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Die Israelis hielten zusammen mit der Republik Zypern ihre jährlichen Manöver ab – und das ist wohl OK so. 3 Tage lang soll der Spuk gedauert haben. Das Manöver bezog das gesamte Territorium der Republik Zypern ein. Man ist allerdings trotzdem noch nicht so weit, den Präsidenten der Nordzyprer, Mustafa Akinci, wieder an den Verhandlungstisch zurückgeholt zu haben, OK?

Das Sich-die-Schuld-geben-Spiel ist anstatt voll im Gange. Präsident Anastasiadis weilte in New York, wo er vor dem Capital Link Forum eine Rede hielt: http://forums.capitallink.com. Am 22. März lief dort das sogenannte „Invest in Cyprus Forum“ ab: http://forums.capitallink.com/cyprus/2017/. Apropos: Zypern scheint dieses Jahr einer Touristenschwemme entgegenzulächeln. Eigentlich ist die Zeit reif, in die Infrastruktur vermehrt auch aus eigenem Säckel zu investieren. Mal sehen, was sich ergeben wird. Anastasiadis sprach in New York davon, dass Zypern eines der Länder Europas sei, welches ökonomisch schnell wächst. Zypern sei dabei, das volle Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, meinte er. Und gern mag Zypern enger mit den USA zusammenarbeiten zukünftig. Dass die US-amerikanischen Öl-Erdgasförderriesen Noble und Exxon in Zypern nach Erdgas suchen unter anderem, zeige allen das Vertrauen, welches die USA in das Land setze. „Unser Ziel ist, den Mittleren Osten in ein Energie-Zentrum zu verwandeln.“ Anastasiadis versicherte den USA, dass Zypern seinen Part treu und aufrichtig ‚spielen‘ wird. Von Junk-Niveau sei man ja schließlich inzwischen bei BB+ angelangt in der Bewertung durch Standard & Poor.

Seit 1995 operiert die Capital Link auf dem internationalen Markt, und scheint eine Organisation zu sein, die vor allem von einem US-Amerikaner mit griechischen Wurzeln betrieben wird. Sie ist beheimatet in New York, London, Shanghai, Athen, Oslo und seit 2017 auch in Limassol. Dass die Capital Link inzwischen in Limassol ist, kriegt man auf den Webseiten der Organisation allerdings erst weit unten irgendwo mit, nachdem etwas länger heruntergescrollt werden durfte. Vielleicht ist dem ja so, weil sich Capital Link damit noch nicht groß brüsten mag – oder aber sie haben vergessen, ihren Standort in Limassol gleich zum Anfang zu erwähnen, wie die anderen in der Welt; siehe ganz unten am Ende der folgenden Webseite: http://forums.capitallink.com/cyprus/2017/pre_event_pren_v1.pdf.

Capital Link behauptet von sich, sie könne Connections für ihre Kunden in der Welt knüpfen und diese verbessern, vor allem in Sachen Schifffahrt und Transport etc.  Die Art und Weise, wie sich das Unternehmen präsentiert, erinnert stark an das, was man ansonsten so auch auf Zypern oft geboten kriegt von Offshore-Firmen, Anwaltskanzleien und dergleichen: weltweit operierend, Service-Leister, sich bestens vernetzt präsentieren und das gern und oft als one-man-show und, versteht sich, auf Hochglanzpapier etc.

Capital Link develops on a global scale its investor relations products and services, with particular focus on web-based applications, webcasting, virtual roadshows and investment conferences.“

Ja, das Unternehmen geriert sich also auch als Finanzdienstleister, und würden wir nicht in der Ära Trump leben und würde nicht Herr Ross seinen Posten in der US-Regierung innehaben – er stand zuvor der Bank of Cyprus vor -, dann würden hier auch keine AHA-Effekte entstehen im Kopf.

Interessant ist auch, sich die Mühe zu machen, auf der Website der Capital Link mal nachzusehen, wer dort alles als Kunde aufgeführt wird. Es gibt eine lange Liste, ja, ein Ableger der Deutschen Bank wird angegeben, auch einer der Credit Suisse und zu allerletzt auf der langen Liste, man staune, steht auch die türkische Yapı Kredi.

Na, ob die zyprische Regierung einem solchen Unternehmen, welches offensichtlich verspricht, auch türkische Unternehmen auf den internationalen Markt zu puschen, wirklich so viel Aufmerksamkeit geben sollte, um seinen Präsidenten plus einer kleinen Entourage von Toppolitikern der Insel (Haris Gorgiadis, Jorgos Lakkotritis, Marios Dimitriadis) seine Aufwartung derart pompös zu machen, zumal man ja doch ansonsten bemüht ist in Nikosia-Süd, möglichst Abstand zur Türkei zu halten und jene in die Schranken zu weisen versucht, die mit der Türkei auf Zypern kungeln oder mehr: http://forums.capitallink.com/about_us/our_clients.html.

Es ist leider nicht all zu leicht, an Namen zu kommen. Gemeint ist: Wer steckt hinter der Capital Link? Doch bevor ich es vergesse: Zypern hat am 21. März 2017 an der Börse in New York, die Glocke zum Schluss des Tages geläutet: https://twitter.com/anastasiadiscy/status/844298660825436127?s=08. Ist das nicht aufregend und wirklich Grund, auf der Insel zu investieren? Überzeugen Sie sich hier noch mal davon: http://forums.capitallink.com/cyprus/2017/.

Doch wer ist denn nun dieser Macher oder diese Macher von Capital Link? Konnte noch immer nicht auf einen Namen für Sie, verehrte Leser, stoßen. Das muss doch zumindest heraus zu finden sein! Unter anderem sind da in New York auf dem Forum für um in Zypern zu investieren auch so illustre Leute, wie die „WISTA CYPRUS Women’s International Shipping & Trading Association“ vertreten. Wer da wohl alles dahinter steckt?

Nun, da die Hellenic News of America eine der Unterstützer des genannten Events zur Promotion Zyperns als Investitionsziel sein soll, wollen wir doch mal sehen, ob wir auf deren Webseite etwas mehr über die Damen und Herren von Capital Link erfahren können: https://hellenicnews.com/.

Nee, deren Webseite bringt auch nicht viel weiter. Wiederholt – mehr oder minder -, was schon auf der Webseite der Capital Link steht, siehe https://hellenicnews.com/capital-links-invest-cyprus-forum-wednesday-march-22-2017-new-york/.  Doch, hurra, ein Name ist gefallen, der vielleicht doch noch etwas Licht in die Angelegenheit bringen könnte, nämlich der der Cyprus – US Chamber of Commerce: http://www.cyprususchamber.com/.

Auf was man nicht alles stößt beim Kramen nach Leuten, die sich scheinbar in der hintersten Ecke ihrer Webseiten verbarrikadieren. So zum Beispiel auf den absoluten Supermann, also den Super-Zyprioten schlechthin, die Rede ist von Theoharis David. Sagen Sie nicht, Sie hätten von dem nie was gehört! Er ist wirklich der Größte. Ok, nicht der Größte in Körpermaßen, aber einer der „großen Zyprioten“. Diesen Titel erhielt er allerdings bereits am 21. Juli 2015: http://www.cyprususchamber.com/news/theoharis-david-faia-named-a-great-cypriot/.

Tut mir leid, doch wirklich Wichtigeres als Vasilopita-Anschneiden konnte ich auf dieser Webseite der Handelskammer der Zyprer in den USA ansonsten nicht ausmachen: http://www.cyprususchamber.com/events/vasilopita-cutting/.

Vielleicht ist ja interessant, sich mal anzusehen, wer in den Staaten als Zyprer den Weg nach OBEN geschafft hat. Nach kurzer Durchsicht erscheint mir Herr Philip Christopher derjenige zu sein, der es am Weitesten von allen gebracht hat, weil wahrscheinlich ausgestattet mit viel Kontakten und dergleichen mehr; doch auch er scheint nichts ersichtlich mit Capital Link zu tun haben zu wollen: http://www.cyprususchamber.com/meet-the-chamber/nicolas-nicolaou/.

Jedenfalls zeichnet die Capital Link jedes Jahr aufs Neue gewisse Leute mit einem Preis aus. Zufällig sind darunter viele Namen, die sich, wie könnte es anders sein, auch woanders wiederfinden – zum Beispiel auf der erwähnten Investoren-Veranstaltung für Zypern in New York; genauer: um Zyperns Schifffahrt noch besser ins Geschäft zu bringen etc.: http://capitallink.com/cl_leadership_awards.php.

Der eine Mann mit Bart ist auffällig oft auf Bildern dieser Webseite zu sehen – bei Preisverleihungen. Er muss einer der Macher von Capital Link sein. Bloß, wer ist er?

TRARA, Volltreffer!

Sollten Sie die Links aufgemacht haben, wird Ihnen gewiss der zuvor erwähnte Herr Ross noch in Erinnerung sein, bzw. schon über den Weg gekommen sein. Und ich dachte: Na, den kriegst du auch anders, als in einem vorherigen Beitrag auf Zypernundmehr-News nach seinem exakten Namen und Position zu suchen. Ja, die Rede ist von Wilbur L. Ross, der in der Bank of Cyprus mal eine Zeitlang seine Kreise als finanzieller Heilsbringer, oder so, gezogen hat. Und klatsch, da ist er nun endlich, versteht sich als einer jener, die von der Capital Link geehrt wurden: http://capitallink.com/cl_leadership_awards.php.

Doch was da auch noch steht, ist, es gibt einen Präsidenten der Capital Link, der endlich mal namentlich genannt wird: Nicolas Bornozis. Sie haben es erraten, den googeln wir mal besser gleich. Und was sieht das entzückte Auge? Er ist derjenige mit dem Bart, der immer wieder zu sehen ist auf den Fotos der Webseite von Capital Link bei Preisverleihungen. Wir lesen auch noch: Er ist der Gründer, Präsident und CEO der Capital Link in einer Person. Toller Typ. Er scheint die oben bereits angesagte one-man-show zu sein, eben die namens Capital Link. Versteht sich, dass er Mitarbeiter, Angestellte und dergleichen mehr hat, doch das α-Tierchen, das ist er. Unter anderem hat er folgenden Wertegang vorzuweisen:

He also established and managed, Alexander Capital, L.P, a US broker-dealer firm, which developed brokerage and investment banking business in North America with the Greek, Egyptian and Russian markets. Sold the company at the end of 2003 to a group of US investors representing Russian interests. Between 1998 and 2002, he also established and managed Alexander Asset Management, Inc. which handled portfolios invested in the Greek and European equity markets.“

Wie dem auch sei. Die Schiffsbranche ist größtenteils noch in griechischsprachiger Hand auf der Welt. Oder anders ausgedrückt: Es sind Griechen, die in Amerika ihre Karriere machten und machen, die vorrangig dieses Feld bearbeiten weltweit. Einen guten Einblick darüber gibt folgender Artikel: https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-03-21/how-the-u-k-has-beaten-predictions-of-a-brexit-crunch-so-far.

Und was den guten Herrn Ross angeht, der ist Trumps Handelsminister: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilbur_Ross.

***

Bleiben wir doch noch etwas beim Business.

Die Außenhandelsstatistik für 2016 Zyperns sieht folgendermaßen für die „hauptsächlich sich vollzogene Entwicklung aus:

Die kompletten Importe/Ankünfte (das deckt die gesamten Importe aus Drittstaaten sowie Ankünfte von anderen EU-Mitgliedsstaaten) im Januar 2016 bis zum Dezember 2016 betrugen 5.960,0 Millionen € gegenüber 5.141,6 Millionen € im Jahr 2015. Die kompletten Exporte/Versand (siehe vorherige Klammer) im Januar 2016 bis zum Dezember 2016 betrugen 1.736,5 Millionen € gegenüber 1.739,7 Millionen € im Jahr 2015. Das Handelsdefizit belief sich im Jahr 2016 auf 4.223,4 Millionen € gegenüber 3.402,0 Millionen € in der entsprechenden Zeitspanne des Jahres 2015 (siehe: statistical service of the Republic: Intra-Extra EU Trade Statistics (Summarised Data).“

Das obige Zahlenmaterial versetzt einen ob seiner Dimensionen nicht gerade in Staunen – oder vielleicht doch, nämlich, wegen seiner relativen Bescheidenheit. Nehmen Sie es, wie Sie wollen. Man ist hier schon fast versucht, zu schreiben: Investitionen sind mehr als erforderlich. Wollen wir hoffen, dass in New York was in diese Richtung gehend angestoßen werden konnte bei dem Forum, in dem Investoren angelockt werden sollten für Zypern.

Griechenland, war kürzlich irgendwo zu lesen, habe sich nun doch Zypern zum Vorbild genommen. Nicht erschrecken. Es geht lediglich darum, dass jemand in Athen oder Thessaloniki aufgefallen sein muss, dass auffällig viele griechische Studenten auf Zypern ihren Abschluss machen – meist an den privaten Universitäten. Überhaupt ziehen beide Teile der Insel in Sachen Bildung viele Menschen aus der ganzen Welt an. Es ist inzwischen ein nicht mehr weiter unbenannt zu lassender Industriezweig geworden, ok, sagen wir besser Wirtschaftszweig. Sonst könnte noch jemand denken, hier soll über dreieinhalb Ecken darauf angespielt werden, dass die akademischen Diplome oder Abschlüsse gewissermaßen industriell gefertigt vergeben werden. Es soll allerdings nicht ganz so schwierig sein, seinen Master oder Bachelor nicht zu bestehen, wird gemunkelt. Scheint auf Zypern also so in etwa zu sein, wie in den meisten Bundesländern der BRD, speziell Berlin, wo einem das Abitur auch nicht gerade allzu viel abverlangen soll. Doch geschenkt kriegt man es ziemlich gewiss nirgends. Ein gewisser Fleiß muss noch aufgebracht werden!

