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Posts Tagged ‘türken in limassol’

Um Lei Tung!

Das soll Chinesisch sein!?

Der Übergang in den Mai 2018 vom April auf Zypern ist schon fast unmerklich passiert. Geregnet hat es sogar in jener Nacht. Zeitlich davor, war es nachmittags recht sonnig, ja sommerlich – wir kehrten von Paphos nach Hause zurück.
Wir haben eine wunderbare Zeit in Paphos verbracht, wozu eine Art kleiner Helfer beitrug. Genauer: Sollten Sie jeden Tag mal wirklich gut Essen, und dann auch noch gut unterkommen wollen in Paphos, wird hier nicht davor zurückgeschreckt, zu empfehlen, das „Annabelle“-Hotel aufzusuchen. Wer dieses Hotel länger als 5 Tage bucht mit lediglich Frühstück, bekommt offenbar einen Up-Grate, der sich gewaschen hat, in diesem Fall bedeutet Letzteres: sehr positiv gewaschen hat.

Das Annabelle ist eines der ersten Hotels, die in Paphos gebaut wurden. Es ist wirklich noch immer sehr empfehlenswert, derzeit sind es dort vor allem die Dinge, die in der Küche zubereitet werden, die man nicht laut genug loben kann. Spitzenmäßig! Ein Spa gibt es inzwischen auch – und besten Service. Im Annabelle waren keine Angestellten mit langen Gesichtern anzutreffen. Die sind dort sehr aufmerksam und angenehm freundlich sowie hilfsbereit.

In den letzten 8 oder 10 Jahren landete ich 3 Mal in Paphos auf dem Flughafen – stets von Mitteleuropa aus kommend. Eines indes war und ist an jenem Ort offenbar immer gleichgeblieben: Man wartet am Laufband im Terminal auffällig lange auf seinen Koffer.
Nein!
Das ist hier keine Beschwerde gewesen. Wird so lediglich als Art Hinweis vorweggeschickt, damit auch Sie sich gleich nach Ankunft in Paphos dem Zurückschrauben der gewohnten Tagesgeschwindigkeit überlassen können – bei Bedarf, versteht sich. Letzteres kann allerdings auch in einigen anderen Orten Zyperns recht gut getan werden. So zum Beispiel sogar im recht quirlig gewordenen Limassol.

„Lemesos“, wie die Griechischsprecher zu dieser Stadt sagen, ist ziemlich sicher die Stadt Zyperns inzwischen, in der die meisten Menschen leben. Der Hafen trägt gewiss seinen Anteil dazu bei. Limassol darf wohl eine internationale Stadt genannt werden – und das Meer davor ist verwunderlicher Weise noch immer recht sauber. Menschen aus der ganzen Welt siedeln hier her. Limassol ist das schlagende Herz der südzyprischen Wirtschaft.
Wie auch in Paphos gibt es beträchtlich viele Türkischsprecher in der Bevölkerung. Auch Kurdisch kann auf den Straßen oft vernommen werden, so auch Arabisch, Russisch, Französisch und Hebräisch etc. Klar doch, viele Leute aus den ehemaligen Ostblockländern haben hier eine neue Heimat gefunden, auch Skandinavier, sogar Spanier sind recht häufig zu hören, sogar Katalonier – und viele Briten, Philippininnen, Inderinnen, Menschen aus Sri Lanka und Chinesinnen sowieso, vermehrt Menschen, die wahrscheinlich aus allen erdenklichen Regionen Afrikas stammen.

 

„Während der britischen Besatzung Zyperns (1878 – 1960) waren die türkischen Quartiere von Limassol in 5 lokale Teile aufgeteilt. Jedem Stadtteil stand ein Muchtar vor, der wiederum vom britischen Zuständigen für die Bezirke ernannt wurde. … Das Zentrum des Lebens in Limassol fand damals um die Gedit und die Kabir Moschee statt. … Es oblag den Muchtars, der Behörde zuzuarbeiten, wie zum Beispiel bei der Registrierung von Geburten, Toten oder von Gebäuden etc. In jenen Tagen trugen Muchtar ein Emblem am Revier, das einer Krone glich; und ein Hinweis war an der Tür ihrer Häuser angebracht, der half, sie von den Häusern anderer Gemeindemitglieder zu unterscheiden. … Mal abgesehen von den Quartieren, die in [der uns vorliegenden] Registratur verzeichnet sind, gab es auch inoffizielle Quartiere, wie Ayia Thekla, Sabbar etc. [Diese waren aber dennoch unter der Kontrolle der britischen Behörde, und zwar mit Hilfe der Behörde bekannten Muchtars. So zum Beispiel auch im inoffiziellen Bezirk Deliklitaş].

Deliklitaş wurde im Garten einer türkischzyprischen Dame gegründet. In einem Traum wurde ihr gesagt, sie möge einen Felsen besorgen, und ihn dort auf dem Boden ablegen. Auf diese Weise gründete sie den Aberglauben, dass von dort Immunität gegen Krankheiten ausginge. Und so geschah, dass die Türkischzyprer, wie auch die Griechischzyprer, ihre Kinder durch ein Loch in diesem Felsen springen ließen, um sie so [vor Ungemach] zu schützen [Felsen mit Loch, das ist die türkische Übersetzung zu Deliklitaş, war also der Namensgeber dieses inoffiziellen Bezirks]. Auch sollen Griechischzyprer dort als Gabe oft Geld oder getrocknete Zwiebeln hinterlegt haben. Die Kinder des Quartiers haben das Geld dann wohl gern an sich genommen.
Behauptet wird des Weiteren, es habe an jenem Ort einst noch einen weiteren, kleineren Felsen mit Loch gegeben. Bei Ausgrabungen, die noch vor 1974 stattfanden [74 ereignete sich bekanntlich die wahrscheinlich vorläufige Teilung der Insel], wurde dieser Fels von seinem Platz entfernt und in einem benachbarten Haus belassen. Heute kann dieser nirgendwo mehr gefunden werden. …
[Sehen wir uns mal an, wie das einstige St. Antonios Quartier gestaltet war und wo es sich befunden hat in Limassol].

Das St. Antonios Quartier

Dieses Viertel der Stadt reichte von der Kirche Sankt Anthony auf der Köprülüzade Straße bis zur Küste. Bis zum Zwangsverkauf des St. Anthony Viertels zum Bau eines neuen Hafens für Limassol durch die zyprische Regierung in den 1950er Jahren, spielte dieses Viertel eine signifikante Rolle im sozialen und kulturellen Leben beider Gemeinden: der türkisch- und griechischsprachigen, die dort herum lebten. Viele der Bewohner arbeiteten schließlich am Hafen von Limassol als Träger, Lighters, Arbeiter, Fischer, und auf Schiffen etc.

Letztendlich wurde das erworbene Land für einen neuen Hafen aber nicht so genutzt, wie es vorgesehen war [durch die Stadtverwaltung]. Letzteres deswegen, weil entschieden wurde, den Hafen doch etwas weiter westlich zu bauen. Und so gibt es heute offene Flächen unterhalb der Kirche, wie auch einige Restaurants an der Küste. [Inzwischen, 2018, ist dort allerdings eine „hochmoderne Marina“ entstanden, wie man in verschiedensten Broschüren nachlesen und bunt bebildert sich ansehen kann, welche die zyprische Regierung und andere Interessierte mit aller Regelmäßigkeit weltweit bewirbt].

Die türkischen Grundstückseigner, die in jenem Viertel lebten, waren zu jener Zeit entweder vermögend oder gebildet oder Notable, die zum kulturellen und sozialen Leben der Stadt beitrugen. Nach der erwähnten Zwangsanordnung nahmen sich einige griechische und türkische Grundeigentümer einen Anwalt aus Limassol, Rikkos Michaelides, der noch heute seine Kanzlei betreibt [inzwischen nicht mehr]. Er wurde beauftragt, ihre Interessen zu wahren. Die Grundbesitzer waren nämlich enttäuscht mit der gewährten Kompensation seitens der Regierung. Jene unter ihnen, welche sich mit der Kompensation allerdings einverstanden erklärten, gingen und unterzeichneten ein entsprechendes Dokument, was bei den Anwälten Sir Panagiotis Kakogiannis getan werden musste.

4 große Gemüseproduktionsgärten waren einst in diesem Viertel: der so genannte Untere Garten, der Garten Ali Beys, derjenige Hasan Efendis oder Gihan Hanums und der Garten von Hilmi Dayi. Letzterer war auch Eigentümer von Pferde- und Ochsenkarren. Diese Gärten wurden lediglich von den Familienmitgliedern kultiviert, und bis zu den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts genügten die dort geernteten Produkte, um den Bedarf der Bewohner der Altstadt von Limassol zu decken. Neben der Produktion von verschiedenen Gemüsesorten wuchsen folgende Fruchtbäume: Feige, Aprikose, Granatapfel, Banane, Zitrone, Dattel – und Blumenkohl.
Mit der Kraft von Eseln wurden Wassermühlen betrieben. Dergestalt wurde Wasser durch kleine Kanäle von den Quellen zu den Feldern gebracht. Der Tick-Tack-Sound der Wasserräder, den die Nachbarn nah einer solchen Anlage hörten, wies den Weg dorthin. Diese Bewohner waren ja auch nicht an das von der Stadt betriebene Wasserdistributionssystem angeschlossen. Daher sah man sie zuweilen mit Eimern und dergleichen ausgestattet, um ihre Bedarfe an Wasser für ihre Haushalte zu decken.

