Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Erdogan’

Anfang April. Genauer: Der erste Tag nach Ostern.
War recht ausgleichend Ostern 2018. Jedenfalls was die Zypernundmehr-News Redaktionsräume angeht, war dem so: dort 2 viel zu große Nägel in die Wand gehauen, um den noch in Größe monströseren Spiegel an der Wand aufrechtstehend anzubringen, der kürzlich gekauft werden ‚musste‘. Woanders ein Bild aufgehängt. Mit dem Metermaß sogar den Abstand der Träger am Spiegel gemessen. So schwer ist das Ding, dass er ohne Hilfe an den beiden Ösen hängend nicht angebracht werden könnte.
Die Ösen hatte der Herr von der Lieferfirma eher widerwillig hinten am Spiegel angeschraubt, als er und sein Kollege gekommen waren, um weitere Gegenstände, wie eine Couch, einen Office-Tisch usw. abzuliefern und zu montieren. Das Büro ist inzwischen zur allgemeinen Zufriedenheit neben den Wohnräumen eingerichtet.
Wunderbar ist und war auch, heute Morgen bei Sonnenschein Richtung Süden durch das unweit von Lahr gelegene Dorf Sulz zu fahren, wo ganz viele gelbe Blumenköpfe den Straßenrand der dortigen Hauptstraße säumen und rosa blühende junge Bäume helfen, den frühlingshaften Eindruck in gesteigerte Lebenslust zu wandeln. Ja! Frühling ist gesteigerte Lebenslust, vor allem, wenn man plötzlich wieder ein Mal findet, am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein.
Durch Sulz fahren, ist angesagter, weil dort ist meist weniger Verkehr anzutreffen, als wenn man sich über die B3 in Richtung Freiburg kämpft, wo eigentlich immer Was los ist, das man nicht unbedingt miterleben mag: Stau, Unfall, Hektik etc. Über Sulz gefahren, können viele noch zu erledigende Dinge wahrscheinlich gleich von Anbeginn an lässiger oder entspannter angegangen werden.
In der Gemeinde Rust, wo von Lahr über Sulz, Kippenheim etc. hingefahren wurde, ist sichtlich spürbar, dass die dortige Saison im Publikumsmagneten Euro-Park von der Besucherzahl her anzieht; also richtiger: im „Europa-Park“. Doch noch längst nicht hat die Massenwanderung in den flächenmäßig wachsenden Unterhaltungspark von Rust vollends eingesetzt. Das kommt noch. Immer mehr Hotels entstehen, ein neuer Dorfteil sogar. Es ist nicht mehr jedermann gegeben, in dieser Gemeinde eine bezahlbare Wohnung zu finden – und schon gar nicht auf die Schnelle. Beziehungen sind gefragt, Geld.
Meines Wissens sitzt man in einer der vorhandenen Bäckereien Rusts zu jenem Zeitpunkt recht gut, nachdem der sogenannte „Stammtisch“ das Feld geräumt hat. Letzterer wird von Einheimischen gebildet, durchweg Männer, die wenig Gutes an ihrer Um- oder Mitwelt mit ihrem Gemurre und An-Klagen belassen. Selten, dass da mal was Positives – unfreiwillig – zu überhören wäre, was aus deren Mündern entlassen wird. Früher hätte man darüber gesagt: „Denen geht es zu gut!“
Kann schon sein, dass all Das auch anders gesehen werden kann!
Jedenfalls so kurz vor 12 Uhr mittags sitzen die Herren vom Stammtisch, die meisten sind Rentner, wahrscheinlich Zuhause und warten, dass ihnen Teller mit Essen gefüllt gereicht werden. Wahrscheinlich kochen einige von ihnen auch selbst, weil alleinlebend oder weil andere Umstände eine ‚schrankenfreie‘ Versorgung der zuvor erwähnten Art verhindern. Und auch Ihnen, verehrte Leser, wird schon aufgefallen sein, dass Selbstkochen doch eigentlich Spaß macht? Es soll ein tägliches Wagnis sein. Ein Abenteuer. Eine künstlerische Betätigung. Der Zeitpunkt, an dem Draußen draußen ist und bleibt.
Die örtliche Verlegung der Redaktions- und Wohnräume bedingt nämlich, dass solch Koch-Wagnis neuerdings nahezu täglich angegangen wird, zumal der Markt der Stadt Lahr praktisch vor den Füßen liegt – 2 manches Mal 3 Tage die Woche stattfindet. Das Schleppen von schweren Taschen und/oder Tüten hat somit ein jähes Ende gefunden – auch sonst sind die Wege kürzer geworden. Zypernundmehr-News befindet sich neuerdings in der Mitte einer kleinen, recht freundlich pulsierenden Stadt im Schwarzwald, wohingegen sich auf Zypern selbst nichts geändert hat. Dort befinden wir uns im ungefähren Dreieck, welches die Städte Limassol, Larnaka und Nikosia bilden. Langsam lernt man sich kennen auf dem Markt von Lahr. Interessante Kunden-Käufer-Beziehungen entstehen. Das gefällt.
Die Atmosphäre ist eine wirklich andere als auf dem Markt in Kandern, wo alles so gedrängt ist. Komprimierter also – vielleicht wegen der Lage in einem Tal. Manche versteigen sich gar darin, zu behaupten, es sei eine „Täler-Mentalität“ existent, mit deren nach Innengewandtheit man umzugehen lernen müsse in Kandern. Etwa so wie hoch oben in den Alpen gilt es das zu sehen, wo die Bewohner auch lieber im eigenen Saft gebrutzelt werden wollen, wird gesagt.
Auch egal: Der Umzug, nämlich weg aus Kandern hin nach Lahr im Schwarzwald, war mehr als notwendig geworden. Zur allgemeinen Überraschung sind die häufigen Aufenthalte in Basel und somit in der Schweiz noch gar nicht groß vermisst worden. Das hat damit zu tun, dass von Lahr aus eigentlich viel bequemer nach Basel oder Zürich gelangt werden kann, und ungefähr genauso schnell und teuer oder billig, als von Kandern aus. Die neugewonnene Nähe ins nördlicher gelegene Kehl, Karlsruhe, Colmar oder Seléstat im Elsass und Straßburg ist WIRKLICH einfach DER Knaller!

Well, der Knaller wird, wie in TRT-Türk zu hören war, dass nun anscheinend doch noch gebaut wird, und zwar in der Nähe der Stadt Mersin. Die sogenannte Grundlage für das schon seit längerem anvisierte Projekt zwischen der Türkei und Russland ist gemeint. Die Basis ist also leider gelegt worden – kein Aprilscherz.
Der erste Gedanke, als von dem türkisch-russischen Projekt gehört wurde: „Aha, nun haben die Israelis wieder zu tun.“ Die haben ja schon über die Medien wissen lassen, allerdings in anderem, aber ähnlichem Zusammenhang, nie wieder zu erlauben, dass in ihrem unmittelbaren Umkreis tödliche Gefahr entsteht. Die Israelis sind ja, wie Sie wissen, deshalb schon vor einiger Zeit in Syrien ‚eingeritten‘, damit ein Mehren von Plutonium für Nordkorea und andere Interessierte unterbunden bleibt. Und was jetzt bei Mersin entstehen soll, welches unweit von Adana liegt und eine weitere türkische Millionenstadt ist, ist mindestens so unschön wie das, was man einst in Syrien vor knapp 10 Jahren in die Luft sprengte per israelischen Flugangriffen.
Man müsse selbstständig werden in Sachen energetischer Versorgung, säuselt Erdoğan und seine ministerialen Hampelmänner. Irgendwie konnte nach geschlagenen 4 Stunden TRT-Türk-Gucken nirgends vernommen werden, wo denn bitte sehr die Reste einer solchen Anlage sicher untergebracht werden sollen in der Türkei? Entschuldigen Sie, wenn hier etwas zynisch bemerkt wird als Antwort auf die gestellte Frage: Vielleicht in den Höhlengängen der frühen Christen nahe der Stadt Kayseri, also in Kappadokien. Oder nach Afrika damit? Letzteres, weil türkische Exporte nach Afrika, wie gerade praktisch jeden Tag verkündet wird auf TRT-Türk oder Int, scheinen exponentiell zu steigen. Hoffen wir mal, dass die Rechnungen für die vorgeblich hohen türkischen Exporte nach Afrika auch wie gewünscht beglichen werden von den afrikanischen Geschäftspartnern.
Nein, nein! So unsensibel, wie das gerade Geäußerte, sind Herr Erdoğan und sein Außenminister Çavuşoğlu nun doch nicht. Beide geben im Verbund mit dem Rest der AKP-MHP-Regierung vor, begriffen zu haben, dass der Islam Vorläufer hat: nämlich das Christentum, doch vor allem das Judentum. Dennoch fühlt man sich als Muslim und Türke zu oft missverstanden und so handelt und redet man anscheinend auch in Ankara. Und deswegen, und manche behaupten nur deswegen, muss die Türkei zukünftig ausgerechnet dieses Atomkraftwerk in Akkuyu betreiben, welches ja in einer Gegend liegen wird, die nicht nur auf Grund ihrer Geologie problematisch ist, sondern auch, weil dort bekanntlich Konfliktzonen verlaufen – West-Südosttürkei, genauer: die Kurden-Türkenfrage; doch auch die wenig erwähnte Frage der türkischen Araber. Armenier, Jeziden, Sinti und Griechen könnten auch noch genannt werden, doch die sind noch immer zu dezimiert von ihrer Anzahl her, und dies seit Beginn des letzten Jahrhunderts, bzw. seit den 20er Jahren.
Derartige Grenzverläufe im Land mag Ankara nicht erwähnen. Das sei schlichtweg Humbug, dort von Grenze zu sprechen: PKK-Propaganda, Fetö-Unterstützung, armenische Lügen, unislamisch, west-imperialistisch etc.
Von der Stadt Mersin war oben kurz die Rede. Ja, dort ist einer der Häfen der Türkei, aus denen sogar Fähren regelmäßig und auch im Winter nach Zypern-Nord in See stechen. Zypern liegt also in unmittelbarer Nähe des geplanten Projekts in Akkuyu, wie allerdings auch Israel und Teile Syriens – und die Saudis zählen sich da auch dazu gehörig, und würden zu gern der Welt zeigen, dass sie mit der Türkei und Israel in Konkurrenz stehen und begriffen haben, dass allein Öl-Verkaufen zukünftig nicht ausreicht, um das Glück der Herrschenden in Riad weiterhin gepachtet zu haben. Sie betteln derzeit (20. April 18) geradezu darum in Washington, sich offiziell als weiteren Player in den Wirren in Syrien einführen zu dürfen – und das möglichst von Gnaden der USA.
Putin sieht sich offenbar getrieben, strategisch ausgefeilt einen Keil zwischen sich und dem sogenannten Westen mit Beihilfe der AKP-Regierung der Türkei etwas tiefer zu verankern – siehe Akkuyu. Wahrscheinlich laufen im Geheimen schon Verhandlungen der Türkei mit Ländern, wie Nordkorea, Pakistan oder China, damit einer von ihnen im Falle, dass Putin und Erdoğan sich schon bald wieder in den Haaren liegen, das Projekt Atomkraftwerk-Akkuyu weiterführt, um einen türkisch atomaren Stern am anatolischen Himmel und auch endlich über dem Mittelmeer erleuchtet zu sehen – zum Schrecken und zur Warnung all jener/n, die es über die Jahre aus Ignoranz und Arroganz usw. nicht verstanden haben, den türkischen Player in die gesamteuropäische Masse einigermaßen ebenbürtig mit einzubinden. Anastasiadis und Co. auf Zypern sind hier die Ersten, die es für dieses Versagen zu nennen gilt. Brüssel und Berlin, Merkel, Seehofer & Co. gilt es dann sowieso gleich nach den Zyprern zu nennen.
Yusuf Ünsal?
Stuttgart?
08. 04. 2018?
Genau. Ungefähr an jenem Wochenende muss es in Stuttgart eine Demonstration von Kurden und ihren Unterstützern gegeben haben. Nichts weiter Verwunderliches. Doch dass Recep Tayyıp Erdoğan einen türkischen (vielleicht auch deutschen) Staatsbürger im Raum Stuttgart telefonisch anruft und diesen als Art Helden in den türkischsprachigen Medien feiern lässt, ist genau die Art und Weise, und somit auch die Bestätigung dessen, dass auf europäischem Boden von Ankara im Ausland befindliche türkische Bürger nicht nur geführt, sondern auch aufgestachelt werden. Der zuvor erwähnte türkischstämmige große Held, den sogar Binali Yıldrım als gutes Beispiel eines aufrechten Türken im Munde führt neuerdings, ist also jemand, der eventuell in Deutschland dauerhaft lebt und sich den demonstrierenden Kurden auf den Straßen Stuttgarts in den Weg stellte, und gegen diese angeschrien haben soll, dass die Türkei in Afrin keine Morde begehe und dass die PKK eine terroristische Organisation sei. Anstatt dass die deutschen Polizisten gegen die Kurden einschritten, wurde berichtet, die wieder mal verbotene Symbole mit sich trugen und Erdoğan einen Mörder schrien, wie immer, wurde Ünsal, wie ausgestrahlte Aufnahmen zeigen, eher unsanft in Gewahrsam genommen. Unsanft, wie zu erkennen war, weil sich der Herr gegen seine Festnahme heftig zur Wehr gesetzt hat. Er soll mit einem Gerichtsverfahren rechnen müssen, wurde berichtet.
Gerade vorhin war nun ein Interview auf TRT-Int zu sehen, wo Bürger Ünal sich angesichts des Telefonates stolz gibt, da ihn sein „Oberkommandierender“ Erdoğan persönlich angerufen habe in der Sache. Was braucht es mehr, um vaterländische/n Ruhm und Ehr als Türke im Ausland zu erlangen?
Deutschland, und wenn es noch so heruntergespielt wird von Politikern und den großen Medienanstalten Deutschlands, ist schon längst zum Austragungsort des von Erdoğan & Co. angeheizten innertürkischen Konflikts geworden. Was auch zu erwarten war. Fehlt eigentlich nur noch diese eine traurige Nachricht von einem ersten Opfer der Hetze via Ankara in Deutschland gegen jene, die andere politische Überzeugungen haben – oder einfach, weil man eine ungeliebte Volkszugehörigkeit hat. Zwar können TRT-Türk & Co. nicht verboten werden, doch es könnten durchaus Maßnahmen ergriffen werden, die sicherer stellten, dass bei Demonstrationen in Deutschland gewisse extremistisch (angehauchte) Gruppen mit Nulltoleranz rechnen müssen vonseiten der Polizei. Für die involvierten Polizisten ist das gewiss kein Zuckerschlecken. Doch die türkisch-nationalistische Welle gehört endlich ausgebremst. Sie birgt nämlich eine gewisse Ansteckungsgefahr in sich. Außerdem müsste mal eruiert werden, inwieweit die Polizisten Deutschlands – im hier angesprochenen Fall jene Polizisten türkischer, kurdischer, arabischer etc. Herkunft – sich überhaupt befähigt sehen, in solchen völkisch gefärbten Einsätzen, möglichst unparteiisch nach geltendem deutschen Recht für Ordnung zu sorgen. Eines der Dilemma der Beamten: Die einen, die auf der Straße randalieren, beispielsweise, sollen eingesperrt werden und die anderen, die in Vereinen und Moscheen agieren, werden vom Staat sogar mit Art Sonderrechten ausgestattet usw. Denn wie bereits in vorherigen Artikeln hier geschrieben wurde: Die Macht der türkischen Religionsbehörde DITIP in der BRD gehört umgehend eingeschränkt. Prediger in deutschen Moscheen dürfen nicht weiterhin Abgesandte der religiös-faschistisch orientierten AKP-Regierung der Türkei sein. Wie Kamera-Aufnahmen letztens bezeugten, werden kleine Jungs dazu angehalten, in Soldatenuniformen durch Moscheeräume zu marschieren – oder wie Leichen in eine türkische Fahne gewickelt auf dem Boden zu liegen etc.
Und von vaterländisch erlegten Leichen haben wir nicht nur in Deutschland zur Genüge die Nase voll seit 1945. Bei vaterländisch kommt einem natürlich auch gleich jemand wie Herr Bahçeli in den Kopf, der mit Erdoğan in der Türkei die Regierung bildet. Der erstere hat letztens zwar nicht unbedingt eine Leiche gelegt oder vergraben. Aber er versuchte, dabei zu helfen. Denn: Dieses Frauenzimmer muss/te doch in die Schranken gewiesen werden! Man stelle sich mal vor: Schon wieder eine Frau als Premierministerin der Türkei. Geht’s noch! Die Çiller hat allen Beteiligten damals gereicht: Bahçeli, Erdoğan und den anderen.
Diesmal heißt die Feindin Meral Akşener. Sie ist von der IYI-Partei, Partei-„Gut“. Man ist in dieser Partei also gut, wahrscheinlich besser als die anderen. Jedenfalls nicht schlecht und gemein, eben gut, wie der Name es ja eingibt. Der Generalsekretär der Partei, Herr Dr. Aytun Çıray, scheint ein kluger Kopf zu sein. Genauer: Die Söszcü-Tageszeitung schreibt davon, dass es der Inspiration seiner Frau zu verdanken sei, dass der Anmeldungstermin der Partei im Kalender etwas zeitlich später den Medien und anderen Interessierten verabreicht wurde. Die AKPler haben sich offensichtlich nicht die Mühe gemacht, nachsehen zu gehen, ob dieses Datum so überhaupt stimmt, als sie vor Kurzem den Wahltermin zu der Präsidentenwahl bekanntgaben. Es soll im Dezember 2017 passiert sein, dass die IYI ihre Formalitäten anging und erledigte.
Offenbar war in Insider-Kreisen der Türkei schon immer das Thema vorgezogene Wahlen ein Thema. Auch bei dieser einen Oppositionspartei zur AKP. Die AKP hatte ja bislang immer brav alle Legislaturperioden zu Ende gebracht. Dennoch ging das Gespenst vorgezogener Wahlen um. Und so geschah, was geschah: Da hat also der Präsident der Republik Türkei seinen Gehilfen und Regierungskoalitionspartner von der MHP ans Mikrofon geschickt. Er solle Neuwahlen fordern. Das tat der Bahçeli glatt und bestimmte einen Wahltag im August 2018. Doch nachdem die beiden den folgenden Tag nochmals zum Tee zusammengekommen waren, meinte Erdoğan danach höchstpersönlich: „Neuwahlen werden am 24. Juni 2018 sein.“
Wie kam’s?
Alle sind sich einig darin, dass die Regierenden von der AKP-MHP-Koalition die Iyi-Partei aus dem Weg schaffen wollten. Sie haben dazu wohl einfach 6 Monate von dem Datum an gerechnet, welches die Iyi-Partei als den Zeitpunkt den Medien verkündet hatte, an dem alle Formalitäten zur Wahlbeteiligung erfüllt waren. Ja, und dann haben die Herren offensichtlich noch ein Wöchlein oder zweie großzügig draufgeklatscht, sodass die Partei dieser Frau nicht zu den Wahlen zugelassen werden kann – glaubten sie.
Doch die Frau Akşener hat ja, wie erwähnt, eine Helferin mit gutem Instinkt. Und wegen letzterer sitzt die regierende Männerriege der AKP jetzt etwas oder mehr in der Klemme. Denn wir alle wissen, sogar der einsamste Bauer in Ostanatolien wird es inzwischen wissen, dass Bahçeli und Erdoğan sich selbst ausgetrickst haben mit Bekanntgabe des Wahltermins. Ihr Stern ist eventuell am Sinken und vielerorts hebt das die Stimmung – noch – insgeheim. Denn die Weitsicht und Menschenkenntnis Frau Çırays ermöglicht der IYI-Partei ihres Mannes, an den Präsidentschaftswahlen teilnehmen zu können, wenn sich alle an die Regeln halten bis zum Schluss. Mancher traut der Richterschaft indes zu, dass wieder einmal Recht nicht gesprochen werden könnte, und noch schlimmer, dass am Wahltag Manipulation hoch drei, wie man sagt, stattfinden könnte.
In der Yeni Özgür Politika vom 23. April 2018 finden Demir und Seçkin, dass der wahre Grund für die vorgezogenen Wahlen ist, dass 2019 sich eine nicht mehr zu vermeidende Krise am Horizont abzeichnet, die vor allem die Türkei in Beschlag nehmen wird. Alle verschuldet in der Türkei, doch besonders die staatlichen Banken, was zum Resultat haben dürfte, dass die Gesellschaft, die Sparer und Anleger, – mal wieder – die Zeche blechen werden, und nicht nur die. Einiges aus dem Ausland stammendes Kapital, 2/3 des Geldes in der Türkei basiert auf Schulden gemacht im Ausland, auf Darlehen. Das sind ungefähr 230 Milliarden US-$ etc. -, die die Türkei mit in den Strudel reißen könnten. Oder falls die erwartete Krise von außen angestoßen wird, was wahrscheinlicher zu sein scheint, dann, dass diese hohe Schuld mächtig am Kragen der Türkei zu würgen beginnen wird – wie einst in den 90er Jahren und davor.
Ja, türkische Politiker und Wirtschaftskünstler sind solch finanzpolster-enge Zeiten schon fast gewohnt. Bislang hat man mit Good-Will der westlichen und/oder östlichen Player stets das Beste oder Zweitbeste pickend, sich durchschlagen können, sogar zuweilen etwas profitieren können. Das eben gezeichnete Finanz-Drama, finden nicht wenige, spielt sich im Grunde schon jetzt sichtbar, ja, merklich ab: Über 2 Millionen Kinder werden nach Angaben der Yeni Özgür allein in der Türkei als ‚Arbeiter‘ ausgebeutet – vor allem Kinder von Flüchtlingen aus Syrien etc. Ein 15-Stundentag ist für die kleinen Verlierer, entschuldigen Sie, die Regel. Auch dieser traurige Umstand scheint in Berlin und Brüssel niemand groß zu jucken. Anscheinend hat man höhere Ziele. Nur welches Ziel kann höher sein, als die Gegenwart von Schutzbefohlenen an der Grenze zur EU zu sichern, und um sie zukünftig nicht mit Bomben und Raketen bewaffnet gen die Union ziehen zu sehen? Und dann noch dies: In türkischen Knästen und/oder Polizeistationen wird wieder, und das nachweislich, gefoltert!!!
Eine scheinbar positive Nachricht gibt es aber dennoch aus der Region zu vermelden, genauer aus Rojava, welches bekanntlich an der türkischen Grenze im Osten Syriens liegt. Noch haben dort Kurden das Sagen. Berichtet wird, dass zum Andenken an eine argentinische und britische „Kämpferin“ die für die Sache der Frauen und der Kurden gefallen sind, sich inzwischen eine Art Labor Rojava formiert haben soll, ein Etwas also, in dem Frauen vordringlich das Sagen haben sollen und neue progressive Formen des Zusammenlebens eingeübt werden – und das wird offenbar vordringlich unter der Führung von Frauen in die Praxis umgesetzt.
Doch: Solange keine Frau als kurdische Führerin verehrt wird – so wie Öcalan in etwa -, so lange mag hier nicht so recht an die (schein-)feministisch orientierte Entwicklung oder Propaganda in Kurdistan geglaubt werden. Wahrscheinlich haben ein Paar Leute in Rojava und andernorts in Kurdistan erkannt, dass die Frauenfrage international Pluspunkte einbringt, das Image bessern kann. Hoffen wir mal, dass eben geäußerte Annahme der Realität nicht entspricht, entsprechen wird.

