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Posts Tagged ‘wiedervereinigung’

Frühling 2018!
Und wahrhaft, es liegt einiges in – oder hinter – den Büschen: Trump, Putin und die anderen, üblichen Verdächtigen.
Konkreter: Wir dürfen wohl davon ausgehen, dass die neue Bundesregierung Deutschlands unter anderen Zielen auch noch jenes hat, nämlich, ihre Bürger optimal in Sicherheit zu bringen oder zu wissen.
Nun klar, das geht eh nicht, also das mit der totalen Sicherheit, ja wahrscheinlich wird es nie gehen – und das ist, denken wohl einige unter Ihnen, auch besser so. Das mit der totalen Sicherheit stimmt also schon, siehe Facebook, um nur einen permanenten Unsicherheitsfaktor in unseren modernen Leben zu nennen, den man sich aber angeblich noch durch Kündigung des Facebook-Kontos vom Hals schaffen soll können, wird gesagt.
Ohne weitere Umschweife nun dies: So, wie die Dinge sich derzeit entwickeln weltpolitisch, müsste von den Groko-lern im ehemaligen Reichstag zu Berlin umgehend, unüberhörbar und unmissverständlich eingefordert werden, dass die US-Amis, also Trump und sein neuer – wahrscheinlich etwas kriegsgeiler – Außenminister Bolton, ohne Wenn und Aber ihre in Deutschland gebunkerten Atombomben und anderes derartiges Zeug bestens SOFORT mit sich nach Washington DC nehmen, gern auch nach Florida oder Dallas, aber nicht nach Hawaii oder Puerto Rico, Teile der USA, die von vielen Beobachtern als unfreiwillige Staaten der United States of America gesehen werden; die also etwa so, wie der westlich gelegene Teil Chinas, die Provinz Sinjiang, wo Türkisch gesprochen wird und die Bevölkerung, noch, mehrheitlich muslimisch ist, von Peking okkupiert wird. Alaska könnte auch noch genannt werden im vorherigen Zusammenhang, weil, ja weil diese Region eher im polaren Eis liegt, und die polaren Regionen sollen ja angeblich ALLEN gehören. Außerdem kann und sollte man dort nicht einfach mal schnell atomare Kriege führen, weil das könnte dann doch, von der Statik des sich drehenden Planeten her, schnell zu äußerst letalen Entwicklungen führen, wie zum Beispiel zu der, dass die Erde von der Umlaufbahn zur Sonne zu beträchtlich abweicht in der Folge etc.
Interessant ist bei der Erwähnung derartiger Szenarien auch, dass in den öffentlich-rechtlichen Medien der Deutschen stets, soweit hier festgestellt werden konnte, die Rede davon ist, dass sich der Westen (USA) und der Osten (Russland) lediglich in Europa gegenüberstünden, stehen könnten. Doch dass solch Positionierung an der Behring See viel eher und wesentlich nähergelegen der Fall ist, auf diese einfache Sicht scheint noch niemand gekommen zu sein? Das kann nicht sein. Also was ist los? Warum wird diese ‚Front‘ nicht gezeichnet? Wer hält da den Finger drauf, wenn überhaupt, sodass solch Szenarium nie öffentlich angedacht zu lesen ist?
Wie auch immer: Sollte diesen Leuten im Weißen Haus, Putin im Kreml inbegriffen, einfallen, ‚lustig‘ ein Paar von diesen ‚tollen‘ Sprengköpfen in Mitteleuropa aufeinander loszulassen, wäre die Merkel-Regierung vor allen anderen Regierungen der EU anzuklagen. Ja, wir wären es, die solch tolle Idee Putins oder Trumps ausbaden dürften, weil Merkel & Co wegsieht aus Schiss vor dem Größenwahn sogenannter und selbsterklärter Supermächte; oder die sehen weg aus von Angst getriebenem Arscheinziehen etc. Das mit dem Arscheinziehen musste einfach als Vokabel in diesen Text, verehrte Leser, da irgendwo anders im Mediendschungel (siehe unserem Facebook-Auftritt) ein Artikel verlinkt und kommentiert werden musste, indem eine Luxus-Prostituierte erneut behauptet, mit Trump ‚horizontal Geschäftchen‘ gemacht zu haben, auch, jetzt kommts, ihm einmal mit einer zusammengerollten Zeitung oder einem Journal den Popo versohlt zu haben – er soll gleich bereitwillig denselben, nackt, hingestreckt haben dazu.
Dieser, Sie mögen denken, ‚recht arschige‘, atomare Supergau-Einfall könnte den beiden erwähnten Hitzköpfen leider schon schneller ins Hirn kommen als einem lieb ist – weil hier in Mittel- und Südeuropa ist ja nicht wirklich „America“ oder „Russia“ ZUERST.
Und das Trump wegbeißt, was ihm nicht gefällt – Putin ist in dieser Disziplin auch recht professionell – stellen beide andauernd unter Beweis, und, ach wie ‚lustig‘ ausgerechnet einer meiner heimlichen Hoffnungsträger, der Xi im fernen China, hat sich diesem DING ebenfalls angeschlossen, und zwar auf seine Weise. Letzterer setzt eh gerade Trends, denen noch so mancher, der von sich annimmt, mit ‚höchsten‘ Zielen ausgestattet zu sein irgendwo auf der Welt gern nacheifern wird, nämlich: regieren auf Lebenszeit.
Und das muss nicht sein, das Ungeheuerliche, welches da ist, dass atomar besetzte Sprengköpfe auf unseren Köpfen ausgerechnet ‚aufblühen‘; auch nicht dann, wenn einige von uns zwischenzeitlich oder während so etwas Explosives passiert, in der Karibik oder lediglich in Thailand, Mauritius oder den Kapverdischen Inseln sich aufhalten sollten, da sie NATÜRLICH vor dem eben angesprochenen atomaren Crash rechtzeitig gewarnt wurden und es sich leisten können, mal schnell dorthin auszufliegen etc.
Wer weiß, vielleicht gilt es ja eh, NUR von einem begrenzten Crash ausgehen zu müssen, der beispielsweise nicht mehr als die Fläche Nord- oder Süddeutschlands ‚bearbeitete‘? Trump lässt jedenfalls schon mal Atomsprengköpfe dieser Wirkkraft in etwas größerer Stückzahl, ist anzunehmen, fertigen.
Frau Merkel & Co: REGEN SIE SICH BEZÜGLICH DER ATOMBOMBEN AUF DEUTSCHEM TERRITORIUM VERBUDDELT endlich VERNEHMLICH/ER UND EINDEUTIGER AUF AM TISCH MIT DEN AMIS BEIM netten SMALL-TALK SITZEND und zwar MIT ANSAGE, DASS ZEITLICH NAHEGELGENST mit FRISTSETZUNG DEREN VERSCHIFFUNG zu erfolgen hat, mit oben bereits angegebenen Zielorten!
Jedenfalls ist eines sicher: Die wenigsten Bürger Europas dürften im atomar verseuchten Nichts sitzen oder verbleiben wollen, wenn geschehen ist, was zuvor benannt wurde als „begrenzter Crash!“ Die wollen so etwas nicht mit großem Wunsch und Willen, beispielsweise nach Afrika sich als Flüchtlinge zu retten, so, wie jetzt gerade und von den Medien als Nachricht scheinbar gemieden, zigtausende Sudanesen im Tschad, die einfach nur einen Wunsch haben: Nach Europa, egal, was da auf sie wartet. Diese in die Flucht getriebenen Sudanesen denken anscheinend wirklich, es ist hier in Europa allemal alles besser als sich im Sudan oder Südsudan dem NICHTS, dem von Menschen geschaffenen Terror auszusetzen.
Apropos: So ganz unschuldig sind wir an den Entwicklungen in Ostafrika nicht, sieht man sich die deutsche Geschichte dort mal genauer an. Komisch nur, dass wir uns für Israel so fürsorglich verantwortlich fühlen, was auch in Ordnung ist, aber in Afrika unsere historische, und durchaus eher wenig löbliche, wenn überhaupt, Spur verwischt halten wollen – und uns verwundert geben, dass Afrikaner nun ausgerechnet von UNSEREM Reichtum zehren wollen, ohne was dafür getan zu haben; oder fast nichts dafür getan zu haben; oder nicht genug getan zu haben.
Das Letztere steht allerdings noch immer zur Frage, nämlich, ob es nicht doch so ist oder sein könnte, dass auch in dieser eben behandelten Angelegenheit Zahltag für all die ehemaligen Kolonialherren und -damen, wie man sagt, gekommen ist. Dass ENDLICH nicht nur in esoterischen und religiösen Büchern etc. geschrieben steht, dass ALLES, was man tut, irgendwie und irgendwann auf einen zurückfällt, sondern, dass solch Einsicht sich im Politischen noch besser widerspiegelte. Scheint irgendwie etwas Nachhaltiges zu haben. Und davon ist ja andauernd die Rede, auch wenn zu oft genau das Gegenteil davon veranlasst wird in Berlin – siehe beispielsweise die neuentfachte Gier in Afghanistan. Sowieso ein Unding, mal ganz davon abgesehen, wo wir gerade thematisch waren, dass noch immer afghanische Asylsuchende nach Afghanistan ausgewiesen werden – nachdem, was die EU und speziell die Deutschen dort anstellen.
Ja, ich lese gerade ein Buch über Reiki, und da steht so etwas auch drin, also dass alles irgendwie wieder auf einen zurückkommt. Wäre das Buch über Reiki nicht in Griechisch geschrieben, würde ich mich wahrscheinlich auch jetzt noch nicht mit dieser Heilmethode – etwas – auseinandersetzen. Als Vokabelbeschaffer scheint das Buch geeignet, doch scheinbar auch als Beschaffer neuer Denk- und Handlungsweisen. Bin noch am Anfang des Buches. Mal sehen, was dazu in einem Monat gesagt werden wird.

