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Frühling 2018!
Und wahrhaft, es liegt einiges in – oder hinter – den Büschen: Trump, Putin und die anderen, üblichen Verdächtigen.
Konkreter: Wir dürfen wohl davon ausgehen, dass die neue Bundesregierung Deutschlands unter anderen Zielen auch noch jenes hat, nämlich, ihre Bürger optimal in Sicherheit zu bringen oder zu wissen.
Nun klar, das geht eh nicht, also das mit der totalen Sicherheit, ja wahrscheinlich wird es nie gehen – und das ist, denken wohl einige unter Ihnen, auch besser so. Das mit der totalen Sicherheit stimmt also schon, siehe Facebook, um nur einen permanenten Unsicherheitsfaktor in unseren modernen Leben zu nennen, den man sich aber angeblich noch durch Kündigung des Facebook-Kontos vom Hals schaffen soll können, wird gesagt.
Ohne weitere Umschweife nun dies: So, wie die Dinge sich derzeit entwickeln weltpolitisch, müsste von den Groko-lern im ehemaligen Reichstag zu Berlin umgehend, unüberhörbar und unmissverständlich eingefordert werden, dass die US-Amis, also Trump und sein neuer – wahrscheinlich etwas kriegsgeiler – Außenminister Bolton, ohne Wenn und Aber ihre in Deutschland gebunkerten Atombomben und anderes derartiges Zeug bestens SOFORT mit sich nach Washington DC nehmen, gern auch nach Florida oder Dallas, aber nicht nach Hawaii oder Puerto Rico, Teile der USA, die von vielen Beobachtern als unfreiwillige Staaten der United States of America gesehen werden; die also etwa so, wie der westlich gelegene Teil Chinas, die Provinz Sinjiang, wo Türkisch gesprochen wird und die Bevölkerung, noch, mehrheitlich muslimisch ist, von Peking okkupiert wird. Alaska könnte auch noch genannt werden im vorherigen Zusammenhang, weil, ja weil diese Region eher im polaren Eis liegt, und die polaren Regionen sollen ja angeblich ALLEN gehören. Außerdem kann und sollte man dort nicht einfach mal schnell atomare Kriege führen, weil das könnte dann doch, von der Statik des sich drehenden Planeten her, schnell zu äußerst letalen Entwicklungen führen, wie zum Beispiel zu der, dass die Erde von der Umlaufbahn zur Sonne zu beträchtlich abweicht in der Folge etc.
Interessant ist bei der Erwähnung derartiger Szenarien auch, dass in den öffentlich-rechtlichen Medien der Deutschen stets, soweit hier festgestellt werden konnte, die Rede davon ist, dass sich der Westen (USA) und der Osten (Russland) lediglich in Europa gegenüberstünden, stehen könnten. Doch dass solch Positionierung an der Behring See viel eher und wesentlich nähergelegen der Fall ist, auf diese einfache Sicht scheint noch niemand gekommen zu sein? Das kann nicht sein. Also was ist los? Warum wird diese ‚Front‘ nicht gezeichnet? Wer hält da den Finger drauf, wenn überhaupt, sodass solch Szenarium nie öffentlich angedacht zu lesen ist?
Wie auch immer: Sollte diesen Leuten im Weißen Haus, Putin im Kreml inbegriffen, einfallen, ‚lustig‘ ein Paar von diesen ‚tollen‘ Sprengköpfen in Mitteleuropa aufeinander loszulassen, wäre die Merkel-Regierung vor allen anderen Regierungen der EU anzuklagen. Ja, wir wären es, die solch tolle Idee Putins oder Trumps ausbaden dürften, weil Merkel & Co wegsieht aus Schiss vor dem Größenwahn sogenannter und selbsterklärter Supermächte; oder die sehen weg aus von Angst getriebenem Arscheinziehen etc. Das mit dem Arscheinziehen musste einfach als Vokabel in diesen Text, verehrte Leser, da irgendwo anders im Mediendschungel (siehe unserem Facebook-Auftritt) ein Artikel verlinkt und kommentiert werden musste, indem eine Luxus-Prostituierte erneut behauptet, mit Trump ‚horizontal Geschäftchen‘ gemacht zu haben, auch, jetzt kommts, ihm einmal mit einer zusammengerollten Zeitung oder einem Journal den Popo versohlt zu haben – er soll gleich bereitwillig denselben, nackt, hingestreckt haben dazu.
Dieser, Sie mögen denken, ‚recht arschige‘, atomare Supergau-Einfall könnte den beiden erwähnten Hitzköpfen leider schon schneller ins Hirn kommen als einem lieb ist – weil hier in Mittel- und Südeuropa ist ja nicht wirklich „America“ oder „Russia“ ZUERST.
Und das Trump wegbeißt, was ihm nicht gefällt – Putin ist in dieser Disziplin auch recht professionell – stellen beide andauernd unter Beweis, und, ach wie ‚lustig‘ ausgerechnet einer meiner heimlichen Hoffnungsträger, der Xi im fernen China, hat sich diesem DING ebenfalls angeschlossen, und zwar auf seine Weise. Letzterer setzt eh gerade Trends, denen noch so mancher, der von sich annimmt, mit ‚höchsten‘ Zielen ausgestattet zu sein irgendwo auf der Welt gern nacheifern wird, nämlich: regieren auf Lebenszeit.
Und das muss nicht sein, das Ungeheuerliche, welches da ist, dass atomar besetzte Sprengköpfe auf unseren Köpfen ausgerechnet ‚aufblühen‘; auch nicht dann, wenn einige von uns zwischenzeitlich oder während so etwas Explosives passiert, in der Karibik oder lediglich in Thailand, Mauritius oder den Kapverdischen Inseln sich aufhalten sollten, da sie NATÜRLICH vor dem eben angesprochenen atomaren Crash rechtzeitig gewarnt wurden und es sich leisten können, mal schnell dorthin auszufliegen etc.
Wer weiß, vielleicht gilt es ja eh, NUR von einem begrenzten Crash ausgehen zu müssen, der beispielsweise nicht mehr als die Fläche Nord- oder Süddeutschlands ‚bearbeitete‘? Trump lässt jedenfalls schon mal Atomsprengköpfe dieser Wirkkraft in etwas größerer Stückzahl, ist anzunehmen, fertigen.
Frau Merkel & Co: REGEN SIE SICH BEZÜGLICH DER ATOMBOMBEN AUF DEUTSCHEM TERRITORIUM VERBUDDELT endlich VERNEHMLICH/ER UND EINDEUTIGER AUF AM TISCH MIT DEN AMIS BEIM netten SMALL-TALK SITZEND und zwar MIT ANSAGE, DASS ZEITLICH NAHEGELGENST mit FRISTSETZUNG DEREN VERSCHIFFUNG zu erfolgen hat, mit oben bereits angegebenen Zielorten!
Jedenfalls ist eines sicher: Die wenigsten Bürger Europas dürften im atomar verseuchten Nichts sitzen oder verbleiben wollen, wenn geschehen ist, was zuvor benannt wurde als „begrenzter Crash!“ Die wollen so etwas nicht mit großem Wunsch und Willen, beispielsweise nach Afrika sich als Flüchtlinge zu retten, so, wie jetzt gerade und von den Medien als Nachricht scheinbar gemieden, zigtausende Sudanesen im Tschad, die einfach nur einen Wunsch haben: Nach Europa, egal, was da auf sie wartet. Diese in die Flucht getriebenen Sudanesen denken anscheinend wirklich, es ist hier in Europa allemal alles besser als sich im Sudan oder Südsudan dem NICHTS, dem von Menschen geschaffenen Terror auszusetzen.
Apropos: So ganz unschuldig sind wir an den Entwicklungen in Ostafrika nicht, sieht man sich die deutsche Geschichte dort mal genauer an. Komisch nur, dass wir uns für Israel so fürsorglich verantwortlich fühlen, was auch in Ordnung ist, aber in Afrika unsere historische, und durchaus eher wenig löbliche, wenn überhaupt, Spur verwischt halten wollen – und uns verwundert geben, dass Afrikaner nun ausgerechnet von UNSEREM Reichtum zehren wollen, ohne was dafür getan zu haben; oder fast nichts dafür getan zu haben; oder nicht genug getan zu haben.
Das Letztere steht allerdings noch immer zur Frage, nämlich, ob es nicht doch so ist oder sein könnte, dass auch in dieser eben behandelten Angelegenheit Zahltag für all die ehemaligen Kolonialherren und -damen, wie man sagt, gekommen ist. Dass ENDLICH nicht nur in esoterischen und religiösen Büchern etc. geschrieben steht, dass ALLES, was man tut, irgendwie und irgendwann auf einen zurückfällt, sondern, dass solch Einsicht sich im Politischen noch besser widerspiegelte. Scheint irgendwie etwas Nachhaltiges zu haben. Und davon ist ja andauernd die Rede, auch wenn zu oft genau das Gegenteil davon veranlasst wird in Berlin – siehe beispielsweise die neuentfachte Gier in Afghanistan. Sowieso ein Unding, mal ganz davon abgesehen, wo wir gerade thematisch waren, dass noch immer afghanische Asylsuchende nach Afghanistan ausgewiesen werden – nachdem, was die EU und speziell die Deutschen dort anstellen.
Ja, ich lese gerade ein Buch über Reiki, und da steht so etwas auch drin, also dass alles irgendwie wieder auf einen zurückkommt. Wäre das Buch über Reiki nicht in Griechisch geschrieben, würde ich mich wahrscheinlich auch jetzt noch nicht mit dieser Heilmethode – etwas – auseinandersetzen. Als Vokabelbeschaffer scheint das Buch geeignet, doch scheinbar auch als Beschaffer neuer Denk- und Handlungsweisen. Bin noch am Anfang des Buches. Mal sehen, was dazu in einem Monat gesagt werden wird.

Zypern
Ja, gestern – mal wieder – einen Annäherungsversuch gemacht, und zwar, was auch sonst, in Richtung zyprische Tages-Politik. Um es etwas aufregender zu gestalten, habe ich mich für Sie den Ereignissen im dortigen Norden zugewandt. Oder sagen wir es doch, wie es war: Plötzlich erreichte mich ein Link, der doch wirklich versprach, eine gerade ablaufende Diskussion im nordzyprischen Parlament drauf zu haben. Und schon war ich live dabei.
Ja, ich hätte mir Notizen machen sollen. Denn ein-zwei Details gibt es ja meist, die auch an diesem Ort in die Welt entlassen inhaltlich neu sind. Jedenfalls ist und war herauszuhören, dass die gerade wieder angestrebten Wiedervereinigungsbemühungen des griechisch-zyprischen Präsidenten Anastasiadis ziemlich sicher ins Nichts verlaufen werden. Und dies nicht etwa, weil die Nordzyprer so bockbeinig wären, sondern, war zu hören, weil sich die Positionen und „hegemonialen An- und Absichten“ der mehrheitlich Griechisch sprechenden Südzyprer aber auch in gar nichts geändert hätten. Überhaupt sei schon allein aus diesem Gesichtspunkt die Aussage des Generalsekretärs der UNO Guterres zu verstehen und von Bedeutung, der in Grant Montana CH davon gesprochen hatte, dass sollte sich was Neues bei den Verhandlungen oder Positionierungen der Zyprer in Sachen Wiedervereinigung der Insel ergeben, er und sein Stab gern – wieder – bereit wären, sich in Stellung zu bringen, um endlich zu einem Abschluss zu kommen, aber nur DANN.
Nun das sei offensichtlich nicht der Fall, wurde bei der Übertragung aus dem nordzyprischen Parlament konstatiert, also müsse das Geheule namens zyprischer Wiedervereinigung oder gemeinsamer Insel-Heimat und Freude, Friede, gemeinsamer Gasreichtum aus dem südöstlichen Meer erst gar nicht angestimmt werden.
So in etwa, also, klangen die 3 Redner, die ausgestrahlt wurden, als die Verbindung plötzlich von unsichtbarer Hand gekappt wurde und nicht wieder in Stand zu setzen war, leider. Einer dieser türkisch-zypriotischen Politiker war Herr Tartar. Wie gesagt, ich machte keine Notizen, weil nicht erwartet wurde, dass etwas wirklich total Unbekanntes Erwähnung findet: Die Türkei sei als unzertrennlicher Partner der Nordzyprer auch zukünftig zu sehen, und die Isolation, welche außer der Türkei angeblich der Rest der Welt den Nordzyprern auferlegt, gelte es nun wirklich vollends zu durchbrechen.
Aufgrund des steigenden Tourismus denken nicht wenige Politiker des Nordens, dass ein Anschluss der Türkischzyprer an den Rest der Welt demnächst möglich sein wird. Alle Zeichen wiesen in diese Richtung, wurde gesagt. Ein Anschluss an die Türkei, als weitere Provinz derselben, ist offenbar für die meisten im nordzyprischen Parlament kein Thema.
Aufgrund der politischen Großwetterlage, die gleich anfänglich in diesem Artikel leicht umrissen wurde, ist schlichtweg jedwede Prognose zum zukünftigen Verlauf der Zypernfrage eher vergeudete Zeit. Soll heißen: Auf Zypern ist alles möglich, auch, dass alles so in etwa bleibt, wie es ist – nämlich Sonne, Meer, das unbeschwerte Leben und Geld verdienen. Ja, auch „top of the world“ und die nicht wenigen Lesern bereits bekannte Was-auch-sonst-Haltung, die vorzuherrschen scheint auf Zypern bezüglich einer Weltspitzenzugehörigkeit der griechisch-sprachigen Zyprioten, zählt hier dazu.
Nun, was liest das derart auf wenig Verwunderung gestellte Auge am 17. 03. 18 in der zyprisch-griechischen Tageszeitung Politis? Genau, es liest einen Artikel von Giorgos Kakourgis. Darin stand, dass sich anscheinend die USA in Form des US-Vize-Außenministers, Mitchel, in die angeblich verfahrene Verhandlungssituation der Zyprer einzumischen gedenken – eingemischt haben. Mitchel hat sich dazu auch die Beschwerden der Türkischzyprer angehört, was uns allerdings nicht bereits hoffen lassen sollte, dass solch Vorgehen des Außen-Departments gleich bedeutet, es würde nun endlich reiner Wein eingeschenkt auf, über, unter oder wegen Zypern. Wahrscheinlich noch bevor es auch in Deutschland klimatisch sommerlich ist dieses Jahr, kann abgesehen werden, welche Positionierung die USA vorschlagen und einnehmen im südöstlichen Mittelmeer.
Die Trump-Administration ist für Überraschungen ja bekannt, vielleicht auch mal auf Zypern – möglichst positiv bitte. Was immer das in diesem Zusammenhang genau bedeuten mag für Sie, dieses „positiv“. Letzteres, das zuweilen positive Überraschen des Herrn Trump, ist an dieser (leicht) schrägen Politikerprojektion durchaus interessant. Letzterer wird so charakterisiert, weil der Geschäftsmann Trump ja noch immer verdeckt operativ tätig zu sein scheint im Hintergrund, wie hie und da zu vernehmen ist.
Nicht zuletzt auch von daher wird man abwarten müssen, wie sich die US-Amerikaner mit Israel abstimmen – und vielleicht auch mit Brüssel, doch vor allem mit den Briten in Sachen südöstliches Mittelmeer. Für Israel muss ein vereinigtes Zypern nicht unbedingt ein Vorteil bedeuten, wie auch nicht für die Briten. Doch das kann natürlich auch anders gesehen werden. Ein uneiniges Zypern hat den Vorteil, dass die Israelis das instabile Gebilde vor der Haustür eigentlich nach Bedarf handhaben können – und handhaben. Dass sie da wenig Scheu haben dürften, beweist unter anderem durchaus, dass nach über 10 Jahren zugegeben wurde, man habe seinerzeit in Syrien das Entstehen einer Plutonium-Produktionsanlage für Nordkorea angeblich kurz vor deren Fertigstellung mal schnell in Schutt und Asche gebombt.
Anders als auf Zypern oder in Deutschland ist die Nachricht klar, die da, so ganz nebenbei, vermittelt wurde: Tel Aviv handelt, und redet Dinge nicht breit und breiter! Auch die Briten stehen im Ruf, nicht sonderlich zimperlich zu sein, wenn es um ihre Interessen geht. Mal sehen, wohin sie/uns das Giftmord-Ding mit den Russen, vor Kurzem in London, noch schiffen wird. Frau May gegen Herrn Putin. Hört sich ganz nach ‚Putin schießt May politisch ab‘ an – oder ähnlich. Was nicht allzu schwer sein dürfte, zumal es zu viele gierige Mäuler gibt, die an Mays Position knabbern, eine Situation, die sich Putin offensichtlich gekonnt vom Hals zu halten weiß, was zumindest so nach außen sichtbar wird, für uns.
Bekanntlich sollen nicht gerade wenige Israelis auf beiden Seiten der zyprischen Insel Eigentum erworben haben – Tendenz steigend. Engländer sind ja geradezu traditionell auf beiden Seiten angesiedelt, und dort, wo nur sie das Sagen haben – auf den 3 Militärbasen. Oder sind es doch nur 2e? Egal. Sie sind jedenfalls präsent, was sich mit dem Brexit definitiv verfestigen wird.
Wie all diese Mächte, von denen bislang die Rede war, ist auch unter Briten ein Rückbesinnen auf einstige Größe im Busche.
Eine einige Insel Zypern könnte unter vielen anderen Horizonten, die sich dergestalt öffneten, wiederum bringen, dass ein Anschluss Israels an die EU plötzlich ins Gespräch kommen könnte oder gar ein israelisches Zusammengehen mit den Briten – was dann in Rekordzeit durchgezogen würde, darf vermutet werden. Wenige wären verwundert, wenn solch Ding noch schneller als ein EU-Beitritt Serbiens beispielsweise erfolgte. Und wenn dem nicht so ist, dann, dass ein vereintes Zypern eine Art Frontlinie gegen das sich aufbauende Reich des Bösen, äh, Russlands und Co, welches sich in Syrien niederzulassen gedenkt, nein, sich eventuell bereits fest niedergelassen hat, gestützt und gezogen wäre. Die neue Pufferzone?!
Insofern wäre als der wahre Wackelkandidat in der Region Nahost/Südost-Europa derzeit eher die Türkei auszumachen und nicht Zypern Süd. Weil die mehrheitlich griechisch-sprachigen Zyprer im Süden haben sich bereits eindeutig positioniert, mehr nach Westen (Israel) als nach dem Osten (Russland), wohingegen Erdogan noch versucht, so etwas wie eine eigene, womöglich muslimische Art Insel zu erschaffen, was ihm wohl die EU, wie auch Russland erschweren werden. Die muslimische Insel, von der gerade die Rede ist, ist nicht etwa nur die Türkei plus dem ihr anheimgefallenen Nordzypern, sondern gemeint ist durchaus ein Verbund der Türkei mit anderen muslimischen Staaten in der Region südöstliches Mittelmeer und darüber hinaus, mit denen zusammen so etwas wie eine muslimische Insel erschaffen werden könnte: Iran, Libanon, Syrien, Irak, Katar, Bahrain, Ägypten, Saudi-Arabien, Pakistan etc.
Dumm ist an dieser durchaus aussichtsreichen und vielversprechenden Konstellation lediglich, dass Präsident Erdogan in Konkurrenz mit dem Iran steht, und dies wahrscheinlich vorrangig deswegen, weil die nicht ‚richtig‘ muslimisch sind. Und das bedingt, sozusagen automatisch, dass mit den Schiiten im Libanon wohl auch nicht Gut-Kirschen-Essen sein dürfte, wie man einst sagte, mal ganz abgesehen von den verschiedenen christlichen Strömungen, die gerade besonders um ihr Überleben im Nahen Osten fürchten.
Ja, das ist wohl das Hauptproblem des Herrn Erdogan und seiner Entourage, nämlich, dass er und die Seinen sich als bessere Muslime sehen als beispielsweise diejenigen im Iran oder Saudi-Arabien etc.
Dennoch: Die Türkei müsste sich schon bald einem Lager an die Brust werfen zwecks Überleben. Das Lager der Muslime ist (noch) zu schwach, nicht als solches kräftig genug, um seinen Widersachern auf Dauer ebenbürtig oder respekteinflößend genug Antwort geben zu können.
Bliebe Herrn Erdogan als goldener Ausweg eigentlich nur noch China. Doch die Chinesen sind nicht gerade zur Türkei nahgelegen angesiedelt – und treiben in türkischstämmigen Gebieten Chinas eine Politik, die selbst Erdogans Feinde oder Gegner wohl nicht sonderlich lustig finden dürften. Gemeint ist die schleichende Assimilation der türkischstämmigen, muslimischen Uiguren Chinas. Sie werden im wahrsten Sinne des Wortes übervölkert – und ALLE gucken zu. Ein weiterer Punkt, den man dem Rest der Welt noch ankreiden wird, ankreiden muss, und zwar vor allem dann, wenn Reden geschwungen werden über Menschenrecht; und das dieses ökonomischen Interessen voranstehe.
Und dennoch: Peking mischt sich neuerdings bis an den Bosporus und darüber hinaus vernehmlicher ein, und zwar auf vielen Ebenen. Das ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum die USA plötzlich auf der griechisch-zyprischen Bühne stehen und diesmal mit direkterer Ansprache als sonst.
Noch soll Erdogan daran gelegen sein, Assad zu entmachten. Noch ist Ankara in der NATO und noch bestehen erhöhte Spannungen, derzeit auch mit Griechenland. Noch ist Erdogan auf bestem Weg, den Weg vieler Despoten zu gehen. Die Rede ist nicht von Den Haag, unbedingt, sondern von vor allem selbstverursachter internationaler Isolation. In gewisser Weise ist die Türkei auch in diesem Punkt eine Art Zwitterwesen. Ihre Position zum Westen, dem Osten oder der sogenannten Dritten Welt ist in etwa auch da anzusiedeln: dazwischen, überall und doch irgendwo, bloß wo genau mit eigener gesellschaftspolitischer Zielsetzung?
Es geht also weniger darum, die Paar zigtausend Kilowatt Gasenergie aus dem südöstlichen Mittelmeer zu holen, als vielmehr darum, Russland sowie China davon abzuhalten, den Schlüssel zur Weltherrschaft in die Hand zu bekommen.
Nun, dass dieser Schlüssel ausgerechnet bei oder in Zypern sein soll, wäre nun wirklich vermessen. Andererseits hat diese Illusion etwas geradezu romantisch Anziehendes. So anziehend gar, dass einem Angst-und-Bange werden kann als Europäer, und Zyprer sowieso.

Sieht ganz danach aus, als müssten Entscheide gefällt werden, die aber von einer Administration Anastasiadis gar nicht erwartet werden können – und dies wird vor dem Hintergrund und den Ergebnissen der letzten Regierungsperiode von Anastasiadis selbst gesagt, der ja wiedergewählt wurde vor Kurzem. Gemeint als Entscheid ist beispielsweise eine zielgeführte Wiedervereinigung der Insel, die ‚schlechtestenfalls‘ in Kauf nimmt auf griechisch-zyprischer Seite, herbe Verluste oder Zugeständnisse machen zu ‚dürfen‘. „Was auch sonst!“ Eine Wiedervereinigung der zyprischen Inselhälften könnte sich also als ein Teil dieses Schlüssels zur Weltherrschaft eines der großen Player herausschälen – aber eine Wiedervereinigung Zyperns mit Griechenland bitte bloß nicht wieder!? Obgleich: Wer weiß, wann dieses Thema oder Gespenst auf die politische Bühne im südöstlichen Mittelmeer Europas kommt – oder aber gehoben wird?

Wollen wir doch noch etwas in die Details sehen. Schließlich ist Frühling. Die Insel ist noch vorwiegend mit der Farbe Gelb überzogen und Grün. Vassili hat seinen Deutschland-Aufenthalt inzwischen wahrscheinlich schon längst vergessen. Sie wissen: Vassili, das ist unser knapp einjähriger Kater. Noch fauler ist er geworden, was das Spazierengehen angeht. Die viele Sonne fordert eben ihren Tribut. Dem Vernehmen nach dürfte es der Sonne in der Sommersaison 2018 eventuell ‚gelingen‘, die Wasserreservoire der Insulaner auf einen bedrohlichen Stand hinunter zu brennen. Man wird sehen. Gewiss oder hoffentlich hat Afrodite noch ein Ass im Ärmel für die Insulaner – wie meistens. Es könnten die kommende Saison eh weniger Touristen werden, die Zypern anpeilen als Ferienort, weil die Türkei und Ägypten mit ihren vermeintlich niederen Preisen wohl doch viele überzeugen dürften. Fehlte eigentlich nur noch, dass Erdogan deswegen geschwind der Anweisung des Gerichtshofes in Holland folgt und unrechtmäßig in Haft gehaltene Journalisten und andere entlässt. Ist ja auch ein Witz, dass das oberste Gericht der Türkei einige dieser Leute freispricht und Erdogan, dem das Urteil missfällt, genau das Gegenteil dessen anordnet, was auch noch zum Entsetzen der meisten Beobachter von den türkischen Behörden so durchgezogen wird.
Zusammen mit einer Art Entschuldigung des türkischen Präsidenten für die Art und Weise, wie die Dinge gelaufen sind nach dem angeblichen Putsch 2016 in der Türkei, könnte er im Handumdrehen die Türkei, wenn nicht dieses Jahr, so das Jahr darauf, zum Spitzenreiter der globalen Touristenschar als Destination machen, darf vermutet werden. Ob er so viel Größe zeigen wird? Herr Zuckerberg von Facebook hat es jedenfalls geschafft, gewisse Fehler in seinem Konzern einzugestehen.
Die Zyprer im Süden der Insel machen durchaus einige Anstrengungen, um das sprunghafte Verhalten der Masse namens Touristen zu beeinflussen. Ob es denn langfristig die richtigen Maßnahmen sind, die ergriffen wurden und werden, sei dahingestellt. Weil: In Zypern sind keine Chinesen am Ruder. Soll heißen: Letztere planen ihre Politiken langfristig und Erster tun das eher nicht. Und genau so in etwa kommt einem vor, was in Zypern allgemein, doch nicht immer, auf die Schnelle auf die Beine gestellt wird und wurde: eher kurzfristig. Nun: Das Kurzfristige bringt mindestens Arbeit und Arbeitsplätze, wenn andauernd etwas neu errichtet wird und dann schon bald wieder abgerissen oder erweitert werden soll oder muss, mögen Sie denken. Hoffen wir, dass sich die durchaus zuweilen kreative und wirklich intelligent eingesetzte Dynamik der Insulaner doch noch auf andere Art und Weise zur Schau zu stellen weiß.
Die Menschen im türkisch-zyprischen Norden träumen derzeit wahrscheinlich mehrheitlich davon, dass in der britischen Basis von Dereneia auf Zypern ein weiterer Übergang in den Süden – und zurück – eröffnet werde. Sie erhoffen sich dadurch, noch mehr Touristen und Geschäftsleute nach Famagusta und Umgebung aus dem Süden der Insel zu lenken. Zwar hat der Süden Zyperns, die Republik Zypern also, wenig Absicht, den mehrheitlich türkisch-sprachigen Nordzyprern ihr Überleben zu erleichtern, doch nicht nur Not macht erfinderisch, sondern auch die Liebe zum Geld – nennen wir es doch beim Namen. Ja, schon Länger wird darüber gerätselt, wie man seine ideologischen Scheuklappen umgehen könnte auf Zypern, um Famagusta und ein hermetisch abgeschlossenes Gebiet vor dieser Stadt wieder ins Rennen um Dollars und Euros etc. zu schicken. Es darf allerdings weiterhin mit eher verhaltener Spannung darauf gewartet werden, dass etwas Greifbares in dieser Angelegenheit passieren wird. Doch man weiß ja nie.
Ja. Auch dieses Thema ist derart abgenagt, dass der erwähnte Spannungsgrad eher der einer Erschlaffung gleicht. Hoffen wir, um so oder anders im Bilde zu bleiben, dass es sich noch nicht um eine ausgeprägte Impotenz dabei handelt. Da könnte noch was gehen, wenn die USA … .

Die US-Amerikaner lassen wissen, sie seien interessiert daran, dass die beiden Zyprer/innen sich wieder an Verhandlungstische setzen – und endlich mal zu einem Abschluss kommen. Bekanntlich gibt es eine Bedingung, irgendwo niedergelegt und aufgeschrieben, die verlangt, dass die Streitigkeiten zwischen den beiden Seiten erst beigelegt sein müssten, bevor ernsthaft mit der Exploration des Gases und/oder Erdöls, welches massenhaft vor der Insel liegen soll, begonnen werden kann. Scheinbar gibt es Anlass, daran zu glauben, dass da unten unterm Meer nun doch profitable Mengen liegen könnten – weil warum sonst sollte sich die Trump Administration plötzlich so in Szene setzen, mal abgesehen von dem Ringen um den Schlüssel der Weltmacht. Um der Türkei Eins auszuwischen? Möglich wäre das zwar als Erklärung, doch vielleicht eher unwahrscheinlich. Dies, zumal Erdogan und die Seinen erkennbar bemüht sind, es sich nicht völlig mit Trump zu verscherzen, denn der Letztere scheint wirklich keinen Spaß zu verstehen, wie die vor Kurzem veranlasste Besetzung des Außenministeramtes mit dem vorherigen CIA-Direktor Bolton eindeutig zeigt, sowie andere Neubesetzungen mit politischen Falken in Washington. Ein politischer Falke, wie er im Buche steht, soll dieser Bolton sein.
Politische Falken gibt es wirklich zur Genüge in der Türkei, derzeit. Der Stellvertreter des Außenministeriums und Außenminister Nordzyperns (KKTC) Özeray widerspricht scheinbar energisch der Behauptung, in Nordzypern ginge man an der Leine Ankaras. Maroniten Dörfer will er in Gesamtnordzypern besucht haben und kommt zu folgendem Schluss: Gar keinem offensichtlich, weil nirgends etwas zu seiner Rundreise gelesen werden kann (auf die Schnelle) und er sich über sein Twitter-Konto leider nicht den Fragen Zypernsundmehr-News stellte.
Özeray findet, dass die Verhandlungen mit dem zyprischen Süden eigentlich nur aus einem Grund wieder aufnahmefähig geworden seien: Um sich in Sachen Verteilung der Reichtümer aus dem Meer (Erdgas) gerecht zu einigen. Alles andere wären Themen, die sich danach praktisch wie von selbst lösten. Diese Analyse dürfte wohl den Nagel auf den Kopf getroffen haben, Herr Özeray! Daher hätten wir gerne ein Interview mit ihm geführt. Könnte ja noch Wirklichkeit werden. Wie gesagt, auch in Zypern gilt: Money makes the world go around!
Ansonsten gibt es aus dem Norden Zyperns eigentlich wenig zu berichten, was von Interesse ist, wenn man dort nicht lebt. Sie dürfen es glauben: Ich täusche mich da ganz gewiss. Dennoch: Dass den Behörden aufgefallen ist, dass zu viele nordzyprische Pässe von den Vorgängerregierungen ausgegeben wurden, ist ja schon seit über 30 Jahren bekannt. Doch jetzt gerade scheint dieses Thema innerhalb der nordzyprischen politischen Klasse etwas hoch zu kochen. Anscheinend ist die nationale Zugehörigkeit des einen oder der anderen Politiker/in im Norden Zyperns doch nicht ganz vorschriftsgemäß abgelaufen oder eindeutig genug. Soll heißen: Es ist nicht immer ganz klar ersichtlich nach den ‚herrschenden‘ Statuten, wie er oder sie zum nordzyprischen Pass kam – und wann.
Notiz zuletzt: Auf WDR 5 in den Nachrichten für Asylsuchende, Arabisch, vom 15. März 18, wird vermeldet, in Berlin sei die Anzahl der Messerangriffe auf das 200-fache im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Das ergab sich bei einer Senatssitzung, als die Frage danach gestellt wurde. Der CDU-Abgeordneter Trapp regte daraufhin an, dass „Messerangriffe als Tötungsversuche und nicht nur als gefährliche Körperverletzung eingestuft“ gehörten. Diejenigen, die zum Messer greifen, sind vorrangig anscheinend männliche Asylsuchende, Flüchtlinge, unter 21 Jahren.In 80 von 2700 Fällen waren die ‚Täter‘ Kinder.

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Erlauben Sie, dass folgendes vorweggeschickt wird:
Diese Ausgabe wird auf „Zypernundmehr-News“ nicht wie sonst zum 30ten des Monats, sondern davor, wie unschwer zu sehen ist, noch vor dem 18. Dezember 2017 im Netz stehen. Nicht das wir vorhätten umzuziehen oder dergleichen. Aber dennoch: Es geht nach Griechenland – unser gelobtes Land, wenn Sie diese etwas merkwürdigen Anwandlungen freundlicher Weise mal nachsehen wollen. Den Veröffentlichungstermin für diesen Artikel vorzuschieben, bringt außerdem mit sich, dass Sie dann zumindest über die Feiertage auch Was zu lesen haben.
Gestern in der „Zauberflöte“ gewesen – eine Ausstrahlung im Rialto, die ansonsten direkt aus der Metropolitan Opera New York rüberkommt, diesmal aber nicht direkt, sondern konserviert.
Vom Hocker hat dies Aufführung nun wirklich nicht gehauen – behaupte ich. Überhaupt habe ich die Zauberflöte wahrscheinlich das erste Mal bewusst und inhaltlich mitdurchstreifen können und fragte währenddessen dauernd im Geist, auch weil ich länger in Österreich lebte: War Mozart nicht ein Österreicher? Weil die verwendete Sprache, na wie soll man es sagen, kam so aalglatt daher, so gar nicht wienerisch, eben reinstes Hochdeutsch – und inhaltlich ist die Zauberflöte doch sehr betagt, wollen wir es mal gutmeinend benennen. Das, was gesungen wird, so richtig mitzubekommen, macht bekanntlich der eingeblendete Text (Libretto) unten am Bildschirm möglich.
Schon interessant zu sehen, wie auf Deutsch Gesungenes sich auf Englisch und/oder Griechisch ausdrückt, beziehungsweise ausgedrückt wird. Zuweilen war die griechische Übersetzung so lückenhaft, dass, wären wir im Jemen, Syrien oder Ägypten gewesen, ich gleich an Zensur gedacht hätte.
Kommt man aus dem Rialto nach solch einer Übertragungen, wo unweit der Küste mit aller Regelmäßigkeit so etwas ausgestrahlt wird, und biegt gleich rechts ab, so ist knapp 100m weiter ein neues Restaurant/Bar vorhanden, wo sogar eine deutsche Studentin derzeit jobbt. Dieses Etablissement ist schätzungsweise im oberen sozialen Spektrum anzusiedeln. Nach einem Besuch einer Opernaufführung, sei es auch nur auf der Leinwand, gibt es nun also endlich einen wirklich passenden und sehr angenehmen Ort in Limassol, um das erhöhende Erlebnis einer Theater- oder Opernaufführung ausklingen zu lassen. Alles andere in der Gegend ist stets knallvoll, eventuell auch zu rauchig und meist irgendwie zu laut – nein, ich werde nun nicht schreiben: zu jung.
Ob man junge Katzen ins Rialto mitnehmen darf, ist wohl eher zu bezweifeln. Auf Flügen soll das aber möglich sein, auch in der Kabine. Wir haben es mit „Cobalt“ probiert. Das ist die neue zyprische Airline, die vorgibt, die untergegangene „Cyprus Airways“ mehr oder minder zu ersetzen – deren Nachgänger zu sein. Letzteres will hier anhand der Tatsache bezweifelt werden, dass eine kleine 6 Monate alte Katze einfach nicht an Bord gebucht werden kann. Das ein zukünftiger Passagier etwa bei einem Büro der Airline irgendwo in Larnaka, Limassol oder Nikosia vorbeigehen könnte, um die Angelegenheit mit der Katze an Bord zu erledigen, wenn es schon per Telefon nicht klappt, das vergessen Sie bestens gleich. Alles läuft bei Cobalt anscheinend über Call-Center. Und die Damen und Herren dort nehmen die Reisedetails wieder und wieder auf, doch wie versprochen rückzurufen, um, wie sie sagen, das OK für die Katze an Bord zu erteilen, darauf warten wir wahrscheinlich bis in die nächste Steinzeit – die ja dank Trump und Co vielleicht gar nicht mehr soweit fort ist, zeitlich.
4 Mal hatten wir es versucht und auch zurückgerufen und nochmals angerufen: ES KLAPPTE NICHT. Also haben wir AEGIAN gebucht. Wunderbar. Alles paletti, vorerst jedenfalls. Mal sehen, was kommen wird.
JAB!
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Sie kennen das bestimmt:
Umzug!
Als Korrespondent ist man an dieses Phänomen nun wirklich zur Genüge gewöhnt, mögen Sie denken.
Stimmt!
Doch ist es immer noch ein Akt, von A nach B usw. sich zu bewegen oder zu ziehen. Vielleicht wird das Umziehen manchem leichter, je älter. Vielleicht hat die Andere immer weniger Lust darauf. Und wieder beginnt ein neues Jahr: Weihnachten, Neujahr, 3 Könige, Fasnacht, Ostern. Die Termine stehen eigentlich fest im Kalender und trotzdem kommen sie gewissermaßen einem Umzug gleich. Man driftet von dem einen Event in den folgenden. Ja, sogar wenn man mit den Festtagen nichts am Hut hat.
In diesem Zusammenhang folgenden Witz:
Sagt Hans zu Ismail am Strand nahe der Stadt Tanger, Marokko:
„Eh, wo hast du denn die teuren Adidas-Turnschuhe her, und wieso sprichst du sogar etwas Deutsch?“
„Ach, ich arbeite in Deutschland.“
„Ach, ja? Als was denn?“
„Im Innenministerium bei de Maizière. Für jede so genannte freiwillige Rückreise bezahlt mich der oder das Ministerium – von Mal zu Mal gibt es mehr. Aber: Eigentlich ein Hungerlohn bei all den Kosten, die anfallen: neuer Pass, Schleuser, Proviant. Dennoch: Immer noch besser als irgendwo in Marokko 12 Stunden für nahezu Nichts zu arbeiten – und das ohne Sex, Drugs und heiße Partys inklusive Reise-Abenteuer.“

Weiteres aus Südwest, verehrte Leser – und dann auch noch Südost.

Wettermäßig geht es eigentlich nicht mehr viel besser als hier im Südwesten Deutschlands. Sogar noch etwas Winter ist uns geblieben, und das trotz Klimawandel: Regen, Sonne, Schnee. Wirklich alles verhältnismäßig gut dosiert vorhanden. Sie wissen gewiss noch: Baden-Württemberg hat 2013 das Gesetz zur Förderung des Klimaschutzes aufgelegt – Reduktion von Treibhausgasen und so. Kohlendioxidausstoßminderung um 25% bis 2020. Und daher hat das Ländle Konzepte entwickelt. Konkrete Strategien. Die öffentliche Hand soll da mit ran. Kommunen. Beide möglichst vorbildlich. Die Stadt Lahr im Schwarzwald ist beispielsweise seit 1990 auf diesem Trip: „Global denken, lokal handeln!“ Energie einsparen, effizienter nutzen. Erneuerbare Energien erzeugen und nutzen. In Lahr, beispielsweise, sollen zukünftig strengere Baustandards herrschen. Weg von den Benzinern ist eines der Motto, und daher fängt diese Stadt bei ihrem Fuhrpark an damit. Demnächst. Es wird also einiges getan in Sachen Energie-mit-Köpfchen-nutzen. Sogar Arbeitsplätze gibt es im Südwesten Deutschlands (Nordwesten der Schweiz, Osten Frankreichs) für jene, die Arbeiten wollen. Ausbildungsmöglichkeiten. Gute Restaurants, auch wenn die Speisekarte meist viel zu fleischig ist. Ein einziges vegetarisches Gericht haben aber nahezu alle im Angebot.
Sogar über die Café-Kultur gibt es nichts zu meckern, wenn man nicht gerade in Kandern nach solch einem Platz oder Kultur sucht. OK, dort gibt es einen jungen Griechen, der sich anscheinend bemüht im „Städtlebeck“, aber … . Lörrach ist da schon besser ausgestattet – auch Badenweiler, sogar Müllheim oder Steinen hinter dem Berg in Richtung Rheinfelden. Sogar auf der höchsten Etage eines Kaufhauses in der Stadt Lörrach kann man Kaffee-trinken-Gehen – oder gleich etwas essen. Die haben dort renoviert. Und tut mir leid: Jetzt gefällt es mir da oben nicht mehr. Es ist so komisch offen geworden. So, als würden wir alle die Hosen runter lassen müssen auf Kommando – oder ähnlich.
Dafür habe ich aber die Eisdiele am Hauptplatz vor dem Markt in Lörrach entdeckt, an der ich, ich gebe es zu, mit innerlich gerümpfter Nase – oder so – jahrelang vorüberging. Wahrscheinlich italienisch. Schokolade- und Vanilleeis. MMMH! Nuss schmeckt mir dort nicht. Und was anderes als die 3 Sorten bestelle ich in der Regel nicht in Eiscafés, die ich ansonsten auch so gut wie immer nur von außen sehe, also nicht betrete. Doch dieser Schuppen da mit den großen Fenstern und ich glaube zu erinnern mit hellgrünem Mobiliar, der hat was. Der mittzwanziger Bediener versteht sein Geschäft. Ist absolut unscheinbar und doch total präsent – auf die Angenehme. Muss auch den Somaliern aufgefallen sein, die dort verkehren. Wenn sie denn Somalier sind. Ich komme darauf, weil ich so an die 30 % der Worte, die da fließen, die sprechen nämlich so wahnsinnig schnell, dem Arabischen zuzuordnen glaube. Kann gut sein allerdings, dass die ganze Konversation auf Arabisch läuft, in irgendeinem westsudanesischen Dialekt oder so, dem ich nicht mehr bekanntes Vokabular abringen kann als jenes, was hier zuvor in Prozenten angegeben wurde. So auf nebenbei geschieht die beschriebene Registration des Wortsalates um mich herum, weil Zeitung lesend.
Zeitlich davor saß ich als gegenüber in einem weiteren Café, welches im Sommer, wie auch das Eiscafé, Tische nach draußen zum Platz hin zu stehen hat und etwas auffällig teuer ist, aber einen wirklich guten Tee serviert. Warnung an alle: Dort besser keinen Kuchen bestellen, der Ihrer Meinung nach auch noch etwas sättigen soll! Die Stücke sind so dünn bemessen, da kriegt man beim Hinsehen schon fast Schwindsucht, und schmecken tun die teuren Stückchen eigentlich alle wie vom Fließband, das heißt: aus einer Großbäckerei. Wahrscheinlich täusch ich mich da. Sorry!
Markt wird an jenem Ort etwas weiter hinten bekanntlich auch jeden Samstag abgehalten. Und genau dort, schräg gegenüber von der italienischen Pizzeria, die auf „Restorante“ macht, und die ich noch nie aufgesucht habe, ist ein weiteres Restaurant-Café neuerdings, in dem nun endlich, das erste Mal, wirklich gut gegessen werden konnte, das einzige vegetarische Gericht auf der Karte nämlich, welches es warm erhältlich gibt. Es hat mich im Sturm erobert.
Man sitzt allerdings etwas gewöhnungsbedürftig in dieser Location. Diesmal setzte ich mich, in Verlegenheit geraten deswegen, ans Fenster auf einen hohen Hocker und ließ die Passanten mit ihren Augen auf meinem Teller mitessen. Die ‚normalen‘ Tische mit Stühlen, die mich nicht antörnen, wie man sagt, sind dort im Raum so komisch angeordnet. Man mag sich nirgends wirklich gern hinsetzen. Und dass dem so ist, ist auch komisch. Zum Glück hat das Achtele Roten aus Italien zum Essen wunderbar gepasst. Meine über alles geliebte Linzertorte war auch im Angebot. Sie werden es nicht glauben, ich konnte ihr widerstehen. Sie war so merkwürdig dunkel, viel zu dunkel. Die sah nicht aus wie sonst, wie die von Mutti und den anderen in dieser Kunst Involvierten.