Diese eine nun folgende Sicht der Dinge soll und darf Ihnen nicht vorenthalten sein: „Hakikat“ (Wahrheiten) titelt es im Beitrag von Soner Yalcın, der in der Sözcü vom 20. April 2018 schreibt. Einleitend dazu kurz dies: Der Autor war unterm Messer im Krankenhaus und wacht gerade aus der Narkose auf.
„War gerade drauf und dran, vom Dusel der Narkose mich zu entfernen, als ich eine mir bekannte Stimme hörte. Öffnete meine Augen. Im TV sprach Präsident Erdoğan. Alle im Raum Anwesenden blickten nicht etwa zu mir, sondern zu ihm. Offensichtlich gab er gerade was Wichtiges von sich. Wie auch immer die Wirkung der Narkose beschaffen sein mag, zwischen meinem Zustand und Erdoğan begann ich nun Parallelen zu ziehen. So dachte ich: Die Last der Politik und der Ökonomie sind zu etwas Unaushaltbarem geworden. Erdoğan möcht sich davon befreien.
Erst daraufhin begann ich, mich von der Wirkung der Narkose zu lösen.
Erdoğan zählte gerade die Gründe auf, an die er selbst nicht glaubt, die dazu bewegten, die Wahlen 1 Jahr und 5 Monate vorzuziehen. Die Personen um mich herum fingen an, das von Erdoğan Gesagte zu interpretieren. Auf einmal: Nicht die Worte Erdoğans, sondern sein Gesicht und die Stimmlage fielen mir auf.
Erdoğan ist ermüdet, fertig, ausgelaugt. An das von ihm noch vor zwei-drei Tagen geäußerte „Hey Leute!“ erinnerte DAS jetzt wirklich zuletzt. Dachte bei mir: Vielleicht ist es ja deine Narkosenachwirkung.
ERDOĞAN MÖCHTE SICH ENDLICH VON DIESER SCHWEREN LAST BEFREIEN!
Er will abtreten. Lasst-mich-endlich-ziehen mäßig war der drauf.
Sie könnten jetzt einwerfen: Um die Wahl zu gewinnen, greift er zur vorgezogenen Wahl [wie einst Özal und andere]. Auf ersten Blick sieht es so aus. Doch ich rate dazu, Erdoğan nicht zuzusehen, sondern ihn anzusehen. Zweifellos. Er selbst würde so etwas nie sagen, ja, das wird er nie zugeben. Aber … . Auch wenn er sich dessen nicht bewusst ist, er schreit uns mit seiner Körpersprache und über den Bildschirm hinaus zu: „Ich bin müde. Kann nicht mehr!“
Mal ehrlich: Zeigt sich Erdoğans Gemütszustand nicht etwa? Andererseits … . Warum sonst sollte er sich jetzt Wahlen antun, die erst im November 2019 anstehen? Vorgezogene Wahlen beseitigen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht – machen sie auch nicht unsichtbar. Das Gegenteil davon nimmt dadurch eher zu. … Erdoğan schreit am Bildschirm: „Nehmt mir die Last ab! Ich pack es nicht mehr, weil das System kriegt ansonsten bleibende Macken ab!“
Was willst du da noch sagen? Das eben Gesagte ist also der wahre Grund, warum die Wahlen 1 Jahr und 5 Monate vorgezogen werden. Der möchte sich jetzt wegretten. Er, der 15 Jahre lang DER Mann in der Wirtschaft war. Dass er es nicht mehr draufhat, wie sonst noch soll er uns das zeigen? Für viele geht ein Traum in Bruch. So viel zur Lage. Das ist alles. Schlussendlich: Mich hat man unterm Messer von meinen Sorgen befreit. Hoffe, dass am 24. Juni 18 auch die Türkei befreit wird, [auch wenn der gerade wieder verlängerte Ausnahmezustand in den Ostprovinzen der Türkei gewiss noch bestehen wird]. Andernfalls … .“
Jedenfalls wurde bereits gleich einige Stunden nach Bekanntgabe des Wahltermins diskutiert, ob womöglich die CHP mit der HDP sowie der IP (IYI) zusammengehen könnten, also einen gemeinsamen Kandidaten für den Präsidentensessel kreieren. Aus hiesiger Sicht wäre es schon recht klug, das zu tun und sich nicht etwa hinter dem ausgedienten und abgenagten Kılıçdaroğlu von der CHP zu vereinen oder hinter jemanden von der HDP, sondern die durchaus streitbare Frau Akşener von der IyI Partei sollte ins Rennen geschickt werden. Sie ist eine Frau, und die Türkei ist erneut reif, einer Frau ihr nicht uneingeschränktes Vertrauen für ein Spitzenamt zu geben – nach 15 Jahren AKP sowieso. Das wäre wirklich fantastisch. Da nutzt auch nicht, dass die Erdoğan treue Medienlandschaft der Türkei den Vorsitzenden der CHP Kılıçdaroğlu bereits anstachelt, nicht genug Mumm in den Knochen zu haben für solch einen Job. Die wissen, dass dieses Argument sehr tiefreichend wirkt. Macho kennt eben die Schwächen eines Machos. Frau Akşener hat am 30ç April in einer Rede in ihrer Heimatstadt am Schwarzen Meer trefflich darauf hingewiesen, dass Bahçeli sich ja auch nicht zum Kandidaten aufstellen ließe. Soll heißen: Hört auf zu stacheln, weil sonst mach ich euch den Bahçeli noch auf eine Kandidatur fürs höchste türkische Amt heiß.
Und man bedenke, mit welcher Machtfülle ausgestattet dann Frau Präsidentin der Türkei – dank der Vorkehrungen, die Erdoğan bereits getroffen hat fürs Amt – ausgestattet wäre. Die Vorstellung lässt Bäume sprießen, womit wir, was Mitteleuropa betrifft, mitten im Frühling wären und dem frühlingshaften Beginn dieses Beitrages. Der Frühling ist hier auf Zypern, zum Ende des Monats April, inzwischen seinem Frühlings-Ende bereitwillig entgegentreten.
Bis zum 24. Juni 2018 kann im Hexenkessel namens Türkei noch viel passieren. Ein Hexenkessel indes soll durchaus auch positive Ergebnisse zeitigen (können) – wenn da nicht der Osten und der Westen, die Araber und die Israelis, die EU und die Chinesen wären!? Die Armenier. Deren Machthaber macht Erdogan nämlich gerade vor, wie man sein Amt missbraucht! Schade, hat Armenien nicht verdient. Welche Folgen dieser Stilbruch noch haben wird für das zuvor gezeichnete Bild Nahost-Türkei-Zypern ist noch gar nicht so recht absehbar. Und in Aserbaidschan haben die Leute auch keine Lust mehr auf die korrupte Herrscherriege, so auch die Georgier in Georgien und die meisten der Bevölkerung Moldawiens.
Es braut sich was zusammen, und keiner da, der von Zusammengebrautem so richtig etwas versteht!? Die italienische Eni-Firma findet, dass sie an die 800.000 € in die Förderung von Gas vor Zypern gesteckt habe und jetzt, nur weil die Türkei es anders sehe, nicht bereit sei, mit ihren Nachforschungen unterm Meeresgrund aufzuhören. Israel, war zu lesen, soll sich inzwischen nicht mehr so ganz im Klaren sein, ob das Gas im zyprischen Feld namens Afrodite, welches zwischen Israel und Zypern liegt, nicht vielleicht doch eher andere Vereinbarungen bräuchte als jene, die irgendwann mal getroffen wurden mit Nikosia etc. etc.

Read Full Post »

breit

Breit (machen)!

