Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘eu’

Zypern ist schon fast im Krieg mit der Türkei, haben Sie das so auch schon vernommen?
Mit den bösen „Attilas“ könnte das – mal wieder – der Fall werden, wenn man den griechisch-zyprischen Rednern zum 43.n Erinnern an die Besetzung/Befreiung durch türkische Truppen unterstellt, dass sie im Grunde auch diese alte Furcht vor den Türken auch ansonsten, andauernd, so oder anders verklausuliert zum Ausdruck bringen wollen. Man bewahrt, diesmal, aber „Kaltblütigkeit“ als Republik Zypern und als fast wichtigstes Mitglied der EU gegenüber den „Provokationen“ der Türken, lässt sich, egal, was komme, von Ankara nicht aus der Ruhe bringen, auch nicht durch „unerlaubte Bohrungen“ auf dem „Hoheitsgebiet“ Süd-Zyperns im südöstlichen Mittelmeer – nur, weil die Türken vor der Insel und in zyprischen Gewässern nachsehen lassen, ob dort das große, zukünftige Vermögen im Meer liegt, als Nachkommen eines Zweiges des Hellenismus große Sorge haben? Nein, das kann bei so viel Gewissheit auf der Seite der Sieger zu sein und derjenigen, die Recht haben in Sachen Zypernfrage, nie und nimmer der Fall werden. So ungefähr dürften die meisten griechisch-zyprischen Politiker in etwa denken – und nicht nur sie.
Es kann daher dem Vernehmen nach nicht sein, dass Anfang August 2017 die Insel kriegerisch entflammt sein könnte de, vor allem, durchaus zwiespältigen Politik Nikosia-Süds wegen. Obgleich, die Erde scheint gerade gehörig bedrohlich zu rumpeln in jener Region, Erdbebengefahr. Hoffen wir, dass weder die eine, noch die andere Gefahr zuschlagen wird.
Gehen wir mal dazu über anstatt, die Ersten zu sein, die die Frage stellen, ob dieses geologisch zu betrachtende Phänomen womöglich mit den vielen Bohrungen der in Stellung gebrachten Erdgas-Haie auf Bohrinseln zusammenhängen könnte? Man unternimmt seinerseits, also als Republik Zypern, durchaus auch Probebohrungen zwecks Erdgas oder Erdöl, die spätestens im März oder April 2018 beendet sein sollen. Wer weiß, zu einem Zeitpunkt, eventuell, an dem womöglich dasselbe herausgefunden wurde wie bei den Probebohrungen der Türken: „Wir sind steinreich!“, könnte es dann heißen. Oder, man ist nur reich. Oder es ist lächerlich wenig Erdöl oder Erdgas festgestellt worden, so dass es sich nicht lohnt dafür, ja, wie soll es ausgedrückt werden, sterben zu gehen.

Gerd Höhler schreibt in der Oberbadischen am 14. Juli 2017 bereits:
„Nach dem Schiffbruch bei den Zypern-Verhandlungen [in Crans-Montana] … eskaliert der Streit um die Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer. … Mit der Ankunft des Bohrschiffs West Capella, …, eskaliert ein seit Jahren schwelender Streit. Im Auftrag des französischen Konzerns Total soll die unter der Flagge Panamas fahrende West Capella im sogenannten Block 11 nach Erdgas suchen – 150 Kilometer vor der südzyprischen Hafenstadt Limassol. … Die Regierung der international anerkannten Republik Zypern … hat in den vergangenen Jahren in Verträgen mit den Anrainerstaaten Israel und Ägypten die Wirtschaftszonen in der Region abgesteckt, vor der Süd- und Ostküste der Insel 13 Explorationsgebiete, sogenannte Blocks, ausgewiesen und Förderkonzessionen vergeben, unter anderem an Total.
Aber die Türkei … spricht … Zypern das Recht ab, vor ihren Küsten nach Bodenschätzen zu suchen. … Der türkische Premierminister Binali Yildrim warnte die zyprische Regierung vor „einseitigen Schritten“. Die Energievorkommen vor den Küsten der Insel gehörten „beiden [zyprischen] Seiten … . Ankara will nicht nur die türkischen Zyprer beteiligen, die Türkei erhebt auch selbst Ansprüche auf Teile der von Zypern ausgewiesenen Fördergebiete, und zwar nicht nur im Norden, wo die Wirtschaftszonen beider Länder aneinandergrenzen, sondern auch südwestlich der Insel. Noch komplizierter wird der Streit dadurch, dass die Türkei die Republik Zypern völkerrechtlich gar nicht anerkennt. Überdies hat die Türkei die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen bisher nicht ratifiziert, die als Grundlage für die Festlegung von Wirtschaftszonen in internationalen Gewässern gilt [Wenn man sich das mal durch den Kopf gehen lässt, erhebt sich schon die Frage: Wer ist hier der Aggressor? Soll heißen: Wie kann man nicht klar festgelegten Zonen zu Bohren beginnen als Zwerg namens Republik Zypern, ohne sich mit einem der mächtigsten Akteure in der Region, der Türkei, abgesprochen zu haben? Gute Nachbarschaft? Erdogan sagt:] „Es sei nicht nachvollziehbar, dass einige Energieunternehmen sich an den verantwortungslosen Aktionen der griechischen Zyprer beteiligten … Ich möchte diese Firmen daran erinnern, dass sie damit die Türkei als Freund verlieren könnten.“ Gemeint sind „die Noble Energie, die koreanische Kogas sowie die Konzerne Shell und Exxon Mobil … .
Die Türkei führt vor der Südwestküste Zyperns ein zweitägiges Manöver durch [also Mitte des Monats Juli]. Derweil sind weiter südlich des Blocks 11 griechische, französische und israelische Kriegsschiffe sowie der US-Flugzeugträger George H.W. Bush aufgefahren … Dass die Türkei angesichts der Lage einen militärischen Konflikt riskiert, ist unwahrscheinlich.“
Angesichts des eben Geschilderten sowie des Streits der Türkei mit Deutschland, der schon bald negativ finanziell zu Buche schlagen könnte/dürfte, muss man sich eigentlich schon fragen: Und wann lässt Ankara Scharen von Flüchtlingen gen Norden ziehen, die sie bei sich einigermaßen und vertraglich abgesichert für die EU in Zaum hält? Bis kurz vor die Wahlen in Deutschland wird da etwa gewartet?
Mancher Player schätzt wohl, dass die Unbeliebtheit Erdoĝans derart groß ist, dass Angela Merkel dann erst Recht als Siegerin ihre vierte Amtszeit antreten wird können.
Um das auch noch gesagt zu haben: Diese Chance müsste ihr das deutsche Wahlvolk eigentlich auch geben, schon allein, damit sie noch GEWISSE Dinge zum Wohle der Deutschen und Europas in die Wege leiten kann, siehe Flüchtlingspolitik, die sie teilweise, und ganz gewiss mitverbockt hat – und manche hoffen, dass Frau Bundeskanzlerin sich auch in Sachen Frauenpower noch ersichtlicher in Szene setzen müsste, zukünftig, und es hoffentlich noch tun wird. Stichwort: Gleichberechtigung, gleiche Löhne usw. Sollte Frau Merkel Letzteres Politikfeld erkenntlicher angehen als bislang, die Frauenpower ist gemeint, wird sie der Olymp historisch großer, deutscher Politiker unweigerlich und ohne große Wenns und Abers mit epochaler Wertschätzung und unübersehbarem Denkmal verewigen.
Außerdem entspricht das Thema Frauenrecht eh dem Zeitgeist und eine Art geschlechtsspezifische ‚Revolution‘ steht definitiv bevor – zumindest europaweit, doch gewiss auch weltweit!

Da dieser Artikel über einen gewissen Zeitraum entsteht und so in etwa alle 14 Tagen so etwas wie er ins Netz soll, sei Ihnen gesagt: Heute ist der 15. Juli 2017. Und eigentlich müsste bei diesem HISTORISCHEN Datum ja gleich Bezug genommen werden auf den angeblichen Putsch vor einem Jahr in der Türkei etc. Doch das langweilt die Redaktion gerade – sorry, und womöglich bereits auch schon Sie. Ich meine, was soll das ganze Geschrei, wenn Erdoĝan dennoch im Balkan und dem Nahen Osten eine unerträgliche Rolle spielen kann, sogar bis in den Jemen lässt er ‚Hilfe‘ inzwischen schicken, nur, weil der Westen, vorneweg die EU, ihm die Mittel dazu nicht nimmt. Brüssel will ihn weiterhin bei der Stange halten: Stand 27. Juli 2017. Ja, denn der Geldfluss in die Türkei und aus ihr heraus könnte durchaus etwas behindert werden; man müsste dann halt notfalls zugucken, wie andere Akteure den Platz besetzen, den man als EU bislang eingenommen hat an der Seite der, verzeihen Sie, Retro-Osmanen in Ankaras Regierungsbezirk und darüber hinaus. Die Rede ist also von Platzhaltern, von solchen Kandidaten wie dem Herrn Putin oder gar jenem aus dem Land der fliegenden Drachen, Tian Min – Square. Gemeint ist das ehemalige Kaiserreich im Fernosten, wo die Mauer durchs Land noch heutzutage steht und auch etwas glorifiziert wird, auch, weil sie ja so alt und groß ist. Kung-Fu und so gibt es dort auch. Ist jetzt klar, wer gemeint ist? Genau das Land, wo Dissidenten nicht unterbinden können, dass der Westen sich dem teils menschenverachtenden Regime beim Geschäftchen-Machen anbiedert, anstatt sich vornehm vom schnell verdienten Geld – auf dem Rücken zu vieler Leute – zu verabschieden. Letzteres der so hochgehaltenen Werte wegen, die irgendwie zu unterschiedlich in Anwendung kommen: gegenüber Russland, USA oder China sehr flexibel; und gegenüber den meisten Staaten Afrikas oder Asiens zuweilen sehr doktrinär.
Na und?, werden Sie hier vielleicht denken. Die Welt ist schließlich rund. Sollte Russland oder China glauben, als Platzhalter des Westens für oder in der Türkei vollends ‚einspringen‘ zu müssen, dann bitte sehr! Die EU könnten, beispielsweise, in Georgien, Armenien oder in der Mongolei etwas aggressiver auftreten als sonst, sozusagen zwecks Retourkutsche oder Abgleich – gern auch in Weißrussland oder Moldawien und natürlich der Ukraine und dem Baltikum. Wir leben schließlich in keiner statischen Welt, mögen Sie des Weiteren gedacht haben.
„Alles beweglich!“
In anderen Worten: Irgendwas ist immer am Laufen. Womit Sie auf jeden Fall nicht die Unwahrheit sagten oder denken würden.
Nun, aus diesem letzteren Blickwinkel heraus könnte dann auch betrachtet werden, dass neuerdings in den Nachrichten der „RIK“, der staatlichen Fernsehstation des überwiegend griechisch-sprachigen Zyperns-Süd, nicht nur verkündet wird, was jemand der dort etablierten Parteien zu Diesem oder Jenem meint; nein, jetzt hört man auch nahezu immer in den griechisch-zyprischen Nachrichten, was denn die Leutchen von der „ELAM“ verzapfen. Das ist in deutschen Dimensionen ungefähr so, als würde in der „Tagesschau“ der ARD oder in der „Heute“ im ZDF zu einem aktuellen Thema auch nahezu immer berichtet werden, was die „AFD“ oder die sogenannten „Identitären“ zu sagen haben.
Letztere sollen ja demnächst mit ihren Schiffen vor Libyen Stress machen gehen – unterwegs dorthin sind sie ja schon etwas Länger und bis Monatsende, wenn nichts dazwischenkommt, bestimmt schon voll in Aktion vor Libyen. Inzwischen ist der 27. Juli und wir wissen nun, dass etwas dazwischenkam: Ausgerechnet im Hafen von Famagusta/Ammochostos/Gazi-Maĝusa Nordzyperns mussten die vermeintlichen Aktivisten des identitär ‚Guten‘ Anker werfen. Unter anderem werden sie beschuldigt, gegen MONEY Flüchtende aus Sri Lanka an Bord genommen zu haben bei ihrem Einsatz etc. Wäre das nicht passiert, könnte – vielleicht dennoch demnächst – passieren, von diesen identitären Herrschaften mit Bildern und Berichten versorgt zu werden, die schildern, wie ein Flüchtlingsboot kenterte und niemand unter ihnen sich angesprochen fühlte, den Absaufenden zu helfen. Des Weiteren könnte deren Aufenthalt vor der lybischen/syrischen/etc. Küste durchaus auch ein positives Etwas bringen: Sie haben sich nämlich vorgenommen, unter anderem zu untersuchen, ob die bislang in Aktion tretenden ‚freiwilligen‘ Helfer, beispielsweise der Sea-Watch, eventuell doch mehr sind als lediglich nur Helfer. Letzteres heißt konkreter: Unterstützer der Menschenhändler, ja, verdeckte Menschenschmuggler höchstselbst. Bislang wird das bestritten und man fordert Beweise für solche Behauptungen vonseiten der selbsternannten humanistischen Flüchtlingsretter. Außerdem sollen die jetzt – per Gerichtsbeschluss so beschlossen Ende Juli 2017 – Flüchtlinge, die sie aus der See fischen, gefälligst selbst in italienische oder andere europäische Häfen bringen und sie nicht mehr an andere Schiffe, die gerade in der Gegend sind, abgeben können. Das würde deren Schlagkraft jedenfalls mindern. Es kann daher aus hiesiger Sicht der Begründung einiges abgewonnen werden, dass auf Grund dieser Humanisten auf hoher See sich das Risiko vermehrt auf fraglich gebauten Booten sich auf den Weg gen Norden zu machen. Soll heißen: Diese liberalen und links zu verortenden Organisationen fördern durchaus, gewissermaßen, diesen halsbrecherischen Akt vieler junger Afrikaner/innen und anderer, sich ihrem ‚Schicksal’ glauben, auf diese Weise stellen zu müssen. Tragisch, würden ausgerechnet die Identitären diesen Nachweis liefern, dass Sea-Watch und andere wie sie zur Flucht und Menschenschmuggeln animieren/unterstützen/es in die Wege leiten. Auch deutsche Identitäre befinden sich unter der international zusammengestellten nach Faschismus riechenden Schiffscrew – politisch recht braun gesinnt, also, wie in einem Interview mit deutschen Identitären auf jenem Schiff zu vernehmen war (SRF1 25.Juli 2017).

Und, dass es nicht Ohne ist, in dieser Gegend des Mittelmeeres mit dem ‚falschen‘ Reisepass unterwegs zu sein, zeigten uns beispielsweise Morde in Hugharda/Ägypten Mitte des Monats Juli 2017, wo bekanntlich auch deutsche Touristen – mal wieder – ihr Leben ließen. Es ist längst nicht mehr so wie einst nach 1945, dass man mit deutschem Pass in der Welt gern gesehen wird. Der Aufenthalt da draußen irgendwo, und das willkommener Maßen, begrenzt sich mehr und mehr für Deutsche. Und Letzteres hat grob gesagt zwei Gründe: die betriebene, zu marktorientierte Außenpolitik; und die Geschäftchen mit Despoten, die deutsche Firmen so betreiben. Nicht alle Geschäftchen oder Außenpolitiken, um Gottes willen sind verwerflicher Natur; aber offenbar sind vielen Menschen da draußen doch zu viele Abkommen darunter, die wiederum ihren Absturz und den deutschen Reichtum miteinander zu verknüpfen beginnen/begonnen zu haben scheinen. Da kann man noch so schöne Worte verlieren im Bundestag. Fakt, ist zuweilen Fakt, auch wenn Faked News gerade der meist gehörte Schlager der Ablenkungsmanöver in den Debatten auf Regierungsebene oder in den Medien sein könnte – „postfaktisch“.
Letzteres erscheint in etwa so zusammenhängend oder strukturiert etc. wie das angeblich „freie“ Surfen im Netz mit dem Tor-Browser. Ja, Zwiebel hin und her, doch wer, bitte sehr, sitzt an der Schaltstelle dieses Browsers? War und ist es nicht zufällig – mal wieder – ein militärisches Projekt der USA? Und haben die das Ding nicht ausgewildert, damit man ihre interne Kommunikation nicht so leicht nachverfolgen kann? Weil wo viele Schäflein weiden, so richtig viele, da weiß man nicht mehr so recht, wo der Wolf im Schafsfell steckt. Das heißt: das Ablenkungsmanöver ist eigentlich gelungen. Und ehrlich gesagt: Gewisse Freiheiten sind dann halt einfach zu frei. Und da muss jemand Freiheit beschneiden können? Ja! Im letzten Fall, ja!

Nicht lustig, ganz und gar nicht!

Doch man kann ja von solchen Eventualitäten schreiben, wie man will. Irgendwie findet man kein, oder offenbar zu wenig Gehör. Also, erinnern wir daran, dass das Meer vor Libyen auch nicht unbedingt so weit weg ist von den Stränden Zyperns, wie auch all diese schwelenden Konflikte in der Region, von denen hier längst noch nicht alle aufgezählt wurden in diesem Artikel, ganz zu schweigen von den ‚uralten‘ (Palästina, Syrien, Kurden, Drusen, Chaldäer, Armenier, allgemein: Glaubenskonflikte), die nach Adam-Riese die Spannung vor Ort zusätzlich wie ein Gewitter aufladen, welches sich dann wohl auch irgendwann entladen wird/müsste/dürfte.
Und dieses Abregnen wäre nun gerade wirklich nicht angebracht, zumal die Besucherzahlen auf Zypern derzeit Rekorde brechen – hüben wie drüben.
Tschja! Trittbrettfahren ist bekanntlich gefährlich, denn ein Kontrolleur könnte nach durchzechter Nacht schlecht draufkommen und auch da draußen, wo sie sich gar mit den Fingernägeln an Teilen des Busses im Verkehrsfluss festkrallen, Fahrscheine verlangen. Obgleich: Als ich vor vielen, vielen Jahren in Kairo war, bestand die Gefahr nicht, an einer Stange oder Türrahmen eines öffentlichen Busses sich irgendwie haltend, noch abkassiert zu werden. Das war „ayib“, gehörte sich nicht. Diese Plätze waren auch daher meist gut besetzt. Und ich möchte nicht wissen, wie viele jener Trittbrettfahrer es mit Knochenbrüchen und dergleichen bezahlten, nur, weil sie zu schwach die/der andere/n wie sie zu stark waren.
Hoffentlich entlädt sich weiter oben herbeifantasiertes/prognostiziertes Gewitter nicht über zyprischen Köpfen in absehbarer Zeit. Da sind wir doch ganz alarmiert und gewissermaßen selbstbezogen genug, uns so etwas besser gleich aus dem Kopf zu schlagen; und anstatt die vielen Touristen noch schneller abzukassieren, die ja sogar neuerdings auch ohne viel Werbe-Etat oder -Strategie usw. ins Ferienparadies der „Einmaligen Chance“ einer Wiedervereinigung offenbar gut gesättigter Inselbewohner kommen. Diesen Reichtum abzuschöpfen, scheint mehr Sinn zu machen und ist insgeheim ein weiterer Punkt, wo man sich in den Verhandlungen über Zypern gewiss einig ist!?
***
Ein kleiner Kulturschock war heute, den 15. 07. 2017, ein bisschen im türkischen Fernsehen herumzuzippen. HILFE! Nur noch nationalistischer Kitsch, geht’s noch? Und dann gab es das alles vor allem auch noch auf einem weiteren Sender der Türkei, nämlich auf TRT1, wahrscheinlich auf allen, und zwar dicke religiös verbrämt, dass einem der kalifatsstaatlich verordnete Dschihad geradezu schon ins Haus zu osmanisieren schien. Es war und ist sehr befremdend, zu sehen, dass so etwas offenbar die meisten Leute anziehen soll, unter denen man sich vielleicht ein Drittel seiner bisherigen Lebenszeit aufgehalten hat – und sich dabei eigentlich recht wohl und einigermaßen sicher fühlte. Gerade in Berlin und kurz abgetaucht in Neukölln kann einiges vom neuen osmanischen Selbstbewusstsein sozusagen hautnah erlebt werden. Politische Diskussionen mit alt Bekannten nehmen zuweilen recht irrationale Züge an. Wirklich sehr beeindruckend, wohin manch menschlicher Geist sich im Laufe der Zeit versteigen kann. Es tut den Ohren merkbar weh, den akustischen, osmanisch gefärbten Müll verstehen zu dürfen, der auch durch die Mattscheibe auf Türkisch, auch, in deutsche Stuben dringt. Gruselig megaloman; im Grunde schon fast ein Dauerlacher wie ein seltsam realer Cartoon – irgendwo dazwischen oszillierend, denke ich!
Nicht sehr viel weniger sonderbar ist, wie im Meer vor Zypern mit Menschenleben und dem Frieden, sozusagen letztlich, vielleicht zu hoch gepokert wird, wenn man sich die Spannungen vor Ort mal nüchtern betrachtet – von zu vielen Seiten meines Dafürhaltens wird das Spiel nämlich betrieben. Als ginge es nur noch um dieses blöde Erdöl aus dem Meer vor Zypern, Syrien, Libanon, Türkei und Ägypten, komme was wolle, und als könnte man anstatt nicht die Gelegenheit ergreifen und ENDLICH auf alternative Energien vollkommen um-zu-‚rüsten‘. Nein, da macht sich die Republik Zypern zum Spielball dieser Spannungen oder zum Schläger, mit dem dieser Ball ins Feld befördert wird. Und das Spielfeld hat, nebenbei bemerkt, einen klaren, ganz bestimmten Ursprungsnamen: Dominanzgehabe-gepaart-mit-Gier-und-männlicher-Eitelkeit-ohne-Weitsicht.

Protzen, was das Zeug hält wie unter Gorillas! Nur, Letztere kennen so etwas wie eine natürliche Grenze, auch, ist zu vermuten, da sie ihre Lebenswelt, Urwald, einigermaßen realistisch einschätzen. Soll heißen: Gorillas bringen sich nicht gegenseitig um – denk ich jedenfalls.
Donald Trump ist also in bester Gesellschaft, sollte er mal unter Zyprern etwas länger verweilen. Leider sind die Nachbarn Zyperns so in etwa im selben, derart aufgestylten Fahrwasser unterwegs.
Time of changes!?
***
Letzteres ist oder müsste eigentlich ein Stichwort sein, bei dem Sie, verehrte Leser, neuerdings gleich schreien könnten: „fakeles!“
Nein, es sind nicht die einst berühmt berüchtigt gewordenen Fakeles aus Griechenland gemeint, die immer dann mit Bestechungsgeldern gefüllt werden woll/t/en, wenn sie auf den Tisch zu legen oder unter demselben durchzuschieben waren/sind auf einem Amt oder andernorts. Diesmal sind es Akten, die ausgerechnet jetzt und nach über 40 Jahren aus den Depots irgendwo in Griechenland herausgeholt wurden, in denen die „ganze Wahrheit“ drinsteht – die angebliche Wahrheit über den Zypernkonflikt 1974 und seine Anfänge. Jetzt, Ende Juli 2017, sind die an die Republik Zypern übergebenen Akten eigentlich schon kein Thema mehr in den Medien. Eingesackt!
„HAHAHA!“
Da lachen doch die Turkeys. Schönen Klang haben Truthähne jedenfalls, finden Sie nicht? Mal abgesehen davon, dass die Turkey auf Englisch Türken genannt werden, haben die Dinger, also die Akten über Zypern 1974, so lange in griechischen Kellern gelagert und sind auf diese und auch auf andere Weise dahingestaubt, dass doch eigentlich in den Medien gefragt werden müsste, was aber offenbar kaum passiert: „Ja, sind die Akten etwa bereits vorsortiert worden von den Griechen? Wurden sie gesichtet und wer hat was, wann und wie daraus abgestaubt?“
Nun, von Letzterem ist wohl auszugehen, doch bewiesen kann von hieraus nichts werden. So unprofessionell kann man selbst als Grieche oder Zyprer sich nicht leisten zu sein, diesen Nachweis so leicht erbringen zu lassen von jemand, der kein HELLENE ist. Und dann, was gleich noch stutziger macht als das eben Gedachte, was einen schier schon fast keinen Atem finden lässt: Da werden nun diese angeblich hochbrisanten Akten einfach so und irgendwo im Keller des zyprischen Parlaments verschwinden, nein, die sind da schon am Verschwinden?
Warum dort?
Wer darf das Zeug sichten, alle?
Auch ich?
Genau das, glaube ich, wird nicht der Fall sein! Und niemand schreit laut genug, jedenfalls noch nicht, bis hier her vernehmlich, dass dieses Zeug gefälligst von unabhängigen Organen, beispielsweise einem Institut in der Schweiz oder Brüssel, zu sichten sei – zumal man ja auch sonst gleich zur UNO rennt und in die Schweiz, um unabhängige Mitwisser zu haben in Sachen Streitgut Zypern!
Und das tun wir nun hiermit. RÜCKT DIE AKTEN RAUS – ALLE!
So dürfte sich also auch auf dieser Ebene, zukünftig, nicht etwa Entlastung, sondern weitere Spannungen, die mithilfe aus dem Kontext gerissener Zitate aus besagten Aktenbergen sich zu all dem Wahnsinn, der sowieso schon im Aufbau befindlich ist, dazu addieren.
Wobei wir also bei folgender Frage angekommen sind: Wem nützt das alles und wieso lässt man die Dinge so aneinander reiben oder aufeinander krachen, wie man es nun mal tut? Diejenigen, die das so veranlassen, können ja gewiss nicht blöder sein als man selbst. Also muss die Frage nach Interessen, die derart bedient werden, gestellt werden. Wahrscheinlich ist es, auch, ein diplomatisches Cover-up, welchen man sich davon verspricht. Das bedeutet: Schön alles schummrig und undurchsichtig halten, weil dann kann man, unter anderem, ohne sich allzu sehr anstrengen zu müssen, um sich beißen.
Es sieht also so aus, als würde alles so weitergehen wie gehabt – ohne sich ein detailliertes Wissen als Entscheidungsträger angeeignet zu haben in Sachen Zypernfrage und so, wie gehabt, drauf-los-beißen.
Nur:
Das kann so nicht viel Länger der Fall sein oder so bleiben unter Entscheidungsträgern. Denn irgendwann ist ein Maß mit Unwissenheit nun mal voll! Irgendwann ist derjenige, der dieses volle Maß Bier andauernd leeren soll, mal bedient – und kotzt ab. Entschuldigen Sie die wenig diplomatische Sprache.
Die zuletzt geführten Wiedervereinigungsverhandlungen der Zyprer in Crans-Montana, Schweiz, sind also, wie hier projiziert wurde in Beiträgen davor, ein unterhaltsamer Shopping-Ausflug für die Herren und Damen Verhandlungsführer vordringlich geblieben – ganz offenbar. Die haben sich womöglich wirklich auf die eben erwähnte Art und Weise im Geist oder wirklich beim Verhandeln übergeben, wie man vornehmer sagen würde. Im September 2017 könnte dann vielleicht wieder kurz ein Trip in die Schweiz für dieselben Herrschaften drin sein. Nicht verzagen, ihr Guten! Diesmal hoffentlich, um Frieden heranzuklotzen und nicht, um, Verzeihung, wie zuvor umschrieben, abzukotzen, hätte ich schon fast geschrieben – also: um Shopping zu machen.
Exzellenz mag eben an tollen Plätzen gesehen werden und sich aufhalten, sagen sich da gewiss einige Beteiligte an derartigen Verhandlungen über Zypern an Orten wie Genf, New York oder demnächst womöglich noch Sidney? Keine Angst daher, verehrte Leser: Es wird das nächste Mal wahrscheinlich nicht an den gleichen Ort in der Schweiz zurückgehen zum Verhandeln. Das wäre doch wohl eine Zumutung. „Immer nach Crans-Montana … .“ Uhh, welch schreckliche Vorstellung!
Da die Zyprer und der Rest derer, die sich da irgendwo in der Schweiz oder New York zuweilen Treffen in Sachen Zypern, offensichtlich auch auf Drama stehen – siehe eben die Zypernverhandlungen oder auch Herrn Macron mit Trump am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag -, wäre vielleicht ein geeigneter Medienspektakel, wenn die zyprischen Präsidenten Anastasiadis und Akıncı sowie der Rest der Zypern-verhandelnden-Crew sich beim nächsten Treff auf dem „Rütli“ in der Schweiz träfen, das ist dort, wo die Schweizer sich einst das Ja-Wort gaben, „die Schweiz“ sein zu wollen. Wäre das nicht fernsehserienreif und Disney-Park-gleich-schön? Seifenoper pur. Europa Park reif!
Dieses seifige Genre hat ja als Phänomen eh verstärkt das Hirn der Menschen, weltweit, geradezu wie geschmiert, erobert, die Seifenoper. Nicht vergessen: Seife plus Wasser und in den Händen gewendet, hat zum Effekt, dass aus ihr Schaum hervorkommen kann, wenn man es richtig anstellt, was glaube ich all jenen, die sich bei solch Verhandeln über Zypern nach dem Gang zur Toilette gelingen müsste, wenn die Seife nicht mit einer moderneren Vorrichtung ausgetauscht wurde, wo auf einen Knopf gedrückt werden muss, damit das Schmiermittel herauskommt. Weil zum richtigen Zeitpunkt einen Knopf zu bedienen, ist nun mal eine andere Herausforderung als ein Stück Seife in den Händen zu bewegen. Nein, Personal, welches abseift und Händchen abtrocknet, soll noch nicht installiert worden sein an solch illustren Orten wie Crans-Montana.
Das wäre eigentlich der Knaller schlecht hin – ober-super-chic. Denn: Schaumschlagen tun politische Schaumschläger auch aus Zypern gern und gewiss schon seit den Tagen der Schaumgeborenen Afrodite. Also wird das Jahr 2018 gewiss das Jahr zyprischen Schaumschlagens schlechthin werden, zumal die Insulaner, wie eben aufgezeigt wurde, ja eine lange Tradition im demokratischen Seifenblasenherstellen haben. Verehrte Leser, wir werden es schon bald sehen, welche Seifenkistenrennen demnächst vom Stapel gelassen werden.
Wollen wir daher hoffen, dass der ökonomisch-politische Schaum nicht in Form von im Meereswasser des südöstlichen Mittelmeers treibenden schlierigem Öl, ja, wie wollen wir es nennen, seinen Abgang findet. Es soll aber auch Abgänge geben, die beispielsweise zur körperlichen Erleichterung führen. Man sagte ja einst oft in diesem eventuell positiveren Zusammenhang des angeführten Ausdrucks: „dem geht Einer ab!“ Gewiss würde eine Vereinigung der beiden Teile Zyperns nicht dazu führen, dass allen Beteiligten, die als Schutzmacht der Insel Kasperle-Theater aufführen, Einer abginge deswegen. Den Engländern von der britischen Insel, ist zu vermuten, liegt an solch verkappt orgastischem, womöglich eher zyprischem Abgang wahrscheinlich wenig. Was allerdings nicht heißen soll, dass die Franzosen neuerdings deswegen sich „TOTAL“ ersichtlicher im südöstlichen Mittelmeer mit Schiffen und dergleichen bewegen – Stichwort: Bohrinselchen. Mal ganz abgesehen davon: Das anglophile Zypern, ja, halten Sie sich fest, verehrte Leser, es ist ein Mitglied der Francophonie und das bereits seit Jahren. Alors, alors! Voyez vous? Nun, die überwiegend französische Total, die im südöstlichen Mittelmeer das Erdöl mit anderen großen Firmen fördern soll für die Zyprer, doch vorerst sondiert, um zu sehen, ob da überhaupt genug zu holen ist, ist keine allzu schlechte Wahl. Schließlich hat Frankreich „die“ BUMM, also Atombombe. Kann auch gut sein, dass Afrodite bei den Macrons aus und ein geht und daher die französische Unterstützung zyprischer Außenpolitiken zukünftig noch bis ins Intimste reichen, aber hoffentlich nicht bumsen lässt – und Letzteres, also Intimstes, ist gewiss das zyprische Hügelchen namens St. Hillarion, wo vielleicht sogar so etwas wie ein Kreuz noch dran ist. Keine Ahnung, wie ich da jetzt draufkomme. Bums!
Zuweilen denkt es gar bei manchen, dass Jean d‘ Arc in ihrer Zeit wahrscheinlich im Grunde Afrodite in disguise war (versteckt). Und das schreib ich, damit Sie besser nachvollziehen können, warum die Franzosen nun langsam etwas mehr Initiative in Sachen Zypern zu ergreifen scheinen, politisch.
Wie hier ersichtlich wird, verehrte Leser: Es ist höchste Zeit, in Details zu gehen bezüglich Zypern usw., damit wir uns nicht noch in mythischen oder gar außerirdischen Dingen oder Welten verstricken, wo doch Das irdische, unterm Meeresboden Liegende im südöstlichen Mittelmeer, geradezu in die entgegengesetzte Richtung weist!?