Türkischzyprische Weber lebten in großer Zahl in diesem Viertel. Auch sie trugen dazu bei, die Bedürfnisse der Bewohner zu befrieden. Letzteres vor allem zur Zeit der beiden Weltkriege, als es keinen Import von Textilien für Bettwaren, Handtücher und dergleichen gab. Eine Art Baumwollindustrie wurde von Frau (Hanum) Meryem getätigt. Sie war die Frau von Hafez Salih Şenay Efendi, der von der Regierung als Schulleiter der Türkischen Grundschule Limassols installiert worden war. Noch 1888 nannte man diese Schule Dar-ul-Feyz (Ort der Wissensvermittlung).
Meryem Hanum hatte an die 6 Handwebstühle in ihrem eigenen Haus. Sie beschäftigte Mädchen als Lehrlinge und gab diese Kunstfertigkeit derart an diese weiter, sodass die Auszubildenden selbständig werden konnten. [Seide wurde auch verarbeitet] … .
Hinzu kam, dass eigentlich in jedem weiteren Haus im Viertel Schneidereien waren, einige waren berühmt, egal ob griechisch oder türkisch. Nicht wenige arbeiteten professionell, andere lediglich für die Familienangehörigen. Madam Despina, deren Haus genau gegenüber der St. Antonios Kirche gelegen war, sowie Safiye Hanum, eine Verwandte der Weber Emine und Berkiye, waren die fortschrittlichsten Kleidermacher im Qaurtier bis in die 1950er Jahre. Safiye arbeitete dort bis in die 60er Jahre. [Versteht sich, dass es an solch einem Ort auch Tavernen gab und kleine Geschäfte, die von beiden Gemeinschaften betrieben wurden].
Das Schlachthaus des Bürgeramts lag bis in die 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts im äußersten Westen des zuvor erwähnten Viertels nahe dem Meer. Alle nicht erwünschten Teile der geschlachteten Tiere pflegte man dort einfach ins Wasser zu werfen. Die Schlächter waren meist türkischstämmig und lebten im südlichen Eck des Viertels nahe der See. Die meisten von ihnen waren auf irgendeine Art verwandt miteinander. …
Im Zweiten Weltkrieg befand sich das Treibstoff-Lager der Regierung in diesem Quartier an der Küste, und zwar an der Straße, die zum Schlachthaus führte. Importiert wurde der Treibstoff entweder in Fässern oder aber in Dosen auf Segelschiffen, die off-shore vor Anker gingen, genauer, gegenüber den Petroldepots. Das Entladen der Fässer oder der Dosen geschah auf weichen Matten aus Zuckerrohr, die von den Seeleuten in den Hafen gesteuert wurden, um dann per Hand in die Lager getragen zu werden.
In Weltkrieg II versuchten italienische Bomber die genannten Lager zu treffen, waren aber nicht erfolgreich damit. Die Bomben vielen anstatt daneben, nämlich auf 2 Gemüsefelder und die KEO-Fabrik.

Mitglieder der beiden Gemeinschaften, türkisch- und griechischsprachige, hatten jeweils eine recht gute Beherrschung der jeweils anderen Sprache. [Manche sprachen Türkisch wie ein Muttersprachler, so beispielsweise Madame Zoiro. Diese exemplarische Erwähnung einer Griechischzypriotin vonseiten der Autoren gibt uns seinerseits versteckt einen Hinweis darauf, dass wohl eher die Türkischzyprer die andere Sprache sehr gut beherrschten als umgekehrt.
Es gab, wie Sie sich denken können, einige Moscheen in Limassol. Wir werden uns damit begnügen müssen, lediglich die Große Moschee (Kabir), hier etwas näher kennen zu lernen – und dass es auch Tekken gab, Orte, wo Sufis sich einfinden, haben Sie sich gewiss auch schon gedacht].

Die Große Moschee war die erste Moschee, die den religiösen Dienst für die türkischen Muslime nach der Ankunft der Osmanen im Jahr 1570 aufnahm. Ein ursprünglich kleines Gebäude wurde in eine Moschee umgestaltet, und zwar auf den Festungen einer venezianischen Kirche (lateinisch). Ihre östlich gewandte Seite wurde 1905 gebäudetechnisch erweitert und das kostete knapp 692 zyprische Pfund. Sie wurde sodann die Große Moschee genannt, um sie von den anderen Moscheen oder Schulen hervorzuheben, die in der Folge gebaut wurden. Architekt des östlichen Anbaus war William Williamson gewesen, ein Architekt der zyprischen Regierung. Der Bauträger war Neophitos Lanitis, der auch Malapapas genannt wurde.

Viele Historiker, Reisende und Journalisten, die Limassol damals einen Besuch abstatteten, haben diese Moschee in ihren Artikeln oder Memoiren erwähnt. … [Neben der Moschee befand sich auch ein Bad. Beide Gebäude können heute noch gesehen werden. Das Hammam ist allerdings seit einigen Jahren geschlossen.
Kurz: Die Moschee und das Hammam hatten eine zentrale Lage und Funktion in der ehemaligen Kleinstadt Limassol].

Das Datum 1245, ist jenes der so genannten Hijra [als Muhammad von Mekka nach Medina flüchtete] und ist als solches in einen Stein des alten Teils der erwähnten Moschee graviert. Des Weiteren werden wir darüber informiert, dass ein gewisser Mestan Agha die Moschee erneuert hat, und dass Gebete für ihn an Allah gerichtet werden sollen, damit Allah zufrieden sein möge mit seinem Werk. Der Stein, auf dem Selbiges eingraviert steht, wurde in den 1960ern im Garten der Moschee gefunden. Behejet Raschid, pensionierter Meister für das Peer am Hafen, war derjenige, der den Stein gefunden hat. Er lebte unmittelbar nach seiner Pensionierung in der Agora Straße, und zwar in einer Bäckerei, die er von einem Bäcker namens Savas gekauft hatte (der Schwiegersohn von Dr. Sokrates Tornarites). Letzteres war noch vor 1963 geschehen. [Tornarites findet hier wohl Erwähnung, da diese Familie in Zypern eine jener ist, die zu Ruhm, Macht und Reichtum gelangte]. …
In der alten Moschee gab es umrandete Platten, auf denen der Name Allahs, Muhammads und die Namen der ersten 4 Kalifen verewigt worden waren: Abu Bakir, Ömer, Osman und Ali [, wo gleich hinzugesetzt gehört, dass der Name Ali an dieser Stelle auffällig ist. Denn bekanntlich wird Ali nur von den Schiiten als rechtmäßiger Kalife betrachtet. Es kann also gut sein, dass der Autor sich täuscht oder aber, dass es sich um eine weitere Spielart des sunnitischen Islam handelt, welches von mir eher ausgeschlossen wird]. All diese Namen der Kalifen waren in lila Buchstaben eingraviert gewesen, was der türkischzyprische Kalligraph Kolonili Ahmet ins Werk gesetzt hatte. Sein Familienname, Kolonili, weist uns daraufhin, dass er ziemlich sicher aus einem Dorf bei Paphos gestammt haben dürfte, aus Koloni.
Im neuen Teil der Moschee befand sich eine Bibliothek von Haci Mustafa Efendi, welche dieser in Form einer Schenkung einer Stiftung überlassen hatte. Das hölzerne Behältnis, in dem sich die Bibliothek einst befand, wurde von dem berühmten Zimmermann Suleiman Arifoglu gefertigt. … Haci Mustafa Efendi erhielt seine Ausbildung in Istanbul und war ein Fakih [ein Gelehrter in islamischem Recht], der also Fatwas erteilen konnte. Letztere waren in so genannten Scharia-Gerichten zulässig.
Es gab 2 antike Glocken in der Moschee. Eine war im alten Teil, die andere im neuen. Erstere war in einer hölzernen Mahagonikiste, die andere in einer weiß angestrichenen Holzkiste befindlich gewesen. Beide hatten einen Glöckel, Ketten und Gewichte.
Während der Herrschaft der Osmanen auf Zypern wurde der Garten im Süden der Moschee als Friedhof für Muslime gebraucht. Auch heute können dort noch mit Gravuren versehene Grabsteine gesehen werden. Das Grab, welches den Grabstein mit dem Datum 1173 Hidschra auf sich trägt, gehört Mohammed Bey, der ein Sohn des Admirals Süleyman Paschas war. …

Die Große Moschee hatte gewöhnlich einen Imam, der den Gottesdienst versah. Zwei Muezzine waren meist angestellt, um die Gläubigen zum Gebet oben vom Minarett zu rufen – und einer, der Kayyum, war ‚angestellt’, um die Moschee sauber zu halten. …
Der letzte Imam der Moschee ist Dr. Hussein Schefik gewesen, ein Zahnarzt, der von der Neuen Moschee hier her transferiert worden war und bis 1974 seinen Dienst versah. Dr. Schefik wohnte in der Ankara Straße, gegenüber der Schule, in einem zweistöckigen Haus. Inzwischen besteht nur noch der erste Stock.