Schon mal in Athen gewesen?
Ist mir über die Feiertage zum Jahresende 2017 passiert – freiwillig und gerne. War sehr effizient.
Na ja! Diese 2 Wochen sind jetzt schon längst wieder um. Zeit, Athen den Rücken zu kehren, war dann aber schon gegeben nach dieser zeitlich relativ langen Dauer – ich hätte es allerdings gern auch noch länger mitgemacht. Eine weitere Woche im Hotel wäre wohl zu viel des Guten geworden.
Im Hotel Electra waren wir untergekommen. Beim Buchen über Booking.com war dort nichts mehr zu buchen Mitte November 2017. Angeblich alles ausgebucht. Doch wir wollten unbedingt noch mal ins Electra und sonst nirgendwo rein. Denn 2010 oder 11 hatte es uns dort bereits gut gefallen, und die Lage des Hotels in der Stadt war als „ideal“ noch zu sehr in Erinnerung. Also bemühten wir das Portal der HRS, und siehe da, es gab noch Kapazitäten.
Nicht unbedingt das Schlechteste, was diese Stadt an der Akropolis als vier Sterne Hotel zu bieten hat, und zwar unweit vom Syntagma-Platz, von Monastiraki, dem Stadtpark (Zapeion), dem Omonoia oder der Plaka ist es gelegen. Sie wissen gewiss, ersterer ist dort, wo auch das Parlament ist, wo das Grande Bretagne Hotel steht, welches man sich wahrscheinlich nie leisten wird können – und warum auch?
Es hätte auch gern bescheidener ausfallen können unsere Unterkunft, also nicht unbedingt gehobene Mittelklasse ẚ la Electra – doch leben wir nicht alle, voraussichtlich, lediglich nur einmal? Kann schon sein, dass zukünftig nicht mehr ins Electra, temporär in town, eingezogen wird, weil, ja, weil die Plaka nun wirklich nicht mehr das herzugeben scheint, was ich von ihr in Erinnerung hege: noch nicht einmal eine Diskothek gibt es dort mehr. Stellen Sie sich das mal vor! Keine Bar, die mich neugierig gemacht hätte, um mal einen Schritt hineinzusetzen, nur immer wieder Shops, in denen man touristische Mitbringsel einkaufen soll, was auch sonst, und natürlich Restaurants. Kann gut sein, dass in ihr doch noch irgendwo eine Bouzouki ist, wir konnten davon jedenfalls nichts mitkriegen. Und dann war ich ehrlich gesagt noch nie so ein großer Bouzouki-Gänger und mein Reisebegleiter ebenso. Stehe nicht so auf Im-Kreis-sich-bewegend-gemeinsam-Hüpfen mit dröhnendem Ouzo in Kopf und Blut – und der Zigarette zur Ausnahme zwischen den Fingern, mal wieder.
Ja, das Wetter war spitzenmäßig zum Jahresende – ein sonniger Tag folgte dem anderen, wahre Festtagsstimmung herrschte geradezu, wenn man zu Letzterer nicht Weihnachtsmänner, Schnee und Eis unbedingt benötigt. In Vouli-Athen gingen Mutige sogar ins Meer. Wir hielten uns zurück, obgleich wir in Zypern ganzjährig Schwimmen gehen. Man will halt nichts riskieren. Bloß nicht krank in Athen sein! Nicht hier!
Natürlich sind Griechen noch immer supernett und dem Englischen meist mächtig. Außerdem wird man nur noch selten preislich überfordert – nicht so wie einst. Ja, mein Lieblings-Café befindet sich eigentlich am Omonoia und nicht etwa woanders. Der Omonoia-Platz hat ja bekanntlich schon länger einen schlechten Ruf: Prostitution, Drogen usw. Das erwähnte Café ist links gelegen vom Kaufhaus HONDOS – man muss, wenn man aus dem Hondos raus kommt noch links über die Straße gehen und am Ende jenes Teils vom kreisförmigen Omonoia-Platz, wo eine weitere Straße in den Platz mündet, die allerdings nicht mehr mit Autos befahren wird – dort ist es. Dieses Café hat seinen Charme als einziges der Cafés, die an diesem zentralen Ort der griechischen Hauptstadt mal waren oder noch sind, behalten. Im Erdgeschoss warten 1000e Süßigkeiten, die man allerdings auch zum Tee oder Kaffee bestellen kann, und letztere gilt es natürlich im Stock darüber zu konsumieren – in sehr gediegener Atmosphäre. Dort oben angekommen, erscheint der Omonoia plötzlich wieder als das Zentrum der Stadt, der er einst war, spätestens, wenn man sich in einen der Stühle sinken hat lassen – und das Bad in der Menge in den Straßen so eine wohlige Pause erfährt. Dass das Café, dessen Namen sich zu merken, nicht beabsichtigt war, noch immer ein begehrter Ort ist, ermisst sich daran, dass überwiegend Griechischsprecher dort zu verweilen scheinen. Es scheint auch ein Treff Intellektueller, sagen wir, der alten Schule zu sein.
Ja, Sonne kriegen Sie dort drin wahrlich nicht ins Gesicht gestrahlt, verehrte Leser, dafür sitzen Sie aber in einer einfach wirklich netten, klassizistischen Umgebung – sauber und bestens aufgehoben. Ausprobieren macht Sinn – und ins Gespräch kommt man auch recht locker mit weiteren Gästen, so es Athene denn so bestellt. Klasse!
Das Electra Hotel, in dem wir abgestiegen waren, wie gesagt, hat zwar auch ein Restaurant, und das im 5. Stockwerk, doch das Schicksal hatte offensichtlich entschieden, dass wir dort nicht Essen gingen, obwohl auch unser Zimmer im Fünften gelegen war. Die Terrasse des Restaurants hatte schon was – Blick auf die Akropolis in Reinform – oder so ähnlich. Hinterm Omonoia gibt es indes 2 weitere Restaurants, die geradezu besucht werden müssen. Das eine finde ich stets auf Anhieb und das andere bekamen wir zufällig ab (wie immer), als wir auch diesmal wieder aus dem National Museum in Richtung Omonoia kreuz und quer durch die Straßen unterwegs waren und plötzlich standen wir davor und gingen natürlich schnurstracks hinein – schön mit Holz ausgetafelt und die Bediener supernett; und sie sind eben wie Bediener gekleidet und benehmen sich auch so. Man kommt sich vor, schon fast, wie Zeus in Kreta.
Fischsuppe wurde es für uns an jenem Tag begleitet mit einem halben Liter Retsina. War allerdings nicht der Renner die Suppe, aber, was soll‘s, schlecht war sie keinesfalls!
Kann gut sein, dass beim nächsten Athen-Besuch das Titania-Hotel angesteuert wird. Das Gebäude liegt recht nahe zum Omonoia und ist vom Preis her so billig oder teuer wie das Electra. Was mich angeht, finde ich die Gegend um den Omonoia doch etwas herausfordernder und interessanter als die Plaka oder Kolonaki. Obgleich, was wirklich Spaß machte, war, früh morgens auf dem Syntagma einen Kaffee oder Tee in der Sonne zu trinken – im athenischen Winter alle Male. Man sitzt dort, wenn die Luft etwas kälter ist, so ‚kalt‘ in etwa wie in Mitteleuropa an einem schönen Herbsttag, wirklich am richtigen Platz – Sonne pur, nur die Getränke sind etwas überteuert. Letzteres scheint aber niemanden groß fern zu halten. Glücklich, wer dort einen Platz in der Sonne ergattern kann. Da wir bekanntlich meist ‚früh‘ unterwegs sind, konnte so um 10 Uhr 30 immer gerade noch so ein Platz draußen an der Sonne in Beschlag genommen werden – ja, zum Jahreswechsel fängt das Leben offenbar zeitlich später an in Athen. Und wenn die Sonne an diesem Ort nicht mehr scheint, geht man einfach 50 Meter rüber auf die andere Seite des Syntagmas in ein weiteres Café, wo Helios dann noch recht lange verweilen dürfte.
Genau wissen, tu ich eben Gesagtes nicht, weil, wie gesagt, wir ja stets noch einen Platz erhielten und danach etwas Stadterkundung machten – Kultur. Nicht nur der Ortsteil Glyfada hat uns willkommen geheißen, sondern diesmal ausgiebiger denn je auch Vouliagmeni. Klar, dort ist das neue Kulturzentrum Niarxos. Wir nahmen an einer Führung durch das neu errichtete Gebäude teil, was im Internet zu buchen ist – die Nationalbibliothek wird gerade dorthin ausgelagert. Und obgleich die Führung auf Griechisch geschah und nicht jedes Detail verstanden werden konnte, ist dieser Gebäudekomplex recht imposant und hoch modern, wie sich herausstellte. Ein reicher Reeder hat dafür mal tief in die Tasche gegriffen, eben Herr Niarxos, der seinerzeit in Konkurrenz mit dem bekannteren Milliardär Onasis stand, oder so. Einfach mit der U-Bahn von Syntagma 3 Stationen nach „Fix“ fahren, dann auf die Tram 4 oder 5 umsteigen und knapp eine halbe Stunde und etwas länger durch die Stadt gondeln damit, bis nach XXX (sorry, aber sich durchfragen, macht Laune). Liegt unweit vom Meer das Zentrum in Rede. 3 Veranstaltungen haben wir uns angesehen (Mikado, La Boheme, Dornröschen). Die waren OK. Doch die beste Veranstaltung läuft in „Athens“ auf den Straßen.
Also: Wir waren auch auf dem Syntagma zum Jahreswechsel Punkt 24 Uhr. Erhofft hatten wir uns, ehrlich gesagt, etwas anderes zu sehen als das, was wir dann geboten bekamen. Doch dann war es so, wie es kam, auch OK. Nun: Der Platz war überwiegend gefüllt mit Flüchtlingen. Als hätte man denen gesagt: Geht ihr mal dort hin, wir Griechen bleiben dann weg! Es ist und war atmosphärisch einfach etwas sonderbar, zumal ja auch nur wenige Frauen oder Mädchen zu sehen waren – spürbares Adrenalin und Testosteron überall am Rumoren. Doch wie gesagt: Das war dann halt OK so wie es geschah.
Nein, in einen Club oder dergleichen sind wir danach nicht gegangen – überhaupt nie. Die Plaka scheint nichts Ansprechendes bereitzuhalten in Sachen Clubs wie einst, und schon wieder hoch nach Kolonaki wollten wir nicht und womöglich noch gesagt bekommen: Tut uns leid, aber ihr könnt hier nicht rein.
Kolonaki ist aber ansonsten ganz OK zum Ausgehen, wenn man sich auf Café-Bars der etwas gehobeneren Art, oder wie man diese Orte nennen soll, beschränkt. Eigentlich passiert das Leben in diesem Stadtteil in ein paar wenigen Straßen nachts. Die berühmte Melina Merkouri ist ja in Kolonaki großgeworden, wie sie in ihrem Buch schreibt – „Geboren Griechin“ -, welches ich für 3 Euro irgendwo auf der Straße erwarb. Ein Volltreffer. Die Zeilen im Buch bersten vor Lebensfreude und Athener way of life! Wahrscheinlich kann das Lebensgefühl dieser Frau und ‚ihrer‘ Stadt so nie und nimmer auf Deutsch oder eine andere Sprache transferiert werden.
Und das hat durchaus Vorteile, dass Kolonaki sein Leben auf ein Paar Straßen beschränkt. Doch ich weiß, dass diese Aussage nicht wirklich zutrifft. Denn es gibt Kolonaki und dann gibt es noch einmal ein Kolonaki. Das Letztere liegt noch etwas weiter oben in Richtung Lykabidos-Berg. Die Mühe dort rauf machten wir uns diesmal nicht.
Es ist einfach interessant und äußerst unterhaltsam den Griechen beim Ausgehen zuzusehen, vor allem den Frauen, die die tollsten Klamotten tragen in Kolonaki und diese sehr wohl auch zu tragen wissen, was herüberkommt als wäre ihnen dies das Natürlichste von der Welt, wie man sagt – und so viel Prunk und Pracht in Zeiten der viel beklagten Krise, die herrschen soll.
Auch in Piräus muss man wahrscheinlich recht marginal, also am Rand dieses Stadtteils irgendwo, unterwegs sein, um so etwas wie Armut anzutreffen. Ja, Piräus soll anscheinend noch eine eigenständige Stadt sein, obgleich die Chinesen sich dort dicke eingekauft haben am Hafen, doch wahrscheinlich nicht nur dort. Die Rede in Bezug auf Piräus, es erinnerte mich gleich an Zypern, ist von „Energie-Hub“, welches man plant in Zukunft zu werden; und versteht sich, über Energie hinaus soll Piräus der Anlaufhafen noch für ganz andere Dinge werden. Zu befürworten wäre solch Entwicklung gewissermaßen, wenn, ja wenn die asiatischen Investoren dann nicht vergessen, den sogenannten Alteingesessenen auch noch was vom Kuchen abzugeben.
Letzteres könnte so in etwa klappen, denke ich. Ein einziger Lebensrausch, der sich auch in Piräus vor dem erstaunten, „in Zypern verprovinzionalisierten Auge“ abspielt, wie es kürzlich mal jemand etwas treffend in Worte fasste. Das Leben pulsiert in Athen und man ist gleich 20 Jahre jünger. Trinkt, isst, lacht, unterhält sich und geht und geht und wird nicht müde vom Zusehen und Mitmachen. Und genau das unter Anderem ist es, was diese Stadt für mich und wohl auch viele andere so interessant und besuchenswert macht.
Recht schön ist auch, dass man sich in Sachen Sicherheit scheinbar nicht allzu viele Sorgen machen muss zwischen Syntagma, Plaka und Omonoia etc. Hat ja keiner gesagt, dass unbedingt in den Stadtteil Exarchia gegangen werden muss, wo sich alle Nase lang die Polizei mit Autonomen und anderen klopft. Oder dorthin, wo die Züge in alle Richtungen fahren – unweit vom Hauptbahnhof der Stadt. Dort in der Nähe wurde mir vor knapp 5 Jahren mal von einer Meute griechischer Bürger aufgebracht gesagt, dass es sie wenig juckt, dass ich einen deutschen Pass hätte. Ich hätte den Platz, besser die Stadt, noch besser das Land zu räumen, weil ich nicht die passende Hautfarbe hätte!
So kannte ich die Griechen noch nicht.
So kenne ich sie eigentlich noch immer nicht.
Doch da wabert etwas, was solch Sentiment wohl stützt und hochspülen lässt.
Nun, noch kann so etwas nicht davon abbringen, begeistert und immer wieder nach Athen zu reisen.
Ja, die wären handgreiflich geworden, wenn damals nicht die Mücke gemacht worden wäre, wie man sagt. Wahrscheinlich war es mein Pass, der den Übergriff verhinderte, beziehungsweise herauszögerte? Das ist die Frage, die ich noch heute stelle.

Zypernfrage

Bin also schon längst wieder zurück in Zypern.
Ein bisschen Regen hat sich auch schon gezeigt. Heute am 13. Januar 2018 bin ich endlich ins kühle Nass gesprungen, und zwar erstmals im Neuen Jahr. Es war herrlich! Die Staudämme sind gefährlich niedrig im Wasserstand. Ich gehe mal davon aus, dass der liebe Gott es auch dieses Jahr mit den Zyprern wieder gut meinen wird und die Stauseen noch rechtzeitig mit dem nötigen Nass füllen wird – inzwischen sollen die nur noch zu 13% mit Süßwasser gefüllt sein. Scheint niemand wirklich zu rühren, wahrscheinlich, da viele allsonntäglich brav zur Kirche gehen und beten. Denn gespart wird hier noch nicht beim Wasserverbrauch. Man redet davon wie über eine bevorstehende Grippewelle, die vielleicht doch noch abgewendet werden kann. Obgleich, ein wenig mehr als sonst könnte der Zuständige für den Regen dort OBEN denen hier unten auf Zypern schon zeigen, was es bedeutet, temporär kein oder wenig Trinkwasser zu haben.
Wird wohl nicht passieren, gewiss, weil die Inselgöttin Afrodite ihre Hände mal wieder mit im Spiel haben wird. Die Wetterprognosen sagen, dass Regen bis Anfang Februar ausbleiben könnte – und vielleicht noch später fällt.
Sie werden es nicht glauben, kaum, dass die Tinte trocken ist: Heute Nacht hat es zum knapp einstündigen mittelprächtig starken Regen sogar wegen Poseidon geblitzt (14.01.18)! Inzwischen (30.01.) liegt sogar Schnee auf dem Troodos. Es regnet zuweilen in Strömen etc.

Leider konnte ich meine mittelprächtige Aversion gegen zyprische Tagespolitik nicht vollends ablegen 2 Wochen in Athen, verehrte Leser. Kaum hier, muss ich gleich den Radio ausstellen oder das zyprische Fernsehprogramm in Richtung BBC umstellen, weil ich all DAS nicht hören will. Zeitungen kriege ich auch keine gelesen, ohne dass mich gähnende lange Weile einholt, die kauf ich schon gar nicht mehr, ein Touch Verzweiflung könnte auch noch dabei eine Rolle spielen.
Einiges, wie ich finde Unwichtiges, scheint anscheinend dennoch zu passieren tagespolitisch. Im Norden der Insel, beispielsweise, wurde gewählt.
Im Süden wird demnächst gewählt – hoffentlich endlich! Siehe unten mehr dazu.
Sie sehen, es ist schon fast alles berichtet, was im Entferntesten tagespolitisch oder kulturell auf interessant getrimmt daherkommt auf Zypern. Zwecks Wahn, oder wie Sie es nennen mögen, der hier abläuft, kurz diese teilweise Übersetzung eines Artikels aus der Cyprus Mail vom 16. Januar 2018, Seite 5:
„Zyperns erstes Patrouillenboot (OPV), welches in Israel gebaut wurde, wurde von Präsident Anastasiadis auf der Evangelos Florakis Marinebasis bei Mari auf See geschickt. Man erwartet, dass das Boot die Marine stärkt und die Rolle Zyperns als ein Sicherheitskontributör in der Region stärkt und darüber hinaus, sagte Anastasiadis bei seiner Ansprache zu diesem Event. … Das OPV ist 62 Meter lang und 8 Meter breit, wiegt 450 Tonnen und kann 2.500 nautische Meilen erreichen, hat eine Geschwindigkeit von 32 Knoten. Ausgestattet ist es mit automatischen Gewehren und kann Flugabwehrraketen an Bord nehmen. Meldungen zufolge belaufen die Kosten 44 Millionen €.“
Kurz: Wir alle dürfen nun gespannt darauf warten, wann die heißen Kohlen mit dem OPV aus dem Mittelmeer (mit) gefischt werden (sollen), versteht sich heldenhaft, beispielsweise mit Israel, weil die Rede in dem Artikel lediglich von „friendly neighbouring countries“ ist und weil Israel ja die Boote an Zypern verkauft und hergestellt hat und man eh auf Kooperation seit geraumer Zeit macht.
Die Analyse nicht weniger Zeitgenossen ist nämlich auch die, dass Israel schon in naher Zukunft zu einer Art Show-down blasen könnte mit einem oder einigen seiner arabischen Nachbarn, und zwar bevor die Trump-Administration zum Teufel gejagt wurde, beziehungsweise nicht mehr im Amt sein wird.
Und entschuldigen Sie. Doch dass so ein Boot ausgerechnet nach dem Kapitän benannt wird, dessen Schiff in die Luft bei Mari ging und mit ihm 13 Matrosen 2011, weil Munition darauf gelagert war, die meines Wissens nach Syrien unterwegs war, und das eher illegal, ist schon fast kitschig zu nennen. Ja, es ist sentimentaler Kitsch, der der Wählerschaft noch den letzten Nerv zugunsten Anastasiadis ziehen soll – oder ähnlich!
Vernebelungstaktik der Superschlauen!?
Hoffen wir also, dass in der von Anastasiadis vor kurzem eröffneten Akademie für Wissenschaft, Literatur und Kunst endlich diejenigen herangezogen werden auf der Insel, die sich mit solchem, davor bezeichneten einfallslosen Gefühlsgedusel irgendeines Regierenden nicht mehr länger ablenken lassen, also von dem, was wirklich anstatt ansteht – beispielsweise sich mit dem Norden Zyperns zu einigen, in dem man von seinem hohen Ross – etwas zumindest – heruntersteigt.
In diesem Zusammenhang sei noch kurz angefügt, dass die Griechischzyprer demnächst aber womöglich doch die lachenden Dritten, mal wieder, werden könnten, wahrscheinlich war Afrodite mal wieder mit Poseidon im Hadis, denn es ist inzwischen klarer absehbar, dass Erdogan drüben in der Türkei unter Größenwahn leidet; und das zeigt sich an vielen seiner Entscheidungen: Zoff mit den USA, Abmurxvorhaben der Kurden, wahrscheinlich nicht aller Kurden, oder der Plan neuerdings, einen zusätzlichen Kanal am Bosporus (Istanbul) zu bauen, um den Schiffsverkehr besser handhaben zu können, wo man dort ja eh gerade eine weitere Brücke übers Wasser gelegt hat und einen weiteren Flughafen baut etc.
Zuletzt in Sachen Zypernfrage:
Es kann nur gehofft werden, dass DIE da in Brüssel und Berlin etc. weise genug sind, dem Expansionsdrang des Sultans am Bosporus zur ‚Hilfe‘ zu kommen – denn jeder Ballon platzt, wenn man zu viel Luft reinbläst.
„HAVA!“
Allerdings gebe es auch für diesen Fall eine Art Ausweg eventuell, wie auch Erdogan weiß, nämlich: Notfalls den Griechischzyprern vor den Kopf treten, und das wäre noch nicht mal so ganz unberechtigt.
Wieso?
Letztere haben zu oft hören oder lesen lassen, wie auch der General Sekretär der UNO, Antonio Guiterres, feststellte kürzlich, dass sie, die Griechischzyprer, offensichtlich nicht überzeugend genug gewillt sind, den eventuell anstehenden Erdgas-Reichtum, den sie vor Zypern zu ermitteln und dann zu fördern sich auf den Weg gemacht haben, mit den mehrheitlich türkischsprachigen Nordzyprern zu teilen, wenn es dann so weit sein wird – und zwar gerecht zu teilen.
Ob es zum Krieg in Kurdistan kommt? Den Waffenexporteuren wird es Recht sein.
Die USA haben heute, den 18.01.18 offenbar den Salto rückwärts gemacht. Bedeutet: Lassen ihre wackeren kurdischen Kämpfer womöglich, wie vielerorts bereits prognostiziert, so auch hier, dann, wenn es drauf ankommt, im kurdischen Niemandsland stehen und die Türkei ihr blutiges Handwerk erledigen? Wir werden es schon demnächst sehen im TV.
Ja, ich weiß, das Gebiet namens Kurdistan soll zu Syrien gehören oder der Türkei, dem Irak sowie zum Iran. Zeit, dass ein kurdischer Staat endlich Wirklichkeit wird, so auch einer namens Palästina, die lebensfähig sein können – damit die Welt eine sicherere wird in dieser Region. Zyperns Vereinigung ist bei all dem, was eben gesagt wurde, nicht unerheblich, nur: man darf leider eher pessimistisch bleiben: kein Palästina, kein Kurdistan, kein vereintes Zypern!?