Es sieht nämlich so aus: Die Griechen können noch immer nicht im Ausland wählen gehen. Stellen Sie sich das mal vor: Menschen aus der Wiege der Demokratie müssen in die Wiege zurückkehren, um ihre Stimme abgeben zu können bei größeren oder kleineren Wahlen – wo es doch Internet gibt. In Irland und Albanien herrscht innerhalb Europas derselbe Missstand – nur bei denen können wir es noch so in etwa verstehen, oder? Sogar die Türken können im Ausland wählen! Also da bleibt einem doch die Spucke weg. Was ist bloß aus dem Vater der Demokratie geworden – unserem Griechenland? Mutter hier zu schreiben, wurde bewusst vermieden, da in der irdischen Welt bislang keine Griechin je das Zepter als Ministerpräsidentin einer demokratisch gewählten Regierung Griechenlands schwingen durfte – auch nicht unter derzeitiger, kommunistischer Führung. Nicht, dass es unbedingt zu erwarten wäre unter Kommunisten. Zumal, entschuldigen Sie, die sogenannte Obristen-Junta Griechenlands einst, am 21. April 1974, ja auch alles Männer waren [genauer: jene, die an der Oberfläche als Obristen in leitender Stellung agierten. Soll heißen: Gewiss hat so manche Frau die Kleinarbeit für so manchen dieser Herren im Hintergrund erledigt].
Die Obristen haben damals mal schnell Schluss gemacht mit dem zarten Pflänzchen namens Demokratie in Hellas/Griechenland. Die haben diesem Pflänzchen ganz rigoros den Gar ausgemacht – von 1967 bis 1974. Und dabei waren auch die Griechen drauf und dran zu jenem Zeitpunkt, so etwas wie eine Avantgarde zu etablieren – in Sachen Kultur und so. Wir erinnern: die 68er in Germany zu jener Zeit, die ja damals geradezu Furore machte, allerdings auch erkenntlicher im Politischen und nicht so, wie die Avantgarde zeitlich davor in Griechenland vorwiegend eher künstlerisch.
Nun ja, sogar in Zypern sollen zu jener Zeit schon einige von diesen Avantgardisten und Hippies etc. ‚herumgestrauchelt‘ sein, mit langen Haaren und dergleichen mehr – mit Rolling Stones, Jimi Hendrix und der Rockröhre Janis Joplin mit im wortwörtlichen Anschlag oder eben Sack. Also: die weniger Privilegierten versuchten sich damals in den jeweiligen Gesellschaften zu emanzipieren. Die Wirtschaften waren so in etwa wieder auf Gewinn gestellt nach dem II. Weltkrieg und so etwas wie „Gerechtigkeit“ war akustisch plötzlich überall zu hören.
Und solch Vokabular gefiel vielen nicht, es gefiel den Obristen in Griechenland ganz und gar nicht. Und daher mussten viele Griechen ins Ausland flüchten, um nicht in dunklen Kerkern elend zu verenden. Nach Deutschland sind von ihnen auch einige gelangt – und nicht zu wenige.
Als 1974 die Türken in Zypern einen Teil der Insel besetzten, um Türkischzyprer zu ‚schützen‘, brach jedenfalls nicht die gleiche Solidaritätsbewegung europaweit aus wie für die hippen Griechen als die Obristen in Griechenland zuschlugen. Doch ist mir eigentlich erst jetzt, komischerweise, so ganz richtig und klar geworden, dass das ja jener Zeitraum in Griechenland war, der auch den Abschied der Griechen von der obristischen Diktatur bedeutete. Ich sah nämlich am 26. Juli 2017 die Feierlichkeiten zur Befreiung der Griechen auf einem griechischen Fernsehkanal. Der Präsident Griechenlands, der mit der weißen Mähne, erwähnte bei seiner erfreulich kurzen Rede auch Zypern etc.
Nachvollziehbar?!
Doch als die türkischen Truppen einfach nicht mehr aus Nordzypern abzogen, hätte sich so etwas wie eine Solidaritätsbewegung schon etablieren können/müssen. Warum bloß ist das nicht so passiert? Die Zyprer hatten nämlich den ziemlich tragischen ‚Fehler‘ begangen, finde ich, dass sie mehrheitlich nach Frankreich und vor allem nach England exilierten. Die Griechen zur Zeit der Obristen, ihrerseits, hatten sich zwar auch dieselben Destinationen ausgesucht gehabt, doch vor allem auch Deutschland (Ost, wie auch West) – ein Unterschied offenbar. Willi Brandt, den man dann irgendwann nett absetzte, da man ihm einen spionierenden Ostfloh ans oder ins Ohr gesetzt hatte, unterstützte die jungen, griechischen Wilden in ihrem Kampf gegen die obristischen Faschisten. Außerdem war er zu jenem Zeitpunkt mit einer wesentlich jüngeren Frau, als er es war, geheim zusammen, was ihn wohl direkt-indirekt so agieren ließ, ist zu vermuten. So sehr tat er das Unterstützen der jungen Wilden aus Griechenland, dass er sich wohl fast zu sehr mit dem sogenannten Großkapital Deutschlands anlegte dabei. Und es ist noch nicht ganz klar, inwieweit diese Letzteren den Herrn Guillaume (den Ostfloh) an dem Machtzerfall Brandts mitnagen ließen.
Brandt, jedenfalls, sah die Wiederbelebung des Faschismus in Europa durchaus entstehen und gegeben von Griechenland aus. Dem galt es entgegenzutreten. Doch viele aus dem sogenannten deutschen Großkapital hatten ja bekanntlich – einige durchaus gewinnbringend – die Nazizeit überstanden und ihre Gesinnung nicht zweifelsfrei über Bord geworfen/ oder werfen müssen – von der Richterschaft nach 1945 in der BRD mal ganz zu schweigen.
Zu jener Zeit waren sogar Sendungen auf Griechisch im deutschen Radio erstmals möglich geworden, eben der vielen Exilanten aus Griechenland wegen. Die Geburtsstunde solcher Sendungen für „Gastarbeiter“ – wenn man vom Englischen und Französischen mal absieht, die ja schließlich auch Sprachen der Schutzmächte waren, die in Deutschland nach dem Krieg 1945 aufspielten und plötzlich – oder zum Glück zu UNSEREN „Alliierten“ wurden.
Wussten Sie, dass der Geburtsort der griechischen Kommunisten die TU von Berlin gewesen sein soll? „Das waren noch Zeiten!“
Und da soll doch hier nun mal endlich erwähnt sein, dass es die USA – mal wieder – waren, die – auch damals bereits – ein extremistisches Regime unterstützten. Und Letztere waren damals eben in Griechenland die Obristen, die ja dann auch ihr ‚Wunderwerk‘ in Zypern anrichteten, als sie ausholten, Zypern mit Griechenland auf Komme-was-Wolle zu vereinigen.
Schach matt!
Hätte es eigentlich werden müssen, „matt!“, doch diese Art aufrührerische zivile Bewegung, die Willi Brandt wohl mit anführte indirekt, bot auch den USA die Stirn und nicht nur den Obristen. Und das geschah zu einer Zeit, wo die alliierte Schutzmacht USA in West-Deutschland noch uneingeschränkt ihr Ding durchziehen konnte wegen dem verlorenen Krieg der Nazis. Letztere, die Großreichsdeutschen, hatten diesen zum Glück verloren gehabt.
Es hatte sich also eine Art Solidarität entwickelt gehabt für Griechenland in der deutschen Bevölkerung in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und dies teils auch auf Regierungsebene; und Selbiges wesentlich geringer, schon fast nicht erwähnenswert, ereignete sich auch für die griechischen Zyprer nach 1974 im ehemaligen West- und Ostdeutschland.
Sie, verehrte Leser, kennen den derzeitigen Außenminister Griechenlands Herrn Nikos Kotzias gewiss aus dem Fernseher? Nun, der war damals einer jener Griechen, die nach Deutschland geflüchtet waren und dort politisch unterwegs war, also im sogenannten ‚Untergrund‘ aktiv gewesen ist. Das sind größtenteils Leute gewesen, die da aus Griechenland geflüchtet kamen, die die 68er-Bewegung in Deutschland oft mitgeprägt und vor allem auch mitgelebt haben. Rudi Dutschkes Veranstaltung „für Griechenland“ etc. unterstreicht das, und sei hier nur kurz erwähnt. Sogar das Goethe Institut in Athen war aktiv. Das ist das Goethe in Nikosia in gewisser Weise auch heutzutage, muss man schon sagen. Auch sie stellen Räume der Begegnung – auf kultureller Ebene – zur Verfügung und haben Veranstaltungen Süd-Nordzypern, oder wie auch immer geartet oder genannt, zu laufen. Doch das Ding greift nicht wirklich, weil die Zyprer, ist zu vermuten, wie gesagt, vor allem in Großbritannien ihre Stränge ziehen; und dort scheint sich das meiste Engagement der exilierten Zyprer in, nennen wir es, neoliberalen Reihen des gegebenen Systems, also auf oder in dem britischen Nährboden, zu verlaufen.
Mit am Härtesten, wie man sagt, auf deutscher Seite, muss damals Günter Grass drauf gewesen sein in Sachen Solidarität mit den Griechen. Der offenbar voll engagiert war und nichts Besseres eines Tages zu tun hatte, als sich 1972 an die Studentenschaft Athens zu wenden mit seiner, dort zumindest noch gut erinnerten, „Hymne auf die Demokratie“, und sich so in die Herzen der Griechen spielte. Ja klar, er hatte gewiss auch im Hinterkopf, nur so seine Buch-Auflagen Zuhause in Deutschland erhöhen zu können, berühmt zu werden. Vielleicht war es aber auch nicht so! Vielleicht ist es einfach Einsatz für eine Sache gewesen, nicht mehr und nicht weniger – bedingungslos! Theodoros Daskarolis schreibt in der Eksantos (Εξάντος) im Juni 2017:
„… Genau zu jenem Zeitpunkt, im Frühjahr 1974, kam Günter Wallraff nach Athen und kettete sich freiwillig am Syntagma-Platz fest, um dort Flugblätter gegen die Diktatur zu verteilen. Er wurde losgelöst, verhaftet, verprügelt und bis zum Fall der Junta am 24. Juli 1974 gefangen gehalten, wo er dann mit den anderen politischen Gefangenen freikam. Dies bildete vielleicht den höchsten Akt der Solidarität mit dem griechischen Widerstand. Ausgeführt von einem deutschen Schriftsteller. Zum genau richtigen Zeitpunkt, um zu beweisen, dass noch nichts zu Ende war, dass die Tyrannei sich nicht etablieren, nicht mehr lange dauern konnte.“
Insofern ist es wohl Schicksal, dass die Zyprer noch immer herumwurschteln und ihre Vereinigung nicht zustande kriegen – und auf diese wurschtelnde Weise wohl den vermeintlich vorhandenen Rest an Solidarität im Ausland verspielen.
Ihnen, verehrte Leser, ist vielleicht vorhin das Datum aufgefallen, an dem die Junta ins Jenseits befördert worden war: Das war demnach 3 oder 4 Tage nachdem die Türken auf Zypern eingeritten sind, um türkische Interessen zu verteidigen und die Türkischzyprer, muss einfach so gesagt werden, aus den Klauen der Griechischzyprer befreiten – versteht sich, mit einem Gegen- oder Aufpreis.
Inzwischen scheint der Zug in Sachen Wiedervereinigung Zypern indes dennoch noch längst nicht abgefahren zu sein. Im Gegenteil. Wer sich historische Sporen erringen mag in Deutschland, der Schweiz oder Österreich, den Italienern mag man es auch noch zutrauen, wie auch den Franzosen, der sollte gemeinsam mit Zyprern eine große Solidaritätsfront, oder wie es genannt werden darf, aufbauen – gern übers Netz. Vielleicht klappt es ja dann mal, dass die Insel sich vereinigt. So eine vordringlich von außen betriebene Sache wäre wahrscheinlich eh von Nöten, den letzten 43 getrennten Jahre zufolge, da sich die völlig uneinigen Bevölkerungsteile auf Zypern unter dieser eben erwähnten solidaren Front einrichten könnten, um letztlich doch noch das Ziel zu erreichen – Wiedervereinigung ohne größeren, kriegerischen Stress.
Ja, wir werden hier gleich wieder konkreter, versprochen! Und zwar jetzt:

„Die Jahre 1970 bis 1972 zeichneten sich in Bezug auf die Zypernfrage dadurch aus, dass sie relativ ruhig waren [aus ehemals westdeutscher Sicht]. Die interkommunalen Verhandlungen bewirkten, dass es keine nennenswerten Zwischenfälle zwischen den beiden [zyprischen] Volksgruppen gab; das internationale Interesse an der Zypernfrage war abgekühlt. Neben den interkommunalen Gesprächen zwischen Kliridis und Denktaş waren für diesen Zeitraum vor allem auch die Enosis-Bestrebungen prägend, denn rechte nationalistische Kräfte innerhalb der griechischen Volksgruppe [ auf Zypern] bemühten sich darum, die Enosis [Vereinigung Zyperns mit Griechenland] – wenn nötig auch – gewaltsam herbeizuführen. Die dritte Gesprächsrunde [heute spricht man von Wiedervereinigungsverhandlungen] war im November 1969 ohne konkrete Resultate zu Ende gegangen und obwohl sich Denktaş im Dezember erneut kompromissbereit gezeigt hatte, hatte [Erzbischof] Makarios das erzielte Ergebnis abgelehnt – in der Hoffnung, noch weitere Zugeständnisse erreichen zu können. Aufgrund der für den Juli 1970 anberaumten Parlamentswahlen wurden die offiziellen Gespräche der vierten Runde erst im September 1970 begonnen und endeten ein Jahr später.“ In der Fußnote steht hier: „… Die Wahlen 1970 waren die ersten Parlamentswahlen seit 1960. Aufgrund der problematischen innerzyprischen Verhältnisse waren die Wahlen seit 1965 immer wieder aufgeschoben worden und die Legislaturperiode des Parlaments durch eine Änderung des Wahlgesetzes immer wieder um ein Jahr verlängert worden.“
Im Text geht es so weiter: „Aus den Parlamentswahlen ging die kommunistische AKEL als deutlicher Sieger hervor … . Um im bürgerlichen Lager keine Verstimmung zu verursachen und im westlichen Ausland nicht den Eindruck zu erwecken, in Zypern drohe eine Machtübernahme durch die kommunistische Partei, hatte sich die AKEL auf die Aufstellung von nur neun Kandidaten beschränkt, die alle in das Parlament gewählt wurden … . Auch während der vierten Gesprächsrunde wurde offensichtlich, dass ein Kompromiss weiterhin in greifbarer Nähe war. Denktaş hatte zahlreiche Zugeständnisse gemacht und forderte zu Recht ein gewisses Entgegenkommen in der Frage der lokalen Selbstverwaltung. Makarios ließ sich nicht von seinem Pokerspiel abbringen und wies Kliridis an, in der Autonomiefrage keine Zugeständnisse zu machen. Somit endete auch die vierte Runde im September 1971 ohne Ergebnis. Letztlich wurden die Gespräche mit Unterbrechungen bis zur türkischen Invasion im Juli 1974 ohne Ergebnis weitergeführt. Dass es in diesem Zeitraum zu keiner gütlichen Einigung kam, lag an Makarios‘ taktischen Spielchen [, so in etwa, wie auch heutzutage Erzbischof Chrisostomos hinter den Kulissen seine Fäden zieht. Dass dem nur so sein kann, belegen unter anderem im TV immer wieder hohe zyprische Politiker, die in irgendeiner orthodoxen Kirche des Landes politisch gefärbte Reden zu diesem oder jenem Anlass halten]; [Makarios] hoffte, letzten Endes doch noch weitere Zugeständnisse von der türkischen Seite zu [erpressen]. Er erkannte nicht, dass Denktaş‘ Verhandlungsspielraum – von Ankara entscheidend mitbestimmt – ausgeschöpft war [, siehe Anastasiadis, Akıncı & Co in der Neuzeit]. … Während sich die Gespräche hinzogen, entwickelten die rechten Kräfte Pläne zur gewaltsamen Herbeiführung der Enosis [heutzutage sitzt neuerdings die neo-faschistische ELAM im griechisch-zyprischen Parlament]. Im März 1970 versuchte die … rechtsgerichtete Nationale Front, Makarios durch ein Attentat zu beseitigen und die doppelte Enosis herbeizuführen. Die Ermordung von Makarios scheiterte, und die Nationale Front löste sich, nachdem im weiteren Verlauf zahlreiche ihrer Mitglieder verhaftet worden waren, auf. Nach der Zerschlagung der Organisation trat erneut Grivas auf den Plan. Dieser hatte zwar nichts mit der Nationalen Front zu tun, verfolgte aber ebenfalls das Ziel der Enosis. Von Athen aus koordinierte er in den nächsten Monaten den Aufbau militärischer Strukturen in Zypern nach dem Vorbild der [zyprischen, paramilitärischen] EOKA-Bewegung in den 1950er Jahren und bereitete gleichzeitig seine Rückkehr nach Zypern vor. Obwohl vom griechischen Geheimdienst beobachtet, gelangte Grivas im August 1971 nach Zypern [, erinnert irgendwie an Zschäpe und Co. der NSU in Deutschland?]. Vor Ort kontrollierte er nun den Ausbau der neuen Untergrundorganisation, die sich als EOKA-B bezeichnete. Makarios war der Aufbau der Organisation nicht verborgen geblieben und er organisierte als Gegenmaßnahme eine Sonderpolizeieinheit, die mit Waffen aus der CSSR ausgerüstet wurde. Nachdem diese Entwicklungen im Frühjahr 1972 in Athen bekannt geworden waren, versuchte die Militärregierung, in Zypern einzugreifen. In einer Verbalnote wurde Makarios aufgefordert, sich aus der Politik zurückzuziehen, und auch Grivas sollte die Insel verlassen. Makarios widersetzte sich den Athener Versuchen, Einfluss auf Zypern zu nehmen. Das aufgrund der griechischen Forderung zwischenzeitlich angespannte Verhältnis zwischen Nikosia und Athen normalisierte sich, nachdem die griechische Regierung signalisiert hatte, die Beziehungen wieder harmonisieren zu wollen. Allerdings knüpfte Athen an diesen Schritt die Bedingung, eine Umbildung im zypriotischen Kabinett vorzunehmen, da nach Athener Lesart einige Minister, wie zum Beispiel Außenminister Kyprianou, die bilateralen Beziehungen belasteten. Makarios stimmte dieser Forderung zu und bildete Mitte Juni 1972 das Kabinett um. Kyprianou kam diesem Schritt zuvor und trat bereits am 5. Mai zurück. … Auch Grivas ließ sich von dem Athener Vorstoß nicht beeindrucken und konzentrierte sich auf den Ausbau der EOKA-B. Zu ersten gewaltsamen Übergriffen, die den Auftakt zu Grivas‘ Plan der Machtübernahme in Zypern und der anschließenden Vereinigung mit Griechenland bilden sollten, kam es jedoch erst 1973. Nachdem die dritte interkommunale Gesprächsrunde [zwischen türkisch-griechisch Zyprern] beendet worden war, ohne dass sich eine Annäherung zwischen den beiden Volksgruppen abgezeichnet hatte, beobachteten beide Lager die politischen und wirtschaftlichen Bemühungen der jeweils anderen Seite mit Misstrauen [bis zum heutigen Tag]. Einfache Kontakte mit ausländischen Regierungen, beispielsweise im Rahmen der Entwicklungshilfe, wurden nicht mehr sachlich betrachtet, sondern als Versuch gesehen, die fremden Regierungen für die eigene Position zu gewinnen. Bei Makarios sorgte zudem der Standpunkt der türkischen Regierung in der Anerkennungsfrage der zypriotischen Regierung für Unmut. Ankara hatte angekündigt, dass man nicht mehr bereit sei, die volle Völkerrechtsfähigkeit der von den griechischen Zyprioten geführten Regierung anzuerkennen. In einem Gespräch zwischen Botschafter Török und dem türkischen Geschäftsträger in Nikosia betonte Letzterer, dass die Türkei sich in zunehmendem Maße gezwungen sehe, in internationalen Organisationen die Rechtsmäßigkeit der zypriotischen Vertreter zu bestreiten. Diese Entwicklungen deuteten darauf hin, dass die Türkei unter Umständen bereit wäre, befreundete Staaten darum zu bitten, die türkische Selbstverwaltung samt Verwaltungsrat als legitime Vertretung der türkischen Zyprioten anzuerkennen [, was man dem türkischen Außenminister, heutzutage, durchaus auch noch zutrauen darf].
Für Makarios bedeutete diese latente Gefahr natürlich, dass er den westlichen Staaten gegenüber eine konziliantere Politik betreiben musste; denn nur so konnte er verhindern, dass der Status der türkischen Zyprioten eine Erhöhung erfuhr und die Gefahr der Teilung der Insel zunahm [siehe hier, beispielsweise, die heutige Nähe zu Russland]. Mit Blick auf die Bundesrepublik war eine kompromissbereite Politik gleich in mehrfacher Hinsicht geboten. So benötigte die zypriotische Regierung die Unterstützung der Westdeutschen bei ihrem Ziel, mit der EWG ein Assoziierungsabkommen zu schließen. Ohne die Assoziierung lief Zypern Gefahr, wichtige Märkte in Europa zu verlieren, was besonders auf den britischen Markt zutraf. Durch die angestrebte Vollmitgliedschaft Großbritanniens in der EG hätte Zypern diesen für die Insel besonders bedeutenden Absatzmarkt verloren, da den geltenden Regeln zufolge die Zölle und Abgaben für Produkte von außerhalb der EWG hätten erhöht werden müssen [siehe die trilateralen Verträge, heutzutage, mit Jordanien, Israel, Ägypten und natürlich Griechenland]. Einen weiteren Faktor stellte der Bereich des Tourismus dar, dessen Entwicklung durch die Bundesrepublik maßgeblich unterstützt wurde; er sollte zur Stütze der zypriotischen Wirtschaft ausgebaut werden – auch durch Zypernreisen westdeutscher Touristen. Besonders die Frage nach der Anerkennung der DDR entwickelte sich für Makarios zu einem Dilemma. Die starken linken Kräfte im Land, aber auch Teile des Regierungsapparates waren einer völkerrechtlichen Anerkennung der ostdeutschen Republik nicht abgeneigt und erhöhten den Druck auf den Präsidenten [Erzbischof Makarios ist gemeint]. Ein solcher Schritt hätte nicht nur die türkisch-zypriotische Administration anerkannt, sondern auch die Unterstützung für die bereits genannten politischen und wirtschaftlichen Ziele eingestellt.
Während sich die zypriotische Regierung um eine Anerkennung der türkisch-zypriotischen Administration durch die Bundesrepublik sorgte, die aber, wie die vorliegenden Akten zeigen, von Bonn gar nicht in Erwägung gezogen worden war, sahen die Bundesdeutschen die Aktivitäten der UDSSR im gesamten Mittelmeerraum, aber auch die Tätigkeit der DDR in Zypern weiterhin als potenzielle Bedrohung ihrer außenpolitischen Ziele. Im Januar 1970 stellt Török fest, die innenpolitische Auseinandersetzung habe dazu geführt, dass einige Länder, unter anderem die UDSSR und andere Länder des Ostblocks, ihre Unterstützung für Zypern reduziert hätten, um nicht in den Verdacht zu geraten, die eine oder andere Seite stärker zu fördern. Dies sei ein naheliegender und vor allen Dingen kostensparender Schritt. Leider sei es der Bundesrepublik nicht möglich, diesem Beispiel zu folgen, da die DDR im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich weiterhin mit Tätigkeiten in Erscheinung trete, die letztendlich auf die völkerrechtliche Anerkennung abzielten. Deshalb müsse auch die Bundesrepublik in diesen Bereichen entsprechend aktiv bleiben und hierbei auf eine ausgewogene Unterstützung beider Volksgruppen achten. Zwar habe er bisher eine gerechte Aufteilung der Fördermittel erreichen können, es sei aber damit zu rechnen, dass dies in der Öffentlichkeit nicht entsprechend gewürdigt und die Unzufriedenheit der einen oder anderen Volksgruppe immer wieder zum Ausdruck gebracht werde.
Zwischen den bundesdeutschen und den zypriotischen Interessen hatte sich also eine Pattsituation eingestellt, der von den jeweiligen Regierungen Rechnung getragen werden musste. Beide Seiten besaßen keine Druckmittel und waren in gewisser Weise von dem Wohlverhalten der anderen Seite abhängig. Dieser Zustand bestimmte in der Folge auch die bilateralen Beziehungen; hier zeigte sich, dass man weitgehend auf die Interessen der anderen Seite Rücksicht nahm.
Die DDR hingegen war weiter bestrebt, in Zypern Erfolge zu erzielen und durch weitere intensive Kontaktpflege die zypriotische Regierung zu einem Einlenken in der Anerkennungsfrage zu bewegen (Quelle: S. 300 – 304, Thorsten Kruse, „Bonn – Nikosia – Ostberlin“, Verlag: Franz Phillipp Rutzen.“
Wie eben eventuell auch noch herausgelesen werden konnte, hat die damalige innerdeutsche Anerkennungs-Kiste die Zyprer für einige Zeit recht gut genährt finanziell. Und dennoch sind und waren die Regierenden auf Zypern in ihren Köpfen eher nach in Richtung Großbritannien, USA oder Australien etc. ausgerichtet. Letzteres hat gewiss mit der Kolonisation durch das britische Königreich zu tun, von der einige behaupten, sie bestünde in gewisser Weise noch heute fort. Letzteres ist selbstverständlich eine Anspielung auf die Militärbasen, die die Briten auf Zypern – illegal, sagen nicht wenige – unterhalten. Dieses Thema gewinnt einmal mehr im Rahmen der sogenannten Brexit-Verhandlungen der EU mit Großbritannien eine wahrscheinlich entscheidende Rolle irgendwann. Schon bald wird sich uns entblättern, was Engländer unter Großbritannien denn noch immer und genauer verstehen. Es ist allerdings nicht abzusehen, sollten Sie über 50 Jahre alt sein, dass Sie in ihrer Lebenszeit den Abschluss dieses Teils der Brexit-Verhandlungen erleben werden. 43 Jahre Zypernkonflikt dürfte den Brexit-Verhandlungen ein wohl realistisches Zeitfenster vorgeben?