Zypern
Ja, gestern – mal wieder – einen Annäherungsversuch gemacht, und zwar, was auch sonst, in Richtung zyprische Tages-Politik. Um es etwas aufregender zu gestalten, habe ich mich für Sie den Ereignissen im dortigen Norden zugewandt. Oder sagen wir es doch, wie es war: Plötzlich erreichte mich ein Link, der doch wirklich versprach, eine gerade ablaufende Diskussion im nordzyprischen Parlament drauf zu haben. Und schon war ich live dabei.
Ja, ich hätte mir Notizen machen sollen. Denn ein-zwei Details gibt es ja meist, die auch an diesem Ort in die Welt entlassen inhaltlich neu sind. Jedenfalls ist und war herauszuhören, dass die gerade wieder angestrebten Wiedervereinigungsbemühungen des griechisch-zyprischen Präsidenten Anastasiadis ziemlich sicher ins Nichts verlaufen werden. Und dies nicht etwa, weil die Nordzyprer so bockbeinig wären, sondern, war zu hören, weil sich die Positionen und „hegemonialen An- und Absichten“ der mehrheitlich Griechisch sprechenden Südzyprer aber auch in gar nichts geändert hätten. Überhaupt sei schon allein aus diesem Gesichtspunkt die Aussage des Generalsekretärs der UNO Guterres zu verstehen und von Bedeutung, der in Grant Montana CH davon gesprochen hatte, dass sollte sich was Neues bei den Verhandlungen oder Positionierungen der Zyprer in Sachen Wiedervereinigung der Insel ergeben, er und sein Stab gern – wieder – bereit wären, sich in Stellung zu bringen, um endlich zu einem Abschluss zu kommen, aber nur DANN.
Nun das sei offensichtlich nicht der Fall, wurde bei der Übertragung aus dem nordzyprischen Parlament konstatiert, also müsse das Geheule namens zyprischer Wiedervereinigung oder gemeinsamer Insel-Heimat und Freude, Friede, gemeinsamer Gasreichtum aus dem südöstlichen Meer erst gar nicht angestimmt werden.
So in etwa, also, klangen die 3 Redner, die ausgestrahlt wurden, als die Verbindung plötzlich von unsichtbarer Hand gekappt wurde und nicht wieder in Stand zu setzen war, leider. Einer dieser türkisch-zypriotischen Politiker war Herr Tartar. Wie gesagt, ich machte keine Notizen, weil nicht erwartet wurde, dass etwas wirklich total Unbekanntes Erwähnung findet: Die Türkei sei als unzertrennlicher Partner der Nordzyprer auch zukünftig zu sehen, und die Isolation, welche außer der Türkei angeblich der Rest der Welt den Nordzyprern auferlegt, gelte es nun wirklich vollends zu durchbrechen.
Aufgrund des steigenden Tourismus denken nicht wenige Politiker des Nordens, dass ein Anschluss der Türkischzyprer an den Rest der Welt demnächst möglich sein wird. Alle Zeichen wiesen in diese Richtung, wurde gesagt. Ein Anschluss an die Türkei, als weitere Provinz derselben, ist offenbar für die meisten im nordzyprischen Parlament kein Thema.
Aufgrund der politischen Großwetterlage, die gleich anfänglich in diesem Artikel leicht umrissen wurde, ist schlichtweg jedwede Prognose zum zukünftigen Verlauf der Zypernfrage eher vergeudete Zeit. Soll heißen: Auf Zypern ist alles möglich, auch, dass alles so in etwa bleibt, wie es ist – nämlich Sonne, Meer, das unbeschwerte Leben und Geld verdienen. Ja, auch „top of the world“ und die nicht wenigen Lesern bereits bekannte Was-auch-sonst-Haltung, die vorzuherrschen scheint auf Zypern bezüglich einer Weltspitzenzugehörigkeit der griechisch-sprachigen Zyprioten, zählt hier dazu.
Nun, was liest das derart auf wenig Verwunderung gestellte Auge am 17. 03. 18 in der zyprisch-griechischen Tageszeitung Politis? Genau, es liest einen Artikel von Giorgos Kakourgis. Darin stand, dass sich anscheinend die USA in Form des US-Vize-Außenministers, Mitchel, in die angeblich verfahrene Verhandlungssituation der Zyprer einzumischen gedenken – eingemischt haben. Mitchel hat sich dazu auch die Beschwerden der Türkischzyprer angehört, was uns allerdings nicht bereits hoffen lassen sollte, dass solch Vorgehen des Außen-Departments gleich bedeutet, es würde nun endlich reiner Wein eingeschenkt auf, über, unter oder wegen Zypern. Wahrscheinlich noch bevor es auch in Deutschland klimatisch sommerlich ist dieses Jahr, kann abgesehen werden, welche Positionierung die USA vorschlagen und einnehmen im südöstlichen Mittelmeer.
Die Trump-Administration ist für Überraschungen ja bekannt, vielleicht auch mal auf Zypern – möglichst positiv bitte. Was immer das in diesem Zusammenhang genau bedeuten mag für Sie, dieses „positiv“. Letzteres, das zuweilen positive Überraschen des Herrn Trump, ist an dieser (leicht) schrägen Politikerprojektion durchaus interessant. Letzterer wird so charakterisiert, weil der Geschäftsmann Trump ja noch immer verdeckt operativ tätig zu sein scheint im Hintergrund, wie hie und da zu vernehmen ist.
Nicht zuletzt auch von daher wird man abwarten müssen, wie sich die US-Amerikaner mit Israel abstimmen – und vielleicht auch mit Brüssel, doch vor allem mit den Briten in Sachen südöstliches Mittelmeer. Für Israel muss ein vereinigtes Zypern nicht unbedingt ein Vorteil bedeuten, wie auch nicht für die Briten. Doch das kann natürlich auch anders gesehen werden. Ein uneiniges Zypern hat den Vorteil, dass die Israelis das instabile Gebilde vor der Haustür eigentlich nach Bedarf handhaben können – und handhaben. Dass sie da wenig Scheu haben dürften, beweist unter anderem durchaus, dass nach über 10 Jahren zugegeben wurde, man habe seinerzeit in Syrien das Entstehen einer Plutonium-Produktionsanlage für Nordkorea angeblich kurz vor deren Fertigstellung mal schnell in Schutt und Asche gebombt.
Anders als auf Zypern oder in Deutschland ist die Nachricht klar, die da, so ganz nebenbei, vermittelt wurde: Tel Aviv handelt, und redet Dinge nicht breit und breiter! Auch die Briten stehen im Ruf, nicht sonderlich zimperlich zu sein, wenn es um ihre Interessen geht. Mal sehen, wohin sie/uns das Giftmord-Ding mit den Russen, vor Kurzem in London, noch schiffen wird. Frau May gegen Herrn Putin. Hört sich ganz nach ‚Putin schießt May politisch ab‘ an – oder ähnlich. Was nicht allzu schwer sein dürfte, zumal es zu viele gierige Mäuler gibt, die an Mays Position knabbern, eine Situation, die sich Putin offensichtlich gekonnt vom Hals zu halten weiß, was zumindest so nach außen sichtbar wird, für uns.
Bekanntlich sollen nicht gerade wenige Israelis auf beiden Seiten der zyprischen Insel Eigentum erworben haben – Tendenz steigend. Engländer sind ja geradezu traditionell auf beiden Seiten angesiedelt, und dort, wo nur sie das Sagen haben – auf den 3 Militärbasen. Oder sind es doch nur 2e? Egal. Sie sind jedenfalls präsent, was sich mit dem Brexit definitiv verfestigen wird.
Wie all diese Mächte, von denen bislang die Rede war, ist auch unter Briten ein Rückbesinnen auf einstige Größe im Busche.
Eine einige Insel Zypern könnte unter vielen anderen Horizonten, die sich dergestalt öffneten, wiederum bringen, dass ein Anschluss Israels an die EU plötzlich ins Gespräch kommen könnte oder gar ein israelisches Zusammengehen mit den Briten – was dann in Rekordzeit durchgezogen würde, darf vermutet werden. Wenige wären verwundert, wenn solch Ding noch schneller als ein EU-Beitritt Serbiens beispielsweise erfolgte. Und wenn dem nicht so ist, dann, dass ein vereintes Zypern eine Art Frontlinie gegen das sich aufbauende Reich des Bösen, äh, Russlands und Co, welches sich in Syrien niederzulassen gedenkt, nein, sich eventuell bereits fest niedergelassen hat, gestützt und gezogen wäre. Die neue Pufferzone?!
Insofern wäre als der wahre Wackelkandidat in der Region Nahost/Südost-Europa derzeit eher die Türkei auszumachen und nicht Zypern Süd. Weil die mehrheitlich griechisch-sprachigen Zyprer im Süden haben sich bereits eindeutig positioniert, mehr nach Westen (Israel) als nach dem Osten (Russland), wohingegen Erdogan noch versucht, so etwas wie eine eigene, womöglich muslimische Art Insel zu erschaffen, was ihm wohl die EU, wie auch Russland erschweren werden. Die muslimische Insel, von der gerade die Rede ist, ist nicht etwa nur die Türkei plus dem ihr anheimgefallenen Nordzypern, sondern gemeint ist durchaus ein Verbund der Türkei mit anderen muslimischen Staaten in der Region südöstliches Mittelmeer und darüber hinaus, mit denen zusammen so etwas wie eine muslimische Insel erschaffen werden könnte: Iran, Libanon, Syrien, Irak, Katar, Bahrain, Ägypten, Saudi-Arabien, Pakistan etc.
Dumm ist an dieser durchaus aussichtsreichen und vielversprechenden Konstellation lediglich, dass Präsident Erdogan in Konkurrenz mit dem Iran steht, und dies wahrscheinlich vorrangig deswegen, weil die nicht ‚richtig‘ muslimisch sind. Und das bedingt, sozusagen automatisch, dass mit den Schiiten im Libanon wohl auch nicht Gut-Kirschen-Essen sein dürfte, wie man einst sagte, mal ganz abgesehen von den verschiedenen christlichen Strömungen, die gerade besonders um ihr Überleben im Nahen Osten fürchten.
Ja, das ist wohl das Hauptproblem des Herrn Erdogan und seiner Entourage, nämlich, dass er und die Seinen sich als bessere Muslime sehen als beispielsweise diejenigen im Iran oder Saudi-Arabien etc.
Dennoch: Die Türkei müsste sich schon bald einem Lager an die Brust werfen zwecks Überleben. Das Lager der Muslime ist (noch) zu schwach, nicht als solches kräftig genug, um seinen Widersachern auf Dauer ebenbürtig oder respekteinflößend genug Antwort geben zu können.
Bliebe Herrn Erdogan als goldener Ausweg eigentlich nur noch China. Doch die Chinesen sind nicht gerade zur Türkei nahgelegen angesiedelt – und treiben in türkischstämmigen Gebieten Chinas eine Politik, die selbst Erdogans Feinde oder Gegner wohl nicht sonderlich lustig finden dürften. Gemeint ist die schleichende Assimilation der türkischstämmigen, muslimischen Uiguren Chinas. Sie werden im wahrsten Sinne des Wortes übervölkert – und ALLE gucken zu. Ein weiterer Punkt, den man dem Rest der Welt noch ankreiden wird, ankreiden muss, und zwar vor allem dann, wenn Reden geschwungen werden über Menschenrecht; und das dieses ökonomischen Interessen voranstehe.
Und dennoch: Peking mischt sich neuerdings bis an den Bosporus und darüber hinaus vernehmlicher ein, und zwar auf vielen Ebenen. Das ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum die USA plötzlich auf der griechisch-zyprischen Bühne stehen und diesmal mit direkterer Ansprache als sonst.
Noch soll Erdogan daran gelegen sein, Assad zu entmachten. Noch ist Ankara in der NATO und noch bestehen erhöhte Spannungen, derzeit auch mit Griechenland. Noch ist Erdogan auf bestem Weg, den Weg vieler Despoten zu gehen. Die Rede ist nicht von Den Haag, unbedingt, sondern von vor allem selbstverursachter internationaler Isolation. In gewisser Weise ist die Türkei auch in diesem Punkt eine Art Zwitterwesen. Ihre Position zum Westen, dem Osten oder der sogenannten Dritten Welt ist in etwa auch da anzusiedeln: dazwischen, überall und doch irgendwo, bloß wo genau mit eigener gesellschaftspolitischer Zielsetzung?
Es geht also weniger darum, die Paar zigtausend Kilowatt Gasenergie aus dem südöstlichen Mittelmeer zu holen, als vielmehr darum, Russland sowie China davon abzuhalten, den Schlüssel zur Weltherrschaft in die Hand zu bekommen.
Nun, dass dieser Schlüssel ausgerechnet bei oder in Zypern sein soll, wäre nun wirklich vermessen. Andererseits hat diese Illusion etwas geradezu romantisch Anziehendes. So anziehend gar, dass einem Angst-und-Bange werden kann als Europäer, und Zyprer sowieso.

Sieht ganz danach aus, als müssten Entscheide gefällt werden, die aber von einer Administration Anastasiadis gar nicht erwartet werden können – und dies wird vor dem Hintergrund und den Ergebnissen der letzten Regierungsperiode von Anastasiadis selbst gesagt, der ja wiedergewählt wurde vor Kurzem. Gemeint als Entscheid ist beispielsweise eine zielgeführte Wiedervereinigung der Insel, die ‚schlechtestenfalls‘ in Kauf nimmt auf griechisch-zyprischer Seite, herbe Verluste oder Zugeständnisse machen zu ‚dürfen‘. „Was auch sonst!“ Eine Wiedervereinigung der zyprischen Inselhälften könnte sich also als ein Teil dieses Schlüssels zur Weltherrschaft eines der großen Player herausschälen – aber eine Wiedervereinigung Zyperns mit Griechenland bitte bloß nicht wieder!? Obgleich: Wer weiß, wann dieses Thema oder Gespenst auf die politische Bühne im südöstlichen Mittelmeer Europas kommt – oder aber gehoben wird?