Doch ehrlich, das Schwimmen im Meer bei Maroni war mal wieder klasse – meine Badesaison 2018 wurde also eröffnet. Eine Französin, könnte es gewesen sein, die auch noch mit im Wasser war. Ich rief zu ihr rüber: „Lovely, isn’t it!“ Und sie antwortete kurz mit diesem mir vertrauten Akzent aus dem Elsass.
Eine kleine Katze hat man dort am Strand ausgesetzt. Sie sah noch gut aus. Ein schönes Tier. Heute den 18ten regnet es in Strömen. Was die kleine jetzt wohl dort draußen macht? Leider haben wir schon eine im Asyl, genauer: einen Kater. Eine zweite geht einfach nicht – davon abgesehen versorgen wir 2 weitere, die nicht ins Haus hineinkommen. Irgendwann muss halt mal Schluss sein!

Life

Und wissen Sie was? Auf Fisch habe ich plötzlich gar keine Lust mehr, umso mehr unser Kater. Jahrelang aß ich den hier auf Zypern, jedoch mit dem insgeheimen Verdacht, er könne aus den Fischanlagen von vor der Insel stammen. Eine recht ausgedehnt große Anlage liegt vor dem Governors Beach, wo dort tauchend sogar mal rote Fische gesichtet werden konnten, wahrscheinlich aus dem Roten Meer wurden die angespült, vermute ich. Der Klimawandel macht es wohl möglich und die Erweiterung des Suez Kanals bei Port Said vor ein paar Jahren sowieso.
Nun, wer in den Gewässern um Zypern schon mal tauchen war mit Taucherbrille, wird gewiss festgestellt haben, dass nun wirklich nicht (mehr) von Fischreichtum gesprochen werden kann – selten, dass man noch einen Fisch zu Gesicht bekommt. Und als ich in Athen den Oktopus endlich mal wieder so zubereitet erhalten konnte letztens, wie ich ihn nun mal haben möchte, muss wohl was in Gang gekommen sein im Hirn – was ich mir damals schon dachte, als ich denselben genüsslich verspeiste. Und seither mag ich nicht mehr so richtig in Fisch beißen. Komisch! Also zukünftig lieber Oktopus essen anstatt Fisch, auch wenn ersterer auf Zypern, aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen, einfach nicht so gut zubereitet wird wie in Griechenland.
Jemand, mit dem ich in Griechenland über das zuvor genannte Phänomen sprach, meinte, es habe wahrscheinlich damit zu tun – bitte festhalten -, dass der Achtfüßler in Griechenland länger und intensiver totgeschlagen wird. Das sei nämlich von Nöten, um ihn dann so servieren zu können, dass er nicht wie Gummi in seiner Konsistenz ist, wenn man draufbeißt.

Stellen Sie sich vor, da hatte ich doch vor Kurzem die „Maroni News“ in der Hand. Na ja, „News“ nennt sich das Blatt zwar schon, doch es ist eben eher ein Anzeigenblatt. Egal, clevere Engländer haben sich jedenfalls auf diese Weise eine Nische geschaffen, und das ist wohl, was letztendlich zählt. Und da stand diesmal etwas von Thai Chi Unterricht und Yoga drin.
Zum Thai Chi ging ich somit gestern erstmals. Ein Knut aus Karlsruhe gibt die Kurse. In Maroni passiert das Trainieren im so genannten „Old Coffee“ und der Besitzer dieses Ortes, der John, der machte gleich mit. Seit Jahren laufen wir, meist im Sommer, aneinander vorbei, weil wir wohl denselben Beach aufsuchen. Jetzt haben wir uns etwas kennengelernt. John meinte, dass in dem recht großen Café-Gebäude, wo wir im ersten Stock unsere Thai Chi Lesson hatten, eine zyprische Filmcrew des Senders RIK ein- und ausgeht, so eine Art zyprische Lindenstraße-Soap-Opera wird dort offenbar gedreht. Bingo. Dürfte sich finanziell auszahlen – hoffe ich jedenfalls für John und seine attraktive Frau. Denn ob dieser Ort gut besucht ist, darüber habe ich komischerweise gewisse Zweifel. Kann gut sein, dass ich mich da volle Kanne täusche, wie man sagt.
Der Thai Chi Lehrer Knut ist Deutscher und scheint erst seit dem Herbst 2017 in Zypern zu sein. Anscheinend hat er das Meiste auf eine Karte gesetzt und sich entschieden, hier (vorerst) Wurzeln zu fassen. Entsprechend unternehmerisch ist er unterwegs.
Spannend.
Bin gespannt, was aus seinen Plänen wird im Lauf der zyprischen Zeit. Irgendwie war mir so, als würde ein neuer Wind mit ihm und die Leute, mit denen er zu verkehren scheint, durch die Insel geweht werden.
Was seinen Thai Chi Stil angeht:
Den asiatischen Namen, den er da verwendet, kann ich mir noch nicht merken, den er nur kurz erwähnte. Obgleich, bewerben tut er seine Kurse mit „Modern Thai Chi“, wenn ich es richtig erinnere. Was gesagt werden kann, ist, dass Knut sein Handwerk versteht! Es war eine sehr gute, weil präzise Einführung – und glauben Sie es mir, ich hatte derer schon viele in Sachen Thai Chi über die Jahre.
Ja, ich bin es, der ewige Anfänger in dieser Disziplin! Zurück aus dem Südwesten Deutschlands werde ich auch die anderen Anbieter asiatischer Künste in Zypern nun endlich auch mal aufsuchen gehen. Da wäre nämlich noch Reiki und Yoga im Angebot. Gibt es in Psematismenos neuerdings alles um die Ecke. Und das in diesen kleinen Dörfern, auf Zypern, am äußersten Ende der EU – eigentlich am Nabel der Welt!?
In das Café von John werde ich bestimmt nochmals gehen, zurück auf der Insel. Warum bis nach Nikosia, Kitti, Limassol oder Larnaka fahren, wo das Glück doch so naheliegt, eventuell in Maroni. Ist sowieso ein interessantes Dorf, Maroni, das schon länger danach schreit, etwas mehr beachtet zu werden. Ein bisschen tiefer in die von Engländern dominierte Inselwelt eintauchen, scheint überfällig geworden – die Kreise der Russen ergeben sich dabei wahrscheinlich auch noch, sowie der Türken, der Araber, Afrikaner, Chinesen usw.
Letzteres kann schleichend verebbenden Englischkenntnissen gewiss nur guttun!

Miau

Apropos guttun: Wissen Sie, da gibt es neuerdings nämlich jemanden, den Vasillis. Das ist ein noch nicht 6 Monate alter Kater. Und dieser Kater der lebt nun mit uns. Er ist blind. Was ich jetzt schreibe, hört sich echt krass an, sorry: Seine Blindheit scheint uns eine Art Leitlinie sein zu können.
Keine Ahnung, wie viel Male ich schon in unserem Garten war – meist zeitlich kurz. Irgendwie nie so wirklich aufmerksam dabei im Geist, offenbar nicht wirklich präsent. Mit Vasilli ist jede einzelne kleine Pflanze des Gartens eine Neuentdeckung geworden. Der riecht das ganze Gelände sorgfältig ab – kartografiert es so, vermute ich, denn er sieht ja nichts.
Wir hatten Vasilli die erste Woche, als wir ihn von seiner Mutter glaubten trennen zu müssen, weil ihm das eine Auge einfach zu sehr aus dem Kopf heraushing und eiterte, nachtsüber in der Toilette eingeschlossen. Das ließ er sich auch gefallen. Zwischenzeitlich waren wir beim Arzt in Larnaka mit ihm – und der entfernte das Auge und mit dem anderen sieht er wahrscheinlich wenig bis gar nichts. Die Vet-Klinik dort ist ein goldener Griff. Die sind echt gut!
Inzwischen hat Vasilli alle nötigen Impfungen, und: die Rede ist bereits von Kastration. Was mir gar nicht gefällt. Unsere Reise nach Deutschland steht demnächst an, am 19. Januar. Es soll stürmen, Sturm Frederike. Hier regnete es auch. Gott-Zeus hat die Gebete der Zyprer also erhört.
Vasilli bewegt sich Tag und Nacht frei im Haus, und dies traumwandlerisch präzise, nur, wenn er in den Garten geht, dann ist da stets jemand von uns bei ihm: denn die anderen Katzen, seine Mutter inbegriffen, sind ein rauer Haufen. Derzeit gerade wieder sehr hörbar, denn es herrscht schon über eine Woche 24 Stunden Balz, und das laut und nicht gerade zimperlich.
Vasilli bringt also häufige Aufenthalte im Garten mit sich, ein Ort, den man sonst meist nur vom Balkon aus begutachtet, auch, da Gärtner die Arbeiten darin verrichten, wo er doch eigentlich Kontemplation pur sein könnte. Zurück zur Bio!
Vasilli bringt es auch fertig, dass derzeit kein Gift im Garten verspritzt werden darf. Davor konnte mit Argumenten gegen das Spritzen niemand durchkommen. Da wurde einfach losgespritzt. Letzteres scheinen eventuell alle hier auf Zypern so und in regelmäßigen Abständen zu tun, tun zu lassen. Ich würde mal behaupten, bei uns alle 2 Monate mindestens – und dann, bitte sehr, was das Zeug hält!
Klar, um unseren Garten wird natürlich noch immer giftig zugeschlagen, aber eben nicht mehr bei uns. Anscheinend scheint irgendwo durchgedrungen zu sein, dass so viel Gift die Katzen, Vögel und wer sonst noch in dem Grün sich aufhält, halt doch schädigen könnte – denn die beiden Katzen, die ums Haus streifen und gefüttert werden, haben schon den 3. Wurf nicht durchbringen können, von dem ich mitbekommen habe. Dass darüber jemand ernsthaft traurig wäre, mich inbegriffen, kann allerdings auch nicht ausgemacht werden. Sorry!
Ja, es herrscht Katzenschwemme auf Zypern – ganz im Gegenteil zu den Singvögeln, deren Hauptfeind allerdings nicht Katzen oder Kater sind, sondern der durch so genannte Delikatessen verwöhnte Mensch. Und andauernd kreuzt eine neue Katze bei uns hier auf dem Hügel auf. Einheimische sind oft so frei, ihre Tierchen dort oben bei den Ausländern, oder eben am Meer oder in den Feldern, auszusetzen. Gewiss tun das nicht nur die sogenannten Einheimischen.
Jeder Wurf ist den beiden Katzen, die uns auserwählten also verreckt. Vasilli ist einer jener 5 Kätzchen aus dem letzten Wurf der schwarz-weißen Katze. Er hat gerade noch so überlebt, die Kurve gekriegt – blind. Ein angenehmer Zeitgeist. Sehr ruhig. Dreht nur selten auf. Fährt gerne Auto. Hoffentlich fliegt er auch gerne im Flugzeug. Wie sich herausstellte, ist das der Fall. Die Tasche, die 50x40x23 cm höchstens groß sein darf bei der griechischen Fluggesellschaft Aegean, in der er in der Kabine mitgenommen werden kann, die mag Vasilli jedenfalls überhaupt nicht. Haben wir gestern ausprobiert und sein Protest war entsprechend. Verebbte aber nach knapp 10 Minuten. Das ist der Grund, warum Vasilli nun nicht jeden Tag in dieser Tasche sitzen muss zur Gewöhnung, wenn wir mit ihm runter ans Meer fahren, wo er nur an einem ganz bestimmten Ufer vor Maroni wie ein Hund neben, vor oder hinter einem läuft über 500 Meter und mehr – unaufgefordert. Nachts legt er sich gern auf sein Lammfell zum Schlafen im anderen Zimmer. Das Lammfell hat ihm die Nachbarin vererbt, die vor kurzem auf ihn aufpasste. Oder aber er legt sich in meinem Zimmer auf das Bett daneben. Ein sehr verständiger Kater, der versteht, dass er sich nicht in meinem Bett aufhalten soll. Einige Tage danach in Nikosia war er vielleicht ganz froh, dass es die oben erwähnte Tasche gibt. Praktischerweise kann man sie sich um die Schulter binden, so dass man Körperkontakt halten kann. Nicht ein einziges Mal hat er protestiert darin. Der Lärm der vielen Autos war ihm wohl doch zu unheimlich – und die Leute an anderen Tischen im Café. Heute ist auch der Tag vor dem Abflug, früh morgens: zuerst nach Athen und dann nach Frankfurt – Easyjet nimmt keine Tiere an Bord. Vasilli schlägt sich wacker, weil, seit der Mittagszeit bekommt er nichts mehr zu Essen, voraussichtlich bis zum nächsten Tag um 12 Uhr oder so. Man weiß ja nicht genau, was ansteht, eben wegen dem Sturm Frederike, der in Deutschland ganze Bundesländer den Zugverkehr offenbar lahmlegen lässt – sicherheitstechnisch. Mal sehen.
Vasilli ist meine erste sehr nahe und tagtägliche Begegnung mit einer Katze. Verzeihen Sie es erneut, doch ich mag mir kein Denkverbot auferlegen in dieser Sache: Seine Blindheit ist ein Geschenk. Es bringt sehr nah. Er braucht mich und wahrscheinlich brauchen wir ihn. Unser Guru. OK, ich krieg mich wieder ein, no problem!
Thunfisch will er haben – ohne Öl!
Was als Nächstes erreicht werden soll, ist, dass Vasilli sich im Garten bewegt, ohne andauernd beaufsichtigt werden zu müssen. Dazu muss er allerdings körperlich größer sein und stärker, damit er sich im ‚Notfall‘ wehren kann, jedenfalls so lange, bis man vor Ort ist, um ihm aus der Klemme zu helfen. Heute hätte ihm seine Mutter fasst eine Ohrfeige verpasst. Ich konnte von Weitem noch dazwischenrufen – und sie verpasste Vasilli haarscharf mit ihrer Tatze. Der arme Vasilli war danach recht eingeschüchtert, wollte nicht wieder raus in den Garten. Er hat offensichtlich erkannt, dass da draußen, wo es ihn der Neugierde wegen stets hinzieht, nicht alles heiterer Sonnenschein ist, auch nicht die anderen Katzen – und dass so ein Menschenhaus ein geradezu idealer Fluchtpunkt ist. Lernt er jeden Tag etwas dazu. Aufgrund seiner speziellen Situation kriegt man viel davon mit.
Tage davor hatte ihn seine Mutter nicht angefaucht und seine Großmutter schien recht gelangweilt zu sein, ihn zu sehen. Doch das Bild scheint sich zu ändern, wenn Mutter denkt, der menschliche Schatten um Vasilli ist außer Sichtweite.
Eine gute Bekannte meinte, dass Kater-Kastraten dickere Köpfe bekämen nach dem Eingriff. Mag sein, dass auch so ein Bosskopp-Vasilli gefallen könnte. Gestern beim Doktor zum letzten Check vor dem Flug verhindern können, dass ihm erneut die Krallen gestutzt wurden. Noch finde ich kein Vergleichsbild dafür. Vielleicht ähnelt das Nägelkürzen bei Katzen dem Zustand, den ein Mensch aushalten darf, wenn er einen Gips am Arm trägt?
Hat man mit funktionsfähigen Hoden als blinder Kater bei Menschen lebend mehr Aussicht auf Zufriedenheit und ein glückliches Dasein oder eher nicht? Ich weiß es nicht.
Wissen Sie was dazu?