Dass die Grünen auf Zypern eifrige Verfechter der Umwelt sind, diese Aussage mag so manchen auf die Palme bringen. Wilde, kleine Müllhalden gibt es hie und da immer wieder zu sehen, vor allem auch, wenn man an schönen Orten spaziert, die nicht so von Touristen frequentiert werden. Dort erwartet man so etwas dennoch nicht und sehen mag man es erst recht nicht. Ganz schlimm, finden nicht wenige, sind die großflächigen, durchsichtigen Plastikfolien, die zuweilen riesige Felder abdecken – also in der Landwirtschaft vorrangig im Gebrauch sind. Es ist allerdings schon besser geworden damit, als noch vor ein paar Jahren, als Teile dieser Plastikmassen sehr oft irgendwo herumlagen. Doch dennoch trifft der Naturfreund immer wieder auf Plastik, gern am Straßenrand und eher landeinwärts als direkt an der Küstenstraße. Und das rottet da achtlos vor sich dahin, wenn es das nur richtig könnte. Bekanntlich braucht das Zeug ja einige Zeit seiner Beschaffenheit wegen, bis es im Plastikhimmel vollkommen ankommt. Versteht sich, dass bei dem vielen Plastik, welches gewiss auch mal schnell hie und da in die wenigen Flüsse und das schöne weite Meer vom Wind getragen wird, nicht unerwähnt bleiben darf, dass in Kaufhäusern oder einfachsten Geschäften auf Zypern mit Plastiktüten ganz freigiebig verfahren wird. Man ist schon fast versucht, seine Leinentasche Zuhause zu lassen. Wahrscheinlich outet man sich damit ausgerüstet zum Einkauf als Unverbesserlicher oder Störenfried etc.

Und doch ist der Gedanke an Umweltschutz offenbar auch auf Zypern noch nicht ganz totgeschlagen. Der Agrarminister, der auch für die Entwicklung der Provinz verantwortlich zeichnet sowie für die Umwelt, Herr Nikos Kouyalis, hat letztens die „medical waste management facility“ in Tseri eingeweiht. Die befindet sich in diesem Ort in der 42 Eleftheriou Venizelou Straße, wo die Medevents & Publishing Ltd. die sogenannte „Medwaste Treatment“ betreibt.

Nein, das ist keine verdeckte Geldwaschanlage, die Medwaste Treatment – soll es jedenfalls nicht sein. Man weiß ja nie. In Pafos und andernorts verstanden es schließlich auch einige Verantwortliche, die beauftragt waren, das Ding mit dem Abfall und/oder Abwasser zu regeln, noch ein bisschen und mehr in die eigene Tasche zu arbeiten. Die Verlockung ist halt so groß, wo das Geld doch so locker abhängt – wie beim Pflücken die Oliven am Olivenbaum; so stellt man sich das wohl besser vor. Manche Olivenbäume sind so alt auf Zypern, dass sie noch nicht mal gefällt werden dürfen.

Andere Verordnungen besagen, dass Geldwäsche von unehrlich verdientem Geld nicht – mehr – erlaubt ist, also zu Fall gebracht worden ist. Transparency International sagt so etwas jedenfalls. Die Transparency soll auch sagen, Zypern gehe dagegen am rigorosesten vor von allen – rigoroser als Deutschland, Großbritannien oder die USA. Bei sogenannten juristischen Personen sollen gar keine Hinweise auf Geldwäsche und dergleichen gefunden oder festgestellt worden sein auf Zypern. Die Kontrollen wurden auf der Insel (südlicher Teil) in den letzten Jahren hochgefahren, genauer seit 2013 – gemäß der zyprischen Wirtschaft, die anzog. Im Gegensatz zu den Jahren 2012 und/oder 2011, wo 215.000 € Strafe wegen Geldwäsche usw. bezahlt werden mussten, sind es nun so um die 170.000 €. Lediglich 1/5 der Fälle musste anderweitig bestraft werden (Knast usw.).

Die griechischsprachige, zyprische Sigmalive stellt am 12. 03. 17 dann aber in einem Artikel klar bezüglich Geldwäsche: „Daher sind gewisse unbegründete Anschuldigungen, die in manchen Fällen an verbale Verunglimpfungen erinnern [innerhalb der EU], ein Teil des [weltweit geführten] Wettstreits. Gewisse Befunde der Untersuchung [, teils oben angeführt,] legen dar, dass Zypern nicht auf der Liste der Steuerparadiese gelandet ist, welche die EU herausgibt.“ Insofern, so die Sigmalive weiter, sind solche Anschuldigungen fehl am Platz.

In welch feindlicher Umwelt man aber auch lebt auf Zypern. Alle wollen was von diesen friedliebenden Menschen, die doch eigentlich Opfer sind, Opfer der türkischen Besetzung von 1974 und eigentlich auch Opfer der Briten, zumindest etwas, die ja bekanntlich ihre Militärbasen auf der Insel haben und wahrscheinlich vorerst auch nicht vorhaben dürften, ihren Platz an der Sonne unweit von Afrodite zu räumen.

Nein, der Terrorist vor dem Parlamentsviertel in London letztens war kein Zyprer. Es soll ein Islamist gewesen sein. Zyprer machen so etwas wohl nicht, auch wenn gerade mal wieder Sprengstoff, Drogen und wer weiß noch was in einem Auto gefunden wurden – in Zusammenhang mit einem Fußballspiel. Davon wird bislang ausgegangen. Zu viele Zyprer leben schließlich auf den britischen Inseln und sind auch ansonsten in der westlichen Welt an guten Stellen immer mal wieder verankert. Ihr orthodoxer Gaube und Griechischsprechen hat das wohl vorrangig ermöglicht.

Und da sagt London doch so in etwa: Habt euch nicht so, ihr Griechischzyprer, und akzeptiert jetzt endlich mal die 4 Freiheiten, die die türkischsprachigen Nordzyprer stellen, um zum Abschluss der Wiedervereinigungsverhandlungen mit den Türken zu kommen!

So etwas bringt düstere Erinnerungen bei vielen Griechischzyprern hervor, welche die Engländer schon Mitte des vergangenen Jahrhunderts mehrfach verdächtigen mussten, eher den Türkischsprechern beizustehen. Ja, vielleicht wiederholt sich ja Geschichte doch. Denn wie die CYTATODAY sogleich schlussfolgert, haben die Engländer allen Grund, so etwas Unerhörtes in die Welt zu setzen. Denn sollte es zu einem Abschluss der Verhandlungen der beiden Teile auf Zypern kommen, stünd wohl auch die Position der Briten auf der Insel zur Diskussion.

Herr Nihat Zeybekci, türkischer Wirtschaftsminister, sagte vor ein paar Tagen beim Fernsehgespräch mit jungen Akademikern unter anderem, welches auf TRT1 ausgestrahlt wurde, dass sein Land und Großbritannien noch enger zusammenarbeiten werden. Beweis dessen sei unter anderem, dass die britische Premierministerin gleich nach dem Beschluss des Brexit ihren ersten Auslandsbesuch in die Türkei gelegt habe. Im Rahmen dieser Veranstaltung ermutigte Zeybekci seine Mitbürger bei dieser Gelegenheit, Technologie und Firmen im Ausland aufzukaufen, die profitabel und zukunftsweisend sind. Die Exim-Bank würde nahezu unbegrenzt Kredite zur Verfügung stellen und der türkische Staat würde sich finanziell an der Tilgung des Kredits beteiligen (Türkische Export Kredit Bank). Nun, es geht darum, meinte Zeybekci, die Türkei in einen Staat zu verwandeln, der als Produzent von Produkten noch stärker in Erscheinung tritt. Dass die Türkei vermehrt Investoren aus Malaysia, China und Japan anzieht, ist ein offenes Geheimnis und wahrscheinlich ein weiterer Grund, warum die EU zögert, drastische Maßnahmen gegen die Türkei zu ergreifen. Und diese Einschätzung der EU ist vielen viel zu opportunistisch und daher eher falsch. Denn die EU ist es ja, wird argumentiert, die seit Jahrzehnten von der Wertegemeinschaft, die sie darstelle, spricht. Dass die EU in Rom zum 60-Jährigen ihrerseits 2 „Gangarten“ sich vorgenommen hat, also, dass gewisse Staaten den Zusammenschluss miteinander innerhalb Europas zukünftig eventuell schneller vollziehen könnten als mit anderen, ist eine Maßnahme, die indes schon seit 20 und mehr Jahren angesagt war zur Rettung Europas nach Meinung maßgeblicher Ökonomen; nur ist sie zu diesem Zeitpunkt nicht gerade EU-zuversichtlich stimmend. Ganz im Gegenteil, eventuell. Nicht nur die Osteuropäer haben nun nämlich begründet Angst, abgehängt zu werden, sondern auch Länder wie Zypern, die ihr größtenteils hausgemachtes und durchaus, nach Ansicht vieler, auch willentlich aufrechtgehaltenes Problem der Spaltung nicht gebacken bekommen. Letztere dürften trotz angeblich guten Bilanzen und ökonomischem Aufschwung, an der Peripherie Europas noch ins Wanken geraten in einem zweigleisigen EU-Projekt, womöglich gar zu einem strategischen Spielball noch dezidierter werden, von denen es bereits in der Region eh zur Genüge gibt.

Anekdote am Rande: Dass Anastasiadis bei seinem Besuch in Rom zur gewissermaßen Neuauflage der Römischen Verträge durch die Mitgliedsstaaten der EU seinen Namen in offenbar riesengroßen Lettern verewigte, soll Kanzlerin Merkel einen kleinen Lachanfall beschert haben – und verdeutlicht durchaus, wie die Dinge in Zypern mental gestrickt sind. Nikosia-Süd erwartet derzeit, jeden Tag stellen Journalisten gespannt die Frage, ob Präsident Anastasiadis, wie einst Kleridis den Us-amerikanischen Präsidenten Clinton, Donald Trump bald treffen wird? Vom Selbstverständnis her ist die nicht ganz nachvollziehbare Dringlichkeit und positive Beantwortung dieser Frage offenbar von großer Wichtigkeit – eine weitere Trophäe, mit der es sich möglichst zu schmücken gilt? Herr Trump soll in der Vergangenheit sogar schon mal in Zypern gewesen sein – als Tourist. Nun, das Selbstverständnis vieler Zyprer beruht unter anderem auch darauf, dass Zypern für die EU ja schließlich DER Gewinn sondergleichen ist, siehe Energiesektor oder die Rolle als Mittler im Nahen Osten.

 Zur mentalen Befindlichkeit der Zyprer gibt es bei Amazon gute Lektüre von Herrn Kaisar V. Mawratsas, einem zyprischen Soziologen, der die mentale Befindlichkeit der Insulaner eingängig und trefflich ins Wort fasst: „Gesellschaft der Proleten“.

Dass das Selbstverständnis mental im Norden der Insel ähnlich vor sich hindämmert wie im Süden, mag manchem die neueste Forderung von Präsident Akinci sein, der fordert, dass die Anastasiadis-Regierung sich für ihr Fehlverhalten bei der Abstimmung im Parlament zur Einführung der Feier eines Enosis-Tages in Schulen entschuldigt, bevor er, Akinci, sich wieder an den Verhandlungstisch setzt. Und so lange werden dann wohl auch, oder noch länger, die 4 Freiheiten ein Thema sein vonseiten der Türkischzyprer.

Die EU hat aber schon wissen lassen, dass sie diese 4 Forderungen der türkischzyprischen Seite entschieden zurückweist. Das beruhigte Präsidenten Anastasiadis und seine Mitstreiter doch wirklich immens. Von denen da in Brüssel auch noch Eins aufs Dach zu bekommen, wäre nun wirklich nicht mehr auszuhalten gewesen. Dann hätte man sich womöglich noch mit Israel in irgendeinem schlecht vorstellbaren Staatenkonstrukt wiederfinden müssen?

Wie dem auch sei: die Manöver mit den Israelis sind heldenhaft beendet worden vor ein paar Tagen. Alle in der Region (Griechenland, Jordanien, Ägypten ausgenommen) haben gewiss gezittert vor Angst und Zypern–Süd glaubt nun wohl weiterhin, und das vorerst zurecht, mit diesem Rückhalt, in der Welt weiterhin Türen in ihrem Sinne aufstoßen oder aufhalten zu können.

Das ist gelungene Diplomatie!?

Also wirklich, dieser britische Außenminister Boris Johnson, na, der soll noch mal auf die Insel kommen! In New York ist er allerdings auf Anastasiadis getroffen, noch bevor das Investors-Ding für Zypern stattgefunden hat, doch scheint der ihn wegen seiner Vorstellungen, dass man sich auf die 4 Freiheiten einlassen solle, nicht angefahren zu haben. Hier ist leider nicht bekannt, was sich die Herren Johnson und Anastasiadis zu sagen hatten. Wahrscheinlich so in etwa das Übliche, wenn sie im vorherigen Belang nicht Klartext miteinander sprachen.