Wollen wir doch noch etwas in die Details sehen. Schließlich ist Frühling. Die Insel ist noch vorwiegend mit der Farbe Gelb überzogen und Grün. Vassili hat seinen Deutschland-Aufenthalt inzwischen wahrscheinlich schon längst vergessen. Sie wissen: Vassili, das ist unser knapp einjähriger Kater. Noch fauler ist er geworden, was das Spazierengehen angeht. Die viele Sonne fordert eben ihren Tribut. Dem Vernehmen nach dürfte es der Sonne in der Sommersaison 2018 eventuell ‚gelingen‘, die Wasserreservoire der Insulaner auf einen bedrohlichen Stand hinunter zu brennen. Man wird sehen. Gewiss oder hoffentlich hat Afrodite noch ein Ass im Ärmel für die Insulaner – wie meistens. Es könnten die kommende Saison eh weniger Touristen werden, die Zypern anpeilen als Ferienort, weil die Türkei und Ägypten mit ihren vermeintlich niederen Preisen wohl doch viele überzeugen dürften. Fehlte eigentlich nur noch, dass Erdogan deswegen geschwind der Anweisung des Gerichtshofes in Holland folgt und unrechtmäßig in Haft gehaltene Journalisten und andere entlässt. Ist ja auch ein Witz, dass das oberste Gericht der Türkei einige dieser Leute freispricht und Erdogan, dem das Urteil missfällt, genau das Gegenteil dessen anordnet, was auch noch zum Entsetzen der meisten Beobachter von den türkischen Behörden so durchgezogen wird.
Zusammen mit einer Art Entschuldigung des türkischen Präsidenten für die Art und Weise, wie die Dinge gelaufen sind nach dem angeblichen Putsch 2016 in der Türkei, könnte er im Handumdrehen die Türkei, wenn nicht dieses Jahr, so das Jahr darauf, zum Spitzenreiter der globalen Touristenschar als Destination machen, darf vermutet werden. Ob er so viel Größe zeigen wird? Herr Zuckerberg von Facebook hat es jedenfalls geschafft, gewisse Fehler in seinem Konzern einzugestehen.
Die Zyprer im Süden der Insel machen durchaus einige Anstrengungen, um das sprunghafte Verhalten der Masse namens Touristen zu beeinflussen. Ob es denn langfristig die richtigen Maßnahmen sind, die ergriffen wurden und werden, sei dahingestellt. Weil: In Zypern sind keine Chinesen am Ruder. Soll heißen: Letztere planen ihre Politiken langfristig und Erster tun das eher nicht. Und genau so in etwa kommt einem vor, was in Zypern allgemein, doch nicht immer, auf die Schnelle auf die Beine gestellt wird und wurde: eher kurzfristig. Nun: Das Kurzfristige bringt mindestens Arbeit und Arbeitsplätze, wenn andauernd etwas neu errichtet wird und dann schon bald wieder abgerissen oder erweitert werden soll oder muss, mögen Sie denken. Hoffen wir, dass sich die durchaus zuweilen kreative und wirklich intelligent eingesetzte Dynamik der Insulaner doch noch auf andere Art und Weise zur Schau zu stellen weiß.
Die Menschen im türkisch-zyprischen Norden träumen derzeit wahrscheinlich mehrheitlich davon, dass in der britischen Basis von Dereneia auf Zypern ein weiterer Übergang in den Süden – und zurück – eröffnet werde. Sie erhoffen sich dadurch, noch mehr Touristen und Geschäftsleute nach Famagusta und Umgebung aus dem Süden der Insel zu lenken. Zwar hat der Süden Zyperns, die Republik Zypern also, wenig Absicht, den mehrheitlich türkisch-sprachigen Nordzyprern ihr Überleben zu erleichtern, doch nicht nur Not macht erfinderisch, sondern auch die Liebe zum Geld – nennen wir es doch beim Namen. Ja, schon Länger wird darüber gerätselt, wie man seine ideologischen Scheuklappen umgehen könnte auf Zypern, um Famagusta und ein hermetisch abgeschlossenes Gebiet vor dieser Stadt wieder ins Rennen um Dollars und Euros etc. zu schicken. Es darf allerdings weiterhin mit eher verhaltener Spannung darauf gewartet werden, dass etwas Greifbares in dieser Angelegenheit passieren wird. Doch man weiß ja nie.
Ja. Auch dieses Thema ist derart abgenagt, dass der erwähnte Spannungsgrad eher der einer Erschlaffung gleicht. Hoffen wir, um so oder anders im Bilde zu bleiben, dass es sich noch nicht um eine ausgeprägte Impotenz dabei handelt. Da könnte noch was gehen, wenn die USA … .

Die US-Amerikaner lassen wissen, sie seien interessiert daran, dass die beiden Zyprer/innen sich wieder an Verhandlungstische setzen – und endlich mal zu einem Abschluss kommen. Bekanntlich gibt es eine Bedingung, irgendwo niedergelegt und aufgeschrieben, die verlangt, dass die Streitigkeiten zwischen den beiden Seiten erst beigelegt sein müssten, bevor ernsthaft mit der Exploration des Gases und/oder Erdöls, welches massenhaft vor der Insel liegen soll, begonnen werden kann. Scheinbar gibt es Anlass, daran zu glauben, dass da unten unterm Meer nun doch profitable Mengen liegen könnten – weil warum sonst sollte sich die Trump Administration plötzlich so in Szene setzen, mal abgesehen von dem Ringen um den Schlüssel der Weltmacht. Um der Türkei Eins auszuwischen? Möglich wäre das zwar als Erklärung, doch vielleicht eher unwahrscheinlich. Dies, zumal Erdogan und die Seinen erkennbar bemüht sind, es sich nicht völlig mit Trump zu verscherzen, denn der Letztere scheint wirklich keinen Spaß zu verstehen, wie die vor Kurzem veranlasste Besetzung des Außenministeramtes mit dem vorherigen CIA-Direktor Bolton eindeutig zeigt, sowie andere Neubesetzungen mit politischen Falken in Washington. Ein politischer Falke, wie er im Buche steht, soll dieser Bolton sein.
Politische Falken gibt es wirklich zur Genüge in der Türkei, derzeit. Der Stellvertreter des Außenministeriums und Außenminister Nordzyperns (KKTC) Özeray widerspricht scheinbar energisch der Behauptung, in Nordzypern ginge man an der Leine Ankaras. Maroniten Dörfer will er in Gesamtnordzypern besucht haben und kommt zu folgendem Schluss: Gar keinem offensichtlich, weil nirgends etwas zu seiner Rundreise gelesen werden kann (auf die Schnelle) und er sich über sein Twitter-Konto leider nicht den Fragen Zypernsundmehr-News stellte.
Özeray findet, dass die Verhandlungen mit dem zyprischen Süden eigentlich nur aus einem Grund wieder aufnahmefähig geworden seien: Um sich in Sachen Verteilung der Reichtümer aus dem Meer (Erdgas) gerecht zu einigen. Alles andere wären Themen, die sich danach praktisch wie von selbst lösten. Diese Analyse dürfte wohl den Nagel auf den Kopf getroffen haben, Herr Özeray! Daher hätten wir gerne ein Interview mit ihm geführt. Könnte ja noch Wirklichkeit werden. Wie gesagt, auch in Zypern gilt: Money makes the world go around!
Ansonsten gibt es aus dem Norden Zyperns eigentlich wenig zu berichten, was von Interesse ist, wenn man dort nicht lebt. Sie dürfen es glauben: Ich täusche mich da ganz gewiss. Dennoch: Dass den Behörden aufgefallen ist, dass zu viele nordzyprische Pässe von den Vorgängerregierungen ausgegeben wurden, ist ja schon seit über 30 Jahren bekannt. Doch jetzt gerade scheint dieses Thema innerhalb der nordzyprischen politischen Klasse etwas hoch zu kochen. Anscheinend ist die nationale Zugehörigkeit des einen oder der anderen Politiker/in im Norden Zyperns doch nicht ganz vorschriftsgemäß abgelaufen oder eindeutig genug. Soll heißen: Es ist nicht immer ganz klar ersichtlich nach den ‚herrschenden‘ Statuten, wie er oder sie zum nordzyprischen Pass kam – und wann.
Notiz zuletzt: Auf WDR 5 in den Nachrichten für Asylsuchende, Arabisch, vom 15. März 18, wird vermeldet, in Berlin sei die Anzahl der Messerangriffe auf das 200-fache im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Das ergab sich bei einer Senatssitzung, als die Frage danach gestellt wurde. Der CDU-Abgeordneter Trapp regte daraufhin an, dass „Messerangriffe als Tötungsversuche und nicht nur als gefährliche Körperverletzung eingestuft“ gehörten. Diejenigen, die zum Messer greifen, sind vorrangig anscheinend männliche Asylsuchende, Flüchtlinge, unter 21 Jahren.In 80 von 2700 Fällen waren die ‚Täter‘ Kinder.

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Die Herren Akıncı und Anastasiadis verhandeln immer noch. Noch wird von einmaliger Chance gesprochen, die bestehe und noch hängen sich die Verhandlungspartner nicht am Kragen: „Du bist schuld!“ schreiend.

In der Alitheia vom Sonntag schreibt jemand davon, dass sollten die Wiedervereinigungsverhandlungen der beiden zyprischen Inselteile wieder einmal ins Leere laufen, es diesmal wohl nur eine Frage der Zeit sein wird, bis der Norden Zyperns dann wirklich eine Provinz der Republik Türkei wird.

Die Aussichten stehen dafür gar nicht so schlecht, betrachtet man sich den weiteren Kontext: Syrien, Kurdistan (iranisch, irakisch und türkisch), und durchaus muss hier die ewig dauernde Auseinandersetzung der EU mit der Türkei genannt werden, und zwar auch, doch nicht nur, im Hinblick auf den Osten Griechenlands, Trakien. Denn auch dort wohnen Türken und nicht zu wenige. Es stimmt allerdings, dass die Türkei unter Erdogan und seinen Leuten diese Angelegenheit vorerst aussetzt und anstatt in Ländern wie Bosnien, allgemein auf dem Balkan, wo einst Türken lebten und immer noch leben, ihre Wirkkraft entfaltet. Das geschieht durchaus mit einigem Erfolg. Die EU lässt Ankara noch gewähren, weil beschäftigt mit sich selbst.

Kurz: eine weitere Aufteilung der Machtsphären ist im Gange. Jeder packt sich das, dessen er habhaft werden kann. Derart erscheinen die kriegerischen Abläufe in Syrien, Libyen etc. dann plötzlich gar nicht mehr so chaotisch, wie man sie über die meisten Medien ansonsten verabreicht und erklärt bekommt. Nein, die innere Logik all dessen folgt einem Verteilungskampf, der von statten geht.

Dass Zypern nun der Juwel ist, um den es dabei geht, wäre bestimmt die Ansicht vieler Zyprer ausgesprochen, die ihre Nation eh überhöhen und als den Nabel der Welt betrachten. Doch vielleicht zeigt sich ja bereits im kommenden November 2016 anhand des Ausgangs der Wiederverhandlungsgespräche der Zyprer in New York – der finale Count-Down – zumindest Experten, was sich in der Region auftun könnte: Die Amerikaner erhalten dann Das, weil die Russen Jenes kriegen und die Türken müssen daher So, weil die EU Dies und Das etc.

Das recht blutige Geschacher näher zu bestimmen, wäre vermessen, denn die Akteure agieren wie Kartenspieler: keiner weiß, welche Karte ihm noch in die Hand gespielt wird, wenngleich auch alle mit gezinktem Blatt über und unterm Tisch spielen.

Angeblich haben sich die Verhandlungsführenden in wichtigen Punkten angenähert, vermeldet Nikosia schon fast stolz. Wir von Zypernundmehr-News wollen das hiermit dennoch stark in Zweifel ziehen, weil so ähnlich klangen DIE 2004 auch – schon fast euphorisch. Nachdem, was nämlich über den Verhandlungsverlauf im Detail zu lesen ist, bleiben einfach zu viele Fragen unangesprochen – und die Verlautbarungen der beiden zyprischen Führer und ihrer Entourage sind teils viel zu widersprüchlich.

Bleibt noch zu erwähnen, dass das viele Verhandeln zwar gute Hotels und besten Service mit sich bringt, sozusagen berufsbedingte Urlaube, aber da wäre ja noch das sogenannte Referendum. Manchmal könnte man schon fast denken, die haben beim vielen Verhandeln, als die nächste Flasche guter Wein in bestem Restaurant aufgemacht wurde, eine Lösung zumindest dafür gefunden, nämlich, wie das den beiden Bevölkerungsgruppen in Aussicht gestellte Referendum doch noch umgangen werden kann.

Na, ob da die Kirche im griechischsprachigen Süden mitspielen wird? Ob Ankara das besonders einfallsreich findet?

Fragen über Fragen.

Denn das Referendum des sogenannten zyprischen Volkes muss ja noch eingeholt werden auf Zypern – komischerweise nach dem Verhandeln. Eigentlich ein Witz, dass die politischen Führer all das schöne Geld mit Verhandlungen und Diesem und Jenem verbrauchen, wenn ihre ‚Bemühungen‘ dann vom Volk zunichte gemacht werden – sollten beide Führer wirklich und ganz ehrlich an einer Wiedervereinigung je interessiert gewesen sein. Man weiß ja nie! Wir erinnern da bestens nur: Papadopolous, Xristofias, 2004, Annan Plan!

Alles klar?

Sener Levent kolportierte neulich die Geschichte, von der er gelesen habe irgendwo im Netz, in der Putin bei Erdogan angerufen haben soll und diesem gesagt: Du hältst dich gefälligst aus Syrien heraus oder ich rupfe dir deine Marionette auf Nordzypern! Das heißt, dass Putin gedroht haben könnte, sich andernfalls im Norden Zyperns breit/er zu machen. Sener lässt uns in der Politis wirklich nicht im Unklaren darüber, dass die Meldung höchst wahrscheinlich eine Finte ist, von der er las – von wem auch immer in die Welt gebracht. Interessant ist daran der Blick hinter die Kulissen, wenn er denn stimmte. Ähnliche Dialoge könnten sich hinter verschlossenen Türen der Diplomatie durchaus abspielen. Man ist in dieser Branche zuweilen auch sehr direkt, wollen wir den Umgangston mal nennen.

Dass Zypern, der griechischsprachige Teil, sich auf B- im Ranking irgendeiner Finanzkontrollbehörde gemausert haben soll, ist Ihnen gewiss schon zur Genüge mitgeteilt worden. Und dass diesen Erfolg der Tourismus insbesondere bewerkstelligt haben soll, auch. Wolkenkratzer werden neuerdings an Limassols Küste hochgezogen – immer mehr. Viele denken, das müsse so sein, damit die Stadt endlich einen weltläufigeren Anblick erhält. Und solche Riesenbunker bei so wenig Wasser?

Wie bereits in anderen Artikeln geschrieben, hat Zypern ein zunehmendes Problem mit dem vorhandenen Wasser. Morgen schon wird voraussichtlich das Interview mit der Firma stattfinden, die das Wundermittel zur Hand hat, auf biologischer Basis ist es gemacht, welches Ölflecken im Meer wegfressen soll.