Germany

Wissen Sie etwa Genaueres zum sogenannten Diesel-Skandal? Viele sind ja der Meinung, dass der Skandal an diesem Skandal ist, dass genau das, was man denkt, dass wohl dabei herauskommen wird, wirklich herauskommt – also, dass VW & Co lustig weitermachen, so in etwa, wie gehabt oder Euthanasie-mäßig versuchen lässt; Mengele lässt grüßen – oder so. Und dass die angeblich unabhängige Justiz des Landes dazu die Steigbügel hält, und wie sich zeigt, dies immer unverblümter. Ein Blick in die Lahrer Zeitung vom 25. 01. 18, Frontpage:
„Klage abgeschmettert – Düsseldorf: Die Straßenverkehrsämter müssen die vom VW-ABGAS-Skandal betroffenen Diesel laut Urteil des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts nicht stilllegen. Die Deutsche Umwelthilfe(DUH) habe in dieser Frage kein Klagerecht [, ja wenn nicht mal die, bitte sehr, wer dann?]. „Der Bundestag hat sich dagegen entschieden und wir [sagen die Richter] haben das zu respektieren“.
HALLO! Unabhängigkeit der Justiz endgültig adé? Wie kann man sich auf das, mit Verlaub, schwammelige Gerede der Politiker im Bundestag beziehen als richterliche Instanz – und in solch wichtiger Angelegenheit? Hat nicht der derzeitige Außenminister groß im Bundestag getönt, beispielsweise, die Rüstungsexporte würden zurückgeschraubt and the rest o fit! Nein, die sind, seit Gabriel dort zeichnet, gestiegen! 2015 und 2017 verzeichneten Rüstungsexporte Rekorde. ‚Hurra!‘
Da denkt etwa jemand an uns? Wie sozial Herr Gabriel, nein wirklich. Er ist ja auch jemand von der SPD, wo „sozial“ zumindest noch im Namen übriggeblieben ist.
Doch ehrlich, die Aktion der JUSOS, die gerade läuft in Reihen der Jugendorganisation der SPD, ist recht lustig – auch wenn der eine, die andere von ihnen in naher Zukunft eh von den zuweilen fragwürdigen, innerparteilichen Strömungen der SPD vereinnahmt werden wird, spätestens, wenn sie in die SPD vollends übergewechselten altersbedingt und dort so etwas wie Karriere machen wollen. Ansonsten, wenn sich einstige Jusos da nicht einfügen, heißt es eventuell bye-bye auf der innerparteilichen Karriereleiter!
Die Jusos haben also, wie Sie gewiss mitbekommen haben verehrte Leserschaft, dazu ausgerufen, dass man mal schnell in die Mutterpartei, die SPD, eintreten soll, um die anstehende Große Koalition (Groko) niederzustimmen demnächst. Bis zum 6. Februar noch möglich, Leute! Guter Einfall, beispielhafte Mitgliedergewinnung. Bravo!
Gefällt den SPD-Parteibonzen aber dennoch nicht. Weil die wollen ihre Groko. An der Macht wollen die sein, offenbar bis zum Ab… . Komme, was wolle!
So sind die eben drauf!? Letzteres bestätigt sich anscheinend, und das gerade vor unser aller Augen. Was solch Mentalität unter anderem bewirkt, ist, dass Selbstdarsteller wie Tayyip Erdogan geradezu dazu ermuntert werden, ihren Narzissmus auszutoben. Der fordert Panzermaterial, wo er eh schon über 300 davon gen Kurdistan gerichtet in tödlicher Mission wegbrummen lässt. Wird durch unklare Positionierung in Berlin ermuntert, Kurden zu jagen – und vor allem auf dem Rücken der kurdischen Zivilbevölkerung, sei es die in Syrien, der Türkei oder eben im Irak.
Klar, Sie glauben doch nicht etwa, dass wenn der Erdogan schon mal durchstartet in dieser Angelegenheit, dass er Kurden im Irak verschont? Und die Kurden in der Türkei, jene ‚Türken‘, die in den ‚falschen‘ Provinzen leben, die haben halt Pech gehabt. Kommt ja eh niemand, ihnen wirklich beizustehen. Außer schalen Worten von, und unsicherem Asylstatus in der EU, hat man für die gerade nur noch wenig Verwendung.
Ja klar, wenn wieder ISIS-artige Leutchen aufs Trapez kommen, irgendwo in den Weiten des kurdisch dominierten Orients, vor allen dort, wo Reichtum im Boden ruht, Erze, Öl, etc., dann dürfen die Kurden erneut ‚hoffen‘, dass man sie zum Verheizen braucht.
Im Grunde, entschuldigen Sie, sind die Kurden mit Schuld. Weil seit Beginn des letzten Jahrhunderts ist ihnen diese seltsame historische Rolle schon mehrmals zu Teil geworden, doch sie lassen sich immer wieder darauf ein – in der Hoffnung, ihr Kurdistan zu erhalten. Not this way, PLEASE!

Zum Schluss: Berechtigte Hoffnung auf Besserung der Menschengattung besteht neuerdings – wussten Sie doch, oder? Ja! Die Chinesen haben ‚erfolgreich‘ Primaten geklont. Somit ist eigentlich klar: Du und ich, wir sind reproduzierbar – oder eben, es kann auf uns verzichtet werden!?
Und bei so viel Spiegelung, sei es auch nur des Erbguts, kommt einem schon recht viel Freude in den Sinn, wenn man bedenkt, dass ja vielleicht doch die AfD die Oppositionsführerschaft im Bundestag erhält, nur weil Politiker wie Schulz von der SPD der Macht zuliebe eine Kehrtwende machen, der sogar Donald Trump etwas abgewinnen dürfte. Nun, die Rede ist von einer Art historischen Spiegelung. Denn war es nicht so, dass einst in grauer demokratischer Vorzeit des legendären Weimarer Republikchens Politiker der Rechten im Parlament eine ähnlich geartet machtvolle Stellung im Parlament einsackten wie heutzutage voraussichtlich die AfD, Oppositionsführerschaft, also, bevor der FÜHRER damals für ‚ORDNUNG‘ sorgte?
„Wehret den Anfängen“, hieß es mal. Ist nirgends mehr klar erkennbar in der Republik, dieser Spruch: weder im deutschen Parlament, noch im Umgang mit Erdogan und seiner Clique – und schon gar nicht gegenüber denjenigen, die auf zu viel Zaster sitzen – und ganz offensichtlich im Bundestag (mit-)regieren.
Irgendwer schrieb kürzlich, ich glaube in der TAZ, dass es doch Sinn machte, einen Grundeinkommen für alle einzuführen, der bei beispielsweise 1.500 € läge. Was diesen Gedanken wirklich interessant, ja, höchst progressiv macht, ist, dass dieser Autor auch eine Einkommensbegrenzung andachte. Die legte er bei 10 Millionen € fest – ebenfalls pro Monat.
Genau das ist ES, ging es da durch den Kopf: mit weniger als 1.500 kann man nicht wirklich gut leben und mehr als 10 Millionen im Monat, wer um alles in der Welt braucht so viel Geld?
Kommen Sie mir nun nicht mit Kommunismus und dergleichen, das solche Denke sein soll. Nein. Das ist ein Begriff aus der Klamottenkiste. Reden wir doch von Bio-Effizientismus!
Wo sind die Damen und Herren, die sich für so etwas KLUGES im Namen der Leute endlich mal breit machen im Reichstag?

In Zypern muss anscheinend nochmals gewählt werden das kommende Wochenende. Es steht unentschieden zwischen Anastasiadis und Papadopolous bei der letztens vollzogenen Wahl. Ersterer soll aber das Rennen machen. Nächstes Wochenende wissen wir es. So rum oder anders: Jeweils die falschen sind am Ruder im überwiegend Griechisch sprachigen Teil der Insel! Als wären die da alle breit!

Read Full Post »

Blutrote Oliven

Hätte dieser Berater Erdogans zum österreichischen Bundeskanler, vielleicht war es auch an den österreichischen Bundespräsidenten gerichtet, lediglich “verpiss Dich” in seiner Twitter-Message geschrieben, Gott, damit hätte doch eigentlich gelebt werden können. Wenn so eine Person, die so nahe zu Erdogan steht, allerdings nach dem verpiss Dich “Ungläubiger” anhängt, gilt es doch wohl eindeutiger der Meinung zu sein, dass damit ein weiteres Signal dafür gesetzt wurde, welcher Geist in Ankara offenbar herrscht: ein islamistischer. Zwar wird das Wort Kafir (Ungläubiger) in der Türkei häufiger benutzt in diesen Tagen der Herrschaft des Receb Tayyip Erdogan, doch einem Berater des Präsidenten darf so eine Stilblüte doch wohl nur ‘gelingen’, wenn die damit ausgedrückte Sicht auf Zuspruch von OBEN stößt. Bislang ist jedenfalls noch keine Nachricht darüber eingetroffen, dass dieser Mensch aus dem Beraterstab Erdogans entfernt worden ist.

Dass der deutsche Außenminister Steinmeier sich bequemt, möglichst auf Wegducken zu machen bei derartigen Vorkommnissen und von “Kooperation” anstatt spricht, die gegenüber der Türkei zur Anwendung kommen müsse, lässt nicht wenige konstatieren, dass diese Politiken des Herrn Außenministers inzwischen verfehlt sind. Sie sind verfehlt, da Erdogan und seine Crew mehr als eindeutige Zeichen weiterhin und sogar vermehrt ausgeben, das bisschen Demokratie, welches in der Türkei herrschte, endgültig für vorerst ad acta gelegt ist. Die Positionen der österreichischen Administration, im Gegensatz zur deutschen, im Umgang mit der Türkei sollten Herrn Steinmeier in deren Richtung schnellst einlenken lassen: denn Ankara pokert viel zu hoch.

Gewiss sind die Türken nicht die einzigen, die dieser Mode verfallen sind, hoch zu pokern. Solidarität ist dabei ein Wort aus der Vergangenheit geworden. Es herrscht untrügerisch Sultansein vor. Zu viele wollen der/die Größte in ihrem Resort sein und genau das der Welt zeigen. Damit hat man sich vorerst abzufinden?

Nein!

Die EU muss nach dem, was bislang in der Türkei-EU-Beziehung gelaufen ist, nun damit auch konsequent weiter machen. Man hätte die Türkei besser schon längst integriert. OK, das hat nicht geklappt, das sollte wohl nicht sein, also jetzt so erst mal weiter machen. Warum mit solch einer Blockadepolitik der EU weitermachen? Weil inzwischen sind türkische (kurdische/armenische/lazische/etc.) Mitbürger innerhalb der EU – nicht alle, aber eventuell bereits zu viele – dabei, ihren Erdogan Pro oder Contra-Konflikt mit Gewalt und Ausgrenzung der einen oder anderen Fraktion – plus sogenannten Einheimischen – auf die Spitze zu treiben. Wer hier weiter zusieht – a la Steinmeier – verkennt diese Lage. Und Herr de Maiziere, der deutsche Innenminister, hat den Braten zwar erkannt, doch leider fängt er bei den Asylantragstellern an. Doch es sind halt leider auch die türkischen/arabischen etc. Mitbürger an die Kandare zu nehmen, und zwar diejenigen, die nachweislich von ihren wenig bis gar nicht demokratischen Vorstellungen des Miteinanders sich nicht verabschiedet haben, verabschieden wollen oder glauben, es nicht zu können oder gar zu müssen. Dass manch Mitbürger mit sogenannt deutschen Wurzeln durchaus auch eine Problemfall ist, ist uns allen längst mehr als nur ersichtlich. Doch da es hier gerade ums Zusammenleben in Europa und somit auch in Deutschland geht, würde ein Anfang gesetzt beim verständlicher und nachvollziehbarer Politikbetreiben, wenn doch endlich mal mit den Dazugezogenen, sozusagen vor allem, begonnen würde, also jenen, die noch gar keinen europäischen Pass haben. Das würde gewiss so manchen Nazi zähmen, auf den Boden des Grundgesetzes (siehe BRD) bzw. Verfassung zurückzukehren.

Es geht jedenfalls nicht an, dass die zueben angeführte Reihenfolge umgekehrt gedacht wird: also zuerst die zu politisch rechten Europäer und dann die zu islamistischen, zu kriminellen etc. Zugezogenen ‘austrocknen’. Diesen Versuch hat man die letzten 20 oder 30 Jahre durchaus gewagt und auch teils durchgeführt, mit dem Ergebnis, welches wir heutzutage in ganz Europa haben: keine für die meisten betroffenen Bürger der EU klaren Positionen und Richtlinien von Seiten der Regierenden, die die Mehrheitsbevölkerung von ihrer, sagen wir, effektiven Existenz überzeugen könnten . Aber diese Überzeugung braucht es.

Die Lage ist unter anderen, dass zu viele türkische Mitbürger sich für einen eher extremen Kurs entschieden haben. Und auch daher ist die leidige Diskussion um Doppelstaatsbürgerschaft in Deutschland von großer Bedeutung und sehr wohl ein Zeichen, das gesetzt gehört. Diese doppelte Staatsbürgerschaft sollte fürs Erste ausgesetzt werden, und zwar für Nicht-EU-Bürger. Das heißt, wer sie hat, ok, der oder die hat Glück gehabt und hat sie, aber keine weiteren Bewilligungen! Diese Maßnahme erscheint angebracht, damit wirklich jeder merkt, dass er oder sie sich zu entscheiden haben. Keine Rosinenpickerei auf den Schultern der Gemeinschaft mehr in dieser Hinsicht! Ein klares Bekenntnis zu den jeweiligen Verfassungen und dass man mit Andersgläubigen und Anderslebenden, als man es selbst für richtig hält, sehr wohl zusammen leben will, kann und mag. Offensichtlich hat die doppelte Staatsbürgerschaft bei vielen diese Rosinenpickerei-Mentalität verstärkt. Man denke – nur so zum Beispiel – an den Vorfall, wo Erdogananhänger und andere türkischen etc. Nationalisten oder Faschisten mitten in Wien gleich nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei ein Lokal von Kurden niedermachen. Wo sind wir eigentlich?

Und dann die leidige Diskussion um das Burkaverbot. Ja, was denn sonst? Wir leben nicht in Afghanistan, sondern in Europa. In der BRD gibt es ein Vermummungsverbot. Reicht das nicht zur Erklärung? Wir dürfen gespannt sein, wie die Schweizer, die dieser Frage derzeit gerade etwas intensiver nachgehen als die BRD, sich entscheiden werden. Schließlich geht es um Petrol-Dollars, wird geschrieben, die arabische Touristen im Alpenland anscheinend zuhauf zurücklassen. Wegen diesen Touristen und ihrem Geld soll ja auch im Kempinski zu Berlin auf dem internationalen Telefon-Vorwahlregister des Hotels die Vorwahl für Israel nicht aufgeführt gewesen sein. Man habe Angst gehabt, die betuchte arabische Kundschaft zu vergraulen, soll ein Angestellter des Hotels gesagt haben. Hallo! So leben wir?

Die Bundesregierung und mit ihr im Verbund die EU lässt Erdogan nicht nur die Wiedervereinigungs-Verhandlungen in Zypern gegen die Wand fahren, wo doch jeder weiß, wie nützlich für die EU ein wiedervereinigtes Zypern zukünftig sein wird – die griechischzyprische Regierung hilft leider kräftig beim Verhindern mit -, nein, des kurzsichtigen Profits wegen werden auch sogenannte Minderheiten anscheinend europaweit immer wieder benachteiligt innerhalb Europas und der Wahnsinn nimmt anscheinend kein Ende, wie die zyprische Außenpolitk beispielsweise ein Mal mehr belegt. In Ägypten will man Präsident Sisi nun dabei helfen, seinen Traum zu verwirklichen: Olivenhaine im Sinai. Bekanntlich lässt Sisi unter dem Vorwand IS-Kämpfer zu jagen, die es dort durchaus auch gibt und die man vielleicht auch mit großgezogen hat durch schlechte Politiken, die Anbauflächen für sein geliebtes Projekt – Olivenhaine – freiräumen. Man weiß in Nikosia, man weiß es in Berlin und in Brüssel, dass Sisi so ungefähr etwas wie einen Genozid im Sinai durchführt. Und die Leute in Europas Schaltstellen der Macht wundern sich (angeblich), wenn einige solch Entwurzelten dann um sich ballern. Amoklauf und Terrorismus gehen gern Hand in Hand! Leider! Man muss die Ursachen dafür mit Taten bekämpfen, und nicht damit, dass man deren Verursacher politisch etc. stärkt.

In Montenegro kann man Romas und Sintis noch immer an der Straße betteln sehen. Viele von ihnen leben dort noch immer am Rande von Städten und zwar in Bruchbuden, in Behausungen, wo manch Bauer im Norden Europas sein Vieh womöglich nicht unterstellen würde. Was tun denn all diese europäischen Hilfsorganisationen seit Jahren, die die Romas und Sintis auf dem Balkan unterstützen, wenn ihre Situation noch immer so erbärmlich ist wie hier in Montenegro? Wo geht das Geld dafür eigentlich wirklich hin und wessen Politiken und Interessen werden eigentlich wirklich vertreten bei den und durch die Hilfsorganisationen?

Montenegro ist ein recht schönes Land. Überall gibt es Wifi in den Cafes und wohl auch daher keine gedruckte Presse auf Deutsch, Englisch, Französisch, ja, noch nicht mal auf Griechisch zu lesen oder zu kaufen an Kiosken. Die Hafenstadt Budva ist laut, und die stets engen Straßen sind auch außerhalb dieser Stadt – oder einer anderen – mit aller Regelmäßigkeit verstopft. Es ist schon fast ein Albtraum, auch, wie die Menschen – Touristen inbegriffen – sich eng auf eng an dem Strand von Budva aneinanderlegen sollen/dürfen/müssen. Und weil das ‘traute Zusammensein’ anscheinend nicht genügt, kommt dann noch Beschallung von einem Strand-DJ dazu: montenegrinische Hits, vermute ich. Abends dann zurück in der Höhe über der Stadt mit schönem Ausblick auf die pulsierende Stadt und das weite Meer dahinter passierts stets so um 21 Uhr. Von rechts gehen Strahler an, die 5-6 Lichtkegel in die wunderschöne Nacht ver-strahlen lassen, versteht sich Musik ist zu hören. Das alleridings nicht all zu laut. Es ist zum Glück recht hoch gelegen, wo wir da untergebracht sind. Zur Antwort auf diesen Spektakel, vermute ich, kommt dann ‘endlich’ so um 21.30 Uhr die lang erwartete Antwort von genau gerade vor einem von unten aus der Altstadt: zwei Lichtkegel, die die anderen, welch Sensation, zuweilen kreuzen und den ansonsten schönen Nachthimmel wirklich in Gänze einnehmen.

Wenn man ja mindestens ein Navi in einem Geschäft kaufen könnte (unseres gab den Geist auf), würde ich den Drang zur Technik, oder wie das zuvor beschriebene Lichtspektakel genannt werden darf, vielleicht noch gustieren können, so, wie man halt einen viel zu großen Klumpen Fleisch, den man in den Rachen bekommt, gustiert. Eigentlich fing das Ding mit dem Klumpen im Hals schon mit der Grenzkontrolle bei der Ankunft an. Eine ewig lange Schlange von Autos, die sich bis zur Grenze im Schneckentempo dahinwälzt, weil … . Konnte sich mir wirklich auch nicht erschließen. Kaffeepause? Schichtwechsel?

Kann schon vorkommen so in der Schlange stehend, wie passiert, dass ein Auto einen links überholt, weil man es wohl eilig hat oder vielleicht ein Verwandter oder Freund an der Grenze Dienst schiebt oder weil man halt glaubt, es sich leisten zu können oder oder. Zum Glück hatte das Verhalten kein Nachmach-Effekt erzeugt. Glück gehabt.

Montenegro ist einfach nicht gerüstet für den Massentourismus, den es sich offensichtlich aussuchte oder aussuchen ließ. Die Straße durch den Nationalpark bei Cetinje nach Kotor beispielsweise wird in der Karte vom ADAC als gut befahrbar angegeben, doch es ist ein Schrecken mit Ende: viel zu enge Straßen an viel zu steilen, ungesicherten Hängen.

Morgen gehts ENDLICH weiter nach Sarajevo. 6 Tage Montenegro sollen genügen. Uns wurde von einem Bekannten, der dort lebt, in Aussicht gestellt, dass es in Sarajevo (Bosnien-Herzogowina) ja wieder so friedlich unter den verschiedenen Völkern der Stadt zugehen soll. Dass alle wieder miteinander gut können. Das mag angesehen werden, auch, weil die Stadt an sich anscheinend sehenswert sein soll.

Cetinje, eine Stadt in Montenegro, muss unbedingt noch erwähnt werden, hat ein Kunstmuseum, welches wirklich, ganz wirklich sehr sehenswert ist. Die montenegrinischen Künstler, deren Werke dort aushängen, haben die meisten uns bekannten Kunstepochen und -stile mit Brillianz mit-, nach- oder vielleicht auch vorgemacht. Wirklich sehenswert! Ein Schatz!

Ansonsten: Das Meereswasser bei Budva und andernorts im Land ist sauber.

Leider soll das Meereswasser in Zypern bei Zygi nun endgültig, vorerst, zappenduster sein. Das wurde hier auf Zypernundmehr-News ja nicht nur dieses Jahr bereits berichtet, und dass es demnächst so weit kommen könnte mit dem Wasser im Meer. Jetzt scheint es, nach Berichten aus der zyprischen Presse, so weit zu sein, dass ein Schaden im Tourismus etc. eventuell ansteht deswegen. Ein Skandal, wie all das, was eingangs geschrieben wurde.

Der Außenminister Österreichs hat Recht: die EU braucht dringend einheitliche Regelungen, und zwar, füge ich hinzu, nicht nur im Asylrecht, sondern vor allem auch in der Wirtschaft, der Umwelt und der Politik. Leider besteht wenig Aussicht, dass es dazu kommen wird, da solche Leute, wie beispielsweise Außenminister Steinmeier, oder noch schlimmer, der Stellvertretende Bundeskanzler Gabriel, so etwas gewiss zu erschweren wissen. Die Grünen und die Truppe von der CDU stehen da leider in NICHTS nach.

Erdogan hat leichtes Spiel, Putin auch, und demnächst womöglich jemand wie Trump dann sowieso.

God bless die Ungläubigen der EU!

Read Full Post »

Das übliche BLA-BLA

Hallo miteinander. Ja, in Ammochostos, dem befreiten Teil der Stadt, gibt es seit genau zwei Tagen praktisch keinen Tropfen Wasser mehr aus der Wasserleitung. Die AEK hat anscheinend geschlafen. Das sind die zyprischen Wasserwerke. Nun ist alles und jeder anscheinend deswegen aufgebracht, der im Entferntesten damit zu tun hat. Dass solch ein Fall eintreten wird, wissen indes alle schon seit Längerem. Dumm nur, dass in der Region Ammochostos auch ein nicht unerheblicher Teil des Tourismus im Hochsommer passiert. Vor allem junge Leute zieht es in diesen Teil der Insel, nach Aghia Napa etc., wenn die Sonne so richtig um-cooled. Hoffen wir, dass diese Touristen keine Millionenklage – insgesamt –  bei ihren Reiseveranstaltern einreichen werden.

Der Urlaub steht an für die zyprischen Parlamentarier. Man darf gespannt sein, welche politische, wirtschaftliche oder aber anders geartete Angelegenheit, die bislang eventuell nur der Göttin Afrodite bekannt ist, die Politiker aus dem lang ersehnten Urlaub zu früh zurückpfeifen wird. Irgendwie ist ja in letzter Zeit immer was los. Die Israelis beteuern zum Glück noch immer, beste Freunde mit Nikosia zu sein, auch wenn man mit der Türkei vielleicht sogar schon beschlossen hat, das vor Israel geborgene Gas oder Öl nun doch via der Türkei nach Europa zu transportieren, um  es dort zu verkaufen. Kann gut sein, dass die Ägypter, die anderen guten Freunde Nikosias, in der selben Angelegenheit zu guter letzt dann auch die türkische Variante wählen – auch wenn man sich nicht wirklich gegenseitig mag auf höchster politischer Ebene: Sisi – Erdogan. Doch wer hat heutzutage schon das Privileg zu behaupten, er oder sie könne mit Erdogan gut? Vielleicht Aserbaidschan nur?

Dass Präsident Erdogan dem Willen des Volkes folgen will, wenn es um die Wiedereinführung der Todesstrafe geht, ist wirklich löblich, geradezu schon fast demokratisch? Dass die USA die Todesstrafe noch immer haben und vollziehen, die vor allem – mit Verlaub – dunkelhäutige Köpfe rollen lässt, hält die EU komischerweise nicht davon ab, mit den USA mehr als partnerschaftlich im Kontakt zu stehen. Insofern ist die Frage, die Erdogan indirekt durchaus aufwirft, warum nun ausgerechnet darauf so gepocht wird, dass ein Beitrittskandidat die Todesstrafe nicht haben darf, nicht ganz von der Hand zu weisen. Herr Schulz in Belgien bei der EU meint: Ja, es müssten alle Kriterien bei einem Land eingehalten werden, welches Mitglied der EU werden wolle. Da könnten keine Ausnahmen gemacht werden. Wie Erdogan noch besser weiß: geheuchel, lügnerisches Gequatsche!

Denn die Republik Zypern wurde 2004 in die EU aufgenommen, obgleich das Land geteilt ist. Und es gibt – wahrscheinlich noch immer – die Grundvoraussetzung für Beitrittskandidaten, dass ein Land, welches der EU als Mitglied beitreten mag, in keine kriegerischen oder kriegsähnlichen Konflikte involviert sein darf. Dass es also mit seinen Nachbarn im Reinen zu sein hat. Bekanntlich ist dieses Kriterium  in Zypern bis zum heutigen Tag nicht eigelöst worden.

Herr Erdogan könnte bestimmt noch weitere Beispiele vom Stapel lassen: Bulgarien, Rumänien, Kroatien und demnächst womöglich Serbien. Überall könnte er wahrscheinlich nachweisen, ist der Beitritt in die EU mit Haken und Ösen ‚gelungen‘. Es ist also offenbar sogar mehr als nur ein politischer Entscheid, dass die Türkei noch immer kein EU-Mitglied ist.

Als Erdogan, das ist mit Verlaub die Türkei ganz unpräzise formuliert, noch Aussicht auf Erfolg nach Maßgabe der Vorstellungen, welche die EU von einem Beitrittsland Türkei hat, hatte – ungefähr bis zum Ende der ersten Regierungszeit der AKP war dem so -, hätte Brüssel die Türkei aufnehmen müssen. Dann wäre Erdogan jetzt ziemlich sicher kein Wackelkandidat im vermeintlich westlichen Bündnis. Dann würden in diesen Tagen eventuell keine oder weniger Unschuldige in der Türkei sterben. Und wenn doch, könnte eventuell nicht mit ziemlicher Berechtigung behauptet werden: Aber ihr da in Brüssel habt es doch hauptsächlich mitverbockt!

Und daher auch die Überschrift: BLA-BLA. So weit hier bekannt ist, wird Herr Eiden nicht mehr lange Sonderbeauftragter für Zypern sein. Es scheint eine Kanadierin im Gespräch zu sein für diesen Job. Auch Herr Barth Eiden wird die Wiedervereinigung Zyperns – nach unseren Einschätzungen – dieses Jahr nicht bewerkstelligen können. Und das hat unter anderem auch mit dem Versagen der EU-Politiken zu tun.

Dennoch herrscht die Hoffnung vor, dass unsere Einschätzungen nicht zutreffen werden. Und daher den folgenden Artikel, der der Press and Information Office Zyperns, der hier weiter unten angeführt wird (http://www.pio.gov.cy/MOI/pio/pio2013.nsf/All/34C6F1F9379383A4C2257FFC001F7F90?OpenDocument&L=E):

„NEWS – Announcements

 

26/07/2016 8:44
UNSG Special Advisor and Special Representative make statements to the press after Security Council meeting on Cyprus

The UN Security Council convened yesterday at UN Headquarters in New York to be briefed by the Secretary-General’s Special Advisor on Cyprus, Mr Espen Barth Eide, and by the Secretary-General’s Special Representative and UNFICYP Chief, Ms Elizabeth Spehar, on both the Good Offices and the UNFICYP missions in Cyprus.

After the Security Council briefing, both Mr Eide and Ms Spehar made statements to UN correspondents as follows:

Espen Barth Eide:

Good afternoon. We had a thorough and very constructive meeting with the United Nations Security Council both on the UNFICYP mission under the auspices of the Special Representative Elizabeth Spehar and on the good offices mission which I lead. The Council expressed strong support. Every one of the 15 members once again said that they recognize the effort that is being made by the leaders, they give strong support to the process and the way the process is organized and they also give strong support to the way the UN mission is working.

We shared with them that over the last weeks and months there have been significant developments in the talks and it is clear that maybe the old format of negotiations has largely come to an end and the two leaders are largely taking personal charge of all issues.

In a week from now we will, at least, have the preliminary discussion also on the issues which so far have not been touched upon, including territory and security and guarantees. Then there will be a short break and then we believe that the leaders sincerely want to make the most out of August and September until again there is a meeting here, this time in the UN General Assembly.

Events in the neighborhood over the last weeks have illustrated a crucial point which is that the window for a solution in Cyprus remains open but it will definitely not remain open forever. I think it is very important and I echo here what practically all members of the Council said, that more than ever before there is really a need to grasp this chance, to negotiate sincerely, negotiate creatively and to seek to find solutions that can be beneficial to both communities and to a united Cyprus all together.

We feel that it is within the reach of the possible, that the leaders actually fulfill their own stated ambition which they stated on the 15 of May 2016, on the anniversary of their talks, where they said that they will work with determination and intend to find a settlement in 2016. We, the UN don’t have a separate timeline, but the leaders themselves have been clearer than before and that makes it somewhat easier also to organize the coming weeks and months.

One of the things that the Council also expressed strong views on is the need to plan for the actual implementation of the settlement, because given that we have new convergences and new agreements developing relatively quickly now, we may one day wake up and see that it is actually there, there is a settlement, but at the same time, I think it would very unfortunate if we hadn’t done the practical planning early. My view is that the contingency planning is not to suggest that the contingency plan will be implemented. It is rather to have done due diligence in making a concrete preparation for implementing those agreements that they are currently discussing. And here I think the Council would like to see even more progress on these aspects of planning. I will now leave the podium to Elizabeth Spehar.

Elizabeth Spehar:

Thank you very much; yes it was I think a very good Council meeting. It was my first as SRSG for UNFICYP and I was very pleased to be warmly welcomed to the Council. Very strong support first of all for the leaders in Cyprus, and for the leader-led negotiation process, that was very clear from all of the interventions made by the Council members, as well as support for the work of UNFICYP and its role in peace and security in maintaining calm in the buffer zone as well as its support to the good offices process, to confidence building measures. Also good support and great interest in the work of the good offices as well.

As the Special Advisor was saying, the Council was definitely interested in the issue of planning for an eventual settlement should the leaders come to an agreement. We explained that we have been doing some initial thinking and planning within the Secretariat and within the two missions, but of course further work will have to be guided by progress in the negotiations and what the two sides will ask the United Nations to do in support of an eventual settlement, and hopefully this issue of the contours of a settlement and possible means of implementation will be something that the leaders will continue to make good progress on in the coming period, so that in complementarity, the United Nations can also start to plan in more detail for providing eventual support.

There was a particularly strong show of support for the work on the Committee of Missing Persons, and an interest to see that work progresses even more quickly. I acknowledged that we also very much believe in the vital work of the CMP both as an essential humanitarian task, and something that helps to bring the families of the missing a certain measure of peace and hopefully some closure. But also it’s been one of the longstanding, very important confidence-building measures between the two communities over the years, so I did express some ongoing support to the work of the CMP, and the fact that indeed work is ongoing to try to help them to do even more, and make more progress and time goes on because we realized that this is also a very time-bound issue. The family members are getting older; people who may have information are getting progressively older, and so time is certainly of essence also on that particular issue.

There was also a great interest in demining; and I mentioned in my briefing that we now have a small United Nations mine action service cell within UNFICYP that was just set up very recently, and that they will be able to support both UNFICYP and also the two sides if they wish in further demining endeavors, and we hope we will all be working towards a mine-free Cyprus. Thank you very much.

Question from journalist:
You said you mentioned, and I wanted to ask you directly, what impact do you think, if any, do you think the attempted coup in Turkey and decisions by the Turkish-Cypriot side (…) may have on your process?

Espen Eide:
I will then repeat what I said last week in Cyprus, that I was very worried on the night of the attempted coup, we…the Secretary General has expressed that interference of the military in the political affairs of any state is unacceptable, but he’s also underlined the importance to staying within the principles of law and order and democratic rule, and there are, definitely, developments in Turkey that we’re watching very closely. As of now, and I can actually only say as of now, there seem to be no change in the Turkish position, which is that they would like to see this solved, but I said initially here, I also said to the Council that these developments remind us that the window that is currently open might not be open forever. And I think also that Greek Cypriots and Turkish Cypriots are well-advised as their leaders say, to find a solution now because the continuity of the current way of life in both sides of Cyprus is more likely to be ensured by a settlement by that, than by the opposite, and that is in the interest of both communities.“

Read Full Post »

Zeichen der Zeit

oder:

Die da oben

Dass die Ereignisse in der Türkei spurlos an Zypern vorbeigingen, kann so nicht gesagt werden. Sie schreiben und reden auf Zypern von der sogenannten Praxikomita, der Besetzung des Nordens von Zypern durch die Türkei 1974. Der Putsch, der in der Türkei vor kurzem misslang, erinnert die Insulaner offenbar an jene Ereignisse von 1974 sehr stark in diesen Tagen.

Anscheinend hat es keiner der türkischen Putschisten im Jahr 2016 versucht, sich auf die zyprische Insel zu retten. Offensichtlich sind die – nicht gerade von der Anzahl her wenigen – türkischen Armeeeinheiten in Nordzypern nicht in den Putschversuch involviert gewesen. Daraus kann geschlossen werden, dass die türkische Armee im Norden Zyperns inzwischen bereits mit Erdogan-treuen Obristen und Generälen bestückt ist mehrheitlich. Folglich darf es bereits als gewagt gelten, wenn der jetzige Präsident im Norden, Mustafa Akinci, öffentlich davon spricht, wie letztens, es mögen in der Türkei anstatt einer Islamisierung der Gesellschaft, das Besinnen auf die Grundprinzipien Atatürks beim politischen Handeln und Entscheiden voranstehen.

Bekanntlich haben acht türkische Piloten mit Hubschraubern die Flucht ins griechische Alexandropoulos unternommen, als klar wurde, dass ihr Putsch scheitert. Versteht sich, dass die Türkei deren Auslieferung fordert und versteht sich, dass die Flüchtenden einen Asylantrag in Griechenland stellten. Mal sehen, welchen Strick Herr Erdogan daraus drehen wird, wenn Griechenland sich weigert, die Flüchtenden auszuliefern oder gar die Hubschrauber zurückzugeben. Die Geflüchteten können ihrerseits eventuell heikle Details aus dem türkischen Armee-Innenleben berichten, welche Herrn Erdogan womöglich doch noch das Genick politisch, versteht sich, brechen könnten. Wir werden also gespannt abwarten, ob die EU mit derartig heiklen Informationen ausgestattet, gleich an die Öffentlichkeit geht, oder aber dem türkischen Präsidenten solche Details auf die Brust setzt, damit der endlich einlenkt, um an der Macht zu bleiben.

Vielen ist ja so ein Alfatierchen, wie es Herr Erdogan versucht darzustellen, eigentlich auch in Teilen Europas oder den USA gerade recht. Vor allen Dingen ist dem so, wenn dieses Tierchen so in etwa tut, was den Interessen dienlich ist. Es fällt einem dann auch leichter, das eine oder andere Auge mal zuzudrücken. Doch so?

Ob, also, die Türkei in der Folge dieser Ereignisse um den missglückten Putsch eher geneigt sein wird, die Forderungen der EU umzusetzen, zum Beispiel bezüglich der effektiven Anerkennung der Republik Zypern, ist zwar weiterhin fraglich, doch nicht ganz ausgeschlossen ist, dass Ankara sich etwas bewegen könnte. Wie sich nämlich zeigt, braucht die türkische Regierung offenbar einen gehörigen Druck zum Sich-Bewegen auf politischem Terrain – und schon scheinen sich sogenannt Rote Linien Ankaras sogar in Luft auflösen zu können. Die verwunderliche Annäherung der Türkei mit Israel vor kurzem, soll ja aufgrund des us-amerikanischen Drucks geschehen sein und ist durchaus ein Beispiel für eben Gesagtes. Und der Druck, der sich innerhalb des Landes aufgebaut hat/te, weil die russischen Touristen fernblieben – und noch immer mehrheitlich bleiben, ließ den türkischen Präsidenten sich mit Herrn Putin wieder annähern. Das ist ein weiteres Beispiel für Druck, der etwas bewegt in der Türkei. Plötzlich kann man wieder miteinander. Putin und Erdogan, wird ja gesagt, seien Seelenverwandte.