Obgleich: Das geht ja jetzt nicht mehr so richtig. Der Austritt der Briten aus der EU macht die zyprische Angelegenheit, sagen wir mal anstatt komplizierter, spannender; und das macht gewiss einige mehr Worte erforderlich, die über das üblich verwendete Vokabular hinausgehen dürften. Herr Anastasiadis ist im Englischen, nachdem, was die Bilder im Fernseher zeigen, recht wortgewandt. Die Grammatik sitzt, wie man sagt. Er wird sich doch nicht etwa in diese Gefilde begeben haben? Und warum erfahren wir nichts davon? Es wird schon rauskommen. Schon bald. Irgendwann wird die News herausgelassen.

Ja, ja: Es wird ja schon geliefert. Etwas Geduld, bitte. Die 4 Freiheiten, von denen die Rede war, beinhalten also:

A – dass nach der Wiedervereinigung alle Türken im Norden, also alle, den gleichen Status haben werden

B – dass Türken der Türkei sich einfach mal so auf dem wiedervereinten Zypern niederlassen können, und zwar ohne vorherige Bewilligung, ohne erforderlichen Beschäftigungsnachweis und ohne eine Zeitlang dort zuvor präsent gewesen zu sein

C – freie Bewegung sowie Niederlassung auf der Insel und Arbeitssuche. So erhalten Türken dieselben Rechte wie Bürger der EU

D – dass also auch Geschäfte überall für und von Türken eröffnet werden können, dass auch Studenten und Saisonarbeiter kommen und gehen können, wie es gefällt

Wenn diese Angaben der Philnews vom 13. 03. 17 so auch nur annähernd stimmen, habe etwas frei übersetzt, kann man zu den 4 Freiheiten doch eigentlich nur noch sagen: CHAPEAU! Die wären dann definitiv Kandidaten für Friede, Freude, Erdogan auf der Nord- und Südseite der Insel der Afrodite, die dann wohl schon bald das allgemeine Gedenken an sich mit einem osmanischen Sultan teilen müsste; was der Dame vielleicht nicht ganz widerstrebte, nachdem, was man so liest und hört über sie.

Also so geht’s ja nicht!

Ja, wo kämen die Griechischzyprer denn dann wohl hin?

Der arme Erzbischof! Ich sehe ihn jetzt schon weniger im Fernsehen oder mit Politikern, in seinen Fabriken und zukünftig noch öfters in einer der vielen Kirchen auf Zypern, um zu tun, was ein frommer Mensch nun mal hauptsächlich tut, beten.

Und wissen Sie, was auf dem Dokument, in dem die 4 Freiheiten formuliert sind, drauf gestanden haben soll der PhilNews zufolge: „Dieses Gesuch der Türkei ist nicht neu!“

Daraufhin ging dann auch am 11. März 2017 nichts mehr bei der JCC. Keine Überweisungen konnten mehr getätigt werden, es war, als seien die 4 Freiheiten schon im Anmarsch.

Scherz bei Seite.

Der Black-out bei der JCC hatte ziemlich sicher nichts mit dem Gesuch, die 4 Freiheiten für Türken auf der Insel zu berücksichtigen, zu tun. Ein Techniker bei der JCC ließ wissen, der Ausfall sei allerdings nicht die Schuld der JCC, sondern habe mit einer Überbelastung des Servers der Abteilung fürs Straßenwesen (τμήματος οδικών μεταφορών) zu tun.  

Nun, dieses Problem scheint vorerst gelöst zu sein.

Das Problem der etwas hohen Arbeitslosigkeit ist noch nicht gelöst. Im letzten Viertel des Jahres 2016 existierten 438.167 Personen, also 62,9% (68,2% männlich, 57,9% weiblich), die Arbeiten hätten können. Im Jahr 2015, waren es im selben Zeitraum 427.489 Personen, also 61,2%. Einer Arbeit gingen auf Zypern 374.651 Personen nach (68,1% männlich, 49,9% weiblich). Arbeitslos waren 55.516 Personen, also 12,9%. Als arbeitsfähig wird angesehen, wer 15 Jahre und älter ist. Von Menschen, die zwischen 15 und 24 Jahren alt sind, waren in Zypern 29,8% arbeitslos (22,5% männlich, 36,2% weiblich). Anscheinend haben davon 39,6% weniger als 6 Monate nach Arbeit gesucht. 16% suchten 6 bis 11 Monaten. 44,4 % müssen als Langzeitarbeitslose verbucht werden.

Das Zahlenmaterial kommt auf Grund einer von Brüssel vorgeschriebenen Erhebung zustande, die nach Vorschrift 577/98 des EU-Rates durchzuführen ist. Die Erhebung wurde in 3.800 zyprischen Hauseinheiten in allen Provinzen Süd-Zyperns durchgeführt. Das hat bestimmt etwas gestresst.

Die Türkei macht neuerdings auch wieder Stress. Sie ist dagegen, dass die Republik Zypern weiterhin nach Erdgas vor ihrer Küste sucht. Somit scheint die Aussicht, mehr Arbeitslose zukünftig von der Couch zu Hause herunterzuholen sich eventuell einzutrüben, bzw. eingetrübt zu verbleiben. Dass diese Angelegenheit des Streits um die Erdgasförderung noch längst nicht bereinigt ist für das EU-Mitglied Zypern, dafür dürften, wenn es dumm läuft, durchaus auch noch andere, und nicht nur die Republik Türkei sorgen.

 Fehlt also nur noch, dass wieder verhandelt wird zwecks Wiedervereinigung. Nicht falsch verstehen. Immer weniger Leute dürften damit rechnen, dass die Verhandlungen auch mal einen – wie soll man sagen – zivilisierten Abschluss finden, je länger sich das Ding zeitlich in die Länge zieht vor dem Hintergrund der Entwicklungen ringsum. Letzteres weist durchaus daraufhin, dass auf Zypern anstatt sich zu einigen, verhandelt wird, bis es knallt, also bis irgendein einschneidendes Ereignis dieses recht gut eingespielte ‚Spiel‘ beendet.

Wie auch immer das Ereignis aussieht, zu befürchten bleibt, es könnte eher ein etwas wenig zivilisiertes Aussehen haben. Ende April 2017 werden sich voraussichtlich Unterhändler, oder wie man sie besser nennt, treffen und dann wird die Leier der Wiedervereinigungsverhandlungen wahrscheinlich wieder von Neuem los- oder weitergehen – sollte Akinci auf seine Entschuldigung bestehen und sollte Anastasiadis sich entschuldigen.

Wie hier bereits erwähnt worden ist – auch in anderen Beiträgen -, hat der türkischzyprische Präsident Akinci auch ein Problem damit, dass in südzyprischen Schulen plötzlich wieder ein Erinnern an den Enosis-Tag eingeführt werden soll – ganz zu schweigen vom eher selbstherrlich vorgetragenen Anspruch Nikosia-Süds bezüglich der „Reichtümer“, die im Meer vor der Insel liegen.

Wir hier auf Zypernundmehr bleiben dabei: Das Abstimmungsergebnis im Parlament der Republik Zypern, um ein Erinnern an die Vereinigung mit Griechenland (Enosis) von Schülern wiederzubeleben, welches mit Hilfe der Regierungspartei nur zustande kommen konnte, ist nicht nur sehr fragwürdig, sondern bereits eher alarmierend.

Präsident Anastasiadis dreht seither Schleifen in der Welt, um alle davon zu überzeugen, dass es mal wieder die Türkischzyprer sind, die nicht verhandeln wollen, doch auch wenn der zyprische Nationalrat nachträglich „anonym“ bekundet bzw. beschließt, dass Enosis, also das Zusammengehen mit Griechenland Zyperns, nie wieder Thema sein wird, ist das wenig vertrauenseinflößend für Türkischzyprer. Dies, zumal jeder weiß, dass das Wort in Nikosia-Süd nicht immer gehalten wird. Es ist einfach schon zu oft der Fall gewesen, dass dem so war.

Und in diesem Zusammenhang ist die recht gewagte Forderung der 4 Freiheiten durch Nordzypern auch zu sehen. Außerdem ist zu vermuten, dass Nikos Anastasiadis bereits Wahlkampf betreibt und ihm der Affront mit dem Norden gerade zu Pass kommt. Zwar hat man 22 Monate Verhandlungen hinter sich. Und wenn Eide, der Sondergesandte der UN für Zypern, davon spricht im Zusammenhang mit dem Enosis-Gedenken in Schulen, dass diese Angelegenheit „außerhalb der Verhandlungen“ sei, hat er sich derart einmal mehr, wie eigentlich alle seine Vorgänger es auf ihre Weise taten bei der UN, ersichtlicher auf die Seite der Griechischzyprer gestellt.

Er ist parteiisch und nichts Anderes ist eigentlich zu erwarten in einer Welt der Double-Standards. Leider ist das Ding inzwischen sehr offensichtlich geworden für viele, scheinbar überall. Nicht umsonst schreit Erdogan neuerdings unverblümt von „Faschismus“, der ihm begegne – „Rassismus“.

Nur so viel dazu: Recht dumm von Präsident Erdogan, die Dinge so zu benennen, wie er es tut. Von Double-Standards zu sprechen, wäre wirklich ausreichend. Hörte sich einfach diplomatischer an. Und noch das:

Ja, die Politiken Herrn Erdogans und Co sind nicht weiter zu unterstützen. Er läuft geradezu in Richtung Diktatur namens Türkei. Es gilt daher, den Handel und die Zollunion der EU mit der Türkei besser gleich als später größtenteils auszusetzen, wenn man glaubwürdig erkennen lassen will als EU, dass man nicht an einem neuen kriegerischen Brandherd interessiert ist und seine WERTE wirklich meint. Es scheint inzwischen eventuell schon egal, ob Erdogan die Verfassungsreform durchbringt oder nicht – ein Konflikt steht bevor, der allerdings gemäßigt werden kann, noch kann man das veranlassen. Der türkischen Bevölkerung wird es allerdings mittelfristig nicht egal sein, ob der kurze ökonomische Höhenflug des Landes und die relative Sicherheit (vorwiegend im Westen der Türkei und den ersten 8 Regierungsjahren der AKP) nur ein Intermezzo ist oder war oder ob dieses Land ENDLICH dahin gelangt, wo Erdogan es voraussichtlich vergeblich verspricht hinzubringen. Der Kleptokrat Erdogan und sein Anhang müssen gestoppt werden und seine Flucht nach Pakistan oder Qatar jetzt schon unterbunden werden – auch wenn Mubarak in Ägypten skandalöser Weise wieder auf freiem Fuß sein darf seit letzter Woche. Unerhört! Und mit solchen Regimen macht die EU Geschäfte und die BRD zeichnet noch immer Verträge mit dem Ägypter SISI, wie vor kurzem wieder geschehen.

Auch das ist die Aufgabe von guten Freunden, als die sich die EU zuweilen ausgibt, zu kritisieren und der Kritik auch spürbare FOLGEN zukommen zu lassen – auch Deutschland ist da in der Pflicht. Und das Szenarium Brandherd Türkei ist allemal düsterer als vielleicht nochmals 2 oder 3 Millionen Flüchtlinge aufzunehmen, die Zuflucht in Europa suchen. Und die wirtschaftlichen Beziehungen mit der Türkei temporär einzufrieren und vielleicht auch mal gerechter zu gestalten, wäre wirklich von Nöten – denn der, wie Zeybekci auf seine Art sagte, Knebelvertrag der Zollunion der Türkei mit der EU, sei für die erstere nicht weiter so fortzuführen. UNMÖGLICH.

Letzteres, also gerechtere Verträge aufzusetzen und ein klares STOP-Zeichen zu setzen, wäre durchaus auch eine humanistische und eher keine kriegerische Maßnahme. Doch das heißt nicht, dass man bei Demonstrationen, wie geschehen vor ein paar Tagen in Bern auf dem Parlamentsplatz, Plakate ungehindert durch die Straßen tragen lässt, die zum „Mord“ Erdogans aufrufen. Und da ein Revolver in Richtung des auf dem Plakat abgebildeten Kopf Erdogans zu sehen ist, wo darunter „Kill Erdogan“ steht, kann kein Mord auf diplomatischem Parkett gemeint sein, sondern „Mord“. UND DAS GEHT ECHT ZU WEIT. Haberler.com meldet am 28.03.17, dass die anarchistische Devrimci Gençlik Bern dafür verantwortlich ist. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, bislang ohne Verhaftungen vorgenommen zu haben, beklagt die Haberler.com.

Dass Erdogan, abgesehen von der Todesstrafe, die er durch Referendum eventuell wiedereinführen lassen will, auch über den Beitritt zur EU abstimmen lassen mag, erscheint aus erdoganscher Sicht gewiss folgerichtig – auch wenn die Schweiz nicht zur EU gehört, aber indirekt halt doch schon irgendwie.

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Trump ist politisch am Taumeln, eigentlich auch Erdogan; und dies trifft auch wirtschaftlich zu. Beide könnten sich als letzten Strohhalm an kriegerischen Auseinandersetzung im südöstlichen Mittelmeer über Wasser halten wollen (Russland, Großbritannien). Es ist auch daher höchste Zeit, dass der Opposition in der Türkei ersichtlich eine Chance gegeben wird von der EU, der demokratischen Opposition im Lande, und deshalb: größtenteils aussetzen des Handels und der Zollunion mit der Türkei, now, plus gerechteren Verträgen!!!

Dass die Republik Zypern nicht spürbarer auf die Bedürfnisse der Türkischzyprer eingeht, hat eben auch solche Forderungen wie die angesprochenen 4 Freiheiten zum Ergebnis, was den Stand der Dinge recht trefflich reflektiert auf seine Weise. Die instabile gesellschaftspolitische Lage auf Gesamtzypern gibt nicht nur Anlass zu Verschwörungstheorien der Art, dass das Versagen beim Verhandeln von langer Hand von gewissen Mächten geplant sein soll, sondern sie bietet vor allem ein Einfalltor oder Austragungsort für alle unerwünscht möglichen Entwicklungen, die sich bereits abspielen in der Region. Und da hilft auch nicht, dass sich anscheinend der Papst in Rom zu Wort meldete. Anscheinend hat der den Türken geraten, mit NEIN abzustimmen. Offenbar können türkische Staatsbürger auch in Italien ihre Stimme abgeben, was nun auch in Deutschland seit 2-3 Tagen der Fall ist. Erdogan schimpft entsprechend und meint zur abgegebenen Meinung des Papstes: „Da zeigt sich das Wesen der Kreuzritter gegen die Muslime aufs Neue!“

Insofern ist es recht unklug von der Republik Zypern, sich diesen ‚Luxus‘ zu leisten und darauf zu bauen, dass im Ernstfall jemand in Brüssel, Washington oder Moskau sich zu ihren Gunsten regen wird, wenn beispielsweise der Norden Zyperns für die Republik Zypern als zugehöriger Teil für eventuell länger als die bereits verstrichenen 40 und mehr Jahre weiterhin ‚verloren‘ gehen wird!

Die letzte Meldung, die hier reinflatterte und so in etwa von Belang sein könnte, zu dem, was bislang geschrieben steht: Anastasiadis und Akinci werden sich nun doch schon früher als von Akinci angekündigt, treffen. Den kommenden Sonntag wird es so weit sein. Akinci lässt vorweg wissen, dass das ein Treffen (2.April) sein wird, welches nichts mit den zuvor geführten Wiedervereinigungsverhandlungen direkt zu tun hat. Man trifft sich lediglich zum Lunch und um auszuloten, ob man sich noch einig werden kann, um dann eventuell ein Treffen im Rahmen der genannten Verhandlungen anzuberaumen.

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Zypern und mehr

Erfreulich, dass die Schweizer sich der „Durchsetzungsinitiative“ der SVP, der ganz besonders schweizerischen Partei der Schweizer, widersetzten. Ein Staat mit einer Polizei, die eine Sonderverfügungsgewalt eines Richters in manchen Fällen ausüben könnte, konnte vorerst noch gestoppt werden, indem die Mehrheit der Schweizer (62%), die an der Wahl teilnahmen, entsprechend stimmten.

Eine gewisse Rechtsstaatlichkeit ist in der Alpenrepublik also noch gewährleistet.

In der Türkei müht man sich, wahrscheinlich redlich, so etwas wie Rechtsstaatlichkeit aufrecht zu halten. Dem Präsidenten der Türkei, Tayyip Erdogan, gefällt aber nicht, was das höchste Gericht, ohne seine Zustimmung, beschlossen hat. Journalisten, die seiner Meinung nach „Spionage“ betrieben hätten, sind nun wieder auf freiem Fuß und werden, welch erdoganscher Schreck, gewiss nun erst Recht gegen ihn Arbeiten und Recherchieren.

Wie in der Philenews. Com aus Zypern bereits am 15. 02. 2016 gelesen werden konnte, kriegt Erdogan von Brüssel mehr oder minder alles hinten rein gesteckt. Sogar das Kapitel 17 der Beitrittsverhandlungen mit dem schwierigen Nachbarn der Zyprer will Jean Claude Juncker öffnen. Juncker verstecke sich hinter den Anordnungen Frau Merkels, der deutschen Bundeskanzlerin, behauptet die Philenews.

Die Kanzlerin war gestern Abend im Interview bei Anne Will im ARD und ist morgen in Freiburg im Konzertsaal. Irgendwie gab sie sich beseelt von der Idee, den bockigen Balkanstaaten ihre Sicht der Dinge durch Beharrlichkeit schmackhaft machen zu können. Leider braucht sie dazu die Türkei im Boot. Die ist aber schon beim letzten Treffen der EU-Riesen nicht in der Lage gewesen, teilzunehmen – Bomben in Ankara. Der Anschlag hielt den Ministerpräsidenten Davutoglu ab, Präsenz zu zeigen. Das war ihm gewiss recht, weil Frau Merkel nun mal auf Kohlen, ganz heißen Kohlen sitzt und so zu weiteren Zugeständnissen getrieben werden kann. Doch nicht nur sie sitzt auf solchen Kohlen.

Die Republik Zypern erzürnt, unter anderem, dass Erdogan in Brüssel fordert, die Zollvereinbarungen mit der EU zu Gunsten der Türkei zu sichern. Und das, wo Ankara sich noch immer wehrt, die Republik Zypern überhaupt als Staat anzuerkennen, die ja schließlich seit 2004 ein Mitglied der EU ist. Man kann nicht behaupten, Brüssel würde sich um Zypern als Ganzes so bekümmern wie um den Verbleib Großbritanniens in der EU. Ähnlich dürften die Klagen Griechenlands sein, das jeden Tag Gefahr läuft, dass gewisse Kreise Anschläge auf Flüchtlinge durchführen.

Das die Aufmerksamkeit Brüssels eher woanders ist, schmerzt gewisse Eitelkeiten und Befindlichkeiten der Griechen, aber auch der Zyprer, die schließlich demnächst mindestens genau so wichtig, und noch wichtiger sein werden wie die Briten. Denn sie zeichnet au: Erdgas, Erdöl, dicke Kontakte mit Israel, Schlichter der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten zu sein, Brücke nach Afrika und den Kaukasus, Sonderbeziehung zu Russland, Freund der Serben und Franzosen usw.

Die Briten sollten eh darum bangen, dann, wenn es so weit ist, dass die Größe und Wichtigkeit Zyperns in Europa erkannt wurde, ihre Militärbasen auf Zypern halten zu dürfen. Noch ist das kein offizielles Thema, doch alle wissen von diesem Thema, welches in einigen zyprischen Köpfen rumort.

Noch mehr Profil hätte die Regierung in Nikosia vor kurzem zeigen und entwickeln können, als eine gambianische Delegation vorgefahren kam, um den neuen Botschafter zu akzeptieren. Die feinen Pinkel im noch feineren Zwirn hätte man mal darauf aufmerksam machen können, und zwar aus rein diplomatischen Erwägungen, anstatt sie mit netten Worten einzuseifen sowie womöglich Möglichkeiten zur Geldanlage auf Zypern zu offerieren, die Flucht ihrer Jugend nach Europa endlich zu unterbinden. So weit bekannt, werden dieselbe von Banjul nicht angenommen, zurückgeschickt aus Europa. Wichtiger ist jedoch, dass mal jemand wie die Republik Zypern endlich klar und öffentlich den Affront wagt und dem gambianischen Halbgott Herrn Prof. Dr. … Jammeh ENDLICH erklärt, dass das Menschenrecht auch in seiner islamischer Republik gilt.

Das Regime in Gambia ist inzwischen nicht nur Menschen verachtend, sondern auch richtig gefährlich, und zwar für alle Beteiligten. Eine Brutstätte des islamistischen Terrors ist Gambia, weil den Bewohnern gar keine andere Alternative gelassen wird – außer nach Europa auszuwandern oder in den Gihad irgendwo zu ziehen. Viele werden es hier in Europa vermutlich nicht schaffen, sich von den alt eingeschliffenen Traditionen irgendwelcher halbgebildeter Prediger in der Heimat, im Denken und Handeln zu lösen. Das kommt einem im Gespräch mit einigen jungen Gambianern jedenfalls jetzt schon als Frage in den Sinn. Nahezu alle gambianischen Flüchtlinge hier in Deutschland leben auch daher in einer viel zu schizophrenen Realität: westliche Lebensweise versus alten Traditionen, die, wie bereits gesagt, aufgrund der verheerenden sozialen und politischen Lage in Gambia dort schon seit Jahren in Richtung extreme islamistische Formatierung der Bevölkerung tendiert. Viele dieser Leute sind Analphabeten und die Handelskammer berichtet bereits, dass zwei Drittel der Asylsuchenden, die in eine Lehre gehen, dieselbe abbrechen. Das schnelle Geld lockt, denn die Not der Angehörigen back in IRGENDWO ist wahrscheinlich groß.

Was manche Gambianer angeht, verwirrt ihr widersprüchliches Äußeres, welches oft vorspiegelt, ein cooler, junger Mensch mit westlich geprägter Denkstruktur sitzt vor einem. Vielleicht entsteht der Eindruck wegen der Bilder, die die Musikindustrie verbreitet in Musik-Clips etc. Doch hört man genauer hin, klingt da recht oft Frauen,- Homo, Bildungs-, Tierrechtefeindliches ans Ohr – und auch Rassistisches.

Ihr Wissen über den Islam ist meist sehr rudimentär. Was sie als Glauben deklarieren, sind offenbar eher (extreme) Positionen oder Ansichten irgendwelcher Dorfprediger, die behauptet haben, Dies und Das stehe so und nicht anders im „Heiligen Buch der Muslime“.

Ähnlich von der Richtung her könnte die Entwicklung auch im Norden Zyperns verlaufen, wenn die Wiedervereinigungsverhandlungen – mal wieder – ins Nichts verlaufen. Europa und die Republik Zypern

wurden auch auf Zypernundmehr-News schon mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass eine Islamisierung des NORDENS im Gange ist. Die Kibris Postasi schreibt im Februar 2016 bereits von „Glaubens Tourismus“, der ausgebaut gehörte. Und daher sollte das Grabmal namens „Kirklar Türbesi“ restauriert werden. Verantwortlich für die Pflege und Aufsicht des Grabes ist die „Sucuoglu Vakiflar (Stiftung). Das Ding soll dann unter „Alternativ Tourismus“ laufen.

Durchaus eine interessante Alternative, nur unterscheidet sich der Vorschlag Herrn Faiz Sucuoglu, derzeitiger Tourismusminister im Norden Zyperns, von dem, was man ansonsten unter „Alternativ Tourismus“ versteht.

Letzteres ist also etwas problematisch, auch, da wie die Entwicklung der Türkei anschaulich zeigt, seit Erdogan und sein Vorgänger Erbakan die politische Bühne der Türkei dominieren, dass das Land langsam, ja schon fast schleichend gleichzeitig auch immer extremere Züge verpasst kriegte von einst sogenannt gemäßigten Islamisten.

Der Ägypter Mursi, der von SISI aus dem Amt als Präsident des Landes getrieben wurde, hatte sich zwar die Türkei zum Vorbild genommen, doch war er viel zu eilig unterwegs. Er erließ neue Gesetze in besagte islamistische Richtung derart unerwartet schnell und leider offensichtlich extremistisch, dass sogar der dahin dämmernde Westen aufschreckte, woraufhin ja auch SISI an die Macht in Kairo kam – ein gefügiger, kalter Militär im Gewand eines Zivilisten.

Dass Zypern im Verbund mit Griechenland und Israel sich den Herrn SISI etwas zur Brust nehmen, ist nicht das Schlechteste. Sogar die Botschafterin der Republik Zypern in Israel, Frau Thessalia Sampos, steht in der zyprischen POLITIS vom 10. Februar 2016 geschrieben, meint, Zypern spielt eine stabilisierende Rolle in der Region. Sie muss es wissen, wo sie doch ihre Diplomarbeit zu diesem Thema geschrieben hat.

Vor den bevorstehenden Entwicklungen und Unruhen in Algerien, Libyen sowieso, reicht Israel als Standbein des Westens in der Region schon längst nicht mehr aus. Im Gegenteil. Das westliche Standbein namens Israel gehört so grunderneuert wie der Iran, auch, um den Irak und die Türkei einigermaßen beruhigt zu halten – und wir haben noch gar nicht von Syrien geredet, dem Jemen und Saudi Arabien etc. Sprechen wir doch von Tunesien. Der Westen sollte – so wie man Israel installierte – sich Tunesien bestens gestern schon gegriffen haben, um einen Standpunkt dort zu haben. Also einen, den man, wie Merkel mal zuweilen meint, „kompromisslos unterstützt!“

Selbstverständlich ist Zypern viel zu klein, um überall einen Fuß drin zu haben. Man sollte sich also entscheiden, wo es denn angebracht ist, sich einzubringen. Es ist gewiss Zeitverschwendung, sich mit den Folterern und Kriminellen in Gambia groß ins Benehmen zu setzen. Solche Gelegenheiten eines Botschafterwechsels gehören besser genutzt, wie angesprochen, um sich anderen Playern in der unmittelbaren Nachbarschaft eindrücklicher zu empfehlen.

Einheitsbrei hilft nicht, wenn man so klein wie Zypern ist, und schon gar nicht dann, wenn man eigentlich eine ganz hohe Meinung und Ansehen von sich hat! Es gilt, hin und wieder aus der Masse herauszustechen.