Nee, den Leuten scheint es gut zu gehen in Deutschland. Alle auf Weihnachtsbummel. Geschenkejagd. Mesale Tule soll aus Haft in der Türkei entlassen werden, wird gerade im Radio verkündet, genauer: dass so etwas Leute in Ulm fordern. In Ulm hat man sich dazu offenbar dort getroffen, wo ein Denkmal gegen den Nationalsozialismus sein soll. OK, und warum verkauft ihr dann noch immer Waffen in die Türkei oder nach Saudiarabien etc., wo ihr solche Denkmäler in der Gegend herumstehen habt? Und weshalb nehmt ihr den türkischen, politisch tätigen Mufti Erdogan nicht fest, wenn er sich mal aus seinem Bau in den Norden Europas traut, wie gerade vor Kurzem nach Athen? Der hat doch schon zur Genüge verbrochen. Und die nötigen Stellen in den jeweiligen EU-Regierungen wissen von seinen Untaten und die seiner Helfer – und noch von MEHR.
Ach so, geht nicht, weil man mit Diplomaten und Politikern so nicht umgehen darf. Und der libanesische Präsident Hariri kürzlich in Saudiarabien?
Aber Journalisten, die darf man wegsperren – Yücel etc. Bei denen ist das nicht so schlimm wie bei Politikern. Ja?
Die Amis müssen diese türkische Angelegenheit wahrscheinlich wieder richten für uns Europäer aus der EU. PESCO? Dazu später etwas mehr.

Die Amis haben den Erdogan eventuell derzeit wirklich auf dem Kicker. Doch so recht daran glauben, mag ich noch nicht. Für was die den wohl wieder brauchen? Welche heiße Kartoffel soll der aus dem Sack holen, in den keiner blicken kann und darf außer den US-Amerikanern? Letzteres, weil die Amerikaner den oben zuhalten und außerdem dessen Inhalt mit eingefüllt haben, darum!
Mit den Kanadiern zusammen will der ‚gute‘ Herr Trump anscheinend seine Welt retten gehen, kam mir so am Rande als News vorbeigeflogen von irgendwoher – und dass diese lästigen Steuern, die die Reichen eh schon ungenügend abdrücken, endlich noch mehr gemindert werden können in den USA. Und Letzteres ist anscheinend eine „Erfolgsstory!“
Ein Typ des US-Außenministeriums war ja vor ein paar Wochen sogar in Nordzypern – und scheint erst danach noch schnell im Süden der Insel vorbeigeguckt zu haben. Würde wohl niemand wirklich verwundern, wenn der Norden Zyperns doch noch eine US-Militärbasis verpasst kriegt. Ob man die Türkei auf diese Weise abstraft oder aber belohnt?
Sie mögen es nicht glauben, doch passt aus hiesiger Sicht der mysteriöse Trip des Mahmoud Abbas nach Saudiarabien gut hier her thematisch. Der saudische Kronprinz hatte den Palästinenser Abbas wohl gerufen, und Ersterer heißt Muhammad ibn Salman. Der Supersaudi, so wird er jedenfalls in den meisten Medien neuerdings herumgereicht, machte dem Palästinenser Vorschläge, die selbst jene der Feinde des palästinensischen Präsidenten von Washingtons Gnaden übertreffen – um das Schicksal des Landes Palästina endlich und für alle Male zu lösen, und zwar: ein palästinensischer Staat bestehend aus 2 nicht miteinander verbundenen Teilen soll her. Und jetzt kommt es: mit lediglich beschränkter Souveränität. Und so etwas schlägt ein Saudiaraber einem Präsidenten Palästinas vor!
Er solle sich nicht aufregen, sondern darauf vertrauen, denn das richte sich schon Alles zu seinen Gunsten, meinte so in etwa Salman zu Abbas dem Palästinenser. Trump posaunt derweil, Jerusalem als jüdische Hauptstadt haben zu wollen und dass die US-Botschaft genau dorthin verlegt werde.
He is looking for trouble?
Nee, keineswegs.
Außer, dass diese Angelegenheit abends als Nachricht im Fernseher untergeht, wird vonseiten der EU etc. kein Finger WIRKLICH gerührt werden – wahrscheinlich auch nicht von anderen. Netanjahu war schon in Brüssel, und hat dazu aufgerufen, die Botschaften der EU-Staaten nach Jerusalem zu verlegen. Ich glaube, Ungarn und vielleicht Tschechien haben schon eingewilligt dazu.
Scheinprogressive wie die Grünen und Linken im Brüsseler Parlament und in den Regierungssitzen der jeweiligen EU-Mitgliedsländer werden etwas motzen darüber; und dann geht es wieder ums eigene Wohl.
Wir werden sehen, ob Zypernundmehr-News mit derartigen Einschätzungen real Entstehendem vorgreifen wird. Gern täuschten wir uns darin. Keine 6 Monate werden vergehen und dann ist das Thema tot, beziehungsweise spruchreif, wie man sagt. Sie verstehen?
Mancher hätte vor dem Hintergrund der Trumpisierung des so genannten Westens der Welt wenig dagegen, wenn wieder ein paar kanadische Truppen in den Südwesten Deutschlands verlegt würden. Pure Nostalgie, sonst nichts – und vielleicht auch die teils aufkommende Einsicht, dass sich die weltpolitische Lage nicht gerade erst verschiebt, sondern schon längst verschoben hat. Die sprichwörtlich 7 fetten Jahre der westlichen Zivilisation sind ausgetanzt. Zar Putin und der Neukaiser in Peking haben übernommen. Und das hat eben gewisse Auswirkungen.

„Verdammt lang her, verdammt lang“, rockt da gerade jemand aus dem Transistorradio passend zum Kontext. Mindestens 20 Jahre und länger nicht mehr angeschmissen dieses kleine, tragbare Radiogerät. Ist all die Jahre immer brav mit umgezogen. In Izmir gekauft auf dem Markt für umgerechnet 10 Mark damals, ein Ort, der so schön unübersichtlich-übersichtlich ist und wo es auch so zugeht, teil-überdacht und unweit vom Meer mit der recht schönen Promenade – wenn nicht gerade die Polizei Ausweise kontrollierend tätig ist.
Das waren noch Zeiten! Was habe ich Izmir und alles, was es ausmacht, geliebt. Heutzutage würde ich noch nicht mal geschenkt plus 5-Sternebunker dorthin fliegen. Obgleich ja eigentlich nichts passieren dürfte.
Wer bin ich schon?
Drauf ankommen möchte ich es aber nicht lassen. Weil türkische Knäste sind zwar interessant, aber halt auch gefährlich, sehr gefährlich mit deutschem Pass in diesen Tagen, vermute ich mal so ins Blaue.
Ahmet vorgestern ebenso, also aus dem Blauen, angerufen. Das alte Haus lebt noch, zum Glück. Ist gerade in Sivas und nicht, wie sonst immer, in Istanbul, Aksaray.
Ach Sivas!
Dort habe ich Ahmet 1983 kennengelernt. Was war ich begeistert von den Menschen in Sivas – und nicht nur von Ahmets recht großem Bekannten- und Freundeskreis. War aber dennoch nie wieder dort. Wollte es vor Kurzem endlich tun, als ich es dann doch lieber bleiben ließ – wegen Erdogan. Hoffentlich schaffen die sich endlich diesen Monarchen vom Hals, versteht sich: auf zivilisierte Art und Weise! Diesen Sultan in „disguise“ (verdeckt).
Wenn ich diese amerikanisierte Wendung verwende, sollten Sie wissen, ist da immer dieser eine Hit von Michael Jackson am Werk in mir – irgendwie. Nein! Ich bin kein Jackson Fan. Doch die Jackson 5 sowie seine erste Solo-LP, die hatten was – die zogen um die Welt und hinterließen ihren Sound und Message in Hirnen.
In Sivas bildete ich mir damals ein, erstmals kapiert zu haben, was Anatolien ist und wie es sich anfühlt – weiter als weite Weite. Solange du nicht da warst, stimmen deine Vorstellungen darüber und das, was du dazu liest, solange du nicht dort warst. Das letzte Sätzchen liest sich schon fast anatolisch – oder so?
Ja, ich bin einer derjenigen, die das türkische Leben der Türkei richtig vermissen inzwischen. Schon fast 2 Jahre nicht dort gewesen. Fühlt sich an wie anderthalb Leben lang und vielleicht noch etwas länger.
Nee, hier in Europa, das ist anders. Die Türken hier sind gut und schön, aber … . Da fehlt meist was. Versteht sich, dass wenn hier von Türken geschrieben wird, einfach alle die Völker gemeint sind, die in der Türkei leben – auch und vor allem Zigeuner. Ach, welch Kultur, welch Reichtum, der sich da seit Jahrhunderten zu behaupten weiß im türkischen Teil von Trakien und anderen Orten wie Istanbul – irgendwie.
„Cingene!“
Und ich weigere mich, von Fahrenden zu schreiben! Weil ich habe nichts mit der Nazi-Vergangenheit Deutschlands am Hut! Auch mein deutscher Pass zieht mich in diese Dunstwolke nicht rein! Ich, so wie andere nach dem II. Weltkrieg Geborene, lassen (und wollen) uns dieses Monster des Monströsen nicht einimpfen (lassen); und unseren Sprachgebrauch vor plötzlich ausgebrochener super Korrektheit, fragt sich nur wessen, schon fast ad absurdum führen, wie im vorherigen Falle!
Es gibt da noch andere Beispiele, wie Sie alle wissen. Mir gefällt das Wort „Zigeuner“, ist positiv besetzt, so gut oder positiv wie „Schwarzer“ oder „Negerküsse“. Sie wissen doch gewiss: Die letzteren sind Leckerli, die mit dunkel brauner Schokoladeguss oder so etwas überzogenen sind. Das sind die süßen Dinger mit der flauschigen noch süßeren weißen Masse darin – früher in jeder Bäckerei ganz vorne stehend in der Vitrine zu haben gewesen.

In der Stadt Lahr, habe ich den Eindruck, leben die vielen Völker recht harmonisch miteinander. Anders als in Lörrach, geschweige denn in Kandern, sind sie in der Mitte der Gesellschaft anzutreffen – selbstverständlich/er sichtbar?! In Kandern oder Lörrach denkt man:
„Ach, schau an, ein türkisches Geschäft.
Huch, und da sogar ein Araber.“
Diesen Blick auf die Nachbarschaft, oder wie man es besser nennt, kannst du dir in Lahr sonst wo hinstecken.
„Tamam?“
Mal sehen, wie das eben Gesagte im April 2018 zum Vorschein kommt, und zwar bei der Landesgartenschau. Ja, die wird in Lahr ihre Tore öffnen und es wird gerade mit Volldampf gebaut und gemacht. Soll alles nach Plan laufen. Das Wasser, welches im sogenannten Seepark-Areal auch noch im kommenden April unheimlicher Weise irgendwo versickern wird, ist zu erfahren, wird wohl erst nach dem Ende der Landesgartenschau daran gehindert werden, unerlaubt und unerwünscht wegzutauchen auf die zuvor so in etwa beschriebene Art und Weise.
Das klingt weniger umweltbewusst. Verzeihen wir es den Lahrern, aber nur, solange die Landesgartenschau ein Erfolg wird?
Und dann, wann ist so ein Event ein Erfolg zu nennen?
Die Leute scheinen geradezu schon einer Art Zerstreuungssucht zu unterliegen. Sind auf Achse wie Neu-Nomaden. Brauchen offenbar eine Reiz- oder/und Kuriositätsbefriedigung, und das andauernd, so scheint es, auch im so genannt Realen, und nicht im Internet allein.
Es scheint noch andere Baustellen in dieser Stadt zu geben. Doch: Lahr schafft offenbar das Kunststück, dennoch schäublische Schwarze Zahlen zu schreiben. Apropos politisch etwas rechts, wie es ja der Herr Schäuble ist, der derzeitige Bundestagspräsident:
Da sitze ich doch im Zug nach Basel. Ja, und was sehe ich in Basel einfahrend auf einem riesengroßen Bild an der Vorderwand der schweizerischen Basler Zeitung, die auch mal weltansichtsmäßig andere Zeiten erlebt hat als jetzt unter dem Regiment des Blocher-Clans (SVP) – letzterer Familie ist endlich in die Galerie der 10 reichsten Clans der Schweiz eingedrungen nach kürzlich herausgegebener Statistik?
Werbung für den Europa-Park in Rust sehe ich.
„Lauter die Glocken nie klingen, als zu rechten Seilschaft hin … .“

Weil wir schon beim Klingen sind: Zur Landesgartenschau in Lahr, wenn denn nichts dazwischenkommt, wird auch das Landes-Musik-Festival erklingen und/oder durchgeführt. Letztere ist auf den 23. Juni 2018 gesetzt worden. 20 Jahre gibt es das Festival schon. Und solch Anlass lässt sich dann schon besser zusammen feiern, zumal die Landesgartenschau 10 Jahre alt werden soll heuer:
Blasmusikverbände, Hackbrettensembles, Akkordeonorchester usw., aber offenbar keine orientalisch anmutende Orchestrierung weit und breit, die angekündigt wird.
Wussten wir es doch, werden einige jetzt denken. Wirklich schön wäre, finden Sie vielleicht, würden sich hier in Deutschland beheimatete orientalische Instrumente Spielende (türkisch-, kurdisch-, arabische) musikalisch an der vom Ministerpräsidenten des Ländles gestifteten Conradin-Kreutzer-Tafel als Amateurmusiker beteiligen.
Diese Tafel ist vielleicht schon seit 150 Jahren im Umlauf, glaube ich zu erinnern. Jedenfalls wird groß getönt, dass Amateurmusiker sich noch zu der Art Wettbewerb bis zum 15. Januar 2018 anmelden können (www.landesmusik-festival.de), der dort dann wohl steigen wird. Wäre echt klasse, wenn da ein paar Kurden etc. sich anmeldeten.
Eigentlich müssten die dann doch wohl mit einem Preis bedacht werden. Erfinderisch wie Mensch nun mal sein kann, siehe das Olympische Komitee im Fall Russland und seinen gedopten Sportlern, die ohne Flagge antreten werden dürfen, könnte ja dann schnell noch eine Tafel kreiert werden, auf der die Namen der ‚Orientalen‘ draufstünden, aber halt nicht, zu ehren oder so Conradin Kreutzers?
Ja, OK! Wir werden hier wieder etwas umgänglicher. Versprochen!
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Jedenfalls ist der Wald um Kandern das Beste, versprochen, weniger die aus Menschen gemachte Nachbarschaft. Ersteres lässt das Herzchen eines nach Gesundheit und Harmonie strebenden Menschen also nur höher hüpfen – wie bei der ersten gesichteten Traumfrau oder Traummann. Man muss einfach nur eintreten ins gezähmte Grün und das grüne Ästewerk, dann nach Bedarf weitergehen und bestens niemandem von der selben Spezies über den Weg laufen – und ALLES wird oder ist gut.
Die beste Droge weit und breit – WALD. Man muss es nur wollen. Man sollte sich einfach nur die Zeit nehmen dafür. Und nicht lang darüber lesen, schreiben oder quaki-quaki machen, sondern tun.
Jetzt kann ich es ja schreiben:
Danke, dass es Dich gibt, Wald in Kandern, auch wenn Du Dir neuerdings nackte Menschen in Dir gehend gefallen lassen darfst. Stimmt, die scheinbar unermüdlichen Holzfäller reichen Dir bereits. Wenn es richtig beobachtet wird, haben die vom Rathaus ausgesendeten Sensenmänner des Nutzwaldes von Kandern im Winter ‚kreative‘ Pause. Wahrscheinlich hinterm Ofen mit einer Bierflasche im Ansatz und einem Wurstbrot griffbereit. Klar doch: und dem Handy am Ohr oder/und dem TV-Bildschirm in Aktion. Zigarette in der anderen Hand. Wahrscheinlich nicht alleine. Mit Frau. Oder Kumpel. Hund. Katze, und die weiß, wann es angebracht ist, sich zu zeigen. Das einfache Leben eben. Lebensglück. Jeder auf seine Art. Und das ist gut so. Hier bei uns im Südwesten darfst Du. Du darfst dich sein, solange du weißt, wer die anderen sind – oder signalisierst, dass du begriffen hast, wer sie darzustellen vorgeben und es, zumindest in ihrer Gemeinschaft weilend, akzeptierst. Wie eben alle anderen auch. Das nennt man schlicht und einfach Zusammenleben. Und Normen, die braucht es dabei nun mal. Besser, nehme ich an, als mit der Faust sich Wege bahnen. Apropos Wege bahnen:
Gerade machen minderjährige Marokkaner Mannheim unsicher. Keiner will sie stoppen können, weil minderjährig.
Hey Leute! Geht’s noch?
Wenn ihr das jetzt nicht unterbindet, was glaubt ihr, was in ein paar Jahren da vor euch stehen wird? Eine weitere arabisch-sprachige Bande, die in den Zeitungen als Superkriminelle alle 3 oder 4 Monate Schlagzeile macht. Das könnte dann wirklich die eine Bande zu viel werden, die die AFD und Konsorten ganz nach oben spült im Ländle.
So wird man zwar auch berühmt, also serienweise Straftaten begehend. Doch diese Art eines sozialen Aufstieges sollte nicht juristisch oder von Amtswegen – oder beides – ermöglicht werden.
Beispielsweise Charr, der Libanese, der Herr hat sich immerhin nach oben geboxt, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes – Schwergewichtsweltmeister ist er kürzlich geworden. OK, er hatte sich eingebildet, schon mit deutschem Führerschein oder AOK-Mitgliedschaftskarte Deutscher zu sein und sich daher als deutschen Schwergewichtsweltmeister ausrufen lassen – wahrscheinlich sogar selbst so genannt.
Soll vorkommen.
Ist ja auch vorgekommen, dass jemand wie Max Schmeling mal Boxweltmeister gewesen sein soll, wo einige andere Jungs den Titel durchaus auch verdient hätten, nur eben die falsche Hautfarbe abgekriegt hatten und so irgendwie nie wirklich die Chance hatten, nach OBEN gespült zu werden, damals; und durchaus auch noch heute hie und da.
Und in die Fußstapfen des Letzteren sollte man Charr ruhig treten lassen, finden wir – in die Schmelings.
Was soll das denn?
Diese Fußspuren werden doch sowieso ausgetreten, sind eh schon ausgelatscht.
Herr Charr hat sich gemüht! Das gehört belohnt! Ihr wollt doch Leute integrieren, positive Vorbilder?
Bitte, da ist es!
Na, dann ist er halt ein Deutscher ohne deutschen Pass.
Und jetzt? Weltuntergang?
„Alles eine Frage der Perspektive“ würde eine gute Bekannte hier wohl sagen.
Fehlt nur noch, dass ein Weißer demnächst auf 100 Meter schneller rennt als es ein Farbiger je geschafft hat und die deutsche Nationalelf diesmal in Russland erneut Weltmeister wird.
Soll heißen: Alles möglich! Eigentlich.
In der Badischen Zeitung ist man sich seiner Sache offensichtlich schon ziemlich sicher. Also, dass der Fußball-Weltmeister, Deutschland, die Vorrundenspiele überstehen wird zur WM 2018: Mexiko, Schweden und noch jemand nicht wirklich Zurechnungsfähiges ist scheinbar bei ihnen in der Gruppe. Doch Löw, der Bundestrainer, ist ein ausgeschlafener Junge, zufällig aus Freiburg oder Umgebung. Er wird diese Überheblichkeiten eines Journalisten der Badischen keinesfalls in die Köpfe seiner Nationalelfspieler einsickern lassen – hoffen wir es mal. Diese Haltung, das weiß er, ist Gift für die Mannschaft. Also müsste man der Badischen schon fast unterstellen – demjenigen, der diesen Artikel zum 02. 12. 17 schrieb -, das größte Ziel der meisten, die mit der deutschen Elf fiebern werden 2018, derart zu unterlaufen!?
Die Schweizer sind auch wieder bei der WM dabei. Man staune.
Wussten Sie, dass Zürich das ökonomische Zugpferdchen ist in CH, dass die Kantone Neuenburg, Schaffhausen die noch besseren Schweizer Zugpferdchen geworden sind ökonomisch? Kanton Schwyz und Zug schlagen sich mittelprächtig. Hingegen Genf, Graubünden und sogar das Aargau verzeichnen Verluste. Basel hält sich so olala, doch Baselland mimt mit 0,8% Minus in der Statistik des Schweizerischen Bundesamt einen der Verlierer, zufällig einen jener, die gegenüber der deutschen Grenze liegen – und das ist wiederum verwunderlich.
Weil den Deutschen soll es ja gut gehen. Und denen geht es ja anscheinend gut, weil sie unter anderem Viele billig arbeiten lassen und Waren an der Grenze zur Schweiz, beispielsweise, verlockend günstig aus der Sicht des Schweizer Verbrauchers feilbieten auf deutscher Seite – sogar Steuern können an der Grenze wegen dem Kauf drüben noch geltend gemacht werden auf dem Weg zurück in die Schweiz mit den Koffern voll Ware.
Dass die Schweizer beim Fußball gegen Brasilien gewinnen bei der WM 2018, ist vielleicht deshalb gegeben, weil die brasilianischen Kicker eventuell innerlich angefressen auf den Platz kommen, um zu kicken. Soll heißen: Deren Management hat nämlich deren Quartiere in Sotchi, irgendwo in Russland nahe Georgien ist es gelegen, schon vor den Match-Auslosungen klargemacht. Nach dem Motto: Wer zuerst kommt, malt zuerst, haben sie nach den vermeintlich besten Hotelanlagen vor Ort in Sotchi, oder was für eine Art Unterkunft es genau ist, gegriffen. Nur waren die Losentscheide so, dass keiner der Spielorte der brasilianischen Mannschaft für die Vorrunde nahe Sotchi liegen, und so der so-und-so-fache Weltmeister aus Südamerika dann zu jedem Spiel durchs große, weite russische Land zuweilen zeitlich lange fliegen wird dürfen.
Es besteht also Hoffnung, dass die Schweiz dabei hilft, diesen Dauergast bei Weltmeisterschaften mitauszuradieren.
Endlich mal die Peruaner dabei. Die Saudis, das ist hier eine ganz spezielle Meinung, gehörten eigentlich gleich nach Hause geschickt, beziehungsweise erst gar nicht ins putinsche Zarenreich gelassen, weil sie im Jemen sowie in Syrien eine Art existenzieller Gegner Putins, und überhaupt des zivilisierten Umgangs miteinander, darstellen.
Auch wenn ich ja sonst nicht so auf Putin kann, der seinen Beichtvater namens Tichon immer näher an sich heranrücken lassen soll in Sachen Weltansicht, aber, Putins Meinung oder Einstellung gegenüber dem Verwalter des wichtigsten Teils des muslimischen Erbes in Mekka, dieser Einstellung könnte gern etwas abgewonnen werden, wenn der Einfluss dieses Tichon auf Putin nicht wäre.
Letzterer ist so etwas wie der russische Kulturkardinal. Nach Aussagen der schweizerischen Basler Zeitung vom 5. Dezember 17 habe Tichon in etwa das Folgende gesagt:
„Die Erschießung der Zarenfamilie 1918 durch die Bolschewisten sei ein Ritualmord, also ein Menschenopfer, gewesen.“
Die Basler Zeitung kommentiert das eben Gesagte daraufhin, wie folgt:
„Eine antisemitische und eigentlich längst widerlegte Version. Die [russische] Öffentlichkeit staunte, das staatliche Ermittlungskomitee [Russlands] aber hat die Fahndung nach den Beweisen für den [erwähnten] Ritualmord schon aufgenommen“ – und das Letztere, kein Scherz, nach dem Verlauf von knapp über 100 Jahren.
Es lebe der Stahlinismus putinscher Prägung. Das „h“ im Wort Stalin ist gewollt eingefügt worden.

Die Türkei hat auch fußballerisch glücklicherweise früh genug erkannt, dass ihre derzeitigen Politiken nicht dazu geeignet sind, bei den Weltmeisterschaften im Fußball 2018 im größten Land der Welt, solch geografische Größe durch eingebildete kemalistische oder erdoganistische Größe fußballspielerisch herauszufordern, oder gar mit religiös unterwanderten, verbalen Ausfällen des neuen Paschas von Kazim Pascha Istanbuls begleiten zu lassen – von Erdogan Abi, wie manche Bewohner der Türkei inzwischen sarkastisch zu ihrem Führer sagen. „Abi“ steht für großer Bruder, und wie wir wissen, können Beziehungen zu großen Brüdern recht umfangreich sein und verstanden werden.
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Der Hit-Song „Fresh“ von Cool and the Gang aus anno domino wird gerade gespielt im SWR1. Na klar, es ist der 02. Dezember und so wie die Zyprer schon seit Monaten Wahlkampf betreiben, der dann hoffentlich im kommenden Februar sein Ende gefunden haben wird 4 Minuten lang, so ist hier im Südwesten und wahrscheinlich in Gesamt-Deutschland Weihnachten schon längst auf Hochtouren.
Dieses Jahr will mir Weihnachten irgendwie gefallen – und das seit vielen Jahren. Hat vielleicht damit zu tun, dass ich vom Alter her die 60er Marke gerissen habe?
Was auch immer: Die weihnachtlichen Lichtelein, an ganz normalen Bäumen sogar angebracht zuweilen wie in Städten wie Lahr, sind wahrscheinlich doch zu betörend für jemand, der jahrzehntelang dieses Fest gern gemieden hat – was in islamischen Ländern verweilend nicht gerade schwerfällt, wenn man sich nicht in großen Hotels aufhält oder auf der deutschen Botschaft arbeitet oder oder.

Bevor Weihnachten dieses Jahr so richtig losgetreten wurde, war ich zufällig auf der „Chryanthema“ in Lahr im Schwarzwald. Inzwischen wurden jene in dieser Stadt mit Preisen ausgezeichnet, die die schönsten Kunstwerke aus Chrysanthemen gebastelt hatten im Rahmen der zuvor bezeichneten Festtage. Den ersten Preis machte ein Freundeskreis namens „Eichrodtschule“. Die waren clever genug, den 20. Geburtstag des Chrysanthemen-Fests in Lahr zu thematisieren, indem sie einfach einen Geburtstagskuchen aus Chrysanthemen zusammensteckten, der auch recht eindrücklich optisch rüberkam.
Schon mal was vom Europa-Park in Rust am Rhein gehört?
Ja, weiter oben, werden Sie wahrscheinlich antworten.
Nun dann! Dieser Park wurde auch wieder ausgezeichnet, allerdings andernorts für was anderes. Eine Kirche gibt es in jenem Park, der sogar auch mit einem Schweizer Zirkuspastoren bestückt sein soll. Die Kirche geht eben manchmal schon etwas eigentümliche Wege. Wie wir alle ja noch aus der nicht allzu weit zurückliegenden teutschen Vergangenheit wissen.
Hingegen: „LichtBlicke“ ist eine der Sensationen, die zu Weihnachten in Lahr feilgeboten wird. Die Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt scheint mit de Bezeichnung LichtBlicke vor allem gemeint zu sein. Und ich muss gestehen, die letztere ist zumindest auf dem Marktplatz der Stadt nachts recht dezent, sehr schön anzusehen. Und noch schöner: Am frühen, sehr frühen Morgen leuchten die vielen Lampen nicht mehr wie beispielsweise in Zypern bei selbigem, also weihnachtlichem Veranstaltungsgrund, wo Energiesparen leider meist noch immer – vorerst – eine Floskel der meisten Berufspolitiker ist, um gewisse Interessen und Interessengruppen zu bedienen, und die Lämpchen leuchten und leuchten, oft sogar auch tagsüber.

Apropos Interessengruppen:
Da liest das Darüber-wenig-erfreute-Auge, dass Macron und der Grieche Tsipras dem SPDler Schulz zur Groko angeblich raten – zur Großen Koalition und so. Dass Ägyptens Ex-Premierminister Schafiq sich in Kairo wieder blicken lassen darf. Dass die Mubarak-Söhne mit großer Wahrscheinlichkeit einige Millionen Euro aus der Schweiz, sozusagen, loseisen werden können auf gerichtlichem Weg. Dass Seehofer immer noch nicht die Zügel aus der Hand zu geben gedenkt innerhalb der CSU und es offenbar darauf anlegt, als Politclown oder öffentlich gebrandmarkter Unverbesserlicher zu enden. Dass das Rottweiler Münster endlich wieder in altem Glanz erstrahlt und dass in Stuttgart im Museum so viele nackt gemalte Männer wie noch nie davor in ganz Deutschland, und zwar JETZET zu bestaunen und zu bewundern sein sollen. Zuletzt, weil das muss der Aufzählung einfach noch beigefügt werden: dass „ein Buch als Aufruf zum Kannibalismus“ 350 Jahre alt wird, schreibt die Lahrer Zeitung am 04. 12. 17.
Die Rede ist von Jonathan Swifts „Gullivers Reisen“, welches ich mir einst im Jemen verweilend griff, weil es in zweisprachiger Ausgabe – Englisch/Arabisch – zu haben war. Jetzt kommen wir also über Umwege endlich den tieferen Beweggründen der Krise in Arabien näher?
Den Saleh, jedenfalls, haben die Huthis Anfang Dezember 17 im Jemen umgebracht. Musste wohl so kommen. War nicht viel Andres zu erwarten. Der frühere, langjährige Präsident des Landes, Saleh, hätte sich womöglich doch noch den Saudis angedient, nachdem er sie jahrelang gemeinsam mit dem Stamm der Huthis bekämpft hat – nicht etwa für die einfachen Leute unbedingt, sondern doch schon eher und ziemlich offensichtlich wegen der eigenen Macht. Und ja, auch Sie haben es vernommen: Spendenaufrufe neuerdings, und das sogar für den Jemen.
Weiß jetzt auch noch nicht genau, wie ich von diesem Kontext zum nächsten gelange, aber … . Kann es sein, dass immer wieder zu Jahresende eine Art Würdigungsmacke ausbricht? Spendenaufrufe sowieso. Und Saleh wollte ich mit seiner Erwähnung, hier, nicht gewürdigt haben. Ihn als Menschen, OK.
Nun: Schlägt man die Zeitungen in dieser weihnachtlichen Phase also auf, so wird praktisch auf jeder Seite was von einer Würdigung oder Preisverleihung berichtet – offenbar eine inflationäre Angelegenheit, siehe zum Beispiel in Zypern den alljährlichen „Hearts of Gold“ Preis für soziales Engagement.
Daher:
Vermachen Sie Zypernundmehr-News bitte bloß keinen Preis – auch nicht würdigen, bitte!

Ja, und in diesem Zusammenhang muss in eigener Sache würdigend jemand zu Grabe getragen werden: „Kandernundmehr“. Diese, von uns betriebene News-Webseite wird ihre Tore schließen. Alles, was es zum Thema Südwest und Kandern etc. zu berichten gibt, wird einfach NUR NOCH auf Zypernundmehr-News Verbreitung finden!
Für Ihr entgegengebrachtes Beileid bedankt sich das oben näher bezeichnete Internet-Blättle-Team. DANKE!

Stellen Sie sich mal das vor: Der Vorbeter der Lahrer Moschee, der Herr Babur, ließ wissen, dass man ja inzwischen EIGENE Leute habe, die man in die Türkei schicke, um dort ausgebildet zu werden, und um dann auf Deutsch den Islam in Deutschland (Lahr) zu verkünden.
Schon fragte es bei mir:
Ob das nicht an dem vorbeistreift, was eigentlich angedacht ist vonseiten der meisten Regierenden im Bundestag zu Berlin? Denn was nützt es, wenn da vorne jemand auf Deutsch genau das in einer Moschee sagt, was nicht (mehr) in muslimische, dem Islam zugeneigte Köpfe hineinsoll? Als hätte der Staat, Staaten der EU, nichts Besseres zu tun als unentwegt und 24 Stunden lang, Hörposten in Moscheen zu installieren. Ein aufgeklärterer, und somit mit westlicher Aufklärung und Lebensweise durchzogener Geist, sollte doch wohl eher Einzug halten (lassen), ein Etwas, dass sich im Rahmen der EU-Verfassungen sozusagen selbst-regulierend lebt. Doch so etwas dürfte aus Deutschland stammenden, angehenden Imamen – in unter dem Diktat des Herrn Erdogan stehenden Institutionen der Türkei – gewiss nicht vermittelt werden können in Ankara oder Istanbul etc.
Folglich: Gut und schön, dass in der Vogesenstraße in Lahr eine Moschee im Rohbau steht, die demnächst fertig gestellt sein soll. Doch wozu braucht es dort eigentlich Kellerräume, die, wie Herr Babur wissen lässt, LEIDER eine zeitliche Verzögerung des Projekts bewirken?
Was sich hier des Weiteren indirekt zur Frage geradezu formuliert, ist:
Das Original in Mekka kannte keine Keller. Und wenn die Moschee hier in Lahr Fußheizung haben muss, nun dann, warum auch nicht, auch, dass der Bau halt teurer werden dürfte als geplant. Doch ist irgendwie auch und ganz plötzlich die Frage in den Raum gerückt aufgrund des Kellers, ob daher vielleicht auf die Funktion des Minaretts verzichtet wird – Gebetsausrufung usw.? Ist ein Keller etwa plötzlich nötig, weil an jenem unterirdischen Ort anstatt vom luftigen Minarett die Lautsprecher erklingen werden – sozusagen im Gegensatz zu dem, was in der Türkei allgemein praktiziert wird? Ist Letzteres eine zu erwartende Maßnahme zwecks guter Nachbarschaft im Viertel?
Oder was ist der Grund für eine etwas kostspielige Kelleranlage? Was soll dort denn alles gelagert werden? Wein dürfte es wohl nicht sein. „Suçuk?“ Das ist die nach Knoblauch und anderen Gewürzen riechende türkische ‚Nationalwurst‘. Oder gar „Hellimi“-Käse aus dem Norden Zyperns?
Mancher Muslim könnte Bedenken anmelden, müsste erfahren werden, dass Koran- und Hadithbücher in einem Keller dieser Moschee aufbewahrt werden sollen. Ein Keller ist nun mal im Boden und folglich tief gelegen, näher zur Hölle als die Betenden in einer Moschee darüber – sofern jemand Himmel und Hölle in etwa so verortet. Immerhin: Nicht umsonst wird ja vom Himmel gesprochen, und keiner käme auf die Idee, dann an Erdmitte zu denken. Oder?
Obgleich, es stimmt, die vielen heiligen Bücher könnten an solch tief gelegenem Ort der oben Gottesdienst haltenden Gemeinde durchaus eine Art Schutz vor dem Bösen von Unten her sein!?
Wie ich jetzt auf so etwas komm?
Kann Ihnen gesagt werden, wie das Bild entsteht, weil es, wenn Sie gestatten, in Ableitung vom Original, so oft mit eigenen Augen gesehen wurde – allerdings außerhalb Europas meistens. Die Rede ist nämlich davon, dass sich, beispielsweise, ältere Damen oder Herren in überwiegend muslimisch geprägten Ländern zuweilen auf der Straße gehend plötzlich bückten, was mich anfänglich etwas verwunderte, und das ‚nur‘, weil sie ein kleines Stück Brot auf dem Boden liegen gesehen hatten, bückten sie sich danach. Das hoben sie auf und platzierten es dann erhöht irgendwo in der Straße.
Nein, sie verzehrten das Stückchen Brot nicht etwa selbst! Letzteres habe ich noch nicht mit ansehen müssen, was dieser Tage im Jemen aber wahrscheinlich ‚gelingen‘ dürfte, und zwar mit religiös-instrumentalisierter Hilfe aus Saudi Arabien, Israel und den USA – die Europäer dürfen sich dabei zumindest indirekt angesprochen sehen; und Ägypter sowie die Emiratis etc. zu erwähnen in diesem Kontext, ist durchaus auch wichtig – diese Handlanger Washingtons etc.
Das heißt im Übertrag, um zurück zur Moschee in der Vogesenstraße in Lahr zu kommen:
Auch der Koran oder die Hadithe stehen in der Regel gesondert, nämlich erhöht. Kein Muslim, glaube ich, würde s/einen Koran auf den Fußboden stellen oder legen, außer, darunter wäre ein Stück Stoff oder Ähnliches – oder aber es gäbe keine andere Wahl und der Ort wäre erkenntlich sauber.
Das heißt: Auch wenn so ein Keller unter einer Moschee sauber ist, und auch wenn man Korane dort sorgfältig lagerte, falls man so etwas überhaupt vorhat in Lahr, so will wahrscheinlich vielen einfach nicht das Bild im Hirn verschwinden, dass dennoch darüber mit Füßen, Knien, Ellbogen und jeweiliger Stirn eines Gläubigen und anderen, die den Raum betreten, gewissermaßen getreten, darauf eingewirkt wird.

Wie sehen Sie diese Angelegenheit, verehrte Leser?