Seltsam eigentlich, dass Brüssel sich eines effektiven Druckmittels nicht endlich ersichtlich bedient. Schließlich ist die türkische Industrie nicht unwesentlich von den Kontakten zur EU abhängig. Ähnliches kann am 20. Juli 2016 sogar in der konservativen Badischen Zeitung gelesen weden.

Reiseverbote in die Türkei gehörten vor dem Hintergrund der derzeitigen Gefahrenlage und wegen dem verstörenden Verhalten Erdogans ausgesprochen, finden viele. Das Geschrei wird nämlich groß sein, wenn zig Nordeuropäer irgendwo an einem türkischen Strand oder in einer türksichen Stadt ihre Leben lassen wegen eines Terroranschlags. Vor allem das Geschrei nach den Verantwortlichen wird erneut ertönen. Und dass die sogenannte Parlamentsarmee der Deutschen in Incirlik nicht von Mitgliedern des deutschen Parlaments besucht werden darf, weil Erdogan dagegen ist, ist nicht zuletzt ein weiterer Indiz dafür, dass die Zeit des Herumkasperns nach Erdogans Maßgaben vorüber sein sollte in Brüssel. Und ist Notstandsgesetze zu erlassen, nicht das Machtmittel gewesen, welches Adolf an die Macht brachte. Erdogan greift gerade darauf zurück. Die Verantwortung für verunfallte Terroropfer und zu langes Zusehen beim eindeutigen Formen einer Diktatur, die man sogar noch protegiert durch zögerliches Verhalten etc., dürfen sich, was Deutschland angeht, die Koalitionsregierung im Bundestag jetzt schon ans Revier heften. Ohne Wenn und Aber!

Reicht doch wohl, dass die Briten ausgeschert sind und allen vormachen, und weiterhin vormachen werden, wie man Brüssel am Gängelband hält? Das zu befürchtende Szenarium ist nämlich das Folgende: Das britische Parlament könnte, zu einer Abstimmung – angeblich oder wirklich – getrieben, plötzlich befinden, dass Großbritannien doch nicht aus der EU austritt.

Was dann?

Schätzungsweise wird das gesteigerte Chaos, welches danach entstehen wird, von einigen, die britische Regierung inbegriffen, genutzt, nach Manier des Teile und Herrsche-Systems, welches die Briten bekanntlich seit Jahrhunderten verfeinern, erst Mal die Positionen auf Gewinn, was auch sonst, für die Briten zu stellen – und für all jene gleich mit, denen das britische Establishment wirklich am Herzen liegt.

Jedenfalls hat die Türkei bislang wenig Engagement gezeigt, ihre Verpflichtungen gegenüber der EU und somit auch Zyperns einzugehen. Manche sprechen ja von folgendem Kalkül, welches vorliege: Erdogan und seine Leute treiben es jetzt, nachdem verunglückten Putschversuch, auf die Spitze mit ihren undemokratischen Politiken, so lange das halt noch geht. Es geht ihnen ja schließlich darum, die türkische Verfassung zu ändern – komme, was wolle -, und zwar im Sinne Erdogans. Dafür könnte Zypern eine Teilvereinigung erhalten, also eine zyprische Lösung der über 40 Jahre bestehenden Teilung der Insel stünde demnach bevor, bei der ein Abzug der türkischen Soldaten auf Zypern in Gänze zwar nicht zu erwarten ist, doch dass Ankara Nikosia anerkennt und man zukünftig versucht, sich irgendwie kooperativer zu begegnen, könnte drin liegen. Wie ja auch in der Republik Zypern seit Jahren beteuert wird, dürfte eine Wiedervereinigung – auch unter den eben aufgezeichneten Bedingungen – sehr wohl noch mehr Reichtum und Wachstum generieren; und vor allem mehr Sicherheit in einer geostrategisch schwierigen Lage.

Wohl auch daher besteht die Türkei neuerdings bei der Uno seit 2014 (Turkuno DT/4513427) ausdrücklich darauf, dass doch mal bitte sehr klar gestellt gehört, dass die Republik Zypern sich in der See vor Zypern ein Gebiet anzueignen sucht, welches sie “AOZ” nennt, das zu einem großen Teil in den See-Bereich der Türkei und somit auch und vor allem den Bereich Nordzyperns fällt. Das Gebiet, welches der Republik Zypern zustehe als AOZ, liege aber eher irgendwo zwischen Griechenland und der Insel und nicht so nahe an dem der Bereich der Ägypter, die zufällig auf richtig große Mengen Erdöl/Erdgas vor noch nicht all zu langer Zeit gestoßen sind.

Als Laie in diesen Dingen kann beim Betracht der Karten nicht gesagt werden, diese Feststellungen der Türken sind völlig aus der Luft gegriffen. Letzteres trifft insbesondere auch dann zu, wenn eine Art Wiedervereinigung Zyperns kommt, die von einem Staat bestehend aus zwei föderativen Teilgebieten ausgeht; wo jeder Teil seinen Bereich verwaltet und man versucht, in einer gemeinsamen Regierung die politischen, ökonomischen und anderen Geschäfte zu koordinieren – gerecht und gleich.

Doch dass es in absehbarer Zeit zu so etwas kommt, kann bei dem herrschenden Nationalismus unter den Griechischzyprern wirklich nicht erwartet werden. Die Türkischzyprer dürfte noch immer das Wahlverhalten der Griechischzyprer beim Annanplan 2004 daran hindern, und auch daran, an einen mentalen Umschwung der griechischzyprischen Brüder und Schwester wirklich und ganz fest zu glauben, sodass man entsprechend wiedervereinigungsfreundlich sich geben würde oder gar abstimmte. Eine Blamage in 30 Jahren, oder so, genügt, dürften nicht wenige unter den Nordzyprern denken. Denn ihr Abstimmungsverhalten beim Annanplan wird von vielen als schämenswert erachtet. Als wolle man sich wie eine Klette an die Griechischzyprer hängen. Diesen Eindruck möchten viele nicht ein weiteres Mal von sich in die Welt gestreut sehen. Dann lieber mit den Türken weiterhin im Boot bleiben. Es kann unter Griechischzyprern ja noch nicht mal laut ausgesprochen werden, dass in diesem neuen Staatsgebilde ein Türkischzyprer für eine vereinbarte Zeit als Präsident vorstehen könnte. Griechischzyprische Nachrichtensender schreiben und sprechen noch immer vom “Attila”, wenn sie die Türken meinen. Nordzypern wird als Pseudostaat bezeichnet und seine politischen Vertreter, beispielsweise der Präsident, als Führer der Türkischzyprer: “Sogenannte …”.

Des Weitern gibt es noch ein Abkommen zwischen Nordzypern und der Türkei, seit 2011, welches Erdogan mit dem damaligen Präsidenten Nordzyperns, Eroglu, festsurrte. Es besagt, dass die Türkei im Falle der Fälle des Erdgas- oder Erdölreichtums, um es mal so zu bezeichnen, mehrheitlich an der türkischzyprischen AOZ beteiligt sein wird.

Vor dem Hintergrund, dass Eroglu eh türkeifreundlich ist und war, und aufgrund der Tatsache, dass die Türkei seit Jahrzehnten Milliarden Dollar zum Überleben der türkischen Zyprer aufwendet, ist diese Handlungsweise Eroglus durchaus nachvollziehbar. Sisi in Ägypten hat Saudi Arabien vor kurzem schließlich auch ein-zwei Inselchen im Roten Meer aus ähnlichen Beweggründen hinterlassen. Und amerikanische Militärbasen sind auch noch immer irgendwo in der BRD anzutreffen. Aus Dankbarkeit. Dankbarkeit kann nicht selten auch mit Geld oder/und politischem Einfluss beziffert werden.

Am 15. Juli vor einigen hundert Jahren soll das erste Papiergeld in Umlauf gekommen sein. Und am selben Datum im Jahr 2016 hatten die Türken eben ihren misslungenen Putsch, der ihnen allerdings 42 Jahre davor in Zypern zu ungefähr dem selben Tag gelungen ist.

Am 16. Juli 2016 dachte ich mir, ach gehst mal schwimmen, und zwar dort, wo es erlaubt ist und das Wasser ersichtlich rein: zwischen Sasbach und Wyhl. In Zienken, kann ja jetzt anscheinend niemand mehr schwimmen gehen, weil es keine Parkplätze mehr gibt, die wurden kurzerhand entfernt. Diese Gemeinde ist offensichtlich nicht in der Lage, sich mit dem Kiesgrubenbesitzer so zu einigen, dass man auch dort, wie zwischen Sasbach und Wyhl, einen Teil des Sees als Badesee ausrichtet. Andernorts nennt man das Bürgernähe.

Kalt war das Wasser, aber dennoch gut. War letzten Sonntag früh morgens um 08 Uhr bereits dort, so auch heute wieder. Im Wasser schön gemächlich schwimmend kam mir in den Sinn, einen alten Schulfreund nach dem Schwimmen mit meinem Besuch zu überraschen. Den habe ich seit über 30 Jahren nicht mehr gesehen. Er wohnt dort in der Gegend, wie ich von seiner Mutter schon vor Monaten erfahren habe. Kaum an seinem Haus vorüber gefahren, stand er wie bestellt am Tor seines Vorhofes zum Angesprochen-werden bereit. Er spielte gerade mit seinem kleinen Hund. Zwei Kaffee getrunken, gute alte Zeiten aufleben lassen im Gespräch, kurz die Etappen seines und meines Wertegangs uns vorgetragen – und wir vermieden mit Bravur, dass er mir bei unserem letzten Treffen meine Framus-halbelektrische Guitarre, die ich ihm zum Aufbewahren gelassen hatte, nicht mehr zurückgeben wollte, und auch nicht zurück gegeben hat. Bis zum heutigen Tag.

Zur Strafe, sozusagen, habe ich mir danach am Auto die rechte Seite aufgerissen, nur, weil ich möglichst korrekt im Parkbereich einer Straße in Freiburg einparken wollte. Da war nämlich noch dieser Pfosten und obwohl ich gehörig aufpasste, ging das Einparken schief – schief wie der Putsch in der Türkei.

Vor knapp zwei Wochen dachte ich noch so bei mir: Ist doch eigentlich mal wieder Zeit zu einem kleinen Putsch am Bosporus. Dass man diesen dann gleich so diletantisch umsetzt, erinnert schon stark an meine Vorgehensweise, die Guitarre wieder zurückzuerhalten. Zugegeben, die waren bei ihrem Putschversuch nicht ganz so zurückhaltend wie ich, doch wahrscheinlich mindestens genau so doof?

Kann gut sein.

Kann aber auch sein, und irgend etwas will mich das einfach glauben lassen, mehr, als all die anderen Begründungen, dass der Putschversuch sehr wohl von Erdogan und seinen Gesellen ferngesteuert passiert ist. Schließlich bin ich ja auch, trotz besseren Wissens und nur wegen der Aussicht, einen Strafzettel zu erhalten, weil der hintere Reifen 10 cm über den auf dem Boden gezogenen weißen Strich ragte, sozusagen ferngesteuert in die Falle gefahren, also, mit der rechten Seite des Autos schön am Pfosten entlang geschrammt.

Obristen der türksichen Armee sollen den Putsch verschrammt haben, vielleicht auch einige Generälchen, ja, und natürlich der Herr Gülen im fernen US-Amerika, der sich gleich verdächtig laut von einer Mittäterschaft distanzierte. An seiner Stelle hätte ich gar keine Stellung bezogen. ‘Auf so etwas antworte ich nicht mehr’, hätte ich gesagt und gelangweilt weg vom Objektiv der Kamera geschaut. Bekanntlich wohnt der Gute in den USA.

Nun, unser guter Herr Receb Tayyip Erdogan hat nicht versäumt, dennoch gleich volle Kanne auszuholen nach dem angeblichen oder wirklichen Putschversuch: Die USA stecken hinter dem Putschversuch, sagt er. In dem man mit der großen Keule auf diese Weise verbal ausholt, kann man die kleineren Übel zwischenzeitig real wegräumen: unliebsame Richter, Staatsanwälte, natürlich Anwälte und, wie immer, noch schnell ein Paar Journalisten plus Notverordnung.

Bravo!

Doch Herr Obama wird sich mit Herrn Erdogan treffen, morgen oder übermorgen soll es so weit sein. Dass die beiden sich nicht grün sind, dürfte allen Beteiligten schon längst aufgefallen sein. Versteckt, wie alle seine Vorgänger, wird auch Erdogan unterm Tisch mit einem Abrücken der Türkei in Richtung Russland drohen. Insofern ist seine Annäherung mit Putin schon fast verdächtig gut in der Zeit gelegen. Es lässt vermuten, dass der Putsch, der so diletantisch ablief, die Annäherung an Russland und Israel davor bedingte und daher das Werk gewisser Thinktanks der besonderen Art ist.

Erdogan wird wohl Federn lassen müssen, um sein Ziel, Alleinherrscher, zu erreichen. Die Frage ist, wird er sie beim Kurden-, Israel-, Armenien-, Irak-, Iran- oder aber beim Zypernproblem lassen?

Was bleibt da noch zu hoffen, folglich? Dass Griechenland – nicht schon wieder – als ein weiteres Problem der Türkei in den Vordergrund gerät. Dass das Pro und Contra Erdogan zu sein, den Frieden in nordeuropäischen Ländern, in denen viele türkischstämmige Menschen leben, durch kluge Politiken im europäischen Inneren abgefedert werden kann. Und da habe ich so meine Zweifel, wenn zum Beispiel das sogenannte Weißpapier der deutschen Verteidigungsministerin inhaltlich angesehen wird. Es liest sich eher wie ein recht plumper Aufruf zur endgültigen Militarisierung – in letzter Konsequenz – des zivilen Lebens und/oder Bereichs. Nach dem Motto: Kontrolle ist gut, mehr Konrolle ist noch besser! Wer sich und anderen vertraut, scheint wohl selbst schuld zu sein. Das scheint die Denke dahinter zu sein.

Ja, die Schuldfrage ist wahrhaft kein Grund, die Schuldigen an der Misere auf die leyensche Weise noch mehr abzudecken. Die Regierungen Europas sind gut beraten, den Obersuperreichen Europas für den Zeitraum von 5 Jahren, beispielsweise, einen Schnitt von 50% der Einnahmen zuzumuten. Damit die Löcher in den Straßen endlich gestopft werden europaweit. Damit den Frauen ein gleichwertiges Gehalt für gleiche Arbeit bezahlt wird europaweit. Damit vor allem jungen Flüchtlingen eine ganz intensive Betreuung zugute kommt europaweit, gern mit der Perspektive, danach in der einstigen Heimat als Spezialisten und dergleichen zurückkehren zu können.

Ohne diese Kohle der Superoberreichen Europas darf man sich nicht groß wundern, wenn einige am anderen Ende der sozialen Hühnerleiter sich ähnlich radikalisieren Wie Die Da Oben!

Read Full Post »

Ein „ökonomisches Protokoll“ wurde zwischen Nordzypern und der Türkei letztens unterzeichnet, als der neue Ministerpräsident der Türkei, Herr Yıldrım, seinen Amtantrittbesuch in Nikosia-Nord traditionellerweise machte. Das Protokoll beinhaltet eine Privatisierung des Yachthafens von Girne oder Kirenia. Wer das Objekt kennt, weiß, dass das nicht nur Griechischzyprer verärgern dürfte, wenn so ein Protokoll mal schnell unterzeichnet wird. Der Yachthafen ist in etwa vergleichbar mit dem Kudamm in Berlin, also einem Ort, der viel Identifikation stiftet und einen gewissen Charme und eine ‚ganz besondere‘ Geschichte hat.

Überhaupt ist es so, dass sich auch viele Türkischzyprer gegen die seit 1974 laufende verborgene Vereinnahmung des Nordens der Insel durch die Türkei wehren – und in der Ära Erdoğan geht diese Vereinnahmung inzwischen eindeutig zu weit. Denn sie – wie die Vorfälle in der Türkei zeigen, wo Erdoğan beginnt, Frauen öffentlich zu verunglimpfen, die keine Kinder gebären oder von der Anzahl her nicht genügend, nämlich mindestens drei – können sehen, dass sich am Bosporus unübersehbar und verborgen geradezu ein zweiter Ayatollah auftut, den jeder Lebensbereich seiner Untertanen zu interessieren scheint: Erdoğan Pascha, der Verborgene.

Sein zuvor geschilderter verborgener Griff in den Privatbereich der Türken, sollte man denken, müsste doch eigentlich genügen, um die meisten der türkischen Bevölkerung sich endgültig von Erdoğan und seinen Schergen offen abzuwenden.

Jedenfalls hat der türkische Ministerpräsident Binalı Yıldrım Dokumente unterzeichnet auf seiner Stippvisite in Nikosia-Nord, die bislang etwas verborgen auf Eis gelegt waren. Finanz- und stellvertretender Ministerpräsident Serdar Denktaş aus dem Norden Zyperns ist indes zuversichtlich, dass diese Sache vom Parlament durchgewunken wird – vielleicht gerade durchgewunken worden ist? Herr Denktaş ist wie sein seliger Herr Vater, Rauf, halt ein, wie soll ich ihn nennen, ein verborgener türkischzyprischer Platzhalter der Türkei in der Politik der türkischzyprischen Insulaner.

