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Yamaz

Yamaz, äh, Prost allerseits. Es gibt wahrhaft Grund, mal wieder Einen zu heben!? DENN …

Da ist die Rechnung Erdoğans also vorerst aufgegangen. Was dem Bürgermeisteramt von Nikosia wohl nicht gelingen wird, nämlich, seine Rechnung aufgehen zu sehen. Das Amt will doch einführen, dass Autos nicht mehr in den Altstadtbereich eindringen. Ein Bus-Service soll her. Aber Zyprer sind allgemein dafür bekannt, um die Ecke an den Kiosk mit dem Auto zu fahren, um Zigaretten zu kaufen etc., überspitzt gesagt.

Alle, die Erdoğans recht übertriebenes politisches Treiben im Amt zusehen und -sahen in der EU, scheinen mehrheitlich gewillt, das Zusehen so fortzusetzen. Offensichtlich sind die Erfahrungen der EU mit so hoch-demokratisch geführten Ländern wie Saudiarabien derart erfolgreich, dass allen anscheinend klar ist und war: So eine Türkei wie die Saudis wollen wir auch haben! So etwas Ähnliches muss in Umlauf geraten sein und so etwas in der Art muss man sich auch in Limassol gesagt haben. Ein „park and ride“-System soll nämlich eingeführt werden, auch, um den Autoverkehr in der Innenstadt einzudämmen. Kostenlose Busfahrten dorthin und von gewissen Sammelstationen aus sollen zur Verfügung gestellt werden. Noble Absichten, die allerdings den Hang zum individuell Unterwegssein der Zyprer frontal ignorieren. Denn: Was gibt es Schöneres als mit dem eigenen oder geleasten Auto die kilometerlange Strandpromenade von Limassol mit Freunden oder Freundin runterzubrettern entlang an zig wirklich chicen Cafés? Sehen und gesehen werden! Manchem Betrachter ist erwähntes Vergnügen eine Spezialität la Limassol sondergleichen.

Jetzt ist sie also da, die Türkei mit diesem einen, königsgleichen Mann an der Spitze. Donald Trump hat ihm schon gleich nach seinem Verfassungsänderungs-OK gratuliert und Frau Merkel wird es wohl insgeheim auch schon getan haben. Hier weiß komischerweise niemand, was offiziell diesbezüglich läuft oder gelaufen ist. Ist ja auch egal. Was Zypern angeht, wird Akıncı wohl zwangsläufig seine Lehren aus dem Abstimmungsergebnis in der Türkei ziehen (müssen). Etwa dergestalt: Immer schön gegenhalten, die knicken in Brüssel schon noch ein!

Ja, Brüssel ist nicht nur eingeknickt, es liegt demnächst womöglich noch gehorsam zu Füßen von Herrn Erdoğan wie ein persischer Teppich – macht man bei Sultanen so traditionell. Warten wir es ab. Zum Darauf-Herumtrampeln gibt es zumindest über 60% der türkischen Wahlbeteiligten in Deutschland, die zur Verfassungsänderung in der Türkei mit Ja stimmten. Und in Zypern?

Nun, folgendes war los zu den genannten Wahlen im Norden Zyperns. Erstmal: die Türkisichzyprer waren selbstverständlich nicht aufgerufen, sich an der Wahl der Festlandtürken zu beteiligen – denn, noch sind Erdoğan & Co geneigt, Türkischzyprern den Status eigener Staat „Türkische Republik Nordzypern“, unabhängig von Ankara zu belassen. Alles der Reihe nach sagen sich da gewisse Strategen in Ankara und andernorts. Eine Meinung haben Türkischzyprer dennoch, trotz Ausschluss von der Teilnahme am Referendum in der Türkei letztens. Anscheinend hätte die Mehrheit mit Nein gestimmt. Doch auch Festlandtürken im Norden der Insel waren nicht so richtig überzeugende Ja-Stimmer. In der Region Karpaz, die dafür bekannt ist, dass dort ganz viele Festlandtürken leben mit streng nationalistischer Gesinnung (MHP, Grauen Wölfe etc.) wurde mehrheitlich, trotz der MHP an der Seite von Erdoğan in der Türkei, mit Nein gestimmt.

Im Grunde ist die Lage auf Zypern so unbestimmt, wie der sogenannte Reichtum, der vor der Insel im Meer liegen soll. Der griechischzyprische Energieminister findet es offenbar auch seltsam, dass darüber gestritten wird, wer was vom Kuchen abbekommt, wenn noch immer nicht ermittelt ist, wie groß dieser Erdgas-Kuchen im Meer überhaupt sein wird. Noch dieses Jahr wird es offenbar herausgefunden werden. Zwei Mal hat man schon Anstrengungen in diese Richtung unternommen von Seiten der Republik Zypern – unternehmen lassen. Ankara lässt demnächst auch wieder buddeln und bohren und seismisch messen im Meeresgrund des südöstlichen Mittelmeeres. Mal sehen, was die Türken alles an Reichtümern bergen, beziehungsweise aufdecken werden.

Jetzt, mit Erdoğan im Sattel, den USA und den Briten eventuell prononcierter an der türkischen Seite, wird es noch recht lustig werden im südöstlichen Mittelmeer. Wir dürfen gespannt zugucken, wie Nikosia-Süd damit umgehen wird, wenn der durch das Referendumsergebnis erstarkte Mann am Bosporus findet, es sei Zeit, ‚seine‘ Reichtümer vor Zypern und der Türkei etc. nun endlich einzufahren. Erdoğans Außenminister, Mevlut Çavuşoğlu, warnte bereits, er werde nicht länger untätig zusehen, wie die Südzyprer an der Südküste der Insel nach Erdgas bohrten – „einseitige Aktionen!“, nannte er das. Und außerdem gehöre ein Teil des Bereichs (AOZ), indem gebohrt werde, der Türkei. Nordzypern erlaubt derweil der Türkei, ihre seismografischen Untersuchungen bei Bedarf auszuweiten – bis hin zur nächstgelegenen Insel Griechenlands, wenn es sein soll. Çavuşoğlu des Weiteren: Im Gegensatz zu Ankara sei Südzypern nicht an einer politischen Lösung der Zypernfrage interessiert, wie sich zeige. Und was hier auf Zypernundmehr-News selten wiedergegeben worden ist, aber hin und wieder gesagt werden sollte, damit es niemand vergisst: Ankara spricht von der Republik Zypern als die „griechischzyprische Administration“. Das heißt: Die Türkei erkennt Nikosia-Süd nicht an. Und letztere erkennt Nordzypern nicht an. Die Republik Zypern hat es aber bekanntlich geschafft, diesen Bann, der dem Norden auferlegt wurde, zu internationalisieren – noch ist dem so.

Im Herbst sollen die Ergebnisse der Bohrungen im (AOZ-Onosforos) Bereich 11 vorliegen, sagt Herr Minister Giorgos Lakkotrypis, der sich hin und wieder mit israelischen Politikern trifft, auch mit Libanesen und Ägyptern. Nikosia-Süd versucht, über trilaterale Verträge, ihre Position gegenüber der Türkei in der Region zu stärken, wozu Griechenland stets ein weiteres, festes Standbein der trilateralen, ökonomisch-politischen Geflechte darstellt: also Zypern und Griechenland mit Israel oder Ägypten oder Libanon etc. Irgendwie scheint die Sache aber noch nicht ganz in trockenen Tüchern untergebracht worden zu sein. Genauer: Israel kann offenbar einem starken Mann am Ruder in der Türkei etwas abgewinnen. Letztens dachten sie in Tel Aviv gerade mal wieder etwas lauter darüber nach, ob es nicht doch vielleicht vorteilhafter für alle Beteiligten sei, besagte Reichtümer im Meeresboden des südöstlichen Mittelmeers in einer Pipeline durch die Türkei nach Europa zu jagen. Lakkotrypis will den Israelis bei seinem letzten Treffen in Tel Aviv nochmals klargemacht haben, dass es politisch klüger sei, die Pipeline über Zypern zu verlegen, und zwar mit der F.A. East Med. Letztere verflüssigt auch Gas (LNG). Der Energieminister meinte noch: Die EU wird sich an den Kosten dafür beteiligen, wenn von Nöten. Das könnte sogar klappen, denken hier wahrscheinlich nicht wenige, wenn, ja wenn das Ding denn so wie geplant durchgezogen werden kann. Wie gesagt: Erdoğan verspricht vielen Politikern andernorts mehr Stabilität und vor allem höhere Gewinne abzuwerfen, zumal die Türkei einfach mehr Potential hat und nun mal unbezweifelbar in jeder Hinsicht potenter ist als Zypern. Und soweit hier bekannt, wird Erdoğan Präsidenten Trump vor Anastasiadis treffen. Das Treffen ist im Mai 2017 geplant. Ob Anastasiadis Trump mal zu sehen und zu sprechen bekommt, wollen wir der Ausgewogenheit wegen hoffen!? Treffen auf solch hoher Ebene sind schon seit über 10 Jahren nicht mehr zustande gekommen: USA-Cyprus. Ansonsten müsste Zypern sich womöglich wirklich allein darauf verlassen, dass die französische Flotte eingreift, um ihre Interessen gegenüber den Türken zu verteidigen im Notfall?

Ausgerechnet die Franzosen denken Sie? Ja, weil die TOTAL mit der italienischen ENI für Zypern die Bohrungen im Meer durchführt. Vielleicht ist dem ja auch so, dass Paris sich zu so etwas verwenden würde, wie die Interessen Nikosias zu verteidigen mit militärischen Maßnahmen, auch, weil man sich kürzlich mal wieder im Zusammenschluss der südeuropäischen Länder getroffen hat, dem Zypern und eben auch Frankreich angehören. Die 4. Sitzung dieses Zusammenschlusses südeuropäischer Länder der EU wird in Zypern stattfinden. Wir glauben mal besser nicht daran, dass Paris mit schweren Geschützen auffahren würde. Man kann sich indes täuschen. Heutzutage weißt du ja nie.

Lustig an der Angelegenheit mit dem Bohren und Eruieren im Meeresgrund vor Zypern – man kann auch traurig an der Angelegenheit sagen – ist, dass die Republik Zypern diese Angelegenheit mehr oder minder in die Hände von ausländischen „Kolossen“, wie die zyprischen Zeitungen als schreiben, gegeben hat, indem Fall vorrangig in die der ENI. Und ja, es existiert die EYK, das ist die „Erdgas-Unternehmung Zypern“. Doch die wird einfach nicht eingebunden in besagte Arbeiten, obgleich bereits schon 3 Mal da draußen im Meer herumgebohrt wurde. Und wussten Sie das auch schon? Am Tag, als Erdoğan besagtes Referendum durchführen ließ zwecks Verfassungsänderung, ließ er sich von den vollmundigen Drohungen Nikosia-Süds überhaupt nicht beeindrucken und schickte seine Schiffe zu seismischen Bohrungen etc. unweit des nordzyprischen Girne (Kyrenia) in See. Klarer kann man Zeichen doch eigentlich nicht mehr in die Welt setzen, oder? Den Tag nach seinem Wahlsieg lief die türkische Barbaros in die Umgebung vom nordzyprischen Gazi Mağusa (Famagusta) aus – zum selben Zweck. Die griechischzyprischen Zeitungen bezeichnen das ganze türkische Bohr-Team mit NAVTEX. Letztere beginnen am 30. April 2017 ihr Werk. Wenn es wirklich krachen sollte kurz danach, werden wir Sie gewiss genauer darüber informieren, wo in der See, das passiert sein soll. Hier sei noch kurz angefügt, dass wenn von Bereich 11, Afroditis oder Onoforis etc. die Rede ist, dass dies Bezeichnungen und Einteilungen der See vor Zypern sind, die von der Republik Zypern vorgenommen wurden und von den Türken so nicht genannt werden oder anerkannt sind. Es spitzt sich also etwas zu, doch wollen wir es nicht dramatisieren. Reicht, dass die endlosen Wiedervereinigungstreffen andauernd DEMNÄCHST zu einer Lösung kommen – und auch Sie wissen bereits, wie diese Lösungen der Zypernfrage als aufgehen – in so etwas wie Schaumschlägereien.

***

Nikos Anastasiadis wird im Coffeeshop der Sunday Mail beschuldigt, die erwähnten Treffen mit dem Norden zu hintertreiben und ständig nach Ausreden zu suchen, die das Wiedervereinigen nicht ermöglichen. Es ist eine Farce sondergleichen, was uns da geboten wird, und diese Farce zeigt der Coffeeshop recht unterhaltend auf – und die Internationale Gemeinschaft schaut zu? Irgendwie in diesem Kontext stehend ist folgendes noch stehend: Ein Gerücht, welches wieder Fahrt aufnimmt (BBC, CNBC, NY, FT): „Zypern ist die Schwarzgeldwaschmaschine der Russen (Mike Wigli – New York Times)!“ Und zwar wird ein vormals enger Mitarbeiter Trumps in diesem Zusammenhang genannt, Paul Manaford. Der hatte den Wahlkampf für Trump geführt bis letzten Sommer. Er soll auch 2,2 Millionen $ an 2 Firmen in der Ukraine gezahlt haben, um Lobbying in Washington zu betreiben etc. Und dieses Geld lief – zufällig – über die inzwischen eingegangene zyprische Laiki Bank (2012 oder 2013). Auf Anfrage der Kathimerini hat die Zentralbank Zyperns diese Anschuldigungen bislang nicht von sich gewiesen. Sie scheint eher gewillt, das DING aussitzen zu wollen. Also muss was dran sein, oder? Das glauben Sie nicht? Das schreibt aber Michalis Tsikala in der Kathimerini vom 23. April 2017, seine Emailadresse: tsikalasm@kathimerini.com.cy. Jemand anderes in der Kathimerini gibt am Schluss seines Beitrages zu bedenken, Herr Konstaninou Chatzistasou ist das, dass die Türkei zukünftig doch der geeignete Abnehmer des geförderten Erdgases der Republik Zypern werden könnte, weil sie einen riesen Bedarf habe und der Nachbar halt nun mal naheliegt. Jetzt spätestens, sollte Erdoğan das zu lesen bekommen, wird er den Zyprern gewiss Danken für diesen tollen Einfall.

Immerhin: Der sehr reiche Herr Wiatislav Adamovic Zaregrov hat bereits im Februar 2015 ein Monasterie (Kloster) der russischen Orthodoxie auf Zypern bauen lassen. Der russische Metropolit Tamasou Isai auf Zypern hatte Herrn Zaregrov auf Anfrage all die schönen Kirchen Zyperns gezeigt. Das hat dem Herrn so gut gefallen, dass er mal kurz eine Monasterie bauen ließ: 4 goldene Türmchen umringen ein großes goldenes. Dort, wo die Glocke läutet, in einem weiteren Türmchen, ist auf dem blauen Dach noch – ganz verspielt sieht es aus – ein weiteres kleineres goldenes Dachgipfelchen. Herrlich! Steht irgendwo in Limassol. Wer die Orthodoxen kennt, weiß, dass das Interieur vor Goldfarbenem und Prunk strotzen dürfte. Ob der Herr Zaregrov etwa auch Zyprer geworden ist, das heißt, für seine Investition einen zyprischen Pass erhielt? Immerhin, gewiss auch wegen solchen Gönnern hat die Arbeitslosenrate gerade so um die 2,5 % abgenommen. Es sind nur noch 27.573 Menschen auf Zypern arbeitslos gemeldet. Seltsam nur, dass Hoteliers neuerdings klagen, sie hätten nicht genügend Personal. Immerhin ist die Arbeitslosenrate unter Jugendlichen bei stolzen 29 %. Schuld sollen die Hoteliers selbst sein an der Misere. Lange beklagten sie, die Löhne seien zu hoch. Die Krise gab ihnen offenbar die Möglichkeit in die Hand, sich von mehrheitlich gewerkschaftlich gebundenen Arbeitsverträgen lösen zu können. Sie stellten daraufhin noch mehr ausländische Arbeitskräfte ein. Die sind aber oft nicht versiert genug und haben keine allzu hohe Motivation, auch, weil ihnen schnell auffällt, dass sogenannte Einheimische für dieselbe Arbeit oft einen wesentlich höheren Lohn empfangen. Jetzt boomt die Tourismusindustrie gerade. Die Hoteliers sollten mit den Löhnen hochgehen und der Staat schleunigst Einheimische in den entsprechenden Berufen ausbilden, als sie anstatt auf der Couch in einem Bistro zu belassen. Löhne hoch, sonst wird auf lange Sicht der Ruf der Insel Schaden nehmen. Die Klagen der zahlenden Gäste könnten sich häufen: Das Personal ist oft unfreundlich, dreist, die Zimmer etc. etwas schmutzig, unehrlich, das Preis- Leistungsverhältnis stimmt nicht.

Wussten Sie, dass sich in der Stadt Pafos und Umgebung eine Heiratsindustrie eingeschlichen haben soll? Polis Chrysochous? Dieser Name eines Dorfes sagt ihnen nichts? Die Bewohner des Dorfes wollen diese Art Tourismus jetzt so richtig aufbauen. Wieso gerade dort? Adonis aus der griechischen Mythenwelt jagte dort einst. Und Afrodite ist ja auch nicht allzu weit entfernt davon schwimmen gegangen. Das Setting ist also ideal für Turteltäubchen, die sich das Ja-Wort geben. Viele Israelis nützen die Gelegenheit, wohl auch, um mal aus der Gefahrenzone zu Hause auszubrechen oder der obligatorischen, religiösen Zeremonie, die in Israel abzuhalten ist, zu entgehen. Angesagter scheint: Standesamt, Trauschein, fertig, Party. 250.000 € spült diese Art Geschäft vorerst im Jahr in die Gemeindekasse. Andere Orte wie Geroskipou, Pafos oder Peya in der Gegend ziehen nach. Die meisten Touristen kommen in Gruppen von bis zu 30 Personen, um solch einen Event abzuhalten. So um die 50 bis 60.000 Menschen 2016 besuchten solche Events. Und ist doch klar, dass man zu solch Anlass auch nicht zwingend aufs Geld guckt! In Zypern zu heiraten, ist vom bürokratischen Aufwand als pflegeleicht zu bezeichnen und die Kosten sind noch relativ niedrig im Vergleich zu anderen Ländern. Ja, und das Setting stimmt irgendwie: Afrodite, Adonis und eine schöne Landschaft. Erforderlich wäre indes schon, den Chlorakas Beach bei Pafos schnellstens sauber zu machen. Sonst machen die Heiratsgäste dort erste Erfahrungen mit eventuellen Scheidungsgründen. Und das wäre eindeutig zeitlich zu früh angesetzt. Anscheinend ist das Bürgermeisteramt inzwischen bemüht, Renovierungsarbeiten durchzuführen und Toiletten zu installieren an jenem Strand. Davon abgesehen, ist Pafos dieses Jahr Europas Kultur-Hauptstadt mit einer weiteren Stadt in Dänemark zusammen. Noch immer ist die Stadt nicht fertiggestellt, um Zypern würdevoll als eine der beiden Kultur-Hauptstädte im Jahr 2017 zu vertreten. Ist es Schlamperei, Dummheit, Arroganz, Unfähigkeit, drüberstehend? Suchen Sie es sich aus, das geschilderte Phänomen zu charakterisieren mit einem der vorgegebenen Begriffe. Das dumme an dem Dreck in Chlorakas ist nämlich, dass die Strömung des Meeres diesen ungefragt nach Kato Pafos schwemmt – also dorthin, wo das Schloss einmal im Jahr einem Opernevent Kulisse bietet, sozusagen mitten ins Geschehen hinein, unweit des neuen Museums, wo die Taxis und Busse, „Hop off and on“ usw. stehen.