Apropos Zusammensein: Interessierte, die sich vorstellen können, als islamische Krankenhaus- und Gefängnisseelsorger arbeiten zu wollen, weiß nicht, ob man dafür bezahlt wird, wahrscheinlich schon, können sich dazu ausbilden lassen. Das wird als „umfangreiche Weiterbildungsmaßnahme“ in der Lahrer Zeitung angepriesen. 190 Unterrichtsstunden sind zu absolvieren plus 55 Stunden Praktikum sowie 25 Std. Supervision begleitend. Interessenten wenden sich an 0621/4371 4002 oder an alfred.miess@mannheimer-institut.de.
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Verzeihung!
Sie mussten gerade austreten?
Hoffentlich nicht an einer Autobahn und ohne Geld. Der Liedermacher Rainald Grebe hat nämlich gerade seinen Prozess verloren. Wollte das Freipinkeln in Autobahntoiletten durchdrücken. Kurz: Der Richter wies Grebe darauf hin, er hätte seinen Prozess besser in einem anderen Bundesland als Rheinland-Pfalz ausgeführt, „denn es sei der Bund, der mit der zuständigen Autobahn Tank & Rast GmbH 1998 einen inzwischen wieder gekündigten Rahmenvertrag geschlossen habe [d.h., es kann also wieder umsonst Wasser etc. laufengelassen werden in diesem Bundesland an Autobahnen] – einen Rechtsanspruch auf kostenlose Toiletten an Autobahnen gibt es laut Urteil weiterhin nicht. Zudem sei auch die Daseinsvorsorge nicht immer kostenlos. Dazu gehöre die Versorgung mit Trinkwasser. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (AZ. 5 K 1284/16.Ko) Lahrer Zeitung 5.12.17.“

Kurz noch Einiges zu Zypern bevor der Artikel im digitalen, ewig vorhandenen und weihnachtlichen, neujährlichen Orkus verschwindet:
Wie gesagt: Schon bald sind Wahlen auf Zypern. Ein Wahlprogramm, bei dem die Leute sich orientieren könnten, welcher Partei sie ihre Stimme geben, soll nicht wirklich erkennbar bislang erarbeitet worden sein – von keiner der Parteien und das knapp 40 Tage vor dem Ereignis. Das lässt darauf schließen, unweigerlich sozusagen, dass hier Politik nicht in erster Linie nach Nutzen–Kosten–Erwägungen betrieben wird, sondern nach Loyalitäten.
Stellen Sie sich das so in etwa vor wie bei einem Sportverein: mit der Verein großgeworden, dabeigeblieben. So in etwa.
Obgleich dringend benötigt, gelingt es den Regierenden in Nikosia-Süd knapp 40 Tagen vor den Wahlen in 2018 auch noch immer nicht, Untersekretäre zu bestimmen – weil eine Krähe der anderen Krähe möglichst nichts gönnt. Dann soll die ganze Chose anstatt halt den Bach runtergehen. So in etwa muss die innere Einstellung der Beteiligten in etwa sein. Man ist halt sehr auf sich versiert.
Ich! Ich! Und nochmals Ich!
Lediglich der Untersekretär für Schifffahrt konnte klar gemacht werden von den im Dauerstreit stehenden politischen Parteien Zypern-Süds. Und das ist ausgerechnet derjenige, wo überhaupt so etwas wie Leistung, die erbracht wird und wurde, ausgemacht werden kann. Was vorrangig damit zu tun hat, dass diesem Untersekretariat keine der politischen südzyprischen Parteien zu nahesteht, dass so genannte Ausländer die Show rennen.
Beispielsweise ist das Resort Tourismus in der Hand der DIKO – und daher geht dort nur eins vor allem: Chaos und Intransparenz. Ein Sauhaufen, würden die Bayern sagen. Die zyprische Telekommunikationsgesellschaft, Cyta, steht leider auch unter dem Damoklesschwert der DIKO.
Ähnlich sieht es bei der Ernennung des Untersekretariats für die so genannte „Entwicklung“ aus. Diese ist in der Hand der schein-kommunistischen AKEL. Die träumen meist vom Verstaatlichen und Ähnlichem. Das heißt: Das Investitionsklima, welches ausgerechnet in den Händen dieser Partei ist, dürfte auch in absehbarer Zeit weiterhin etwas abgebremst aufhellen – was allerdings nicht unbedingt das Schlimmste ist oder wäre, wenn das Wohl der Allgemeinheit wirklich oberste Priorität hätte.
Immerhin: Zypern hat sich im Gegensatz zu Malta und Dänemark der PESCO verpflichtet. Die wurde gerade vor Kurzem aus der Taufe gehoben in der EU und wird gewiss noch ein Kandidat für einiges Kopfzerbrechen sein – so auch auf der Insel. Denn das lang angepeilte Verteidigungsbündnis der EU namens Pesco hat so seine eigene Laufrichtung, und wenn nicht, dann dürfte sich so etwas Ähnliches schon demnächst herausstellen – sozusagen unweigerlich.
Und Zypern ist nun mal unweit gewisser Interessenzonen gelegen; und Israel, neuerdings ein enger Freund Nikosias, spielt va banque in der Region südöstliches Mittelmeer – eigentlich bis über den Atlantischen Ozean hinweg und tief in den Irak, Ägypten, Türkei, Griechenland und sogar im Jemen ist das spürbar.
Apropos „va banque“: Der ehemalige Oberhäuptling der Bank of Cyprus wurde verknackt, der Herr Andreas Eliades. Doch ganz fest steht es noch nicht.
Wie so oft wird es wohl auch nun wieder so gemacht. Genauer:
Es handelt sich um einen psychologischen Trick, der so genial ist wie Trump umweltbewusst. Diese Art Täuschung wird auch in Deutschland gern angewendet, versteht sich, mit Hilfe der sogenannten etablierten Medien gelingt es meist besonders gut.
Da ist also ein reicher einflussreicher Mann oder Firma (Frau kommt so gut wie nie vor), der beim Schummeln im großen Stil erwischt wurde. Nun, so richtig stimmt das mit dem „erwischt“ schon nicht, weil ja zu viele meist über Jahre das Schummeln aus der Ferne – oder gar näher – begleiten oder betrachten, ja, oft auf ignorant schaltend wachsen lassen – aus welchen Gründen auch immer.
Und ebenso ungewiss ist oft, weshalb dieser Mensch oder diese Firma nun jetzt ausgerechnet bestraft wird, wo das ALLES doch zuweilen schon seit Jahrzehnten läuft.
Dem aufmerksamen Betrachter ergeben sich nun mal solche Fragen, da sich weitere Fragen anschließen: Was wird da schon wieder abgedeckt; und wer braucht das, um seine Kartoffeln damit zu braten etc.?
Das, was vorweggesagt wurde, spricht so in etwa an, dass solche Firmen oder Personen dann meist in der Presse verrissen werden – nach Strich und Faden. Und dann ist meist für auffällig lange Ruhe um sie. Die kehrt wie ein Schlafmittel in Gedächtnisse ein. Und dann kommt irgendwann ein Gerichtstermin, gern ohne große Öffentlichkeit oder Ankündigungen, aber meist doch so viel dazu irgendwo vermerkt, dass Boulevard Zeitungen nicht an den Karren gefahren werden kann, wie: Ihr habt darüber ja gar nicht berichtet. Kurz: Oft wird der Ball dann niedergehalten, wie man sagt. Da steht dann: Herr F oder Firma G wurde zu einer bedingten Haftstrafe von 2 Jahren auf Bewährung bestraft.
Der Typ setzt sich danach in sein eventuell teures Auto und fährt dorthin, wo er hinwill; wohingegen andere, solche wie Du und ich beispielsweise, bei solch gravierenden Straftaten absitzen gehen dürften.
So läuft der Hase.
Wer eine Katze hat, der weiß, was zu tun ist, wenn der Kater keinesfalls mitkriegen soll, dass die anderen Katzen vor dem Haus zeitlich vor ihm etwas zu Essen kriegen: ablenken!
Ansonsten? Man lenkt sich auf Zypern gern vor dem Fernseher sitzend ab. Oder man geht gleich ins Stadion und schlägt mit Fäusten, Stöcken, was auch immer mit hineingeschmuggelt werden kann, zu – auch davor.
Die Gewalt in zyprischen Stadien und davor wird immer extremer. Es ‚braucht‘ offenbar einen Toten, bis die Politiker WIRKLICH reagieren (lassen).
Zuletzt: Sollte Ihnen jemand gerade Cyprus-Bitcoins anbieten, dann überlegen Sie sich das noch einmal, ob Sie wirklich gleich NEIN sagen wollen!!!?
Guten Rutsch ins Neue Jahr und feiern Sie schön.
Zypernundmehr-News, Redaktion

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in scha Allah

Gott, zu was gibt man nicht alles seinen Senf. Jetzt, wo Sie sich schon so viel dazu angehört haben, kriegen Sie auch von dieser Seite kein Senfgas, aber eine Meinung zu dem, was unser Weltführer, der Herr Trump, vor kurzem in New York durchs Mikrofon polterte bei der UN.
Seine Eloquenz war auffällig. Er wird wohl keinen Prompter vor der Nase gehabt haben, ist anzunehmen. Also die Dinger, von denen als abgelesen wird; die Dinger, die neuerdings bei so vielen Ausgestrahlten ihre Pupillen so merkwürdig hin- und hergehen lassen auf unseren Fernsehscreen, dass man schon an ihre Besessenheit denkt.

Den Anfang der Trump-Rede fand ich persönlich überraschend gut. Muss allerdings gleich einschränken, dass ich über Fernost, und noch weniger über Nordkorea, eigentlich schlecht informiert bin. Weiß also nicht abschließend, ob diese nördlichen Koreaner wirklich die Bösen sind.
Ja, von Kopfwäsche, der auch wir irgendwie ausgesetzt sind, gehe ich nämlich durchaus aus, der wir meist erliegen. Lang ist es her, als mir Letzteres erstmals richtig bewusstwurde, irgendwann Ende der 80er Jahre, und zwar im Iran. Dazu später noch etwas mehr.
Folglich, unter Berücksichtigung all der Atombomben, die man schon gezündelt hat im Laufe der Zeit auf dieser Welt, kommt es wahrscheinlich auf 2 oder 3 mehr, sagt mir da etwas in mir, auch nicht mehr an. Jedenfalls besser, diese Dinger radieren etwas an der Existenz Nordkoreas als beispielsweise an der des Mittelmeers oder gar der Alpen.
„Rocketman“ in Nordkorea ist vom Setting in etwa so drauf, wie Erdogan – größenwahnsinnig. Ja, manche sind sich so sicher wie Trump mit dem Fall Iran, dass auch Ankara an einer Atombombe rumschraubt, und zwar mit Hilfe von Pakistan und natürlich derzeit Russland – womöglich gemeinsam mit Teheran? Was wohl eher unwahrscheinlich ist. Doch weiß man’s?
Alles wenig lustig.
Der eben genannte Stress steht somit noch an. Und ja, man kann sich vorstellen, dass die Mullahs in Iran halt doch still und heimlich an so einem Bömbchen atomarer Machart basteln – für den Notfall; und der könnte spätestens dann sich offenbaren, wenn der 12. Imam der iranischen Schiiten erscheint oder so, oder anders.

Nee mal ehrlich: Die Analyse Trumps in Sachen Iran ist geradezu fatal. Dazu passt wie die Faust aufs Auge, dass er den Schurkenstaat Nr. 2 auf der Welt mit nicht einem einzigen Wort erwähnt – S.A. Und dann lobt er auch noch die Türkei! Da wird einem geradezu Angst und Bang. Ja, man kann die Türkei loben, aber wahrscheinlich erst wieder, wenn Erdogan und Co Geschichte sind.

Nordkorea hat leider etwas zu hoch gereizt beim weltpolititschen Skat, letztens. Dass deren Raketen durchaus jeden Punkt in der Welt ansteuern können, hat man jedenfalls schon gelesen und wurde hier daher schon weitergereicht vor 2 oder 3 Wochen. Schon allein dieser Gedanke lässt einen kein Lotto mehr spielen. Geschweige denn sich darüber aufregen, dass irgendwelche Leute noch immer ihren Dreck in der Öffentlichkeit einfach so fallen lassen und dann weitergehen etc.

God bless alle Ameisen. Die sollen Atomkriege nämlich überleben. Die haben dann gewiss genügend lange Zeit und viel Material, um die Erde blitzeblank zu räumen – womöglich solange, bis wieder Menschenähnliche auftauchen, die Unordnung in der Ameisenwelt schaffen. Kann gut sein, dass Ameisen diesmal solch Entwicklung schon im Keim zu verhindern wissen.

Wie dem auch sei: Iran gehört eingebunden. Ja, denen muss noch mal so richtig feste auf die Fingerchen geklopft werden – eventuell. Doch als Schurken kann man eines der zivilisiertesten Völker der Welt nun wirklich nicht bezeichnen. Ja, trotz teils verkehrt gelebtem und interpretiertem Islam hat der Iran Kultur, sehr viel Kultur gibt es da unter den Leuten – Menschlichkeit sogar. Zumindest war das damals so in etwa der Eindruck, den ich mit rüber nahm in die sogenannt Freie Welt.

Hoffen wir also, dass die Taktik Trumps aufgeht und jemand in Nordkorea das Regime sozusagen von innen um die Ecke befördert.

Was allerdings – leider – verstanden werden muss:

Jetzt, wo der Dolch auf Nordkorea angesetzt ist durch Trump, gilt es auch zuzustechen, wenn der gnomenhafte Wüstling seine Rakete nicht ein für alle Male in die Hose zurücksteckt beziehungsweise wieder damit onaniert!
…. asch schaitan a radschim.

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MuuuuuH

atom heart mother
https://www.youtube.com/watch?v=yusGUGTVAyw
Bei „Lindner“ am Wittenbergplatz in Berlin, früh morgens um 07 Uhr 45 auf dem Tauentzien. Dort sind Türen an einem gewöhnlichen Montagmorgen um jene Uhrzeit offensichtlich noch geschlossen. Das Geschäft gibt vor, wie zu lesen ist an der Tür, um 08 Uhr 30 zu öffnen. Und wahrscheinlich wird dann auch Frühstück und dergleichen ausgeben – so ist es dann auch geschehen. Ein sonniger Morgen. So könnte demnächst DER Tag beginnen, an dem Nordkorea vorsichtshalber zwei Atombomben abschickt: Eine nach über den Atlantik und eine auf den sogenannten alten Kontinent.
Verwunderlich ruhig, hier, so um 7 Uhr 55 morgens zum Wochenanfang, als wäre das Unglück schon geschehen in weiterer Ferne. Ein nahezu in Lumpen gekleideter Obdachloser mittleren Alters auf der kleinen Grünanlage unweit des beliebten Lindner scheint sich zu fragen: „Was tun mit dem relativ langen Tag und der atomar gekürzten Lebenszeit?“ Der Straßenverkehr etwas weiter weg, unmittelbar hinter der beschriebenen Szene, ist in einer Art Langsam-Auftaumodus. Es scheint ein geschäftiges Wochenende zurückzuliegen. Erwähnen wir es doch gleich: Sogar das KADEWE rechts schräggegenüber – „Shoppen, Erleben, Geniessen!“ – scheint seine Kunden noch mit geschlossenen Pforten fernzuhalten um diese Uhrzeit. Letzteres in etwa so, wie derzeit (08. August 17) bei der Bäckereikette „Heitzmann“ im Südwesten der Republik es bezüglich Eiern der Fall ist, wo manch morgendlicher Gast auf ihr oder sein Spiegelei verzichten muss – inzwischen schon nicht mehr (12.08.17). Die Eier gab’s nicht, weil eventuell fipronillastig, also noch nicht atomar verseucht!? Da mussten das Gewerbe und wir, die Kundschaft, doch glatt warten, bis alles wieder seinen anscheinend gewohnten Gang annahm. Der allgemein herrschende Schock, könnte man resümieren, über den ‚UNFALL‘ wurde also aufgeführt und jetzt ist auch mal wieder gut damit. Bis zum nächsten, ähnlich gelagerten Skandal, wo dann wieder gebratene, gekochte oder auch rohe Eier – oder was anderes – erneut nicht zu sich genommen werden dürfen. Wie gesagt: Jetzt werden die Eier wieder zum Frühstücksei feilgeboten, obgleich der Skandal eventuell noch längst nicht seinen medialen Höhepunkt erklommen haben dürfte. Und dieser Höhepunkt sind dann wohl entweder Fipronil-Tote oder atomar Verseuchte oder beides.
Irgendwie kommt man bei all dem eben Erwähnten nicht umhin, hier an den niedersächsischen Ministerpräsidenten „Weil“ zu denken, der sich ja seine Rede zum Abgasproblem von VW korrigieren ließ vor einiger Zeit – sein Vorgänger und späterer Bundeskanzler Schröder, wird am 13. August 17 verkündet, unterstütze Herrn Weil in seinem Handeln. Und zwar denkt man in obigem Zusammenhang an diesen Herrn vielleicht besser in etwa so: Was, wenn die Eierprüfer der Republik wie Ministerpräsident Weil sich ihre Gutachten von den Eierproduzenten, wie soll man sagen, insgeheim (mit) absegnen ließen oder lassen? Die Belgier und Holländer haben jedenfalls Monate lang gewusst, dass das recht offene Geheimnis, fipronile Eier, nicht mehr länger als solches in den Akten und Kaufhäusern geführt werden kann und darf – zig millionenfach. Inzwischen sitzen schon ein paar Manager hinter schwedischen Gardinen. Und gar nicht vorstellbar, was passieren wird, wenn demnächst die Werte anzeigen, dass irgendwo atomares Zeug bedenklich messbar hoch leaked – zum Beispiel von Fessenheim aus etc.
Hier, in diesem Kontext, nun von Anstiftung zum Rechtsbruch zu schreiben, das gehört sich nicht. Bringt gewiss tausende von Klagen ein – und daher tun wir das somit nicht, auch, wenn der Flüchtlingsrat und die Lehrergewerkschaft Baden-Württembergs anscheinend zu einer solchen Tat angehalten haben sollen. Genauer: Schülern beigebracht haben sollen, wie man seine ausländischen Mitschüler vor dem Zugriff des Staates schützt, wenn der Betroffene im Asylanerkennungsverfahren durchgerutscht ist. Das ist nun auch wirklich zu humanistisch oder aktivistisch oder beides für die zahm zu haltende Schülerschaft des Landes – zu gefühlsduselig?
Zumal ja auch die Zahl der Urlauber im Lande steigt, im Musterländle nämlich, genauer gesagt. Schlösser und Burgen sind der touristische Renner, DIE Anziehungspunkte schlechthin. Da sollte man eigentlich denken dürfen, dass so manch schlecht ausgebildete asylsuchende Hand gebraucht wird, Wegle, Mäuerle und Ausstellungsräumle, versteht sich, billig oder niederschwellig entlohnt, sauber und in Ordnung zu halten. Bekanntlich sind diese Jobs unter ‚Einheimischen‘ zu den Löhnen, die manch Asylsuchender dafür erhält, nicht sonderlich gefragt. Wahrscheinlich ist auch daher der Krankenstand unter Einheimischen recht hoch, die auf diese Weise solche Jobs von sich abwenden – wenn irgend möglich. Viele glauben ohnehin nicht an die weit verbreitete Mär, dass auf den Arbeitsmarkt drängende Asylsuchende die Ziffer der jährlichen Sozialausgaben des Staates beim Sinken in Richtung Nullwert behinderten. Die zuvor erwähnte Ziffer liegt derzeit so in etwa bei 918 Milliarden €. Das ist eigentlich ein dicker Brocken für Sozialausgaben eines Landes, den manche Regierung andernorts gewiss gern als BIP ausweisen würde wollen. Diese knappe Billion € will also erstmal angeschafft sein!
Bekanntlich läuft der Export hierzulande gerade auf Hochtouren; und manch Knebelvertrag-Ähnliches mit manch sogenanntem Drittweltland wurzelt gewiss auch auf der simplen Tatsache, dass wir im angeblich boomenden Deutschland auch, aber nicht nur, auf Kosten vieler sogenannter Drittweltstaatler uns um die Verteilung der erzielten Gewinne (Beute) aufgrund solcher, zuweilen, etwas knebelnden Verträge in, versteht sich, geordneter und möglichst zivilisierter Weise – untereinander – streiten. In diesem Zusammenhang mag noch hinzugefügt werden, dass das Musterländle, das ist also Baden-Württemberg, halt dann doch nicht so mustergültig – oder so – zu sein scheint. Stellen Sie sich doch so etwas mal in solch Ländle vor: Vor lauter Männern bleiben die Frauen im Ländle, genauer im Landesparlament zu Stuttgart, im bundesweiten Vergleich äußerst unterrepräsentiert – und das ist offenbar der Fall bei allen Fraktionen erwähnten Parlaments. Immerhin: Die Frauen im baden-württembergischen Parlamentle murren langsam hörbarer auf, wird behauptet.
Durchaus hier her gehörig ist beispielsweise auch der vollführte Schattenkampf von Ministerpräsident Kretschmann, dem Grünen Landesvater Baden-Württembergs mit recht politisch schwarzer Seele, der diesem dominanten Männerverein namens Landesparlament ja vorsteht. Der steht sein Amt als Mann ausfüllend zwar nicht im Schatten, dafür aber irgendwie im Weg! Den Grünen, seiner eigenen Partei wirft er Schatten, dunkler als sein grüner Anstrich je werden dürfte! Der unterhält ihnen zu dicke Seilschaften mit Porsche und Mercedes und Co., war zwischen den Zeilen und auch in seinen Verlautbarungen eigentlich die ganze Zeit über schon zu lesen und zu hören gewesen – doch jetzt stehen Wahlen an und da hört die machtorientierte grüne Seele der Grünen solche Unterschiede halt plötzlich leichter heraus. Weil jetzt wäre gerade die Chance gegeben, dass die Grünen-Partei ihren Abgas-Reibach bundesweit macht, sich vor den Wahlen den Wählern gegenüber reingewaschen verabreichen könnte in dieser Angelegenheit, um endlich wieder über die 10%-Marke zu kommen bei den anstehenden Wahlen im September – und vielleicht gar mehr: 20? Wenn da nur nicht dieser Kretschmann wäre, der sogar von folgendem spricht: Diesel sei alternativlos, vorerst – oder Ähnlichem. Cem Özdemir in der Berliner Parteizentrale der Grünen ist wenig amüsiert. Überhaupt: Geschwind thematisch zurück nach Berlin mit uns!

Unter anderen Dingen ist es diesmal ein Geburtstag, der mich in diese Stadt kommen lässt aus der südwestlichen Provinz. Wirklich Glück gehabt, was das Wetter betrifft. Die Unterkunft unweit des Lützowplatz‘ in Berlin ist, was mein Bewegungsprofil in der Hauptstadt Deutschlands so im Allgemeinen angeht, strategisch-perfekt ausgefallen. Es ist dessentwegen vergönnt, all meine Wege, zu Fuß erledigen zu können – eigentlich. Sogar ein Mann in meinem Alter hält sein Fahrrad auf der Potsdamer Straße an und fragt: „Bisch dü nit dr Alexandr?“ Wuchs im Dorf neben dem unseren auf und ging mit einem Schulfreund auf eine weiterführende Schule andernorts. Jedenfalls: Nichts, das wirklich „zu weit“ weggelegen wäre. Der Tiergarten liegt ja bekanntlich ebenfalls nahe am Lützowplatz, und darüber hinaus ist es jener Teil dieses Gartens, indem viel Ruhe und massives Grün ganz besonders gegeben zu sein scheinen; wo eigentlich alles so wie schon vor Jahrzehnten aussieht. Kann gut sein, dass eventuell mehr Jogger herumlaufen als es damals der Fall war, als auch ich diese Stadt dauerhaft bevölkerte. Damals hielt ich mich im sogenannten „Vorderen Teil“ des Parks meist auf, also dem Part, der unweit des S-Bhf. Tiergartens liegt. Ja, dort um die Ecke wohnte ich mal: im „Siegmundshof“, im Studentenwohnheim. Wie es aussieht, gibt es den dort Siggihof nicht mehr; und derzeit hinter jenem verschwundenen Ort auch nicht mehr die kleine Brücke übers Wasser, die direkt nach dem Stadtteil Moabit führte. Es wird dort gerade ausgiebig gebaut. Noch zu wenig ist zu sehen, um erschließen zu können, was da mal hinkommen wird anstatt der Brücke. 4 lange, aber wichtige Jahre verbrachte ich im, am und um den Siegmundshof.
Klar wurde auch schon damals von mir die gesamte Fläche des Tiergartens bespielt joggend, sonst könnte vorheriger Vergleich wohl auch nicht gezogen werden, nämlich, dass es in jenem, praktisch gegenüberliegenden anderen Ende des Parks so aussieht, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Eigentlich begleitete mich diesmal, auf recht weitläufigen Wegen durch den Tiergarten vom Hotel am Lützowplatz aus, eine Idee, welche letztlich in folgende Frage an mich ausfranzte: „Hast du auch schon früher in dieser Stadt unterwegs überall hineingeschaut, um zu sehen, ob da jemand herum ist, den du kennst? Oder hast du damals eher auf dein Ziel fokussiert dich durch die Straßen Berlins bewegt, alles andere – möglichst, einfach – ausblendend? Weil jetzt, als kurzfristiger Besucher, wandern meine Augen fast durch jedes Café, Restaurant oder Ansammlung von Menschen, an dem oder denen ich vorbeigehe, wohl mit der Erwartung, auf bekannte Gesichter zu treffen. Und das geschieht dergestalt, dass man sich wiederum fragen müsste, wohin ein solcher Mensch womöglich noch geführt wird in einer ihm bekannt-unbekannten Stadt wie Berlin sich so in etwa fortbewegend? Jedenfalls sollte zurück in der Provinz ausprobiert werden, ohne diese Seitenblicke oder ohne diese Art ,Suchmaske‘ meines Weges zu gehen, falls ich es denn dort überhaupt so tu.
Eine Bekannte meinte zu dieser Beobachtung an mir selbst, dass ich vielleicht doch nicht so selbstsicher sei, wie es von mir gewünscht werde. Eine andere sagte, es liege an meinem Beruf: Journalist. Ja, sogar als urzeitlicher Spähertyp oder Jäger wurde ich schon erkannt; und da schwant einem, dass das anvisierte Experiment, an den Leuten vorbeizuschauen und einfach meines Weges zu gehen, Dinge und Einsichten offenbaren könnte, auf die so ansonsten nicht gekommen würde.

Wären Sie darauf gekommen, dass die deutsche Frauenelf gegen die Däninnen bei der EM im Fußball schon so schnell ihre Handtasche nimmt und den EM-Cub in Holland verlässt? Guckten recht bedrückt in die Kameras, die Spielerinnen und die Trainerin. Letztere, habe die Spielerinnen an zu langer Leine gehen lassen. Denen hätte, jeder Spielerin einzeln, trotz des frühen Abgangs im EM-Tournier zumindest eine Rosen-Neuzüchtung in die Hände gedrückt gehört – eine Rose namens „Ottmar Hitzfeld“. So heißt die neue Sorte Rose wirklich, was aber der Trainerin der Frauennationalelf vielleicht zu viel Winken mit dem Zaumpfahl hätte gewesen sein können? Inzwischen wissen wir aber, am 12. 08. 2017, dass Frau Jones ihren Trainerin-Job erst mal behalten darf. Gezüchtet wird das wunderschöne Gewächs in Wollbach bei Kandern von Fritz Jacobi – ein Freund des ehemaligen deutschen Bundestrainers Hitzfeld. Wenn ich mich nicht täusche, trainierte Hitzfeld auch mal die Schweizer Nationalelf. Nach Wollbach zieht es ihn unter anderem auch wegen dem Gasthof „Krone“, der von erwähntem Jacobi in Wollbach betrieben wird.
Nun: Wahrscheinlich hat dem projektierten Erfolg der deutschen Frauennationalelf die Leichtigkeit im Sein gefehlt. Die Fußballerinnen kamen einem eh so seltsam im Erfolgsdruck stehend vor in der Glotze – so als müssten sie der Nation unbedingt beweisen, dass Frau aus Deutschland erneut Nummer 1 im Fußball ist – nur sein kann. Bei den Männern ist man diesen Erwartungs-Umstand ja schon fast gewohnt. Nichts anderes kommt da außerdem in Betracht! Ist doch klar, oder? Als ließe sich Erfolg wie Pappbecher produzieren.
Frag mich, wo all die vielen Pappbecher eigentlich herkommen? Hier um die Ecke, irgendwo hinterm Wittenbergplatz, muss ein Geschäft mit dem Zeug dazu beitragen, die Stadt an der Spree mit Pappe zu vermüllen. Dachte, die Papp-Dinger werden langsam wieder aus dem Verkehr gezogen.
Der „Remondis“ Mülldienst leert gerade eine große Mülltonne schräg vor dem noch geschlossenen Lindner Café. Das rechteckige Müll-Container-Ding aus Hartplastik, welches in der Farbe Schwarz gehalten ist und am Straßenrand des Platzes steht, wurde über die Fahrerkabine des Fahrzeuges von stählernen Greifern des selbigem hinweggehoben, sodass der Müll von dort oben nach unten Fallen konnte, genauer: hinter das Fahrerhäuschen auf den ‚Rücken‘ des LKWs. Der Müll fährt folglich Huckepack mit wie im Urwald manch Affenkind, wenn Affen-Mutti klettern geht. Der Herr von der Remondis, der Fahrer im orangenen Overall auf Dunkelblau, lässt sich jedenfalls viel Zeit. Versteht sich, der Motor seines Lasters läuft und läuft. Im Supermarkt weiter oben hier am Wittenbergplatz ist er gerade für einige lange Minuten verlorengegangen. Jetzt kommt er raus und redet mit einer wesentlich jüngeren Frau, die vertraut und genauso gemächlich neben ihm hergeht. Sie hat aufgestecktes, offensichtlich blondgefärbtes Haar und könnte vielleicht eine lebenslustige Türkin sein – in den besten Jahren mit freundlichen Gesichtszügen. Er sah aus wie viele Berliner über die 50 halt so aussehen: große Brille, unübersehbaren Bauch, blond wie jemand von der Küste mit ebenfalls freundlichem Ausdruck im Gesicht, hat vielleicht ein kleines Hohlkreuz, wenn er steht. Sein Bewegungsapparat erscheint aber geschmeidig. Denn so setzt er sich auf seinen offenbar großen Füßen fort. Und das recht hohe Führerhaus des LKW’s erklimmt er trotz dickem Bauch hurtig und geschwind. Der Junge hat WAS am Laufen, denkt es da bei mir unweigerlich.
Irgendjemand will uns derzeit einreden, alle Signale weisen darauf hin, dass in der BRD die Dinge im Allgemeinen, wie man sagt, am Laufen sind – wie geschmiert. Sogar Straßenverengungen, zwecks Erneuerung, halten da niemanden wirklich mehr auf in Berlin. Das ist mir gestern sehr markant aufgefallen. Deutschland marschiert vorwärts!, hätte man einst mit vor Stolz geschwellter Brust gewiss gesagt oder empfunden dabei – oder aber Kritik am Marsch der Deutschen nach vorne, als nichtswürdig abgetan.
Es sei ganz gut, sagte man mir, dass ich mal kurz in der Hauptstadt vorbeischauen würde aus der sonnigen „Provinz“. Weil wohl deswegen konnte sich das Wetter Berlins nun doch eher dazu entschieden haben, wesentlich mehr Sonnenschein zuzulassen – „haha!“
Bei dem Stichwort Sonnenschein komm ich in Bezug auf Berlin komischer Weise schnell auf „Flughafen Tegel“ in meiner kleinen Assoziationskette da oben im Köpfchen, irgendwo. Obwohl: In letzter Zeit flieg ich immer über Schönefeld in Richtung Brandenburger Tor, wo Tegel doch so tief in mir abgelegt erscheint, dass die Aussage Herrn Mehdorns, des Ex-Flughafenchefs, dass „ohne Tegel in Berlin nichts gehe“, mental schon geradezu Sonnenbrand verursacht – also mein Gemüt wie viele, viele wohltuende Sonnenstrahlen erhellt.
Es muss jetzt wirklich mal eruiert werden, wer denn eigentlich alles aus Basel nach Tegel fliegt anstatt nach Schönefeld? All die ehemaligen „Westberliner“ können diese Treue zu „Tegel“ vielleicht etwas mitempfinden – also die Treue zum Flughafen ist gemeint, nicht die zum Anstältle mit den Gittern.
Nichts gegen Willi Brandt. Doch dass der mit seinem Namen bestückte Flughafen im Osten Berlins nichts werden konnte auf Anhieb, darüber waren sich viele eigentlich schon von Anfang an im Klaren. Doch, was da an diesem in Bau befindlichen Flughafen inzwischen ist und abläuft, hat wahrhaft auch meine Erwartungen übertroffen. Kann Geldmachen noch dreister organisiert werden?
Nur gut, dass die „Precobs“ schon in der Testphase sind hier in Deutschland? Deren Pilotphase muss nun aber doch noch verlängert werden, oh, wie schlimm. Danach will man dann aber wirklich und endgültig abgecheckt haben, ob die genannte Verbrechens-Prognosesoftware auch wirklich ihr Geld und Einsatz wert sein wird = Precobs. Kostet nur schlappe 260.000€ mehr Steuergelder die Verlängerung der Testphase. Doch danach wird dann auch gewusst, angeblich, ob Freund Computer namens Precobs die Polizei-Streifen auch in Deutschland jeweils an die ‚richtigen‘ Orte schickt, um Verbrechen zu verhindern. Fragt sich nur, wie man das Ergebnis dieser Tests einigermaßen stichhaltig überprüfen will können? Hier ist schließlich nicht US-Amerika, wo die reale Welt und eine ihrer vielen dunklen Seiten so in etwa ausgerechnet werden könnten! Noch nicht!?

Ähnlich wie bei den Autos, ist Letzteres eigentlich! Dass das mit deren Sauberkeit nicht stimmen kann, das war doch eigentlich ALLEN irgendwie klar. Und auch daher: War Tricksen nicht in Deutschland erfunden worden? Oder Absprachen treffen? Oder das Immer Oben-auf-sein-Müssen? Apropos tricksen:
„Es ist passiert: In diesen Tagen wurde die Kommission gegründet, die sich über die Altersversorgung der Abgeordneten im baden-württembergischen Landtag Gedanken machen soll. … Ziemlich geladen ist bei diesem Thema vor allem das Wahlvolk. Als es Anfang des Jahres davon erfährt, dass ein fraktionsübergreifender Pakt aus Grünen, CDU und SPD in einem hastigen Verfahren zu staatlichen Pensionen zurückkehren und nebenbei andere Sach- und Geldleistungen der Abgeordneten deutlich erhöhen will, ist es vorbei mit der Frühjahrsmüdigkeit in den Stuttgarter Polit-Fluren … Die Mehrheit des Landesparlaments brach mit diesem klandestinen [geheimen] Verfahren eine stillschweigende Vereinbarung, die es mit seinen Wählern im Jahr 2008 eingegangen war … [, die Parlamentsreform. Der Deal:] … Wir verzichten auf die staatlichen Pensionen, dafür erhöhen wir die Diäten und erhalten einen Zuschuss für die private Altersversorgung. … Üppigkeit ersetzte Üppigkeit. Doch selbst das reicht nicht mehr. Mit ein Grund ist ein Programmierfehler aus dem Jahr 2008, es geht um eine Art Bestandsschutz. Ältere Abgeordnete können weiterhin die staatliche Rente genießen, jüngere indes haben privat vorzusorgen (Oberbadische).“ Ob es WIRKLICH ein „Programmierfehler“ ist oder war, wollen aber nicht alle glauben. Bekanntlich sind die Strukturen hierzulande derart ausgefeilt, abgekocht und zuweilen eingesessen, dass mit dem Trickreichsten stets zu rechnen ist, vor allem, wenn es um die Bewahrung von geradezu als traditionell angesehene Pfründe geht, die man sich bequemt einzustreichen.
Und jetzt gibt es also so etwas wie Futterneid, der die Nachrücker in den Ämtern und Behörden etc. eben auch Tricksen lässt – was auch sonst!
Ja, für derartiges Sentiment muss man halt Verständnis haben, sagen manche. Denn in Berliner Behörden herrschen, trotz nicht gerade niederer Arbeitslosenzahl, doch wirklich noch immer über 4.000 Stellen übers städtische Gewissen, die nicht besetzt worden sind 2017. Und Letzteres verführt dann wohl dazu, dass dann – geradezu schon gezwungenermaßen – getrickst wird!? Zum Beispiel so, wie es die Fraktionschefin der Linken vorschlägt. Sie will eine „Staatssekretärin“, die sich allein und nur dem Personal des Landes Berlin widmet. Wer sich’s finanziell leisten kann, bitte! Derjenige beantrage dann, wie gelesen werden kann, so eine weitere Institution. Wenig geistreich, oder?
Als wenig trick- oder geistreich könnte der anvisierte Militärschlag der Trump-Administration gegen Nordkorea in die Geschichtsbücher Einlass finden – gegen Venezuela wird inzwischen auch schon wortreich gebissen aus dem Trump-Tower. Finn Mayer-Kuckuk äußert in der Oberbadischen vom 10.08.17 folgende Meinung: „ … Die Supermacht USA wiederum versucht seit den frühen 90er-Jahren, Nordkorea von seinem Atomkurs abzubringen. Dennoch hat Kims Vater Jong II 2006 seine erste Kernwaffe erfolgreich getestet. Sein Sohn hat nun den Durchbruch geschafft. Sein Militär hat die Interkontinentalraketen entwickelt, mit denen sich die Bombe in entfernte Länder tragen lässt – sogar bis in die deutsche Hauptstadt. Kims Waffen sind eigentlich Weltraumraketen. Wenn sie von einem hohen Scheitelpunkt wieder auf den Planeten herabfallen, werden sie so schnell, dass Abwehrsysteme sie kaum noch erfassen können… .“ Ich hore gerade Franky Goes to Hollywood im Hintergrund, ein Stichwortgeber erster Güte: „Relax, don’t do it, anywhere you wanna do it!“ Kann gut sein, dass der Gute statt anywhere, „anyway“ singt.
Wenn schon nicht sonderlich viel Grips angestrengt wird beim Drohen mit Krieg oder Zuhören des Radioprogramms mit einem Ohr in einem Gasthaus sitzend, dann sollten doch zumindest gewisse Tricks sitzen, die man anwendet in Washington – oder hier. Wir dürfen uns überraschen lassen, wie zum Beispiel die Nachricht noch Purzelbäume mit Kollateralschäden schlagen wird, die bislang (08.August 17) eventuell nur in arabischsprachigen Medien gelesen werden kann, nämlich, dass die USA gemeinsam mit den Arabischen Emiraten dem daniederliegenden Jemen in dessen Provinz Schebwa gerade die Erdöl – und -gas Vorkommen ausräumen. Letzteres äußerst ruhmreiches Verhalten der mit reichsten Nationen auf diesem Erdball kommentierte Zypernundmehr-News bereits mit „Aasgeier“ in der Facebook-Ausgabe von Zypernundmehr – und meinte so die Geisteshaltung zu bezeichnen, die wohl vorrangig Platz genommen zu haben scheint bei dieser aggressiven Übernahme – und alles schweigt. Dass die Nachricht nicht aus der Luft gegriffen zu sein scheint, hat sich jedenfalls hie und da in Arabisch sprachigen Medien bestätigt.
Putin hat jedenfalls schon mal Diplomaten der USA aus dem Land verbannt vor Kurzem. Hier auf Zypernundmehr-News bringen wir Letzteres Reagieren Putins allerdings, im Gegensatz zu den Verlautbarungen andernorts, mit dem angesagten Krieg in Nordkorea in Verbindung und nicht damit, dass Putin sich für irgendeine Politik vonseiten der USA gegenüber Russland revanchieren wolle. Das zwar auch, doch vor dem Hintergrund des Nordkorea-Konfliktes oder –Kriegsgeschäfts ist Ersteres nun wirklich schon fast nicht mehr erwähnenswert.

Wir, die Menschengemeinschaft, kratzen also gerade an einem atomaren Konflikt; und niemand scheint dort oder dagegen einschreiten zu wollen? Wir tun gerade so, als verbreitete sich das Zeug nicht mit Wind und Regen todbringend, wahrscheinlich bis über die Hälfte des Planeten. Und welche Folgeschäden da sonst noch ins Haus stehen, wollen wir uns gar nicht ausmalen? Ist doch eigentlich sowieso verrückt. Da legt man sich mit der Auto-Branche an wegen Diesel und Verunreinigung und Höchstwerteüberschreitungen und andernorts auf der Welt explodieren ‚lustig‘ die ‚lustigsten‘ Technologien in Sachen human-gesteuertem Selbstmord.
Was tun? Rückzug in die Wälder! Meditieren, bis das Nirwana aufschreit! Fasten! Endlich mal Stretchen, und zwar solange, bis der Spagat und all die anderen mühsamen Verrenkungen, sozusagen, im Kasten sind! Friedensmärsche? Mancher mag denken: Ist mir eh alles viel zu irrational. Ich geh lieber weiterhin meinen Lieblingsbaum umfassen und füttere meine Katzen.
So ein Atomkrieg – oder ‚nur‘ Atomangriff – dürfte unangenehm werden. Außerdem besteht Aussicht, dass einige Chemielabore in der Welt hinzukommend noch BEWEISEN wollen, was sie können, um Säugern das Leben auf Erden – nahezu – zu verunmöglichen. Was tun gegen so viel Wille zum Selbstmord? Uns reicht doch eigentlich schon die alltägliche Hetze nach ein Paar Schilling mehr; oder einigen Sekunden weniger; oder einem Rang höher etc.

Irgendwie blieb ich, ungefähr so, in Gedanken an den Gehegen im Tiergarten hängen, genauer: des Berliner Zoos. Nicht, dass ich da (Tierknast) etwa reingegangen wäre als Zoobesucher. Nein! Man kann auch von draußen ein bisschen was sehen von dem tierischen Leben und Leiden im Zoologischen Garten hinter Gittern und eingegrenzten, super-kleinen Bereichen. Und irgendwie dachte es in mir wie von selbst: Affen können doch Sprechen und Denken (Ihre Nähe zu uns soll bei 1,3 liegen). Fähigkeiten, welche ihnen lange nicht zugestanden wurden. Obgleich ich nie näheren Kontakt zu wirklichen Affen hatte, habe ich schon auf Grund meines Umgangs mit Hunden, Katzen und Hühnern etc. in früher Jugend beobachten können, dass diese Wesen sehr wohl kommunizieren – auch untereinander. Von daher war ich mir schon immer dessen sicher, dass, was Affen angeht, die Wissenschaft irgendwann zu meiner Erkenntnis gelangen wird.
Versteht sich, dass eventuell die meisten Menschen sich dieser Tatsache, dass Tiere kommunizieren, schon immer bewusst waren, aber halt das gewisse ABER voranstellten: aber nicht so wie wir; aber längst nicht so ausgeprägt intelligent wie wir etc.
Da der Vergleich, wie zu sehen war und ist, offenbar meist mit uns erfolgt und Affen nun mal menschenähnlich sind, ihre natürlichen Habitate von uns Menschen aber weggerafft werden, sollte ihnen eine reale Möglichkeit gegeben und erschaffen werden, in unseren Gesellschaften zukünftig aktiver zu leben – möglichst ohne Käfige und abgetrennte Territorien. Gewiss käme es zu Unfällen und womöglich neuen Verbrechensformen. Doch die nähere, tagtägliche Auseinandersetzung mit unseren nächsten Verwandten im sogenannten Tierreich – und bei uns auf dem Rasen – könnte vielleicht auch dazu ertüchtigen, gegen anvisierte Atomkriege, gegen Forschung in der Massenvernichtung und gegen Konkurrenz bis zum Abwinken ein Zeichen setzen zu wollen. Die Hunde und Katzen, Kühe und Schweine, Vögel und Fische, die wir uns so halten, oder um uns herum dulden, schaffen das nicht, uns von der Industrialisierung Getriebenen dahin zu bringen, nicht den kollektiven Selbstmord zu begehen (in Form eines etwas zu ‚heftig‘ geführten Krieges). Apropos: Zu wenig Wasser fließt derzeit im oberen Baselbiet (CH). Somit haben dortige Fische wirklich und zunehmend, jedes Jahr aufs Neue neuerdings, ein existentielles Problem.
Stellen Sie sich vor: ein Schimpanse hangelt sich im KADEWE durch die Hallen – auf Einkaufstrip. Die Idee oder das Bild ist einfach bahnbrechend. Und bei Verkaufsschluss werden träg gewordene Orang-Utans mit speziellen Installationen dazu animiert, sich an gewisse Orte im Geschäft zu bewegen, wo zum einen Wärme, und zum anderen auch etwas zu essen ausliegt.
Was sich da alles ändern würde und müsste – wir hätten wahrscheinlich schon bald keine Zeit für anderen Blödsinn. Wahrscheinlicher scheint jedoch zu sein, dass ein scheinbar neuer Clash der Kulturen anstünde. So wie ich Mensch einschätze, ist wohl zu erwarten, dass so manche Schrotflinte neu in Stellung gebracht würde. Unser Umgang mit ein paar ausgewilderten Wölfen (vor kurzem am Schluchsee) oder Bären, die UNS zu nahe kamen, sollte jedenfalls nicht davon abhalten, es erst recht anzugehen – die Affen unter uns anzusiedeln, also auszuwildern. Letztere könnten gewiss auch gut Fensterputzen in hoher Höhe, Früchte von Bäumen ernten, die Stunde für 3 echte Kongo-Bananen oder so. Überhaupt gehörten Affen auch vermehrt in Volksschulen – auch solche Arten, mit denen man nicht so leicht seinen Schabernack treiben kann.
Nein, hier wurde nicht die Neufassung von „Planet der Affen“ gesehen!
Wir Menschen haben den Urwald zum Nutzwald gemacht, also sollten wir möglichst viele Urwaldbewohner in unseren urwaldmäßig anmutenden Großstädten auch einen Platz einräumen, den sie sich nach längerem Aufenthalt unter uns gewiss einzurichten wüssten mit etwas mehr Unterstützung unsererseits, mehr als die der Käfigaufenthalte in Zoos. Es kann nur bereichernd sein und uns vielleicht etwas vom menschbezogenen Ego-Trip holen. Zurück von unseren Urahnen zu heutigen Exemplaren.
Apropos Ego: Wie einigen schon aufgefallen sein könnte, ist Frau von der Leyen schnell in der Schusslinie medialer Schrotflinten – und nicht nur, weil sie eine Frau ist. Auch nicht, weil sie ohne einen breiten, militaristischen Gürtel an ihrer militaristischen Hose zu haben, sich abbilden lässt als Verteidigungsministerin der BRD. Wo doch ansonsten bei ihr jedes Detail gut abgestimmt erscheint – man denke an die scheinbar unverwüstliche Frisur. Der Titel in der Berliner Morgenpost vom 31. Juli 2017 mit Leyens gürtellosem Hosen-Bild daneben lautet: „Trauerarbeit in Mali“. Da war sie als oberste Militärin der entnazifizierten Nation – Deutschlands!
Der fehlende Gürtel an der Hose Frau Ministerins ist einigen womöglich einmal mehr Beweis dessen, dass sie von den Soldaten und Soldatinnen so weit entfernt ist, wie es der fehlende Gürtel an solch einer Hose zu sein vermag. Sie ist manchem so deplatziert auf dem Posten der bundesrepublikanischen Verteidigung wie Maduro auf dem Präsidentensitz in Venezuela – oder Trump als oberster Kriegsfürst, äh, Präsident, in den USA. Und nicht vergessen: Wer neuerdings Reisen in Terrorcamps unternimmt, macht sich nach deutschem Gesetz strafbar. Das beschloss der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Bleibt wohl zu hoffen, dass Orte wie Nordzypern oder Venezuela nicht auch noch dieses Label verpasst kriegen.
Armes Venezuela, arme Bundeswehr! Letzteres irgendwie auch daher, da die Verteidigungsministerin offenbar recht unsensibel intern durchgreift zuweilen – eben wie jemand dem militärischen Corps von außen Aufgepfropftes. Wahrscheinlich bringt Von der Leyen so manchen hartgesottenen Soldaten zum Weinen wie einst Goethe seine Zeitgenossen mit den „Leiden des jungen Werthers“.