Der ehemalige Präsident des Nordens, Ali Talat von der CTP, zeigte sich offen empört darüber – nicht so Mustafa Akıncı, der jetzige Präsident auf Nordzypern, der verdeckt operiert. So soll der Hafen von Girne also bis 2018 vorerst, wie aufgezeigt, gemanaged werden; und weil man wohl gerade dabei war, hat man auch noch schnell die Angelegenheit mit der Wasserzufuhr aus der Türkei in Form einer Pipeline, die durchs Meer verlegt wurde, in das ‚ausgehandelte‘ Protokoll mit aufgenommen, damit nichts verborgen bleibt. Dem nicht genug, soll ab 2017 die nordzyprische Form der deutschen Telekom sowie das Elektrizitätswerk nach Maßgabe des genannten Protokolls ebenfalls privatisiert werden.

Also sind – mal wieder – die Gewerkschaften des Nordens auf der Palme, demnächst wahrscheinlich in etwa so, wie gerade die in Frankreich. Wahrscheinlich warten sie noch im Verborgenen einen geeigneten Zeitpunkt ab, um dann Müll und dergleichen nicht mehr wegräumen zu lassen: Streik!

Versteht sich, dass mit der Unterzeichnung des Protokolls auch die Fischer in Girne in Mitleidenschaft gezogen werden. Keiner weiß, was darin verborgen womöglich noch kommen wird. Unsicherheit greift um sich im Hafen. Die Fischer aus dem Norden rufen ihre Regierung eh schon seit Längerem dazu auf, endlich ihre Fischgründe besser abzusichern. Türkische Fischfangkutter würden immer wieder unter dem Vorwand, es sei eine Maßnahme um sich vor Unwetter und dergleichen zu schützen, in nordzyprischen Gewässern unterwegs sein – und zwar ganz verborgen zum Fischen.

Die sogenannte 12 Milen-Zone wird also mit aller Regelmäßigkeit von türksichen Fischern des Festlandes höchst unverborgen überschritten.

Überhaupt neigt die Türkei in letzter Zeit auffällig zu Überschreitungen: sei es die zuvor genannte des Präsidenten, der Frauen, die keine Kinder haben oder haben wollen zu halbwertigen Mitbürgerinnen disqualifiziert, oder sei es, dass Erdoğan, offensichtlich von seiner Mission als Obersupermuslim getrieben, nach den Vereinigten Staaten fliegt, um an der Beerdigung Muhammad Alis teilzunehmen und die Grenze des Anstandes ganz verborgen reißen will, nämlich Politik und islamistische Propaganda am Grab des ehemaligen Boxers zu machen; und als das nicht gelingt, bleibt er mickrig, ja auf lächerlicherweise der Beisetzung Alis fern und fliegt wie eine beleidigte Leberwurst ans östliche Mittelmeer zurück, ohne auch nur ein weiteres, einigermaßen wichtiges Gespräch geführt zu haben, ohne den Versuch zu unternehmen ’sein Ding‘ irgendwie gegenüber der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.

Der türkische Steuerzahler, der bezahlt es ja, die verursachten Spesen in den USA. Der ist anscheinend derart Führerhörig inzwischen, dass Kritik niemand mehr zu erheben wagt an solch königlich-gleichem Gebaren.

OK, im Nahen Osten haben die Leute offensichtlich allgemein was in dieser Richtung zu laufen. Wie ja auch der englischsprachige Ecconomist Ende Mai 2016 schrieb. Doch die Türkei hatte immerhin Atatürk und eine Phase zwischen dem eben Genannten Präsidenten der Türkei und Erdoğan, in der doch eigentlich genügend Zivilcourage des gemeinen Bürgers hätte entstanden sein müssen, um sich derart feudales Gehabe eines osmanischen Träumers nicht noch einmal aufs Brot streichen zu lassen. Wahrscheinlich täuscht man sich da?!

Hurra, und da geht die zyprische Version des osmanischen Traums einiger Leute irgendwie gleich weiter im Norden Zyperns und deren Vorstellung von einer Moderne. Denn das vermeintlich „größte Projekt“ – was könnte es auch anderes sein als das größte – wird – mal wieder – entlang der Küste angefangen. Man hat sich dazu den „heiligen Monat des Ramadan“ auserwählt.

Wie schön. Ach, wie fromm.

Wir freuen uns jetzt schon auf noch mehr Beton und tolle, auf luxeriös machende oder getrimmte Gebäude und dergleichen, die möglichst nur von Menschen mit viel Geld in der Tasche betreten werden können und versteht sich, wo die Strände dann schon mal gar nicht mehr von Jedermann betretbar sein werden. Immer weg damit, also mit dem öffentlichen Raum und womöglich den Brutplätzen irgendwelcher Vögel und Schildkröten. Das Metall am Arm oder um den Hals einiger Leute will schließlich ALLEINE auf weiter Flur von der Sonne beschienen sein. Ganz nach dem griechischen Philosophen – dessen Name zu nennen oder zu wissen, ist doch eigentlich gar nicht mehr so wichtig bei so viel Glanz -, der sich auserbat gegenüber Alexander dem Großen: „Gehet mir aus der Sonne!“

Jedenfalls wird Geld in das zuvor genannte Projekt gepumpt, schätzungsweise von den immer selben Verdächtigen. In Çatalköy werden es angeblich über 4.5 Millionen TL sein. Ach ja, angeblich sollen Fahrradwege und viel Grün und dergleichen ausgebaut werden.

Hört sich gut an.

Wollen wir mal sehen, was am verborgenen Ende dabei herauskommt und wer ganz offen davon nutznießen darf oder soll. Involviert als Sponsor oder Finanzier ist die sogenannte „Türkische Hilfsdelegation“. Letztere wird so in der Cyprus Today Wochenzeitung aus dem Norden genannt. Diese Delegation ist so verborgen im Netz, ich kann die nirgends auffinden unter diesem Namen im Türkischen. Es wäre nämlich interessant, zu verstehen, ob eine Stiftung dahinter steckt und dann welche? Ist es womöglich eine gekoppelt mit einer religiösen Stiftung der Türkei oder ist diese anders geartet: ökologisch, unternehmerisch etc.

Das Festival in Lapta fällt dieses Wochenende aus. Der „Funfair!“ No money!

Die Öffentlichkeit im Norden ist gewarnt worden, Kinder und Tiere möglichst im Hause zu halten. Es wurde Gift gegen Ratten, Mäuse und andere Störenfriede ausgelegt auf den Feldern und in den Dörfern etc.

Das Internationale Esentepe Aprikosen-Festival hat aber erfolgreich stattgefunden.

Frauen des Nordens werden aufgerufen, sich unter der Telefonnummer 0533 842 0089 zu melden, auch ohne Vorkenntnisse und möglichst jung, um Fußball-Spielen zu lernen. Das Damenfußballtraining findet in Alsancak stets Dienstags ab 19 Uhr statt.

Irgendwie schafft man es nicht, die Wasserqualität des Wassers mit dem Wasser, welches aus der Türkei in Nordzypern ankommt, zu erhöhen. Es gibt anscheinend einen elektrischen, ganz verborgen operierenden Ausfall irgendwo in der Leitung, im System. Der müsste jetzt eigentlich schon behoben sein. Eine Woche ist inzwischen vergangen. Das Wasser aus der Türkei konnte daher nicht in das Wassersystems des Nordens aufgenommen werden.

Wie hier bereits berichtet wurde, wird der Bürger im Norden mit einer Erhöhung seiner Wasserrechnung rechnen müssen. Nicht alle sind begeistert von dem Umstand, dass das Wasser aus der Türkei in den Norden Zyperns fließt. Man sieht die verborgenen Abhängigkeiten, die sich da eventuell demnächst schon ganz offen mit auftun.

4 Männer wurden beim Fleischschmuggel aus dem Süden in den Norden erwischt. Sie zahlten 10.000 TL und waren dann wieder auf freiem Fuß.

Ein Student an der Near East University hielt die Polizei auf Trapp. Er hatte gedroht, sich von einem Gebäude herunterzuwerfen. 10. Stock. Er muss Probleme mit einem Gerichtsentscheid gehabt haben.

Immer wieder werden illegale Bauvorhaben gestoppt im Norden. So auch mal wieder in Alsancak und Çatalköy. Es bliebt – wie auch im Süden – nicht aus, dass mit aller Regelmäßigkeit jemand verhaftet wird, dem Schmuggel mit Antiquitäten nachgewiesen wird. Zypern ist voll mit dieser Ware. Man muss ’nur‘ zugreifen!

Und zuletzt: Der Lions Club hat dem Akçiçek Krankenhaus in Girne oder Kirenia ein Ultraschallgerät gespendet, welches einen Wert von 4.500 TL haben soll. Eine Euro steht derzeit so in etwa bei 3.3 TL.

Read Full Post »

Der Parlamentarier der türkischen CHP, Herr Aytuğ Atıcı, hat sich was ganz besonders ‚Perfides‘ einfallen lassen. Er hat es offensichtlich geschafft, dass sich ein Teil der Erdoğan-Katze in den eigenen Schwanz beißt: miäauuu!

Bekanntlich hat der turkische Minister für Energie und natürliche Ressourcen so seine ‚eigenen‘ Vorstellungen, und zwar darüber, wie und dass die Türkei ein Atomkraftwerk braucht. Hurra! Schrien da vorrangig die Griechischzyprer laut und vor wachsender Begeisterung gen Brüssel und natürlich New York.

Noch froher, Scherz bei Seite, machte sie, als vor kurzem die Russen aufhörten, an dem Atommonster unweit von Zypern auf türkischem Festland zu bauen.

So ganz nebenbei sei bemerkt, dass der Minister für Energie und natürliche Ressourcen Berat Albayrak heißt. Er hat sich sogar einen Doktortitel erworben davor. Seine Doktorarbeit hatte Atomkraftwerke und das Für und Wider für die Türkei, will ich es mal grob benennen, zum Thema. Herr Albayrak ist ein Teil des Erdoğan-Clans, sollten Sie noch erfahren, denn er ist zufällig der Schwiegersohn von Präsident Erdoğan selbst.

Als der vorherige Ministerpräsident der Türkei Ahmet Davutoğlu von seinem Amt zurücktrat, oder zurückgetreten wurde, waren nicht wenige besorgt, dass Herr Albayrak diesen Posten ausfüllen könnte. Wahrscheinlich war es dem Schwiegervater Herrn Albayraks doch zu heiß, den Schwiegersohn auf so hohen Posten jetzt schon zu setzen. Wer die Doktorarbeit des Letzteren liest, die in Auszügen im Parlament in Ankara verlesen wurde von dem bereits erwähnten CHP-Abgeordneten Atıcı, versteht, dass sich der ‚Junge‘ wohl noch etwas bewähren muss. Er ist noch nicht ganz ‚oben‘ angekommen. Wie sollte er auch, so lange der Alte, also Erdoğan selbst, noch auf dem Thron thront.

Immer langsam!

Dass der jetzige türkische Präsident ein Hang zur Größe und Superlativen zu haben scheint, wird wohl bereits aufgefallen sein. Und da gehört selbstverständlich ein Atomkraftwerk in die Landschaft der Türkei gesetzt, genau so wie in Naturschutzgebiete ein Regierungschloss (Saray) oder in der Provinz Artvin auf Teufel komm raus ins schönste, fruchtbare Grün Goldgräber anscheinend entlassen gehören.

Money, money, PARA!

Gott ja, Ramadan 2016. Kein Hinderungsgrund in Sachen Gelderwerb zwecks eingebildeter oder tatsächlicher Macht. Nur, was in der Doktorarbeit des Herrn Schwiegersohns steht … .

OK, es ist und war eine Jungendsünde?

Der arme Herr Schwiegersohn.

Wie konnte er auch nur solch unpassende Positionen beim Doktorwerden vertreten. In der türkischen Cumhurriyet-Tageszeitung vom 06. Juni 2016 schreibt jemand http://www.cumhuriyet.com.tr/haber/siyaset/546629/_Damat_in_Meclis_teki_zor_anlari…__Sikintiya_girdi__cevap_veremedi_.html , was der CHP-Abgeornete Atıcı so alles in der Doktorarbeit beispielsweise auf S. 19 zum Thema Atomkraftwerke gefunden hat.

Herr Albayrak ist ja scharf darauf, seinem Auftraggeber, also dem Schwiegervater, es Recht zu tun. Und da steht in seiner Arbeit geschrieben:

„Der wichtigste Nachteil der nuklearen Energie ist, dass die Überreste des Spaltprozess‘ für viele Jahre irgendwo auf sichere Art und Weise eingelagert werden müssen. Was dem Reaktor als Brennmaterial gegeben wird, wird lediglich zu einem Prozent verwertet, der Rest wird zu Asche und in dieser Phase muss sein hoch-radioaktives Überbleibsel auf sichere Art und Weise gelagert werden.“

Albayrak wirft im Parlament zu Ankara daraufhin ein, dass er in seiner Doktorarbeit ja von einem Reaktor ausgegangen sei, der dem Metsamor-Reaktor in Armenien gleicht und der wirklich bedenklich sei. Außerdem habe er doch gar nichts gegen die Verwendung von Nuklearenergie. Man werde aber in Akku (ein Ort unweit Zyperns also) die neueste und beste Technologie in Anwendung bringen anstatt.

Doch Herr Atıcı von der oppositionellen CHP ließ sich offenbar nicht aus der Spur bringen und schlug in der Doktorarbeit einfach die Seite 20 auf und darin steht unter anderem:

„Was an dieser Technologie das Furchterregendste ist, ist, dass im Falle eines Unfalls die Umwelt ziemlich wahrscheinlich keinesfalls mehr gesäubert werden kann. … . Die [türkische] Gesellschaft ist gegen diese Technologie, weil sie zum einen die [landwirtschaftliche] Produktion tangiert und zum anderen wahrscheinlich nicht dazu verwendet werden wird, damit friedlich umzugehen.“

Gong! Knock Out-Analyse!

Jedenfalls hat Herr Schwiegersohn daraufhin nichts mehr einzuwenden gehabt im Parlament. Schwiegerpapa wird begeistert sein von solch heiklen Details und Denke.

Der ist derzeit ja eh damit beschäftigt unter anderem, Ende dieses Monats seine Drohungen wahr zu machen? Wir werden es also schon bald sehen, ob er den Flüchtlingsstrom wieder gen Norden ziehen lässt. Deutsche Politiker und andere signalisierten bereits, dass sie diesmal nicht kleinbeigeben werden.

In gewisser Weise passt zu eben Geschildertem ganz gut das, was Şener Levent am 06.06.2016 in der griechischzyprischen Politis-Tageszeitung schreibt und auch, was hier auf Zypernundmehr-News im Artikel vor diesem geschrieben steht.

Levent beschwert sich seit einigen Tagen in der Politis, dass bitte sehr mit wem in Sachen Wiedervereinigung von Seiten der Griechischzyprer verhandelt wird? Er findet nämlich, die Türkei habe in letzter Zeit alle wichtigen Firmen, Posten etc. besetzen lassen von Festlandtürken ın Nordzypern. Sogar im nationalen Fernsehsender BAYRAK sei nun ein Türke der Chef.

Die kaufen allen Grund und Boden auf, der einigermaßen gut gelegen ist, meint Levent. Könnt ihr denn nicht sehen, dass wir bereits zu einem Teil der Türkei geworden sind? Diese Frage seinerseits ist gewiss etwas überspitzt, doch ganz unangebracht scheint sie denn auch wieder nicht zu sein. Im letzten Jahr hätten sich die Türken auf Zypern breiter gemacht, denn jemals zuvor, findet Levent. Einerseits wird verhandelt und andererseits wird abgeräumt.

Mit wem glaubt ihr eigentlich zu verhandeln, fragt Levent. Alle Hügel mit Aussicht haben sich türkische Hotels gekrallt. In Morfou, also der Stadt Güzelyurt, hat sich eine neue Uni eingerichtet, die aus der Türkei kommt. Jetzt nehmen sie sich den Hafen. 15 Unis gibt’s bereits ım Land. Die schreiben, sagt Levent, wir hätten hier 85.000 Studenten. Doch 55.000 davon sind taktische Studenten, meint Levent. Die anderen, die sich einschreiben, beschäftigen sich mit anderen Dingen. Man produziert eine Art Schwarzmarkt-Dynamik dergestalt, findet Levent und beschwert sich darüber.

„Bei uns herrscht eine türkische Identität und keine zyprische!“

Die Europäer sehen nicht, wie heutzutage die Kurden in der Türkei abgeschlachtet werden. Die gucken anstatt 100 Jahre zurück – zu den Armeniern. Das interessiert. Total blind für das, was gerade abgeht. So ungefähr mag Levent vielleicht ausgedrückt werden – frei übersetzt.

Die Türken werden im Norden nie zu einer Einigung kommen, schreibt er. Die haben sich da eingerichtet. Nichts drin mit Wiedervereinigung. Vergesst es!

Şener Levent scheint sich über Letzteres inzwischen im Klaren zu sein.

Und Präsident Anastasiadis?

Herr Akinci?

Was soll das Spiel, das außerdem genau so seit mehreren Jahrzehnten abgezogen wird. Jedes Jahr und mit jeder Regierungsübernahme werden Wiedervereinigungs-Hoffnungen in die Welt gesetzt, an deren Realisation gar niemand wirklich interessiert ist. Hoffnungen bleiben hier auf Zypern bezüglich Wiedervereinigung Hoffnungen. Vielleicht hat es ja damit zu tun, dass in türkischen Volksliedern wie auch griechischzyprischen sogenannte Vergebliche-Liebe das Thema Nummer 1 ist: „ … ich schließ Dir Deinen Mund mit tausenden Küssen …“, dieser Refrain eines populären Liedes wird auf Griechisch beispielsweise gern und oft gesungen. Ich weiß nicht so recht, ob das auch noch zur Wiedervereinigungsproblematik passt?

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: