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Kibris 2017 u. s. w.

Vorweg einige Bemerkungen zu ‚Jamaika‘ und dergleichen in Germanys Reichstag – und zur SPD und dem ‚Wundermittel‘ Glyphosat. Von der erwähnten politischen Partei kann nicht als Insider berichtet werden. Es sind eher Betrachtungen eines einigermaßen durchschnittlich gut informierten Zeitgenossen, die Sie erreichen werden.

Derzeit sondieren DIE da vom Bundestag noch. Bis dieser Artikel erscheint in zwei-drei Tagen dürfte MAN sich noch zu keinem Ergebnis durchgerungen haben – wer mit wem und wie.

Dass es zu Neuwahlen kommt, wird hier eher ausgeschlossen. Wünschenswert wäre eine Minderheitenregierung. Nur so etwas werden sich die Verhandler der durch das Wahlergebnis befugten politischen Parteien wohl nicht verpassen – leider. Uns Bürgern dieser Republik gehörte so ein Regieren aber schon mal verpasst, auch, damit voraussichtlich bei vielen wieder so etwas wie Freude und Neugier, ja, Interesse fürs Politische und MEHR entfacht würde, und zwar, beispielsweise, vermittels Diskussionen im Bundestag – die sich dort ja, vorerst, eh schon allein wegen der AFD etwas interessanter gestalten dürften zukünftig, mit höherem Unterhaltungswert usw. Deutschland braucht außerdem dringend noch mehr und sichtbarer – für gewiss die meisten Bewohner dieses Landes – Demokratie, und weniger von Oben-herab-Regieren, wie es die vorherige GROKO und alle Regierungen davor bislang abgezogen haben – mehr oder minder noch immer abziehen als stünde die GROKO schon.

In dem dieser Herr Schmidt von der CSU vor Kurzem im Europäischen Parlament nicht wie „vereinbart“ in Brüssel mit Stimmenthaltung stimmte in Sachen Glyphosat, mal ehrlich: Braucht es noch mehr Beweis dafür, dass ein problematisches Demokratieverständnis in wahrscheinlich dem größten Teil der sogenannt oberen (politischen) Klasse der Gesellschaft zu krass kursiert?

Und dann wäre da noch das Schleckerurteil. An das Urteil, damals, dieses ehemaligen Fußballers namens Höhnes, der jetzt wieder auf Manager macht beim FC Bayern, mag man sich schon gar nicht mehr erinnern oder sich ausmalen, dass die verurteilten Schleckerkinder mit ihrer Berufung doch noch durchkommen. Zu lediglich 2 Jahren noch etwas wurden die verknackt:

Wie glauben diese Verbeamteten in Justiz und Politik hierzulande eigentlich vor allem junge Menschen davon überzeugen zu können, für die Gemeinschaft eintreten zu sollen und sich legal ‚nach oben‘ durchzuboxen, wenn solche Urteile gefällt und solche Verhalten vorexerziert werden?

Wie es der Zufall will, jährte (40) sich der Mord an dem Arbeitgeber-Präsidenten Schleyer, offenbar am 28. 11. Dessen Sohn traf die ehemalige Terroristin Silke Maier-Witt in Skopje. Letztere entschuldigte sich für ihre Taten von damals. Mir ging durch den Kopf, als der Artikel in der Bild überflogen wurde: „Wie viele Bildleser haben vor dem zuvor gezeichneten Hintergrund wohl so etwas gedacht, wie: Eine Sauerei war der Mord an Schleyer schon. Aber geändert hat sich an den Gründen dafür eher wenig bis gar nichts – diese sind dabei, sich noch zu verschlimmern!

Eigentlich schon fast egal, was DIE untereinander in den Sondierungsgesprächen auskaspern, wenn es auf GROKO erneut hinausläuft. Hält sich ja eh niemand WIRKLICH ans zuvor angeblich mühevoll Ausgekasperte im politischen Alltag!

Ja!

Dann soll sie doch als Minderheitsregierung regieren, die Merkel!

Mal sehen, ob die SPD ihren Profilierungshunger im Gespräch in den eigenen Reihen und gegenüber den Verlockungen der CDU etc. noch einmal überwinden kann und wieder in die Opposition freiwillig abtaucht – und GROKO hoffentlich nicht ermöglicht.

OK, die Gefahr besteht, dass Präsident Steinmeier dann anordnet, was er besser nicht anordnete: Neuwahlen.

Die Grünen streben ja eh kompromisslos zur Macht. Mendeln die eigentlich oder sind die doch eher darwinistisch drauf?

Man kommt einfach nicht umhin, zumindest ein einziges Mal, sich als Blue Print einen der jährlich herauskommenden „Cyprus Country Reports“ zu greifen (www.cyprusprofile.com), diesmal den Report der CountryProfiler Ltd. für das Jahr 2017. Und ich kann es Ihnen jetzt schon verraten: Etwas zu grüner Politik oder dergleichen, Partei der Grünen und so, konnte ich dort drin jedenfalls nirgends lesen.

In der Folge wird recht freizügig aus erwähntem Country Report Info abgesaugt und Ihnen sodann dargereicht zur Verdauung – oder so.

Auf der Kreuzung zwischen Europa, Afrika und Asien liegt Zypern, wie Sie ja wissen. Ein kleines, geteiltes Land – Zypern. Das drittgrößte Inselchen im Mittelmeer. Es teilt eine 300 km lange Seegrenze mit Ägypten, 108 km mit dem Libanon und 71 km mit der Türkei. Griechenlands Festland liegt ungefähr 800 km weit entfernt von Zypern – nordwestlich. Die Insel hat angeblich inzwischen 10.000 Jahre menschliche Geschichte auf dem Buckel. Zypern war vielen Kulturen ausgesetzt, die teils aufgenommen wurden – hineinschmolzen. Kurz: die strategische Lage im südöstlichen Mittelmeer formte und formt die Insulaner ausschlaggebend mit – so unter anderem auch ihre Involviertheit in den internationalen Handel und Geschäfte. Naheliegend ist auch daher, dass sich im äußersten Südosten der EU ein steuerfreundliches Investitionsklima entwickelte. Der genannten Union gehört Zypern bekanntlich seit dem Jahr 2004 an. Es hatte sogar schon die Ratspräsidentschaft der EU inne – „erfolgreich“, wird gern und stets betont.

Dieses Land unterhält mit 60 Staaten sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen. Urlauber finden sich im Vergleich zu den Jahren davor überproportional ein, seit die Türkei, Ägypten, Libanon und Tunesien in Sachen Tourismus einigermaßen schlappmachten. Die dazugehörigen Regime gebärden sich einfach zu unfreundlich, zu autokratisch, zu menschenverachtend – sind eigentlich zu gefährlich, um dort unbesorgt Ferien zu machen als Europäer (Tunesien ist nicht ganz so schlimm, Libanon wird es gerade mal wieder, aber…). Geiselnahme (beispielsweise Yücel) steht daher stets im Raum für Reisende, Racheaktionen ohnehin, schlichtweg Hass, der sich auf den Westen richtet und Touristen trifft, treffen kann – Homophobie nimmt bizarr zu, siehe Ägypten, siehe die Türkei, Iran sowieso.

Zypern hingegen ist einigermaßen friedlich. Man definiert sich im griechischen Teil der Insel prononciert als christlich, als Wiege des Westlichen. 340 Tage durchschnittlich scheint die Sonne – und MEHR. Die Strände sind offen für jeden, soll heißen: Hotels und andere Anrainer ans Meer können das Durchqueren oder Betreten ‚ihrer‘ Strände der Öffentlichkeit nicht verbieten, genauer: sie sind dazu angehalten, den Durchgang so zu ermöglichen, dass man nicht den Eindruck gewinnt, man betrete Privateigentum – im Gegensatz zum Norden der Insel, wo Hotels und andere Interessierte der Öffentlichkeit den Zugang offenbar gern versperren.

Klar doch, als Service-Center sieht man sich auf Zypern auch gern, und zwar für Schifffahrt, die Finanzmärkte und, wie bereits erwähnt, für den Handel. Über 100 Schiffslinien laufen die Insel an, aber dennoch gibt es noch nicht mal eine einzige Fähre nach Israel, Griechenland, Ägypten oder in die Türkei. Irgendwann mal war das aber der Fall. Vom Norden der Insel kann allerdings von Fährbetrieb in die Türkei gesprochen werden. Ja, sogar nach Syrien bestand mal die Möglichkeit als Passagier auf Handels- und anderen Schiffen mitzufahren. Ist derzeit der angespannten, kriegerischen Lage mit viel Überredungskünsten vielleicht nur noch nach dem Libanon oder Ägypten möglich. Genaueres kann hierzu lediglich vor Ort erfahren werden, wie zu vernehmen ist, da solch Entscheide offenbar nach Bauchgefühl von den Kapitänen gefällt werden – oder wer auch immer dafür zuständig ist.

Das Jahr 2015 signalisierte einen früheren Exit Zyperns als erwartet aus der Rezession und Finanzkrise sowie einen Rückgang zu ökonomischem „Wachstum“ – was ja bekanntlich neuerdings das Mantra schlechthin ist allerorts. Die EU-Kommission sagte Zypern ein Wachstum von 2,5% fürs Jahr 2017 voraus. Hallo! Sie sind wieder WER. Nicht von Ungefähr, also, lassen sich immer mehr Headquarters internationaler Firmen auf der Insel nieder: Fundmanagers, Promoters und viele andere. Das Investment Fond Geschäft könnte sich vor Ort zu einem Zig-Millionen-Euro-Ding entwickeln, zu etwas Großem halt, was den Zyprern gewiss nach eigenem Dafürhalten zu Gesicht steht, wozu sie sich irgendwie berufen sehen. So jedenfalls klingt es, wenn man gewisse Broschüren liest oder Nachrichten hört: „Alternative Investment Fonds“, heißt eine der Erfolgsformeln. Deren Anzahl hat sich bereits verdreifacht auf Zypern. Ausländische UCITS werden ebenfalls gehandelt. UBS, JP Morgan und auch Julius Bär promoten einen solchen UCITS gerade in Zypern.

Noch schnell ein paar Worte zur zyprischen Börse, dem „Cyprus Stock Exchange“ (CSE). Verständlich ist für jenen, der die allgemeine Verfassung der Zyprer zu kennen glaubt, dass sich die zyprische Börse vorgenommen hat, DER regionale Player im südöstlichen Mittelmeer zu sein, das Tor nach der EU etc. Dabei konzentriert man sich auf sogenannte Nischenmärkte, wird gesagt. Die CSE offeriert einen voll-computerisierten Online-Handel, Clearing und Settlement, so auch einen Zugang zur „Athens Exchange“, und zwar über ihre Allgemeine Handelsplattform. Griechische Märkte klinken sich über die eben genannte Plattform ihrerseits in den zyprischen und anderen Märkten ein. Gefragt scheint bei den Griechen vor allem der Markt zyprischer Versicherer zu sein. Ein neuer Service ermöglicht es nicht-gelisteten Firmen, ihre Registrierung vonseiten des „Cyprus Central Depository“ und der „Central Registry“ managen zu lassen. Ein regulativer Rahmen wurde des Weiteren erstellt, um sogenannte „Global Depository Receipts“ (GDRs) einführen zu können. Diese werden in internationalen und sich entwickelnden Börsen gehandelt. Sie repräsentieren den Anteil einer Eigentümerschaft bei einer Firma, der zu jederzeit in Aktien konvertiert werden kann. Das ermöglicht vor allem kleinen Familienunternehmen, beispielsweise, dass Familienangehörige Geld abziehen („divest“) können, ohne das Set-Up ihres Unternehmens zu riskieren – und um die Liquidität zu erhöhen, indem eine Investitionsbasis („investor base“) derart eröffnet wird. Eine andere innovative CSE-Initiative war die Einführung eines Systems für die Applikation elektronischer Online-Submissionen, die beim Aussteller via der CSE-Webseite gelistet werden. Die Rede ist vom „Online-Application-Portal“. Darüber hinaus wurde ein weiterer regulativer Rahmen, nämlich der für die Handhabung von sogenannten Depository Interests (DIs), eingeführt. Dieser erleichtert den grenzübergreifenden Handel zwischen Zypern und Großbritannien, und zwar für dual-gelistete, sogenannte „interested companies“.

Nun: Im Jahr 2015 wurden also signifikante Änderungen bei der Kategorisierung und Struktur des zyprischen Markts vorgenommen mit dem Ziel, sich den relevanten internationalen Märkten besser anzupassen. Hinzukommt: Der ECM (Markt für aufkommende Unternehmen) des Cyprus Stock Exchange offeriert vereinfachte Listing-Kriterien zu günstigeren Preisen, womit anscheinend erfolgreich Firmen angezogen werden: internationale und nationale. Ein verstärkt personalisierter Service kann angeboten werden zu wettbewerbsgünstigen Beiträgen, da alle Kosten möglichst unterschwellig gehalten werden. Dem Betrachter eröffnet sich folgende Einsicht: Irgendwie werden die ganze Zeit neue Werkzeuge erfunden am Börsenmarkt: siehe OASIS, LEI, LSE, ISIN, CFI, ANNA, AIF, ETF usw.

Das soll genügen, um Sie nicht noch mit Details darüber, wer wieviel Millionen auf Zypern wo investiert, zu langweilen/erschlagen/ oder zu ermüden etc.

Und wenn Fonds oder Depositorys allein nicht glücklich machen, wie wäre es dann mit dem maritimen Bereich?

Erst 7% des Bruttosozialproduktes machen zwar solche maritimen Geschäftchen der Insulaner aus, was sich aber nach oben in der Ausrichtung zukünftig ändern dürfte – das heißt, dass noch mehr Bruttosozialprodukt erschaffen wird. Die so genannte Zypern Registratur soll die drittgrößte maritime Flotte innerhalb der EU stellen. Und wird seit Jahren unter den 10 besten und größten der Welt gelistet. Zypern hat anscheinend das größte Schiffsmannschafts-Management weltweit. 2010 wurde ein von der EU abgesegnetes und vorteilhaftes Tonnage-Steuer-System eingeführt. Limassol ist DER Hafen in Zypern-Süd. Freihandelshafen. Die Sky-Line der Stadt erliegt, das heißt kriegt gerade verpasst, eine „multi-million-euro“ Transformation. Von EU-Tarifen und Zollbestimmungen ist Zypern sozusagen ausgesondert. Larnakas Hafen soll dieses Jahr verbessert und ausgebaut werden. Ein deutlicher Boom folgte der Privatisierung der Dienste im Hafen von Limassol.

Wie gesagt, der Tourismus zieht an, wie man sagt, und endlich ist man aufgewacht in den südzyprischen Ministerien und scheint das Projekt „12 Monate Tourismus“ auf Zypern strategisch klüger und vielversprechender angehen zu wollen. Die CTO, das staatliche Tourismusbüro des dafür zuständigen Ministeriums, hat vor Kurzem sogar eine Weinstraße erfunden und installiert. 6 unterschiedliche Routen wurden angelegt. Bio-Landwirtschaft soll es auch geben und einen Zuwachs haben. Leider konnte ich solch Ding noch nicht bestaunen gehen und wüsste auf Anhieb nicht, auf welchem Wochenmarkt Produkte daraus zu kaufen sind – und ob die überhaupt den nordeuropäischen Standards entsprechen. Was mir sehr oft begegnet stattdessen, sind Menschen, die Kanister schleppen oder diese hinter Traktoren angebracht haben, in denen Gift gegen alles Mögliche im Garten, auf dem Feld und wer weiß, wofür noch zu sein scheint. 46.980 Hektar des südlichen Insellandes sollen aber biomäßig beackert werden, wird behauptet – mit steigender Tendenz, wie gesagt.

Manche sagen indes auch: Es bliebe den Zyprern nichts anderes über, als 12 Monate im Jahr Touristen zu empfangen, abzufertigen oder endlich so richtig loszutreten, da sich der Markt entsprechend anbietet, beziehungsweise aufdrängt – wegen der Semi-Kriege in der Nachbarschaft. Und wer stößt schon gern einen, wenn schon nicht sonderlich schönen, so doch aber nützlichen Menschen (gemeint ist der Tourismus) von der Bettkannte, oder?

Und wissen Sie was? Paphos ist dieses Jahr, 2017, die eine Europäische Hauptstadt der beiden für diesen Titel bestimmten Städte innerhalb der EU. Wir haben hier schon zur Genüge daran herumgemeckert, wie ungenügend diesem Titel letztlich Rechnung getragen wurde und wird in Paphos. Doch in den Selbstdarstellungen der Zyprer ist Paphos als die „Europäische Hauptstadt 2017“ NATÜRLICH ein Erfolg – der legendäre Geburtsort der Afrodite ist sie ja sowieso schon.

Da auch nach ÖL und Gas gebohrt wird im Meer, was einfach nicht in ‚ausreichender‘ Menge auf zyprischer Seite im Mittelmeer gefunden werden kann, ist das Projekt TOURISMUS durchaus mit einem Fragezeichen zu versehen, und zwar wegen der zu erwartenden Betriebsunfälle beim Bohren nach Öl oder Gas im Meeresbooten; ein Fragezeichen, welches auch durch die anhaltenden Streitigkeiten der Griechischzyprer mit der exzentrischer werdenden Türkei nicht kleiner werden dürfte. Letzteres, die vage soziopolitische Lage Zyperns, ist so etwas im Laufe der Jahre geworden wie die zyprische Auflage der Never Ending Story.

Zum Beispiel wird bei Vassilikos, welches unweit vom Fischerdorf Zygi liegt, eine „multi-billion“ Investition, die mit der Exploration von Gas zu denken ist, getätigt. Man spricht vollmundig von „Energy Center“, welches dort hochgezogen wird. Eine Verflüssigungsanlage für Erdgas ist auch noch immer angedacht, die dann nach Vassilikos kommen wird. Wie gesagt, es ist angedacht. Sicher ist noch lange nicht, dass es dazu kommt. Viele Anrainer stoßen bereits Gebete gen Afrodites Geburtsplatz vor Paphos aus, dass sie, die Schönste der Schönen, diese potentielle Gefahr für Flora und Fauna verhindern möge – wenn sie schon den anderen Wahnsinn zulässt.

Ja, viele Container verlassen den Hafen von Limassol – oder kommen dort an. Dennoch: Bekanntlich haben die Zyprer angefangen, sich vorsichtshalber ein weiteres Pferdchen zu besorgen, auf welches sie und andere setzen werden können, was ziemlich klug ist bei solch vager oder von äußeren Faktoren abhängigen Lage: „Bildung“.

Nein, so richtig Grün werden DIE jedenfalls vorerst nicht politisch oder in Sachen Bildung. Sprechen wir daher besser von einer Kategorie namens zyprisch-grün, die anstatt besteht, eben auch, weil der grüne Gedanke in der Bildung eher mangelhaft vermittelt wird – noch ist dem so. Den Machthabenden auf Zypern geht es wie Frau Merkel: Die reden meist nur großmündig über oder von der LIEBEN Umwelt.

Gemeint war davor also Bildung im wahrsten Sinne als Industrie – oder dergleichen. Als Wirtschaftssektor. Kollaboriert wird in Zypern-Süd unter anderen mit der St. Georg Medical School (Uni London), University of Central Lancashire etc. Im Norden Zyperns haben sie diesen Wirtschaftszweig auch schon für sich entdeckt, den der Bildung.

Die Hochschulen Zyperns haben durchaus Aussicht, noch wesentlich besser qualifiziert, und in der Welt angesehen zu werden – siehe zum Beispiel den „Technologie Park“. Das Ding ist allerdings erst im Entstehen. Doch immerhin, ein Schritt in eine wahrscheinlich vielversprechende Richtung!

Nikos Anastasiadis ist der 7. Präsident im Süden der Insel. Am 24. Februar 2013 war es so weit, und wenn alles ‚schiefgeht‘, Scherz beiseite, wird er es nächsten Februar 2018 nochmals ins Amt des Präsidenten von Zypern schaffen. Der DISY-Partei gehört Anastasiadis an. Ein steter Wechsel der Parteien an der politischen Spitze prägt bislang, grob gesagt, in Zypern die politische Landschaft. Vor der DISY hatte die AKEL-Partei jemanden im höchsten Amt des Staates – Herrn Xristofias. Ob bei den häufigen Wechseln der Parteizugehörigkeit an der Spitze im Staat von kurzfristigen Kolonisierung des Landes durch eben jene regierenden politischen, griechisch-zyprischen Parteien gesprochen werden könnte, erscheint manchem gar nicht so abwegig.

Ja, aber kolonisiert wurden die Zyprer von den Griechen im Altertum (1400 v.Chr.) dennoch. Das ist belegt. Und seither hatte (hat?) man viele ausländische Herrscher. So viele in der Tat, dass man schon zu fragen beginnt, was ist das eigentlich wirklich, wie ist es zu verorten, was sich heutzutage griechisch-zyprisch geriert? Franken, Venezianer, die Osmanen bis 1571, 1878 die Briten, alle waren sie mal tonangebend auf Zypern. Die Griechischzyprer wurden erst 1960 unabhängig, genauer, dieses Völkergemisch wurde in die ‚Freiheit‘ entlassen, das nichtsdestotrotz darüber einig wurde, sich zukünftig genetisch mehrheitlich als Griechen zu verorten – was gewiss der Überprüfung bedürfte, wenn einem die Verwandtschaften der Zyprer wichtig genug wären. Dies, zumal vor der griechischen Übernahme im Altertum wohl als erste Zyprer Afrikaner, Araber, Juden und andere galten, die die Insel mit ihrem Erbgut etc. sozusagen grundiert haben dürften. Das ewige Streitthema.

Inzwischen ist das Aufeinander-Einhacken und Sich-Beine-Stellen, vielleicht auch wegen den eben geschilderten Zusammenhängen, gewissermaßen institutionalisiert – siehe beispielsweise die „acquis communautaire“, die das auf ihre Weise von außen unterstützt seitens der EU. Ja, das ist so zu sehen. Die EU hat ihre Gesetze nämlich für den Norden der Insel, für die Türkische Republik Zypern, als außer Kraft stehend deklariert – und das obgleich der Grund und Boden, auf dem diese türkische Republik besteht, ein Teil der EU sein soll, als solcher in Brüssel ausgewiesen wird. Auf den Hick-Hack des Wieso, Warum und Weshalb dem so ist, wird hier nicht eingegangen. Zu widersprüchlich, zu umfangreich. Zu oft andernorts versucht worden, das zu erklären, wie auch hier in anderen Beiträgen. Und mit Widerhaken und anderen Behelfen klappt den involvierten zyprischen Streithähnen meist, diesen Sachverhalt auf ihre Weise jeweils verständlich zu machen – jeder mit entsprechender Argumentation. Aber halt nicht so überzeugend wird das getan, dass es sie selbst überzeugte, schwant nicht wenigen, wenn sie sich Reden von Politikern und Kulturtreibenden etc. anhören.

Und auch daher tun sich viele schwer damit, dass der Süden der Insel bei der EU und den United Nations Mitglied ist, wo es doch einen größtenteils zyprisch-türkischsprachigen Norden Zyperns gibt, worin ein gewisser Widerspruch liegt. Ein EU-Beitrittskandidat dürfte nämlich nur dann Vollmitglied der EU werden, wenn er seinen Trouble mit Nachbarn oder mit ethnischen Gruppierungen im Land etc. beiseitelegen konnte.

Nun, dem ist also so, dass Zypern-Süd nun der EU angehört, und auch von daher konnte das Land im Süden der Insel Verträge bezüglich Tarifen und Handel (GATT) unterzeichnen sowie den Multilateralen Investment Garantie Agentur Vertrag (MIGA). Und was sagt Präsident Anastasiadis unter anderem und durchaus auch in diesem Kontext: Der südzyprische Bankensektor habe weitere Herausforderungen zu bestehen, die „Non-Performing-Loans“ müssten dringend restrukturiert werden.

Also: Das Letztere sind Gelder, die man schuldig ist, die keine Sau zurückzahlen mag; wo es doch so schön ist, auf Pump unterwegs zu sein, denken offenbar noch immer viele zyprische Unternehmen. Diese Non-Performer, nenne ich sie mal, sind nach Ansicht des zyprischen Finanzministers vor allem auch ein juristisches Problem – die hohe Verschuldung der Bürger ist ein weiteres. Viele bezahlen ihre Schulden an die Banken nicht, weil sie es nicht können oder wollen oder, weil sie auf den Segen von oben warten. Normalerweise erfolgt der Letztere gern vor Wahlen, wenn zyprische Politiker auf Stimmenfang sind und zuweilen unglaubliche Dinge versprechen – wie gerade derzeit Anastasiadis. Auch vielleicht solche Versprechen, wie, dass Verpflichtungen der zuvor erwähnten Natur nicht in voller Höhe oder gar nicht mehr beglichen werden müssen.

Nun ja, hat sich der Präsident Anastasiadis eventuell gedacht, nicht so schlimm. Ihr kriegt doch demnächst eh euer Casino, welches „major US entertainment groups“ an Bord hat. Und dieser Umstand, den der Finanzminister nicht aufhört zu betonen, soll offenbar uns gewöhnliche Betrachter und/oder den zyprischen Bürger in Sicherheit wiegen, vermute ich. Lizenzen wurden bereits vergeben. Das Größte und Tollste, was die Welt je gesehen hat, wird entstehen. Wer macht sich nach so etwas noch Sorgen um zahlunwillige Bürger oder Firmen zwecks Kredittilgungen bei einer popeligen Bank? Außerdem entstehen weitere Luxushäfen an der Goldküste Zyperns, „marina“ genannt – und natürlich Golfplätze. Diese sogenannten „Multi-Zweck-Projekte“ werden ES dann aber wirklich und spätestens richten!? Alles Five Stars! Das meiste davon jedenfalls: Melco, Hard Rock, Limassol Marina, Yacht-Marina in Aghia Napa für 600 Schiffli plus Twin-Tower, Radisson Blu in Larnaka, Amathus Beach Hotel, Parklane Luxury Collection Resort & Spa, Le Meridien in Limassol, Harrods Design Studio, Sun City Spa, welches Chinesen errichten etc.!

Und auch daher ist Präsident Anastasiadis offensichtlich überzeugt, dass alles gut wird. Hoffen wir, dass die Schuldner der Banken sich in solchen Orten wie den demnächst entstehenden Luxus-Spielhöhlen nicht komplett verschulden gehen – soll ja schon vorgekommen sein andernorts in der Welt. Ansonsten hilft da wohl noch, dass Zypern ja eine der niedrigsten Steuerraten für Unternehmen hat? Die liegt derzeit bei niedrigen 12,5%. OK, Brexit könnte Herrn Anastasiadis einen Strich durch die Rechnung machen, wegen der traditionellen Nähe der Zyprer zu den Engländern – eventuell. Doch der Brexit birgt auch Chancen. Beispielsweise lassen sich viele Briten einen zyprischen Pass ausstellen. Viele wohnen ja dauerhaft auf der Insel. Meine Nachbarn gehören auch dazu, ehemalig bei der Armee angestellte. Nichts Besonderes also. Doch auch jene, egal woher sie kommen, die mal schnell 2-3 Millionen investieren können, kriegen einen süd-zyprischen Pass. Und dann muss noch verstanden werden, dass Großbritannien Zyperns zweitgrößter Handelspartner ist. Dass die Gesetze meist nach britischem Recht geschrieben sind auf Zypern, macht diese Angelegenheit gewiss auch nachvollziehbarer – sozusagen mit „copy and paste“ wurden die Gesetze in der Vergangenheit aus dem britischen Rechtsraum übernommen. Der EU Chef-Unterhändler Michel Barnier stellte schon mal fest in Sachen Brexit, er betrachte es als lebenswichtig, die Unteilbarkeit der 4 Freiheiten beizubehalten: die Bewegungsfreiheit, sowie die Freiheit, sich geschäftsmäßig irgendwo etablieren zu können – zumal ja tausende von Zyprern in Großbritannien leben und arbeiten. Die beiden anderen Freiheiten sind hier irgendwie untergegangen: SORRY.

Untergehen soll jedenfalls nicht, den Rahmen etwas zu zeichnen, in dem auch Zypern sich bewegt, diesen kurz zu vergegenwärtigen, weil sonst könnten Sie noch denken, Zypern ist wie das Paradies gelegen – unnahbar, echt fern und so; daher:

Obwohl ein [US-]Präsident in der Außenpolitik über weitreichende Vollmachten verfügt, kann er einen radikalen Kurswechsel nur dann vollziehen, wenn er seine wichtigste Waffe einsetzt: die Macht der Überzeugung. Trump hat sich als erbärmlicher Verkäufer seiner eigenen Revolution entpuppt. Der Kongress korrigiert seine Anbiederung an Russland, Gerichte setzen seine Einwanderungserlasse außer Kraft, Bundesstaaten und Großstädte bekennen sich zu den Pariser Klimazielen. Die außenpolitischen Debatten in der Regierung dominieren jetzt sein Sicherheitsberater H.R. McMaster, Verteidigungsminister James Mattis und Stabschef John Kelly: drei erfahrene Generäle und erklärte Internationalisten. Zwei wichtige Verfechter von Trumps nationalistischer Agenda, der kremlfreundliche Sicherheitsberater Michael Flynn und der interventionsfeindliche Chefstratege Steve Bannon, haben den Machtkampf verloren und die Regierung verlassen. … In vielen Fragen setzt sich zunehmend die Linie vergangener Jahrzehnte durch. Nafta wird nicht gekündigt, sondern nachverhandelt, China nicht der Währungsmanipulation angeklagt, internationale Kooperationen sind nicht mehr tabu, seit der Präsident im Nordkorea-Konflikt erfahren muss, dass es Probleme gibt, die sich nicht mit brachialen Parolen lösen lassen [und im Libanon sacken die Saudis mal schnell den Ministerpräsidenten Hariri ein, was Trump zwar noch nicht bedenklich zu finden scheint (Stand 13. 11. 17), was aber sein Außenminister weniger lustig findet]. Sogar die Nato hält Trump wieder für eine wichtige Organisation. Am deutlichsten wird sein Kurswechsel beim Einsatz des Militärs. Nach seiner Wahl hatte er noch gesagt, die „Politik von Interventionen und Chaos“ müsse zu einem Ende kommen. Im Gegensatz zum Zauderer Obama ordnete Trump im April jedoch einen Militärschlag gegen einen syrischen Luftwaffenstützpunkt an, von dem aus Flugzeuge des Assad-Regimes einen weiteren Chemiewaffeneinsatz geflogen waren. Und nach dem er jahrelang den sofortigen Rückzug aus Afghanistan gefordert hatte, kündigte er Ende August an, den Wünschen seiner Generäle nach einer Truppenerhöhung zu folgen. … [Derweil:] Russland modernisiert seine atomaren Langstreckenraketen und marschiert in Nachbarstaaten ein, Nordkorea entwickelt Trägersysteme, die Atomsprengköpfe auf amerikanische[s] Territorium lenken können, China weitet seine Hoheitszone im Südchinesischen Meer rücksichtslos aus, die Taliban und der IS sind in Afghanistan auf dem Vormarsch [,wie Erstere auch in Teilen Afrikas], fast täglich attackieren russische und chinesische Hacker Regierungsdatenbanken, Moskau greift mit Datenklau, Manipulation und Falschinformation direkt in den Präsidentschaftswahlkampf [der USA] ein, der Klimawandel bedroht die Landwirtschaft in Kalifornien und im Südwesten [der USA] sowie die Existenz jenes Teils Floridas, der noch über Wasser liegt“ [– und der Konflikt um nichts Weiteres als Macht spitzt sich im Nahen Osten zwischen dem Iran und Saudi Arabien zu, die sich anscheinend vorgenommen haben, von Nebenschauplatz zu Nebenschauplatz sich die Stirn zu bieten, was Ankara nur in Alarmbereitschaft versetzen kann und auch daher mit Überraschungen in Sachen Zypern eventuell gerechnet werden muss. Jetzt ist offensichtlich der Libanon ein weiterer Nebenschauplatz, wenn diese Entwicklung nicht noch abgewürgt werden kann, und Beirut ist so wenig wie Syrien allzu weit weg von Zypern. Daher: Wenn Israel dem offenbar vorhandenen Willen der Saudis doch noch folgt und im Libanon kriegerisch eingreift, hat die martialische Rhetorik von Präsident Anastasiadis und anderen wirklichen oder vermeintlichen, zyprischen Patrioten den Grat des eventuellen Explodierens im Realen vielleicht schon bald erreicht.

Das Zitat davor stammt aus der Frankfurter Allgemeinen vom 13.11.17, Name des Artikels: „Die Revolution findet nicht statt“].

Wie also schon zu lesen war: In Zypern findet stattdessen so etwas wie eine Revolution statt, und zwar im Bereich höchste-Standards-bestes-Leben-und-sauberstes-ALLES. Wer Letzteres glaubt, wird selig!?

Touristen auf Zypern sind wahrscheinlich herzlich eingeladen, so etwas zu glauben – und alle anderen natürlich auch. Immerhin: Die folgende Einsicht, von der nun berichtet wird, ist schon seit Längerem gereift, nämlich, dass noch mehr Tourismus – und überhaupt Reichtum – geschafft werden könnte, wäre die Insel eine vereinigte. Man liest diesen Spruch von der Einigkeit so in etwa immer wieder, der einem Gebet gleich aufgesagt werden kann – gewiss von allen Leuten im Parlament: Und dann haben die wahrscheinlich auch noch diesen Spruch drauf: In einer Region steigender Ungewissheit sowie globaler Unsicherheit und asymmetrischen Bedrohungen, würde eine Lösung der Zypernfrage Zypern zu einem Symbol der Hoffnung (oder des christlichen Abendlandes) machen – die verwickeltsten Probleme könnten nach einer Vereinigung friedlich durch Dialog aufgelöst werden.

Amen!

Nun, Zypern zeigte eine gehörige Portion Widerstandskraft in Folge der Finanzkrise 2013, rühmt man sich derzeit gern. Durch Diversifikation („naturalisation scheme“) der Wirtschaft und ‚harten‘ Sparmaßnahmen konnte der Krise anscheinend erfolgreich, was auch sonst, entgegengetreten werden. Ein Jahr früher als geplant, hatte man sich aus den Fängen der Krise befreit, wie bereits gesagt wurde, und zwar genauer: im Jahr 2016.

Externen Schocks war die zyprische Wirtschaft schon oft ausgesetzt, zum Beispiel: der Coup, der von Griechenland unterstützt durchgeführt wurde und in seiner Folge die Besetzung des Nordens durch die Türkei 1974.

Des Weiteren: Das Bruttosozialprodukt soll mit der Entstehung Nordzyperns um 16.9% geschmälert worden sein – und 1975 soll dieser Wert gar bei 19% gelegen haben. Versteht sich, dass man sich durch „harte Arbeit“ und dergleichen aus der Misere zu retten wusste und es offenbar noch immer weiß. Ja, ein Wachstum wurde also geschaffen, welches über 30 Jahre angehalten habe. Direkt-Investitionen von Ausländern lagen im Jahr 2016 bei 9.1%. Vom Exporteur von Mineralien und landwirtschaftlichen Produkten (1961 – 73) mauserte sich Zypern-Süd zu einem Exporteuer von verarbeiteten Produkten, und zwar ab Ende der 1970er Jahre, bis in die frühen 80er, wird behauptet. Und zeitlich erst danach kam der Tourismus, Service-Industrie und Geschäftle-Machen im Finanzsektor etc. in den gesellschaftlichen und politökonomischen Werkzeugkasten der Regierenden in Nikosia-Süd. Ein weiteres Stichwort in diesem Zusammenhang: „telecommunication hub“.

Kommunikation über Satelliten soll zukünftig eine herausragende Rolle spielen. Ein flexibles und konkurrenzfähiges Satellitensystem soll inzwischen bereits geschaffen worden sein. Genauer: 1 Satelliten hat man derzeit da oben herumschweben. Ein weiterer dürfte schon bald in ein anderes Orbit geschossen werden, das heißt, man wird ihn dorthin schießen lassen. 300 Millionen Euro wurden bereits lockergemacht, um sich in diesem Sektor auszudehnen.

Scheint nicht gerade viel Geld zu sein, dass da investiert wird. Doch wir wissen ja: Kleintier macht auch Mist. Das weiß jeder Besitzer eines Katers, der im Haus lebt, beziehungsweise residiert, beispielsweise. Klar doch, ein 4G Breitband soll demnächst jedem Zyprer verfügbar sein.

Kartoffeln, mag noch nachgereicht werden, sind DAS Rohprodukt der Landwirtschaft, welches am prozentual das meistexportierte Produkt ist. Kartoffeln machen 40% des Gesamtexports landwirtschaftlicher Produkte aus. Jedes Jahr im Frühling herrscht daher so etwas wie Kartoffel-Saison.

Vom Halloumi haben sie gewiss auch schon gehört, ein Schafskäse, der allerdings kein Schafskäse mehr ist. Knapp die Hälfte der verwendeten Milch zur Herstellung dieses Käses darf Kuhmilch sein. Ein Eigentor, nach hiesigem Dafürhalten. Warum? Weil auch bei Bauern im Süden oder im Norden Zyperns der Schafskäse noch und nur mit Schafsmilch hergestellt wird – doch wir in Resteuropa erhalten das erwähnte Mischprodukt, dessen Namen die Südzyprer sich auch noch absicherten (PDO), sodass ihn bloß niemand stiehlt. Das ist ok, mögen Sie denken, ok. Was daran allerdings nicht ok ist, ist, dass der reine Schafskäse aus dem Norden, der auch einen anderen Namen hat als Helloumi uns in Freiburg oder Brüssel lebend nicht erreicht. Beim Schafskäse aus dem Norden ist dem so, weil die Südzyprer das zu verhindern wissen.

Protected Geographical Indication (PDO) ist ein Label, auf welches man in Zypern ganz scharf zu sein scheint, so eine Art Gütesiegel soll es sein, welches man anscheinend auch dem südzyprischen Halloumi verpasst. Weitere Produkte haben das Siegel ebenfalls, so, wie Loukoumi, Zivania (Schnaps) und einige Weine. Loukoumi ist nicht jedermanns Sache. Es ist (sehr) süß „und sieht so komisch aus“, sagte eine Bekannte kürzlich. Wein wird hüben wie drüben angebaut. Dieses alkoholhaltig Flüssige ist meist recht gut im Geschmack. Reben, und der aus ihnen hergestellte Wein namens Maratheftiko, Ofthalmo oder Mavro, sind echtzyprischen Ursprungs, wird gesagt.

Sie, verehrte Leser, wissen doch gewiss, dass Wein auf Zypern schon seit Urzeiten angebaut wird.

65% der Meeresprodukte (Fisch etc.) wird anscheinend exportiert, und zwar vordringlich in den Nahen Osten. Leider gibt es um Zypern herum immer mehr Fischfarmen, woraus man auch immer mehr seinen Fisch erhält, wenn nichts wissend in einem Fischrestaurant Fisch bestellt wird. In die USA wird angeblich auch Fisch exportiert. Wie das gehen soll, müsste noch eruiert werden. Die USA sind schließlich umgeben von 2 Ozeanen und haben ihre eigene Fischfangindustrie. Die Amis, wird hier vermutet, brauchen den Fisch aus dem – zumindest um Zypern – leergefischten Mittelmeer nicht. Oder doch?

Ja klar, Zitrusfrüchte werden ebenfalls exportiert. Die gehen meist nach Großbritannien und eben auch in die USA. Und da wir schon dabei sind: Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte Zyperns sind ansonsten Getreide, Melonen, Gemüse, Früchte, Mandeln, Oliven und Carobs etc. Letzteres sind die dünnen schwarzen Dinger, die wie Bananen geformt sind, nur eben dünner. Haben viel Kalzium und werden hoffentlich schon bald wieder reger angefragt vom Markt – eben wegen des hohen Kalziumgehalts.

So in etwa, jedenfalls, lauten auch zyprische Eigendarstellungen im Groben und Ganzen. Die Weltbank klassifizierte Zypern-Süd bereits recht früh als „high income country“. Apropos: Der sogenannte zyprische „bailout“ zu Zeiten der Finanzkrise ergriff im Jahr 2013 die Aufmerksamkeit der ganzen weiten und großen Welt, zumal es der einzige Bailout seiner Art weltweit war, der als Bedingung einen „bail-in“ verpasst bekommen hatte, eines der Bankendepos. Das hatte sich vor allen die Eurogroup so ausgedacht. 10 Milliarden Euro waren im kleinen Zypern ja auch verschwunden gewesen, um die Angelegenheit mal sehr stark vereinfacht darzustellen. Und diese in der Null versunkene Summe wird unter anderem versucht wieder reinzuholen, in dem man auch kleinen zyprischen Sparen ihren angesparten ‚Reichtum‘ beschnitt. PUNKT. Einige reichere Leutchen und Firmen auf Zypern wurden aber von dieser gruseligen Maßnahme rechtzeitig in Kenntnis gesetzt, wird gemunkelt. Die meisten reagierten dann auch entsprechend – Kohle abziehen.

Plötzlich war die Kredibilität der Bank of Cyprus Toppriorität geworden, nachdem man angefangen hatte, die zyprische Bankenlandschaft aufzuräumen. Hurra, haben da gewiss manche laut geschrien, vielleicht auch jene, die schon immer fanden, dass die Laiki Bank aufgelöst gehört? Der Bankensektor ist inzwischen jedenfalls wesentlich kleiner im Süden, er sei jetzt „gesünder“, nennt es der Finanzminister Harris Georgiadis. Die Banken operieren inzwischen unter einem kreditwürdigeren Regelwerk und einer angeblich effektiven Aufsicht, haben neue Managements und zahlenmäßig mehr ausländische Teilhaber sind involviert, die recht zufriedenstellend Geld reinbuttern – aus zyprischer Sicht.

Erneut hurra, denn die Europäische Zentralbank ließ Zypern einen rigorosen Stresstest durchlaufen, der ‚natürlich‘ bestanden wurde. Liquidität der Banken und Zahlungsfähigkeit des Bankensystems sollen seither wiederhergestellt sein, Einlagen stiegen anscheinend um mehr als 3 Milliarden Euro im Jahr 2016.

Insolvenz- und Abschottungsgesetzgebung führten also zu einer Reduktion von mehr als 4.3 Milliarden Euro überfälliger 90-tägiger Darlehen im Oktober 2015 bis Oktober 2016. Trotz der ‚Härte‘, die das Land traf, konnten unter ‚strenger‘ Anleitung der Eurogroup und dem IMF fundamentale Schwächen nach eigenen Aussagen beseitigt werden – vorerst. Soll hier heißen: Dieselben und andere Schwächen scheinen sich längst wieder einzuschleichen – nicht weitersagen!

Gewiss wird an einigen Orten bereits gespannt darauf gewettet, wann ES wieder so weit sein wird auf Zypern – bis es crashed?

Vielleicht ist ja die herrschende Arbeitslosigkeit ein guter Indikator dafür, dass halt doch noch nicht finanziell freigeschwommen werden konnte, wie man es uns weiß machen will. Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen hat unwesentlich abgenommen – wenn überhaupt. Sie liegt bei 14.9% im Jahr 2015; und 2016 lag sie bei 13.3%. Dass der Wert 2017 auf 11% fallen wird, davon geht anscheinend die Europäische Kommission aus – eventuell ist sie die einzige, die das so tut. Apropos: Die Inflationsrate erholte sich 2015 und lag bei -1.5%. Ein Jahr danach war sie auf -1.2% gesunken, was mit dem gesunkenen Ölpreis zusammenhängen soll unter anderem. Wiederum die Europäische Kommission ist es, die äußerst optimistisch für das Jahr 2017 eine Inflationsrate im positiven Bereich erwartet, nämlich so um den Null-Wert und für das Jahr 2018 gar eine bei +1.1%.

Mehr als die Hälfte des Handels Zyperns wird mit der EU geführt. Griechenland und Großbritannien sind jene Länder, die am meisten Exportgüter aus Zypern beziehen.

Zuletzt noch dies: Shakespeare soll der erste Literat gewesen sein, der in seinem Werk, „Othello“, Zypern zum Gegenstand machte. Doch das stimmt so nicht ganz. Denn bereits 1509 wurde in Augsburg aus dem Werk eines anonymen Autors die Abenteuer des „Fortunatus“ verfasst. Fortunatus heißt der Protagonist und stammt aus dem heutigen Famagusta, die einst größte Hafenstadt der Insel, welche bekanntlich seit 1974 im türkischen Teil liegt und von den Türkischzyprern „Gazi-Mağusa“ genannt wird. Fortunatus gewinnt die Welt nicht etwa mit einem Sack voll Flöhe, sondern „Glück“. Mit dem Titel „Die Templer auf Cypern“, wurde 1803 der erste Teil der dramatischen Gedichte namens „Die Söhne des Thales“ herausgegeben. Ihr Autor war jemand namens Zacharias Werner. Das Werk spielt 1306 in Limassol. Und der Schwager Goethes, Christian August Vulpious, verlegte seinen Roman „Armidoro“ 1804 inhaltlich nach Zypern. Die Geschichte dramatisiert die Zeit, als Zypern von den Venezianern besetzt war. Für auf die Bühne wurde das Drama „Rosamunde, Fürstin von Zypern“ von Helmina von Chezy 1823 verfasst. Franz Schubert schrieb die Musik dazu.

Versteht sich, dass es mittlerweile einige deutschsprachige Autoren gibt, die ihr Werk der Insel Zypern in irgendeiner Weise widmeten. Vielleicht ist eines der bekanntesten Werke hierzu, nämlich: „Caterina Cornaro, Königin von Zypern, Herrin von Asolo“, welches die in Italien geborene Deutsche Jetta Sachs-Collignon geschrieben hat als Roman. „Afrodite ging vorbei“ ist ein poetischer Roman über Liebe, was auch sonst, geschrieben von Gudrun Embacher. Ein weiteres Buch, wo die Handlung in Zypern spielt, heißt „Die Andere“. Norgard Michailides war derjenige, der das letztere Buch geschrieben hat als Roman. Es handelt vom Leben einer Deutschen in Zypern, welches die Heimat ihres Mannes ist. „Zypern war sein Ithaka“ hat der Dresdner Walter Krausse verfasst. Im Internet kann man von Heinz Herbert folgendes Buch erhalten: „Ausgerechnet Zypern“! Ebenso ist von Ulli Piller im Netz verfügbar: „Im Kreis reisen“. Wer sich für das Thema Zypern literarisch interessiert, sollte bei einem in Köln verorteten Verlag sein Glück probieren: Romiosini (www.romiosini-verlag.de). Dort wird zyprische Literatur in deutscher Übersetzung feilgeboten.

(Für Letzteres wurde als Quelle Dirk Sangmeisters „Zypern in der deutschen Belletristik des frühen 19. Jhr. verwendet sowie Sabine Rogges: „Zypern und der vordere Orient im 19. Jhr. Die Levante im Fokus von Politik und Wissenschaft der europäischen Staaten“; verlegt in Münster bei Waxmann, 2009.)

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Die Wahrheit und das Geld

Oder: Wie wird man Millionär, und nicht unbedingt, wie angelt man sich einen, obgleich das auch gewiss eine interessante Frage für viele sein dürfte, für die vor allem, die jeden Cent drei Mal rumdrehen ‚dürfen‘ bevor sie ihn ausgeben.

Diese Info, wie man sich einen Millionär angelt, hat ja bereits die gute M. Monroe im dazuugehörigen Hollywood Schinken, damals, auf durchaus unterhaltsame Weise vorgespielt.

Zwar ist hier eigentlich wenig bekannt, über die finanziellen Verhältnisse der Frau an der Seite von Tayyip Erdogan, welch Wunder, doch sollte sie nicht aus gut betuchten Verhältnissen stammen, hat sie mit ihrem Mann, ganz nach dem Film mit der Monroe, den richtigen ‚abgeschossen‘, also geheiratet. Der inzwischen stinkreiche Tayyip ist jetzt im wahrsten Sinne seines Namens nämlich tayyip (gut, zufrieden), wie nicht anders zu erwarten war. Er ist der Präsident der Türkei geworden – Oh weh!?

Ja, und die Wahrheit, von der in der Überschrift die Rede ist, die gibt es halt. Dass mit Erdogan der sogenannte historische Wendepunkt für die Republik Türkei schließlich ansteht, scheint eine voraussehbare Wahrheit zu werden. Es gibt des Weiteren auch Wahrheiten in Zypern, nicht nur in der Türkei, aber die in Zypern, von denen nun gleich berichtet wird, liegen eher in der Vergangenheit.

Wie Wahrheiten wahrscheinlich sein sollten, nämlich wahr, standen in der Politis-Tageszeitung vom 10. August 2014 gleich so viele in einem einzigen Beitrag, dem Beitrag von Dionisi Dionisiou auf Seite 3 – er schreibt sich in der Zeitung langsam aber sicher nach vorne -, dass Ihnen, verehrte Leser, in Auszügen aus diesem Beitrag von Dionisiou übersetzt wird.

„Die Krise kreiert Widerspruch, sagte Marx. Die Zuspitzungen der Widersprüche führen jeder Logik Brüche zu, die in einem kreativen Dialog in reifen und demokratischen Gesellschaften entschärft werden, oder gesellschaftliche Beben kreieren, oder Aufstände in Ländern, wo der Dialog noch nicht in der Mitte angekommen ist… . Jedenfalls alles kommt auf die eine oder andere Art, gemäß des Dialektischen, unter neuer Bedingung zu Fruchtbarkeit, den Kreislauf erinnernd, welchen der Regen macht. Die Sonne holt sich das Wasser aus dem Meer …, das Feuchte wird zu Wolken und die sammeln sich am Himmel. Von dort kommt es entweder durch einen hohen Regen wieder auf die Erde, oder … . Egal, welche Variante, der Kreislauf des Regens wird geschlossen… . Herakleion sagt: Alles ist im Fluss… , bleibt die klassische Frage: Wird [deswegen] nun alles besser oder schlechter? Diese Frage beschäftigt uns auch in unserem Alltag, versuchend zu sehen, wohin wird unser Leben [eigentlich] gerückt. Das Geld spricht nicht, sondern flucht, wenn es sich nicht verstecken kann, sagte Bob Dylan irgendwann. Tritt vor uns mit Arroganz… verursacht Nachdenken.

Die Verrückungen

• 1974, inmitten der nationalen Krise, änderte sich die zyprische Gesellschaft radikal. Von ökonomischer Seite ergab sich eine riesige, historische Verrückung in Sachen Reichtum. Wir verloren im Norden 1,5 Mill. ha Privatgrund mit dem Ergebnis von 150.000 Flüchtlingen, die Vermögen und Baugrund im Süden suchen kamen. Die wahnsinnig hohe Nachfrage [nach Grund und Boden] machte die Besitzer im Süden im nu reich. Es gab keine Zuspitzung, keinen Bruch, keine Synthese. Das Land wurde nicht umverteilt, obgleich wir alle beschlossen hatten, einen langjährigen Befreiungskampf zu führen. Stimmten genau darin überein. Doch nicht etwa mit den selben Waffen und dem selben starken Bollwerk [wollten wir kämpfen]. Die einizigen, die Nutzen daraus zogen, war eine handvoll Unternehmer – mit voller Mithilfe der politischen Macht. Ihnen gaben sie alles unter dem Versprechen des Aufschwungs – und die Flüchtlinge gelangten in die Zelte und Flüchtlingscamps.
• Von der Mitte der 80er Jahre erweiterte die handvoll Unternehmer – noch immer unterstützt von den Politikern – ihren Reichtum auf Kosten der Grundbesitzer im Süden Zyperns. Der Trick wurde getauft: „Zonenwechsel“ und „Koeffizienz-Aufbau“. Die Parole war bekannt: „Kauft Brachland zu niedrigen Preisen in dem und jenem Gebiet!“ Das kauften sie von den nichts ahnenden Landwirten und zwei Monate später wurde das Brachland zu Bauland. Die Wertsteigerung kassierten die Unternehmer und den Bonus natürlich die Parteien, die auf diese Weise ihre Finanzen sicherten – und den Vorsitzenden der Parteien ihre Landhäuser. Der letzte große Coup der Reichtums-Verrückung dieses Typus‘ fand zur Zeit der Präsidentschaft von Papadopolous statt, als der damalige Handelsminister, Jorgos Lillikas, 13 Berechtigungen ausstellte, um Golfplätze von mehreren hundert ha zu machen.
• 1999 entdeckte die politische und ökonomische Führung des Landes die Börse, zumal die Einkünfte aus den ungesetzlichen Kartenspiel-Vereinen nicht zufriedenstellend war. Die Börse nun salbte sozusagen „die Dampfmaschine der Ökonomie, und alle Zyprer beschlossen, dort zu investieren – ökonomisch“. Damals verkauften die Banken keine Aktien, sondern Gold zu 26 (ehemaligen zyprischen Pfund) das Wertpapier. Wir sprechen hier also vom dritten riesigen Verrücken von Vermögen, doch diesmal zum Schaden der Mittelklasse. Die setzten ihre ganze Kohle ein, auf ein morsches Börsen-Gesetz vertrauend, welches den Banken gestattet, die Leute gesetzlich abzuzocken. Die selben Banken konzentrierten sich [dann] schon auf die Zulassung der Banken an der griechischen Börse, in die Mitte des Schwarzgeldes, welches sie unter sich teilten vermittels verschiedener Steuerparadiese.
• Nach 2004, und sofern sicher gestellt war, dass die Kontrolle über Zypern, durch die Nicht-Lösung des Zypernproblems, in den Händen dieser Clique aus Politikern und Unternehmern verbleiben würde, begann das Kapital-Verrücken auch andere Länder was anzugehen; an erster Stelle natürlich als Lehre sozusagen Tassos Papadopolous, der seit den 90ern damit begann, das Geld des serbischen Volkes in die inzwischen [2014] in der Cyprus Bank aufgegangenen Laiki-Bank zu tragen. Mit so viel Geld in Banken angehäuft, wie könnten sie da überleben [auf Dauer], wenn sie nicht Geld verleihen würden? Sie begannen nun [wohl daher] an Engländer und Deutsche Geld zu verleihen, um ihre Wohnsitze [und sicherlich vor allem auch Geschäftssitze] nach Zypern zu verlegen. Der Gewinn daraus wurde selbstverständlich ins Ausland geschoben; und um hohe Umsätze so zu generieren, fingen sie an, die Zinssätze entsprechend verlockend zu gestalten – eine riesige Menge Geld aus Russland kam. Wir häuften dergestalt 70 Milliarden an, die aber investiert werden mussten mit Widerruf auf über 10%. So fingen unsere großen Unternehmer an, auch Griechenland Geld zu leihen. Es wurde [also] wenigstens eine globale Blase aufgepustet, welche [jedoch] wegen der globalen ökonomischen Krise 2011 unsere Hände beschmutzte – mit der damaligen Regierung, die in ihrem eigenen Imaginationsraum verweilte und mit Xristofias (damaliger Präsident Zyperns), [der verkündete], dass die Krise an uns vorüberziehen wird.
• Nach 2011 wurde ein weiteres Spiel aufgezogen des Reichtümer-Rückens. Das letzte und tragischste. Die ökonomische Elite, die im Fahrwind der Entwicklung des Bodens und der Banken dieses Land zerstörte, musste [ausgerechnet] von jenen gerettet werden, tragische Ironie [der Geschichte], die sie seit Jahren bestahlen. Linke und Rechte unterschrieben erstes und zweites Memorandum, um die ‚Lockvögel‘ zu retten, die seit 1974 dieses Land aufsaugen, jede Lösung der Zypernfrage verhindern, um ihre Kontrolle nicht zu verlieren – und die fordern heute in mitten der Diskussion um die Veräußerung [der Anteile an halbstaatlichen Betrieben u.a.], dass man uns unsere Häuser nimmt. Es handelt sich um eine handvoll Leute, die noch schlechter als die Türken sind. Beim ersten Einmarsch, dem der Türken, stahlen die und machten lediglich 150.000 Flüchtlinge unter den Griechischzyprern. Diese Typen aber, [von denen weiter oben die Rede war], machen einen zweiten Einmarsch und möchten uns alle zu Flüchtlingen machen. Vielleicht nehmen einige an, dass ich völlig diese obigen Thesen belegen kann. Das würde ich, wenn die Führung und das Volk verstünden, was in Zypern abgeht in den 40 Jahren, wenn wir alle bereit wären, einige Schuldige zu bestrafen und die Fahrtrichtung zu ändern… . Heute befinden wir uns geradewegs in einem Bruch mit diesem morschen Establishment, das uns regiert und wir suchen eine neue Synthese, die die Dinge verbessert, die uns alle nicht zu Flüchtlingen macht im eigenen Land. Wir zeigen [jedoch] nicht, dass wir es tun könnten!“
2012-01-01 02.48.05
Die Prognose hier ist, dass Erdogan sozusagen wiederholtermaßen bewiesen hat, dass er für Geld sehr viel riskiert, dass ihm der Gelderwerb eine Maxime geradezu ist – wer keine Kohle hat, der zählt bei ihm wenig und daher… .
Das Problem mit dem Geld und so haben indes die meisten Gesellschaften, wenn man etwas genauer hinsieht. Man bedenke, 40 Jahre weiß man von Ebola, doch man unternahm nicht wirklich was im Westen. Die paar verarmten Afrikaner, die deswegen draufgehen, wen jucken die schon? Diejenigen, die sich eine Behandlung demnächst leisten werden können, werden vorerst mal reiche Europäer und Amerikaner sein – und dann, versteht sich, die Helfershelfer, die reichen Schwarzen in Afrika. Doch Ebola könnte dieser Logik noch einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen, auch wenn mehr oder minder belegt ist, dass man es mit besseren Lebensumständen etc. durchaus im Zaum und aus der Welt nahezu verbannen könnte – doch wer will so was schon. Ist doch ein dumm gehaltener Mensch kein all zu gefährlicher Mensch?
Nun, wie dem auch sei. Jedenfalls hat die Habgier gewisser Kreise inzwischen eventuell zu viele Regionen in der Welt ins Abseits gesetzt, wo Ebola und Konsorten weiterhin wüten dürften und immer mal wieder den Weg in die sich wahrscheinlich noch mehr abschottende Welt der Reichen und Demokratischen finden wird – und sei es, dass spitzfindige Leute, also Terroristen und dergleichen Böse, bereits auf die Idee kommen, doch einfach ein paar Proben davon mit im Flieger nach Berlin, Tokyo oder London etc. zu tragen – der Kaptial-Verrückung wegen, könnten die sich womöglich dann denken. Warum Schülerinnen verschleppen und sich Zoff mit dem Gewissen holen, wo man Ebola-Viren vor der Haustür hat?

Und dass Präsident Maliki eventuell seinen Sitz nicht räumen will, hat gewiss auch wieder mit der Kohle zu tun – und lässt so manchen wahrscheinlich jetzt schon fragen, um auf die Prognose zurückzukommen: … wie wird das aussehen, wenn die türkische Verfassung Erdogan nach Ablauf seiner Dienstzeit nicht mehr gewährt, im höchsten Amt zu sein? Wahrscheinlich wird Krankheit seinerseits vor dem totalen Chaos im Lande retten, oder aber die Verfassung der Türkei wird bis dahin so zusammengeflickt sein, wie Erdogan sie braucht. Doch nicht nur die Türkei ist auf dem Weg hin zu einem totalitären Staat. Es scheint die Entwicklung zu sein, die ansteht, leider, und manche finden, dass das eine unvermeidliche Folge unserer kommunikativen Möglichkeiten ist. Und meistens geht es ja beim Kommunizieren und Leben neuerdings oft nur noch ums Geld.

Geld verrückt!?

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Geld und mehr

Inzwischen ist Anfang April – man glaubt es kaum. Die Sonne soll sich ab
Mittwoch dieser Woche für permanent installieren im Südwesten
Deutschlands, war zu hören. Der Winter ist dort also vorbei.
Noch nicht ganz vorbei ist, dass die Gerüste von der Straße in der Mitte
der Stadt Kandern verschwunden sind. Anscheinend scheinen die
Unstimmigkeiten bezüglich des Geländers zwischen Stadtverwaltung und
dem Unternehmen, welches den Übergangsbrücke über die Kander baute
nahe dem Edeka, noch nicht aus der Welt geschafft.

Off-Shore-Leak dürfte in Kandern wohl kein Echo haben, also jemanden, der betroffen ist. Hoffen wir, dass hier auch keine Strafgefangenenaufseher der Nazis an die Oberfläche gespült werden. In der Presse ist die Rede von 500 Männern, die deutschlandweit ausfindig gemacht werden konnten, und denen der Prozess – wenn auch sehr spät – gemacht werden soll.

So weit hier bekannt, gibt es keine Zahlen darüber, wie viele Haushalte in
Kandern den Strom abgestellt bekamen diesen Winter. In Freiburg soll die
Badenova an die 800 Haushalte abgestellt haben, und zwar netterweise
bei Leuten, die sich das Nötigste, nämlich Elektrizität, nicht mehr leisten
können finanziell, um ihr Leben einigermaßen leben zu können.

Leben wollen auch die Zyprer, möglichst mit genügend Geld für die
Stromrechnung – wie gehabt. Und was schreibt die deutschsprachige
Nordwestschweiz-Tageszeitung am 3. April auf Seite 9: „Der Schweizer
Versicherungbroker Gonthier sorgt in Zypern für heisse Köpfe. Per E-Mail
hat sich das Büro in Montreux den potenziellen Kunden in Erinnerung
gerufen. Dabei erinnerte Gonthier an die sichere Schweizer Alternative, im
Speziellen an ‚Anlagevehikel mit sehr tiefem Profil, die nicht als
Bankkonten oder Trust klassifiziert werden und deshalb nicht auf dem
Radarschirm nationaler Steuerbehörden erscheinen würden’… . Wie die
Chefin von Gonthier, Tilly Schneeberger Gonthier, gegenüber der
‚Nordwestschweiz‘ bestätigt, ging das E-Mail an zypriotische
Rechtsanwälte und auf diesem Weg dann wohl an die internationale
Presse. Dabei steckt keine schlechte Absicht dahinter, und man sei auch
nicht an Schwarzgeldern interessiert, wie es der Artikel in der
International Herald Tribune andeutet. ‚ Wir wollen sicher keine
unversteuerten Gelder und derzeit sind die Gelder in Zypern wegen der
Kapitalkontrollen ja sowieso blockiert’… . Wenn in Zukunft aber die
Kapitalexportkontrollen einmal gelockert würden, dann würden sichere
Finanzplätze wie die Schweiz bestimmt vermehrt Gelder von
verunsicherten Anlegern auf Zypern anziehen. ‚Schweizer Finanzinstitute
sind sicherer, weil sie besser reguliert sind als die Institute in anderen
Ländern’… . Der Westschweizer Broker mit drei Mitarbeitern verkauft vor
allem Lebens- und Rentenpolicen von grossen Schweizer
Versicherunskonzernen… .“

Was inzwischen mehr als etwas nervt, ist, dass die sogenannten Global
Players auf dem Finanz- und Kapitalmarkt offenbar noch nicht kapieren wollen, dass sie ihre Geschäftspraxis ändern müssen – und nicht nur Länder wie Zypern. Die Deutsche Bank ist auf dem besten Weg seit viel zu lange, den bösen Deutschen für alle bleibend ins Bild zu setzen mit ihrer Geschäftspraxis: Es ist ein trauriges Schauspiel, eines, welches auch noch von der Regierung der BRD gestützt und gefördert wird. Dass das Bild schief hängt, bestätigt sich spätestens bei der betriebenen Sparpolitik, die dem Süden Europas verschrieben wird, während Siemens, Deutsche Bank, VW, Mercedes und Co von dem u.a. profitieren. Das lässt die verordnete Sparerei wie blanken Hohn, auch innerhalb Deutschlands, von den sogenannt gemeinen Menschen verstehen.

Dass sich Zypern ziemlich sicher nicht an den abgemachten
Zahlungsmodus halten wird und kann, ist ja wohl hoffentlich allen
Beteiligten bereits klar – siehe Portugal, welches gerade diese Schraube
auf seine Weise per Verfassungsgericht korrigiert. So hat Nikosia bereits ein Paar Tage nach den Beschlüssen von Brüssel die Kapitalkontrollen gelockert. Jetzt dürfen angeblich bis zu 25.000€ anstatt der vereinbarten 5.000 überwiesen werden. Die Zentralbank Zyperns braucht zu derartigen Geldtransfers nun keine Berechtigung mehr zu erteilen. Checks dürfen inzwischen eingelöst werden, und zwar bis zur Höhe von 9.000€.

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Nabelschau

 

Was soll denn bitte sehr das Gerede vom “pleitebedrohten Zypern”? Kann doch wohl nicht wahr sein! Wie kommen die denn da drauf?

Der Umgang einer Person, in dem Fall dessen Freunde, zeigen schließlich, mit wem man es zu tun hat. Und Freundschaft zeigt sich in der Not, wie wir alle noch schwach erinnern dürften.

Nun dann!

Brüssel war so freundschaftlich, wegzuhören, als beschlossen wurde – von wem auch immer iniziiert – auch die kleinen Sparer zur Kasse zu bitten auf Zypern. Freunde sind eben dazu da, Freunden zu sagen, was geht und was nicht. Die 100.000 € Latte der Einlagen, die nicht angefasst werden darf, wie europaweit vereinbart worden war, war beim Beschließen nicht etwa aus der Sicht geraten, sondern die Zielscheibe geworden – soll ja vorkommen bei Professionals. Wir sitzen schließlich alle im gleichen Boot, mögen Schäuble & Co gedacht haben am runden Tisch, an dem die Finanzministzer und andere Herrschaften das beschlossen, was zyprische Sparer, wie gelplant, nun zur Weißglut bringt.

Gehen wir doch mal zum Spekulieren über: Fragen wir zuerst mal, wer im Beraterstab des Herrn Schäubles ihm ins Ohr flüstern darf? Interessant wäre durchaus zu erfahren, wer diese Personen denn eigentlich sind? Dann könnten derartige ‚Rücksichtsnahmen‘ auf die Souveränität der zyprischen Regierung usw. eventuell besser nachvollzogen werden.

Kurz: Es geht hier nicht alleine ums Geld. Das Geld-Thema ist vielmehr das rote Tuch, welches der Öffentlichkeit hingehalten wird. Die Indikatoren weisen vielmehr darauf hin, dass mal wieder Wäsche gewaschen wird – eine Tragikkomödie wird aufgeführt.

Als tragische Figur passen Anastasiadis und sein Finanzminister, Sarris, aus Zypern eigentlich ganz gut. Der Erstere bemüht, brav alles zu tun, was das konservative Lager von ihm verlangt, und der Zweitere bemüht, sich zu profilieren und seinen etwas ramponierten Ruf zu begradigen, oder wie man es nennen darf. Den komischen Part hat sich Brüssel im Verbund mit Moskau vorbehalten. Aufgeführt wird das Stück in Berlin, kann gut sein, dass seine Pointe aus Frankreich stammt. Die Pointe ist unter anderem, dass der Gang von Sarris und Anastiadis nach Moskau nicht wegen dem Abstimmungsergbnis im zyprischen Parlament erfolgte – weil, die Tragikkomödienschreiber wussten selbstverständlich, dass sie auf das Ehr-Ding der Machos im zyprischen Parlament zählen können -, sondern, weil Berlin, Moskau und Brüssel im gegenseitigen Einverständnis daran arbeiten, Moskau der EU etwas mehr Nähe einzuverleiben.

Sei’s drum, dann gibts halt eine russische Flotte in Zypern stationiert. Viel ändert sich dadurch nicht zum Negativen – im Gegenteil. In dieser Region braucht es nämlich endlich einen mächtigen Player, der den zu erwartenden und noch anstehenden Ärger schon allein durch allseits wahrnehmbare Präsenz etwas eindämmen wird können – was die EU bei aller Liebe nun wirklich nicht fertig bringt. Bei der gibt es viel zu viel Hindernisse, wie zum Beispiel das verabreichte und dargestellte Bild in Sachen Humanismus und Demokratie etc. Die russische Variante Konflikte zu erledigen, scheint geradezu prädestiniert für das, was in Syrien, Ägypten und der Türkei – ganz zu schweigen vom Iran und Irak – ansteht, als neues Bollwerk. Überhaupt dürften, wie hier bereits angeführt wurde in einem anderen Artikel – die Einsicht immer mehr reifen, dass ein Block von Wladiwostock bis nach der Atlantikküste Frankreichs zu begründen in der Zukunft für Europa – wie auch Russland – eigentlich nur eine sogenannte Win-Win-Angelegenheit werden kann, versteht sich, mit gewissen Kollateralschäden.

Nicht umsonst hat man jahrelang zugesehen, wie sich das russische Kapital ganz offensichlich in Zypern breit macht. Nicht umsonst ist der Hafen von Pyräus in chinesischer Hand etc. Wir leben in einer globalisierten Welt und der Nabel der Welt, und somit Europas – Zypern -, eignet sich seiner eigentlich undefinierten politischen Lage wegens auch daher dazu, neue Politiken eben dort auszuprobieren, umzusetzen und wie in einem Labor ablaufen zu lassen unter kontrollierten Bedingungen.

Bleibt zu hoffen, dass am Ende der anstehenden, höchstwahrscheinlich langwierigen Verhandlungen, der Linksverkehr auf Zypern nicht abgeschafft wird, weil dass dem letzten Zyprer versinnbildlichen würde, dass jetzt wirklich neue Zeiten angeborchen sind, Zeiten, die das Lebensniveau und -gefühl irgendwie zwischen Ural und Marsaille sich einpendeln lassen werden auf Zypern. Diese Aussicht ist, nach unserem Dafürhalten, eigentlich gar nicht so schlecht! Es wird dann weiterhin genügend Muße zur Nabelschau bleiben – Doxa tu Theu!

 

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