Zuletzt: Hexenjagd. Der Hexer heißt „Eide“, ist Norweger und ‚belustigt‘ die Zyprer als Sonderberater der UN in Sachen Zypern. Es musste ja mal so kommen, dass nun fertig mit lustig und höchstwahrscheinlich auch mit Eide ist. Diese bösen Ausländer! Zum Glück gibt es stets unter denselben immer einen, den man an den Galgen wegen Nicht-Wiedervereinigung führen kann. Diesmal ist es mal wieder ein Sonderberater der UN. „Gelogen hat der“, steht in der griechisch-zyprischen meist geschrieben, als ob das nicht alle Beteiligten nahezu andauernd irgendwie täten! Mit den Türken liege er in einem Bett politisch! Solch Urteil trifft bislang eigentlich jeden, der als Nicht-Zyprer die Klappe aufmacht in solch exponierter Stellung bei der UN und in Zypern und mal etwas Wahrheit erzählt in Sachen zyprischem Wiedervereinigungsprozess.
Nichts Verwunderliches also!
Interessanter als all das, ist eigentlich, sich die Nachrichten aus Süd-Zypern mal ohne Ton anzusehen. Schnell erkennt man ewig gleiche Rituale: Minister, die aus Autos steigen, Eide und sein Stab, die dann auch sogleich zur Stelle sind, um die Herrschaften zu begrüßen, die aus ihren stets schwarzen Karossen kriechen. Keine Ahnung, welches Nichtssagende oder Floskeln die sich dabei an den Kopf werfen, wenn sie sich kurz die Hand geben, denn die Münder, die bewegen sich. Nun: Spannend ist also die Körpersprache sich zu betrachten. Das Dauergrinsen von Herrn Eide hat sich in letzter Zeit trotz unerhörtem Druck nur geringfügig eingestellt. Man sieht ihm aber an, dass es ihm so gar nicht wohl ist in seiner Haut. Wäre es mir auch nicht. Da gibt es folgende Szene. Präsident Anastasiadis setzt sich grußlos neben ihn. Neben Herrn Eide sitzt der Türkischzyprer. Präsident Akıncı. Und jetzt kommt’s. Nach einer kurzen Weile beugt sich Letzterer etwas vor, streckt seine rechte Hand in Richtung Anastasiadis aus, so dass diese über der Körpermitte von Herrn Eide, der ja dazwischen sitzt, zum Halt gelangt, und Anastasiadis, der ja eigentlich bemüht ist, nicht auf diese Seite zu sehen, sieht die Hand, die ihm gereicht wird trotzdem und ergreift sie – Eide lehnt sich in seinem Sitz zurück als hätte er einen leichten Kinnhaken erhalten. Die beiden zyprischen Präsidenten wechseln zwei-drei Worte über/um Herrn Eide hinweg und lehnen sich dann wie zwei Jungs, die es einem weiteren gezeigt haben, zurück in ihren Sitzen. Insofern, meine Analyse, leistet Herr Eide kostbarste, offenbar wiederversöhnliche Arbeit unter den Zyprern. Opfert sich auf wie Jesus und für die Sache und lässt sich – gediegen – schikanieren und übergehen.
Weiß auch nicht, weshalb Eide glaubt, die Typen jeden Tag, nahezu, immer wieder und auf die gleiche Weise da draußen an ihren Limousinen abholen zu müssen. Die finden ihren Weg dorthin, wo Schatten und Kameras sind, auch von alleine – und, versteht sich: Mikrofone. Und in diese Letzteren sprechen sie derzeit Unerhörtes über den Norweger. Sein Dienstherr bei der UN, der Portugiese, scheint ihm aber beizustehen. Irgendwie kommt der einem vor von der Position Herr, Generalsekretär der UNO, wie der Papst in Rom.
Vielleicht sollte Herr Eide mal so richtig um sich schreien, wenn die Zypernverhandler zusammensitzen und ihr Schauspiel beginnen wollen, erneut abzuspielen. Was ja eigentlich auch sein Job sein dürfte, diese Leute mal zusammenstauchen! Er wird doch sowieso gefeuert. Und dieses Opfer, seinerseits, könnte womöglich den Durchbruch in den Köpfen längst abgehängten Verhandlungen doch noch bringen? OK, Herr Eide will ja Außenminister von Norwegen werden und muss aufpassen, dass ihm dieser nächste Job nicht noch von der Schippe springt, nur, weil er zu viel Opferbereitschaft für die Zusammenführung der beiden Teile Zyperns aufbrachte, wo doch gar nicht allen Beteiligten klar zu sein scheint, ob dieses Ziel wirklich und schon ‚so bald‘ erreicht werden mag.
Eleni Theocharous von der Solidaritäts Partei der Republik Zypern:
„Wir haben schon seit Längerem bemerkt, dass der unrühmliche Eide sich wie ein Agent türkischer Interessen verhält.“
Sogar der Erzbischof äußert sich anti-Eide-mäßig. Anscheinend ist die griechisch-orthodoxe Kirche doch nicht so weit weg von der Tagespolitik, wie es einem ansonsten beteuert wird. „Eide muss ausgewechselt werden!“, meint er. Und nachdem das erfolgt ist, dürfen wir alle schlussfolgern, soll das Wiedervereinigungsverhandel-Spielchen wieder von vorne beginnen: sich annähern, mal hier, mal dort Kaffee trinken und Interviews geben, noch schnell nach New York und dann zum angeblichen Finale irgendwo in der Schweiz eintrudeln, sodass es dann irgendwann wieder Zeit ist, eine neue Runde zu beantragen – und wahrscheinlich den oder die nächste Sonderratgeber/in der UN auszutauschen, weil die verunglückten Verhandlungen ja schließlich jemand verschuldet haben muss, nämlich, alle möglichen Akteure, aber letztlich nicht jemand aus Zypern-Süd oder -Nord!
Ehrlich gesagt: Wer sich diesen Wahnsinn reinziehen soll und kann, der wird es gewiss die nächsten 20 und – oh Schreck – 30 Jahre einigermaßen lässig weiterhin verkraften dürfen, alle Woche, nein, jeden zyprischen Tag davon zu hören und auch vom Neuesten, von etwas wie „ETI“, welches schätzungsweise in etwa ähnlich irrational funktionieren wird wie die Zypernverhandlungen oder der Beitrittsprozess der Türkei oder der Brexit oder oder oder …!
ETI steht für Europäische Interessengemeinschaft oder so ähnlich. In diesen Mantel wollen einige in Brüssel nämlich die Türkei reinpressen. Die Schweiz könnte da auch noch ihr Fett abkriegen, weil man sie vielleicht als Rollenmodell für ETI auszuerwählen gedenkt. Doch wollen wir unsere Rechnung nicht ohne den schlecht ausrechenbaren Herrn Trump machen. Der wird demnächst gewiss noch konkreter Auskunft darüber geben, was er sich im südöstlichen Mittelmeer an Entwicklungen wünscht. Ganz entschieden ist nämlich noch längst nicht, welchem Lager er letztendlich die Stange halten wird: den Saudis oder den Qataris. Und das hat Implikationen bis nach Nikosia via Tel Aviv, Ankara, Kairo und Damaskus. Welche Pirouetten Athen noch drehen könnte mit/unter amerikanischer Charme-Offensive wollen wir uns vor dem Hintergrund oben bereits geschilderten Aktionen in der Geschichte Griechenlands besser nicht geben und abwarten, um zu sehen, ob es überhaupt zu so etwas Konkreterem kommt vonseiten Washingtons. Bekanntlich haben schwammige Formulierungen und Abschlüsse etc. den Vorteil, dass man sie in jede Ecke des Mittelmeers ziehen kann.
Eine der Fragen dürft also sein: Wer, neben Israel, erhält eine Art Sonderprotektion – oder -förderung der USA in der Region Südosteuropa/Naher Osten/Nordafrika? Wie wird das erwachte Interesse Chinas sich vor dem Hintergrund schwindender demokratischer Prozesse in Washington auswirken? Und hier zuletzt: Wird die Achse Macron – Merkel halten können, zumal die beiden Charakteren ganz offensichtlich sehr unterschiedlich sind, wie auch ihre Weltbilder?

Read Full Post »

Pokern in Crans-Montana

Polit-Poker-und-mehr!

Der Sommer kann nun langsam ein solcher genannt werden – auch im sonnenverwöhnten Zypern. Das soll heißen, er war dieses Jahr wirklich spät dran. Zwar ist das Meerwasser noch etwas kalt gewesen am 18.06.17, aber nur noch etwas. Einmal drin, löste sich das Alles in Wohlgefallen auf – „und das ist gut so (Wowereit)!“

Sonntag war mal wieder, die Kathemerini-Sonntagsausgabe noch nicht gelesen, aber immerhin gekauft worden. Klar, wir hatten nach dem Frühstück erstmal Lust auf Schwimmen, unweit von dem Dorf Maroni, welches zwischen Limassol und Larnaka, bei Zyggi, gelegen ist. Der Beach dort hat neuerdings sogar einen Namen: „Maἴa Beach“. Viele Sonnenschirme, die da wieder aufgereiht sind, alle gelb, außer 2en oder 3en, die in einem sonderbar wie abgewaschen wirkenden Beige das Auge erfreuen sollen. Der Betreiber und sein Sohn werden wohl einen guten Schnitt machen, heute, und wie es aussieht auch in diesen Sommer. Wir gehen dort lediglich schwimmen seit Jahren, liegen also nicht unter Schirmen und konsumieren keine gesüßten Getränke oder gar Alkohol, die dort gern gereicht werden gegen Geld. Obwohl wir nichts kaufen, grüßt der Vater dennoch stets freundlich. Der Sohn indes nie, der vielleicht in England länger lebte – seiner Sprachkenntnis und Akzent zufolge. In der Sonne liegen an diesem von Menschen gut besuchten Beach – und das womöglich noch unter dem unvergleichlichen Geruch all der Sonnencremes in Gebrauch – schenken wir uns also gewöhnlich. Es gibt dort allerdings auch noch einen Teil vom Beach, wo man sich in den weichen, schönen Sand des recht attraktiven Beachstreifens legen kann – wo auch auffällig weniger von erwähntem Gebrauch des Hilfsmittels gegen die Sonne mitgekriegt wird im Allgemeinen. Weiter hinten, also weiter Weg von der Treppe, die nach unten führt, befindet sich dieser liege-sonnenschirmlose Bereich, wo die Ruhe eigentlich nur noch aus einer der beiden Villen schallend zersägt oder von Laubstaubsaugern oder Ähnlichem im Gebrauch von den Besitzern dort in Schach gehalten werden kann. Nichts drin mit Nacktbaden, was allerdings schon längst nicht mehr überall gilt in Zypern. Es gibt Orte, wo Hüllen fallengelassen werden, so zum Beispiel an Teilen des so genannten „Governor Beaches!“ Wie oft solch Lärm verursachendes Werkzeug in den beiden Villen im Sommer angeworfen wird, um den Garten auf ‚Schön‘ zu trimmen, weiß ich nicht, da wir in dieser Jahreszeit stets sehr früh unterwegs sind, als wollten wir der aufgehenden Sonne unseren Gruß darbringen – aber nicht unbedingt, um den Leuten zu entgehen. Letzteres daher nicht, weil man halt doch immer mal wieder auf jemanden trifft, die oder den man schon länger nicht mehr gesehen hat. Jemand neu kennenzulernen, ist auch nicht völlig ausgeschlossen. Na ja, so ungefähr. Meist ist die Sonne dann doch schon im Osten über dem Meer stehend zu sehen, wenn wir ankommen, und zwar über dem teils verbombten Syrien, dem zu oft mit Füßen getretenen Kurdistan, dem nahezu im Dauerkonflikt liegenden religiös schieden gesplitterten Libanon, Palästina und Israel, die mit ihrem Strahlenkranz aber noch nicht stechend zurückgrüßt. Diesen recht einfach wirkenden Strand, der uns auch daher im Herbst, Frühling und Winter erfreut, haben wir also wie jedes Jahr und einsichtiger Weise an die Gemeinschaft der Badefreudigen abgegeben. Alles zu seiner Zeit! Vor und nach der Sommersaison finden wir uns dort ziemlich regelmäßig ein, um Morgensport zu treiben: Laufen, Springen, Spurten, Rückwärtsgehen, Kniebeugen, Atemübungen und natürlich Schwimmen usw. Ja, man kann das ganze Jahr über schwimmen, wenn man sich innerlich auf die Begegnung mit kälterem Wasser eicht, so etwas zu einem höchst erfrischenden Erlebnis umzumünzen versteht. Ist wirklich nicht allzu schwer, weil das H2O nicht allzu kalt ist im Winter, schätzungsweise so um die 10 Grad. Nachts sind wir komischerweise nie am Strand, wahrscheinlich, weil die Aussicht vom Balkon suggeriert, man könne sich das sparen – was natürlich Blödsinn ist. Der Sand ist einfach so herrlich kniefreundlich weich, auch an diesem Beach. In den Büschen zwitschert es unentwegt. Welch Wunder, dass uns darin noch keine Leimruten oder Vogelfallen aufgefallen sind. Allerdings gucken wir auch nicht konsequent nach, ob dem so sein könnte. Man will sich ja schließlich den Morgen nicht verderben. Ganz schön egoistisch denken Sie? Jedenfalls ist es kein großes Vergnügen, mit der Singvogel-Jagd-Lobby Zyperns im Clinch zu liegen oder zu geraten – und die ist auf der Insel Afrodites recht ausgeprägt und kennt wenig Spaß, wenn es um das Einhalten ihrer Traditionen geht.

Apropos Traditionen: Seit Freitagnachmittag, den 23. Juni, haben zyprische Eltern und Kinder wieder Schulferien.

Die Politiker Zyperns, also jene an der Spitze der jeweiligen Parteien im griechisch-zyprischen Teil der Insel, werden demnächst wie Schulkinder des geteilten Landes auch in die Ferien gehen, und zwar in das mondäne Örtchen „Crans-Montana“ (C-M). Das ist am 27. Juni 2017 doch wirklich Realität geworden. Ja, das Örtchen liegt in den Schweizer Bergen. Ja, soll dort teuer sein, und, versteht sich, es ist angesagt, sich an jenem Ort ein Stelldichein zu geben als jemand von Welt. Ja, es lässt sich gut essen und trinken in C-M (also „Si-Äm“ gesprochen). Nebenbei kann dort oben auch etwas Politik betrieben werden. Denn je höher ein Ort in den Bergen oder im Ansehen der Leute, man höre, desto seriöser und authentischer das Tagwerk, welches dort vollbracht wird!?

Die jeweiligen Außenminister, jener aus dem Norden Zyperns und der aus dem Süden sind gemeint, werden dann – gewiss – auch noch in C-M vorbeischauen und noch andere Protagonisten, zum Beispiel einige andere noch der britischen Garantiemacht oder von der UN und der EU sowieso – „full house“, wie man beim Poker sagt. Das tun die Außenminister dann, bevor es den zuvor es den davor erwähnten Beteiligten und jenen, die effektiv etwas mehr tun werden als nur Leckerli zu stopfen, Reden und Interviews zu halten sowie Massagen zu genießen oder den Zahnarzt aufzusuchen, zu langweilig wird während der politisch angehauchten Ferienfahrt in Richtung Wiedervereinigung Zyperns im „schweizerischen Schicksal der Zyprer“, wie die Kathemerini Zyperns den bergigen Ort in der Schweiz auf Griechisch einmal umschrieb.

Zwar sollen die jeweiligen Außenminister in der Schweiz nur eintreffen, wenn in den politischen Treffen, die wie am Rande laufen dürften, ETWAS herausgekommen ist. Nur gut, dass das Wort „etwas“ ein sehr dehnbarer Begriff ist, etwa so, wie: Präsident Etwas zu Etwas hat von etwas eine etwaige Ahnung, lässt daher etwas ganz anders tun als Edward – oder so.

Der Sommer kann also kommen, ist inzwischen angekommen, wie bereits weiter oben festgestellt wurde. Keine Angst, die Herren Politiker aus Zypern kriegen ihre Sitzplätze auch kurzfristig in Fliegern gebucht – oder flogen womöglich gleich selber alle im präsidialen Flieger in die Schweiz. Ja, es werden mal wieder nur, wahrscheinlich nur, Männer unterwegs sein, von denen berichtet werden wird als Verhandelnde. Inzwischen weiß ich: Es sind alles nur Männer, zumindest auf griechisch-zyprischer Seite. Schon allein das ist ein Skandal! Frauen sitzen, sozusagen, brav in zweiter oder gar dritter Reihe und machen den Herren einen Großteil der Arbeit. Wo sind wir eigentlich? Das Vorhaben kann schon allein auf Grund dieser Schräglage nicht gelingen?! Ein Männerurlaub wie in den 50er Jahren?! Ich warte nur noch auf das Bild eines Politikers in einer der Medien, der auf einem großen Balkon einer Villa stehend in Grans-Montana seine kubanische Zigarre schmökt.

Ein präsidialer Jet, nur dergleichen kommt eigentlich in Frage, passte schon zum nötigen Wind, den man zu verursachen hat, wenn man sich nach einem Ort wie Crans-Montana begibt und, bitte sehr, dies als Staatsmann und mindestens genauso wichtig wie Churchill. Sie verstehen? Solch ‚wichtige‘ Gespräche in Nikosias neutraler Zone durchzuziehen, hat einfach nicht den nötigen kulturpolitischen Aufwind, würde nicht genügend Steuergelder verbraten – auch wenn die Verhandlungen am Schluss – wieder oder fast – zum Absturz zwischen Norden und Süden führen könnten.

Obgleich, es muss schon gesagt werden, dass ein bisschen Pokerface auch in mir schlummert. Und dieser Umstand lässt auch vermuten, dass Astrologie eigentlich die richtige Instanz wäre, um all die Faktoren, die in Erwägung zu ziehen sind, um den Ausgang der inner-zyprischen Bemühungen im schweizerischen Urlaub ermitteln zu können – aufgrund ihres außer-irdischen Überblicks. Der Verdacht liegt also in der Luft, dass durchaus auch andere Pokerfaces derartig spekulieren, nämlich, dass sich in Crans-Montana womöglich wirklich geeinigt werden könnte dieses Mal.

Na dann wäre was los. Hilfe! Wer sollte denn bitte sehr so etwas Vereinigtes ertragen? Die Zyprer etwa? Dagegen sind oder wären die Schwierigkeiten nach der Vereinigung von BRD und DDR geradezu ein Sonntagsspaziergang, oder so. Den zyprischen ‚Spaziergang‘ dieser vereinigten Art könnte dann womöglich jemand ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt als passend befunden haben?

Denn: Haben Sie auch schon davon gehört, dass die Israelis – bei dem trilateralen Treffen mit Griechenland und Zypern letztens – vorgeschlagen haben sollen: Ach, lasst uns doch die ganze Ölförderung im südöstlichen Mittelmeer zusammenlegen!

Bumms, dieser Vorschlag hatte gesessen!

Was tun?

Sonst heißt es ja immer: diversifizieren!

Wir schrieben es bereits: Das, was manche insgeheim denken und vielleicht auch schon als Plan in ihren Schubladen bereit zum-damit-in-die-Öffentlichkeit-treten liegen haben, scheint immer näher zu rücken. Und das ist: Den Israelis eine Perspektive zum Beitritt in die EU zu eröffnen.

Was halten Sie davon?

Bedenken Sie, die australischen UNFIcyp-Truppen haben gerade vor ein paar Tagen erst ihre Koffer gepackt auf Zypern.

Guter Entscheid!

Andere Länder, die m Rahmen der UN als Friedensvermittler auf Zypern tätig (sein sollen) sind, dürften diesem Beispiel folgen. Und auch daher gewinnt die erwähnte israelische Perspektive doch wohl an Gewicht in der Region.

Davon mehr, sagen sich eventuell nicht wenige, nach den Wahlen in Deutschlands September. Bis zu diesem Zeitpunkt könnten sich auch Griechen und Mazedonier endlich geeinigt haben wegen der Namensangelegenheit. Die Mazedonier wollen ja von ihrem Landesnamen nun Abstand nehmen und endlich gehorchen wollen, wie es Athen gern hätte – erstere haben ihren Preis dafür bereits benannt, versteht sich. Machen Sie sich da keine Sorgen, verehrte Leser. Die Mazedonier stellten im Gegenzug auch noch in Aussicht, etwas EU-licher zu werden; und die EU plus Griechenland, dass dieses Land dann wohl doch noch schnell unter den EU-Schirm kommt – bevor der russische Winter dort einbricht. Das ist doch schon mal was, oder?

An anderem Ort im Netz (Facebook: Zypernundmehr) wurde bereits vorgeschlagen, dass Mazedonien zukünftig „Mazi“ genannt gehört. Das ist zwar auch Griechisch und bedeutet „zusammen“. Das Wort scheint aber niemandem auf den Schlips ideologisch, oder wie auch immer geartet, zu treten. Scheint also allseits einigermaßen gut verdaubar zu sein. Außerdem ist MAZI doch so schön unserer Zeit gerecht kurz und schnell ausgesprochen und von seiner Wortbedeutung her einfach überwiegend positiv besetzt: gemeinsam in den Krieg, gemeinsam gegen Die anderen, gemeinsam in den Tod für die EU etc. Verzeihen Sie, dass dem Gemeinsamen so viele Gemeinsamkeiten zu entlocken sind, die, je nach Blickwinkel, halt doch zuweilen positiv rüberkommen – sozusagen zwangsweise. Hoffe, auch Sie können das so erkennen!

Nee, jetzt mal ehrlich: Mazedonien muss noch unter den EU-Deckmantel. Alles andere wäre Putin nicht nur den roten Teppich vor dem EU-Haus auszurollen, sondern auch den Hebel für fortdauerndes Chaos und Kuddel-Muddel an der „Süd-Ostflanke“ der EU in die Hand zu spielen – und an die langen, schlanken Greifer aus Peking wollen wir da gar nicht erst erinnern. Allerdings auch daran nicht, was die Welt am 27. Juni 2017 auf Seite 7 unter anderem schreibt: „… Österreichs Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil hat vor einem wachsenden Einfluss des Islam in Südosteuropa gewarnt. „Wir sehen auf dem Balkan eine schleichende Islamisierung!“ … . Ankara werde im Kosovo, Albanien und auch in Serbien immer einflussreicher: „Es wäre aus meiner Sicht nicht vertretbar, dass die Türkei im Rahmen von Nato-Einsätzen demnächst möglicherweise immer mehr Truppen am Balkan stellen wird“, sagte der Minister. Ein solches Übergewicht könne nicht im Interesse der Europäer liegen. Doskozil: „Deutschland und andere Staaten dürfen in ihrem Engagement am Balkan nicht nachlassen, damit das Gleichgewicht der Kräfte und die Stabilisierung der Demokratie in der Region nicht gestört werden.“ … So versucht die Türkei mit der großzügigen Renovierung zum Teil kriegszerstörter Moscheen in den Städten Banja Luka und Sarajevo (Bosnien), Priren und Pristina (Kosovo) oder als Großinvestor in verarmten Landstrichen Bosniens und Südserbiens, die Herzen der Menschen zu gewinnen. Im Kosovo sind türkische Unternehmen im Nahrungsmittelbereich, beim Straßenbau und im Energiesektor stark vertreten. In Albanien weitet sich der türkische Einfluss ebenfalls aus.“

Auch daher erscheint es einem schon als Art Wohltat, in den Nachrichten vom 29. 06. 17 zu erfahren, dass man beim G 20-Treffen in Hamburg Erdoĝan ENDLICH verbietet, bei seinen fanatisierten und teils auf Trotz gegenüber der Gesellschaft in der sie leben eingestellten Deutschen mit türkischem Hintergrund solches Sentiment auf- oder anzurühren. Vielen dieser Leute gilt es endlich ihre Attitüde oder verstiegene Hoffnung anzukratzen, die den Autokraten mit Sultan-Ambition vom Bosporus bereits wie einen muslimischen Heilsbringer zuweilen ansehen. Letzteres ist deR ganz gewiss nicht. Ein Blick auf seine Bankkonten, in die Knäste der Türkei, wo wieder verstärkt gefoltert wird etc. reicht eigentlich, um das zu verstehen. In diesem Zusammenhang muss einfach noch schnell das Erstaunen darüber ausgedrückt werden, dass für die kommende Wintersaison 2017 anscheinend Ägypten von sonnenhungrigen Urlaubern schon gut gebucht worden sein soll. Dass Ähnliches dann im Sommer 2018 für die Türkei ansteht, würde vor diesem Hintergrund nicht mehr verwundern. Und hier wäre die Politik gefragt, solchen Entwicklungen entgegenzuwirken. Denn anscheinend halten Reisewarnungen Touristen nicht mehr davon ab, dennoch nach Orten wie Ägypten zu fahren. Frau Merkel & Co. müssten sich noch eindeutiger positionieren, damit dann keine Berichte eingehen über so-und-so-viel Touristen, die im Tempel von X oder Y gefangen, gefoltert oder abgeschlachtet wurden. Insofern ist es auch nicht klug von ihr, sich am 29. Juni 2017 im Parlament nicht zu dem Redeverbot des türkischen Präsidenten außerhalb der G20 (oder in der türkischen Botschaft) geäußert zu haben. Manche Leute brauchen klare Zeichen, vor allem in Zeiten wie diesen, wo offenbar schnell mal jemand glaubt, seinen Frust andere mit dem Leben bezahlen zu lassen und dann noch irgendwas von ISLAM quasselt danach.