Heute regnet es dicke Sommer-Tränen. Bin gut eingepackt, habe lange Unterhose und langärmliges Unterhemd vorsichtshalber an – und das im Hochsommer und in der Hauptstadt. Das Hotelzimmer hier in Berlin ist nicht warm und nicht kalt. Grenzwertig erträglich. Frühstücken war schon. Ich sehe, die Sonne ist jetzt plötzlich wieder draußen aus den grauen, mir noch bekannten berlinerischen Wolkenknäueln. Das ist wunderbar, dass sie sich zeigt. Was tun? Abends bin ich zum Essen eingeladen und den Tag darauf, werde ich abfliegen. Hasenheide.
Zu Fuß unterwegs in Berlin ist empfehlenswert. Das Gebiet, in dem ich mich bewege, ist mir wirklich noch immer gut bekannt. Es gelingt sogar von Moabit – U-Bhf. Turmstraße – bis in die Hasenheide auf dem wahrscheinlich kürzesten Fußweg zu gelangen – versteht sich, ohne Straßenkarte. Scheute auch nicht davor zurück, vom Hermannplatz bis kurz vor den Nollendorfplatz zu Fuß zu gehen – nachts. Es war jedes Mal wunderschön. Nur leider streikte die Kamera ausgerechnet dann, als es was zu fotografieren gab in der Potsdamerstr. Heute Nacht daher nochmal rausgehen und Bildaufnahmen machen? Unwahrscheinlich.
Unwahrscheinlich sollte allerdings erst recht sein oder werden, dass, was auch immer auf dem sogenannten „Abgasgipfel“, der in Deutschland am 02. August 17 abgehalten wurde, beschlossen worden ist, nicht als endgültig angesehen werden darf und kann, auch, da Umwelt- und Verbraucherverbände kategorisch ausgeschlossen wurden. Letztere durften sich dazu also nicht einfinden. Ein Skandal! Da schließen jene, die den Bock in der Republik seit Längerem und immer wieder vom Stapel ließen und lassen, jene aus, die den Bock nicht verbockt haben. So etwas ist zwar nicht nur in der BRD möglich, doch in ihr erstaunen solch Gipfelkonstellationen besonders, weil man sich ja gern so demokratisch und volksnah gibt als Bundesrepublik Deutschland – doch vor allem gerecht. Auf Letzteres müssen wir – gerechterweise – nun wirklich mal Einen lassen vor Staunen?
Womöglich wollen DIE von der Autofront und Co. wirklich mit ein bisschen erneuter ‚Manipulation‘ der Software in den betroffenen Autos sich dem Klimaziel der EU-Staaten annähern? Ganz zu schweigen von der Verantwortung über mehrere 100, wenn nicht gar tausende Tote, die DANK der angeblich verträglichen und so ausgewiesenen Abgaswerte für Dieselfahrzeuge etc. ins Gras beißen ‚durften‘. Wer diesen arroganten Fratzen in den Autohäusern (VW, BMW, Mercedes etc.) keine Hardware-„Nachrüstung“ reindrücken kann als Regierung, der sollte sich auch nicht in Regierungsposition wähnen. Dann, nämlich, sind Letztere ausgewiesene Handlanger der Ersteren. Nichts weiter! Hoffentlich bemisst sich – auch – an dem, wie die Autos umgerüstet werden, die Teilnahme der Bürger an den Wahlen in Deutschland im September 2017. Denn: Warum wählen gehen, wenn man eh nichts wirklich wählt?
OK, es gibt neuerdings sogar in Baden-Württemberg einen Bürgerbeauftragten, Herrn Volker Schindler – Landtagsnebengebäude in Stuttgart, Urbanstraße 32. „Jedem steht seine Tür offen!“, sagt der 63-Jährige sinngemäß. Vizepolizeipräsident war er davor. Eine Webseite legt sich dieser Ombudsmann auch noch zu, ist zu vernehmen. Sein Amt ist eine Geburt der grün-roten Koalition im Ländle. Ungefähr 150 Fälle haben sich bei ihm bereits angeschwemmt. Um zu erfahren, was Herr Schindler und seine paar Angestellten denn eigentlich so treiben im Dienst, müssen wir anscheinend bis Anfang Februar 2018 warten. Dann wird ein Sachstandsbericht angefertigt und veröffentlicht. Hoffen wir mal, dass der gute Herr Schindler Wirkkraft über Stuttgart hinausgehend entfalten wird können und wollen. Vielleicht ist ja auch das der Grund, weshalb es noch keine Webseite gibt, nämlich, dass er diese nicht unbedingt entfalten mag? Eine Email-Adresse soll aber vorhanden sein und wahrscheinlich auch eine Telefonnummer. Es gibt Republik-weit erst weitere 4 Ombudsmänner (-frauen). Probleme mit Sozialämtern, dem Bauamt, den Jobcentern und der Polizei scheinen ganz oben auf der Liste der Probleme zu stehen, welche die Ombudsleute der jeweiligen Bundesländer in der BRD abarbeiten. Immerhin: In Freiburg fahren die Polizisten auch auf Segways neuerdings Streife.
Die Justiz – anscheinend in allen EU-Staaten – ist im vorherigen Belang, dem allgemeinen und sich ausbreitenden Gerechtigkeitsdefizit, auch nicht – mehr – so ganz ohne. Blickt man beispielsweise nach London in diesen Tagen, sieht man auch dort zunehmende Demokratie-Defizite, wo auch immer hingesehen wird. Als würde sich ein neues Kaiserreich gerade aus den Niederungen der Nicht-Existenz herauskristallisieren wollen in Europa. So ungefähr kommt einem der herrschende Zeitgeist mittlerweile vor. Da hat doch ein Londoner Gericht die Klage eines irakischen Generals gegen Tony Blair abgelehnt. Denn: Angriffskrieg zu führen, sei zwar im internationalen Recht verankert, aber halt nicht in jenem Recht von England und Wales. Heißt für Briten dann wohl weiterhin: Geht raus in die Welt und steckt sie – notfalls; oder im Interesse des Landes – in Brand! Hier, Zuhause in Großbritannien, wird euch dafür schon keiner belangen – jedenfalls nicht in einer gehobenen Position eines ehemaligen Premierministers.
Und ähnliche Mechanismen und Sichtweisen, wie die oben aufgezeigten, protektieren also auch unsere Abgas-Künstler der Autolobby in Germany. Nur eine Frage dazu, die scheinbar nie gestellt wird: Warum stehen in der so hoch entwickelten deutschen Landschaft eigentlich noch immer nicht 10 Mal mehr Aufladestationen für Elektro/Gas-Autos? Man müsste die Stationen einfach nur sichtbarer machen und überhaupt mal anbringen, sodass Bürger sich sagen könnten: Aha, scheint jetzt kein größeres Abenteuer mehr zu werden, sich für den „Fortschritt“ zu entscheiden.
Vergesst es, vielleicht alles wirklich nur dummes Gezocke das Gerede von der Energiewende, und zwar von den meisten in Entscheidungspositionen, die so abgehoben sind, dass sie noch nicht mal den Lauf der technologischen Entwicklung mitkriegen, den sie behaupten, anzuführen – die glauben, notfalls auf den Zug aufspringen zu können, wo sie doch aber eigentlich den Anspruch an sich haben, was auch ihre Gehälter und Lebensstile bezeugen, stets den neuesten Entwicklungen ein Gesicht, nämlich das ihrige, gegeben zu haben und geben zu müssen.
Nun, was steht in der TAZ vom 01. August 2017 dazu so in etwa und unter anderem:
„Die nun verordnete Sauberkeit und Transparenz in der [französischen] Politik stößt in der Gesellschaft auf breite Zustimmung … Gesetze zur Moralisierung der Politik … . [D]ie neuen Regeln, die die Beschäftigung von Verwandten und Angehörigen als Mitarbeiter verbieten, [gehen manchen] viel zu weit … kollaterale Opfer der Fillon-Affäre … . Zugleich sieht das [neue französische] Gesetz vor, dass [französische] Politiker nicht mehr wie früher aus der Parlamentskasse Mittel zur Verfügung haben, die sie nach Gutdünken für lokale Subventionen verteilen können [130 Millionen €] … [Eine] Form von Klientelismus. Zudem müssen die Abgeordneten Belege für die Spesenentschädigung liefern. Zuvor bekamen sie eine Pauschale. Wer als [französischer] Politiker wegen Verbrechen oder entehrenden Delikten verurteilt wird, verliert außerdem die Wählbarkeit für eine vom Richter bestimmte Dauer [hat die Macron-Regierung zusätzlich angeordnet]. Betroffen von dieser Zusatzstrafe wären auch Anstiftung zu Rassenhass, Diskriminierung oder Beschimpfungen aufgrund der sexuellen Orientierung. Nur teilweise wurden dagegen parallele Aktivitäten der Parlamentsmitglieder als Berater während ihres Mandats zur Vermeidung von möglichen Interessenkonflikten untersagt [, die parallelen Aktivitäten gehörten jedoch genau wegen der Interessenkonflikte abgeschafft. Dafür verdienen die Damen und Herren in den Parlamenten ja wohl auch ein nicht gerade geringes Gehalt. Ein Manko, ihnen teils den Nebenerwerb zu lassen!].“
Die alten Nutznießer der bislang herrschenden Um- oder Zustände im französischen Parlament hatten auf Grund angeblicher Unprofessionalität der Neuen im französischen Parlament dasselbe kurzfristig verlassen (die Kommunisten und Konservativen), als die Diskussion zum neuen, zuvor erwähnten Gesetz lief.
Doch: La Republic est en marche, alors (Die Republik ist also auf dem Marsch)! Dass sich dennoch europaweit ein gewisses Muster auf allen Ebenen zeigt, wie eben wieder, welches auf Super-Fly-Mentalität vieler seiner Bewohner und Führungskräfte verweist oder schließen lässt, belegt auch ein Weiteres, nämlich, dass die hohen und weniger hohen Damen und Herren in den jeweiligen Gesellschaften innerhalb der EU nicht massiv auf so ein Mittel wie Video-Konferenz langsam zugreifen beim Kommunizieren miteinander. Dienstreisen sind nämlich im Verlauf des letzten Jahres bis Anfang August 2017 nicht gesunken – jedenfalls nicht in der BRD. Hierzu könnte man sehr wohl auch titeln: „Ratlosigkeit allerorten“, was die TAZ allerdings – wiederum typisch – bei einem Thema sich herausnimmt zu tun, welches den außer-europäischen Kongo in Afrika betrifft, der gerade oder noch immer als Land zerfällt. Bekanntlich rührt die EU auch dort an der herrschenden Misere äußerst unlöblich mit – unter Krokodilstränen. Wundern Sie sich nicht, wenn demnächst so etwas wie „ein Aufschrei“ inszenierter Weise – wieder – durch die Republik donnert: „Massenmord in Kongo!“ – (Mali oder Algerien etc.).
Nein, das moralische Feigenblatt, welches diesmal von Frankreich ausgehend der Politik der EU umgehängt werden soll – siehe, was weiter oben geschrieben steht -, umgehängt wird, kann nur sehr lokal, wenn überhaupt, und kürzest im Bestand sein, sollten sich die Systeme, das ist der gesamte EU-Apparat, nicht entsprechend justieren – vor allem aber in der außer-europäischen Politik. Letztere ist ja bekanntlich nicht so außer-europäisch, weil die Auswirkungen dieser Außenpolitik/en vermehrt innenpolitisch irgendwo und -wie einschlagen in der EU, und dies, wenn nicht verstärkt, so doch öfters!
Erinnert Sie Letzteres schon fast an die historische TV-Serie übers Osmanische Reich, die von TRT ausgestrahlt wird? Das soll Erdoĝans Lieblingsserie sein (muhteşem yüzyıl). Das Drehbuch hat sich, welch Zufall, im Lauf der Zeit immer mehr den Wünschen und Vorstellungen der türkischen Regierungsclique angepasst. Wer demnächst in der Türkei als türkischer Staatsbürger (oder Besucher?) glaubt, dass die Balkan-Feldzüge der Osmanen einst letztlich nicht als SIEG zu werten sind, der könnte womöglich – schon bald – als „Heimatverräter“ bezeichnet werden. Für den ist wahrscheinlich noch irgendwo in irgendeinem türkischen Knast ein Ort zur Verfügung, wo ausgestreckt liegend gerade noch so ein Schlafplatz behauptet werden kann, – eventuell.
Wir wollen hier doch schnell nochmals daran erinnern, und egal, wie man sich das Maul darüber offensichtlich verrenkt, dass von Beginn des Jahres 2017 an bis Ende April 2017 von der BRD Rüstungsgüter in der Höhe von 5,6 Millionen Euro an den türkischen Nato-Partner verschickt wurden. Ganz zu schweigen von der Absonderlichkeit, dass Erdoĝan neuerdings auch eine 3 Meter hohe Mauer entlang der iranischen Grenze errichten lässt, die, wie jene zu Syrien, ebenfalls löchrig ist und bleiben wird wie ein Schweizer Käse. Eine kurze Interpretation dieses Vorgehens: Es sollen dergestalt die Kurden in der Region herausgefordert, klein gemacht und letztlich angegriffen werden. Umso mehr verwundert, zu lesen, dass der Iran, die Türkei und Putin-Land kooperieren wollen. Ein wahres Durcheinander oder Wechselbad der Gefühle, welches uns die nahöstliche Politik – auch derzeit – beschert: Wer ist mit wem gegen wen unterwegs? Die ‚Fronten‘ sind geradezu im fliegenden Wechsel.
Apropos Türken oder Grenzen: Im Stadtteil Friedlingen von Weil am Rhein, der genau an den Grenzübergang in die Schweiz und Frankreich/Elsass grenzt, hat die Polizei und andere Staatsorgane einige Verdächtige vor geraumer Zeit eingesammelt. Es ging dabei um den Brandanschlag auf die Moschee in jenem Stadtteil Weils am Rhein. Ja, eine Moschee der DITTIB ist dort. Kurden sollen dafür verantwortlich sein. Die PKK.
Dass die offizielle Vertretung der türkischen Muslime in Deutschland, die DITTIB, ins Visier von Kurden und anderen Unterdrückten der Türkei kommt, die in Deutschland Zuflucht finden und fanden, war und ist weiterhin zu erwarten. Schließlich ist die DITTIB eines der Standbeine des Regimes in Ankara. In der Schweiz und Frankreich haben die auch ihre Niederlassungen jedoch unter anderen Namen. Der Aktionsradius von DITTIB/Deutschland gehört nicht nur gründlicher untersucht, sondern auch etwas mehr beschnitten.
Der Aktionsradius der Bürger und Besucher Kanderns wird auch weiterhin (etwas) beschnitten. Nun ja, man kann es so sehen, man könnte es aber auch anders ausdrücken – nicht so dramatisch. Wo dieser Zug gen Kandern hinfahren soll? Nun, in Weil am Rhein wurde in der Stadtverwaltung fraktionsübergreifend abgesegnet, dass ein freies WLAN-Netz in kommunalen Gebäuden etc. installiert und zugänglich gemacht wird für die Allgemeinheit. Geplant ist, diesen freien Zugang auf Geschäfte in der Stadt zu erweitern. Keine Ahnung, wo der Stand der Diskussion darüber ist – falls es überhaupt ein Thema in Kanderns Gemeinderat ist. Zu befürchten ist nämlich, dass das Thema so, wie der Anschluss der Eisenbahn an das ganz normale Bahnnetz, womöglich noch die kommenden 20 Jahre vor sich hindämmert. Sehen wir es positiv: Es hat gewiss auch seine gute Seite, dass die geografische Abgeschlossenheit Kanderns sich gewissermaßen bewahrt und dies auch auf digitaler Ebene. Gucken wir doch mal, was Bernhard Walker in der Badischen Zeitung vom 03. August 17, allerdings in Bezug auf den Sozialstaat, hierzu dennoch so in etwa schreibt:
„ … Die Jobcenter zum Beispiel müssen sich mit einer aberwitzigen Bürokratie herumschlagen. Die „Fallakte“ einer Familie, die Hartz IV bekommt, kann Hunderte Seiten dick sein. Der Versuch von Bund und Ländern, zu weniger Regeln zu kommen, änderte daran wenig. „Wir erziehen zur Unselbständigkeit“, hat schon vor geraumer Zeit ein Jobcenter-Chef gesagt – ein Weckruf, der leider ungehört verhallte. Dass oft Hilfen nicht aus einer Hand bei Menschen ankommen, ist übrigens auch längst bekannt. Nach wie vor kommt es aber vor, dass sich drei Behörden – zum Beispiel Jobcenter, Arbeitsagentur und Wohngeldstelle – um ein und denselben Menschen kümmern, ohne sich dabei untereinander auszutauschen. Mit mehr Geld allein ist es also nicht getan. Denn die Crux ist, dass sich der Sozialstaat oft genug selbst im Wege steht.“
Und die letzten zwei-drei Sätze des obigen Zitats erscheinen schon fast wie eine Art Grundlage für die Herren und Damen im Rathaus von Kandern, wie allerdings auch andernorts oft, um sozusagen SEIN Ding durchzuziehen, um letztlich die Interessen von Randgruppen zu bedienen, also jener, die zwar Macht und Geld haben, aber deren Interessen meist nicht dem Wunsch der Mehrheitsbevölkerung Rechnung tragen; siehe Eisenbahn (Autolobby) und freies Internet an gewissen, öffentlichen Plätzen – beispielsweise in Kandern.
Glücklicherweise, kann man da nur noch anfügen, wird die Gesellschaft Deutschlands bunter. Noch nie lebten so viele Menschen aus dem Ausland in Deutschland. Es herrscht inzwischen alljährlich Höchststandsmeldung diesbezüglich. Das ist ganz gut so, würde Herr Wowereit hier wohl wieder sagen, der sich ja als Bürgermeister Berlins einst zu seiner Homosexualität bekannte, um nicht erpressbar zu sein diesbezüglich. Denn, wegen dieser Neubürger, wird die Rente in zwanzig Jahren oder mehr eventuell doch noch Realität sein oder werden – HURRA. In der Schweiz und Finnland sieht es dahingegen noch immer Finster aus. Zu wenig Zuwanderung. Jetzt zählen gerade mal 18,5 Millionen Menschen zu diesem Personenkreis in der BRD. Das heißt: Man ist noch längst nicht aus dem Schneider.
Tore auf?
Nein, das können wir uns wahrscheinlich auch nicht leisten. Rosinenpicken. So hart es sich anhört, scheint die eine Lösung zu sein, jedenfalls nicht das Tore-Aufmachen ẚ la Merkel 2016. Birgt viel zu viele Probleme auf Dauer – siehe Extremismus und böser Neid. Bekanntlich neigen schlecht gebildete Menschen eher zu extremen Positionen und Aktionen – doch längst nicht immer. Neid ist allerdings ein weit verbreitetes Phänomen, auch hier in der BRD, sei am Rande kurz erwähnt. Soll heißen: Gut ausgebildete Menschen auf Deutschlands Straßen stehen zu lassen oder dorthin zu schicken oder in schlechte Jobs abzuschieben, könnte sich im Lauf der Zeit zu noch unüberwindbarerem Trouble akkumulieren als viele Menschen mit guter Bildung, die neu nach Deutschland gelangen, Ersteren vor die Nase zu setzen mit billigeren Löhnen.
Daher ist den Regierenden in Berlin, Paris etc. dringend geraten, noch mehr Eingebürgerte, auch einige mehr jener mit anderen rassischen Merkmalen, auf die politischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bühnen zu holen – in sprichwörtlich erste Reihen und dem Jugendwahn der Wirtschaft und anderen etwas abzuschwören und ältere, sogenannte Einheimische in Weiterbildung, Beruf und Arbeit noch besser einzubinden. Was aber nicht bedeuten darf, dass der Rentenstand auf St. Nimmerleinstag hinausgezogen wird.
Im Grunde ist es bei Obigem wie mit der sogenannten Umweltfrage. Deutschland sackt nämlich bei diesem Thema ins Mittelfeld ab. China und Indien rennen den ehemaligen Klimaschützern, den Deutschen, geradezu davon. Warum? Weil der Hebel nicht energisch genug umgelegt wird hierzulande. Alte, deutsche Klüngel (VW, BMW, Siemens usw.) verweigern sich aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen der energiearmen Entwicklung – letztendlich. Stichwort: Schnelles Geld, Kohleausstieg und damit in Verbindung stehend: zu viel Strom, der eigentlich vorhanden ist. Das heißt: die deutschen Kohlekraftwerke produzieren meist nur noch Strom fürs Ausland. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, welches seit Januar 2017 in Kraft ist, scheint im Bundestag niemanden so wirklich aus der Ruhe zu bringen. Christian Marull schreibt in der Oberbadischen vom 02. August 2017 bezugnehmend auf Uwe Leprich, ein Energie-Experte, der die Auswirkungen des genannten Gesetzes durchaus positiv einschätzt, aber: „Hinter den [energie-effizienten] Genossenschaften stünden oft große Projekt-Entwickler. Über diesen Umweg umgehen sie das Bundes-Immissionsschutzgesetz, das für die Bürgerenergieprojekte nicht umfänglich gilt. Darin sind unter anderem der Schutz von Menschen oder Tieren vor Lärm und anderen Immissionen geregelt. Ende Juni hatte die schwarz-rote Koalition deshalb kurzfristig die Konditionen geändert. Ab 2018 müssen auch die Bürgerenergiegesellschaften eine Immissionsschutz-Genehmigung vorweisen. … Auch auf die regionale Verteilung der Windkraft-Projekte hat die neue Vergabepraxis negative Auswirkungen: „Weil der Windanlagenbau im Norden Deutschlands deutlich günstiger ist, gab es bei der ersten Ausschreibungsrunde kaum Zuschläge für den Süden. Das ist fatal“, warnt Leprich. … Der Diesel-Gipfel … ist für ihn deshalb allenfalls ein kleiner Schritt in die richtige Richtung: „Im Verkehrssektor muss sich noch einiges tun. Vieles was seit 30 Jahren in der Schublade schlummert, muss wieder hervorgekramt werden … – im Prinzip die ganze Maßnahmenpalette, die man sich bisher nicht getraut hat anzugehen [im Bundestag].“
In Bruchsal werden gerade Volocopter für Dubai hergestellt. Fliegende Autos sozusagen. Die setzen auf und heben ab wie Hubschrauber. Sie haben Platz für zwei Personen. Ihr Problem sind die lange, kreisrunde Flügelanlage. Sollte die Letztere automatisch verstellbar eines Tages gefertigt werden können, also so, dass sich die Propeller möglichst platzsparend am Gehäuse des Volocopters zusammenfalten, dann steht diesem Exportschlager aus Deutschland wohl auch in seinem Ursprungsland selbst nichts mehr im Wege. In Dubai scheint man an Flugtaxi-Einsätze zu denken, vorerst. Ja, einiges gibt es zu tun und einiges wird getan. Die zuvor zitierte Oberbadische schreibt beispielsweise auf Seite 1: „Für die Entwicklung des Projekts „Zollquartier Lörrach-Riehen“ kann die Stadt Lörrach mit einem Bundeszuschuss in Höhe von bis zu 5,3 Millionen Euro rechnen, wenn die Stadt ein Drittel der Kosten übernimmt. Dem stimmte der Gemeinderat zu. Oberbürgermeister Jörg Lutz möchte in diesem Zusammenhang Machbarkeitsstudien für die Tram-Verlängerung und die Tieferlegung der S-Bahn-Strecke in Lörrach in Auftrag geben, damit „zwei Gespenster“ nicht dauerhaft in der Stadt herumgeistern.“
Apropos herumgeistern: Seit dem 02. August geistern wir alle in dieser deutsch republikanischen Welt im wahrsten Sinne des Wortes herum. Grund: Wir haben unsere uns ‚zustehenden‘ Ressourcen für dieses Jahr bereits am 02. August 2017 verbraucht. So viel zum Öko-Fußabdruck und dem anderen Gerede über Sauberkeit.
Ging vor Kurzem nicht mehr durch Berlin, sondern seit Längerem mal wieder durch Freiburg im Breisgau. Wie immer parkte ich das Auto möglichst nahe zur Eschholzstraße in der Haslacher Straße, wo es ja bekanntlich immer einen Parkplatz gibt, der nichts kostet. War wieder mal auf dem Weg zum derzeitigen Lieblings-Café, dem „Jo“ und nahm die kleine Abkürzung über eine Tankstelle auf der anderen Straßenseite der Eschholzstraße. Und was sehe ich: Anzeigen-Zeitungen in Hülle und Fülle, die dort zum Mitnehmen herumliegen, so auch der „Kultur Joker“. Wahrscheinlich gibt es das Anzeigen-Ding schon seit Ewigkeiten, doch irgendwie habe ich das nicht mitbekommen. Ein herrlicher Kulturführer. Ich bin ganz begeistert und verblüfft und gestehe: Ich muss den Blick wohl doch mehr in Richtung Gegenstände und Utensilien lenken, anstatt in die Gesichter der Menschen und auf den Gang der Leute. Im Kultur Joker steht u.a. gleich auf Seite 1: „Wie bewohnen wir unsere Welt? Um dieser Frage aus unterschiedlichen Blickwinkeln nachzugehen und über Grenzen zu denken, findet die documenta 14 diesmal an zwei Schauplätzen statt, in Athen und Kassel; eines ihrer Mottos lautet „Von Athen lernen“ … Auffallend ist, dass nicht nur junge Künstler dabei sind; vielmehr haben zahlreiche Teilnehmer die 80 überschritten …Für Dokumentaleiter Adam Szymczyk ist Alter kein relevantes Kriterium für Bedeutung, vielmehr hat er bei der Auswahl von Werken aus dem 20. Jahrhundert nach Ideen gesucht, die noch heute wichtig sein könnten; somit wurde etwa der Soziologe und Querdenker Lucius Burckhardt (1925 – 2003) ausgewählt, der sich damit beschäftigt hat, wer entscheidet, wie wir unsere Mitwelt gestalten und wie diese auf uns zurück wirkt. Burckhardt bezeichnete seine Forschungen in den 1980er Jahren als Spaziergangswissenschaft und hat diesen Denkansatz als Dozent, durch Bücher, Aktionen, Fotografien und mit „landschaftstheoretischen Aquarellen“ vermittelt.“ Mehr dazu: http://www.kulturjoker.de. Im Joker werden wir auch darauf aufmerksam gemacht, uns das „Mundologia“-Programm mal zu geben. „Unter den Referenten der Mondologia-Reihe 2017/18 (www.mundologia.de) sind die größten Abenteurer unserer Zeit, darunter der weltberühmte Polarforscher Arved Fuchs, Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg, und Bergsteigerlegende Hans Kammerlander. Aber auch junge Wilde wie Mountainbike-Rennfahrer Tobias Woggon und Globetrotter Dylan Wichrama, der mit einem selbstgebauten, von seinem Motorrad angetriebenen Floß 700 Kilometer über den gefährlichen Pazifik segelte, stehen auf der Bühne.“ Eine reine Männerveranstaltung also, könnten Sie bereits denken. Nun, gerade sind zwei Lahrer Kletterer auf dem Montblanc du Tacul erfroren. Grund: Wetterumschwung und wahrscheinlich derselbe Drive, der die anderen zuvor Erwähnten zu „Großen Abenteuern“ treibt.
Zum Schluss: Hans Wüthrich, ein 1937 im Schweizer Aeschi Geborener ist nämlich seit 10 Jahren Bürger Kanderns. Das Besondere daran: Er ist Komponist. Wüthrich ist Mitglied der „Akademie der Künste Bern“, steht im Kompendium namens „Komponieren in der Schweiz“ und erhielt zahlreiche internationale Preise für Orchester- und Bühnenstücke etc. Er soll allerdings inzwischen schon nach Arlesheim als seinem neuen Wohnort unterwegs sein. Er wurde am 03. August 2017 genau 80 Jahre alt.
In Kandern wird gerade dem angeblich bedeutendsten Keramiker des Elsass‘ eine Ausstellung gewidmet im Keramik-Museum – Léon Elchinger. Sein Enkel Marc vertritt ihn, sozusagen, und ist selbst auch Keramiker. Ersterer scheint den Begründer der Kanderner Kunstkeramik gekannt zu haben – Max Laueger. Wahrscheinlich sind sich die beiden im Jahr 1900 in Paris bei der Weltausstellung über den Weg gelaufen. Symbolismus, Historismus, Art nouveau, Art déco und auch die klassische Moderne, all diese Bereiche hatte der Großvater, nach Auskünften des Enkels, drauf. Marc Elchner hat vor, eine Führung zu machen – schon demnächst, hier in Kandern.
Der neue griechische Wirt im Städtlebeck in Kandern verkauft keine selbstgebackenen Brötchen; und der Ochsen wird im Herbst voraussichtlich von einem Chinesen wiedereröffnet.
Apropos Griechen: Mit Kontrollen und Sperrungen von Konten versucht das griechische Finanzministerium, Steuerschulden einzutreiben und Steuerhinterziehung vor allem in den Urlaubszentren dies Landes einzudämmen. Wie die griechische Finanzpresse am Dienstag berichtete [dem 08.08.17], schulden rund 3,8 Mio. griechische Bürger und Unternehmen dem Staat insgesamt 95 Mrd. Euro … „Große Hoffnungen machen wir uns nicht [, sagte ein Beamter des Finanzamtes, und:] Wir wären glücklich, wenn wir 4 bis 5 Mrd. Euro eintreiben könnten.“ Immerhin: Die Arbeitslosigkeit soll langsam auf dem Rückzug sein in Hellas. Ähnlich positiv sieht es auch in Lörrach-Haagen aus. Kommt natürlich drauf an, welches Maß man anlegt: „Angesichts des zu erwartenden Einwohnerzuwachses auf möglicherweise über 4000 begrüßt der Ortsvorsteher Bemühungen zur Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes im Einklang mit der Fortschreibung des Märkte- und Zentrenkonzepts … Wenn Unternehmermut und feiner Kunstsinn zueinander finden, dann kann ein Gesamtwerk entstehen, das den Betrachter ins Staunen versetzt. Lebhaftes Beispiel einer solchermaßen gut gelungenen Symbiose ist eben die „Alte Spinni“ Haagen. Vom „Schmuddele“ einer Fabrikbrache hat sich das Hornschuch-Areal an Industrie- und Eisenbahnstraße in nur wenigen Jahren zu einem attraktiven Gewerbepark gemausert … (Oberbadische 10.08.17).“

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So nicht!

Dass Ende Mai 2017 immer noch mit leichtem Schlottern vor Kälte ins Meerwasser gegangen werden muss auf Zypern, ist wahrscheinlich einmalig. Jedenfalls ist es das für mich, der ich seit 2005 hier die Füßchen und mehr ins Wasser halte. Die Tage vom 20. – 25. Mai waren dieses Jahr eher vorfrühlingshaft. Jetzt strengt sich die Sonne aber wieder kräftig an, ihr Tagwerk RICHTIG zu tun. Das Meer muss in Sachen Wärme allerdings noch nachziehen, einen weiteren Gang einlegen, wie man sagt, um das Badevergnügen aller Badefreudigen zu werden.

In etwa so, wie die Trump-Regierung der USA einen anderen Gang einlegt beim Regieren, ist das zuvor Gesagte in etwa zu verstehen – und zwar in Bezug auf die UN. Doch auch auf die Zyprioten scheint etwas mehr Druck als sonst ausgeübt zu werden vonseiten US-Amerikas, und zwar in etwa so: recht frisch und leise angetönt, wie: Bringt mal endlich euer Haus in Ordnung, verdammt nochmal!

In der Luft vernehmlicher steht nun womöglich doch, dass die UNFicyp nach 50 Jahren schlankem Maxen auf der Insel, bye-bye sagen soll müssen. War eine prächtige Zeit, werden einige von diesem Teil der UN-Angestellten denken. Den ganzen Tag die Beine hochlegen und so tun als ob. Gibt es was Diplomatischeres im Leben zu tun als in dieser Pose Mücken totzuschlagen mit der neusten Ausgabe einer der hiesigen Zeitungen? Nur von dieser Insel abziehen, ist diplomatischer, mag mancher antworten wollen – oder doch nicht?

Die Zyprer wollen es allerdings noch nicht glauben oder wahrhaben, dass es so weit kommen könnte. Man hat sich doch so aneinander gewöhnt, und außerdem sind da doch noch immer diese bösen Türken um die Ecke, ja, Konfliktpotential en masse gibt es! Da können die, in jeder Hinsicht teuren Beschützer doch nicht Leben in Libyen anstatt retten gehen!

Wäre schon eine wirklich lustige Lachnummer, wenn es zu Art kriegerischen Auseinandersetzungen käme auf Zypern, nachdem die UNFicyp abgezogen ist. 50 Jahre und mehr herrschte einigermaßen Ruhe und kaum bist du weg, schon schlagen sich die Zyprer die Köpfe ein!

Man wird sehen.

Als temporäre Kraft wurde diese UNFicyp-UN-Truppe hier jedenfalls 1964 angepflanzt. Und es gibt wahrhaft Regionen in der Welt, wo diese Leute dringlicher gebraucht würden, wie bereits angetönt. Ihr Verbleib hier auf Zypern, und da hat Präsident Trump allemal Recht, der auf Sparflamme schalten will innerhalb der UNO, grenzt an Geldverschwendung. Wenn ich mich nicht täusche, sind das Steuergelder, die da seit Jahren lustig tiefen, beruhigten Schlaf gut genährter und gut bezahlter UN-Angestellter sichern helfen.

OK, in den letzten Jahren haben die deren Budget schon etwas zusammengestrichen bei der UN. Wir reden hier von knapp etwas mehr als 1.100 Personen, die diesen Sold, oder wie man es nennen darf, Gehalt, derzeit einstreichen auf Zypern. Und das für, mit Verlaub, läppische 180 km Grenzverlauf, die man mit körperlicher Präsenz beehrt. So viele KM soll die sogenannte Buffer-Zone nämlich haben. Die Türken nennen diese Zone, vermute ich, weil das tun sie woanders so auch, Tampon-Gebiet („tampon bölgesi“). An jenem Ort haben vor Kurzem erst Mitglieder der türkisch- und griechischyprischen Gemeinde eine Menschenkette gebildet: „Wir wollen eine Lösung der Zypernfrage jetzt!“ Also gleich hinterm Checkpoint an der Ledrastraße haben die sich aufgereiht. Ist praktisch, weil nicht allzu weit weg vom Kaffee, wo die sich vor dem Ledra Palace in der Zone gewöhnlich treffen. „Wir werden die Frage auf unsere Weise lösen!“ Tampons hatten einige der in der Menschenkette jedenfalls keine in ihren Mündern, falls das eine der Lösungsmittel sein hätte sollen. Nein, es waren Trillerpfeifen, die wohl auch nicht effektiver wirken dürften.

Tampon ist Ihnen kein Begriff? Na ja, wenn es blutet und dieses Bluten gewissermaßen unweigerlich zu passieren hat – der Natur wegen. Sie verstehen? Gut!

Jedenfalls wartete der UN Peace-Keeping-Rat länger als 30 Tage, äh, Jahre, also genauer über mehr als 50, um nun vielleicht wegen Herrn Trump vom Trump-Tower doch endlich mal seine Mission auf Zypern zu überprüfen, nach dem Motto: Warum sind wir hier? Macht es überhaupt noch Sinn? Wie sich verhalten, wenn der politische Prozess, wie gerade wieder geschehen (wird), zusammengebrochen ist? Letzteres bezieht sich im Fall Zyperns ‚natürlich‘ auf die wie in einem zeitlosen Labyrinth verlaufenden Wiedervereinigungsverhandlungen.

Ja, Funding der UN wurde und wird also auch vonseiten Washingtons etwas zurückgefahren. Was Zypern angeht, ist es wirklich an der Zeit, dass da mal rigoroser jemand klargemacht wird, dass es SO nicht weitergehen kann! Bravo Donald Truck (Trump multipliziert mit der vergleichsweise ähnlich schlau dreinschauenden gezeichneten Disney-Ente namens Duck, ergibt also Truck).

Da fragt man sich eh, wie Die das über all die Jahre durchgedrückt bekommen haben, dass die UNFicyp ihren Auftrag stets verlängert bekam in der UN. Vor dem Hintergrund, dass auch noch 5, nicht etwa 2 oder 3, nein, 5 permanente Mitglieder des UN-Sicherheitsrates ihr „JAWOHL“ dazu abzugeben haben, ist das schon beachtlich – und wenn man bedenkt, wie verstritten die sich doch als zeigen, wie uneins, dann ist das Einverständnis schon eine Meisterleistung. BRAVO! Stinkt schon fast etwas nach Pushen. Wir wollen ja nicht gleich von Manipulation sprechen, die in gerade noch legalem Rahmen passiert, oder gar von, pfui, Korruption?

1978 soll es fast mal nicht geklappt haben, dass die Unbestechlichen in der UN bei der Abstimmung zum Verschicken der UNFicyp nach Zypern sich einigen. Weil: ALLE müssen dort nämlich ihr „JAWOHL“ abgeben. Ein einziges „NIX!“ macht das ganze UN-Spielchen schon kaputt. Friedenmachen ist halt ein schrecklich einstimmiges Geschäft.

Kann also sein, dass die Auswirkungen des erwähnten Spiels nun doch endlich zeitweise beendet werden auf Zypern. Man muss doch schließlich auch an die Karriere denken. Der beinah geschasste Norweger, der Herr Eide, Sonderbeauftragter der UN für Zypern, hat nämlich vor, bevor er die Koffer vor die Insel gestellt kriegt von den Zyprern, demnächst das Amt eines norwegischen Außenministers zu bekleiden. Auf Wiedersehen, könnte da spitzbübisch sich zuzwinkernd, gesagt worden sein. Und gewiss werden sich entsprechende Vertreter der Republik Zypern dann mit dem inzwischen etwas unliebsamen Norweger wieder besser verstehen wollen als jetzt. Als Außenminister kann er protokollarisch einwandfreies Verhalten erwarten. Jetzt – zumindest schien sich da was anzubahnen, was wahrscheinlich noch nicht ganz behoben ist – ist Herr Eide so etwas, wie eine geeignete Zielscheibe geworden, vor allem die von Präsident Anastasiadis, der sich an dem UN-Mann hochziehend, die kommenden Wahlen auf Zypern im Frühjahr 2018 erfolgreich in den Ziellauf zu bringen gedenkt – bis ins Ziel. Anastasiadis scheut auch nicht davor zurück, die 2012 auferlegten Maßnahmen zur Beschränkung der Ausgaben zum Erreichen seiner Wiederwahl aufzugeben. Die TROIKA wird’s freuen. Bislang scheint lediglich bekannt geworden zu sein, dass Anastasiadis‘ Vorhaben zufolge ungefähr 15.000 Familien profitieren werden, was den Steuerzahler so um die 6 Mill. € kosten dürfte. Wahlkampf auf Zyprisch! Dem nicht genug sollen auch Krankenschwestern, die eine Universitätsausbildung haben, und andere vergleichbare Gruppen innerhalb der Gesellschaft ein Zuckerbrötchen zugesteckt bekommen – die Peitsche kommt vielleicht später, doch nicht unbedingt dort, wo sie mal niedergehen sollte mit Getöse!

Wir dürfen daher alle hoffen, dass Herr Eide recht nett weiterhin breitest in Kameras lächelt und lächelt und nochmals lächelt, damit er selbst die Koffer nach Norwegen oder New York tragen kann oder darf und sein Widersacher, sozusagen, der Herr Anastasiadis, aufgrund solch heroischer, ja, patriotischer Tat eines Nicht-Zyprers auf Zypern nicht noch einmal so viel Wählerstimmen abräumt, dass er das Inselland erneut regieren soll oder wird.

Das DING, seine Wiederwahl, könnte vielleicht wirklich ins Inselauge richtig Schaden bringend gehen!

Stellen Sie sich doch mal DAS bitte vor. Da sichert der Eide ab, dass die Türken die türkische Armee von Zypern abziehen wird. Ja, sie lesen richtig. Das hat Der geschafft. Und was macht der griechische Außenminister: Beschwert sich bei Guterres, dem UN-Häuptling, genau darüber:

Der Norweger unterstützt doch die Türken!

