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Yamaz

Quelle: Yamaz

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Yamaz

Yamaz, äh, Prost allerseits. Es gibt wahrhaft Grund, mal wieder Einen zu heben!? DENN …

Da ist die Rechnung Erdoğans also vorerst aufgegangen. Was dem Bürgermeisteramt von Nikosia wohl nicht gelingen wird, nämlich, seine Rechnung aufgehen zu sehen. Das Amt will doch einführen, dass Autos nicht mehr in den Altstadtbereich eindringen. Ein Bus-Service soll her. Aber Zyprer sind allgemein dafür bekannt, um die Ecke an den Kiosk mit dem Auto zu fahren, um Zigaretten zu kaufen etc., überspitzt gesagt.

Alle, die Erdoğans recht übertriebenes politisches Treiben im Amt zusehen und -sahen in der EU, scheinen mehrheitlich gewillt, das Zusehen so fortzusetzen. Offensichtlich sind die Erfahrungen der EU mit so hoch-demokratisch geführten Ländern wie Saudiarabien derart erfolgreich, dass allen anscheinend klar ist und war: So eine Türkei wie die Saudis wollen wir auch haben! So etwas Ähnliches muss in Umlauf geraten sein und so etwas in der Art muss man sich auch in Limassol gesagt haben. Ein „park and ride“-System soll nämlich eingeführt werden, auch, um den Autoverkehr in der Innenstadt einzudämmen. Kostenlose Busfahrten dorthin und von gewissen Sammelstationen aus sollen zur Verfügung gestellt werden. Noble Absichten, die allerdings den Hang zum individuell Unterwegssein der Zyprer frontal ignorieren. Denn: Was gibt es Schöneres als mit dem eigenen oder geleasten Auto die kilometerlange Strandpromenade von Limassol mit Freunden oder Freundin runterzubrettern entlang an zig wirklich chicen Cafés? Sehen und gesehen werden! Manchem Betrachter ist erwähntes Vergnügen eine Spezialität la Limassol sondergleichen.

Jetzt ist sie also da, die Türkei mit diesem einen, königsgleichen Mann an der Spitze. Donald Trump hat ihm schon gleich nach seinem Verfassungsänderungs-OK gratuliert und Frau Merkel wird es wohl insgeheim auch schon getan haben. Hier weiß komischerweise niemand, was offiziell diesbezüglich läuft oder gelaufen ist. Ist ja auch egal. Was Zypern angeht, wird Akıncı wohl zwangsläufig seine Lehren aus dem Abstimmungsergebnis in der Türkei ziehen (müssen). Etwa dergestalt: Immer schön gegenhalten, die knicken in Brüssel schon noch ein!

Ja, Brüssel ist nicht nur eingeknickt, es liegt demnächst womöglich noch gehorsam zu Füßen von Herrn Erdoğan wie ein persischer Teppich – macht man bei Sultanen so traditionell. Warten wir es ab. Zum Darauf-Herumtrampeln gibt es zumindest über 60% der türkischen Wahlbeteiligten in Deutschland, die zur Verfassungsänderung in der Türkei mit Ja stimmten. Und in Zypern?

Nun, folgendes war los zu den genannten Wahlen im Norden Zyperns. Erstmal: die Türkisichzyprer waren selbstverständlich nicht aufgerufen, sich an der Wahl der Festlandtürken zu beteiligen – denn, noch sind Erdoğan & Co geneigt, Türkischzyprern den Status eigener Staat „Türkische Republik Nordzypern“, unabhängig von Ankara zu belassen. Alles der Reihe nach sagen sich da gewisse Strategen in Ankara und andernorts. Eine Meinung haben Türkischzyprer dennoch, trotz Ausschluss von der Teilnahme am Referendum in der Türkei letztens. Anscheinend hätte die Mehrheit mit Nein gestimmt. Doch auch Festlandtürken im Norden der Insel waren nicht so richtig überzeugende Ja-Stimmer. In der Region Karpaz, die dafür bekannt ist, dass dort ganz viele Festlandtürken leben mit streng nationalistischer Gesinnung (MHP, Grauen Wölfe etc.) wurde mehrheitlich, trotz der MHP an der Seite von Erdoğan in der Türkei, mit Nein gestimmt.

Im Grunde ist die Lage auf Zypern so unbestimmt, wie der sogenannte Reichtum, der vor der Insel im Meer liegen soll. Der griechischzyprische Energieminister findet es offenbar auch seltsam, dass darüber gestritten wird, wer was vom Kuchen abbekommt, wenn noch immer nicht ermittelt ist, wie groß dieser Erdgas-Kuchen im Meer überhaupt sein wird. Noch dieses Jahr wird es offenbar herausgefunden werden. Zwei Mal hat man schon Anstrengungen in diese Richtung unternommen von Seiten der Republik Zypern – unternehmen lassen. Ankara lässt demnächst auch wieder buddeln und bohren und seismisch messen im Meeresgrund des südöstlichen Mittelmeeres. Mal sehen, was die Türken alles an Reichtümern bergen, beziehungsweise aufdecken werden.

Jetzt, mit Erdoğan im Sattel, den USA und den Briten eventuell prononcierter an der türkischen Seite, wird es noch recht lustig werden im südöstlichen Mittelmeer. Wir dürfen gespannt zugucken, wie Nikosia-Süd damit umgehen wird, wenn der durch das Referendumsergebnis erstarkte Mann am Bosporus findet, es sei Zeit, ‚seine‘ Reichtümer vor Zypern und der Türkei etc. nun endlich einzufahren. Erdoğans Außenminister, Mevlut Çavuşoğlu, warnte bereits, er werde nicht länger untätig zusehen, wie die Südzyprer an der Südküste der Insel nach Erdgas bohrten – „einseitige Aktionen!“, nannte er das. Und außerdem gehöre ein Teil des Bereichs (AOZ), indem gebohrt werde, der Türkei. Nordzypern erlaubt derweil der Türkei, ihre seismografischen Untersuchungen bei Bedarf auszuweiten – bis hin zur nächstgelegenen Insel Griechenlands, wenn es sein soll. Çavuşoğlu des Weiteren: Im Gegensatz zu Ankara sei Südzypern nicht an einer politischen Lösung der Zypernfrage interessiert, wie sich zeige. Und was hier auf Zypernundmehr-News selten wiedergegeben worden ist, aber hin und wieder gesagt werden sollte, damit es niemand vergisst: Ankara spricht von der Republik Zypern als die „griechischzyprische Administration“. Das heißt: Die Türkei erkennt Nikosia-Süd nicht an. Und letztere erkennt Nordzypern nicht an. Die Republik Zypern hat es aber bekanntlich geschafft, diesen Bann, der dem Norden auferlegt wurde, zu internationalisieren – noch ist dem so.

Im Herbst sollen die Ergebnisse der Bohrungen im (AOZ-Onosforos) Bereich 11 vorliegen, sagt Herr Minister Giorgos Lakkotrypis, der sich hin und wieder mit israelischen Politikern trifft, auch mit Libanesen und Ägyptern. Nikosia-Süd versucht, über trilaterale Verträge, ihre Position gegenüber der Türkei in der Region zu stärken, wozu Griechenland stets ein weiteres, festes Standbein der trilateralen, ökonomisch-politischen Geflechte darstellt: also Zypern und Griechenland mit Israel oder Ägypten oder Libanon etc. Irgendwie scheint die Sache aber noch nicht ganz in trockenen Tüchern untergebracht worden zu sein. Genauer: Israel kann offenbar einem starken Mann am Ruder in der Türkei etwas abgewinnen. Letztens dachten sie in Tel Aviv gerade mal wieder etwas lauter darüber nach, ob es nicht doch vielleicht vorteilhafter für alle Beteiligten sei, besagte Reichtümer im Meeresboden des südöstlichen Mittelmeers in einer Pipeline durch die Türkei nach Europa zu jagen. Lakkotrypis will den Israelis bei seinem letzten Treffen in Tel Aviv nochmals klargemacht haben, dass es politisch klüger sei, die Pipeline über Zypern zu verlegen, und zwar mit der F.A. East Med. Letztere verflüssigt auch Gas (LNG). Der Energieminister meinte noch: Die EU wird sich an den Kosten dafür beteiligen, wenn von Nöten. Das könnte sogar klappen, denken hier wahrscheinlich nicht wenige, wenn, ja wenn das Ding denn so wie geplant durchgezogen werden kann. Wie gesagt: Erdoğan verspricht vielen Politikern andernorts mehr Stabilität und vor allem höhere Gewinne abzuwerfen, zumal die Türkei einfach mehr Potential hat und nun mal unbezweifelbar in jeder Hinsicht potenter ist als Zypern. Und soweit hier bekannt, wird Erdoğan Präsidenten Trump vor Anastasiadis treffen. Das Treffen ist im Mai 2017 geplant. Ob Anastasiadis Trump mal zu sehen und zu sprechen bekommt, wollen wir der Ausgewogenheit wegen hoffen!? Treffen auf solch hoher Ebene sind schon seit über 10 Jahren nicht mehr zustande gekommen: USA-Cyprus. Ansonsten müsste Zypern sich womöglich wirklich allein darauf verlassen, dass die französische Flotte eingreift, um ihre Interessen gegenüber den Türken zu verteidigen im Notfall?

Ausgerechnet die Franzosen denken Sie? Ja, weil die TOTAL mit der italienischen ENI für Zypern die Bohrungen im Meer durchführt. Vielleicht ist dem ja auch so, dass Paris sich zu so etwas verwenden würde, wie die Interessen Nikosias zu verteidigen mit militärischen Maßnahmen, auch, weil man sich kürzlich mal wieder im Zusammenschluss der südeuropäischen Länder getroffen hat, dem Zypern und eben auch Frankreich angehören. Die 4. Sitzung dieses Zusammenschlusses südeuropäischer Länder der EU wird in Zypern stattfinden. Wir glauben mal besser nicht daran, dass Paris mit schweren Geschützen auffahren würde. Man kann sich indes täuschen. Heutzutage weißt du ja nie.

Lustig an der Angelegenheit mit dem Bohren und Eruieren im Meeresgrund vor Zypern – man kann auch traurig an der Angelegenheit sagen – ist, dass die Republik Zypern diese Angelegenheit mehr oder minder in die Hände von ausländischen „Kolossen“, wie die zyprischen Zeitungen als schreiben, gegeben hat, indem Fall vorrangig in die der ENI. Und ja, es existiert die EYK, das ist die „Erdgas-Unternehmung Zypern“. Doch die wird einfach nicht eingebunden in besagte Arbeiten, obgleich bereits schon 3 Mal da draußen im Meer herumgebohrt wurde. Und wussten Sie das auch schon? Am Tag, als Erdoğan besagtes Referendum durchführen ließ zwecks Verfassungsänderung, ließ er sich von den vollmundigen Drohungen Nikosia-Süds überhaupt nicht beeindrucken und schickte seine Schiffe zu seismischen Bohrungen etc. unweit des nordzyprischen Girne (Kyrenia) in See. Klarer kann man Zeichen doch eigentlich nicht mehr in die Welt setzen, oder? Den Tag nach seinem Wahlsieg lief die türkische Barbaros in die Umgebung vom nordzyprischen Gazi Mağusa (Famagusta) aus – zum selben Zweck. Die griechischzyprischen Zeitungen bezeichnen das ganze türkische Bohr-Team mit NAVTEX. Letztere beginnen am 30. April 2017 ihr Werk. Wenn es wirklich krachen sollte kurz danach, werden wir Sie gewiss genauer darüber informieren, wo in der See, das passiert sein soll. Hier sei noch kurz angefügt, dass wenn von Bereich 11, Afroditis oder Onoforis etc. die Rede ist, dass dies Bezeichnungen und Einteilungen der See vor Zypern sind, die von der Republik Zypern vorgenommen wurden und von den Türken so nicht genannt werden oder anerkannt sind. Es spitzt sich also etwas zu, doch wollen wir es nicht dramatisieren. Reicht, dass die endlosen Wiedervereinigungstreffen andauernd DEMNÄCHST zu einer Lösung kommen – und auch Sie wissen bereits, wie diese Lösungen der Zypernfrage als aufgehen – in so etwas wie Schaumschlägereien.

***

Nikos Anastasiadis wird im Coffeeshop der Sunday Mail beschuldigt, die erwähnten Treffen mit dem Norden zu hintertreiben und ständig nach Ausreden zu suchen, die das Wiedervereinigen nicht ermöglichen. Es ist eine Farce sondergleichen, was uns da geboten wird, und diese Farce zeigt der Coffeeshop recht unterhaltend auf – und die Internationale Gemeinschaft schaut zu? Irgendwie in diesem Kontext stehend ist folgendes noch stehend: Ein Gerücht, welches wieder Fahrt aufnimmt (BBC, CNBC, NY, FT): „Zypern ist die Schwarzgeldwaschmaschine der Russen (Mike Wigli – New York Times)!“ Und zwar wird ein vormals enger Mitarbeiter Trumps in diesem Zusammenhang genannt, Paul Manaford. Der hatte den Wahlkampf für Trump geführt bis letzten Sommer. Er soll auch 2,2 Millionen $ an 2 Firmen in der Ukraine gezahlt haben, um Lobbying in Washington zu betreiben etc. Und dieses Geld lief – zufällig – über die inzwischen eingegangene zyprische Laiki Bank (2012 oder 2013). Auf Anfrage der Kathimerini hat die Zentralbank Zyperns diese Anschuldigungen bislang nicht von sich gewiesen. Sie scheint eher gewillt, das DING aussitzen zu wollen. Also muss was dran sein, oder? Das glauben Sie nicht? Das schreibt aber Michalis Tsikala in der Kathimerini vom 23. April 2017, seine Emailadresse: tsikalasm@kathimerini.com.cy. Jemand anderes in der Kathimerini gibt am Schluss seines Beitrages zu bedenken, Herr Konstaninou Chatzistasou ist das, dass die Türkei zukünftig doch der geeignete Abnehmer des geförderten Erdgases der Republik Zypern werden könnte, weil sie einen riesen Bedarf habe und der Nachbar halt nun mal naheliegt. Jetzt spätestens, sollte Erdoğan das zu lesen bekommen, wird er den Zyprern gewiss Danken für diesen tollen Einfall.

Immerhin: Der sehr reiche Herr Wiatislav Adamovic Zaregrov hat bereits im Februar 2015 ein Monasterie (Kloster) der russischen Orthodoxie auf Zypern bauen lassen. Der russische Metropolit Tamasou Isai auf Zypern hatte Herrn Zaregrov auf Anfrage all die schönen Kirchen Zyperns gezeigt. Das hat dem Herrn so gut gefallen, dass er mal kurz eine Monasterie bauen ließ: 4 goldene Türmchen umringen ein großes goldenes. Dort, wo die Glocke läutet, in einem weiteren Türmchen, ist auf dem blauen Dach noch – ganz verspielt sieht es aus – ein weiteres kleineres goldenes Dachgipfelchen. Herrlich! Steht irgendwo in Limassol. Wer die Orthodoxen kennt, weiß, dass das Interieur vor Goldfarbenem und Prunk strotzen dürfte. Ob der Herr Zaregrov etwa auch Zyprer geworden ist, das heißt, für seine Investition einen zyprischen Pass erhielt? Immerhin, gewiss auch wegen solchen Gönnern hat die Arbeitslosenrate gerade so um die 2,5 % abgenommen. Es sind nur noch 27.573 Menschen auf Zypern arbeitslos gemeldet. Seltsam nur, dass Hoteliers neuerdings klagen, sie hätten nicht genügend Personal. Immerhin ist die Arbeitslosenrate unter Jugendlichen bei stolzen 29 %. Schuld sollen die Hoteliers selbst sein an der Misere. Lange beklagten sie, die Löhne seien zu hoch. Die Krise gab ihnen offenbar die Möglichkeit in die Hand, sich von mehrheitlich gewerkschaftlich gebundenen Arbeitsverträgen lösen zu können. Sie stellten daraufhin noch mehr ausländische Arbeitskräfte ein. Die sind aber oft nicht versiert genug und haben keine allzu hohe Motivation, auch, weil ihnen schnell auffällt, dass sogenannte Einheimische für dieselbe Arbeit oft einen wesentlich höheren Lohn empfangen. Jetzt boomt die Tourismusindustrie gerade. Die Hoteliers sollten mit den Löhnen hochgehen und der Staat schleunigst Einheimische in den entsprechenden Berufen ausbilden, als sie anstatt auf der Couch in einem Bistro zu belassen. Löhne hoch, sonst wird auf lange Sicht der Ruf der Insel Schaden nehmen. Die Klagen der zahlenden Gäste könnten sich häufen: Das Personal ist oft unfreundlich, dreist, die Zimmer etc. etwas schmutzig, unehrlich, das Preis- Leistungsverhältnis stimmt nicht.

Wussten Sie, dass sich in der Stadt Pafos und Umgebung eine Heiratsindustrie eingeschlichen haben soll? Polis Chrysochous? Dieser Name eines Dorfes sagt ihnen nichts? Die Bewohner des Dorfes wollen diese Art Tourismus jetzt so richtig aufbauen. Wieso gerade dort? Adonis aus der griechischen Mythenwelt jagte dort einst. Und Afrodite ist ja auch nicht allzu weit entfernt davon schwimmen gegangen. Das Setting ist also ideal für Turteltäubchen, die sich das Ja-Wort geben. Viele Israelis nützen die Gelegenheit, wohl auch, um mal aus der Gefahrenzone zu Hause auszubrechen oder der obligatorischen, religiösen Zeremonie, die in Israel abzuhalten ist, zu entgehen. Angesagter scheint: Standesamt, Trauschein, fertig, Party. 250.000 € spült diese Art Geschäft vorerst im Jahr in die Gemeindekasse. Andere Orte wie Geroskipou, Pafos oder Peya in der Gegend ziehen nach. Die meisten Touristen kommen in Gruppen von bis zu 30 Personen, um solch einen Event abzuhalten. So um die 50 bis 60.000 Menschen 2016 besuchten solche Events. Und ist doch klar, dass man zu solch Anlass auch nicht zwingend aufs Geld guckt! In Zypern zu heiraten, ist vom bürokratischen Aufwand als pflegeleicht zu bezeichnen und die Kosten sind noch relativ niedrig im Vergleich zu anderen Ländern. Ja, und das Setting stimmt irgendwie: Afrodite, Adonis und eine schöne Landschaft. Erforderlich wäre indes schon, den Chlorakas Beach bei Pafos schnellstens sauber zu machen. Sonst machen die Heiratsgäste dort erste Erfahrungen mit eventuellen Scheidungsgründen. Und das wäre eindeutig zeitlich zu früh angesetzt. Anscheinend ist das Bürgermeisteramt inzwischen bemüht, Renovierungsarbeiten durchzuführen und Toiletten zu installieren an jenem Strand. Davon abgesehen, ist Pafos dieses Jahr Europas Kultur-Hauptstadt mit einer weiteren Stadt in Dänemark zusammen. Noch immer ist die Stadt nicht fertiggestellt, um Zypern würdevoll als eine der beiden Kultur-Hauptstädte im Jahr 2017 zu vertreten. Ist es Schlamperei, Dummheit, Arroganz, Unfähigkeit, drüberstehend? Suchen Sie es sich aus, das geschilderte Phänomen zu charakterisieren mit einem der vorgegebenen Begriffe. Das dumme an dem Dreck in Chlorakas ist nämlich, dass die Strömung des Meeres diesen ungefragt nach Kato Pafos schwemmt – also dorthin, wo das Schloss einmal im Jahr einem Opernevent Kulisse bietet, sozusagen mitten ins Geschehen hinein, unweit des neuen Museums, wo die Taxis und Busse, „Hop off and on“ usw. stehen.

Was viele gewiss verwundern wird, weil irgendwo müssen neu Verheiratete Zyprer ja wohnen, ist, dass die Regierung anscheinend verboten hat, in landwirtschaftlichen Regionen zu bauen, also irgendwo auf einem Feld, welches ganz offensichtlich nicht zu einem ausgewiesenen Baugebiet gehört. Die Verwunderung darüber deshalb, weil allein zwischen Larnaka und Limassol auf der Landstraße fahrend, mehr als nur einige Bauten gesehen werden können, die das Gegenteil der Verordnung darstellen. Eigentlich müssten solche Bauvorhaben in maximal 1 km Entfernung zu einem Baugebiet liegen, sagt das Gesetz. Was viele aber nicht tun. Das sogenannte Etek, diejenigen, die solche Bebauungspläne ausarbeiten, erscheint vielen Beobachtern schlichtweg nicht auf dem Stand der Dinge zu sein. Müssten vielleicht mal aus der Komfortzone Büro sich begeben. Ordnung scheint in dieser Angelegenheit noch längst nicht in Sicht, auch wenn das verabschiedete Gesetz regulierend existieren soll neuerdings. Noch ärgerlicher sind manchem die Baugerüste, die landauf – landab die Landschaft ‚zieren‘. Die stehen so seit Jahren herum und keinen scheinen die mehr zu stören. Eigentlich sind manche dieser Skelette bestens geeignet als Filmkulisse, muss jemand in einer Behörde Zyperns gedacht haben. Und jetzt sind einem SOGAR Bollywood-Produktionen aus Indien scheinbar gut genug. Die Cyprus Investment Promotion Agency träumt jedenfalls neuerdings auch in diese Richtung. Frau Pillides ist die Ansprechpartnerin. Ob die Behörden dann immer gleich bereitwillig mitspielen werden, ist eine andere Frage. Schließlich müssen die über ihre Praxis gegenüber Indern sich hinwegheben. Die armen Beamten sollten dann nämlich Visas erleichtert für Inder ausstellen und deren Gerätschaften auch noch ohne großen Aufwand und Bürokratismus aus dem Hafen ans Filmset und zurück genehmigen. Auch wenn sogenannte Incentives den Herren und Damen von Bollywood in Aussicht gestellt werden, um auch auf Zypern Filme zu drehen, und nicht allein in den Schweizer Alpen und andernorts, ist zu bezweifeln, dass die zyprischen Behörden so geschmeidig werden in ihrer Visavergabepraxis etc., dass allgemein Zufriedenheit und ein einigermaßen reibungsloser Verlauf zu erwarten sind. Präsident Anastasiadis weilt gerade in Indien, umwirbt Bollywood.

See Why“ hat da weniger Probleme mit Visas, vorerst. Das ist eine kleine NGO, die Backpackertourismus betreibt mit sozialem Anstrich. Jugendliche aus allen möglichen Ecken der zumeist westlichen Welt plus Nordzypern begeben sich mit Zelten in verlassene zyprische Dörfer, irgendwo abgelegen in den Tälern oder Höhen des Troodos-Gebirges und campen dort für eine geraume Zeit. Bestechend an der Idee ist, dass diese jungen Menschen den Umweltfaktor ernst nehmen, das heißt, ihren Dreck wegräumen und möglichst wenig davon produzieren – sich mit der Trennung der Insel in Nord und Süd auf ihre Weise auseinandersetzen. 2016 haben sie zwei solcher Reisen bereits veranstaltet. Bleibt abzuwarten, ob diese Art Tourismus auf genügend Nachfrage stößt und im Jahr 2018 ff. weiterhin bestehen wird. Profitorientiert scheinen diese Reisen noch nicht zu sein – see.why@europe.com -. Ganz im Gegensatz dazu, wird woanders auf Zypern davon geträumt, ausgerechnet Süßwasserreservoirs touristisch nutzen zu wollen. Gehören alle hinter Gitter, die so etwas planen. Finden Sie nicht? Nun, anscheinend tut man das irgendwo in England auch so, wird als Begründung angeführt. Nur dort gibt es mehr Süßwasser als auf Zypern, weil es wesentlich öfters regnet. Was Philippos Sophocleus jedoch nicht als Gegenargument überzeugen mag, ist zu vermuten. Denn er will diese oft menschenfreien Reservoire nutzen. Ski Slalom soll auf den Seen gelaufen werden. Da könnten die Boote in der Geschwindigkeit von nahezu 60 km/h besser drüberrasen als auf dem welligen Meer unten an der Küste. Auch Andreas Manoli, Chef des Wasserentwicklungs-Departments findet, dass dieses anvisierte Projekt rein gar keine lustige oder gute Idee ist. Das Tourismusministerium, genauer einer seiner Ableger, die CTO, hüllt sich noch in Schweigen. Verlautbart aber, dass die Nutzung der Reservoirs durchaus ein beträchtlich großes touristisches Potential habe. Oh weh! Welch schlimme Prognose. Demnächst spült man wohl Motoröl-Rückstände durch die Wasserleitungen im Haus. Ein Hoffnungsschimmer besteht indes: Das Landwirtschaftsministerium schiebt seit mehr als 10 Jahren das Halloumi-Käse-Problem vor sich hin, welches auf europäischer Ebene gegenüber dem türkischzyprischen Produkt, hellimi, einfach nicht vorankommt. Wessen Käse ist origineller zyprisch und wer darf sich überhaupt so nennen (geschützte Bezeichnung des Ursprungs = PDO). Das ist der Streit und insofern darf gehofft werden, dass die Nutzung der Reservoirs mindestens ebenso lange dauern wird, bis sich alle einigermaßen einig sind. Denn das zuletzt genannte Ministerium hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Man wird sehen, ob demnächst der Verkehr zu den Seen zunimmt. Auch haben mehr Transportschiffe in den Häfen Zyperns angelegt – um 20 % belief sich ihr Anstieg. Das klingt durchaus rekordverdächtig. Na also, geht doch, wenn man will! Der Antrag der Stadt Pafos, den neuen Hafen zu einem Anlegeplatz für Yachten zu bestimmen plus entsprechend Luxus-Umfeld, ist vorerst abgeschmettert worden. Gleiches Szenario scheint sich für das Poseidon Consortium auch in Larnaka abzuzeichnen, wo vorerst wohl nichts laufen wird in diese Richtung. Beide Projekte hat das Consortium geschafft – mit Hilfe der Behörde -, in den Sand zu setzen. Die Finanzierung scheint irgendwie die ganze Zeit über in der Schwebe gestanden zu haben, so dass die Hafenbehörden und andere Involvierte vonseiten der Regierung wohl das Schlottern kriegten und der Poseidon letztlich absagten. Eine Marina sei das eine, ein Hafen das andere, hieß es. Beides unter einem Hut zu halten, braucht finanziell absolute Weitsicht. So ungefähr beschreibt es Othonos Theodoulou von der Handelskammer in Larnaka.

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Der Coffeeshop vom 23. April 2017 äußert sich zur bereits angesprochenen Tragikkomödie in Sachen Wiedervereinigungsverhandlungen mit dem Norden, die Präsident Anastasiadis vor aller Augen abzieht. Der Präsident wird im Coffeeshop „Nik“ genannt:

„… Waren wir naiv oder einfach doof zu glauben, Nik sei wirklich interessiert, eine Vereinbarung [mit dem Norden] zu finden? Ist er so ein begabter Schauspieler, dass er jeden narrte? Obgleich seine Schauspielkünste unvergleichlich sind, hat er etwa wirklich die ganze Zeit über Theater gespielt? Kann sein, dass als es zum Knirschen kam [zwischen ihm und Akıncı], als er die große, taffe Entscheidung zu fällen hatte, [plötzlich] herausfand, dass er nicht den Mumm hat und lediglich ein weiterer schwacher Führer ist, der an der zeitlichen Verlängerung seines Amtes als Präsident interessiert ist. Eine andere Erklärung mag sein, dass ihn Kräfte erpressen, die gegen eine Vereinbarung sind [in der Zypernfrage]. Der ehemalige KGB-Spion John Helmer, der jetzt als Pro-Putin-Macker unterwegs ist, hat verschiedentlich in Artikeln behauptet, die im Russian Insider veröffentlicht wurden, Nik werde erpresst von den Yankies, eine Vereinbarung einzugehen; und zwar vor allem von Untersekretärin Victoria Nuland. Das wurde auf einigen von Russland finanzierten Nachrichten-Webseiten wiederholt, dort von griechischen und zyprischen Typen berichtet, sogar als Nuland bereits aufgehört hatte, für das State Department zu arbeiten. Die letzten Monate – die Wiedervereinigungsverhandlungen am Nagel hängend und die Aussicht auf eine Vereinbarung sich schnell entfernend – haben weder Helmer, noch andere Schreiberlinge Putins etwas über Nik geschrieben. Helmer hat sogar aufgehört, vom Gerichtsprozess zu berichten, der den russischen Plutokraten Leonid Lebedev angeht, der ist ein Mandant der Nik-Anwaltskanzlei; und auch über die angeblich persönliche Verstrickung Niks in die schattenhaften Deals seines Mandanten [schreibt er nichts mehr].

Das kam rüber wie erpresserischer Journalismus, besonders, da es von einem ehemaligen KGB-Offizier verfasst war. Und all Das hörte auf, als klar wurde, Nik ist nicht im Entferntesten an einer Vereinbarung in Sachen Zypern interessiert. Einer der Typen, der den Nuland-Erpressungsmythos wiederholte, wurde für seine Bemühungen ausgezeichnet, und zwar mit Nik-gesponsertem Bakschisch. Ich beziehe mich auf den in Washington ansässigen, politischen Moralisten und Anti-Vereinbarungsprediger Michalis Ignatiou, der es fertigbrachte, seiner Nichte einen Job im Präsidentenpalast zu verschaffen. Die hilft jetzt Nik beim Redenschreiben. Sie ist eine Lehrerin im Fach Literatur und ist vom Außenministerium [Zyperns] angestellt mit gesondertem Vertrag [erinnern Sie es weiter unten, wenn diese Art Verträge Thema werden]. … . Palastangestellte, die fragten, weshalb die Nichte eines solch feindlichen Mackers denn eingestellt wurde, erfuhren, es sei ein Bakschisch für Ignatious Familie, die die DISY-Partei unterstütze, [der Anastasiadis bekanntlich angehört, die die Regierungspartei bildet]. Die haben nicht geschnallt, dass Ignatiou schon seit längerem Nik nicht mehr kritisiert in seiner Sonntagskolumne in der Phileleftheros [Zyperns], sondern ihm weisen Ratschlag gibt und moralische Führung.“

Wissen Sie was, hier gleich nochmal was aus dem Coffeeshop etwas, diesmal aus dem vom 2. April 2017. Dass so geballt davon reingegeben wird, geschieht, damit nun aber auch wirklich der allerletzte in Brüssel versteht, dass Präsident Anastasiadis auch, wie soll man sagen, recht lustige Seiten hat. Dass er die Grundfertigkeiten eines waren Chorkatos hat. Zum Chorkatos auf Zypern empfiehlt sich von Mawratsas das Buch „Gesellschaft der Proleten“ zu lesen. Jetzt auch als gedrucktes Buch bei Amazon.com (nicht .de eingeben!) zu erhalten: „Mit den Präsidentenwahlen weniger als 11 Monate entfernt, dachte Präs Nik, es sei angebracht, ein Schauspiel seiner bakschischologischen Macht zu geben. Die Bürger [sozusagen] rückzuversichern, die eine Art Bakschisch für ihre Wählerstimme suchen, auch dessen, dass er nicht Kontakt oder Wunsch verloren habe, diejenigen mit Gefälligkeiten auszustatten, die bereit sind, vor ihm niederzuknien und ihre unsterbliche Loyalität ihm gegenüber beschwören. Die Ernennung der unbekannten Maria Lottides als Ombudsfrau war eine emphatische Show von Bakschischpower, zumal auch die Zustimmung des Gesetzgebers von Nöten war, bevor sie den gutbezahlten Job übernehmen konnte. Präs, der sich keine Niederlage leisten konnte in dieser Angelegenheit, rief verschiedene Abgeordnete Freitag morgens an, um sicherzustellen, dass die Ernennung durchging und das gelang mit gerade mal 2 Stimmen. AKEL. DIKO und EDEK hatten beschlossen, die Ernennung abzuweisen, doch Nik schaffte es, 3 DIKO-Abgeordnete zu bequasseln (zwei aus Limassol), sich gegen den Entscheid ihrer Partei zu wenden und mit der DISY und der Lillikas Allianz dafür zu stimmen. Um sicherzustellen, dass das Ding durchgeht, stimmte der Präsident des Parlaments, Demetris Syllouris, der sonst nie mitabstimmt, ab, und zwar stimmte er pro Ernennung. Nicht ganz klar wurde, ob er diesen unerwarteten Schritt tat, weil er Nik seine Position schuldet oder ob er glühende Kommentare in der Kathimerini sich absichern wollte, zumal die Herausgeber [dieses Blattes] Ehemann und Schwiegersohn [der von Nik Begünstigten] sind.

Die Ernennung war ein Triumph für Nik in vielerlei Hinsicht. Er konnte so zeigen, dass er eine unbekannte Anwältin mit nicht gerade herausragender Karriere in den Staatsdienst nehmen kann und sie zur Ombudsfrau macht, indem wesentlich erfahrenere und besser qualifizierte Anwälte ignoriert werden, die im Büro der Ombudsperson seit Jahren arbeiten. Das schaffte er also, obgleich ein feindlicher Gesetzgeber im Weg stand und obwohl sein Innenminister, Sokratis Hasikos, jemand anderes vorgeschlagen hatte. Tatsächlich freute es ihn, seinen Minister öffentlich zu demütigen, mit dem der Lottides-Clan eh einen öffentlichen Krieg ausfocht. Kathimerini attackiert Hasikos erbarmungslos, während Demetris, der Schwiegersohn der Nutznießerin des Bakschischs, wiederholt ihren Freund Odysseas [Michaelidis, den Ober-Kontrolleur im Land] auf ihn angesetzt hatte. Den Mangel an Loyalität, den der Präs gezeigt hat gegenüber seinem Minister, ist umso verwunderlicher, zumal Hasikos‘ Zeitung, die Alitheia, seit Dekaden unterstützend über Nik schreibt. Doch er konnte Loyalität nicht erlauben, in seinen Weg zu geraten. Es galt, potentiellen Unterstützern zu zeigen, dass er der Bakschischkönig ist – und daher der Geeignetste, sich das OK zu holen, sollte man einen Posten bei der Regierung wollen. Ein paar Tage vor der Wahl im Parlament, trug die Kathimerini ein kurzes Beiträglein direkt aus der Arslikhan Schule für Journalismus vor, wahrscheinlich um klar zu machen, dass es kein Reinfall gibt bei Niks Anstrengung Lottides Ernennung zu platzieren[, sie formulierte]: „Von der Spitze der Macht ist mir zugetragen worden, dass Nikaros (Nik) sich viel von 2 Treffen verspricht, die er in Malta haben wird in diesen Tagen – an der Konferenz der Europäischen Volkspartei. Was mir gesagt wurde von meiner Quelle in der zyprischen Expat-Gemeinde der USA, ist, dass das Trump-Nikaros-Treffen nur noch einen Mausklick entfernt ist – im Juni. Und das verdankt sich dem sehr fähigen (Regierungssprecher) Nikos Christodoulides und natürlich der Hilfe, die Expats leisteten … .“ Wenig Zweifel daran, dass je näher die Wahlen rücken [auf Zypern], desto glühender die Artikel der Kathimerini über Nikaros erstrahlen werden, sodass man sich besser Sonnengläser aufsetzt beim Lesen zwecks Schutz. Nikaros kann hier auf Zypern zwei unterschiedliche Bedeutungen haben. Es ist eine andere Art „großer“ oder „macho“ zu bedeuten und ist oft in Gebrauch in Zusammenhang mit unserem Präs. Ein kleiner, stümperlicher Nik, dem alfamännliche Qualitäten abgehen, würde „Nikoudi“ genannt. Der sehr fähige Regierungssprecher, der weder ein Nikaros, noch ein Nikkoudi ist – vielleicht ein Nikaroudi – hielt seine US-Tour als Art Außenminister am Dienstag ab, machte aber klar zurück in Zyproulla, dass wir alle davon hörten, welch vielen wichtigen Treffen er hatte. Montagmorgens war er auf Staatsradio und informierte die Hörer über seine US-Kontakte mit dem Enthusiasmus eines Teenagers, der seinen ersten Besuch in einem Nachtclub erzählt. Den folgenden Tag war er allerdings nicht im Radio, um uns von seinen Montagstreffen zu berichten. Diesen Job überließ er dem CyBC-US-Korrespondenten. Er hatte wohl etwas verspätet kapiert, dass er in seiner neuen Rolle nicht dafür erkoren war, eigene Aktivitäten zu berichten. Er ist [jetzt] zu wichtig für so etwas.“

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Vielleicht würden Teile der Internationalen Gemeinschaft ja noch lauter pro Nikosia-Süd eintreten, wenn die nicht solch komische Angewohnheiten hätten. Das sind diese hier bereits wiederholt erwähnten Sitten, die an Ostern meist ihren tiefgangmäßigen Höhepunkt zelebrieren: Singvögelessen. Sie können es halt nicht lassen, vielleicht die meisten Zyprer, und da sind sie sich wohl mit vielen Türkischzyprern einig, dass so ein kleiner Piepser eine Delikatesse sein soll und bestens gefrittet wird. 2,5 Millionen Singvögel verspeisen die auf der Insel jährlich. Das ist eine Schätzung, denn offiziell soll der Verzehr ja verboten sein. Chris Packham hat mal wieder einen Dokumentarfilm darüber produziert und die Anzahl der verspeisten und teils elend verendeten Vögel (Leimruten) geschätzt. Der wird mit seiner Doku wohl vorrangig im Ausland Zuschauer entrüsten. So wenig, wie es einen ersichtlicheren politischen Willen gibt, das Zypernproblem wirklich zu lösen, so wenig scheinen die Herren und Damen im Parlament von Nikosia-Süd nahe dem eingestürzten und vielleicht schon wieder komplett aufgebauten Theater unweit des einsturzgefährdeten Restes des noch immer in Betrieb gehaltenen Krankenhauses daran interessiert, ihre Beschlüsse umgesetzt zu sehen in Sachen Zugvögelschutz. Zur Erleichterung des schlechten Gewissen, oder wie man es einschätzen darf, wurden kürzlich im Norden von sogenannten Aktivisten namens „dayanışma“ Straßennamen mit anderen Namen überklebt. Wir gehen mal davon aus, dass es die ursprünglichen griechischen Bezeichnungen waren. Das passierte selbstverständlich in „Solidarität“ mit griechischzyprischen Aktivisten (Linke Bewegung – wir wollen eine Föderation). Die hatten davor eine solche Überklebe-Aktion durchgezogen. BRAV. Der Kampf beginne in der Straße, war von den Aktivisten wohl auch noch zu vernehmen. Toll! Beruhigt wahrscheinlich wirklich schlechte Gewissen bei all jenen, die in jeweiligen Parlamenten auf Zypern offensichtlich gegen eine Wiedervereinigung, letztere als politisches Ziel hervorhebend, politisieren – nach dem Motto: Seht, unsere Jugend will es doch auch!

Ja, die Liebe zur Natur und ihren nicht-menschlichen Bewohnern. Nun: Den Briten ist wohl zu verdanken, dass nahe ihrer Basis in Akrotiris die Sumpflandschaft noch eine solche ist. Eigentlich sollten viele Zyprer den Briten dankbar sein, weil sie mit ihrem Einwirken mit sicherstellen, dass zu Ostern genügend Singvögel da sind, um den Osterhasen nach dem Verspeis von Singvögeln besser jagen zu können. Jagen, das muss schon sein! Das denken nicht nur hier viele. Derzeit scheint gerade Waffenruhe zu herrschen. Junge, in die Natur ausgesetzte Fasanenküken sind einem sogar schon fast ins Auto geflogen. Wahrscheinlich waren die noch nicht ganz ausgewildert genug und dachten, der gute liebe Jäger kommt, um sie zu füttern. Kann ja sein, dass der so ein Auto fährt wie unsereins. Im Herbst werden sie vollgefressen und gut gewachsen vor den Flinten ihrer vermeintlichen Freunde noch das Weite zu suchen lernen. Wenn es überhaupt so weit kommt, dass die Fasanen dazu kommen, die Gefahr wirklich zu kapieren. Passiert wahrscheinlich instinktiv? Bravo, dass die Briten einen gewissen Vogelschutz-Instinkt haben und seit Jahren es einfach nicht so ohne weiteres ermöglichen mögen, dass auch noch der Beach namens Lady-Mile zugepflastert wird mit geteerter Straße vor Limassol in Richtung Pafos unweit des Hafens. Herr Fylios Demetriadis, Betreiber eines Restaurants auf der Mile, ist ganz außer sich. Das Rathaus würde ihn schon seit Jahren versetzen. Er sei es doch schließlich, der in der Saison 300 Leute anstelle. Ob die von ihm Angestellten wohl dennoch aufstocken gehen müssen beim Sozialamt? Wir wollen es nicht wirklich wissen, denn Herr Demetriadis findet, er habe es verdient, endlich eine geteerte Straße bis zu seinem Restaurant zu erhalten, welches er schon 15 Jahre auf der Mile führt. Und Strom gefälligst auch. Schließlich ist er es, der den Strand vor seinem Restaurant sauber hält. Bislang muss der Gute Generatoren laufen lassen, um Elektrizität zu haben. Der Lärm dieser Dinger wird die Vögel gewiss nicht erfreuen und die Touristen und Einheimischen, die dort jedes Jahr aufs Neue im Sommer ihr Stelldichein zigtausendfach geben, wohl auch nicht. Ja, noch nicht mal EU-Fonds können beantragt werden, weil das Gebiet eben zur britischen Basis gehört – unerhört. Ein Skandal. Die Cyprus Mail zitiert in diesem Zusammenhang Sean Tully, Sprecher der britischen Basis, der sagte: „We have an obligation to protect the environment. It is a beautiful beach and the reason it is so beautiful is because it is protected!” Noch dies zur Umwelt: Climatellaunchpad ist eine Plattform, die Erfinder im grünen Bereich aufzuspüren sucht und daher kann bis zum 10. Mai 2017 jedermann seine oder ihre Erfindung einreichen: http://climatelaunchpad.org/application-form/. Der Gewinner wird am 18. Oktober 2017 ermittelt und erhält 10.000 € cash. Der Gewinn ist es also wert, anzufliegen?!

Irgendwie kriegt man es nicht wirklich mit. Oder man ist zu unaufmerksam? Haben Sie etwa registriert, dass ALPHAMEGA Supermarkt und die Cyprus Environment Protection Association (CYMEPA) sich vereint haben, um der Natur Gutes angedeihen zu lassen? Martina Meinders muss die ‚Umwelt-Aktivistin‘ heißen, die diese Zusammenarbeit angestoßen hat. Sie ist Deutsche – im Schifffahrtsgeschäft tätig, irgendwo in Limassol (Marin Shipmanagement Ltd.). Kurz: Die Plastiktüten bei ALPHAMEGA sind im Visier. Eine „plastic-bag-free“- Insel Zypern ist geplant. Es gibt also auch Lichtblicke hier. Wenn Sie erlauben, dann diese Bewertung dazu: sehr, sehr hochfliegende Ziele, die Frau Meinders & Co da haben. Wir wünschen Erfolg. Haben allerdings schon eine Einkaufstasche aus Stoff, die so ähnlich wohl auch im ALPHAMEGA gekauft werden kann. Diese Taschen sind mir wirklich noch nicht ins Auge geflogen – dort.

Apropos fliegen. Die Ersatzairline COBALT der Cyprus Airline – letztere wurde ja vor nicht allzu langer Zeit in den Sand gesetzt wegen Missmanagement usw. – bietet demnächst Flüge nach Beirut an – ab 55 €. Soll noch mal einer sagen, Zyprer hätten ein Problem mit Objekten, die fliegen wie Vögel oder Vögeln selbst. Oder dass es die Republik Zypern nicht gibt, wehe das behauptet noch mal einer. Frechheit! Dass diese Republik wahrhaft existiert, durften Kinder eines befreundeten Landes der Zyprer vor kurzem nämlich hautnah erfahren – Serben. Die wollten doch glatt über den Flughafen Larnakas in den freien Gebieten zu einem Festival für Kinder in den besetzten Gebieten anreisen, eine (Straf)Tat, die zudem dem im Norden der Insel liegenden unrechtmäßigen Nicht-Staat geholfen hätte, seinen Statusquo aufzubessern in der Welt der Legalen. Die Kinder samt Aufsicht wurden am Flughafen angehalten und erstmal eingesperrt 24 Stunden oder so. Ja, was glauben DIE denn? Können doch nicht einfach so rüberfahren ins türkisch geschaffene Nirgendwo! Scheinbar hat man die Kinder schon bald wieder nach Serbien zurückschicken können. Passten zwar nicht alle ins Flugzeug rein, aber immerhin. Komisch nur, dass Kinder aus Litauen oder Russland ungehindert zum Event ankommen durften im rechtsfreien oder besser illegitimen Norden. Eine Lektion sei uns allen das eben Geschilderte in folgender Sparte: Wie versaure ich mir meine Beziehungen zu einem befreundeten Land!

Dass Serbien gerade nicht so demokratisch unterwegs sein soll, dürfte wohl eher nicht der ausschlaggebende Grund gewesen sein (Vucic) für die Aktion am Flughafen von Larnaka. Eher, ist zu vermuten, ist es die Größe des Landes. Serbien gibt ja vor, in die EU rein zu wollen mit einem Fuß in Richtung Russland ausgestreckt. Und die politische und faktische Größe Serbiens ließ die zyprischen Behörden serbische Touristen wohl warnen, in den zyprischen Norden zu fahren. Ja, die sind in Serbien überwiegend Orthodox, so, wie die Zyprer. Aber eben zu klein und halt doch nicht so richtig EU-drin, um einfach das zu tun, was ansonsten ALLE anderen Touristen auch tun auf Zypern. Nicht ganz von der Hand zu weisen, ist das vorgebrachte Argument der zyprischen Behörden dann allerdings auch wieder nicht. Es häufen sich die Fälle, wo Morde oder andere Straftaten von Türkischzyprern in den „freien Gebieten“ begangen werden, die dann allerdings nicht zur Rechenschaft gezogen werden können, da sich die Täter in den Norden rüber retteten, wo Südzypern ja kein Auslieferungsgesuch stellen kann, weil es den „Pseudo-Staat“ nicht anerkennt. Andersrum geht’s auch, wo sich jemand in die Republik Zypern flüchtet, der im Norden eine Straftat begangen hat und nicht belangt werden kann. Das Europäische Gericht für Menschenrechte verurteilte neulich das Verhalten beider Seiten. Ein Wahnsinn sondergleichen also, dass der Mord beispielsweise an einer 16-jährigen Türkischzyprerin, Eylül Güzelyurtlu und ihren Eltern nicht aufgeklärt werden kann (Januar 2005, in Larnaka). Apropos: im Jahr 2015 soll die Republik Zypern an die 18 Personen in ihre nord- oder mitteleuropäischen Heimatländer zurückgeschickt haben. Sie alle hatten offenbar die Absicht, in Syrien als islamistische Kämpfer sich zu verdingen. Bekanntlich gelangt man ansonsten mühelos von Larnaka nach Girne usw. Nikolaou, der griechischzyprische Innenminister ergänzt: „Die Sicherheitsmaßnamen wurden hochgefahren!“ Schon seit längerem wird man an der Grenze rüber in den Norden, die ja keine Grenze darstellen soll, gebeten, seinen Ausweis zu zeigen. Der wird dann auch registriert im Computer auf griechischzyprischer Seite – auf türkischzyprischer passiert das sowieso. Selten gelingt es, nicht herangewunken zu werden, um dieses Prozedere über sich ergehen zu lassen. Jene, die den Grenzern mit Griechischzyprisch Antwort geben, werden meist nicht behelligt. Zu lesen war irgendwo, dass neuerdings Touristen auch gefragt werden, in welchem Hotel sie denn bitte sehr abgestiegen sind. Diejenigen, die dann eventuell sagen, ich habe keines, könnten durchaus Gefahr laufen, dass ihnen der Übertritt in den Norden neuerdings verweigert wird. Es gibt kein Zahlenmaterial darüber, aber die Fragestellung lässt darauf schließen, dass die Behörde verhindern will, dass Larnaka-Airport genutzt wird, um dann im Norden Urlaub zu machen. Offiziell, wie gesagt, werden solche Unverbesserlichen vom zyprischen Staat vor den Untiefen im Norden geschützt. Mit der Erdoğan-Administration gestärkt am Ruder in der Türkei ist jedem, der in den Norden Zyperns fahren mag, auch über Larnaka, dringend geraten, sich sein türkisches und kurdisches Umfeld, meinetwegen in Deutschland lebend, genau anzusehen und was man so auf Facebook etc. postet bezüglich Türkei, Kurdistan, Armenien und Genozid, Erdoğan, Islam usw. Man kommt schneller in die Mühlen erdoĝanscher Hetzjagd als wieder daraus hervor. VORSICHT ist die Mutter der Porzellankiste!

Vor kurzem erzählte mir jemand, um nicht nur, aber auch auf die Orthodoxie auf Zypern zurückzukommen im Thema, dass Hauspersonal aus Indien, Bangladesch usw., die christlichen Glaubens sind, in orthodoxe Kirchen Zyperns meist nicht reinkommen, um an einem Gottesdienst teilzunehmen. Deutsche, Franzosen und andere Europäer christlichen Glaubens, wenn sie nicht gerade aussehen wie Inder, ist zu vermuten, haben damit kein Problem. Allerdings werden letztere nicht auf Friedhöfen der Orthodoxie Zyperns beerdigt. Es soll aber einen solchen Ort irgendwo in Limassol für sie geben, sodass die Leichen nicht vor den Toren der Stadt vergraben werden müssen. Noch kann man sich nicht kremieren lassen auf Zypern als Leiche.

Da wäre noch diese Angelegenheit, die man eigentlich nur schlecht mitverfolgen kann. Und zwar geht es um das fürchterliche Geschrei der Südzyprer, die sich seit Jahren darüber aufregen, dass Festlandtürken sich im Norden niederlassen. Die müssten bei einer Wiedervereinigung der Inselteile ALLE zurück in die Türkei! – wird gesagt. Ja, und was ist mit den vielen Russen, Briten und Griechen, Arabern und Israelis, die sich vermehrt ihre zyprische Staatsbürgerschaft kaufen und sich hier niederlassen? Die Xristofias-Talat-Vereinbarung auf Zypern besagt, die eigentlich noch bindend sein müsste, dass sollten zum Beispiel 100.000 Griechen im Süden arbeiten und leben, dann auch genauso viele Festlandtürken im Norden Zyperns sich aufhalten dürften – und umgekehrt. „VIP-Immigration“ nennt sich eines der Offices, die die Pass-Angelegenheit für Leute mit viel Geld regelt, die Zyprer werden wollen – EU-Bürger. Das Büro liegt in Limassols sogenannter Touristik-Area und realisiert diesen ‚Traum‘ recht geschwind. Wir konstatieren eventuell: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!

Somit dürfte das Spektrum hier wohl abgegriffen sein, könnten Sie denken, wenn von Kindern über VIPs bis zu Leichen die Rede war – doch noch ist dem nicht so. Nein, von Geld war, wenn überhaupt, dann nur indirekt die Rede all die Zeit. Geld zu haben, wie Sie wissen, ist schon etwas Schönes. Noch schöner dürfte sein, sein nicht gesichertes Geld, welches man in einer Bank hatte, zurückzuerhalten, wenn es einem abgenommen worden ist – unverschuldet. Und Ähnliches war ja vielen einfachen Bankkunden in Zypern passiert, als die Laiki Bank schlappmachte vor ein paar Jahren und ihre Vermögen der Zentralbank Zyperns zugeschustert wurden. Kurz, eine Organisation, die sich Sykala nennt, hat sich mit dem Präsidenten der Republik und anderen zusammengesetzt und dieser Herr von der Sykala hat bedeutet bekommen, dass die knapp 100.000 €, die den Bankkunden abgeknöpft wurden damals, eventuell zurückbezahlt werden könnten. Nach dem, was gelaufen ist, hat man so seine Zweifel und fragt, ob hier eventuell die Rede von einem Trinkgeld ist, sodass die Sykala endlich Ruhe gibt? Anfang April blockierten Bauern nicht ganz zu unrecht Straßen im eh schon zugestellten Zentrum von Nikosia. Es muss die Hölle gewesen sein für Auto- und Busfahrer, für Fußgänger gewiss sowieso. Die Bauern forderten, dass die Zentralbank Kooperative (CCB) ihre Anteile, von denen 99 % dem Staat gehören, zurück an die Mitglieder der CO-OPs gibt. Eigentlich haben die früheren Mitglieder ja kein Recht, so etwas zu verlangen. Die CO-OPs waren jahrelang Ort von schlechtem Management und Korruption etc. Als die Pleite gingen, schoss der Staat damals 1.7 Milliarden € rein. Das Geld kam von internationalen Kreditgebern und wird – lustiger Weise – vom zyprischen Steuerzahler zurückbezahlt. Das heißt, nicht etwa die Mitglieder der CO-OPs blechen, sondern die Steuerzahler – und jetzt fordern die letzteren auch noch ‚ihr‘ Geld zurück. Wie es kommt? Nein, die sind wahrscheinlich nur etwas durchgeknallt, aber nicht ganz. Der Finanzminister Harris Georgiadis hat mal wieder etwas Mist gebaut. Der meinte, er würde Anteile der CCB rausrücken, die dann in der zyprischen Börse gelistet erscheinen würden. Man würde so einen Schritt erwägen, meinte er dummerweise öffentlich, und zwar für all jene, die Geld in der Finanzkrise verloren hätten, aber auch für jenen Personenkreis, der Kunde der CCB war und für Arbeiter. Dieser sowie anderweitig betriebener Populismus der Regierung Zyperns, könnte der DISY Partei bei den nächsten Wahlen einige, eventuell entscheidend wichtige Wählerstimmen kosten.

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Ja, Wahlen überall und auch in Zypern ist man bereits im Wahlmodus – wenn man den je wirklich verlassen hat. Wollen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Mittleren Kräfte – Nikos Papadopolous (DIKO), Giorgos Lillikas (EDEK), Giorgos Perdikis (Grüne) und Eleni Theoxarous (EURO.KO) – am Ausbaldowern waren, wer von den Genannten die Präsidentschaft von Anastasiadis anfechten geht mit der Unterstützung der anderen. Perdikis nannte die Mittleren Kräfte einst: „national chicken coop“). Grüne gibt es also auch auf Zypern, siehe Herrn Perdikis. Der scheint sich aber vor allem damit hervorzutun, in der Öffentlichkeit betont selten grüne Themen in die Debatte einzuwerfen. Das jedenfalls ist der Eindruck, der entsteht, wenn brav nahezu täglich APO MERA SE MERA auf RIK1 gesehen wird. Eine Plattform im Fernsehen ab 12 Uhr nachmittags ist das, die immer wieder Überraschungen parat hat. Anders als in Deutschland wird da Tagespolitik im Fernsehen betrieben – die verlängerte Bank des Parlaments ist diese Sendung. Lillikas soll ja seinerzeit, als die Finanzkrise war 2013, den Vorschlag gemacht haben, öffentlich, man könne doch bereits das Erdgas sozusagen vorausverkaufen, also bevor man es überhaupt gefördert, geschweige denn in der Quantität ermittelt hat, um die TROIKA aus dem Land zu halten und den Bailout zu vermeiden. Er meinte des Weiteren, dass 2022 ein realistisches Datum wäre, um seine erhaltenen Vorauszahlungen dann zu begleichen. Papadopolous schwadroniert gerade von einer Neuausrichtung der Politik, die nach dem Referendum in der Türkei zu erfolgen habe auf Zypern. Leider lässt Papadopolous Junior nicht wissen, was konkret geschehen soll und wie man glaubt, diese Neuausrichtung vereint bewerkstelligen zu können. Es riecht – mal wieder – bereits im Vorfeld nach hohlen Sprüchen. Apropos: Der nationale Hühner-COOP (die selbsternannte politische Mitte Zyperns) hat sich Montag den 24. April 2017 offenbar für Papadopolous als ihren Kandidaten fürs Präsidentenamt entschieden. Da kann man eigentlich nur noch sagen – wozu bekanntlich auch Herr Anastasiadis inzwischen Anlass gibt – schade um das schöne viele Geld, welches sinnlos weiterhin verschwendet werden wird in langen Sitzungen zwischen New York , Genf und Zypern. Denn eine Lösung der Zypernfrage, die will anscheinend ja keiner auf der griechischzyprischen Seite, jedenfalls keine, die man als FAIR gegenüber den Türkischzyprern bezeichnen wird können. Mit Nikolas Papadopolous, wenn er Anastasiadis das Präsidialamt abnehmen wird können 2018, ist diese Feststellung leider einmal mehr schon fast zwingend so zu sehen. Die Wiedervereinigungsverhandlungen werden für eventuell immer auf dem Parkplatz nationalistisch-ethnizistischer Verbohrtheit abgestellt verweilen. BRAVO.

Ob das Parking auf dem Hof der RIK-TV-Sender auch wirklich immer zugängig ist? Weil zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen die Herrschaften aus dem Parlament wohl eher nicht mal schnell rübergefahren, um in apo mera se mera sich zu zeigen. Genau: Die haben ja einen Fahrer und einige haben sogar Bodyguards – also wird es auch keine Schwierigkeiten wegen dem Parkplatz geben. Und was die Sicherheit angeht: Sogar die Beleuchtung hinterm Parlamentsgebäude im städtischen Park wurde mit einzig einer stärker leuchtenden Lampe verstärkt – heller als jemals davor und dass das Gemäuer des Parlaments weit genug davon weg liegt und das gut geschützt, weiß ich auch nicht so wirklich einzuschätzen – eher nicht. Plötzlich gibt es auch so etwas wie Böller vor dem Parlament und Parkverbote. Das waren noch Zeiten, als niemand an so was wie Anschläge denken brauchte. Doch auch zu jenen goldenen Zeiträumen war das Spesenkonto so manches Politikers auf Zypern etwas überhöht – um es mal gelinde zu sagen. Der Chef-Kontrolleur der zyprischen Nation, Herr Michaelidis, hat sich vorgenommen, das zu ändern. Endlich mal sollen die Parlamentarier ihre Flüge früher buchen und nicht auf den letzten Drücker. Das spart Geld, findet Michaelidis. Außerdem greift neuerdings eine neue Unart um sich unter den Parlamentariern. Parteien stellen immer mehr Externe an, dies und jenes zu tun, was aber von der Betriebskasse des Parlaments nach Gesetzeslage zu berappen ist. Der Anstieg in Rede: im Jahr 2015 von 69 Personen auf 101 Personen 2017. Das sind also 37%. Und so etwas müsse sich schleunigst ändern, findet Michaelidis. Von den Pensionsansprüchen mal ganz zu schweigen. Glavkos Kliridis und die DISY führten ja einst die Allgemeine Rente ein. Ansonsten: 18 Monate im Parlament gesessen und schon haste 1.300 und noch was Euro Pension monatlich. Da sind die einmaligen Bonis (75.000 und ein paar Verquetschte) verständlicher Weise noch nicht mit eingerechnet. Um die 700 Euro gibt es für Unterkunft monatlich, unabhängig davon, ob der Politiker überhaupt anwesend war. Ab 2012 neu hinzugekommenen Staatsangestellten, also nicht Politikern, werden die Pensionen von der Allgemeinen Versicherungskasse zukünftig ausbezahlt. Kurz: Herr Michaelidis macht sich unbeliebt. Eine Spaßbremse sondergleichen! Und was nicht lange auf sich warten lässt, sind Überschriften wie diese: „Er benimmt sich wie ein arroganter Schnösel.“

Der Finanzminister Harris Giorgiadis hat Michaelidis gerade am Hals. Einen Mann seiner DISY-Partei soll der Finanzminister regelwidrig eingestellt haben. Dieser Anstellung sei von der Kommission der Staatsangestellten nicht abgesegnet gewesen, meint Michaelidis. Wo er recht hat, da hat er nun mal recht. Was erwidert Georgiadis, dessen Ohren dabei leicht ins Flattern gerieten: „[Michaelidis] hat seine Objektivität und Unabhängigkeit verloren!“ Denn Michaelidis war inzwischen schon heißgelaufen und musste nun einfach mal in gewohnter Manier fragen, schließlich ist er der Oberprüfer des Landes: „Wie kannst du es wagen, MICH in Frage zu ziehen?“ Gockelgehabe halt. Nichts weiter passiert. Alltag. Doch dann, Michaelidis noch: „Wenn das Gesetz routinemäßig gebrochen wird, ist das keine Entschuldigung für mich, inaktiv zu bleiben (Cyprus Mail, 19.04.17).

Was sticht uns ins Auge? Das Wort „routinemäßig“. Das sagt schließlich nicht irgendwer. Keine Sorge, wir werden hierüber nicht ins Detail gehen, also zu: wer pickte seinen Gegner wann wohin und wie etc. Federn lassen jedenfalls beide – im Ansehen. Vielleicht nicht ganz passend ist, hier gleich hintenanzustellen, dass die Zyprische Zentralbank sich Mitte Monat April 2017 anscheinend gezwungen sah, öffentlich kundzutun, sie könne die gestellten Ziele in Sachen Reform des Finanzwesens sowie der Bank selbst nicht einhalten. Beispielsweise könnten „nicht rechtzeitig genügend Informationen eingereicht werden bezüglich der Einlagen der Kunden …“. Immerhin konnte woanders, und zwar von rechtswegen „Klarheit“ geschafft werden, was das DING mit den öffentlichen Märkten angeht. In Nikosia ist es bekanntlich der Mittwoch und der Samstag, an dem Markt ist. Leider findet der Markt seit geraumer Zeit an ein und demselben Ort in der Stadt fest, was früher anders war. Nun, das hat man also so geregelt und wird seine Gründe gehabt haben. Geregelt ist neuerdings auch, was zuvor als DING bezeichnet worden ist: dass „auf dem Markt kein anderer Verkäufer beschäftigt werden kann, wenn die Erlaubnis zum Betreiben eines Standes einem Verkäufer gehört und nicht einem Produzenten“, also einem Bauern. Die Verkäufer finden die Gesetzesänderung nicht sonderlich lustig. Beispielsweise könnte man nun noch nicht mal mehr zur Toilette gehen, da ja niemand, außer einem selbst, hinter dem Ladentisch stehen dürfe. Gern wurden nämlich Flüchtlinge angestellt, auszuhelfen. Und wie zu erfahren war, hat so mancher Verkäufer am Ende des Tages ‚vergessen‘, seine Hilfskraft ganz oder genügend auszubezahlen. Es gibt schließlich nahezu unendlich viele Bewerber auf dem hinter vorgehaltener Hand sogenannten Sklavenmarkt, die anscheinend hoffen, sie könnten besser abschneiden als ihre Vorgänger. Dieses Spielchen hat das neue Gesetz nun also auch unterbrochen. Wir dürfen damit rechnen, dass eine Art Umgehung des Gesetzes wahrscheinlich schon in Anwendung ist, die aber hier noch nicht bekannt ist. So wie Letzteres der Fall ist, werden wir Sie darüber in Kenntnis setzen. Not macht ja schließlich erfinderisch, da frisst der Teufel sogar Fliegen. Wie im Film ist das.

20 Filme können innerhalb von 9 Tagen an den „Cyprus Filmdays“ gesehen werden, die mal in Nikosia, mal in Limassol zu sehen sind. Die Filme sind mit Untertiteln in Griechisch und Englisch. Das 15. Festival dieser Art in Zypern beginnt Donnerstag, den 27. April 2017, also heute. Details dazu können unter www.cyprusfilmdays.com angesehen werden. Das Railto Theatre in Limassol, wo die Filme in Limassol gezeigt werden, gibt gewiss auch gern Auskunft: 00357 777 777 45. In Pafos werden die Berliner Philharmoniker zu hören sein am 30. April 2017 sowie am 01. Mai. Das bi-kommunale Jugendorchester wird am 30. April bereits nachmittags sein Können unter Beweis stellen und einige Philharmoniker werden sie dabei unterstützen. Sogar der deutsche Botschafter läuft auf. Ein kleiner Umtrunk (Rezeption) ist bereits angesagt, Einladungen verschickt. Klar, es wird Klassik gespielt werden – vorwiegend. Mal hören gehen, wie die die alten Klassiker kopieren, beziehungsweise interpretieren.

Dringend angesagt ist, sagt das Komitee zuständig für Kommerz und dergleichen mehr, dass Zypern ENDLICH Verordnungen erlässt, die es auf Linie bringen mit den Vorstellungen, die die EU über das Copyright hat. Das alles ist fällig bis Ende Juni. Nachdem, wie die Diskussion darüber geführt wird, besteht die Möglichkeit, dass der Termin – lang und breit Grundsätzliches und anderes mehr diskutierend – vertrödelt wird; und dann gibt es womöglich eine Strafe vonseiten Brüssels. Ein weiteres Limit wird zusehends gerissen auf Zypern, und das ist der steigende Konsum von Alkohol unter Jugendlichen, die noch keine 18 Jahre alt sind. In der Studie wurden 15 und 16-Jährige nach ihrem Alkoholkonsum gefragt. Demnach sollen Jugendliche in Georgien am kräftigsten zuschlagen mit 72 %, gefolgt von Tschechien und Zypern mit jeweils 68 %. EU-Durchschnitt liegt anscheinend bei 48%. Yamaz!

EBRD hat ihr jährliches Treffen und Geschäftsforum in Nikosia vom 9. Mai bis zum 11. Mail 2017. Es geht um grünen Wachstum und wie man regionalen und globalen Herausforderungen zu begegnen gedenkt. 65 Länder werden teilnehmen. Präsident der EBRD ist Herr Chakrabarti. Unter anderen werden auch Minister aus Bosnien, Ägypten, Georgien, Griechenland, Jordanien Kasachstan, Moldavien, Polen, Rumänien und der Ukraine anwesend sein. Ein großer Event, der einmal mehr die Wichtigkeit der Republik Zypern in der Region belegt!

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„Wir sind der Süden!“

Quelle: „Wir sind der Süden!“

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Nichts ist hier OK!

Quelle: Nichts ist hier OK!

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Die Israelis hielten zusammen mit der Republik Zypern ihre jährlichen Manöver ab – und das ist wohl OK so. 3 Tage lang soll der Spuk gedauert haben. Das Manöver bezog das gesamte Territorium der Republik Zypern ein. Man ist allerdings trotzdem noch nicht so weit, den Präsidenten der Nordzyprer, Mustafa Akinci, wieder an den Verhandlungstisch zurückgeholt zu haben, OK?

Das Sich-die-Schuld-geben-Spiel ist anstatt voll im Gange. Präsident Anastasiadis weilte in New York, wo er vor dem Capital Link Forum eine Rede hielt: http://forums.capitallink.com. Am 22. März lief dort das sogenannte „Invest in Cyprus Forum“ ab: http://forums.capitallink.com/cyprus/2017/. Apropos: Zypern scheint dieses Jahr einer Touristenschwemme entgegenzulächeln. Eigentlich ist die Zeit reif, in die Infrastruktur vermehrt auch aus eigenem Säckel zu investieren. Mal sehen, was sich ergeben wird. Anastasiadis sprach in New York davon, dass Zypern eines der Länder Europas sei, welches ökonomisch schnell wächst. Zypern sei dabei, das volle Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, meinte er. Und gern mag Zypern enger mit den USA zusammenarbeiten zukünftig. Dass die US-amerikanischen Öl-Erdgasförderriesen Noble und Exxon in Zypern nach Erdgas suchen unter anderem, zeige allen das Vertrauen, welches die USA in das Land setze. „Unser Ziel ist, den Mittleren Osten in ein Energie-Zentrum zu verwandeln.“ Anastasiadis versicherte den USA, dass Zypern seinen Part treu und aufrichtig ‚spielen‘ wird. Von Junk-Niveau sei man ja schließlich inzwischen bei BB+ angelangt in der Bewertung durch Standard & Poor.

Seit 1995 operiert die Capital Link auf dem internationalen Markt, und scheint eine Organisation zu sein, die vor allem von einem US-Amerikaner mit griechischen Wurzeln betrieben wird. Sie ist beheimatet in New York, London, Shanghai, Athen, Oslo und seit 2017 auch in Limassol. Dass die Capital Link inzwischen in Limassol ist, kriegt man auf den Webseiten der Organisation allerdings erst weit unten irgendwo mit, nachdem etwas länger heruntergescrollt werden durfte. Vielleicht ist dem ja so, weil sich Capital Link damit noch nicht groß brüsten mag – oder aber sie haben vergessen, ihren Standort in Limassol gleich zum Anfang zu erwähnen, wie die anderen in der Welt; siehe ganz unten am Ende der folgenden Webseite: http://forums.capitallink.com/cyprus/2017/pre_event_pren_v1.pdf.

Capital Link behauptet von sich, sie könne Connections für ihre Kunden in der Welt knüpfen und diese verbessern, vor allem in Sachen Schifffahrt und Transport etc.  Die Art und Weise, wie sich das Unternehmen präsentiert, erinnert stark an das, was man ansonsten so auch auf Zypern oft geboten kriegt von Offshore-Firmen, Anwaltskanzleien und dergleichen: weltweit operierend, Service-Leister, sich bestens vernetzt präsentieren und das gern und oft als one-man-show und, versteht sich, auf Hochglanzpapier etc.

Capital Link develops on a global scale its investor relations products and services, with particular focus on web-based applications, webcasting, virtual roadshows and investment conferences.“

Ja, das Unternehmen geriert sich also auch als Finanzdienstleister, und würden wir nicht in der Ära Trump leben und würde nicht Herr Ross seinen Posten in der US-Regierung innehaben – er stand zuvor der Bank of Cyprus vor -, dann würden hier auch keine AHA-Effekte entstehen im Kopf.

Interessant ist auch, sich die Mühe zu machen, auf der Website der Capital Link mal nachzusehen, wer dort alles als Kunde aufgeführt wird. Es gibt eine lange Liste, ja, ein Ableger der Deutschen Bank wird angegeben, auch einer der Credit Suisse und zu allerletzt auf der langen Liste, man staune, steht auch die türkische Yapı Kredi.

Na, ob die zyprische Regierung einem solchen Unternehmen, welches offensichtlich verspricht, auch türkische Unternehmen auf den internationalen Markt zu puschen, wirklich so viel Aufmerksamkeit geben sollte, um seinen Präsidenten plus einer kleinen Entourage von Toppolitikern der Insel (Haris Gorgiadis, Jorgos Lakkotritis, Marios Dimitriadis) seine Aufwartung derart pompös zu machen, zumal man ja doch ansonsten bemüht ist in Nikosia-Süd, möglichst Abstand zur Türkei zu halten und jene in die Schranken zu weisen versucht, die mit der Türkei auf Zypern kungeln oder mehr: http://forums.capitallink.com/about_us/our_clients.html.

Es ist leider nicht all zu leicht, an Namen zu kommen. Gemeint ist: Wer steckt hinter der Capital Link? Doch bevor ich es vergesse: Zypern hat am 21. März 2017 an der Börse in New York, die Glocke zum Schluss des Tages geläutet: https://twitter.com/anastasiadiscy/status/844298660825436127?s=08. Ist das nicht aufregend und wirklich Grund, auf der Insel zu investieren? Überzeugen Sie sich hier noch mal davon: http://forums.capitallink.com/cyprus/2017/.

Doch wer ist denn nun dieser Macher oder diese Macher von Capital Link? Konnte noch immer nicht auf einen Namen für Sie, verehrte Leser, stoßen. Das muss doch zumindest heraus zu finden sein! Unter anderem sind da in New York auf dem Forum für um in Zypern zu investieren auch so illustre Leute, wie die „WISTA CYPRUS Women’s International Shipping & Trading Association“ vertreten. Wer da wohl alles dahinter steckt?

Nun, da die Hellenic News of America eine der Unterstützer des genannten Events zur Promotion Zyperns als Investitionsziel sein soll, wollen wir doch mal sehen, ob wir auf deren Webseite etwas mehr über die Damen und Herren von Capital Link erfahren können: https://hellenicnews.com/.

Nee, deren Webseite bringt auch nicht viel weiter. Wiederholt – mehr oder minder -, was schon auf der Webseite der Capital Link steht, siehe https://hellenicnews.com/capital-links-invest-cyprus-forum-wednesday-march-22-2017-new-york/.  Doch, hurra, ein Name ist gefallen, der vielleicht doch noch etwas Licht in die Angelegenheit bringen könnte, nämlich der der Cyprus – US Chamber of Commerce: http://www.cyprususchamber.com/.

Auf was man nicht alles stößt beim Kramen nach Leuten, die sich scheinbar in der hintersten Ecke ihrer Webseiten verbarrikadieren. So zum Beispiel auf den absoluten Supermann, also den Super-Zyprioten schlechthin, die Rede ist von Theoharis David. Sagen Sie nicht, Sie hätten von dem nie was gehört! Er ist wirklich der Größte. Ok, nicht der Größte in Körpermaßen, aber einer der „großen Zyprioten“. Diesen Titel erhielt er allerdings bereits am 21. Juli 2015: http://www.cyprususchamber.com/news/theoharis-david-faia-named-a-great-cypriot/.

Tut mir leid, doch wirklich Wichtigeres als Vasilopita-Anschneiden konnte ich auf dieser Webseite der Handelskammer der Zyprer in den USA ansonsten nicht ausmachen: http://www.cyprususchamber.com/events/vasilopita-cutting/.

Vielleicht ist ja interessant, sich mal anzusehen, wer in den Staaten als Zyprer den Weg nach OBEN geschafft hat. Nach kurzer Durchsicht erscheint mir Herr Philip Christopher derjenige zu sein, der es am Weitesten von allen gebracht hat, weil wahrscheinlich ausgestattet mit viel Kontakten und dergleichen mehr; doch auch er scheint nichts ersichtlich mit Capital Link zu tun haben zu wollen: http://www.cyprususchamber.com/meet-the-chamber/nicolas-nicolaou/.

Jedenfalls zeichnet die Capital Link jedes Jahr aufs Neue gewisse Leute mit einem Preis aus. Zufällig sind darunter viele Namen, die sich, wie könnte es anders sein, auch woanders wiederfinden – zum Beispiel auf der erwähnten Investoren-Veranstaltung für Zypern in New York; genauer: um Zyperns Schifffahrt noch besser ins Geschäft zu bringen etc.: http://capitallink.com/cl_leadership_awards.php.

Der eine Mann mit Bart ist auffällig oft auf Bildern dieser Webseite zu sehen – bei Preisverleihungen. Er muss einer der Macher von Capital Link sein. Bloß, wer ist er?

TRARA, Volltreffer!