Gelänge die Beilegung dieses dummen Streits der Mazedonier mit den Griechen, könnte eine gewisse EU-isierende Ausstrahlung den Kosovo und Serbien zu befrieden helfen. Sie werden es nicht wahrhaben wollen, doch irgendwie müssen diese ‚offenen Rechnungen‘ in und auch um das Gebiet der EU durchaus auch im Zusammenhang mit den Entwicklungen in Zypern gesehen und gesichtet werden.

In knapp 8 Monaten sollen Wahlen auf Zypern sein, auf der griechisch-sprachigen Seite. Ehrlich gesagt: Das Wahlgeblöke überall klingt bereits als seien die Wahlen nächste Woche. Das heißt: Wir werden 8 lange Monate mit dem Thema genervt und beschossen. Scheinbar scheint nichts Wichtigeres mehr zu bestehen in ‚dieser‘ zyprischen Welt – und schon allein daher sind die Verhandlungen vonseiten der griechisch-zyprischen Seite in Crans-Montana mehr als fragwürdig. Wahlen auf Zypern sind wie bei Darwin oder Shakespeares die Frage nach „sein oder nicht sein!“ Nun, hoffen wir, dass dabei nicht ein Ende herauskommt, dass dem aus der Haft entlassenen chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo gleicht: „Zum Sterben entlassen! (Welt)“.

Diese Frage nach dem Sein, auch wenn ein Ausrufezeichen dahinter angebracht wurde, hängt irgendwie immer über dem zyprischen Parteien-Himmel – 365 Tage im Jahr ist dort Wahl, irgendwie. Das Schachern innerhalb und zwischen den Parteien Zyperns mag manchen ein interessantes Thema sein, gewiss ist es aber ein akademischer Zeitvertreib, dessen vielleicht interessanteste Frage derzeit ist: Na, welche Ausrede oder Grund wird von der griechisch-zyprischen Seite wohl letztlich angeführt werden, den, wie immer, in Aussicht gestellten Erfolg der Verhandlungen doch nicht auf großer internationaler Bühne verkünden zu können? Welche Dramatik im 3. Akt des Theaterstücks namens Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern ließ das Stück zum Drama werden und nicht zur Geschichte mit Happy End? Die Zuschauer schmachten jetzt schon danach, den Ausgang dieser hochinteressanten Aufführung miterleben zu dürfen. Die meisten schnarchen, nicht applaudieren, schon recht laut.

Wollen wir besser nicht so etwas wie eine Nutzen-Kostenrechnung erstellen. Es kann hier allerdings vorerst nur darauf verwiesen werden, dass die Cyprus Mail über das stets veranstaltete Wahlgetöse jahrein – jahraus näher Auskunft gibt auf Englisch und wahrscheinlich auch die Cyprus Weekly – und ganz gewiss alle griechisch-sprachigen Zeitungen Zyperns.

Ehrlich gesagt: Das Thema ist wirklich mindestens so ermüdend, wie die sogenannten Bemühungen in Sachen Wiedervereinigung des Landes sich andauernd anhören zu sollen, welche also zu oft ein Auftritt in New York oder in der Schweiz gewisser „Spitzenpolitiker“ der Insel begleitet.

Dennoch werden wir Sie über aller Wichtigstes, sogar scheinbar Wichtiges, auf dem Laufenden halten – sporadisch und mit dem anerbotenen Ernst sowie Distanz. Zum Beispiel ist die bereits erwähnte und zitierte Kathimerini am Sonntag, dem 18. Juni 2017, seitenweise voll mit dem zyprischen Wahl-Thema, und zwar, dass der Parteiunabhängige Mike Spanos nun doch nicht die (schein)kommunistische AKEL im Rennen um den Präsidentensitz auf Zypern vertreten wird.

Wahrscheinlich war das ein kluger Entschluss dieses Herren. Tagtäglich sieht man in den Nachrichten AKEL-Leute wie Malos, Kasamias, Kyprianou und wie sie alle noch heißen in ihren Startlöchern sitzend. Wer hat da eigentlich geglaubt, er könne an diesen Alfa-Tierchen der Partei vorbei einen von DRAUßEN an der Spitze positionieren?

Möglich wäre es zwar, aber nicht wirklich vorstellbar. Derjenige, der oder die das schafft, muss wahrscheinlich „das Kapital“, „mein Kampf“ sowie „Tom Sawyers“ wahlweise, aber im gleichen Zeitraum gelesen haben: einmal da ein Kapitelchen, einmal dort ein Kapitel usw.

Doch, ich bin jetzt mal der Meinung, dass solch Vorgehen eines zyprischen Politikers die Lösung der Zypernfrage durchaus auch bringen könnte, also, diese Klassiker so zu lesen. Welche, das Inselchen wiedervereinigende, Eingebungen ein solcher Mensch bei solch Lektüre erhält, behaupte ich kühn, kann, was die Zypernfrage angeht, eigentlich nur noch eine Erfolgsstory werden – zumal ja all das andere Geplänkel seit über 40 Jahren bislang nicht oder zu wenig geholfen hat. Jedenfalls, wenn es diesmal nicht klappt, dann bitte sehr all die Verhandlungsführenden und andere wichtige Protagonisten mit der RICHTIGEN Lektüre ausstatten – siehe oben!

Sie haben mich ertappt: Es fehlt mal wieder eine Frau, die als Autorin den Herren in Zypern noch hineingereicht gehörte zwecks Erlangen des immer wieder proklamierten obersten Ziels der zyprischen Politiker. Weil mir nichts Besseres einfällt auf die Schnelle und in der Not, wird empfohlen: Greift doch bitte noch zu Alice Schwarzer, irgendwas von dieser Frau Geschriebenes, am Geeignetsten erscheint aber: „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen.“ Dieses Standardwerk des Feminismus sodann mit den zuvor erwähnten Büchern in vorgegebener Weise – ein Kapitel hier, ein anderes dort – lesen und die zyprische Welt wird gewiss afrodisierender!

Der griechisch-zyprische Präsident Anastasiadis gibt sich derzeit noch siegessicherer als sonst. Die zyprische Presse titelt dazu so schön: „Und jetzt liegt der Ball bei den Türken!“ Mal wieder, könnte man sagen, soll der dort liegen. Praktisch nichts getan vonseiten der Griechischzyprer, und dennoch soll der Ball bei den Türken liegen. Bravo! Das grenzt wirklich schon an Hexerei. Dass die Griechischzyprer sich nun offenbar doch mit den Türkischzyprern in der Schweiz – steuergelderverbratenderweise – treffen, ist vielen ein Ärgernis sondergleichen, mag ich Sie noch wissen lassen! Wer stoppt diesen Wahnsinn endlich? Das fragen sich nicht wenige.

Eine, der vielen Wahnsinnigkeiten, scheint man nach Jahren anscheinend aus der Welt geschafft zu haben, demnächst. Ein Wunder, wenn da nicht noch was verzögernd dazwischen kommt bei der sogenannten GeSY – Gesundheitsreform und so. Angelos Anastasiou schreibt in der Sunday Mail vom 18. Juni 17:

Die im Parlament angenommene Entscheidung, eine nationale Gesundheitsfürsorge nach jahrzehntelangem fruchtlosen Diskussionen einzurichten, war ein monumentaler Schritt vorwärts, obwohl es noch viele weitere Schritte braucht, bis diese Reform umgesetzt werden kann. Die Hauptsäule, die dieses System für alle Lohnempfänger, Angestellte und Beamte stützen soll, die einen Teil ihres Einkommens zum Gelingen beitragen, ist: weltweite Deckung gleichwertiger Gesundheitsfürsorge und freie Arztwahl der Patienten. Jedermann hat die Freiheit, die Grunddeckung bei privaten Gesundheitsversicherungen aufzustocken: entweder, um spezialisierte Serviceleistungen abzudecken, die nicht durch GeSY gedeckt sind, wie zum Beispiel der Erhalt von Markenmedizin oder um sich im Spital bei der Wahl eines Krankenzimmers abzugraden; oder es besteht sogar die Möglichkeit, die Bestimmungen von GeSY abzulehnen und irgendeinen Arzt, und dies jederzeit, konsultieren zu können, egal, ob dieser bei der GeSY registriert ist oder nicht.

Wie von der politischen Führung einstimmig vereinbart wurde, sollen am 01. März 2019 die Beitragszahlungen bei Rentnern, Lohnempfängern und Staatsangestellten mit 1,7% ihres Einkommens beginnen, der Arbeitgeberanteil liegt bei 1,85%, der Staatsbeitrag für seine Lohnsummen beträgt 1,65% – und Selbstständige berappen 2,55%. Am 1. März 2020 werden definitive Beitragszahlungen festgelegt für all die zuvor erwähnten Angestellten mit 2,65%, wobei die Arbeitgeber zusätzlich 2,9% beitragen und der Staat für seine Angestellten/Beamten 4,7% – sowie Selbständige mit 4%“ usw.

Summasummarum: Man wird dann hoffentlich ab dem Jahr 2020 über eine umfassende Gesundheitsversicherung aller Zyprer (Süden) verfügen. Das ist gar nicht so selbstverständlich, wenn in Betracht gezogen wird, dass es immer noch kein Lärmschutzgesetz gibt, welches regelt, dass Veranstalter jedweder Art ihre Musik, Lärm – nennen Sie es, wie sie wollen – ab 22 Uhr, beispielsweise, nicht mehr haben dürfen, dass dieser oder jener Schallpegel nicht überschritten werden darf etc.

Es sieht bislang nicht so aus, als würden die Damen und Herren vom griechisch-zyprischen Parlament sich nun doch schon demnächst einig werden in dieser Lärm-Angelegenheit. Angeblich soll das im Oktober 2017 dann aber der Fall sein.

Bis dahin können Sie, verehrte Leser, als Kneipenbesitzer oder dergleichen aufdrehen, bis die Nachbarschaft auswandert – aber gewiss, bis die Touristensaison 2017 vorbei sein wird und alle Touris, hoffentlich beschwingt dadurch, an ihre Arbeit zurückgekehrt sein werden.

Warum Menschen neuerdings anscheinend andauernd mit Musik berieselt werden müssen, ist hier jedenfalls unverständlich. Ich versteige mich sogar zu der Behauptung ohne statistische Belege, dass das Gequake aus Lautsprecherboxen an Stränden letztlich den erwünschten Effekt – entspannt und mit Energie aufgefüllt zurück in die Heimat zu kommen – bekämpft oder schmälert. Es ist der CTO Zyperns, der Tourismusbehörde, dringend anzuraten, solche lärmfreien Orte an Stränden zu kreieren.

Da bietet sich schon an, wären Sie vorsorglich zu den 3.en internationalen Yoga-Tagen gegangen hier auf Zypern. Sind jetzt leider schon wieder vorbei. Fanden dieses Jahr am 21. Juni statt. Der High Commissionar Indiens in Nikosia hat den Event besorgt – ein Highlight. In Platres traf man sich dazu. Das ist ein Ort im Troodos Gebirge, wo die Luft nach Pinien und nochmals nach Pinien riecht. Schön schattig dort und gute Aussicht – sonntags im Sommer allerdings überrannt mit vorwiegend einheimischen Besuchern, die meist nicht gerade leise miteinander reden.

Immerhin, die Polizei Zyperns ist aktiv, und zwar dort, wo man es gar nicht so aktiv erwarten würde auf Zypern. Ganz körpernah sogar. Um Zuhältern auf die Schliche zu kommen, sollen Beamte sich als Freier engagiert haben. Und klar, da blieb wohl nicht aus, dass der fleißige Beamte sich eine volle Dose Hurenliebe abholen ging, um die Gute dann für ihre Dienste mit gezinktem Geld zu bezahlen, ja, und um sie dem Gesetz umgehend danach zuführen zu können. Eine 72-Jährige wurde sogar festgenommen. Vielleicht hätte die Dame bei Bedarf die mit Zuhälter verbotene, horizontale Arbeit auch ohne einen Zuhälter erledigt, wer weiß. Doch sie soll ja ‚nur‘ eine Hurenhalterin, also Zuhälterin gewesen sein.

Wie hier auf Zypernundmehr mehrfach berichtet wurde, ist das Problem sexueller Ausbeutung von Frauen, vor allem aus der Dritten Welt und möglichst jungen, durchaus gegeben und vom Ausmaß her als problematisch einzustufen – wenn der Norden dabei miteinbezogen wird.

Nun von Ausbeute, oder dergleichen, kann im Folgenden in gewisser Weise auch gesprochen werden.

Die Co-Op Zentral-Bank Zyperns fordert nämlich Lohnerhöhung; und wenn dem Wunsch nicht nachgegeben wird, dann … . Diese guten Forderungenstellenden der Co-Op haben anscheinend vergessen, dass sie ihr Hinterteil im Trockenen halten können, weil der zyprische Staat 1,7 Milliarden Euro von internationalen Kreditgebern ausgeliehen hatte. Machen Sie sich nicht weitere Sorgen, verehrte Leser: Das Sümmchen zahlt selbstverständlich der zyprische Steuerzahler ab, nicht etwa die Damen und Herren von der Co-Op, also die Arbeiter derselben, die an der Finanzkrise durchaus einen erwähnenswerten Anteil nahmen vor dem Jahr 2013 durch ihre Geschäftspraktiken etc. Dreist lebt offenbar länger und besser!

Nur für all jene, die es noch interessieren sollte: Die Co-Op ist noch längst nicht aus dem Schneider, was ihre Finanzen, Geschäftchen und die angeblich überwundene Krise angeht. In diesem Zusammenhang ist umso ‚lustiger‘, dass die zyprische Regierung danach schielt, diese Bank dennoch an der Börse gelistet zu sehen. Das soll im September 2017 möglichst der Fall werden. 25% der Anteile der Regierung an der Co-Op werden zu diesem Zwecke – hui, wie spendabel – an die Co-Op-Kunden vermacht, sozusagen.

Natürlich nörgelt nun der Oberstaatsanwalt, der Hauptprüfer solcher Dinge. Mal sehen, ob er den erwähnten Börsengang – noch – verhindern wird können, verhindern will.

Zur Info: Die Co-Op wurde ja zur Hightime der Krise zur Co-Op Zentral Bank. Und die Gewerkschaft hätte nun gern, dass alle Beschäftigten gleiche Löhne erhalten – also, dass diejenigen Mitarbeiter aus der Co-Op (vor 2013) nicht weiterhin ‚übervorteilt‘ werden. Es riecht ansonsten, Sie ahnen es schon, nach Streik. Der Haken daran: Die ‚sehr‘ realistischen Gewerkschafter wollen natürlich eine Lohnangleichung auf höchstem Niveau erreichen, also, dass alle den Lohn erhalten, den die bislang am meisten Verdienenden in der ehemaligen Co-Op erhielten. Wenn schon, denn schon!

Kurz: Die Forderungen der Gewerkschaft eignen sich eigentlich gut, die mentale Verfasstheit vieler Zyprer zu begreifen – immer schön übern Rand hinausschießen oder -schwappen! Es herrscht offenbar geradezu ein Drang zur Exklusivität bei vielen, längst nicht allen Zyprern, kommt es so manchem Beobachter der Lage vor. In eben aufgezeigter Richtung läuft auf Zypern der Hase, also, öfters davon, auch im Norden der Insel. Nichts, was Sie allzu sehr beunruhigen sollte!

Falls Sie noch nie was von einer „Maroni News“ hörten, braucht Sie auch das, eigentlich, nicht weiter zu beunruhigen. Ein kleines lokales Nachrichten-Blättle, welches wöchentlich oder monatlich herauskommt.

Wir haben es auch abonniert und irgendwie kam ich darauf, letztens mal wieder reinzuschauen. Wenig scheint sich geändert zu haben – Werbung, Werbung und nochmals Werbung. Ob dieses Zeitungsprojekt weiterhin finanziell unterstützt gehört, gehörte wahrhaft ernsthaft diskutiert. Was unseren Haushalt betrifft, hat es schon den Touch einer Art Solidaritätsbeitrag – denn wirklich lesen, tut das Ding meist niemand wirklich.

In der letzten Ausgabe, die mir in die Hände geriet, konnte was zu „Netflix“ erfahren werden. Scheint eine Plattform zu sein, auf der Filme usw. heruntergeladen werden können, wie “Game of Thrones“. Doch letzteres sei nicht zu haben, steht geschrieben, dafür aber im „exklusiven“ Angebot bei Netflix „The Crown!“ Sagen mir beide herzlich wenig. Diese Welle seine Freizeit zu gestalten, ging bislang an mir vorüber – die Welle der Internetspiele.

Todesanzeigen sind als recht zahlreich vorhanden in der Maroni News. Es ist aber OK, diesen Leuten bei Bedarf zuweilen etwas Geld für diesen zweimonatigen Service zukommen zu lassen. Es kann diesmal in der Maroni News erfahren werden, dass Bewohner des Dorfes Maroni an einer Müllsammelaktion beteiligt waren. Der Müll entlang einiger Straßen wurde eingesammelt. In der DIN-A6 Zeitung kann ein Toyota gesehen werden, auf dessen Ladefläche mehrere beige, prallgefüllte Säcke gesehen werden können. Die Aktion wurde allerdings bereits am 02. 04. 17 durchgezogen. Ich glaube, das ist auch der Zeitraum gewesen, wo die Singvogeljagd auf Zypern wieder ihren Höhepunkt hatte. Die freiwilligen Müllsammler hätten daher bestens gleich die Vogelfallen und Leimruten mit eingepackt, die dort – wo sie sich bemühten, ihr Umweltgewissen aufzubessern – gewiss todbringend aktiviert waren. Womöglich wurde von einem Tonband, an den Bäumen oder in den Sträuchern angebracht, Singvogelgezwitscher abgespielt. Wenn schon Müll wegsoll, dann also bitte auch diesen totbringenden Müll!

Sie haben Recht, es ist nicht ungefährlich, solche Fallen zu entfernen. Man mag gar nicht darüber nachdenken, wie viele dieser Müllbeseitiger sich danach insgeheim ein Vogelschenkelchen gönnten.

Der Maroni News würde ein bisschen mehr Kritik an den Gegebenheiten in der Region Maroni recht guttun u.a.

Apropos kritisch: Es gilt hier, den ausgerufenen Lehrerstreik der Lehrergewerkschaft „Poed“ kritisch zu hinterfragen. Wen soll solch ein Streik mehr oder weniger zum Beginn der Sommerferien auf Zypern noch aus den Liegestühlen jagen Mitte des Monats Juni?

Und zwar ging es bei dem Streik um den Modus bei Neueinstellungen von Lehrern. Die Parlamentarier im Parlament haben kürzlich abgenickt, dass jene Lehrerschaft, die erstmals auf Schüler losgelassen wird, nicht mehr berufen, also ausgesucht wird, sondern, dass jene beruflichen Neulinge eine Prüfung zu durchgehen haben. Eigentlich findet man das aus Außenstehender auf den ersten Blick doch gar nicht so schlimm, wissend, dass auf der kleinen Insel Seilschaften jedweder Art oft bestehen und erbrachte Leistung nicht immer das Maß der Dinge zu sein scheint.

Allerdings haben die Parlamentarier in Nikosia-Süd für dieses neue Gesetz eine Übergangsperiode von 10 Jahren festgelegt. Das heißt, das Gesetz kommt nicht umgehend zur Anwendung und ist schon allein daher sehr gefährdet, jemals das Licht der Welt in Völle genießen zu dürfen. Denn: Bekanntlich sind die Abläufe in Zypern oft etwas schnelllebiger und vielleicht auch etwas leichtlebiger – vielleicht!

Anscheinend streikten mehr als 120 Grundschulen bei erwähntem Streik.

Bei dem Wort streiken, kommt einem unwillkürlich das englische Verb „to strike“ in Erinnerung. Bekanntlich sind die beiden Worte inhaltlich verwandt miteinander. Folter eher nicht. Und genau diese ist es, die ihre hässliche Fratze in der Türkei wieder verstärkt zu zeigen begonnen hat, wie bereits kurz erwähnt wurde – und das ist nicht nur in den sogenannt überwiegend kurdischen Gebieten der Republik Türkei der Fall. Nikosia-Süd, wie auch Brüssel, haben allen Grund, weiterhin, den Norden Zyperns aus der Umklammerung der Türkei unter jemand wie Erdoĝan zu befreien. Es könnten sich ansonsten im Norden Zyperns vermehrt Burschen und auch Mädels einschleichen, die man andernorts glaubt, nur noch durch das Abwerfen von Bomben und dergleichen loswerden zu können. Es ist also höchste Zeit, dass die Zyprer noch die Kurve kriegen bei ihren Verhandlungen, die sie hoffentlich diesmal mit mehr Ernst betreiben – Pokerface lässt ansonsten grüßen!

Das größte, tollste und natürlich Beste, was die Welt der Spieler je gesehen haben, soll nun – wo auch sonst – auf Zypern doch noch der Menschheit in Form eines Casinos – nein, gleich mehrerer – dargeboten werden. Das aller-umwerfendste soll die heimliche Hauptstadt Limassol abbekommen. Wir werden Ihnen darüber näher Berichten (Standort, Eigentümer, Dimensionen), wenn das Projekt wirklich auf den Beinen steht. Natürlich interessiert Sie, wie wir wissen, wie und in welchem Anteil die Orthodoxie sich mildtätig dabei einbringen wird. Es wird schon bald unter irgendeinem Teppich hervorgekehrt. Schließlich sind Geheimnisse dafür da, in der Öffentlichkeit Furore zu machen.

Read Full Post »

So nicht!

Dass Ende Mai 2017 immer noch mit leichtem Schlottern vor Kälte ins Meerwasser gegangen werden muss auf Zypern, ist wahrscheinlich einmalig. Jedenfalls ist es das für mich, der ich seit 2005 hier die Füßchen und mehr ins Wasser halte. Die Tage vom 20. – 25. Mai waren dieses Jahr eher vorfrühlingshaft. Jetzt strengt sich die Sonne aber wieder kräftig an, ihr Tagwerk RICHTIG zu tun. Das Meer muss in Sachen Wärme allerdings noch nachziehen, einen weiteren Gang einlegen, wie man sagt, um das Badevergnügen aller Badefreudigen zu werden.

In etwa so, wie die Trump-Regierung der USA einen anderen Gang einlegt beim Regieren, ist das zuvor Gesagte in etwa zu verstehen – und zwar in Bezug auf die UN. Doch auch auf die Zyprioten scheint etwas mehr Druck als sonst ausgeübt zu werden vonseiten US-Amerikas, und zwar in etwa so: recht frisch und leise angetönt, wie: Bringt mal endlich euer Haus in Ordnung, verdammt nochmal!

In der Luft vernehmlicher steht nun womöglich doch, dass die UNFicyp nach 50 Jahren schlankem Maxen auf der Insel, bye-bye sagen soll müssen. War eine prächtige Zeit, werden einige von diesem Teil der UN-Angestellten denken. Den ganzen Tag die Beine hochlegen und so tun als ob. Gibt es was Diplomatischeres im Leben zu tun als in dieser Pose Mücken totzuschlagen mit der neusten Ausgabe einer der hiesigen Zeitungen? Nur von dieser Insel abziehen, ist diplomatischer, mag mancher antworten wollen – oder doch nicht?

Die Zyprer wollen es allerdings noch nicht glauben oder wahrhaben, dass es so weit kommen könnte. Man hat sich doch so aneinander gewöhnt, und außerdem sind da doch noch immer diese bösen Türken um die Ecke, ja, Konfliktpotential en masse gibt es! Da können die, in jeder Hinsicht teuren Beschützer doch nicht Leben in Libyen anstatt retten gehen!

Wäre schon eine wirklich lustige Lachnummer, wenn es zu Art kriegerischen Auseinandersetzungen käme auf Zypern, nachdem die UNFicyp abgezogen ist. 50 Jahre und mehr herrschte einigermaßen Ruhe und kaum bist du weg, schon schlagen sich die Zyprer die Köpfe ein!

Man wird sehen.

Als temporäre Kraft wurde diese UNFicyp-UN-Truppe hier jedenfalls 1964 angepflanzt. Und es gibt wahrhaft Regionen in der Welt, wo diese Leute dringlicher gebraucht würden, wie bereits angetönt. Ihr Verbleib hier auf Zypern, und da hat Präsident Trump allemal Recht, der auf Sparflamme schalten will innerhalb der UNO, grenzt an Geldverschwendung. Wenn ich mich nicht täusche, sind das Steuergelder, die da seit Jahren lustig tiefen, beruhigten Schlaf gut genährter und gut bezahlter UN-Angestellter sichern helfen.

OK, in den letzten Jahren haben die deren Budget schon etwas zusammengestrichen bei der UN. Wir reden hier von knapp etwas mehr als 1.100 Personen, die diesen Sold, oder wie man es nennen darf, Gehalt, derzeit einstreichen auf Zypern. Und das für, mit Verlaub, läppische 180 km Grenzverlauf, die man mit körperlicher Präsenz beehrt. So viele KM soll die sogenannte Buffer-Zone nämlich haben. Die Türken nennen diese Zone, vermute ich, weil das tun sie woanders so auch, Tampon-Gebiet („tampon bölgesi“). An jenem Ort haben vor Kurzem erst Mitglieder der türkisch- und griechischyprischen Gemeinde eine Menschenkette gebildet: „Wir wollen eine Lösung der Zypernfrage jetzt!“ Also gleich hinterm Checkpoint an der Ledrastraße haben die sich aufgereiht. Ist praktisch, weil nicht allzu weit weg vom Kaffee, wo die sich vor dem Ledra Palace in der Zone gewöhnlich treffen. „Wir werden die Frage auf unsere Weise lösen!“ Tampons hatten einige der in der Menschenkette jedenfalls keine in ihren Mündern, falls das eine der Lösungsmittel sein hätte sollen. Nein, es waren Trillerpfeifen, die wohl auch nicht effektiver wirken dürften.

Tampon ist Ihnen kein Begriff? Na ja, wenn es blutet und dieses Bluten gewissermaßen unweigerlich zu passieren hat – der Natur wegen. Sie verstehen? Gut!

Jedenfalls wartete der UN Peace-Keeping-Rat länger als 30 Tage, äh, Jahre, also genauer über mehr als 50, um nun vielleicht wegen Herrn Trump vom Trump-Tower doch endlich mal seine Mission auf Zypern zu überprüfen, nach dem Motto: Warum sind wir hier? Macht es überhaupt noch Sinn? Wie sich verhalten, wenn der politische Prozess, wie gerade wieder geschehen (wird), zusammengebrochen ist? Letzteres bezieht sich im Fall Zyperns ‚natürlich‘ auf die wie in einem zeitlosen Labyrinth verlaufenden Wiedervereinigungsverhandlungen.

Ja, Funding der UN wurde und wird also auch vonseiten Washingtons etwas zurückgefahren. Was Zypern angeht, ist es wirklich an der Zeit, dass da mal rigoroser jemand klargemacht wird, dass es SO nicht weitergehen kann! Bravo Donald Truck (Trump multipliziert mit der vergleichsweise ähnlich schlau dreinschauenden gezeichneten Disney-Ente namens Duck, ergibt also Truck).

Da fragt man sich eh, wie Die das über all die Jahre durchgedrückt bekommen haben, dass die UNFicyp ihren Auftrag stets verlängert bekam in der UN. Vor dem Hintergrund, dass auch noch 5, nicht etwa 2 oder 3, nein, 5 permanente Mitglieder des UN-Sicherheitsrates ihr „JAWOHL“ dazu abzugeben haben, ist das schon beachtlich – und wenn man bedenkt, wie verstritten die sich doch als zeigen, wie uneins, dann ist das Einverständnis schon eine Meisterleistung. BRAVO! Stinkt schon fast etwas nach Pushen. Wir wollen ja nicht gleich von Manipulation sprechen, die in gerade noch legalem Rahmen passiert, oder gar von, pfui, Korruption?

1978 soll es fast mal nicht geklappt haben, dass die Unbestechlichen in der UN bei der Abstimmung zum Verschicken der UNFicyp nach Zypern sich einigen. Weil: ALLE müssen dort nämlich ihr „JAWOHL“ abgeben. Ein einziges „NIX!“ macht das ganze UN-Spielchen schon kaputt. Friedenmachen ist halt ein schrecklich einstimmiges Geschäft.