So was in der Richtung muss der Grieche Kotzias in seinem Schreiben dem Guterres vorgekotzt haben. Wahnsinn. Doch dem nicht genug. Herr Christus-Schmerz, also Christodoulides, meint, ja, das hatten wir so mit Athen sehr wohl abgestimmt, also den Linker, wenn ich so sagen darf, den man dem Eide angetan hat. Das geht doch wohl nicht, dachte der Südzyprer, der auch Regierungssprecher ist, und dies gewiss vor Schmerz deswegen gekrümmt, nämlich, dass so ein Dauergrinser aus Norwegen sich derart in UNSERE Angelegenheiten mit den Türken mischt. Doof nur, und das hat vielleicht niemand so richtig bedacht, dass man der UNFicyp nun einen Rechtfertigungsgrund mehr genommen hat, um ihren Verbleib auf Zypern zu begründen.

Glücklicherweise ist Zypern und das politische Geschehen darauf ja so weltumspannend wichtig, dass solche nebensächlichen Erwägungen von den Herren – es gibt nur wenige Damen im Parlament – nicht zu berücksichtigen sind. Herr Erdoĝan, der auserkorene Dauerfeind der „Zyprischen Demokratie“, mag den Griechischzyprern mit seinem Fall hoch zu Ross runter mit der Nase auf den Boden, „plubb“, damals irgendwann war’s am Anfang seiner steilen türkischen Politkarriere, ein Zeichen sein. Sagen wir mal, eben erwähntes Zeichen besagt: Was tief fällt, trabte einst hoch (und ist gerade dabei, so hoch zu traben, dass es eigentlich nur nochmals fallen kann. Bloß wohin und wann)?!

Jetzt seien Sie doch nicht gleich eingeschüchtert, verehrte Leser. Na, und Bange muss Ihnen schon mal gar nicht werden um den südzyprischen Regierungssprecher Schmerz Christi (Christodoulides). Der fängt sich schon wieder. Am besten scheint ihm das zu gelingen, wenn er, wie soll man sagen, so ganz unaufgeregt ins Mikrofon spricht, so, als habe er ALLES im Griff. Man könnte zuweilen denken, er beschleicht den Präsidenten der Republik wie ein Schatten, der vielleicht überschattiger, oder wie man sagen könnte, dem präsidialen Schatten werden könnte, und zwar so schattig, dass das politische Karriererädchen des Herrn Anastasiadis dann in zweiter oder gar dritter Reihe zukünftig wieder drehen muss, nur, weil er den Schmerz im Schatten des Schatten von Herrn Christodoulides zu stehen, nicht mehr abwimmeln konnte. Das Volk könnte Christodoulides als Lichtfigur erkennen und hoffen, dass der Wahnsinn, der jetzt gleich im Anschluss erzählt wird, ausgerechnet von diesem Politiker entschmerzt wird – oder so was Heilbringerisches.

Also, halten Sie sich ruhig fest: „Niemand fragte, warum die Türkei bei der Ankündigung der dritten Lizensierung in Sachen Ölförderung 2016 so zahm reagierte. Damals gab die türkische Regierung ein nicht offizielles Statement ab, wie erwartet, und vergaß die Angelegenheit. War ziemlich seltsam, zumal Block 6, den die Türkei ja als einen Teil ihres kontinentalen Bereiches deklarierte, als einer der drei Förderstellen im Angebot war. Ankaras Statement besagte damals: viele Teile des Bereiches namens Block 6 liegen außerhalb der externen Grenzen der Türkei, der Kontinentalplatte im östlichen Mittelmeer, welcher bei der United Nations registriert ist.

Warum hat die Regierung Zyperns Block 6 in die dritte Lizensierungsrunde mitaufgenommen, wo sie doch bereits 2014 darüber informiert worden war, dass das ein casus belli (Krieg) für die Türkei bedeutet? Und warum haben die Türken lediglich routinemäßig dazu Stellung genommen? Die Antwort kann in einem Geheimtreffen in Davos/CH im Frühjahr 2015 zwischen Anastasiadis und dem ehemaligen Ministerpräsidenten der Türkei, Ahmet Davutoĝlu, gefunden werden. Die beiden einigten sich darauf, dass der einzige Weg voran sei, eine Formel zum Beenden der Zypernfrage zu finden, was den Weg für Kooperation in Sachen Hydrokarbonate freimachen würde. Die US unterstützen diese Denke vollkommen und mit den Zypernverhandlungen zwischen Akıncı und Anastasiadis verlief danach auch alles gut im Jahr 2015. Vize-Präsident Joe Biden(US) belohnte Anastasiadis. Bei einem Treffen in Davos 2016 informierte Biden Herrn Anastasiadis darüber, dass durch die Intervention der US-Regierung die Türkei ihre Einwände wegen der Lizensierung des Blocks 6 aufgegeben habe. Den Ausdruck von Interesse, den die Exxon-Mobil in der dritten Lizensierungsrunde zeigte, war Teil der Biden-Initiative gewesen. Die Türkei beschränkte sich lediglich auf ihre alte Politik der Navtex-Warnungen, sendete die Barbaros aufs Meer und gab hartklingende Stellungnahmen ab, manchmal auch Drohungen. Also solche wie letzten Monat, als offensichtlich wurde, dass Anastasiadis nicht interessiert war, einen Deal zu erreichen und sich nur an Gesprächen mit offenem Ausgang interessiert zeigte – bis zu den Wahlen Anfang 2018. Nach dem Abendessen am 2. April 2017 mit Mustafa Akıncı, machte die türkische Seite klar, die [angesprochene] Prozedur bis Juni 2017, und vor dem Drillen in der zyprischen AO-Zone, wie geplant vollendet sehen zu wollen. Anastasiadis wurde daraufhin [aber] zum Hard-Liner und fokussierte aufs Anschuldigungs-Spiel (blame-game), wobei allen ersichtlich wurde: Anastasiadis arbeitet an einer Strategie, die anvisierten Verhandlungen zu umgehen.

Verrückt, dass Anastasiadis gedacht haben könnte, er kommt mit solch Handwerk davon. Der muss wirklich an Fehleinschätzung leiden oder in einer Traumwelt leben. Denkt der wirklich, er könne die USA benutzen und die Türkei verarschen, ohne, dass das irgendwelche Konsequenzen zeitigt für Zypern? Damals im Jahr 2015 war es effektiv so, dass er vermochte, seine Energiepläne durchzuziehen, allerdings mit dem Vorbehalt einer Regelung in Sachen Zypernfrage und einer Energiekooperation mit der Türkei. Kaum war der Start des Bohrens nach Öl anberaumt, machte er sich daran, den Friedensprozess zu verabschieden, derart brachte Anastasiadis nicht nur die Türkei ins Schleudern, er durchkreuzte auch Sicherheitspläne der USA für die Region, die auf Energie-Kooperation basieren.

Wir sehen inzwischen bereits die Konsequenzen des unverantwortlichen Spiels von Anastasiadis. Die Türkei gab bereits mehrere Navtex-Notizen heraus, führte Schiffsmanöver im Block 6 aus und sendete ihr seismografisch ausgerüstetes Erkundungsschiff, die Barbaros Hayreddin Paşa, bis südlich der Karpas Halbinsel[, das ist der Zipfel Zyperns, der Richtung arabisches Festland zeigt]. Das Verteidigungsministerium Griechenlands gibt an, es habe Informationen, die Türkei könne einen Vorfall im Meer draußen vor Zypern provozieren. Derart fütterte man Spekulationen der Medien, dass ein Konflikt im Busch liegen könnte. Espen Eide fügte Freitag noch Eins oben drauf, als er eine unüberhörbare Warnung bei einem Interview mit der Cyprus News Agency hervorbrachte: „Sollte es der Bohrungen wegen zu einem Showdown kommen, sind meine Bedenken, dass es dramatischer werden könnte als 2014, weil allgemein die Stimmung in der Region dramatischer ist!“ 2014 hatte die Türkei Untersuchungen in der zyprischen AOZ ausgeführt.

Und wie hat Anastasiadis die Angelegenheit bislang gehandhabt? Er berief ein Treffen des Geostrategischen Rates ein, den er selbst vor einiger Zeit begründet hatte, so, als ob ihm das irgendwelche Antworten einbringen würde. Und sein Sprecher [eben Christus Schmerz] hat in dieselbe Kerbe hohl gedroschen, also, dass Nikosia alle nötigen Schritte unternommen habe, die Provokationen der Türkei anzuprangern – die machten also so, als könnten Worte der Verdammung die Türken stoppen. Nach einem Beitrag in der zyprischen Fileleftheros-Tageszeitung vom Freitag, hatte sich zwischenzeitlich ergeben, dass das Außenministerium Zyperns Diplomaten der Staaten einberief, deren Firmen an der Erkundung des Ölreichtums in der Region AOZ beteiligt sind und dort bohren. Sie wurden über die Gefahr in der Gegend in Kenntnis gesetzt, der ihre Bürger dort ausgesetzt sind, die türkische Aktionen hervorbringen könnten.

Denkt der etwa, diese Länder würden nun ihre Marine dorthin verschicken, um ihre Bürger zu beschützen oder Druck auf die Türkei ausüben, sich zu benehmen?

Anastasiadis hat das Alles ausgefressen, weil er glaubte, es könne ihm gelingen, alle reinzulegen. Kann er nicht! Der scheint keinen Schimmer davon mitzukriegen, wie den Gefahren zu begegnen ist, die dank seiner mangelnden Kenntnis seines Handwerks anstehen [Sunday Mail, 7. Mai 2017, Opinion, S. 11].“

Nun, anscheinend sieht Nikos Anastasiadis einen Ausweg in selbst angerichtetem Schlamassel darin, sich den Verweigerern anzuschließen, also solchen wie Lillikas oder Papadopolous Junior. Es stehen ja schließlich auch Wahlen an, die, könnte man denken, irgendwie immer anzustehen scheinen auf Zypern. Wie halte ich mich im Sattel, scheint auf der Insel primär ganze Legislaturperioden hindurch das Hauptthema zu sein und nicht die Frage: Wie regiere ich das Land gemäß den Interessen des Landes und der Belange und Wünsche der Wählerschaft etc.?

Na ja, so ungefähr könnte es jedenfalls schon einzustufen sein. Denn eine Lösung der Zypernfrage käme für Präsident Anastasiadis nach eigenen Bekundungen keinesfalls auf Teufel komm raus in Frage. Nein! „Mit großen Bedenken beobachte ich einige, die sehr in Eile sind, alles zu akzeptieren!“ Der Gute! Nach über 50 Jahren NOTHING in den Zypernverhandlungen spricht der von „Eile!“ Besser also, er hält die Klappe. Nein, er sagte nicht: Ich halte nun die Klappe. Aber so was in diese Richtung gehend. Endlich hat er es eingesehen, dass sein Gebrabbel nichts mehr bringt, wahrscheinlich keinen Zyprer mehr von einer vereinten Insel träumen lässt, sondern klarer denn je erkennen lässt: Es ist einfach eine Art Beruf geworden, ein Arbeitsplatz, den es zu erhalten gilt, die Zypernfrage – womöglich schon ein akademische/s Rätsel oder Preisfrage? Wem mit solch Politik auch immer in die Hände gespielt wird, den Russen dürfte es gefallen, dass die Zyprer im griechischsprachigen Teil auf mehreren Partys tanzen, und ehrlich gesagt nirgends wirklich.

Und nicht, dass Sie nun etwa beginnen, verehrte Leserschaft, Herrn Anastasiadis und seine Crew in den Himmel zu wünschen. Der kann nämlich im Grunde gar nichts für seine politischen und diplomatischen Geschicke/Strategien/Züge. Sagt er ja selbst zuweilen. Denn er ist doch Minderheit – der Arme. Ja, in Zypern regiert eine Minderheitsregierung. Das ist recht praktisch, weil dann sind halt doch wirklich eigentlich immer die anderen schuld. Ich wollte ja, aber die ließen mich doch nicht! Somit können auch keine „radikalen, neuen Ideen aufs Mal implementiert werden!“ Somit ist Stillstand der Politik der Insulaner schon mal teilweise erklärt. Obgleich: Ein bisschen bewegt sich ja schon als etwas in den Korridoren der Macht und den Amtsstuben des Verwaltens von Macht. Die Cafeterias in zyprischen Amtsgebäuden sollen auch recht bewegt ihren Dienst abreißen. Gehen wir weiter im Stoff.

Demnächst könnte die Hauptstadt Europas 2017, das unvergleichliche Pafos, doch noch vor Ende des Jahres einigermaßen anzusehen oder vorzeigbar hergestellt oder hingestellt, also zusammengebastelt worden sein für den einmaligen Event, der da ist, Kulturhauptstadt Europas zu sein. Man müht sich ja so! Die Bilder im Fernseher stimmen jedenfalls schon mal! Und daher muss man sich in der Tele-Kiste all das Unfertige nicht ansehen, dass bei einem Gang durch die Altstadt von Pafos und andernorts in dieser Stadt den Blick blockiert. So gerne würde man als Regierung doch das nötige „JA“ für Schifffahrt, Tourismus, Wachstum und Wettbewerbsstärke erhalten, doch die bösen Anderen im Parlament lassen es einfach nicht zu. Gemeint ist, dass ein Untersekretariat in erwähnten drei Bereichen eingerichtet wird. Hätte man so etwas, wäre die Pleite von Pafos, die erwähnte Blöße, dass man fristgerecht der Welt sein schönes Gesicht offenbart, dann etwa keine?

Pafos ist schon etwas, wie soll man es nennen, korrupter Sumpf. Leider nicht nur dort auf Zypern. Hat vielleicht doch mit Afrodite zu tun!? Jedenfalls hat der ehemalige Generaldirektor der griechischen Helector auf der Außenstelle in Zypern, Herr Demetris Giannakopoulos, nun doch, seinerseits gnädiger Weise, sich des Betruges als schuldig erklärt vor Gericht. Der gute Giannakopoulos steckte mit Vergas unter einer Decke, der ja schon 6 Jahre aufgebrummt bekommen hat. Aghia Napa, sozusagen am anderen Ende der Insel, ist mindestens genauso korruptionssumpfanfällig wie Pafos. Einige Polizisten mussten dort nun doch vom Dienst suspendiert werden – Mord. Genauer: Irgendwie scheinen die Suspendierten an einem vierfachen Mord beteiligt zu sein. Einer der Ermordeten war ein Polizist usw.

Und dabei hat man in Nikosia-Süd doch anscheinend etwas Kohle abgezogen, um die Blöße von Pafos vielleicht doch noch etwas rechtzeitig den Zyprern und dem Rest der Welt mit zu Gesicht gutstehendem Gehalt zu füllen.

Das Ding mit der Kohle ging so: Wir haben keine nennenswerte Industrie, sagten sich die schlauen Politiker der Republik Zypern, wir haben wenig Lust, uns mit Türken zu einigen – und wenn, dann nur nach unseren Bedingungen! Was tun wir daher? Genau: Verkaufen wir doch unseren zyprischen Reisepass der Republik Zypern, des EU-Mitglieds mit fast gar höchstem, politisch-ökonomischem Gewicht in der Union, Pass der Väter und Mütter greko-römischer Ursprungs-Zivilisation Europas! Andere Leute verkaufen Rosen oder Marihuana oder auch schon mal Aufenthaltsberechtigungen. Sogar Heiratsverträge werden hier auf Zypern, stellte man gerade fest, mehr oder minder geschickt hundertfach und vielleicht noch mehr verkauft. Was tut Mensch nicht alles, um in den mit Goldäpfeln behangenen Gärten der Afrodite Lust zu wandeln! Und weil wir schon dabei sind: Die Stadt Pafos selbst hat sich mächtig ins Zeug gelegt und bewirbt nun, nein, ich lüge nicht, bewirbt die Sonnenuntergänge am Geburtsplatz der Afrodite in Kouklia. Weil die dort einfach am aller-aller schönsten sind, nirgendwo sonst. Hotels sind angehalten, dafür die Werbetrommel zu rühren. Es gibt indes noch weitere TOP-SPOTS, um das pafitische Phänomen mit Afrodite oder jemand anders im Arm zu bestaunen.

Ja, Pafos liegt im Süden der geteilten Insel. Wir springen hier lustig hin und her, als sei die Teilung der Insel nur ein zu übersehender Scherz, sorry.

Wie, Scherz? Etwa kille-kille oder kisa-kisa? Also Ersteres sagten wir gern als Kinder, wenn wir jemanden kitzelten und der endlich lachen sollte. Die Kisa in Nikosia ist manchmal auch amüsiert, doch anscheinend nicht, wenn jemand folgendes von sich gibt, über jemand, der oder die er nicht zu seinen Schäfchen zählen will/mag oder kann: „Die sind doch Anatolier, grobschlächtig, die werden nie Europäer werden, noch nicht mal in 100 Jahren, und wenn die hier [Zypern] bleiben, werden sie ein Dutzend Kinder pro Familie machen – wohin werden wir noch kommen mit denen?“ Herr Kostas Kleridis ist der Oberstaatsanwalt der Republik Zypern, und der hat nun befunden, dass die Kisa (Bewegung für Gleichheit, Solidarität und Anti-Rassismus) LEIDER nicht damit rechnen könne, dass solche Reden als Hasstiraden einzustufen sind. An einem Stammtisch, wo ein Arbeitsloser dem anderen solch Zeug erzählt, könnte wohl noch ein Auge zugedrückt werden. Doch wenn der Oberpriester der orthodoxen Kirche Zyperns, der Erzbischof, solche Reden schwingt, dann sind das, wie Doros Polycarpou von der Kisa fordert, schon Tiraden, die Elemente von Hass und anderem Gedöns in sich tragen, die auf uns ‚Durchschnittsmenschen‘ abgelassen werden. Unabhängig von dem Befund des obersten Staatsanwaltes will die Kisa mit dieser Hass-Geschichte weiterziehen, vielleicht bis ans Europäische Gericht. Dr. Maria Hadjipaviou spricht davon, dass es auf Zypern eigentlich eine lange Art Tradition gäbe, Friedensaktivisten ins Abseits zu stellen – zu kriminalisieren, wenn irgend möglich. Sie muss es wissen, sie arbeitete als Professorin in der Fakultät für Sozial- und Politikwissenschaften der Universität Zypern. Nicht das alle Türken Friedensaktivisten wären. Das wahrscheinlich noch Länger nicht. Doch die Kisa sieht sich durchaus auch in diesem Spektrum unterwegs auf der Insel – zum Beispiel prononciert für die Rechte von Migranten.

Kisa, ihrerseits, soll es in puncto Geldbeschaffung etwas übertrieben haben, eventuell. George Soros soll mal etwas Geld gespendet haben, der ja diesen Think-Tank der „Open Society Foundation“ ‚betreibt‘. Und letztere Organisation soll die losgetretene Migration verarmter und/oder desillusionierter Menschen aus vielen Teilen der Welt gen Europa auch als Chance begreifen, mal etwas grundlegend ändern zu können auf Erden. Wer sich mit den Mächtigen, also jenen einlässt, die mächtig viel Geld haben, muss sich warm anziehen. Das ist ja jedermann bekannt. Schließlich funktioniert die sozio-politische Hackordnung bei Humaniden so in etwa seit Jahrtausenden.

Nun, mit Hackebeil sollen sie sich nicht gegenübergestanden haben, die Rechten und die Linken. Anfang Mai war es aber so weit, so um den 8. Mai 2017 herum muss es gewesen sein, als in Limassol extremistische Rechte ein Treffen der Linken von der Technischen Universität stürmten. Immerhin: 2 Nazis wurden vorübergehend eingebuchtet. Dass man die 8 Tage wegsperren konnte, ging leider nicht, weil das Gericht sich nicht drauf einließ. Und so mussten 4 Tage ausreichen. Das Übliche wird ihnen angelastet: Aufwiegelung, Anschlag, Übergriffigkeit und Verbrechen aus Hass. Die beiden gefassten sind keine Unbekannten. Die haben schon für Rechtsparteien in den Startlöchern gestanden. Schwarz gekleidet mit Hoodys über die Köpfe gezogen. Also ganz klassisch, sozusagen – mit Art Baseballstöcken in den Händen. Die Linken waren zusammengekommen, um über ihre Rolle bei einer Wiedervereinigung der Inselteile öffentlich nachzudenken. Die nennen sich: „We want a federation (wir wollen eine Föderation).“ Als eine der Konsequenzen der Attacken von politisch Rechten, wurden in Limassol und andernorts kleinere Anschläge auf Büros der bereits im Parlament vertretenen neo-faschistischen ELAM verübt. Wenden wir uns nochmals dem zu, was ja vor allem auch solche, wie die von der ELAM zu verhindern suchen: Rassenvermischung etc.

In Sachen Heiratsverträge sollen es vorwiegend Menschen vom indischen Kontinent sein, die sich mit einer Zyprerin oder einem Zyprer oder jemand Europäischem vom Balkan, vorwiegend, auf Zypern ehelichten, wahrscheinlich auch, um in der herrschenden Hackordnung endlich nach oben zu rücken – und sei’s auf Umwegen, die durch das eine oder andere eheliche Verhältnis führen. Im Grunde ist das uns Menschen ja auch nichts Neues. Doch derart dabei schummeln, wie viele es nun offensichtlich getan haben, dass bringt unsere moralischen Standards, die vergleichsweise die höchsten weltweit sein dürften, dachten Sie das etwa eben?, doch wirklich ins Wanken!

Gott, das sind doch kleine Fischchen, diese Heiratszertifikatsbetrüger. Die wirft man doch besser zurück ins Meer und holt sie wieder raus, wenn sie größer sind? Und die großen, die machen eben auf „Visa-Passport“, wie zu erfahren ist. Das ist wirklich legal. Man kann ja so viel legalisieren: Marihuana, genmanipulierten Mais oder eben Bombenabwurf auf Zivilisten wie beispielsweise im Jemen, was dann verharmlosend „Kollateralschäden“ genannt wird; dass also so richtig reiche Ausländer sich übers Gesetz heben können, gewissermaßen, indem sie etwas Kohle für ein Stück vom nationalen Herzchen einer eigentlich rein-griechischen Nation, von Zypern, abdrücken. Die müssen lediglich Money investieren, so und so viele Millionen, und dann kommt der erlösende Satz: Da, da hast du deinen Pass!

Die Glücklichen.

Ein florierender Markt, anscheinend. In Pafos kann man es auf Arabisch und natürlich auch auf Englisch lesen, wenn durch die Straßen geschlendert wird: „Passport-Visa!“ Sogar im Hilton soll ein solcher Dealer schon seine Kreise ziehen – mit Fensterauslage. Muss gestehen, die Auslage persönlich noch nicht gesehen zu haben. Was könnte da wohl alles drin liegen: Gewiss eines der vielen EOKA-Denkmäler in Miniaturformat, Aufnahmen von riesengroßen Villen, versteht sich lächelnde, freundliche Zyprer in Trachten und beim Tanz, vielleicht auch der Ort, an dem Afrodite aus dem Meer stieg, um sich am fleischlichen Leben zu laben etc.

Dem nicht genug, schreibt ein gewisser Antonis Loizou in der Cyprus Mail vom 07. Mai 2017 über das Phänomen Visa-Passport, als sei es News. Er ist offenbar einer der Großverheirater oder Verzyprerer. Die Warteschleife vor seinem Büro, die Adresse ist unübersehbar angegeben neben seinem Artikel, dürfte sich eventuell nicht mehr auflösen können vor seinem Geschäft. Weil Zypern ist nun mal der Nabel der Welt und da wollen alle hin. ALLE. Daher komm ich ja auch darauf, dass die Warteschlangen endlos sein könnten, so endlos eben, verstehen Sie das nicht etwa falsch, wie eine Bauchnabelschnur: Ist diese nämlich gekappt, befindet man sich fortan in die Welt entlassen. Geht man bei Loizou aus dem Laden, ist man ein Mensch, äh, Bürger der Republik Zypern, dem fortan das Recht zusteht, seine Geschäftchen und andere Aktivitäten in die EU von Zypern aus zu entlassen.

Schon recht dreist, dass der Loizou da so auf Seite 20 in der Mail-Zeitung einfach so Werbung machen darf. Die Letztere kommt daher wie ein ganz normaler Artikel. Toll! Wieviel die Cyprus Mail für solch Schleichwerbung wohl in ihren Rachen schieben darf, mehr als 100 Euro? Jedenfalls ist das jetzt so etwas wie ein Geschäftszweig geworden auf Zypern, der Visa-Passport, wo auch der Staat etwas von abbekommt. Und auch daher denken viele, müsste die Pleite von Pafos nicht sein!!!

Sie wollen das Ding mit den Visa-Passports genauer wissen, hier ein Auszug des Kommentars aus der Sunday Mail Zyperns vom 30. April 2017 zur näheren Veranschaulichung: „Indem Hasiko Sokratis, Innenminister Zyperns, das Staatsbudget 2016 präsentierte, ließ er wissen, dass das Programm des Bürgerschaftserwerbes gegen Investitionen 2,5 Milliarden € in die Kasse gespült hat seit 2003. Das hat die Erwartungen übertroffen, vor allem wegen dem Muster, welches davor aufgesetzt worden war, diesbezüglich, im Zuge der globalen Finanzkrise. Dieser Zuwachs lief Hand in Hand mit der Zunahme der Besucherzahlen im Tourismus. 2016 kamen 3.18 Millionen Besucher. Das war ein Rekordbruch. Dieser steuerte 12% zum Bruttosozialprodukt des Landes bei… (Sunday Mail, 30.04.17, S.21, Micha-Rose Emmett).“

Es ist also nicht kriminell auf Zypern, solche Geschäftchen zu tätigen. Und die EU scheint auch kein Problem damit zu haben. Es gibt durchaus auch andere Länder, die in Sachen Passport-Visa zuschlagen: Malta etc.

***

Die Anti-Geldwasch-Einheit Zyperns namens „Mokas“ hat Verfahren angestrengt, um Eigentum von 5 Personen einzuziehen, Personen, wie der ehemalige EDEK-Abgeordnete Fidias Sarikas, die der Korruption für schuldig befunden wurden – in Verbindung mit der Abwassersystem-Angelegenheit in Pafos bei der Sapa. Zusammen mit Sarikas, der Bürgermeister von Pafos von 1997 bis 2002 war, waren auch der ehemalige Gemeinderat Giorgos Michaelides, Efstathios Efstathiou und Vasos Vasiliou sowie gegenwärtiger Gemeinderat Giorgos Shailis angeklagt. Deren Anwälte baten um Nachsicht am Mittwoch. … . Die 5 wurden in 61 Fällen angeklagt, in solchen wie Bestechung, Geldwäsche, Machtmissbrauch, Konspiration. Einige Anklagen wurden dann aber fallengelassen. Michaelides wurde in 19 Punkten schuldig befunden, Sarikas in 6, Efstathiou in 14, Vasiliou in 7 und Shailis in 6. Die Vollstrecker der Mokas sagten dem Gericht, es seien Prozeduren begonnen worden, Grundstücke der Betroffenen zu beschlagnahmen, um derart Geld einzutreiben, welches bewiesenermaßen durch Schmiererei und dergleichen Aktivitäten erworben worden ist.

Der frühere Bürgermeister Savvas Vergas und der frühere Sapa Chef, Eftihios Malekkides sitzen bereits eine Haftstrafe von 6 Jahren ab, nachdem sie sich schuldig bekannt hatten. Die haben tausende Euro Schmiergeld zurückbezahlt, die sie erhalten hatten. …. (Cyprus Mail, 4. Mai 2017, S. 5, George Psyllides).“

Korruption ist also auch im Süden der Insel ein sehr verbreitetes Problem. Es ist manchem so verbreitet, dass es gar nicht mehr als solches gewahr wird. Manche/r mag denken, dass das die Art und Weise sei, wie die Dinge nun mal zu sein haben. Sogar die mächtige EU in Brüssel und/oder Straßburg mit ihren TOLLEN Aufnahmekriterien, die es zu erfüllen gab, um Vollmitglied im Club namens EU zu werden, konnten so etwas nicht für immer und alle Zeiten auflösen auf Zypern. Hat wohl auch niemand erwartet. Doch es scheint schon länger dringend Bedarf zu bestehen, dass jemand von außen den Zyprern nochmals in irgendeiner Weise klarmacht: SO GEHT’S NICHT!

OK, wenn man sich ansieht, was in Rumänien und Ungarn oder Polen, Italien, Frankreich alles geht … . Sogar im General Hospital (Krankenhaus) von Nikosia musste ein Oberarzt und weitere Ärzte wegen Korruption das Handtuch schmeißen. 128.000 € soll Herr Kyamides zurückbezahlen, die er Patienten nachweislich abgenommen hat. Der arbeitete nach dem Motto: Extra Kohle her oder keine Behandlung! Den Trip konnte der Chefarzt im General Hospital knapp 8 Jahre durchziehen, von 2008 bis 2016. Von sowas wie ärztlicher Ethik und dass einem Patienten vorerst mal geholfen werden muss, scheint Herr Kyamides sich zusehends verabschiedet zu haben, es vergessen zu haben, wenn es ums Geld geht und ging.

Verwundert, zu lesen, dass es die Cyprus Air demnächst – oder etwa immer noch? – wiedergeben soll. Man hatte doch so am Rande mitbekommen, die hätten der Gesellschaft einen anderen Namen verpasst damals: Cobald, oder so. Jedenfalls ist wieder die Rede von dieser Airline und unter dem alten Namen. Die soll ab Juni 2017 nach Rhodos, Kreta und Tel Aviv fliegen von Larnaka aus. Ob sich die beiden ersten Destinationen bezahlt machen werden, erscheint doch wohl eher fraglich.

Nun: Von dieser ehrenwerten Flugzeuggesellschaft gedanklich über das Wort Pilot, weil Piloten fliegen ja zusammen mit Computern Flugzeuge, zu „Pilotprojekt“ zu kommen, ist zugegebenermaßen nicht gerade Höchstleistung im Geist. Doch es ist ja bitte sehr auch Sonntagmorgen. Die Sonne scheint, die Tauben gurren, das Meer winkt und winkt von Weitem und ich sitze immer noch hier und schreibe eben nun davon, dass es ein Pilotprojekt geben wird, welches das Ziel hat, Schildkröten aus den Netzen der Fischer zu halten. Ansprechpartner ist eine Yianna Samuel. Sie spricht von einer europaweiten Initiative namens „Life Euroturtles“. Grün leuchtende Lampen an Fangnetzen anzubringen, soll helfen, Schildkröten zu signalisieren: dort besser nicht rein schwimmen! 64% weniger tote Schildkröten seien das Resultat – so in etwa. Den Fischern bringt es auch was, da sie weniger oft beschädigte Netze aus dem Meer ziehen.

OK, solang Kalbs- oder Rindfleisch nicht übers Meer in die Bäuche seiner Konsumenten von einer Seite der Trennlinie zur andern der Insel im südöstlichen Mittelmeer kommt, will ja keiner was gesagt haben. Ist doch wahr! Schauen Sie sich doch an, wo die türkische Lira im Vergleich zum Euro gelandet ist! Letzterer ist so in etwa 3 Mal so kaufkräftig. Mustafa Şeytancık ist nämlich Metzger im Norden. Also nicht hier im Süden, drüben. Und der findet es gar nicht lustig, dass die Fleischpreise so gestiegen sind in letzter Zeit. Sie werden hier angekommen, eventuell denken: Der soll sich nicht so haben, ist doch eh Ramadan. Stimmt! Dennoch wollen viele Muselmanen nach dem Fastenbrechen auf ihr Kalbs- oder Rindfleisch nur ungern verzichten. Ein bisschen Freude muss ja wohl auch beim Fasten aufrecht erhalten bleiben. Und daher erwägen manche, ja stellen Sie sich das vor, dem soll nun wirklich vereinzelt so sein, sich mit dem nötigen Material, sozusagen, im Süden zu versorgen. So teuer ist das Fleisch im Norden also inzwischen, dass einige Bürger aus dem Norden, die ja auch – automatisch – Bürger des Südens sind, Fleisch schmuggeln. Gewiss ist einer oder die andere geschäftstüchtig genug, mit kleinem Aufpreis das einstige Kuhleben an Interessenten zu verdealen. Pikant daran: Das Fleisch dürfte nicht helal geschlachtet worden sein. Wundern Sie sich also nicht, wenn der Kofferraum geöffnet werden muss an der Grenze. Die wollen lediglich IHR Fleischgeschäftchen ausheben. Im Süden soll das Kilo umgerechnet 27 TL kosten, wohingegen es im türkischsprachigen Norden bereits 60 TL kosten soll. Das sind ungefähr 16 Euro.

Ramadan wird dieses Jahr im Norden vielleicht schon etwas, wie soll man sagen, festlandtürkischer geprägt sein: noch mehr Orte, an denen von Wohltätigkeitsvereinen und anderen Interessierten auf öffentlichen Plätzen zum Fastenbrechen eine Mahlzeit kostenlos an Fastenbrecher, aber auch andere Interessierte, ausgegeben wird. Bislang hat von diesen wohltätigen Menschen niemand gefragt: Fastest du auch? Dürfte sich wohl auch trotz verstärkter Präsenz festlandtürkischer Organisationen nicht geändert haben. Ob die Frage: Bist du Muslim kommt, gälte es noch auszukundschaften.

Nicht wenige Familien im Norden sollen sich diesen Luxus gar nicht erlauben können, auf diese Verteilaktionen zu verzichten. Das hat damit zu tun, dass sie eh am Existenz-Minimum leben. Viele geschiedene Frauen und ‚ihre‘ Kinder sind vorrangig betroffen. 2007 sollen 440 Menschen sich verheiratet haben und 548 Paare ließen sich scheiden. Im Jahr darauf heirateten 422 Paare und 571 ließen sich scheiden. 2009 waren es 261 zu 669, im Jahr 2010 sind es 354 zu 706 gewesen, 344 zu 739 im Jahr 2011 und so ging das in etwa weiter, doch nicht ganz: Im Jahr 2016 kam es zu 24 Eheschließungen und zu sage und schreibe 841 Scheidungen.

Eheberaterin Nihal Salman ist der Ansicht, dass es im Norden Zyperns dringend eines Familienministeriums bedarf. Eigentlich ein mittelgroßer Skandal, dass die dort so etwas noch immer nicht haben. Sie konnte feststellen, dass Paare meist in den ersten 5 Jahren ihrer Ehe auseinandergehen. Mal abgesehen von jenen, die ohne Eheschein zusammenleben, meint Salman, zeigen die Statistiken auch, dass die Anzahl der Kinder den Entscheid, sich scheiden zu lassen, beeinflusst. Familien mit mehr als 3 Kindern hätten eine Scheidungsrate, die bei über 7,7 % liege – ein recht hoher Wert.

Dennoch haben Frauen auch im Norden Zyperns Aufstiegschancen. Das soll aber nicht bedeuten, dass Frau Sevcan Görgüner eine geschiedene Frau mit Kindern ist. Vielmehr hat sie es geschafft, die erste Frau im Norden zu sein, die Vorsitzende der Türkisch Zyprischen Industriekammer geworden ist. In England hat sie ihre Uni-Ausbildung abgeschlossen und ging dann nach Istanbul, um beruflich Erfahrungen zu sammeln, wie sie in der türkischzyprischen Kibris Gazetesi erzählte. Dort arbeitete sie für eine internationale Firma, wo sie auch zur höchsten Chefin aufstieg. Im Jahr 2000 kehrte sie jedoch nach Zypern zurück. Die 1969 Geborene kommt aus einer Familie, die im Norden im industriellen Sektor schon seit den 50er Jahren tätig ist. Sie war sozusagen von Anfang an ein Kind des Industriesektors des Landes.

Es ist also nicht Hopfen und Malz verloren auf Zypern. Auch wenn sich die beiden Inselteile wohl vorerst nicht vereinigen werden, scheinen genügend Auswege für die Bevölkerung parat zu sein, die Kurve im Allgemeinen zu kratzen und ein einigermaßen anständiges und durchaus auch noch gemütliches Leben führen zu können – wenn man ein bisschen Glück hat und wenn man nicht in die „emotionale Inzest“-Falle tappt. Mütter würden ihren 30 Jahre alten Söhnen oder Töchtern nämlich noch das Bett machen. Die lieben großgewordenen Kinder bevorzugen Hotel Mama, auch, wenn sie über 30 Jahre alt sind. Kinder beteiligen sich offenbar generell wenig bis gar nicht an finanziellen Ausgaben für Elektrizität etc., auch nicht, wenn sie arbeiten und einen guten Job bekleiden etc. Die gute Brut wird also in aller Regelmäßigkeit meist verzogen. Die häufig vorzufindende Unselbstständigkeit der zyprischen Jugend und jungen Eltern hat noch mehr Gründe, doch das ist einer, der Ausländern schnell auffällt.

Ohne dieses zuvor erwähnte gewisse Quantum an Glück scheint es für viele Zyprer in näherer Zukunft enger zu werden, prognostizieren Soziologen und andere vermehrt hier auf der Insel. Zwar boomt der Tourismus gerade mal wieder, doch Menschen, die keine guten Abschlüsse vorzeigen können, weil sie niemand wirklich dazu anhielt, sich anzustrengen, werden schon länger nicht mehr mit Traumlöhnen entlohnt auf Zypern – auch keine Einheimischen mehr. Anstatt schlecht ausgebildeten Zyprern, die mehrheitlich immer noch in längst nicht mehr zutreffenden, alten Bildern von sich verhaftet leben, werden besser an bestehende berufliche Anforderungen angepasste Ausländer engagiert. Letztere haben den Vorteil, mit geringerem Lohn abgespeist werden zu können. Meistens jedenfalls.

In Schulen und Universitäten der Griechischzyprer muss dringend ein Umdenken eingespeist werden. Verwunderlich ist noch immer, auf Zyprer zu treffen, und das passiert andauernd, auch jene, die 10-20 Jahre im Ausland lebten, meistens in England, nicht in den Norden fahren wollen. Total verbissen diese Leute, lehnen ab, was sie gar nicht kennen, und wenn, dann vom Hören-Sagen. Viele dieser Leute haben Universitätsabschlüsse usw.

Da hilft auch nur wenig, wenn überhaupt, dass der Staat Müttern, die mehr als 4 Kinder haben, extra 300€ bezahlt, auch wenn die Kinder schon längst keine Kinder mehr sind, sondern Heranwachsende. Man muss dazu allerdings weniger als 15.500€ im Jahr verdienen.

Es ist also auch die Berichterstattung in den Medien anzuprangern, die dringend reformiert gehört – und aufgezeigtes Gebrabbel des Erzbischofs zeigt jedem Zweifler spätestens: So geht’s nicht!

***

Dass bei zyprischen Gemeinden Angestellte nebenbei noch oft einen Posten in einer Partei haben, erscheint auch Ihnen, kein Grund zur Beunruhigung zu sein? Das Gesetz auf Zypern verwehrt sich allerdings vor dieser allzu häufig praktizierten Gesetzesumgehung, die seit Jahren von allen Beteiligten sehenden Auges begangen wird – so eine Art Volkssport. Auch Glafkos Hadjipetrou von der Gemeindeangestellten-Gewerkschaft ist gegen die Praxis. Denn: „Ein Gemeindeangestellter ist da, um der Öffentlichkeit zu dienen!“

Der sogenannte Orphanidou-Fall hat das Rädchen der Diskussion über dieses Thema in Schwung gebracht letztens. Da alle im Parlament beteiligten Parteien – vielleicht die faschistische ELAM ausgenommen, da die noch neu im Geschäft ist – am Gesetzesbruch lustig teilnehmen, ist es auch ‚äußerst lustig‘, den Damen und Herren im Parlament dabei zuzuhören, wenn sie sich bezüglich dieses Themas mit eigens hergestelltem Schlamm bewerfen. Bislang gibt es ein paar Dutzend Fälle, die der Oberstaatsanwalt Klerides auf den Tisch bekommen haben soll. Noch mehr dürften folgen. Ein Schmierentheater sondergleichen – wieder einmal! Nicht etwa in diesem Zusammenhang stehend, aber weil schon mal die Rede von Theater ist:

Das 17. Internationale Pharos Kammermusik Festival beginnt nächsten Freitag, und zwar wieder in der sogenannten Shoe Factory Nikosias. Susanne Elmark und Christian Westergaard aus Dänemark werden auftreten. Debussy, Alban Berg, Richard Strauss, Sergei Prokofiev und Edvard Grieg haben die beiden im Programm. Einige mehr singende Stars und Instrumente spielende Sternchen sowie entsprechende Arien aus Opern dazu, hat das Pharos Festival durchaus auch noch zu bieten. Tel.: 00357 22 663 871, whatson@cyprus-mail.com.

Vielleicht wird das Spektakel in der Shoe Factory ja auch wieder aufgezeichnet von der RIK, dem zyprischen Fernsehsender. Die zeichnen ja alles Mögliche auf, warum nicht auch das. Hauptsache, das Ding ist im Kasten und keiner kann behaupten, die RIK sei parteiisch. Wenn da nicht diese oppositionelle Politikerin wäre:

„ … Freiheitskämpferin Eleni Theocharous, der es gefällt, den Eindruck zu vermitteln, mit höheren und nobleren Dingen zu tun zu haben als die meisten Politiker [Zyperns], zeigte letzte Woche ihr wahres Gesicht, als sie eine Verlautbarung herausgab, in der sie den Staatssender RIK verbal anging. Der Grund? RIK hatte keine Kamera-Crew vorbeigeschickt, um Kommentare aufzuzeichnen, die Dr. Theocharous gemacht hatte. „Wir denken, es ist nicht die Aufgabe der RIK, oppositionelle Stimmen außen-vor-zu-lassen. Auch ist es nicht ihre Aufgabe, lediglich die Politik der Regierung zu unterstützen“, sagte die von sich eingenommene Theocharous.

Die Idee, ein Kameramann habe zur Stelle zu sein, wenn immer ein politischer Loser sein oder ihr Mundwerk öffnet, um den gleichen Blödsinn zu wiederholen, der schon seit den letzten 10 Jahren gesagt wird, ist weit verbreitet [auf Zypern]. Politiker denken, nur, weil sie das Budget von RIK abnicken [im Parlament], der Laden gehörte ihnen nun und habe ständig an ihrem Rücken zu kleben. Die einzige angebrachte Kritik an RIK ist, dass zu viele Ressourcen verschwendet werden, um zyprische Partei-Vorsitzende aufzuzeichnen, die eh Nichts sagen. Und die Theocharous sollte schon mal gar nicht nörgeln, weil, indem die RIK Politiken der Regierung stützt, bewirbt die RIK den Widerstand zu einer Lösung [der Zypernfrage] zu kommen – so wie auch den ihrigen [Sunday Mail, 14. 05. 2017, coffeeshop] … .“

Zuletzt: Verpasste Chance. Die Volksrepublik China hätte neue Akzente setzen können, ja müssen, hier auf Zypern. Ihr Botschafter, Herr Xingyuan hat in seiner Rede am 18. Mai 2017 nämlich davon gesprochen – im Zusammenhang mit dem „Belt and Road Forum“ -, dass die Asiatische Infrastruktur Investment Bank Zypern als ein Mitglied aufzunehmen gedenkt. Gemeint ist ziemlich sicher die Republik Zypern, aber nicht der Norden Zyperns. Diesem Schisma hätte man sich nicht anschließen sollen als relativ neuer Player in Sachen Zypernfrage, sondern beide Teile galt es, aufzunehmen. PUNKT. Jedenfalls gibt es einige Leute, die hier nicht genannt werden möchten, die in diese Richtung denken. Ebenso wäre wünschenswert, wenn auch im Norden gemachte Diplome (Uni etc.) anerkennt würden. Bei Letzterem besteht jedoch ‚Hoffnung‘, dass das noch eher der Fall werden könnte, da ja die EU nicht davor zurückschrecken soll, solche Diplome aus dem Norden Zyperns teils anzuerkennen.

Und dann schwadronierte Herr Botschafter noch über lange Freundschaft, die zwischen China und Zypern bestehe: „Freundschaft, die aus nahem Kontakt der Menschen beider Länder erwächst, ist der Schlüssel für gute Beziehungen auf Staatsniveau!“ Bekanntlich haben Frauen aus China die Straßen Nikosias, Pafos‘, Limassols und Larnakas vor noch nicht zu langer Zeit ‚beglückt‘. Ja, da war mal etwas Prostitution am Laufen für eine relativ lange Zeit – auch als der Vorhang im Osten aufgezogen worden war. Heute sieht man dieses chinesische Service-Angebot in den Straßen eher nicht mehr. Viele Zyprioten sind indes mit Chinesinnen verheiratet, meist glücklich.

Mein persönlicher Eindruck ist: Es ist wirklich an der Zeit, dass sich der Riese in Fernost langsam zu bewegen beginnt. Und das geschieht demnächst etwas auf Zypern in Form eines Chinesischen Kulturfestivals, welches irgendwann im September und Oktober 2017 stattfinden soll. Und wissen Sie was? Wenn nichts dazwischenkommt, werde ich darüber vor Ort berichten. Das wird gewiss ein Highlight, auf welches man sich jetzt schon freuen darf.

Genau so!

Kurznotizen:

Achtung, nicht jeder Taxifahrer auf Zypern ist einer, der die Berechtigung dafür hat. Die Zahl derer, die sich mal kurz so ein Taxizeichen aufs Dach des Autos klemmen, soll steigen.

Medizinisches Marihuana ist freigegeben. Doch es zu erhalten, scheint noch etwas schwierig zu sein. Zu hoffen bleibt, dass im Zuge dieser Entwicklung eine Entkriminalisierung dieser Droge/Mittels beginnt. Zu viele sitzen inzwischen hinter Gittern wegen Besitz oder Verkauf von Marihuana. Ein entspannter Umgang damit gehört schleunigst eingeübt auf Zypern: vonseiten der Behörden vor allem.

Eide, Sonderbeauftragter der UN für Zypern sagte vor Kurzem, endlich: „Ohne Aussicht auf eine gemeinsame Basis, ist eine Shuttle-Politik [also, dass er hin und her vermittelnd zwischen den beiden zyprischen Seiten sich diplomatisch bewegt] ohne Basis.“ Herr Eide scheint nun kapiert zu haben, dass sich auf das betriebene Spiel der Zyprer über Details, Prozeduren und anderes Zeug zu streiten, einzulassen, lediglich einer zyprischen Strategie Folge geleistet wird, die letztlich in viel Wind um NICHTS monatelang endet – plus angeblicher „Lösung der Zypernfrage, DEMNÄCHST!“

Langsam dämmert es einigen angeblich freien Medien auf Zypern, dass eigentlich noch nie, außer einmal, eine Diskussion türkischzyprischer und griechischzyprischer Politiker im Fernsehen oder Radio den Steuerzahlern geboten wurde in all den Jahren seit der Trennung. Dass dafür kein Interesse besteht, behaupten gewiss lediglich beinharte Extremisten, jene, die sich gern selbst „Patrioten“ nennen. Nach all den Jahren des BLA-BLAs bei Wiedervereinigungsverhandlungen ist einfach nur noch verwunderlich, dass die zyprische Öffentlichkeit sich solch Indoktrination und Beschneidung ihres Rechts auf Information – vor allem eine, die sie angeht – gefallen lassen. Die Bürger scheinen wohl doch nicht so mündig, wie sie sich gerieren. Schade. In diesem Zusammenhang haben allerdings auch die großen mittel- und nordeuropäischen Mediensender versagt: BBC, ARD, FRANCE 24 usw. – die der Griechen in Athen und Thessaloniki sowieso.

Es ist also nicht so weit her mit der gepriesenen Freiheit der Medien und der Systeme, die angeblich (darin) kursieren soll. Eine öffentliche Diskussion der zyprischen Kontrahenten auf einer Medienplattform, irgendwo in Europa, wenn es auf Zypern nicht bewerkstelligt werden kann aus systemischen Gründen, gehört also dringend in die Öffentlichkeit gestellt, damit die Letztere sich endlich eine Meinung bilden kann, die fortan weniger von Lügen und Geldinteressen gewisser Akteure etc. zugepflastert in der Welt herum ist und Schaden anrichtet. 50 Jahre und mehr BLA-BLA auf Zypern, in Europa und in den UN und noch nie hat die griechischzyprische Seite sich zu so einem Duell gestellt, bzw. noch nie hat jemand Druck von außerhalb gemacht, dass es endlich mal zu so einem Showdown kommt.

Na, wenn da nicht WAS vor sich dahinfault!

Die Regenbogenflagge der Schwulen- und Lesbenbewegung wurde erstmals auch in Pafos vom Bürgermeister der Stadt hochgezogen gelassen. Mit mehr darf dann aber nicht gerechnet werden, also, dass Herr Bürgermeister sich dem Marsch anschließen würde. Eh verwunderlich, dass es so weit kommen konnte auf einer Insel, wo die Kirche noch seltsame Dinge von sich gibt, obwohl diese Lebensweise ja nachweislich bereits seit der griechischen Antike und davor existiert – und der Bevölkerung eine weitverbreitete Homophobie konstatiert werden kann.

Die EU verlangt, Zypern möge endlich eine 19%-Steuer auf Bauten und Bauflächen einführen. Brüssel scheint nun spürbarer Druck aufgebaut zu haben diesbezüglich, sodass im zyprischen Parlament schon mal – zumindest – darüber diskutiert wird. Die Maßgabe ist nicht gern gesehen, auch nicht von den vielen sogenannten Developers im Land – aber nötig. Zu viele unfertige Bauten stehen nämlich in der zuweilen schönen Landschaft. Und es sieht ganz danach aus, als würde diese unschöne Auswirkung bei einem eventuell bevorstehenden, kommenden Bau-Boom als eines der Ergebnisse dessen wieder Aufwind nehmen, sodass womöglich die Anzahl solcher Geisterhäuser zunehmen wird. Die Einführung einer 19%igen Mehrwertsteuer könnte den Einen oder die Andere vorher und nochmals darüber nachdenken lassen, ob das geplante Bau-Projekt überhaupt Abnehmer finden wird. Rohbauten, die länger als 5 Jahre die Landschaft verschandeln, gehörten von Gesetz wegen wieder abgeräumt. Solch eine Initiative sollten die zyprischen Grünen eigentlich mal lancieren, die aber meist andere Themen bearbeiten, als ur-grüne. So geht’s aber nicht weiter!

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Yamaz

Yamaz, äh, Prost allerseits. Es gibt wahrhaft Grund, mal wieder Einen zu heben!? DENN …

Da ist die Rechnung Erdoğans also vorerst aufgegangen. Was dem Bürgermeisteramt von Nikosia wohl nicht gelingen wird, nämlich, seine Rechnung aufgehen zu sehen. Das Amt will doch einführen, dass Autos nicht mehr in den Altstadtbereich eindringen. Ein Bus-Service soll her. Aber Zyprer sind allgemein dafür bekannt, um die Ecke an den Kiosk mit dem Auto zu fahren, um Zigaretten zu kaufen etc., überspitzt gesagt.

Alle, die Erdoğans recht übertriebenes politisches Treiben im Amt zusehen und -sahen in der EU, scheinen mehrheitlich gewillt, das Zusehen so fortzusetzen. Offensichtlich sind die Erfahrungen der EU mit so hoch-demokratisch geführten Ländern wie Saudiarabien derart erfolgreich, dass allen anscheinend klar ist und war: So eine Türkei wie die Saudis wollen wir auch haben! So etwas Ähnliches muss in Umlauf geraten sein und so etwas in der Art muss man sich auch in Limassol gesagt haben. Ein „park and ride“-System soll nämlich eingeführt werden, auch, um den Autoverkehr in der Innenstadt einzudämmen. Kostenlose Busfahrten dorthin und von gewissen Sammelstationen aus sollen zur Verfügung gestellt werden. Noble Absichten, die allerdings den Hang zum individuell Unterwegssein der Zyprer frontal ignorieren. Denn: Was gibt es Schöneres als mit dem eigenen oder geleasten Auto die kilometerlange Strandpromenade von Limassol mit Freunden oder Freundin runterzubrettern entlang an zig wirklich chicen Cafés? Sehen und gesehen werden! Manchem Betrachter ist erwähntes Vergnügen eine Spezialität la Limassol sondergleichen.

Jetzt ist sie also da, die Türkei mit diesem einen, königsgleichen Mann an der Spitze. Donald Trump hat ihm schon gleich nach seinem Verfassungsänderungs-OK gratuliert und Frau Merkel wird es wohl insgeheim auch schon getan haben. Hier weiß komischerweise niemand, was offiziell diesbezüglich läuft oder gelaufen ist. Ist ja auch egal. Was Zypern angeht, wird Akıncı wohl zwangsläufig seine Lehren aus dem Abstimmungsergebnis in der Türkei ziehen (müssen). Etwa dergestalt: Immer schön gegenhalten, die knicken in Brüssel schon noch ein!

Ja, Brüssel ist nicht nur eingeknickt, es liegt demnächst womöglich noch gehorsam zu Füßen von Herrn Erdoğan wie ein persischer Teppich – macht man bei Sultanen so traditionell. Warten wir es ab. Zum Darauf-Herumtrampeln gibt es zumindest über 60% der türkischen Wahlbeteiligten in Deutschland, die zur Verfassungsänderung in der Türkei mit Ja stimmten. Und in Zypern?

Nun, folgendes war los zu den genannten Wahlen im Norden Zyperns. Erstmal: die Türkisichzyprer waren selbstverständlich nicht aufgerufen, sich an der Wahl der Festlandtürken zu beteiligen – denn, noch sind Erdoğan & Co geneigt, Türkischzyprern den Status eigener Staat „Türkische Republik Nordzypern“, unabhängig von Ankara zu belassen. Alles der Reihe nach sagen sich da gewisse Strategen in Ankara und andernorts. Eine Meinung haben Türkischzyprer dennoch, trotz Ausschluss von der Teilnahme am Referendum in der Türkei letztens. Anscheinend hätte die Mehrheit mit Nein gestimmt. Doch auch Festlandtürken im Norden der Insel waren nicht so richtig überzeugende Ja-Stimmer. In der Region Karpaz, die dafür bekannt ist, dass dort ganz viele Festlandtürken leben mit streng nationalistischer Gesinnung (MHP, Grauen Wölfe etc.) wurde mehrheitlich, trotz der MHP an der Seite von Erdoğan in der Türkei, mit Nein gestimmt.

Im Grunde ist die Lage auf Zypern so unbestimmt, wie der sogenannte Reichtum, der vor der Insel im Meer liegen soll. Der griechischzyprische Energieminister findet es offenbar auch seltsam, dass darüber gestritten wird, wer was vom Kuchen abbekommt, wenn noch immer nicht ermittelt ist, wie groß dieser Erdgas-Kuchen im Meer überhaupt sein wird. Noch dieses Jahr wird es offenbar herausgefunden werden. Zwei Mal hat man schon Anstrengungen in diese Richtung unternommen von Seiten der Republik Zypern – unternehmen lassen. Ankara lässt demnächst auch wieder buddeln und bohren und seismisch messen im Meeresgrund des südöstlichen Mittelmeeres. Mal sehen, was die Türken alles an Reichtümern bergen, beziehungsweise aufdecken werden.

Jetzt, mit Erdoğan im Sattel, den USA und den Briten eventuell prononcierter an der türkischen Seite, wird es noch recht lustig werden im südöstlichen Mittelmeer. Wir dürfen gespannt zugucken, wie Nikosia-Süd damit umgehen wird, wenn der durch das Referendumsergebnis erstarkte Mann am Bosporus findet, es sei Zeit, ‚seine‘ Reichtümer vor Zypern und der Türkei etc. nun endlich einzufahren. Erdoğans Außenminister, Mevlut Çavuşoğlu, warnte bereits, er werde nicht länger untätig zusehen, wie die Südzyprer an der Südküste der Insel nach Erdgas bohrten – „einseitige Aktionen!“, nannte er das. Und außerdem gehöre ein Teil des Bereichs (AOZ), indem gebohrt werde, der Türkei. Nordzypern erlaubt derweil der Türkei, ihre seismografischen Untersuchungen bei Bedarf auszuweiten – bis hin zur nächstgelegenen Insel Griechenlands, wenn es sein soll. Çavuşoğlu des Weiteren: Im Gegensatz zu Ankara sei Südzypern nicht an einer politischen Lösung der Zypernfrage interessiert, wie sich zeige. Und was hier auf Zypernundmehr-News selten wiedergegeben worden ist, aber hin und wieder gesagt werden sollte, damit es niemand vergisst: Ankara spricht von der Republik Zypern als die „griechischzyprische Administration“. Das heißt: Die Türkei erkennt Nikosia-Süd nicht an. Und letztere erkennt Nordzypern nicht an. Die Republik Zypern hat es aber bekanntlich geschafft, diesen Bann, der dem Norden auferlegt wurde, zu internationalisieren – noch ist dem so.

Im Herbst sollen die Ergebnisse der Bohrungen im (AOZ-Onosforos) Bereich 11 vorliegen, sagt Herr Minister Giorgos Lakkotrypis, der sich hin und wieder mit israelischen Politikern trifft, auch mit Libanesen und Ägyptern. Nikosia-Süd versucht, über trilaterale Verträge, ihre Position gegenüber der Türkei in der Region zu stärken, wozu Griechenland stets ein weiteres, festes Standbein der trilateralen, ökonomisch-politischen Geflechte darstellt: also Zypern und Griechenland mit Israel oder Ägypten oder Libanon etc. Irgendwie scheint die Sache aber noch nicht ganz in trockenen Tüchern untergebracht worden zu sein. Genauer: Israel kann offenbar einem starken Mann am Ruder in der Türkei etwas abgewinnen. Letztens dachten sie in Tel Aviv gerade mal wieder etwas lauter darüber nach, ob es nicht doch vielleicht vorteilhafter für alle Beteiligten sei, besagte Reichtümer im Meeresboden des südöstlichen Mittelmeers in einer Pipeline durch die Türkei nach Europa zu jagen. Lakkotrypis will den Israelis bei seinem letzten Treffen in Tel Aviv nochmals klargemacht haben, dass es politisch klüger sei, die Pipeline über Zypern zu verlegen, und zwar mit der F.A. East Med. Letztere verflüssigt auch Gas (LNG). Der Energieminister meinte noch: Die EU wird sich an den Kosten dafür beteiligen, wenn von Nöten. Das könnte sogar klappen, denken hier wahrscheinlich nicht wenige, wenn, ja wenn das Ding denn so wie geplant durchgezogen werden kann. Wie gesagt: Erdoğan verspricht vielen Politikern andernorts mehr Stabilität und vor allem höhere Gewinne abzuwerfen, zumal die Türkei einfach mehr Potential hat und nun mal unbezweifelbar in jeder Hinsicht potenter ist als Zypern. Und soweit hier bekannt, wird Erdoğan Präsidenten Trump vor Anastasiadis treffen. Das Treffen ist im Mai 2017 geplant. Ob Anastasiadis Trump mal zu sehen und zu sprechen bekommt, wollen wir der Ausgewogenheit wegen hoffen!? Treffen auf solch hoher Ebene sind schon seit über 10 Jahren nicht mehr zustande gekommen: USA-Cyprus. Ansonsten müsste Zypern sich womöglich wirklich allein darauf verlassen, dass die französische Flotte eingreift, um ihre Interessen gegenüber den Türken zu verteidigen im Notfall?

Ausgerechnet die Franzosen denken Sie? Ja, weil die TOTAL mit der italienischen ENI für Zypern die Bohrungen im Meer durchführt. Vielleicht ist dem ja auch so, dass Paris sich zu so etwas verwenden würde, wie die Interessen Nikosias zu verteidigen mit militärischen Maßnahmen, auch, weil man sich kürzlich mal wieder im Zusammenschluss der südeuropäischen Länder getroffen hat, dem Zypern und eben auch Frankreich angehören. Die 4. Sitzung dieses Zusammenschlusses südeuropäischer Länder der EU wird in Zypern stattfinden. Wir glauben mal besser nicht daran, dass Paris mit schweren Geschützen auffahren würde. Man kann sich indes täuschen. Heutzutage weißt du ja nie.

Lustig an der Angelegenheit mit dem Bohren und Eruieren im Meeresgrund vor Zypern – man kann auch traurig an der Angelegenheit sagen – ist, dass die Republik Zypern diese Angelegenheit mehr oder minder in die Hände von ausländischen „Kolossen“, wie die zyprischen Zeitungen als schreiben, gegeben hat, indem Fall vorrangig in die der ENI. Und ja, es existiert die EYK, das ist die „Erdgas-Unternehmung Zypern“. Doch die wird einfach nicht eingebunden in besagte Arbeiten, obgleich bereits schon 3 Mal da draußen im Meer herumgebohrt wurde. Und wussten Sie das auch schon? Am Tag, als Erdoğan besagtes Referendum durchführen ließ zwecks Verfassungsänderung, ließ er sich von den vollmundigen Drohungen Nikosia-Süds überhaupt nicht beeindrucken und schickte seine Schiffe zu seismischen Bohrungen etc. unweit des nordzyprischen Girne (Kyrenia) in See. Klarer kann man Zeichen doch eigentlich nicht mehr in die Welt setzen, oder? Den Tag nach seinem Wahlsieg lief die türkische Barbaros in die Umgebung vom nordzyprischen Gazi Mağusa (Famagusta) aus – zum selben Zweck. Die griechischzyprischen Zeitungen bezeichnen das ganze türkische Bohr-Team mit NAVTEX. Letztere beginnen am 30. April 2017 ihr Werk. Wenn es wirklich krachen sollte kurz danach, werden wir Sie gewiss genauer darüber informieren, wo in der See, das passiert sein soll. Hier sei noch kurz angefügt, dass wenn von Bereich 11, Afroditis oder Onoforis etc. die Rede ist, dass dies Bezeichnungen und Einteilungen der See vor Zypern sind, die von der Republik Zypern vorgenommen wurden und von den Türken so nicht genannt werden oder anerkannt sind. Es spitzt sich also etwas zu, doch wollen wir es nicht dramatisieren. Reicht, dass die endlosen Wiedervereinigungstreffen andauernd DEMNÄCHST zu einer Lösung kommen – und auch Sie wissen bereits, wie diese Lösungen der Zypernfrage als aufgehen – in so etwas wie Schaumschlägereien.

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Nikos Anastasiadis wird im Coffeeshop der Sunday Mail beschuldigt, die erwähnten Treffen mit dem Norden zu hintertreiben und ständig nach Ausreden zu suchen, die das Wiedervereinigen nicht ermöglichen. Es ist eine Farce sondergleichen, was uns da geboten wird, und diese Farce zeigt der Coffeeshop recht unterhaltend auf – und die Internationale Gemeinschaft schaut zu? Irgendwie in diesem Kontext stehend ist folgendes noch stehend: Ein Gerücht, welches wieder Fahrt aufnimmt (BBC, CNBC, NY, FT): „Zypern ist die Schwarzgeldwaschmaschine der Russen (Mike Wigli – New York Times)!“ Und zwar wird ein vormals enger Mitarbeiter Trumps in diesem Zusammenhang genannt, Paul Manaford. Der hatte den Wahlkampf für Trump geführt bis letzten Sommer. Er soll auch 2,2 Millionen $ an 2 Firmen in der Ukraine gezahlt haben, um Lobbying in Washington zu betreiben etc. Und dieses Geld lief – zufällig – über die inzwischen eingegangene zyprische Laiki Bank (2012 oder 2013). Auf Anfrage der Kathimerini hat die Zentralbank Zyperns diese Anschuldigungen bislang nicht von sich gewiesen. Sie scheint eher gewillt, das DING aussitzen zu wollen. Also muss was dran sein, oder? Das glauben Sie nicht? Das schreibt aber Michalis Tsikala in der Kathimerini vom 23. April 2017, seine Emailadresse: tsikalasm@kathimerini.com.cy. Jemand anderes in der Kathimerini gibt am Schluss seines Beitrages zu bedenken, Herr Konstaninou Chatzistasou ist das, dass die Türkei zukünftig doch der geeignete Abnehmer des geförderten Erdgases der Republik Zypern werden könnte, weil sie einen riesen Bedarf habe und der Nachbar halt nun mal naheliegt. Jetzt spätestens, sollte Erdoğan das zu lesen bekommen, wird er den Zyprern gewiss Danken für diesen tollen Einfall.

Immerhin: Der sehr reiche Herr Wiatislav Adamovic Zaregrov hat bereits im Februar 2015 ein Monasterie (Kloster) der russischen Orthodoxie auf Zypern bauen lassen. Der russische Metropolit Tamasou Isai auf Zypern hatte Herrn Zaregrov auf Anfrage all die schönen Kirchen Zyperns gezeigt. Das hat dem Herrn so gut gefallen, dass er mal kurz eine Monasterie bauen ließ: 4 goldene Türmchen umringen ein großes goldenes. Dort, wo die Glocke läutet, in einem weiteren Türmchen, ist auf dem blauen Dach noch – ganz verspielt sieht es aus – ein weiteres kleineres goldenes Dachgipfelchen. Herrlich! Steht irgendwo in Limassol. Wer die Orthodoxen kennt, weiß, dass das Interieur vor Goldfarbenem und Prunk strotzen dürfte. Ob der Herr Zaregrov etwa auch Zyprer geworden ist, das heißt, für seine Investition einen zyprischen Pass erhielt? Immerhin, gewiss auch wegen solchen Gönnern hat die Arbeitslosenrate gerade so um die 2,5 % abgenommen. Es sind nur noch 27.573 Menschen auf Zypern arbeitslos gemeldet. Seltsam nur, dass Hoteliers neuerdings klagen, sie hätten nicht genügend Personal. Immerhin ist die Arbeitslosenrate unter Jugendlichen bei stolzen 29 %. Schuld sollen die Hoteliers selbst sein an der Misere. Lange beklagten sie, die Löhne seien zu hoch. Die Krise gab ihnen offenbar die Möglichkeit in die Hand, sich von mehrheitlich gewerkschaftlich gebundenen Arbeitsverträgen lösen zu können. Sie stellten daraufhin noch mehr ausländische Arbeitskräfte ein. Die sind aber oft nicht versiert genug und haben keine allzu hohe Motivation, auch, weil ihnen schnell auffällt, dass sogenannte Einheimische für dieselbe Arbeit oft einen wesentlich höheren Lohn empfangen. Jetzt boomt die Tourismusindustrie gerade. Die Hoteliers sollten mit den Löhnen hochgehen und der Staat schleunigst Einheimische in den entsprechenden Berufen ausbilden, als sie anstatt auf der Couch in einem Bistro zu belassen. Löhne hoch, sonst wird auf lange Sicht der Ruf der Insel Schaden nehmen. Die Klagen der zahlenden Gäste könnten sich häufen: Das Personal ist oft unfreundlich, dreist, die Zimmer etc. etwas schmutzig, unehrlich, das Preis- Leistungsverhältnis stimmt nicht.

Wussten Sie, dass sich in der Stadt Pafos und Umgebung eine Heiratsindustrie eingeschlichen haben soll? Polis Chrysochous? Dieser Name eines Dorfes sagt ihnen nichts? Die Bewohner des Dorfes wollen diese Art Tourismus jetzt so richtig aufbauen. Wieso gerade dort? Adonis aus der griechischen Mythenwelt jagte dort einst. Und Afrodite ist ja auch nicht allzu weit entfernt davon schwimmen gegangen. Das Setting ist also ideal für Turteltäubchen, die sich das Ja-Wort geben. Viele Israelis nützen die Gelegenheit, wohl auch, um mal aus der Gefahrenzone zu Hause auszubrechen oder der obligatorischen, religiösen Zeremonie, die in Israel abzuhalten ist, zu entgehen. Angesagter scheint: Standesamt, Trauschein, fertig, Party. 250.000 € spült diese Art Geschäft vorerst im Jahr in die Gemeindekasse. Andere Orte wie Geroskipou, Pafos oder Peya in der Gegend ziehen nach. Die meisten Touristen kommen in Gruppen von bis zu 30 Personen, um solch einen Event abzuhalten. So um die 50 bis 60.000 Menschen 2016 besuchten solche Events. Und ist doch klar, dass man zu solch Anlass auch nicht zwingend aufs Geld guckt! In Zypern zu heiraten, ist vom bürokratischen Aufwand als pflegeleicht zu bezeichnen und die Kosten sind noch relativ niedrig im Vergleich zu anderen Ländern. Ja, und das Setting stimmt irgendwie: Afrodite, Adonis und eine schöne Landschaft. Erforderlich wäre indes schon, den Chlorakas Beach bei Pafos schnellstens sauber zu machen. Sonst machen die Heiratsgäste dort erste Erfahrungen mit eventuellen Scheidungsgründen. Und das wäre eindeutig zeitlich zu früh angesetzt. Anscheinend ist das Bürgermeisteramt inzwischen bemüht, Renovierungsarbeiten durchzuführen und Toiletten zu installieren an jenem Strand. Davon abgesehen, ist Pafos dieses Jahr Europas Kultur-Hauptstadt mit einer weiteren Stadt in Dänemark zusammen. Noch immer ist die Stadt nicht fertiggestellt, um Zypern würdevoll als eine der beiden Kultur-Hauptstädte im Jahr 2017 zu vertreten. Ist es Schlamperei, Dummheit, Arroganz, Unfähigkeit, drüberstehend? Suchen Sie es sich aus, das geschilderte Phänomen zu charakterisieren mit einem der vorgegebenen Begriffe. Das dumme an dem Dreck in Chlorakas ist nämlich, dass die Strömung des Meeres diesen ungefragt nach Kato Pafos schwemmt – also dorthin, wo das Schloss einmal im Jahr einem Opernevent Kulisse bietet, sozusagen mitten ins Geschehen hinein, unweit des neuen Museums, wo die Taxis und Busse, „Hop off and on“ usw. stehen.

Was viele gewiss verwundern wird, weil irgendwo müssen neu Verheiratete Zyprer ja wohnen, ist, dass die Regierung anscheinend verboten hat, in landwirtschaftlichen Regionen zu bauen, also irgendwo auf einem Feld, welches ganz offensichtlich nicht zu einem ausgewiesenen Baugebiet gehört. Die Verwunderung darüber deshalb, weil allein zwischen Larnaka und Limassol auf der Landstraße fahrend, mehr als nur einige Bauten gesehen werden können, die das Gegenteil der Verordnung darstellen. Eigentlich müssten solche Bauvorhaben in maximal 1 km Entfernung zu einem Baugebiet liegen, sagt das Gesetz. Was viele aber nicht tun. Das sogenannte Etek, diejenigen, die solche Bebauungspläne ausarbeiten, erscheint vielen Beobachtern schlichtweg nicht auf dem Stand der Dinge zu sein. Müssten vielleicht mal aus der Komfortzone Büro sich begeben. Ordnung scheint in dieser Angelegenheit noch längst nicht in Sicht, auch wenn das verabschiedete Gesetz regulierend existieren soll neuerdings. Noch ärgerlicher sind manchem die Baugerüste, die landauf – landab die Landschaft ‚zieren‘. Die stehen so seit Jahren herum und keinen scheinen die mehr zu stören. Eigentlich sind manche dieser Skelette bestens geeignet als Filmkulisse, muss jemand in einer Behörde Zyperns gedacht haben. Und jetzt sind einem SOGAR Bollywood-Produktionen aus Indien scheinbar gut genug. Die Cyprus Investment Promotion Agency träumt jedenfalls neuerdings auch in diese Richtung. Frau Pillides ist die Ansprechpartnerin. Ob die Behörden dann immer gleich bereitwillig mitspielen werden, ist eine andere Frage. Schließlich müssen die über ihre Praxis gegenüber Indern sich hinwegheben. Die armen Beamten sollten dann nämlich Visas erleichtert für Inder ausstellen und deren Gerätschaften auch noch ohne großen Aufwand und Bürokratismus aus dem Hafen ans Filmset und zurück genehmigen. Auch wenn sogenannte Incentives den Herren und Damen von Bollywood in Aussicht gestellt werden, um auch auf Zypern Filme zu drehen, und nicht allein in den Schweizer Alpen und andernorts, ist zu bezweifeln, dass die zyprischen Behörden so geschmeidig werden in ihrer Visavergabepraxis etc., dass allgemein Zufriedenheit und ein einigermaßen reibungsloser Verlauf zu erwarten sind. Präsident Anastasiadis weilt gerade in Indien, umwirbt Bollywood.

See Why“ hat da weniger Probleme mit Visas, vorerst. Das ist eine kleine NGO, die Backpackertourismus betreibt mit sozialem Anstrich. Jugendliche aus allen möglichen Ecken der zumeist westlichen Welt plus Nordzypern begeben sich mit Zelten in verlassene zyprische Dörfer, irgendwo abgelegen in den Tälern oder Höhen des Troodos-Gebirges und campen dort für eine geraume Zeit. Bestechend an der Idee ist, dass diese jungen Menschen den Umweltfaktor ernst nehmen, das heißt, ihren Dreck wegräumen und möglichst wenig davon produzieren – sich mit der Trennung der Insel in Nord und Süd auf ihre Weise auseinandersetzen. 2016 haben sie zwei solcher Reisen bereits veranstaltet. Bleibt abzuwarten, ob diese Art Tourismus auf genügend Nachfrage stößt und im Jahr 2018 ff. weiterhin bestehen wird. Profitorientiert scheinen diese Reisen noch nicht zu sein – see.why@europe.com -. Ganz im Gegensatz dazu, wird woanders auf Zypern davon geträumt, ausgerechnet Süßwasserreservoirs touristisch nutzen zu wollen. Gehören alle hinter Gitter, die so etwas planen. Finden Sie nicht? Nun, anscheinend tut man das irgendwo in England auch so, wird als Begründung angeführt. Nur dort gibt es mehr Süßwasser als auf Zypern, weil es wesentlich öfters regnet. Was Philippos Sophocleus jedoch nicht als Gegenargument überzeugen mag, ist zu vermuten. Denn er will diese oft menschenfreien Reservoire nutzen. Ski Slalom soll auf den Seen gelaufen werden. Da könnten die Boote in der Geschwindigkeit von nahezu 60 km/h besser drüberrasen als auf dem welligen Meer unten an der Küste. Auch Andreas Manoli, Chef des Wasserentwicklungs-Departments findet, dass dieses anvisierte Projekt rein gar keine lustige oder gute Idee ist. Das Tourismusministerium, genauer einer seiner Ableger, die CTO, hüllt sich noch in Schweigen. Verlautbart aber, dass die Nutzung der Reservoirs durchaus ein beträchtlich großes touristisches Potential habe. Oh weh! Welch schlimme Prognose. Demnächst spült man wohl Motoröl-Rückstände durch die Wasserleitungen im Haus. Ein Hoffnungsschimmer besteht indes: Das Landwirtschaftsministerium schiebt seit mehr als 10 Jahren das Halloumi-Käse-Problem vor sich hin, welches auf europäischer Ebene gegenüber dem türkischzyprischen Produkt, hellimi, einfach nicht vorankommt. Wessen Käse ist origineller zyprisch und wer darf sich überhaupt so nennen (geschützte Bezeichnung des Ursprungs = PDO). Das ist der Streit und insofern darf gehofft werden, dass die Nutzung der Reservoirs mindestens ebenso lange dauern wird, bis sich alle einigermaßen einig sind. Denn das zuletzt genannte Ministerium hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Man wird sehen, ob demnächst der Verkehr zu den Seen zunimmt. Auch haben mehr Transportschiffe in den Häfen Zyperns angelegt – um 20 % belief sich ihr Anstieg. Das klingt durchaus rekordverdächtig. Na also, geht doch, wenn man will! Der Antrag der Stadt Pafos, den neuen Hafen zu einem Anlegeplatz für Yachten zu bestimmen plus entsprechend Luxus-Umfeld, ist vorerst abgeschmettert worden. Gleiches Szenario scheint sich für das Poseidon Consortium auch in Larnaka abzuzeichnen, wo vorerst wohl nichts laufen wird in diese Richtung. Beide Projekte hat das Consortium geschafft – mit Hilfe der Behörde -, in den Sand zu setzen. Die Finanzierung scheint irgendwie die ganze Zeit über in der Schwebe gestanden zu haben, so dass die Hafenbehörden und andere Involvierte vonseiten der Regierung wohl das Schlottern kriegten und der Poseidon letztlich absagten. Eine Marina sei das eine, ein Hafen das andere, hieß es. Beides unter einem Hut zu halten, braucht finanziell absolute Weitsicht. So ungefähr beschreibt es Othonos Theodoulou von der Handelskammer in Larnaka.

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Der Coffeeshop vom 23. April 2017 äußert sich zur bereits angesprochenen Tragikkomödie in Sachen Wiedervereinigungsverhandlungen mit dem Norden, die Präsident Anastasiadis vor aller Augen abzieht. Der Präsident wird im Coffeeshop „Nik“ genannt:

„… Waren wir naiv oder einfach doof zu glauben, Nik sei wirklich interessiert, eine Vereinbarung [mit dem Norden] zu finden? Ist er so ein begabter Schauspieler, dass er jeden narrte? Obgleich seine Schauspielkünste unvergleichlich sind, hat er etwa wirklich die ganze Zeit über Theater gespielt? Kann sein, dass als es zum Knirschen kam [zwischen ihm und Akıncı], als er die große, taffe Entscheidung zu fällen hatte, [plötzlich] herausfand, dass er nicht den Mumm hat und lediglich ein weiterer schwacher Führer ist, der an der zeitlichen Verlängerung seines Amtes als Präsident interessiert ist. Eine andere Erklärung mag sein, dass ihn Kräfte erpressen, die gegen eine Vereinbarung sind [in der Zypernfrage]. Der ehemalige KGB-Spion John Helmer, der jetzt als Pro-Putin-Macker unterwegs ist, hat verschiedentlich in Artikeln behauptet, die im Russian Insider veröffentlicht wurden, Nik werde erpresst von den Yankies, eine Vereinbarung einzugehen; und zwar vor allem von Untersekretärin Victoria Nuland. Das wurde auf einigen von Russland finanzierten Nachrichten-Webseiten wiederholt, dort von griechischen und zyprischen Typen berichtet, sogar als Nuland bereits aufgehört hatte, für das State Department zu arbeiten. Die letzten Monate – die Wiedervereinigungsverhandlungen am Nagel hängend und die Aussicht auf eine Vereinbarung sich schnell entfernend – haben weder Helmer, noch andere Schreiberlinge Putins etwas über Nik geschrieben. Helmer hat sogar aufgehört, vom Gerichtsprozess zu berichten, der den russischen Plutokraten Leonid Lebedev angeht, der ist ein Mandant der Nik-Anwaltskanzlei; und auch über die angeblich persönliche Verstrickung Niks in die schattenhaften Deals seines Mandanten [schreibt er nichts mehr].

Das kam rüber wie erpresserischer Journalismus, besonders, da es von einem ehemaligen KGB-Offizier verfasst war. Und all Das hörte auf, als klar wurde, Nik ist nicht im Entferntesten an einer Vereinbarung in Sachen Zypern interessiert. Einer der Typen, der den Nuland-Erpressungsmythos wiederholte, wurde für seine Bemühungen ausgezeichnet, und zwar mit Nik-gesponsertem Bakschisch. Ich beziehe mich auf den in Washington ansässigen, politischen Moralisten und Anti-Vereinbarungsprediger Michalis Ignatiou, der es fertigbrachte, seiner Nichte einen Job im Präsidentenpalast zu verschaffen. Die hilft jetzt Nik beim Redenschreiben. Sie ist eine Lehrerin im Fach Literatur und ist vom Außenministerium [Zyperns] angestellt mit gesondertem Vertrag [erinnern Sie es weiter unten, wenn diese Art Verträge Thema werden]. … . Palastangestellte, die fragten, weshalb die Nichte eines solch feindlichen Mackers denn eingestellt wurde, erfuhren, es sei ein Bakschisch für Ignatious Familie, die die DISY-Partei unterstütze, [der Anastasiadis bekanntlich angehört, die die Regierungspartei bildet]. Die haben nicht geschnallt, dass Ignatiou schon seit längerem Nik nicht mehr kritisiert in seiner Sonntagskolumne in der Phileleftheros [Zyperns], sondern ihm weisen Ratschlag gibt und moralische Führung.“

Wissen Sie was, hier gleich nochmal was aus dem Coffeeshop etwas, diesmal aus dem vom 2. April 2017. Dass so geballt davon reingegeben wird, geschieht, damit nun aber auch wirklich der allerletzte in Brüssel versteht, dass Präsident Anastasiadis auch, wie soll man sagen, recht lustige Seiten hat. Dass er die Grundfertigkeiten eines waren Chorkatos hat. Zum Chorkatos auf Zypern empfiehlt sich von Mawratsas das Buch „Gesellschaft der Proleten“ zu lesen. Jetzt auch als gedrucktes Buch bei Amazon.com (nicht .de eingeben!) zu erhalten: „Mit den Präsidentenwahlen weniger als 11 Monate entfernt, dachte Präs Nik, es sei angebracht, ein Schauspiel seiner bakschischologischen Macht zu geben. Die Bürger [sozusagen] rückzuversichern, die eine Art Bakschisch für ihre Wählerstimme suchen, auch dessen, dass er nicht Kontakt oder Wunsch verloren habe, diejenigen mit Gefälligkeiten auszustatten, die bereit sind, vor ihm niederzuknien und ihre unsterbliche Loyalität ihm gegenüber beschwören. Die Ernennung der unbekannten Maria Lottides als Ombudsfrau war eine emphatische Show von Bakschischpower, zumal auch die Zustimmung des Gesetzgebers von Nöten war, bevor sie den gutbezahlten Job übernehmen konnte. Präs, der sich keine Niederlage leisten konnte in dieser Angelegenheit, rief verschiedene Abgeordnete Freitag morgens an, um sicherzustellen, dass die Ernennung durchging und das gelang mit gerade mal 2 Stimmen. AKEL. DIKO und EDEK hatten beschlossen, die Ernennung abzuweisen, doch Nik schaffte es, 3 DIKO-Abgeordnete zu bequasseln (zwei aus Limassol), sich gegen den Entscheid ihrer Partei zu wenden und mit der DISY und der Lillikas Allianz dafür zu stimmen. Um sicherzustellen, dass das Ding durchgeht, stimmte der Präsident des Parlaments, Demetris Syllouris, der sonst nie mitabstimmt, ab, und zwar stimmte er pro Ernennung. Nicht ganz klar wurde, ob er diesen unerwarteten Schritt tat, weil er Nik seine Position schuldet oder ob er glühende Kommentare in der Kathimerini sich absichern wollte, zumal die Herausgeber [dieses Blattes] Ehemann und Schwiegersohn [der von Nik Begünstigten] sind.