Die Große Moschee ist zum Hafen sehr nahegelegen, sowie auch zum Schlossplatz, wo die Busse aus den türkischen Dörfern freitags geparkt wurden. Freitag ist bekanntlich der Tag, an dem Muslime die Moschee besuchen sollten. Die Große Moschee war damals stets gut besucht, so auch von muslimischen Reisenden.
Es ist angebracht in letzterem Zusammenhang, hier König Farouks Besuch aus Ägypten zu erwähnen. Er kam oft nach Zypern und verbrachte seinen Urlaub in Platres [, welches in den Troodos-Bergen liegt]. Einmal, als Hussein Zekai Efendi sich frei genommen hatte im Dorf Avdihimou, um Karob zu ernten [viel Vitamin D, noch mehr Vitamin E und etwas C], ließ er Hussein Cümbezli den Dienst versehen, einen Ladenbetreiber, der den Ritus, den ein Imam zu befolgen hat beim Gebet kannte, und der für viele Jahre in Ägypten gelebt hatte. Unerwarteter Weise kam an jenem Freitag die Yacht König Farouks an, die Mahroussa. Diese warf Anker in Limassol, und schon hatte der König entschieden, sein Freitagsgebet in der Großen Moschee von Limassol zu erledigen. Und so betrat er das Gebetshaus mit Polizeieskorte und anderem Sicherheitspersonal, seiner gewöhnlichen Eskorte also. Cümbezli, der der royalen Präsens wegen total verblüfft war, sagte daraufhin laut und auf Arabisch: Ahlen wa sahlan ya malik al Masr, malik Farouk (Willkommen König von Ägypten, König Farouk). Der König antwortete ihm daraufhin „uskut“, welches „bleib still“ bedeutet.
Da die Antwort des Königs Cümbezli überhaupt nicht gefiel, war er nicht mehr genügend im Stande, auch wegen genereller Erregtheit seinerseits, den Gottesdienst zu führen. Und so übernahm Imam Ibrahim Efendi aus Famagusta das Gebet anzuführen, der allgemein als „Gelbbart“ bekannt war. Er war ein sehr gläubiger Mensch, der an jenem Tag ebenfalls unerwartet in der Moschee anwesend war. Der König muss mit dem alten Imam aus Famagusta sehr zufrieden gewesen sein. Als er die Mosche verließ, überließ er ihm 20 Pfund. Zwei Tage danach kamen 2 Polizisten und übergaben für Gelbbart, der das Gebet so gut geführt hatte, als der König anwesend war, eine wertvolle Armbanduhr.
Zu diesem Zeitpunkt war Hussein Zekai Efendi aber bereits wieder zurück auf seinem angestammten Posten als Imam der Großen Moschee. Allerdings erhob Hussein Cümbezli nun Anspruch auf die Uhr. Er bestand darauf, sie zu erhalten, da er ja derjenige Imam gewesen sei, der die Anordnung umgesetzt habe, den Gottesdienst zu führen. Nun! Die Armbanduhr wurde gemäß dem Wunsch des Königs an die ‚richtige’ Person übergeben – an diejenige in Famagusta.

Die Flut …

Der Friedhof der Opfer, die ihr Leben in der Flut von 1894 ließen, wurde Seylap Şehitliği genannt. Dieser Friedhof war speziell für jene Türken von Limassol gegründet worden. Montag, den 12. November 1894, lief der Garillis Fluss über[, ein Szenarium, welches man sich heutzutage bei bestem Willen nicht vorstellen kann, da von einem solchen Fluss eigentlich nichts mehr ersichtlich übrig geblieben zu sein scheint]. Was von dem Friedhof auf der östlichen Seite am Ufer des Flusses noch übrig ist, ist sehr nahe der einstigen kolonialen Brücke namens 4 Laternen gelegen gewesen. Die Flut hatte viele Häuser weggeschwemmt, so auch die Gedit Moschee, wie auch die hölzerne Brücke. Die Flut, war lange in der Erinnerung der Menschen Limassols als Art Landmarke haften geblieben, der Weise, dass von „davor“ oder „danach“ (der Flut) gesprochen wurde, wenn beispielsweise die Geburt oder der Tod einer Person Thema war. 23 Menschen müssen damals ihr Leben verloren haben. Nach dem, was … erzählt wurde, waren die Leichen der Opfer vollkommen mit Morast bedeckt und mussten zur Säuberung ins Hammam von Hadschi Hasan Agha gebracht werden, welches am südlichen Ufer desselben Flusses gelegen war – was auch zwecks Identifizierung der Leichen geschah. Nachdem die Toten gewaschen worden waren – wie es in der Tradition der Muslime üblich ist -, wurden sie auf jenem Friedhof begraben, wo ein Stein mit einer Gravierung am Eingang angebracht wurde, auf dem stand: Flutopferfriedhof 1894 – Seylap Şehitliği.

Eine Sackgasse auf der nördlichen Seite der ehemaligen Ankara Straße, war auch jener Ort, der von der Flut am meisten betroffenen wurde, wo Raif Efendi, ein ehemaliger Stiftungsangestellter, seine Mutter und Schwester verlor. Er konnte jedoch sich selbst retten, indem er auf einen Feigenbaum gestiegen war, der im Garten des Hauses stand. Raif Efendi starb im Jahr 1942 im Alter von 82 Jahren, was bedeutet, dass er zum Zeitpunkt der Flut 34 Jahre alt gewesen ist. Nach dem Unglück heiratete er und sein Sohn Ragib Efendi (Gülboy) wurde der erste türkischzyprische Apotheker, dies in der Ankara Straße Ecke Irini Straße, wo er für viele Jahre seinen Dienst für die Limassoler versah. …
Nach dem Desaster von 1894 unternahm die britische Administration geschwind Maßnahmen, Limassol von solchen Bedrohungen zukünftig zu schützen. Dazu wurde der Garillis Fluss in zwei Läufe geteilt: und zwar westlich bei Tschiftlikoudia. … [In dem uns vorliegenden Buch werden noch weitere türkische Friedhöfe dem interessierten Leser nähergebracht, deren detailliertere Erwähnung hier den Rahmen sprengte].

Han …

Han’ waren zum Rasten da: für Reisende, wie auch für ihre Tiere etc. Han’ gab es gewöhnlich an Kreuzungen von Handelswegen. Auf diese Weise kamen sie den Bedürfnissen der Reisenden und anderen am nächsten. Eigene Produkte wurden verkauft, andere eingekauft. … Es sei daran erinnert, dass bis in die Mitte des 20sten Jahrhunderts auf Zypern Waren mithilfe von Tieren und Karren transportiert wurden. Eine limitierte Anzahl von Kamelen war auch vorhanden. In Han’s gab es die unterschiedlichsten Dienstleistungen. Hufschmiede arbeiteten offenbar rund um die Uhr. Genügend Stalljungen waren auch vorhanden, um sich ums Vieh zu kümmern – und Essen gab es dort ebenfalls. Sattler waren anzutreffen, die ihre Waren feilboten. Allein in der Ankara Straße gab es 6 Han, die noch Anfang des 20sten Jahrhunderts in Betrieb waren. [Die Betreiber der Han’s der Stadt hatten sich jeweils auf verschiedenste Artikel spezialisiert. Beispielsweise gab es einen Han namens Cezar Ustalar Han, den Ali Cevat mit seinen Söhnen betrieb. Sie hatten sich auf das Herstellen von Bettdecken und derartigem Zubehör spezialisiert gehabt. Oder jener Han namens Halid, der sich den Vertrieb von Kaffee und Tee ausgeguckt hatte und von einer Frau, Halid Azmi, betrieben worden war, einer Türkischzypriotin.
Zuletzt sei noch der Alte Offene Markt genannt, auf dem Rinder ge- und verkauft wurden. Der befand sich in der Irini Straße, und zwar genau gegenüber vom Leftari Schloss (Cankurtaran). Heute steht dort KEO, das ist Cyprus Wines & Spirits. KEO, so ganz nebenbei bemerkt, ist eine der gebräuchlichsten Biere Zyperns und wird von der Kirche betrieben. Die meisten Hotels im Süden der Insel sollen auf Grundstücken stehen, die der Kirche gehören. Das heißt, die Kirche ist eines der bestgehenden Unternehmen Zyperns. Manche behaupten sogar, sie schwimme im Geld].

Im Hammam …

Mal abgesehen davon, dass ein Badehaus zu betreiben eine Quelle ist, mit der Geld verdient werden kann, hatte das Hammam ansonsten durchaus auch in Limassol eine signifikante Rolle im sozialen und kulturellen Leben der Insulaner inne – in der türkischen Gemeinde vordringlich. Ein türkisches Bad besteht im Allgemeinen aus einer Halle, die unmittelbar nach dem Eintritt ins Gebäude sich dem Besucher auftut. Dieser Bereich wird im Türkischen soyunmalık oder camekan genannt. Das ist also der Bereich, in dem die Kleidung abgelegt wird, auch die Unterwäsche, und zwar hinter einem Vorhang oder dergleichen geschieht das, wo sich sodann für das anstehende Bad [mental] vorbereitet wird. Überhaupt korrespondiert die räumliche Aufteilung eines Hammam mit dem Römischen Bad, der erst erwähnte Raum ist auch als apoditerium bekannt.
Andere wichtige Abteilungen eines türkischen Bads sind die kalte, die warme und die heiße Zone sowie die Aborte plus Wasserdepot, der külhan. Die drei ersteren Räume waren ursprünglich immer Räume mit gewölbten Decken, in denen Löcher mit meist [einigen] bunten Gläsern ausgestattet angebracht waren, sodass das Tageslicht den Raum [entsprechend gedimmt und gefärbt] durchfluten konnte. [Was im Buch nicht erwähnt wird, ist, dass bevor die Hammambesucher die Umkleide verlassen, haben sie sich ein meist mit bunten Quadraten versehenes Tuch umgebunden, dass in der Regel vom Bauchnabel bis zu den Knien den Körper verdeckt. Das Tuch wird eventuell abgenommen, wenn niemand Weiteres im zuvor bezeichneten warmen Raum sich befindet, in dem gewöhnlich 3 oder 4 Vorrichtungen zum Waschen sind, genauer Becken (kurnas), über denen Heiß- und Kaltwasserhähne auf- oder zugedreht werden können; und eine Art Becher ist für jedes Becken vorgesehen[, der meist aus Plastik heutzutage ist], um das Wasser bequemer über sich schaufeln zu können, den leğen. Die meisten Männer legen, auch wenn sie alleine sind, an diesem Ort das Peschtemal nicht ab, welches sie um den Körper gebunden haben, sodass keine Missverständnisse entstehen können – und dergleichen mehr].