Dass Wasserprobleme in einem Land wie Zypern gelöst gehören, denn die Sonne scheint lang und viel und das Grün ist nun nicht gerade ausufernd viel, sollte man doch wohl annehmen. Allerdings ist von Wasserschäden landauf-landab zu lesen und zu hören. So auch vor kurzem wieder, und zwar in einem kleinen Dorf namens Psematismenos. Sener Elçi, der vor ein Paar Tagen eine Medaille als ‚der‘ Europäische Bürger erhalten hat, kommt zwar nicht aus Psematismenos, doch wie er in seiner Dankesrede schilderte, die in der Afrika Gazetesi in voller Länge am 01. Oktober 216 zu lesen ist, floh er auf einem Esel mit seinen türkisch-zyprischen Eltern wenige Monate nach seiner Geburt in Kalavasos nach Psematismenos, um dort vorerst Unterschlupf zu finden, bevor die Familie in den Norden weiter fliehen musste.

Ein Nest, eben ein kleines Dorf, Psematismenos.

Oberhalb des Dorfs stehen von Weitem bereits ersichtlich Villen. Im Dorf selbst gibt es recht chice alte Häuser, die zumeist von Ausländern aus dem englischsprachigen Raum liebevoll renoviert wurden, und die man dort auch auf zweiten Blick gar nicht erwarten würde.

Teile des Baulands mussten wohl mit Erde aufgefüllt werden, da der Grund darunter ziemlich felsig zu sein scheint – und keiner weiß so recht, was da noch alles auf der kleinen Anhöhe über dem Dorf unter dem Boden lauert. Die Häuser stehen jetzt jedenfalls – auch einige Bauruinen. Erbaut hat sie ein sogenannter Developer, die Santa Marina Villas, Idea Home Finder LTD. Man kann nicht sagen, dass die sogenannten Eigentumsbelege zügig beschafft werden konnten durch die LTD. Die meisten Hausbesitzer warteten Jahre.

Jetzt sind für die meisten dieser Hausbesitzer 10 oder 15 Jahre ins Land gezogen, die Behörden haben allen die Papiere ausgestellt und es könnte nun Friede, Freude, Eierkuchen herrschen. Die Garantien sind anscheinend definitiv abgelaufen inzwischen und siehe da: Wasserschäden, von denen wohl niemand gedacht hätte, dass es die in solch trockenem Umfeld überhaupt geben kann – nicht in dieser Art, wie im Folgenden beschrieben wird.

Das Haus ist also eines dieser Häuser über dem Dorf. Wie alle Villen hier, umgibt selbstverständlich auch diese ein Garten und es ist wie viele andere Häuser in der Art Siedlung nicht auf dem höchsten Punkt des Gipfels des wenig hohen Hügels angesiedelt. Die Straße führt auch vor diesem Haus vorbei, welches an den Hügel angebaut worden ist, abschüssig, wie man sagt. So schön, so gut. Doch seit geraumer Zeit breitet sich Feuchtigkeit aus. Lange haben die Besitzer dieses Hauses versucht so einigermaßen darüber hinwegzusehen. Vor zwei Jahren war allerdings schon jemand da, beklagen sie, der im Keller alles in Ordnung brachte an den Wänden, wo bereits die Farbe abblätterte. Feuchtigkeit.

Wie inzwischen zweifelsfrei festgestellt werden konnte, hat der oben erwähnte Developer und mit ihm ein Architekt, der den Bauverlauf seiner Zeit gut und extra bezahlt observierte, gepennt oder aber Geld sparen wollen – womöglich doch nicht so genau, extra bezahlt und dafür abgestellt, hingesehen. Denn es wurde am Boden und somit ums Haus herum keine Isolierung angebracht oder verlegt. Soll in Zypern so oft passieren, ist zu hören. Das rächt sich nun, denn unter den Fliesen fließt in winzigen, aber stetigen Mengen Wasser: ganz fein. Und keiner hat einen wirklichen Plan, der zeigt, wie und wo Rohre verlegt wurden. Man weiß es einfach nicht hundert Prozent, auch wenn man sich bislang eigentlich darüber sicher war. Das Verrückte daran ist eben, dass nun keiner weiß, woher das Wasser kommen könnte. Zwar gab es in der Hauptleitung vor einigen Monaten einen Wasserschaden, die unter der Straße verläuft. Der Schaden ist ganz sichbar aus unter dem Straßenbelag fast einen Meter hoch gespritzt für einige Tage – wie eine Fontäne. Nach Tagen wurde die Stelle dann zugemacht, bloß wie? Noch heute kann im Straßenbelag gut erkannt werden, wo das gewesen sein muss. Sehr fachmännisch sieht das Alles nicht aus.

Die Nachbarn sagen, sie hätten keinen Wasserverlust, auch nicht die, die über dem Grundstück, noch höher auf dem Hügel, wohnen. Ja, sogar diese Hausbesitzer können sich diesbezüglich nicht beklagen. Der Muchtar, Bürgermeister, erzählte ‚beruhigender Weise‘ von einem Wasserschaden woanders, bei dem 1000e Liter Wasser in das Haus und die Wohnung einer alten Frau geflossen seien, weil der Wassertank der Gemeinde einen Riss hatte – oder was genau der Grund war. Er war nämlich so frei, sich die Mühe zu machen und mit dem Auto mal kurz hochzufahren. Den Herrn, von dem er sprach, dass er ihn noch vorbeischicken wolle, um nochmals alles zu prüfen, kam allerdings nie an. Und die Arbeiter, die man angestellt hatte, den Schaden zu beheben, blieben auch mit dem ihnen im voraus bezahlten Geld auf der Strecke. Jemand versprach aber, er könne den Betrag zurückholen. Doch das ist lediglich ärgerlicher Nebenschauplatz.

Kurz: Man solle sich nicht so haben, ließ der Muchtar durch die Blume gesprochen wissen. Ist doch eigentlich alles OK. „Pflanzen sie doch Limonettengras, das saugt die Feuchtigkeit auf“, gab er zum Rat – und verschwand.

Händeringend sucht man nun nach der Quelle des Übels. Der Muchtar Psematismenos scheint vorerst nicht darauf ansprechbar zu sein. Es ist sogar zu befürchten, dass ihn das verstimmen könnte, sollte gar gefordert werden, dass er sich von amtswegen in Bewegung setzt in dieser Angelegenheit. Ausgerechnet er, dem doch eigentlich daran gelegen sein müsste auf Grund seiner Funktion im Dorf, solchen Schaden möglichst zu begrenzen, scheint der Wasserverlust nicht weiter zu jucken. Es steht wohl ein langer Weg durch Büros und Wohnstuben vermeintlicher Experten bevor; und vor Gericht ziehen, da sind sich die Hausbesitzer allerdings schon jetzt im Einklag drüber:

„Kannst du als Nicht-Zyprer vergessen!“

Hoffen wir also, dass die Wiedervereinigung zumindest klappt! Und wer regelt all die Dinge, die dann anstehen, etwa hiesige Behörden? Und die im Norden sollen noch abenteuerlicher unterwegs sein, ist zu hören von Hausbesitzern im Norden.

Die erste Republik Zypern, in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegründet, die nach Ansicht einiger noch Bestand hat, ist nach Ansicht anderer 1974 spätestens den Bach herunter gegangen. Und keiner scheint Lust aufs Nachsehen zu haben, wohin die Republik – oder Teile/Ruinen davon – eigentlich wirklich gingen!

In besagtem Hügel in der Höhe über Psematismenos stehen noch einige ’schöne‘ Ruinen-Objekte, und das seit Jahren, die versprochener Maßen schon längst hätten fertig gestellt werden müssen vom oben erwähnten Developer. Gott, bei solch Namen ist das vielleicht nicht verwunderlich. Auf Türkisch hieß der Ort, gemäß dem Preisgewinner Elçi, ja bereits so, wie jetzt auch im Griechischen in etwa: Lügnerdorf.

Das eine bauruinliche Objekt auf dem Hügel erinnert so besonders schön an die Akropolis von Athen. Wie zu hören ist, kann dieses Reiseziel auf Tour in der Hauptstadt der Griechen also gestrichen werden. Das hat man ja schließlich tagtäglich so in etwa in Sicht vor dem Haus, wird gesagt im etwas verbittert klingenden Scherz.

Ach ja. Und dann wären da noch die Spielplätze für die Kinderlein, welche die Gemeinde angelegt hat. Und ebenso gibt es auch als Bauland ausgewiesene Flächen seit Jahren, wie an vielen anderen Orten auf Zypern auch, wo bereits geteerte Straßen hinführen und die Straßenbeleuchtung schon seit Jahren, jeden Tag aufs Neue, den Hasen und den Paar Singvögeln, die noch nicht in die Netze gegangen sind, spätestens dort angekommen heimleuchten! Häuser mit und ohne Wasserschäden im Land der prognostizierten Wasserknappheit stehen auf diesen Flächen noch keine.

Zuletzt: Die Jagdsaison ist wieder eröffnet worden und gejagt wird offiziell mittwochs und sonntags. Passen Sie gut auf sich auf und kommen Sie bloß nicht auf die Idee, unterwegs in den Felder zum Spazieren, eventuell in Netzen festgeflogene Singvögel befreien zu wollen. Das kann handfesten Ärger einbringen! Die Briten auf ihrer Basis in Dhekelia können da seit vorgestern ein Lied dazu singen. Im zyprischen Fernsehen konnte nach den Vorfällen bei Xylofago/Dhekelia eine Diskussion verfolgt werden, wo sich ein junger, etwas muskulöser Herr entrüstete, was diese Europäer und Fremden denn eigentlich auf Zypern noch alles wollen. Schließlich sei das Verspeisen von Singvögeln Recht, weil eine Jahrhundert alte Tradition auf Zypern!

Überhaupt publizieren wir alle möglichen Inhalte zu Zypern und Mehr auch auf Facebook, so auch mehr Details zu dem Vorfall in Xylofaga: https://www.facebook.com/w.b.secondchancepublications

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Präsident Anastasiadis trifft sie gerade alle.

Endlich angekommen in der Welt der politisch Großen?

Gewiss! Gewiss!

Sogar mit Palästina will er sich jetzt ins Benehmen setzen, und zwar wegen der viel gepriesenen Brückenfunktion, die zwischen Europa, Asien und Afrika unbestreitbar einzunehmen ist für die Republik Zypern. Mit Jordanien trifft man sich sowieso, unterzeichnet kräftig Abkommen und mancher Leser könnte sich wundern wegen so viel Engagement mit Amman, wo Jordanien ja nicht unbedingt am Mittelmeer liegt. Gleiches gilt in etwa auch für Ägyptens Führung, welche den EU-Rechtsnormen nun wirklich nicht entspricht. Fehlt eigentlich nur noch, dass die Türkei ins Boot zyprischer Diplomatie kommt – Israel, Griechenland und Libanon sind sowieso schon diplomatisch versorgt in der Region mit dem Notwendigsten aus Sicht Nikosias; ja, sogar Nordzypern selbst und womöglich auch kurdische Verbände und Organisationen wären da durchaus noch dazu zu zählen, vielleicht sogar der ‘gute’, ‘nette’ Herr Assad? Letztere Verhandlungspartner sollen möglichst nicht in die Medien, also weg mit angeblichem Syrien- und Kurden-Kontakt der zyprischen Diplomatie?

Die Kurden könnten auf Zypern womöglich mit ihren Forderungen nach einem freien Kurdistan stillhalten, bis Ende 2016 die Wiedervereinigung auf Zypern ausbricht. Nach Berichten der deutschen Tagezeitung Welt sollen Öcalan-nahe Organisationen der Kurden ja sogar in Berlin–Reinickendorf neuerdings ein Büro eröffnet haben. Der ‘Botschafter’ darin ist Herr Sipan Ibrahim.

Dass die Kurden noch immer nicht miteinander können, also diejenigen aus Syrien und dem Irak, wie Herr Ibrahim dem Journalisten der Welt erzählt haben muss, bezeichnen nicht wenige als typisch. Dass Herr Ibrahim nicht all zu diplomatisch geschult oder beschlagen zu sein scheint, zeigt folgendes: Zuerst leugnet er, dass ein kurdisches Staatsgebilde in Rojava entstehen soll und dann erzählt er im Verlauf des Interviews, dass es schon schön wär, so ein eigener kurdischer Staat mit Flagge, einer nationalen Fluglinie etc.

Typisch.

Gewiss sind auf Zypern vermehrt Politiker anzutreffen, die finden, die kurdische Botschaft in Berlin gehörte eigentlich nach Nikosia oder zumindest nach Limassol verlegt. Bei so viel diplomatischem Engagement der Zyprer in der unmittelbaren Region fragt man sich wirklich, was Herr Siban Ibrahim davon halten würde. Die Kurden, wird gemunkelt, hätten prinzipiell und seit Jahrhunderten ein Problem, welches da ist: Letztendlich, und egal wie bescheiden und moderat sie auftreten mögen, schaffen sie es irgendwie nie – unter sich -, sich mit dem Spatzen in der Hand zufrieden zu geben! Den Zyprern könnte eine Einigung des Landes da doch schon eher gelingen, wenn … .