Was viele gewiss verwundern wird, weil irgendwo müssen neu Verheiratete Zyprer ja wohnen, ist, dass die Regierung anscheinend verboten hat, in landwirtschaftlichen Regionen zu bauen, also irgendwo auf einem Feld, welches ganz offensichtlich nicht zu einem ausgewiesenen Baugebiet gehört. Die Verwunderung darüber deshalb, weil allein zwischen Larnaka und Limassol auf der Landstraße fahrend, mehr als nur einige Bauten gesehen werden können, die das Gegenteil der Verordnung darstellen. Eigentlich müssten solche Bauvorhaben in maximal 1 km Entfernung zu einem Baugebiet liegen, sagt das Gesetz. Was viele aber nicht tun. Das sogenannte Etek, diejenigen, die solche Bebauungspläne ausarbeiten, erscheint vielen Beobachtern schlichtweg nicht auf dem Stand der Dinge zu sein. Müssten vielleicht mal aus der Komfortzone Büro sich begeben. Ordnung scheint in dieser Angelegenheit noch längst nicht in Sicht, auch wenn das verabschiedete Gesetz regulierend existieren soll neuerdings. Noch ärgerlicher sind manchem die Baugerüste, die landauf – landab die Landschaft ‚zieren‘. Die stehen so seit Jahren herum und keinen scheinen die mehr zu stören. Eigentlich sind manche dieser Skelette bestens geeignet als Filmkulisse, muss jemand in einer Behörde Zyperns gedacht haben. Und jetzt sind einem SOGAR Bollywood-Produktionen aus Indien scheinbar gut genug. Die Cyprus Investment Promotion Agency träumt jedenfalls neuerdings auch in diese Richtung. Frau Pillides ist die Ansprechpartnerin. Ob die Behörden dann immer gleich bereitwillig mitspielen werden, ist eine andere Frage. Schließlich müssen die über ihre Praxis gegenüber Indern sich hinwegheben. Die armen Beamten sollten dann nämlich Visas erleichtert für Inder ausstellen und deren Gerätschaften auch noch ohne großen Aufwand und Bürokratismus aus dem Hafen ans Filmset und zurück genehmigen. Auch wenn sogenannte Incentives den Herren und Damen von Bollywood in Aussicht gestellt werden, um auch auf Zypern Filme zu drehen, und nicht allein in den Schweizer Alpen und andernorts, ist zu bezweifeln, dass die zyprischen Behörden so geschmeidig werden in ihrer Visavergabepraxis etc., dass allgemein Zufriedenheit und ein einigermaßen reibungsloser Verlauf zu erwarten sind. Präsident Anastasiadis weilt gerade in Indien, umwirbt Bollywood.

See Why“ hat da weniger Probleme mit Visas, vorerst. Das ist eine kleine NGO, die Backpackertourismus betreibt mit sozialem Anstrich. Jugendliche aus allen möglichen Ecken der zumeist westlichen Welt plus Nordzypern begeben sich mit Zelten in verlassene zyprische Dörfer, irgendwo abgelegen in den Tälern oder Höhen des Troodos-Gebirges und campen dort für eine geraume Zeit. Bestechend an der Idee ist, dass diese jungen Menschen den Umweltfaktor ernst nehmen, das heißt, ihren Dreck wegräumen und möglichst wenig davon produzieren – sich mit der Trennung der Insel in Nord und Süd auf ihre Weise auseinandersetzen. 2016 haben sie zwei solcher Reisen bereits veranstaltet. Bleibt abzuwarten, ob diese Art Tourismus auf genügend Nachfrage stößt und im Jahr 2018 ff. weiterhin bestehen wird. Profitorientiert scheinen diese Reisen noch nicht zu sein – see.why@europe.com -. Ganz im Gegensatz dazu, wird woanders auf Zypern davon geträumt, ausgerechnet Süßwasserreservoirs touristisch nutzen zu wollen. Gehören alle hinter Gitter, die so etwas planen. Finden Sie nicht? Nun, anscheinend tut man das irgendwo in England auch so, wird als Begründung angeführt. Nur dort gibt es mehr Süßwasser als auf Zypern, weil es wesentlich öfters regnet. Was Philippos Sophocleus jedoch nicht als Gegenargument überzeugen mag, ist zu vermuten. Denn er will diese oft menschenfreien Reservoire nutzen. Ski Slalom soll auf den Seen gelaufen werden. Da könnten die Boote in der Geschwindigkeit von nahezu 60 km/h besser drüberrasen als auf dem welligen Meer unten an der Küste. Auch Andreas Manoli, Chef des Wasserentwicklungs-Departments findet, dass dieses anvisierte Projekt rein gar keine lustige oder gute Idee ist. Das Tourismusministerium, genauer einer seiner Ableger, die CTO, hüllt sich noch in Schweigen. Verlautbart aber, dass die Nutzung der Reservoirs durchaus ein beträchtlich großes touristisches Potential habe. Oh weh! Welch schlimme Prognose. Demnächst spült man wohl Motoröl-Rückstände durch die Wasserleitungen im Haus. Ein Hoffnungsschimmer besteht indes: Das Landwirtschaftsministerium schiebt seit mehr als 10 Jahren das Halloumi-Käse-Problem vor sich hin, welches auf europäischer Ebene gegenüber dem türkischzyprischen Produkt, hellimi, einfach nicht vorankommt. Wessen Käse ist origineller zyprisch und wer darf sich überhaupt so nennen (geschützte Bezeichnung des Ursprungs = PDO). Das ist der Streit und insofern darf gehofft werden, dass die Nutzung der Reservoirs mindestens ebenso lange dauern wird, bis sich alle einigermaßen einig sind. Denn das zuletzt genannte Ministerium hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Man wird sehen, ob demnächst der Verkehr zu den Seen zunimmt. Auch haben mehr Transportschiffe in den Häfen Zyperns angelegt – um 20 % belief sich ihr Anstieg. Das klingt durchaus rekordverdächtig. Na also, geht doch, wenn man will! Der Antrag der Stadt Pafos, den neuen Hafen zu einem Anlegeplatz für Yachten zu bestimmen plus entsprechend Luxus-Umfeld, ist vorerst abgeschmettert worden. Gleiches Szenario scheint sich für das Poseidon Consortium auch in Larnaka abzuzeichnen, wo vorerst wohl nichts laufen wird in diese Richtung. Beide Projekte hat das Consortium geschafft – mit Hilfe der Behörde -, in den Sand zu setzen. Die Finanzierung scheint irgendwie die ganze Zeit über in der Schwebe gestanden zu haben, so dass die Hafenbehörden und andere Involvierte vonseiten der Regierung wohl das Schlottern kriegten und der Poseidon letztlich absagten. Eine Marina sei das eine, ein Hafen das andere, hieß es. Beides unter einem Hut zu halten, braucht finanziell absolute Weitsicht. So ungefähr beschreibt es Othonos Theodoulou von der Handelskammer in Larnaka.

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Der Coffeeshop vom 23. April 2017 äußert sich zur bereits angesprochenen Tragikkomödie in Sachen Wiedervereinigungsverhandlungen mit dem Norden, die Präsident Anastasiadis vor aller Augen abzieht. Der Präsident wird im Coffeeshop „Nik“ genannt:

„… Waren wir naiv oder einfach doof zu glauben, Nik sei wirklich interessiert, eine Vereinbarung [mit dem Norden] zu finden? Ist er so ein begabter Schauspieler, dass er jeden narrte? Obgleich seine Schauspielkünste unvergleichlich sind, hat er etwa wirklich die ganze Zeit über Theater gespielt? Kann sein, dass als es zum Knirschen kam [zwischen ihm und Akıncı], als er die große, taffe Entscheidung zu fällen hatte, [plötzlich] herausfand, dass er nicht den Mumm hat und lediglich ein weiterer schwacher Führer ist, der an der zeitlichen Verlängerung seines Amtes als Präsident interessiert ist. Eine andere Erklärung mag sein, dass ihn Kräfte erpressen, die gegen eine Vereinbarung sind [in der Zypernfrage]. Der ehemalige KGB-Spion John Helmer, der jetzt als Pro-Putin-Macker unterwegs ist, hat verschiedentlich in Artikeln behauptet, die im Russian Insider veröffentlicht wurden, Nik werde erpresst von den Yankies, eine Vereinbarung einzugehen; und zwar vor allem von Untersekretärin Victoria Nuland. Das wurde auf einigen von Russland finanzierten Nachrichten-Webseiten wiederholt, dort von griechischen und zyprischen Typen berichtet, sogar als Nuland bereits aufgehört hatte, für das State Department zu arbeiten. Die letzten Monate – die Wiedervereinigungsverhandlungen am Nagel hängend und die Aussicht auf eine Vereinbarung sich schnell entfernend – haben weder Helmer, noch andere Schreiberlinge Putins etwas über Nik geschrieben. Helmer hat sogar aufgehört, vom Gerichtsprozess zu berichten, der den russischen Plutokraten Leonid Lebedev angeht, der ist ein Mandant der Nik-Anwaltskanzlei; und auch über die angeblich persönliche Verstrickung Niks in die schattenhaften Deals seines Mandanten [schreibt er nichts mehr].

Das kam rüber wie erpresserischer Journalismus, besonders, da es von einem ehemaligen KGB-Offizier verfasst war. Und all Das hörte auf, als klar wurde, Nik ist nicht im Entferntesten an einer Vereinbarung in Sachen Zypern interessiert. Einer der Typen, der den Nuland-Erpressungsmythos wiederholte, wurde für seine Bemühungen ausgezeichnet, und zwar mit Nik-gesponsertem Bakschisch. Ich beziehe mich auf den in Washington ansässigen, politischen Moralisten und Anti-Vereinbarungsprediger Michalis Ignatiou, der es fertigbrachte, seiner Nichte einen Job im Präsidentenpalast zu verschaffen. Die hilft jetzt Nik beim Redenschreiben. Sie ist eine Lehrerin im Fach Literatur und ist vom Außenministerium [Zyperns] angestellt mit gesondertem Vertrag [erinnern Sie es weiter unten, wenn diese Art Verträge Thema werden]. … . Palastangestellte, die fragten, weshalb die Nichte eines solch feindlichen Mackers denn eingestellt wurde, erfuhren, es sei ein Bakschisch für Ignatious Familie, die die DISY-Partei unterstütze, [der Anastasiadis bekanntlich angehört, die die Regierungspartei bildet]. Die haben nicht geschnallt, dass Ignatiou schon seit längerem Nik nicht mehr kritisiert in seiner Sonntagskolumne in der Phileleftheros [Zyperns], sondern ihm weisen Ratschlag gibt und moralische Führung.“

Wissen Sie was, hier gleich nochmal was aus dem Coffeeshop etwas, diesmal aus dem vom 2. April 2017. Dass so geballt davon reingegeben wird, geschieht, damit nun aber auch wirklich der allerletzte in Brüssel versteht, dass Präsident Anastasiadis auch, wie soll man sagen, recht lustige Seiten hat. Dass er die Grundfertigkeiten eines waren Chorkatos hat. Zum Chorkatos auf Zypern empfiehlt sich von Mawratsas das Buch „Gesellschaft der Proleten“ zu lesen. Jetzt auch als gedrucktes Buch bei Amazon.com (nicht .de eingeben!) zu erhalten: „Mit den Präsidentenwahlen weniger als 11 Monate entfernt, dachte Präs Nik, es sei angebracht, ein Schauspiel seiner bakschischologischen Macht zu geben. Die Bürger [sozusagen] rückzuversichern, die eine Art Bakschisch für ihre Wählerstimme suchen, auch dessen, dass er nicht Kontakt oder Wunsch verloren habe, diejenigen mit Gefälligkeiten auszustatten, die bereit sind, vor ihm niederzuknien und ihre unsterbliche Loyalität ihm gegenüber beschwören. Die Ernennung der unbekannten Maria Lottides als Ombudsfrau war eine emphatische Show von Bakschischpower, zumal auch die Zustimmung des Gesetzgebers von Nöten war, bevor sie den gutbezahlten Job übernehmen konnte. Präs, der sich keine Niederlage leisten konnte in dieser Angelegenheit, rief verschiedene Abgeordnete Freitag morgens an, um sicherzustellen, dass die Ernennung durchging und das gelang mit gerade mal 2 Stimmen. AKEL. DIKO und EDEK hatten beschlossen, die Ernennung abzuweisen, doch Nik schaffte es, 3 DIKO-Abgeordnete zu bequasseln (zwei aus Limassol), sich gegen den Entscheid ihrer Partei zu wenden und mit der DISY und der Lillikas Allianz dafür zu stimmen. Um sicherzustellen, dass das Ding durchgeht, stimmte der Präsident des Parlaments, Demetris Syllouris, der sonst nie mitabstimmt, ab, und zwar stimmte er pro Ernennung. Nicht ganz klar wurde, ob er diesen unerwarteten Schritt tat, weil er Nik seine Position schuldet oder ob er glühende Kommentare in der Kathimerini sich absichern wollte, zumal die Herausgeber [dieses Blattes] Ehemann und Schwiegersohn [der von Nik Begünstigten] sind.

Die Ernennung war ein Triumph für Nik in vielerlei Hinsicht. Er konnte so zeigen, dass er eine unbekannte Anwältin mit nicht gerade herausragender Karriere in den Staatsdienst nehmen kann und sie zur Ombudsfrau macht, indem wesentlich erfahrenere und besser qualifizierte Anwälte ignoriert werden, die im Büro der Ombudsperson seit Jahren arbeiten. Das schaffte er also, obgleich ein feindlicher Gesetzgeber im Weg stand und obwohl sein Innenminister, Sokratis Hasikos, jemand anderes vorgeschlagen hatte. Tatsächlich freute es ihn, seinen Minister öffentlich zu demütigen, mit dem der Lottides-Clan eh einen öffentlichen Krieg ausfocht. Kathimerini attackiert Hasikos erbarmungslos, während Demetris, der Schwiegersohn der Nutznießerin des Bakschischs, wiederholt ihren Freund Odysseas [Michaelidis, den Ober-Kontrolleur im Land] auf ihn angesetzt hatte. Den Mangel an Loyalität, den der Präs gezeigt hat gegenüber seinem Minister, ist umso verwunderlicher, zumal Hasikos‘ Zeitung, die Alitheia, seit Dekaden unterstützend über Nik schreibt. Doch er konnte Loyalität nicht erlauben, in seinen Weg zu geraten. Es galt, potentiellen Unterstützern zu zeigen, dass er der Bakschischkönig ist – und daher der Geeignetste, sich das OK zu holen, sollte man einen Posten bei der Regierung wollen. Ein paar Tage vor der Wahl im Parlament, trug die Kathimerini ein kurzes Beiträglein direkt aus der Arslikhan Schule für Journalismus vor, wahrscheinlich um klar zu machen, dass es kein Reinfall gibt bei Niks Anstrengung Lottides Ernennung zu platzieren[, sie formulierte]: „Von der Spitze der Macht ist mir zugetragen worden, dass Nikaros (Nik) sich viel von 2 Treffen verspricht, die er in Malta haben wird in diesen Tagen – an der Konferenz der Europäischen Volkspartei. Was mir gesagt wurde von meiner Quelle in der zyprischen Expat-Gemeinde der USA, ist, dass das Trump-Nikaros-Treffen nur noch einen Mausklick entfernt ist – im Juni. Und das verdankt sich dem sehr fähigen (Regierungssprecher) Nikos Christodoulides und natürlich der Hilfe, die Expats leisteten … .“ Wenig Zweifel daran, dass je näher die Wahlen rücken [auf Zypern], desto glühender die Artikel der Kathimerini über Nikaros erstrahlen werden, sodass man sich besser Sonnengläser aufsetzt beim Lesen zwecks Schutz. Nikaros kann hier auf Zypern zwei unterschiedliche Bedeutungen haben. Es ist eine andere Art „großer“ oder „macho“ zu bedeuten und ist oft in Gebrauch in Zusammenhang mit unserem Präs. Ein kleiner, stümperlicher Nik, dem alfamännliche Qualitäten abgehen, würde „Nikoudi“ genannt. Der sehr fähige Regierungssprecher, der weder ein Nikaros, noch ein Nikkoudi ist – vielleicht ein Nikaroudi – hielt seine US-Tour als Art Außenminister am Dienstag ab, machte aber klar zurück in Zyproulla, dass wir alle davon hörten, welch vielen wichtigen Treffen er hatte. Montagmorgens war er auf Staatsradio und informierte die Hörer über seine US-Kontakte mit dem Enthusiasmus eines Teenagers, der seinen ersten Besuch in einem Nachtclub erzählt. Den folgenden Tag war er allerdings nicht im Radio, um uns von seinen Montagstreffen zu berichten. Diesen Job überließ er dem CyBC-US-Korrespondenten. Er hatte wohl etwas verspätet kapiert, dass er in seiner neuen Rolle nicht dafür erkoren war, eigene Aktivitäten zu berichten. Er ist [jetzt] zu wichtig für so etwas.“

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Vielleicht würden Teile der Internationalen Gemeinschaft ja noch lauter pro Nikosia-Süd eintreten, wenn die nicht solch komische Angewohnheiten hätten. Das sind diese hier bereits wiederholt erwähnten Sitten, die an Ostern meist ihren tiefgangmäßigen Höhepunkt zelebrieren: Singvögelessen. Sie können es halt nicht lassen, vielleicht die meisten Zyprer, und da sind sie sich wohl mit vielen Türkischzyprern einig, dass so ein kleiner Piepser eine Delikatesse sein soll und bestens gefrittet wird. 2,5 Millionen Singvögel verspeisen die auf der Insel jährlich. Das ist eine Schätzung, denn offiziell soll der Verzehr ja verboten sein. Chris Packham hat mal wieder einen Dokumentarfilm darüber produziert und die Anzahl der verspeisten und teils elend verendeten Vögel (Leimruten) geschätzt. Der wird mit seiner Doku wohl vorrangig im Ausland Zuschauer entrüsten. So wenig, wie es einen ersichtlicheren politischen Willen gibt, das Zypernproblem wirklich zu lösen, so wenig scheinen die Herren und Damen im Parlament von Nikosia-Süd nahe dem eingestürzten und vielleicht schon wieder komplett aufgebauten Theater unweit des einsturzgefährdeten Restes des noch immer in Betrieb gehaltenen Krankenhauses daran interessiert, ihre Beschlüsse umgesetzt zu sehen in Sachen Zugvögelschutz. Zur Erleichterung des schlechten Gewissen, oder wie man es einschätzen darf, wurden kürzlich im Norden von sogenannten Aktivisten namens „dayanışma“ Straßennamen mit anderen Namen überklebt. Wir gehen mal davon aus, dass es die ursprünglichen griechischen Bezeichnungen waren. Das passierte selbstverständlich in „Solidarität“ mit griechischzyprischen Aktivisten (Linke Bewegung – wir wollen eine Föderation). Die hatten davor eine solche Überklebe-Aktion durchgezogen. BRAV. Der Kampf beginne in der Straße, war von den Aktivisten wohl auch noch zu vernehmen. Toll! Beruhigt wahrscheinlich wirklich schlechte Gewissen bei all jenen, die in jeweiligen Parlamenten auf Zypern offensichtlich gegen eine Wiedervereinigung, letztere als politisches Ziel hervorhebend, politisieren – nach dem Motto: Seht, unsere Jugend will es doch auch!

Ja, die Liebe zur Natur und ihren nicht-menschlichen Bewohnern. Nun: Den Briten ist wohl zu verdanken, dass nahe ihrer Basis in Akrotiris die Sumpflandschaft noch eine solche ist. Eigentlich sollten viele Zyprer den Briten dankbar sein, weil sie mit ihrem Einwirken mit sicherstellen, dass zu Ostern genügend Singvögel da sind, um den Osterhasen nach dem Verspeis von Singvögeln besser jagen zu können. Jagen, das muss schon sein! Das denken nicht nur hier viele. Derzeit scheint gerade Waffenruhe zu herrschen. Junge, in die Natur ausgesetzte Fasanenküken sind einem sogar schon fast ins Auto geflogen. Wahrscheinlich waren die noch nicht ganz ausgewildert genug und dachten, der gute liebe Jäger kommt, um sie zu füttern. Kann ja sein, dass der so ein Auto fährt wie unsereins. Im Herbst werden sie vollgefressen und gut gewachsen vor den Flinten ihrer vermeintlichen Freunde noch das Weite zu suchen lernen. Wenn es überhaupt so weit kommt, dass die Fasanen dazu kommen, die Gefahr wirklich zu kapieren. Passiert wahrscheinlich instinktiv? Bravo, dass die Briten einen gewissen Vogelschutz-Instinkt haben und seit Jahren es einfach nicht so ohne weiteres ermöglichen mögen, dass auch noch der Beach namens Lady-Mile zugepflastert wird mit geteerter Straße vor Limassol in Richtung Pafos unweit des Hafens. Herr Fylios Demetriadis, Betreiber eines Restaurants auf der Mile, ist ganz außer sich. Das Rathaus würde ihn schon seit Jahren versetzen. Er sei es doch schließlich, der in der Saison 300 Leute anstelle. Ob die von ihm Angestellten wohl dennoch aufstocken gehen müssen beim Sozialamt? Wir wollen es nicht wirklich wissen, denn Herr Demetriadis findet, er habe es verdient, endlich eine geteerte Straße bis zu seinem Restaurant zu erhalten, welches er schon 15 Jahre auf der Mile führt. Und Strom gefälligst auch. Schließlich ist er es, der den Strand vor seinem Restaurant sauber hält. Bislang muss der Gute Generatoren laufen lassen, um Elektrizität zu haben. Der Lärm dieser Dinger wird die Vögel gewiss nicht erfreuen und die Touristen und Einheimischen, die dort jedes Jahr aufs Neue im Sommer ihr Stelldichein zigtausendfach geben, wohl auch nicht. Ja, noch nicht mal EU-Fonds können beantragt werden, weil das Gebiet eben zur britischen Basis gehört – unerhört. Ein Skandal. Die Cyprus Mail zitiert in diesem Zusammenhang Sean Tully, Sprecher der britischen Basis, der sagte: „We have an obligation to protect the environment. It is a beautiful beach and the reason it is so beautiful is because it is protected!” Noch dies zur Umwelt: Climatellaunchpad ist eine Plattform, die Erfinder im grünen Bereich aufzuspüren sucht und daher kann bis zum 10. Mai 2017 jedermann seine oder ihre Erfindung einreichen: http://climatelaunchpad.org/application-form/. Der Gewinner wird am 18. Oktober 2017 ermittelt und erhält 10.000 € cash. Der Gewinn ist es also wert, anzufliegen?!

Irgendwie kriegt man es nicht wirklich mit. Oder man ist zu unaufmerksam? Haben Sie etwa registriert, dass ALPHAMEGA Supermarkt und die Cyprus Environment Protection Association (CYMEPA) sich vereint haben, um der Natur Gutes angedeihen zu lassen? Martina Meinders muss die ‚Umwelt-Aktivistin‘ heißen, die diese Zusammenarbeit angestoßen hat. Sie ist Deutsche – im Schifffahrtsgeschäft tätig, irgendwo in Limassol (Marin Shipmanagement Ltd.). Kurz: Die Plastiktüten bei ALPHAMEGA sind im Visier. Eine „plastic-bag-free“- Insel Zypern ist geplant. Es gibt also auch Lichtblicke hier. Wenn Sie erlauben, dann diese Bewertung dazu: sehr, sehr hochfliegende Ziele, die Frau Meinders & Co da haben. Wir wünschen Erfolg. Haben allerdings schon eine Einkaufstasche aus Stoff, die so ähnlich wohl auch im ALPHAMEGA gekauft werden kann. Diese Taschen sind mir wirklich noch nicht ins Auge geflogen – dort.

Apropos fliegen. Die Ersatzairline COBALT der Cyprus Airline – letztere wurde ja vor nicht allzu langer Zeit in den Sand gesetzt wegen Missmanagement usw. – bietet demnächst Flüge nach Beirut an – ab 55 €. Soll noch mal einer sagen, Zyprer hätten ein Problem mit Objekten, die fliegen wie Vögel oder Vögeln selbst. Oder dass es die Republik Zypern nicht gibt, wehe das behauptet noch mal einer. Frechheit! Dass diese Republik wahrhaft existiert, durften Kinder eines befreundeten Landes der Zyprer vor kurzem nämlich hautnah erfahren – Serben. Die wollten doch glatt über den Flughafen Larnakas in den freien Gebieten zu einem Festival für Kinder in den besetzten Gebieten anreisen, eine (Straf)Tat, die zudem dem im Norden der Insel liegenden unrechtmäßigen Nicht-Staat geholfen hätte, seinen Statusquo aufzubessern in der Welt der Legalen. Die Kinder samt Aufsicht wurden am Flughafen angehalten und erstmal eingesperrt 24 Stunden oder so. Ja, was glauben DIE denn? Können doch nicht einfach so rüberfahren ins türkisch geschaffene Nirgendwo! Scheinbar hat man die Kinder schon bald wieder nach Serbien zurückschicken können. Passten zwar nicht alle ins Flugzeug rein, aber immerhin. Komisch nur, dass Kinder aus Litauen oder Russland ungehindert zum Event ankommen durften im rechtsfreien oder besser illegitimen Norden. Eine Lektion sei uns allen das eben Geschilderte in folgender Sparte: Wie versaure ich mir meine Beziehungen zu einem befreundeten Land!

Dass Serbien gerade nicht so demokratisch unterwegs sein soll, dürfte wohl eher nicht der ausschlaggebende Grund gewesen sein (Vucic) für die Aktion am Flughafen von Larnaka. Eher, ist zu vermuten, ist es die Größe des Landes. Serbien gibt ja vor, in die EU rein zu wollen mit einem Fuß in Richtung Russland ausgestreckt. Und die politische und faktische Größe Serbiens ließ die zyprischen Behörden serbische Touristen wohl warnen, in den zyprischen Norden zu fahren. Ja, die sind in Serbien überwiegend Orthodox, so, wie die Zyprer. Aber eben zu klein und halt doch nicht so richtig EU-drin, um einfach das zu tun, was ansonsten ALLE anderen Touristen auch tun auf Zypern. Nicht ganz von der Hand zu weisen, ist das vorgebrachte Argument der zyprischen Behörden dann allerdings auch wieder nicht. Es häufen sich die Fälle, wo Morde oder andere Straftaten von Türkischzyprern in den „freien Gebieten“ begangen werden, die dann allerdings nicht zur Rechenschaft gezogen werden können, da sich die Täter in den Norden rüber retteten, wo Südzypern ja kein Auslieferungsgesuch stellen kann, weil es den „Pseudo-Staat“ nicht anerkennt. Andersrum geht’s auch, wo sich jemand in die Republik Zypern flüchtet, der im Norden eine Straftat begangen hat und nicht belangt werden kann. Das Europäische Gericht für Menschenrechte verurteilte neulich das Verhalten beider Seiten. Ein Wahnsinn sondergleichen also, dass der Mord beispielsweise an einer 16-jährigen Türkischzyprerin, Eylül Güzelyurtlu und ihren Eltern nicht aufgeklärt werden kann (Januar 2005, in Larnaka). Apropos: im Jahr 2015 soll die Republik Zypern an die 18 Personen in ihre nord- oder mitteleuropäischen Heimatländer zurückgeschickt haben. Sie alle hatten offenbar die Absicht, in Syrien als islamistische Kämpfer sich zu verdingen. Bekanntlich gelangt man ansonsten mühelos von Larnaka nach Girne usw. Nikolaou, der griechischzyprische Innenminister ergänzt: „Die Sicherheitsmaßnamen wurden hochgefahren!“ Schon seit längerem wird man an der Grenze rüber in den Norden, die ja keine Grenze darstellen soll, gebeten, seinen Ausweis zu zeigen. Der wird dann auch registriert im Computer auf griechischzyprischer Seite – auf türkischzyprischer passiert das sowieso. Selten gelingt es, nicht herangewunken zu werden, um dieses Prozedere über sich ergehen zu lassen. Jene, die den Grenzern mit Griechischzyprisch Antwort geben, werden meist nicht behelligt. Zu lesen war irgendwo, dass neuerdings Touristen auch gefragt werden, in welchem Hotel sie denn bitte sehr abgestiegen sind. Diejenigen, die dann eventuell sagen, ich habe keines, könnten durchaus Gefahr laufen, dass ihnen der Übertritt in den Norden neuerdings verweigert wird. Es gibt kein Zahlenmaterial darüber, aber die Fragestellung lässt darauf schließen, dass die Behörde verhindern will, dass Larnaka-Airport genutzt wird, um dann im Norden Urlaub zu machen. Offiziell, wie gesagt, werden solche Unverbesserlichen vom zyprischen Staat vor den Untiefen im Norden geschützt. Mit der Erdoğan-Administration gestärkt am Ruder in der Türkei ist jedem, der in den Norden Zyperns fahren mag, auch über Larnaka, dringend geraten, sich sein türkisches und kurdisches Umfeld, meinetwegen in Deutschland lebend, genau anzusehen und was man so auf Facebook etc. postet bezüglich Türkei, Kurdistan, Armenien und Genozid, Erdoğan, Islam usw. Man kommt schneller in die Mühlen erdoĝanscher Hetzjagd als wieder daraus hervor. VORSICHT ist die Mutter der Porzellankiste!

Vor kurzem erzählte mir jemand, um nicht nur, aber auch auf die Orthodoxie auf Zypern zurückzukommen im Thema, dass Hauspersonal aus Indien, Bangladesch usw., die christlichen Glaubens sind, in orthodoxe Kirchen Zyperns meist nicht reinkommen, um an einem Gottesdienst teilzunehmen. Deutsche, Franzosen und andere Europäer christlichen Glaubens, wenn sie nicht gerade aussehen wie Inder, ist zu vermuten, haben damit kein Problem. Allerdings werden letztere nicht auf Friedhöfen der Orthodoxie Zyperns beerdigt. Es soll aber einen solchen Ort irgendwo in Limassol für sie geben, sodass die Leichen nicht vor den Toren der Stadt vergraben werden müssen. Noch kann man sich nicht kremieren lassen auf Zypern als Leiche.

Da wäre noch diese Angelegenheit, die man eigentlich nur schlecht mitverfolgen kann. Und zwar geht es um das fürchterliche Geschrei der Südzyprer, die sich seit Jahren darüber aufregen, dass Festlandtürken sich im Norden niederlassen. Die müssten bei einer Wiedervereinigung der Inselteile ALLE zurück in die Türkei! – wird gesagt. Ja, und was ist mit den vielen Russen, Briten und Griechen, Arabern und Israelis, die sich vermehrt ihre zyprische Staatsbürgerschaft kaufen und sich hier niederlassen? Die Xristofias-Talat-Vereinbarung auf Zypern besagt, die eigentlich noch bindend sein müsste, dass sollten zum Beispiel 100.000 Griechen im Süden arbeiten und leben, dann auch genauso viele Festlandtürken im Norden Zyperns sich aufhalten dürften – und umgekehrt. „VIP-Immigration“ nennt sich eines der Offices, die die Pass-Angelegenheit für Leute mit viel Geld regelt, die Zyprer werden wollen – EU-Bürger. Das Büro liegt in Limassols sogenannter Touristik-Area und realisiert diesen ‚Traum‘ recht geschwind. Wir konstatieren eventuell: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!

Somit dürfte das Spektrum hier wohl abgegriffen sein, könnten Sie denken, wenn von Kindern über VIPs bis zu Leichen die Rede war – doch noch ist dem nicht so. Nein, von Geld war, wenn überhaupt, dann nur indirekt die Rede all die Zeit. Geld zu haben, wie Sie wissen, ist schon etwas Schönes. Noch schöner dürfte sein, sein nicht gesichertes Geld, welches man in einer Bank hatte, zurückzuerhalten, wenn es einem abgenommen worden ist – unverschuldet. Und Ähnliches war ja vielen einfachen Bankkunden in Zypern passiert, als die Laiki Bank schlappmachte vor ein paar Jahren und ihre Vermögen der Zentralbank Zyperns zugeschustert wurden. Kurz, eine Organisation, die sich Sykala nennt, hat sich mit dem Präsidenten der Republik und anderen zusammengesetzt und dieser Herr von der Sykala hat bedeutet bekommen, dass die knapp 100.000 €, die den Bankkunden abgeknöpft wurden damals, eventuell zurückbezahlt werden könnten. Nach dem, was gelaufen ist, hat man so seine Zweifel und fragt, ob hier eventuell die Rede von einem Trinkgeld ist, sodass die Sykala endlich Ruhe gibt? Anfang April blockierten Bauern nicht ganz zu unrecht Straßen im eh schon zugestellten Zentrum von Nikosia. Es muss die Hölle gewesen sein für Auto- und Busfahrer, für Fußgänger gewiss sowieso. Die Bauern forderten, dass die Zentralbank Kooperative (CCB) ihre Anteile, von denen 99 % dem Staat gehören, zurück an die Mitglieder der CO-OPs gibt. Eigentlich haben die früheren Mitglieder ja kein Recht, so etwas zu verlangen. Die CO-OPs waren jahrelang Ort von schlechtem Management und Korruption etc. Als die Pleite gingen, schoss der Staat damals 1.7 Milliarden € rein. Das Geld kam von internationalen Kreditgebern und wird – lustiger Weise – vom zyprischen Steuerzahler zurückbezahlt. Das heißt, nicht etwa die Mitglieder der CO-OPs blechen, sondern die Steuerzahler – und jetzt fordern die letzteren auch noch ‚ihr‘ Geld zurück. Wie es kommt? Nein, die sind wahrscheinlich nur etwas durchgeknallt, aber nicht ganz. Der Finanzminister Harris Georgiadis hat mal wieder etwas Mist gebaut. Der meinte, er würde Anteile der CCB rausrücken, die dann in der zyprischen Börse gelistet erscheinen würden. Man würde so einen Schritt erwägen, meinte er dummerweise öffentlich, und zwar für all jene, die Geld in der Finanzkrise verloren hätten, aber auch für jenen Personenkreis, der Kunde der CCB war und für Arbeiter. Dieser sowie anderweitig betriebener Populismus der Regierung Zyperns, könnte der DISY Partei bei den nächsten Wahlen einige, eventuell entscheidend wichtige Wählerstimmen kosten.

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Ja, Wahlen überall und auch in Zypern ist man bereits im Wahlmodus – wenn man den je wirklich verlassen hat. Wollen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Mittleren Kräfte – Nikos Papadopolous (DIKO), Giorgos Lillikas (EDEK), Giorgos Perdikis (Grüne) und Eleni Theoxarous (EURO.KO) – am Ausbaldowern waren, wer von den Genannten die Präsidentschaft von Anastasiadis anfechten geht mit der Unterstützung der anderen. Perdikis nannte die Mittleren Kräfte einst: „national chicken coop“). Grüne gibt es also auch auf Zypern, siehe Herrn Perdikis. Der scheint sich aber vor allem damit hervorzutun, in der Öffentlichkeit betont selten grüne Themen in die Debatte einzuwerfen. Das jedenfalls ist der Eindruck, der entsteht, wenn brav nahezu täglich APO MERA SE MERA auf RIK1 gesehen wird. Eine Plattform im Fernsehen ab 12 Uhr nachmittags ist das, die immer wieder Überraschungen parat hat. Anders als in Deutschland wird da Tagespolitik im Fernsehen betrieben – die verlängerte Bank des Parlaments ist diese Sendung. Lillikas soll ja seinerzeit, als die Finanzkrise war 2013, den Vorschlag gemacht haben, öffentlich, man könne doch bereits das Erdgas sozusagen vorausverkaufen, also bevor man es überhaupt gefördert, geschweige denn in der Quantität ermittelt hat, um die TROIKA aus dem Land zu halten und den Bailout zu vermeiden. Er meinte des Weiteren, dass 2022 ein realistisches Datum wäre, um seine erhaltenen Vorauszahlungen dann zu begleichen. Papadopolous schwadroniert gerade von einer Neuausrichtung der Politik, die nach dem Referendum in der Türkei zu erfolgen habe auf Zypern. Leider lässt Papadopolous Junior nicht wissen, was konkret geschehen soll und wie man glaubt, diese Neuausrichtung vereint bewerkstelligen zu können. Es riecht – mal wieder – bereits im Vorfeld nach hohlen Sprüchen. Apropos: Der nationale Hühner-COOP (die selbsternannte politische Mitte Zyperns) hat sich Montag den 24. April 2017 offenbar für Papadopolous als ihren Kandidaten fürs Präsidentenamt entschieden. Da kann man eigentlich nur noch sagen – wozu bekanntlich auch Herr Anastasiadis inzwischen Anlass gibt – schade um das schöne viele Geld, welches sinnlos weiterhin verschwendet werden wird in langen Sitzungen zwischen New York , Genf und Zypern. Denn eine Lösung der Zypernfrage, die will anscheinend ja keiner auf der griechischzyprischen Seite, jedenfalls keine, die man als FAIR gegenüber den Türkischzyprern bezeichnen wird können. Mit Nikolas Papadopolous, wenn er Anastasiadis das Präsidialamt abnehmen wird können 2018, ist diese Feststellung leider einmal mehr schon fast zwingend so zu sehen. Die Wiedervereinigungsverhandlungen werden für eventuell immer auf dem Parkplatz nationalistisch-ethnizistischer Verbohrtheit abgestellt verweilen. BRAVO.

Ob das Parking auf dem Hof der RIK-TV-Sender auch wirklich immer zugängig ist? Weil zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen die Herrschaften aus dem Parlament wohl eher nicht mal schnell rübergefahren, um in apo mera se mera sich zu zeigen. Genau: Die haben ja einen Fahrer und einige haben sogar Bodyguards – also wird es auch keine Schwierigkeiten wegen dem Parkplatz geben. Und was die Sicherheit angeht: Sogar die Beleuchtung hinterm Parlamentsgebäude im städtischen Park wurde mit einzig einer stärker leuchtenden Lampe verstärkt – heller als jemals davor und dass das Gemäuer des Parlaments weit genug davon weg liegt und das gut geschützt, weiß ich auch nicht so wirklich einzuschätzen – eher nicht. Plötzlich gibt es auch so etwas wie Böller vor dem Parlament und Parkverbote. Das waren noch Zeiten, als niemand an so was wie Anschläge denken brauchte. Doch auch zu jenen goldenen Zeiträumen war das Spesenkonto so manches Politikers auf Zypern etwas überhöht – um es mal gelinde zu sagen. Der Chef-Kontrolleur der zyprischen Nation, Herr Michaelidis, hat sich vorgenommen, das zu ändern. Endlich mal sollen die Parlamentarier ihre Flüge früher buchen und nicht auf den letzten Drücker. Das spart Geld, findet Michaelidis. Außerdem greift neuerdings eine neue Unart um sich unter den Parlamentariern. Parteien stellen immer mehr Externe an, dies und jenes zu tun, was aber von der Betriebskasse des Parlaments nach Gesetzeslage zu berappen ist. Der Anstieg in Rede: im Jahr 2015 von 69 Personen auf 101 Personen 2017. Das sind also 37%. Und so etwas müsse sich schleunigst ändern, findet Michaelidis. Von den Pensionsansprüchen mal ganz zu schweigen. Glavkos Kliridis und die DISY führten ja einst die Allgemeine Rente ein. Ansonsten: 18 Monate im Parlament gesessen und schon haste 1.300 und noch was Euro Pension monatlich. Da sind die einmaligen Bonis (75.000 und ein paar Verquetschte) verständlicher Weise noch nicht mit eingerechnet. Um die 700 Euro gibt es für Unterkunft monatlich, unabhängig davon, ob der Politiker überhaupt anwesend war. Ab 2012 neu hinzugekommenen Staatsangestellten, also nicht Politikern, werden die Pensionen von der Allgemeinen Versicherungskasse zukünftig ausbezahlt. Kurz: Herr Michaelidis macht sich unbeliebt. Eine Spaßbremse sondergleichen! Und was nicht lange auf sich warten lässt, sind Überschriften wie diese: „Er benimmt sich wie ein arroganter Schnösel.“

Der Finanzminister Harris Giorgiadis hat Michaelidis gerade am Hals. Einen Mann seiner DISY-Partei soll der Finanzminister regelwidrig eingestellt haben. Dieser Anstellung sei von der Kommission der Staatsangestellten nicht abgesegnet gewesen, meint Michaelidis. Wo er recht hat, da hat er nun mal recht. Was erwidert Georgiadis, dessen Ohren dabei leicht ins Flattern gerieten: „[Michaelidis] hat seine Objektivität und Unabhängigkeit verloren!“ Denn Michaelidis war inzwischen schon heißgelaufen und musste nun einfach mal in gewohnter Manier fragen, schließlich ist er der Oberprüfer des Landes: „Wie kannst du es wagen, MICH in Frage zu ziehen?“ Gockelgehabe halt. Nichts weiter passiert. Alltag. Doch dann, Michaelidis noch: „Wenn das Gesetz routinemäßig gebrochen wird, ist das keine Entschuldigung für mich, inaktiv zu bleiben (Cyprus Mail, 19.04.17).