Sollten Sie die Links aufgemacht haben, wird Ihnen gewiss der zuvor erwähnte Herr Ross noch in Erinnerung sein, bzw. schon über den Weg gekommen sein. Und ich dachte: Na, den kriegst du auch anders, als in einem vorherigen Beitrag auf Zypernundmehr-News nach seinem exakten Namen und Position zu suchen. Ja, die Rede ist von Wilbur L. Ross, der in der Bank of Cyprus mal eine Zeitlang seine Kreise als finanzieller Heilsbringer, oder so, gezogen hat. Und klatsch, da ist er nun endlich, versteht sich als einer jener, die von der Capital Link geehrt wurden: http://capitallink.com/cl_leadership_awards.php.

Doch was da auch noch steht, ist, es gibt einen Präsidenten der Capital Link, der endlich mal namentlich genannt wird: Nicolas Bornozis. Sie haben es erraten, den googeln wir mal besser gleich. Und was sieht das entzückte Auge? Er ist derjenige mit dem Bart, der immer wieder zu sehen ist auf den Fotos der Webseite von Capital Link bei Preisverleihungen. Wir lesen auch noch: Er ist der Gründer, Präsident und CEO der Capital Link in einer Person. Toller Typ. Er scheint die oben bereits angesagte one-man-show zu sein, eben die namens Capital Link. Versteht sich, dass er Mitarbeiter, Angestellte und dergleichen mehr hat, doch das α-Tierchen, das ist er. Unter anderem hat er folgenden Wertegang vorzuweisen:

He also established and managed, Alexander Capital, L.P, a US broker-dealer firm, which developed brokerage and investment banking business in North America with the Greek, Egyptian and Russian markets. Sold the company at the end of 2003 to a group of US investors representing Russian interests. Between 1998 and 2002, he also established and managed Alexander Asset Management, Inc. which handled portfolios invested in the Greek and European equity markets.“

Wie dem auch sei. Die Schiffsbranche ist größtenteils noch in griechischsprachiger Hand auf der Welt. Oder anders ausgedrückt: Es sind Griechen, die in Amerika ihre Karriere machten und machen, die vorrangig dieses Feld bearbeiten weltweit. Einen guten Einblick darüber gibt folgender Artikel: https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-03-21/how-the-u-k-has-beaten-predictions-of-a-brexit-crunch-so-far.

Und was den guten Herrn Ross angeht, der ist Trumps Handelsminister: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilbur_Ross.

***

Bleiben wir doch noch etwas beim Business.

Die Außenhandelsstatistik für 2016 Zyperns sieht folgendermaßen für die „hauptsächlich sich vollzogene Entwicklung aus:

Die kompletten Importe/Ankünfte (das deckt die gesamten Importe aus Drittstaaten sowie Ankünfte von anderen EU-Mitgliedsstaaten) im Januar 2016 bis zum Dezember 2016 betrugen 5.960,0 Millionen € gegenüber 5.141,6 Millionen € im Jahr 2015. Die kompletten Exporte/Versand (siehe vorherige Klammer) im Januar 2016 bis zum Dezember 2016 betrugen 1.736,5 Millionen € gegenüber 1.739,7 Millionen € im Jahr 2015. Das Handelsdefizit belief sich im Jahr 2016 auf 4.223,4 Millionen € gegenüber 3.402,0 Millionen € in der entsprechenden Zeitspanne des Jahres 2015 (siehe: statistical service of the Republic: Intra-Extra EU Trade Statistics (Summarised Data).“

Das obige Zahlenmaterial versetzt einen ob seiner Dimensionen nicht gerade in Staunen – oder vielleicht doch, nämlich, wegen seiner relativen Bescheidenheit. Nehmen Sie es, wie Sie wollen. Man ist hier schon fast versucht, zu schreiben: Investitionen sind mehr als erforderlich. Wollen wir hoffen, dass in New York was in diese Richtung gehend angestoßen werden konnte bei dem Forum, in dem Investoren angelockt werden sollten für Zypern.

Griechenland, war kürzlich irgendwo zu lesen, habe sich nun doch Zypern zum Vorbild genommen. Nicht erschrecken. Es geht lediglich darum, dass jemand in Athen oder Thessaloniki aufgefallen sein muss, dass auffällig viele griechische Studenten auf Zypern ihren Abschluss machen – meist an den privaten Universitäten. Überhaupt ziehen beide Teile der Insel in Sachen Bildung viele Menschen aus der ganzen Welt an. Es ist inzwischen ein nicht mehr weiter unbenannt zu lassender Industriezweig geworden, ok, sagen wir besser Wirtschaftszweig. Sonst könnte noch jemand denken, hier soll über dreieinhalb Ecken darauf angespielt werden, dass die akademischen Diplome oder Abschlüsse gewissermaßen industriell gefertigt vergeben werden. Es soll allerdings nicht ganz so schwierig sein, seinen Master oder Bachelor nicht zu bestehen, wird gemunkelt. Scheint auf Zypern also so in etwa zu sein, wie in den meisten Bundesländern der BRD, speziell Berlin, wo einem das Abitur auch nicht gerade allzu viel abverlangen soll. Doch geschenkt kriegt man es ziemlich gewiss nirgends. Ein gewisser Fleiß muss noch aufgebracht werden!

Dass die Grünen auf Zypern eifrige Verfechter der Umwelt sind, diese Aussage mag so manchen auf die Palme bringen. Wilde, kleine Müllhalden gibt es hie und da immer wieder zu sehen, vor allem auch, wenn man an schönen Orten spaziert, die nicht so von Touristen frequentiert werden. Dort erwartet man so etwas dennoch nicht und sehen mag man es erst recht nicht. Ganz schlimm, finden nicht wenige, sind die großflächigen, durchsichtigen Plastikfolien, die zuweilen riesige Felder abdecken – also in der Landwirtschaft vorrangig im Gebrauch sind. Es ist allerdings schon besser geworden damit, als noch vor ein paar Jahren, als Teile dieser Plastikmassen sehr oft irgendwo herumlagen. Doch dennoch trifft der Naturfreund immer wieder auf Plastik, gern am Straßenrand und eher landeinwärts als direkt an der Küstenstraße. Und das rottet da achtlos vor sich dahin, wenn es das nur richtig könnte. Bekanntlich braucht das Zeug ja einige Zeit seiner Beschaffenheit wegen, bis es im Plastikhimmel vollkommen ankommt. Versteht sich, dass bei dem vielen Plastik, welches gewiss auch mal schnell hie und da in die wenigen Flüsse und das schöne weite Meer vom Wind getragen wird, nicht unerwähnt bleiben darf, dass in Kaufhäusern oder einfachsten Geschäften auf Zypern mit Plastiktüten ganz freigiebig verfahren wird. Man ist schon fast versucht, seine Leinentasche Zuhause zu lassen. Wahrscheinlich outet man sich damit ausgerüstet zum Einkauf als Unverbesserlicher oder Störenfried etc.

Und doch ist der Gedanke an Umweltschutz offenbar auch auf Zypern noch nicht ganz totgeschlagen. Der Agrarminister, der auch für die Entwicklung der Provinz verantwortlich zeichnet sowie für die Umwelt, Herr Nikos Kouyalis, hat letztens die „medical waste management facility“ in Tseri eingeweiht. Die befindet sich in diesem Ort in der 42 Eleftheriou Venizelou Straße, wo die Medevents & Publishing Ltd. die sogenannte „Medwaste Treatment“ betreibt.

Nein, das ist keine verdeckte Geldwaschanlage, die Medwaste Treatment – soll es jedenfalls nicht sein. Man weiß ja nie. In Pafos und andernorts verstanden es schließlich auch einige Verantwortliche, die beauftragt waren, das Ding mit dem Abfall und/oder Abwasser zu regeln, noch ein bisschen und mehr in die eigene Tasche zu arbeiten. Die Verlockung ist halt so groß, wo das Geld doch so locker abhängt – wie beim Pflücken die Oliven am Olivenbaum; so stellt man sich das wohl besser vor. Manche Olivenbäume sind so alt auf Zypern, dass sie noch nicht mal gefällt werden dürfen.

Andere Verordnungen besagen, dass Geldwäsche von unehrlich verdientem Geld nicht – mehr – erlaubt ist, also zu Fall gebracht worden ist. Transparency International sagt so etwas jedenfalls. Die Transparency soll auch sagen, Zypern gehe dagegen am rigorosesten vor von allen – rigoroser als Deutschland, Großbritannien oder die USA. Bei sogenannten juristischen Personen sollen gar keine Hinweise auf Geldwäsche und dergleichen gefunden oder festgestellt worden sein auf Zypern. Die Kontrollen wurden auf der Insel (südlicher Teil) in den letzten Jahren hochgefahren, genauer seit 2013 – gemäß der zyprischen Wirtschaft, die anzog. Im Gegensatz zu den Jahren 2012 und/oder 2011, wo 215.000 € Strafe wegen Geldwäsche usw. bezahlt werden mussten, sind es nun so um die 170.000 €. Lediglich 1/5 der Fälle musste anderweitig bestraft werden (Knast usw.).

Die griechischsprachige, zyprische Sigmalive stellt am 12. 03. 17 dann aber in einem Artikel klar bezüglich Geldwäsche: „Daher sind gewisse unbegründete Anschuldigungen, die in manchen Fällen an verbale Verunglimpfungen erinnern [innerhalb der EU], ein Teil des [weltweit geführten] Wettstreits. Gewisse Befunde der Untersuchung [, teils oben angeführt,] legen dar, dass Zypern nicht auf der Liste der Steuerparadiese gelandet ist, welche die EU herausgibt.“ Insofern, so die Sigmalive weiter, sind solche Anschuldigungen fehl am Platz.

In welch feindlicher Umwelt man aber auch lebt auf Zypern. Alle wollen was von diesen friedliebenden Menschen, die doch eigentlich Opfer sind, Opfer der türkischen Besetzung von 1974 und eigentlich auch Opfer der Briten, zumindest etwas, die ja bekanntlich ihre Militärbasen auf der Insel haben und wahrscheinlich vorerst auch nicht vorhaben dürften, ihren Platz an der Sonne unweit von Afrodite zu räumen.

Nein, der Terrorist vor dem Parlamentsviertel in London letztens war kein Zyprer. Es soll ein Islamist gewesen sein. Zyprer machen so etwas wohl nicht, auch wenn gerade mal wieder Sprengstoff, Drogen und wer weiß noch was in einem Auto gefunden wurden – in Zusammenhang mit einem Fußballspiel. Davon wird bislang ausgegangen. Zu viele Zyprer leben schließlich auf den britischen Inseln und sind auch ansonsten in der westlichen Welt an guten Stellen immer mal wieder verankert. Ihr orthodoxer Gaube und Griechischsprechen hat das wohl vorrangig ermöglicht.

Und da sagt London doch so in etwa: Habt euch nicht so, ihr Griechischzyprer, und akzeptiert jetzt endlich mal die 4 Freiheiten, die die türkischsprachigen Nordzyprer stellen, um zum Abschluss der Wiedervereinigungsverhandlungen mit den Türken zu kommen!

So etwas bringt düstere Erinnerungen bei vielen Griechischzyprern hervor, welche die Engländer schon Mitte des vergangenen Jahrhunderts mehrfach verdächtigen mussten, eher den Türkischsprechern beizustehen. Ja, vielleicht wiederholt sich ja Geschichte doch. Denn wie die CYTATODAY sogleich schlussfolgert, haben die Engländer allen Grund, so etwas Unerhörtes in die Welt zu setzen. Denn sollte es zu einem Abschluss der Verhandlungen der beiden Teile auf Zypern kommen, stünd wohl auch die Position der Briten auf der Insel zur Diskussion.

Herr Nihat Zeybekci, türkischer Wirtschaftsminister, sagte vor ein paar Tagen beim Fernsehgespräch mit jungen Akademikern unter anderem, welches auf TRT1 ausgestrahlt wurde, dass sein Land und Großbritannien noch enger zusammenarbeiten werden. Beweis dessen sei unter anderem, dass die britische Premierministerin gleich nach dem Beschluss des Brexit ihren ersten Auslandsbesuch in die Türkei gelegt habe. Im Rahmen dieser Veranstaltung ermutigte Zeybekci seine Mitbürger bei dieser Gelegenheit, Technologie und Firmen im Ausland aufzukaufen, die profitabel und zukunftsweisend sind. Die Exim-Bank würde nahezu unbegrenzt Kredite zur Verfügung stellen und der türkische Staat würde sich finanziell an der Tilgung des Kredits beteiligen (Türkische Export Kredit Bank). Nun, es geht darum, meinte Zeybekci, die Türkei in einen Staat zu verwandeln, der als Produzent von Produkten noch stärker in Erscheinung tritt. Dass die Türkei vermehrt Investoren aus Malaysia, China und Japan anzieht, ist ein offenes Geheimnis und wahrscheinlich ein weiterer Grund, warum die EU zögert, drastische Maßnahmen gegen die Türkei zu ergreifen. Und diese Einschätzung der EU ist vielen viel zu opportunistisch und daher eher falsch. Denn die EU ist es ja, wird argumentiert, die seit Jahrzehnten von der Wertegemeinschaft, die sie darstelle, spricht. Dass die EU in Rom zum 60-Jährigen ihrerseits 2 „Gangarten“ sich vorgenommen hat, also, dass gewisse Staaten den Zusammenschluss miteinander innerhalb Europas zukünftig eventuell schneller vollziehen könnten als mit anderen, ist eine Maßnahme, die indes schon seit 20 und mehr Jahren angesagt war zur Rettung Europas nach Meinung maßgeblicher Ökonomen; nur ist sie zu diesem Zeitpunkt nicht gerade EU-zuversichtlich stimmend. Ganz im Gegenteil, eventuell. Nicht nur die Osteuropäer haben nun nämlich begründet Angst, abgehängt zu werden, sondern auch Länder wie Zypern, die ihr größtenteils hausgemachtes und durchaus, nach Ansicht vieler, auch willentlich aufrechtgehaltenes Problem der Spaltung nicht gebacken bekommen. Letztere dürften trotz angeblich guten Bilanzen und ökonomischem Aufschwung, an der Peripherie Europas noch ins Wanken geraten in einem zweigleisigen EU-Projekt, womöglich gar zu einem strategischen Spielball noch dezidierter werden, von denen es bereits in der Region eh zur Genüge gibt.

Anekdote am Rande: Dass Anastasiadis bei seinem Besuch in Rom zur gewissermaßen Neuauflage der Römischen Verträge durch die Mitgliedsstaaten der EU seinen Namen in offenbar riesengroßen Lettern verewigte, soll Kanzlerin Merkel einen kleinen Lachanfall beschert haben – und verdeutlicht durchaus, wie die Dinge in Zypern mental gestrickt sind. Nikosia-Süd erwartet derzeit, jeden Tag stellen Journalisten gespannt die Frage, ob Präsident Anastasiadis, wie einst Kleridis den Us-amerikanischen Präsidenten Clinton, Donald Trump bald treffen wird? Vom Selbstverständnis her ist die nicht ganz nachvollziehbare Dringlichkeit und positive Beantwortung dieser Frage offenbar von großer Wichtigkeit – eine weitere Trophäe, mit der es sich möglichst zu schmücken gilt? Herr Trump soll in der Vergangenheit sogar schon mal in Zypern gewesen sein – als Tourist. Nun, das Selbstverständnis vieler Zyprer beruht unter anderem auch darauf, dass Zypern für die EU ja schließlich DER Gewinn sondergleichen ist, siehe Energiesektor oder die Rolle als Mittler im Nahen Osten.

 Zur mentalen Befindlichkeit der Zyprer gibt es bei Amazon gute Lektüre von Herrn Kaisar V. Mawratsas, einem zyprischen Soziologen, der die mentale Befindlichkeit der Insulaner eingängig und trefflich ins Wort fasst: „Gesellschaft der Proleten“.

Dass das Selbstverständnis mental im Norden der Insel ähnlich vor sich hindämmert wie im Süden, mag manchem die neueste Forderung von Präsident Akinci sein, der fordert, dass die Anastasiadis-Regierung sich für ihr Fehlverhalten bei der Abstimmung im Parlament zur Einführung der Feier eines Enosis-Tages in Schulen entschuldigt, bevor er, Akinci, sich wieder an den Verhandlungstisch setzt. Und so lange werden dann wohl auch, oder noch länger, die 4 Freiheiten ein Thema sein vonseiten der Türkischzyprer.

Die EU hat aber schon wissen lassen, dass sie diese 4 Forderungen der türkischzyprischen Seite entschieden zurückweist. Das beruhigte Präsidenten Anastasiadis und seine Mitstreiter doch wirklich immens. Von denen da in Brüssel auch noch Eins aufs Dach zu bekommen, wäre nun wirklich nicht mehr auszuhalten gewesen. Dann hätte man sich womöglich noch mit Israel in irgendeinem schlecht vorstellbaren Staatenkonstrukt wiederfinden müssen?

Wie dem auch sei: die Manöver mit den Israelis sind heldenhaft beendet worden vor ein paar Tagen. Alle in der Region (Griechenland, Jordanien, Ägypten ausgenommen) haben gewiss gezittert vor Angst und Zypern–Süd glaubt nun wohl weiterhin, und das vorerst zurecht, mit diesem Rückhalt, in der Welt weiterhin Türen in ihrem Sinne aufstoßen oder aufhalten zu können.

Das ist gelungene Diplomatie!?

Also wirklich, dieser britische Außenminister Boris Johnson, na, der soll noch mal auf die Insel kommen! In New York ist er allerdings auf Anastasiadis getroffen, noch bevor das Investors-Ding für Zypern stattgefunden hat, doch scheint der ihn wegen seiner Vorstellungen, dass man sich auf die 4 Freiheiten einlassen solle, nicht angefahren zu haben. Hier ist leider nicht bekannt, was sich die Herren Johnson und Anastasiadis zu sagen hatten. Wahrscheinlich so in etwa das Übliche, wenn sie im vorherigen Belang nicht Klartext miteinander sprachen.

Obgleich: Das geht ja jetzt nicht mehr so richtig. Der Austritt der Briten aus der EU macht die zyprische Angelegenheit, sagen wir mal anstatt komplizierter, spannender; und das macht gewiss einige mehr Worte erforderlich, die über das üblich verwendete Vokabular hinausgehen dürften. Herr Anastasiadis ist im Englischen, nachdem, was die Bilder im Fernseher zeigen, recht wortgewandt. Die Grammatik sitzt, wie man sagt. Er wird sich doch nicht etwa in diese Gefilde begeben haben? Und warum erfahren wir nichts davon? Es wird schon rauskommen. Schon bald. Irgendwann wird die News herausgelassen.

Ja, ja: Es wird ja schon geliefert. Etwas Geduld, bitte. Die 4 Freiheiten, von denen die Rede war, beinhalten also:

A – dass nach der Wiedervereinigung alle Türken im Norden, also alle, den gleichen Status haben werden

B – dass Türken der Türkei sich einfach mal so auf dem wiedervereinten Zypern niederlassen können, und zwar ohne vorherige Bewilligung, ohne erforderlichen Beschäftigungsnachweis und ohne eine Zeitlang dort zuvor präsent gewesen zu sein

C – freie Bewegung sowie Niederlassung auf der Insel und Arbeitssuche. So erhalten Türken dieselben Rechte wie Bürger der EU

D – dass also auch Geschäfte überall für und von Türken eröffnet werden können, dass auch Studenten und Saisonarbeiter kommen und gehen können, wie es gefällt

Wenn diese Angaben der Philnews vom 13. 03. 17 so auch nur annähernd stimmen, habe etwas frei übersetzt, kann man zu den 4 Freiheiten doch eigentlich nur noch sagen: CHAPEAU! Die wären dann definitiv Kandidaten für Friede, Freude, Erdogan auf der Nord- und Südseite der Insel der Afrodite, die dann wohl schon bald das allgemeine Gedenken an sich mit einem osmanischen Sultan teilen müsste; was der Dame vielleicht nicht ganz widerstrebte, nachdem, was man so liest und hört über sie.

Also so geht’s ja nicht!

Ja, wo kämen die Griechischzyprer denn dann wohl hin?

Der arme Erzbischof! Ich sehe ihn jetzt schon weniger im Fernsehen oder mit Politikern, in seinen Fabriken und zukünftig noch öfters in einer der vielen Kirchen auf Zypern, um zu tun, was ein frommer Mensch nun mal hauptsächlich tut, beten.

Und wissen Sie, was auf dem Dokument, in dem die 4 Freiheiten formuliert sind, drauf gestanden haben soll der PhilNews zufolge: „Dieses Gesuch der Türkei ist nicht neu!“

Daraufhin ging dann auch am 11. März 2017 nichts mehr bei der JCC. Keine Überweisungen konnten mehr getätigt werden, es war, als seien die 4 Freiheiten schon im Anmarsch.

Scherz bei Seite.

Der Black-out bei der JCC hatte ziemlich sicher nichts mit dem Gesuch, die 4 Freiheiten für Türken auf der Insel zu berücksichtigen, zu tun. Ein Techniker bei der JCC ließ wissen, der Ausfall sei allerdings nicht die Schuld der JCC, sondern habe mit einer Überbelastung des Servers der Abteilung fürs Straßenwesen (τμήματος οδικών μεταφορών) zu tun.  

Nun, dieses Problem scheint vorerst gelöst zu sein.

Das Problem der etwas hohen Arbeitslosigkeit ist noch nicht gelöst. Im letzten Viertel des Jahres 2016 existierten 438.167 Personen, also 62,9% (68,2% männlich, 57,9% weiblich), die Arbeiten hätten können. Im Jahr 2015, waren es im selben Zeitraum 427.489 Personen, also 61,2%. Einer Arbeit gingen auf Zypern 374.651 Personen nach (68,1% männlich, 49,9% weiblich). Arbeitslos waren 55.516 Personen, also 12,9%. Als arbeitsfähig wird angesehen, wer 15 Jahre und älter ist. Von Menschen, die zwischen 15 und 24 Jahren alt sind, waren in Zypern 29,8% arbeitslos (22,5% männlich, 36,2% weiblich). Anscheinend haben davon 39,6% weniger als 6 Monate nach Arbeit gesucht. 16% suchten 6 bis 11 Monaten. 44,4 % müssen als Langzeitarbeitslose verbucht werden.

Das Zahlenmaterial kommt auf Grund einer von Brüssel vorgeschriebenen Erhebung zustande, die nach Vorschrift 577/98 des EU-Rates durchzuführen ist. Die Erhebung wurde in 3.800 zyprischen Hauseinheiten in allen Provinzen Süd-Zyperns durchgeführt. Das hat bestimmt etwas gestresst.

Die Türkei macht neuerdings auch wieder Stress. Sie ist dagegen, dass die Republik Zypern weiterhin nach Erdgas vor ihrer Küste sucht. Somit scheint die Aussicht, mehr Arbeitslose zukünftig von der Couch zu Hause herunterzuholen sich eventuell einzutrüben, bzw. eingetrübt zu verbleiben. Dass diese Angelegenheit des Streits um die Erdgasförderung noch längst nicht bereinigt ist für das EU-Mitglied Zypern, dafür dürften, wenn es dumm läuft, durchaus auch noch andere, und nicht nur die Republik Türkei sorgen.

 Fehlt also nur noch, dass wieder verhandelt wird zwecks Wiedervereinigung. Nicht falsch verstehen. Immer weniger Leute dürften damit rechnen, dass die Verhandlungen auch mal einen – wie soll man sagen – zivilisierten Abschluss finden, je länger sich das Ding zeitlich in die Länge zieht vor dem Hintergrund der Entwicklungen ringsum. Letzteres weist durchaus daraufhin, dass auf Zypern anstatt sich zu einigen, verhandelt wird, bis es knallt, also bis irgendein einschneidendes Ereignis dieses recht gut eingespielte ‚Spiel‘ beendet.

Wie auch immer das Ereignis aussieht, zu befürchten bleibt, es könnte eher ein etwas wenig zivilisiertes Aussehen haben. Ende April 2017 werden sich voraussichtlich Unterhändler, oder wie man sie besser nennt, treffen und dann wird die Leier der Wiedervereinigungsverhandlungen wahrscheinlich wieder von Neuem los- oder weitergehen – sollte Akinci auf seine Entschuldigung bestehen und sollte Anastasiadis sich entschuldigen.

Wie hier bereits erwähnt worden ist – auch in anderen Beiträgen -, hat der türkischzyprische Präsident Akinci auch ein Problem damit, dass in südzyprischen Schulen plötzlich wieder ein Erinnern an den Enosis-Tag eingeführt werden soll – ganz zu schweigen vom eher selbstherrlich vorgetragenen Anspruch Nikosia-Süds bezüglich der „Reichtümer“, die im Meer vor der Insel liegen.

Wir hier auf Zypernundmehr bleiben dabei: Das Abstimmungsergebnis im Parlament der Republik Zypern, um ein Erinnern an die Vereinigung mit Griechenland (Enosis) von Schülern wiederzubeleben, welches mit Hilfe der Regierungspartei nur zustande kommen konnte, ist nicht nur sehr fragwürdig, sondern bereits eher alarmierend.

Präsident Anastasiadis dreht seither Schleifen in der Welt, um alle davon zu überzeugen, dass es mal wieder die Türkischzyprer sind, die nicht verhandeln wollen, doch auch wenn der zyprische Nationalrat nachträglich „anonym“ bekundet bzw. beschließt, dass Enosis, also das Zusammengehen mit Griechenland Zyperns, nie wieder Thema sein wird, ist das wenig vertrauenseinflößend für Türkischzyprer. Dies, zumal jeder weiß, dass das Wort in Nikosia-Süd nicht immer gehalten wird. Es ist einfach schon zu oft der Fall gewesen, dass dem so war.

Und in diesem Zusammenhang ist die recht gewagte Forderung der 4 Freiheiten durch Nordzypern auch zu sehen. Außerdem ist zu vermuten, dass Nikos Anastasiadis bereits Wahlkampf betreibt und ihm der Affront mit dem Norden gerade zu Pass kommt. Zwar hat man 22 Monate Verhandlungen hinter sich. Und wenn Eide, der Sondergesandte der UN für Zypern, davon spricht im Zusammenhang mit dem Enosis-Gedenken in Schulen, dass diese Angelegenheit „außerhalb der Verhandlungen“ sei, hat er sich derart einmal mehr, wie eigentlich alle seine Vorgänger es auf ihre Weise taten bei der UN, ersichtlicher auf die Seite der Griechischzyprer gestellt.

Er ist parteiisch und nichts Anderes ist eigentlich zu erwarten in einer Welt der Double-Standards. Leider ist das Ding inzwischen sehr offensichtlich geworden für viele, scheinbar überall. Nicht umsonst schreit Erdogan neuerdings unverblümt von „Faschismus“, der ihm begegne – „Rassismus“.

Nur so viel dazu: Recht dumm von Präsident Erdogan, die Dinge so zu benennen, wie er es tut. Von Double-Standards zu sprechen, wäre wirklich ausreichend. Hörte sich einfach diplomatischer an. Und noch das:

Ja, die Politiken Herrn Erdogans und Co sind nicht weiter zu unterstützen. Er läuft geradezu in Richtung Diktatur namens Türkei. Es gilt daher, den Handel und die Zollunion der EU mit der Türkei besser gleich als später größtenteils auszusetzen, wenn man glaubwürdig erkennen lassen will als EU, dass man nicht an einem neuen kriegerischen Brandherd interessiert ist und seine WERTE wirklich meint. Es scheint inzwischen eventuell schon egal, ob Erdogan die Verfassungsreform durchbringt oder nicht – ein Konflikt steht bevor, der allerdings gemäßigt werden kann, noch kann man das veranlassen. Der türkischen Bevölkerung wird es allerdings mittelfristig nicht egal sein, ob der kurze ökonomische Höhenflug des Landes und die relative Sicherheit (vorwiegend im Westen der Türkei und den ersten 8 Regierungsjahren der AKP) nur ein Intermezzo ist oder war oder ob dieses Land ENDLICH dahin gelangt, wo Erdogan es voraussichtlich vergeblich verspricht hinzubringen. Der Kleptokrat Erdogan und sein Anhang müssen gestoppt werden und seine Flucht nach Pakistan oder Qatar jetzt schon unterbunden werden – auch wenn Mubarak in Ägypten skandalöser Weise wieder auf freiem Fuß sein darf seit letzter Woche. Unerhört! Und mit solchen Regimen macht die EU Geschäfte und die BRD zeichnet noch immer Verträge mit dem Ägypter SISI, wie vor kurzem wieder geschehen.

Auch das ist die Aufgabe von guten Freunden, als die sich die EU zuweilen ausgibt, zu kritisieren und der Kritik auch spürbare FOLGEN zukommen zu lassen – auch Deutschland ist da in der Pflicht. Und das Szenarium Brandherd Türkei ist allemal düsterer als vielleicht nochmals 2 oder 3 Millionen Flüchtlinge aufzunehmen, die Zuflucht in Europa suchen. Und die wirtschaftlichen Beziehungen mit der Türkei temporär einzufrieren und vielleicht auch mal gerechter zu gestalten, wäre wirklich von Nöten – denn der, wie Zeybekci auf seine Art sagte, Knebelvertrag der Zollunion der Türkei mit der EU, sei für die erstere nicht weiter so fortzuführen. UNMÖGLICH.

Letzteres, also gerechtere Verträge aufzusetzen und ein klares STOP-Zeichen zu setzen, wäre durchaus auch eine humanistische und eher keine kriegerische Maßnahme. Doch das heißt nicht, dass man bei Demonstrationen, wie geschehen vor ein paar Tagen in Bern auf dem Parlamentsplatz, Plakate ungehindert durch die Straßen tragen lässt, die zum „Mord“ Erdogans aufrufen. Und da ein Revolver in Richtung des auf dem Plakat abgebildeten Kopf Erdogans zu sehen ist, wo darunter „Kill Erdogan“ steht, kann kein Mord auf diplomatischem Parkett gemeint sein, sondern „Mord“. UND DAS GEHT ECHT ZU WEIT. Haberler.com meldet am 28.03.17, dass die anarchistische Devrimci Gençlik Bern dafür verantwortlich ist. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, bislang ohne Verhaftungen vorgenommen zu haben, beklagt die Haberler.com.

Dass Erdogan, abgesehen von der Todesstrafe, die er durch Referendum eventuell wiedereinführen lassen will, auch über den Beitritt zur EU abstimmen lassen mag, erscheint aus erdoganscher Sicht gewiss folgerichtig – auch wenn die Schweiz nicht zur EU gehört, aber indirekt halt doch schon irgendwie.

***

Trump ist politisch am Taumeln, eigentlich auch Erdogan; und dies trifft auch wirtschaftlich zu. Beide könnten sich als letzten Strohhalm an kriegerischen Auseinandersetzung im südöstlichen Mittelmeer über Wasser halten wollen (Russland, Großbritannien). Es ist auch daher höchste Zeit, dass der Opposition in der Türkei ersichtlich eine Chance gegeben wird von der EU, der demokratischen Opposition im Lande, und deshalb: größtenteils aussetzen des Handels und der Zollunion mit der Türkei, now, plus gerechteren Verträgen!!!

Dass die Republik Zypern nicht spürbarer auf die Bedürfnisse der Türkischzyprer eingeht, hat eben auch solche Forderungen wie die angesprochenen 4 Freiheiten zum Ergebnis, was den Stand der Dinge recht trefflich reflektiert auf seine Weise. Die instabile gesellschaftspolitische Lage auf Gesamtzypern gibt nicht nur Anlass zu Verschwörungstheorien der Art, dass das Versagen beim Verhandeln von langer Hand von gewissen Mächten geplant sein soll, sondern sie bietet vor allem ein Einfalltor oder Austragungsort für alle unerwünscht möglichen Entwicklungen, die sich bereits abspielen in der Region. Und da hilft auch nicht, dass sich anscheinend der Papst in Rom zu Wort meldete. Anscheinend hat der den Türken geraten, mit NEIN abzustimmen. Offenbar können türkische Staatsbürger auch in Italien ihre Stimme abgeben, was nun auch in Deutschland seit 2-3 Tagen der Fall ist. Erdogan schimpft entsprechend und meint zur abgegebenen Meinung des Papstes: „Da zeigt sich das Wesen der Kreuzritter gegen die Muslime aufs Neue!“

Insofern ist es recht unklug von der Republik Zypern, sich diesen ‚Luxus‘ zu leisten und darauf zu bauen, dass im Ernstfall jemand in Brüssel, Washington oder Moskau sich zu ihren Gunsten regen wird, wenn beispielsweise der Norden Zyperns für die Republik Zypern als zugehöriger Teil für eventuell länger als die bereits verstrichenen 40 und mehr Jahre weiterhin ‚verloren‘ gehen wird!

Die letzte Meldung, die hier reinflatterte und so in etwa von Belang sein könnte, zu dem, was bislang geschrieben steht: Anastasiadis und Akinci werden sich nun doch schon früher als von Akinci angekündigt, treffen. Den kommenden Sonntag wird es so weit sein. Akinci lässt vorweg wissen, dass das ein Treffen (2.April) sein wird, welches nichts mit den zuvor geführten Wiedervereinigungsverhandlungen direkt zu tun hat. Man trifft sich lediglich zum Lunch und um auszuloten, ob man sich noch einig werden kann, um dann eventuell ein Treffen im Rahmen der genannten Verhandlungen anzuberaumen.

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Kandern Feb/März 2017

Quelle: Kandern Feb/März 2017

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Lug und Trug

Lug οδερ Trug

Was ist das schon, Wahrheit? Kommen nicht alle Zahlen aus der Null. Und die Null ist doch so in etwa unwahr-wahr? Weil sie ist doch, und gibt vor, NICHTS zu sein. Oder doch: Nicht-ist ist also nichtig im Nichts?! Purer Schein?

Der Monat Februar des Jahres 2017 scheint in folgender Hinsicht eventuell nicht mein Monat zu sein dieses Jahr. Da trägt und schreibt man Material über 2-3 Wochen zusammen, um diesen Artikel Ende Monat fertig zu haben, und was ist? NICHTS. Irgendwie muss die Datei überschrieben worden sein und der Schuldige dafür, der schreibt Ihnen das gerade. Nun mal sehen, was noch alles in Erinnerung ist vom einst Geschriebenen. Und – ja, Sie glauben es nicht – die verwendeten Quellen sind auch nicht mehr zur Hand, weil sie im verlorengegangenen Text ja angegeben wurden und danach gleich in den Papierkorb gewandert sind. Das soll mir eine Lehre sein!?

Düster kann noch erinnert werden, dass in dem angefangenen Artikel kurz auf den Abbruch der Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern eingegangen worden ist – ja, es war sozusagen unvermeidlich. Und düster war ja auch der Himmel über mir um 7 Uhr morgens in Südwestdeutschland – bin nämlich gerade den Tag vor besagtem Verlust des Dateiinhalts wieder aus Zypern angekommen gewesen.

Nun. Streit war und ist in Zypern darüber ausgebrochen, ob nun der Präsident der Türkisch- oder der Griechischzyprer den Verhandlungstisch mit düsterem Antlitz verlassen hat vor kurzem. Dass der türkischzyprische Präsident Akinci durchaus berechtigt Grund hat, aufzustehen und zu gehen, scheint der allseits ziemlich geschätzte Petroclus in seinem Artikel namens „Coffee-Shop“ in der Sunday Mail Zyperns, auch nicht ganz verstehen zu wollen – siehe den 19. und den 26. Februar 2017. Er schreibt in so etwa davon, dass es sich die Griechischzyprer doch sowieso gar nicht leisten könnten, es zu einer Wiedervereinigung der Inselteile kommen zu lassen, weil sonst bei zu vielen unter den Griechischzyprern sogenannte Pfründe und Vorteile ziemlich sicher den Bach heruntergingen – also ausbleiben würden. Petroclus findet, es handle sich lediglich um einen Kampf um die moralische Hoheit, der ausgefochten werde zwischen den beiden Seiten. Das stimmt zwar, doch ist das viel zu kurz gedacht – durchaus etwas zu griechischzyprerfreundlich. Denn es dürfte Akinci und vielen anderen Türkischzyprern mittlerweile allmählich ziemlich aufstoßen, andauernd und immer wieder mit der Ignoranz, der anmaßenden Arroganz und der Macke der Griechischzyprer sich einzubilden, die Besten zu sein, konfrontiert zu werden – besser jedenfalls finden die sich im Allgemeinen als die Türkischzyprer, und zwar in jeder Hinsicht.

Was war geschehen?

Also: Die Griechischzyprer verabschiedeten kürzlich im Parlament, dass in den Schulen der Republik wieder der Enosistag, die angestrebte Wiedervereinigung der Insel von einst mit Griechenland, abgefeiert wird. Stünden wir nicht vor dem angeblichen Abschluss der angeblich gut vorankommenden Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern mit dem Segen und der Unterstützung der UN, könnte man ja vielleicht noch der Argumentation von Petroclus aus der Sunday Mail das OK geben. Doch nicht so! Denn die Türkischzyprer haben das anmaßend dominante Gehabe der Griechischzyprer schon einmal teuer bezahlt in der Geschichte vor 1974, als den Türkischzyprern die Türkei zur Hilfe kommen musste, um das Schlimmste zu verhindern. Zwar haben die Türken mit Beihilfe der Türkischzyprer dann auch recht ‚unverhältnismäßig zugeschlagen, aber es war vordringlich ein Reagieren und nicht ein Agieren: Vergewaltigungen, Morde, Folter eben alles, ist man schon fast verführt zu schreiben, was zu einem stinkigen Konflikt zwischen ‚besten‘ Nachbarn dazugehört. Weil interessant ist noch immer, die Beteuerungen hie und da zu hören, dass vor den Konflikten und Spannungen in den 1950 Jahren anscheinend ein geradezu freundschaftliches Verhältnis zueinander geherrscht haben soll. Manchmal hört man auch etwas von: „wie familiär“.

Es darf wohl davon ausgegangen werden, dass keiner der überwiegend türkischsprachigen Nordzyprer Lust auf eine Neuauflage der blutigen Auseinandersetzungen hat oder darauf, politisch, gesellschaftlich und ökonomisch noch mehr und womöglich noch unverhohlener in die Ecke gedrückt zu werden – wie es ihnen ja die Blockade aufzwingt, denn bekanntlich wird der Staat Nordzypern als solcher lediglich von der Türkei international akzeptiert. Auf Grund der betriebenen Politiken auf europäischer und griechischzyprischer Ebene darf aber schon bald damit gerechnet werden, dass dieser Boykott durchbrochen wird. Kandidaten dafür gibt es viele und Gründe noch mehr.

ES IST EINFACH NUR DUMM, wenn Leute wie Anastasiadis, die vorgeben, sich mit den Türkischzyprern wiedervereinigen zu wollen, auch noch dazu beitragen, dass ein Antrag der griechischzypischen Faschisten (ELAM) im Parlament nur deswegen durchgewunken wird, weil sie, die Regierungspartei DISY, der Anastasiadis, der Präsident der Republik Zypern ja angehört, sich der Stimme enthält – wohl wissend, dass als Ergebnis dieses zuvor erwähnte Gedenk-Ding aus den 1950er Jahren für Schüler rauskommt.

Irgendwie kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass solch Hahnengehabe von Politikern weltweit so eine Art Muster geworden ist, an dem es sich scheinbar auszurichten gilt – Trump, Erdogan, Netanjahu, Sisi, Orban, Duterte, Putin und der nette Herr aus Nordkorea mit der hochamüsanten Nachrichtensprecherin, die seine Großtaten im nordkoreanischen Fernsehen unnachahmlich und stets sehr aufschlussreich verkündet; von der Frauenfraktion wäre da zweifelsohne die Dame in la grand nation übern Rhein hinweg zu nennen, die zur Präsidentin gewählt werden mag – Madame Le Pen etc.

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Ist nun von Eurogate die Rede, denken Sie gewiss: aha, ein weiterer Skandal. Und das ist so schon der Fall, aber nicht irgendwo in Brüssel oder Straßburg ist dieser zu verorten, wo gewiss einige „gates“ noch aufzudecken sein dürften, sondern es ist die leidige Angelegenheit im Hafen von Limassol/Zypern gemeint. Jedenfalls steht das, was danach hier zu lesen ist, auch im Zusammenhang mit der sogenannten Privatisierung, welche ja einst von der TROIKA auch Zypern verordnet wurde, worunter unter anderem auch der Hafen von Limassol gefallen zu sein scheint. Die Privatisierungen werden und wurden in Zypern, wie auch in Griechenland, sehr widerwillig betrieben mit entsprechendem Ergebnis – eher nicht zufriedenstellend und eigentlich auch nicht wirklich zielführend.

Kürzlich in die Verlegenheit gekommen, auf die Schnelle einen Drucker kaufen zu müssen in Zypern. Geriet dabei wahrhaft in Bedrängnis. Der alte Drucker hatte nämlich den Geist aufgegeben und ein neuer musste einfach GLEICH her. Und diesmal sollte es ein Laserdrucker sein, kein billiger Tintenstrahler mit teuren Kartuschen mehr. Gern einer der neuesten aber ausgereifteren Maschinchen, der möglichst ohne Schnickschnack, also ohne Scanner, Fax, Wifi und so weiter seinen Dienst möglichst treu und ohne Widersprüche verrichtet über Jahrzehnte bestens. Leider war nichts mehr auf Lager von dem, nachdem ich fragte. Das sagte der junge Angestellte in seinem kleinen Shop mit Bedauern in der Stimme in der kleinen Stadt Kitti bei Larnaka. Und so musste Vorlieb mit dem genommen werden, was noch so herumstand. Grund dessen: Die Container im Hafen stehen womöglich immer noch voll bepackt herum (an die 3.000 waren es mal) und keiner transportierte das Zeug durchs Land in die Läden und woanders hin, denn die Transportgesellschaft, Kranarbeiter und somit ihre Gewerkschaften (Povek und Lastwagenfahrerunion) hatten gestreikt. Eurogate ist der Operator, der die Container im Hafen händelt, wie neuerdings schon bald auf Neudeutsch geschrieben werden wird dürfen.

Die Eurogate bedauerte, dass die Transporter und Kräne im Hafen streiken. Ja, 21 weitere Fahrer aus Deutschland wurden angefordert, um die Kapazitäten der Firma zu verstärken, verkündet Eurogate. Dann gebe es weitere 7 Cargo-handling-Maschinen. Die Streikenden trauen Eurogate wahrscheinlich auch jetzt noch nicht über den Weg. Die versprechen nämlich und halten nichts, war zu vernehmen von den Streikenden. „Ersatz!“, das wollen die Streikenden. Und der gehört ihnen von Eurogate gezahlt – und keine Hinhalterei mit Worten. Eurogate hatte diese Ersatzzahlungen bereits versprochen, doch dann wieder zurückgenommen. Kompensation für die Zeit, wurde und wird gefordert, welche die Transporter am Hafen stehend vergeudeten. Dafür wird Eurogate verantwortlich gemacht und nun zur Rechnung gebeten. Schnellverderbliches wurde dem Vernehmen nach aber wegtransportiert: Gemüse, Früchte etc. Eurogate ihrerseits drohte: „Wenn die Kranführer ihren Streik demnächst nicht aufhören, werden sie Kompensationszahlungen zahlen müssen!“

Klar doch, es gibt einen Minister, der eigentlich die Dinge regeln sollte, Marios Demetriades. Dem wird vorgeworfen, beim Streik nicht rechtzeitig und professionell genug eingeschritten zu sein. Der Vorwurf lautet, er habe beim Abschluss des Vertrags zwischen dem Staat und Eurogate verpasst – obwohl er im Jahr 2015 ein paar Monate vor Abschluss des Vertrages ausdrücklich darauf hingewiesen worden war von dem obersten behördlichen Aufseher -, eine Klausel einzubauen, die besagt, dass wilde Streiks und dergleichen, ganz einfach nicht vorkommen dürfen und können – dass also ein Minimum an Aktivität aufrecht zu halten ist im Hafen und nicht alles aus dem Ruder laufen darf und kann, wie es kürzlich eigentlich schon der Fall gewesen ist. Als gutes Beispiel dient durchaus die Firma Hermes am Flughafen von Larnaka, wo solch eine Klausel besteht. Ministerien, wie das Beispiel auch in Londons Hafen mit Rothschild & Sons Ltd. oder der Dubai Hafen zeigt, erheben vermehrt solche Klauseln, was durchaus Sinn macht. Es muss einer Regierung in Fällen von Streik an neuralgischen Punkten, die Möglichkeit offengehalten werden, sich notfalls einen anderen Vertragspartner suchen zu können, um nicht erpressbar zu sein oder es zu werden.

Nun, wenn man sich das Bauspar-Urteil in Germany anguckt, wo Bausparer von Seiten des BGH, wenn nicht geprellt, so doch eindeutig gegen das gemeingültige Vertragsrecht verstoßend ihrer Ansprüche auf Prämienzahlung enthoben werden, indem den Bausparern von Seiten der Bausparversicherung der Vertrag gekündigt werden darf neuerdings, scheint manchem genau so etwas als weitere Verschärfung der Lebensumstände zu sein, die darüber hinaus mit einer geminderten Vertragssicherheit behaftet ist, was nun wohl auch in Deutschland im Entstehen zu sein scheint. Letzteres beklagenswerter Weise ist zumindest für jene, die die sogenannt Schwächeren sind bereits ein hängendes Demoklesschwert. Ähnliche Beispiele scheinen weltweit vermehrt Fuß zu fassen.

Nun, weil wir schon dabei sind: die Abschiebung von Afghanen nach Afghanistan lässt sich in eben Gesagtes durchaus gut einreihen, zumal offenbar auch das Asyl- und Menschenrecht zukünftig gefährliche Blessuren erleiden soll müssen, und das eben auch in Deutschland, ausgerechnet in Deutschland, wo die Bundesrepublik in Afghanistan durchaus noch EINIGES gutzumachen hat. Gerade hat sich ein zum Polizisten ausgebildeter Afghane 11 seiner ‚Kollegen‘ in den Tod gehen lassen. Er hat sie erschossen und ist dann geflohen. Wahrhaft, kein sicheres Land!

Apropos: Eurogate glänzte zudem auch noch mit Fehlern in der verwendeten Software im Hafen von Limassol. Mal abgesehen davon, sollen der Hafen und die Marina in Larnaka weiter ausgebaut werden. Anscheinend ist das auch der Fall in der Gegend um Mari und dieser Ort liegt ungefähr in der Mitte von Limassol und Larnaka. In Mari ist nämlich ein neues und größtes Industriegebiet Zyperns im Entstehen; und was an Industrieanlagen des Hafens in Larnaka bislang stand, soll nach Mari umgesiedelt werden und MEHR – vollständig. Es wurden dazu 893.000 Euro 2017 bereitgestellt. Dieser Entscheid war bereits am 18. Januar 2017 vom Transportministerium, genauer, von der Mehrheit im griechischzyprischen Parlament beschlossen worden. Bis Ende 2017 dürften sich die Kosten aber auf 1.137.339 Euro belaufen. Kann also gut sein, dass ein Kredit von 2.029.000 Euro aufgenommen werden muss, schreibt am 18. Februar 2017 die griechischsprachige POLITIS Zyperns, die eigentlich das Sprachrohr der DISY-Regierung Zyperns genannt werden kann.

Bleibt noch zu erwähnen, wie man in Deutschland sagen würde, dass die Angelegenheit im Hafen von Limassol zur „Chefsache“ erhoben wurde. Das heißt: Präsident Anastasiadis intervenierte. Und das tat er, indem er die Schuld zuerst einmal auf „die ausländischen Investoren“ schob. Mancher fragte sich schon, ob Herr Anastasiadis den Vertrag mit den von ihm beklagten „Ausländer“ etwa wieder unterschrieben hat, ohne zu lesen, was drin steht – so wie es vorgekommen sein soll, als er einen Vertrag mit der Zentralbank Zyperns unterschrieb.

Es ist also die DISY-Regierung, die den Vertrag mit der Firma am Hafen (Eurogate) letztlich unterschrieb und somit ist sie auch verantwortlich für das Desaster. Und auch am Hafen haben sie – wie in Nikosias Mitte – eine Zweiteilung vorgenommen, das heißt, zwei Firmen eingespannt, die Dinge zu richten und durchzuführen. Die Regierenden der Republik Zypern wussten auch, dass die deutsche Firma (Eurogate) im Hafen längst nicht ausreicht, um den Hafen zu betreiben, auch, dass bereits Millionen Euros ausgegeben worden waren, das DING zusammenzuhalten, sodass das Management des Hafens keinesfalls in zwei Hälften geteilt werde. Es dürfte wohl so in etwa 1 Monat und ein paar Tage mehr oder weniger ins Inselland gezogen sein, in denen gestreikt wurde. Die „EHRE“ Zyperns als „marine Großmacht“ steht und stand auf dem Spiel!

Am Rande:

Die berühmt berüchtigte „Liste Lagarde“ und die „Panama-Papers“ werden von den Regierenden in Nikosia nicht berücksichtigt. Als gebe es sie nicht. Erwiesenermaßen kann in diesen Dokumenten nachverfolgt werden, dass die Steuerhinterziehung im Land sogar zugenommen hat: im Jahr 2015 waren es 1.743 Millionen Euro und das Jahr davor 1.579 Millionen Euro. Die auffälligen Geldbewegungen vor der Krise von 2013, schreibt Konstaninou Zachariou in der Charavgi vom 22. Dezember 2016, scheinen auch niemanden zu interessieren wollen in der Regierung. Zachariou resümiert: „Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen!“

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Von Stillstand an einem anderen, zuvor schon kurz erwähnten neuralgischen Ort in Zypern, kann derzeit nicht gesprochen werden. In Berlin hat man kürzlich den Verantwortlichen aus seinem Posten gekickt, weil der Flughafen in Schönefeld 2017 noch immer nicht in Betrieb genommen werden kann. Von solchen Maßnahmen hat in Zypern niemand was vernommen in Sachen „Elefteria-Square“ von Nikosia, der seit langer, langer Zeit wie eine offene Wunde das so benannte Zentrum der Hauptstadt ‚ziert‘. Schneckentempo träfe es wohl schon eher anstatt Stillstand, um den Fortschritt der Arbeiten für das neue Herz der zyprischen Hauptstadt zu bezeichnen.

Halten wir es kurz: Bis Ende 2017 müssten die Arbeiten eigentlich beendet sein. Diese Bedingung stellt der EU Strukturfond. Eigentlich könnte dieses Ziel, jetzt, wo sich vor Ort endlich etwas – wieder – sichtlich bewegt, geschafft werden; also so, dass mal erkennbarer als jetzt Häuser, Treppen, Parks, Parkplätze und dergleichen mehr im früheren Grün stehen. Letzteres, das Grün dort, dürfte wohl von den meisten Hauptstädtern nur noch in bitterer Erinnerung (wegen seines Verschwindens) existieren. Viel Beton wird demnach zukünftig ein paar Bäume umgeben, die den Kahlschlag überleben dürfen. Irgendwelche naiven Menschen hatten das Gesamtprojekt am Eleftheria Square einst mit 23 Millionen Euro projektiert.

Ha-Ha!

Zwar hat das Rathaus in Nikosia schon 2014 erkannt, dass das Ding ein finanzielles Monster werden wird und deswegen zwei ‚kleinere‘ Projekte daraus gemacht. Jetzt sind also zwei Firmen installiert, das Mögliche möglich zu machen – das dem Betrachter lange Zeit unmöglich erschien. Eine der Firmen hieß Miltiades Neophytou und eine der jetzigen ist die Lois Builders. Zu erwähnen, dass Streit zwischen Architekten und einer der Firmen (Contractors) ausgebrochen war, ist Schnaps von gestern; oder dass sich das Rathaus bei einer weiteren Ausschreibung des Projekts gehörig verzockt hatte. Anscheinend hat Nikosias Bürgermeister, Konstantinos Yiorkadjis, die involvierten Contractors darauf festgenagelt, gar nicht vorstellbar, wie er das geschafft hat, das DING bis März 2017 fertigzustellen.

Nach dem, was derzeit vor Ort zu sehen ist, müsste dann wohl noch ein GROßES Wunder geschehen, um den Termin im März 2017 zu halten. Ein Rohbau ist auf dem Gelände noch nirgends ersichtlich angefangen, man scheint dafür aber einigermaßen viel Aufwand zu betreiben, das Untergeschoss plus Parkplätzen vorzubereiten.

Dass der Stand der Dinge am Eleftheria-Square von Nikosia eigentlich zu keinem weithin hörbaren Aufschrei der Bevölkerung bislang führte, kann man sich offenbar bestens durch die vielen Rohbauten erklären, die sogenannte „Developers“ in die Landschaft und in Dörfer bauten und gerne bei Bedarf weiterhin bauen, um Wohnsiedlungen für Menschen mit (zu) viel Geld hochzuziehen. Manche dieser Rohbauten sehen der Akropolis in Athen von weitem nicht unähnlich, werden vielleicht auch deshalb seit über 10 Jahren so kahl in der Landschaft antiquiert? Zukünftige Touristikattraktion?!

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Pafos und seine Umgebung sind teils durchaus auch mit solchen Bauten, die auf Antik machen, ‚gesegnet‘. Pafos ist ja eine der beiden Kulturhauptstädte Europas dieses Jahr. Auch in dieser Stadt – davon darf ausgegangen werden, zumal die Bauarbeiten vor knapp 2 Monaten von mir selbst inspiziert – sind bauliche Maßnahmen in Pano-Pafos gewiss noch immer nicht abgeschlossen. Die Sunday Mail titelte am 10. Februar 2017: „Museen sind im Jahr, wo man Kulturhauptstadt ist, geschlossen!“ Welch Skandal! Konkret ist die Rede vom Byzantinischen und dem Archäologischen Museum. Ersteres ist noch immer nicht nach Geroskipou/Pafos umgezogen worden – in eine ehemalige Grundschule. Einen Bus dorthin gibt’s aber bereits von der Touristenmeile am Beach vor der Stadt – immerhin. Zwei weitere Gebäude, die von Bedeutung wären, um Pafos ehrwürdiger zu repräsentieren zum gegebenen Anlass, sind auch noch nicht renoviert, ist zu lesen. Man hat es in Pafos offenbar geschafft, das eine der eben erwähnten beiden Gebäude zu säubern und notdürftig bereitzustellen für den großen Event. Es wird also sogar schon benutzt, um Pafos als Kulturhauptstadt mit zu repräsentieren: von der Shelley Residence ist die Rede. Ihren Namen hat das Gebäude von einem britischen Doktor, der darin 1955 – 1959 lebte. Die alte Sodap Eisfabrik soll bis Ende Jahr ausgeräumt und notdürftig für denselben Zweck bereitgemacht worden sein. Beide Orte werden anscheinend danach – 2018 oder noch später – ENDLICH renoviert werden.

Nun ja, die EU-Fonds wurden ja schließlich bereits ausgezahlt für den großen Anlass. Das Geld ist also im Säckel. Sollen die Besucher von Pafos als Europäische Kulturhauptstadt anstatt ins Museum doch an den Strand gehen oder zum Einkaufen in Pano-Pafos, wo teils noch immer Baugerüste den Weg zum Markt verstellen. Das ist doch eigentlich genug Ersatz für die Museen und Kultur, oder? Museumsbesuche strengen den Kopf und die Augen doch eh zu sehr an. Stimmt’s?

Gut, ich verspreche es: Ende der Häme!

Das Archäologische Museum gehört der orthodoxen Kirche Zyperns. Da drin ist auch die bislang älteste Ikone Zyperns beheimatet, diejenige der Aghia Marina aus dem 07. oder 08. Jahrhundert. Wer bei der peinlichen Verspätung der Bereitstellung der Kulturhauptstadt Zyperns für den Rest der Welt schon an eine der Vorstufen von Korruption denkt oder gar an typischen Schlendrian (was immer das „typischen“ besagen mag), der bekreuzige sich aber besser sofort – 3 Mal und nicht etwa Zeige- und Mittelfinger der anderen Hand hinten auf dem Rücken liegend währenddessen kreuzen!