Kann also sein, dass die Auswirkungen des erwähnten Spiels nun doch endlich zeitweise beendet werden auf Zypern. Man muss doch schließlich auch an die Karriere denken. Der beinah geschasste Norweger, der Herr Eide, Sonderbeauftragter der UN für Zypern, hat nämlich vor, bevor er die Koffer vor die Insel gestellt kriegt von den Zyprern, demnächst das Amt eines norwegischen Außenministers zu bekleiden. Auf Wiedersehen, könnte da spitzbübisch sich zuzwinkernd, gesagt worden sein. Und gewiss werden sich entsprechende Vertreter der Republik Zypern dann mit dem inzwischen etwas unliebsamen Norweger wieder besser verstehen wollen als jetzt. Als Außenminister kann er protokollarisch einwandfreies Verhalten erwarten. Jetzt – zumindest schien sich da was anzubahnen, was wahrscheinlich noch nicht ganz behoben ist – ist Herr Eide so etwas, wie eine geeignete Zielscheibe geworden, vor allem die von Präsident Anastasiadis, der sich an dem UN-Mann hochziehend, die kommenden Wahlen auf Zypern im Frühjahr 2018 erfolgreich in den Ziellauf zu bringen gedenkt – bis ins Ziel. Anastasiadis scheut auch nicht davor zurück, die 2012 auferlegten Maßnahmen zur Beschränkung der Ausgaben zum Erreichen seiner Wiederwahl aufzugeben. Die TROIKA wird’s freuen. Bislang scheint lediglich bekannt geworden zu sein, dass Anastasiadis‘ Vorhaben zufolge ungefähr 15.000 Familien profitieren werden, was den Steuerzahler so um die 6 Mill. € kosten dürfte. Wahlkampf auf Zyprisch! Dem nicht genug sollen auch Krankenschwestern, die eine Universitätsausbildung haben, und andere vergleichbare Gruppen innerhalb der Gesellschaft ein Zuckerbrötchen zugesteckt bekommen – die Peitsche kommt vielleicht später, doch nicht unbedingt dort, wo sie mal niedergehen sollte mit Getöse!

Wir dürfen daher alle hoffen, dass Herr Eide recht nett weiterhin breitest in Kameras lächelt und lächelt und nochmals lächelt, damit er selbst die Koffer nach Norwegen oder New York tragen kann oder darf und sein Widersacher, sozusagen, der Herr Anastasiadis, aufgrund solch heroischer, ja, patriotischer Tat eines Nicht-Zyprers auf Zypern nicht noch einmal so viel Wählerstimmen abräumt, dass er das Inselland erneut regieren soll oder wird.

Das DING, seine Wiederwahl, könnte vielleicht wirklich ins Inselauge richtig Schaden bringend gehen!

Stellen Sie sich doch mal DAS bitte vor. Da sichert der Eide ab, dass die Türken die türkische Armee von Zypern abziehen wird. Ja, sie lesen richtig. Das hat Der geschafft. Und was macht der griechische Außenminister: Beschwert sich bei Guterres, dem UN-Häuptling, genau darüber:

Der Norweger unterstützt doch die Türken!

So was in der Richtung muss der Grieche Kotzias in seinem Schreiben dem Guterres vorgekotzt haben. Wahnsinn. Doch dem nicht genug. Herr Christus-Schmerz, also Christodoulides, meint, ja, das hatten wir so mit Athen sehr wohl abgestimmt, also den Linker, wenn ich so sagen darf, den man dem Eide angetan hat. Das geht doch wohl nicht, dachte der Südzyprer, der auch Regierungssprecher ist, und dies gewiss vor Schmerz deswegen gekrümmt, nämlich, dass so ein Dauergrinser aus Norwegen sich derart in UNSERE Angelegenheiten mit den Türken mischt. Doof nur, und das hat vielleicht niemand so richtig bedacht, dass man der UNFicyp nun einen Rechtfertigungsgrund mehr genommen hat, um ihren Verbleib auf Zypern zu begründen.

Glücklicherweise ist Zypern und das politische Geschehen darauf ja so weltumspannend wichtig, dass solche nebensächlichen Erwägungen von den Herren – es gibt nur wenige Damen im Parlament – nicht zu berücksichtigen sind. Herr Erdoĝan, der auserkorene Dauerfeind der „Zyprischen Demokratie“, mag den Griechischzyprern mit seinem Fall hoch zu Ross runter mit der Nase auf den Boden, „plubb“, damals irgendwann war’s am Anfang seiner steilen türkischen Politkarriere, ein Zeichen sein. Sagen wir mal, eben erwähntes Zeichen besagt: Was tief fällt, trabte einst hoch (und ist gerade dabei, so hoch zu traben, dass es eigentlich nur nochmals fallen kann. Bloß wohin und wann)?!

Jetzt seien Sie doch nicht gleich eingeschüchtert, verehrte Leser. Na, und Bange muss Ihnen schon mal gar nicht werden um den südzyprischen Regierungssprecher Schmerz Christi (Christodoulides). Der fängt sich schon wieder. Am besten scheint ihm das zu gelingen, wenn er, wie soll man sagen, so ganz unaufgeregt ins Mikrofon spricht, so, als habe er ALLES im Griff. Man könnte zuweilen denken, er beschleicht den Präsidenten der Republik wie ein Schatten, der vielleicht überschattiger, oder wie man sagen könnte, dem präsidialen Schatten werden könnte, und zwar so schattig, dass das politische Karriererädchen des Herrn Anastasiadis dann in zweiter oder gar dritter Reihe zukünftig wieder drehen muss, nur, weil er den Schmerz im Schatten des Schatten von Herrn Christodoulides zu stehen, nicht mehr abwimmeln konnte. Das Volk könnte Christodoulides als Lichtfigur erkennen und hoffen, dass der Wahnsinn, der jetzt gleich im Anschluss erzählt wird, ausgerechnet von diesem Politiker entschmerzt wird – oder so was Heilbringerisches.

Also, halten Sie sich ruhig fest: „Niemand fragte, warum die Türkei bei der Ankündigung der dritten Lizensierung in Sachen Ölförderung 2016 so zahm reagierte. Damals gab die türkische Regierung ein nicht offizielles Statement ab, wie erwartet, und vergaß die Angelegenheit. War ziemlich seltsam, zumal Block 6, den die Türkei ja als einen Teil ihres kontinentalen Bereiches deklarierte, als einer der drei Förderstellen im Angebot war. Ankaras Statement besagte damals: viele Teile des Bereiches namens Block 6 liegen außerhalb der externen Grenzen der Türkei, der Kontinentalplatte im östlichen Mittelmeer, welcher bei der United Nations registriert ist.

Warum hat die Regierung Zyperns Block 6 in die dritte Lizensierungsrunde mitaufgenommen, wo sie doch bereits 2014 darüber informiert worden war, dass das ein casus belli (Krieg) für die Türkei bedeutet? Und warum haben die Türken lediglich routinemäßig dazu Stellung genommen? Die Antwort kann in einem Geheimtreffen in Davos/CH im Frühjahr 2015 zwischen Anastasiadis und dem ehemaligen Ministerpräsidenten der Türkei, Ahmet Davutoĝlu, gefunden werden. Die beiden einigten sich darauf, dass der einzige Weg voran sei, eine Formel zum Beenden der Zypernfrage zu finden, was den Weg für Kooperation in Sachen Hydrokarbonate freimachen würde. Die US unterstützen diese Denke vollkommen und mit den Zypernverhandlungen zwischen Akıncı und Anastasiadis verlief danach auch alles gut im Jahr 2015. Vize-Präsident Joe Biden(US) belohnte Anastasiadis. Bei einem Treffen in Davos 2016 informierte Biden Herrn Anastasiadis darüber, dass durch die Intervention der US-Regierung die Türkei ihre Einwände wegen der Lizensierung des Blocks 6 aufgegeben habe. Den Ausdruck von Interesse, den die Exxon-Mobil in der dritten Lizensierungsrunde zeigte, war Teil der Biden-Initiative gewesen. Die Türkei beschränkte sich lediglich auf ihre alte Politik der Navtex-Warnungen, sendete die Barbaros aufs Meer und gab hartklingende Stellungnahmen ab, manchmal auch Drohungen. Also solche wie letzten Monat, als offensichtlich wurde, dass Anastasiadis nicht interessiert war, einen Deal zu erreichen und sich nur an Gesprächen mit offenem Ausgang interessiert zeigte – bis zu den Wahlen Anfang 2018. Nach dem Abendessen am 2. April 2017 mit Mustafa Akıncı, machte die türkische Seite klar, die [angesprochene] Prozedur bis Juni 2017, und vor dem Drillen in der zyprischen AO-Zone, wie geplant vollendet sehen zu wollen. Anastasiadis wurde daraufhin [aber] zum Hard-Liner und fokussierte aufs Anschuldigungs-Spiel (blame-game), wobei allen ersichtlich wurde: Anastasiadis arbeitet an einer Strategie, die anvisierten Verhandlungen zu umgehen.

Verrückt, dass Anastasiadis gedacht haben könnte, er kommt mit solch Handwerk davon. Der muss wirklich an Fehleinschätzung leiden oder in einer Traumwelt leben. Denkt der wirklich, er könne die USA benutzen und die Türkei verarschen, ohne, dass das irgendwelche Konsequenzen zeitigt für Zypern? Damals im Jahr 2015 war es effektiv so, dass er vermochte, seine Energiepläne durchzuziehen, allerdings mit dem Vorbehalt einer Regelung in Sachen Zypernfrage und einer Energiekooperation mit der Türkei. Kaum war der Start des Bohrens nach Öl anberaumt, machte er sich daran, den Friedensprozess zu verabschieden, derart brachte Anastasiadis nicht nur die Türkei ins Schleudern, er durchkreuzte auch Sicherheitspläne der USA für die Region, die auf Energie-Kooperation basieren.

Wir sehen inzwischen bereits die Konsequenzen des unverantwortlichen Spiels von Anastasiadis. Die Türkei gab bereits mehrere Navtex-Notizen heraus, führte Schiffsmanöver im Block 6 aus und sendete ihr seismografisch ausgerüstetes Erkundungsschiff, die Barbaros Hayreddin Paşa, bis südlich der Karpas Halbinsel[, das ist der Zipfel Zyperns, der Richtung arabisches Festland zeigt]. Das Verteidigungsministerium Griechenlands gibt an, es habe Informationen, die Türkei könne einen Vorfall im Meer draußen vor Zypern provozieren. Derart fütterte man Spekulationen der Medien, dass ein Konflikt im Busch liegen könnte. Espen Eide fügte Freitag noch Eins oben drauf, als er eine unüberhörbare Warnung bei einem Interview mit der Cyprus News Agency hervorbrachte: „Sollte es der Bohrungen wegen zu einem Showdown kommen, sind meine Bedenken, dass es dramatischer werden könnte als 2014, weil allgemein die Stimmung in der Region dramatischer ist!“ 2014 hatte die Türkei Untersuchungen in der zyprischen AOZ ausgeführt.

Und wie hat Anastasiadis die Angelegenheit bislang gehandhabt? Er berief ein Treffen des Geostrategischen Rates ein, den er selbst vor einiger Zeit begründet hatte, so, als ob ihm das irgendwelche Antworten einbringen würde. Und sein Sprecher [eben Christus Schmerz] hat in dieselbe Kerbe hohl gedroschen, also, dass Nikosia alle nötigen Schritte unternommen habe, die Provokationen der Türkei anzuprangern – die machten also so, als könnten Worte der Verdammung die Türken stoppen. Nach einem Beitrag in der zyprischen Fileleftheros-Tageszeitung vom Freitag, hatte sich zwischenzeitlich ergeben, dass das Außenministerium Zyperns Diplomaten der Staaten einberief, deren Firmen an der Erkundung des Ölreichtums in der Region AOZ beteiligt sind und dort bohren. Sie wurden über die Gefahr in der Gegend in Kenntnis gesetzt, der ihre Bürger dort ausgesetzt sind, die türkische Aktionen hervorbringen könnten.

Denkt der etwa, diese Länder würden nun ihre Marine dorthin verschicken, um ihre Bürger zu beschützen oder Druck auf die Türkei ausüben, sich zu benehmen?

Anastasiadis hat das Alles ausgefressen, weil er glaubte, es könne ihm gelingen, alle reinzulegen. Kann er nicht! Der scheint keinen Schimmer davon mitzukriegen, wie den Gefahren zu begegnen ist, die dank seiner mangelnden Kenntnis seines Handwerks anstehen [Sunday Mail, 7. Mai 2017, Opinion, S. 11].“

Nun, anscheinend sieht Nikos Anastasiadis einen Ausweg in selbst angerichtetem Schlamassel darin, sich den Verweigerern anzuschließen, also solchen wie Lillikas oder Papadopolous Junior. Es stehen ja schließlich auch Wahlen an, die, könnte man denken, irgendwie immer anzustehen scheinen auf Zypern. Wie halte ich mich im Sattel, scheint auf der Insel primär ganze Legislaturperioden hindurch das Hauptthema zu sein und nicht die Frage: Wie regiere ich das Land gemäß den Interessen des Landes und der Belange und Wünsche der Wählerschaft etc.?

Na ja, so ungefähr könnte es jedenfalls schon einzustufen sein. Denn eine Lösung der Zypernfrage käme für Präsident Anastasiadis nach eigenen Bekundungen keinesfalls auf Teufel komm raus in Frage. Nein! „Mit großen Bedenken beobachte ich einige, die sehr in Eile sind, alles zu akzeptieren!“ Der Gute! Nach über 50 Jahren NOTHING in den Zypernverhandlungen spricht der von „Eile!“ Besser also, er hält die Klappe. Nein, er sagte nicht: Ich halte nun die Klappe. Aber so was in diese Richtung gehend. Endlich hat er es eingesehen, dass sein Gebrabbel nichts mehr bringt, wahrscheinlich keinen Zyprer mehr von einer vereinten Insel träumen lässt, sondern klarer denn je erkennen lässt: Es ist einfach eine Art Beruf geworden, ein Arbeitsplatz, den es zu erhalten gilt, die Zypernfrage – womöglich schon ein akademische/s Rätsel oder Preisfrage? Wem mit solch Politik auch immer in die Hände gespielt wird, den Russen dürfte es gefallen, dass die Zyprer im griechischsprachigen Teil auf mehreren Partys tanzen, und ehrlich gesagt nirgends wirklich.

Und nicht, dass Sie nun etwa beginnen, verehrte Leserschaft, Herrn Anastasiadis und seine Crew in den Himmel zu wünschen. Der kann nämlich im Grunde gar nichts für seine politischen und diplomatischen Geschicke/Strategien/Züge. Sagt er ja selbst zuweilen. Denn er ist doch Minderheit – der Arme. Ja, in Zypern regiert eine Minderheitsregierung. Das ist recht praktisch, weil dann sind halt doch wirklich eigentlich immer die anderen schuld. Ich wollte ja, aber die ließen mich doch nicht! Somit können auch keine „radikalen, neuen Ideen aufs Mal implementiert werden!“ Somit ist Stillstand der Politik der Insulaner schon mal teilweise erklärt. Obgleich: Ein bisschen bewegt sich ja schon als etwas in den Korridoren der Macht und den Amtsstuben des Verwaltens von Macht. Die Cafeterias in zyprischen Amtsgebäuden sollen auch recht bewegt ihren Dienst abreißen. Gehen wir weiter im Stoff.

Demnächst könnte die Hauptstadt Europas 2017, das unvergleichliche Pafos, doch noch vor Ende des Jahres einigermaßen anzusehen oder vorzeigbar hergestellt oder hingestellt, also zusammengebastelt worden sein für den einmaligen Event, der da ist, Kulturhauptstadt Europas zu sein. Man müht sich ja so! Die Bilder im Fernseher stimmen jedenfalls schon mal! Und daher muss man sich in der Tele-Kiste all das Unfertige nicht ansehen, dass bei einem Gang durch die Altstadt von Pafos und andernorts in dieser Stadt den Blick blockiert. So gerne würde man als Regierung doch das nötige „JA“ für Schifffahrt, Tourismus, Wachstum und Wettbewerbsstärke erhalten, doch die bösen Anderen im Parlament lassen es einfach nicht zu. Gemeint ist, dass ein Untersekretariat in erwähnten drei Bereichen eingerichtet wird. Hätte man so etwas, wäre die Pleite von Pafos, die erwähnte Blöße, dass man fristgerecht der Welt sein schönes Gesicht offenbart, dann etwa keine?

Pafos ist schon etwas, wie soll man es nennen, korrupter Sumpf. Leider nicht nur dort auf Zypern. Hat vielleicht doch mit Afrodite zu tun!? Jedenfalls hat der ehemalige Generaldirektor der griechischen Helector auf der Außenstelle in Zypern, Herr Demetris Giannakopoulos, nun doch, seinerseits gnädiger Weise, sich des Betruges als schuldig erklärt vor Gericht. Der gute Giannakopoulos steckte mit Vergas unter einer Decke, der ja schon 6 Jahre aufgebrummt bekommen hat. Aghia Napa, sozusagen am anderen Ende der Insel, ist mindestens genauso korruptionssumpfanfällig wie Pafos. Einige Polizisten mussten dort nun doch vom Dienst suspendiert werden – Mord. Genauer: Irgendwie scheinen die Suspendierten an einem vierfachen Mord beteiligt zu sein. Einer der Ermordeten war ein Polizist usw.

Und dabei hat man in Nikosia-Süd doch anscheinend etwas Kohle abgezogen, um die Blöße von Pafos vielleicht doch noch etwas rechtzeitig den Zyprern und dem Rest der Welt mit zu Gesicht gutstehendem Gehalt zu füllen.

Das Ding mit der Kohle ging so: Wir haben keine nennenswerte Industrie, sagten sich die schlauen Politiker der Republik Zypern, wir haben wenig Lust, uns mit Türken zu einigen – und wenn, dann nur nach unseren Bedingungen! Was tun wir daher? Genau: Verkaufen wir doch unseren zyprischen Reisepass der Republik Zypern, des EU-Mitglieds mit fast gar höchstem, politisch-ökonomischem Gewicht in der Union, Pass der Väter und Mütter greko-römischer Ursprungs-Zivilisation Europas! Andere Leute verkaufen Rosen oder Marihuana oder auch schon mal Aufenthaltsberechtigungen. Sogar Heiratsverträge werden hier auf Zypern, stellte man gerade fest, mehr oder minder geschickt hundertfach und vielleicht noch mehr verkauft. Was tut Mensch nicht alles, um in den mit Goldäpfeln behangenen Gärten der Afrodite Lust zu wandeln! Und weil wir schon dabei sind: Die Stadt Pafos selbst hat sich mächtig ins Zeug gelegt und bewirbt nun, nein, ich lüge nicht, bewirbt die Sonnenuntergänge am Geburtsplatz der Afrodite in Kouklia. Weil die dort einfach am aller-aller schönsten sind, nirgendwo sonst. Hotels sind angehalten, dafür die Werbetrommel zu rühren. Es gibt indes noch weitere TOP-SPOTS, um das pafitische Phänomen mit Afrodite oder jemand anders im Arm zu bestaunen.

Ja, Pafos liegt im Süden der geteilten Insel. Wir springen hier lustig hin und her, als sei die Teilung der Insel nur ein zu übersehender Scherz, sorry.

Wie, Scherz? Etwa kille-kille oder kisa-kisa? Also Ersteres sagten wir gern als Kinder, wenn wir jemanden kitzelten und der endlich lachen sollte. Die Kisa in Nikosia ist manchmal auch amüsiert, doch anscheinend nicht, wenn jemand folgendes von sich gibt, über jemand, der oder die er nicht zu seinen Schäfchen zählen will/mag oder kann: „Die sind doch Anatolier, grobschlächtig, die werden nie Europäer werden, noch nicht mal in 100 Jahren, und wenn die hier [Zypern] bleiben, werden sie ein Dutzend Kinder pro Familie machen – wohin werden wir noch kommen mit denen?“ Herr Kostas Kleridis ist der Oberstaatsanwalt der Republik Zypern, und der hat nun befunden, dass die Kisa (Bewegung für Gleichheit, Solidarität und Anti-Rassismus) LEIDER nicht damit rechnen könne, dass solche Reden als Hasstiraden einzustufen sind. An einem Stammtisch, wo ein Arbeitsloser dem anderen solch Zeug erzählt, könnte wohl noch ein Auge zugedrückt werden. Doch wenn der Oberpriester der orthodoxen Kirche Zyperns, der Erzbischof, solche Reden schwingt, dann sind das, wie Doros Polycarpou von der Kisa fordert, schon Tiraden, die Elemente von Hass und anderem Gedöns in sich tragen, die auf uns ‚Durchschnittsmenschen‘ abgelassen werden. Unabhängig von dem Befund des obersten Staatsanwaltes will die Kisa mit dieser Hass-Geschichte weiterziehen, vielleicht bis ans Europäische Gericht. Dr. Maria Hadjipaviou spricht davon, dass es auf Zypern eigentlich eine lange Art Tradition gäbe, Friedensaktivisten ins Abseits zu stellen – zu kriminalisieren, wenn irgend möglich. Sie muss es wissen, sie arbeitete als Professorin in der Fakultät für Sozial- und Politikwissenschaften der Universität Zypern. Nicht das alle Türken Friedensaktivisten wären. Das wahrscheinlich noch Länger nicht. Doch die Kisa sieht sich durchaus auch in diesem Spektrum unterwegs auf der Insel – zum Beispiel prononciert für die Rechte von Migranten.

Kisa, ihrerseits, soll es in puncto Geldbeschaffung etwas übertrieben haben, eventuell. George Soros soll mal etwas Geld gespendet haben, der ja diesen Think-Tank der „Open Society Foundation“ ‚betreibt‘. Und letztere Organisation soll die losgetretene Migration verarmter und/oder desillusionierter Menschen aus vielen Teilen der Welt gen Europa auch als Chance begreifen, mal etwas grundlegend ändern zu können auf Erden. Wer sich mit den Mächtigen, also jenen einlässt, die mächtig viel Geld haben, muss sich warm anziehen. Das ist ja jedermann bekannt. Schließlich funktioniert die sozio-politische Hackordnung bei Humaniden so in etwa seit Jahrtausenden.

Nun, mit Hackebeil sollen sie sich nicht gegenübergestanden haben, die Rechten und die Linken. Anfang Mai war es aber so weit, so um den 8. Mai 2017 herum muss es gewesen sein, als in Limassol extremistische Rechte ein Treffen der Linken von der Technischen Universität stürmten. Immerhin: 2 Nazis wurden vorübergehend eingebuchtet. Dass man die 8 Tage wegsperren konnte, ging leider nicht, weil das Gericht sich nicht drauf einließ. Und so mussten 4 Tage ausreichen. Das Übliche wird ihnen angelastet: Aufwiegelung, Anschlag, Übergriffigkeit und Verbrechen aus Hass. Die beiden gefassten sind keine Unbekannten. Die haben schon für Rechtsparteien in den Startlöchern gestanden. Schwarz gekleidet mit Hoodys über die Köpfe gezogen. Also ganz klassisch, sozusagen – mit Art Baseballstöcken in den Händen. Die Linken waren zusammengekommen, um über ihre Rolle bei einer Wiedervereinigung der Inselteile öffentlich nachzudenken. Die nennen sich: „We want a federation (wir wollen eine Föderation).“ Als eine der Konsequenzen der Attacken von politisch Rechten, wurden in Limassol und andernorts kleinere Anschläge auf Büros der bereits im Parlament vertretenen neo-faschistischen ELAM verübt. Wenden wir uns nochmals dem zu, was ja vor allem auch solche, wie die von der ELAM zu verhindern suchen: Rassenvermischung etc.

In Sachen Heiratsverträge sollen es vorwiegend Menschen vom indischen Kontinent sein, die sich mit einer Zyprerin oder einem Zyprer oder jemand Europäischem vom Balkan, vorwiegend, auf Zypern ehelichten, wahrscheinlich auch, um in der herrschenden Hackordnung endlich nach oben zu rücken – und sei’s auf Umwegen, die durch das eine oder andere eheliche Verhältnis führen. Im Grunde ist das uns Menschen ja auch nichts Neues. Doch derart dabei schummeln, wie viele es nun offensichtlich getan haben, dass bringt unsere moralischen Standards, die vergleichsweise die höchsten weltweit sein dürften, dachten Sie das etwa eben?, doch wirklich ins Wanken!

Gott, das sind doch kleine Fischchen, diese Heiratszertifikatsbetrüger. Die wirft man doch besser zurück ins Meer und holt sie wieder raus, wenn sie größer sind? Und die großen, die machen eben auf „Visa-Passport“, wie zu erfahren ist. Das ist wirklich legal. Man kann ja so viel legalisieren: Marihuana, genmanipulierten Mais oder eben Bombenabwurf auf Zivilisten wie beispielsweise im Jemen, was dann verharmlosend „Kollateralschäden“ genannt wird; dass also so richtig reiche Ausländer sich übers Gesetz heben können, gewissermaßen, indem sie etwas Kohle für ein Stück vom nationalen Herzchen einer eigentlich rein-griechischen Nation, von Zypern, abdrücken. Die müssen lediglich Money investieren, so und so viele Millionen, und dann kommt der erlösende Satz: Da, da hast du deinen Pass!

Die Glücklichen.

Ein florierender Markt, anscheinend. In Pafos kann man es auf Arabisch und natürlich auch auf Englisch lesen, wenn durch die Straßen geschlendert wird: „Passport-Visa!“ Sogar im Hilton soll ein solcher Dealer schon seine Kreise ziehen – mit Fensterauslage. Muss gestehen, die Auslage persönlich noch nicht gesehen zu haben. Was könnte da wohl alles drin liegen: Gewiss eines der vielen EOKA-Denkmäler in Miniaturformat, Aufnahmen von riesengroßen Villen, versteht sich lächelnde, freundliche Zyprer in Trachten und beim Tanz, vielleicht auch der Ort, an dem Afrodite aus dem Meer stieg, um sich am fleischlichen Leben zu laben etc.

Dem nicht genug, schreibt ein gewisser Antonis Loizou in der Cyprus Mail vom 07. Mai 2017 über das Phänomen Visa-Passport, als sei es News. Er ist offenbar einer der Großverheirater oder Verzyprerer. Die Warteschleife vor seinem Büro, die Adresse ist unübersehbar angegeben neben seinem Artikel, dürfte sich eventuell nicht mehr auflösen können vor seinem Geschäft. Weil Zypern ist nun mal der Nabel der Welt und da wollen alle hin. ALLE. Daher komm ich ja auch darauf, dass die Warteschlangen endlos sein könnten, so endlos eben, verstehen Sie das nicht etwa falsch, wie eine Bauchnabelschnur: Ist diese nämlich gekappt, befindet man sich fortan in die Welt entlassen. Geht man bei Loizou aus dem Laden, ist man ein Mensch, äh, Bürger der Republik Zypern, dem fortan das Recht zusteht, seine Geschäftchen und andere Aktivitäten in die EU von Zypern aus zu entlassen.

Schon recht dreist, dass der Loizou da so auf Seite 20 in der Mail-Zeitung einfach so Werbung machen darf. Die Letztere kommt daher wie ein ganz normaler Artikel. Toll! Wieviel die Cyprus Mail für solch Schleichwerbung wohl in ihren Rachen schieben darf, mehr als 100 Euro? Jedenfalls ist das jetzt so etwas wie ein Geschäftszweig geworden auf Zypern, der Visa-Passport, wo auch der Staat etwas von abbekommt. Und auch daher denken viele, müsste die Pleite von Pafos nicht sein!!!

Sie wollen das Ding mit den Visa-Passports genauer wissen, hier ein Auszug des Kommentars aus der Sunday Mail Zyperns vom 30. April 2017 zur näheren Veranschaulichung: „Indem Hasiko Sokratis, Innenminister Zyperns, das Staatsbudget 2016 präsentierte, ließ er wissen, dass das Programm des Bürgerschaftserwerbes gegen Investitionen 2,5 Milliarden € in die Kasse gespült hat seit 2003. Das hat die Erwartungen übertroffen, vor allem wegen dem Muster, welches davor aufgesetzt worden war, diesbezüglich, im Zuge der globalen Finanzkrise. Dieser Zuwachs lief Hand in Hand mit der Zunahme der Besucherzahlen im Tourismus. 2016 kamen 3.18 Millionen Besucher. Das war ein Rekordbruch. Dieser steuerte 12% zum Bruttosozialprodukt des Landes bei… (Sunday Mail, 30.04.17, S.21, Micha-Rose Emmett).“

Es ist also nicht kriminell auf Zypern, solche Geschäftchen zu tätigen. Und die EU scheint auch kein Problem damit zu haben. Es gibt durchaus auch andere Länder, die in Sachen Passport-Visa zuschlagen: Malta etc.