Was sticht uns ins Auge? Das Wort „routinemäßig“. Das sagt schließlich nicht irgendwer. Keine Sorge, wir werden hierüber nicht ins Detail gehen, also zu: wer pickte seinen Gegner wann wohin und wie etc. Federn lassen jedenfalls beide – im Ansehen. Vielleicht nicht ganz passend ist, hier gleich hintenanzustellen, dass die Zyprische Zentralbank sich Mitte Monat April 2017 anscheinend gezwungen sah, öffentlich kundzutun, sie könne die gestellten Ziele in Sachen Reform des Finanzwesens sowie der Bank selbst nicht einhalten. Beispielsweise könnten „nicht rechtzeitig genügend Informationen eingereicht werden bezüglich der Einlagen der Kunden …“. Immerhin konnte woanders, und zwar von rechtswegen „Klarheit“ geschafft werden, was das DING mit den öffentlichen Märkten angeht. In Nikosia ist es bekanntlich der Mittwoch und der Samstag, an dem Markt ist. Leider findet der Markt seit geraumer Zeit an ein und demselben Ort in der Stadt fest, was früher anders war. Nun, das hat man also so geregelt und wird seine Gründe gehabt haben. Geregelt ist neuerdings auch, was zuvor als DING bezeichnet worden ist: dass „auf dem Markt kein anderer Verkäufer beschäftigt werden kann, wenn die Erlaubnis zum Betreiben eines Standes einem Verkäufer gehört und nicht einem Produzenten“, also einem Bauern. Die Verkäufer finden die Gesetzesänderung nicht sonderlich lustig. Beispielsweise könnte man nun noch nicht mal mehr zur Toilette gehen, da ja niemand, außer einem selbst, hinter dem Ladentisch stehen dürfe. Gern wurden nämlich Flüchtlinge angestellt, auszuhelfen. Und wie zu erfahren war, hat so mancher Verkäufer am Ende des Tages ‚vergessen‘, seine Hilfskraft ganz oder genügend auszubezahlen. Es gibt schließlich nahezu unendlich viele Bewerber auf dem hinter vorgehaltener Hand sogenannten Sklavenmarkt, die anscheinend hoffen, sie könnten besser abschneiden als ihre Vorgänger. Dieses Spielchen hat das neue Gesetz nun also auch unterbrochen. Wir dürfen damit rechnen, dass eine Art Umgehung des Gesetzes wahrscheinlich schon in Anwendung ist, die aber hier noch nicht bekannt ist. So wie Letzteres der Fall ist, werden wir Sie darüber in Kenntnis setzen. Not macht ja schließlich erfinderisch, da frisst der Teufel sogar Fliegen. Wie im Film ist das.

20 Filme können innerhalb von 9 Tagen an den „Cyprus Filmdays“ gesehen werden, die mal in Nikosia, mal in Limassol zu sehen sind. Die Filme sind mit Untertiteln in Griechisch und Englisch. Das 15. Festival dieser Art in Zypern beginnt Donnerstag, den 27. April 2017, also heute. Details dazu können unter www.cyprusfilmdays.com angesehen werden. Das Railto Theatre in Limassol, wo die Filme in Limassol gezeigt werden, gibt gewiss auch gern Auskunft: 00357 777 777 45. In Pafos werden die Berliner Philharmoniker zu hören sein am 30. April 2017 sowie am 01. Mai. Das bi-kommunale Jugendorchester wird am 30. April bereits nachmittags sein Können unter Beweis stellen und einige Philharmoniker werden sie dabei unterstützen. Sogar der deutsche Botschafter läuft auf. Ein kleiner Umtrunk (Rezeption) ist bereits angesagt, Einladungen verschickt. Klar, es wird Klassik gespielt werden – vorwiegend. Mal hören gehen, wie die die alten Klassiker kopieren, beziehungsweise interpretieren.

Dringend angesagt ist, sagt das Komitee zuständig für Kommerz und dergleichen mehr, dass Zypern ENDLICH Verordnungen erlässt, die es auf Linie bringen mit den Vorstellungen, die die EU über das Copyright hat. Das alles ist fällig bis Ende Juni. Nachdem, wie die Diskussion darüber geführt wird, besteht die Möglichkeit, dass der Termin – lang und breit Grundsätzliches und anderes mehr diskutierend – vertrödelt wird; und dann gibt es womöglich eine Strafe vonseiten Brüssels. Ein weiteres Limit wird zusehends gerissen auf Zypern, und das ist der steigende Konsum von Alkohol unter Jugendlichen, die noch keine 18 Jahre alt sind. In der Studie wurden 15 und 16-Jährige nach ihrem Alkoholkonsum gefragt. Demnach sollen Jugendliche in Georgien am kräftigsten zuschlagen mit 72 %, gefolgt von Tschechien und Zypern mit jeweils 68 %. EU-Durchschnitt liegt anscheinend bei 48%. Yamaz!

EBRD hat ihr jährliches Treffen und Geschäftsforum in Nikosia vom 9. Mai bis zum 11. Mail 2017. Es geht um grünen Wachstum und wie man regionalen und globalen Herausforderungen zu begegnen gedenkt. 65 Länder werden teilnehmen. Präsident der EBRD ist Herr Chakrabarti. Unter anderen werden auch Minister aus Bosnien, Ägypten, Georgien, Griechenland, Jordanien Kasachstan, Moldavien, Polen, Rumänien und der Ukraine anwesend sein. Ein großer Event, der einmal mehr die Wichtigkeit der Republik Zypern in der Region belegt!

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Lug und Trug

Lug οδερ Trug

Was ist das schon, Wahrheit? Kommen nicht alle Zahlen aus der Null. Und die Null ist doch so in etwa unwahr-wahr? Weil sie ist doch, und gibt vor, NICHTS zu sein. Oder doch: Nicht-ist ist also nichtig im Nichts?! Purer Schein?

Der Monat Februar des Jahres 2017 scheint in folgender Hinsicht eventuell nicht mein Monat zu sein dieses Jahr. Da trägt und schreibt man Material über 2-3 Wochen zusammen, um diesen Artikel Ende Monat fertig zu haben, und was ist? NICHTS. Irgendwie muss die Datei überschrieben worden sein und der Schuldige dafür, der schreibt Ihnen das gerade. Nun mal sehen, was noch alles in Erinnerung ist vom einst Geschriebenen. Und – ja, Sie glauben es nicht – die verwendeten Quellen sind auch nicht mehr zur Hand, weil sie im verlorengegangenen Text ja angegeben wurden und danach gleich in den Papierkorb gewandert sind. Das soll mir eine Lehre sein!?

Düster kann noch erinnert werden, dass in dem angefangenen Artikel kurz auf den Abbruch der Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern eingegangen worden ist – ja, es war sozusagen unvermeidlich. Und düster war ja auch der Himmel über mir um 7 Uhr morgens in Südwestdeutschland – bin nämlich gerade den Tag vor besagtem Verlust des Dateiinhalts wieder aus Zypern angekommen gewesen.

Nun. Streit war und ist in Zypern darüber ausgebrochen, ob nun der Präsident der Türkisch- oder der Griechischzyprer den Verhandlungstisch mit düsterem Antlitz verlassen hat vor kurzem. Dass der türkischzyprische Präsident Akinci durchaus berechtigt Grund hat, aufzustehen und zu gehen, scheint der allseits ziemlich geschätzte Petroclus in seinem Artikel namens „Coffee-Shop“ in der Sunday Mail Zyperns, auch nicht ganz verstehen zu wollen – siehe den 19. und den 26. Februar 2017. Er schreibt in so etwa davon, dass es sich die Griechischzyprer doch sowieso gar nicht leisten könnten, es zu einer Wiedervereinigung der Inselteile kommen zu lassen, weil sonst bei zu vielen unter den Griechischzyprern sogenannte Pfründe und Vorteile ziemlich sicher den Bach heruntergingen – also ausbleiben würden. Petroclus findet, es handle sich lediglich um einen Kampf um die moralische Hoheit, der ausgefochten werde zwischen den beiden Seiten. Das stimmt zwar, doch ist das viel zu kurz gedacht – durchaus etwas zu griechischzyprerfreundlich. Denn es dürfte Akinci und vielen anderen Türkischzyprern mittlerweile allmählich ziemlich aufstoßen, andauernd und immer wieder mit der Ignoranz, der anmaßenden Arroganz und der Macke der Griechischzyprer sich einzubilden, die Besten zu sein, konfrontiert zu werden – besser jedenfalls finden die sich im Allgemeinen als die Türkischzyprer, und zwar in jeder Hinsicht.

Was war geschehen?

Also: Die Griechischzyprer verabschiedeten kürzlich im Parlament, dass in den Schulen der Republik wieder der Enosistag, die angestrebte Wiedervereinigung der Insel von einst mit Griechenland, abgefeiert wird. Stünden wir nicht vor dem angeblichen Abschluss der angeblich gut vorankommenden Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern mit dem Segen und der Unterstützung der UN, könnte man ja vielleicht noch der Argumentation von Petroclus aus der Sunday Mail das OK geben. Doch nicht so! Denn die Türkischzyprer haben das anmaßend dominante Gehabe der Griechischzyprer schon einmal teuer bezahlt in der Geschichte vor 1974, als den Türkischzyprern die Türkei zur Hilfe kommen musste, um das Schlimmste zu verhindern. Zwar haben die Türken mit Beihilfe der Türkischzyprer dann auch recht ‚unverhältnismäßig zugeschlagen, aber es war vordringlich ein Reagieren und nicht ein Agieren: Vergewaltigungen, Morde, Folter eben alles, ist man schon fast verführt zu schreiben, was zu einem stinkigen Konflikt zwischen ‚besten‘ Nachbarn dazugehört. Weil interessant ist noch immer, die Beteuerungen hie und da zu hören, dass vor den Konflikten und Spannungen in den 1950 Jahren anscheinend ein geradezu freundschaftliches Verhältnis zueinander geherrscht haben soll. Manchmal hört man auch etwas von: „wie familiär“.

Es darf wohl davon ausgegangen werden, dass keiner der überwiegend türkischsprachigen Nordzyprer Lust auf eine Neuauflage der blutigen Auseinandersetzungen hat oder darauf, politisch, gesellschaftlich und ökonomisch noch mehr und womöglich noch unverhohlener in die Ecke gedrückt zu werden – wie es ihnen ja die Blockade aufzwingt, denn bekanntlich wird der Staat Nordzypern als solcher lediglich von der Türkei international akzeptiert. Auf Grund der betriebenen Politiken auf europäischer und griechischzyprischer Ebene darf aber schon bald damit gerechnet werden, dass dieser Boykott durchbrochen wird. Kandidaten dafür gibt es viele und Gründe noch mehr.

ES IST EINFACH NUR DUMM, wenn Leute wie Anastasiadis, die vorgeben, sich mit den Türkischzyprern wiedervereinigen zu wollen, auch noch dazu beitragen, dass ein Antrag der griechischzypischen Faschisten (ELAM) im Parlament nur deswegen durchgewunken wird, weil sie, die Regierungspartei DISY, der Anastasiadis, der Präsident der Republik Zypern ja angehört, sich der Stimme enthält – wohl wissend, dass als Ergebnis dieses zuvor erwähnte Gedenk-Ding aus den 1950er Jahren für Schüler rauskommt.

Irgendwie kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass solch Hahnengehabe von Politikern weltweit so eine Art Muster geworden ist, an dem es sich scheinbar auszurichten gilt – Trump, Erdogan, Netanjahu, Sisi, Orban, Duterte, Putin und der nette Herr aus Nordkorea mit der hochamüsanten Nachrichtensprecherin, die seine Großtaten im nordkoreanischen Fernsehen unnachahmlich und stets sehr aufschlussreich verkündet; von der Frauenfraktion wäre da zweifelsohne die Dame in la grand nation übern Rhein hinweg zu nennen, die zur Präsidentin gewählt werden mag – Madame Le Pen etc.

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Ist nun von Eurogate die Rede, denken Sie gewiss: aha, ein weiterer Skandal. Und das ist so schon der Fall, aber nicht irgendwo in Brüssel oder Straßburg ist dieser zu verorten, wo gewiss einige „gates“ noch aufzudecken sein dürften, sondern es ist die leidige Angelegenheit im Hafen von Limassol/Zypern gemeint. Jedenfalls steht das, was danach hier zu lesen ist, auch im Zusammenhang mit der sogenannten Privatisierung, welche ja einst von der TROIKA auch Zypern verordnet wurde, worunter unter anderem auch der Hafen von Limassol gefallen zu sein scheint. Die Privatisierungen werden und wurden in Zypern, wie auch in Griechenland, sehr widerwillig betrieben mit entsprechendem Ergebnis – eher nicht zufriedenstellend und eigentlich auch nicht wirklich zielführend.

Kürzlich in die Verlegenheit gekommen, auf die Schnelle einen Drucker kaufen zu müssen in Zypern. Geriet dabei wahrhaft in Bedrängnis. Der alte Drucker hatte nämlich den Geist aufgegeben und ein neuer musste einfach GLEICH her. Und diesmal sollte es ein Laserdrucker sein, kein billiger Tintenstrahler mit teuren Kartuschen mehr. Gern einer der neuesten aber ausgereifteren Maschinchen, der möglichst ohne Schnickschnack, also ohne Scanner, Fax, Wifi und so weiter seinen Dienst möglichst treu und ohne Widersprüche verrichtet über Jahrzehnte bestens. Leider war nichts mehr auf Lager von dem, nachdem ich fragte. Das sagte der junge Angestellte in seinem kleinen Shop mit Bedauern in der Stimme in der kleinen Stadt Kitti bei Larnaka. Und so musste Vorlieb mit dem genommen werden, was noch so herumstand. Grund dessen: Die Container im Hafen stehen womöglich immer noch voll bepackt herum (an die 3.000 waren es mal) und keiner transportierte das Zeug durchs Land in die Läden und woanders hin, denn die Transportgesellschaft, Kranarbeiter und somit ihre Gewerkschaften (Povek und Lastwagenfahrerunion) hatten gestreikt. Eurogate ist der Operator, der die Container im Hafen händelt, wie neuerdings schon bald auf Neudeutsch geschrieben werden wird dürfen.

Die Eurogate bedauerte, dass die Transporter und Kräne im Hafen streiken. Ja, 21 weitere Fahrer aus Deutschland wurden angefordert, um die Kapazitäten der Firma zu verstärken, verkündet Eurogate. Dann gebe es weitere 7 Cargo-handling-Maschinen. Die Streikenden trauen Eurogate wahrscheinlich auch jetzt noch nicht über den Weg. Die versprechen nämlich und halten nichts, war zu vernehmen von den Streikenden. „Ersatz!“, das wollen die Streikenden. Und der gehört ihnen von Eurogate gezahlt – und keine Hinhalterei mit Worten. Eurogate hatte diese Ersatzzahlungen bereits versprochen, doch dann wieder zurückgenommen. Kompensation für die Zeit, wurde und wird gefordert, welche die Transporter am Hafen stehend vergeudeten. Dafür wird Eurogate verantwortlich gemacht und nun zur Rechnung gebeten. Schnellverderbliches wurde dem Vernehmen nach aber wegtransportiert: Gemüse, Früchte etc. Eurogate ihrerseits drohte: „Wenn die Kranführer ihren Streik demnächst nicht aufhören, werden sie Kompensationszahlungen zahlen müssen!“

Klar doch, es gibt einen Minister, der eigentlich die Dinge regeln sollte, Marios Demetriades. Dem wird vorgeworfen, beim Streik nicht rechtzeitig und professionell genug eingeschritten zu sein. Der Vorwurf lautet, er habe beim Abschluss des Vertrags zwischen dem Staat und Eurogate verpasst – obwohl er im Jahr 2015 ein paar Monate vor Abschluss des Vertrages ausdrücklich darauf hingewiesen worden war von dem obersten behördlichen Aufseher -, eine Klausel einzubauen, die besagt, dass wilde Streiks und dergleichen, ganz einfach nicht vorkommen dürfen und können – dass also ein Minimum an Aktivität aufrecht zu halten ist im Hafen und nicht alles aus dem Ruder laufen darf und kann, wie es kürzlich eigentlich schon der Fall gewesen ist. Als gutes Beispiel dient durchaus die Firma Hermes am Flughafen von Larnaka, wo solch eine Klausel besteht. Ministerien, wie das Beispiel auch in Londons Hafen mit Rothschild & Sons Ltd. oder der Dubai Hafen zeigt, erheben vermehrt solche Klauseln, was durchaus Sinn macht. Es muss einer Regierung in Fällen von Streik an neuralgischen Punkten, die Möglichkeit offengehalten werden, sich notfalls einen anderen Vertragspartner suchen zu können, um nicht erpressbar zu sein oder es zu werden.

Nun, wenn man sich das Bauspar-Urteil in Germany anguckt, wo Bausparer von Seiten des BGH, wenn nicht geprellt, so doch eindeutig gegen das gemeingültige Vertragsrecht verstoßend ihrer Ansprüche auf Prämienzahlung enthoben werden, indem den Bausparern von Seiten der Bausparversicherung der Vertrag gekündigt werden darf neuerdings, scheint manchem genau so etwas als weitere Verschärfung der Lebensumstände zu sein, die darüber hinaus mit einer geminderten Vertragssicherheit behaftet ist, was nun wohl auch in Deutschland im Entstehen zu sein scheint. Letzteres beklagenswerter Weise ist zumindest für jene, die die sogenannt Schwächeren sind bereits ein hängendes Demoklesschwert. Ähnliche Beispiele scheinen weltweit vermehrt Fuß zu fassen.

Nun, weil wir schon dabei sind: die Abschiebung von Afghanen nach Afghanistan lässt sich in eben Gesagtes durchaus gut einreihen, zumal offenbar auch das Asyl- und Menschenrecht zukünftig gefährliche Blessuren erleiden soll müssen, und das eben auch in Deutschland, ausgerechnet in Deutschland, wo die Bundesrepublik in Afghanistan durchaus noch EINIGES gutzumachen hat. Gerade hat sich ein zum Polizisten ausgebildeter Afghane 11 seiner ‚Kollegen‘ in den Tod gehen lassen. Er hat sie erschossen und ist dann geflohen. Wahrhaft, kein sicheres Land!

Apropos: Eurogate glänzte zudem auch noch mit Fehlern in der verwendeten Software im Hafen von Limassol. Mal abgesehen davon, sollen der Hafen und die Marina in Larnaka weiter ausgebaut werden. Anscheinend ist das auch der Fall in der Gegend um Mari und dieser Ort liegt ungefähr in der Mitte von Limassol und Larnaka. In Mari ist nämlich ein neues und größtes Industriegebiet Zyperns im Entstehen; und was an Industrieanlagen des Hafens in Larnaka bislang stand, soll nach Mari umgesiedelt werden und MEHR – vollständig. Es wurden dazu 893.000 Euro 2017 bereitgestellt. Dieser Entscheid war bereits am 18. Januar 2017 vom Transportministerium, genauer, von der Mehrheit im griechischzyprischen Parlament beschlossen worden. Bis Ende 2017 dürften sich die Kosten aber auf 1.137.339 Euro belaufen. Kann also gut sein, dass ein Kredit von 2.029.000 Euro aufgenommen werden muss, schreibt am 18. Februar 2017 die griechischsprachige POLITIS Zyperns, die eigentlich das Sprachrohr der DISY-Regierung Zyperns genannt werden kann.

Bleibt noch zu erwähnen, wie man in Deutschland sagen würde, dass die Angelegenheit im Hafen von Limassol zur „Chefsache“ erhoben wurde. Das heißt: Präsident Anastasiadis intervenierte. Und das tat er, indem er die Schuld zuerst einmal auf „die ausländischen Investoren“ schob. Mancher fragte sich schon, ob Herr Anastasiadis den Vertrag mit den von ihm beklagten „Ausländer“ etwa wieder unterschrieben hat, ohne zu lesen, was drin steht – so wie es vorgekommen sein soll, als er einen Vertrag mit der Zentralbank Zyperns unterschrieb.

Es ist also die DISY-Regierung, die den Vertrag mit der Firma am Hafen (Eurogate) letztlich unterschrieb und somit ist sie auch verantwortlich für das Desaster. Und auch am Hafen haben sie – wie in Nikosias Mitte – eine Zweiteilung vorgenommen, das heißt, zwei Firmen eingespannt, die Dinge zu richten und durchzuführen. Die Regierenden der Republik Zypern wussten auch, dass die deutsche Firma (Eurogate) im Hafen längst nicht ausreicht, um den Hafen zu betreiben, auch, dass bereits Millionen Euros ausgegeben worden waren, das DING zusammenzuhalten, sodass das Management des Hafens keinesfalls in zwei Hälften geteilt werde. Es dürfte wohl so in etwa 1 Monat und ein paar Tage mehr oder weniger ins Inselland gezogen sein, in denen gestreikt wurde. Die „EHRE“ Zyperns als „marine Großmacht“ steht und stand auf dem Spiel!

Am Rande:

Die berühmt berüchtigte „Liste Lagarde“ und die „Panama-Papers“ werden von den Regierenden in Nikosia nicht berücksichtigt. Als gebe es sie nicht. Erwiesenermaßen kann in diesen Dokumenten nachverfolgt werden, dass die Steuerhinterziehung im Land sogar zugenommen hat: im Jahr 2015 waren es 1.743 Millionen Euro und das Jahr davor 1.579 Millionen Euro. Die auffälligen Geldbewegungen vor der Krise von 2013, schreibt Konstaninou Zachariou in der Charavgi vom 22. Dezember 2016, scheinen auch niemanden zu interessieren wollen in der Regierung. Zachariou resümiert: „Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen!“

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Von Stillstand an einem anderen, zuvor schon kurz erwähnten neuralgischen Ort in Zypern, kann derzeit nicht gesprochen werden. In Berlin hat man kürzlich den Verantwortlichen aus seinem Posten gekickt, weil der Flughafen in Schönefeld 2017 noch immer nicht in Betrieb genommen werden kann. Von solchen Maßnahmen hat in Zypern niemand was vernommen in Sachen „Elefteria-Square“ von Nikosia, der seit langer, langer Zeit wie eine offene Wunde das so benannte Zentrum der Hauptstadt ‚ziert‘. Schneckentempo träfe es wohl schon eher anstatt Stillstand, um den Fortschritt der Arbeiten für das neue Herz der zyprischen Hauptstadt zu bezeichnen.

Halten wir es kurz: Bis Ende 2017 müssten die Arbeiten eigentlich beendet sein. Diese Bedingung stellt der EU Strukturfond. Eigentlich könnte dieses Ziel, jetzt, wo sich vor Ort endlich etwas – wieder – sichtlich bewegt, geschafft werden; also so, dass mal erkennbarer als jetzt Häuser, Treppen, Parks, Parkplätze und dergleichen mehr im früheren Grün stehen. Letzteres, das Grün dort, dürfte wohl von den meisten Hauptstädtern nur noch in bitterer Erinnerung (wegen seines Verschwindens) existieren. Viel Beton wird demnach zukünftig ein paar Bäume umgeben, die den Kahlschlag überleben dürfen. Irgendwelche naiven Menschen hatten das Gesamtprojekt am Eleftheria Square einst mit 23 Millionen Euro projektiert.

Ha-Ha!

Zwar hat das Rathaus in Nikosia schon 2014 erkannt, dass das Ding ein finanzielles Monster werden wird und deswegen zwei ‚kleinere‘ Projekte daraus gemacht. Jetzt sind also zwei Firmen installiert, das Mögliche möglich zu machen – das dem Betrachter lange Zeit unmöglich erschien. Eine der Firmen hieß Miltiades Neophytou und eine der jetzigen ist die Lois Builders. Zu erwähnen, dass Streit zwischen Architekten und einer der Firmen (Contractors) ausgebrochen war, ist Schnaps von gestern; oder dass sich das Rathaus bei einer weiteren Ausschreibung des Projekts gehörig verzockt hatte. Anscheinend hat Nikosias Bürgermeister, Konstantinos Yiorkadjis, die involvierten Contractors darauf festgenagelt, gar nicht vorstellbar, wie er das geschafft hat, das DING bis März 2017 fertigzustellen.

Nach dem, was derzeit vor Ort zu sehen ist, müsste dann wohl noch ein GROßES Wunder geschehen, um den Termin im März 2017 zu halten. Ein Rohbau ist auf dem Gelände noch nirgends ersichtlich angefangen, man scheint dafür aber einigermaßen viel Aufwand zu betreiben, das Untergeschoss plus Parkplätzen vorzubereiten.

Dass der Stand der Dinge am Eleftheria-Square von Nikosia eigentlich zu keinem weithin hörbaren Aufschrei der Bevölkerung bislang führte, kann man sich offenbar bestens durch die vielen Rohbauten erklären, die sogenannte „Developers“ in die Landschaft und in Dörfer bauten und gerne bei Bedarf weiterhin bauen, um Wohnsiedlungen für Menschen mit (zu) viel Geld hochzuziehen. Manche dieser Rohbauten sehen der Akropolis in Athen von weitem nicht unähnlich, werden vielleicht auch deshalb seit über 10 Jahren so kahl in der Landschaft antiquiert? Zukünftige Touristikattraktion?!

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Pafos und seine Umgebung sind teils durchaus auch mit solchen Bauten, die auf Antik machen, ‚gesegnet‘. Pafos ist ja eine der beiden Kulturhauptstädte Europas dieses Jahr. Auch in dieser Stadt – davon darf ausgegangen werden, zumal die Bauarbeiten vor knapp 2 Monaten von mir selbst inspiziert – sind bauliche Maßnahmen in Pano-Pafos gewiss noch immer nicht abgeschlossen. Die Sunday Mail titelte am 10. Februar 2017: „Museen sind im Jahr, wo man Kulturhauptstadt ist, geschlossen!“ Welch Skandal! Konkret ist die Rede vom Byzantinischen und dem Archäologischen Museum. Ersteres ist noch immer nicht nach Geroskipou/Pafos umgezogen worden – in eine ehemalige Grundschule. Einen Bus dorthin gibt’s aber bereits von der Touristenmeile am Beach vor der Stadt – immerhin. Zwei weitere Gebäude, die von Bedeutung wären, um Pafos ehrwürdiger zu repräsentieren zum gegebenen Anlass, sind auch noch nicht renoviert, ist zu lesen. Man hat es in Pafos offenbar geschafft, das eine der eben erwähnten beiden Gebäude zu säubern und notdürftig bereitzustellen für den großen Event. Es wird also sogar schon benutzt, um Pafos als Kulturhauptstadt mit zu repräsentieren: von der Shelley Residence ist die Rede. Ihren Namen hat das Gebäude von einem britischen Doktor, der darin 1955 – 1959 lebte. Die alte Sodap Eisfabrik soll bis Ende Jahr ausgeräumt und notdürftig für denselben Zweck bereitgemacht worden sein. Beide Orte werden anscheinend danach – 2018 oder noch später – ENDLICH renoviert werden.

Nun ja, die EU-Fonds wurden ja schließlich bereits ausgezahlt für den großen Anlass. Das Geld ist also im Säckel. Sollen die Besucher von Pafos als Europäische Kulturhauptstadt anstatt ins Museum doch an den Strand gehen oder zum Einkaufen in Pano-Pafos, wo teils noch immer Baugerüste den Weg zum Markt verstellen. Das ist doch eigentlich genug Ersatz für die Museen und Kultur, oder? Museumsbesuche strengen den Kopf und die Augen doch eh zu sehr an. Stimmt’s?

Gut, ich verspreche es: Ende der Häme!

Das Archäologische Museum gehört der orthodoxen Kirche Zyperns. Da drin ist auch die bislang älteste Ikone Zyperns beheimatet, diejenige der Aghia Marina aus dem 07. oder 08. Jahrhundert. Wer bei der peinlichen Verspätung der Bereitstellung der Kulturhauptstadt Zyperns für den Rest der Welt schon an eine der Vorstufen von Korruption denkt oder gar an typischen Schlendrian (was immer das „typischen“ besagen mag), der bekreuzige sich aber besser sofort – 3 Mal und nicht etwa Zeige- und Mittelfinger der anderen Hand hinten auf dem Rücken liegend währenddessen kreuzen!

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Überhaupt sollen zyprische Angestellte und vor allem Beamte, die in Korruptionsfälle verwickelt sind, härter bestraft werden. Das kündigte Justizminister Ionas Nikolaou mal wieder an. Nun, so eine Reform der Polizei-Verordnungen ist gewiss nicht das Dümmste, schon allein wegen der auffällig zunehmenden Verstöße innerhalb der Polizeiorganisation Zyperns – siehe den mehrfachen Mord in Aghia Napa zum Beispiel (der Fall Kalopsidiotis). Eine Kontrollstelle soll eingerichtet werden, meint Herr Minister. Etwas spät kommt ihm und seinen Vorgängern diese Idee schon, oder? Doch besser endlich mal als noch immer nicht! Bis zu 50.000 Euro Strafe sollen demnach einem/r Beamten/in aufgebrummt werden können, wenn er oder sie beim Schummeln und dergleichen erwischt wird. Jemand unter den Beamten, der oder die in Millionenhöhe abgreift, wird sich von dieser relativ niederschwelligen Strafe wahrscheinlich wenig beeindrucken lassen, vor allem auch dann, wenn er oder sie weiterhin im Amt bleiben kann. Letzteres ist so, außerdem, in Zypern geregelt, nämlich, dass ein/e korrupte/r Polizist/in, beispielsweise, nicht um ihren/seinen Posten bangen muss, wenn er oder sie bei einer Straftat erwischt worden ist.

Was sagte der Justizminister Nikolaou bezeichnender Weise noch: „Jene, die in Korruptionsfälle verwickelt sind, richten dem Ansehen [des Landes] nicht so viel Schaden an als vielmehr der polizeilichen Arbeit (Quelle: Cyprus Mail 18. Febr. 2017, Evie Andreou). Man höre und dann, dann staune man!

Die neuen Anordnungen, von denen eben die Rede war, sollen allgemein gültig sein unter und für Polizisten. Das heißt, es darf nicht mehr vorkommen, dass verschiedene Beamte für die gleiche Tat unterschiedliche Strafen ausgesprochen bekommen.

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Werden wir doch etwas konkreter: Rikko Erotokritou, Andreas Kiprisoglu, Panagiotis Neokleous und das Anwaltsbüro Neokleous sind die Angeklagten in einem aufsehenerregenden Prozess – zumindest für zyprische Verhältnisse ist dem so. Am 01. März um 10 Uhr 30, schreibt die Politis am 18. Februar, werden ihre Urteile gesprochen – also morgen. Die Anwälte der Angeklagten geben bereits Auskünfte und sagen, dass keiner ihrer Mandanten ins Gefängnis soll, und zwar jeweils aus unterschiedlichstem Grund. Bei dem einen ist es der Gesundheitszustand, beim nächsten, dass er in einer Art Abhängigkeitsverhältnis zu einem der Angeklagten stand (eine Art Sohn – Vaterverhältnis) usw. Es geht zumindest um 630.000 Euro, die im Rahmen der Untersuchungen der ‚Geschäftchen‘ wegen der „Providencia“ irgendwie versickerten. Dieser Fall hält die zyprische Presse schon seit einigen Jahren in Schwung.

Noch etwas genauer: Rikkos Erotokritou ist der vormalige Stellvertretende General-Staatsanwalt Zyperns. Er ist also nicht nur irgendein Richter oder Anwalt. Und dieser hohen Person hat man zwischenzeitlich schon klargemacht, er habe Schmiergelder eingestrichen, korrupt gehandelt, sein Amt missbraucht und konspirativ sich eingebracht.

Bei was?

Nun, folgendes lief im Jahr 2003 unter anderem in etwa so ab: Erotokritou, behauptet das Gericht, habe 2013 die Strafverfolgung von fünf russischen Staatsbürgern angeordnet, die im Streit mit der zyprischen Neocleous Anwaltsfirma über den Besitz des Multi-Millionen-Trust-Fond namens Providencia Ltd waren – in Russland, wie auch in Zypern. Für diese ‚kleine‘ Gefälligkeit ließ man Erotokritou einen Gerichtsstreit gewinnen, den er seinerzeit gegen die inzwischen (seit 2013) bankrotte zyprische Laiki Bank führte. Die hatte er nämlich darum gebeten, seine eingezogenen, nicht abgesicherten Depots mit Darlehen (des haircut wegen) zu verrechnen, die er wiederum mit dem Kreditgeber herausgenommen hatte (500.000€). Zufällig ist oder war der Anwalt der Laiki Bank auch die Neocleous Anwaltsfirma gewesen, die Anwaltskanzlei ihrerseits gibt an, irgendwie den Gerichtstermin verschlafen zu haben – also den Termin zur Anhörung von Erotokritou. Derart gelang der Anwaltsfirma, das Urteil aufzuheben.

Wir verstehen also, verehrte Leser: Auf diese Weise haben die eben Genannten konspirativ zusammengearbeitet und der gerichtlichen Gerechtigkeit im Jahr 2013 versucht, ein Schnippchen zu schlagen. Denn da die Anwaltsfirma nicht zum Termin erschienen war, profitierte Erotokritou ja entsprechend davon – das Urteil gegen ihn wurde aufgehoben.

Jemand, der beispielsweise mit 10 Gramm Marihuana vor einer hippen Disco Limassols angetroffen wird von der Narkotic-Polizei, säße sehr wahrscheinlich einige Zeit und umgehend im Knast, wenn er nicht gerade Sohn oder Tochter einer ‚guten‘, das heißt reichen und daher angesehenen Familie ist. Und so ist wenig verwunderlich, dass Erotokritou, Kiprizoglou und Neocleous vorerst bis zum 01. März 2017 weiterhin auf freiem Fuße sind. Angeblich haben sie gewisse Auflagen zu befolgen.

Welche?

Immerhin, Erotokritou ist bereits verurteilt gewesen wegen Korruption in der genannten Sache. Somit ist er bereits der höchste Beamte Zyperns, dem solch Missgeschick je passiert ist. Wir werden also sehen, ob die Herren Angeklagten am 01. März in den Knast gehen oder nicht. Das Bauchgefühl sagt einem irgendwie: Kiprizoglou könnte vielleicht der einzige sein, der absitzen geht, denn er scheint einem irgendwie prädestiniert als Sündenbock, weil er eventuell der ‚Schwächste‘ unter den Angeklagten ist. Wir werden es abwarten müssen; und man kann sich ja auch täuschen in seinen Einschätzungen, gell?

Jedenfalls meinte der Verteidiger von Erotokritou bei Gericht vor ein paar Monaten: „Vor Ihnen steht ein finanziell ruinierter Mann, der nie wieder im Stande sein wird, juristisch zu arbeiten. Seine Karriere hat wegen finanzieller Überbelastung geendet.“ Auch habe sein Mandant nicht systematisch Korruption betrieben. Eine einmalige Angelegenheit sei es lediglich gewesen, diese Sache da mit den Russen. „Seine Frau und sein Sohn werden zu Opfern, wenn man ihn inhaftiert!“

Zu erwarten ist am 01. März 2017, was die Cyprus Weekly einen „Marathon-Prozess“ nennt. Ach ja, und des Weiteren sagte Erotokritous Anwalt noch: Eine Freiheitsstrafe ist gefährlich wegen der Arbeit, die sein Mandant betrieben habe (Staatsanwalt). Solche Argumente geben wir von der Presse gern weiter. Sie beleuchten und durchleuchten den HOHEN Stand der Dinge – zuweilen auch recht sarkastisch.

***

Was verkündete Präsident Anastasiadis, der sich in einer psychiatrischen Klinik medienwirksam ableuchten ließ vor ein paar Tagen, wo kein Wasser derzeit fließt: „Wir bauen eine neue Klinik!“ Hört sich gut an, bringt den ‚Insassen‘ aber im Moment schrecklich wenig. Und so könnte wohl die folgende Spekulation nicht ganz fehlgehen, nämlich, dass der Präsident noch einen weiteren Konflikt löst, und zwar den um Erotokritou und seine kriminellen Kumpanen, wo man den Präsidenten der Republik womöglich sagen hören könnte: Wir bauen dem Erotokritou und anderen hochstehenden Persönlichkeiten, die noch folgen könnten, einen Extraknast!

Apropos: Der Streik im Hafen von Limassol ist für einen Monat auf Eis gelegt worden. Nicht der Transportminister konnte es etwa regeln mit den LKW-Fahrern, Gewerkschaften und Kranführern, sondern, man glaubt es kaum, ein Auftritt von dem vermeintlichen Strahlemann Präsident Anastasiadis genügte, und schon war die Sache fürs Erste behoben. Auch was die abgebrochenen Verhandlungen mit den Türkischzyprern angeht, scheint Herr Anastasiadis – endlich wieder – sich auf moralisch höherem Stand als sein türkischer Gegenspieler Akinci fühlen zu dürfen.

Warum?

Letzterer weigerte sich einfach, zum letzten vereinbarten Treffen zwecks Wiedervereinigungsverhandlungen zu gehen. Er weilt anstatt in Pakistan auf einer Konferenz der Islamischen Gemeinschaft und spricht wiederholt davon, dass er sich um Wiedervereinigungsverhandlungszeug erst wieder zu kümmern gedenkt, wenn die Wahl in der Türkei zur Verfassungsänderung vorüber ist. Wirklich pragmatisch dieser Ansatz. Das finden nicht wenige. Der Präsident Nordzyperns, Akinci, soll derart sogar gegen Anordnungen Ankaras gebockbeint haben, Ankara hätte ihn gern an dem Tisch der Wiedervereinigungsverhandlungen sich weiterhin langweilen gesehen. Ja, oft kommt er einem sehr gelangweilt vor, der Herr Akinci. All das Händehalten und -drücken und die selben Fragen und Extravaganzen und das seit Jahren. Ach, manch einer kann ihn gut verstehen.

***

Und natürlich ist im zuvor erwähnten Fall Erotokritou und Co auch irgendwie die Bank of Cyprus nicht außer Acht zu lassen, zumal diese ja die Laiki Bank, sagen wir, schlucken durfte – doch nicht nur deshalb. Der US-Milliardär Wilbur Ross hatte nämlich mit anderen Investoren 2014 dafür gesorgt, dass sich das Kapital der Bank of Cyprus erhöhte – der gute Mensch. Präsident Trump hat ihn ja bekanntlich als „US Secretary of Commerce“ berufen. Nun, auch Ross scheint Kontakte zu dem Russen Viktor Vekselberg zu unterhalten. Und Derartiges hat bekanntlich den einstigen Sicherheitsbeauftragten Trumps, Herrn Michael Flynn, seinen Posten gekostet kürzlich. Noch soll Ross allerdings nicht als einer der Secretary‘s of Commerce bestätigt worden sein. Ross, ein Spezialist darin, Unternehmen zu restrukturieren und billig aufzukaufen, die womöglich bei Null angekommen sind, hat sich also damals der Bank of Cyprus angedient und wurde in deren „board of directors“ aufgenommen. Da saß auch Josef Ackermann, der ja zuvor bei der Deutschen Bank sein Werk vollbracht hatte als oberster Chef. Kann gut sein, dass Herr Ackermann noch zu seinen Verbindungen zum Trump-Imperium befragt werden wird, als er die Deutsche Bank ‚regierte‘. Trump schuldet der Deutschen Bank nämlich an die 3 Milliarden US-Dollars, schreibt Stelios Orphanides in der Cyprus Mail vom 18. Februar 2017. Irgendwie hatte das Trump-Imperium zur Zeit Ackermann bei der Deutschen Bank einige Unpässlichkeiten finanzieller Art, die noch nicht aus der Welt geräumt worden sind– in Völle.

Kurz: Ross hat seinen Posten (Stellvertretender Präsident) bei der Bank of Cyprus aufgegeben, denn dort hat er vermutlich direkt oder über Umwege auch Kontakte mit dem Russen Vekselberg gehabt, was nicht gut für den Karriere-Verlauf derzeit ist. Hierzu schreibt Orphanides: „lediglich eine Stunde“ habe Ross sich mit dem Russen getroffen. Doch keiner weiß bislang, was die Herren miteinander besprochen haben. In einer Stunde kann man durchaus einiges besprechen. Nennen wir das Phänomen auch daher Trump-Klüngel. Das trumpsche Geklüngel der Reichen aus dem Westen mit den Reichen aus dem russischen Osten hat sich also nachweislich auf Zypern etwas miteinander verbunden oder zumindest ausgetauscht – und die BRD war wohl auch irgendwie als Zaungast dabei; oder sagen wir, sie dürfte so in etwa über vieles im Bilde sein (siehe Ackermann, Deutsche Bank).