In der Mitte des Hammam ist ein großer [zumeist recht heißer] Stein, der göbek-taşı. Hier liegen die Besucher drauf, auch, um ihren Körper zu erwärmen, damit im Anschluss eine KESE mit einem etwas rauen Handschuh durchgeführt werden kann, den ein Angestellter namens tellak übergestreift hat dazu.
Einst war die Hammam-Ausrüstung ein Geschenk, welches man der Braut überreichte, noch bevor sie in das Haus ihres Mannes zog [Wie bereits aufgefallen sein dürfte, werden in dem hier in Auszügen zitierten Buch die Traditionen und das Leben der türkischen Gemeinde Limassols nahezu ausschließlich dargestellt. Insofern unterscheidet sich dann auch das, was bei Griechisch- oder Türkischzyprern als traditionell gilt oder galt zuweilen. Denn: Bekanntlich sind es unter Griechen meist die Männer, die in das Haus einer Frau ziehen, und nicht umgekehrt, wie bei den Muslimen]. …
Die Waschprozedur im Hammam beginnt also damit, den Körper mit dem rauen Handschuh, der kesesi, abzureiben, um die Hautoberfläche zu säubern. Das kann auch alleine gemacht werden, oder aber mithilfe des tellaks. Bei den Frauen werden Letztere natirs genannt. Bei Bedarf helfen diese den Besuchern auch dabei, sich aus der heißen Zone in eine andere des Hammams zu bewegen. Versteht sich, dass deren Service für eine Kese nicht im Eintrittspreis inbegriffen ist [, oft ist der Preis auszuhandeln, vor allem, wenn man Ausländer, oder dem Personal nicht bekannt ist].
Die Hammam der Frauen waren offen von 12 Uhr bis Sonnenuntergang. Während allen anderen Tageszeiten gehörte [und gehört] das Areal den Männern [Hier im Süden, wie neuerdings auch im Norden der Insel, ist seit Längerem die Mode ausgebrochen, Männer und Frauen zusammen den Hammambesuch genießen zu lassen.
Des Weiteren gehört hier noch hinzugesetzt, dass es oft einen extra Stein gibt, auf dem die Haut mit dem kesesi gesäubert wird, den man kil-taşı nennt. Kil wird die alte Haut genannt, die abgeschruppt am Lappen hängt oder zu Boden fällt und gewöhnlich sogleich mit reichlich Wasser entsorgt wird]. …

Zitronenblüten oder Rosenblätter wurden ebenfalls im Prozess der Säuberung zur Anwendung gebracht, so auch zum Haarwaschen, was dem Haar einen lichten und leichten Touch vermittelt. [Also genauer: Eine Art Masse wurde mit oder aus den erwähnten Zutaten gebildet, der Vorgänger des Shampoo sozusagen]. …
Limassol besaß viele Hammam, insgesamt 11, die der Öffentlichkeit in den Quartieren der Türken zur Verfügung standen.

Der Konak

Konak ist der türkische Name, der einem großen, ehrwürdigen Familiensitz gegeben wurde, welche in der Zeit der Osmanen gebaut wurden. Sie stehen im Grunde als Synonyme für einen gewissen Baustil: Bögen, Terrassen. Wenige dieser Häuser wurde von Griechischzyprern besessen. Die nennenswertesten Exemplare sind im ehemaligen türkischen Viertel zu finden gewesen. Doch nur ein Paar wenige stehen heute noch. Die meisten gibt es in der Ankara Straße, sind dort leicht auszumachen. … [Auch hier werden wir uns damit begnügen müssen, lediglich einen der vielen Konaks etwas näher bestimmt zu bekommen, nämlich den Hadschi Ibrahim Agha’s].

Ibrahim Agha’s Konak

Diese Person hatte zwei Brüder: Arifoglu und Osman. Ibrahim verkaufte Karob, importierte und exportierte. Viele Immobilien waren in seinem Besitz in Limassol, wie auch in einigen Dörfern; ja, sogar eine Farm gehörte ihm, und zwar in dem Dorf Mathikoloni.
Seinerzeit hatte sein Konak in Limassol zwei Eingänge: der eine ging zur Ankara Straße, der andere (Selamik) zur Irini. Der erst genannte Zugang zum Haus war jener, der den Frauen zugedacht war (Haremik).
Zu jener Zeit waren die Konaks der Reichen in zwei Gebäudeteile aufgeteilt, nämlich in den erwähnten Haremik beziehungsweise Selamik. Alle männlichen Besucher hatten letzteren zu benutzen, um ins Haus zu gelangen.

Hadschi Ibrahim Agha war mit der Schwester von Fethi Efendi verheiratet. Fethi war ein weiterer Notabler Limassols, der allerdings keine Kinder hatte. Am Ende seines Lebens gab Hadschi Ibrahim Agha seinen Besitz an seinen Bruder Arifoğlu weiter, sowie an die Kinder des anderen Bruders, Osman. Diese Kinder waren alle in jenem Konak groß geworden. Die Farm in Mathikoloni erbte Arifoğlu [etc. Ali Nadschi Efendi war einer der Neffen des Hadschi Ibrahim Agha, die geerbt hatten. Dieser Neffe war inzwischen zum Mann geworden und seinerseits verheiratet] …
Nach der Geburt einer Tochter durch Küçük Hanum, ließ sich erwähnter Neffe, Ali Nadschi Efendi, von seiner Frau scheiden. Als Grund gab er an, dass seine Frau ohne seine Einwilligung nach dem Hafen von Limassol gegangen war, um ihrer Schwester Gute Reise zu wünschen, die sich per Schiff auf den Weg nach Mekka zur Pilgerfahrt gemacht hatte. Das Schiff, welches die Pilgernden nach Mekka an Bord hatte, machte also zuerst Halt in Limassol und danach in Larnaka. Seine Frau hatte entschieden, sie würde ihre Schwester auf dem Weg nach Mekka bis nach Larnaka lediglich begleiten – um dann auf dem Landweg zurück nach Limassol zu gelangen.
Zurückgekehrt, musste sie indes einen Entscheid des Scharia-Gerichts entgegennehmen, welcher besagte, dass sie von nun an eine Geschiedene ist, und zwar unter der Regelung namens „von3zu9“, was bedeutete: „Ich verstoße dich!“ [Eine Formulierung, die bekanntlich 3 oder 9 Mal ausgesprochen, muslimischen Männern nach Auslegung gewisser Interpretationen der Scharia das Recht gibt, gegebenenfalls sogar ohne Richter oder sonst einer Instanz – es müssen lediglich 3, besser 4 Zeugen anwesend sein -, die Ehefrau ‚in die Wüste‘ zu schicken].

Eine Scheidung, die derart vollzogen worden ist, erlaubte den Männern nachträglich nicht, sich erneut mit derselben Frau zu verheiraten. Doch in Ali Nadschis Fall gab es einen guten Grund, von dieser Regelung eventuell abzusehen. Seine Ehefrau war nämlich schwanger, und würde schon bald gebären. Im Falle, dass sie einen Sohn zur Welt bringen würde, wäre es möglich, den Heiratsvertrag zu erneuern. Doch ‚unglücklicherweise‘ gebar sie als zweites Kind dieser Ehe eine Tochter, und so wurde eine Erneuerung praktisch unmöglich vonseiten des Regelwerks der auf Zypern gebräuchlichen Scharia. Es bestand allerdings die Möglichkeit, eine so genannte hülle-Transaktion durchzuziehen. Letztere war eine Art Strafe, die dem Mann auferlegt wurde, der die Frau mit der Regel von3zu9 geschieden hat.
Hülle bedeutete also eine Art Interims-Pflichtheirat, nämlich dergestalt, dass die verstoßene Frau mit einem anderen Mann zu heiraten hat. Erst danach konnte eine erneute Heirat mit dem einstigen Ehemann wieder in Angriff genommen werden. … Meist wurden solche heiratstechnischen Winkelzüge aber als nicht akzeptabel angesehen.

Ali Nadschi verweigerte diese Art einer Bestrafung und heiratete anstatt die Tochter von Hadschi Hüseyin Agha. Diese Familie war eine weitere reiche Familie Limassols. Sie sind die einstigen Gründer der Neuen Moschee (Gedit) gewesen. Der Name der neuen Braut war Fatima. Sie war die Schwester der damals sehr bekannten Aische Hanum, sowie Schwester des Vehbi-, Bahaeddin-, Nusret- und Hulus Efendi. Fatima starb unglücklicherweise schon bald nach der Geburt einer Tochter. Dergestalt hatte Ali Nadschi Efendi plötzlich drei halb-waise Töchter [zu versorgen].
Um sicher zu gehen, dass seine Kinder gut groß werden und keine Stiefmutter ins Haus genommen werden müsste, heiratete er kurzerhand die Frau seines verstorbenen Bruders Mustafa, die auch Schwester seiner ersten Frau war, die Aische.
Bis zu seinen letzten Tagen blieb er mit ihr ein Paar. Die einstige Scheidungsentscheidung (von3zu9) bereitete ihm, wie auch seinen Nächsten in der Folge noch einige Schwierigkeiten und Kopfzerbrechen [juristisch].