Zypern führt mit den USA demnächst Manöver auf See durch. Mit Ägypten wird man zukünftig auf militärischem Gebiet zusammen arbeiten. Der Iran bereitet sich darauf vor, auf schulischem Gebiet (Unis etc.) mit der Republik Zypern einen Austausch zu betreiben. Verträge wurden bereits unterzeichnet. Auch im Hafen und bei der Erdgasförderung scheint man sich den Iran warm halten zu wollen.

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AUSBLENDEND GEBLENDET!

Den ersten Advent haben wir nun also auch überstanden. Ein Kerzlein aber dennoch angezündet. Es blendet halt nicht so. Bald wird Neujahr sein und Feuerwerk wird kurzzeitig den Himmel verblenden; und danach werden wohl die Paar Milliarden Euro an die Türkei überwiesen.

Geht‘s noch?
Das fragen sich zurecht viele hier in Deutschland.

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Wer sich den Wertegang der Türkei unter Tayyip Erdogan ansieht, wird unausweichlich verstehen, dass es nicht sein kann, sich von der türkischen Erpressung (Flüchtlingsstrom) erdrücken zu lassen. Außerdem ist absehbar, dass Ankara sein Versprechen nicht halten wird, Flüchtlinge im Land aufzuhalten und ausreichend genug zu versorgen. Außerdem gibt es noch andere Wege nach Europa zu kommen, zum Beispiel über Russland oder von Libanon, Ägypten und Syrien nach Zypern oder Kreta.

Tayyip Erdogan, in anderen Worten, kommt der gestern abgefasste Deal mit der EU, mehr als gelegen. Denn die ungeliebten Flüchtlinge werden zukünftig andere Routen einschlagen, wenn die Türkei anfängt, ihren Job zu machen, und folglich werden die Paar Milliarden Euro aus Brüssel und andere Zugeständnisse der EU an Ankara sich mehr als auszahlen für die Türkei: ungestraft Querdenker im Lande einbuchten, Kurden im eigenen Land und über die Grenzen hinaus zu bekämpfen, mit dem sogenannten Islamischen Staat Schmuddel-Kuddel-Geschäftchen machen, Zypern unter der Fuchtel halten, Russland dazu benutzen, den Westen dazu zu bringen, nach Ankaras Pfeife zu tanzen, Iran aus vordringlich ideologischen, also religiösen Gründen so zu schneiden, dass das Saudi Arabien weiterhin am Leben hält. Die Saudis sind einer der despotischen Staaten, die eigentlich ganz gut finden, was Erdogan in der Türkei als Demokratie seit geraumer Zeit auflegt.

Und dann ist da noch dieser Einsatz der BRD in Syrien, der demnächst erfolgen soll. Was hier noch nicht ganz begriffen wird, ist, warum bombardiert man IS-Stellungen sonst wo, wenn deren Führung wo anders sitzt. Der Fisch stinkt doch vom Kopf her zuerst?
Und dann die gleichen Ziele, die die Beteiligten beim Bombardieren Syriens verfolgen. Die erinnern sehr an die Strategie, die in Sachen Umgang mit der Türkei im Schwung ist – nicht durchdacht. Das einzige Ding, was einigermaßen verträglich rüber kommt am geschlossenen Deal mit der Türkei, ist, dass Türken ab Oktober 2016 erheblich leichter ein Visa zum Besuch oder Aufenthalt der EU-Staaten erhalten sollen können.

Bis dahin fließt aber bekanntlich noch viel Wasser den Rhein herunter – vor dem Hintergrund der kurzsichtig gefällten Entscheide in Brüssel alle Male.

So wie die Dinge zu laufen scheinen, man weiß ja nie, wird eine Wiedervereinigung Zyperns in weite Ferne gerückt. Niemand in Brüssel sagt hörbar, dass die Zypernfrage zu lösen ist, bevor der Türkei solche Zugeständnisse gemacht werden. Sogar Anastasiadis, der zyprische Präsident, scheint zu verstummen, nur weil er nicht erkennt, dass eigentlich seine Chance gekommen war gestern, genau dagegen hörbar in ganz Europa zu rebellieren. Warum tut er das nicht?

Hier wollen wir uns daher erlauben, in die Welt der Spekulationen uns vorzuwagen. Und da diese Welt unglaublich groß und weit ist, besehen wir uns die Dinge mal etwas aus russischer Sicht:

Der Türkei hat Russland nun Sanktionen erteilt, wegen dem Abschuss des russischen Kampfjets über dem syrisch-türkischen Grenzverlauf. Dass die Türkei sich einen solchen Akt überhaupt herausnimmt, kann nur unter Anweisung der USA erfolgt sein oder aus Größenwahn. Wir gehen hier mal von Zweiterem aus. Zufällig gibt es Krimtartaren und andere aus dem ehemaligen Sowjetreich, die in Syrien gegen Assad und die Kurden kämpfen und vor allem gegen Russland. Kann gut sein, dass deren Anzahl groß ist, doch nicht so hoch, dass nun die Gefahr bestünde, sie könnten in Zentralrussland zukünftig großen Schaden anrichten. Doch: Wehret den Anfängen! Diese Lektion scheint der ehemalige Geheimdienstler Putin scheinbar gelernt zu haben.

Und auch daher engagiert sich Moskau nun prononciert in Syrien. Zwar wird im Westen von erfolgreicher Isolation Russlands gesprochen wegen der Vorfälle auf der Krim, doch die Angelegenheit hat sich vielen Beobachtern schon längst anders erschlossen: Der Westen, voran die EU, sind bis über die Ohren von den Politiken des Kremel abhängig. Putin hat zu viele Handlungsoptionen und die EU ist zu uneins und zu träge, sodass die Politik der kleinen russischen Stiche wirklich Früchte trägt – wie die bevorstehende Schein-Aufnahme der Türkei in die EU bestätigt, die gestern scheinbar ausgehandelt wurde.

Niemand als Putin weiß besser, dass mit Erdogan nicht gut Kirschen zu essen ist – eben weil sich beide in gewissen Charakterzügen gleichen. Sie unterscheidet, dass ein Großteil der Russen zum einen an Demokratie nach Maßgabe Putins schon seit langer Zeit gewöhnt ist und vermehrt sieht, dass der Wirrwarr in der EU weltpolitisch wenig Überlebenschancen haben dürfte; wohingegen in der Türkei die Hoffnung, der EU doch noch angehören zu können, nagt. Letzteres Sentiment bediente gestern Davutoglu, der Ministerpräsident der Türkei, als er in Brüssel vorgab, wie der Hase zu laufen hat. Verhandelt haben die da eher nicht. Alle Beteiligten wissen jedoch, dass diese angeblich ausgehandelte Annäherung in Zukunft noch viel Kopfzerbrechen bereiten wird. Und Erdogan ist klug genug, zwischenzeitlich sein merkwürdiges Imperium aufzubauen.
Dieses Imperium zu zerschlagen, dürfte sich irgendwann schwierig gestalten – je länger man es stützt und beim Wachsen zuguckt. Kann aber gut sein, dass die Spitzen der EU über Informationen verfügen, die beispielsweise besagen, dass Erdogan eh aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes nicht mehr all zu lange herumkaspern wird. Dumm nur, dass er sich einen Stab erschaffen hat, der gerade Unterricht in Sachen politischem Poker erhält und nach seinem Ableben so oder ähnlich weitermachen könnten. Erdogan pokert hoch und bislang kommt er damit durch. Auch weil Russland ihn gewähren lässt. Weil Russland weiß, dass dieser Nato-Bündnispartner nicht nur Zypern der EU noch immer vorenthalten kann, sondern sogar die Werfe hat, in Brüssel Geld einzusammeln, und zwar dafür, dass er, der Beitrittskandidat zur EU, sich absolut unsolidar verhält und Flüchtlinge massenhaft in Richtung Norden mehr oder minder durchwinkt. Das nennen wir Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für die vielen türksichen Arbeitslosen – vielleicht nach türkischer Art?

Immerhin bleibt den Zyprern vorerst erspart, wenn es richtig verstanden wird, dass das Atomkraftwerk, welches die Russen in der Türkei unweit der Küsten Zyperns errichten sollen, vorerst auf Eis gelegt wurde. Auch die Zahl der Touristen aus Russland und derer, die sich auf der zyprischen Insel niederlassen von ihnen, wird wahrscheinlich zunehmen. Der Rubel rollt also. Und wie in der gesamten EU werden auch in Nikosia kurzfristige oder kurzsichtige Brötchen gebacken. Vielleicht ist diese Art Politik in einer anscheinend beschleunigten Welt wirklich die bessere Wahl?!

Es darf also mit Spannung erwartet werden, wo Putin den nächsten Nadelstich anbringt. Man hat ihn schließlich dazu herausgefordert, als man einen Raketenabschirmgürtel, oder was genau es ist, unbedingt um Teile des Territorium Russlands glaubte legen zu müssen. Und dabei war gerade alles auf einem guten Weg zwischen Ost und West. Wer den Europäern diesen Blödsinn eingegeben hat, wird vielleicht nie so wirklich in der Öffentlichkeit ausgeplaudert werden.

Um die Spekulationen zu komplementieren: Wundern würde hier niemanden, wenn das von Minderwertigkeitskomplexen getriebene Frankreich beim Abnicken dieses Gürtels vordringlich die treibende Kraft gewesen ist. Überhaupt hat Frankreich eine noch wankelmütigere Rolle in der Außenpolitik angenommen, nämlich die derjenigen Macht, die plus zu minus und minus zu plus oder ja zu nein und nein zu ja in allen erdenklichen Situationen ad hoc sozusagen dreht – und drehen kann. Für Putin und seine Crew sind die Franzosen auch daher ein wunderbar geeignetes Tool, mit dem so ganz im Verborgenen und super geheimen, global versteht sich, Supermacht gespielt werden kann.

Machiavelli lässt grüßen beim Spiel: Wer ist der größte Blender?

Leider gibt es bei diesem durchaus unterhaltsamen Spiel oder Zeitvertreib die sogenannten Kollateralschäden. Einer wird gerade heute in Paris voraussichtlich legalisiert werden: 2,7 Grad Erderwärmung. Juckt niemand, außer diejenigen, die einen Wert unter 2,0 Grad bräuchten, weil sie ansonsten kläglich absaufen oder ausdörren und dergleichen. Die nächste Flüchtlingswelle steht also an – doch die wird vorerst ausgeblendet!

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Wasser für Zypern?

Den deutsch-türkischen Literaten Perinçi kenne ich noch nicht. Dass er nun belangt werden soll, für das, was er bei der Demonstration oder Veranstaltung der Pegida in Dresden gequasselt hat, verwundert etwas – wenn man sieht und hört, welche Witzchen in den Fernsehkanälen nahezu allabendlich abgelassen werden, die zuweilen auch recht krass sind. Die sind die nächsten Kandidaten in Sachen „Volksverhetzung?“

Dieses Wort – Volksverhetzung (Inquisition?) – führt mich unweigerlich in den Schulunterricht, 6. Klasse oder so, wo ich über diesen Begriff nicht zum ersten, sondern zum zweiten Mal gestolpert bin im Leben. Beim ersten Mal war zuhause, meine Eltern im Gespräch mit Gästen über Erlebnisse in der „Hitlerzeit“ und die sogenannte Säuberung in den Anfängen der neu entstehenden BRD.
Damals kapierte ich die Dimension, die sich hinter diesem Wort aufmachen kann, eigentlich so wenig wie in der 6. Klasse, als der Lehrer davon sprach und versuchte zu erklären, was ich eigentlich bis heute zwar verstehe, aber mir nicht vorstellen kann so recht, nämlich, wie das bloß funktionieren kann: Jemand sagt oder tut etwas, dass ein ganzes Volk dazu aufhetzen soll, also anstachelt das Hirn auszuschalten, um etwas zu tun, was als unschicklich, gefährlich usw. eingestuft wird – ‚oben‘.
Dass so etwas wirklich funktioniert, ist mir wirklich schleierhaft, doch im Hinblick auf die NS-Vergangenheit im Lande namens Deutschland, sowie die sich merklich verengende Meinungsfreiheit in diesen Tagen (Vorratsspeicherung u.a.), die einstigen Idole aus der Jugend, deren Sprüche einem heutzutage etwas hohl und seltsam vorkommen etc., damals jedoch schon fast Leitlinien im Leben wurden, sollte es weniger verwundern, dass es solch ‚Verblendungen‘ wirklich gibt.

Die da ‚oben‘ indes verhökern, wie zu lesen ist, noch immer Kriegsmaterial nach Syrien (Badische Zeitung 21.10.2015). Nach Israel wird das Zeug sowieso verkauft, anscheinend egal, was dort abläuft, wie man sagt. Daran sollen wir uns ja bereits gewöhnt haben – Saudi Arabien, Kuwait, Katar in den Irak etc. Das kurbelt die Wirtschaft im Land der Saubermänner und Sauberfrauen á la VW, DFB, Siemens … wirklich sauber an – im Land der Deutschen Bank. Die Exportweltmeisterschaft geht also weiter, ungefähr so wie der gut erkennbare Drang seit Anfang der Industrialisierung, noch immer möglichst Weltmeister überall sein zu wollen: im Sport, in der Wirtschaft, Wissenschaft usw.

Hurra!