Am Rande: Um kleine und mittelgroße Unternehmen auf Zypern mit Kapital ausstatten zu können, hat die Bank of Cyprus nach der Unterzeichnung neuer Verträge mit der Europäischen Investitionsbank einen Geldbetrag von 134 Millionen Euro zugebilligt bekommen vor ein oder zwei Wochen. Das ist das erste Vertragsabkommen dieser Art im Jahr 2017. Der genannte Betrag wird an verschiedene zyprische Banken verteilt werden. Insgesamt erhielt die Bank of Cyprus jedoch den Zuspruch für 230 Millionen. Viel Geld scheint auch dieser Betrag nicht zu sein.

Die Betragshöhe ist eher atypisch für zyprische Verhältnisse (was auch immer das „atypisch“ bedeutet).

***

Jetzt haben Sie noch immer nichts zum „Allgemeinen Gesundheitsplan“ auf Zypern gehört, den „GESI“. Nun: Nichts bewegt sich dort wirklich. Viel Hin- und Herrücken von Positionen. Keine wahren Entscheide. Alles offen, wie gehabt, um die Vorgänge im GESI sehr grob zu umschreiben. Die Unsicherheit in Krankenhausverwaltungen auf Zypern bleibt also bestehen vorerst, keine wirkliche Planungssicherheiten etc.

Zu 444 Millionen Euro wird ein Strom-Kabel verlegt, welches unter anderem von Israel über Zypern nach Griechenland reichen wird, von wo es dann weiter nach Nordeuropa gehen wird. Das Projekt läuft unter dem Namen „EuroAsia Interconnector!“ Zahlen wird Brüssel dafür. Die BRD ist mit 40 Millionen beteiligt. Das Verlegen des Kabels von Israel bis nach Griechenland wird mit 14.5 Euro veranschlagt (siehe Connecting Europe Facility).

Das Profil von zyprischen – und wohl auch woanders beheimateten – Nerds soll angehoben und wahrscheinlich auch irgendwie abgeschöpft werden. Immerhin wurde die GeekOtopos von der Stelios Foundation 2016 ausgezeichnet als ein gutes, bikommunales Projekt etc. Mehr dazu: www.geekotopos.org

Recht lesenswert ist ein kurzer, aber auskunftsstarker Artikel von Rainer Hermann in der Frankfurter Allgemeinen zum Treiben in der Türkei. Er heißt: „Die Etappen einer Kaltstellung.“ Lesenswert, auch vor dem Hintergrund, dass endlich mal jemand die Klappe aufgemacht hat wegen Erdogans Treiben. Der junge Außenminister Österreichs musste es mal wieder richten. In Deutschland hatte man ja bereits damit begonnen, den Leuten einzutrichtern, dass von Seiten des Staates gar nichts gegen die frechen Auftritte türkischer Politiker in Deutschland gemacht werden könne. Herr Kurz aus Österreich zeigt, dass man diesen Leuten aus Ankara sehr wohl Einhalt gebieten kann. BRAVO! Wer sich die Rede von Ministerpräsidenten Yildrim in Oberhausen vor kurzem angehört hat, der kann wirklich nicht mehr nachvollziehen, wie so etwas geduldet werden kann und warum?

Dass in der Türkei vermehrt Menschen, die öffentlich bekennen, bei den anstehenden Wahlen mit NEIN zu stimmen, kurz und klein gemacht werden – in allen erdenklichen Weisen -, also mit Terroristen in ein Bett gesteckt werden unter anderem, lässt die Kuscherei der Verantwortlichen in Berlin vor Erdogan und seinen Drohungen schon längst nicht mehr angebracht erscheinen. Auch in der BRD sollte Erdogan demnächst schon klar angesagt werden: Du kannst kommen, aber nur zu offiziellen Gesprächen mit offiziellen Stellen und ohne Abtauchen in eine Sporthalle oder woanders hin, um die Leute mit türkischen und anderen Wurzeln im Kopf noch mal kräftig abzufucken!

Wer Kurden und andere Leidtragende der türkischen Innen- und Außenpolitik radikalisieren will auf deutschem Boden, der lässt den Sultan aus – und wie es scheint auch eventuell nur für – Kasim Pascha/Istanbul nicht in europäischen Großstädten nach Belieben gewähren.

Und dann wäre da noch jemand namens Giannis Politis. Er ist Zypriote und soll Bücher schreiben, soll damit die Zyprer ansprechen. Bekanntlich greifen Zyprer nicht unbedingt zu einem Buch, wenn es nicht gerade sein soll müssen. Und wenn dieser Mensch es schafft, solch Wunderwerk zu schaffen, die Liebe zum Lesen von Büchern, dann sollte man mal direkt was von ihm lesen, was hiermit für Sie im Jahr 2017 getan werden wird. Eine Buchbesprechung wird also schon bald folgen. Der Titel des Buches heißt übersetzt: „Ausgewählte Momente!“ (neolaiacy.com, 26-27.11.2016 (24/7), von Georgias Pappouta – „Talk to me!“) Pappouta konfrontiert uns in ihrem Artikel mit einem Zitat, welches wahrscheinlich aus dem Buch stammt, und das übersetzt heißt: „Wenn das Richtige, wie auch das Falsche, zwei Worten ähneln, die unbekannt sind, ohne Sinn, kommt der Instinkt und rettet alles.“

Die www.24h.com.cy (Mariou Dimitriou) berichtet am 26. November 2016 über Einkind-Familien. Ein Thema, welches ansonsten eher untergeht im Tagespolitischen Zyperns. Anscheinend scheinen die Betroffenen praktisch keine staatliche Hilfe in Anspruch nehmen zu können auf Zypern. Es gibt allerdings eine Organisation, die sich „Panzyprischer Verbund von Einkind-Familien und Freunde“ nennt. Die Vorsitzende heißt Argentoula Ioannou. Als einzige staatliche, finanzielle Quelle erhalten die Betroffenen E.E.E. (eine Art Mindesteinkommen für Schwangere). Wir sprechen von einem Betrag, der zwischen 140 und 240 Euro zu liegen scheint und der anscheinend auch nach einer Schwangerschaft weiterhin ausbezahlt wird. Die erwähnte Organisation leistet Hilfe auf allen erdenklichen Ebenen – auch finanziell. Eine Politik von Seiten der Regierung betreffend der Lage von Einkind-Familien ist nach den Darstellungen Ioannous nicht sichtbar in Zypern. Der Anspruch auf das Geld vom Staat erlischt, wenn der Partner oder Ehegatte mit jemand anders zusammenlebt oder sich scheiden lässt. Auch hat der Ex danach keinerlei gesetzlich geregelte Verpflichtung, sich um sein Kind kümmern zu müssen, schreibt Dimitriou. NICHTS. Lug oder Trug?

 

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Dem Dschungel namens Berlin entronnen. Genauer gesagt: dem des Stadtteils Neukölln. Airbnb hat den Berlin-Aufenthalt mit Bravur gleich anfangs eingefärbt: Zwei Katzen, die miauen, wenn man im gemieteten Zimmer im Tiefschlaf liegt.

Die armen Katzen.

So allein wie Kriegskinder.

So gelangweilt.

Marschierten die Räumlichkeit der Einzimmer-Wohnung ab wie zwei geschlagene Krieger.

Neukölln zeigte sich, was das Wetter anging, durchaus von seiner besten Seite. Leute traf ich, die traf ich gar nicht. Die sah ich nur von Weitem. Mal die beiden Frauen beim Inder unweit von Conrad an der Hasenheide, mal die Andere in der Schönstedtstraße, mal einen mir längst vermisst Gegangenen in einem arabischen Imbiss an der Theke.

Die Hasenheide wird noch immer, unter anderem, von Banden aus Schwarzafrika eingenommen. Gern im vermeintlichen Schutz des wenig üppigen Grün, glauben die, sich dem Feind entziehen zu können – der Drogenpolizei. Sie, der Feind aller Mütter und Väter, wahrscheinlich aller, dominieren das Geschehen im, um und am Park. Ihre Waffe: Marihuana – und wer weiß, welch anderes Zeug sie noch anzubieten haben. Das Übliche also. Doch es gibt, selbstverständlich, auch welche, die einfach im Park mit Freunden sitzen.

Doch, doch! 12 Tage im größten Dorf der Republik, welches aus vielen dörflichen Gemeinschaften bestehen muss, ist schon eine Parade der besonderen Art. Nein wirklich. Weil in Neukölln und Teilen Kreuzbergs so entlang marschierend – Kottbusser Damm, Sonnenallee, Boddinstr., Weisestr., Urbanstr., ja sogar Mainzer, Graefe oder Reuter – erkennt der aufmerksame Betrachter eventuell schnell: die Menschen sind vor irgendetwas gewappnet, womöglich sind sie gar bewaffnet, doch gewiss ist, sie sind mit sich und ihrem „Ding“ vollauf beschäftigt. Mir dem Eingereisten, der in dieser Stadt mal jahrzehntelang lebte, scheinen viele auf Remote-Control gestellt. Wie menschliche Drohnen.

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Anstatt Drohnen wurden bei der Militärparade zum 01. Oktober 2016 in Nikosia Hubschrauber über die Menge gejagt. Mindestens fünf Mal kam es vor, dass die über unsere Köpfe in vielleicht weniger als 20 Metern Höhe flogen. Es war gewiss recht unterhaltsam für die meisten Zuschauer dieses Spektakels, hie und da sogar einen Mann links sowie auch rechts draußen an einem der Hubschrauber angebunden stehen zu sehen. Wie im Zirkus.

Krieg muss wohl doch ziemlich bunt und aufregend sein?!

Die Musik ist jedenfalls flott gewesen. Die Musikkapelle einwandfrei. Da gibt’s nichts! Umgeben von 4 Polizisten, die etwas unauffällig in meiner Nähe sich platziert haben, war mir durchaus dennoch nach Tanzen oder Marschieren. Konnte mich einfach nicht entscheiden und so schoss ich halt Bilder. Einer muss doch schließlich schießen bei den paar Panzern, die vorbei defilierten als sei … . Ja, genau, als sei Sonntag. Und wissen Sie was? Es ist am 01. Oktober in Zypern stets Sonntag. Genauer: Tag der Unabhängigkeit ist, und der hat uns bei Mc Donalds links dahinter die Athalassa Straße abbiegen lassen. Anfangs war wirklich zu befürchten, dass mit dem Toyota Cami-Modell, in welchem ich vorfuhr, womöglich an der Militärparade teilgenommen werden muss. Die Polizisten an den jeweiligen Kreuzungen stehend winkten mich nämlich den ganzen Parcours, den die Militärparade zurücklegen wird, durch – schon fast bis vor die Panzer. Doch dann galt es glücklicherweise kurz nach der Haupttribüne doch noch nach links abzubiegen.

Die Kamera und das Aufnahmegerät wurden sorgfältig kontrolliert und dann mit einer Plakette versehen, die bestätigt, dass die Geräte durchgecheckt worden sind. Danach blieb dann nichts Weiter übrig, nachdem ich mich auf meinem mir zugewiesenen Platz hingesetzt hatte, als den Diplomaten auf der anderen Seite der Straße zuzusehen, die aus ihren Limousinen stiegen, um dann meist zügig in erwähnter Haupttribüne zu verschwinden.

Und wirklich schöne Uniformen gab es zu sehen. Nicht nur ich bin begeistert gewesen. Die Musik hat dazu wirklich bestens gepasst; auch, dass ich meine Kamera überallhin richten durfte. Und ich hab wahrhaft um mich geschossen damit.

Ehrlich gesagt, das Marschieren der Soldaten, Feuerwehrleute und anderer war mir oft nicht steif und zackig genug. Die Beine hätten ruhig etwas höher zuweilen geschlagen werden können – vor allen von den Herren, die ihre Gesichter in den Farben ihrer Tarnanzüge bemalt hatten. Eine kleine Darbietung der Kampfkünste solcher Leute ist mir noch aus Basel/Schweiz in Erinnerung. Die gab es zu sehen beim Basel-Tatoo. Erstklassiges Spektakel, das die Japaner und Finnen dort aufzeigten. Also, die Basel-Tatoo ist auch so eine Art Militärparade, für die, die noch nicht davon gehört haben.

Das darf man doch noch erwarten, so ein bisschen Show-Einlage in Zeiten der Krisen und Kriege?

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Dass die Rede des Präsidenten der Republik Zypern, Herrn Anastasiadis‘, hörbar übertragen wird an solch einem Ort zu solch einem Anlass, das finde nicht nur ich – wie zu hören war unter ausländischen Diplomaten im Gespräch unter sich -, dass so etwas doch wohl noch erwartet werden kann.

Da sitzt dieser Mensch am Mischpult für die Tonanlage keine 20 Meter vom Mikrofon entfernt, in welches der Präsident spricht, und kann es nicht bewerkstelligen, dass die präsidiale Stimme hörbar durch die Lautsprecher schallt.

Sabotage?

Eine Kriegserklärung?

Einfach nur Schlamperei?

Der griechische Verteidigungsminister, der unmittelbar nach Präsident Anastasiadis seine ebenfalls kurz gefasste Rede hielt, war auch nicht zu verstehen. Insofern ist es schon verwunderlich, wie und woher das Press and Information Office von Zypern zum Redeinhalt des Präsidenten kam.

OK, da war eine Journalistin zu sehen, die keinen Meter vom Präsidenten entfernt angestrengt ein Mikrofon in seine Richtung hielt – schon fast vor ihm kniend. Ich war knapp 7 oder 8 Meter von ihm entfernt und das Ergebnis meiner Aufzeichnungen ist wahrscheinlich in etwa kohärent zum Phänomen Krieg.

Denn Kriege bleiben letztlich unverständlich, eventuell so unverständlich wie das Abfeiern eines Festtages zur Unabhängigkeit eines Landes in Form einer Militärparade, zu der das diplomatische Corps geladen wird, welches noch nicht Mal den Oberbefehlshaber eines Landes verständlich vernehmen kann, der Präsident Anastasiadis meines Wissens ist, weil dieser mangels technischem Verständnis, wenn das denn der Grund war, übertragen wird.

Ein Skandal!

Apropos:

Ansonsten ist bei Veranstaltungen in Zypern die Lautstärke zu oft zu laut eingestellt.

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Präsident Anastasiadis trifft sie gerade alle.

Endlich angekommen in der Welt der politisch Großen?

Gewiss! Gewiss!

Sogar mit Palästina will er sich jetzt ins Benehmen setzen, und zwar wegen der viel gepriesenen Brückenfunktion, die zwischen Europa, Asien und Afrika unbestreitbar einzunehmen ist für die Republik Zypern. Mit Jordanien trifft man sich sowieso, unterzeichnet kräftig Abkommen und mancher Leser könnte sich wundern wegen so viel Engagement mit Amman, wo Jordanien ja nicht unbedingt am Mittelmeer liegt. Gleiches gilt in etwa auch für Ägyptens Führung, welche den EU-Rechtsnormen nun wirklich nicht entspricht. Fehlt eigentlich nur noch, dass die Türkei ins Boot zyprischer Diplomatie kommt – Israel, Griechenland und Libanon sind sowieso schon diplomatisch versorgt in der Region mit dem Notwendigsten aus Sicht Nikosias; ja, sogar Nordzypern selbst und womöglich auch kurdische Verbände und Organisationen wären da durchaus noch dazu zu zählen, vielleicht sogar der ‘gute’, ‘nette’ Herr Assad? Letztere Verhandlungspartner sollen möglichst nicht in die Medien, also weg mit angeblichem Syrien- und Kurden-Kontakt der zyprischen Diplomatie?

Die Kurden könnten auf Zypern womöglich mit ihren Forderungen nach einem freien Kurdistan stillhalten, bis Ende 2016 die Wiedervereinigung auf Zypern ausbricht. Nach Berichten der deutschen Tagezeitung Welt sollen Öcalan-nahe Organisationen der Kurden ja sogar in Berlin–Reinickendorf neuerdings ein Büro eröffnet haben. Der ‘Botschafter’ darin ist Herr Sipan Ibrahim.

Dass die Kurden noch immer nicht miteinander können, also diejenigen aus Syrien und dem Irak, wie Herr Ibrahim dem Journalisten der Welt erzählt haben muss, bezeichnen nicht wenige als typisch. Dass Herr Ibrahim nicht all zu diplomatisch geschult oder beschlagen zu sein scheint, zeigt folgendes: Zuerst leugnet er, dass ein kurdisches Staatsgebilde in Rojava entstehen soll und dann erzählt er im Verlauf des Interviews, dass es schon schön wär, so ein eigener kurdischer Staat mit Flagge, einer nationalen Fluglinie etc.

Typisch.

Gewiss sind auf Zypern vermehrt Politiker anzutreffen, die finden, die kurdische Botschaft in Berlin gehörte eigentlich nach Nikosia oder zumindest nach Limassol verlegt. Bei so viel diplomatischem Engagement der Zyprer in der unmittelbaren Region fragt man sich wirklich, was Herr Siban Ibrahim davon halten würde. Die Kurden, wird gemunkelt, hätten prinzipiell und seit Jahrhunderten ein Problem, welches da ist: Letztendlich, und egal wie bescheiden und moderat sie auftreten mögen, schaffen sie es irgendwie nie – unter sich -, sich mit dem Spatzen in der Hand zufrieden zu geben! Den Zyprern könnte eine Einigung des Landes da doch schon eher gelingen, wenn … .

Allerdings spricht der Türkischzyprer Akinci, Präsident von Nordzypern, bereits ohne Rot im Gesicht zu werden davon, dass ein wieder-vereintes Zypern Ende 2016 dann wohl doch in den Frühling 2017 verschoben werden wird.

Vielen erscheint diese zeitliche Verlegung dieses Events, oder wie dazu gesagt werden darf, durchaus nachvollziehbar; und man stellt sich daher wahrscheinlich besser weiterhin auf St. Nimmerleinstag ein, der ja immer im Frühjahr sein soll.

Der Zusammenschluss britisch-türkischer Zyprer hat den folgenden offenen Brief an Präsident Akinci geschrieben:

Lieber Präsident Akinci!

Der Zusammenschluss britisch-türkischer Zyprer unterstützt die von der UN unterstützen Verhandlungen und deren Ziel, eine Lösung zu finden, die lebensfähig sein wird für Zypern. Doch im Licht der derzeit gegebenen Zerrissenheit bei den Verhandlungsgesprächen haben wir einige wirkliche Bedenken, die als Bedrohung des Friedens und der Prosperität der Türkischzyprer gesehen wird – und daher Zweifel am Bestand irgendwelcher getroffener Vereinbarungen, danach, aufwirft.

Vor dem Hintergrund, dass die Türkischzyprer letztlich ihren Entscheid an der Wahlurne abgeben werden, am Tag des Referendums nämlich, lässt unsere Abwesenheit und zu vermissende Repräsentation während der Gespräche diese als komplett undemokratischen und unfairen Prozess ausmachen. Den Türkischzypren war 2004 wenig Zeit gegeben worden, den Annan Plan zu absorbieren. Ebenso diesmal. Unsere Leute wurden und sind nie Teil einer verlässlichen Information, oder Teilnehmer bei einer Entscheidung gewesen, die ihre Zukunft angeht und ihre Sicherheit. Daher können sie sich nur jenen Politikern anschließen, über welche Sie sich kürzlich beschwerten, [Herr Akinci], diejenigen [nämlich], die ein NEIN wegen der Intransparenz des Verhandlungsprozess’ und der Unsicherheit formulieren – diese [Art Anschluss] auch wegen der widersprüchlichen Medienberichte der Griechischzyprer, [welche die von Ihnen an uns gegebenen, spärlichen Informationen nicht widerspiegeln].

Was die letzte Volkszählung angeht, beträgt die Anzahl von Turkischzyprern in Nordzypern 286,257 Personen. Es wurde allerdings verkündet, es seien 220,000, die die Obergrenze für ein Recht aufs Bürgerrecht hätten sowie an Wahlen teilzunehmen. Diese Angelegenheit stattet den Anfang einer vollzogenen Vereinigung mit Limits aus, welche die Entwicklung und Zukunft der Türkischzyprer beschneiden. Außerdem ist nicht verständlich genug dargelegt, wer denn nun bitte sehr das ‘Glück’ erhält, ein Bürgerrecht zu erhalten und wer sich erneut darum zu bemühen hätte. Letztere werden unter den gesetzten Limits voraussichtlich einen demoralisierenden Kampf aufzunehmen haben. Und wir betrachten diese Angelegenheit als ziemlich feindlich von Seiten der griechischzyprischen Administration, die über unser Erbe und Recht an Teilhabe entscheidet.

Wen schlagen Sie denn vor, den oder die es von Wahlen und Bürgerrecht auszuschließen gilt?

Wie können Sie [es wagen], ihre eigenen Leute vom Rückkehrrecht zu beschneiden, um in ihrem eigenen Land zu investieren?

Nun, schließen Sie die türkisch-zyprische Diaspora etwa ganz bewusst aus, die wahrhaft ein wirkliches Interesse am Verlauf des ganzen Verhandlungsprozess hat?

Wir haben zwei Pässe und haben Eigentum in Nordzypern. Wir versehen weiterhin unseren Militärdienst und zahlen Steuern in Nordzypern.

Ist das fair?

Wir verlangen, dass die Griechischzyprer denselben Prinzipien folgen!

Haben Sie das Vermögen der religiösen Stiftungen (Evkaf), welches von Griechischzyprern, während der Herrschaft der Briten auf Zypern, illegal angeeignet wurde, auch diskutiert am Verhandlungstisch sitzend oder wird dieses Vermögen einfach so an die Griechischzyprer übergeben werden?

Der klar größte Sorgenpunkt der Türkischzyprer geht das Eigentum an, in dem sie selbst leben oder wohnen. Im Gegensatz zum Annanplan, ist es jetzt so, dass unsere Leute mit eigentumsrechlichen Klagen der Griechischzyprer rechnen müssen, wenn sie mit Ja stimmen. Letzteres würde die Wirtschaft Nordzyperns zu einem Halt bringen und ein nahezu endloses Prozessieren vor Gericht folgen lassen. Wenn dieses Szenario aufs Trapez kommt, wer wird dann die “Kompensation” für diese Rechtsansprüche finanzieren?

Das alles wird zweifellos zivilen Unmut entfachen und ökonomische Verluste nach sich ziehen.

Und dann: Wurden die Verluste der Türkischzyprer, während der Periode 1963 – 1974, die erlitten wurden, beziffert und erwähnt am Verhandlungstisch?

Wird es eine permanente Ausnahmeregelung vom EU-Gesetz geben, um die Kontinuität der Bi-Zonalität [des neuen Staatsgebildes] zu konsolidieren und zu bestätigen?

Vor dem Hintergrund der Unsicherheit des EU-Status, wegen dem Brexit, können Sie da auch nur den Verzicht auf den Anspruch der Türkei eine Garantiemacht zu sein ansprechen?

Des Weiteren: Die Zunahme des Nationalismus unter den Griechischzyprern und das global entstandene Anti-Muslim-Sentiment werden unsere Leute völlig ungeschützt lassen und isoliert.

Wir brauchen eine Vereinbarung, die Stabilität und den Türkischzyprern eine Zukunft bietet. Wir müssen fühlen, dass ein Ja oder Nein, welches in letzter Minute für einen Deal abgegeben werden soll, an dem wir gar nicht eingebunden sind, kein Teil eines stabilen Systems sein kann. Und so etwas gehört den Leuten aber – eigentlich – angeboten!”

Das schreibt Ersu Ekrem in der LGC online.

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Für all diejenigen, denen es was sagt oder gar bedeutet: Der wenig umweltfreundliche Freizeitpark in Rust am Rhein, dessen Vergrößerung noch aussteht, weil unbedingt noch eine monströs große Badelandschaft irgendwie angeschlossen werden soll als weitere Megaattraktion, soll der Welt “bester” Freizeitpark sein. Diesen Titel hat man – wer auch immer – diesem, wie gesagt, wenig umweltfreundlichen Projekt namens Europa Park Rust verpasst.

Russland und die USA scheinen den Kurden, vordringlich dieser Volksgruppe, auch etwas Zeit des Leidens verpasst zu haben und Baschar al Assad – dem Schlächter von Damaskus – eine Ruhepause. Letzterer strahlt gewiss über beide Arschbacken darüber, ich vermute so, wie auch sein wahrscheinlich zukünftiger Wieder-Freund, Receb Tayyip Erdogan, der Dorfislamist vom Bosporus.

Und wie jetzt bloß thematisch den Sprung nach Zypern erwischen?

Vielleicht über die Erwähnung, dass in Kandern bei Basel letztes Wochenende auf dem sogenannten Budenfest man sich mühen musste, wird geschrieben, einen Sitzplatz zu ergattern. So viel Andrang war da, wahrscheinlich, um sich von den Sorgen und Nöten in der Welt und im Alltag abzulenken.

Klar, nicht nur, aber dann halt doch auch!

Die Badische Zeitung tönt, es war ein großes, tolles Fest. Alle Stände verzeichneten einen guten Umsatz – allseitige Zufriedenheit!?

Marios Adamou tönte in der griechischsprachigen Antinews-Zeitung bereits groß, der türkischzyprische Präsident Akinci und der griechischzyprische Präsident Anastasiadis hätten sich in der Frage geeinigt, wie das vereinte Zypern denn regiert werden würde, käme es zustande. Liest man dann allerdings den Artikel mit der reißerischen Überschrift “Neue Übereinstimmungen in Sachen Regierungsform” weiter, ist zu erkennen, dass sich wenig bis gar nichts bewegt haben dürfte.

Es hätte alle Beteiligten wohl auch sehr verwundert, wenn da was Wesentliches gelaufen wäre zwischen Akinci und Anastasiadis. Akinci, schreibt Adamou, habe zum Ausdruck gebracht, “dass die Türkischzyprioten von den Griechischzyprern erwarten, den Verhandlungsprozess in realistischen und logischen Grenzen zu führen.” Adamou zitiert Akinci, nach dem er ausgeführt hat, dass Akinci auf die “4 Freiheiten” verwiesen habe: “Zum Beispiel die Freiheit”, sagt Akinci, “auf dem Markt; und die beim Verkauf von Immobilien, die fallen darunter und es gilt, dieselben entsprechend anzupassen. Ebenso ist das auch der Fall für andere Freiheiten. Es geht nicht an, dass es Beseitigungen von Rechten gibt, massenhaft Verbote; sondern Gerechtigkeit bei den Anpassungen hat zu herrschen. Und das ist uns wichtig! Unsere Empfehlung ist, es bleibt besser bei einem Staat mit zwei Gemeinschaften und Staatsgebieten. Das Letztere soll keinesfalls unter den Tisch fallen.”

Akinci glaubt indes noch an einen positiven Ausgang der Verhandlungen, schreibt Adamou.

In einer weiteren griechischzyprischen Tageszeitung, der Politis, ebenfalls von letztem Sonntag, wird die zuvor geschilderte Angelegenheit noch etwas klarer gestellt für den Leser. Akinci habe nämlich gegenüber der türkischzyprischen Presse gesagt: “Ich kann sagen, dass sich ein kleiner Fortschritt (in den Verhandlungen mit den Griechischzyprern) aufzeigt. Neue Übereinstimmungen zeichnen sich ab.” Des Weiteren: “Das wirkliche Ziel an jenem Tag war, einen Text zu verfassen, den wir so dann mit der (jeweiligen) Öffentlichkeit teilen.”

Na toll! So ähnlich dürften Sie darauf eventuell regieren, verehrte Leser. Glückwunsch! Manche unter Ihnen mögen denken: Das hätten Die auch billiger haben können, zumal zu befürchten ist, dass das, was da verlesen wird, eh schon 1000 und 1 Mal in den Zeitungen und Fernsehbeiträgen der Insulaner zu hören und zu lesen war.

Jedenfalls zitiert die Politis von letztem Sonntag an anderer Stelle erneut Akinci, der auf die Frage nach Neuerungen in Sachen Übereinstimmung, zu denen es gekommen sein soll in puncto Regierungsform, folgendermaßen Antwort gab: “Für uns ist es ein unverbrüchlicher Teil unserer Politik, (so auch) unserer Gleichheit. Es gab heute keine irgendwie geartete Übereinkunft bei diesem Thema!”

Eine wirklich interessante Frage, welche die Politis im Gespräch mit Akinci aufwirft, ist indes die nach der Umstellung auf Winterzeit. Bekanntlich wird die Türkei dieses Jahr die Zeitumstellung nicht mitmachen. Der kleine Bruder namens Nordzypern wäre dann doch wohl aufgefordert, dem großen Bruder unzweideutig zu folgen, der ihn schließlich nährt und anerkennt? Akinci antwortete aber, dass mit Blick auf den Wiedervereinigungsprozess, der ja unterwegs sei mit den Griechischzyprern, es ausgeschlossen ist, die Umstellung nicht mitzuvollziehen wie der Rest Westeuropas. Schließlich sei Zypern auch in einer anderen Gegend gelegen als die Türkei, es sei etwas Eigenes.

Mal sehen, wie lange Herr Akinci daran festhalten wird. In der Türkei laufen inzwischen Ermittlungen gegen den einstigen Präsidenten der Türkischen Republik, Gül, und den letzten türkischen Ministerpräsidenten, Davutoglu. Verseht sich, dass Letzteres noch nicht offizielle Lesart in Ankara ist. Doch, da enge Mitarbeiter der beiden erwähnten türkischen Politiker bereits ‘eingesackt’ wurden und werden vom Regime, und die Gerüchteküche auch munkelt, dass Akinci auf dem Radar erdoganscher Säuberungen stehen soll, ist da vielleicht doch mehr als ein Funke Wahrheit dran, nämlich, dass in Bezug auf Akinci, sich seine Meinung bezüglich der Winterzeit doch noch umformen lassen könnte – ferngesteuert aus Ankara und mit, sozusagen, fethulla-gülschem Druck, den Erdogan & Co dann vielleicht ausgeübt haben könnten. Wir werden uns überraschen lassen dürfen. Es soll ja so manchem Politiker gelingen, von einer Haltung zu einer komplett entgegengesetzten zu gelangen – in Sekunden zuweilen!

Zuletzt: Dass die EU scheinbar (mal wieder) vorhat, zuzusehen, wie in den nächsten paar Monaten Kurden in der Türkei – überwiegend schuldlos – getötet werden, ist dieses Zu- oder Wegsehen wohl auch wegen ihrer betriebenen Politik im Jemen, Palästina, Irak, Afghanistan, Libyen etc. inzwischen wirklich und somit mit Schrecken als symptomatisch zu bezeichnen.

Gestern am 11. September müsste nach mindestens 15 Jahren politischen Versagens – nahezu – hoffentlich mal jemand klar geworden sein in Brüssel, dass sich sooo verhaltend, die nächste Generation Freiheitskämpfer, die andere Leute Terroristen nennen, geradezu und zwangsläufig hochgezogen wird.

Und was wär eigentlich, wenn irgendjemand demnächst erforscht haben will, dass der zunehmende Rechtsradikalismus in Europa nicht mit den Flüchtlingen allein zu tun hat, sondern vor allem darauf fußt, dass – wie gerade wieder in Syrien seit gestern – vorrangig jene Politiken betrieben werden, die auffällig viel (kriegerischen) Materialverbrauch haben und nahe an gewissen Ressourcen gelegen so stattfinden?

Die Umweltministerin Deutschlands, die neuerdings und endlich hörbar fordert, dass ihr Ressort in den ‘großen’ Entscheidungen, die gefällt werden in Berlin, mit einbezogen wird – gern federführend, finde ich -, gehört in ihrem Unterfangen unbedingt unterstützt!

Irgendjemand muss den Raubbau an Menschen, Flora und Fauna in verträglichere Bahnen lenken! Der Freie Markt wird es jedenfalls nicht tun. Und frei ist dieser Markt sowieso nicht. Er ist das langweiligste Gebilde überhaupt: vertikal. Also unten arbeitet nach oben und oben teilt nach unten, nach belieben bestens, wie es zunehmend den Anschein hat, aus!

Europa Parks und Budenfeste sind manchem in der derzeitig verzwickten, weltpolitischen Lage der I-Punkt der Dekadenz! Wie jemand zuvor am Nebentisch reklamierte, der aus Kroatien stammt, und sagte: “Die Leute hier, die saufen sich zu bis oben hin am Budenfest. Man kann sich gar nicht durch die Menge auf dem Marktplatz wagen, weil andauernd wird man angehalten, ein Bier, ein Gläschen Wein oder sonstwas mitzutrinken. Bei uns in Kroatien, wir tanzen, wir reden, wir lassen uns nicht so ungehemmt volllaufen!”

Auch das Volllaufenlassen an Festtagen dürfte seine Gründe haben, eben wohl auch darin, dass die betriebenen Politiken, irgendwie verarbeitet werden müssen, dass die Menschen spüren und erkennen, dass sie als Deutsche – zumindest in Europa, Afrika und Asien – längst nicht mehr so gern gesehen werden; und das alles zu einem Preis, der vermehrt schlechte Arbeitsverhältnisse und Löhne etc. für sie bedeutet.

Schon blöd, wenn (vermeintliche) ‚Größe‘ erreicht und gehalten wird, indem man an sich selbst nagt – zunehmend!

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Am 25. Juni 2016, einigermaßen pünktlich und bevor der Präsident der Republik Zypern nach Brüssel fliegen wird, wird Anastasiadis das Fundament des Deutschen Onkologischen Zentrums in Aghios Athanasios/Lemesos legen.

All diejenigen, die sich gerade in der deutschen Stadt Münster aufhalten und sich für Themen, die mit Zypern zu tun haben interessieren, sind geradezu dazu aufgefordert, das dortige Museum zu besuchen.

Bereits am 17. Juni war eine Ausstellung namens „Zypern – drei Ausschnitte“ eröffnet worden, die das 20-jährige Bestehen des Instituts Interdisziplinärer Studien zu Zypern der Universität von Münster zeigt. Das Institut ist eine Art Joint Venture zwischen dem Zyprischen Erziehungs- und Kulturministerium und der Universität Münster. Versteht sich, dass das Institut das Thema Zypern vor allem wissenschaftlich bearbeitet. Doch auch wissenschaftliche Zusammenarbeit wird durch dieses Institut befördert, also der Wissenschaft zwischen Zypern und der BRD.

Folgende Namen von Seiten der Universität Münster sind hauptsächlich involviert und verantwortlich bei der Ausstellung: Professor Dieter Salzmann, der Museumsdirektor, Professor Peter Funke, der Institutsdirektor, Dr Marianne Ravenstein, Stellvertretende Rektorin der Universität Münster und Frau Marianna Charalambous, Konsulin der Zyprischen Botschaft in Berlin.

Die Ausstellung führt die Managing Direktorin des Instituts durch, Frau Dr Sabine Rogge, und zwar in naher Zusammenarbeit mit dem Kurator des Archäologischen Museums der Universität von Münster, Dr Helge Nieswandt und seinem Team.

Großzügigen finanziellen Zuspruch oder Zuwendung erhielten die Veranstalter vom Föderalen Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Rektorat der Universität Münster.

Die Kultur Fundation der Bank Zyperns in Nikosia (Cultural Foundation) reichte 50 groß-flächige schwarz-weiß Fotos ein, die die Sektion 2 der Ausstellung ausgestalten. Die Bank kam großzügiger Weise auch für die Transportkosten auf.

Die Fotos, geschossen von verschiedenen Fotografen, zeigen Städte, Dörfer, Landschaften und Menschen Zyperns um das Jahr 1900. Die Originale dieser Fotos werden allerdings vom Nationalen Historischen Museum in Athen besessen, welches aber so frei war und ist, digitale Kopien bereitzustellen, um das Ganze medialer gestalten zu können.

Die Ausstellung wird vom 17. Juni bis zum 21 August 2016 geöffnet sein und das von Dienstags bis Sonntags jeweils von 14 Uhr bis 16 Uhr.

Zum Austritt der Briten aus der EU ließ der zyprische Regierungssprechen schon mal verlautbaren, dass die Republik Zypern mit dem Vereinigten Königreich gute Beziehungen habe und weiterhin haben wird, und man ja zudem auch im noch immer seit Langem bestehenden Commonwealth an einem Strang ziehe.

In einer Diskussionsrunde von Journalisten und anderen war gestern auf dem zyprischen Fernsehsender RIK1 bereits zu vernehmen – unter anderem -, dass einer der Vorteile des BREXIT für Zypern sein dürfte, dass all die vielen zyprischen Studenten, die zwecks Weiterbildung oder Höherer Bildung ins Königreich abwandern, nun zwei Mal überlegen werden, ob sie das so weiterhin tun werden. Genauer: ihre Eltern werden sich das überlegen, die ja zumeist die Kosten tragen. Denn die Schul- und Universitätsgebühren dürften vermutlich noch teurer werden, wurde gesagt, und auch andere, eventuell nicht unwesentliche Dinge, wie beispielsweise die Anerkennung der Diplome etc., könnte dazu verleiten, anstatt sein Heil in Großbritannien – traditionell geradezu – zu suchen, nun doch in Zypern sein Ausbildungs-Glück zu suchen.

Und das ist genau das, wovon die Regierung eh neuerdings lauter denn jemals zuvor zu träumen begonnen hat, noch vor dem BREXIT. Dass Zypern ein Zentrum der Lehre wird in Europa. Die Studenten, die sich zukünftig entscheiden, auf Zypern ihre berufliche Karriere anzutreten, werden dann – so ist die Hoffnung – das marode Bildungssystem entsprechend fordern, auf Reform drängen, Geld liegen lassen und nach praktikableren Lösungen suchen lassen.

Wie hier auf Zypernundmehr-News bereits berichtet wurde vor kurzem, ist der Stand der universitären Ausbildung im Norden der Insel gar nicht so schlecht und erfährt immer größeren Zuspruch weltweit, was die steigende Zahl der Einschreibungen belegt. Wenn das nun auch für den Süden der Insel der Fall sein wird, kann man sich durchaus vorstellen, dass beispielsweise das geplante Sportzentrum in Larnaka gar nicht mehr so abwegig erscheint – im Gegenteil. Dass der Traum vom Gesundheitszentrum Zypern für Europa und den Rest der Welt wirklich werden könnte, wäre zu schon und daher sollte man sich nicht den Wasserhahn selbst abdrehen. Denn erneut ist die Wasserqualität bedenklich schlecht an Stränden, wie dem von Zygi und Maroni beispielsweise. Der Umschwung geschah von einem auf den anderen Tag. Das Zeug, vermutlich Petrol, welches im Wasser oben auf schwimmt, soll aus den Badeanzügen nicht mehr richtig herauszuwaschen sein – auch nicht von Hand auswaschbar sein.

Bedenkt man, dass die neue, chice Marina in Lemesos (Limassol) recht ansprechend geworden ist, viele schöne Restaurants und eine große Flaniermeile, wie gestern gesehen werden konnte, ist es um so mehr schade, wenn wegen dem Ölgeschäft, welches man unbedingt glaubt, forcieren zu müssen, der Tourismus womöglich demnächst – in Folge eines Unfalls beispielsweise beim Verladen des Erdöls – auf der Strecke bleibt.

Die Rechnung, wie hier bereits wiederholt erwähnt wurde, kann nicht aufgehen auf lange Sicht: gleichzeitig nach Öl bohren und umschlagen und in den Tourismus investieren. Bezeichnend ist und war jedenfalls bei erstem eigenen Tauchversuch dieses Jahr am sogenannten Governors Beach und mit Tauchmaske, wie gehabt, dass der Fischbestand, der letztes Jahr noch zu bestaunen war (Fische aller möglichen Farbgebung etc.) erschreckend geschrumpft ist.

