nehmen, das heißt, ihren Dreck wegräumen und möglichst wenig davon produzieren – sich mit der Trennung der Insel in Nord und Süd auf ihre Weise auseinandersetzen. 2016 haben sie zwei solcher Reisen bereits veranstaltet. Bleibt abzuwarten, ob diese Art Tourismus auf genügend Nachfrage stößt und im Jahr 2018 ff. weiterhin bestehen wird. Profitorientiert scheinen diese Reisen noch nicht zu sein – see.why@europe.com -. Ganz im Gegensatz dazu, wird woanders auf Zypern davon geträumt, ausgerechnet Süßwasserreservoirs touristisch nutzen zu wollen. Gehören alle hinter Gitter, die so etwas planen. Finden Sie nicht? Nun, anscheinend tut man das irgendwo in England auch so, wird als Begründung angeführt. Nur dort gibt es mehr Süßwasser als auf Zypern, weil es wesentlich öfters regnet. Was Philippos Sophocleus jedoch nicht als Gegenargument überzeugen mag, ist zu vermuten. Denn er will diese oft menschenfreien Reservoire nutzen. Ski Slalom soll auf den Seen gelaufen werden. Da könnten die Boote in der Geschwindigkeit von nahezu 60 km/h besser drüberrasen als auf dem welligen Meer unten an der Küste. Auch Andreas Manoli, Chef des Wasserentwicklungs-Departments findet, dass dieses anvisierte Projekt rein gar keine lustige oder gute Idee ist. Das Tourismusministerium, genauer einer seiner Ableger, die CTO, hüllt sich noch in Schweigen. Verlautbart aber, dass die Nutzung der Reservoirs durchaus ein beträchtlich großes touristisches Potential habe. Oh weh! Welch schlimme Prognose. Demnächst spült man wohl Motoröl-Rückstände durch die Wasserleitungen im Haus. Ein Hoffnungsschimmer besteht indes: Das Landwirtschaftsministerium schiebt seit mehr als 10 Jahren das Halloumi-Käse-Problem vor sich hin, welches auf europäischer Ebene gegenüber dem türkischzyprischen Produkt, hellimi, einfach nicht vorankommt. Wessen Käse ist origineller zyprisch und wer darf sich überhaupt so nennen (geschützte Bezeichnung des Ursprungs = PDO). Das ist der Streit und insofern darf gehofft werden, dass die Nutzung der Reservoirs mindestens ebenso lange dauern wird, bis sich alle einigermaßen einig sind. Denn das zuletzt genannte Ministerium hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Man wird sehen, ob demnächst der Verkehr zu den Seen zunimmt. Auch haben mehr Transportschiffe in den Häfen Zyperns angelegt – um 20 % belief sich ihr Anstieg. Das klingt durchaus rekordverdächtig. Na also, geht doch, wenn man will! Der Antrag der Stadt Pafos, den neuen Hafen zu einem Anlegeplatz für Yachten zu bestimmen plus entsprechend Luxus-Umfeld, ist vorerst abgeschmettert worden. Gleiches Szenario scheint sich für das Poseidon Consortium auch in Larnaka abzuzeichnen, wo vorerst wohl nichts laufen wird in diese Richtung. Beide Projekte hat das Consortium geschafft – mit Hilfe der Behörde -, in den Sand zu setzen. Die Finanzierung scheint irgendwie die ganze Zeit über in der Schwebe gestanden zu haben, so dass die Hafenbehörden und andere Involvierte vonseiten der Regierung wohl das Schlottern kriegten und der Poseidon letztlich absagten. Eine Marina sei das eine, ein Hafen das andere, hieß es. Beides unter einem Hut zu halten, braucht finanziell absolute Weitsicht. So ungefähr beschreibt es Othonos Theodoulou von der Handelskammer in Larnaka.

***

Der Coffeeshop vom 23. April 2017 äußert sich zur bereits angesprochenen Tragikkomödie in Sachen Wiedervereinigungsverhandlungen mit dem Norden, die Präsident Anastasiadis vor aller Augen abzieht. Der Präsident wird im Coffeeshop „Nik“ genannt:

„… Waren wir naiv oder einfach doof zu glauben, Nik sei wirklich interessiert, eine Vereinbarung [mit dem Norden] zu finden? Ist er so ein begabter Schauspieler, dass er jeden narrte? Obgleich seine Schauspielkünste unvergleichlich sind, hat er etwa wirklich die ganze Zeit über Theater gespielt? Kann sein, dass als es zum Knirschen kam [zwischen ihm und Akıncı], als er die große, taffe Entscheidung zu fällen hatte, [plötzlich] herausfand, dass er nicht den Mumm hat und lediglich ein weiterer schwacher Führer ist, der an der zeitlichen Verlängerung seines Amtes als Präsident interessiert ist. Eine andere Erklärung mag sein, dass ihn Kräfte erpressen, die gegen eine Vereinbarung sind [in der Zypernfrage]. Der ehemalige KGB-Spion John Helmer, der jetzt als Pro-Putin-Macker unterwegs ist, hat verschiedentlich in Artikeln behauptet, die im Russian Insider veröffentlicht wurden, Nik werde erpresst von den Yankies, eine Vereinbarung einzugehen; und zwar vor allem von Untersekretärin Victoria Nuland. Das wurde auf einigen von Russland finanzierten Nachrichten-Webseiten wiederholt, dort von griechischen und zyprischen Typen berichtet, sogar als Nuland bereits aufgehört hatte, für das State Department zu arbeiten. Die letzten Monate – die Wiedervereinigungsverhandlungen am Nagel hängend und die Aussicht auf eine Vereinbarung sich schnell entfernend – haben weder Helmer, noch andere Schreiberlinge Putins etwas über Nik geschrieben. Helmer hat sogar aufgehört, vom Gerichtsprozess zu berichten, der den russischen Plutokraten Leonid Lebedev angeht, der ist ein Mandant der Nik-Anwaltskanzlei; und auch über die angeblich persönliche Verstrickung Niks in die schattenhaften Deals seines Mandanten [schreibt er nichts mehr].