Ist das Waffenverkaufen in Kriegsgebiete, an Despoten, nun auch endlich mal Volksverhetzung, was es doch eigentlich auf seine Weise ist, oder ist es gar volksverhetzend, solche Dinge wie gerade geschehen in den Raum als Frage zu stellen?
Man weiß ja nie. Die Gesetze ändern sich neuerdings so schnell – schon fast unmerklich. Irgendwie ist das Muster aber bekannt – komischerweise hat schon manch unliebsamer Fragesteller plötzlich den Löffel abgegeben – „Unfall!“

Gerade besetzen Flüchtlinge eine der britischen Militärbasen auf Zypern. Man darf gespannt sein, wie viele der Besetzer von Großbritannien als Flüchtlinge aufgenommen werden – wer sich letzlich zuständig fühlt. Dass da niemand vorher draufgekommen ist! Heikel an der Angelegenheit ist, dass Kampfjets von einem oder beiden Militärbasen der Briten auf Zypern gen Irak und Syrien unterwegs sind, um die IS zu bombardieren.

Wie dem auch sei: Zypern ist nun wohl so manchem der Fels in der Brandung neuerdings. Es verweigert sich wahrscheinlich noch immer dem Druck, den Merkel in der Türkei mit einem weiteren, zukünftigen Despoten ausgehandelt und aufgebracht hat. Nikosia ist nämlich dagegen, gewisse Kapitel bei den Verhandlungen zur Aufnahme der Türkei in die EU zu opfern, zu öffnen, nur weil die BRD etwas spät erkannt hat, dass gewisse Politiken gewisse ‚Früchte‘ tragen – in diesem Fall Flüchtende nach Deutschland bevorzugt.

Ein bisschen übersetzen, hilft gewiss, in diese zuletzt genannte Angelegenheit noch etwas mehr Einblick zu gewähren. Heute wird Ihnen dazu etwas aus der zyprischen Fileleftheros-Tageszeitung vom 21. 10. 2015 ins Netz gestellt. Diese Zeitung ist etwas politisch rechts wird gesagt, durchaus vergleichbar mit der Badischen Zeitung.

Herr Michaelidis schreibt in seiner Kolumne:

„Quasselköpfe sind wir!

Es gibt aber Zyprer, die schreiben, dass das Wasser aus der Türke eine Wohltat für die Insel ist, und dass die, die sich dem entgegenstellen, das tun, weil sie die Türkischzyprer in den Sack ohne Wasser und Strom stecken wollen, wie es 1964 getan worden ist. Ich denke, wir stehen davor, ein weiteres Niveau in Sachen Wirrwarr zu erreichen und vielleicht gibt es keine Therapie mehr dafür. Denn, so etwas [gemeint ist die Wohltat, welche das Wasser aus der Türkei sein soll] wird von Menschen geschrieben, die eine Position in der Gesellschaft inne haben, die gebildet sind, in der Erziehung sich umtun wie auch in der Politik; also Menschen, von denen du erwartest, dass sie ihr Hirn einsetzen, um dem Land zu helfen aus dem großen Schlamassel zu kommen, dem aller größten: den mit der Türkei.
Wenn die also schon so blind sind und nicht unterscheiden können, wohin die Schritte der Türkei führen und glauben, dass wir diesen Anforderungen mit Leichtigkeit und Täuschungen begegnen werden können, wie diejenige des Wassers aus der Türkei, werden wir für eine bessere Zukunft keine Forderungen [mehr] haben. Das [Letztere] wird der Fall für uns, wie auch für die internationale Gemeinschaft sein. Sogar von politischen Führungskräften ist [das] zu hören, die mit Ernst sagen, dass wenn die Zypernfrage gelöst sei, man vom Wasser aus der Türkei profitieren könnte, dem Wasser des Friedens, wie die Türken in ihrer betörenden Propaganda behaupten.

Von der Bühne verschwanden [zwischenzeitlich bereits] die wirklichen Bestrebungen der Türkei, die gewiss die Einnahme Zyperns sind: verschwunden [aus der Erinnerung] die Auswirkungen, die die Ergebnisse der [Wiedervereinigungs-]Verhandlungen für Grund und Boden und den Besitz haben werden, verschwunden die Tatsache, dass es sich erneut um einen weiteren illegalen Einschnitt des Hoheitsanspruches der Republik Zypern handelt, um diesen in etwas Beendetes zu verwandeln. Sie sagen, dass das Wasser [aus der Türkei etwas] Positives ist, da es uns wie ein großer Glücksfall gesendet wird, um unsere ausgetrocknete Erde zu gießen.

Natürlich ist unser Problem nicht, was irgendjemand sagt, wie auch Ansichten, die keine Logik haben – sie sind in unserer modernen Welt [indes] erlaubt. Das Problem ist, dass solche Ansichten von Leuten kommen, die die Entwicklungen mitbestimmen und eine Rolle bei[m Sichern] unseres Überlebens inne haben. Das Management entspricht [also eher] dem, was das Hirn jedes einzelnen begreifen kann. Als im Jahr 2011 die Türken forschten, auf welche Art und Weise das Wasser aus der Türkei die Zypernfrage beeinflussen dürfte, und wie ein Vorteil aus der illegalen Annexion des griechischzyprischen Besitzes gezogen werden könnte (die unsere Abwesenheit [im Norden] als Zustimmung des legalen Besitzers sieht), brauchen wir keine 5 Weisen, um herauszufinden und uns zu sagen, inwiefern diese neue Entwicklung sich erweitert [hat oder erweitern wird].
Das wissen alle.
Es bedarf keiner Studien und Ratschläge. Deshalb, sagt ein jeder das, was ihm [gerade so] in den Kopf kommt: Das Wasser ist von Nutzen, [wird gesagt,] als ob es gelte, eine Dissertation bei den Politologen anzufertigen. Im gleichen Atemzug mit jenen [sagen sie das], die davon träumen, das Zypernproblem zu lösen, um mit dem großen Markt der Türkei Geschäfte zu machen, um Orangen zu exportieren (wo wir die herhaben, weiß niemand), [so auch] Tomaten und industriell hergestellte Produkte – auch wenn wir gar keine Industrie haben. [Gemeint ist also der Verkauf türkisch-zyprischer Produkte nach der Republik Zypern und von dort auf den europäischen Markt, mit Hilfe der Republik; das heißt nach griechischzyprischer Auslegung illegale Produkte aus dem türkischsprachigen Norden der Insel einzukaufen und zu verkaufen, was bereits hie und da ans Licht der Öffentlichkeit kam].

Ein Leben nach dem Zufallsprinzip: ohne Untersuchung, ohne Einschätzung der Tatsachen und Entwicklungen, ohne Verstand und Durchblick.
Um schriftlich Gequassel von uns zu geben, wir denken eine eine Meinung zu haben, führen Gespräche in Chat-Rooms – ganz toll sind wir.“

Gequassel hin oder her, hier einfach noch ein weiterer Artikel aus der Fileleftheros vom 21.10.2015, den Kostas Wenizelos geschrieben hat:

„Die einzige Art, die Wirklichkeit zu ändern, ist, sie zu sehen. Leider herrscht in der Zypernfrage eine Ausrichtung, die offiziell [und] politisch in einer Halluzination stecken geblieben ist – so auch die nationale Strategie. [Es ist] eine unendliche [, von langer Dauer anmutende,] Herangehensweise einer Politik, die nie dazu führen wird, die Zypernfrage zu lösen. Im Gegenteil. Diese Taktik erlaubt der türkischen Seite, die Besetzung auf Äonen von Jahren fortzusetzen und neue Fakten zu kreieren. Die Einweihung der Anlage zum Transport von Wasser aus der Türkei in das besetze Gebiet [Zyperns], was [hier] als eingliedernder Schritt erachtet wird, wurde zum Spielball im Verlauf der Wiedervereinigungsverhandlungen. Und so was darf nicht übersehen werden. Es ist eine Bewegung, die nicht unter den Teppich gefegt gehört. Denn es zeigt, dass die Türkei nicht eine Lösung anstrebt, sondern die vollständige Kontrolle über Zypern – [und zwar] via dem besetzten Gebiet [, Nordzypern]. Kann solch ein Vorgehen ablaufen und wir fahren unsere Gespräche fort, ohne letztendlich den Versuch der Übernahme [durch die Türkei thematisch] vorangestellt zu haben?

Das ‚gute‘ Klima, welches lediglich in den Cafés aufkommt, den Theatern und im Lachen, welche eingespannt sind in ein kommunikatives Spiel, das dem Ziel, welches die Lösung der Zypernfrage ist, nicht dienen. Es ist ein Spiel, dass insbesondere von der türkischen Seite wertgeschätzt wird, welche die öffentlichen Bilder des Traumes [einer eventuellen Wiedervereinigung] vollends kennt, um [währenddessen] das besetzte Gebiet einzunehmen.

Das ‚gute‘ Klima … wird, falls es keine Lösung gibt, das illegale Wesen [,Nordzypern,] auf verwunderliche Weise vertiefen. Es ist unnütz und gefährlich, wenn [das herrschende, angeblich gute Klima] einseitig herrscht. Wenn es keinen Fortschritt gibt in Richtung Lösung des Problems bleibt der Eindruck der [erwähnten] Bilder [als eine Art] Gratifikation der Vertiefung [der Nicht-Lösung].

In der Zypernfrage sind die Ratschläge [für eine Lösung] veraltet und verbraucht. Es bedarf sofort eines Schocks, um auf den Pfad der Wiedervereinigung zurück zu gelangen. Auch Akinci [der türkisch zypriotische Präsident] hat die Chance verpasst, die in der Geschichte verbucht werden wird, als das Wenige, dessen es bedarf, den Trampelpfad [bei Verhandlungen] aufzugeben.
Es macht indes keinen Sinn, Herrn Mustafa Akinci runterzumachen. Das macht er von selbst. Genauer: Er zerstört das Bild, welches einige Griechischzyprer ihm anheften wollten. Sogar er selbst wollte so, wie ihn einige in den freien Gebieten [Zyperns] haben wollten, nie wahrgenommen sein.

In der Zypernfrage bedarf es einer Bewegung und eines Manövers sowie zuerst einer Änderung der Taktik, die wesentlich effektiver zu sein hat. Der Schritt der Einnahme des besetzten Gebietes wurde gesetzt von der Türkei, nun bedarf es einer Bewegung Nikosias, die letztendlich von der Wirkung her gleich ist. Zum Beispiel eine Bewegung auf dem Gebiet der Energie, welches demnächst Ergebnisse zeitigen wird [ – gemeint ist gewiss die Feststellung, ob nun genügend Erdgas vor Zypern liegt und ob Ägypten, Israel und eventuell auch Zypern einen Teil ihrer geförderten Menge über die Türkei nach Europa führen werden oder nicht]. Nur dann wird die türkische Seite verstehen, dass in Sachen Zypernproblem ernsthaft verhandelt werden muss. Parallel zu diesem Versuch, müssen die Türkischzyprer wissen lassen, ob sie eine Lösung des Problems wollen oder eher mehr Türkei (wieviel Türkei jedoch?). Die Lösung verläuft [sozusagen] mitten durch die Unabhängigkeit Zyperns von der Türkei. Ein Vertrag, der von Bestand ist, muss die Bürgerschaft respektieren, ihre Rechte, muss demokratisch sein und nicht [vom Wesen her] spalten. Wem ist die Lösung von Vorteil? Sie ist den griechischen und türkischen Zyprern, jedoch nicht der Türkei, von Vorteil.“

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Türkei und das Erdgas

OK, dass Zypern davon träumt, auf dem Energiesektor eine Art Global Player zu werden wegen seiner Lage zwischen Europa und dem Nahen Osten, ist ja hinlänglich bekannt – vor allem jetzt gerade, wo vor Ägypten anscheinend wirklich eine große Menge Erdgas ausgemacht wurde. Doch wie sieht es damit eigentlich in der Region aus? Dass in Libyen Erdöl gefördert wird, das weiß man, doch weniger bekannt und durchsichtig scheint zu sein, welche Rolle die Türkei spielt. Und das was folgt, wird einigen verständlicher machen, warum der Präsident Erdogan so selbstherrlich auftritt. Die zyprische Alitheia-Tageszeitung hatte am 02. August 2015 eine interessante Beilage zum Thema. Hier also eine weitere Übersetzung aus einer griechischsprachigen Zeitung Zyperns, wie meistens in Auszügen:

„Ökonomische und politische Entwicklungen in den Staaten, die dem Kaukasus nahe sind!

Diplomatie der Pipelines

Beim Treffen der Schwergewichte in Sachen Energie, ist eine häufige Frage gewesen: Wer ist eigentlich der Außenminister Russlands? Die Antwort darauf ist: Gazprom. Das Unternehmen mit dem meisten Kapital in der Welt. Es gilt hinzuzufügen, der ehemalige Bundeskanzler Deutschlands, G. Schröder, ist leitender Berater dieses russischen Unternehmens für Erdgas und Petrol. Daran können wir seine politische und ökonomische Größe ermessen. Parallel kämpfen Länder wie Aserbaidschan, Kazakistan, die Türkei, die USA, Deutschland, andere Förderländer, und nicht nur die von Erdgas und Erdöl, mit Russland um die Hauptrolle, während überstaatliche Organisationen wie die EU versuchen, mit allen Mitteln zu nutznießen. Jedenfalls ist sicher, dass die Energie als Mittel funktioniert, seine Pläne positiv zu realisieren, die zu anderen Zeiten entweder einer vertraglich festgelegte Außenpolitik bedurft hätten oder aber des Einsatzes von Waffen … .