***

Die Anti-Geldwasch-Einheit Zyperns namens „Mokas“ hat Verfahren angestrengt, um Eigentum von 5 Personen einzuziehen, Personen, wie der ehemalige EDEK-Abgeordnete Fidias Sarikas, die der Korruption für schuldig befunden wurden – in Verbindung mit der Abwassersystem-Angelegenheit in Pafos bei der Sapa. Zusammen mit Sarikas, der Bürgermeister von Pafos von 1997 bis 2002 war, waren auch der ehemalige Gemeinderat Giorgos Michaelides, Efstathios Efstathiou und Vasos Vasiliou sowie gegenwärtiger Gemeinderat Giorgos Shailis angeklagt. Deren Anwälte baten um Nachsicht am Mittwoch. … . Die 5 wurden in 61 Fällen angeklagt, in solchen wie Bestechung, Geldwäsche, Machtmissbrauch, Konspiration. Einige Anklagen wurden dann aber fallengelassen. Michaelides wurde in 19 Punkten schuldig befunden, Sarikas in 6, Efstathiou in 14, Vasiliou in 7 und Shailis in 6. Die Vollstrecker der Mokas sagten dem Gericht, es seien Prozeduren begonnen worden, Grundstücke der Betroffenen zu beschlagnahmen, um derart Geld einzutreiben, welches bewiesenermaßen durch Schmiererei und dergleichen Aktivitäten erworben worden ist.

Der frühere Bürgermeister Savvas Vergas und der frühere Sapa Chef, Eftihios Malekkides sitzen bereits eine Haftstrafe von 6 Jahren ab, nachdem sie sich schuldig bekannt hatten. Die haben tausende Euro Schmiergeld zurückbezahlt, die sie erhalten hatten. …. (Cyprus Mail, 4. Mai 2017, S. 5, George Psyllides).“

Korruption ist also auch im Süden der Insel ein sehr verbreitetes Problem. Es ist manchem so verbreitet, dass es gar nicht mehr als solches gewahr wird. Manche/r mag denken, dass das die Art und Weise sei, wie die Dinge nun mal zu sein haben. Sogar die mächtige EU in Brüssel und/oder Straßburg mit ihren TOLLEN Aufnahmekriterien, die es zu erfüllen gab, um Vollmitglied im Club namens EU zu werden, konnten so etwas nicht für immer und alle Zeiten auflösen auf Zypern. Hat wohl auch niemand erwartet. Doch es scheint schon länger dringend Bedarf zu bestehen, dass jemand von außen den Zyprern nochmals in irgendeiner Weise klarmacht: SO GEHT’S NICHT!

OK, wenn man sich ansieht, was in Rumänien und Ungarn oder Polen, Italien, Frankreich alles geht … . Sogar im General Hospital (Krankenhaus) von Nikosia musste ein Oberarzt und weitere Ärzte wegen Korruption das Handtuch schmeißen. 128.000 € soll Herr Kyamides zurückbezahlen, die er Patienten nachweislich abgenommen hat. Der arbeitete nach dem Motto: Extra Kohle her oder keine Behandlung! Den Trip konnte der Chefarzt im General Hospital knapp 8 Jahre durchziehen, von 2008 bis 2016. Von sowas wie ärztlicher Ethik und dass einem Patienten vorerst mal geholfen werden muss, scheint Herr Kyamides sich zusehends verabschiedet zu haben, es vergessen zu haben, wenn es ums Geld geht und ging.

Verwundert, zu lesen, dass es die Cyprus Air demnächst – oder etwa immer noch? – wiedergeben soll. Man hatte doch so am Rande mitbekommen, die hätten der Gesellschaft einen anderen Namen verpasst damals: Cobald, oder so. Jedenfalls ist wieder die Rede von dieser Airline und unter dem alten Namen. Die soll ab Juni 2017 nach Rhodos, Kreta und Tel Aviv fliegen von Larnaka aus. Ob sich die beiden ersten Destinationen bezahlt machen werden, erscheint doch wohl eher fraglich.

Nun: Von dieser ehrenwerten Flugzeuggesellschaft gedanklich über das Wort Pilot, weil Piloten fliegen ja zusammen mit Computern Flugzeuge, zu „Pilotprojekt“ zu kommen, ist zugegebenermaßen nicht gerade Höchstleistung im Geist. Doch es ist ja bitte sehr auch Sonntagmorgen. Die Sonne scheint, die Tauben gurren, das Meer winkt und winkt von Weitem und ich sitze immer noch hier und schreibe eben nun davon, dass es ein Pilotprojekt geben wird, welches das Ziel hat, Schildkröten aus den Netzen der Fischer zu halten. Ansprechpartner ist eine Yianna Samuel. Sie spricht von einer europaweiten Initiative namens „Life Euroturtles“. Grün leuchtende Lampen an Fangnetzen anzubringen, soll helfen, Schildkröten zu signalisieren: dort besser nicht rein schwimmen! 64% weniger tote Schildkröten seien das Resultat – so in etwa. Den Fischern bringt es auch was, da sie weniger oft beschädigte Netze aus dem Meer ziehen.

OK, solang Kalbs- oder Rindfleisch nicht übers Meer in die Bäuche seiner Konsumenten von einer Seite der Trennlinie zur andern der Insel im südöstlichen Mittelmeer kommt, will ja keiner was gesagt haben. Ist doch wahr! Schauen Sie sich doch an, wo die türkische Lira im Vergleich zum Euro gelandet ist! Letzterer ist so in etwa 3 Mal so kaufkräftig. Mustafa Şeytancık ist nämlich Metzger im Norden. Also nicht hier im Süden, drüben. Und der findet es gar nicht lustig, dass die Fleischpreise so gestiegen sind in letzter Zeit. Sie werden hier angekommen, eventuell denken: Der soll sich nicht so haben, ist doch eh Ramadan. Stimmt! Dennoch wollen viele Muselmanen nach dem Fastenbrechen auf ihr Kalbs- oder Rindfleisch nur ungern verzichten. Ein bisschen Freude muss ja wohl auch beim Fasten aufrecht erhalten bleiben. Und daher erwägen manche, ja stellen Sie sich das vor, dem soll nun wirklich vereinzelt so sein, sich mit dem nötigen Material, sozusagen, im Süden zu versorgen. So teuer ist das Fleisch im Norden also inzwischen, dass einige Bürger aus dem Norden, die ja auch – automatisch – Bürger des Südens sind, Fleisch schmuggeln. Gewiss ist einer oder die andere geschäftstüchtig genug, mit kleinem Aufpreis das einstige Kuhleben an Interessenten zu verdealen. Pikant daran: Das Fleisch dürfte nicht helal geschlachtet worden sein. Wundern Sie sich also nicht, wenn der Kofferraum geöffnet werden muss an der Grenze. Die wollen lediglich IHR Fleischgeschäftchen ausheben. Im Süden soll das Kilo umgerechnet 27 TL kosten, wohingegen es im türkischsprachigen Norden bereits 60 TL kosten soll. Das sind ungefähr 16 Euro.

Ramadan wird dieses Jahr im Norden vielleicht schon etwas, wie soll man sagen, festlandtürkischer geprägt sein: noch mehr Orte, an denen von Wohltätigkeitsvereinen und anderen Interessierten auf öffentlichen Plätzen zum Fastenbrechen eine Mahlzeit kostenlos an Fastenbrecher, aber auch andere Interessierte, ausgegeben wird. Bislang hat von diesen wohltätigen Menschen niemand gefragt: Fastest du auch? Dürfte sich wohl auch trotz verstärkter Präsenz festlandtürkischer Organisationen nicht geändert haben. Ob die Frage: Bist du Muslim kommt, gälte es noch auszukundschaften.

Nicht wenige Familien im Norden sollen sich diesen Luxus gar nicht erlauben können, auf diese Verteilaktionen zu verzichten. Das hat damit zu tun, dass sie eh am Existenz-Minimum leben. Viele geschiedene Frauen und ‚ihre‘ Kinder sind vorrangig betroffen. 2007 sollen 440 Menschen sich verheiratet haben und 548 Paare ließen sich scheiden. Im Jahr darauf heirateten 422 Paare und 571 ließen sich scheiden. 2009 waren es 261 zu 669, im Jahr 2010 sind es 354 zu 706 gewesen, 344 zu 739 im Jahr 2011 und so ging das in etwa weiter, doch nicht ganz: Im Jahr 2016 kam es zu 24 Eheschließungen und zu sage und schreibe 841 Scheidungen.

Eheberaterin Nihal Salman ist der Ansicht, dass es im Norden Zyperns dringend eines Familienministeriums bedarf. Eigentlich ein mittelgroßer Skandal, dass die dort so etwas noch immer nicht haben. Sie konnte feststellen, dass Paare meist in den ersten 5 Jahren ihrer Ehe auseinandergehen. Mal abgesehen von jenen, die ohne Eheschein zusammenleben, meint Salman, zeigen die Statistiken auch, dass die Anzahl der Kinder den Entscheid, sich scheiden zu lassen, beeinflusst. Familien mit mehr als 3 Kindern hätten eine Scheidungsrate, die bei über 7,7 % liege – ein recht hoher Wert.

Dennoch haben Frauen auch im Norden Zyperns Aufstiegschancen. Das soll aber nicht bedeuten, dass Frau Sevcan Görgüner eine geschiedene Frau mit Kindern ist. Vielmehr hat sie es geschafft, die erste Frau im Norden zu sein, die Vorsitzende der Türkisch Zyprischen Industriekammer geworden ist. In England hat sie ihre Uni-Ausbildung abgeschlossen und ging dann nach Istanbul, um beruflich Erfahrungen zu sammeln, wie sie in der türkischzyprischen Kibris Gazetesi erzählte. Dort arbeitete sie für eine internationale Firma, wo sie auch zur höchsten Chefin aufstieg. Im Jahr 2000 kehrte sie jedoch nach Zypern zurück. Die 1969 Geborene kommt aus einer Familie, die im Norden im industriellen Sektor schon seit den 50er Jahren tätig ist. Sie war sozusagen von Anfang an ein Kind des Industriesektors des Landes.

Es ist also nicht Hopfen und Malz verloren auf Zypern. Auch wenn sich die beiden Inselteile wohl vorerst nicht vereinigen werden, scheinen genügend Auswege für die Bevölkerung parat zu sein, die Kurve im Allgemeinen zu kratzen und ein einigermaßen anständiges und durchaus auch noch gemütliches Leben führen zu können – wenn man ein bisschen Glück hat und wenn man nicht in die „emotionale Inzest“-Falle tappt. Mütter würden ihren 30 Jahre alten Söhnen oder Töchtern nämlich noch das Bett machen. Die lieben großgewordenen Kinder bevorzugen Hotel Mama, auch, wenn sie über 30 Jahre alt sind. Kinder beteiligen sich offenbar generell wenig bis gar nicht an finanziellen Ausgaben für Elektrizität etc., auch nicht, wenn sie arbeiten und einen guten Job bekleiden etc. Die gute Brut wird also in aller Regelmäßigkeit meist verzogen. Die häufig vorzufindende Unselbstständigkeit der zyprischen Jugend und jungen Eltern hat noch mehr Gründe, doch das ist einer, der Ausländern schnell auffällt.

Ohne dieses zuvor erwähnte gewisse Quantum an Glück scheint es für viele Zyprer in näherer Zukunft enger zu werden, prognostizieren Soziologen und andere vermehrt hier auf der Insel. Zwar boomt der Tourismus gerade mal wieder, doch Menschen, die keine guten Abschlüsse vorzeigen können, weil sie niemand wirklich dazu anhielt, sich anzustrengen, werden schon länger nicht mehr mit Traumlöhnen entlohnt auf Zypern – auch keine Einheimischen mehr. Anstatt schlecht ausgebildeten Zyprern, die mehrheitlich immer noch in längst nicht mehr zutreffenden, alten Bildern von sich verhaftet leben, werden besser an bestehende berufliche Anforderungen angepasste Ausländer engagiert. Letztere haben den Vorteil, mit geringerem Lohn abgespeist werden zu können. Meistens jedenfalls.

In Schulen und Universitäten der Griechischzyprer muss dringend ein Umdenken eingespeist werden. Verwunderlich ist noch immer, auf Zyprer zu treffen, und das passiert andauernd, auch jene, die 10-20 Jahre im Ausland lebten, meistens in England, nicht in den Norden fahren wollen. Total verbissen diese Leute, lehnen ab, was sie gar nicht kennen, und wenn, dann vom Hören-Sagen. Viele dieser Leute haben Universitätsabschlüsse usw.

Da hilft auch nur wenig, wenn überhaupt, dass der Staat Müttern, die mehr als 4 Kinder haben, extra 300€ bezahlt, auch wenn die Kinder schon längst keine Kinder mehr sind, sondern Heranwachsende. Man muss dazu allerdings weniger als 15.500€ im Jahr verdienen.

Es ist also auch die Berichterstattung in den Medien anzuprangern, die dringend reformiert gehört – und aufgezeigtes Gebrabbel des Erzbischofs zeigt jedem Zweifler spätestens: So geht’s nicht!

***

Dass bei zyprischen Gemeinden Angestellte nebenbei noch oft einen Posten in einer Partei haben, erscheint auch Ihnen, kein Grund zur Beunruhigung zu sein? Das Gesetz auf Zypern verwehrt sich allerdings vor dieser allzu häufig praktizierten Gesetzesumgehung, die seit Jahren von allen Beteiligten sehenden Auges begangen wird – so eine Art Volkssport. Auch Glafkos Hadjipetrou von der Gemeindeangestellten-Gewerkschaft ist gegen die Praxis. Denn: „Ein Gemeindeangestellter ist da, um der Öffentlichkeit zu dienen!“

Der sogenannte Orphanidou-Fall hat das Rädchen der Diskussion über dieses Thema in Schwung gebracht letztens. Da alle im Parlament beteiligten Parteien – vielleicht die faschistische ELAM ausgenommen, da die noch neu im Geschäft ist – am Gesetzesbruch lustig teilnehmen, ist es auch ‚äußerst lustig‘, den Damen und Herren im Parlament dabei zuzuhören, wenn sie sich bezüglich dieses Themas mit eigens hergestelltem Schlamm bewerfen. Bislang gibt es ein paar Dutzend Fälle, die der Oberstaatsanwalt Klerides auf den Tisch bekommen haben soll. Noch mehr dürften folgen. Ein Schmierentheater sondergleichen – wieder einmal! Nicht etwa in diesem Zusammenhang stehend, aber weil schon mal die Rede von Theater ist:

Das 17. Internationale Pharos Kammermusik Festival beginnt nächsten Freitag, und zwar wieder in der sogenannten Shoe Factory Nikosias. Susanne Elmark und Christian Westergaard aus Dänemark werden auftreten. Debussy, Alban Berg, Richard Strauss, Sergei Prokofiev und Edvard Grieg haben die beiden im Programm. Einige mehr singende Stars und Instrumente spielende Sternchen sowie entsprechende Arien aus Opern dazu, hat das Pharos Festival durchaus auch noch zu bieten. Tel.: 00357 22 663 871, whatson@cyprus-mail.com.

Vielleicht wird das Spektakel in der Shoe Factory ja auch wieder aufgezeichnet von der RIK, dem zyprischen Fernsehsender. Die zeichnen ja alles Mögliche auf, warum nicht auch das. Hauptsache, das Ding ist im Kasten und keiner kann behaupten, die RIK sei parteiisch. Wenn da nicht diese oppositionelle Politikerin wäre:

„ … Freiheitskämpferin Eleni Theocharous, der es gefällt, den Eindruck zu vermitteln, mit höheren und nobleren Dingen zu tun zu haben als die meisten Politiker [Zyperns], zeigte letzte Woche ihr wahres Gesicht, als sie eine Verlautbarung herausgab, in der sie den Staatssender RIK verbal anging. Der Grund? RIK hatte keine Kamera-Crew vorbeigeschickt, um Kommentare aufzuzeichnen, die Dr. Theocharous gemacht hatte. „Wir denken, es ist nicht die Aufgabe der RIK, oppositionelle Stimmen außen-vor-zu-lassen. Auch ist es nicht ihre Aufgabe, lediglich die Politik der Regierung zu unterstützen“, sagte die von sich eingenommene Theocharous.

Die Idee, ein Kameramann habe zur Stelle zu sein, wenn immer ein politischer Loser sein oder ihr Mundwerk öffnet, um den gleichen Blödsinn zu wiederholen, der schon seit den letzten 10 Jahren gesagt wird, ist weit verbreitet [auf Zypern]. Politiker denken, nur, weil sie das Budget von RIK abnicken [im Parlament], der Laden gehörte ihnen nun und habe ständig an ihrem Rücken zu kleben. Die einzige angebrachte Kritik an RIK ist, dass zu viele Ressourcen verschwendet werden, um zyprische Partei-Vorsitzende aufzuzeichnen, die eh Nichts sagen. Und die Theocharous sollte schon mal gar nicht nörgeln, weil, indem die RIK Politiken der Regierung stützt, bewirbt die RIK den Widerstand zu einer Lösung [der Zypernfrage] zu kommen – so wie auch den ihrigen [Sunday Mail, 14. 05. 2017, coffeeshop] … .“

Zuletzt: Verpasste Chance. Die Volksrepublik China hätte neue Akzente setzen können, ja müssen, hier auf Zypern. Ihr Botschafter, Herr Xingyuan hat in seiner Rede am 18. Mai 2017 nämlich davon gesprochen – im Zusammenhang mit dem „Belt and Road Forum“ -, dass die Asiatische Infrastruktur Investment Bank Zypern als ein Mitglied aufzunehmen gedenkt. Gemeint ist ziemlich sicher die Republik Zypern, aber nicht der Norden Zyperns. Diesem Schisma hätte man sich nicht anschließen sollen als relativ neuer Player in Sachen Zypernfrage, sondern beide Teile galt es, aufzunehmen. PUNKT. Jedenfalls gibt es einige Leute, die hier nicht genannt werden möchten, die in diese Richtung denken. Ebenso wäre wünschenswert, wenn auch im Norden gemachte Diplome (Uni etc.) anerkennt würden. Bei Letzterem besteht jedoch ‚Hoffnung‘, dass das noch eher der Fall werden könnte, da ja die EU nicht davor zurückschrecken soll, solche Diplome aus dem Norden Zyperns teils anzuerkennen.

Und dann schwadronierte Herr Botschafter noch über lange Freundschaft, die zwischen China und Zypern bestehe: „Freundschaft, die aus nahem Kontakt der Menschen beider Länder erwächst, ist der Schlüssel für gute Beziehungen auf Staatsniveau!“ Bekanntlich haben Frauen aus China die Straßen Nikosias, Pafos‘, Limassols und Larnakas vor noch nicht zu langer Zeit ‚beglückt‘. Ja, da war mal etwas Prostitution am Laufen für eine relativ lange Zeit – auch als der Vorhang im Osten aufgezogen worden war. Heute sieht man dieses chinesische Service-Angebot in den Straßen eher nicht mehr. Viele Zyprioten sind indes mit Chinesinnen verheiratet, meist glücklich.

Mein persönlicher Eindruck ist: Es ist wirklich an der Zeit, dass sich der Riese in Fernost langsam zu bewegen beginnt. Und das geschieht demnächst etwas auf Zypern in Form eines Chinesischen Kulturfestivals, welches irgendwann im September und Oktober 2017 stattfinden soll. Und wissen Sie was? Wenn nichts dazwischenkommt, werde ich darüber vor Ort berichten. Das wird gewiss ein Highlight, auf welches man sich jetzt schon freuen darf.

Genau so!

Kurznotizen:

Achtung, nicht jeder Taxifahrer auf Zypern ist einer, der die Berechtigung dafür hat. Die Zahl derer, die sich mal kurz so ein Taxizeichen aufs Dach des Autos klemmen, soll steigen.

Medizinisches Marihuana ist freigegeben. Doch es zu erhalten, scheint noch etwas schwierig zu sein. Zu hoffen bleibt, dass im Zuge dieser Entwicklung eine Entkriminalisierung dieser Droge/Mittels beginnt. Zu viele sitzen inzwischen hinter Gittern wegen Besitz oder Verkauf von Marihuana. Ein entspannter Umgang damit gehört schleunigst eingeübt auf Zypern: vonseiten der Behörden vor allem.

Eide, Sonderbeauftragter der UN für Zypern sagte vor Kurzem, endlich: „Ohne Aussicht auf eine gemeinsame Basis, ist eine Shuttle-Politik [also, dass er hin und her vermittelnd zwischen den beiden zyprischen Seiten sich diplomatisch bewegt] ohne Basis.“ Herr Eide scheint nun kapiert zu haben, dass sich auf das betriebene Spiel der Zyprer über Details, Prozeduren und anderes Zeug zu streiten, einzulassen, lediglich einer zyprischen Strategie Folge geleistet wird, die letztlich in viel Wind um NICHTS monatelang endet – plus angeblicher „Lösung der Zypernfrage, DEMNÄCHST!“

Langsam dämmert es einigen angeblich freien Medien auf Zypern, dass eigentlich noch nie, außer einmal, eine Diskussion türkischzyprischer und griechischzyprischer Politiker im Fernsehen oder Radio den Steuerzahlern geboten wurde in all den Jahren seit der Trennung. Dass dafür kein Interesse besteht, behaupten gewiss lediglich beinharte Extremisten, jene, die sich gern selbst „Patrioten“ nennen. Nach all den Jahren des BLA-BLAs bei Wiedervereinigungsverhandlungen ist einfach nur noch verwunderlich, dass die zyprische Öffentlichkeit sich solch Indoktrination und Beschneidung ihres Rechts auf Information – vor allem eine, die sie angeht – gefallen lassen. Die Bürger scheinen wohl doch nicht so mündig, wie sie sich gerieren. Schade. In diesem Zusammenhang haben allerdings auch die großen mittel- und nordeuropäischen Mediensender versagt: BBC, ARD, FRANCE 24 usw. – die der Griechen in Athen und Thessaloniki sowieso.

Es ist also nicht so weit her mit der gepriesenen Freiheit der Medien und der Systeme, die angeblich (darin) kursieren soll. Eine öffentliche Diskussion der zyprischen Kontrahenten auf einer Medienplattform, irgendwo in Europa, wenn es auf Zypern nicht bewerkstelligt werden kann aus systemischen Gründen, gehört also dringend in die Öffentlichkeit gestellt, damit die Letztere sich endlich eine Meinung bilden kann, die fortan weniger von Lügen und Geldinteressen gewisser Akteure etc. zugepflastert in der Welt herum ist und Schaden anrichtet. 50 Jahre und mehr BLA-BLA auf Zypern, in Europa und in den UN und noch nie hat die griechischzyprische Seite sich zu so einem Duell gestellt, bzw. noch nie hat jemand Druck von außerhalb gemacht, dass es endlich mal zu so einem Showdown kommt.

Na, wenn da nicht WAS vor sich dahinfault!

Die Regenbogenflagge der Schwulen- und Lesbenbewegung wurde erstmals auch in Pafos vom Bürgermeister der Stadt hochgezogen gelassen. Mit mehr darf dann aber nicht gerechnet werden, also, dass Herr Bürgermeister sich dem Marsch anschließen würde. Eh verwunderlich, dass es so weit kommen konnte auf einer Insel, wo die Kirche noch seltsame Dinge von sich gibt, obwohl diese Lebensweise ja nachweislich bereits seit der griechischen Antike und davor existiert – und der Bevölkerung eine weitverbreitete Homophobie konstatiert werden kann.

Die EU verlangt, Zypern möge endlich eine 19%-Steuer auf Bauten und Bauflächen einführen. Brüssel scheint nun spürbarer Druck aufgebaut zu haben diesbezüglich, sodass im zyprischen Parlament schon mal – zumindest – darüber diskutiert wird. Die Maßgabe ist nicht gern gesehen, auch nicht von den vielen sogenannten Developers im Land – aber nötig. Zu viele unfertige Bauten stehen nämlich in der zuweilen schönen Landschaft. Und es sieht ganz danach aus, als würde diese unschöne Auswirkung bei einem eventuell bevorstehenden, kommenden Bau-Boom als eines der Ergebnisse dessen wieder Aufwind nehmen, sodass womöglich die Anzahl solcher Geisterhäuser zunehmen wird. Die Einführung einer 19%igen Mehrwertsteuer könnte den Einen oder die Andere vorher und nochmals darüber nachdenken lassen, ob das geplante Bau-Projekt überhaupt Abnehmer finden wird. Rohbauten, die länger als 5 Jahre die Landschaft verschandeln, gehörten von Gesetz wegen wieder abgeräumt. Solch eine Initiative sollten die zyprischen Grünen eigentlich mal lancieren, die aber meist andere Themen bearbeiten, als ur-grüne. So geht’s aber nicht weiter!

Read Full Post »

Grazovac und MEHR

Graz.

Nachts regnet es. Tagsüber scheint die Sonne. Der Sommer soll nochmal voll zurückkommen – morgen schon. Das, was Balkan ansonsten in vielen von uns in der Erinnerung hervorruft, sitzt in der Herrengasse und an anderen Orten der Stadt Graz in der Straße am Straßenrand gut vertraut in Bettelpose. Wer durch den Balkan fährt, sieht jedoch, dass dieses Bild Bettelnder für den Balkan eigentlich atypisch ist. Denn diese Region am östlichen Mittelmeer ist grün wie der Norden Europas. Nicht vorstellbar bei solch einem Anblick, dass da jemand darben könnte.

Die Preise in Geschäften und Cafes kommen einem aus Nordeuropa kommend dort meist realistisch hoch vor: eine Tasse Kaffee für umgerechnet einen Euro. Dieses wunderschöne, vorherrschende Preisniveau hat sich in Graz, an einem der Tore zum Balkan, allerdings verflüchtet. Hier schmeckt der Kaffee zwar noch immer gut wie in Zagreb, Budva oder Sarajevo, nur, die Melange, die Wiener Melange, die kriegen die Steirer einfach nicht so hin wie sie in Wien gemacht wird und preisgünstig wie im Balkan gibt es Kaffee hier leider auch nicht zu trinken.

Das Unterschiedliche in Graz an der Melange fängt eigentlich schon mit der Größe der Tasse an, in dem sie serviert wird. Die Tassen sind mir in der Steiermark zu klein für eine wienerische Wiener Melange. Kann gut sein, dass dieser optische Mangel mein Geschmacksempfinden türkt. Immerhin: Die Kaffeekultur aus dem Balkan ist auch hier in Graz ausgeprägt präsent. Die Grazer sitzen vielleicht nicht gar all zu lange im Kaffeehaus wie nebenan im Balkan. Vielleicht.

Dass ein Balkan oder Österreich ohne türkische Mitbürger denkbar ist, ist auch aufgrund der Geschichte nicht vorstellbar.

Und warum sich überhaupt die Mühe machen, so etwas als Satz zu formulieren?

Auf ORF2 habe ich mir gestern Abend nämlich eine ‘lustige’ Sendung angesehen. War zufällig auf diesem Kanal gelandet, gerade aus der Stadt zurückgekehrt. Zu hören, nicht zu sehen, war diese Journalistin, die in einem Arbeiterviertel, irgendwo in Österreich (vermutlich Wien) auf breitestem Österreichisch Fragen stellte. Gezeigt wurden in dem Beitrag ‘wahrhaft einfache’ Bürger und ihre Sicht der Dinge. Einer sagte, er freue sich eigentlich immer, wenn einer von den Schwarzen umkomme. Ein anderer, dass die vielen Ausländer so einen Lärm machten mit ihren Brettern an den Füßen.