Das kam rüber wie erpresserischer Journalismus, besonders, da es von einem ehemaligen KGB-Offizier verfasst war. Und all Das hörte auf, als klar wurde, Nik ist nicht im Entferntesten an einer Vereinbarung in Sachen Zypern interessiert. Einer der Typen, der den Nuland-Erpressungsmythos wiederholte, wurde für seine Bemühungen ausgezeichnet, und zwar mit Nik-gesponsertem Bakschisch. Ich beziehe mich auf den in Washington ansässigen, politischen Moralisten und Anti-Vereinbarungsprediger Michalis Ignatiou, der es fertigbrachte, seiner Nichte einen Job im Präsidentenpalast zu verschaffen. Die hilft jetzt Nik beim Redenschreiben. Sie ist eine Lehrerin im Fach Literatur und ist vom Außenministerium [Zyperns] angestellt mit gesondertem Vertrag [erinnern Sie es weiter unten, wenn diese Art Verträge Thema werden]. … . Palastangestellte, die fragten, weshalb die Nichte eines solch feindlichen Mackers denn eingestellt wurde, erfuhren, es sei ein Bakschisch für Ignatious Familie, die die DISY-Partei unterstütze, [der Anastasiadis bekanntlich angehört, die die Regierungspartei bildet]. Die haben nicht geschnallt, dass Ignatiou schon seit längerem Nik nicht mehr kritisiert in seiner Sonntagskolumne in der Phileleftheros [Zyperns], sondern ihm weisen Ratschlag gibt und moralische Führung.“

Wissen Sie was, hier gleich nochmal was aus dem Coffeeshop etwas, diesmal aus dem vom 2. April 2017. Dass so geballt davon reingegeben wird, geschieht, damit nun aber auch wirklich der allerletzte in Brüssel versteht, dass Präsident Anastasiadis auch, wie soll man sagen, recht lustige Seiten hat. Dass er die Grundfertigkeiten eines waren Chorkatos hat. Zum Chorkatos auf Zypern empfiehlt sich von Mawratsas das Buch „Gesellschaft der Proleten“ zu lesen. Jetzt auch als gedrucktes Buch bei Amazon.com (nicht .de eingeben!) zu erhalten: „Mit den Präsidentenwahlen weniger als 11 Monate entfernt, dachte Präs Nik, es sei angebracht, ein Schauspiel seiner bakschischologischen Macht zu geben. Die Bürger [sozusagen] rückzuversichern, die eine Art Bakschisch für ihre Wählerstimme suchen, auch dessen, dass er nicht Kontakt oder Wunsch verloren habe, diejenigen mit Gefälligkeiten auszustatten, die bereit sind, vor ihm niederzuknien und ihre unsterbliche Loyalität ihm gegenüber beschwören. Die Ernennung der unbekannten Maria Lottides als Ombudsfrau war eine emphatische Show von Bakschischpower, zumal auch die Zustimmung des Gesetzgebers von Nöten war, bevor sie den gutbezahlten Job übernehmen konnte. Präs, der sich keine Niederlage leisten konnte in dieser Angelegenheit, rief verschiedene Abgeordnete Freitag morgens an, um sicherzustellen, dass die Ernennung durchging und das gelang mit gerade mal 2 Stimmen. AKEL. DIKO und EDEK hatten beschlossen, die Ernennung abzuweisen, doch Nik schaffte es, 3 DIKO-Abgeordnete zu bequasseln (zwei aus Limassol), sich gegen den Entscheid ihrer Partei zu wenden und mit der DISY und der Lillikas Allianz dafür zu stimmen. Um sicherzustellen, dass das Ding durchgeht, stimmte der Präsident des Parlaments, Demetris Syllouris, der sonst nie mitabstimmt, ab, und zwar stimmte er pro Ernennung. Nicht ganz klar wurde, ob er diesen unerwarteten Schritt tat, weil er Nik seine Position schuldet oder ob er glühende Kommentare in der Kathimerini sich absichern wollte, zumal die Herausgeber [dieses Blattes] Ehemann und Schwiegersohn [der von Nik Begünstigten] sind.

Die Ernennung war ein Triumph für Nik in vielerlei Hinsicht. Er konnte so zeigen, dass er eine unbekannte Anwältin mit nicht gerade herausragender Karriere in den Staatsdienst nehmen kann und sie zur Ombudsfrau macht, indem wesentlich erfahrenere und besser qualifizierte Anwälte ignoriert werden, die im Büro der Ombudsperson seit Jahren arbeiten. Das schaffte er also, obgleich ein feindlicher Gesetzgeber im Weg stand und obwohl sein Innenminister, Sokratis Hasikos, jemand anderes vorgeschlagen hatte. Tatsächlich freute es ihn, seinen Minister öffentlich zu demütigen, mit dem der Lottides-Clan eh einen öffentlichen Krieg ausfocht. Kathimerini attackiert Hasikos erbarmungslos, während Demetris, der Schwiegersohn der Nutznießerin des Bakschischs, wiederholt ihren Freund Odysseas [Michaelidis, den Ober-Kontrolleur im Land] auf ihn angesetzt hatte. Den Mangel an Loyalität, den der Präs gezeigt hat gegenüber seinem Minister, ist umso verwunderlicher, zumal Hasikos‘ Zeitung, die Alitheia, seit Dekaden unterstützend über Nik schreibt. Doch er konnte Loyalität nicht erlauben, in seinen Weg zu geraten. Es galt, potentiellen Unterstützern zu zeigen, dass er der Bakschischkönig ist – und daher der Geeignetste, sich das OK zu holen, sollte man einen Posten bei der Regierung wollen. Ein paar Tage vor der Wahl im Parlament, trug die Kathimerini ein kurzes Beiträglein direkt aus der Arslikhan Schule für Journalismus vor, wahrscheinlich um klar zu machen, dass es kein Reinfall gibt bei Niks Anstrengung Lottides Ernennung zu platzieren[, sie formulierte]: „Von der Spitze der Macht ist mir zugetragen worden, dass Nikaros (Nik) sich viel von 2 Treffen verspricht, die er in Malta haben wird in diesen Tagen – an der Konferenz der Europäischen Volkspartei. Was mir gesagt wurde von meiner Quelle in der zyprischen Expat-Gemeinde der USA, ist, dass das Trump-Nikaros-Treffen nur noch einen Mausklick entfernt ist – im Juni. Und das verdankt sich dem sehr fähigen (Regierungssprecher) Nikos Christodoulides und natürlich der Hilfe, die Expats leisteten … .“ Wenig Zweifel daran, dass je näher die Wahlen rücken [auf Zypern], desto glühender die Artikel der Kathimerini über Nikaros erstrahlen werden, sodass man sich besser Sonnengläser aufsetzt beim Lesen zwecks Schutz. Nikaros kann hier auf Zypern zwei unterschiedliche Bedeutungen haben. Es ist eine andere Art „großer“ oder „macho“ zu bedeuten und ist oft in Gebrauch in Zusammenhang mit unserem Präs. Ein kleiner, stümperlicher Nik, dem alfamännliche Qualitäten abgehen, würde „Nikoudi“ genannt. Der sehr fähige Regierungssprecher, der weder ein Nikaros, noch ein Nikkoudi ist – vielleicht ein Nikaroudi – hielt seine US-Tour als Art Außenminister am Dienstag ab, machte aber klar zurück in Zyproulla, dass wir alle davon hörten, welch vielen wichtigen Treffen er hatte. Montagmorgens war er auf Staatsradio und informierte die Hörer über seine US-Kontakte mit dem Enthusiasmus eines Teenagers, der seinen ersten Besuch in einem Nachtclub erzählt. Den folgenden Tag war er allerdings nicht im Radio, um uns von seinen Montagstreffen zu berichten. Diesen Job überließ er dem CyBC-US-Korrespondenten. Er hatte wohl etwas verspätet kapiert, dass er in seiner neuen Rolle nicht dafür erkoren war, eigene Aktivitäten zu berichten. Er ist [jetzt] zu wichtig für so etwas.“

***

Vielleicht würden Teile der Internationalen Gemeinschaft ja noch lauter pro Nikosia-Süd eintreten, wenn die nicht solch komische Angewohnheiten hätten. Das sind diese hier bereits wiederholt erwähnten Sitten, die an Ostern meist ihren tiefgangmäßigen Höhepunkt zelebrieren: Singvögelessen. Sie können es halt nicht lassen, vielleicht die meisten Zyprer, und da sind sie sich wohl mit vielen Türkischzyprern einig, dass so ein kleiner Piepser eine Delikatesse sein soll und bestens gefrittet wird. 2,5 Millionen Singvögel verspeisen die auf der Insel jährlich. Das ist eine Schätzung, denn offiziell soll der Verzehr ja verboten sein. Chris Packham hat mal wieder einen Dokumentarfilm darüber produziert und die Anzahl der verspeisten und teils elend verendeten Vögel (Leimruten) geschätzt. Der wird mit seiner Doku wohl vorrangig im Ausland Zuschauer entrüsten. So wenig, wie es einen ersichtlicheren politischen Willen gibt, das Zypernproblem wirklich zu lösen, so wenig scheinen die Herren und Damen im Parlament von Nikosia-Süd nahe dem eingestürzten und vielleicht schon wieder komplett aufgebauten Theater unweit des einsturzgefährdeten Restes des noch immer in Betrieb gehaltenen Krankenhauses daran interessiert, ihre Beschlüsse umgesetzt zu sehen in Sachen Zugvögelschutz. Zur Erleichterung des schlechten Gewissen, oder wie man es einschätzen darf, wurden kürzlich im Norden von sogenannten Aktivisten namens „dayanışma“ Straßennamen mit anderen Namen überklebt. Wir gehen mal davon aus, dass es die ursprünglichen griechischen Bezeichnungen waren. Das passierte selbstverständlich in „Solidarität“ mit griechischzyprischen Aktivisten (Linke Bewegung – wir wollen eine Föderation). Die hatten davor eine solche Überklebe-Aktion durchgezogen. BRAV. Der Kampf beginne in der Straße, war von den Aktivisten wohl auch noch zu vernehmen. Toll! Beruhigt wahrscheinlich wirklich schlechte Gewissen bei all jenen, die in jeweiligen Parlamenten auf Zypern offensichtlich gegen eine Wiedervereinigung, letztere als politisches Ziel hervorhebend, politisieren – nach dem Motto: Seht, unsere Jugend will es doch auch!

Ja, die Liebe zur Natur und ihren nicht-menschlichen Bewohnern. Nun: Den Briten ist wohl zu verdanken, dass nahe ihrer Basis in Akrotiris die Sumpflandschaft noch eine solche ist. Eigentlich sollten viele Zyprer den Briten dankbar sein, weil sie mit ihrem Einwirken mit sicherstellen, dass zu Ostern genügend Singvögel da sind, um den Osterhasen nach dem Verspeis von Singvögeln besser jagen zu können. Jagen, das muss schon sein! Das denken nicht nur hier viele. Derzeit scheint gerade Waffenruhe zu herrschen. Junge, in die Natur ausgesetzte Fasanenküken sind einem sogar schon fast ins Auto geflogen. Wahrscheinlich waren die noch nicht ganz ausgewildert genug und dachten, der gute liebe Jäger kommt, um sie zu füttern. Kann ja sein, dass der so ein Auto fährt wie unsereins. Im Herbst werden sie vollgefressen und gut gewachsen vor den Flinten ihrer vermeintlichen Freunde noch das Weite zu suchen lernen. Wenn es überhaupt so weit kommt, dass die Fasanen dazu kommen, die Gefahr wirklich zu kapieren. Passiert wahrscheinlich instinktiv? Bravo, dass die Briten einen gewissen Vogelschutz-Instinkt haben und seit Jahren es einfach nicht so ohne weiteres ermöglichen mögen, dass auch noch der Beach namens Lady-Mile zugepflastert wird mit geteerter Straße vor Limassol in Richtung Pafos unweit des Hafens. Herr Fylios Demetriadis, Betreiber eines Restaurants auf der Mile, ist ganz außer sich. Das Rathaus würde ihn schon seit Jahren versetzen. Er sei es doch schließlich, der in der Saison 300 Leute anstelle. Ob die von ihm Angestellten wohl dennoch aufstocken gehen müssen beim Sozialamt? Wir wollen es nicht wirklich wissen, denn Herr Demetriadis findet, er habe es verdient, endlich eine geteerte Straße bis zu seinem Restaurant zu erhalten, welches er schon 15 Jahre auf der Mile führt. Und Strom gefälligst auch. Schließlich ist er es, der den Strand vor seinem Restaurant sauber hält. Bislang muss der Gute Generatoren laufen lassen, um Elektrizität zu haben. Der Lärm dieser Dinger wird die Vögel gewiss nicht erfreuen und die Touristen und Einheimischen, die dort jedes Jahr aufs Neue im Sommer ihr Stelldichein zigtausendfach geben, wohl auch nicht. Ja, noch nicht mal EU-Fonds können beantragt werden, weil das Gebiet eben zur britischen Basis gehört – unerhört. Ein Skandal. Die Cyprus Mail zitiert in diesem Zusammenhang Sean Tully, Sprecher der britischen Basis, der sagte: „We have an obligation to protect the environment. It is a beautiful beach and the reason it is so beautiful is because it is protected!” Noch dies zur Umwelt: Climatellaunchpad ist eine Plattform, die Erfinder im grünen Bereich aufzuspüren sucht und daher kann bis zum 10. Mai 2017 jedermann seine oder ihre Erfindung einreichen: http://climatelaunchpad.org/application-form/. Der Gewinner wird am 18. Oktober 2017 ermittelt und erhält 10.000 € cash. Der Gewinn ist es also wert, anzufliegen?!

Irgendwie kriegt man es nicht wirklich mit. Oder man ist zu unaufmerksam? Haben Sie etwa registriert, dass ALPHAMEGA Supermarkt und die Cyprus Environment Protection Association (CYMEPA) sich vereint haben, um der Natur Gutes angedeihen zu lassen? Martina Meinders muss die ‚Umwelt-Aktivistin‘ heißen, die diese Zusammenarbeit angestoßen hat. Sie ist Deutsche – im Schifffahrtsgeschäft tätig, irgendwo in Limassol (Marin Shipmanagement Ltd.). Kurz: Die Plastiktüten bei ALPHAMEGA sind im Visier. Eine „plastic-bag-free“- Insel Zypern ist geplant. Es gibt also auch Lichtblicke hier. Wenn Sie erlauben, dann diese Bewertung dazu: sehr, sehr hochfliegende Ziele, die Frau Meinders & Co da haben. Wir wünschen Erfolg. Haben allerdings schon eine Einkaufstasche aus Stoff, die so ähnlich wohl auch im ALPHAMEGA gekauft werden kann. Diese Taschen sind mir wirklich noch nicht ins Auge geflogen – dort.

Apropos fliegen. Die Ersatzairline COBALT der Cyprus Airline – letztere wurde ja vor nicht allzu langer Zeit in den Sand gesetzt wegen Missmanagement usw. – bietet demnächst Flüge nach Beirut an – ab 55 €. Soll noch mal einer sagen, Zyprer hätten ein Problem mit Objekten, die fliegen wie Vögel oder Vögeln selbst. Oder dass es die Republik Zypern nicht gibt, wehe das behauptet noch mal einer. Frechheit! Dass diese Republik wahrhaft existiert, durften Kinder eines befreundeten Landes der Zyprer vor kurzem nämlich hautnah erfahren – Serben. Die wollten doch glatt über den Flughafen Larnakas in den freien Gebieten zu einem Festival für Kinder in den besetzten Gebieten anreisen, eine (Straf)Tat, die zudem dem im Norden der Insel liegenden unrechtmäßigen Nicht-Staat geholfen hätte, seinen Statusquo aufzubessern in der Welt der Legalen. Die Kinder samt Aufsicht wurden am Flughafen angehalten und erstmal eingesperrt 24 Stunden oder so. Ja, was glauben DIE denn? Können doch nicht einfach so rüberfahren ins türkisch geschaffene Nirgendwo! Scheinbar hat man die Kinder schon bald wieder nach Serbien zurückschicken können. Passten zwar nicht alle ins Flugzeug rein, aber immerhin. Komisch nur, dass Kinder aus Litauen oder Russland ungehindert zum Event ankommen durften im rechtsfreien oder besser illegitimen Norden. Eine Lektion sei uns allen das eben Geschilderte in folgender Sparte: Wie versaure ich mir meine Beziehungen zu einem befreundeten Land!

Dass Serbien gerade nicht so demokratisch unterwegs sein soll, dürfte wohl eher nicht der ausschlaggebende Grund gewesen sein (Vucic) für die Aktion am Flughafen von Larnaka. Eher, ist zu vermuten, ist es die Größe des Landes. Serbien gibt ja vor, in die EU rein zu wollen mit einem Fuß in Richtung Russland ausgestreckt. Und die politische und faktische Größe Serbiens ließ die zyprischen Behörden serbische Touristen wohl warnen, in den zyprischen Norden zu fahren. Ja, die sind in Serbien überwiegend Orthodox, so, wie die Zyprer. Aber eben zu klein und halt doch nicht so richtig EU-drin, um einfach das zu tun, was ansonsten ALLE anderen Touristen auch tun auf Zypern. Nicht ganz von der Hand zu weisen, ist das vorgebrachte Argument der zyprischen Behörden dann allerdings auch wieder nicht. Es häufen sich die Fälle, wo Morde oder andere Straftaten von Türkischzyprern in den „freien Gebieten“ begangen werden, die dann allerdings nicht zur Rechenschaft gezogen werden können, da sich die Täter in den Norden rüber retteten, wo Südzypern ja kein Auslieferungsgesuch stellen kann, weil es den „Pseudo-Staat“ nicht anerkennt. Andersrum geht’s auch, wo sich jemand in die Republik Zypern flüchtet, der im Norden eine Straftat begangen hat und nicht belangt werden kann. Das Europäische Gericht für Menschenrechte verurteilte neulich das Verhalten beider Seiten. Ein Wahnsinn sondergleichen also, dass der Mord beispielsweise an einer 16-jährigen Türkischzyprerin, Eylül Güzelyurtlu und ihren Eltern nicht aufgeklärt werden kann (Januar 2005, in Larnaka). Apropos: im Jahr 2015 soll die Republik Zypern an die 18 Personen in ihre nord- oder mitteleuropäischen Heimatländer zurückgeschickt haben. Sie alle hatten offenbar die Absicht, in Syrien als islamistische Kämpfer sich zu verdingen. Bekanntlich gelangt man ansonsten mühelos von Larnaka nach Girne usw. Nikolaou, der griechischzyprische Innenminister ergänzt: „Die Sicherheitsmaßnamen wurden hochgefahren!“ Schon seit längerem wird man an der Grenze rüber in den Norden, die ja keine Grenze darstellen soll, gebeten, seinen Ausweis zu zeigen. Der wird dann auch registriert im Computer auf griechischzyprischer Seite – auf türkischzyprischer passiert das sowieso. Selten gelingt es, nicht herangewunken zu werden, um dieses Prozedere über sich ergehen zu lassen. Jene, die den Grenzern mit Griechischzyprisch Antwort geben, werden meist nicht behelligt. Zu lesen war irgendwo, dass neuerdings Touristen auch gefragt werden, in welchem Hotel sie denn bitte sehr abgestiegen sind. Diejenigen, die dann eventuell sagen, ich habe keines, könnten durchaus Gefahr laufen, dass ihnen der Übertritt in den Norden neuerdings verweigert wird. Es gibt kein Zahlenmaterial darüber, aber die Fragestellung lässt darauf schließen, dass die Behörde verhindern will, dass Larnaka-Airport genutzt wird, um dann im Norden Urlaub zu machen. Offiziell, wie gesagt, werden solche Unverbesserlichen vom zyprischen Staat vor den Untiefen im Norden geschützt. Mit der Erdoğan-Administration gestärkt am Ruder in der Türkei ist jedem, der in den Norden Zyperns fahren mag, auch über Larnaka, dringend geraten, sich sein türkisches und kurdisches Umfeld, meinetwegen in Deutschland lebend, genau anzusehen und was man so auf Facebook etc. postet bezüglich Türkei, Kurdistan, Armenien und Genozid, Erdoğan, Islam usw. Man kommt schneller in die Mühlen erdoĝanscher Hetzjagd als wieder daraus hervor. VORSICHT ist die Mutter der Porzellankiste!

Vor kurzem erzählte mir jemand, um nicht nur, aber auch auf die Orthodoxie auf Zypern zurückzukommen im Thema, dass Hauspersonal aus Indien, Bangladesch usw., die christlichen Glaubens sind, in orthodoxe Kirchen Zyperns meist nicht reinkommen, um an einem Gottesdienst teilzunehmen. Deutsche, Franzosen und andere Europäer christlichen Glaubens, wenn sie nicht gerade aussehen wie Inder, ist zu vermuten, haben damit kein Problem. Allerdings werden letztere nicht auf Friedhöfen der Orthodoxie Zyperns beerdigt. Es soll aber einen solchen Ort irgendwo in Limassol für sie geben, sodass die Leichen nicht vor den Toren der Stadt vergraben werden müssen. Noch kann man sich nicht kremieren lassen auf Zypern als Leiche.

Da wäre noch diese Angelegenheit, die man eigentlich nur schlecht mitverfolgen kann. Und zwar geht es um das fürchterliche Geschrei der Südzyprer, die sich seit Jahren darüber aufregen, dass Festlandtürken sich im Norden niederlassen. Die müssten bei einer Wiedervereinigung der Inselteile ALLE zurück in die Türkei! – wird gesagt. Ja, und was ist mit den vielen Russen, Briten und Griechen, Arabern und Israelis, die sich vermehrt ihre zyprische Staatsbürgerschaft kaufen und sich hier niederlassen? Die Xristofias-Talat-Vereinbarung auf Zypern besagt, die eigentlich noch bindend sein müsste, dass sollten zum Beispiel 100.000 Griechen im Süden arbeiten und leben, dann auch genauso viele Festlandtürken im Norden Zyperns sich aufhalten dürften – und umgekehrt. „VIP-Immigration“ nennt sich eines der Offices, die die Pass-Angelegenheit für Leute mit viel Geld regelt, die Zyprer werden wollen – EU-Bürger. Das Büro liegt in Limassols sogenannter Touristik-Area und realisiert diesen ‚Traum‘ recht geschwind. Wir konstatieren eventuell: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!

Somit dürfte das Spektrum hier wohl abgegriffen sein, könnten Sie denken, wenn von Kindern über VIPs bis zu Leichen die Rede war – doch noch ist dem nicht so. Nein, von Geld war, wenn überhaupt, dann nur indirekt die Rede all die Zeit. Geld zu haben, wie Sie wissen, ist schon etwas Schönes. Noch schöner dürfte sein, sein nicht gesichertes Geld, welches man in einer Bank hatte, zurückzuerhalten, wenn es einem abgenommen worden ist – unverschuldet. Und Ähnliches war ja vielen einfachen Bankkunden in Zypern passiert, als die Laiki Bank schlappmachte vor ein paar Jahren und ihre Vermögen der Zentralbank Zyperns zugeschustert wurden. Kurz, eine Organisation, die sich Sykala nennt, hat sich mit dem Präsidenten der Republik und anderen zusammengesetzt und dieser Herr von der Sykala hat bedeutet bekommen, dass die knapp 100.000 €, die den Bankkunden abgeknöpft wurden damals, eventuell zurückbezahlt werden könnten. Nach dem, was gelaufen ist, hat man so seine Zweifel und fragt, ob hier eventuell die Rede von einem Trinkgeld ist, sodass die Sykala endlich Ruhe gibt? Anfang April blockierten Bauern nicht ganz zu unrecht Straßen im eh schon zugestellten Zentrum von Nikosia. Es muss die Hölle gewesen sein für Auto- und Busfahrer, für Fußgänger gewiss sowieso. Die Bauern forderten, dass die Zentralbank Kooperative (CCB) ihre Anteile, von denen 99 % dem Staat gehören, zurück an die Mitglieder der CO-OPs gibt. Eigentlich haben die früheren Mitglieder ja kein Recht, so etwas zu verlangen. Die CO-OPs waren jahrelang Ort von schlechtem Management und Korruption etc. Als die Pleite gingen, schoss der Staat damals 1.7 Milliarden € rein. Das Geld kam von internationalen Kreditgebern und wird – lustiger Weise – vom zyprischen Steuerzahler zurückbezahlt. Das heißt, nicht etwa die Mitglieder der CO-OPs blechen, sondern die Steuerzahler – und jetzt fordern die letzteren auch noch ‚ihr‘ Geld zurück. Wie es kommt? Nein, die sind wahrscheinlich nur etwas durchgeknallt, aber nicht ganz. Der Finanzminister Harris Georgiadis hat mal wieder etwas Mist gebaut. Der meinte, er würde Anteile der CCB rausrücken, die dann in der zyprischen Börse gelistet erscheinen würden. Man würde so einen Schritt erwägen, meinte er dummerweise öffentlich, und zwar für all jene, die Geld in der Finanzkrise verloren hätten, aber auch für jenen Personenkreis, der Kunde der CCB war und für Arbeiter. Dieser sowie anderweitig betriebener Populismus der Regierung Zyperns, könnte der DISY Partei bei den nächsten Wahlen einige, eventuell entscheidend wichtige Wählerstimmen kosten.

***

Ja, Wahlen überall und auch in Zypern ist man bereits im Wahlmodus – wenn man den je wirklich verlassen hat. Wollen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Mittleren Kräfte – Nikos Papadopolous (DIKO), Giorgos Lillikas (EDEK), Giorgos Perdikis (Grüne) und Eleni Theoxarous (EURO.KO) – am Ausbaldowern waren, wer von den Genannten die Präsidentschaft von Anastasiadis anfechten geht mit der Unterstützung der anderen. Perdikis nannte die Mittleren Kräfte einst: „national chicken coop“). Grüne gibt es also auch auf Zypern, siehe Herrn Perdikis. Der scheint sich aber vor allem damit hervorzutun, in der Öffentlichkeit betont selten grüne Themen in die Debatte einzuwerfen. Das jedenfalls ist der Eindruck, der entsteht, wenn brav nahezu täglich APO MERA SE MERA auf RIK1 gesehen wird. Eine Plattform im Fernsehen ab 12 Uhr nachmittags ist das, die immer wieder Überraschungen parat hat. Anders als in Deutschland wird da Tagespolitik im Fernsehen betrieben – die verlängerte Bank des Parlaments ist diese Sendung. Lillikas soll ja seinerzeit, als die Finanzkrise war 2013, den Vorschlag gemacht haben, öffentlich, man könne doch bereits das Erdgas sozusagen vorausverkaufen, also bevor man es überhaupt gefördert, geschweige denn in der Quantität ermittelt hat, um die TROIKA aus dem Land zu halten und den Bailout zu vermeiden. Er meinte des Weiteren, dass 2022 ein realistisches Datum wäre, um seine erhaltenen Vorauszahlungen dann zu begleichen. Papadopolous schwadroniert gerade von einer Neuausrichtung der Politik, die nach dem Referendum in der Türkei zu erfolgen habe auf Zypern. Leider lässt Papadopolous Junior nicht wissen, was konkret geschehen soll und wie man glaubt, diese Neuausrichtung vereint bewerkstelligen zu können. Es riecht – mal wieder – bereits im Vorfeld nach hohlen Sprüchen. Apropos: Der nationale Hühner-COOP (die selbsternannte politische Mitte Zyperns) hat sich Montag den 24. April 2017 offenbar für Papadopolous als ihren Kandidaten fürs Präsidentenamt entschieden. Da kann man eigentlich nur noch sagen – wozu bekanntlich auch Herr Anastasiadis inzwischen Anlass gibt – schade um das schöne viele Geld, welches sinnlos weiterhin verschwendet werden wird in langen Sitzungen zwischen New York , Genf und Zypern. Denn eine Lösung der Zypernfrage, die will anscheinend ja keiner auf der griechischzyprischen Seite, jedenfalls keine, die man als FAIR gegenüber den Türkischzyprern bezeichnen wird können. Mit Nikolas Papadopolous, wenn er Anastasiadis das Präsidialamt abnehmen wird können 2018, ist diese Feststellung leider einmal mehr schon fast zwingend so zu sehen. Die Wiedervereinigungsverhandlungen werden für eventuell immer auf dem Parkplatz nationalistisch-ethnizistischer Verbohrtheit abgestellt verweilen. BRAVO.

Ob das Parking auf dem Hof der RIK-TV-Sender auch wirklich immer zugängig ist? Weil zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen die Herrschaften aus dem Parlament wohl eher nicht mal schnell rübergefahren, um in apo mera se mera sich zu zeigen. Genau: Die haben ja einen Fahrer und einige haben sogar Bodyguards – also wird es auch keine Schwierigkeiten wegen dem Parkplatz geben. Und was die Sicherheit angeht: Sogar die Beleuchtung hinterm Parlamentsgebäude im städtischen Park wurde mit einzig einer stärker leuchtenden Lampe verstärkt – heller als jemals davor und dass das Gemäuer des Parlaments weit genug davon weg liegt und das gut geschützt, weiß ich auch nicht so wirklich einzuschätzen – eher nicht. Plötzlich gibt es auch so etwas wie Böller vor dem Parlament und Parkverbote. Das waren noch Zeiten, als niemand an so was wie Anschläge denken brauchte. Doch auch zu jenen goldenen Zeiträumen war das Spesenkonto so manches Politikers auf Zypern etwas überhöht – um es mal gelinde zu sagen. Der Chef-Kontrolleur der zyprischen Nation, Herr Michaelidis, hat sich vorgenommen, das zu ändern. Endlich mal sollen die Parlamentarier ihre Flüge früher buchen und nicht auf den letzten Drücker. Das spart Geld, findet Michaelidis. Außerdem greift neuerdings eine neue Unart um sich unter den Parlamentariern. Parteien stellen immer mehr Externe an, dies und jenes zu tun, was aber von der Betriebskasse des Parlaments nach Gesetzeslage zu berappen ist. Der Anstieg in Rede: im Jahr 2015 von 69 Personen auf 101 Personen 2017. Das sind also 37%. Und so etwas müsse sich schleunigst ändern, findet Michaelidis. Von den Pensionsansprüchen mal ganz zu schweigen. Glavkos Kliridis und die DISY führten ja einst die Allgemeine Rente ein. Ansonsten: 18 Monate im Parlament gesessen und schon haste 1.300 und noch was Euro Pension monatlich. Da sind die einmaligen Bonis (75.000 und ein paar Verquetschte) verständlicher Weise noch nicht mit eingerechnet. Um die 700 Euro gibt es für Unterkunft monatlich, unabhängig davon, ob der Politiker überhaupt anwesend war. Ab 2012 neu hinzugekommenen Staatsangestellten, also nicht Politikern, werden die Pensionen von der Allgemeinen Versicherungskasse zukünftig ausbezahlt. Kurz: Herr Michaelidis macht sich unbeliebt. Eine Spaßbremse sondergleichen! Und was nicht lange auf sich warten lässt, sind Überschriften wie diese: „Er benimmt sich wie ein arroganter Schnösel.“

Der Finanzminister Harris Giorgiadis hat Michaelidis gerade am Hals. Einen Mann seiner DISY-Partei soll der Finanzminister regelwidrig eingestellt haben. Dieser Anstellung sei von der Kommission der Staatsangestellten nicht abgesegnet gewesen, meint Michaelidis. Wo er recht hat, da hat er nun mal recht. Was erwidert Georgiadis, dessen Ohren dabei leicht ins Flattern gerieten: „[Michaelidis] hat seine Objektivität und Unabhängigkeit verloren!“ Denn Michaelidis war inzwischen schon heißgelaufen und musste nun einfach mal in gewohnter Manier fragen, schließlich ist er der Oberprüfer des Landes: „Wie kannst du es wagen, MICH in Frage zu ziehen?“ Gockelgehabe halt. Nichts weiter passiert. Alltag. Doch dann, Michaelidis noch: „Wenn das Gesetz routinemäßig gebrochen wird, ist das keine Entschuldigung für mich, inaktiv zu bleiben (Cyprus Mail, 19.04.17).

Was sticht uns ins Auge? Das Wort „routinemäßig“. Das sagt schließlich nicht irgendwer. Keine Sorge, wir werden hierüber nicht ins Detail gehen, also zu: wer pickte seinen Gegner wann wohin und wie etc. Federn lassen jedenfalls beide – im Ansehen. Vielleicht nicht ganz passend ist, hier gleich hintenanzustellen, dass die Zyprische Zentralbank sich Mitte Monat April 2017 anscheinend gezwungen sah, öffentlich kundzutun, sie könne die gestellten Ziele in Sachen Reform des Finanzwesens sowie der Bank selbst nicht einhalten. Beispielsweise könnten „nicht rechtzeitig genügend Informationen eingereicht werden bezüglich der Einlagen der Kunden …“. Immerhin konnte woanders, und zwar von rechtswegen „Klarheit“ geschafft werden, was das DING mit den öffentlichen Märkten angeht. In Nikosia ist es bekanntlich der Mittwoch und der Samstag, an dem Markt ist. Leider findet der Markt seit geraumer Zeit an ein und demselben Ort in der Stadt fest, was früher anders war. Nun, das hat man also so geregelt und wird seine Gründe gehabt haben. Geregelt ist neuerdings auch, was zuvor als DING bezeichnet worden ist: dass „auf dem Markt kein anderer Verkäufer beschäftigt werden kann, wenn die Erlaubnis zum Betreiben eines Standes einem Verkäufer gehört und nicht einem Produzenten“, also einem Bauern. Die Verkäufer finden die Gesetzesänderung nicht sonderlich lustig. Beispielsweise könnte man nun noch nicht mal mehr zur Toilette gehen, da ja niemand, außer einem selbst, hinter dem Ladentisch stehen dürfe. Gern wurden nämlich Flüchtlinge angestellt, auszuhelfen. Und wie zu erfahren war, hat so mancher Verkäufer am Ende des Tages ‚vergessen‘, seine Hilfskraft ganz oder genügend auszubezahlen. Es gibt schließlich nahezu unendlich viele Bewerber auf dem hinter vorgehaltener Hand sogenannten Sklavenmarkt, die anscheinend hoffen, sie könnten besser abschneiden als ihre Vorgänger. Dieses Spielchen hat das neue Gesetz nun also auch unterbrochen. Wir dürfen damit rechnen, dass eine Art Umgehung des Gesetzes wahrscheinlich schon in Anwendung ist, die aber hier noch nicht bekannt ist. So wie Letzteres der Fall ist, werden wir Sie darüber in Kenntnis setzen. Not macht ja schließlich erfinderisch, da frisst der Teufel sogar Fliegen. Wie im Film ist das.

20 Filme können innerhalb von 9 Tagen an den „Cyprus Filmdays“ gesehen werden, die mal in Nikosia, mal in Limassol zu sehen sind. Die Filme sind mit Untertiteln in Griechisch und Englisch. Das 15. Festival dieser Art in Zypern beginnt Donnerstag, den 27. April 2017, also heute. Details dazu können unter www.cyprusfilmdays.com angesehen werden. Das Railto Theatre in Limassol, wo die Filme in Limassol gezeigt werden, gibt gewiss auch gern Auskunft: 00357 777 777 45. In Pafos werden die Berliner Philharmoniker zu hören sein am 30. April 2017 sowie am 01. Mai. Das bi-kommunale Jugendorchester wird am 30. April bereits nachmittags sein Können unter Beweis stellen und einige Philharmoniker werden sie dabei unterstützen. Sogar der deutsche Botschafter läuft auf. Ein kleiner Umtrunk (Rezeption) ist bereits angesagt, Einladungen verschickt. Klar, es wird Klassik gespielt werden – vorwiegend. Mal hören gehen, wie die die alten Klassiker kopieren, beziehungsweise interpretieren.

Dringend angesagt ist, sagt das Komitee zuständig für Kommerz und dergleichen mehr, dass Zypern ENDLICH Verordnungen erlässt, die es auf Linie bringen mit den Vorstellungen, die die EU über das Copyright hat. Das alles ist fällig bis Ende Juni. Nachdem, wie die Diskussion darüber geführt wird, besteht die Möglichkeit, dass der Termin – lang und breit Grundsätzliches und anderes mehr diskutierend – vertrödelt wird; und dann gibt es womöglich eine Strafe vonseiten Brüssels. Ein weiteres Limit wird zusehends gerissen auf Zypern, und das ist der steigende Konsum von Alkohol unter Jugendlichen, die noch keine 18 Jahre alt sind. In der Studie wurden 15 und 16-Jährige nach ihrem Alkoholkonsum gefragt. Demnach sollen Jugendliche in Georgien am kräftigsten zuschlagen mit 72 %, gefolgt von Tschechien und Zypern mit jeweils 68 %. EU-Durchschnitt liegt anscheinend bei 48%. Yamaz!

EBRD hat ihr jährliches Treffen und Geschäftsforum in Nikosia vom 9. Mai bis zum 11. Mail 2017. Es geht um grünen Wachstum und wie man regionalen und globalen Herausforderungen zu begegnen gedenkt. 65 Länder werden teilnehmen. Präsident der EBRD ist Herr Chakrabarti. Unter anderen werden auch Minister aus Bosnien, Ägypten, Georgien, Griechenland, Jordanien Kasachstan, Moldavien, Polen, Rumänien und der Ukraine anwesend sein. Ein großer Event, der einmal mehr die Wichtigkeit der Republik Zypern in der Region belegt!

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