Russland

Der Entscheid Russlands, die Erneuerung des Verlaufs der Pipeline namens South Stream zu planen – über die Türkei -, tut vielen europäischen Staaten weh. Jenen, die ihre Hoffnung auf die South Stream zwecks Stabilität in der EU in Sachen Energie gelegt hatten, wurden enttäuscht. Obgleich dieser Schritt Moskaus aus vielen Perspektiven betrachtet werden kann, erzeugt er in Wirklichkeit viel Spannung in der russischen Strategie im weiteren Sinne.
Die Idee, andere Mächte in der Region zu stärken – überlebenswichtig -, um eine multipolare Lage zu kreieren, gibt der russischen Agenda jetzt Zeit. Das ergibt sich aus den Kontakten und den Vereinbarungen, die Russland einging mit China, Indien und der Türkei. Um mit den starken Mächten zu verhandeln, braucht Russland eine Art Ergänzungsmannschaft. Russland ist eine Energie Supermacht. Und die Förderung von diesen Rohstoffen hat Auswirkungen auf die Außenpolitik auch angesichts des Preisverfalls vor kurzem von Petrol und Erdgas.
Die Richtungsänderung der South Stream gibt der Türkei strategische Wirkkraft auf dem Balkan, im Kaukasus und gegenüber der EU. Durch den Vertrag [mit der Türkei] gewann Russland einen großen Markt mit all dem, was es für seine Wirtschaft mit sich bringt, wobei die Türkei das Erforderliche dazu sicherstellt. Sie erhält Erdgas und gewinnt Einfluss im Gegenzug. Der [zuvor bezeichnete] Schritt Russlands wird erregt und negativ diskutiert im Ausland. Die Kritik konzentriert sich auf die Tatsache, dass es Putin nicht nützen wird, den traditionellen Feind, die Türkei, zu stärken, den geostrategischen Antagonisten. Darüber hinaus gibt es noch Syrien, die Krim, die konfliktreiche Armenien – Aserbaidschan Angelegenheit, wo Russland und die Türkei sich gegenüberstehen, wo alles offen ist [so auch, was Zypern angeht, wo zur Regierungszeit von Xristofias die Republik Zypern durchaus einige Schritte auf Russland zugegangen war, wovon gewiss der eine oder andere noch aktiv wirkt – politisch und/oder in der Diplomatie].

Die Türkei

Erdogan, der bei der Einweihung der Pipeline TANAP eine Rede hielt, die nur eine der Energie führenden Wege ist und dienlich dazu, die Türkei zu einem Energie-Hub zu machen, sagte unter anderem das Folgende: „Die Türkei hat in der letzten Dekade eine vorsichtige Vertiefung ihrer Politiken bezüglich der Pipelines verfolgt … .“ Und wir fügen hinzu: mit vielfachen Auswirkungen in der türkischen Wirtschaft. Es wurde errechnet, dass allein für die Erforderlichkeiten der TANAP in den kommenden Jahren 1,1 Millionen Tonnen Stahl in Rechnung stehen, die gebraucht werden. Die türkische Presse betont unter anderem das Folgende: „Die Annullierung des South Stream Plans durch Russland und die Hinwendung zum geplanten Turkish Stream, hat die strategische Zusammenarbeit auf dem Energiesektor der Türkei mit Aserbaidschan, mit Russland und nahe gelegenen Gouverneuren im Irak (Irakisch Kurdistan) ziemlich autonom Fahrt aufnehmen lassen. … . TANAP vertritt einen wahren, internationalen Plan mit wichtigen Abzweigungen für den weltweiten Energiezweig; er ist eben auch eine hervorragende Chance für den Reifeprozess der BOTAS ( das ist die staatliche Unternehmung der Türkei, die hauptsächlich im Bereich Beförderung von Erdgas und Petrol tätig ist) zu einem internationalen Player im Energiesektor aufzusteigen (Sabah-Tageszeitung 20/03/2015).
Der Plan der Beförderung der Türkei zu einem wichtigen Player in Sachen Energie in der Region bringt neue Tatsachen zur Welt. Das schon charakteristisch zu bezeichnende Beispiel ist der Turkish Stream, der vielleicht die Notwendigkeit der russisch-türkischen Zusammenarbeit signalisiert. Und das in der Region, wo der Bruch der Beziehungen Russlands mit dem Westen weitreichende Folgen hat. Auch wird untersucht, ob eine Unterwasserleitung, israelisches Erdgas über die Türkei nach Europa bringen kann, wo bereits die Rede von einer Vereinbarung auf 25 Jahre ist, das Erdgas-Abkommen, welches die Beziehungen der beiden Länder miteinander verbessern wird.
Auf der 14. Internationalen Türkischen Konferenz für Petrol und Erdgas, die letzten März in Ankara stattfand, wurde sichtbar, dass ¾ der weltweiten Vorkommen von Petrol und Erdgas in Gebieten liegen, die in der Nachbarschaft der Türkei sich befinden, also in Ländern Zentralasiens, dem Kaukasus und im Mittleren Osten.
Abgesehen von der Turkish Stream und der Pipeline TANAP (die Erdgas von Aserbaidschan au der Bohrstelle Schah Deniz nach Europa via der Türkei und Georgien als Abzweiger des South Stream Corridor bringen soll, das unter anderem auch den Pipeline-Verlauf bekannt als TAP beinhaltet) durchziehen die Türkei noch weitere Pipelines, die entweder bereits arbeiten oder in Planung sind. Es gibt zum Beispiel die Blue Stream, die das Kaspische Meer durchzieht und seit Jahren Erdgas in die Türkei bringt. In der Türkei endet auch die Süd-Kaukasus-Pipeline, welche aserbaidschanisches Erdgas vom Schah Deniz anbringt (die Türkei deckt 26% ihres Energiebedarfs aus eigenen Quellen). Gleichzeitig laufen Verträge mit dem irakischen Kurdistan, um dem autonomen kurdischen Gebiet zu ermöglichen, 20 – 30 Millionen Kubikmeter Erdgas über die Türkei abzuleiten. Im Dezember 2014, als die auf 50 Jahre festgesetzte Zusammenarbeit mit der Türkei bekanntgegeben wurde, sagte der Minister für Entwicklung des Irakischen Kurdistans, dass „das Ziel ist, das Erdgas bis 2017 anfängt zu fließen. Nun, viele schätzten, dass das dynamische Erscheinen des irakischen Erdgas auf dem Markt einige Kettenreaktionen verursachen wird. Die Erklärung dessen ist: Das irakische Erdgas ist billiger als das iranische (um 50%). Im gleichen Monat schreibt die arabische Internetzeitung Al Monitor, dass der Iran und Türkmenistan Interesse bekundet haben, sich an die TANAP-Pipeline anzuschließen – auf der Suche nach Netzen zum Vertrieb ihres Erdgases auf die Märkte angesichts der neuen Tatsache, nämlich, einer möglichen Wiederannäherung des Irans mit dem Westen.

Pipelines und Griechenland

Inmitten des großen Durcheinanders bei den Verhandlungen Griechenlands mit seinen internationalen Gläubigern begab sich der [ehemalige] griechische Ministerpräsident nach Moskau zu einem offiziellen Treffen mit Wladimir Putin. Im Verlauf des Treffens mit der Presse, welches folgte, kam heraus, dass Russland Griechenland eine engere Zusammenarbeit angeboten hat in Sachen Erdgas. Dieser Vorschlag wurde von Putin als großer Player gemacht, der die Situation der griechischen Ökonomie [aufs Mal] änderte. Putin sagt, Griechenland könne hunderte von Millionen Euro verdienen durch das Weiterleiten von Erdgas, jährlich. Er fügte hinzu, dass Griechenland dieses Einkommen benutzen könnte, seine Kredite an die Gläubiger zurück zu zahlen. Putin sagte auch, dass Russland die Möglichkeit untersuche, Griechenland Geld zu leihen, um die Arbeit im großen Maßstab in Sachen Erdgas zu schultern – durch die Allgemeinheit. Das war eine Anspielung auf die Turkish Stream, die Pipeline, die im Dezember 2014 der Präsident Russlands verkündet hatte, die eine Pipeline ist, von der erwartet wird, dass sie einen wichtigen Anteil russischen Erdgases nach der Türkei und Europa bringt – die Ukraine ab dem Jahr 2019 umgehend.
Der russische Präsident hatte verkündet, die türkisch-griechische Grenze solle derart Ende 2016 erreicht werden (es wird mit 40 Mill. $ veranschlagt). Ziel ist 2019 russisches Erdgas zu liefern, welches heutzutage über die Ukraine fließt (40% insgesamt der 140 Kubikmeter, die nach Europa exportiert werden) wird entsprechend anstatt an der türkisch-griechischen Grenze sich einstellen. Ein Plan, der nicht nur Bedeutung im Energiebereich besitzt, sondern auch diplomatisch, da derart die Fördermengen der Gazprom nicht mehr abhängen von der feindlichen Ukraine und gleichzeitig der Fluss hunderte Millionen Dollars nicht mehr wie heute von der Regierung in Kiew verschlungen werden. Russland versucht ebenso den europäischen Markt von den amerikanischen LNG – Produkten zu lösen, von denen erwartet wird, dass sie 2016 dort aufkommen, sowie von der Entwicklung neuer Netze, die die Lieferung von Erdgas nach Europa aus Aserbaidschan, Türkmenistan und wenn es die politischen Umstände erlauben, aus dem Iran fördern.
Nach Aussagen des [ehemaligen] griechischen Ministerpräsidenten kann der Bau einer Pipeline, die die Pipeline an die türkisch-griechische Grenze mit der nach Skopje anbindet (von wo das Erdgas nach Österreich durch Mazedonien und Serbien sowie Ungarn fließen könnte), wird großen Einfluss nehmen, bezüglich der Kreation von Arbeitsplätzen in Griechenland.
Darüber hinaus hofft Griechenland, dass eine Vertiefung der Zusammenarbeit des Erdgassektors mit Russland zu einem gehörigen Fluss von russischem Erdgas führen dürfte – auf einem Niveau von 10%. … .Vergleichen wir das russische Paket mit dem der Kreditgeber Griechenlands ist das Ergebnis“ … , dass das Angebot der Russen eigentlich wesentlich günstiger ist, was das Geld angeht.
„Zuletzt. Es gilt darauf zu verweisen, dass Putin ein weiteres Mal nach den 15 Jahren Abenteuer mit der Pipeline von dem bulgarischen Bourgas nach dem griechischen Alexandropoulos in den Wunsch Griechenlands investiert, eine wichtigere Rolle als Knotenpunkt beim Weiterleiten von Energie nach Europa zu spielen, was ja sein Vorschlag an Herrn Tsipras war. … .“

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Die Hitze der letzten Tage ist gerade etwas gedämpft. Mag sein, dass das auch im Politischen zutrifft. Was die Türkei indes angeht, scheint die Politik der AKP unter Erdogan gerade an die Wand gefahren – das Vehikel brennt lichterloh.
Um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, was so in etwa gerade abgeht in der Türkei, wurde ein Artikel vom 24.07.2015 in der Sözcü von dem ‚guten‘ alten Herrn Cölasan für Sie herausgefischt – weil der konnte schon damals, als er noch für die Hürriyet schrieb, die Regierenden unmissverständlich bekritteln.

„Liebe Leser! In der Türkei ist nirgendwo Sicherheit übriggeblieben. Den Platz des Staates haben Terrororganisationen eingenommen. Die sind jetzt für Sicherheit zuständig. Jede dieser Organisationen hat ihre eigene Sicherheit. Ein Abgeordneter der AKP hat vor ein paar Tagen die Lage in seiner Region beschrieben: „Wir werden hier von der PKK regiert. Es gibt hier Gerichte der PKK. Zum Beispiel ist deren normales Gericht in Van und das der Ebene darüber in Diyarbakir. Die Urteile, die die fällen sind zulässig. Berufung gibt es nicht … . Nur weil die Urteile schnell gefällt werden, ist die Bevölkerung zufrieden!“

In der Region nimmt der Terror zu und die Polizei kreuzt lediglich auf, wenn etwas passiert ist. Die Soldaten sind in den Kasernen. An der Grenze nach Syrien laufen die lediglich auf. An der Grenze hören Sie, [verehrte Leser], täglich von schwerem Kriegsgerät, Konvois, Rotmützen, Schützengräben, die ausgehoben werden. Dass etwas getan wird, doch was, das weiß niemand.

Nicht nur im Osten und dem Südosten der Türkei herrscht Unsicherheit. Das ist auch der Fall in Istanbul. Null-Sicherheit! Die Grenzen gleichen einem Sieb.

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Nun werde ich die Darstellungen eines Kollegen von gestern wiedergeben. Er berichtet von der Lage im Land. Die Sabah-Tageszeitung berichtet also folgendermaßen: „ … Seltsame Gestalten sind den Mord in Suruc ausnutzend wieder aufs Trapez gekommen. Von Istanbul nach Mersin, von Diyarbakir nach Van haben dunkle Mächte die Straßen in ein Schlachtfeld verwandelt. Vermummte haben bis in den Morgen um sich geschossen, Bomben platzen lassen, Parteibüros und -häuser in Brand gesteckt. Provokative Kräfte haben sich mit der Polizei ein Shoot-Out geliefert. Molotof-Cocktails, Feuerwerkskörper und Steine flogen. Genau so sieht Vandalismus aus, den sie darstellten.“

Die geschilderte Sachlage der Kollegen der anderen Zeitung ist zwar unvollständig, aber sie stimmt. Was halt stimmt, das stimmt! Und wer verantwortet das?
Wo ist der Staat, wo die Regierung?