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Überhaupt sollen zyprische Angestellte und vor allem Beamte, die in Korruptionsfälle verwickelt sind, härter bestraft werden. Das kündigte Justizminister Ionas Nikolaou mal wieder an. Nun, so eine Reform der Polizei-Verordnungen ist gewiss nicht das Dümmste, schon allein wegen der auffällig zunehmenden Verstöße innerhalb der Polizeiorganisation Zyperns – siehe den mehrfachen Mord in Aghia Napa zum Beispiel (der Fall Kalopsidiotis). Eine Kontrollstelle soll eingerichtet werden, meint Herr Minister. Etwas spät kommt ihm und seinen Vorgängern diese Idee schon, oder? Doch besser endlich mal als noch immer nicht! Bis zu 50.000 Euro Strafe sollen demnach einem/r Beamten/in aufgebrummt werden können, wenn er oder sie beim Schummeln und dergleichen erwischt wird. Jemand unter den Beamten, der oder die in Millionenhöhe abgreift, wird sich von dieser relativ niederschwelligen Strafe wahrscheinlich wenig beeindrucken lassen, vor allem auch dann, wenn er oder sie weiterhin im Amt bleiben kann. Letzteres ist so, außerdem, in Zypern geregelt, nämlich, dass ein/e korrupte/r Polizist/in, beispielsweise, nicht um ihren/seinen Posten bangen muss, wenn er oder sie bei einer Straftat erwischt worden ist.

Was sagte der Justizminister Nikolaou bezeichnender Weise noch: „Jene, die in Korruptionsfälle verwickelt sind, richten dem Ansehen [des Landes] nicht so viel Schaden an als vielmehr der polizeilichen Arbeit (Quelle: Cyprus Mail 18. Febr. 2017, Evie Andreou). Man höre und dann, dann staune man!

Die neuen Anordnungen, von denen eben die Rede war, sollen allgemein gültig sein unter und für Polizisten. Das heißt, es darf nicht mehr vorkommen, dass verschiedene Beamte für die gleiche Tat unterschiedliche Strafen ausgesprochen bekommen.

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Werden wir doch etwas konkreter: Rikko Erotokritou, Andreas Kiprisoglu, Panagiotis Neokleous und das Anwaltsbüro Neokleous sind die Angeklagten in einem aufsehenerregenden Prozess – zumindest für zyprische Verhältnisse ist dem so. Am 01. März um 10 Uhr 30, schreibt die Politis am 18. Februar, werden ihre Urteile gesprochen – also morgen. Die Anwälte der Angeklagten geben bereits Auskünfte und sagen, dass keiner ihrer Mandanten ins Gefängnis soll, und zwar jeweils aus unterschiedlichstem Grund. Bei dem einen ist es der Gesundheitszustand, beim nächsten, dass er in einer Art Abhängigkeitsverhältnis zu einem der Angeklagten stand (eine Art Sohn – Vaterverhältnis) usw. Es geht zumindest um 630.000 Euro, die im Rahmen der Untersuchungen der ‚Geschäftchen‘ wegen der „Providencia“ irgendwie versickerten. Dieser Fall hält die zyprische Presse schon seit einigen Jahren in Schwung.

Noch etwas genauer: Rikkos Erotokritou ist der vormalige Stellvertretende General-Staatsanwalt Zyperns. Er ist also nicht nur irgendein Richter oder Anwalt. Und dieser hohen Person hat man zwischenzeitlich schon klargemacht, er habe Schmiergelder eingestrichen, korrupt gehandelt, sein Amt missbraucht und konspirativ sich eingebracht.

Bei was?

Nun, folgendes lief im Jahr 2003 unter anderem in etwa so ab: Erotokritou, behauptet das Gericht, habe 2013 die Strafverfolgung von fünf russischen Staatsbürgern angeordnet, die im Streit mit der zyprischen Neocleous Anwaltsfirma über den Besitz des Multi-Millionen-Trust-Fond namens Providencia Ltd waren – in Russland, wie auch in Zypern. Für diese ‚kleine‘ Gefälligkeit ließ man Erotokritou einen Gerichtsstreit gewinnen, den er seinerzeit gegen die inzwischen (seit 2013) bankrotte zyprische Laiki Bank führte. Die hatte er nämlich darum gebeten, seine eingezogenen, nicht abgesicherten Depots mit Darlehen (des haircut wegen) zu verrechnen, die er wiederum mit dem Kreditgeber herausgenommen hatte (500.000€). Zufällig ist oder war der Anwalt der Laiki Bank auch die Neocleous Anwaltsfirma gewesen, die Anwaltskanzlei ihrerseits gibt an, irgendwie den Gerichtstermin verschlafen zu haben – also den Termin zur Anhörung von Erotokritou. Derart gelang der Anwaltsfirma, das Urteil aufzuheben.

Wir verstehen also, verehrte Leser: Auf diese Weise haben die eben Genannten konspirativ zusammengearbeitet und der gerichtlichen Gerechtigkeit im Jahr 2013 versucht, ein Schnippchen zu schlagen. Denn da die Anwaltsfirma nicht zum Termin erschienen war, profitierte Erotokritou ja entsprechend davon – das Urteil gegen ihn wurde aufgehoben.

Jemand, der beispielsweise mit 10 Gramm Marihuana vor einer hippen Disco Limassols angetroffen wird von der Narkotic-Polizei, säße sehr wahrscheinlich einige Zeit und umgehend im Knast, wenn er nicht gerade Sohn oder Tochter einer ‚guten‘, das heißt reichen und daher angesehenen Familie ist. Und so ist wenig verwunderlich, dass Erotokritou, Kiprizoglou und Neocleous vorerst bis zum 01. März 2017 weiterhin auf freiem Fuße sind. Angeblich haben sie gewisse Auflagen zu befolgen.

Welche?

Immerhin, Erotokritou ist bereits verurteilt gewesen wegen Korruption in der genannten Sache. Somit ist er bereits der höchste Beamte Zyperns, dem solch Missgeschick je passiert ist. Wir werden also sehen, ob die Herren Angeklagten am 01. März in den Knast gehen oder nicht. Das Bauchgefühl sagt einem irgendwie: Kiprizoglou könnte vielleicht der einzige sein, der absitzen geht, denn er scheint einem irgendwie prädestiniert als Sündenbock, weil er eventuell der ‚Schwächste‘ unter den Angeklagten ist. Wir werden es abwarten müssen; und man kann sich ja auch täuschen in seinen Einschätzungen, gell?

Jedenfalls meinte der Verteidiger von Erotokritou bei Gericht vor ein paar Monaten: „Vor Ihnen steht ein finanziell ruinierter Mann, der nie wieder im Stande sein wird, juristisch zu arbeiten. Seine Karriere hat wegen finanzieller Überbelastung geendet.“ Auch habe sein Mandant nicht systematisch Korruption betrieben. Eine einmalige Angelegenheit sei es lediglich gewesen, diese Sache da mit den Russen. „Seine Frau und sein Sohn werden zu Opfern, wenn man ihn inhaftiert!“

Zu erwarten ist am 01. März 2017, was die Cyprus Weekly einen „Marathon-Prozess“ nennt. Ach ja, und des Weiteren sagte Erotokritous Anwalt noch: Eine Freiheitsstrafe ist gefährlich wegen der Arbeit, die sein Mandant betrieben habe (Staatsanwalt). Solche Argumente geben wir von der Presse gern weiter. Sie beleuchten und durchleuchten den HOHEN Stand der Dinge – zuweilen auch recht sarkastisch.

***

Was verkündete Präsident Anastasiadis, der sich in einer psychiatrischen Klinik medienwirksam ableuchten ließ vor ein paar Tagen, wo kein Wasser derzeit fließt: „Wir bauen eine neue Klinik!“ Hört sich gut an, bringt den ‚Insassen‘ aber im Moment schrecklich wenig. Und so könnte wohl die folgende Spekulation nicht ganz fehlgehen, nämlich, dass der Präsident noch einen weiteren Konflikt löst, und zwar den um Erotokritou und seine kriminellen Kumpanen, wo man den Präsidenten der Republik womöglich sagen hören könnte: Wir bauen dem Erotokritou und anderen hochstehenden Persönlichkeiten, die noch folgen könnten, einen Extraknast!

Apropos: Der Streik im Hafen von Limassol ist für einen Monat auf Eis gelegt worden. Nicht der Transportminister konnte es etwa regeln mit den LKW-Fahrern, Gewerkschaften und Kranführern, sondern, man glaubt es kaum, ein Auftritt von dem vermeintlichen Strahlemann Präsident Anastasiadis genügte, und schon war die Sache fürs Erste behoben. Auch was die abgebrochenen Verhandlungen mit den Türkischzyprern angeht, scheint Herr Anastasiadis – endlich wieder – sich auf moralisch höherem Stand als sein türkischer Gegenspieler Akinci fühlen zu dürfen.

Warum?

Letzterer weigerte sich einfach, zum letzten vereinbarten Treffen zwecks Wiedervereinigungsverhandlungen zu gehen. Er weilt anstatt in Pakistan auf einer Konferenz der Islamischen Gemeinschaft und spricht wiederholt davon, dass er sich um Wiedervereinigungsverhandlungszeug erst wieder zu kümmern gedenkt, wenn die Wahl in der Türkei zur Verfassungsänderung vorüber ist. Wirklich pragmatisch dieser Ansatz. Das finden nicht wenige. Der Präsident Nordzyperns, Akinci, soll derart sogar gegen Anordnungen Ankaras gebockbeint haben, Ankara hätte ihn gern an dem Tisch der Wiedervereinigungsverhandlungen sich weiterhin langweilen gesehen. Ja, oft kommt er einem sehr gelangweilt vor, der Herr Akinci. All das Händehalten und -drücken und die selben Fragen und Extravaganzen und das seit Jahren. Ach, manch einer kann ihn gut verstehen.

***

Und natürlich ist im zuvor erwähnten Fall Erotokritou und Co auch irgendwie die Bank of Cyprus nicht außer Acht zu lassen, zumal diese ja die Laiki Bank, sagen wir, schlucken durfte – doch nicht nur deshalb. Der US-Milliardär Wilbur Ross hatte nämlich mit anderen Investoren 2014 dafür gesorgt, dass sich das Kapital der Bank of Cyprus erhöhte – der gute Mensch. Präsident Trump hat ihn ja bekanntlich als „US Secretary of Commerce“ berufen. Nun, auch Ross scheint Kontakte zu dem Russen Viktor Vekselberg zu unterhalten. Und Derartiges hat bekanntlich den einstigen Sicherheitsbeauftragten Trumps, Herrn Michael Flynn, seinen Posten gekostet kürzlich. Noch soll Ross allerdings nicht als einer der Secretary‘s of Commerce bestätigt worden sein. Ross, ein Spezialist darin, Unternehmen zu restrukturieren und billig aufzukaufen, die womöglich bei Null angekommen sind, hat sich also damals der Bank of Cyprus angedient und wurde in deren „board of directors“ aufgenommen. Da saß auch Josef Ackermann, der ja zuvor bei der Deutschen Bank sein Werk vollbracht hatte als oberster Chef. Kann gut sein, dass Herr Ackermann noch zu seinen Verbindungen zum Trump-Imperium befragt werden wird, als er die Deutsche Bank ‚regierte‘. Trump schuldet der Deutschen Bank nämlich an die 3 Milliarden US-Dollars, schreibt Stelios Orphanides in der Cyprus Mail vom 18. Februar 2017. Irgendwie hatte das Trump-Imperium zur Zeit Ackermann bei der Deutschen Bank einige Unpässlichkeiten finanzieller Art, die noch nicht aus der Welt geräumt worden sind– in Völle.

Kurz: Ross hat seinen Posten (Stellvertretender Präsident) bei der Bank of Cyprus aufgegeben, denn dort hat er vermutlich direkt oder über Umwege auch Kontakte mit dem Russen Vekselberg gehabt, was nicht gut für den Karriere-Verlauf derzeit ist. Hierzu schreibt Orphanides: „lediglich eine Stunde“ habe Ross sich mit dem Russen getroffen. Doch keiner weiß bislang, was die Herren miteinander besprochen haben. In einer Stunde kann man durchaus einiges besprechen. Nennen wir das Phänomen auch daher Trump-Klüngel. Das trumpsche Geklüngel der Reichen aus dem Westen mit den Reichen aus dem russischen Osten hat sich also nachweislich auf Zypern etwas miteinander verbunden oder zumindest ausgetauscht – und die BRD war wohl auch irgendwie als Zaungast dabei; oder sagen wir, sie dürfte so in etwa über vieles im Bilde sein (siehe Ackermann, Deutsche Bank).

Am Rande: Um kleine und mittelgroße Unternehmen auf Zypern mit Kapital ausstatten zu können, hat die Bank of Cyprus nach der Unterzeichnung neuer Verträge mit der Europäischen Investitionsbank einen Geldbetrag von 134 Millionen Euro zugebilligt bekommen vor ein oder zwei Wochen. Das ist das erste Vertragsabkommen dieser Art im Jahr 2017. Der genannte Betrag wird an verschiedene zyprische Banken verteilt werden. Insgesamt erhielt die Bank of Cyprus jedoch den Zuspruch für 230 Millionen. Viel Geld scheint auch dieser Betrag nicht zu sein.

Die Betragshöhe ist eher atypisch für zyprische Verhältnisse (was auch immer das „atypisch“ bedeutet).

***

Jetzt haben Sie noch immer nichts zum „Allgemeinen Gesundheitsplan“ auf Zypern gehört, den „GESI“. Nun: Nichts bewegt sich dort wirklich. Viel Hin- und Herrücken von Positionen. Keine wahren Entscheide. Alles offen, wie gehabt, um die Vorgänge im GESI sehr grob zu umschreiben. Die Unsicherheit in Krankenhausverwaltungen auf Zypern bleibt also bestehen vorerst, keine wirkliche Planungssicherheiten etc.

Zu 444 Millionen Euro wird ein Strom-Kabel verlegt, welches unter anderem von Israel über Zypern nach Griechenland reichen wird, von wo es dann weiter nach Nordeuropa gehen wird. Das Projekt läuft unter dem Namen „EuroAsia Interconnector!“ Zahlen wird Brüssel dafür. Die BRD ist mit 40 Millionen beteiligt. Das Verlegen des Kabels von Israel bis nach Griechenland wird mit 14.5 Euro veranschlagt (siehe Connecting Europe Facility).

Das Profil von zyprischen – und wohl auch woanders beheimateten – Nerds soll angehoben und wahrscheinlich auch irgendwie abgeschöpft werden. Immerhin wurde die GeekOtopos von der Stelios Foundation 2016 ausgezeichnet als ein gutes, bikommunales Projekt etc. Mehr dazu: www.geekotopos.org

Recht lesenswert ist ein kurzer, aber auskunftsstarker Artikel von Rainer Hermann in der Frankfurter Allgemeinen zum Treiben in der Türkei. Er heißt: „Die Etappen einer Kaltstellung.“ Lesenswert, auch vor dem Hintergrund, dass endlich mal jemand die Klappe aufgemacht hat wegen Erdogans Treiben. Der junge Außenminister Österreichs musste es mal wieder richten. In Deutschland hatte man ja bereits damit begonnen, den Leuten einzutrichtern, dass von Seiten des Staates gar nichts gegen die frechen Auftritte türkischer Politiker in Deutschland gemacht werden könne. Herr Kurz aus Österreich zeigt, dass man diesen Leuten aus Ankara sehr wohl Einhalt gebieten kann. BRAVO! Wer sich die Rede von Ministerpräsidenten Yildrim in Oberhausen vor kurzem angehört hat, der kann wirklich nicht mehr nachvollziehen, wie so etwas geduldet werden kann und warum?

Dass in der Türkei vermehrt Menschen, die öffentlich bekennen, bei den anstehenden Wahlen mit NEIN zu stimmen, kurz und klein gemacht werden – in allen erdenklichen Weisen -, also mit Terroristen in ein Bett gesteckt werden unter anderem, lässt die Kuscherei der Verantwortlichen in Berlin vor Erdogan und seinen Drohungen schon längst nicht mehr angebracht erscheinen. Auch in der BRD sollte Erdogan demnächst schon klar angesagt werden: Du kannst kommen, aber nur zu offiziellen Gesprächen mit offiziellen Stellen und ohne Abtauchen in eine Sporthalle oder woanders hin, um die Leute mit türkischen und anderen Wurzeln im Kopf noch mal kräftig abzufucken!

Wer Kurden und andere Leidtragende der türkischen Innen- und Außenpolitik radikalisieren will auf deutschem Boden, der lässt den Sultan aus – und wie es scheint auch eventuell nur für – Kasim Pascha/Istanbul nicht in europäischen Großstädten nach Belieben gewähren.

Und dann wäre da noch jemand namens Giannis Politis. Er ist Zypriote und soll Bücher schreiben, soll damit die Zyprer ansprechen. Bekanntlich greifen Zyprer nicht unbedingt zu einem Buch, wenn es nicht gerade sein soll müssen. Und wenn dieser Mensch es schafft, solch Wunderwerk zu schaffen, die Liebe zum Lesen von Büchern, dann sollte man mal direkt was von ihm lesen, was hiermit für Sie im Jahr 2017 getan werden wird. Eine Buchbesprechung wird also schon bald folgen. Der Titel des Buches heißt übersetzt: „Ausgewählte Momente!“ (neolaiacy.com, 26-27.11.2016 (24/7), von Georgias Pappouta – „Talk to me!“) Pappouta konfrontiert uns in ihrem Artikel mit einem Zitat, welches wahrscheinlich aus dem Buch stammt, und das übersetzt heißt: „Wenn das Richtige, wie auch das Falsche, zwei Worten ähneln, die unbekannt sind, ohne Sinn, kommt der Instinkt und rettet alles.“

Die www.24h.com.cy (Mariou Dimitriou) berichtet am 26. November 2016 über Einkind-Familien. Ein Thema, welches ansonsten eher untergeht im Tagespolitischen Zyperns. Anscheinend scheinen die Betroffenen praktisch keine staatliche Hilfe in Anspruch nehmen zu können auf Zypern. Es gibt allerdings eine Organisation, die sich „Panzyprischer Verbund von Einkind-Familien und Freunde“ nennt. Die Vorsitzende heißt Argentoula Ioannou. Als einzige staatliche, finanzielle Quelle erhalten die Betroffenen E.E.E. (eine Art Mindesteinkommen für Schwangere). Wir sprechen von einem Betrag, der zwischen 140 und 240 Euro zu liegen scheint und der anscheinend auch nach einer Schwangerschaft weiterhin ausbezahlt wird. Die erwähnte Organisation leistet Hilfe auf allen erdenklichen Ebenen – auch finanziell. Eine Politik von Seiten der Regierung betreffend der Lage von Einkind-Familien ist nach den Darstellungen Ioannous nicht sichtbar in Zypern. Der Anspruch auf das Geld vom Staat erlischt, wenn der Partner oder Ehegatte mit jemand anders zusammenlebt oder sich scheiden lässt. Auch hat der Ex danach keinerlei gesetzlich geregelte Verpflichtung, sich um sein Kind kümmern zu müssen, schreibt Dimitriou. NICHTS. Lug oder Trug?

 

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