Die Ernennung war ein Triumph für Nik in vielerlei Hinsicht. Er konnte so zeigen, dass er eine unbekannte Anwältin mit nicht gerade herausragender Karriere in den Staatsdienst nehmen kann und sie zur Ombudsfrau macht, indem wesentlich erfahrenere und besser qualifizierte Anwälte ignoriert werden, die im Büro der Ombudsperson seit Jahren arbeiten. Das schaffte er also, obgleich ein feindlicher Gesetzgeber im Weg stand und obwohl sein Innenminister, Sokratis Hasikos, jemand anderes vorgeschlagen hatte. Tatsächlich freute es ihn, seinen Minister öffentlich zu demütigen, mit dem der Lottides-Clan eh einen öffentlichen Krieg ausfocht. Kathimerini attackiert Hasikos erbarmungslos, während Demetris, der Schwiegersohn der Nutznießerin des Bakschischs, wiederholt ihren Freund Odysseas [Michaelidis, den Ober-Kontrolleur im Land] auf ihn angesetzt hatte. Den Mangel an Loyalität, den der Präs gezeigt hat gegenüber seinem Minister, ist umso verwunderlicher, zumal Hasikos‘ Zeitung, die Alitheia, seit Dekaden unterstützend über Nik schreibt. Doch er konnte Loyalität nicht erlauben, in seinen Weg zu geraten. Es galt, potentiellen Unterstützern zu zeigen, dass er der Bakschischkönig ist – und daher der Geeignetste, sich das OK zu holen, sollte man einen Posten bei der Regierung wollen. Ein paar Tage vor der Wahl im Parlament, trug die Kathimerini ein kurzes Beiträglein direkt aus der Arslikhan Schule für Journalismus vor, wahrscheinlich um klar zu machen, dass es kein Reinfall gibt bei Niks Anstrengung Lottides Ernennung zu platzieren[, sie formulierte]: „Von der Spitze der Macht ist mir zugetragen worden, dass Nikaros (Nik) sich viel von 2 Treffen verspricht, die er in Malta haben wird in diesen Tagen – an der Konferenz der Europäischen Volkspartei. Was mir gesagt wurde von meiner Quelle in der zyprischen Expat-Gemeinde der USA, ist, dass das Trump-Nikaros-Treffen nur noch einen Mausklick entfernt ist – im Juni. Und das verdankt sich dem sehr fähigen (Regierungssprecher) Nikos Christodoulides und natürlich der Hilfe, die Expats leisteten … .“ Wenig Zweifel daran, dass je näher die Wahlen rücken [auf Zypern], desto glühender die Artikel der Kathimerini über Nikaros erstrahlen werden, sodass man sich besser Sonnengläser aufsetzt beim Lesen zwecks Schutz. Nikaros kann hier auf Zypern zwei unterschiedliche Bedeutungen haben. Es ist eine andere Art „großer“ oder „macho“ zu bedeuten und ist oft in Gebrauch in Zusammenhang mit unserem Präs. Ein kleiner, stümperlicher Nik, dem alfamännliche Qualitäten abgehen, würde „Nikoudi“ genannt. Der sehr fähige Regierungssprecher, der weder ein Nikaros, noch ein Nikkoudi ist – vielleicht ein Nikaroudi – hielt seine US-Tour als Art Außenminister am Dienstag ab, machte aber klar zurück in Zyproulla, dass wir alle davon hörten, welch vielen wichtigen Treffen er hatte. Montagmorgens war er auf Staatsradio und informierte die Hörer über seine US-Kontakte mit dem Enthusiasmus eines Teenagers, der seinen ersten Besuch in einem Nachtclub erzählt. Den folgenden Tag war er allerdings nicht im Radio, um uns von seinen Montagstreffen zu berichten. Diesen Job überließ er dem CyBC-US-Korrespondenten. Er hatte wohl etwas verspätet kapiert, dass er in seiner neuen Rolle nicht dafür erkoren war, eigene Aktivitäten zu berichten. Er ist [jetzt] zu wichtig für so etwas.“

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Vielleicht würden Teile der Internationalen Gemeinschaft ja noch lauter pro Nikosia-Süd eintreten, wenn die nicht solch komische Angewohnheiten hätten. Das sind diese hier bereits wiederholt erwähnten Sitten, die an Ostern meist ihren tiefgangmäßigen Höhepunkt zelebrieren: Singvögelessen. Sie können es halt nicht lassen, vielleicht die meisten Zyprer, und da sind sie sich wohl mit vielen Türkischzyprern einig, dass so ein kleiner Piepser eine Delikatesse sein soll und bestens gefrittet wird. 2,5 Millionen Singvögel verspeisen die auf der Insel jährlich. Das ist eine Schätzung, denn offiziell soll der Verzehr ja verboten sein. Chris Packham hat mal wieder einen Dokumentarfilm darüber produziert und die Anzahl der verspeisten und teils elend verendeten Vögel (Leimruten) geschätzt. Der wird mit seiner Doku wohl vorrangig im Ausland Zuschauer entrüsten. So wenig, wie es einen ersichtlicheren politischen Willen gibt, das Zypernproblem wirklich zu lösen, so wenig scheinen die Herren und Damen im Parlament von Nikosia-Süd nahe dem eingestürzten und vielleicht schon wieder komplett aufgebauten Theater unweit des einsturzgefährdeten Restes des noch immer in Betrieb gehaltenen Krankenhauses daran interessiert, ihre Beschlüsse umgesetzt zu sehen in Sachen Zugvögelschutz. Zur Erleichterung des schlechten Gewissen, oder wie man es einschätzen darf, wurden kürzlich im Norden von sogenannten Aktivisten namens „dayanışma“ Straßennamen mit anderen Namen überklebt. Wir gehen mal davon aus, dass es die ursprünglichen griechischen Bezeichnungen waren. Das passierte selbstverständlich in „Solidarität“ mit griechischzyprischen Aktivisten (Linke Bewegung – wir wollen eine Föderation). Die hatten davor eine solche Überklebe-Aktion durchgezogen. BRAV. Der Kampf beginne in der Straße, war von den Aktivisten wohl auch noch zu vernehmen. Toll! Beruhigt wahrscheinlich wirklich schlechte Gewissen bei all jenen, die in jeweiligen Parlamenten auf Zypern offensichtlich gegen eine Wiedervereinigung, letztere als politisches Ziel hervorhebend, politisieren – nach dem Motto: Seht, unsere Jugend will es doch auch!

Ja, die Liebe zur Natur und ihren nicht-menschlichen Bewohnern. Nun: Den Briten ist wohl zu verdanken, dass nahe ihrer Basis in Akrotiris die Sumpflandschaft noch eine solche ist. Eigentlich sollten viele Zyprer den Briten dankbar sein, weil sie mit ihrem Einwirken mit sicherstellen, dass zu Ostern genügend Singvögel da sind, um den Osterhasen nach dem Verspeis von Singvögeln besser jagen zu können. Jagen, das muss schon sein! Das denken nicht nur hier viele. Derzeit scheint gerade Waffenruhe zu herrschen. Junge, in die Natur ausgesetzte Fasanenküken sind einem sogar schon fast ins Auto geflogen. Wahrscheinlich waren die noch nicht ganz ausgewildert genug und dachten, der gute liebe Jäger kommt, um sie zu füttern. Kann ja sein, dass der so ein Auto fährt wie unsereins. Im Herbst werden sie vollgefressen und gut gewachsen vor den Flinten ihrer vermeintlichen Freunde noch das Weite zu suchen lernen. Wenn es überhaupt so weit kommt, dass die Fasanen dazu kommen, die Gefahr wirklich zu kapieren. Passiert wahrscheinlich instinktiv? Bravo, dass die Briten einen gewissen Vogelschutz-Instinkt haben und seit Jahren es einfach nicht so ohne weiteres ermöglichen mögen, dass auch noch der Beach namens Lady-Mile zugepflastert wird mit geteerter Straße vor Limassol in Richtung Pafos unweit des Hafens. Herr Fylios Demetriadis, Betreiber eines Restaurants auf der Mile, ist ganz außer sich. Das Rathaus würde ihn schon seit Jahren versetzen. Er sei es doch schließlich, der in der Saison 300 Leute anstelle. Ob die von ihm Angestellten wohl dennoch aufstocken gehen müssen beim Sozialamt? Wir wollen es nicht wirklich wissen, denn Herr Demetriadis findet, er habe es verdient, endlich eine geteerte Straße bis zu seinem Restaurant zu erhalten, welches er schon 15 Jahre auf der Mile führt. Und Strom gefälligst auch. Schließlich ist er es, der den Strand vor seinem Restaurant sauber hält. Bislang muss der Gute Generatoren laufen lassen, um Elektrizität zu haben. Der Lärm dieser Dinger wird die Vögel gewiss nicht erfreuen und die Touristen und Einheimischen, die dort jedes Jahr aufs Neue im Sommer ihr Stelldichein zigtausendfach geben, wohl auch nicht. Ja, noch nicht mal EU-Fonds können beantragt werden, weil das Gebiet eben zur britischen Basis gehört – unerhört. Ein Skandal. Die Cyprus Mail zitiert in diesem Zusammenhang Sean Tully, Sprecher der britischen Basis, der sagte: „We have an obligation to protect the environment. It is a beautiful beach and the reason it is so beautiful is because it is protected!” Noch dies zur Umwelt: Climatellaunchpad ist eine Plattform, die Erfinder im grünen Bereich aufzuspüren sucht und daher kann bis zum 10. Mai 2017 jedermann seine oder ihre Erfindung einreichen: http://climatelaunchpad.org/application-form/. Der Gewinner wird am 18. Oktober 2017 ermittelt und erhält 10.000 € cash. Der Gewinn ist es also wert, anzufliegen?!

Irgendwie kriegt man es nicht wirklich mit. Oder man ist zu unaufmerksam? Haben Sie etwa registriert, dass ALPHAMEGA Supermarkt und die Cyprus Environment Protection Association (CYMEPA) sich vereint haben, um der Natur Gutes angedeihen zu lassen? Martina Meinders muss die ‚Umwelt-Aktivistin‘ heißen, die diese Zusammenarbeit angestoßen hat. Sie ist Deutsche – im Schifffahrtsgeschäft tätig, irgendwo in Limassol (Marin Shipmanagement Ltd.). Kurz: Die Plastiktüten bei ALPHAMEGA sind im Visier. Eine „plastic-bag-free“- Insel Zypern ist geplant. Es gibt also auch Lichtblicke hier. Wenn Sie erlauben, dann diese Bewertung dazu: sehr, sehr hochfliegende Ziele, die Frau Meinders & Co da haben. Wir wünschen Erfolg. Haben allerdings schon eine Einkaufstasche aus Stoff, die so ähnlich wohl auch im ALPHAMEGA gekauft werden kann. Diese Taschen sind mir wirklich noch nicht ins Auge geflogen – dort.

Apropos fliegen. Die Ersatzairline COBALT der Cyprus Airline – letztere wurde ja vor nicht allzu langer Zeit in den Sand gesetzt wegen Missmanagement usw. – bietet demnächst Flüge nach Beirut an – ab 55 €. Soll noch mal einer sagen, Zyprer hätten ein Problem mit Objekten, die fliegen wie Vögel oder Vögeln selbst. Oder dass es die Republik Zypern nicht gibt, wehe das behauptet noch mal einer. Frechheit! Dass diese Republik wahrhaft existiert, durften Kinder eines befreundeten Landes der Zyprer vor kurzem nämlich hautnah erfahren – Serben. Die wollten doch glatt über den Flughafen Larnakas in den freien Gebieten zu einem Festival für Kinder in den besetzten Gebieten anreisen, eine (Straf)Tat, die zudem dem im Norden der Insel liegenden unrechtmäßigen Nicht-Staat geholfen hätte, seinen Statusquo aufzubessern in der Welt der Legalen. Die Kinder samt Aufsicht wurden am Flughafen angehalten und erstmal eingesperrt 24 Stunden oder so. Ja, was glauben DIE denn? Können doch nicht einfach so rüberfahren ins türkisch geschaffene Nirgendwo! Scheinbar hat man die Kinder schon bald wieder nach Serbien zurückschicken können. Passten zwar nicht alle ins Flugzeug rein, aber immerhin. Komisch nur, dass Kinder aus Litauen oder Russland ungehindert zum Event ankommen durften im rechtsfreien oder besser illegitimen Norden. Eine Lektion sei uns allen das eben Geschilderte in folgender Sparte: Wie versaure ich mir meine Beziehungen zu einem befreundeten Land!

Dass Serbien gerade nicht so demokratisch unterwegs sein soll, dürfte wohl eher nicht der ausschlaggebende Grund gewesen sein (Vucic) für die Aktion am Flughafen von Larnaka. Eher, ist zu vermuten, ist es die Größe des Landes. Serbien gibt ja vor, in die EU rein zu wollen mit einem Fuß in Richtung Russland ausgestreckt. Und die politische und faktische Größe Serbiens ließ die zyprischen Behörden serbische Touristen wohl warnen, in den zyprischen Norden zu fahren. Ja, die sind in Serbien überwiegend Orthodox, so, wie die Zyprer. Aber eben zu klein und halt doch nicht so richtig EU-drin, um einfach das zu tun, was ansonsten ALLE anderen Touristen auch tun auf Zypern. Nicht ganz von der Hand zu weisen, ist das vorgebrachte Argument der zyprischen Behörden dann allerdings auch wieder nicht. Es häufen sich die Fälle, wo Morde oder andere Straftaten von Türkischzyprern in den „freien Gebieten“ begangen werden, die dann allerdings nicht zur Rechenschaft gezogen werden können, da sich die Täter in den Norden rüber retteten, wo Südzypern ja kein Auslieferungsgesuch stellen kann, weil es den „Pseudo-Staat“ nicht anerkennt. Andersrum geht’s auch, wo sich jemand in die Republik Zypern flüchtet, der im Norden eine Straftat begangen hat und nicht belangt werden kann. Das Europäische Gericht für Menschenrechte verurteilte neulich das Verhalten beider Seiten. Ein Wahnsinn sondergleichen also, dass der Mord beispielsweise an einer 16-jährigen Türkischzyprerin, Eylül Güzelyurtlu und ihren Eltern nicht aufgeklärt werden kann (Januar 2005, in Larnaka). Apropos: im Jahr 2015 soll die Republik Zypern an die 18 Personen in ihre nord- oder mitteleuropäischen Heimatländer zurückgeschickt haben. Sie alle hatten offenbar die Absicht, in Syrien als islamistische Kämpfer sich zu verdingen. Bekanntlich gelangt man ansonsten mühelos von Larnaka nach Girne usw. Nikolaou, der griechischzyprische Innenminister ergänzt: „Die Sicherheitsmaßnamen wurden hochgefahren!“ Schon seit längerem wird man an der Grenze rüber in den Norden, die ja keine Grenze darstellen soll, gebeten, seinen Ausweis zu zeigen. Der wird dann auch registriert im Computer auf griechischzyprischer Seite – auf türkischzyprischer passiert das sowieso. Selten gelingt es, nicht herangewunken zu werden, um dieses Prozedere über sich ergehen zu lassen. Jene, die den Grenzern mit Griechischzyprisch Antwort geben, werden meist nicht behelligt. Zu lesen war irgendwo, dass neuerdings Touristen auch gefragt werden, in welchem Hotel sie denn bitte sehr abgestiegen sind. Diejenigen, die dann eventuell sagen, ich habe keines, könnten durchaus Gefahr laufen, dass ihnen der Übertritt in den Norden neuerdings verweigert wird. Es gibt kein Zahlenmaterial darüber, aber die Fragestellung lässt darauf schließen, dass die Behörde verhindern will, dass Larnaka-Airport genutzt wird, um dann im Norden Urlaub zu machen. Offiziell, wie gesagt, werden solche Unverbesserlichen vom zyprischen Staat vor den Untiefen im Norden geschützt. Mit der Erdoğan-Administration gestärkt am Ruder in der Türkei ist jedem, der in den Norden Zyperns fahren mag, auch über Larnaka, dringend geraten, sich sein türkisches und kurdisches Umfeld, meinetwegen in Deutschland lebend, genau anzusehen und was man so auf Facebook etc. postet bezüglich Türkei, Kurdistan, Armenien und Genozid, Erdoğan, Islam usw. Man kommt schneller in die Mühlen erdoĝanscher Hetzjagd als wieder daraus hervor. VORSICHT ist die Mutter der Porzellankiste!

Vor kurzem erzählte mir jemand, um nicht nur, aber auch auf die Orthodoxie auf Zypern zurückzukommen im Thema, dass Hauspersonal aus Indien, Bangladesch usw., die christlichen Glaubens sind, in orthodoxe Kirchen Zyperns meist nicht reinkommen, um an einem Gottesdienst teilzunehmen. Deutsche, Franzosen und andere Europäer christlichen Glaubens, wenn sie nicht gerade aussehen wie Inder, ist zu vermuten, haben damit kein Problem. Allerdings werden letztere nicht auf Friedhöfen der Orthodoxie Zyperns beerdigt. Es soll aber einen solchen Ort irgendwo in Limassol für sie geben, sodass die Leichen nicht vor den Toren der Stadt vergraben werden müssen. Noch kann man sich nicht kremieren lassen auf Zypern als Leiche.

Da wäre noch diese Angelegenheit, die man eigentlich nur schlecht mitverfolgen kann. Und zwar geht es um das fürchterliche Geschrei der Südzyprer, die sich seit Jahren darüber aufregen, dass Festlandtürken sich im Norden niederlassen. Die müssten bei einer Wiedervereinigung der Inselteile ALLE zurück in die Türkei! – wird gesagt. Ja, und was ist mit den vielen Russen, Briten und Griechen, Arabern und Israelis, die sich vermehrt ihre zyprische Staatsbürgerschaft kaufen und sich hier niederlassen? Die Xristofias-Talat-Vereinbarung auf Zypern besagt, die eigentlich noch bindend sein müsste, dass sollten zum Beispiel 100.000 Griechen im Süden arbeiten und leben, dann auch genauso viele Festlandtürken im Norden Zyperns sich aufhalten dürften – und umgekehrt. „VIP-Immigration“ nennt sich eines der Offices, die die Pass-Angelegenheit für Leute mit viel Geld regelt, die Zyprer werden wollen – EU-Bürger. Das Büro liegt in Limassols sogenannter Touristik-Area und realisiert diesen ‚Traum‘ recht geschwind. Wir konstatieren eventuell: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!

Somit dürfte das Spektrum hier wohl abgegriffen sein, könnten Sie denken, wenn von Kindern über VIPs bis zu Leichen die Rede war – doch noch ist dem nicht so. Nein, von Geld war, wenn überhaupt, dann nur indirekt die Rede all die Zeit. Geld zu haben, wie Sie wissen, ist schon etwas Schönes. Noch schöner dürfte sein, sein nicht gesichertes Geld, welches man in einer Bank hatte, zurückzuerhalten, wenn es einem abgenommen worden ist – unverschuldet. Und Ähnliches war ja vielen einfachen Bankkunden in Zypern passiert, als die Laiki Bank schlappmachte vor ein paar Jahren und ihre Vermögen der Zentralbank Zyperns zugeschustert wurden. Kurz, eine Organisation, die sich Sykala nennt, hat sich mit dem Präsidenten der Republik und anderen zusammengesetzt und dieser Herr von der Sykala hat bedeutet bekommen, dass die knapp 100.000 €, die den Bankkunden abgeknöpft wurden damals, eventuell zurückbezahlt werden könnten. Nach dem, was gelaufen ist, hat man so seine Zweifel und fragt, ob hier eventuell die Rede von einem Trinkgeld ist, sodass die Sykala endlich Ruhe gibt? Anfang April blockierten Bauern nicht ganz zu unrecht Straßen im eh schon zugestellten Zentrum von Nikosia. Es muss die Hölle gewesen sein für Auto- und Busfahrer, für Fußgänger gewiss sowieso. Die Bauern forderten, dass die Zentralbank Kooperative (CCB) ihre Anteile, von denen 99 % dem Staat gehören, zurück an die Mitglieder der CO-OPs gibt. Eigentlich haben die früheren Mitglieder ja kein Recht, so etwas zu verlangen. Die CO-OPs waren jahrelang Ort von schlechtem Management und Korruption etc. Als die Pleite gingen, schoss der Staat damals 1.7 Milliarden € rein. Das Geld kam von internationalen Kreditgebern und wird – lustiger Weise – vom zyprischen Steuerzahler zurückbezahlt. Das heißt, nicht etwa die Mitglieder der CO-OPs blechen, sondern die Steuerzahler – und jetzt fordern die letzteren auch noch ‚ihr‘ Geld zurück. Wie es kommt? Nein, die sind wahrscheinlich nur etwas durchgeknallt, aber nicht ganz. Der Finanzminister Harris Georgiadis hat mal wieder etwas Mist gebaut. Der meinte, er würde Anteile der CCB rausrücken, die dann in der zyprischen Börse gelistet erscheinen würden. Man würde so einen Schritt erwägen, meinte er dummerweise öffentlich, und zwar für all jene, die Geld in der Finanzkrise verloren hätten, aber auch für jenen Personenkreis, der Kunde der CCB war und für Arbeiter. Dieser sowie anderweitig betriebener Populismus der Regierung Zyperns, könnte der DISY Partei bei den nächsten Wahlen einige, eventuell entscheidend wichtige Wählerstimmen kosten.

***

Ja, Wahlen überall und auch in Zypern ist man bereits im Wahlmodus – wenn man den je wirklich verlassen hat. Wollen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Mittleren Kräfte – Nikos Papadopolous (DIKO), Giorgos Lillikas (EDEK), Giorgos Perdikis (Grüne) und Eleni Theoxarous (EURO.KO) – am Ausbaldowern waren, wer von den Genannten die Präsidentschaft von Anastasiadis anfechten geht mit der Unterstützung der anderen. Perdikis nannte die Mittleren Kräfte einst: „national chicken coop“). Grüne gibt es also auch auf Zypern, siehe Herrn Perdikis. Der scheint sich aber vor allem damit hervorzutun, in der Öffentlichkeit betont selten grüne Themen in die Debatte einzuwerfen. Das jedenfalls ist der Eindruck, der entsteht, wenn brav nahezu täglich APO MERA SE MERA auf RIK1 gesehen wird. Eine Plattform im Fernsehen ab 12 Uhr nachmittags ist das, die immer wieder Überraschungen parat hat. Anders als in Deutschland wird da Tagespolitik im Fernsehen betrieben – die verlängerte Bank des Parlaments ist diese Sendung. Lillikas soll ja seinerzeit, als die Finanzkrise war 2013, den Vorschlag gemacht haben, öffentlich, man könne doch bereits das Erdgas sozusagen vorausverkaufen, also bevor man es überhaupt gefördert, geschweige denn in der Quantität ermittelt hat, um die TROIKA aus dem Land zu halten und den Bailout zu vermeiden. Er meinte des Weiteren, dass 2022 ein realistisches Datum wäre, um seine erhaltenen Vorauszahlungen dann zu begleichen. Papadopolous schwadroniert gerade von einer Neuausrichtung der Politik, die nach dem Referendum in der Türkei zu erfolgen habe auf Zypern. Leider lässt Papadopolous Junior nicht wissen, was konkret geschehen soll und wie man glaubt, diese Neuausrichtung vereint bewerkstelligen zu können. Es riecht – mal wieder – bereits im Vorfeld nach hohlen Sprüchen. Apropos: Der nationale Hühner-COOP (die selbsternannte politische Mitte Zyperns) hat sich Montag den 24. April 2017 offenbar für Papadopolous als ihren Kandidaten fürs Präsidentenamt entschieden. Da kann man eigentlich nur noch sagen – wozu bekanntlich auch Herr Anastasiadis inzwischen Anlass gibt – schade um das schöne viele Geld, welches sinnlos weiterhin verschwendet werden wird in langen Sitzungen zwischen New York , Genf und Zypern. Denn eine Lösung der Zypernfrage, die will anscheinend ja keiner auf der griechischzyprischen Seite, jedenfalls keine, die man als FAIR gegenüber den Türkischzyprern bezeichnen wird können. Mit Nikolas Papadopolous, wenn er Anastasiadis das Präsidialamt abnehmen wird können 2018, ist diese Feststellung leider einmal mehr schon fast zwingend so zu sehen. Die Wiedervereinigungsverhandlungen werden für eventuell immer auf dem Parkplatz nationalistisch-ethnizistischer Verbohrtheit abgestellt verweilen. BRAVO.

Ob das Parking auf dem Hof der RIK-TV-Sender auch wirklich immer zugängig ist? Weil zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen die Herrschaften aus dem Parlament wohl eher nicht mal schnell rübergefahren, um in apo mera se mera sich zu zeigen. Genau: Die haben ja einen Fahrer und einige haben sogar Bodyguards – also wird es auch keine Schwierigkeiten wegen dem Parkplatz geben. Und was die Sicherheit angeht: Sogar die Beleuchtung hinterm Parlamentsgebäude im städtischen Park wurde mit einzig einer stärker leuchtenden Lampe verstärkt – heller als jemals davor und dass das Gemäuer des Parlaments weit genug davon weg liegt und das gut geschützt, weiß ich auch nicht so wirklich einzuschätzen – eher nicht. Plötzlich gibt es auch so etwas wie Böller vor dem Parlament und Parkverbote. Das waren noch Zeiten, als niemand an so was wie Anschläge denken brauchte. Doch auch zu jenen goldenen Zeiträumen war das Spesenkonto so manches Politikers auf Zypern etwas überhöht – um es mal gelinde zu sagen. Der Chef-Kontrolleur der zyprischen Nation, Herr Michaelidis, hat sich vorgenommen, das zu ändern. Endlich mal sollen die Parlamentarier ihre Flüge früher buchen und nicht auf den letzten Drücker. Das spart Geld, findet Michaelidis. Außerdem greift neuerdings eine neue Unart um sich unter den Parlamentariern. Parteien stellen immer mehr Externe an, dies und jenes zu tun, was aber von der Betriebskasse des Parlaments nach Gesetzeslage zu berappen ist. Der Anstieg in Rede: im Jahr 2015 von 69 Personen auf 101 Personen 2017. Das sind also 37%. Und so etwas müsse sich schleunigst ändern, findet Michaelidis. Von den Pensionsansprüchen mal ganz zu schweigen. Glavkos Kliridis und die DISY führten ja einst die Allgemeine Rente ein. Ansonsten: 18 Monate im Parlament gesessen und schon haste 1.300 und noch was Euro Pension monatlich. Da sind die einmaligen Bonis (75.000 und ein paar Verquetschte) verständlicher Weise noch nicht mit eingerechnet. Um die 700 Euro gibt es für Unterkunft monatlich, unabhängig davon, ob der Politiker überhaupt anwesend war. Ab 2012 neu hinzugekommenen Staatsangestellten, also nicht Politikern, werden die Pensionen von der Allgemeinen Versicherungskasse zukünftig ausbezahlt. Kurz: Herr Michaelidis macht sich unbeliebt. Eine Spaßbremse sondergleichen! Und was nicht lange auf sich warten lässt, sind Überschriften wie diese: „Er benimmt sich wie ein arroganter Schnösel.“

Der Finanzminister Harris Giorgiadis hat Michaelidis gerade am Hals. Einen Mann seiner DISY-Partei soll der Finanzminister regelwidrig eingestellt haben. Dieser Anstellung sei von der Kommission der Staatsangestellten nicht abgesegnet gewesen, meint Michaelidis. Wo er recht hat, da hat er nun mal recht. Was erwidert Georgiadis, dessen Ohren dabei leicht ins Flattern gerieten: „[Michaelidis] hat seine Objektivität und Unabhängigkeit verloren!“ Denn Michaelidis war inzwischen schon heißgelaufen und musste nun einfach mal in gewohnter Manier fragen, schließlich ist er der Oberprüfer des Landes: „Wie kannst du es wagen, MICH in Frage zu ziehen?“ Gockelgehabe halt. Nichts weiter passiert. Alltag. Doch dann, Michaelidis noch: „Wenn das Gesetz routinemäßig gebrochen wird, ist das keine Entschuldigung für mich, inaktiv zu bleiben (Cyprus Mail, 19.04.17).

Was sticht uns ins Auge? Das Wort „routinemäßig“. Das sagt schließlich nicht irgendwer. Keine Sorge, wir werden hierüber nicht ins Detail gehen, also zu: wer pickte seinen Gegner wann wohin und wie etc. Federn lassen jedenfalls beide – im Ansehen. Vielleicht nicht ganz passend ist, hier gleich hintenanzustellen, dass die Zyprische Zentralbank sich Mitte Monat April 2017 anscheinend gezwungen sah, öffentlich kundzutun, sie könne die gestellten Ziele in Sachen Reform des Finanzwesens sowie der Bank selbst nicht einhalten. Beispielsweise könnten „nicht rechtzeitig genügend Informationen eingereicht werden bezüglich der Einlagen der Kunden …“. Immerhin konnte woanders, und zwar von rechtswegen „Klarheit“ geschafft werden, was das DING mit den öffentlichen Märkten angeht. In Nikosia ist es bekanntlich der Mittwoch und der Samstag, an dem Markt ist. Leider findet der Markt seit geraumer Zeit an ein und demselben Ort in der Stadt fest, was früher anders war. Nun, das hat man also so geregelt und wird seine Gründe gehabt haben. Geregelt ist neuerdings auch, was zuvor als DING bezeichnet worden ist: dass „auf dem Markt kein anderer Verkäufer beschäftigt werden kann, wenn die Erlaubnis zum Betreiben eines Standes einem Verkäufer gehört und nicht einem Produzenten“, also einem Bauern. Die Verkäufer finden die Gesetzesänderung nicht sonderlich lustig. Beispielsweise könnte man nun noch nicht mal mehr zur Toilette gehen, da ja niemand, außer einem selbst, hinter dem Ladentisch stehen dürfe. Gern wurden nämlich Flüchtlinge angestellt, auszuhelfen. Und wie zu erfahren war, hat so mancher Verkäufer am Ende des Tages ‚vergessen‘, seine Hilfskraft ganz oder genügend auszubezahlen. Es gibt schließlich nahezu unendlich viele Bewerber auf dem hinter vorgehaltener Hand sogenannten Sklavenmarkt, die anscheinend hoffen, sie könnten besser abschneiden als ihre Vorgänger. Dieses Spielchen hat das neue Gesetz nun also auch unterbrochen. Wir dürfen damit rechnen, dass eine Art Umgehung des Gesetzes wahrscheinlich schon in Anwendung ist, die aber hier noch nicht bekannt ist. So wie Letzteres der Fall ist, werden wir Sie darüber in Kenntnis setzen. Not macht ja schließlich erfinderisch, da frisst der Teufel sogar Fliegen. Wie im Film ist das.

20 Filme können innerhalb von 9 Tagen an den „Cyprus Filmdays“ gesehen werden, die mal in Nikosia, mal in Limassol zu sehen sind. Die Filme sind mit Untertiteln in Griechisch und Englisch. Das 15. Festival dieser Art in Zypern beginnt Donnerstag, den 27. April 2017, also heute. Details dazu können unter www.cyprusfilmdays.com angesehen werden. Das Railto Theatre in Limassol, wo die Filme in Limassol gezeigt werden, gibt gewiss auch gern Auskunft: 00357 777 777 45. In Pafos werden die Berliner Philharmoniker zu hören sein am 30. April 2017 sowie am 01. Mai. Das bi-kommunale Jugendorchester wird am 30. April bereits nachmittags sein Können unter Beweis stellen und einige Philharmoniker werden sie dabei unterstützen. Sogar der deutsche Botschafter läuft auf. Ein kleiner Umtrunk (Rezeption) ist bereits angesagt, Einladungen verschickt. Klar, es wird Klassik gespielt werden – vorwiegend. Mal hören gehen, wie die die alten Klassiker kopieren, beziehungsweise interpretieren.

Dringend angesagt ist, sagt das Komitee zuständig für Kommerz und dergleichen mehr, dass Zypern ENDLICH Verordnungen erlässt, die es auf Linie bringen mit den Vorstellungen, die die EU über das Copyright hat. Das alles ist fällig bis Ende Juni. Nachdem, wie die Diskussion darüber geführt wird, besteht die Möglichkeit, dass der Termin – lang und breit Grundsätzliches und anderes mehr diskutierend – vertrödelt wird; und dann gibt es womöglich eine Strafe vonseiten Brüssels. Ein weiteres Limit wird zusehends gerissen auf Zypern, und das ist der steigende Konsum von Alkohol unter Jugendlichen, die noch keine 18 Jahre alt sind. In der Studie wurden 15 und 16-Jährige nach ihrem Alkoholkonsum gefragt. Demnach sollen Jugendliche in Georgien am kräftigsten zuschlagen mit 72 %, gefolgt von Tschechien und Zypern mit jeweils 68 %. EU-Durchschnitt liegt anscheinend bei 48%. Yamaz!

EBRD hat ihr jährliches Treffen und Geschäftsforum in Nikosia vom 9. Mai bis zum 11. Mail 2017. Es geht um grünen Wachstum und wie man regionalen und globalen Herausforderungen zu begegnen gedenkt. 65 Länder werden teilnehmen. Präsident der EBRD ist Herr Chakrabarti. Unter anderen werden auch Minister aus Bosnien, Ägypten, Georgien, Griechenland, Jordanien Kasachstan, Moldavien, Polen, Rumänien und der Ukraine anwesend sein. Ein großer Event, der einmal mehr die Wichtigkeit der Republik Zypern in der Region belegt!

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Der Anfang vom Ende

Das erhoffte Ende vom Anfang

 

2013-03-05-12-30-28

 

Was fällt Zypernundmehr-News spontan zu 2017 ein, fragen Sie sich das etwa? Nun, gewiss nicht in erster Linie die Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern oder noch gruseliger: das Desaster in Syrien vor der zyprischen Haustür. Hier fällt auch nicht etwas vielleicht eher gar nicht so weit Hergeholtes dazu ein, wie die folgende Schlagzeile, die womöglich temporär noch die Runde im Jahr 2017 machen könnte: AFD erhält Direktiven von Putin und Trump?

Wie Ihnen schon bald ersichtlich wird, ist dieser letzte Beitrag im Jahr 2016 bereits ein paar Tage vor Weihnachten begonnen worden. Das bringt den Vorteil, dass zum Jahresbeginn nicht noch redaktionell gewirbelt werden muss, zumal der Entscheid fiel, den Jahreswechsel in Pafos zu begehen; und dass man das Ganze eventuell nochmals in Ruhe durchlesen kann und dergleichen mehr.

***

Die Handwerker sind gerade im Haus. Ein Wunder, dass es die noch so nahe zu besehen gibt. Sollte es in der Mitte Europas Handwerker geben, die womöglich arbeitslos sind oder finden, sie werden nicht anständig bezahlt, denen kann nur empfohlen werden, sich nach Zypern zu begeben, um hier zu wirken – bestens gleich selbständig machen! Englischkenntnisse können nicht schaden, sind aber nicht unbedingt nötig, weil einen Sprachmittler gibt es zum einen immer, den man auftreiben kann, und zum anderen sieht der Fachmann oder die Fachfrau meist schnell, wo das jeweilige Problem eines Kunden auf ihn oder sie wartet. Es mangelt hier auf Zypern an verlässlichen und mit professionellen Kenntnissen ausgestatteten Handwerkern, Klemptnern und wahrscheinlich auch an Leuten, die Computer wieder anschmeißen oder gar zusammenbauen können. Man muss schon fast auf die Knie gehen, dass sich mal einer von DENEN sehen lässt, obwohl man sie anständig – und immer gleich – bezahlt oder bezahlen will. Kurz: Um die einfachsten Dinge erledigt zu kriegen im und ums Haus, bedarf es zu oft eines zu großen zeitlichen Aufwands – eines nervlichen sowieso, weil niemand von DENEN immer dann, wenn Hilfe erforderlich ist, sich auf den Weg macht, um mal nachzusehen. Oder noch schlimmer: Die kommen Nachsehen, sagen Dies und Das und sie würden wieder anrufen und dann wartet man – zu oft zu lange und zu oft auch vergebens.

Bei uns hier auf Zypern am Haus ist, unter anderem, gerade die Dachrinne das Problem, an der ein Abflussrohr beim letzten etwas stärkeren Regen einfach abgefallen ist. „Platsch“, da lag die Röhre im Garten, wahrscheinlich auf dem Rücken, und keiner wollte sie wieder an die Dachrinne anbauen. Das geschieht jetzt aber, hurra! Glücklicherweise sind wir mit dem Herrn, der das tut, eigentlich TREUEST schon seit Jahren ergeben in Kontakt. Endlich hat er sich nun bereitwillig erklärt, in Aktion zu treten, nachdem er uns schon 5 Mal versetzt hat. Wir sind also mehr als dankbar, dass endlich etwas geschieht und dass es – mal wieder – gelungen ist, den Kontakt zu diesem eigentlich netten Menschen zu er-halten.

Ach ja, noch eine Besonderheit an der Handwerkerschaft hierzulande: Manche holen sich ihren Lohn nicht ab. Den muss man ihnen dann geradezu hinterher tragen. Dass ungern Quittungen ausgestellt werden, nun, das ist inzwischen wirklich schon verinnerlicht von uns. Ja, man kommt sich geradezu schon blöde vor, einen Quittungsblock zu zücken. Das haben uns schon seit wirklich Längerem die Blicke der jeweiligen Handwerker abgeschminkt. Man will den meist einheimischen Handwerkern gegenüber ja nicht als Erbsenzähler oder Spielverderber im Kabinett der Hierhergezogenen auffallen. Oder?

Unser Handwerker, von dem eben die Rede war, muss wohl noch Mal nachbessern kommen. Denn leider wurde das Abflussrohr so gelegt beziehungsweise ‚ausgebessert‘, dass das Wasser vom zweiten in den ersten Stock des Hauses gesammelt in einem senkrecht angebrachten Rohr hinunterstürzt bei Regen, was ja auch OK ist. Doch da das Anschlussrohr unten im rechten Winkel angeschlossen ist, ist ab einem bestimmten Zeitpunkt nach einem Regenfall, wie wir seit gestern wissen, da es geregnet hat, ein ‚wunderbares‘ stundenlang andauerndes Konzert zu hören. Mich erinnerte es gleich an Erzählungen über Foltermethoden, wo dem Gefolterten unablässig das gleichmäßig laute Geräusch von Wassertropfen, die in ein Metallbecken fallen, zugemutet wird als Geräuschkulisse – endlos. Zwar wachte ich mit lediglich einem ganz leichten dicken Kopf auf, kann aber erinnern, anscheinend dennoch oder gerade deswegen? ganz tief geschlafen zu haben damit. Vielleicht ist diese Art Installation ja als so etwas wie die vom Stein der Weisen zu betrachten? Der letztere mag als Transmitter zu höherer Erkenntnis bestimmt auch kontemplatives IN-sich-Kehren, das die-Welt-vergessen, nur auf das eine Ding konzentriert zu sein. Also behalten wir das Getropfe vom Dach in einer ungenügend angebrachten Rinne so!?

Es kann also gesehen werden, dass das mit dem Ausbessern und dem lauten Tropfen seine Ursache auch und vor allem – ja, wie soll man es nennen – in einem ganz erheblichen Mangel bei den ausgeführten ‚Arbeiten‘ liegt – einer 2 cm gr0ßen Spalte. Diese wurde erst zeitlich später von uns ausgemacht! Weil, das so etwas produziert werden kann beim Ausbessern, darauf kommt man ja gar nicht. Wenn man bedenkt, dass es ein kleiner Aufwand ist, solch einen Herrn überhaupt ins Haus zu bekommen, um dann für solch ‚Leistung‘ – inzwischen leicht säuerlich – lächelnd im Cafe vom Dorf 70 Euro auf die Kralle zu bezahlen den Tag danach, bleibt die Frage an sich selbst einfach nicht aus, ob man es nicht vielleicht doch etwas mit der Handwerkerschaft hierzulande zu übertrieben hält – mit der Nachsicht gegenüber denselben.

***

Erhalten blieb uns hier auf Zypern, wie nicht anders zu erwarten, der Eiertanz um die Verhandlungen zur Wiedervereinigung der Insel – und auf die soll hier auch gar nicht groß im Detail eingegangen werden. Schließlich mag das Neue Jahr ja nicht gleich in alten, stinkenden Socken begangen werden. Oder?

Die vor dem Parlament in Athen patroullierenden Soldaten, am Syntagma Square, in den chicen Uniformen mit Art Kleidchen auf den schlanken jung-männlichen Hüften, dürften auch keine stinkenden Socken tragen, ist doch wohl anzunehmen. Schließlich sind sie eines der meist geschossenen Fotomotive von Griechenland- oder Athentouristen. Dennoch war der griechische Ministerpräsident Tsipraz anscheinend etwas stinkig, als er auf den zyprischen Präsidenten Anastasiadis kürzlich traf. Hatte sich letzterer ganz anders vorgestellt, dieses Treffen. Die Treffen sich heute den 29. Dezember 2016 seltsamer Weise nochmals. Der Grieche hatte nämlich zwischenzeitlich ‚eigene‘ Ideen für das anberaumte mehrköpfige Treffen in Genf – in Sachen Zypern und Wiedervereinigung – entwickelt. Demnach soll beim Treffen in Genf am 12. Januar 2017 plötzlich nur noch das Ende der Schutzmachtfunktion der drei Schutzmächte Zyperns (Türkei, Großbritannien, Türkei) und der Abzug türkischer Truppen verhandelt werden – vorerst. Doch etwas anderes war eigentlich vorgesehen thematisch, fand Anastasiadis (angeblich). Außerdem sollten nach Lesart Griechenlands vor dem Treffen erst alle anderen Kapitel bei den Verhandlungen abgeschlossen worden sein, bevor es dann überhaupt zu diesem Treffen kommen könnte. Das Kapitel Sicherheit und die Angelegenheit mit der Schutzmachtfunktion stünden einfach im Vordergrund, meinte Tsipraz also plötzlich. Gemunkelt wird, dass er die von der zyprischen AKEL vorgeschlagene Teilnahme Chinas an einem gesonderten Treffen zu Zypern durch die 5 Vetomächte der UNO vorbereiten will auf diese Weise.

Ehrlich gesagt, das macht durchaus Sinn, was der Linke, Tsipraz, von Athen da sagt. Dass man monatelang verhandelt, indem dann immer noch nicht über die wahren Brocken, wie Sicherheit und die Schutzmächte Zyperns, gesprochen worden ist, fanden viele schon immer, sei Blödsinn beim Verhandeln der Zypernfrage. Falsch an der Position von Tsipraz ist jedoch, dass er mit der Sprache erst jetzt herauskommt, was einfach nur unzeitgemäß ist und auch so wirkt. Das angesprochene Argument hätte er früher einbringen müssen, schließlich trifft er sich doch eh alle Nase lang mit Anastasiadis. Anderen ist dieser Zug Athens durchaus auch ein Zeichen dessen, dass die Griechen eine Lösung Zyperns zu hintertreiben suchen. Die Spekulationen darüber, warum Athen so etwas tun könnte, reichen bis ins Reich der griechischen Mythen und gewiss darüber hinaus.

Der Mann, der Tsipraz so etwas, wie das zuvr Gesagte, eingeredet haben könnte, ist mit ziemlicher Sicherheit sein Außenminister, Nikos Kotzias. Zum Kotzen, mit Verlaub, mögen manche gerade denken, ist das. Ein Professor der Universität Piraeus ist Herr Kotzias ansonsten eigentlich – Politologe. Ein ehemaliger Stalinist soll er auch noch sein, der auf Polens Jaruzelski steht. „Wir und Polen“ ist eines seiner Bücher.

Verwundert brauch folglich niemand zu sein, dass der griechische Außenminister auch sogenannte gute Kontakte nach Moskau unterhält – wie einst in Zypern Dimitris Xristofias und seine Truppe von der AKEL, als die dort regierten vor Anastasiadis von der DYSI. Und zwar werden diese Kontakte nach Russland zu keinem Geringeren als Herrn Aleksandr Dugin geführt. Der Herr Dugin in Moskau soll es wiederum gewesen sein, der Herrn Putin sozusagen auf die Krim 2014 ansetzte. Und anscheinend unterhält der Herr durchaus auch gute Beziehung zu den faschistischen Neonazis Griechenlands, der Goldenen Morgenröte – die auch in Zypern einen Ableger haben, der neuerdings im zyprischen Parlament sogar Flagge zeigt. Also: zwei Ultranationalisten sondergleichen, Dugin und Kotzias.

Ach ja, und jemand von der AKEL, genauer Herr Tomazos Tsielebis, spricht im Zusammenhang mit dem erwähnten 5er-Treffen in Genf neuerdings von „Nicht-Anerkennung“, womit er darauf verweist, dass Zypern am Verhandlungstisch zu sitzen habe, wenn die 5 Großen in der Welt über das Schicksal der kleinen Insel verhandeln – da ansonsten eine Nicht-Anerkennung der Republik Zypern sich abzuzeichnen beginne. Patroclus in seinem „Coffee-Shop“ in der Sunday Mail vom 18. Dezember 2016 schreibt dazu: „Dann könnten die Zyprer die US-Amerikaner bei jedem Vorschlag, den diese unterbreiteten, fragen: „Und, habt ihr schon die Chinesen dazu befragt?“

Dass die Griechen ihren Standpunkt etwas geändert haben auf die Plötzliche und wie beschrieben, darf also offenbar dem Einwirken Moskaus zugeschrieben werden, so, dass die Wiedervereinigung Zyperns brav weiter in Schwebe verweilt, wo sie leichter in gewünschte Richtungen geboxt oder getreten werden kann als auf dem Boden angekommen – zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt.

Vielleicht hier angekommen soviel vorerst zum Kontakt-Halten, von dem zuvor die Rede war. Ach nee, noch das dazu: Dem russischen Botschafter in Zypern, Herrn Stanislav Osadchiy, ist den Tag nach dem Tsipraz seine Bedingungen fürs Treffen in Genf gestellt hatte, in einem langen Beitrag auf CyBC nicht gelungen, die zuvor aufgezeigten Hintergründe für den griechischen Sinneswandel zu verschleiern – im Gegenteil. Herr Osadchiy ist, davon abgesehen, auffällig oft im zyprischen TV zu sehen, auch auf RIK. Er beherrscht das Griechische relativ gut. Auch wenn Herr Osadchiy davon spricht, er wolle sich in keinster Weise in innerzyprische Angelegenheiten einmischen, tut er genau das mit und in seinen medialen Auftritten, nämlich, sich unbeteiligt-geben-einzumischen.

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Nun ja, demnächst bricht ja das Trump-Ding endgültig aus: die Trump-Ära! Und der russischen Tass zufolge hat der neue CIA-Chef, Michael Flynn, schon mal posaunt: „Wir müssen unsere Außenpolitik überprüfen, die Türkei als Etwas von höchster Wichtigkeit sehen; und die Welt aus türkischer Sicht begreifen!“

Tra-ra!!!

Und Erdogan trifft sich gerade – immer mal – wieder mit Putin, hat ‚Frieden‘ mit dem Kreml geschlossen – auch wenn Dezember 2016 der russische Botschafter in Ankara von einem türkischen Extremisten ermordert worden ist. Dieses neue Bündnis verhindert auch nicht die Tatsache, dass Putin bereits seit langer Zeit mit Erdogans Rivalen Assad in einem politischen Bett liegt und Iran dabei zugucken darf, ja, sogar ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger dabei liegt. Bleibt eigentlich nur noch zu fragen, wie sich die EU zu diesen neu aufkommenden Männerklüngeln verhält? Frau Merkel ist die da noch die Richtige, auch wenn sie ausschließlich und nur Hosen trägt? Vielleicht doch besser den Herrn Gabriel zum Kanzler wählen im Jahr 2017, der immerhin ein Mann ist, Kinder haben soll und dann in besagter Klüngelrunde eher oder besser mit-kungeln könnte? Er ist sogar ‚Sozial’demokrat!

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Gerade aus Nikosia zurück. Die Handwerker haben ihr Werk am Haus also trotzdem, das heißt ohne mein Dabeistehen, zuende gebracht – vielleicht hält das Rohr diesmal länger als ein Jahr. Länger dürfte eventuell der ansteigende Zorn gegen alle möglichen sogenannten Ausländer in Deutschland anhalten. Berlin – Breitscheidtplatz. Ein Pakistaner soll es gewesen sein. Der war es nun wohl doch nicht. Der Täter wird noch gesucht. Ein Tunesier soll der Täter anstatt sein, der seine Papiere ausgerechnet im Tatfahrzeug verloren haben soll.

Nikosias Zentrum, wir berichteten bereits darüber, ist geradezu überschwemmt mit Männern aus Pakistan?, Bangladesch?, Indien?, Nepal?, Afghanistan? Afrika? Irgendwie wirkt die Gegend um den Eleftheria-Square schon seit Längerem so ‚anders‘. Als hätte die Präsenz der zuvor Erwähnten die Pontis (Griechischzyprer mit türkischen Wurzeln geflüchtet aus der Schwarzmeergegend nach dem I. Weltkrieg) von dort vertrieben. Ja sogar vertraute Gesichter von ‚originaleren‘ griechischzyprischen Bürgern, meist alten Herren, sind dort kaum noch zu sehen auf den paar Sitzbänken vor dem Beginn zur Ledra Straße und ihrer kleinen Parallelstraße, so auch am Salamon Square, dem neuen Busbahnhof.

Apropos: Das Gelände vom Elefteria Square bis zum Salomon Square ist ’natürlich‘ nicht wie versprochen zu Weihnachten 2016 derart fertiggestellt von der Baubehörde der Stadt, dass Herr und Frau Zyprer dort auf der neuen City-Meile mal spazieren gehen könnten, wie vom Bürgermeister vor Monaten noch in Aussicht gestellt wurde für diese Weihnachten. Wahrscheinlich darf sich darüber gefreut werden, dass derzeit überhaupt Arbeiter auf der Baustelle zu sehen sind, die das schöne Grün von einst gewiss nach Plan, leider ganz offensichtlich und un-typisch gründlich, nahezu komplett mit Beton und Stahl zupflastern. Das Zentrum Nikosias scheint seine schönste Seite vom ehemalig bereits etwas verstellten Gesicht endgültig verloren zu haben. Schade. Es ist schwer vorstellbar, dass das neue Gesamtgesicht des Eleftheria Squares gefällt. Vielleicht muss man dazu wirklich aus der sogenannten Dritten Welt kommen, um die baulichen Entwicklungen vor Ort so zu sehen – positiv. Vielleicht auch nicht.

Nach Jahren in dieser Stadt unterwegs, bin ich zum ersten Mal in so etwas wie eine Heroinszene zufällig getreten, heute. 12 Schuhgeschäfte nach Sportschuhen durchkämmt, die keine hohe Sohle haben sollen, auf Leder dürften die neuen Schuhe sogar machen und möglichst schwarz in der Farbe sollten sie sein. Eben ungefähr so aussehen, wie mein jetziger Sportschuh. Nichts Derartiges zu finden. Die Marke wird anscheinend auch in Deutschland nur noch in Weil am Rhein vertrieben. Zumindest war das mein Eindruck vor einem Jahr vor den Auslagen der Schuhgeschäfte stehend. An der Faneromeni-Kirche/Nikosia hat sich die angesprochene Szene also offenbar etwas etabliert. Seltsamer Weise sah ich – die Abkürzung vom Grenzübergang an der Ledra-Straße zum Fußballplatz an der Stadtmauer nehmend – auch erstmals einen Transvestiten hier auf der Insel. Den sah ich bei Tageslicht und ungeschminkt mit Stoppeln im Gesicht sowie hinten zusammengebundenem Haarschopf plus sehr schwungvollem Gang. Es war kein Priester. Da bin ich mir sicher. Die tragen nämlich schwarz und schaukeln ihr Gesäß nicht so von links nach rechts, haben zwar auch langes Haar, aber, glaube ich, haben immer einen langen Bart.

Homosexualität ist auf Zypern eigentlich kein Thema. Und Transsexualität muss noch etwas ganz Neues sein? Wahrscheinlich bin ich da nicht informiert genug. Mir ist plötzlich, als verpasste ich etwas an der Küste. Als durchlaufe die Altstadt von Nikosia einen absolut rasanten Wandel, und zwar in alle erdenklichen Richtungen, von dem in Limassol, Pafos oder Larnaka, wo ich mich hauptsächlich aufhalte, praktisch nichts mitbekommen werden kann.

Der Wandel, der sich speziell in Deutschland vollzieht, ich wiederhole mich hier auf Zypernundmehr-News, ist teils hausgemacht. Hierauf muss leider weiterhin hingewiesen werden. Auch wenn es ungern so gelesen wird. Der Kern vom Kern der Probleme mit dem Islam, in Syrien, Palästina, Saudi Arabien usw. ist vorrangig das schlechte Beispiel, welches der Westen im Umgang mit Israels Politik vorgibt – ganz zu schweigen von den betriebenen Außenpolitiken. Ein Staat Palästina muss dringend her – 2017!

Die Rechnung geht so, wie die Lage ist, offenbar nicht auf, siehe: Paris, Nizza, München, Brüssel, Berlin usw.!

Wir im Westen müssen uns bekennen und kapieren, dass sich etwas ändern muss. Eigentlich kann nur gehofft werden in diesem Zusammenhang, dass das Durchmischen der Eliten und alten, oft sonderlichen Bündnisse, welches Trump bereits vollmundig ankündigt, als Resultat ein Palästina, ein Kurdistan, ein Nordzypern, wenn sie sich nicht bald einig werden können, ein Ende in Navgorni Karabach, ein Ende des Streits um den Golan, den Sinai, Dafur, Westsahara usw. bringt.

Sie finden, dass klingt so unwahrscheinlich wie dass die Korruption im zyprischen Fußball (Omonia) beendet werden kann (match-fixing)? Wahrscheinlich haben Sie da Recht. Indikator für das letztere: Die Zyprische Fußball-Assoziation hat erneut den bereits schwer, a la Blatter angeschlagenen Geschäftsführer, Herrn Kastakis Koutsokoumnis, wiedergewählt. Die UEFA dürfte sich entsprechend gefreut haben?!

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Bekanntlich können die Zyprer auch noch anders. Stichwort: Off-shore-Business! Als sich die Sowjetunion auflöste, strömten die Rubel geradezu Richtung Zypern aus Russland und verschwanden größtenteils in erwähntem Geschäftsmodell. Nicht gerade mit Ruhm hat man sich in Zypern bekleckert zu Zeiten des Krieges in Jugoslawien, als der Vorwurf erwuchs, Zypern habe Millionen von Dollars angezogen und auch noch angelegt, die Slobodan Milosevic außer Land gebracht haben soll – 2002. Dem nicht genug hat Zypern derart einfach UN-Sanktionen übergangen und einen Großteil dieser Gelder sogar benutzt, um für Milosevic Waffen zu kaufen. Wir sprechen sowieso besser von 2 Milliarden, anstatt von Millionen, die da GEDEALT wurden. Wer sich bei dieser Aktion unter anderen ganz besonders verdient machte, war kein anderer auf Zypern als der gute, alte ehemalige zyprische Präsident, Tassos Papadopoulos, dem ja auch nachgesagt wird, er habe seinerzeit als junger Mann einen ihm nahestehenden EOKA-Kampfgenossen, der ihm im Weg stand, in einen offenbar zu gefährlichen Einsatz geschickt, um so an dessen Frau zu gelangen. Die Witwe heiratete er dann sozusagen barmherziger Weise – oder anders, wird gemunkelt.

Papadopolous senior und junior sind also klar mit von der Party, wenn es ums Geteilthalten der Insel geht. Beide veranschaulich/t/en diese politische Kunst schon fast mit Bravur im Realen und seit Jahren. Dass sich der türkischsprachige Norden besser ganz offiziell abspaltet und ein eigener Staat gründet, scheint deren Meinung zu sein. Beide verneinen zwar vehement solch Absicht, obgleich immer wieder Aussagen in diese Richtung von ihnen zu hören sind und waren. Inzwischen ist Senior ja tot, sodass Junior, Nikos, sich nun auf eigene, chauvinistische Instinkte verlassen muss. Auch darauf gilt es sich zu verlassen, dass damit zu rechnen ist, dass Junior schon demnächst ausholt, Präsident der Insel zu werden. Das ist keinesfalls abwegig. Im Gegenteil. Seine Lehrzeit im Parlament als Führer der DIKO dürfte doch nun wohl mal bald vorüber sein. Es gilt sich zu bewähren, sozusagen die Familientradition fortzuführen und dergleichen mehr. Die Initiation Juniors läuft also demnächst zeitlich ab.

Ach ja: Wie Papadopolous junior allerdings an die Reichtümer gelangen will, die offenbar eindeutiger als jemals davor Berichten zufolge vor Zypern in Form von Erdgas und anderem Zeug ausfindig gemacht worden sein sollen, ist eher schleierhaft. Denn die Türkei hat da gewiss doch noch ein Wörtchen mit zu reden, auch wenn Nikos, wie auch Papa Tassos, imgrunde der Zweiteilung der Insel die Steigbügel hält. Denn warum sollte ein eigener Staat Nordzypern seine Reichtümer vordringlich mit Südzypern teilen, wo doch jahrelang am Tropf der Türkei – und anderer – gehängt wird?

Doch das stimmt so vielleicht auch nicht wirklich. Böse Zungen behaupten nämlich, die Papadopolous‘ und andere gleichen Schlages lebten doch teils gut davon, die Teilung ihres „Vaterlandes“ zu betreiben und die angesprochenen Reichtümer im Meer vor Zypern eigneten sich für sie hervorragend, diese Position bis an Sankt Nimmerleinstag einigermaßen gehaltvoll zu halten.

Zwar hat Donald Trump in seiner Regierungsmannschaft, war vor kurzem mal in der griechischen Kathimerina Tageszeitung zu lesen, recht viele Amerikaner griechischen Ursprungs eingespannt, doch hat eine weitere Berufung, nämlich die zum US-Außenminister eines Mannes, der für Exxon Mobile arbeitet, nicht zwangsläufig die Bedeutung, die ihm von griechischer Seite scheinbar mehrheitlich gegeben wird. Denn ja, es stimmt, auch Exxon ist vor Zypern teils mit im Boot, um die Reichtümer zu heben. Doch nicht vergessen werden darf, dass es in Washington als viel lukrativer erachtet werden könnte, der Türkei EINFACH den Vorzug zu geben. Mit einem kleinen strategischen Schwenk Exxons könnte – schlechtestenfalls – an der Seite der Türkei ins Reichtumförder-Spiel vor der Küste Zyperns mit entsprechenden Forderungen teils ‚überlaufen‘. Die lange Rede des türkischen Ministerpräsidenten Yilmaz vor der Jungunternehmerschaft des Landes, die am 28. 12. 2016 auf TürkInt ausgestrahlt wurde, lässt solche Manöver eines us-amerikanischen Multis durchaus vorstellen. Überhaupt ist Herr Yilmaz, finde ich, überraschend eloquent. Mit seiner bedachten, ja, strukturierten Art des Vortrags bringt er wahrscheinlich das Quantum Zuversicht und Vertrauen der türkischen Bevölkerung aufs AKP-Trapez, was die Herrschaft der Regierungspartei der Türkei letztlich zu verlängern helfen wird. Er wirkt sehr motivierend und lässt schon fast all die seltsamen Dinge, die um Herrn Erdogan – und mit diesem – passieren, ins Hintertreffen treten. Man mag Herrn Yilmaz abnehmen, wenn man ihm zuhört, dass die Türken den Schritt zu einer Art Groß-Mittelmacht demnächst bewältigen, wenn sie noch etwas zusammenhalten und wenn sie noch mehr Produkte made in Turkey zukünftig kaufen – und dass Kurden und Türken FREUNDE sind. Irgendwie inspirieren diese Ausflüge in den Reden des Herrn Yilmaz, auch, dass er aufruft, sich auf eigene, ja sogar alte Werte zu besinnen etc.

Nun: Schließlich ist Exxon kein Staatsbetrieb und schließlich ist die Route über die Türkei nach Europa billiger und zuguterletzt, doch nicht nur, könnten die angeschlagenen Beziehungen der Israelis und der Türken derart etwas verbessert und gesichert werden: „win-win“ und so. Und gewiss ist da auch noch etwas Reichtum vor Syrien und dem Libanon im Boden. Was liegt daher näher für die Trump-Administration, als dass sich Russland da netterweise für Syriens Reichtum engagiert und diesen dann ganz ‚uneigennützig‘ alleine oder besser mit den US-Amerikanern ‚hilft‘ zu fördern und zu vermarkten mit Hilfe der geschäftstüchtigen Türken?

Man wird sehen, wie der Hase schon demnächst laufen wird im GROßEN Ölbusiness, von welchem in Nikosia-Süd anscheinend schon alle politischen Akteure träumen. Manchmal kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass diese Aussicht so eine Art neues Opium der Süd-Zyprer ist – siehe auch: http://in-cyprus.com/exxon-mobile-takes-block-10/.

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Ich sage ihnen: Geld ist auf Zypern wirklich kein Thema. Und wer keines hat, der oder die muss wohl was falsch gemacht haben? Anscheinend ja! Doch auch hier auf Zypern, das wollen wir unbedingt wissen lassen, gibt es einige Suppenküchen und Menschen, die mit weniger als 500 Euro im Monat zurechtkommen sollen. Ob jene Zyprer im Süden, die gerade noch so über die Runde kommen finanziell, wirklich noch eine Minderheit sind?

Dem Eindruck, dass dem so ist, wollen wir uns hier fürs Erste gönnen. Genaueres dazu hier: http://cyprus-mail.com/2016/12/24/wealth-inequality-rise-euro-zone-net-wealth-drops-almost-40-per-cent-cyprus/

Auch gilt es sich zu gönnen oder besser, daran zu erinnern, dass die Deutschen es waren, die sich 2012 ungnädig gegenüber Zypern gezeigt hatten und fanden, dass das Land eher eine russische „Geldwaschmaschine“ sei und daher ein Bail-out für Zypern nicht in Frage käme. Zwar wurde seither sauber gemacht in Zyperns Bankensektor und die Zentralbank der EU soll ganz zufrieden sein mit der Entwicklung bislang. Doch: So ganz daran glauben, fällt einem einfach schwer. Denn das Saubermachen hat doch wohl auch zur Konsequenz, unter anderem, dass noch mehr und sorgfältiger gearbeitet werden muss, schon allein um den gesetzten Standards zumindest minimal zu entsprechen: „kenne deinen Kunden“ und/oder „Sorgfaltspflichtprüfungen“, heißen die Gespenster neuerdings unter Bankern in Zypern unter anderen. Eine der Fragen, die sich da ergeben, ist: Wird aufgrund dieser ‚gespenstischen‘ Anforderungen etwa bereits überreguliert von Seiten der TROIKA und anderer Interessierten, wie der EU-Zentralbank beispielsweise? Weil seit April 2016 müssen Bankkunden von Angesicht zu Angesicht ihre Geschäftchen mit zyprischen Banken tätigen. Das kann allerdings auch über Skype geschehen oder mit anderen Anbietern wie Skype. Dazu bedarf es aber stets eines dazwischen geschalteten Vermittlers. Und das ist eigentlich das Geschäft, mit dem man hier auf Zypern ganz besonders gern Geld verdient – vermitteln und beraten: consulting. Interessant ist, dass bei solchen neuen Geschäftsbedingungen auch alle Klienten – beispielsweise auf Skype – gleichzeitig anwesend zu sein haben. Und das ist recht viel Arbeitsaufwand, wird gesagt.

Solche Verfahren werden gern von Institutionen, wie der Moneyval oder, um noch eine zu nennen, der Financial Action Task Force, Ländern aufgebrummt, die schon mal ‚auffällig‘ geworden sind, so wie Zypern. Die griechische Hellenic Bank, die in Zypern viele Geldautomaten aufgestellt hat, da kann man problemlos 500 Euro rauslassen, was an den Automaten der Bank of Cyprus unmöglich ist, lässt wissen, dass der zu betreibende, zusätzliche Aufwand zwar mühsam sei seit April 2016, aber mit technologischem Know-how und besserer Kooperation zu managen ist. Versteht sich, dass dieser Aufwand sich auch etwas in den Gebühren niederschlägt, die erhoben werden müssen; oder aber, dass andernorts im Betrieb sich etwas ändert, beispielsweise, indem weniger Personal eingesetzt wird und die Abläufe eventuell noch mehr computergesteuert ablaufen als davor. Konstantinos Petrides, Staatssekretär des Präsidenten Zyperns spricht indes von „Schock“, der dem zyprischen Finanzsystem zugefügt worden sei mit diesem Verfahren seit April 2016, schreibt Angelos Anastasiou am 20. November 2016 in der Sunday Mail. Der Schock wird allerdings auch gern benutzt, die neue weiße, zyprische Weste in der Welt der Finanzen auszuhängen: Wir sind sauber!, soll sie den Kunden und anderen Interessierten sagen.

Es gibt neuerdings auch zertifizierte, zyprische Anti-Geldwaschexperten, die „Association of Certified Anti-Money Laundering Specialists“ ist einer davon. „Neocleous“ ist eine weitere Anwaltskanzlei, dieses sich auf das Geschäftsmodell spezialisiert hat: www.neocleous.com. In solchen Firmen ist uns allen natürlich klar, was vorne ansteht: aufspüren und entsprechend labeln. Allerdings ist es nicht unbedingt leicht, alle möglichen Arten von Fonds immer gleich als unstatthafte zu eruieren. Das heißt, ihre Transaktionskette nach zu verfolgen und der dergleichen mehr, ist zuweilen schwierig, weil gern und oft verdeckt operiert wird beim Transferieren: wer ist wer, wann und wie?

„Mokas“ wird die Stelle der zyprischen Regierung genannt, die demselben Geschäft nachgeht: Geldwaschmaschinen ausfindig machen. Die Anzahl jener, die beim Schummeln aufgedeckt werden von Mokas, schreibt Stellios Orphanides in der Sunday Mail, sei in letzter Zeit angestiegen. Die berühmt berüchtigten Panamapaper sind dabei offenbar sehr hilfreich. Mehr dazu hier: http://www.law.gov.cy/law/mokas/mokas.nsf/index_en/index_en?OpenDocument.

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Dennoch herrscht anscheinend auf Zypern eine Art Selbstzufriedenheit, die sich beispielsweise auch in einer laxeren Verfahrensweise beim Budget der Regierung für 2017 zeigt, welches geradezu vollmundig und etwas dreist in Brüssel vorgelegt wurde. Zwar hat der Finazrat der Europäischen Kommission dem Finanzminister Zyperns, Herrn Harris Georgiadis, gewarnt, die Erwartungen im Budget doch bitte sehr etwas herunterzuschrauben für 2017 – vergebens. Georgiadis, und mit ihm im Boot wahrscheinlich der größte Teil der Regierungspartei DYSI, will halt auf Strahlemann machen und allen zeigen, dass man es geschafft hat, wieder REICH ist – wieder. Auch wenn erst gerade vor kurzem eine drei lange Jahre unter einem Hilfsschirm für Zyperns Finanzwelt beendet worden sind. Zypern setzt also gleich wieder kompromisslos, schon fast traditionell, auf Risiko – und das bedeutet: es setzt hemmungslosen Wachstum.

Die Bewertung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes (SWP), der ein Risiko im angegebenen Budget für 2017 Zypern durchaus erkennen kann im Gegensatz zum zyprischen Finanzministerium, ist für die Regierenden in Nikosia erst mal Luft. Die fiskale Steuererleichterung, die sich Zypern für 2017 daraufhin sogleich verpasst hat, wird klar vom SWP kritisiert. Die Tendenz scheint also durchaus die zu sein, sich auf seinen Lorbeeren in Nikosia erst mal richtig auszuruhen und das Leben auf der Insel zu genießen, oder so was in diese Richtung gehend.

Vorsichtshalber meckert Georgiadis schon mal an der gestellten Prognose des SWP von der Europäischen Kommission herum. Diese sei nämlich nicht konform mit anderen Bewertungen anderer Institute usw.

Doch um das geht es eigentlich nicht. Das sind Ablenkungsmanöver des zyprischen Finanzministers, die sich kommenden Februar beim sogenannten Eurogroup-Meeting als solche erweisen dürften, schreibt die Sunday Mail.

Spätestens hier angekommen, zeige sich, dass die schlechten Angewohnheiten, die auf Zypern besonders im Bankensektor herrschten, noch längst nicht überwunden sind. „Opinion“ vom 20. November 2016 der Sunday Mail Zyperns schreibt: „Innerhalb von wenigen Monaten, gerade als das Hilfsprogramm losgetreten worden war, wurde [vonseiten der zyprischen Regierung gleich] angekündigt, man beabsichtige 3.000 Privatpersonen der Nationalgarde einzuverleiben; und das Budget für 2017 entfernte dieses Jahr den sogenannten „speziellen Beitrag“, den Gutverdiener dem öffentlichen und privaten Sektor beizusteuern hätten und drastisch wurde die Besitzsteuer gesenkt, die in der Folge vom Gesetzgeber sogar gestrichen wurde.“

Dass die Löhne im öffentlichen Bereich wieder ansteigen, dürfte nach Gesagtem nicht mehr all zu sehr verwundern. Egal, ob sich die Arbeitgeber- und Industriellenföderation dagegen wehrt. Herr Georgiadis bedient sein Klientel, in dem Fall den Öffentlichen Dienst. Lohnsteigerungen bis zu 5% stehen dort bevor ab Januar 2017, wenn nicht noch das eine oder andere verfahrenstechnische Hindernis kurzfristig erstellt wird von Seiten des zuständigen Ministeriums, was wohl nicht zu erwarten ist. Egal scheint auch zu sein, dass diese Lohnsteigerungen Unmut im privaten Sektor unweigerlich ankicken. Die wollen dann gewiss auch was vom Kuchen abhaben und werden ihren Unmut wohl schon bald kundtun.

Der Rückschritt Nikosias, was die Finanzreform etc. angeht, besteht folglich darin, dass der Öffentliche Dienst und dessen Versorgung mit entsprechenden Geldern wieder seine bevorzugte Stellung für die Regierung eingenommen haben zu scheint. Bye-bye ökonomisches und umsichtiges Verwalten der Steuerbeiträge, was unter anderem die TROIKA versuchte, mit Nikosia und den südzyprischen Banken einzuüben – ein paar Jahre lang. Noch etwas mehr zum Thema, und zwar aus anderer Sicht, hier: http://cyprus-mail.com/2016/12/24/view-authorities-act-auditor-generals-findings/

Interessant ist in diesem Zusammenhang durchaus auch zu sehen, wie die Sache denn eigentlich mit den Co-ops auf Zypern zu beurteilen ist und läuft. Lesen Sie hierzu folgendes von Alexander Michaelides: http://cyprusbusinessmail.com/?p=36092.

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Schauen wir uns im obigen Zusammenhang stehend mal an, wie beispielsweise der Hase in Sachen Pensionen hier auf Zypern läuft:

Wie gesagt: Handwerker sollten sich nach Zypern auf den Weg machen, Handwerker, die ihre Arbeit verstehen und noch etwas Unternehmergeist mitbringen -und ZUVERLÄSSIG sind. Ansonsten wäre es angebracht, sollte die Situation so bleiben, im nächsten Leben als Zyprer auf die Welt zu kommen, als Griechischzyprer. Ja, auch hier muss man durch die Penne und womöglich noch an die Uni, doch dann angelt man sich bestens einen Job irgendwo beim Staat, macht vielleicht aufgrund seiner Mitgliedschaft in einer der im Parlament vertretenen Parteien Karriere, so dass man als Volksvertreter tätig wird, und schon kann man beruhigt alt werden – wenn keine Kriege und anderes Ungemach ausbrechen. Weil man wird mindestens 2 deftige Pensionen erhalten auf Lebenszeit, die als Staatsangestellter und die als Parlamentarier beispielsweise. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange man gedient hat. Oftmalige Versetzungen im Amt machen sich durchaus bezahlt, da dann als Pensionär sogar eine dritte oder gar vierte etc. Pension eingestrichen werden kann – je nach Posten. Der ehemalige Finanzminister Zyperns, Herr Afxentis Afxentiou, macht diese nette Arithmetik gerade vor, nein, er lebt sie unverfroren aus. Er muss es ja schließlich wissen, wie der Hase in Sachen Finanzieren des Lebensunterhalts durch Einstreichen von Pensionen läuft aufgrund seiner beruflich gesammelten Kenntnisse – und vor allem wegen mitgetragenen politischen Entscheiden im Finanzsektor. Recht praktisch ist auch, dass so jemand ab 60 in den Ruhestand gehen kann. Dann hat man mindestens noch was von seiner Müh als einst verbeamtete Person.

Das Oberste Gericht Zyperns hat Urteile, die 2011 und 2012 gefällt wurden zum Thema, gerade vor kurzem nichtig gemacht, in denen die Praxis des Multi-Pensionenerhaltes abgeschafft worden war. Dass dieses Urteil des Obersten Gerichts mit den von der TROIKA vorgegebenen Vorstellungen zur weiteren Gesundung der Finanzlage Zyperns konform läuft, ist nicht anzunehmen.

Was mit dem eben erwähnten Beispiel gesagt werden will: Viele Reformen werden wieder ganz oder teilweise rückgängig gemacht, und zwar so wie die ‚Ausländer‘, in diesem Fall die TROIKA, außer Landes sind und mit anderen, anscheinend wichtigeren Dingen beschäftigt zu sein scheinen. Das eben aufgezeigte Muster erinnert in etwa an den Umgang mit dem kostbaren Gut Wasser. Ist die Gefahr einer Dürre auf Zypern einigermaßen gebannt, dann spucken wieder alle Wasserhähne weit und lustig geöffnet Wasser aus! Bis zum nächsten eventuell bevorstehenden und unabwendbaren Wassermangel.

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Wie das nun alles immer so zustande kommt, fragt man sich da. Wie fällen die Zyprer eigentlich ihre Entscheide? Prinzipiell – und bitte immer etwaige Ausnahmen dabei ins Auge fassen – kann gesagt werden, dass die politischen Akteure in Zypern ein Etwas zu laufen haben, meist unter sich, dass man vielleicht doch bestens mit „Übereinkunft“ bezeichnet. Übereinkünfte zu treffen, ist ja nichts Verwerfliches. Allerdings wenn dieselben letztendlich an den Interessen derer vorbei gehen, deren Interessen die involvierten Politiker eigentlich vertreten sollten, dann ist da was am Anbrennen. Nun: Übereinkünfte trifft die zyprische politische Elite zu gerne in sogenannten Komitees. Da sitzen Politiker, Berater und Experten dann und kungeln Dies und Das aus. Leider muss bei solch getroffenen Übereinkünften sehr oft auch der Wille der Regierung oder der jeweiligen Partei, für die jemand an solch Treffen teilnimmt, ganz oder teilweise auf der Strecke bleiben – der Wille des ‚Volkes‘ zu oft sowieso.

Insofern wird durchaus so etwas wie eine politische Führung Zyperns durch oder in Komitees in Frage gestellt, weil ja Art kollektive Beschlüsse gefasst werden in Übereinkünften, die ’nötigenfalls‘ auch an den strategischen Zielen einer Partei, eines Landes, vorbeischießen können. ‚Lustig‘ soll es bei solchen Komitees anscheinend werden, wenn Gewerkschaftsvertreter mit am Kungel-Tisch sitzen. Komischerweise kommen die dann zu oft mit ihren Vorstellungen durch, da niemand sich mit denen auf Zypern in die Nesseln setzen mag. Die letzten drei Regierungen haben das im Bereich Bildung versucht, also, durch Übereinkunft etwas zu erneuern. Keine Chance. Die Lehrergewerkschaft hat beispielsweise jedwede anberaumte Reform weggedrückt. Überhaupt zieht sich diese erwähnenswerte Tatsache gegenüber gewerkschaftlichem Einfluss in Zypern durch eigentlich alle Branchen und gesellschaftlichen Bereiche – so auch im Gesundheitsbereich. Stichwort hier ist: „Gesy“. Ähnlich ist die Angelegenheit gelagert mit der Privatisierung des Flughafens von Larnaka, die bis zum 03. Februar 2017 vollzogen sein soll. Die Regierung schafft es offenbar nicht, eine Consulting Firma anzuheuern, nicht, weil es keine gebe, sondern, so hat es den Anschein, weil diese womöglich Klarheit in die verfahrene ‚Struktur‘ am und um den Flughafen bringen könnte. Es könnten also Steuergelder gespart werden und vielleicht auch der eine oder andere Betrug an das Tageslicht geraten – wohin letzterer eh mal ankommen wird, ist zu vermuten. Diese Suppe hat allerdings vor allem die Opposition der Regierung eingebrockt, namentlich die kommunistische AKEL, deren derzeitiger Sprecher, Stefanos Stefanou, meinte, eine Privatisierung würde die Ausgabenseite dramatisch erhöhen – ein Argument, welchem das Finanzministerium Zyperns allerdings lautstark widerspricht. Wie so oft, scheinen die Abgeordneten auch in diesem Belang mit Unkenntnis der Sachlage zu glänzen und entsprechend ihre Stimme abzugeben.

In Zypern gibt es auf Grund dieser erwähnten Übereinkünfte so etwas wie eine wirklich eindeutigere politische Führerschaft nicht. Das meiste, was angegangen wird, läuft in einer langwierigen Kreisbewegung, die durch Übereinkünfte in Kommissionen und dergleichen dann nicht selten an ihrem Ausgangspunkt ankommen im Ergebnis – und das oft und immer wieder aufs Neue.

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Da waren sie also wieder, die Wahlen ins Bürgermeisteramt, diesmal im Dezember 2016. Gut und schön; und wer es von den Kandidaten ins Amt geschafft hat und wer nicht, soll uns im Detail nicht interessieren. Sollte dem doch so sein, empfehle ich, die Cyprus Weekly sich mal zu holen http://in-cyprus.com/turnout-54-in-local-elections/. Dort steht etwas detaillierter was dazu. Zum einen auch dieser seltsame, ja, wie soll man es nennen, typische Witz gibt es zu den Wahlen auf Zypern noch zu lesen? http://in-cyprus.com/kampos-election-wins-causing-police-major-headache/

Vorweg: Die Wahlbeteiligung ist nicht gerade hoch gewesen. Das Interesse an dem ganzen Ding war ebenso hoch, nämlich gering. Auch in den Medien war vergleichsweise wenig zu lesen darüber. Außerdem: Eine Woche vor Weihnachten hat Familie doch wohl Wichtigeres zu erledigen als Kommunalwahlen, oder? Auch ist das allgemeine Ansehen der politischen Elite nicht gerade toll im Allgemeinen. Und die Rathäuser haben nun auch nicht eben DIE Entscheidungskompetenz, die sie meist andernorts auf der Welt haben, sodass sie nicht so richtig voll genommen werden vom zyprischen Wähler. Ja, die lokalen Regierungen, also die Bürgermeisterämter, existieren vorwiegend, um die politischen Parteien zu bedienen. Gegebene Versprechen vor Wahlen der Kandidaten fürs Bürgermeisteramt sind auch daher wie Luftblasen, die schon gleich nach der Wahl zu zerplatzen drohen. Wird von einem Kandidaten versprochen, er oder sie werde die Lebensqualität verbessern, sollte nur genügend Stimmen erhalten werden, fragt sich gewiss so mancher Wähler: Und wie willst du das alles durchboxen? Denn jeder weiß inzwischen, dass Bürgermeister zumeist nur dekorative Arbeiten verrichten, wie einen Weihnachtsmarkt zu organisieren oder zu Ostern die öffentlichen Plätze entsprechend zu schmücken. OK, sie überwachen auch den Zustand der Straßen sowie die Wasserversorgung und den Müll, das Spritzen von Gift gegen Stechmücken und sogar dass im Gesundheitssektor vor Ort möglichst alles glatt läuft. Große Städte agieren zudem gern als Akteure bei der Stadtplanung, wenn es hoch kommt (Quelle: Sunday Mail, 18. Dezember 2016 – Opinion, Seite 11).

Doch eigentlich operieren die Rathäuser als Anstellungsagenturen. Jene Mitglieder einer regierenden Partei, nämlich, die keine Arbeit bekommen können, werden dann gern im Zivilen Dienst einer Gemeinde angestellt. Das hat auch nicht all zu schlecht bezahlte Jobs zur Folge. Egal ist da anscheinend, wie hoch die Gemeinde, die Provinz, inzwischen verschuldet ist – was so überwiegend der Fall zu sein scheint. Bei dieser Art der Verwendung öffentlicher Gelder ist eine recht hohe Verschuldung der Kommunen auch wenig verwunderlich. Versteht sich, dass auch hier wieder die zuvor beklagte Praxis der Auszahlung von Pensionen noch das Ausgabenkonto einer Gemeinde belastend ins Spiel kommt, zumal neue Bezieher geradezu zwangsläufig auf den, wie man im Griechischen inzwischen sagt, „Berufspensionärs“-Markt geraten, eben weil sie neu in ein Amt gewählt wurden.

Da bleibt nun mal wenig Geld übrig, um all die Löcher in den Straßen zu flicken, um Dies oder Jenes endlich anzugehen oder auszubessern zum Wohl der Gemeinschaft. Eigentlich grenzt es an ein Wunder, dass die Zyprer überhaupt noch auf so hohem Niveau existieren. Den ersten Schuldigen für davor Gesagtes, der hier ausgemacht werden kann, ist die EU selbst. Die schießen weiterhin Milliarden in das eher als korrupt zu bezeichnende zyprische gesellschaftspolitische System, egal, ob sich dort was wesentlich ändert. Hauptsache, DIE fallen nicht total aus dem Rahmen, scheint die Devise in Brüssel zu sein. Das heißt, Brüssel muss offenbar im Geld schwimmen, auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird und man gern bei den Geringverdienern diese angebliche Tatsache zum Vorschein treten lässt. So ein zyprischer Gemeinderat – schreibt die Sunday Mail – verdient im Schnitt monatlich 800 Euro, wohingegen ein ausgewachsener Bürgermeister nicht nur ein hohes Gehalt erhält, sondern eben auch fette Pensionen einstreichen wird, wenn es altersbedingt so weit sein wird.

800.000 meist griechischzyprische Einwohner werden von 30 Rathäusern versorgt. Einige Rathäuser, wie Kyrenia, Famagusta (besetzt) oder Morfou, die drüben im Norden liegen, haben im Süden ihr Rathaus mit entsprechendem Apparat. Die sitzen darin wahrscheinlich den ganzen Tag und trinken Kaffee oder spielen Karten, weil sie ja im Realen praktisch gar keine Arbeit zu bewältigen haben, da diese Städte, wie gesagt, im Norden liegen, dort, wo die türkischzyprische Administration unanerkannter Weise Realpolitk nach ihren Maßstäben und Erforderlichkeiten betreibt – die Arbeit erledigt.

Die Türkischzyprer sprechen von „befreit“, anstatt von „besetzt“, soll noch kurz erwähnt sein.

Kann gut sein, dass der Bezirk Neukölln von Berlin schon fast die zuvor erwähnte Anzahl der Einwohnerschaft Zyperns hat und bedient – 800.000. OK, es sind in Neukölln dann doch lediglich so um die 330.000 Neuköllner. Was hier aber derart gesagt werden mag, ist: Es gibt viel zu viele Rathäuser auf Zypern, die locker, könnte man denken, die zyprische Bevölkerung mit ihren Diensten zufriedenstellen können, doch genau das ist zu oft nicht der Fall. Viele Angestellte gehen nämlich weiteren Jobs nach, wird gesagt, und der Stand der Krankschreibungen ist ebenfalls sehr hoch – aus von Ihnen hier gewiss vermutetem Grunde. Hinzukommt die zuvor beschriebene Macht der Gewerkschaften, die ein Verschlanken und Effektivermachen der Institutionen brav und mit aller Regelmäßigkeit meist verhindert.

Lokale Autoritäten auf Zypern haben also wenig Macht, was wiederum bewirkt, dass auch der demokratische Prozess – von unten nach oben zu regieren -, sich geradezu von vorne herein in sein Gegenteil verkehrt (hat). Dass die EU sich das sehenden Auges anguckt, ist zumindest genau so katastrophal wie die Art und Weise, mit der das Flüchtlingsproblem angegangen wird und wurde. Man schaut in Brüssel offenbar schon systembedingt weg, so lange bis es knallt!?

In der Sunday Times vom 18. Dezember 2016 wird vorgeschlagen, lediglich 5 Rathäuser in Gesamtzypern (griechischsprachiger Teil) zu unterhalten. Wie zu lesen ist, muss dieser Vorschlag in etwa so utopisch sein, wie dass die CSU (SVP, FPÖ) demnächst mit den Linken (Kommunisten) sich zu einer Regierung zusammenschließt. Schon allein die Idee, die vorhandenen Rathäuser auf Zypern von 30 auf 22 zu reduzieren, triggerte einen Sturm des Entsetzens von Seiten gewisser Leute, die anscheinend sehr gut mit den jetzigen Gegebenheiten leben. Der zyprische Staat finanziert den ‚Spaß‘ mit Steuergeldern, unter anderem, wobei die Rathäuser am Säckerl der jeweiligen regierenden Parteien hängen und daher hüten werden, eigene Schritte zu gehen – wenn sie nicht ‚untergehen‘ wollen.

315.000 Einwohner Nikosias werden von nicht weniger als 7 für sie zuständige Rathäuser ‚versorgt‘.

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Um es auf Bayrisch zu sagen: Es ist ein insulanischer Sauladen, der vor allem in Amtsstuben herrscht! Die Herren und Damen im Parlament scheinen größtenteils so abgehoben oder mit anderen Dingen beschäftigt, dass sie im Parlament – nicht nur neuerdings – sogar gegen ihre eigenen Interessen abstimmen. Und wenn ihnen irgendwann auffällt, was sie da wieder angestellt haben, wie kürzlich, als AKEL und DIKO alles bezüglich der COOP-Bank und deren Kontrolle durchwinkten, kommen sie im Anschluss und wollen, dass das rückgängig gemacht wird. Man musste die beiden dann allerdings auf ein einzuhaltendes Prozedere des hohen Hauses verweisen. Zumindest das scheint noch zu funktionieren?!

Ein weiterer ‚Fehler‘ passierte den hohen Häuptern kürzlich, als sie dafür stimmten, dass ihnen knapp 200 Euro weniger Einkommen bezahlt werden soll.

Das heißt: Verschleiert man gewisse Anliegen auf möglichst komplizierte Weise in einer Rede – mit Fachausdrücken voll gepackt usw. -, kann in Zyperns Parlament offenbar durchaus ein Erfolg erwartet werden bei einer Abstimmung zum Thema, da jene, die vermutlich dagegen stimmen würden, sich ja wahrscheinlich eh nicht genug informieren und folglich von der Materie nichts verstehen. Es lebe die Cafeteria im Parlament und die Unantastbarkeit der ‚Vertreter des zyprischen Volkes‘?!

Guten Rutsch!

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