Gewiss haben Sie diejenigen im TV gesehen, die wegen der Angelegenheit in Suruc auf die Straßen in Istanbul gingen, um zu protestieren: im Parka, vermummt… . Und in ihren Händen halten sie automatische Schusswaffen. Die marschierten so durch Stadtmitte.

Nun, wo war die Polizei?
Die war nirgends!

Offensichtlich wurde ihnen angeordnet, sich dort nicht blicken zu lassen, damit nicht noch Schlimmeres passiert.

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Wegen dem Vorfall in Suruc wurden in Ceylanpinar, Provinz Urfa, aus Rache 2 Polizisten zu Märthyrern. Im Osten, Südosten und verschiedenen anderen Regionen gibt es einen großen Tumult. Ein Terroranschlag nach dem anderen. Nun gerade noch einen Beitrag eines Kollegen von gestern, aus der Yeni Safak der Titelseite entnommen, wo auch ein Foto zu sehen ist: „Der Bandit wurde rasend. 13 Vehikel setzten sie in Brand. In Kagizman, Provinz Kars, haben so um die 30 bewaffnete Terroristen 8 LKW, einen LPG-Tanker, 2 Pick-Up und 2 PKW angesteckt. Die Busse, die gerade vorbeikamen, wurden angehalten und den Insassen die Handys abgenommen … .“

Fahrzeuge wurden also angezündet. Bis ins kleinste Detail gibt es Fotos davon.

Nun, wo ist die Polizei, wo der Staat?
Gibt’s nirgends!

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass das lediglich von Kollegen Berichtetes ist [, was er wohl besser dazu sagt, wo die Erdogan Administration immer rigoroser Journalisten und andere missliebige ‚Nörgler‘ wegstecken lässt. Die zitierten Kollegen sind eigentlich als AKP-nah verschrien].

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Überall Terror in der Türkei. Was in der Presse darüber erscheint, macht vielleicht 1% aus – solange es nicht um Verbrechen geht. Die IS-Islamisten arbeiten verdeckt und geräuschlos. Erst wenn eine Bombe hochgeht, machen sie ein Geräusch. Die PKK hingegen operiert hörbar. Die haben sogar noch nicht mal mehr ein Problem damit zuzugeben, dass sie das Verbrechen in Ceylanpinar begangen haben. Die IS-Milizen sind bislang noch nicht auf den Straßen [offen] anzutreffen. Die PKK aber überall. Zusammen mit den beiden Terrororganisationen sind wir Nachbarn an der syrischen Grenze und begnügen uns damit, deren Künste zu begucken. Was anderes fällt [niemand offensichtlich] ein. Unsere großen Herren haben scheinbar einen leichteren Weg gefunden. Sie halten Reden gegen den Terror. Wir werden die Rechnung verlangen! Unser Land ist sehr stark usw.

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Die PKK hat in Istanbul einen von der IS umgebracht. Hat niemanden interessiert. Die PKK ist mit langläufigen Waffen auf den Straßen … . Die Polizei in Istanbul ist abgetaucht [wahrscheinlich dorthin, wo sie aus den Huren, Zuhältern und anderen noch ein paar Lira rausschlagen kann, sagen wir, als Trostpflaster]. Wenn die nicht angegriffen werden, sind sie nirgends zu sehen.

Als ein Teil derjenigen, die in Suruc starben, in Istanbul beerdigt wurden, hat der Gouverneur von Istanbul eine Rede gehalten, die wahrhaft gehört werden muss:
„Die Bewegung, die dem Gesetz nach ungesetzlich ist, gegen die wird im Rahmen der geltenden Gesetze entsprechende Maßnahmen unternommen sowie Bestrafungen. Daran soll niemand zweifeln.“

Bravo! Solche Verlautbarungen werden wahrhaft prächtig werden… . Der Terrorist, der davon erfährt, wird auch sofort seine Waffe fallen lassen und sich verstecken, sich danach ergeben. Also, das bedeutet: Nirgends herrscht so was wie Sicherheit in der Türkei.

Die Aussichten sind düster, und der Staat und die Regierung, die gerade dran sind, haben nichts Wichtigeres zu tun, als sich um das Aufkommen von Neuwahlen zu kümmern.

Allah gebe uns Ruhe. Amen!“

K. Gürsel von der Milliyet wurde entlassen. Er hatte Erdogan kritisiert. Auf Twitter meinte er: „Das Erdogan-Davutoglu-Gespann hat die Sicherheit der Türkei durch ihre Syrienpolitik gefährdet. Und das habe ich schon immer gesagt. In Suruc wurde diese Bedrohung nun zur Tat. Der Verantwortliche für die Toten in Suruc ist die Syrienpolitik der AKP … Die ausländischen Führer, die aufgrund der Angelegenheit in Suruc mit der IS anrufen, um ihr Beileid bei dem auszudrücken, der dafür verantwortlich ist, ist eine Schande.“

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Auf den Dörfern in Deutschland scheinen sogenannte Beach Party’s der Renner zu werden.

Von Party-Machen der anderen Art haben viele Türken aber die Nase gestrichen voll. Sie finden, dass die Party der Geldraffer, wie Erdogan & Co es sind im Lande, jetzt auch mal zu ihrem Ende kommen müsste. Ein wesentlicher Teil dieser Dauerparty wurde nun sogar offiziell als rechtswidrig erklärt – der Bau des Präsidentenpalastes mitten im ehemaligen Naturschutzgebiet zum Beispiel.

Dass diese Raubbau-Party noch weiter gehen soll dürfen, bezeugt, dass in der im Palast installierten Moschee Volk nun auch beten gehen darf. War ursprünglich wohl nicht vorgesehen, dass das Volk da auch hinkommen kann, denn es gibt längst nicht genügend Parkplätze, geschweige denn Waschgelegenheiten, um sich vor dem Gebet zu reinigen, wie es im Glauben vorgeschrieben ist. Immerhin, die bessere Gesellschaft, also die mit viel Geld und Macht, hat extra Räume zugewiesen bekommen in der Moschee, wo seidene Teppiche ausliegen, die aufgrund des Andrangs auch nicht verunreinigt werden, wie die anderen, die anscheinend auch nicht gerade billig gewesen sein dürften.
Und so wurde kurzerhand der Frauentrakt einfach etwas verkleinert – sollen die doch anstehen. Sind ja ’nur‘ Frauen.
So jedenfalls klingt diese Maßnahme im Palast Erdogans, äh des türkischen Volkes, bei wohl manchem im Ohr und erinnert womöglich noch an die Tradition des Brautraubs. Jedenfalls lässt es sich die Sözcü nicht nehmen, sogleich solch Nachricht zu verbreiten. Die Sözcü ist eine türkisch-sprachige Zeitung, die auch in Deutschland vertrieben wird, und in der sich alle ex und immer noch kemalistisch angehauchten Akteure, die schreiben in der Türkei, vereint haben: Ugur Dündar, Bekir Coskun, Yilmaz Özdil und natürlich Emin Cölasan.
Bekir Coskun hat ja nun schon seit Längerem ein grünes Mäntelchen über seinen Kemalismus gestreift und so ist wenig verwunderlich, dass er den Raubbau an der geliebten Heimat, der von Nesseln in der Gesellschaft und Verantwortlichen der Regierung betrieben wird, sofort aufs Korn nimmt in seinem Artikel. In der Provinz Artvin, wo wahrscheinlich noch die meisten Bäume als Wald zusammen stehen in der Türkei, will Erdogan mal wieder nach Gold baggern lassen unter der Zuhilfenahme von Zyanit. Die Bewilligung dazu wurde von den Behörden bereits gegeben. Dagegen wird nun anscheinend massiv vorgegangen von Aktivisten und der dortigen Bevölkerung: gegen die Gier, wie Coskun meint. Mehr dazu unter dem Twitterkonto: #ArtvindeMadeneDurDe.

Die zuvor genannten Journalisten schreiben auch davon, dass Davutoglu diese Woche durch die Lande ziehen wird, um nun endlich eine Koalitionsregierung angeblich bilden zu wollen mit einer der Oppositionsparteien. Niemand glaubt wohl so richtig an den Ernst dieser Absicht. Wahrscheinlich ist der Regierungspartei AKP eine Neuwahl lieber. Jedenfalls beklagen die zuvor genannten Journalisten der Sözcü, dass der mit den Sondierungsgesprächen beauftragte Ministerpräsident der Türkei Davutoglu schon im Vorfeld meint: Ja, wir sind für alle offen. Aber die in der Vergangenheit begangenen Verbrechen von Erdogan dürfen kein Thema sein! Und in Erdogans Umfeld greifen inzwischen viele sehr tief in die Taschen des Staates und ihre Machtbefugnis.

In diesem Zusammenhang mag noch kurz erwähnt werden: Der Oppositionspolitiker Kilicdaroglu von der CHP kann sich streng genommen mit Davutoglu von der Regierungspartei AKP gar nicht mehr treffen nach dem, was sich beide Seiten die letzten 6 Monate an den Kopf geworfen haben, finde ich. Und dass sie sich anscheinend dennoch treffen, zeigt, dass Kilicdaroglu auch nur eines insbesondere ist – machtbesessen.

Xxx

Es sieht nicht gut aus in der Türkei, und daher auch im Hinblick auf Zypern ebenfalls eher weniger gut. Dass es aber nun so weit käme, dass Ankara dazu ansetzte, Archipele oder gleich Inseln im Mittelmeer zu verschachern, so weit ist es mit der Türkei offenbar noch nicht. Die Sözcü schreibt nämlich, dass der griechische Nachbar vor dem Hintergrund der Sorgen mit Brüssel in Erwägung gezogen habe, die bulgarische und die türkische Währung zu übernehmen, genauer, mit zuverwenden anstatt dem Euro, aus dessen Verbund man sich eventuell schon demnächst verabschiedet. Des Weiteren wird berichtet in der Söscü vom 11. Juli 2015, dass folgende Inseln und/oder Archipele der Griechen bereits zu diesem Preis zum Kauf stehen: Patroklos 45 Millionen Euro, Nafsika 6.9, Kardioztissa 6.5, Nissos Sofia 5.5, Kythnos 5, Stroggili 4.5, Lihnari 3, St. John 2.8, Tragonisi 2.6, Vouvalos 2.5, Kato Antikeri 2.2. Mir erschienen die Preisangaben viel zu gering. Vielleicht sind ja Milliarden von Euros gemeint gewesen und jemand hat irrtümlich Millionen geschrieben?

Im Gegensatz dazu spricht ein Griechischzypriote in einem Kommentar in der Fileleftheros Tageszeitung von insgesamt 80 Milliarden Euro, die Nordzypern zurückzuzahlen hätte im Falle einer Wiedervereinigung. Davon gut die Hälfte – wenn es denn langt – an die Türkei. Bekanntlich hält Ankara die Türkische Republik Nordzypern seit ihrem Bestehen aus: finanziell, administrativ, militärisch etc. Dennoch lassen sich die Nordzyprer von so etwas offensichtlich nicht all zu sehr aus der Ruhe bringen. Man ist dort noch immer nicht so weit, eine Regierung seit den Wahlen vor ein Paar Wochen zu bilden. Immerhin, es drang nun durch, dass die CTP (Republikanische Türkische Partei) und die UBP (Nationale Einheitspartei) vereinbart haben, eine Koalitionsregierung zu formen. Die CTP ließ über den ehemaligen Präsidenten Nordzyperns, Ali Talat, schon mal verkünden, dass die ins Auge gefassten Privatisierungen bei ihnen kein Thema sind. Auch ist noch immer nicht ausgewürfelt, wenn so gesagt werden darf, welche Partei welches Ministerium einnehmen wird.

Anastasiadis, Präsident der Republik Zypern, antwortete auf Nachfrage, dass die Arbeitslosenzahlen inzwischen stagnieren auf seiner Seite der Insel, der griechisch-sprachigen. Soll heißen: seit den letzten 6 Monaten ist ein Trend in die gewünschte Richtung zu verzeichnen. Auf die Frage, ob man sich rächen werde an den Griechen, die Zypern mit in die Krise zogen, antwortet der Präsident, dass diese Frage völkisch sei. Das Land entwickle sich gut und der Rahmen für mehr Investitionen sei mehr oder minder inzwischen gesetzt. Die betriebene Spar- und Stabilitätspolitik der letzten Zeit trage erste Früchte.

Letzte Meldung: Dass griechische Banken, die auf Zypern operieren sich demnächst dazu entschließen könnten zyprisch zu werden, scheint nicht ausgeschlossen – auch dass diese 4 Banken sich in der Summe auf 2 reduzieren: Die Eurobank, die Piräos, die Alfa und die Ethniki. Sie haben 58 Zweigstellen auf Zypern und 1520 Angestellte.
Und zum koalieren noch so viel: Tsipras scheint vermehrt Schwierigkeiten mit dem Koalitionspartner, den extremen Rechten, zu haben – Neuwahlen scheinen nicht mehr ausgeschlossen, demnächst!

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