Allerdings spricht der Türkischzyprer Akinci, Präsident von Nordzypern, bereits ohne Rot im Gesicht zu werden davon, dass ein wieder-vereintes Zypern Ende 2016 dann wohl doch in den Frühling 2017 verschoben werden wird.

Vielen erscheint diese zeitliche Verlegung dieses Events, oder wie dazu gesagt werden darf, durchaus nachvollziehbar; und man stellt sich daher wahrscheinlich besser weiterhin auf St. Nimmerleinstag ein, der ja immer im Frühjahr sein soll.

Der Zusammenschluss britisch-türkischer Zyprer hat den folgenden offenen Brief an Präsident Akinci geschrieben:

Lieber Präsident Akinci!

Der Zusammenschluss britisch-türkischer Zyprer unterstützt die von der UN unterstützen Verhandlungen und deren Ziel, eine Lösung zu finden, die lebensfähig sein wird für Zypern. Doch im Licht der derzeit gegebenen Zerrissenheit bei den Verhandlungsgesprächen haben wir einige wirkliche Bedenken, die als Bedrohung des Friedens und der Prosperität der Türkischzyprer gesehen wird – und daher Zweifel am Bestand irgendwelcher getroffener Vereinbarungen, danach, aufwirft.

Vor dem Hintergrund, dass die Türkischzyprer letztlich ihren Entscheid an der Wahlurne abgeben werden, am Tag des Referendums nämlich, lässt unsere Abwesenheit und zu vermissende Repräsentation während der Gespräche diese als komplett undemokratischen und unfairen Prozess ausmachen. Den Türkischzypren war 2004 wenig Zeit gegeben worden, den Annan Plan zu absorbieren. Ebenso diesmal. Unsere Leute wurden und sind nie Teil einer verlässlichen Information, oder Teilnehmer bei einer Entscheidung gewesen, die ihre Zukunft angeht und ihre Sicherheit. Daher können sie sich nur jenen Politikern anschließen, über welche Sie sich kürzlich beschwerten, [Herr Akinci], diejenigen [nämlich], die ein NEIN wegen der Intransparenz des Verhandlungsprozess’ und der Unsicherheit formulieren – diese [Art Anschluss] auch wegen der widersprüchlichen Medienberichte der Griechischzyprer, [welche die von Ihnen an uns gegebenen, spärlichen Informationen nicht widerspiegeln].

Was die letzte Volkszählung angeht, beträgt die Anzahl von Turkischzyprern in Nordzypern 286,257 Personen. Es wurde allerdings verkündet, es seien 220,000, die die Obergrenze für ein Recht aufs Bürgerrecht hätten sowie an Wahlen teilzunehmen. Diese Angelegenheit stattet den Anfang einer vollzogenen Vereinigung mit Limits aus, welche die Entwicklung und Zukunft der Türkischzyprer beschneiden. Außerdem ist nicht verständlich genug dargelegt, wer denn nun bitte sehr das ‘Glück’ erhält, ein Bürgerrecht zu erhalten und wer sich erneut darum zu bemühen hätte. Letztere werden unter den gesetzten Limits voraussichtlich einen demoralisierenden Kampf aufzunehmen haben. Und wir betrachten diese Angelegenheit als ziemlich feindlich von Seiten der griechischzyprischen Administration, die über unser Erbe und Recht an Teilhabe entscheidet.

Wen schlagen Sie denn vor, den oder die es von Wahlen und Bürgerrecht auszuschließen gilt?

Wie können Sie [es wagen], ihre eigenen Leute vom Rückkehrrecht zu beschneiden, um in ihrem eigenen Land zu investieren?

Nun, schließen Sie die türkisch-zyprische Diaspora etwa ganz bewusst aus, die wahrhaft ein wirkliches Interesse am Verlauf des ganzen Verhandlungsprozess hat?

Wir haben zwei Pässe und haben Eigentum in Nordzypern. Wir versehen weiterhin unseren Militärdienst und zahlen Steuern in Nordzypern.

Ist das fair?

Wir verlangen, dass die Griechischzyprer denselben Prinzipien folgen!

Haben Sie das Vermögen der religiösen Stiftungen (Evkaf), welches von Griechischzyprern, während der Herrschaft der Briten auf Zypern, illegal angeeignet wurde, auch diskutiert am Verhandlungstisch sitzend oder wird dieses Vermögen einfach so an die Griechischzyprer übergeben werden?

Der klar größte Sorgenpunkt der Türkischzyprer geht das Eigentum an, in dem sie selbst leben oder wohnen. Im Gegensatz zum Annanplan, ist es jetzt so, dass unsere Leute mit eigentumsrechlichen Klagen der Griechischzyprer rechnen müssen, wenn sie mit Ja stimmen. Letzteres würde die Wirtschaft Nordzyperns zu einem Halt bringen und ein nahezu endloses Prozessieren vor Gericht folgen lassen. Wenn dieses Szenario aufs Trapez kommt, wer wird dann die “Kompensation” für diese Rechtsansprüche finanzieren?

Das alles wird zweifellos zivilen Unmut entfachen und ökonomische Verluste nach sich ziehen.

Und dann: Wurden die Verluste der Türkischzyprer, während der Periode 1963 – 1974, die erlitten wurden, beziffert und erwähnt am Verhandlungstisch?

Wird es eine permanente Ausnahmeregelung vom EU-Gesetz geben, um die Kontinuität der Bi-Zonalität [des neuen Staatsgebildes] zu konsolidieren und zu bestätigen?

Vor dem Hintergrund der Unsicherheit des EU-Status, wegen dem Brexit, können Sie da auch nur den Verzicht auf den Anspruch der Türkei eine Garantiemacht zu sein ansprechen?

Des Weiteren: Die Zunahme des Nationalismus unter den Griechischzyprern und das global entstandene Anti-Muslim-Sentiment werden unsere Leute völlig ungeschützt lassen und isoliert.

Wir brauchen eine Vereinbarung, die Stabilität und den Türkischzyprern eine Zukunft bietet. Wir müssen fühlen, dass ein Ja oder Nein, welches in letzter Minute für einen Deal abgegeben werden soll, an dem wir gar nicht eingebunden sind, kein Teil eines stabilen Systems sein kann. Und so etwas gehört den Leuten aber – eigentlich – angeboten!”

Das schreibt Ersu Ekrem in der LGC online.

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Das übliche BLA-BLA

Hallo miteinander. Ja, in Ammochostos, dem befreiten Teil der Stadt, gibt es seit genau zwei Tagen praktisch keinen Tropfen Wasser mehr aus der Wasserleitung. Die AEK hat anscheinend geschlafen. Das sind die zyprischen Wasserwerke. Nun ist alles und jeder anscheinend deswegen aufgebracht, der im Entferntesten damit zu tun hat. Dass solch ein Fall eintreten wird, wissen indes alle schon seit Längerem. Dumm nur, dass in der Region Ammochostos auch ein nicht unerheblicher Teil des Tourismus im Hochsommer passiert. Vor allem junge Leute zieht es in diesen Teil der Insel, nach Aghia Napa etc., wenn die Sonne so richtig um-cooled. Hoffen wir, dass diese Touristen keine Millionenklage – insgesamt –  bei ihren Reiseveranstaltern einreichen werden.

Der Urlaub steht an für die zyprischen Parlamentarier. Man darf gespannt sein, welche politische, wirtschaftliche oder aber anders geartete Angelegenheit, die bislang eventuell nur der Göttin Afrodite bekannt ist, die Politiker aus dem lang ersehnten Urlaub zu früh zurückpfeifen wird. Irgendwie ist ja in letzter Zeit immer was los. Die Israelis beteuern zum Glück noch immer, beste Freunde mit Nikosia zu sein, auch wenn man mit der Türkei vielleicht sogar schon beschlossen hat, das vor Israel geborgene Gas oder Öl nun doch via der Türkei nach Europa zu transportieren, um  es dort zu verkaufen. Kann gut sein, dass die Ägypter, die anderen guten Freunde Nikosias, in der selben Angelegenheit zu guter letzt dann auch die türkische Variante wählen – auch wenn man sich nicht wirklich gegenseitig mag auf höchster politischer Ebene: Sisi – Erdogan. Doch wer hat heutzutage schon das Privileg zu behaupten, er oder sie könne mit Erdogan gut? Vielleicht Aserbaidschan nur?

Dass Präsident Erdogan dem Willen des Volkes folgen will, wenn es um die Wiedereinführung der Todesstrafe geht, ist wirklich löblich, geradezu schon fast demokratisch? Dass die USA die Todesstrafe noch immer haben und vollziehen, die vor allem – mit Verlaub – dunkelhäutige Köpfe rollen lässt, hält die EU komischerweise nicht davon ab, mit den USA mehr als partnerschaftlich im Kontakt zu stehen. Insofern ist die Frage, die Erdogan indirekt durchaus aufwirft, warum nun ausgerechnet darauf so gepocht wird, dass ein Beitrittskandidat die Todesstrafe nicht haben darf, nicht ganz von der Hand zu weisen. Herr Schulz in Belgien bei der EU meint: Ja, es müssten alle Kriterien bei einem Land eingehalten werden, welches Mitglied der EU werden wolle. Da könnten keine Ausnahmen gemacht werden. Wie Erdogan noch besser weiß: geheuchel, lügnerisches Gequatsche!

Denn die Republik Zypern wurde 2004 in die EU aufgenommen, obgleich das Land geteilt ist. Und es gibt – wahrscheinlich noch immer – die Grundvoraussetzung für Beitrittskandidaten, dass ein Land, welches der EU als Mitglied beitreten mag, in keine kriegerischen oder kriegsähnlichen Konflikte involviert sein darf. Dass es also mit seinen Nachbarn im Reinen zu sein hat. Bekanntlich ist dieses Kriterium  in Zypern bis zum heutigen Tag nicht eigelöst worden.

Herr Erdogan könnte bestimmt noch weitere Beispiele vom Stapel lassen: Bulgarien, Rumänien, Kroatien und demnächst womöglich Serbien. Überall könnte er wahrscheinlich nachweisen, ist der Beitritt in die EU mit Haken und Ösen ‚gelungen‘. Es ist also offenbar sogar mehr als nur ein politischer Entscheid, dass die Türkei noch immer kein EU-Mitglied ist.

Als Erdogan, das ist mit Verlaub die Türkei ganz unpräzise formuliert, noch Aussicht auf Erfolg nach Maßgabe der Vorstellungen, welche die EU von einem Beitrittsland Türkei hat, hatte – ungefähr bis zum Ende der ersten Regierungszeit der AKP war dem so -, hätte Brüssel die Türkei aufnehmen müssen. Dann wäre Erdogan jetzt ziemlich sicher kein Wackelkandidat im vermeintlich westlichen Bündnis. Dann würden in diesen Tagen eventuell keine oder weniger Unschuldige in der Türkei sterben. Und wenn doch, könnte eventuell nicht mit ziemlicher Berechtigung behauptet werden: Aber ihr da in Brüssel habt es doch hauptsächlich mitverbockt!

Und daher auch die Überschrift: BLA-BLA. So weit hier bekannt ist, wird Herr Eiden nicht mehr lange Sonderbeauftragter für Zypern sein. Es scheint eine Kanadierin im Gespräch zu sein für diesen Job. Auch Herr Barth Eiden wird die Wiedervereinigung Zyperns – nach unseren Einschätzungen – dieses Jahr nicht bewerkstelligen können. Und das hat unter anderem auch mit dem Versagen der EU-Politiken zu tun.

Dennoch herrscht die Hoffnung vor, dass unsere Einschätzungen nicht zutreffen werden. Und daher den folgenden Artikel, der der Press and Information Office Zyperns, der hier weiter unten angeführt wird (http://www.pio.gov.cy/MOI/pio/pio2013.nsf/All/34C6F1F9379383A4C2257FFC001F7F90?OpenDocument&L=E):

„NEWS – Announcements

 

26/07/2016 8:44
UNSG Special Advisor and Special Representative make statements to the press after Security Council meeting on Cyprus

The UN Security Council convened yesterday at UN Headquarters in New York to be briefed by the Secretary-General’s Special Advisor on Cyprus, Mr Espen Barth Eide, and by the Secretary-General’s Special Representative and UNFICYP Chief, Ms Elizabeth Spehar, on both the Good Offices and the UNFICYP missions in Cyprus.

After the Security Council briefing, both Mr Eide and Ms Spehar made statements to UN correspondents as follows:

Espen Barth Eide:

Good afternoon. We had a thorough and very constructive meeting with the United Nations Security Council both on the UNFICYP mission under the auspices of the Special Representative Elizabeth Spehar and on the good offices mission which I lead. The Council expressed strong support. Every one of the 15 members once again said that they recognize the effort that is being made by the leaders, they give strong support to the process and the way the process is organized and they also give strong support to the way the UN mission is working.