1930 kam eine große ökonomische Krise in Zypern auf, die anhielt. Ali Nadschi Efendi griff zu einem Darlehen, welches ihm der Griechischzyprer Hadschi Gabrieli gewährte. Das Darlehen deckte 99% seiner Immobilien ab. Der Griechischzyprer machte daraufhin einen Versuch, den Dörflern einen höheren Zins abzuverlangen, um von erwähntem Deal noch mehr profitieren zu können, doch er scheiterte damit und ging bankrot. Und so kam der ganze Immobilienbesitz von Ali Nadschi an einer öffentlichen Auktion unter den Hammer.

Das ist somit das Ende der Geschichte des Konaks des Hadschi Ibrahim Agha, eines Mannes, der in seinem beruflichen Leben stets ein Vierzigstel seines Vermögens den Armen als Zekat im Ramadan gespendet hatte.

Der Kleine Markt (Bandabulla)

Der kleine Gemüse- und Fleischmarkt bekannt als Bandabulla, davor bekannt unter dem Namen Kinnapli Kahve, wurde vonseiten der Türken zwischen 1934 – 1935 erbaut, und zwar auf dem Grundstück eines einstigen Kaffeeladens, sowie anderen Geschäften, die zu den Stiftungen der Dschami Kabir (Großen Moschee) gehörten. Der Kaffeeladen hat seinen Namen von den Karnobbaum erhalten, der dort einst im Hof gestanden hat.
In jenen Tagen im Sommer erfreuten sich die Kunden des Kaffeeladens am Schatten, den der Karnobbaum warf, indem sie entweder sich einfach dort ausruhten, oder aber, Tavla spielten, wozu Kaffee getrunken wurde und Nargile [Schischa] geraucht.
Erzählt wird, es habe eine größere Auseinandersetzung zwischen der Stiftung und dem Rathaus wegen des Markts gegeben. Die türkische Seite bestand darauf, dass ein weiterer Markt angeschlossen wird, auf dem nur Rindfleisch und Lamm verkauft wird und sonst nichts anderes; welches nach islamischem Verfahren, [halal], geschlachtet worden ist; und die griechische Seite basierte ihre Gegnerschaft zu solch Plänen auf der Grundlage, der Karobbaum im Hof habe einen historischen Wert und sollte nicht gefällt werden nur um einen zweiten Markt hinzustellen. Die türkischzyprische Seite wendete sich daraufhin an den Gouverneur Zyperns, der entschied, umgehend eine Untersuchung der Lage durchzuführen. Der Gouverneur begleitet von Sir Mehmet Munir, Vorsitzender der Stiftung, organisierte eine Versammlung genau dort am Baum. Die Türkischzyprer repräsentierte der Zahnarzt Huseyin Schefik, und die griechischzyprische Seite vertrat ein Anwalt namens Sir Panagiotis Kakogiannis. Letzterer verteidigte die zuvor erwähnte Idee der Bestandswahrung des Baumes. Heraus kam, dass es in Limassol viele Karobbäume gebe, weshalb kein Grund bestünde, diesen einen Baum nicht zu fällen, um einen Markt anzubauen. Der Bürgermeister in jenen Tagen war Herr Hadschipavlos. … .Der munizipale Markt wurde von dem Architekten Yunus Nadi entworfen, der ursprünglich aus dem Dorf Anoyra stammte. Er war es auch, der das Gebäude auf der Paphos Straße entwarf, welches zu Sabri Konur gehörte, die jetzt Mishaouli Straße genannt wird. … Der Name Kinnapli Kaffee, welches seinerzeit ein Symbol für die Gegend darstellte, wird zuweilen immer noch erwähnt; und die Geschichten, die sich darum ranken, werden ebenfalls erzählt, obgleich all dies schon vor Langem passierte.

Der alte Hafen …

Die so genannten Lighters, waren jene, die verwendet wurden, um Waren auf Schiffen auf- und abzuladen im Hafen von Limassol. Bis zur Konstruktion des Neuen Hafens im Jahr 1974, waren diese Lighters (Löschtrupps) also in Anwendung, auch, um Waren in die Lager zu bringen, oder von dort weg. Es ist allgemein bekannt, dass während der britischen Herrschaft die meisten Lighters im Hafen von Limassol Türken waren. Ahmet Çavuş, ein Seeman aus Kreta, war die führende Person unter den Lightern jener Zeit, der ihre Dienste organisierte. Sein Neffe, Ali Osmançık setzte diese Art Geschäft mit seinem Sohn Rauf bis 1974 fort. Diese Familie hatte drei Lastschiffe, die unter anderem auch ins Ausland fuhren. Sie boten ihre Dienste für einen relativ langen Zeitraum Importeuren und Exporteuren aus dem Mittleren Osten inklusive der Türkei, Nordafrika und dem Roten Meer an. ….

Makbule war der Name der Tochter Ali Osmançık’s. Ersteres ist auch einer der Namen eines der Lastschiffe der Familie. Der Schiffsmeister dieses Schiffs war also Rauf Osmançık. Es segelte Häfen im Mittleren Osten an und hatte im Allgemeinen zyprische Exportwaren an Bord.
Einst wurde die Makbule zum Mythos in Limassol, als Rauf zusammen mit 3 weiteren Seeleuten … fortsegelte und an einem abgelegenen Hafen im Süden der Türkei vor Anker ging. Dort verbrachten die Seefahrer einen zeitlich sehr langen Aufenthalt, ohne irgendeine Nachricht von sich zu geben. All das geschah, da Rauf Osmançık einen Streit mit seinen Eltern hatte. Er hatte den Wunsch, ein griechischzyprisches Mädchen zu heiraten, was man ihm nicht erlaubte.
Alle Männer an Bord der Makbule, glaubte man, seien verloren gegangen. Religiöse Zeremonien wurden für sie bereits abgehalten. Doch nach einiger Zeit klärte sich diese Angelegenheit durch die Rückkehr der Makbule und ihrer Besatzung.
Diese Geschichte erzählte man sich noch lange danach, eine limassolanische Legende.
[Diese türkischzyprische Familie hatte also einige Schiffe, die national und international verkehrten. Ob Makbule dennoch glücklich wurde oder nicht, erfahren wir nicht, ebenso wenig, wie es dem um sie unglücklich Freienden in der Folge erging.
Da hier zuvor der Begriff Meister gefallen ist, und Sie sich eventuell dachten, müsste da nicht „Kapitän“ stehen, mag noch Folgendes nachgereicht werden, das ebenfalls in diesem Kapitel des Buches geschrieben steht und nicht etwa woanders:]

Die Meister, welche auf den Lighters zum Dienst eingeteilt waren, wurden „Kaptan“ genannt auf Griechisch. Die bekanntesten unter ihnen, die Spuren am Hafen von Limassol nach ihrem Ableben im öffentlichen Gedächtnis hinterließen, waren: Arnavut Mehmet, Zarif Kaptan [etc.]. Die Segel, welche in Gebrauch waren, stammten ausschließlich aus lokaler Produktion. Jene Kapitäne, die im Herstellen der Segel am Geschicktesten waren, waren Nabi Kaptan und Mustafa Schonya. Angestellt, Segel zu reparieren, war [unter anderen] Hassan Kamitsis [usw]. Die Meister der Lighters erhielten gewöhnlich 50% mehr Lohn als die restlichen Seeleute. Vor dem Zustandekommen eines Arbeiterdienstes, wurde das Einsatzvolumen der Lighters entweder von den Schiffseignern oder den Vorarbeitern festgelegt. Die Letzteren bevorzugten gewöhnlich jene Seeleute, die auch regelmäßig zu Wartungsarbeiten erschienen, was als „angaria“ bekannt war. Angaria war Arbeit ohne Bezahlung. Die Segelschiffe der Lighters wurden an Land gezogen, wo sie im Hof der kleinen Werft gegenüber dem Öffentlichen Garten angestrichen wurden – auch andere Arbeiten standen dann an. Besonders in den Sommermonaten hatten die Segelschiffe gewaschen, und mit Meerwasser befeuchtet zu werden, welches in eimerartigen Gefäßen herangetragen werden musste, die gern auch aus Zinn gemacht waren. Auf diese Weise versuchte man zu verhindern, dass die Oberfläche des Schiffrumpfes einriss. Diese Tätigkeiten gehörten also zu den Pflichten namens angaria, was eine Leistung bezeichnet, die nicht angerechnet oder entlohnt wird.
Nachdem der Arbeiterdienst als Institution eingerichtet worden war, und wenig später eine Gewerkschaft, wurde angaria zu machen verboten.

Nachdem sich die Limassol Transport Gesellschaft gegründet hatte, kamen speziell ausgestattete Boote in Anwendung („tug-boats“), die die Waren zwischen Anlegestelle und Schiffen bewegten – schon bald wurden Segelschiffe abgeschafft [, und somit auch ein Teil der Arbeiten eines klassischen Lighters]. … .

Die türkischen Fischer Limassols

Vor dem Bau des Hafens der Lighter erlaubte die Hafenbehörde Schiffen entlang der Anlege, Anker zu werfen. Letzterer Ort war auch als Jüdische Anlege bekannt. Diese zuletzt genannt Ort war im Westen der Hauptzollamtsanlegestelle des Hafens von Limassol gelegen. Damals war den Fischern erlaubt, ihren Fang früh morgens eben dort an Land zu bringen. Es gab registrierte und lizenzierte Ruder- und Motorboote, denen gestattet wurde, entweder mit Netz oder mit Angelrute zu fischen – und zwar innerhalb des Gebietes, welches in den jeweiligen Lizenzen ausgewiesen war. Zum Beispiel gab es eine Lizenz für Limassol – Zygi oder Limassol – Akrotiri [etc.]. … Der Fang wurde bereits auf den Booten gewogen und auf Schnüren aufgereiht, die aus frischen Palmen- oder Feigenblättern gefertigt waren. Sodann wurden die gefangenen Fische an Fischverkäufer übergeben, die in den Straßen Limassols zu Fuß oder auf Fahrrädern die Ware vertrieben. Der Preis wurde pro Schnurlänge festgelegt. Auf einer Schnur konnte entweder lediglich eine Sorte Fisch oder verschiedene gekauft werden – arrangiert je nach der Güte und Menge des morgendlichen Fangs.

Zurückgekehrt an die Anlagestelle wurden die aus künstlicher Seide oder Baumwolle gefertigten Netze in Körben, die ihrerseits aus gewobener Palme oder Farn gefertigt waren, an eine speziell dafür eingerichtete Stelle gebracht. Hier wurden die Netze aus den Körben genommen und zum Trocknen über hölzerne Vorrichtungen gehängt, die 1 bis 1 Meter 50 hoch waren, deren Holzfüßchen in den Boden verankert gewesen sind. Dieser Ort befand sich hinter der Spirituosenfabrik, bis der Hafen der Lighter erbaut wurde. Die erwähnte Fabrik gehörte Christodoulou Hadschipavlou. Sie erstreckte sich bis ans Meer. Später wurde die Fabrik an den St. Antonios Platz verlegt, in den Hof der alten Öllager.

Nachmittags war es recht anschaulich, den Fischern beim Reparieren der Netze zuzusehen mit ihren Webnadeln. Diese Arbeit benötigte durchaus spezielle Kenntnisse und Sorgfalt. Sodann wurden die trockenen und reparierten Netze zurück in die Körbe gelegt, zum Anlegeplatz getragen und auf die Schiffe für den nächsten Fang verladen. …
Es gab auch Tintenfischjäger. Diese benutzten spezielle Haken, und zwar in der Gegend zwischen dem Schlachthaus und der erwähnten Jüdischen Anlege [Dort gingen dieselben auf Jagd]. Aufgrund des felsigen Seegrunds gab es Tintenfische in Hülle und Fülle. Auch diese [Meeresbewohner] wurden in den Straßen Limassols verkauft, allerdings von anderen Personen, also von anderen als jene, die die gefangenen Fische dort vertrieben. … .

Zusätzlich zum Fischen mit Netzen war noch eine andere Art zu fischen gebräuchlich, welche in seichten Gewässern ausgeführt wurde, und zwar mit speziellen runden Netzen, die 2-3 Meter Durchmesser hatten und aus Ägypten importiert wurden. Diese Netze wurden „mizovolo“ genannt. Die Fischer gingen entweder in Badehosen ins Wasser oder nach dem sie ihre Hosen bis zu den Knien hochgekrempelt hatten. Dann warfen sie die Netz auf eine Art und Weise, die das Netz sich komplett öffnen ließ und dort zu Wasser ging, wo Fische sich an einem Stück Brot oder einem anderen Köder angesammelt hatten. Der einzige Fisch, der auf diese Weise gefangen werden konnte, waren der kephalos und der sarpa. … .

Cafes …

Türkische Cafes am Hafen von Limassol waren in der ganzen Stadt gefragt, sogar zu Gericht wurde auf sie als Art Grenzstein Bezug genommen. Sie spielten einen besonderen Part im sozialen Gefüge der Stadt. … Die Cafes öffneten bereits sehr früh morgens, sogar vor dem Sonnenaufgang, um die Seeleute bedienen zu können, sowie die Lighters, die zur Arbeit in den Hafen kamen – oder jene, die dort Besorgungen zu machen hatten. Nicht nur im Hafen Tätige wurden von diesen Cafes angezogen. Ganz Limassol ging dort ein und aus. Man diskutierte über politische, kulturelle und soziale Dinge der Stadt, und darüberhinausgehend der Welt. Gab sich Rat und Ideen. [Die angesagtesten Cafes waren jenes mit dem Namen Akif in der Hermes Straße, sowie Avnis, welches genau gegenüber des Eingangs zum Hafen lag und Sabbars in der Agoras Straße. Schauen wir uns das von Akif Nouri mal genauer an].

Cafe Akif

Dieses Cafe wurde Jahrzehnte von Akif Nouri betrieben. Er stammte ursprünglich aus Paphos und war der Sohn von Nuri Hafiz Mehmet und Urenkel des Hafiz Osman. Die Letzteren waren eine sehr bekannte Familie in Paphos gewesen.
Seine Grund- und Hauptschule hatte Akif in Limassol durchgangen, doch da er Vater und Mutter verloren hatte, war es ihm nicht gegeben, seine schulische Ausbildung fortzusetzen. Und so begann Akif, eine zeitlang im Cafe von Avni zu arbeiten, bis er schließlich sein eigenes Cafe in der Hermes Straße eröffnete, und zwar im Stiftungsgebäude. Dort wurden Kaffee, Tee, Wasserpfeife, Lokum … und Zigaretten hauptsächlich angeboten. Meist saßen dort Lighters als Kunden, die auf den Beginn ihrer Schicht warteten; so auch Fischer, die vorrangig abends vorbeischauten und ihre Netze mit ihren speziellen hölzernen Nadeln flickten. … Abgesehen von den Fischern, vor allem an Sonntagen und im Winter, verkehrten in Akifs Cafe durchaus auch andere, prominentere Kunden, die zum Wasserpfeife smoken kamen. Unter ihnen gab es die armenischen Händler, die ursprünglich aus der Türkei stammten und deren türkische Geschichten zu hören, ein Genuss gewesen sein muss. Herr Stephan, der ein Wasserpfeifen-Importeur war und ein Geschäft nahe des türkischen Bads hinter der Großen Moschee hatte, war einer jener armenischen Kunden und bekannt für seine spitzfindigen Witze. …

Akif Nouri sprach fließend Arabisch und auch aus diesem Grund war sein Cafe ein Treffpunkt für Meister und Seemänner der arabischen Schiffe und Motorboote, die in Limassol vor Anker gingen. Während des II. Weltkriegs waren es diese Segelschiffe, die von Alexandria, Beirut, Tripoli, Haifa etc. kommend, großen Anteil daran hatten, die entstandenen Kommunikationsprobleme Zyperns zur Welt zu erleichtern.
In diesem Cafe trafen sich also vor allem Exporteure oder deren Repräsentanten mit Meistern von Schiffen, die in See zu stechen gedachten. Vereinbarungen wurden gern schon dort getroffen – bezüglich Transport und Art der Waren. Karob, Trauben, Wein, Essig, Zwiebeln, Knoblauch, frische und getrocknete Früchte waren unter anderem die Hauptexportwaren, die diese Schiffe transportierten.
Kostas Antoniadis war derjenige, der für die erwähnten Angelegenheiten am Hafen zuständig war. Sein Büro ist genau neben dem Cafe von Akif gelegen gewesen. Antoniadis betrieb eine Art Hauptagentur für diese Schiffe und entsprechende Exporte. Bei Bedarf assistierte Akif Antoniadis als Übersetzer.

Akif liebte Katzen und hatte mindestens zweie bei sich in den Räumen des Cafes. Seine beiden Brüder …, die im Schlachthaus arbeiteten, waren beauftragt, jeden Tag etwas Restfleisch für die Katzen mitzubringen. Dafür gab es Kaffee oder irgendein anderes Getränk nach Wahl. Die beiden Brüder sammelten ansonsten Fett der Rinder im Schlachthaus, die geschlachtet worden waren, stauten es in runde Blöcke und verkauften es sodann an Schiffseigner, wie auch an arabische Seeleute, die von auswärts gekommen waren. Das Fett wurde verwendet, um die Schiffe abzudichten, wenn sie repariert oder gewartet wurden.
Weil die beiden Brüder die Katzen mit Fleisch versorgten, wurde ihnen erlaubt, ihr angesammeltes Fett im Cafe zum Verkauf auszulegen und es, ohne Kommission abgeben zu müssen, zu verkaufen.

Gemäß Angaben, die in den Büroräumen einer Stiftung aufbewahrt waren, wurden die Räume über dem Cafe für einige Zeit auch vom Türkisch-Zyprischen-Club verwendet, wo Beamte und gesellschaftlich Höherstehende sich zum Spielen einfanden oder einfach ihre Zeit verbrachten. Die Getränke wurden unten bei Akif bestellt. Das geschah, indem die Bestellungen durch eine Röhre in der Wand geschrieen wurden, die den Club mit dem Cafe darunter verband. An beiden Enden der Röhre waren konisch geformte Enden angebracht, was das Hören der Bestellungen erleichterte.

Ältere Besucher dieses Orts wussten zu berichten, dass einst sogar ein ägyptischer Prinz die Türken in diesem Club traf. Suleyman Arifoglu trat [zu diesem Anlass] als der Sprecher der türkischen Gemeinde Limassols auf.
[Was im Buch als nächstes Thema vorgestellt wird, aber hier nicht Erwähnung findet, sind die vielen Restaurants, die von Türkischzyprern zu jener Zeit in Limassol geführt wurden, wovon einige sogar international einen gewissen Ruf gehabt haben sollen].

Händler und Handel

Im Jahr 1830 wurde eine Volkszählung von der osmanischen Administration Zyperns durchgeführt, die auch Arbeitsplätze miteinschloss. Händler und die Arbeitsbereiche, die vorherrschten, konnten dergestalt anhand der Geschäfte, die registriert wurden, ermittelt werden. In den großen Städten der Insel, Limassol inbegriffen, waren folgende Berufe führend: Gemischtwarenhändler, Restaurantbetreiber, Großhändler, Exporteur, Schuhwerkproduzent, Händler von Ware aus Zweiter Hand, Textilhändler, Färber, Fleischer, Friseur, Cafebetreiber, Steppdeckenmacher, Schmied, Hufschmied, Bäcker, Halva-Produzent und Gewürzhändler [Nicht verwunderlich, werden manche denken, dass die vielen christlichen Pfarrer oder Priester Zyperns nicht als Berufszweig oder Händler erwähnt werden – so auch die Bauern. Hier ist dem jedoch so, dass das diese beiden letzteren Erwähnung finden, zumal auch sie Geld beziehen und reinvestieren – vor allem auch Handel betrieben im Falle der Geistlichkeit etc. Die Imame der Muslime sollen in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden oder unerwähnt bleiben].

Gemäß statistischer Aufzeichnungen aus jener Zeit war Limassol [offensichtlich auch schon damals] eine der Städte, in denen Handel in einem beträchtlichen Maße betrieben wurde. In der Mitte des 19. Jahrhunderts existierten 28 Orte der zuvor genannten Tätigkeitsfelder in dieser Stadt, die von Türkischzyprern betrieben wurden. … . [In der Ankarastraße befanden sich viele dieser Geschäfte bis Ende 1940].
Herr Hussein Schonia leitete eine Firma mit dem Namen Houshons Trading Company. Letzterer importierte verschiedenste Artikel aus Hong Kong, die auf der ganzen Insel vertrieben wurden. Namik Ramadan, war damit beschäftigt, Industrieprodukte unter die Leute zu bringen, Rehavi Piskobulu hatte sich auf importierte Waren spezialisiert und arbeitete im Allgemeinen auf Kommissionsbasis. Und zuletzt sei noch Mehmet Tevfik erwähnt, der einen Gemischtwarenladen in der Gazi Pascha Straße mit seinem Sohn Tankut für viele Jahre betrieben hatte. Zum Ende der 1950er Jahre importierte er in großem Umfang vor allem Esswaren und Reinigungsmittel. Er und sein Sohn waren es auch, die einen riesigen Großhandelsmarkt managten. Am Ende dieses Abschnitt des Buchs bleibt uns nichts weiter übrig, als noch die [von Türkischzyprern betriebenen] folgenden Mannifakturen Limassols zu erwähnen: Jene des Mustafa Berberoglu in der Yildiz Straße, wo Wasser in Flaschen abgefüllt und mit Kohlenstoff versehen wurde in den 40er Jahren. Das Produkt war unter dem Namen „Berberoğlu Gazoz“ bekannt. Fuat Neşe stellte in der Gazi Pascha Straße alle Typen von (gepressten) Säften her sowie unterschiedliche Kleingebäck – gegenüber der Domed Fountain. Vecdet Oktekin war ein Chemieingenieur, der Zahncremen herstellte …

[Das obig Zitierte ist dem Buch „Echoes from the Past“ entnommen worden, welches im Jahr 2008 herausgegeben wurde, und von Özay & Selcuk Akif ins Türkische übersetzt wurde.
Dr. Artemis Yiordamli hat das Buch als Haupt-Editor geschrieben. Publiziert wurde es von Terra Cyprus, the Cyprus Conservation Foundation].“

 

 

Nein, mit News zu aktuellen politischen Geschehnissen werden Sie hier diesmal nicht versorgt – obgleich eine Hoteleröffnung, wer weiß, manchem/r ein politischer Akt durchaus sein könnte. Die Rede ist vom „Parklane“.
Wie?
Das kennen Sie noch nicht?
Wie gesagt, wird eröffnet, und zwar im September. Versteht sich, dass die Werbetrommel schon mal gerührt wird.
Letztens die Kathemerini-Sonntagsausgabe gekauft. Es gibt eine zyprische Ausgabe der Kathemerini, in der selbstverständlich dennoch überwiegend eher die Politik in Athen Thema ist, was hier niemand wirklich stört – im Gegenteil. Konservativ darf das Blatt schon genannt werden. Und in jener Ausgabe gab es als Beilage eine auf hochglanz-getrimmte Beilage namens „Cyprus Finest!“ Die zweite Auflage dieses Hefts ist es gewesen, die da miteingekauft wurde.
Zum Abschluss mag Ihnen also genau diese hochglänzende Sicht Limassols noch vor Augen geführt werden.

„… Limassol ist die Heimat des ältesten Parfüms in der Welt. An einem Ort in der Stadt ist dieser Ort, den es noch zu besichtigen gilt, im Dorf Pyrgos. Das Dorf liegt ebenfalls in der Nachbarschaft von Lefkara, welches seinerseits zu den 30 schönsten Städten Europas zählt. Lefkara ist bekannt für seine Strickwaren und filigranen Silberarbeiten.
Genau neben dem Parklane gelegen steht die Burg von Kolossi, die im 15en Jahrhundert von den Kreuzrittern erbaut worden ist. Des Weiteren befinden sich die Stadt Kourion unweit davon, ein von der UNESCO gelistetes Welterbe, wie auch einige Museen. Limassol umgibt eine derart unglaublich schöne und reiche Geschichte, die die Stadt auf Rang 3 der zukünftig als Top-Destination ausgemacht Orte auf der führenden App von TripAdvisor für Touristen und Reisende setzt. Die Geschichte, Kultur, Schönheit und eine Fremde-Willkommen-heißende Bevölkerung machen Zypern zum perfekten Platz, sich vom Alltagstress zurückzuziehen – und das Parklane lässt ihre Ferienwünsche Wahrheit werden.
———–
Das Parklane Resort & Spa ist der Ort, an dem der Alltag sich von Ihnen entfernen wird, und lediglich die Heiterkeit eines Zuhauses – der Götter Luxus – übrigbleibt. Sie haben ein Stück vom Himmel verdient hier auf Erden!

Das Parklane ist das einzige Hotel Zyperns, welches international als „luxuriös“ ausgewiesen wird. Wir sind ganz entzückt, Ihnen zu verkünden: unsere Pforten werden zum Ende dieses Jahres geöffnet – und somit der ganze Chic und das Wunderbare Zyperns[Aus einer von offizieller Seite nicht bestätigten Insiderquelle ist der Redaktion allerdings bekannt geworden, dass die hochtrabenden Versprechungen des Hotelmanagements des Parklane anscheinend nicht eingehalten werden können. Die Eröffnung des Luxushotels soll frühestens im März 2019 möglich sein. Und:].

Das Logo des Parklane kombiniert eine Alabasteramphore – die einst im Gebrauch war, um Parfüme und Fragranzen aufzubewahren – sowie ein stilvoller Stern. Letzteres Arrangement ist Mustern der Stickereien aus Lefkara entliehen, und erzählt von unserer Geschichte, symbolisiert unseren Stolz, Respekt und Liebe zur glanzvollen Tradition, Kultur und Schönheit, die Zypern zu bieten hat. Wir können es kaum erwarten, unser Haus im kommenden September zu öffnen.
Hier herrscht ein Luxus, der nicht künstlich wirkt, sondern ein Produkt einer reichen Kultur ist, Produkt auch des Stolzes auf die Pracht Zyperns, sowie unserer Leidenschaft Sie zu bedienen, zufrieden stellen zu dürfen, der beste Gastgeber zu sein – denn SIE, der Kunde, sind unser Seins-Grund; und Sie zufrieden zu stellen, wird immer unsere größte Errungenschaft sein.

Das Resort wird an der Küste Ihr erstklassiger Ort des Entkommens von allem sein: 300 Meter purer Beach, ein gutausgestattetes Spa mit Swimmingpools und freiem WLAN. Es gibt auch einen Prinzessinnen- und Piratenpark für die Kinder, der mit Schlössern und Wasserrutschen ausgestattet ist – die beiden Parks lassen keinen Wunsch offen, bereiten viel Spaß.

Parklane Resort & Spa ist der perfekte Himmel auf Erden für Touristen, Reisende, Geschäftsleute und mit Familie Reisende. An was es Ihnen lediglich fehlen wird, sind Worte zu beschreiben, wie unangestrengt wir qualifizierte Dienstleistung in fröhliche Zufriedenheit transformieren.
Unsere Suites stehen bereit für die verschiedensten Besucher: für Paare, Familien, Geschäftsleute oder Singles. Die Suites favorisieren einen mediterranen Stil im Dekor, die wiederum mit Formen gebräuchlich in Lefkara akzentuiert sind, mit einzigartigen originär zyprischen Handstrickereien.
Stickereien aus Lefkara schmücken den Altar des Doms von Milano. Nachdem Leonardo da Vinci sich hier auf Zypern verliebt hatte, konnte er einfach nicht umhin, das von Hand Gestrickte nach Italien mitzunehmen. In der Tat sind die hiesigen Handarbeiten so speziell, dass die UNESCO sie auf die Liste des Unberührbaren Kulturellen Erbes setzte.

Dergestalt ist also der Luxus gestaltet – mit einem Touch aus Tradition und Geschichte -, der Ihren Räumlichkeiten bei uns innewohnt.“

Nun, Sie sehen, die Werbetrommel wird gerührt. Das Parklane ist genauer gesagt eine Art erweiterte und renovierte Version des ehemaligen Meridian-Hotels von Limassol.
Apropos Erweiterung: Falls Sie es noch nicht gehört haben sollten, die zyprische Mafia übertreibt in letzter Zeit. Anscheinend gibt es Bandenkrieg zwischen verschiedenen Zweigen dieser Mafia. Dem Vernehmen nach ist auch ein geringer Teil der Polizeikräfte Zyperns involviert, und zwar als mafiöse Täter in Uniform – oder ähnlich. Heute am 24. Mai 2018 steht in den Zeitungen, dass Razzias der Polizei bei der Polizei offenbar nichts Verdächtiges zu Tage fördern konnten.
Wen wunderts!
Wie sagt man doch gleich: eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus! Dennoch ist jeder zweite Südzyprer, nach Angaben der Tageszeitung Alitheia vom 25- Mai 2018, zufrieden damit, dass sich das Land in der EU befindet. Dieser Zustand scheint sich herumgesprochen zu haben. Denn der Zustrom von Flüchtlingen ist geradezu sprunghaft angestiegen 2018: um 56%. Im Norden Zyperns, ist zunehmend zu hören, dass die Einheimischen vermehrt genervt sind von diesem Zustrom. Es ist absehbar, dass dem auch im Süden der Insel schon bald so oder ähnlich vernehmlicher sein dürfte. Man darf gespannt sein, welche Lösungen den jeweiligen Regierungen Zyperns dazu einfallen, bevor sich die Alteingesessenen die Neuankömmlinge womöglich offen und unverhohlen auf den Straßen abwatschen – oder was sich Brüssel beziehungsweise Ankara dazu einfallen lassen wird.

In vorigem Zusammenhang nun ausgerechnet auf das Problem der Drogen zu sprechen zu kommen, ist nicht wirklich fair. Doch eine Zunahme des Problems in Gesamtzypern ist definitiv gegeben seit geraumer Zeit. Allerdings hat dieser Umstand auch eine große Portion Hausgemachtes an sich. Letzteres ist so zu verstehen: Eine Vereinigung der Insel hätte im Prinzip schon längst vollzogen werden können. Doch so etwas wie Nationalismus und Partikularinteressen gewisser Eliten waren und sind erfolgreich darin, so eine Entwicklung zu verhindern, eine Wiedervereinigung also, die sie allerdings noch immer lauthals vorgeben, herbeiführen zu wollen. Einer der Höhepunkte des eben umschriebenen Verwirrspiels dürfte die folgende, geradezu sagenhafte Konstellation sein, dass der Bürgermeister von Paphos sich ausgerechnet die dortige Polizei – mehr oder minder – zum Feind gemacht hat. Er behauptet nämlich, die Polizei sei von mafiösen Strukturen durchsifft und es gebe Bezirke in der Stadt, die gar nicht mehr betretbar wären etc. Die Drogen sollen vorrangig über den Norden Zyperns in den Süden gelangen. Andere Quellen berichten, dass auch aus dem Süden vermehrt Drogen in den Norden gelangten (synthetische etc.). Zypern – nach dem Geschrei, welches der Drogen wegen getan wird – scheint auf bestem Weg, ein Drogenparadies zu werden.
Aus hiesiger Sicht haben diesen Zustand oder diese Entwicklung vor allem gewisse Politiken der regierenden Klasse/n der Zyprer verursacht sowie die lokalen Medien. Es wurde offenbar nicht zur Genüge bedacht, dass die jeweilige Hetze gegen den anderen Teil der Insel durch gewisse Politiker, aber vor allem auch durch die Medien (die schreiben von „Pseudostaat, angebliche Minister, Scheinkabinet“ im Norden etc.) gemischt mit Annäherungsversuchen in Sachen Wiedervereinigung, die sich mit aller Regelmäßigkeit als billiges Gegenteil der vorgegebenen Absicht in irgendwelchen Kurorten in der Schweiz herausstellen, was auch, aber nicht nur, für die psychische Verfasstheit der Leute gewisse Konsequenzen hat (sowie erneut verschärfe Kontrollen an den Übergängen zur anderen Seite der Insel, die wiederum keine Grenzposten nach offizieller Lesart sein sollen; oder Verleumdungen und an Betrug grenzende Praktiken der Politiker während dem Verhandeln der angeblich angestrebten Wiedervereinigung des Landes; gelegentliche Verhaftungen in der sogenannten Toten Zone etc.).
Es heizt all DAS und MEHR nämlich eine eh schon bereits vorhandene Unsicherheit in der Bevölkerung an, und zwar mit wahrscheinlich allen erdenklichen Folgeerscheinungen, die sich entsprechend vertiefen dürften und nach einem Ventil suchen.
Ganz abgesehen davon tobt in der unmittelbaren Nachbarschaft Zyperns, im Nahen Osten und in der Türkei, Krieg, Lug, Trug und abstoßende Ignoranz gegenüber dem Menschenrecht etc. Und auch wenn es in erwähnter Nachbarschaft nicht immer gleich Krieg ist, dann eben alle Male doch ein sozio-politischer und ökonomisch-ökologischer Zustand, der Kriegen so oder ähnlich vorausgeht. Und solch gefärbte Spannung bleibt nun mal nicht im Mittelmeer an der gerade verlegten Superkabelverbindung nach Gibraltar hängen, oder wird aufgrund der vielen Erdöl- und Erdgasbohrungen vermehrt verunreinigten Wasserqualität des Meeres nicht weichgespült, sondern diese und andere Spannungen in der unmittelbaren Region südöstliches Mittelmeer knallen, auch per Television, wahrscheinlich täglich in die Wohnstuben zyprischer Haushalte (im Norden, wie auch im Süden).
Ja, und dergleichen entlädt sich dann eben auf SEINE Weise in den Straßen, Knästen, Nachtclubs und Parlamenten etc. der Insulaner – zum Beispiel indem Drogen konsumiert und/oder gepusht werden.

Auch von daher ist den Zyprern und denen, die dort ihren Wohnsitz haben, dringend zu empfehlen, eine Freigabe von Marihuana und Haschisch nicht noch jahrzehntelang zu diskutieren, oder gar vom Erzbischof absegnen lassen zu wollen, was wahrscheinlich nie geschehen wird, sondern selbstbewusst und im Interesse zu vieler BÜRGER die Legalisation umzusetzen. Solch Maßnahme entlastete nämlich nicht nur das oft ungenügend ausgebildete und längst nicht ausreichend vorhandene Personal in den Haftanstalten Zyperns, hüben wie drüben, sondern eben auch die Anzahl jener, die mit derartig strengen Gesetzen, wie sie noch bestehen, in die Kriminalität, in die Knäste und kollaterale Krankheiten geradezu gedrängt werden.

Zypern – hüben wie drüben – braucht genau auch diese zunehmende Zahl junger Menschen, die mit Drogen experimentierend offenbar (eigene) Grenzen ausloten, gewiss auch erwähnten Stress oder Spannungsgrad abbauen, um endlich aus der Rolle des Nachahmers von Trends gemacht in den USA, China oder Deutschland etc. herauszufinden. Zypern hätte, wie auch andere Orte in der Welt, durchaus das Zeug und die Voraussetzungen, mit etwas mehr Offenheit im Sozialen und weniger Heuchelei im Politischen sowie mit einer restaurierten Bürokratie der Behörden, neue Trends – in welchem Bereich auch immer – zu setzen.
Die beiden zyprischen Administrationen gehen noch immer vorrangig jenen zur Hand, die finanziell sehr gut dastehen.
Kurz: Die alte verkrustete, eigentlich nach Wechsel geradezu schreiende Elite, hüben wie drüben, gehört in den Ruhestand geschickt – und einige von ihnen gehören in den Knast gesteckt und ihres geraubten Reichtums enthoben: siehe Malaysia – als Warnung jenen, die sie ersetzen werden.
Malaysia: Das ist ja wirklich unglaublich, was sich der abgewählte Präsident des Landes unter sein malaysisches Kopfkissen gelegt hat an materiellen Gütern. Vor seinen Palästen und Besitztümern ringen tagtäglich verarmte Leute um ein Stück Brot, und die Verarmten sind nicht zu wenige, und er und seine Familie kratzen der Bevölkerung gierig und geradezu mit Niedertracht noch die letzten Pfennige aus deren Geldbeuteln.

Leider liegt der Verdacht nahe, dass nicht nur auf Zypern, sondern im Westen, ja, weltweit eine Entwicklung der Gesellschaften in solch Verhaltensmuster der Eliten und derer, die sie kopieren wollen/müssen/tun abzeichnet – UND DAS GILT ES ZU DURCHBRECHEN, beziehungsweise umzuleiten.

Bild Nummer 50, „der Tiegel“, des chinesischen Buchs der Wandlungen namens „I Ging“ in der Übersetzung von Richard Wilhelm lässt wissen:

„ … Allein man muss nur dafür sorgen, dass man innerlich wirklich geistigen Besitz hat. Dann wird sicher schließlich die Zeit kommen, da die Hemmnisse sich lösen und alles gut geht. … .“

Mit geistigem Besitz ist oben unter anderem und vor allem gemeint, bescheiden zu sein, und seine Zeit abwartend, sich innerlich zum und für das Wohl der Gemeinschaft vorzubereiten etc. Das ist förderlich fürs eigene Wohl, wird gesagt.
China, wie Sie gewiss schon festgestellt haben, ist nun definitiv und für zukünftig unabsehbar lange Zeiträume unser neuer Bezugspunkt entwicklungstechnisch. Da ist es doch naheliegend, Sie schon mal etwas mehr, zuweilen, auf diesen Player – sozusagen vom Grunde her – einzustimmen!

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