Irgendwie konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Befragten in ihrer Welt, trotz gemeckere daran, recht gemütlich eingerichtet haben, wie auch “die Ausländer”, mit denen sie leben (dürfen). Einer Welt, wo man sich als abgehängt geradezu gern outed, wie es scheint, wo Knastaufenthalte halt Way-of-life sind und sein dürfen und man überhaupt Viere auch mal Fünfe sein lässt. Eine Welt, wo es noch andere Werte zu geben scheint, als gesellschaftlich an die sogenannte Spitze gelangen zu wollen. Und dementsprechend redeten die Befragten auch ins Mikrofon; und wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Das Bekenntnis, so mag ich es nennen, welches von ihnen auf diese ungeschmückte Art abgelegt wurde, verdient in einer Welt, in der gewisse Dinge nicht mehr so ohne Weiteres gesagt werden dürfen zwecks politischer Korrektheit, die es offenbar nahezu überall einzuhalten gilt und die von den Medien insbesondere eingefordert wird, schon so ihren Respekt. Schließlich sind Gedanken schon längst nicht mehr so frei äußerbar wie das eine oder andere Liedchen aus der deutschen Schlagerwelt vermuten lässt. Und so ähnlich Geartetes hat auch auf dem Balkan seine Auswüchse, wie folgt:

Kroatiens Mitte-rechts-Regierung hat nicht einmal ein halbes Jahr überlebt, aber trotzdem viel Schaden angerichtet. Insbesondere das Verhältnis zu Serbien hat sich in diesem Jahr noch um einiges verschlechtert, obwohl es ohnehin schon belastet war. Der Hauptgrund: Das EU-Mitglied Kroatien blockierte die Eröffnung neuer Beitrittskapitel für Serbien. … [Die] Art und Weise, wie das kroatische Außenministerium vorging, war kontraproduktiv. Insbesondere Deutschland und Österreich – sowie EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn – setzten sich erfolgreich dafür ein, dass der jüngste EU-Staat dann doch einlenkte [Kroatien]. … [Es ist] Wahlkampf und in jedem Wahlkampf spielt das Verhältnis zu Serbien eine Rolle. Oft wird es auch missbraucht, etwa als kürzlich Serbien nach monatelangen Verzögerungen doch noch das EU-Verhandlungskapitel 23 “Justiz” eröffnen konnte. Da reagierte Kroatien sofort und verlangte einmal mehr, dass die universelle Zuständigkeit in Sachen Rechtsprechung in Serbien abgeschafft werden müsse, wenn es um Kriegsverbrechen gehe. … Kroatien besteht … darauf, dass das Kapitel 23 nicht geschlossen wird, bevor das Gesetz zur universellen Gerichtsbarkeit nicht geändert wird. [Serbien] will [daher] aber darüber nachdenken, der kroatischen Minderheit im eigenen Staat eine bessere Stellung zu verleihen. … Vieles könnte sich jedoch entspannen, wenn der Wahlkampf vorbei ist … .

… Der Zweite Weltkrieg ist ein sehr beliebtes Thema, um die Emotionen in Kroatien und Serbien hochzufahren. Diesen Sommer wird wieder einmal das Thema “Kardinal Stephanic” aufgekocht. So hat ein Zagreber Gericht [Kroatien] dessen Verurteilung wegen Nazi-Kollaboration aufgehoben. … Stephanic wurde 1946 im kommunistischen Jugoslawien zu 16 Jahren Haft verurteilt. Er hatte von 1941 bis 1945 das höchste Amt der katholischen Kirche in Kroatien inne. Das Zagreber Gericht argumentiert, Stephanic habe nie eine Chance auf ein faires Verfahren gehabt. Kroatische Katholiken bemühen sich seit langem um Stephanics Heiligsprechung.

[Kroatien] im Konflikt mit dem Nachbarland Bosnien-Herzogwina[, hier] geht es hingegen um etwas Aktuelles, nämlich um Handelsbeziehungen und Landwirtschaft: Die Republik Srpska [RS] verweigerte kürzlich ihre Unterschrift zur aktualisierten Version des EU-Abkommens, weil sie massive Einbußen für die bosnischen Landwirte befürchtete. Der Hintergrund: Als das alte EU-Abkommen zwischen Bosnien-Herzogwina und der EU abgeschlossen wurde, war Kroatien noch kein EU-Mitglied und exportierte viel zu besonders guten Bedingungen ins Nachbarland.

In Bosnien-Herzogwina hat man nun Sorge, dass zollfreie Produkte aus der gesamten EU den Markt überschwemmen könnten. Dabei geht es gerade um Produkte, die für Bosnien-Herzogwina mit seinem Agrarsektor lebenswichtig sind. Nun hat sich Deutschland in den Agrar-Handelsstreit eingemischt und seine Hilfe angeboten, wenn es um drohende Ausfälle in der bosnischen Landwirtschaft geht.” [Das obige Zitat wurde dem österreichischen Standard entnommen, August 20/21, Jahr 2016, die Autorin: Adelheid Wölfi, die aus Sarajevo berichtet.].

Dass sich die Deutschen einmischen, wie Wölfli schreibt, hat gewiss etwas Zweischneidiges – und daher wohl auch die Bedenken in Sarajewo.

Auf gleicher Seite des Standards aus Österreich, Sonntagsausgabe, wird davon berichtet, dass die Türkei anstrebe, 2023 Vollmitglied der EU zu sein. Ganz nach dem Motto, könnten Sie nun denken, verehrte Leser: Wie hält man eine Legende am Leben?

Dass Herr Biden aus den USA, Stellvertretender Präsident, heute nach Ankara geflogen kommt und angeblich dort nicht übernachten wird, soll ein Zeichen dafür sein, dass die Beziehungen Washingtons mit Ankara gerade nicht blendend sind. In Griechenland wie auch auf Zypern und in der Schweiz werden bereits mehr Flüchtlinge registriert, die ankommen, wohl auch, um noch immer dem Fernziel Deutschland, wenn so gesagt werden darf, zu erliegen. Und wenn so nicht gesagt werden darf, dann halt: ihren Besuch abzustatten.

Bidens Anwesenheit in Ankara wird indes wohl eher mit dem Vermeiden eines offenen Konflikts der USA mit den Russen in Syrien, dem Irak und womöglich gar der Türkei zu tun haben.

Die Flüchtlinge scheinen eher eine Art Bauernfunktion in einem Schachspiel geworden zu sein. Ihre Leben zählen zwar, doch eben entsprechend wenig. Eine Führung durch das Landeszeughaus von Graz lässt zu dieser Beurteilung durchaus gelangen, wo davon berichtet wurde, wie die einfachen Lanzer einst in forderster Front die hohen, besser gerüsteten Herren und das Land verteidigten. Von 5en kam im Schnitt einer lebend zurück aus dem Kampffeld. Und das Interessante daran: der Job an der Front als menschliches Schutzschild war gefragt, denn es gab doppelten Sold, aber wohl keinen doppelten Tod.

Letzteres gibt uns durchaus anschaulich ein Geschmäckle davon, wie die Welt anscheinend seit länger gestrickt ist. In der Wochenzeitung Profil Österreichs widmet man sich diese Woche dem Phänomen Flüchtlinge – rückblickend sozusagen. Denn ein Jahr ist vorüber, als dieser Andrang für Österreich begann. Wo denn wohl der Herr Biden sei, fragt einer der Autoren der Profil in diesem Kontext. Weil beim Konflikt auf dem Balkan in den 90er Jahren hätten die USA ohne große Umstände zu machen, über 10.000 Flüchtlinge aufgenommen. Und jetzt, wo es sich um Syrer handelt, scheint Washington, schlussfolgere ich, anscheinend seine humanistische Ader abhanden gekommen zu sein. Vielleicht ist Herr Biden also nach Wien unterwegs, um dem neuen politischen Superstar Österreichs, dem Herrn Kurz, seine Aufwartungen zu machen, wenn er schon nicht in Ankara oder sonstwo in der Türkei übernachtet. Gewiss hat er Biden wahrscheinlich in Ankara auch von kommenden Generationen, die es zu beschützen gilt, erzählt und Kindern, denen eine Zukunft gegeben werden müsse.

Auch wenn von den armen Kindern, die in dem Konflikt in Syrien und andernorts leiden, heuchlerisch in politischen Reden gesprochen wird, die Masse zählt offensichtlich dennoch wenig.

Wie der Anschlag in Gaziantep/Türkei zeigt, ist das Bild der zu beschützenden Kinder und Frauen drauf und dran sich zu drehen. Also da die zu Beschützenden als emotionales Erpressungsmaterial einigen eventuell nicht mehr genügen (Frauen, Kinder, Alte), werden sie nun anderweitig instrumentalisiert. Denn wieder einmal haben ideologische Eiferer sich eines Kindes bedient, um Terror zu sähen, diesmal in Gaziantep.

Insofern dürfte sich die Diskussion darüber, ob Burka oder dergleichen verboten gehört oder nicht, schon demnächst ad acta gelegt sehen. Denn sollten Kinder, Frauen oder Alte vermehrt zukünftig in Terrorakte verwickelt werden, wollen WIR wahrscheinlich nicht nur erkennen können, welches Gesicht DU hast, sondern auch, wie DU DICH bewegst und was DU an DEINEM Körper trägst.

Kann gut sein, dass Überleben im brasilianischen oder kongolesischen Dschungel unter Pflanzen, Tieren und Indigenen vielen schon bald möglicher erscheint als in unseren als zivilisiert geltenden Metropolen und/oder ihren Trabanten.

Read Full Post »

Blutrote Oliven

Hätte dieser Berater Erdogans zum österreichischen Bundeskanler, vielleicht war es auch an den österreichischen Bundespräsidenten gerichtet, lediglich “verpiss Dich” in seiner Twitter-Message geschrieben, Gott, damit hätte doch eigentlich gelebt werden können. Wenn so eine Person, die so nahe zu Erdogan steht, allerdings nach dem verpiss Dich “Ungläubiger” anhängt, gilt es doch wohl eindeutiger der Meinung zu sein, dass damit ein weiteres Signal dafür gesetzt wurde, welcher Geist in Ankara offenbar herrscht: ein islamistischer. Zwar wird das Wort Kafir (Ungläubiger) in der Türkei häufiger benutzt in diesen Tagen der Herrschaft des Receb Tayyip Erdogan, doch einem Berater des Präsidenten darf so eine Stilblüte doch wohl nur ‘gelingen’, wenn die damit ausgedrückte Sicht auf Zuspruch von OBEN stößt. Bislang ist jedenfalls noch keine Nachricht darüber eingetroffen, dass dieser Mensch aus dem Beraterstab Erdogans entfernt worden ist.

Dass der deutsche Außenminister Steinmeier sich bequemt, möglichst auf Wegducken zu machen bei derartigen Vorkommnissen und von “Kooperation” anstatt spricht, die gegenüber der Türkei zur Anwendung kommen müsse, lässt nicht wenige konstatieren, dass diese Politiken des Herrn Außenministers inzwischen verfehlt sind. Sie sind verfehlt, da Erdogan und seine Crew mehr als eindeutige Zeichen weiterhin und sogar vermehrt ausgeben, das bisschen Demokratie, welches in der Türkei herrschte, endgültig für vorerst ad acta gelegt ist. Die Positionen der österreichischen Administration, im Gegensatz zur deutschen, im Umgang mit der Türkei sollten Herrn Steinmeier in deren Richtung schnellst einlenken lassen: denn Ankara pokert viel zu hoch.

Gewiss sind die Türken nicht die einzigen, die dieser Mode verfallen sind, hoch zu pokern. Solidarität ist dabei ein Wort aus der Vergangenheit geworden. Es herrscht untrügerisch Sultansein vor. Zu viele wollen der/die Größte in ihrem Resort sein und genau das der Welt zeigen. Damit hat man sich vorerst abzufinden?

Nein!

Die EU muss nach dem, was bislang in der Türkei-EU-Beziehung gelaufen ist, nun damit auch konsequent weiter machen. Man hätte die Türkei besser schon längst integriert. OK, das hat nicht geklappt, das sollte wohl nicht sein, also jetzt so erst mal weiter machen. Warum mit solch einer Blockadepolitik der EU weitermachen? Weil inzwischen sind türkische (kurdische/armenische/lazische/etc.) Mitbürger innerhalb der EU – nicht alle, aber eventuell bereits zu viele – dabei, ihren Erdogan Pro oder Contra-Konflikt mit Gewalt und Ausgrenzung der einen oder anderen Fraktion – plus sogenannten Einheimischen – auf die Spitze zu treiben. Wer hier weiter zusieht – a la Steinmeier – verkennt diese Lage. Und Herr de Maiziere, der deutsche Innenminister, hat den Braten zwar erkannt, doch leider fängt er bei den Asylantragstellern an. Doch es sind halt leider auch die türkischen/arabischen etc. Mitbürger an die Kandare zu nehmen, und zwar diejenigen, die nachweislich von ihren wenig bis gar nicht demokratischen Vorstellungen des Miteinanders sich nicht verabschiedet haben, verabschieden wollen oder glauben, es nicht zu können oder gar zu müssen. Dass manch Mitbürger mit sogenannt deutschen Wurzeln durchaus auch eine Problemfall ist, ist uns allen längst mehr als nur ersichtlich. Doch da es hier gerade ums Zusammenleben in Europa und somit auch in Deutschland geht, würde ein Anfang gesetzt beim verständlicher und nachvollziehbarer Politikbetreiben, wenn doch endlich mal mit den Dazugezogenen, sozusagen vor allem, begonnen würde, also jenen, die noch gar keinen europäischen Pass haben. Das würde gewiss so manchen Nazi zähmen, auf den Boden des Grundgesetzes (siehe BRD) bzw. Verfassung zurückzukehren.

Es geht jedenfalls nicht an, dass die zueben angeführte Reihenfolge umgekehrt gedacht wird: also zuerst die zu politisch rechten Europäer und dann die zu islamistischen, zu kriminellen etc. Zugezogenen ‘austrocknen’. Diesen Versuch hat man die letzten 20 oder 30 Jahre durchaus gewagt und auch teils durchgeführt, mit dem Ergebnis, welches wir heutzutage in ganz Europa haben: keine für die meisten betroffenen Bürger der EU klaren Positionen und Richtlinien von Seiten der Regierenden, die die Mehrheitsbevölkerung von ihrer, sagen wir, effektiven Existenz überzeugen könnten . Aber diese Überzeugung braucht es.

Die Lage ist unter anderen, dass zu viele türkische Mitbürger sich für einen eher extremen Kurs entschieden haben. Und auch daher ist die leidige Diskussion um Doppelstaatsbürgerschaft in Deutschland von großer Bedeutung und sehr wohl ein Zeichen, das gesetzt gehört. Diese doppelte Staatsbürgerschaft sollte fürs Erste ausgesetzt werden, und zwar für Nicht-EU-Bürger. Das heißt, wer sie hat, ok, der oder die hat Glück gehabt und hat sie, aber keine weiteren Bewilligungen! Diese Maßnahme erscheint angebracht, damit wirklich jeder merkt, dass er oder sie sich zu entscheiden haben. Keine Rosinenpickerei auf den Schultern der Gemeinschaft mehr in dieser Hinsicht! Ein klares Bekenntnis zu den jeweiligen Verfassungen und dass man mit Andersgläubigen und Anderslebenden, als man es selbst für richtig hält, sehr wohl zusammen leben will, kann und mag. Offensichtlich hat die doppelte Staatsbürgerschaft bei vielen diese Rosinenpickerei-Mentalität verstärkt. Man denke – nur so zum Beispiel – an den Vorfall, wo Erdogananhänger und andere türkischen etc. Nationalisten oder Faschisten mitten in Wien gleich nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei ein Lokal von Kurden niedermachen. Wo sind wir eigentlich?

Und dann die leidige Diskussion um das Burkaverbot. Ja, was denn sonst? Wir leben nicht in Afghanistan, sondern in Europa. In der BRD gibt es ein Vermummungsverbot. Reicht das nicht zur Erklärung? Wir dürfen gespannt sein, wie die Schweizer, die dieser Frage derzeit gerade etwas intensiver nachgehen als die BRD, sich entscheiden werden. Schließlich geht es um Petrol-Dollars, wird geschrieben, die arabische Touristen im Alpenland anscheinend zuhauf zurücklassen. Wegen diesen Touristen und ihrem Geld soll ja auch im Kempinski zu Berlin auf dem internationalen Telefon-Vorwahlregister des Hotels die Vorwahl für Israel nicht aufgeführt gewesen sein. Man habe Angst gehabt, die betuchte arabische Kundschaft zu vergraulen, soll ein Angestellter des Hotels gesagt haben. Hallo! So leben wir?

Die Bundesregierung und mit ihr im Verbund die EU lässt Erdogan nicht nur die Wiedervereinigungs-Verhandlungen in Zypern gegen die Wand fahren, wo doch jeder weiß, wie nützlich für die EU ein wiedervereinigtes Zypern zukünftig sein wird – die griechischzyprische Regierung hilft leider kräftig beim Verhindern mit -, nein, des kurzsichtigen Profits wegen werden auch sogenannte Minderheiten anscheinend europaweit immer wieder benachteiligt innerhalb Europas und der Wahnsinn nimmt anscheinend kein Ende, wie die zyprische Außenpolitk beispielsweise ein Mal mehr belegt. In Ägypten will man Präsident Sisi nun dabei helfen, seinen Traum zu verwirklichen: Olivenhaine im Sinai. Bekanntlich lässt Sisi unter dem Vorwand IS-Kämpfer zu jagen, die es dort durchaus auch gibt und die man vielleicht auch mit großgezogen hat durch schlechte Politiken, die Anbauflächen für sein geliebtes Projekt – Olivenhaine – freiräumen. Man weiß in Nikosia, man weiß es in Berlin und in Brüssel, dass Sisi so ungefähr etwas wie einen Genozid im Sinai durchführt. Und die Leute in Europas Schaltstellen der Macht wundern sich (angeblich), wenn einige solch Entwurzelten dann um sich ballern. Amoklauf und Terrorismus gehen gern Hand in Hand! Leider! Man muss die Ursachen dafür mit Taten bekämpfen, und nicht damit, dass man deren Verursacher politisch etc. stärkt.

In Montenegro kann man Romas und Sintis noch immer an der Straße betteln sehen. Viele von ihnen leben dort noch immer am Rande von Städten und zwar in Bruchbuden, in Behausungen, wo manch Bauer im Norden Europas sein Vieh womöglich nicht unterstellen würde. Was tun denn all diese europäischen Hilfsorganisationen seit Jahren, die die Romas und Sintis auf dem Balkan unterstützen, wenn ihre Situation noch immer so erbärmlich ist wie hier in Montenegro? Wo geht das Geld dafür eigentlich wirklich hin und wessen Politiken und Interessen werden eigentlich wirklich vertreten bei den und durch die Hilfsorganisationen?

Montenegro ist ein recht schönes Land. Überall gibt es Wifi in den Cafes und wohl auch daher keine gedruckte Presse auf Deutsch, Englisch, Französisch, ja, noch nicht mal auf Griechisch zu lesen oder zu kaufen an Kiosken. Die Hafenstadt Budva ist laut, und die stets engen Straßen sind auch außerhalb dieser Stadt – oder einer anderen – mit aller Regelmäßigkeit verstopft. Es ist schon fast ein Albtraum, auch, wie die Menschen – Touristen inbegriffen – sich eng auf eng an dem Strand von Budva aneinanderlegen sollen/dürfen/müssen. Und weil das ‘traute Zusammensein’ anscheinend nicht genügt, kommt dann noch Beschallung von einem Strand-DJ dazu: montenegrinische Hits, vermute ich. Abends dann zurück in der Höhe über der Stadt mit schönem Ausblick auf die pulsierende Stadt und das weite Meer dahinter passierts stets so um 21 Uhr. Von rechts gehen Strahler an, die 5-6 Lichtkegel in die wunderschöne Nacht ver-strahlen lassen, versteht sich Musik ist zu hören. Das alleridings nicht all zu laut. Es ist zum Glück recht hoch gelegen, wo wir da untergebracht sind. Zur Antwort auf diesen Spektakel, vermute ich, kommt dann ‘endlich’ so um 21.30 Uhr die lang erwartete Antwort von genau gerade vor einem von unten aus der Altstadt: zwei Lichtkegel, die die anderen, welch Sensation, zuweilen kreuzen und den ansonsten schönen Nachthimmel wirklich in Gänze einnehmen.

Wenn man ja mindestens ein Navi in einem Geschäft kaufen könnte (unseres gab den Geist auf), würde ich den Drang zur Technik, oder wie das zuvor beschriebene Lichtspektakel genannt werden darf, vielleicht noch gustieren können, so, wie man halt einen viel zu großen Klumpen Fleisch, den man in den Rachen bekommt, gustiert. Eigentlich fing das Ding mit dem Klumpen im Hals schon mit der Grenzkontrolle bei der Ankunft an. Eine ewig lange Schlange von Autos, die sich bis zur Grenze im Schneckentempo dahinwälzt, weil … . Konnte sich mir wirklich auch nicht erschließen. Kaffeepause? Schichtwechsel?

Kann schon vorkommen so in der Schlange stehend, wie passiert, dass ein Auto einen links überholt, weil man es wohl eilig hat oder vielleicht ein Verwandter oder Freund an der Grenze Dienst schiebt oder weil man halt glaubt, es sich leisten zu können oder oder. Zum Glück hatte das Verhalten kein Nachmach-Effekt erzeugt. Glück gehabt.

Montenegro ist einfach nicht gerüstet für den Massentourismus, den es sich offensichtlich aussuchte oder aussuchen ließ. Die Straße durch den Nationalpark bei Cetinje nach Kotor beispielsweise wird in der Karte vom ADAC als gut befahrbar angegeben, doch es ist ein Schrecken mit Ende: viel zu enge Straßen an viel zu steilen, ungesicherten Hängen.

Morgen gehts ENDLICH weiter nach Sarajevo. 6 Tage Montenegro sollen genügen. Uns wurde von einem Bekannten, der dort lebt, in Aussicht gestellt, dass es in Sarajevo (Bosnien-Herzogowina) ja wieder so friedlich unter den verschiedenen Völkern der Stadt zugehen soll. Dass alle wieder miteinander gut können. Das mag angesehen werden, auch, weil die Stadt an sich anscheinend sehenswert sein soll.

Cetinje, eine Stadt in Montenegro, muss unbedingt noch erwähnt werden, hat ein Kunstmuseum, welches wirklich, ganz wirklich sehr sehenswert ist. Die montenegrinischen Künstler, deren Werke dort aushängen, haben die meisten uns bekannten Kunstepochen und -stile mit Brillianz mit-, nach- oder vielleicht auch vorgemacht. Wirklich sehenswert! Ein Schatz!

Ansonsten: Das Meereswasser bei Budva und andernorts im Land ist sauber.

Leider soll das Meereswasser in Zypern bei Zygi nun endgültig, vorerst, zappenduster sein. Das wurde hier auf Zypernundmehr-News ja nicht nur dieses Jahr bereits berichtet, und dass es demnächst so weit kommen könnte mit dem Wasser im Meer. Jetzt scheint es, nach Berichten aus der zyprischen Presse, so weit zu sein, dass ein Schaden im Tourismus etc. eventuell ansteht deswegen. Ein Skandal, wie all das, was eingangs geschrieben wurde.

Der Außenminister Österreichs hat Recht: die EU braucht dringend einheitliche Regelungen, und zwar, füge ich hinzu, nicht nur im Asylrecht, sondern vor allem auch in der Wirtschaft, der Umwelt und der Politik. Leider besteht wenig Aussicht, dass es dazu kommen wird, da solche Leute, wie beispielsweise Außenminister Steinmeier, oder noch schlimmer, der Stellvertretende Bundeskanzler Gabriel, so etwas gewiss zu erschweren wissen. Die Grünen und die Truppe von der CDU stehen da leider in NICHTS nach.

Erdogan hat leichtes Spiel, Putin auch, und demnächst womöglich jemand wie Trump dann sowieso.

God bless die Ungläubigen der EU!

Read Full Post »

Zeichen der Zeit

oder:

Die da oben

Dass die Ereignisse in der Türkei spurlos an Zypern vorbeigingen, kann so nicht gesagt werden. Sie schreiben und reden auf Zypern von der sogenannten Praxikomita, der Besetzung des Nordens von Zypern durch die Türkei 1974. Der Putsch, der in der Türkei vor kurzem misslang, erinnert die Insulaner offenbar an jene Ereignisse von 1974 sehr stark in diesen Tagen.

Anscheinend hat es keiner der türkischen Putschisten im Jahr 2016 versucht, sich auf die zyprische Insel zu retten. Offensichtlich sind die – nicht gerade von der Anzahl her wenigen – türkischen Armeeeinheiten in Nordzypern nicht in den Putschversuch involviert gewesen. Daraus kann geschlossen werden, dass die türkische Armee im Norden Zyperns inzwischen bereits mit Erdogan-treuen Obristen und Generälen bestückt ist mehrheitlich. Folglich darf es bereits als gewagt gelten, wenn der jetzige Präsident im Norden, Mustafa Akinci, öffentlich davon spricht, wie letztens, es mögen in der Türkei anstatt einer Islamisierung der Gesellschaft, das Besinnen auf die Grundprinzipien Atatürks beim politischen Handeln und Entscheiden voranstehen.

Bekanntlich haben acht türkische Piloten mit Hubschraubern die Flucht ins griechische Alexandropoulos unternommen, als klar wurde, dass ihr Putsch scheitert. Versteht sich, dass die Türkei deren Auslieferung fordert und versteht sich, dass die Flüchtenden einen Asylantrag in Griechenland stellten. Mal sehen, welchen Strick Herr Erdogan daraus drehen wird, wenn Griechenland sich weigert, die Flüchtenden auszuliefern oder gar die Hubschrauber zurückzugeben. Die Geflüchteten können ihrerseits eventuell heikle Details aus dem türkischen Armee-Innenleben berichten, welche Herrn Erdogan womöglich doch noch das Genick politisch, versteht sich, brechen könnten. Wir werden also gespannt abwarten, ob die EU mit derartig heiklen Informationen ausgestattet, gleich an die Öffentlichkeit geht, oder aber dem türkischen Präsidenten solche Details auf die Brust setzt, damit der endlich einlenkt, um an der Macht zu bleiben.

Vielen ist ja so ein Alfatierchen, wie es Herr Erdogan versucht darzustellen, eigentlich auch in Teilen Europas oder den USA gerade recht. Vor allen Dingen ist dem so, wenn dieses Tierchen so in etwa tut, was den Interessen dienlich ist. Es fällt einem dann auch leichter, das eine oder andere Auge mal zuzudrücken. Doch so?

Ob, also, die Türkei in der Folge dieser Ereignisse um den missglückten Putsch eher geneigt sein wird, die Forderungen der EU umzusetzen, zum Beispiel bezüglich der effektiven Anerkennung der Republik Zypern, ist zwar weiterhin fraglich, doch nicht ganz ausgeschlossen ist, dass Ankara sich etwas bewegen könnte. Wie sich nämlich zeigt, braucht die türkische Regierung offenbar einen gehörigen Druck zum Sich-Bewegen auf politischem Terrain – und schon scheinen sich sogenannt Rote Linien Ankaras sogar in Luft auflösen zu können. Die verwunderliche Annäherung der Türkei mit Israel vor kurzem, soll ja aufgrund des us-amerikanischen Drucks geschehen sein und ist durchaus ein Beispiel für eben Gesagtes. Und der Druck, der sich innerhalb des Landes aufgebaut hat/te, weil die russischen Touristen fernblieben – und noch immer mehrheitlich bleiben, ließ den türkischen Präsidenten sich mit Herrn Putin wieder annähern. Das ist ein weiteres Beispiel für Druck, der etwas bewegt in der Türkei. Plötzlich kann man wieder miteinander. Putin und Erdogan, wird ja gesagt, seien Seelenverwandte.

Seltsam eigentlich, dass Brüssel sich eines effektiven Druckmittels nicht endlich ersichtlich bedient. Schließlich ist die türkische Industrie nicht unwesentlich von den Kontakten zur EU abhängig. Ähnliches kann am 20. Juli 2016 sogar in der konservativen Badischen Zeitung gelesen weden.