Warnung: Die Hitze soll ab heute extrem sein. Es wird davor gewarnt, sich im Freien zu lange aufzuhalten. 42 Grad. Eine Bekannte aus Berlin schrieb, in Neukölln/Berlin habe man gestern 41 Grad gemessen. Das ist wirklich sehr extrem. Hier auf Zypern ist es hingegen seit knapp einer Woche jeden Tag um die 40 Grad heiß. Es gibt also keine großen Temperaturschwankungen wie in Deutschland und der Schweiz etc., was Menschen mit respiratorischen Problemen auf lange Sicht das Leben erleichtern soll.

Die Brände bei Pafos scheinen vorerst unter Kontrolle zu sein. Das heißt: Sie sind gelegt worden. Über 60 Feuerwehrautos waren im Einsatz, auch Helikopter – viele Freiwillige, die, wird immer wieder in der zyprischen Presse geschrieben, vor allem dafür sorgten, dass die Brand-Katastrophe keine riesige Katastrophe wurde. Der Staat und seine Institutionen haben eher versagt, wird allgemein behauptet.

Zuletzt: Erdogan lässt demnächst womöglich ’seine‘ Staatsbürger fragen oder darüber abstimmen, ob sie überhaupt noch wollen, dass sich die Regierenden in Ankara anstrengen, in die EU aufgenommen zu werden. Erdogan findet, der BREXIT zeige, dass ein Volk die Dinge manchmal ganz anders sieht als die Regierenden.

Was sagt uns das bei genauerem Überlegen?

Erdogan, sollte er dieses Referendum wirklich geschehen lassen, könnte wie Cameron in England erfahren müssen, dass das Volk eben gegenteiliger Meinung ist, was im Fall der Türkei heißen dürfte, dass es Pro–EU abstimmt.

Ob die Verhandlungen des Südens mit dem Norden Zyperns ebenfalls einem Referendum zugeführt gehörten, macht, ehrlich gesagt, Sinn. Es scheint besser zu sein, die Leutchen jetzt bereits abstimmen zu lassen, als – wie geplant – dann, wenn die beiden Volksgruppenführer sich geeinigt haben, das Land zu einigen. Denn was ist, wenn beim Referendum das Volk mit OXI (Nein) stimmt? Dann würde sich nur einmal mehr bestätigen, dass das zeitlich lange und geldraubende Verhandeln der beiden Seiten besser gleich unterlassen worden wäre; oder man besser einen anderen Weg zueinander hätte auffinden müssen.

Zypern sollte diesen Schritt wagen, das heißt, das ausstehende Referendum vorziehen. Dann weiß man eventuell eher, wo man dran ist! Nur: Wer soll das initiieren und dann wie, wann und womöglich auch noch wo? Und welcher Dussel bezahlt das alles, Brüssel?

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Dass die Autoren bei Zypernundmehr-News gern daran glauben, dass es zu einer Wiedervereinigung der beiden Inselteile Zyperns kommt, ist, trotz all der hier vorgebrachten Bedenken im Laufe der Zeit, gewiss bekannt.

Ja, wir mieden es über eine zeitlich lange Strecke hinweg, genauer auf den Verhandlungsprozess des Südens und des Nordens von Zypern einzugehen. Es hatte sich der Eindruck verhärtet gehabt, dass es mal wieder viel Gerede ist, ohne das gewünschte Thema. Manch einer fragt sich nämlich, ob die Trennung der Insel nicht inzwischen zu einer Art Berufszweig verkommen ist, einem Arbeitsgeber.

Kann gut sein, dass sich daran wenig ändern wird, sodass wir nur sporadisch über den Verhandlungsprozess und das ganze Drum-Herum berichten.

Jemand aus einer linken Partei auf Zypern sagte vorgestern in die Kameras des zyprischen Fernsehsenders RIK1, dass in der weiter unten folgenden Ansprache des Präsidenten der Republik, von Herrn Nikos Anastasiadis, in über 60 Minuten überhaupt nichts Neues erwähnt worden sei.

Zypernundmehr-News wird Ihnen diese „Auszüge der Ansprache des Präsidenten der Republik zur Zypernfrage an einer Sondersitzung der Repräsentanten des Hohen Hauses“ übersetzen, die von der Press and Information Office Cyprus am 11. Februar ins Netz gestellt wurde.

Anastasiadis:

Ich werde die Tatsachen präsentieren, wie sie sind. Und ich werde gewisse Gedanken zu den Aussichten und Möglichkeiten dennoch formulieren, auch wenn diese negative Rückwirkungen auf den Zyprischen Hellenismus und auf unser Heimatland haben, und auch wenn diese zu einer einseitigen Lösung oder einem neuen Stillstand führen. Das heutige Briefing sollte nicht als Start einer öffentlichen Unterhandlung unsererseits angesehen werden, oder noch schlimmer, nicht als Grund unnötiger Konfrontationen.“

Die Ansprache ist in 4 Teile gestückelt:

Die Basis für die Lösung der Zypernfrage,

Der Kurs des Dialoges, der geführt wird,

Internationale, europäische und regionale Entwicklungen,

Gedanken zu dem Kurs, der eingeschlagen worden ist.

Die Basis für die Lösung der Zypernfrage

… wir alle müssen ganz ruhig in Betracht ziehen, vor allem im Licht der tagespolitischen Ereignisse, ob es andere Alternativen gibt als die von Präsident Makarios 1977, nämlich, die einstimmige Unterstützung des Nationalen Rates mit dem ersten High-Level-Abkommen, welches die biregional–bikommunale Föderation als Basis der Lösung unseres nationalen Problems determiniert.

Ich weigere mich, zu akzeptieren, dass die Basis zu einer Lösung zu einem rassistischen Regime führt, dass es zur Auflösung der Republik Zypern führt, dass es die Besetzung zum fait comply macht, dass die Republik Zypern dadurch herabgesetzt wird und dass das illegitime Regime aufgewertet wird – ein Regime, dass von niemand außer der Türkei anerkannt wird -, dass es vermutlich eine konföderale Lösung ist, die nicht mit der europäischen Acquis, den Prinzipien und Werten der EU konform läuft und dass es wird die Menschenrechte nicht schützen wird.

Und ebenfalls weigere ich mich, unbewiesene Behauptungen zu akzeptieren, die nichts anderes sind als eine Verunglimpfung aller Vorgänger, sowie deren Parteien, die sie unterstützten, das heißt: der Zyprioten, die sie wählten.

Es ist verstanden worden von der gesamten politischen Führung, dass der einzige Weg von der derzeitigen, unakzeptablen Situation befreit zu werden, die Entwicklung der Republik Zypern hin zu einer bizonal-bikommunalen-Föderation ist.“

Bezugnahme auf den laufenden Prozess – die derzeitige Phase der Verhandlungen

Der Präsident der Republik nahm speziell Bezug auf das Gemeinsame Kommunique vom 11. Februar 2014, welches die Basis für eine Lösung klarstellt, auch die 3 Grundprinzipien, die einen Staat definieren müssen, womit der internationale Charakter, Souveränität und Staatszugehörigkeit, die Formation der Republik Zypern, Achtung der Menschenrechte und die Implementation der Prinzipien der EU gemeint sind. Darüber hinaus sagt das Gemeinsame Kommunique klar aus, dass nachdem die Kompetenzen des neuen föderalen Staates geklärt sind – also nach dem das Restliche, das heißt, die übrig gebliebene Befugnis von der (eingesetzten) Föderalen Verfassung festgelegt ist.“

Dass Herr Akinci die Führung der Türkischen Gemeinschaft übernahm, führte im Mai 2015 zu einer neuen Phase der Aufnahme der Gespräche, die, muss ich zugeben, in einem klar unterschiedlichen Umfeld geführt werden, trotz der zu verzeichnenden Uneinigkeiten.“

Kapitel: Regieren und Machtverteilung

A. Die exekutive Macht

Es gibt ein allgemeines Verständnis darüber, dass die neue Struktur des Staates die Regierung der föderalen Republik sowie die lokalen Regierungen der konstituierten Staaten (Provinzen) ausmacht.“

Was die Struktur der föderalen Regierung angeht, muss ich sagen, dass es da Differenzen gibt, die mit dem Darauf-Bestehen der Türkischzyprer zusammenhängen, eine rotierende Präsidentschaft zu haben. Das ist etwas, was unsere Seite nicht akzeptiert. Darüber hinaus gibt es auch noch Unterschiede bei der Bestückung des Ministerrats.“

Eine Liste wurde ausgearbeitet, die 27 Kategorien föderaler Macht klassifiziert, wovon die meisten aus Positionen bestehen, die die griechisch-zyprische Seite schon seit Jahren innehat. […] Wir haben gemeinsame Ansichten über 19 dieser Kategorien, 5 sind von geringer Bedeutung, wobei bei dreien Unterschiede in der Ansicht bestehen, weil sie mit anderen Kapiteln verbunden sind, die noch diskutiert werden.“

B. Legislative Macht

… die Legislative wird in einer föderalen Regierung von zwei Stellen ausgeführt werden: Dem Upper House des Senats und dem House der Repräsentanten.

Das Upper House wird aus 40 Mitgliedern bestehen. 2 werden von der einen Gemeinschaft und der Rest von der anderen kommen. Ich mag anführen, dass die Wahl auf kommunaler Basis durchgeführt wird, um so politische Gleichheit zu wahren.

Das House der Repräsanten wird 48 Mitglieder haben, wovon 75% vom griechisch-zyprischen Teil kommen. In anderen Worten: Die Ratio wird 36 Mitglieder von der griechisch-zyprischen Seite sein und 12 Mitglieder werden von der türkisch-zyprischen Seite gestellt.“

Judikative Macht

Gemeinhin hat man sich darauf verständigt, dass die Judikative Macht auf föderalem Niveau der Gerichtsebenen durchgeführt wird.

Das erst-instanzliche Gericht und das zweite, wird das Höchste Verfassungsgericht des Landes sein. Gleichzeitig, und so lange wie von Nöten, wird es als ein Berufungsgericht funktionieren, ein Gericht für Landbesitzangelegenheiten ebenso.

Bei der Komposition der Gerichte, werden die beiden Gemeinschaften mit einer gleichen Anzahl von Richtern partizipieren. Der Entscheidungsprozess des Höchsten Verfassungsgerichts wird einen Stillstand vorbeugen im Falle verfassungsmäßiger Dispute.“ [Da würde uns allerdings schon interessieren, wie genau in einem solchen Fall das Prozedere aussieht, und zwar vor dem Hintergrund, dass man sich auf griechisch-zyprisher Seite, beispielsweise, keine rotierende Präsidentschaft vorstellen kann im neuen wiedervereinten Staat].“

Fundamentale Freiheiten

Es herrscht ein allgemeines Verständnis im Gemeinsamen Kommunique wie auch beim Bewahren fundamentaler Freiheiten darüber, wie sie in der Acquis Europas definiert sind, also:

Die Freiheit sich zu bewegen, sich anzusiedeln, Erwerb von Besitz und Arbeit, und zwar stets unter Berücksichtigung des bizonalen und bikommunalen Charakters des Staates.“

E. Staatsbürgerschaft, Siedler, die demografische Zusammenstellung

Das Thema der Siedler wurde diskutiert und es besteht ein allgemeines Verständnis darüber, dass die demografische Zusammensetzung der Bevölkerung schon am ersten Tag, an dem das Abkommen wirksam wird, mit minimalen Abweichungen die demografische Zusammensetzung der Republik Zypern aus dem Jahr 1960 reflektieren wird. Das Wichtigste ist das allgemeine Verständnis, welches existiert, dass die Ratio der Zusammensetzung der Bevölkerung am ersten Tag – 4:1 – zukünftig bewahrt wird, und zwar bezüglich Türken und Griechen, die die Staatsbürgerschaft der föderalen Republik erwerben wollen.

Das Kapitel Besitz

Ein allgemeines Verständnis wurde ermittelt und zwar wie folgt:

Die Vereinbarung, individuelles Recht auf Besitz anzuerkennen,

Prioritäres Recht eines Besitzers auf Berufung beim Komitee für Besitzangelegenheiten während des ersten Jahres.

Die fünf folgenden Mittel sind einem Besitzer zur Hand gegeben:

Wiederbesiedlung,

teilweise Restauration,

alternative Restauration,

Tausch von Eigentum,

Kompensation.

D. Ein allgemeines Verständnis existiert bezüglich der Zusammensetzung des Komitee für Besitz

E. Man hat sich allgemein darüber verständigt:

dass ein Gericht für Besitzangelegenheiten Berufungen beurteilen wird, die wegen Entscheidungen des Komitee für Besitz gefällt wurden,

Das Recht des Antragstellers, sich an das ECHR zu wenden, wird gewahrt, nachdem alle lokalen Rechtsmittel ausgeschöpft wurden.

F. Um die Arbeit des Komitee für Besitz zu erleichtern und zu beschleunigen, sind die Besitzstände in 22 Kategorien unterteilt worden, gemäß des Besitzstandes und der Nutzung.

Zusätzlich möchte ich, auch um zu betonen, dass angesichts der Verbindung des Kapitel Territoriales mit dem des Besitzes eine Übereinkunft zu finden, nicht durchführbar ist, ohne zuerst eine substantielle Diskussion darüber zu führen und ohne ein abschließendes Abkommen bei den territorialen Justierungen zu haben.“

Das Kapitel zur Wirtschaft

Es herrscht ein allgemeines Verständnis darüber, dass für eine vereinte und robuste Wirtschaft, die Existenz strikter Regeln, die eine gesunde Konkurrenz zwischen den beiden konstituierten Staaten [ehemalig Nord und Süd] herstellt, erforderlich ist.

Gleichzeitig herrscht ein allgemeines Verständnis darüber, dass wirtschaftliche Angelegenheiten umfassend angesprochen gehören und gemäß der Regeln und Gesetze der EU berücksichtigt gehören:

das Bankensystem,

öffentliche Finanzen,

Angelegenheiten bezüglich der Entwicklung,

soziale Dinge,

sowie der weitere, institutionelle Rahmen.

Derzeit existiert ein allgemeines Verständnis über viele andere Angelegenheiten, wie:

Die föderale Regierung wird lediglich eine Zentralbank haben,

Die offizielle Währung der föderalen Regierung wird vom ersten Tag an der Euro sein,

Ein Internes Stabilitäts-Abkommen wird formuliert werden, welches von einem föderalen Gesetz geleitet wird und in allen Territorien der Republik angewendet sein wird. Es wird sicherstellen, dass spezifische Anordnungen bezüglich Staatshaushaltsdefizit, öffentliche Schulden, Ausgaben und Einkommen auf allen Ebenen der Regierung Anwendung finden (föderal, in den konstituierten Staaten – Provinzen – und den lokalen Behörden),

Alle indirekten Steuern werden von der föderalen Regierung erhoben, wohingegen direkte Steuern von den konstituierten Staaten (Provinzen) erhoben werden,

Alle finanziellen Zuschüsse des Staates werden mit der europäischen Acquis kompatibel sein,

Die Gesetzgebung für die Firmen wird auf föderaler Ebene erlassen und daher in allen Territorien des vereinten Zypern implementiert,

Das soziale Versicherungssystem, Pensionssystem und Gesundheitssystem werden separiert sein, wobei deren Charakter jedoch allmählich und auf lange Sicht sich angleichen müssen.

Zusätzlich zu dem oben Gesagten gibt es andere Angelegenheiten, insbesondere auf technischer Ebene, bei denen die Diskussion fortbesteht, während Unterschiede vor allem bezüglich Folgendem zu beobachten sind:

Die Prozedur der Annahme des föderalen Staatshaushalts und den Gesetzen,

Die Zusammensetzung der Kontrollbehörden, die Entscheidungsprozeduren und Angelegenheiten, die deren Verwaltung betrifft,

Die Methode, die zur Zahlungsanweisung der Einkommen der indirekten Steuern zu den konstituierten Staaten angewendet wird.

Kapitel zum Territorium

Trotz der Position der Türkischzyprer, dass der Punkt Territorium am Ende der Gespräche behandelt werden müsse, wegen Sicherheitsgründen und gegen das Durchsickern von Informationen, besteht ein allgemeines Verständnis über die Kriterien, die territoriale Anpassungen angeht.“

Sicherheit – Garantien

Unsere absolut klare Position ist, dass es für einen Mitgliedsstaat der EU nicht akzeptabel ist, einer wie auch immer gearteten Form von Garantien zu unterliegen [Großbritannien, Türkei und Griechenland sind seit 1974 Schutzmächte Zyperns. Das ist mit „Garantien“ zuvor gemeint].“

Es ist sehr offensichtlich vor dem Hintergrund dessen, was ich präsentierte, dass es einen signifikanten Fortschritt in einigen Kapiteln, die verhandelt werden, gibt. Gleichzeitig sind unterschiedliche Meinungen in vielen anderen Bereichen festzustellen. Ich mag darauf verweisen, dass es eine Anzahl von Punkten gibt, über die noch nicht substantiell diskutiert wurde, die auch technisch veredelt und unterstützt gehören […]. Es bedarf Zeit, um den Menschen eine umfassende Lösung zu präsentieren. Mein Ziel ist, den Menschen einen voll umfassenden Vorschlag zu unterbreiten, der nicht falsch verstanden wird, keine Löcher und Zweideutigkeiten hat und jedwedes Anliegen der Bewohner Zyperns anspricht.“

Internationale, europäische und regionale Entwicklung

Der Präsident der Republik unterbreitete eine Reihe von Reflexionen bezüglich des Effekts der Lösung der Zypernfrage für die Türkei, in Beziehung zum existierenden Stand der Dinge in der weiteren Region und dessen europäische Aspirationen. Er stellte ebenfalls seine Gedanken bezüglich der Nutzen dar, welche die Internationale Gemeinschaft und vor allem die EU von einer potentiellen Lösung der Zypernfrage haben werden.

Das besonders gestiegene, internationale Interesse, welches anhand einer Serie von Besuchen und Initiativen, die unternommen wurden, besteht, bestätigen die Richtigkeit der Gedanken, die ich darlegte.“

Reflexionen über den zurückgelegten Kurs

Die von mir hervorgebrachten Gedanken sind an die ganze Bevölkerung gerichtet: Griechisch- und Türkischzyprer. Die Lösung der Zypernfrage, wenn es überhaupt aus irgendeinem anderen Grund von Interesse ist für die Internationale Gemeinschaft, der EU und der Türkei, sollte diese um so mehr im Interesse der Menschen Zyperns sein, zumal sie die ersten sein werden, die sich am Nutzen einer Lösung direkt erfreuen werden, welche ihre Erwartungen erfüllen werden und was ihre Anliegen anspricht.“

Ich möchte wirklich klarstellen, dass ich nicht nur die Griechischzyprer anspreche, ähnliche Anliegen sollten auch unsere türkisch-zyprischen Konpatrioten beschäftigen, die sich ruhig ansehen sollten, was ihre eigene Zukunft in einer geteilten Heimat sein wird; oder was ihr Nutzen sein wird, wenn die derzeitige Situation beendet sein wird.“

Jeder sollte sich vergegenwärtigen, egal ob Griechisch- oder Türkischzyprer, dass die befolgte Lösung ein Resultat eines würdigen Kompromisses sein sollte, was Bedingungen gegenseitigen Respekts kreieren wird, was nicht zulassen wird, dass der Wille der Mehrheit der Minderheit aufgedrängt wird – oder dessen Gegenteil, selbstverständlich. Eine Vereinbarung, die keine Gewinner kreieren wird oder Verlierer hinterlässt.“

Ich mag Sie hiermit rückversichern, dass meine Aussagen, die Gefahren im Fall einer Nicht-Lösung thematisieren, aber dass sie nicht so zu verstehen sind, dass ich dazu neigte, einen Plan zu akzeptieren, der die Erwartungen nicht erfüllt oder den Anliegen der Zyprer nicht anspricht – letztere Anliegen sind mir sehr gegenwärtig.

Was auch immer unsere ideologischen Unterschiede sein mögen, was uns sicherlich nicht auseinander dividiert, ist die gemeinsame Vision der Befreiung und Wiedervereinigung unseres Landes. Eine Vision, die eine historische Verantwortlichkeit und Politik für uns alle konstituiert, die nicht zurückbezahlt wird, bis es uns gelingt, für die kommende Generation eine gesicherte Zukunft gewährleisten zu können. Das ist auch das, was die Gesellschaft von uns erwartet, die uns beobachtet.“

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