We shared with them that over the last weeks and months there have been significant developments in the talks and it is clear that maybe the old format of negotiations has largely come to an end and the two leaders are largely taking personal charge of all issues.

In a week from now we will, at least, have the preliminary discussion also on the issues which so far have not been touched upon, including territory and security and guarantees. Then there will be a short break and then we believe that the leaders sincerely want to make the most out of August and September until again there is a meeting here, this time in the UN General Assembly.

Events in the neighborhood over the last weeks have illustrated a crucial point which is that the window for a solution in Cyprus remains open but it will definitely not remain open forever. I think it is very important and I echo here what practically all members of the Council said, that more than ever before there is really a need to grasp this chance, to negotiate sincerely, negotiate creatively and to seek to find solutions that can be beneficial to both communities and to a united Cyprus all together.

We feel that it is within the reach of the possible, that the leaders actually fulfill their own stated ambition which they stated on the 15 of May 2016, on the anniversary of their talks, where they said that they will work with determination and intend to find a settlement in 2016. We, the UN don’t have a separate timeline, but the leaders themselves have been clearer than before and that makes it somewhat easier also to organize the coming weeks and months.

One of the things that the Council also expressed strong views on is the need to plan for the actual implementation of the settlement, because given that we have new convergences and new agreements developing relatively quickly now, we may one day wake up and see that it is actually there, there is a settlement, but at the same time, I think it would very unfortunate if we hadn’t done the practical planning early. My view is that the contingency planning is not to suggest that the contingency plan will be implemented. It is rather to have done due diligence in making a concrete preparation for implementing those agreements that they are currently discussing. And here I think the Council would like to see even more progress on these aspects of planning. I will now leave the podium to Elizabeth Spehar.

Elizabeth Spehar:

Thank you very much; yes it was I think a very good Council meeting. It was my first as SRSG for UNFICYP and I was very pleased to be warmly welcomed to the Council. Very strong support first of all for the leaders in Cyprus, and for the leader-led negotiation process, that was very clear from all of the interventions made by the Council members, as well as support for the work of UNFICYP and its role in peace and security in maintaining calm in the buffer zone as well as its support to the good offices process, to confidence building measures. Also good support and great interest in the work of the good offices as well.

As the Special Advisor was saying, the Council was definitely interested in the issue of planning for an eventual settlement should the leaders come to an agreement. We explained that we have been doing some initial thinking and planning within the Secretariat and within the two missions, but of course further work will have to be guided by progress in the negotiations and what the two sides will ask the United Nations to do in support of an eventual settlement, and hopefully this issue of the contours of a settlement and possible means of implementation will be something that the leaders will continue to make good progress on in the coming period, so that in complementarity, the United Nations can also start to plan in more detail for providing eventual support.

There was a particularly strong show of support for the work on the Committee of Missing Persons, and an interest to see that work progresses even more quickly. I acknowledged that we also very much believe in the vital work of the CMP both as an essential humanitarian task, and something that helps to bring the families of the missing a certain measure of peace and hopefully some closure. But also it’s been one of the longstanding, very important confidence-building measures between the two communities over the years, so I did express some ongoing support to the work of the CMP, and the fact that indeed work is ongoing to try to help them to do even more, and make more progress and time goes on because we realized that this is also a very time-bound issue. The family members are getting older; people who may have information are getting progressively older, and so time is certainly of essence also on that particular issue.

There was also a great interest in demining; and I mentioned in my briefing that we now have a small United Nations mine action service cell within UNFICYP that was just set up very recently, and that they will be able to support both UNFICYP and also the two sides if they wish in further demining endeavors, and we hope we will all be working towards a mine-free Cyprus. Thank you very much.

Question from journalist:
You said you mentioned, and I wanted to ask you directly, what impact do you think, if any, do you think the attempted coup in Turkey and decisions by the Turkish-Cypriot side (…) may have on your process?

Espen Eide:
I will then repeat what I said last week in Cyprus, that I was very worried on the night of the attempted coup, we…the Secretary General has expressed that interference of the military in the political affairs of any state is unacceptable, but he’s also underlined the importance to staying within the principles of law and order and democratic rule, and there are, definitely, developments in Turkey that we’re watching very closely. As of now, and I can actually only say as of now, there seem to be no change in the Turkish position, which is that they would like to see this solved, but I said initially here, I also said to the Council that these developments remind us that the window that is currently open might not be open forever. And I think also that Greek Cypriots and Turkish Cypriots are well-advised as their leaders say, to find a solution now because the continuity of the current way of life in both sides of Cyprus is more likely to be ensured by a settlement by that, than by the opposite, and that is in the interest of both communities.“

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Also ich könnte Ihnen beim besten Willen und mit bestem Gewissen nicht sagen, was gerade in Zypern, und überhaupt, los ist in der Welt!

Es war einfach mal wieder an der Zeit gewesen, sich etwas zurückzuziehen für eine gewisse Zeit. Weniger Sinnkrise als vielmehr Wie-Weiter-Frage waren angesagt.

Anscheinend habe ich mich berappelt und neu ausgerichtet, wie zu sehen sein wird und zu sehen ist.

Ostern war gerade auf Zypern, dem griechischsprachigen Teil, das heißt im Süden. Präsident Anastasiadis hat eine Osteransprache gehalten, alles paletti-mäßig war die inhaltlich und er erinnerte daran, welch Lacher, dass die Wiedervereinigung noch dieses Jahr stattfinden könne. Letzteres erinnert stark an den neuen Flughafen in Berlin, der jedes Jahr aufs Neue – teuer, sehr teuer – der Öffentlichkeit endlich bereitgestellt werden soll.

Das türkischzyprische Gegenüber von Herrn Nikos Anastasiadis, Herr Mustafa Akinci, hat sogar Ostergrüße hinüber geschickt. Ich glaube die Formulierung „Christ ist auferstanden“, die man sich üblicherweise zum Gruß an Ostern auf Griechisch sagt, hat der Türkischzyprer umgangen.

So vieles wird umgangen, und ich finde, der Journalist Sener Levent kommt in der Politis vom 29. April 2016 diesem Umstand recht trefflich nah:

„Sie öffneten die Tore, aber die Mauern wurden verstärkt Vor 13 Jahren herrschte auf der Insel eine Phase großen Enthusiasmus‘ und Zusammengehörigkeitsgefühls. Plötzlich hatten sich die Tore des Grenzverlaufs weit geöffnet. Alle rannten, die andere Hälfte der Insel zu umarmen – mit schrecklicher Nostalgie, die sich mit den Jahren angehäuft hatte. Keiner kapierte, wer die Grenze geöffnet hatte und warum? Wichtig war die Öffnung in den [Zyprern} selbst. Es war ein wahres Fest. Heiratsfest. Ein Tag, der in unserer Geschichte für viele Jahre nicht vergessen würde. Gruppen von Menschen, die aus dem Norden in den Süden und aus dem Süden in den Norden herüber kamen. Sie flossen wie ein Fluss.

So auch unsere Zeitung, die befand sich genau auf der Straße am Ledra Palace. Täglich begannen wir unsere Arbeit mit diesem Enthusiasmus, in ergriffener Masse, die von draußen vorüber ging.

Eines abends saß ich auf dem Balkon, nachdem ich die Zeitung durch gelesen hatte. Hatte ein Paar Gläschen Zivania eingekippt, die mir griechischzyprische Freunde da gelassen hatten. Zu jener Zeit war der [Grenz]Übergang noch ab 24 Uhr geschlossen.

Die Gegend war also zur Ruhe gekommen; es war still. Plötzlich kamen mir griechische Gesänge ans Gehör. Ein Lied gespickt mit griechischen und türkischen Worten. Ich sah nach unten und sah, wie ein Betrunkener den Plateia Triklisontas überquerte. Er war’s, der sang: „Oh kusum [türk], oh giavrum [türk/griech].“

Sah ganz danach aus, als habe er – nach Jahren – seinen Besuch drüben im besetzten Teil genossen. War sehr ausgelassen, zumal er ja mitten in die Stille der Nacht grölte.

Was für Tage das waren, stimmt’s?

Der Frühling war gekommen, die Blumen blühten und der Frieden kam. Wir glaubten, die Mauer würde aufgehoben und dass die Angelegenheit erledigt sei. Wir hätten nicht geglaubt, dass wir nach Jahren zurück auf die Ledra-Straße kommen könnten (das heißt, zur Info, dass Sener damals im Norden lebte. Er ist ja ursprünglich Türkischzypriote, der allerdings seit geraumer Zeit für die griechsichsprachige POLITIS schreibt und auch im Süden wohnt, vermute ich); dass wir nach Larnaka fahren können, nach Limassol und Paphos. So auch unsere griechischzyprischen Freunde, die nach Girne (Keirenia), in den Karpaz und nach Güzelyurt (Morfou) gehen konnten.

Keiner fand sein altes Land vor, so, wie es verlassen worden war. Jene, die in die Häuser gingen, in denen sie geboren wurden, trafen auf andere, die darin wohnten. Manche wurden herzlich, manche kalt empfangen. Manchen wurden Fotos übergeben, die sie auf ihrer Hochzeit zeigten. Bilder, von denen sie annahmen, dass sie schon längst verloren sind. Jene Häuser hatten Bewohner, die sehr wohlwollend dachten. Die Fotos hatten die nicht weggeworfen. Sie verstanden, dass diese einen Wert [für jemanden] besaßen. Nach 29 Jahren wechselten die Fotos den Besitzer. Alles hatte sich so verändert. Girne war nicht das alte Keirenia. So auch nicht der Karpaz, auch nicht Gazimagusa (Ammochostos, Famagusta); auch nicht Larnaka.

Zuletzt überkam alle Beteiligten eine Trauer, ein Verlust. Schon ging der anfängliche Enthusiasmus verloren. Auch das geschah mit Regelmäßigkeit. In den Wortschatz wurden Worte wie „diese Seite“ und „die andere Seite“ installiert.

Wir glaubten, die Lösung der Zypernfrage sei gekommen und dass die Mauer fällt. War es nicht so? Schon bald verstanden wir, dass wir uns geirrt hatten. Es gab keine Wiedervereinigung oder dergleichen Anderes. Im Gegenteil. Wir durften sehen, dass sich die Trennung vertiefte. Nun verstanden wir besser, weshalb und wie sie uns trennten und warum die Grenzen erst nach dem Verlauf von solch langer Zeit geöffnet worden waren.

Sie zwangen uns mit Visa von einer Hälfte des Vaterlandes in die nächste zu gelangen. Auch das akzeptierten wir. Trennung bestand und zwei getrennte Staaten, die Schritt auf Schritt [in diese Richtung] setzten.

Diejenigen, die all das nicht ertragen wollten, dass um auf die andere Seite zu gehen, ein Pass vorgezeigt werden musste, gingen nicht, weil es sie störte. Die werde ich nie verstehen. Auch nicht jene, die es hinüber gingen.

13 Jahre sind seither vergangen. Wäre die Grenze zusammen mit der Lösung der Zypernfrage und dem Fall der Mauer geöffnet worden, würden wir wohl jenen Tag als Nationalfeiertag begehen. Veranstaltungen würden wir jedes Jahr abhalten und diesen Tag feiern. Doch dieses Datum hat seinen Platz eingenommen wie ein ganz gewöhnlicher Tag im Kalender. Was blieb, ist unsere Enttäuschung. Wir konnten aus dem Tunnel nicht entkommen. Sie haben uns nicht ins Paradies geführt – die Tore, die sich öffneten. Noch immer befinden wir uns in einem dunklen Schacht.“

Hier auf Zypernundmehr-News wird Sener Levent öfters mal zitiert, zumal er als Türkischzyprer in einer griechischzyprischen Zeitung publiziert und eine ganz spezielle Sicht der Dinge hat – auch Ausdrucksweise.

Es darf davon ausgegangen werden, dass er inzwischen zweisprachig ist. In diese Richtung sollte noch viel mehr gearbeitet werden auf der Insel!

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Dass die Autoren bei Zypernundmehr-News gern daran glauben, dass es zu einer Wiedervereinigung der beiden Inselteile Zyperns kommt, ist, trotz all der hier vorgebrachten Bedenken im Laufe der Zeit, gewiss bekannt.

Ja, wir mieden es über eine zeitlich lange Strecke hinweg, genauer auf den Verhandlungsprozess des Südens und des Nordens von Zypern einzugehen. Es hatte sich der Eindruck verhärtet gehabt, dass es mal wieder viel Gerede ist, ohne das gewünschte Thema. Manch einer fragt sich nämlich, ob die Trennung der Insel nicht inzwischen zu einer Art Berufszweig verkommen ist, einem Arbeitsgeber.

Kann gut sein, dass sich daran wenig ändern wird, sodass wir nur sporadisch über den Verhandlungsprozess und das ganze Drum-Herum berichten.

Jemand aus einer linken Partei auf Zypern sagte vorgestern in die Kameras des zyprischen Fernsehsenders RIK1, dass in der weiter unten folgenden Ansprache des Präsidenten der Republik, von Herrn Nikos Anastasiadis, in über 60 Minuten überhaupt nichts Neues erwähnt worden sei.

Zypernundmehr-News wird Ihnen diese „Auszüge der Ansprache des Präsidenten der Republik zur Zypernfrage an einer Sondersitzung der Repräsentanten des Hohen Hauses“ übersetzen, die von der Press and Information Office Cyprus am 11. Februar ins Netz gestellt wurde.

Anastasiadis:

Ich werde die Tatsachen präsentieren, wie sie sind. Und ich werde gewisse Gedanken zu den Aussichten und Möglichkeiten dennoch formulieren, auch wenn diese negative Rückwirkungen auf den Zyprischen Hellenismus und auf unser Heimatland haben, und auch wenn diese zu einer einseitigen Lösung oder einem neuen Stillstand führen. Das heutige Briefing sollte nicht als Start einer öffentlichen Unterhandlung unsererseits angesehen werden, oder noch schlimmer, nicht als Grund unnötiger Konfrontationen.“

Die Ansprache ist in 4 Teile gestückelt:

Die Basis für die Lösung der Zypernfrage,

Der Kurs des Dialoges, der geführt wird,

Internationale, europäische und regionale Entwicklungen,

Gedanken zu dem Kurs, der eingeschlagen worden ist.

Die Basis für die Lösung der Zypernfrage

… wir alle müssen ganz ruhig in Betracht ziehen, vor allem im Licht der tagespolitischen Ereignisse, ob es andere Alternativen gibt als die von Präsident Makarios 1977, nämlich, die einstimmige Unterstützung des Nationalen Rates mit dem ersten High-Level-Abkommen, welches die biregional–bikommunale Föderation als Basis der Lösung unseres nationalen Problems determiniert.

Ich weigere mich, zu akzeptieren, dass die Basis zu einer Lösung zu einem rassistischen Regime führt, dass es zur Auflösung der Republik Zypern führt, dass es die Besetzung zum fait comply macht, dass die Republik Zypern dadurch herabgesetzt wird und dass das illegitime Regime aufgewertet wird – ein Regime, dass von niemand außer der Türkei anerkannt wird -, dass es vermutlich eine konföderale Lösung ist, die nicht mit der europäischen Acquis, den Prinzipien und Werten der EU konform läuft und dass es wird die Menschenrechte nicht schützen wird.

Und ebenfalls weigere ich mich, unbewiesene Behauptungen zu akzeptieren, die nichts anderes sind als eine Verunglimpfung aller Vorgänger, sowie deren Parteien, die sie unterstützten, das heißt: der Zyprioten, die sie wählten.

Es ist verstanden worden von der gesamten politischen Führung, dass der einzige Weg von der derzeitigen, unakzeptablen Situation befreit zu werden, die Entwicklung der Republik Zypern hin zu einer bizonal-bikommunalen-Föderation ist.“

Bezugnahme auf den laufenden Prozess – die derzeitige Phase der Verhandlungen

Der Präsident der Republik nahm speziell Bezug auf das Gemeinsame Kommunique vom 11. Februar 2014, welches die Basis für eine Lösung klarstellt, auch die 3 Grundprinzipien, die einen Staat definieren müssen, womit der internationale Charakter, Souveränität und Staatszugehörigkeit, die Formation der Republik Zypern, Achtung der Menschenrechte und die Implementation der Prinzipien der EU gemeint sind. Darüber hinaus sagt das Gemeinsame Kommunique klar aus, dass nachdem die Kompetenzen des neuen föderalen Staates geklärt sind – also nach dem das Restliche, das heißt, die übrig gebliebene Befugnis von der (eingesetzten) Föderalen Verfassung festgelegt ist.“

Dass Herr Akinci die Führung der Türkischen Gemeinschaft übernahm, führte im Mai 2015 zu einer neuen Phase der Aufnahme der Gespräche, die, muss ich zugeben, in einem klar unterschiedlichen Umfeld geführt werden, trotz der zu verzeichnenden Uneinigkeiten.“

Kapitel: Regieren und Machtverteilung

A. Die exekutive Macht

Es gibt ein allgemeines Verständnis darüber, dass die neue Struktur des Staates die Regierung der föderalen Republik sowie die lokalen Regierungen der konstituierten Staaten (Provinzen) ausmacht.“

Was die Struktur der föderalen Regierung angeht, muss ich sagen, dass es da Differenzen gibt, die mit dem Darauf-Bestehen der Türkischzyprer zusammenhängen, eine rotierende Präsidentschaft zu haben. Das ist etwas, was unsere Seite nicht akzeptiert. Darüber hinaus gibt es auch noch Unterschiede bei der Bestückung des Ministerrats.“

Eine Liste wurde ausgearbeitet, die 27 Kategorien föderaler Macht klassifiziert, wovon die meisten aus Positionen bestehen, die die griechisch-zyprische Seite schon seit Jahren innehat. […] Wir haben gemeinsame Ansichten über 19 dieser Kategorien, 5 sind von geringer Bedeutung, wobei bei dreien Unterschiede in der Ansicht bestehen, weil sie mit anderen Kapiteln verbunden sind, die noch diskutiert werden.“

B. Legislative Macht

… die Legislative wird in einer föderalen Regierung von zwei Stellen ausgeführt werden: Dem Upper House des Senats und dem House der Repräsentanten.

Das Upper House wird aus 40 Mitgliedern bestehen. 2 werden von der einen Gemeinschaft und der Rest von der anderen kommen. Ich mag anführen, dass die Wahl auf kommunaler Basis durchgeführt wird, um so politische Gleichheit zu wahren.

Das House der Repräsanten wird 48 Mitglieder haben, wovon 75% vom griechisch-zyprischen Teil kommen. In anderen Worten: Die Ratio wird 36 Mitglieder von der griechisch-zyprischen Seite sein und 12 Mitglieder werden von der türkisch-zyprischen Seite gestellt.“

Judikative Macht

Gemeinhin hat man sich darauf verständigt, dass die Judikative Macht auf föderalem Niveau der Gerichtsebenen durchgeführt wird.

Das erst-instanzliche Gericht und das zweite, wird das Höchste Verfassungsgericht des Landes sein. Gleichzeitig, und so lange wie von Nöten, wird es als ein Berufungsgericht funktionieren, ein Gericht für Landbesitzangelegenheiten ebenso.

Bei der Komposition der Gerichte, werden die beiden Gemeinschaften mit einer gleichen Anzahl von Richtern partizipieren. Der Entscheidungsprozess des Höchsten Verfassungsgerichts wird einen Stillstand vorbeugen im Falle verfassungsmäßiger Dispute.“ [Da würde uns allerdings schon interessieren, wie genau in einem solchen Fall das Prozedere aussieht, und zwar vor dem Hintergrund, dass man sich auf griechisch-zyprisher Seite, beispielsweise, keine rotierende Präsidentschaft vorstellen kann im neuen wiedervereinten Staat].“

Fundamentale Freiheiten

Es herrscht ein allgemeines Verständnis im Gemeinsamen Kommunique wie auch beim Bewahren fundamentaler Freiheiten darüber, wie sie in der Acquis Europas definiert sind, also:

Die Freiheit sich zu bewegen, sich anzusiedeln, Erwerb von Besitz und Arbeit, und zwar stets unter Berücksichtigung des bizonalen und bikommunalen Charakters des Staates.“

E. Staatsbürgerschaft, Siedler, die demografische Zusammenstellung

Das Thema der Siedler wurde diskutiert und es besteht ein allgemeines Verständnis darüber, dass die demografische Zusammensetzung der Bevölkerung schon am ersten Tag, an dem das Abkommen wirksam wird, mit minimalen Abweichungen die demografische Zusammensetzung der Republik Zypern aus dem Jahr 1960 reflektieren wird. Das Wichtigste ist das allgemeine Verständnis, welches existiert, dass die Ratio der Zusammensetzung der Bevölkerung am ersten Tag – 4:1 – zukünftig bewahrt wird, und zwar bezüglich Türken und Griechen, die die Staatsbürgerschaft der föderalen Republik erwerben wollen.

Das Kapitel Besitz

Ein allgemeines Verständnis wurde ermittelt und zwar wie folgt:

Die Vereinbarung, individuelles Recht auf Besitz anzuerkennen,

Prioritäres Recht eines Besitzers auf Berufung beim Komitee für Besitzangelegenheiten während des ersten Jahres.

Die fünf folgenden Mittel sind einem Besitzer zur Hand gegeben:

Wiederbesiedlung,

teilweise Restauration,

alternative Restauration,

Tausch von Eigentum,

Kompensation.

D. Ein allgemeines Verständnis existiert bezüglich der Zusammensetzung des Komitee für Besitz

E. Man hat sich allgemein darüber verständigt:

dass ein Gericht für Besitzangelegenheiten Berufungen beurteilen wird, die wegen Entscheidungen des Komitee für Besitz gefällt wurden,

Das Recht des Antragstellers, sich an das ECHR zu wenden, wird gewahrt, nachdem alle lokalen Rechtsmittel ausgeschöpft wurden.

F. Um die Arbeit des Komitee für Besitz zu erleichtern und zu beschleunigen, sind die Besitzstände in 22 Kategorien unterteilt worden, gemäß des Besitzstandes und der Nutzung.

Zusätzlich möchte ich, auch um zu betonen, dass angesichts der Verbindung des Kapitel Territoriales mit dem des Besitzes eine Übereinkunft zu finden, nicht durchführbar ist, ohne zuerst eine substantielle Diskussion darüber zu führen und ohne ein abschließendes Abkommen bei den territorialen Justierungen zu haben.“

Das Kapitel zur Wirtschaft

Es herrscht ein allgemeines Verständnis darüber, dass für eine vereinte und robuste Wirtschaft, die Existenz strikter Regeln, die eine gesunde Konkurrenz zwischen den beiden konstituierten Staaten [ehemalig Nord und Süd] herstellt, erforderlich ist.

Gleichzeitig herrscht ein allgemeines Verständnis darüber, dass wirtschaftliche Angelegenheiten umfassend angesprochen gehören und gemäß der Regeln und Gesetze der EU berücksichtigt gehören:

das Bankensystem,

öffentliche Finanzen,

Angelegenheiten bezüglich der Entwicklung,

soziale Dinge,

sowie der weitere, institutionelle Rahmen.

Derzeit existiert ein allgemeines Verständnis über viele andere Angelegenheiten, wie:

Die föderale Regierung wird lediglich eine Zentralbank haben,

Die offizielle Währung der föderalen Regierung wird vom ersten Tag an der Euro sein,

Ein Internes Stabilitäts-Abkommen wird formuliert werden, welches von einem föderalen Gesetz geleitet wird und in allen Territorien der Republik angewendet sein wird. Es wird sicherstellen, dass spezifische Anordnungen bezüglich Staatshaushaltsdefizit, öffentliche Schulden, Ausgaben und Einkommen auf allen Ebenen der Regierung Anwendung finden (föderal, in den konstituierten Staaten – Provinzen – und den lokalen Behörden),

Alle indirekten Steuern werden von der föderalen Regierung erhoben, wohingegen direkte Steuern von den konstituierten Staaten (Provinzen) erhoben werden,

Alle finanziellen Zuschüsse des Staates werden mit der europäischen Acquis kompatibel sein,

Die Gesetzgebung für die Firmen wird auf föderaler Ebene erlassen und daher in allen Territorien des vereinten Zypern implementiert,

Das soziale Versicherungssystem, Pensionssystem und Gesundheitssystem werden separiert sein, wobei deren Charakter jedoch allmählich und auf lange Sicht sich angleichen müssen.

Zusätzlich zu dem oben Gesagten gibt es andere Angelegenheiten, insbesondere auf technischer Ebene, bei denen die Diskussion fortbesteht, während Unterschiede vor allem bezüglich Folgendem zu beobachten sind:

Die Prozedur der Annahme des föderalen Staatshaushalts und den Gesetzen,

Die Zusammensetzung der Kontrollbehörden, die Entscheidungsprozeduren und Angelegenheiten, die deren Verwaltung betrifft,

Die Methode, die zur Zahlungsanweisung der Einkommen der indirekten Steuern zu den konstituierten Staaten angewendet wird.

Kapitel zum Territorium

Trotz der Position der Türkischzyprer, dass der Punkt Territorium am Ende der Gespräche behandelt werden müsse, wegen Sicherheitsgründen und gegen das Durchsickern von Informationen, besteht ein allgemeines Verständnis über die Kriterien, die territoriale Anpassungen angeht.“

Sicherheit – Garantien

Unsere absolut klare Position ist, dass es für einen Mitgliedsstaat der EU nicht akzeptabel ist, einer wie auch immer gearteten Form von Garantien zu unterliegen [Großbritannien, Türkei und Griechenland sind seit 1974 Schutzmächte Zyperns. Das ist mit „Garantien“ zuvor gemeint].“

Es ist sehr offensichtlich vor dem Hintergrund dessen, was ich präsentierte, dass es einen signifikanten Fortschritt in einigen Kapiteln, die verhandelt werden, gibt. Gleichzeitig sind unterschiedliche Meinungen in vielen anderen Bereichen festzustellen. Ich mag darauf verweisen, dass es eine Anzahl von Punkten gibt, über die noch nicht substantiell diskutiert wurde, die auch technisch veredelt und unterstützt gehören […]. Es bedarf Zeit, um den Menschen eine umfassende Lösung zu präsentieren. Mein Ziel ist, den Menschen einen voll umfassenden Vorschlag zu unterbreiten, der nicht falsch verstanden wird, keine Löcher und Zweideutigkeiten hat und jedwedes Anliegen der Bewohner Zyperns anspricht.“

Internationale, europäische und regionale Entwicklung

Der Präsident der Republik unterbreitete eine Reihe von Reflexionen bezüglich des Effekts der Lösung der Zypernfrage für die Türkei, in Beziehung zum existierenden Stand der Dinge in der weiteren Region und dessen europäische Aspirationen. Er stellte ebenfalls seine Gedanken bezüglich der Nutzen dar, welche die Internationale Gemeinschaft und vor allem die EU von einer potentiellen Lösung der Zypernfrage haben werden.

Das besonders gestiegene, internationale Interesse, welches anhand einer Serie von Besuchen und Initiativen, die unternommen wurden, besteht, bestätigen die Richtigkeit der Gedanken, die ich darlegte.“

Reflexionen über den zurückgelegten Kurs

Die von mir hervorgebrachten Gedanken sind an die ganze Bevölkerung gerichtet: Griechisch- und Türkischzyprer. Die Lösung der Zypernfrage, wenn es überhaupt aus irgendeinem anderen Grund von Interesse ist für die Internationale Gemeinschaft, der EU und der Türkei, sollte diese um so mehr im Interesse der Menschen Zyperns sein, zumal sie die ersten sein werden, die sich am Nutzen einer Lösung direkt erfreuen werden, welche ihre Erwartungen erfüllen werden und was ihre Anliegen anspricht.“

Ich möchte wirklich klarstellen, dass ich nicht nur die Griechischzyprer anspreche, ähnliche Anliegen sollten auch unsere türkisch-zyprischen Konpatrioten beschäftigen, die sich ruhig ansehen sollten, was ihre eigene Zukunft in einer geteilten Heimat sein wird; oder was ihr Nutzen sein wird, wenn die derzeitige Situation beendet sein wird.“

Jeder sollte sich vergegenwärtigen, egal ob Griechisch- oder Türkischzyprer, dass die befolgte Lösung ein Resultat eines würdigen Kompromisses sein sollte, was Bedingungen gegenseitigen Respekts kreieren wird, was nicht zulassen wird, dass der Wille der Mehrheit der Minderheit aufgedrängt wird – oder dessen Gegenteil, selbstverständlich. Eine Vereinbarung, die keine Gewinner kreieren wird oder Verlierer hinterlässt.“

Ich mag Sie hiermit rückversichern, dass meine Aussagen, die Gefahren im Fall einer Nicht-Lösung thematisieren, aber dass sie nicht so zu verstehen sind, dass ich dazu neigte, einen Plan zu akzeptieren, der die Erwartungen nicht erfüllt oder den Anliegen der Zyprer nicht anspricht – letztere Anliegen sind mir sehr gegenwärtig.

Was auch immer unsere ideologischen Unterschiede sein mögen, was uns sicherlich nicht auseinander dividiert, ist die gemeinsame Vision der Befreiung und Wiedervereinigung unseres Landes. Eine Vision, die eine historische Verantwortlichkeit und Politik für uns alle konstituiert, die nicht zurückbezahlt wird, bis es uns gelingt, für die kommende Generation eine gesicherte Zukunft gewährleisten zu können. Das ist auch das, was die Gesellschaft von uns erwartet, die uns beobachtet.“

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Am 10 Juli 2015 trafen sich Präsident Mustafa Akinci und sein griechisch-zyprischer Amtkollege Nicos Anastasiadis zum 6. Mal. Angeblich hatte man die intensivste Begegnung bislang an Verhandlungstischen. Das soll heißen, parallel zu diesem Treffen der beiden Führer, trafen sich auch Arbeitsgruppen, die das Theman ‚Besitz‘ beackern sowie ‚Wirtschaft‘ und ‚EU‘. Alle treffen sich scheinbar mit erhöhter Frequenz in diesen Tagen und machen, den Meldungen der Press Information Office Zyperns zufolge, bei ihren gegenseitigen Gesprächen Fortschritte.

So wurde also auf den Aspekt Regierungsform eingegangen beim Treffen der Führer der beiden zyprischen Inselteile: Wie kann zukünfig die Macht geteilt werden und wie können vertrauensbildende Maßnahmen aussehen und umgesetzt werden – und dann welche Maßnahmen? Bekanntlich sind das die schwierigsten Punkte der Verhandlungen. Das heißt, wenn die beiden Führer diese Themen jetzt wirklich angehen in ihren Gesprächen, dann müssen sie schon recht weit vorangekommen sein. Denn zuerst werden ja stets die einfachen Themen aus dem Weg geschafft bei den Verhandlungen auf Zypern.

Außer Frage schien wohl zu stehen, dass beide Seiten die Prinzipien und Werte, auf welchen die EU gegründet ist, akzeptieren. Dieselben gedenkt man selbstverständlich in eine umfassende, zukünftige Einigung im Streit um Zyperns Vereinigungskriterien zu implementieren. Beide Führer haben bei diesem Treffen nicht vergessen, der EU für ihre Anstrengungen zu danken, die gewährte Unterstützung.

Anscheinend wird als Nächstes vorbereitet von Anastasiadis und Akinci, die Werte und Regelungen der EU in Kürze auf die ganze Insel anzuwenden. Dazu soll der kommende Besuch des Präsidenten der EU, J.C. Juncker, eine günstige Gelegenheit sein bzw. werden, womit auch die Bereitschaft der EU unterstrichen werden soll, diesen von der UN geleiteten Wiedervereinigungs-Prozess auf Zypern zu unterstützen.

Auch die beiden Führer, Akinci und Anastasiadis, haben bei ihrem Treffen das Thema Wirtschaft anvisiert und nicht allein die dafür ins Leben gerufene Arbeitsgruppe. Es sei in der heutigen wirtshaftlichen Lage, global besehen, erforderlich, dass Zypern sich entsprechend einstellt und, versteht sich, aus den ökonomischen Bedingungen möglichst Profit schlägt – wozu einem unweigerlich nur Griechenland und die Krise des Landes einfallen kann.
Viele griechische Unternehmen und Arbeiter, gut Ausgebildete sowieso, finden ihren Weg vermehrt auf die Insel. Es ist für einen Griechen recht bequem und einigermaßen leicht, sich anstatt in Deutschland oder sonstwo in der EU etc. auf Zypern niederzulassen. Diese Option wird, je schwammiger die Tsipras Regierung mit Brüssel dahinschleift, desto mehr Griechen auf die Insel bringen. Das birgt durchaus ein gewisses Potential, von dem auch Zypern, wie zu lesen und zu hören ist, gern profitieren mag.

Ganz nebenbei sei bemerkt, dass die beiden Länder unausgesprochen offene Rechnungen haben – historisch. Denn es waren vordringlich die Griechen, die die Zyprer 1974 anstachelten, sich gegen ihre türkischsprachigen Mitbewohner auf Zypern herzumachen; und es waren eben auch wieder die Griechen, die nicht davor zurückschreckten – unter Samaras vor allem -, die Zyprer im Regen stehen zu lassen gegenüber der IMF, der EZB etc, als es darum gegangen wäre, dass sich die griechische Regierung für den kleinen Bruder, Zypern, einsetzt, sodass dem kleinen Bruder nicht das Selbe passiert. Samaras hatte sich anstatt eiskalt auf die andere Seite geschlagen – die der vermeintlich guten Geldgeber.

Im Nachhinein muss wahrscheinlich gesagt werden, dass der Stall der Auflagen von IWF, EZB etc. wegen etwas ausgemistet wurde auf Zypern. Vielen auf Zypern und andernorts ist indes noch immer schleierhaft, wie Brüssel dazu kommt, die Reformbemühungen Nikosias derart gleich in den Himmel zu loben. Denn es gibt wirklich noch viel Schlendrian, wie gehabt; und ein Teil des Schlendrians, den man schon weg-erneuert dachte, scheint ES überlebt zu haben – Anzahl der Staatsbediensteten und der Status, das nun angeblich krisensichere Bankensystem der Insulaner, welches im Prinzip das tut, was man davor schon tat und was sich als nicht sehr klug installiert letzlich erwies, vor allem für die Allgemeinheit, genauer: noch immer schwer- bis gar nicht zu durchblickende Offshoregeschäftchen.

Den Preis, den Zypern zahlt, um nun als Überwinder der Krise zu glänzen, ist die Aufgabe der Neutralität im Nahen Osten und sich mit Israel demonstrativ ins Bett legen; und dass die alte tiefe Verbundenheit mit Griechenland sichtbar brökelt, die Zyprer sich gern alsdie besseren Griechen szusagen von Brüssel in der Offentlichkeit vorführen lassen, was vor 10 Jahren oder so noch undenkbar gewesen wäre – doch die Zyprer haben eben die etwas schäbige Haltung der Griechen 1974 und kurz nach der Finanzkrise (2012-2014) nicht vergessen.

Eine Art Loslosungsprozess von Griechenland ist insgheim losgetreten worden – eine Emanzipierung. Der Minderwertigkeitskomplexe gegenüber den ach so stets strahlenden Siegern wird offensichtlich gerade überwunden. Dass nun allerdings dazu übergegangen wird von Seiten der Zyprer, sich aus dem Pantheon der griechischen Götterwelt ganz und gar zu verabschieden, ist unwahrscheinlich. So etwas wird weder Athene, noch Afrodite eingeben.

Sollte die Insel der Afrodite wahrhaft eine Wiedervereinigung schaffen, und angeblich stehen die Sterne immer noch günstig, wird dieses neu erwachte Selbstbewusstsein der Zyprer (eigentlich beider Seiten auf Zypern) weder Griechenland, noch der EU insgesamt schaden. Man wird dann sehen müssen, welche Abmachungen mit Ankara getroffen werden, damit die Türken nicht den Eindruck haben, die Verlierer zu sein.

Aber, aber … Ohne die Amerikaner geht da NICHTS und wahrscheinlich geht sowieso nichts, auch wenn sich die Zyprer vielleicht gerade wirklich mal zusammenraufen könnten, weil der sogenannte Westen sich sozusagen betont gegen den anderen großen Akteuer in der Region stellt in diesen Tagen – gegem Russland.

Nun, so lange es zu keinem Stellvertreterkrieg auf Zypern kommt – und die Voraussetzungen wären durchaus gegeben – kann wahrscheinlich jeder, der sich mit Zypern befasst, noch weitere 10 oder 20 Jahre auf eine Vereinigung anstatt warten.

Doch auch das wird schwierig, also, dass der Frieden dort so lange gehalten werden kann, vor dem Hintergrund der Tatsache, dass vor und um Griechenland sowie Zypern Erdgas und Erdöl in nicht gerade geringen Mengen liegen zusammengenommen. Es wird ja bereits darüber geschrieben in Griechenland, dass der sogenannte Westen Jahrzehnte lang gesagt hätte, vor und in Griechenland läge zu wenig Erdöl, es rentiere sich nicht, es zu fördern. Doch habe der Westen die griechischen Reichtümer sich aufbewahrt. Und auch daher wurde in den letzten 20 – 30 Jahren die griechische Wirtschaft und das Bankwesen vor allem mit geliehenem Geld verseucht, um nun, wo man es sich gerade mal wieder verbockt hat mit dem Osten auf Länger, also mit Russland, diese Quellen vor Griechenland und Zypern praktisch für einen Apfel und ein Ei sich zu sichern.

Es liegt nahe, dass diese Behauptungen so nicht ganz zutreffen. Doch es dürfte was dran sein. Vor allem aber betonen sie über den Umweg Erdöl und Erdgas derart die strategische Wichtigkeit beider Länder für den sogenannten Westen. Und auch daher, wahrscheinlich vor allem daher, lässt Brüssel mit sich etwas Kasperle spielen – und Tsipras weiß das. Kann gut sein, dass in den Hinterzimmern schon seit Längerem hart verhandelt wird, wie hoch der Anteil der Griechen an dem zukünftig geförderten Erdgas und Erdöl sein kann, was aber vorerst nicht nach außen dringt. Gewiss lassen sich die stolzen Griechen nicht so einfach wie die braven Zyprer, wenn man so sagen kann, über den Tisch ziehen. Die wollen nicht, dass ausschließlich andere für sie ihre Reichtümer fördern und sie ein Trinkgeld dafür erhalten sollen. Die Griechen, wie nun auch jeder weiß, der TV sieht, sind ein stolzes Volk – und die Zyprer spielen gerade die Braven.

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