Reiseverbote in die Türkei gehörten vor dem Hintergrund der derzeitigen Gefahrenlage und wegen dem verstörenden Verhalten Erdogans ausgesprochen, finden viele. Das Geschrei wird nämlich groß sein, wenn zig Nordeuropäer irgendwo an einem türkischen Strand oder in einer türksichen Stadt ihre Leben lassen wegen eines Terroranschlags. Vor allem das Geschrei nach den Verantwortlichen wird erneut ertönen. Und dass die sogenannte Parlamentsarmee der Deutschen in Incirlik nicht von Mitgliedern des deutschen Parlaments besucht werden darf, weil Erdogan dagegen ist, ist nicht zuletzt ein weiterer Indiz dafür, dass die Zeit des Herumkasperns nach Erdogans Maßgaben vorüber sein sollte in Brüssel. Und ist Notstandsgesetze zu erlassen, nicht das Machtmittel gewesen, welches Adolf an die Macht brachte. Erdogan greift gerade darauf zurück. Die Verantwortung für verunfallte Terroropfer und zu langes Zusehen beim eindeutigen Formen einer Diktatur, die man sogar noch protegiert durch zögerliches Verhalten etc., dürfen sich, was Deutschland angeht, die Koalitionsregierung im Bundestag jetzt schon ans Revier heften. Ohne Wenn und Aber!

Reicht doch wohl, dass die Briten ausgeschert sind und allen vormachen, und weiterhin vormachen werden, wie man Brüssel am Gängelband hält? Das zu befürchtende Szenarium ist nämlich das Folgende: Das britische Parlament könnte, zu einer Abstimmung – angeblich oder wirklich – getrieben, plötzlich befinden, dass Großbritannien doch nicht aus der EU austritt.

Was dann?

Schätzungsweise wird das gesteigerte Chaos, welches danach entstehen wird, von einigen, die britische Regierung inbegriffen, genutzt, nach Manier des Teile und Herrsche-Systems, welches die Briten bekanntlich seit Jahrhunderten verfeinern, erst Mal die Positionen auf Gewinn, was auch sonst, für die Briten zu stellen – und für all jene gleich mit, denen das britische Establishment wirklich am Herzen liegt.

Jedenfalls hat die Türkei bislang wenig Engagement gezeigt, ihre Verpflichtungen gegenüber der EU und somit auch Zyperns einzugehen. Manche sprechen ja von folgendem Kalkül, welches vorliege: Erdogan und seine Leute treiben es jetzt, nachdem verunglückten Putschversuch, auf die Spitze mit ihren undemokratischen Politiken, so lange das halt noch geht. Es geht ihnen ja schließlich darum, die türkische Verfassung zu ändern – komme, was wolle -, und zwar im Sinne Erdogans. Dafür könnte Zypern eine Teilvereinigung erhalten, also eine zyprische Lösung der über 40 Jahre bestehenden Teilung der Insel stünde demnach bevor, bei der ein Abzug der türkischen Soldaten auf Zypern in Gänze zwar nicht zu erwarten ist, doch dass Ankara Nikosia anerkennt und man zukünftig versucht, sich irgendwie kooperativer zu begegnen, könnte drin liegen. Wie ja auch in der Republik Zypern seit Jahren beteuert wird, dürfte eine Wiedervereinigung – auch unter den eben aufgezeichneten Bedingungen – sehr wohl noch mehr Reichtum und Wachstum generieren; und vor allem mehr Sicherheit in einer geostrategisch schwierigen Lage.

Wohl auch daher besteht die Türkei neuerdings bei der Uno seit 2014 (Turkuno DT/4513427) ausdrücklich darauf, dass doch mal bitte sehr klar gestellt gehört, dass die Republik Zypern sich in der See vor Zypern ein Gebiet anzueignen sucht, welches sie “AOZ” nennt, das zu einem großen Teil in den See-Bereich der Türkei und somit auch und vor allem den Bereich Nordzyperns fällt. Das Gebiet, welches der Republik Zypern zustehe als AOZ, liege aber eher irgendwo zwischen Griechenland und der Insel und nicht so nahe an dem der Bereich der Ägypter, die zufällig auf richtig große Mengen Erdöl/Erdgas vor noch nicht all zu langer Zeit gestoßen sind.

Als Laie in diesen Dingen kann beim Betracht der Karten nicht gesagt werden, diese Feststellungen der Türken sind völlig aus der Luft gegriffen. Letzteres trifft insbesondere auch dann zu, wenn eine Art Wiedervereinigung Zyperns kommt, die von einem Staat bestehend aus zwei föderativen Teilgebieten ausgeht; wo jeder Teil seinen Bereich verwaltet und man versucht, in einer gemeinsamen Regierung die politischen, ökonomischen und anderen Geschäfte zu koordinieren – gerecht und gleich.

Doch dass es in absehbarer Zeit zu so etwas kommt, kann bei dem herrschenden Nationalismus unter den Griechischzyprern wirklich nicht erwartet werden. Die Türkischzyprer dürfte noch immer das Wahlverhalten der Griechischzyprer beim Annanplan 2004 daran hindern, und auch daran, an einen mentalen Umschwung der griechischzyprischen Brüder und Schwester wirklich und ganz fest zu glauben, sodass man entsprechend wiedervereinigungsfreundlich sich geben würde oder gar abstimmte. Eine Blamage in 30 Jahren, oder so, genügt, dürften nicht wenige unter den Nordzyprern denken. Denn ihr Abstimmungsverhalten beim Annanplan wird von vielen als schämenswert erachtet. Als wolle man sich wie eine Klette an die Griechischzyprer hängen. Diesen Eindruck möchten viele nicht ein weiteres Mal von sich in die Welt gestreut sehen. Dann lieber mit den Türken weiterhin im Boot bleiben. Es kann unter Griechischzyprern ja noch nicht mal laut ausgesprochen werden, dass in diesem neuen Staatsgebilde ein Türkischzyprer für eine vereinbarte Zeit als Präsident vorstehen könnte. Griechischzyprische Nachrichtensender schreiben und sprechen noch immer vom “Attila”, wenn sie die Türken meinen. Nordzypern wird als Pseudostaat bezeichnet und seine politischen Vertreter, beispielsweise der Präsident, als Führer der Türkischzyprer: “Sogenannte …”.

Des Weitern gibt es noch ein Abkommen zwischen Nordzypern und der Türkei, seit 2011, welches Erdogan mit dem damaligen Präsidenten Nordzyperns, Eroglu, festsurrte. Es besagt, dass die Türkei im Falle der Fälle des Erdgas- oder Erdölreichtums, um es mal so zu bezeichnen, mehrheitlich an der türkischzyprischen AOZ beteiligt sein wird.

Vor dem Hintergrund, dass Eroglu eh türkeifreundlich ist und war, und aufgrund der Tatsache, dass die Türkei seit Jahrzehnten Milliarden Dollar zum Überleben der türkischen Zyprer aufwendet, ist diese Handlungsweise Eroglus durchaus nachvollziehbar. Sisi in Ägypten hat Saudi Arabien vor kurzem schließlich auch ein-zwei Inselchen im Roten Meer aus ähnlichen Beweggründen hinterlassen. Und amerikanische Militärbasen sind auch noch immer irgendwo in der BRD anzutreffen. Aus Dankbarkeit. Dankbarkeit kann nicht selten auch mit Geld oder/und politischem Einfluss beziffert werden.

Am 15. Juli vor einigen hundert Jahren soll das erste Papiergeld in Umlauf gekommen sein. Und am selben Datum im Jahr 2016 hatten die Türken eben ihren misslungenen Putsch, der ihnen allerdings 42 Jahre davor in Zypern zu ungefähr dem selben Tag gelungen ist.

Am 16. Juli 2016 dachte ich mir, ach gehst mal schwimmen, und zwar dort, wo es erlaubt ist und das Wasser ersichtlich rein: zwischen Sasbach und Wyhl. In Zienken, kann ja jetzt anscheinend niemand mehr schwimmen gehen, weil es keine Parkplätze mehr gibt, die wurden kurzerhand entfernt. Diese Gemeinde ist offensichtlich nicht in der Lage, sich mit dem Kiesgrubenbesitzer so zu einigen, dass man auch dort, wie zwischen Sasbach und Wyhl, einen Teil des Sees als Badesee ausrichtet. Andernorts nennt man das Bürgernähe.

Kalt war das Wasser, aber dennoch gut. War letzten Sonntag früh morgens um 08 Uhr bereits dort, so auch heute wieder. Im Wasser schön gemächlich schwimmend kam mir in den Sinn, einen alten Schulfreund nach dem Schwimmen mit meinem Besuch zu überraschen. Den habe ich seit über 30 Jahren nicht mehr gesehen. Er wohnt dort in der Gegend, wie ich von seiner Mutter schon vor Monaten erfahren habe. Kaum an seinem Haus vorüber gefahren, stand er wie bestellt am Tor seines Vorhofes zum Angesprochen-werden bereit. Er spielte gerade mit seinem kleinen Hund. Zwei Kaffee getrunken, gute alte Zeiten aufleben lassen im Gespräch, kurz die Etappen seines und meines Wertegangs uns vorgetragen – und wir vermieden mit Bravur, dass er mir bei unserem letzten Treffen meine Framus-halbelektrische Guitarre, die ich ihm zum Aufbewahren gelassen hatte, nicht mehr zurückgeben wollte, und auch nicht zurück gegeben hat. Bis zum heutigen Tag.

Zur Strafe, sozusagen, habe ich mir danach am Auto die rechte Seite aufgerissen, nur, weil ich möglichst korrekt im Parkbereich einer Straße in Freiburg einparken wollte. Da war nämlich noch dieser Pfosten und obwohl ich gehörig aufpasste, ging das Einparken schief – schief wie der Putsch in der Türkei.

Vor knapp zwei Wochen dachte ich noch so bei mir: Ist doch eigentlich mal wieder Zeit zu einem kleinen Putsch am Bosporus. Dass man diesen dann gleich so diletantisch umsetzt, erinnert schon stark an meine Vorgehensweise, die Guitarre wieder zurückzuerhalten. Zugegeben, die waren bei ihrem Putschversuch nicht ganz so zurückhaltend wie ich, doch wahrscheinlich mindestens genau so doof?

Kann gut sein.

Kann aber auch sein, und irgend etwas will mich das einfach glauben lassen, mehr, als all die anderen Begründungen, dass der Putschversuch sehr wohl von Erdogan und seinen Gesellen ferngesteuert passiert ist. Schließlich bin ich ja auch, trotz besseren Wissens und nur wegen der Aussicht, einen Strafzettel zu erhalten, weil der hintere Reifen 10 cm über den auf dem Boden gezogenen weißen Strich ragte, sozusagen ferngesteuert in die Falle gefahren, also, mit der rechten Seite des Autos schön am Pfosten entlang geschrammt.

Obristen der türksichen Armee sollen den Putsch verschrammt haben, vielleicht auch einige Generälchen, ja, und natürlich der Herr Gülen im fernen US-Amerika, der sich gleich verdächtig laut von einer Mittäterschaft distanzierte. An seiner Stelle hätte ich gar keine Stellung bezogen. ‘Auf so etwas antworte ich nicht mehr’, hätte ich gesagt und gelangweilt weg vom Objektiv der Kamera geschaut. Bekanntlich wohnt der Gute in den USA.

Nun, unser guter Herr Receb Tayyip Erdogan hat nicht versäumt, dennoch gleich volle Kanne auszuholen nach dem angeblichen oder wirklichen Putschversuch: Die USA stecken hinter dem Putschversuch, sagt er. In dem man mit der großen Keule auf diese Weise verbal ausholt, kann man die kleineren Übel zwischenzeitig real wegräumen: unliebsame Richter, Staatsanwälte, natürlich Anwälte und, wie immer, noch schnell ein Paar Journalisten plus Notverordnung.

Bravo!

Doch Herr Obama wird sich mit Herrn Erdogan treffen, morgen oder übermorgen soll es so weit sein. Dass die beiden sich nicht grün sind, dürfte allen Beteiligten schon längst aufgefallen sein. Versteckt, wie alle seine Vorgänger, wird auch Erdogan unterm Tisch mit einem Abrücken der Türkei in Richtung Russland drohen. Insofern ist seine Annäherung mit Putin schon fast verdächtig gut in der Zeit gelegen. Es lässt vermuten, dass der Putsch, der so diletantisch ablief, die Annäherung an Russland und Israel davor bedingte und daher das Werk gewisser Thinktanks der besonderen Art ist.

Erdogan wird wohl Federn lassen müssen, um sein Ziel, Alleinherrscher, zu erreichen. Die Frage ist, wird er sie beim Kurden-, Israel-, Armenien-, Irak-, Iran- oder aber beim Zypernproblem lassen?

Was bleibt da noch zu hoffen, folglich? Dass Griechenland – nicht schon wieder – als ein weiteres Problem der Türkei in den Vordergrund gerät. Dass das Pro und Contra Erdogan zu sein, den Frieden in nordeuropäischen Ländern, in denen viele türkischstämmige Menschen leben, durch kluge Politiken im europäischen Inneren abgefedert werden kann. Und da habe ich so meine Zweifel, wenn zum Beispiel das sogenannte Weißpapier der deutschen Verteidigungsministerin inhaltlich angesehen wird. Es liest sich eher wie ein recht plumper Aufruf zur endgültigen Militarisierung – in letzter Konsequenz – des zivilen Lebens und/oder Bereichs. Nach dem Motto: Kontrolle ist gut, mehr Konrolle ist noch besser! Wer sich und anderen vertraut, scheint wohl selbst schuld zu sein. Das scheint die Denke dahinter zu sein.

Ja, die Schuldfrage ist wahrhaft kein Grund, die Schuldigen an der Misere auf die leyensche Weise noch mehr abzudecken. Die Regierungen Europas sind gut beraten, den Obersuperreichen Europas für den Zeitraum von 5 Jahren, beispielsweise, einen Schnitt von 50% der Einnahmen zuzumuten. Damit die Löcher in den Straßen endlich gestopft werden europaweit. Damit den Frauen ein gleichwertiges Gehalt für gleiche Arbeit bezahlt wird europaweit. Damit vor allem jungen Flüchtlingen eine ganz intensive Betreuung zugute kommt europaweit, gern mit der Perspektive, danach in der einstigen Heimat als Spezialisten und dergleichen zurückkehren zu können.

Ohne diese Kohle der Superoberreichen Europas darf man sich nicht groß wundern, wenn einige am anderen Ende der sozialen Hühnerleiter sich ähnlich radikalisieren Wie Die Da Oben!

Read Full Post »

Erster Januar News-Mix

Zimbabwe übernimmt den chinesischen Yuan. Und die Belgier versammeln sich nicht zu Neujahr auf ihrem Festplatz – wegen Bombengefahr. München erhält Bombendrohungen ausgerechnet zu Sylvester. Russland verhängt weitreichende Sanktionen gegen die Türkei. Die Türkei verstärkt ihre Kontakte – unter anderem – mit Südafrika. Die Hotelerie in Antalya stöhnt. Was solls, bis Sommer ist noch etwas Zeit, um die russischen Touristen, die nun fehlen werden, zu ersetzen – rund 4 Millione russische Touristen. Auch Russen, die in der Türkei leben, werden Jobs verlieren. Nach Deutschland ist Russland der zweitwichtigste Exportmarkt der Türken. In Istanbul hat der Winter eingesetzt. Was machen all die obdachllosen Flüchtlinge und Türken in solch einem Wetter? Die Türkei muss sich nun bemühen, wegen den Scherereien mit Moskau, noch mehr mit der EU ins Geschäft zu kommen.
Den Regierenden in Polen scheint der wirtschaftliche Erfolg in den Kopf zu steigen. Breslau wird neben San Sebastian im Baskenland Kulturhauptstadt dieses Jahr sein. Nicht nur dass die Medien der Regierung in Warschau unterstellt werden sollen – mehr oder minder. Nein, die Regierenden in Polen legen sich so auch mit der EU an, indem sie also die Verfassung ändern. Und der Druck aus dem Osten, Russland, ist noch längst nicht eingeschränkt worden. Im Gegenteil. Man könnte fast glauben, Polen sehnen sich nach ‚helfenden ‚brüderlichen‘ Händen zurück. Vorerst sind die Medien der Polen jetzt also nationale Kulturinstitute. HURRA.
Die Flüchtlingsströme sind bekanntlich nicht abgebrochen. Viele Helfer haben sich formiert. So mancher von ihnen kann dieses Jahr – womöglich guten Gewissens – keinen Urlaub buchen. Hier die Lösung dieser Klemme: Warum nicht ein paar Wochen Lesbos machen? Viele Menschen gehen dort bereits hin, um zu helfen. Zum einen würde derart den Griechen jener Insel, zum anderen den Flüchtlingen und irgendwie auch sich selbst geholfen. Die Strände dürften von weiteren, sozusagen normalen Touristen, relativ leer sein, das Meerwasser klar und … .
In der Schweiz wurde im Parlament jedenfalls vorgeschlagen, Flüchtlinge in die Berge zu schicken, um auf Schafe aufzupassen. Könnte das nicht noch mit Betreuen von Touristen irgendwie verbunden werden? Immerhin kämpft das Land, der NZZ zufolge, mit der Krise im alpinen Tourismus. Neuerdings werden von ausländischen Schweiz-Touristen nämlich vermehrt die Städte des Landes gebucht. Das hat auch mit dem Ausbau der Straßen und Tunnel zu tun, aber auch damit, dass viele Touristen die Schweiz sozusagen für ganze zwei Tage auf ihrem Reiseziel-Zettel haben. Man staune: ganze zwei Tage. Außer Einkaufengehen, wird dann vielleicht doch noch das Jungfraujoch vor Interlaken für die eiligen Touristen drin sein?
Ja klar doch, Mein Kampf vom Adolf kommt in wissenschaftlicher Edition auf den Markt. Irgendwie passt dieser angebliche Millionen-Seller in die heutige Zeit?
Wussten Sie, dass so um die 10.000 marokkanische Kinder ausgesetzt werden, vor allem, weil sie unehelich geboren sind? Das weiter Verletzende daran: Nur weil die Kinder in solch missliche Lage geboren werden, erkennt sie der Staat gar nicht als existent an. Somit ist auch nichts drin mit Impfungen, weil diese Kinder ja keine Papiere haben. Und die haben sie nicht, weil das Krankenhaus, in dem die Mutter entbinden ließ, keine umgerechnet 70 € zahlen konnte und folglich kein Schreiben vom Krankenhaus ausgehändigt bekommt, mit dem sie eine Geburtsurkunde ausstellen lassen könnte. Wir schlagen den Frauen vor, weil Marokko soll ja ein islamisches Land sein, mindestens 4 Zeugen aufzutreiben, die bezeugen, dass die Mutter so-und-so heißt und das Kind da-oder-dort zur Welt kam. Das Bildmaterial dann einfach auf eine Webseite stellen, plus der Aussage der Zeugen. So was wird man doch wohl noch organisieren können. Schließlich sind Organisation wie die von Herrn Huber, die Dar Bouidar, oder eine weitere Schweizer Organisation namens Drosos-Stiftung vor Ort, die in diesem Bereich engagiert sind. Der Segen – oder dergleichen – des Königs wird dann schon irgendwann angeflogen kommen. Dem mit dem Propheten der Muslime in Verwandtschaft stehenden König sollte mal etwas mehr Zivilcourage von seinen westlichen ‚Freunden‘ auferlegt werden. Er ist schließlich der König – ALLER Marokkaner. Und waren da nicht mal gewisse Versprechen, die 2011 in die marokkanische Verfassung aufgenommen wurden? Alles Schall und Rauch? Lesen Sie ausführlicher dazu http://www.nzz.ch/feuilleton/wo-traditionen-staerker-als-gesetze-sind-1.18664728.

Ja, Autoren oponnieren neuerdings gegen das erneuerte Urheberrecht. „Gestörte Vertragsparität“. Das sagt Ihnen nichts? Die NZZ vom 1. Januar 2016 erklärt: „Sie mache, «dass sich Kreative in vielen Fällen noch immer auf Vertragsbedingungen einlassen müssen, mit denen sie alle Rechte am Werk beziehungsweise an ihren Leistungen gegen eine unangemessene Einmalzahlung aus der Hand geben (‹Total Buy-outs›)». Zudem würden jene, die auf «angemessene Vergütung» drängten, auf schwarze Listen gesetzt und boykottiert.“ Dazu fällt Ihnen gewiss Selbstpublishing ein? Vielleicht sollten Autoren sich noch öfters an kleine Verlage wenden, anstatt mit den großen Blutsaugern unbedingt die Buchseiten der Welt bespielen wollen?! Ich persönlich finde die Copyright-Lösung unangebracht. Die Letztere besagt, dass das Werk eines Autors erst nach 70 Jahren ohne Stress mit Verlegern und dergleichen übersetzt, weitervertrieben oder gar umgeschrieben werden kann etc. Ja, Sie haben es erkannt. Das Problem an dieser Posse ist nämlich, wie die NZZ des Weiteren weise feststellt, dass die Autoren sich nicht etwa gegen, sondern für die Verleger bei der Bundesregierung Deutschlands ins Zeug legen. Die etablierten Schreiberlinge sind das wohl größtenteils, die das tun. und die Underdogs in diesem Gewerbe haben ja eh wenig bis gar nichts zu sagen, darf vermutet werden. Deren Meinung wird ja bekanntlich nicht all zu oft in Zeitungen kolportiert.

Einer der besten Kalauer ist jedenfalls, dass Saudi Arabien eine Koalition gegen den Islamischen Staat schmiedet. In der Region Jawf des Jemen scheint man dieser Tage erfolgreich gegen die Huthis zu bomben. Mal sehen, wo das hinführt. Besorgte Stimmen sprechen von einer bevorstehenden Teilung des Landes – womöglich in mehr als 2 Teile.

Seitdem mit Russland von Seiten der EU nicht mehr gut Kirschen essen ist, denkt Brüssel wieder verstärkt darüber nach, ihre Europäische Nachbarschaftspolitik zu überdenken. Man hat offenbar erkannt, dass die Politiken, die bislang betrieben werden, zweifelhafter Natur stellenweise sind. Die EU ist zudem wesentlich konkreter aufgetreten in der Region als jemals davor. Und dabei erwuchsen eben gewisse Zweifel. Ist das, was man tut angebracht? Ja, schadet es dem neuen, geradezu imperialen Auftreten der Union womöglich geopolitisch? „Die Besessenheit der EU mit Konvergenz verhindert die Implementation und Wahrnehmung einer effizienten Nachbarschaftspolitik. Diese war ehemals dazu entworfen worden, die eigenen strategischen Interessen der EU zu befördern. Der recht lose Link zwischen der imperialen Natur und der oberflächlichen Dominanz von normativen Programmierungen in den bilateralen Agendas der Europäischen Nachbarschaftspolitik bringt ans Licht, dass es erforderlich ist, die Wichtigkeit dieser Angelegenheit zu begreifen. Um die geopolitisch-normative Ambiguität zu überkommen, ist eine bewusste Rebalancierung beider Komponenten nötig, und zwar hinsichtlich der Befürwortung realistischer kurz- und mittelfristiger Maßnahmen, die zu den wachsenden Herausforderungen in der Nachbarschaft korellieren.“ Sehen Sie hierzu ausführlicher und auf Englisch: http://iep-berlin.de/wp-content/uploads/2014/08/Moving-Beyond_Paenke.pdf.

„Die imperiale Natur der EU ist auf drei essentiellen Elementen basierend: Zuerst, ist es, ein gewisses System zu regieren. Sich überlappende Zonen verschiedenster Ebenen der Integration in Europa und in seiner Nachbarschaft ebenso. Solche flexiblen Mittel des Regierens haben ihre Vorzüge, vor allem in ethnischen, konfessionellen und unter anderem in geteilten Regionen, die in der europäischen Peripherie vorkommen [wie auch in der EU selbst, siehe Zypern]. Zweitens ist es ein geopolitisches Denken – basierend auf einer asymmetrischen Verteilung der Macht – die als Hauptpunkt darauf aus ist, die Peripherie zu stabilisieren. Drittens ist da noch die zivilisierende Mission europäischer Normen, die streut. Diese haben zum Ziel, ein günstiges „externes Umfeld zu kreieren, indem Drittstaaten so sozialisiert werden, dass sie tun, was die EU tut – das „normative Projekt des Westens voraussetzend.“

Die Ambiguität ist eben, dass die EU zwischen Stabilitätssuche und Konvergenz irgendwie feststeckt. Meisten ist den Europäern die Konvergenz etwas wichtiger gewesen als Stabilität. Und daher verwundert nicht, dass in einem Bericht der EU alljährlich festgehalten wird, inwieweit die Nachbarn der EU diese denn nun inzwischen auch widerspiegeln. Leider wird bei diesem Kopievorgang auch die eine oder andere ungleiche Verfahrensweise der EU kopiert – also vervielfältigt. Es ist außerdem ein „Aktionsplan“ in Anwendung, wie er zum Beispiel gerade vor kurzem in den trilateralen Treffen von Zypern, Griechenland und Ägypten unter dem Namen „Athens Actionplan“ in Umlauf gekommen ist.

Auch derjenige Aktionsplan, den die EU mit dem Libanon abgeschlossen hat [2006], „ kann mit Standards zur Zivilisierung aus dem 19. Jahrhundert verglichen werden, die einst von europäischen Staaten entwickelt worden waren; wohingegen die Stabilitätspolitiken geopolitische Projektionen zu Zeiten des Imperialismus gleichen. Untersucht wird […] die Rolle der EU im Libanon seit 2011, besonders vor dem Hintergrund der drei M: Moneten, Märkte und Mobilität.“

Es scheint also dringlich geboten, die Herren und Damen in Brüssel von ihrem hohen Ross sanft herunter zu holen, bevor sie noch auf ihre Füsschen fallen. Ein zyprischer Abgeordneter wurde vor kurzem mit 170 km/h auf der Autobahn angehalten. Ja, ob man denn nicht wisse, wer er sei! Was man von ihm überhaupt wolle, wo er doch Immunität habe! Er werde sie noch in Schwierigkeiten bringen, wenn sie ihn nicht umgehend … .
Sie verstehen, verehrte Leser, manche haben die Hosen gestrichen voll mit dicken Eiern. Die denken wirklich: Mir gehört die Welt! Kusch gefälligst!
Besieht man sich also den ganzen Laden namens EU, wie in der vorliegenden Studie, siehe den obigen Link, kann erahnt werden, auf welcher Wolke 17 viele unserer Volksvertreter dahinschweben.
Das Imperium EU wurde eigentlich gleich nach dem Ende des Kalten Krieges errichtet. Mit dem Aufkommen des Arabischen Frühlings hat sich das Augenmerk der EU dann aber auf Stabilität, anstatt wie bislang auf Konvergenz gerichtet in der Region südöstliches Mittelmeer, Naher Osten und Mittlerer Osten. Plötzlich, mit der einsetzenden Flucht vieler Syrier – beispielsweise nach dem Libanon – nahm dieser Wechsel hin zu mehr Stabilität seinen Anfang. Libanon war nun sogar zu einem stabilen Land geworden. Keine Kritik diesbezüglich seither von Seiten der EU, vorerst.
Im Jahr 2012 erhielt der Libanon immerhin 12 Millionen € von der EU, um mit den syrischen Flüchtlingen zurecht zu kommen, vor allem aber war das Geld, welches in Rüstung und Sicherheit gesteckt werden sollte. Irgendwie scheint die Rechnung bislang aufgegangen zu sein. Noch steht der Libanon, noch wird Zypern von Asylsuchenden nicht überrannt. Noch feuert die Hizbullah und andere nicht in Richtung Zypern. Noch werden auf Zypern keine Anschläge der IS gemeldet, die verhindert wurden. Noch tut man so, als würden die Verhandlungen zwischen dem türkisch- und griechischsprachigen Teil Zyperns womöglich wirklich noch zu einer Vereinigung finden.

Nun, hier zu Beginn des Jahres 2016 wollen wir mal eine Ausnahme machen und wie viele andere, die glauben, es besser zu wissen, darauf vertrauen, dass man sich täuscht. Das heißt, dass den Zyprern die Wiedervereinigung, die angeblich von den meisten gewollt sein soll, dann auch geschieht dieses Jahr.

Dieser Link muss es einfach noch sein, zur Bundeswehr und ihren Aktivitäten: http://www.jungewelt.de/2016/01-02/016.php

Willkommen in 2016!

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: