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Archive for April 2017

Yamaz

Quelle: Yamaz

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Yamaz

Yamaz, äh, Prost allerseits. Es gibt wahrhaft Grund, mal wieder Einen zu heben!? DENN …

Da ist die Rechnung Erdoğans also vorerst aufgegangen. Was dem Bürgermeisteramt von Nikosia wohl nicht gelingen wird, nämlich, seine Rechnung aufgehen zu sehen. Das Amt will doch einführen, dass Autos nicht mehr in den Altstadtbereich eindringen. Ein Bus-Service soll her. Aber Zyprer sind allgemein dafür bekannt, um die Ecke an den Kiosk mit dem Auto zu fahren, um Zigaretten zu kaufen etc., überspitzt gesagt.

Alle, die Erdoğans recht übertriebenes politisches Treiben im Amt zusehen und -sahen in der EU, scheinen mehrheitlich gewillt, das Zusehen so fortzusetzen. Offensichtlich sind die Erfahrungen der EU mit so hoch-demokratisch geführten Ländern wie Saudiarabien derart erfolgreich, dass allen anscheinend klar ist und war: So eine Türkei wie die Saudis wollen wir auch haben! So etwas Ähnliches muss in Umlauf geraten sein und so etwas in der Art muss man sich auch in Limassol gesagt haben. Ein „park and ride“-System soll nämlich eingeführt werden, auch, um den Autoverkehr in der Innenstadt einzudämmen. Kostenlose Busfahrten dorthin und von gewissen Sammelstationen aus sollen zur Verfügung gestellt werden. Noble Absichten, die allerdings den Hang zum individuell Unterwegssein der Zyprer frontal ignorieren. Denn: Was gibt es Schöneres als mit dem eigenen oder geleasten Auto die kilometerlange Strandpromenade von Limassol mit Freunden oder Freundin runterzubrettern entlang an zig wirklich chicen Cafés? Sehen und gesehen werden! Manchem Betrachter ist erwähntes Vergnügen eine Spezialität la Limassol sondergleichen.

Jetzt ist sie also da, die Türkei mit diesem einen, königsgleichen Mann an der Spitze. Donald Trump hat ihm schon gleich nach seinem Verfassungsänderungs-OK gratuliert und Frau Merkel wird es wohl insgeheim auch schon getan haben. Hier weiß komischerweise niemand, was offiziell diesbezüglich läuft oder gelaufen ist. Ist ja auch egal. Was Zypern angeht, wird Akıncı wohl zwangsläufig seine Lehren aus dem Abstimmungsergebnis in der Türkei ziehen (müssen). Etwa dergestalt: Immer schön gegenhalten, die knicken in Brüssel schon noch ein!

Ja, Brüssel ist nicht nur eingeknickt, es liegt demnächst womöglich noch gehorsam zu Füßen von Herrn Erdoğan wie ein persischer Teppich – macht man bei Sultanen so traditionell. Warten wir es ab. Zum Darauf-Herumtrampeln gibt es zumindest über 60% der türkischen Wahlbeteiligten in Deutschland, die zur Verfassungsänderung in der Türkei mit Ja stimmten. Und in Zypern?

Nun, folgendes war los zu den genannten Wahlen im Norden Zyperns. Erstmal: die Türkisichzyprer waren selbstverständlich nicht aufgerufen, sich an der Wahl der Festlandtürken zu beteiligen – denn, noch sind Erdoğan & Co geneigt, Türkischzyprern den Status eigener Staat „Türkische Republik Nordzypern“, unabhängig von Ankara zu belassen. Alles der Reihe nach sagen sich da gewisse Strategen in Ankara und andernorts. Eine Meinung haben Türkischzyprer dennoch, trotz Ausschluss von der Teilnahme am Referendum in der Türkei letztens. Anscheinend hätte die Mehrheit mit Nein gestimmt. Doch auch Festlandtürken im Norden der Insel waren nicht so richtig überzeugende Ja-Stimmer. In der Region Karpaz, die dafür bekannt ist, dass dort ganz viele Festlandtürken leben mit streng nationalistischer Gesinnung (MHP, Grauen Wölfe etc.) wurde mehrheitlich, trotz der MHP an der Seite von Erdoğan in der Türkei, mit Nein gestimmt.

Im Grunde ist die Lage auf Zypern so unbestimmt, wie der sogenannte Reichtum, der vor der Insel im Meer liegen soll. Der griechischzyprische Energieminister findet es offenbar auch seltsam, dass darüber gestritten wird, wer was vom Kuchen abbekommt, wenn noch immer nicht ermittelt ist, wie groß dieser Erdgas-Kuchen im Meer überhaupt sein wird. Noch dieses Jahr wird es offenbar herausgefunden werden. Zwei Mal hat man schon Anstrengungen in diese Richtung unternommen von Seiten der Republik Zypern – unternehmen lassen. Ankara lässt demnächst auch wieder buddeln und bohren und seismisch messen im Meeresgrund des südöstlichen Mittelmeeres. Mal sehen, was die Türken alles an Reichtümern bergen, beziehungsweise aufdecken werden.

Jetzt, mit Erdoğan im Sattel, den USA und den Briten eventuell prononcierter an der türkischen Seite, wird es noch recht lustig werden im südöstlichen Mittelmeer. Wir dürfen gespannt zugucken, wie Nikosia-Süd damit umgehen wird, wenn der durch das Referendumsergebnis erstarkte Mann am Bosporus findet, es sei Zeit, ‚seine‘ Reichtümer vor Zypern und der Türkei etc. nun endlich einzufahren. Erdoğans Außenminister, Mevlut Çavuşoğlu, warnte bereits, er werde nicht länger untätig zusehen, wie die Südzyprer an der Südküste der Insel nach Erdgas bohrten – „einseitige Aktionen!“, nannte er das. Und außerdem gehöre ein Teil des Bereichs (AOZ), indem gebohrt werde, der Türkei. Nordzypern erlaubt derweil der Türkei, ihre seismografischen Untersuchungen bei Bedarf auszuweiten – bis hin zur nächstgelegenen Insel Griechenlands, wenn es sein soll. Çavuşoğlu des Weiteren: Im Gegensatz zu Ankara sei Südzypern nicht an einer politischen Lösung der Zypernfrage interessiert, wie sich zeige. Und was hier auf Zypernundmehr-News selten wiedergegeben worden ist, aber hin und wieder gesagt werden sollte, damit es niemand vergisst: Ankara spricht von der Republik Zypern als die „griechischzyprische Administration“. Das heißt: Die Türkei erkennt Nikosia-Süd nicht an. Und letztere erkennt Nordzypern nicht an. Die Republik Zypern hat es aber bekanntlich geschafft, diesen Bann, der dem Norden auferlegt wurde, zu internationalisieren – noch ist dem so.

Im Herbst sollen die Ergebnisse der Bohrungen im (AOZ-Onosforos) Bereich 11 vorliegen, sagt Herr Minister Giorgos Lakkotrypis, der sich hin und wieder mit israelischen Politikern trifft, auch mit Libanesen und Ägyptern. Nikosia-Süd versucht, über trilaterale Verträge, ihre Position gegenüber der Türkei in der Region zu stärken, wozu Griechenland stets ein weiteres, festes Standbein der trilateralen, ökonomisch-politischen Geflechte darstellt: also Zypern und Griechenland mit Israel oder Ägypten oder Libanon etc. Irgendwie scheint die Sache aber noch nicht ganz in trockenen Tüchern untergebracht worden zu sein. Genauer: Israel kann offenbar einem starken Mann am Ruder in der Türkei etwas abgewinnen. Letztens dachten sie in Tel Aviv gerade mal wieder etwas lauter darüber nach, ob es nicht doch vielleicht vorteilhafter für alle Beteiligten sei, besagte Reichtümer im Meeresboden des südöstlichen Mittelmeers in einer Pipeline durch die Türkei nach Europa zu jagen. Lakkotrypis will den Israelis bei seinem letzten Treffen in Tel Aviv nochmals klargemacht haben, dass es politisch klüger sei, die Pipeline über Zypern zu verlegen, und zwar mit der F.A. East Med. Letztere verflüssigt auch Gas (LNG). Der Energieminister meinte noch: Die EU wird sich an den Kosten dafür beteiligen, wenn von Nöten. Das könnte sogar klappen, denken hier wahrscheinlich nicht wenige, wenn, ja wenn das Ding denn so wie geplant durchgezogen werden kann. Wie gesagt: Erdoğan verspricht vielen Politikern andernorts mehr Stabilität und vor allem höhere Gewinne abzuwerfen, zumal die Türkei einfach mehr Potential hat und nun mal unbezweifelbar in jeder Hinsicht potenter ist als Zypern. Und soweit hier bekannt, wird Erdoğan Präsidenten Trump vor Anastasiadis treffen. Das Treffen ist im Mai 2017 geplant. Ob Anastasiadis Trump mal zu sehen und zu sprechen bekommt, wollen wir der Ausgewogenheit wegen hoffen!? Treffen auf solch hoher Ebene sind schon seit über 10 Jahren nicht mehr zustande gekommen: USA-Cyprus. Ansonsten müsste Zypern sich womöglich wirklich allein darauf verlassen, dass die französische Flotte eingreift, um ihre Interessen gegenüber den Türken zu verteidigen im Notfall?

Ausgerechnet die Franzosen denken Sie? Ja, weil die TOTAL mit der italienischen ENI für Zypern die Bohrungen im Meer durchführt. Vielleicht ist dem ja auch so, dass Paris sich zu so etwas verwenden würde, wie die Interessen Nikosias zu verteidigen mit militärischen Maßnahmen, auch, weil man sich kürzlich mal wieder im Zusammenschluss der südeuropäischen Länder getroffen hat, dem Zypern und eben auch Frankreich angehören. Die 4. Sitzung dieses Zusammenschlusses südeuropäischer Länder der EU wird in Zypern stattfinden. Wir glauben mal besser nicht daran, dass Paris mit schweren Geschützen auffahren würde. Man kann sich indes täuschen. Heutzutage weißt du ja nie.

Lustig an der Angelegenheit mit dem Bohren und Eruieren im Meeresgrund vor Zypern – man kann auch traurig an der Angelegenheit sagen – ist, dass die Republik Zypern diese Angelegenheit mehr oder minder in die Hände von ausländischen „Kolossen“, wie die zyprischen Zeitungen als schreiben, gegeben hat, indem Fall vorrangig in die der ENI. Und ja, es existiert die EYK, das ist die „Erdgas-Unternehmung Zypern“. Doch die wird einfach nicht eingebunden in besagte Arbeiten, obgleich bereits schon 3 Mal da draußen im Meer herumgebohrt wurde. Und wussten Sie das auch schon? Am Tag, als Erdoğan besagtes Referendum durchführen ließ zwecks Verfassungsänderung, ließ er sich von den vollmundigen Drohungen Nikosia-Süds überhaupt nicht beeindrucken und schickte seine Schiffe zu seismischen Bohrungen etc. unweit des nordzyprischen Girne (Kyrenia) in See. Klarer kann man Zeichen doch eigentlich nicht mehr in die Welt setzen, oder? Den Tag nach seinem Wahlsieg lief die türkische Barbaros in die Umgebung vom nordzyprischen Gazi Mağusa (Famagusta) aus – zum selben Zweck. Die griechischzyprischen Zeitungen bezeichnen das ganze türkische Bohr-Team mit NAVTEX. Letztere beginnen am 30. April 2017 ihr Werk. Wenn es wirklich krachen sollte kurz danach, werden wir Sie gewiss genauer darüber informieren, wo in der See, das passiert sein soll. Hier sei noch kurz angefügt, dass wenn von Bereich 11, Afroditis oder Onoforis etc. die Rede ist, dass dies Bezeichnungen und Einteilungen der See vor Zypern sind, die von der Republik Zypern vorgenommen wurden und von den Türken so nicht genannt werden oder anerkannt sind. Es spitzt sich also etwas zu, doch wollen wir es nicht dramatisieren. Reicht, dass die endlosen Wiedervereinigungstreffen andauernd DEMNÄCHST zu einer Lösung kommen – und auch Sie wissen bereits, wie diese Lösungen der Zypernfrage als aufgehen – in so etwas wie Schaumschlägereien.

***

Nikos Anastasiadis wird im Coffeeshop der Sunday Mail beschuldigt, die erwähnten Treffen mit dem Norden zu hintertreiben und ständig nach Ausreden zu suchen, die das Wiedervereinigen nicht ermöglichen. Es ist eine Farce sondergleichen, was uns da geboten wird, und diese Farce zeigt der Coffeeshop recht unterhaltend auf – und die Internationale Gemeinschaft schaut zu? Irgendwie in diesem Kontext stehend ist folgendes noch stehend: Ein Gerücht, welches wieder Fahrt aufnimmt (BBC, CNBC, NY, FT): „Zypern ist die Schwarzgeldwaschmaschine der Russen (Mike Wigli – New York Times)!“ Und zwar wird ein vormals enger Mitarbeiter Trumps in diesem Zusammenhang genannt, Paul Manaford. Der hatte den Wahlkampf für Trump geführt bis letzten Sommer. Er soll auch 2,2 Millionen $ an 2 Firmen in der Ukraine gezahlt haben, um Lobbying in Washington zu betreiben etc. Und dieses Geld lief – zufällig – über die inzwischen eingegangene zyprische Laiki Bank (2012 oder 2013). Auf Anfrage der Kathimerini hat die Zentralbank Zyperns diese Anschuldigungen bislang nicht von sich gewiesen. Sie scheint eher gewillt, das DING aussitzen zu wollen. Also muss was dran sein, oder? Das glauben Sie nicht? Das schreibt aber Michalis Tsikala in der Kathimerini vom 23. April 2017, seine Emailadresse: tsikalasm@kathimerini.com.cy. Jemand anderes in der Kathimerini gibt am Schluss seines Beitrages zu bedenken, Herr Konstaninou Chatzistasou ist das, dass die Türkei zukünftig doch der geeignete Abnehmer des geförderten Erdgases der Republik Zypern werden könnte, weil sie einen riesen Bedarf habe und der Nachbar halt nun mal naheliegt. Jetzt spätestens, sollte Erdoğan das zu lesen bekommen, wird er den Zyprern gewiss Danken für diesen tollen Einfall.

Immerhin: Der sehr reiche Herr Wiatislav Adamovic Zaregrov hat bereits im Februar 2015 ein Monasterie (Kloster) der russischen Orthodoxie auf Zypern bauen lassen. Der russische Metropolit Tamasou Isai auf Zypern hatte Herrn Zaregrov auf Anfrage all die schönen Kirchen Zyperns gezeigt. Das hat dem Herrn so gut gefallen, dass er mal kurz eine Monasterie bauen ließ: 4 goldene Türmchen umringen ein großes goldenes. Dort, wo die Glocke läutet, in einem weiteren Türmchen, ist auf dem blauen Dach noch – ganz verspielt sieht es aus – ein weiteres kleineres goldenes Dachgipfelchen. Herrlich! Steht irgendwo in Limassol. Wer die Orthodoxen kennt, weiß, dass das Interieur vor Goldfarbenem und Prunk strotzen dürfte. Ob der Herr Zaregrov etwa auch Zyprer geworden ist, das heißt, für seine Investition einen zyprischen Pass erhielt? Immerhin, gewiss auch wegen solchen Gönnern hat die Arbeitslosenrate gerade so um die 2,5 % abgenommen. Es sind nur noch 27.573 Menschen auf Zypern arbeitslos gemeldet. Seltsam nur, dass Hoteliers neuerdings klagen, sie hätten nicht genügend Personal. Immerhin ist die Arbeitslosenrate unter Jugendlichen bei stolzen 29 %. Schuld sollen die Hoteliers selbst sein an der Misere. Lange beklagten sie, die Löhne seien zu hoch. Die Krise gab ihnen offenbar die Möglichkeit in die Hand, sich von mehrheitlich gewerkschaftlich gebundenen Arbeitsverträgen lösen zu können. Sie stellten daraufhin noch mehr ausländische Arbeitskräfte ein. Die sind aber oft nicht versiert genug und haben keine allzu hohe Motivation, auch, weil ihnen schnell auffällt, dass sogenannte Einheimische für dieselbe Arbeit oft einen wesentlich höheren Lohn empfangen. Jetzt boomt die Tourismusindustrie gerade. Die Hoteliers sollten mit den Löhnen hochgehen und der Staat schleunigst Einheimische in den entsprechenden Berufen ausbilden, als sie anstatt auf der Couch in einem Bistro zu belassen. Löhne hoch, sonst wird auf lange Sicht der Ruf der Insel Schaden nehmen. Die Klagen der zahlenden Gäste könnten sich häufen: Das Personal ist oft unfreundlich, dreist, die Zimmer etc. etwas schmutzig, unehrlich, das Preis- Leistungsverhältnis stimmt nicht.

Wussten Sie, dass sich in der Stadt Pafos und Umgebung eine Heiratsindustrie eingeschlichen haben soll? Polis Chrysochous? Dieser Name eines Dorfes sagt ihnen nichts? Die Bewohner des Dorfes wollen diese Art Tourismus jetzt so richtig aufbauen. Wieso gerade dort? Adonis aus der griechischen Mythenwelt jagte dort einst. Und Afrodite ist ja auch nicht allzu weit entfernt davon schwimmen gegangen. Das Setting ist also ideal für Turteltäubchen, die sich das Ja-Wort geben. Viele Israelis nützen die Gelegenheit, wohl auch, um mal aus der Gefahrenzone zu Hause auszubrechen oder der obligatorischen, religiösen Zeremonie, die in Israel abzuhalten ist, zu entgehen. Angesagter scheint: Standesamt, Trauschein, fertig, Party. 250.000 € spült diese Art Geschäft vorerst im Jahr in die Gemeindekasse. Andere Orte wie Geroskipou, Pafos oder Peya in der Gegend ziehen nach. Die meisten Touristen kommen in Gruppen von bis zu 30 Personen, um solch einen Event abzuhalten. So um die 50 bis 60.000 Menschen 2016 besuchten solche Events. Und ist doch klar, dass man zu solch Anlass auch nicht zwingend aufs Geld guckt! In Zypern zu heiraten, ist vom bürokratischen Aufwand als pflegeleicht zu bezeichnen und die Kosten sind noch relativ niedrig im Vergleich zu anderen Ländern. Ja, und das Setting stimmt irgendwie: Afrodite, Adonis und eine schöne Landschaft. Erforderlich wäre indes schon, den Chlorakas Beach bei Pafos schnellstens sauber zu machen. Sonst machen die Heiratsgäste dort erste Erfahrungen mit eventuellen Scheidungsgründen. Und das wäre eindeutig zeitlich zu früh angesetzt. Anscheinend ist das Bürgermeisteramt inzwischen bemüht, Renovierungsarbeiten durchzuführen und Toiletten zu installieren an jenem Strand. Davon abgesehen, ist Pafos dieses Jahr Europas Kultur-Hauptstadt mit einer weiteren Stadt in Dänemark zusammen. Noch immer ist die Stadt nicht fertiggestellt, um Zypern würdevoll als eine der beiden Kultur-Hauptstädte im Jahr 2017 zu vertreten. Ist es Schlamperei, Dummheit, Arroganz, Unfähigkeit, drüberstehend? Suchen Sie es sich aus, das geschilderte Phänomen zu charakterisieren mit einem der vorgegebenen Begriffe. Das dumme an dem Dreck in Chlorakas ist nämlich, dass die Strömung des Meeres diesen ungefragt nach Kato Pafos schwemmt – also dorthin, wo das Schloss einmal im Jahr einem Opernevent Kulisse bietet, sozusagen mitten ins Geschehen hinein, unweit des neuen Museums, wo die Taxis und Busse, „Hop off and on“ usw. stehen.

Was viele gewiss verwundern wird, weil irgendwo müssen neu Verheiratete Zyprer ja wohnen, ist, dass die Regierung anscheinend verboten hat, in landwirtschaftlichen Regionen zu bauen, also irgendwo auf einem Feld, welches ganz offensichtlich nicht zu einem ausgewiesenen Baugebiet gehört. Die Verwunderung darüber deshalb, weil allein zwischen Larnaka und Limassol auf der Landstraße fahrend, mehr als nur einige Bauten gesehen werden können, die das Gegenteil der Verordnung darstellen. Eigentlich müssten solche Bauvorhaben in maximal 1 km Entfernung zu einem Baugebiet liegen, sagt das Gesetz. Was viele aber nicht tun. Das sogenannte Etek, diejenigen, die solche Bebauungspläne ausarbeiten, erscheint vielen Beobachtern schlichtweg nicht auf dem Stand der Dinge zu sein. Müssten vielleicht mal aus der Komfortzone Büro sich begeben. Ordnung scheint in dieser Angelegenheit noch längst nicht in Sicht, auch wenn das verabschiedete Gesetz regulierend existieren soll neuerdings. Noch ärgerlicher sind manchem die Baugerüste, die landauf – landab die Landschaft ‚zieren‘. Die stehen so seit Jahren herum und keinen scheinen die mehr zu stören. Eigentlich sind manche dieser Skelette bestens geeignet als Filmkulisse, muss jemand in einer Behörde Zyperns gedacht haben. Und jetzt sind einem SOGAR Bollywood-Produktionen aus Indien scheinbar gut genug. Die Cyprus Investment Promotion Agency träumt jedenfalls neuerdings auch in diese Richtung. Frau Pillides ist die Ansprechpartnerin. Ob die Behörden dann immer gleich bereitwillig mitspielen werden, ist eine andere Frage. Schließlich müssen die über ihre Praxis gegenüber Indern sich hinwegheben. Die armen Beamten sollten dann nämlich Visas erleichtert für Inder ausstellen und deren Gerätschaften auch noch ohne großen Aufwand und Bürokratismus aus dem Hafen ans Filmset und zurück genehmigen. Auch wenn sogenannte Incentives den Herren und Damen von Bollywood in Aussicht gestellt werden, um auch auf Zypern Filme zu drehen, und nicht allein in den Schweizer Alpen und andernorts, ist zu bezweifeln, dass die zyprischen Behörden so geschmeidig werden in ihrer Visavergabepraxis etc., dass allgemein Zufriedenheit und ein einigermaßen reibungsloser Verlauf zu erwarten sind. Präsident Anastasiadis weilt gerade in Indien, umwirbt Bollywood.

See Why“ hat da weniger Probleme mit Visas, vorerst. Das ist eine kleine NGO, die Backpackertourismus betreibt mit sozialem Anstrich. Jugendliche aus allen möglichen Ecken der zumeist westlichen Welt plus Nordzypern begeben sich mit Zelten in verlassene zyprische Dörfer, irgendwo abgelegen in den Tälern oder Höhen des Troodos-Gebirges und campen dort für eine geraume Zeit. Bestechend an der Idee ist, dass diese jungen Menschen den Umweltfaktor ernst nehmen, das heißt, ihren Dreck wegräumen und möglichst wenig davon produzieren – sich mit der Trennung der Insel in Nord und Süd auf ihre Weise auseinandersetzen. 2016 haben sie zwei solcher Reisen bereits veranstaltet. Bleibt abzuwarten, ob diese Art Tourismus auf genügend Nachfrage stößt und im Jahr 2018 ff. weiterhin bestehen wird. Profitorientiert scheinen diese Reisen noch nicht zu sein – see.why@europe.com -. Ganz im Gegensatz dazu, wird woanders auf Zypern davon geträumt, ausgerechnet Süßwasserreservoirs touristisch nutzen zu wollen. Gehören alle hinter Gitter, die so etwas planen. Finden Sie nicht? Nun, anscheinend tut man das irgendwo in England auch so, wird als Begründung angeführt. Nur dort gibt es mehr Süßwasser als auf Zypern, weil es wesentlich öfters regnet. Was Philippos Sophocleus jedoch nicht als Gegenargument überzeugen mag, ist zu vermuten. Denn er will diese oft menschenfreien Reservoire nutzen. Ski Slalom soll auf den Seen gelaufen werden. Da könnten die Boote in der Geschwindigkeit von nahezu 60 km/h besser drüberrasen als auf dem welligen Meer unten an der Küste. Auch Andreas Manoli, Chef des Wasserentwicklungs-Departments findet, dass dieses anvisierte Projekt rein gar keine lustige oder gute Idee ist. Das Tourismusministerium, genauer einer seiner Ableger, die CTO, hüllt sich noch in Schweigen. Verlautbart aber, dass die Nutzung der Reservoirs durchaus ein beträchtlich großes touristisches Potential habe. Oh weh! Welch schlimme Prognose. Demnächst spült man wohl Motoröl-Rückstände durch die Wasserleitungen im Haus. Ein Hoffnungsschimmer besteht indes: Das Landwirtschaftsministerium schiebt seit mehr als 10 Jahren das Halloumi-Käse-Problem vor sich hin, welches auf europäischer Ebene gegenüber dem türkischzyprischen Produkt, hellimi, einfach nicht vorankommt. Wessen Käse ist origineller zyprisch und wer darf sich überhaupt so nennen (geschützte Bezeichnung des Ursprungs = PDO). Das ist der Streit und insofern darf gehofft werden, dass die Nutzung der Reservoirs mindestens ebenso lange dauern wird, bis sich alle einigermaßen einig sind. Denn das zuletzt genannte Ministerium hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Man wird sehen, ob demnächst der Verkehr zu den Seen zunimmt. Auch haben mehr Transportschiffe in den Häfen Zyperns angelegt – um 20 % belief sich ihr Anstieg. Das klingt durchaus rekordverdächtig. Na also, geht doch, wenn man will! Der Antrag der Stadt Pafos, den neuen Hafen zu einem Anlegeplatz für Yachten zu bestimmen plus entsprechend Luxus-Umfeld, ist vorerst abgeschmettert worden. Gleiches Szenario scheint sich für das Poseidon Consortium auch in Larnaka abzuzeichnen, wo vorerst wohl nichts laufen wird in diese Richtung. Beide Projekte hat das Consortium geschafft – mit Hilfe der Behörde -, in den Sand zu setzen. Die Finanzierung scheint irgendwie die ganze Zeit über in der Schwebe gestanden zu haben, so dass die Hafenbehörden und andere Involvierte vonseiten der Regierung wohl das Schlottern kriegten und der Poseidon letztlich absagten. Eine Marina sei das eine, ein Hafen das andere, hieß es. Beides unter einem Hut zu halten, braucht finanziell absolute Weitsicht. So ungefähr beschreibt es Othonos Theodoulou von der Handelskammer in Larnaka.

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Der Coffeeshop vom 23. April 2017 äußert sich zur bereits angesprochenen Tragikkomödie in Sachen Wiedervereinigungsverhandlungen mit dem Norden, die Präsident Anastasiadis vor aller Augen abzieht. Der Präsident wird im Coffeeshop „Nik“ genannt:

„… Waren wir naiv oder einfach doof zu glauben, Nik sei wirklich interessiert, eine Vereinbarung [mit dem Norden] zu finden? Ist er so ein begabter Schauspieler, dass er jeden narrte? Obgleich seine Schauspielkünste unvergleichlich sind, hat er etwa wirklich die ganze Zeit über Theater gespielt? Kann sein, dass als es zum Knirschen kam [zwischen ihm und Akıncı], als er die große, taffe Entscheidung zu fällen hatte, [plötzlich] herausfand, dass er nicht den Mumm hat und lediglich ein weiterer schwacher Führer ist, der an der zeitlichen Verlängerung seines Amtes als Präsident interessiert ist. Eine andere Erklärung mag sein, dass ihn Kräfte erpressen, die gegen eine Vereinbarung sind [in der Zypernfrage]. Der ehemalige KGB-Spion John Helmer, der jetzt als Pro-Putin-Macker unterwegs ist, hat verschiedentlich in Artikeln behauptet, die im Russian Insider veröffentlicht wurden, Nik werde erpresst von den Yankies, eine Vereinbarung einzugehen; und zwar vor allem von Untersekretärin Victoria Nuland. Das wurde auf einigen von Russland finanzierten Nachrichten-Webseiten wiederholt, dort von griechischen und zyprischen Typen berichtet, sogar als Nuland bereits aufgehört hatte, für das State Department zu arbeiten. Die letzten Monate – die Wiedervereinigungsverhandlungen am Nagel hängend und die Aussicht auf eine Vereinbarung sich schnell entfernend – haben weder Helmer, noch andere Schreiberlinge Putins etwas über Nik geschrieben. Helmer hat sogar aufgehört, vom Gerichtsprozess zu berichten, der den russischen Plutokraten Leonid Lebedev angeht, der ist ein Mandant der Nik-Anwaltskanzlei; und auch über die angeblich persönliche Verstrickung Niks in die schattenhaften Deals seines Mandanten [schreibt er nichts mehr].

Das kam rüber wie erpresserischer Journalismus, besonders, da es von einem ehemaligen KGB-Offizier verfasst war. Und all Das hörte auf, als klar wurde, Nik ist nicht im Entferntesten an einer Vereinbarung in Sachen Zypern interessiert. Einer der Typen, der den Nuland-Erpressungsmythos wiederholte, wurde für seine Bemühungen ausgezeichnet, und zwar mit Nik-gesponsertem Bakschisch. Ich beziehe mich auf den in Washington ansässigen, politischen Moralisten und Anti-Vereinbarungsprediger Michalis Ignatiou, der es fertigbrachte, seiner Nichte einen Job im Präsidentenpalast zu verschaffen. Die hilft jetzt Nik beim Redenschreiben. Sie ist eine Lehrerin im Fach Literatur und ist vom Außenministerium [Zyperns] angestellt mit gesondertem Vertrag [erinnern Sie es weiter unten, wenn diese Art Verträge Thema werden]. … . Palastangestellte, die fragten, weshalb die Nichte eines solch feindlichen Mackers denn eingestellt wurde, erfuhren, es sei ein Bakschisch für Ignatious Familie, die die DISY-Partei unterstütze, [der Anastasiadis bekanntlich angehört, die die Regierungspartei bildet]. Die haben nicht geschnallt, dass Ignatiou schon seit längerem Nik nicht mehr kritisiert in seiner Sonntagskolumne in der Phileleftheros [Zyperns], sondern ihm weisen Ratschlag gibt und moralische Führung.“

Wissen Sie was, hier gleich nochmal was aus dem Coffeeshop etwas, diesmal aus dem vom 2. April 2017. Dass so geballt davon reingegeben wird, geschieht, damit nun aber auch wirklich der allerletzte in Brüssel versteht, dass Präsident Anastasiadis auch, wie soll man sagen, recht lustige Seiten hat. Dass er die Grundfertigkeiten eines waren Chorkatos hat. Zum Chorkatos auf Zypern empfiehlt sich von Mawratsas das Buch „Gesellschaft der Proleten“ zu lesen. Jetzt auch als gedrucktes Buch bei Amazon.com (nicht .de eingeben!) zu erhalten: „Mit den Präsidentenwahlen weniger als 11 Monate entfernt, dachte Präs Nik, es sei angebracht, ein Schauspiel seiner bakschischologischen Macht zu geben. Die Bürger [sozusagen] rückzuversichern, die eine Art Bakschisch für ihre Wählerstimme suchen, auch dessen, dass er nicht Kontakt oder Wunsch verloren habe, diejenigen mit Gefälligkeiten auszustatten, die bereit sind, vor ihm niederzuknien und ihre unsterbliche Loyalität ihm gegenüber beschwören. Die Ernennung der unbekannten Maria Lottides als Ombudsfrau war eine emphatische Show von Bakschischpower, zumal auch die Zustimmung des Gesetzgebers von Nöten war, bevor sie den gutbezahlten Job übernehmen konnte. Präs, der sich keine Niederlage leisten konnte in dieser Angelegenheit, rief verschiedene Abgeordnete Freitag morgens an, um sicherzustellen, dass die Ernennung durchging und das gelang mit gerade mal 2 Stimmen. AKEL. DIKO und EDEK hatten beschlossen, die Ernennung abzuweisen, doch Nik schaffte es, 3 DIKO-Abgeordnete zu bequasseln (zwei aus Limassol), sich gegen den Entscheid ihrer Partei zu wenden und mit der DISY und der Lillikas Allianz dafür zu stimmen. Um sicherzustellen, dass das Ding durchgeht, stimmte der Präsident des Parlaments, Demetris Syllouris, der sonst nie mitabstimmt, ab, und zwar stimmte er pro Ernennung. Nicht ganz klar wurde, ob er diesen unerwarteten Schritt tat, weil er Nik seine Position schuldet oder ob er glühende Kommentare in der Kathimerini sich absichern wollte, zumal die Herausgeber [dieses Blattes] Ehemann und Schwiegersohn [der von Nik Begünstigten] sind.

Die Ernennung war ein Triumph für Nik in vielerlei Hinsicht. Er konnte so zeigen, dass er eine unbekannte Anwältin mit nicht gerade herausragender Karriere in den Staatsdienst nehmen kann und sie zur Ombudsfrau macht, indem wesentlich erfahrenere und besser qualifizierte Anwälte ignoriert werden, die im Büro der Ombudsperson seit Jahren arbeiten. Das schaffte er also, obgleich ein feindlicher Gesetzgeber im Weg stand und obwohl sein Innenminister, Sokratis Hasikos, jemand anderes vorgeschlagen hatte. Tatsächlich freute es ihn, seinen Minister öffentlich zu demütigen, mit dem der Lottides-Clan eh einen öffentlichen Krieg ausfocht. Kathimerini attackiert Hasikos erbarmungslos, während Demetris, der Schwiegersohn der Nutznießerin des Bakschischs, wiederholt ihren Freund Odysseas [Michaelidis, den Ober-Kontrolleur im Land] auf ihn angesetzt hatte. Den Mangel an Loyalität, den der Präs gezeigt hat gegenüber seinem Minister, ist umso verwunderlicher, zumal Hasikos‘ Zeitung, die Alitheia, seit Dekaden unterstützend über Nik schreibt. Doch er konnte Loyalität nicht erlauben, in seinen Weg zu geraten. Es galt, potentiellen Unterstützern zu zeigen, dass er der Bakschischkönig ist – und daher der Geeignetste, sich das OK zu holen, sollte man einen Posten bei der Regierung wollen. Ein paar Tage vor der Wahl im Parlament, trug die Kathimerini ein kurzes Beiträglein direkt aus der Arslikhan Schule für Journalismus vor, wahrscheinlich um klar zu machen, dass es kein Reinfall gibt bei Niks Anstrengung Lottides Ernennung zu platzieren[, sie formulierte]: „Von der Spitze der Macht ist mir zugetragen worden, dass Nikaros (Nik) sich viel von 2 Treffen verspricht, die er in Malta haben wird in diesen Tagen – an der Konferenz der Europäischen Volkspartei. Was mir gesagt wurde von meiner Quelle in der zyprischen Expat-Gemeinde der USA, ist, dass das Trump-Nikaros-Treffen nur noch einen Mausklick entfernt ist – im Juni. Und das verdankt sich dem sehr fähigen (Regierungssprecher) Nikos Christodoulides und natürlich der Hilfe, die Expats leisteten … .“ Wenig Zweifel daran, dass je näher die Wahlen rücken [auf Zypern], desto glühender die Artikel der Kathimerini über Nikaros erstrahlen werden, sodass man sich besser Sonnengläser aufsetzt beim Lesen zwecks Schutz. Nikaros kann hier auf Zypern zwei unterschiedliche Bedeutungen haben. Es ist eine andere Art „großer“ oder „macho“ zu bedeuten und ist oft in Gebrauch in Zusammenhang mit unserem Präs. Ein kleiner, stümperlicher Nik, dem alfamännliche Qualitäten abgehen, würde „Nikoudi“ genannt. Der sehr fähige Regierungssprecher, der weder ein Nikaros, noch ein Nikkoudi ist – vielleicht ein Nikaroudi – hielt seine US-Tour als Art Außenminister am Dienstag ab, machte aber klar zurück in Zyproulla, dass wir alle davon hörten, welch vielen wichtigen Treffen er hatte. Montagmorgens war er auf Staatsradio und informierte die Hörer über seine US-Kontakte mit dem Enthusiasmus eines Teenagers, der seinen ersten Besuch in einem Nachtclub erzählt. Den folgenden Tag war er allerdings nicht im Radio, um uns von seinen Montagstreffen zu berichten. Diesen Job überließ er dem CyBC-US-Korrespondenten. Er hatte wohl etwas verspätet kapiert, dass er in seiner neuen Rolle nicht dafür erkoren war, eigene Aktivitäten zu berichten. Er ist [jetzt] zu wichtig für so etwas.“

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Vielleicht würden Teile der Internationalen Gemeinschaft ja noch lauter pro Nikosia-Süd eintreten, wenn die nicht solch komische Angewohnheiten hätten. Das sind diese hier bereits wiederholt erwähnten Sitten, die an Ostern meist ihren tiefgangmäßigen Höhepunkt zelebrieren: Singvögelessen. Sie können es halt nicht lassen, vielleicht die meisten Zyprer, und da sind sie sich wohl mit vielen Türkischzyprern einig, dass so ein kleiner Piepser eine Delikatesse sein soll und bestens gefrittet wird. 2,5 Millionen Singvögel verspeisen die auf der Insel jährlich. Das ist eine Schätzung, denn offiziell soll der Verzehr ja verboten sein. Chris Packham hat mal wieder einen Dokumentarfilm darüber produziert und die Anzahl der verspeisten und teils elend verendeten Vögel (Leimruten) geschätzt. Der wird mit seiner Doku wohl vorrangig im Ausland Zuschauer entrüsten. So wenig, wie es einen ersichtlicheren politischen Willen gibt, das Zypernproblem wirklich zu lösen, so wenig scheinen die Herren und Damen im Parlament von Nikosia-Süd nahe dem eingestürzten und vielleicht schon wieder komplett aufgebauten Theater unweit des einsturzgefährdeten Restes des noch immer in Betrieb gehaltenen Krankenhauses daran interessiert, ihre Beschlüsse umgesetzt zu sehen in Sachen Zugvögelschutz. Zur Erleichterung des schlechten Gewissen, oder wie man es einschätzen darf, wurden kürzlich im Norden von sogenannten Aktivisten namens „dayanışma“ Straßennamen mit anderen Namen überklebt. Wir gehen mal davon aus, dass es die ursprünglichen griechischen Bezeichnungen waren. Das passierte selbstverständlich in „Solidarität“ mit griechischzyprischen Aktivisten (Linke Bewegung – wir wollen eine Föderation). Die hatten davor eine solche Überklebe-Aktion durchgezogen. BRAV. Der Kampf beginne in der Straße, war von den Aktivisten wohl auch noch zu vernehmen. Toll! Beruhigt wahrscheinlich wirklich schlechte Gewissen bei all jenen, die in jeweiligen Parlamenten auf Zypern offensichtlich gegen eine Wiedervereinigung, letztere als politisches Ziel hervorhebend, politisieren – nach dem Motto: Seht, unsere Jugend will es doch auch!

Ja, die Liebe zur Natur und ihren nicht-menschlichen Bewohnern. Nun: Den Briten ist wohl zu verdanken, dass nahe ihrer Basis in Akrotiris die Sumpflandschaft noch eine solche ist. Eigentlich sollten viele Zyprer den Briten dankbar sein, weil sie mit ihrem Einwirken mit sicherstellen, dass zu Ostern genügend Singvögel da sind, um den Osterhasen nach dem Verspeis von Singvögeln besser jagen zu können. Jagen, das muss schon sein! Das denken nicht nur hier viele. Derzeit scheint gerade Waffenruhe zu herrschen. Junge, in die Natur ausgesetzte Fasanenküken sind einem sogar schon fast ins Auto geflogen. Wahrscheinlich waren die noch nicht ganz ausgewildert genug und dachten, der gute liebe Jäger kommt, um sie zu füttern. Kann ja sein, dass der so ein Auto fährt wie unsereins. Im Herbst werden sie vollgefressen und gut gewachsen vor den Flinten ihrer vermeintlichen Freunde noch das Weite zu suchen lernen. Wenn es überhaupt so weit kommt, dass die Fasanen dazu kommen, die Gefahr wirklich zu kapieren. Passiert wahrscheinlich instinktiv? Bravo, dass die Briten einen gewissen Vogelschutz-Instinkt haben und seit Jahren es einfach nicht so ohne weiteres ermöglichen mögen, dass auch noch der Beach namens Lady-Mile zugepflastert wird mit geteerter Straße vor Limassol in Richtung Pafos unweit des Hafens. Herr Fylios Demetriadis, Betreiber eines Restaurants auf der Mile, ist ganz außer sich. Das Rathaus würde ihn schon seit Jahren versetzen. Er sei es doch schließlich, der in der Saison 300 Leute anstelle. Ob die von ihm Angestellten wohl dennoch aufstocken gehen müssen beim Sozialamt? Wir wollen es nicht wirklich wissen, denn Herr Demetriadis findet, er habe es verdient, endlich eine geteerte Straße bis zu seinem Restaurant zu erhalten, welches er schon 15 Jahre auf der Mile führt. Und Strom gefälligst auch. Schließlich ist er es, der den Strand vor seinem Restaurant sauber hält. Bislang muss der Gute Generatoren laufen lassen, um Elektrizität zu haben. Der Lärm dieser Dinger wird die Vögel gewiss nicht erfreuen und die Touristen und Einheimischen, die dort jedes Jahr aufs Neue im Sommer ihr Stelldichein zigtausendfach geben, wohl auch nicht. Ja, noch nicht mal EU-Fonds können beantragt werden, weil das Gebiet eben zur britischen Basis gehört – unerhört. Ein Skandal. Die Cyprus Mail zitiert in diesem Zusammenhang Sean Tully, Sprecher der britischen Basis, der sagte: „We have an obligation to protect the environment. It is a beautiful beach and the reason it is so beautiful is because it is protected!” Noch dies zur Umwelt: Climatellaunchpad ist eine Plattform, die Erfinder im grünen Bereich aufzuspüren sucht und daher kann bis zum 10. Mai 2017 jedermann seine oder ihre Erfindung einreichen: http://climatelaunchpad.org/application-form/. Der Gewinner wird am 18. Oktober 2017 ermittelt und erhält 10.000 € cash. Der Gewinn ist es also wert, anzufliegen?!

Irgendwie kriegt man es nicht wirklich mit. Oder man ist zu unaufmerksam? Haben Sie etwa registriert, dass ALPHAMEGA Supermarkt und die Cyprus Environment Protection Association (CYMEPA) sich vereint haben, um der Natur Gutes angedeihen zu lassen? Martina Meinders muss die ‚Umwelt-Aktivistin‘ heißen, die diese Zusammenarbeit angestoßen hat. Sie ist Deutsche – im Schifffahrtsgeschäft tätig, irgendwo in Limassol (Marin Shipmanagement Ltd.). Kurz: Die Plastiktüten bei ALPHAMEGA sind im Visier. Eine „plastic-bag-free“- Insel Zypern ist geplant. Es gibt also auch Lichtblicke hier. Wenn Sie erlauben, dann diese Bewertung dazu: sehr, sehr hochfliegende Ziele, die Frau Meinders & Co da haben. Wir wünschen Erfolg. Haben allerdings schon eine Einkaufstasche aus Stoff, die so ähnlich wohl auch im ALPHAMEGA gekauft werden kann. Diese Taschen sind mir wirklich noch nicht ins Auge geflogen – dort.

Apropos fliegen. Die Ersatzairline COBALT der Cyprus Airline – letztere wurde ja vor nicht allzu langer Zeit in den Sand gesetzt wegen Missmanagement usw. – bietet demnächst Flüge nach Beirut an – ab 55 €. Soll noch mal einer sagen, Zyprer hätten ein Problem mit Objekten, die fliegen wie Vögel oder Vögeln selbst. Oder dass es die Republik Zypern nicht gibt, wehe das behauptet noch mal einer. Frechheit! Dass diese Republik wahrhaft existiert, durften Kinder eines befreundeten Landes der Zyprer vor kurzem nämlich hautnah erfahren – Serben. Die wollten doch glatt über den Flughafen Larnakas in den freien Gebieten zu einem Festival für Kinder in den besetzten Gebieten anreisen, eine (Straf)Tat, die zudem dem im Norden der Insel liegenden unrechtmäßigen Nicht-Staat geholfen hätte, seinen Statusquo aufzubessern in der Welt der Legalen. Die Kinder samt Aufsicht wurden am Flughafen angehalten und erstmal eingesperrt 24 Stunden oder so. Ja, was glauben DIE denn? Können doch nicht einfach so rüberfahren ins türkisch geschaffene Nirgendwo! Scheinbar hat man die Kinder schon bald wieder nach Serbien zurückschicken können. Passten zwar nicht alle ins Flugzeug rein, aber immerhin. Komisch nur, dass Kinder aus Litauen oder Russland ungehindert zum Event ankommen durften im rechtsfreien oder besser illegitimen Norden. Eine Lektion sei uns allen das eben Geschilderte in folgender Sparte: Wie versaure ich mir meine Beziehungen zu einem befreundeten Land!

Dass Serbien gerade nicht so demokratisch unterwegs sein soll, dürfte wohl eher nicht der ausschlaggebende Grund gewesen sein (Vucic) für die Aktion am Flughafen von Larnaka. Eher, ist zu vermuten, ist es die Größe des Landes. Serbien gibt ja vor, in die EU rein zu wollen mit einem Fuß in Richtung Russland ausgestreckt. Und die politische und faktische Größe Serbiens ließ die zyprischen Behörden serbische Touristen wohl warnen, in den zyprischen Norden zu fahren. Ja, die sind in Serbien überwiegend Orthodox, so, wie die Zyprer. Aber eben zu klein und halt doch nicht so richtig EU-drin, um einfach das zu tun, was ansonsten ALLE anderen Touristen auch tun auf Zypern. Nicht ganz von der Hand zu weisen, ist das vorgebrachte Argument der zyprischen Behörden dann allerdings auch wieder nicht. Es häufen sich die Fälle, wo Morde oder andere Straftaten von Türkischzyprern in den „freien Gebieten“ begangen werden, die dann allerdings nicht zur Rechenschaft gezogen werden können, da sich die Täter in den Norden rüber retteten, wo Südzypern ja kein Auslieferungsgesuch stellen kann, weil es den „Pseudo-Staat“ nicht anerkennt. Andersrum geht’s auch, wo sich jemand in die Republik Zypern flüchtet, der im Norden eine Straftat begangen hat und nicht belangt werden kann. Das Europäische Gericht für Menschenrechte verurteilte neulich das Verhalten beider Seiten. Ein Wahnsinn sondergleichen also, dass der Mord beispielsweise an einer 16-jährigen Türkischzyprerin, Eylül Güzelyurtlu und ihren Eltern nicht aufgeklärt werden kann (Januar 2005, in Larnaka). Apropos: im Jahr 2015 soll die Republik Zypern an die 18 Personen in ihre nord- oder mitteleuropäischen Heimatländer zurückgeschickt haben. Sie alle hatten offenbar die Absicht, in Syrien als islamistische Kämpfer sich zu verdingen. Bekanntlich gelangt man ansonsten mühelos von Larnaka nach Girne usw. Nikolaou, der griechischzyprische Innenminister ergänzt: „Die Sicherheitsmaßnamen wurden hochgefahren!“ Schon seit längerem wird man an der Grenze rüber in den Norden, die ja keine Grenze darstellen soll, gebeten, seinen Ausweis zu zeigen. Der wird dann auch registriert im Computer auf griechischzyprischer Seite – auf türkischzyprischer passiert das sowieso. Selten gelingt es, nicht herangewunken zu werden, um dieses Prozedere über sich ergehen zu lassen. Jene, die den Grenzern mit Griechischzyprisch Antwort geben, werden meist nicht behelligt. Zu lesen war irgendwo, dass neuerdings Touristen auch gefragt werden, in welchem Hotel sie denn bitte sehr abgestiegen sind. Diejenigen, die dann eventuell sagen, ich habe keines, könnten durchaus Gefahr laufen, dass ihnen der Übertritt in den Norden neuerdings verweigert wird. Es gibt kein Zahlenmaterial darüber, aber die Fragestellung lässt darauf schließen, dass die Behörde verhindern will, dass Larnaka-Airport genutzt wird, um dann im Norden Urlaub zu machen. Offiziell, wie gesagt, werden solche Unverbesserlichen vom zyprischen Staat vor den Untiefen im Norden geschützt. Mit der Erdoğan-Administration gestärkt am Ruder in der Türkei ist jedem, der in den Norden Zyperns fahren mag, auch über Larnaka, dringend geraten, sich sein türkisches und kurdisches Umfeld, meinetwegen in Deutschland lebend, genau anzusehen und was man so auf Facebook etc. postet bezüglich Türkei, Kurdistan, Armenien und Genozid, Erdoğan, Islam usw. Man kommt schneller in die Mühlen erdoĝanscher Hetzjagd als wieder daraus hervor. VORSICHT ist die Mutter der Porzellankiste!

Vor kurzem erzählte mir jemand, um nicht nur, aber auch auf die Orthodoxie auf Zypern zurückzukommen im Thema, dass Hauspersonal aus Indien, Bangladesch usw., die christlichen Glaubens sind, in orthodoxe Kirchen Zyperns meist nicht reinkommen, um an einem Gottesdienst teilzunehmen. Deutsche, Franzosen und andere Europäer christlichen Glaubens, wenn sie nicht gerade aussehen wie Inder, ist zu vermuten, haben damit kein Problem. Allerdings werden letztere nicht auf Friedhöfen der Orthodoxie Zyperns beerdigt. Es soll aber einen solchen Ort irgendwo in Limassol für sie geben, sodass die Leichen nicht vor den Toren der Stadt vergraben werden müssen. Noch kann man sich nicht kremieren lassen auf Zypern als Leiche.

Da wäre noch diese Angelegenheit, die man eigentlich nur schlecht mitverfolgen kann. Und zwar geht es um das fürchterliche Geschrei der Südzyprer, die sich seit Jahren darüber aufregen, dass Festlandtürken sich im Norden niederlassen. Die müssten bei einer Wiedervereinigung der Inselteile ALLE zurück in die Türkei! – wird gesagt. Ja, und was ist mit den vielen Russen, Briten und Griechen, Arabern und Israelis, die sich vermehrt ihre zyprische Staatsbürgerschaft kaufen und sich hier niederlassen? Die Xristofias-Talat-Vereinbarung auf Zypern besagt, die eigentlich noch bindend sein müsste, dass sollten zum Beispiel 100.000 Griechen im Süden arbeiten und leben, dann auch genauso viele Festlandtürken im Norden Zyperns sich aufhalten dürften – und umgekehrt. „VIP-Immigration“ nennt sich eines der Offices, die die Pass-Angelegenheit für Leute mit viel Geld regelt, die Zyprer werden wollen – EU-Bürger. Das Büro liegt in Limassols sogenannter Touristik-Area und realisiert diesen ‚Traum‘ recht geschwind. Wir konstatieren eventuell: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!

Somit dürfte das Spektrum hier wohl abgegriffen sein, könnten Sie denken, wenn von Kindern über VIPs bis zu Leichen die Rede war – doch noch ist dem nicht so. Nein, von Geld war, wenn überhaupt, dann nur indirekt die Rede all die Zeit. Geld zu haben, wie Sie wissen, ist schon etwas Schönes. Noch schöner dürfte sein, sein nicht gesichertes Geld, welches man in einer Bank hatte, zurückzuerhalten, wenn es einem abgenommen worden ist – unverschuldet. Und Ähnliches war ja vielen einfachen Bankkunden in Zypern passiert, als die Laiki Bank schlappmachte vor ein paar Jahren und ihre Vermögen der Zentralbank Zyperns zugeschustert wurden. Kurz, eine Organisation, die sich Sykala nennt, hat sich mit dem Präsidenten der Republik und anderen zusammengesetzt und dieser Herr von der Sykala hat bedeutet bekommen, dass die knapp 100.000 €, die den Bankkunden abgeknöpft wurden damals, eventuell zurückbezahlt werden könnten. Nach dem, was gelaufen ist, hat man so seine Zweifel und fragt, ob hier eventuell die Rede von einem Trinkgeld ist, sodass die Sykala endlich Ruhe gibt? Anfang April blockierten Bauern nicht ganz zu unrecht Straßen im eh schon zugestellten Zentrum von Nikosia. Es muss die Hölle gewesen sein für Auto- und Busfahrer, für Fußgänger gewiss sowieso. Die Bauern forderten, dass die Zentralbank Kooperative (CCB) ihre Anteile, von denen 99 % dem Staat gehören, zurück an die Mitglieder der CO-OPs gibt. Eigentlich haben die früheren Mitglieder ja kein Recht, so etwas zu verlangen. Die CO-OPs waren jahrelang Ort von schlechtem Management und Korruption etc. Als die Pleite gingen, schoss der Staat damals 1.7 Milliarden € rein. Das Geld kam von internationalen Kreditgebern und wird – lustiger Weise – vom zyprischen Steuerzahler zurückbezahlt. Das heißt, nicht etwa die Mitglieder der CO-OPs blechen, sondern die Steuerzahler – und jetzt fordern die letzteren auch noch ‚ihr‘ Geld zurück. Wie es kommt? Nein, die sind wahrscheinlich nur etwas durchgeknallt, aber nicht ganz. Der Finanzminister Harris Georgiadis hat mal wieder etwas Mist gebaut. Der meinte, er würde Anteile der CCB rausrücken, die dann in der zyprischen Börse gelistet erscheinen würden. Man würde so einen Schritt erwägen, meinte er dummerweise öffentlich, und zwar für all jene, die Geld in der Finanzkrise verloren hätten, aber auch für jenen Personenkreis, der Kunde der CCB war und für Arbeiter. Dieser sowie anderweitig betriebener Populismus der Regierung Zyperns, könnte der DISY Partei bei den nächsten Wahlen einige, eventuell entscheidend wichtige Wählerstimmen kosten.

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Ja, Wahlen überall und auch in Zypern ist man bereits im Wahlmodus – wenn man den je wirklich verlassen hat. Wollen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Mittleren Kräfte – Nikos Papadopolous (DIKO), Giorgos Lillikas (EDEK), Giorgos Perdikis (Grüne) und Eleni Theoxarous (EURO.KO) – am Ausbaldowern waren, wer von den Genannten die Präsidentschaft von Anastasiadis anfechten geht mit der Unterstützung der anderen. Perdikis nannte die Mittleren Kräfte einst: „national chicken coop“). Grüne gibt es also auch auf Zypern, siehe Herrn Perdikis. Der scheint sich aber vor allem damit hervorzutun, in der Öffentlichkeit betont selten grüne Themen in die Debatte einzuwerfen. Das jedenfalls ist der Eindruck, der entsteht, wenn brav nahezu täglich APO MERA SE MERA auf RIK1 gesehen wird. Eine Plattform im Fernsehen ab 12 Uhr nachmittags ist das, die immer wieder Überraschungen parat hat. Anders als in Deutschland wird da Tagespolitik im Fernsehen betrieben – die verlängerte Bank des Parlaments ist diese Sendung. Lillikas soll ja seinerzeit, als die Finanzkrise war 2013, den Vorschlag gemacht haben, öffentlich, man könne doch bereits das Erdgas sozusagen vorausverkaufen, also bevor man es überhaupt gefördert, geschweige denn in der Quantität ermittelt hat, um die TROIKA aus dem Land zu halten und den Bailout zu vermeiden. Er meinte des Weiteren, dass 2022 ein realistisches Datum wäre, um seine erhaltenen Vorauszahlungen dann zu begleichen. Papadopolous schwadroniert gerade von einer Neuausrichtung der Politik, die nach dem Referendum in der Türkei zu erfolgen habe auf Zypern. Leider lässt Papadopolous Junior nicht wissen, was konkret geschehen soll und wie man glaubt, diese Neuausrichtung vereint bewerkstelligen zu können. Es riecht – mal wieder – bereits im Vorfeld nach hohlen Sprüchen. Apropos: Der nationale Hühner-COOP (die selbsternannte politische Mitte Zyperns) hat sich Montag den 24. April 2017 offenbar für Papadopolous als ihren Kandidaten fürs Präsidentenamt entschieden. Da kann man eigentlich nur noch sagen – wozu bekanntlich auch Herr Anastasiadis inzwischen Anlass gibt – schade um das schöne viele Geld, welches sinnlos weiterhin verschwendet werden wird in langen Sitzungen zwischen New York , Genf und Zypern. Denn eine Lösung der Zypernfrage, die will anscheinend ja keiner auf der griechischzyprischen Seite, jedenfalls keine, die man als FAIR gegenüber den Türkischzyprern bezeichnen wird können. Mit Nikolas Papadopolous, wenn er Anastasiadis das Präsidialamt abnehmen wird können 2018, ist diese Feststellung leider einmal mehr schon fast zwingend so zu sehen. Die Wiedervereinigungsverhandlungen werden für eventuell immer auf dem Parkplatz nationalistisch-ethnizistischer Verbohrtheit abgestellt verweilen. BRAVO.

Ob das Parking auf dem Hof der RIK-TV-Sender auch wirklich immer zugängig ist? Weil zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen die Herrschaften aus dem Parlament wohl eher nicht mal schnell rübergefahren, um in apo mera se mera sich zu zeigen. Genau: Die haben ja einen Fahrer und einige haben sogar Bodyguards – also wird es auch keine Schwierigkeiten wegen dem Parkplatz geben. Und was die Sicherheit angeht: Sogar die Beleuchtung hinterm Parlamentsgebäude im städtischen Park wurde mit einzig einer stärker leuchtenden Lampe verstärkt – heller als jemals davor und dass das Gemäuer des Parlaments weit genug davon weg liegt und das gut geschützt, weiß ich auch nicht so wirklich einzuschätzen – eher nicht. Plötzlich gibt es auch so etwas wie Böller vor dem Parlament und Parkverbote. Das waren noch Zeiten, als niemand an so was wie Anschläge denken brauchte. Doch auch zu jenen goldenen Zeiträumen war das Spesenkonto so manches Politikers auf Zypern etwas überhöht – um es mal gelinde zu sagen. Der Chef-Kontrolleur der zyprischen Nation, Herr Michaelidis, hat sich vorgenommen, das zu ändern. Endlich mal sollen die Parlamentarier ihre Flüge früher buchen und nicht auf den letzten Drücker. Das spart Geld, findet Michaelidis. Außerdem greift neuerdings eine neue Unart um sich unter den Parlamentariern. Parteien stellen immer mehr Externe an, dies und jenes zu tun, was aber von der Betriebskasse des Parlaments nach Gesetzeslage zu berappen ist. Der Anstieg in Rede: im Jahr 2015 von 69 Personen auf 101 Personen 2017. Das sind also 37%. Und so etwas müsse sich schleunigst ändern, findet Michaelidis. Von den Pensionsansprüchen mal ganz zu schweigen. Glavkos Kliridis und die DISY führten ja einst die Allgemeine Rente ein. Ansonsten: 18 Monate im Parlament gesessen und schon haste 1.300 und noch was Euro Pension monatlich. Da sind die einmaligen Bonis (75.000 und ein paar Verquetschte) verständlicher Weise noch nicht mit eingerechnet. Um die 700 Euro gibt es für Unterkunft monatlich, unabhängig davon, ob der Politiker überhaupt anwesend war. Ab 2012 neu hinzugekommenen Staatsangestellten, also nicht Politikern, werden die Pensionen von der Allgemeinen Versicherungskasse zukünftig ausbezahlt. Kurz: Herr Michaelidis macht sich unbeliebt. Eine Spaßbremse sondergleichen! Und was nicht lange auf sich warten lässt, sind Überschriften wie diese: „Er benimmt sich wie ein arroganter Schnösel.“

Der Finanzminister Harris Giorgiadis hat Michaelidis gerade am Hals. Einen Mann seiner DISY-Partei soll der Finanzminister regelwidrig eingestellt haben. Dieser Anstellung sei von der Kommission der Staatsangestellten nicht abgesegnet gewesen, meint Michaelidis. Wo er recht hat, da hat er nun mal recht. Was erwidert Georgiadis, dessen Ohren dabei leicht ins Flattern gerieten: „[Michaelidis] hat seine Objektivität und Unabhängigkeit verloren!“ Denn Michaelidis war inzwischen schon heißgelaufen und musste nun einfach mal in gewohnter Manier fragen, schließlich ist er der Oberprüfer des Landes: „Wie kannst du es wagen, MICH in Frage zu ziehen?“ Gockelgehabe halt. Nichts weiter passiert. Alltag. Doch dann, Michaelidis noch: „Wenn das Gesetz routinemäßig gebrochen wird, ist das keine Entschuldigung für mich, inaktiv zu bleiben (Cyprus Mail, 19.04.17).

Was sticht uns ins Auge? Das Wort „routinemäßig“. Das sagt schließlich nicht irgendwer. Keine Sorge, wir werden hierüber nicht ins Detail gehen, also zu: wer pickte seinen Gegner wann wohin und wie etc. Federn lassen jedenfalls beide – im Ansehen. Vielleicht nicht ganz passend ist, hier gleich hintenanzustellen, dass die Zyprische Zentralbank sich Mitte Monat April 2017 anscheinend gezwungen sah, öffentlich kundzutun, sie könne die gestellten Ziele in Sachen Reform des Finanzwesens sowie der Bank selbst nicht einhalten. Beispielsweise könnten „nicht rechtzeitig genügend Informationen eingereicht werden bezüglich der Einlagen der Kunden …“. Immerhin konnte woanders, und zwar von rechtswegen „Klarheit“ geschafft werden, was das DING mit den öffentlichen Märkten angeht. In Nikosia ist es bekanntlich der Mittwoch und der Samstag, an dem Markt ist. Leider findet der Markt seit geraumer Zeit an ein und demselben Ort in der Stadt fest, was früher anders war. Nun, das hat man also so geregelt und wird seine Gründe gehabt haben. Geregelt ist neuerdings auch, was zuvor als DING bezeichnet worden ist: dass „auf dem Markt kein anderer Verkäufer beschäftigt werden kann, wenn die Erlaubnis zum Betreiben eines Standes einem Verkäufer gehört und nicht einem Produzenten“, also einem Bauern. Die Verkäufer finden die Gesetzesänderung nicht sonderlich lustig. Beispielsweise könnte man nun noch nicht mal mehr zur Toilette gehen, da ja niemand, außer einem selbst, hinter dem Ladentisch stehen dürfe. Gern wurden nämlich Flüchtlinge angestellt, auszuhelfen. Und wie zu erfahren war, hat so mancher Verkäufer am Ende des Tages ‚vergessen‘, seine Hilfskraft ganz oder genügend auszubezahlen. Es gibt schließlich nahezu unendlich viele Bewerber auf dem hinter vorgehaltener Hand sogenannten Sklavenmarkt, die anscheinend hoffen, sie könnten besser abschneiden als ihre Vorgänger. Dieses Spielchen hat das neue Gesetz nun also auch unterbrochen. Wir dürfen damit rechnen, dass eine Art Umgehung des Gesetzes wahrscheinlich schon in Anwendung ist, die aber hier noch nicht bekannt ist. So wie Letzteres der Fall ist, werden wir Sie darüber in Kenntnis setzen. Not macht ja schließlich erfinderisch, da frisst der Teufel sogar Fliegen. Wie im Film ist das.

20 Filme können innerhalb von 9 Tagen an den „Cyprus Filmdays“ gesehen werden, die mal in Nikosia, mal in Limassol zu sehen sind. Die Filme sind mit Untertiteln in Griechisch und Englisch. Das 15. Festival dieser Art in Zypern beginnt Donnerstag, den 27. April 2017, also heute. Details dazu können unter www.cyprusfilmdays.com angesehen werden. Das Railto Theatre in Limassol, wo die Filme in Limassol gezeigt werden, gibt gewiss auch gern Auskunft: 00357 777 777 45. In Pafos werden die Berliner Philharmoniker zu hören sein am 30. April 2017 sowie am 01. Mai. Das bi-kommunale Jugendorchester wird am 30. April bereits nachmittags sein Können unter Beweis stellen und einige Philharmoniker werden sie dabei unterstützen. Sogar der deutsche Botschafter läuft auf. Ein kleiner Umtrunk (Rezeption) ist bereits angesagt, Einladungen verschickt. Klar, es wird Klassik gespielt werden – vorwiegend. Mal hören gehen, wie die die alten Klassiker kopieren, beziehungsweise interpretieren.

Dringend angesagt ist, sagt das Komitee zuständig für Kommerz und dergleichen mehr, dass Zypern ENDLICH Verordnungen erlässt, die es auf Linie bringen mit den Vorstellungen, die die EU über das Copyright hat. Das alles ist fällig bis Ende Juni. Nachdem, wie die Diskussion darüber geführt wird, besteht die Möglichkeit, dass der Termin – lang und breit Grundsätzliches und anderes mehr diskutierend – vertrödelt wird; und dann gibt es womöglich eine Strafe vonseiten Brüssels. Ein weiteres Limit wird zusehends gerissen auf Zypern, und das ist der steigende Konsum von Alkohol unter Jugendlichen, die noch keine 18 Jahre alt sind. In der Studie wurden 15 und 16-Jährige nach ihrem Alkoholkonsum gefragt. Demnach sollen Jugendliche in Georgien am kräftigsten zuschlagen mit 72 %, gefolgt von Tschechien und Zypern mit jeweils 68 %. EU-Durchschnitt liegt anscheinend bei 48%. Yamaz!

EBRD hat ihr jährliches Treffen und Geschäftsforum in Nikosia vom 9. Mai bis zum 11. Mail 2017. Es geht um grünen Wachstum und wie man regionalen und globalen Herausforderungen zu begegnen gedenkt. 65 Länder werden teilnehmen. Präsident der EBRD ist Herr Chakrabarti. Unter anderen werden auch Minister aus Bosnien, Ägypten, Georgien, Griechenland, Jordanien Kasachstan, Moldavien, Polen, Rumänien und der Ukraine anwesend sein. Ein großer Event, der einmal mehr die Wichtigkeit der Republik Zypern in der Region belegt!

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„Wir sind der Süden!“

Quelle: „Wir sind der Süden!“

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oder

Fußball, Frieden, Dortmund!

Die Stadt Kandern im Landkreis Lörrach bei Basel in der Schweiz hat sich eine Informationsbroschüre geleistet. Das Geld scheint locker zu sitzen im Gemeindesäckel. Hochglanz plus eigenwilliges Format.

Zum Erstaunen wohl manch Kandernerin und Kanderners wurde als Cover-Bild der Broschüre eine Ansicht der Stadt von oben gewählt, genauer: die Perspektive, die man einnimmt, wenn am Waldrand oberhalb der August-Macke Schule gestanden wird. Die Paar gewellten Holzliegen an jenem Ort, wohl um die Aussicht zu genießen, zieren die rechte Bildseite des Covers; und das eine Ende der Stadt mit Tradition in der Keramik in Richtung Maulburg ziert die linke Seite des Umschlags der Broschüre. Über der beschriebenen Szene mit den roten Dächern einiger Häuser der Stadt in ungefährer Mitte des Bildes thront in der Ferne der Berg Blauen mit seinem Türmchen oben drauf – viel Grün, in Form von Bäumen, Wiesen und saftigem Gras, ist vor, wie auch hinter den abgebildeten Häuserdächern Kanderns zu sehen. Der Mensch, der den Raum dort ansonsten beherrscht, ist nirgends abgebildet auszumachen. Die Aufnahme vermittelt den Eindruck, dass es in und um Kandern friedlich und beschaulich sein dürfte. Dem ist eigentlich so allgemein. Doch ein Schwank nach links oder rechts mit dem Objektiv der Kamera geradewegs in den Wald von dort, wo die Aufnahme gemacht wurde, in den nächst gelegenen Waldweg, den Eichenweg, würde wahrscheinlich eine wahrhaftere Stimmung und Sachlage einfangen, wenn lediglich noch etwa 300 oder 400m zurückgelegt würden in Richtung Hammerstein. Dort wird nämlich abgeholzt – teils recht stark.

Im Kanderner Wald, besser Forst, wird hör- und unübersehbar abgeholzt und nicht wenige finden, das werde übermäßig betrieben. Wirklich sehr auffällig, diese ‚Lust‘ daran. Überall, mag man schon fast übertreiben, stapelt sich abgeschlagenes Holz: an den Seiten einiger Wanderwege oder einfach entlang der einen oder anderen kleinen Straße, die zu Dörfern wie beispielsweise Eglisholz etc. führen. Und nicht immer ist ersichtlich, dass das Holz neu geschlagen ist. Es gibt durchaus auch Holzhaufen anzutreffen, die scheinbar schon seit Jahren in Reih und Glied gestapelt herumliegen am Wegesrand.

Apropos: Die Waldbesitzer trafen sich neulich in Rottenburg. Ihre, von ihnen und anderen so genannte „Forstkammer“ ist zur Mitgliederversammlung angetreten. Thema: „Neustrukturierung der Forstverwaltung“. Wir erinnern: „Der gebündelte Rundholzverkauf durch ein Einheitsformat ist mit Marktgesetzen nicht zu vereinbaren,“ erging ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf, welches den Baden-Württembergern überhaupt nicht passt (Oberbadische 1. April 17). „Jetzt muss nicht nur der Verkauf, sondern auch die Struktur der Forstverwaltung umgebaut werden“, ist des Weiteren zu lesen. Und: „Bisher wurden Privatwaldbesitzer vom staatlichen Revierförster mitbetreut, das soll es künftig nicht mehr geben dürfen. [Sie] müssen sich ihre Ansprechpartner künftig selber suchen.“

Da für Waldbesitzer anscheinend „alles“ teurer werden soll, verlangen die nun ihrerseits zukünftig Geld dafür, dass sie Wege etc. freihalten – einen „Gemeinwohlausgleich“. Das „Einheitsforstamt“ ist nun also passé. Klaus Langer aus Lahr im Schwarzwald, wo einst die Kanadier ihr Hauptcamp in Deutschland aufgeschlagen hatten, ist einer der Privatwaldbesitzer und sagt nach Aussagen der Oberbadischen: „Das war einfach nur billig, der Privatwaldbesitzer bekam bisher einen Revierförster vor die Nase gesetzt und hatte keine Alternative ( 1. April 17).“ Präsident des Bundesverbands der Waldbesitzer ist Philipp Freiherr zu Guttenberg. Das ist – ja – der Bruder des Karl Theodor, der einstige Verteidigungsminister, der, so ist zu vernehmen, gerade wieder sein Comeback in die Politik gestartet haben soll in Bayern. Und der ‚Gute‘ (Philipp) meinte noch, und die Oberbadische zitiert den Herrn: „Den Wald auf die Ökologie reduzieren zu wollen, hätte desaströse Folgen.“

Die Waldkönigin, es gibt hierzulande auch Weinköniginnen, ist offenbar der Ansicht, dass das Image der Waldbesitzer und der Forstwirtschaft aufpoliert gehörte. „Der Forstarbeiter werde als Störenfried im Erholungsraum Wald wahrgenommen, dabei sei das wirtschaftliche Arbeiten im Wald notwendig (siehe Oberbadische vom 1. April 17).“ Gut nur, dass bislang noch keine Waldkönigin ob ihrer ‚waldfreundlichen‘ Äußerungen entthront werden musste. Die Oberbadische lässt den Leser in diesem Beitrag auch wissen, dass die evangelische Kirche Stuttgart im Ländle immerhin über 2700 Hektar Wald verfügt. Und der Vertreter der evangelischen Kirche zur genannten Veranstaltung in Rottenburg war der Herr Zink. Diesen Herrn Zink hat die Rede des Freiherrn zu Guttenberg anscheinend total begeistert – armer Wald, hallo Forst! Dass die Waldbesitzer sehr wohl vertrauensvoll mit ‚Wald‘ umgehen, das meinte der Herr Zink offenbar auch noch. Und jetzt anschnallen, denn er sagte: „Wir wünschen uns einen Vertrauensvorschuss statt Misstrauen von der Politik! (Oberbadische 1.4.17).“

Als jemand, der regelmäßig in einem bestimmten Teilabschnitt des Waldes, besser Forstes, um Kandern spaziert oder joggt im Vertrauen darauf, dass noch genügend Bäume stehen und nicht schon wieder irgendwelche Absperrungen wegen „Holzschlag“ fordern, dass man vertraute Wege im Forst umgeht und kein Zeugnis davon nimmt, was da gerade mit den Bäumen geschieht, las neulich die Nachricht in den Medien, dass nun ausgerechnet der „Rote Rain Weg“ unter anderen zum „Nackt-Wanderweg“ umgestaltet worden sein soll. Da kam sogleich etwas wie ein Aha-Erlebnis der besonderen Art auf. Wenn man die Natur schon nicht ausreichend und gemäß ihren Bedürfnissen schützt, ging es da unweigerlich durch den Kopf, dann muss man sich wohl auf vermeintlich natürlicher stellen als Mensch, indem der Forst sozusagen bis zu seinem letzten Quäntchen, und modemäßig nackt, aus-genutzt wird, wahrscheinlich auch zwecks innerem Ausgleich und des guten alten Egos der Menschen und dergleichen mehr. BRAVO. Das nennt sich dann wohl Effizienz. Oder läuft da etwa schon so etwas wie Euthanasie am Wald ab? Pfui, welch unpassendes Wort!?

Nicht nur in jener Gegend des Eichweges lassen derzeit nicht gerade wenige Bäume ihr Leben, um dann aufgestapelt herumzuliegen. Es ließe sich wohl auch bedarfsorientierter abholzen, denkt da so mancher. Die Gegenden, in denen sich die dröhnenden Motorsägen derzeit nahezu täglich lautstark austoben im Forst, sehen aus wie gerupfte Hühner – seither. Kann gut sein, dass dieser Vergleich etwas hinkt.

Hinken tut jedenfalls auch die wahrscheinlich vorerst einmalige Existenz dieser zuvor erwähnten Informationsbroschüre, die ungefragt, so wie alljährlich das Örtliche Telefonbuch, den Haushalten in ihre Briefkästen gesteckt worden ist – so wie die Sonntagszeitung zuweilen, trotz Hinweis, dass es nicht erlaubt ist, den Briefkasten mit ehemaligem Holz etc. unnötig zu verrammeln. Mal abgesehen von den Bergen von gelben Telefonbüchern, die, so kommt es einem vor, andauernd in Postfilialen meist auf dem Boden liegend herumlungern und das bevorzugt nahe an den Eingängen, sodass der interessierte Bürger sich was greifen kann davon, ist all das vielen schon länger too much, so auch der zuvor beschriebene Aufwand (Informationsbroschüre, das Örtliche etc.). Es stinkt förmlich nach Verschwendungssucht, für die vorwiegend das Holz aus den Forsten geradesteht als zu Papier verarbeitetes Produkt – nach Auftragsbeschaffungsmaßnahmen für gewisse Unternehmen zu Lasten des Steuerzahlers und des Forstes stinkt es auch etwas.

Wieso gibt man eigentlich vor, einerseits die Natur schützen zu wollen und andererseits wird mit ihren Ressourcen immer noch zu oft herumgesaut – und das im Jahr 2017, wo der Umweltgedanke schon längst in den Lehrplänen und Schulbüchern der untersten Schulklassen Eingang gefunden hat? Offenbar ist es zu viel verlangt, im Gemeindeblatt beispielsweise anzukündigen, dass es so etwas wie eine Informationsbroschüre demnächst gibt, die sich Bürger und Bürgerin bei Interesse bestellen können. Des Weiteren reichte im Gemeindeblatt oder/und auf einem Aushang in der Post etc. ein Vermerk, dass eine Liste zum Sich-Eintragen hier oder dort oder sonst wo ausliegt im Städtle – oder dass per Email-Adresse oder auf einer interaktiven Webseite sich eingetragen werden kann.

Nein!

Da muss – mal wieder? – die Druckerei Winter in Heitersheim den Auftrag zugeteilt bekommen, und zum Hohn, anders kann man es nicht nennen, steht auf der Rückseite der Broschüre unter dem Punkt „Druck“: „auf umweltschonendem, zertifiziertem Papier!“

Wir dürfen also hoffen, dass solche Jobs fair vergeben werden und nicht immer dieselben profitieren und endlich wirklich umweltschonender verfahren wird?!

Markus Grabitz berichtet in der Oberbadischen vom 01. April 17, und der passt hier gut rein, dass sich NGOs finanziell abhängig machten von staatlichen Fördergeldern, die sie oft Jahr auf Jahr erhalten. „Doch einige dieser geförderten Organisationen haben sich inzwischen zu hoch effektiven Marketingmaschinen [gemausert]. Sie haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Gesetzgebung und öffentliche Meinung. Da ist es sinnvoll, dass auch dieser Bereich künftig besser ausgeleuchtet wird. Transparenz tut immer gut [, vor allem bei der Vergabe von Aufträgen].“

Wahrscheinlich liegt die Informationsbroschüre der Stadt und des Kreises Kandern auch im Tourist-Informationsbüro aus. Dort gehört sie ehrlich gesagt auch hin. Ansonsten ist das Ding inhaltlich ziemlich OK. Schön farbig mit vielen Bildern und den wahrscheinlich wichtigsten Informationen zu Kandern. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass viele ortsansässige Unternehmen, wie selbstverständlich anscheinend, ihre Werbung darin untergebracht haben. Ob sie das Geld gekostet hat, sie sich finanziell am Entstehen der Broschüre beteiligten? Hoffen wir’s! Schließlich sind wir ja nicht in Wildwest – auch wenn Kandern in der glücklichen Lage ist, mit der Schwarzwald-Akademie recht viele Nachkommen von vermeintlichen oder wirklichen Wildwesthelden aus US-Amerika zu beheimaten. Soweit hier bekannt, sind die US-Bürger Kanderns mehrheitlich missionarisch unterwegs. Statt des Colts tragen die eventuell eine Bibel mit sich, und wenn nicht, dann ganz gewiss aber im Herzen.

Im Herzen von Basel sollen demnächst sogenannte Gratis-WCs das sogenannte Wildpinkeln bekämpfen. Man hat offenbar eingesehen, dass menschlichste Bedürfnisse behördlich verordnet abzuzocken, zuweilen recht widerspenstige Reaktionen hervorrufen kann bei Bürgern und Besuchern einer Stadt. Sollte in Kandern noch immer kein freizugängliches WLAN-Netz auf dem Blumenplatz, am Bahnhof und/oder vorm Rathaus etc. installiert sein, ist wohl nicht davon auszugehen, dass touristische Surfer im Internet wegen des zuvor angezeigten Mangels in der Stadt in die vorhandenen Netzzugänge der Bewohner oder gar der Behörden wie wild geworden und unerlaubt einbrechen werden. Auszuschließen ist auch nicht, dass so mancher Besucher Kanderns den Kandertälern einmal mehr ihre vermeintliche Rückständigkeit attestiert – und diese Beobachtung entsprechend nach außen kommuniziert.

Dass es kein freizugängliches Netz gibt, wenn es nicht schon besteht irgendwo in der Stadt, hat vielleicht auch ganz greifbare Gründe. In etwa so ist das nämlich zu verstehen, wie der Ausbau der Bahntrassen bundesweit. Es sollen immer weniger Kilometer Trasse jährlich vorhanden sein, anstatt mehr – auch wenn in Berlin von Umwelt und Verkehrseffizienz schwadroniert wird. In Deutschland muss man allerdings nicht lange suchen, um den Verursacher dieses Missstandes treffsicher auszumachen – die Autolobby.

Nun bekanntlich gibt es auch in Sachen Internet Unternehmen, die mit Haken und Ösen ihre Interessen verteidigen. Beispielsweise geht das so weit, dass in (wahrscheinlich ganz) Kandern noch immer ein sogenannter Regionalzuschlag von knapp 5 Euro monatlich bezahlt werden muss, wenn man beispielsweise bei 1und1 Kunde ist. War da nicht vor kurzem ein längeres Buddeln in den Straßen der Stadt? Hat man bei der Gelegenheit etwa keine Glasfaserkabel verlegt? Warum nicht mal mit Pepcom als Netzbetreiber zusammensitzen und dann arbeiten, wenn man es nicht schon längst tut? Und das scheint jetzt getan worden zu sein durch den „Zweckverband Breitbandversorgung Lörrach“. Alle 35 Städte des Landkreises sollen profitieren. Bis spätestens Ende 2018 sollen alle versorgt sein mit dem sogenannten „Backbone-Netz“. Spätestens dann werden der Einwohnerschaft und den Besuchern der Stadt Kandern hoffentlich endlich freie WLAN-Anschlüsse zur Verfügung gestellt. Die bereits bestehende lokale Lösung, die auf der Webseite der Stadt Kandern angegeben wird, ist die eines Betreibers, der einmalige Anschlusskosten fürs Internet zu Hause von über 160 Euro hat, wie auf Kandernundmehr-News im vorhergehenden Beitrag bereits beklagt worden ist. Diese Anschlusskosten sind alles andere als akzeptabel für viele Bewohner. Pepcom bietet seinen Dienst bereits in Rheinfelden an, anscheinend zufriedenstellend. Fördertöpfe sollen problemlos angezapft werden können, um das Projekt über Pepcom zu realisieren, siehe hierzu beispielsweise auch die Einholung der erforderlichen „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ durch Pepcom bei der Behörde. Denn jetzt sei das Innenministerium Ansprechpartner, nicht mehr das Landwirtschaftsministerium. Allerdings sollen pro Monat um die 40 Euro bezahlt werden vom privaten Endabnehmer für 50 Megabit pro Sekunde– keine sonderlich guten Aussichten kostenmäßig. Und wer im Netz schneller sein will, zahlt natürlich mehr.

Pfeifen wir drauf? Blasen wir’s weg! Die Oberbadische am 13. April. 17 meint: „Mindestens 200 Jahre alt, wahrscheinlich noch etwas älter sind die beiden Bassethörner, die 2008 in einem Konvolut von Instrumentteilen auf dem Speicher des Heimat- und Keramikmuseums in Kandern entdeckt wurden. Ihre Restaurierung für etliche zigtausend Euro im Jahr gab den Anstoß zum ersten internationalen Bassetthorn-Festival … . Selbstverständlich sind in allen Konzerten (26-28. Mai 2017 in Kandern) auch Werke aus der Entstehungszeit der Kanderner Speicherfunde zu hören. Vor allem Mozart, dem fast das komplette Matineeprogramm … gewidmet ist. … . Zudem gibt es etliche Workshops. Außerdem zeigt das Heimat – und Keramikmuseum teils schon sanierte, teils noch zu restaurierende historische Instrumente aus dem Speicherfund von 2008.“

Parallel dazu ist im nahegelegenen Basel demnächst das Klybeckplus am Entstehen. Riesen groß wird der Komplex und modern, wo solche inzwischen als irrelevant zu erachtenden Fragen wie freier Internetzugang auf öffentlichen Plätzen gewiss kein Diskussionsthema mehr sein dürften. „40 Fußballfelder umfasst das neue Quartier, das aus dem ehemaligen Industrieareal der BASF und Novartis entsteht. Die Bevölkerung darf mitreden.“ Von „Entwicklungsschub“ reden die Macher, von der „Zukunft von Basel“ (20MinutenCH, 31.März17).

Apropos Novartis: „Der griechische Justizminister Stavros Kononis hat sich … zum Untersuchungsverfahren gegen Novartis geäussert. Nach den vorliegenden Berichten habe er den Eindruck, dass der Pharmakonzern von der Schweiz aus <Tausende> von Ärzten und Beamten in Griechenland bestochen habe. … [Die] Schmiergelder seien gezahlt worden, um den Verkauf von Medikamenten auf der Basis widerrechtlicher und unwissenschaftlicher Kriterien anzukurbeln. … Im März demissionierte die mit dem Fall betraute [griechische] Staatsanwältin unter Verweis auf Drohungen aus dem Gesundheitssektor sowie <inoffiziellen Machtzentren>.“

Zwecks Entwicklungsschub wahrscheinlich, oder wie es genannt werden darf, hat die in Basel ansässige Novartis allerdings bereits 2016 wegen ihren Machenschaften in Südkorea eingeräumt, dortigen Ärzten Reisen an Kongresse und dergleichen mehr finanziert zu haben. Warum also, sollte sie dies nicht auch in Griechenland getan haben? Die Bosse der Novartis am Rheinknie lassen bislang lediglich hören, sie hätten noch keine Anklage oder Vorladung erhalten zum zuletzt erwähnten Fall.

Entwicklungsschub? Soll noch mal einer sagen, die haben Bad Bellingen, Schliengen und Kandern nicht. Stichwort: „Interkommunale Kooperation“ oder „ILEK-Konzept“. Alles klar? Also das Integrierte Ländliche Entwicklungsprojekt, und das beinhaltet genauer gesagt: Biotope der angesprochenen Gemeinden zu vernetzen, Böden erneuern, Infrastrukturen konservieren und zu pflegen, Ortskerne ausbauen usw. Das Konzept in Rede ist offenbar auch eine Art Money-Ausspuck-Maschine des Bundes. ELR = Entwicklung ländlicher Raum ist eine weitere solche Maschine, die Bürgermeistern zur Finanzierung gewisser Projekte zur Verfügung steht. Und an diese Töpfe tanzen sich die koordinierten Gemeinden Schliengen, Bad Bellingen und Kandern nun also gemeinsam ran. Nennen wir die 3e der Einfachheit halber Kabaschlie. Nein, das Herantanzen geschieht nicht, wie es als ansonsten über Nordafrikaner geschildert wird, die so ankommen sollen zuweilen, bevor sie mit spitzen Fingern in fremden Taschen zulangen. OK, Letztere kommen auch aus dem Süden, aber sie deklarieren sich halt nicht explizit und implizit als ‚der Süden‘. Ein kleiner, aber feiner Unterschied! Und das tut Kandern aber auf seiner oben erwähnten Broschüre, wo es unübersehbar geschrieben steht und durchaus, versteht sich, tut die Stadt das gerechtfertigt. Ist halt eine Frage der Perspektive. Nun, wie dem auch sei: Differenzierte Wegenetze von einer der genannten Ortschaften der Kabaschlie zur nächsten usw. sollen also „ertüchtigt“ werden. Schönes Wort: ertüchtigt. Steht tüchtig nicht im Gegensatz zu faul? Etwas veraltet kommt es einem schon vor, so, wie soll ich sagen, als sei es sprachlich angefault?

Die beabsichtigte Kooperation der Kabaschlie, genauer gesagt der 3 Bürgermeister in Vertretung ‚ihrer‘ Gemeinden und Einwohnerschaft – also Herr Bundschuh, Hoffmann und Renkert (Kandern) -, wird dann wohl projektierten Effizienzschub mit sich bringen und nicht faul dahinsiechen. Eine Kooperation, in der die Abläufe einfach etwas schneller funktionieren und nicht etwa dahingammeln. Wo ES halt funktioniert „wie aus dem FF!“ Kartierungen sind dann noch einfacher zu machen usw. Auch hier soll die Meinung der Öffentlichkeit Gewicht haben, sagen die Herren, so auch beim Flächennutzungsplan. Die Gesamtfläche des ILEK beträgt ungefähr 12 Tausend Hektar. Etwas mehr als 6 Tausend Hektar wird Kandern einbringen.

Was Weil am Rhein angeht, welches auf lange Perspektive damit rechnen darf, an das eben genannte Projekt auf die eine oder andere Weise sich angeschlossen zu sehen, wird vermeldet, dass das „Kompetenzzentrum“ in der Hegenheimer Straße Weils nun doch noch nicht gebaut werden kann. Das Gelände muss noch mal untersucht werden: Granatengefahr – II. Weltkrieg und so. Anscheinend soll ins neu entstehende Zentrum Mercedes Benz rein. Ähnlich sieht es in dieser Stadt auch mit dem überraschenden Beschluss des Gemeinderates aus, sich erstmal gegen die Fortsetzung der Planung zu einem „Einkaufscenter Dreiländereck“ zu stellen. Immerhin einen Hoffnungsschimmer gibt es in Weil am Rhein für all jene, die ebenfalls gerne in Cafés sich aufhalten. Im Läublinpark sind nämlich neue Pächter am Schaffen, und die wollen das unter Denkmalschutz stehende Häuschen im Park mit neuem Konzept für ihr geplantes Café beglücken. Das Grundstück gehört nun wieder der Gemeinde.

Und wenn das stimmt mit Mercedes Benz in Weil am Rhein in der Hegenheimer Straße, dann stimmt wohl auch die Aussage von Marco Fraune in der Badischen Zeitung vom 30. März 17, der schreibt, dass „die Autohausgruppe [… die in das Kompetenzzentrum rein soll] glücklicherweise nicht auf einen bestimmten Eröffnungstermin angewiesen“ ist. Man hört‘s doch immer wieder: „DIE haben Schotter bis zum Abwinken.“ Was sich zeigt, weil jene Autohausgruppe es nicht eilig zu haben scheinen.

Dafür, dass sich in Weil alles so zu verzögern scheint, ist aber die A16, die verläuft nicht allzu weit entfernt in der Schweiz, endlich fertiggestellt. Manch Schweizer wird wohl stöhnen: Da rücken uns die Franzosen noch näher auf den Pelz! Die meisten werden sich aber gewiss darüber freuen, dass im Berner Jura das letzte Teilstück bei Court und Loveresse nun endlich befahren werden kann. Die komplette Strecke wird „Transjura“ genannt, und die ist so um die 85 km lang. Vor 30 Jahren wurde bereits der erste Spatenstich in Saint Ursanne gemacht, um die Transjura ins Leben zu rufen. Jetzt lebt sie. Solch zeitlich verzögerte Fertigstellung eines Projektes ist eher unschweizerisch. Die erledigen ihre Dinge ansonsten zügig.

Die Transjura verläuft halt im französischsprachigen Teil der Schweiz, daher? Gemunkelt wird ja schon länger, dass die Deutschsprecher die Französischsprecher in der Schweiz etwas ‚hernehmen‘. Wie dem auch sei. Jedenfalls haben die Schweizer ein ausgezeichnetes Bahnverkehrsnetz. Und das scheint damit zusammenzuhängen, anders ist es manchem nicht zu erklären, dass es eben keine vermeintlich übermächtige Autolobby im Alpenland gibt wie in Germany, die zwecks eigener Interessen so manche nützliche Invention auslaufen gelassen haben soll – und so manchen mit ihrer Betriebsstrategie, auch gesundheitlich, ‚hernimmt‘.

Dass bei Nestlé an der Mauerstrasse in Basel Salpetersäure ausgelaufen ist, kann vorkommen. Kann leider gesundheitsgefährdend werden. Soll niemand wirklich beunruhigen. Ein Gabelstaplerfahrer scheint unaufmerksam gearbeitet zu haben. Aufgemerkt hat man, als die Besucherzahlen bei der BASELWORLD dieses Jahr recht rückläufig gewesen sind. Für das Jahr 2018 wird geplant, den Event (Uhren und Schmuck) auf 6 Tage herunterzufahren. Überhaupt klagen die Uhrenmacher der Schweiz recht laut neuerdings. Die Automation der Produktion von Uhren, auch offenbar der wertvollsten, hat viele handwerkliche Uhrmacher-Genies ins Hintertreffen geraten lassen. Besonders betroffen ist der französischsprachige Teil. Ihr Fachwissen ist ihnen in oder durch den Computer abgewandert worden, und so langsam dämmert genau dieser Umstand den meisten unter ihnen. Was dagegen tun?

Nun: Beiträge können Bürger beisteuern, die aktiv etwas tun oder beitragen wollen, und zwar zu einem Buchprojekt im deutschen Binzen, unweit von Basel, wenn von Bürgerbeteiligung schon die Rede war und die Frage aufgeworfen wurde, was getan werden kann. Ein Historiker namens Hubert Bernnat sucht Material zu 1250 Jahre Binzen. Hoffen wir mal, dass ihm das vorgesehene Projekt nicht noch in/durch die Binzen geht. Für Interessierte, die zur Dorfchronik von Binzen WAS beizusteuern wissen: 07621-660851.

Und, weil wir es zuvor von Wald und in gewisser Weise auch von der Gier der Menschen hatten: „Die Thonnerknaben – heute Symbol der Binzener Fasnacht – [galten] als die Robin Hoods des Kandertales (Badische Zeitung, 30. März 17).“ Die Badische berichtet auch, dass die Rümminger den Binzenern irgendwann im 18. Jahrhundert nahezu den ganzen Wald „abluchsten“. Und wir alle wissen, wofür das einst sogenannte „Holländerholz“ herhalten musste – um die Welt per Schiff vorerst zu erobern/zu erschließen/zu erkunden. Wählen Sie sich doch bitte das Verb, das Ihnen passender erscheint. Apropos: Ein Rümminger macht gerade gewiss wieder gut, was seine Vorfahren mal den Binzenern zumuteten. Das „Weingut Frick“ ist nämlich so frei, die 1250 Jahre Binzen-Feier zu unterstützen. Die Verkäufe des Weines werden das Jubiläumsfest mitfinanzieren. Und was gehört letztendlich noch zu einer guten Nachbarschaft zweier Gemeinden, die in der Geschichte mal etwas auf Abwege geraten waren? Genau, eine Frauengruppe, der „Frauenverein Binzen-Rümmingen“.

Hört sich an wie im Film die Abluchserei von Wald und Holz, dann der gute Wein dazu und der Frauenverein, in dem womöglich zusammen gehäkelt, gestrickt und Politik betrieben wird, stimmt’s? Und da wir nun schon beim Film angelangt sind thematisch: Herr Brenneisen Begründer der „Filmtage“ in Kandern zog mal wieder eine positive Bilanz, obwohl nur 4 Filme eingereicht worden seien dieses Jahr. Und was macht man, wenn man nicht – mehr – wie der Rattenfänger von Hameln durch die Gegend ziehen mag, um Leutchen zu begeistern, noch aktiver mitzumachen? Heutzutage heißt das Zauberwort auch im Kunstbereich „Workshops“. Die sollen den Besuchern beim nächsten Literaturtag 2018 in Kandern angeboten werden. Und somit ist, kalkuliert Brenneisen, der weitere Erfolg der Show in Kandern gesichert. Und hierzu noch ein Einfall aus eigener Produktion: Dass vielleicht jemand einen Film in den ‚Bauten‘, die vor der Stadt Kandern gelegen sind, dreht, in denen DIE Flüchtlinge untergebracht wurden. Wie, das ist als Sujet nicht mehr so originell, abgegriffen?

In Inzlingen soll es die Gemeinde jedenfalls vollbracht haben, die ihr zugewiesenen 36 Flüchtlinge privat unterzubringen. Nun, wenn auch nicht ausreichend Filmern Ehrennadeln angeheftet oder Preise überreicht werden, wer weiß, dann werden Flüchtlingshelfern jedenfalls noch immer welche angeheftet im Lande – oder aber ihr Engagement wird mit Reisen zum Bundespräsidenten nach Berlin ‚honoriert‘. Nein, Doping würde ich das Letztere nicht nennen. Reden wir doch von Streicheleinheiten für diejenigen, die es verdient haben mit ihrem bürgerlichen Engagement?!

Wer ansonsten noch was vom Dopen im Badischen versteht, oder verstanden hat, war ein Freiburger Sportmediziner. Nein, er ist nicht in der UdSSR ausgebildet worden, auch nicht in der DDR. Armin Klümper ist Papa-Dope für Spitzensportler der ehemaligen BRD gewesen. Klug oder umsichtig – genug – ist er offenbar auch, denn er setzte sich rechtzeitig nach Südafrika ab. Die badischen Behörden haben ‚netterweise‘ so lang gewartet, ist zu erfahren in einem Buch von Andreas Singler („Armin Klümper und das bundesdeutsche Dopingproblem“), bis Klümper die Koffer gen Afrika Süd gepackt gehabt hat – und dann erst wurde so etwas wie eine Untersuchungs-Sonstwas der Justiz inszeniert. Ja, ein bisschen Theater muss halt schon sein! Ach so, klar doch, Herr Klümper war nicht etwa ein Urwalddoktor vom Rande des Schwarzwaldes, nein, er wirkte an der Universität Freiburg, ja, der renommierten und, wie soll man sagen, der heideggerisch gezeichneten badensischen Spitzenuni – oder so in etwa. Wir wünschen dem 81-Jährigen Klümper in Südafrika alles – weiterhin? – richtig zu tun!

Irgendwie könnte Herr Klümper, wer weiß, schon als Prototyp oder Rollenmodell gewisser deutscher Verantwortlicher bei VW oder Daimler hergehalten haben. Versteht sich, wenn dem so war, dann wahrscheinlich ohne sein ‚unschuldiges‘ Wissen. Klümper soll nämlich auch gern und oft an sogenannten hohen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft usw. seine medizinischen Künste wirken gelassen haben – daher komm ich auf VW & Co. Wenn schon keine Vorbildfunktion Klümpers bei erwähntem Personenkreis besteht, dann vielleicht, dass er bei einigen seiner Patienten gewisse Abläufe in deren Leben – und auf anderen Ebenen und in anderen Bereichen – vorbildlich sozusagen bestätigt haben könnte mit seinen Anwendungen und Verhalten: gedopte Stickoxidmessungen, gedopte Motorentechnologie, gedopte Aufsichtsräte? Friedel Reinhold aus Freudenstadt schreibt folgenden Beitrag, der an dieser Stelle recht gut reinpasst:

Die Bundesregierung will das Elektro-Mobil forcieren. Vor Jahren hat der Inhaber der Raststätte Hegau … mit hohen Kosten eine Ladestation für Elektromobile eingerichtet. Als Hinweis hat er ein selbstgefertigtes Schild an der Einfahrt aufgestellt. Dies wurde ihm von Amts wegen untersagt, mit dem Hinweis, er habe keine amtliche Zulassung. Aber ein Schild mit amtlicher Zulassung gab es ja zu dieser Zeit noch gar nicht. Das Wiehern des Amtsschimmels habe ich heute noch in den Ohren“ und wir das der Autolobby & Co.

Doch, doch! Das Ding zuvor mit dem Heidegger trifft es irgendwie ganz gut. Der ‚gute‘ weise Mann als Philosoph von Freiburg hat in seinem Werk „Sein und Zeit“ schließlich auch zwischen den oder/und über die Beziehungen und Differenzen von Seiendem und dem Sein herumphilosophiert. Bekanntlich hat er dabei das, was eigentlich schon von jemand anders ausgebrütet worden ist, von Ernst Cassirer nämlich, so in etwa in der Aussage herumgedreht. Bei VW oder Daimler besitzt man ja auch seit Jahrzehnten das Wissen darüber, wie man einen Motor sauber, das heißt, wesentlich sauberer, unter die Menschen verschicken könnte. Doch man tut und tat es nicht in vielen Fällen, sondern entschied sich gewissermaßen fürs Gegenteil. Warum bloß? War’s nur Gier oder war es auch heideggersche Umkehrtaktik oder -philosophie gepaart mit Verachtung gegenüber dem – wie soll man ihn bloß nennen – einfachen Pöbel?

Ja, Cassirer war Jude und wurde von Heidegger wohl auch deswegen angegriffen. Der erstere emigrierte rechtzeitig in die USA Anfang der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts (Universität Hamburg). Empfehlenswert ist auch daher, sich unbedingt in den Großen Meyerhof in Freiburg zu begeben in diesen Tagen, um das Theaterstück „Picasso“ anzusehen.

Picasso: „Bin ich verhaftet?“

Fräulein Fischer, eine der Schreibtischtäterinnen der Nazis: „Wir sind alle schuldig, kommt nur darauf an das richtige Gesetz zu finden“ (Badische Zeitung 30. März 17).

Im Stück geht es um den jüdischen Kunsthändler von Picasso. Das Theaterstück kann noch einmal am 27. April 2017 gesehen werden (0761-3837397). Vielleicht sollten Sie doch noch so viel Energie aufbringen und es ansehen gehen!?

Zur Energie und deren Gebrauch noch schnell aus der 20MinutenCh vom 4. April 2017 dies: „Liestal. Die Mittel des Baselbieter Energiepakets, mit dem Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Gebäudebereich gefördert werden, sind fast aufgebraucht. … Die Mittel reichen noch knapp bis ins Jahr 2018… . Die weitere Finanzierung des Energiepakets ist allerdings infrage gestellt, nachdem das Baselbieter Stimmvolk im November 2016 die Einführung der Energieabgabe mit rund 57 Prozent Nein-Stimmen verworfen hat. … Liestal hofft auf ein Ja bei der nationalen Abstimmung zur Energiestrategie 2050 im Mai.“

Fordern Sie nun bloß kein „Nachhaltigkeitsreporting“ bei der Energiestrategie der Liestäler. Das Wort sagt Ihnen nichts? Roche mit Standorten in Mannheim und Wyhlen an der Schweizer Grenze hat es vorgemacht, diese Art des Reportings. Zusammen mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut haben die ‚Guten‘ von Roche sich sozusagen selbst kontrolliert, das heißt, ihren Nachhaltigkeitswert oder dergleichen ermittelt beim Produzieren von Medikamenten etc. Und dies taten sie unter, beziehungsweise mit sozialen und ökologischen Gesichtspunkten. Nun, die Roche findet, dass wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeit in der Produktion sich nicht ausschließen (müssen). Die CO2-Emissionen sollen von den Jahren 2007 bis 2014 um knapp weniger als 15% zurückgegangen sein.

Wir werden hier auf Kandernundmehr-News im Zusammenhang mit Roche und anderen wie Roche aber vorerst dennoch, trotz wirtschaftlichem Erfolg und selbst angezeigten sozialen Verbesserungen für die Arbeiter im Werk etc., von Chemischer Industrie sprechen und keine verbalen Weichspüler wie „Gesundheitsindustrie“ oder dergleichen verwenden wie andernorts, um das Phänomen zu bezeichnen. Doch machen wir uns nicht allzu viel Sorgen. Wieso auch? „Die Industrieproduktion in der Schweiz läuft wie zu Boomzeiten. Und die Aussichten sind rosig. Es sind weitere Produktionssteigerungen zu erwarten. Im März stieg der Einkaufsmanagerindex (PMI) um 0,8 Punkte auf einen Stand von 58,6 Zählern. Das ist der höchste Stand seit Februar 2011 und deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, wie die Credit Suisse am Montag bekannt gab. (Nordwestschweiz, 4. April 17, BZ).“

Und, siehe da, der öffentliche Rundfunk der Schweiz schreibt nun auch Schwarze Zahlen im Betriebsjahr 2016 – auch wenn er seit April 2015 per gerichtlichem Dekret verpflichtet wird, Mehrwertsteuer auf den Empfangsgebühren fortan selbst zu berappen (35 Mill. Franken jährlich). Ja, die gute Credit Suisse. Sie „verfolgt gegenüber Steuerhinterziehung eine Nulltoleranzpolitik“. In der Financial Times oder dem Wall Street Journal wurde anscheinend eine so lautende Anzeige von ihr höchst persönlich gestartet. Die BZ vom 4. April 17 schreibt des Weiteren auf Seite 10: „Für viele Schweizer Banken war das Verwalten von unversteuerten Vermögen jahrzehntelang ein wichtiges Standbein. Nach der Finanzkrise begannen aber die ausländischen Behörden gegen die lukrative Praxis vorzugehen. Nur mit der Bezahlung von Milliardenbeträgen konnten sich die Institute freikaufen. Zumindest für Europa und die USA ging die Bank bisher davon aus, dass sie dieses Thema nun zu den Akten legen kann. Die Schweizer Behörden waren nicht informiert über die koordinierten Razzien. Die Bundesanwaltschaft reagierte „befremdet über die Art und Weise, wie diese Operation unter bewusstem Nichteinbezug der Schweiz“ organisiert worden sei. Die geltenden Gepflogenheiten und Regeln der internationalen Zusammenarbeit [auch Kungel-Mungel also] und des Rechtshilfeverkehrs [also auch Rechtsumgehung teils] seien „hier offensichtlich nicht eingehalten“ worden, hiess es in einer Mitteilung. Die Bundesanwaltschaft [der Schweiz] erwarte eine schriftliche Erklärung der zuständigen federführenden niederländischen Behörden und prüfe das weitere Vorgehen.“ „Nach dem US-Stimmrechtsberater Glass Lewis rät auch die Schweizer Stiftung Ethos den Aktionären der Credit Suisse, an der Generalversammlung vom 28. April, alle Traktanden zu den Vergütungen von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat abzulehnen. Aus ihrer Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass die zwölf Konzernleitungsmitglieder für das vergangene Geschäftsjahr Boni von insgesamt 26 Mio. Fr. erhalten sollen, derweil die Bank einen Verlust von 2,7 Mrd. Fr. erlitten hat. Inakzeptabel ist für die Stiftung zudem, dass jeder der 939 von der Bank als Schlüsselperson (<Key Risk Taker>) eingestufte Mitarbeiter eine Vergütung von durchschnittlich 1,5 Mio. Fr. erhält (NZZ, 08.04.17).“

Zeck, die hat gesessen! Wieder mal eine Watschen eingefangen. Die Credit Suisse kommt so wenig wie die Deutsche Bank aus dem Dunst von Betrug, Willkür und übertrieben arrogantem Auftreten auf den Finanzmärkten sowie andernorts offensichtlich einfach nicht so leicht heraus. Auch fällt es der Credit Suisse schwer, sich auf ihr ursprüngliches Geschäftsmodell zurück zu dimensionieren, also auf das pure Bankengeschäft ohne Spekulieren an der Börse hier und dort und woanders halt auch noch etc. Die schweizerische UBS pflegt das gleiche Problem (die Deutsche Bank sowieso); und auch von daher ist auf mittlere Sicht der angehäufte Wohlstand, aber auch das Ansehen der Schweiz in der Welt, eigentlich ziemlich gefährdet. Credit Suisse intern ist währenddessen reger Wechsel an der Spitze des Immobilienfonds zu verzeichnen: „Ruth Schmeling übernimmt von Francisca Fischer das Management des 360 Mio.Fr schweren CS REF Global und zugleich die Leitung des Bereichs Real Estate International. Rainer Scherwey, der diesen Bereich bisher unter sich hatte, gibt sein Amt sowie das Fondsmanagement des CS REF International aus persönlichen Gründen ab. Dort folgt ihm Marc-Oliver Tschabold, der seit 2008 bei der CS tätig ist.“

In diesem Zusammenhang denkt man sodann auch gleich an Kritiker wie den Schweizer Jean Ziegler, der wiederholt auf die nicht nur aus seiner Sicht unethischen Geschäftspraktiken einiger – Schweizer – Multis hinweist, die beispielsweise die Finger vom Dealen an der Börse mit Nahrungsmitteln und dergleichen nicht lassen können. Sie sind es noch immer zu oft, die die erwähnten Geschäfte sogar antreiben; und eher tatenlos zusehen, wenn ganze Landstriche dabei den Bach irgendwo in der sogenannten Dritten Welt runtergehen. Unbarmherzig und eiskalt auf Profit gedrillt!

Insofern gibt der aufgestaute und sichtbare Reichtum, beispielsweise in der Schweiz oder in Deutschland, wahrscheinlich so manchem Flüchtling aus Afrika oder sonst wo aus der Welt dort angekommen gewisse Einblicke. So zum Beispiel den, dass er oder sie im Angesicht dieses Luxus glaubt, plötzlich begreifen zu können, was ihm und seinesgleichen in der Heimat an Leid, Armut, Krankheit und Krieg etc. zugemutet wird, entweder diametral oder direkt oder beides in Beziehung stehend mit der prunkvollen Ambiente, die sich ihm oder ihr unverhohlen im Herzen Europas bietet. Aus dieser Warte betrachtet, das Thema Integration von Asylsuchenden anzugehen, bedarf gewiss viel mehr Abklärung, die aber, so ist anzunehmen, tunlichst gemieden wird von uns Mittel- und Nordeuropäern im Allgemeinen. Noch ist dem so. Wer hier der Bittsteller ist, soll allen Beteiligten von Anbeginn eines Asylverfahrens klar sein oder werden. Doch das ist es offenbar genau nicht immer, wie an zig Beispielen gezeigt werden könnte, wo das Verhalten der Fremden – oder gar Terroristen -, welches man nicht versteht oder einordnen kann, mal schnell lediglich mit ihrer Religion und der anderen kulturellen Prägung erklärt wird – ohne sich mal richtig fest an die eigene Nase zu fassen, noch besser eventuell: in diesen Kolben im Gesicht zu zwicken.

Und Letzteres deswegen nicht, also dass manch Asylsuchende/r sich als Bittsteller/in bereit ist zu sehen, weil viele unter ihnen sehr wohl die Zusammenhänge so ähnlich zu sehen gelernt haben, wie sie beispielsweise Jean Ziegler sie in einigen seiner Bücher – so oder wenig anders – formuliert. „Dass Ursula von der Leyen zum Thema [Beteiligung der Bundeswehr, indirekt, an einer großen Tragödie im nordsyrischen Al-Mansura] bislang schweigt, [wie auch die Nachrichten auf ZDF oder ARD etc.] ist ärgerlich. Denn wenn die Bundeswehr schon die Planung von solchen Luftanschlägen unterstützt, sollte die Öffentlichkeit hinterher wenigstens erfahren dürfen, wer was warum entschieden hat“, schreibt die Oberbadische am 1. April 17. Ja, Ziegler und andere seines Schlages sind dem Mainstream umstrittene Personen, so umstritten wie die Politiken von der Leyen & Co es anderen sind. Aber …

Na ja, wollen wir nicht behaupten, da kämen einem gleich Erinnerungen an düstere Zeiten, wenn von Ziegler die Rede ist, oder wenn das Vermögensverteilungs-Thema so, wie von seinesgleichen angeschnitten wird. „In Basel soll eine Gedenktafel bei Käppeljoch [daran] erinnern. … [, dass Ziegler und seinesgleichen …] mit dem Teufel verkehrt haben. Das da eben ist ausgemachter Qautsch: Anstatt „Ziegler“ müsste da nämlich was von „Hexen“ und deren Verbrennung stehen. Für zumindest 29 Frauen, von denen man Kenntnis hat, dass sie an jenem Ort einst vor recht langer Zeit gefoltert und getötet wurden, weil die Mehrheitsgesellschaft keine Meinung neben der ihrigen dulden wollte – und aus anderen Gründen -, wird erwähntes Gedenken beim Käppeljoch in Basel errichtet.

Versprochen: Ich nehme mich von nun an besser an die Leine. Kann doch nicht sein, den Leser so in die Irre zu führen: Hexen – Jean Ziegler usw. Demnächst womöglich noch Hunde? Weil letztere sollen, wie es sich auch in Deutschland gehört, eigentlich an der Leine gehen. In der Schweiz ist der sogenannte Leinenzwang aber von Region zu Region verschieden geregelt. Eigentlich müssen im Wald lediglich die Baselbieter und Aargauer Hundele an die Leine. In der restlichen Schweiz können sie lustig herumstreifen die meiste Zeit im Jahr und beispielsweise Bodenbrütern den Gar ausmachen. Und so spricht man im Amtsdeutsch oder Amtsschweizerisch von „Hunderiss-Zahlen“. Im Baselbiet liegen die im Jahr so um die 30 Vorfälle. Allerdings müssen die lieben Hunde im Baselbiet im Winter nicht an die Leine. Schließlich müssen sie ja auch mal Auslauf in den Wäldern haben. Rehe sollen kopflos vor allem dann zu rennen beginnen, wenn sich ihnen Hunde nicht kläffend, sondern leise nähern. Ach so ja: In Basel-Stadt müssen Hunde überhaupt nicht an die Leine. Wahrscheinlich werden von Hunden angefallene Menschen nicht unter die Hunderiss-Zahl subsummiert von der Behörde. Versicherungen dürften in einem solchen Fall für die entstandenen Kosten auch dann einstehen, wenn der Halter eines Hundes nicht ermittelt werden konnte, ist zu hoffen. Eine Krankenkasse hat ein jeder Schweizer.

Henry Habegger schreibt in der BZ vom 4. April 17: „ … Aber die neue Krankenkassen-Initiative, die jetzt aus der Westschweiz lanciert wird, ist aus anderem Holz geschnitzt. Sie ist keine Radikalkur, sondern eine Therapie in quasi homöopathischer Dosierung. Sie gibt den Kantonen mehr Einfluss, aber auch mehr Verantwortung bei der Tarif- und Prämiengestaltung in der obligatorischen Krankenversicherung. Gleichzeitig wird aber kein Kanton gezwungen, das neue System zu übernehmen. Wer will, bleibt beim heutigen. Also insgesamt ein sehr föderalistischer, ein sehr schweizerischer Ansatz. Ein Ansatz, der zudem den Wettbewerb zwischen zwei Systemen und auch zwischen den Kantonen verspricht. … Es spricht also viel für diese Initiative. … Wenn Kantone mehr Macht erhalten und mehr mitreden können bei Tarifen, kann das nur von Vorteil sein. Denn sie haben im Unterschied zu den Krankenkassen und deren Alliierten wirklich ein Interesse an möglichst tiefen Gesundheitskosten und damit Prämien.“ Die Sympany Unfallversicherer knackten gerade die Milliardenmarke. Die scheinen groß rauszukommen. Medartis in Basel wächst ebenso rasant. Der Name sagt es schon, es ist ein medizin-technisches Unternehmen. Gelegen ist es am Stücki-Science-Park in Basel. Produziert wird NUR in der Schweiz, sonst nirgendwo auf der Welt. Implantate. Noch ist die Medartis nicht an der Börse notiert und keinesfalls will sie sich wie einst die Synthes an Johnson & Johnson oder andere große – amerikanische – Haifische in der Med-Branche verkaufen, siehe auch die schweizerische Symetis (Herzklappen) – noch ist es also nicht so weit oder vielleicht wirklich nie! Gerade erst erfolgreich an die Börse ging die Berner Galenica Santé. Sie ist diejenige Tochtergesellschaft der Galenica, die die meisten Apotheken der Schweiz beliefert. Kann gut sein, schreibt die NZZ am 08.04.17, dass „Galenica Santé per 12. Mai in Galenica umbenannt wird.“

Erfolgsgeschichten made in Switzerland also! Ein weiterer Erfolg zeichnet sich gerade dort ab, wo der Kaiser sogar allein hinzugehen gedenkt: aufs Dusch-WC. Wer schon mal in der Türkei war, weiß so in etwa, was gemeint ist. Ein WC, wo ein Wasserstrahl angedreht werden kann, noch auf dem Klo sitzend, mit dem dann ALLES saubergewaschen werden kann. Tolle Erfindung. Und diese Erfindung scheint auf dem Markt für solche Artikel mehr und mehr Zuspruch zu erhalten in Nord- und Mitteleuropa. Villeroy & Bosch sollen auch schon auf den neuen Badezimmer-Trend aufgesprungen sein. Und bekanntlich macht das sogenannte gemeine Volk gern und erst dann Trends nach, wenn sie die Oberen einmal als chic empfanden. Gewiss könnte man so einen Thron auch in Holz anfertigen, wie ihn die Türken eben schon in der einfachsten Wohnung seit Jahren haben bei sich in der Türkei. Schreinerei Berger und Formativ in der Rebackerstraße 2/1, 79400 Kandern- Holzen sollten sich diese Geschäftsidee wirklich mal durch den Kopf schießen lassen – „Türkenklos für Badens Popos aus Holz“. Klingt doch wie ein gelungener Werbeslogan. Der ist hiermit urheberrechtlich geschützt! Die beiden, Formativ und Berger, gelten jedenfalls als kreativ. Komplette Küchen und Bäder stellen die beiden unter anderem her. Sie fertigen offenbar gern sogenannte Unikate an – also jeder seinen ganz speziellen Balken, um darauf sitzend sein Geschäft zu erledigen? Nee jetzt mal ernster. Die beiden sollen wahrhaft und wirklich auf die Bedürfnisse ihrer Kundschaft eingehen, schreibt die Oberbadische am 1. April 2017 – und es scheint kein Aprilscherz zu sein. Anfragen können gewiss nichts schaden in puncto Türkenklo aus Holz, verehrte Leser (07626-8036). Bedenken Sie doch: Was raus muss, das muss halt raus! Wir sind doch alle nur Menschen, stimmt’s?

Und manche Leute geben sich nicht damit zufrieden, lediglich auf der Toilette ES täglich einmal raus zu lassen. Die wollen einfach weg. Und was läge da im Dreiländereck wohnend näher, als sich an den Euroairport zu begeben? Nun, der Euroairport und seine neuen Destinationen liegen manchem eventuell näher zwecks Wegkommen als in der Stammkneipe Biere wegzuhauen. Zumal es nun vom Flughafen Mulhouse-Basel auch nach Dubrownik, Sylt, Jersey, Osijek; und mit der Small Planet nach Zypern, wie ja auch seit Jahren mit der Easyjet bekanntlich. Klar, man könnte auch mit dem Auto auf den Balkan, nach England oder eben nach Sylt fahren. Um nach Zypern mit „des Deutschen Mannes besten Freund“ zu gelangen, müsste man das Gefährt entweder umnutzen oder aber auf ein Schiff verladen lassen, was wahrscheinlich schwierig und vor allem teuer sein dürfte – durch die Türkei brettern bis nach Mersin und dann mit der Fähre? Also umnutzen!

Mit Umnutzungen hat sich Frau Barbara Buser im Großraum Basel einen Namen gemacht. Klar doch: Dafür hat sie einen Naturschutzpreis erhalten. Es geht bei ihr darum, Dinge umzunutzen: siehe das Hanro-Areal im Liestal/Schweiz, das Walzwerk in Münchenstein/CH. Sie ist auch die Gründerin der „Bauteilbörse Basel“. Ihre Ideen finden Verbreitung in der Welt. Pro Natura Basel hat dann wohl für 2017 die RICHTIGE gewählt, um ihren Naturschutzpreis entgegen nehmen zu lassen.

Weniger gut gewählt, kommt vielen der Entschluss der „Basellandschaftlichen Kantonalbank“ vor, die aus Sicht manches Kunden zu viele ihrer Schalter schließen möchte. Sie mag verstärkt Online gehen anstatt. Diese Bank hat sogar eine Bank auf Rädern im Repertoire, welche 6 Gemeinden abklappert mit ihrem Dienst – grenzt doch schon an Romantik, oder? Nur noch 18 Schalter, wo menschliches Personal bedient, sollen im Baselbiet bestehen bleiben. Videoberatung gibt es ansonsten – eventuell – anstatt. Für manch Senioren lassen solche Entscheide einer Bank gewiss recht dunkle Wolken aufziehen.

Die Arbeitsgemeinschaft der „Senioren/AG 60 plus“ der SPD Lörrach kann sich nicht wirklich beklagen. Die sind recht aktiv. Trafen sich neulich zur Mitgliederversammlung im Gasthaus Sonne in Schopfheim. Das ist dort, wo man zum Mittagstisch nur schwer, bis gar keinen Platz erhält und andere Gäste, die zeitlich nach einem kommen, an einen Tisch gesetzt werden, vor allem, wenn man alleine kommt und neu ist. Nun, was soll’s. Beim Griechen um die Ecke sind sie sogar ausgesprochen freundlich, sogar, wenn der Laden mal wieder brummt – und schmecken tut es dort auch. Das ist hier somit so was, wie ein Rat. Bernd Sevecke (ehemaliger Leiter des Markus-Pflüger Heims in Schopfheim) wurde jedenfalls wieder zum Vorsitzenden des Kreisseniorenrates gewählt. Hartmut Brauer ist nun sein Stellvertreter. Herr Seveckes Frau, die Giesela, ist Schriftführerin. Die eben Genannten gemeinsam mit Herrn Asal werden am 29. Juli 2017 in Esslingen an der Landesdelegiertenkonferenz der AG 60 teilnehmen. Man darf gespannt sein, welche Nachrichten sie von dort mit sich bringen werden. Dass die genannten Delegierten der AG 60 als archäologische Sensation in Esslingen gehandelt werden, dürfte die Nachricht von dort wohl nicht werden. Eher nicht. Indes sind es dennoch Lörracher, die einen sensationellen Fund gemacht haben, und zwar in Stetten, welches vor den Toren Basels liegt. Das Tennisheim des TuS Lörrach-Stetten sollte nämlich erweitert werden. Und da geschah ihnen, was auch in Orten wie beispielsweise auf Zypern oft passiert, wo uraltes Zeug plötzlich zum Vorschein kommt beim Buddeln, dass sogar auf ein versteinertes Skelett eines Heterodontosaurus gestoßen wird. Erweiterung der TuS Tennisklause kann man somit vorerst wohl vergessen? Des Weiteren heißt der Fund für die oder den einen oder anderen im Verein ja vielleicht doch, besser gleich ins archäologische Fach hobbymäßig zu wechseln, bis wieder anständig Tennis gespielt werden kann!? Herr Wehner und Herr Wetzel haben das versteinerte Raubtier von Stetten gefunden und gemeldet – den „Wehn-Wetz-Saurus!“ Vielleicht wird schon bald eine Replik dieses Sauriers am Fundort in Stetten zu sehen sein und den eben ersonnen Namen erhalten?

Jedenfalls wird eine Replik vom sogenannten „Männle“ auf dem Sener Platz Lörrachs das Original demnächst vertreten. Doch Letzteres nur dann, wenn die Spendenfreudigkeit der Lörracher und anderer entsprechend groß ist. 40.000 Euro-Stutz kostet so etwas. Ist auch Ihnen das Männle oder öffentliche Kunst im Allgemeinen in Lörrach solch einen Betrag wert? Guido Neidinger schrieb darüber am 1. April 17 und irgendwie muss da was dran sein, trotz des Datums (Oberbadische). Sie haben also die Wahl, verehrte Leser: Geld für Kunstprojekte zu spenden oder abwarten. Sie haben die Wahl allerdings auch, wenn Sie zukünftig mit dem Rad unterwegs sein werden. Genauer: Es steht zur Wahl, ob sie mit ihrem Fahrrad lieber auf der Straße fahren oder eben doch dort, wo die Fahrradfahrspur ansonsten angezeigt ist im deutschen Teil des Dreiländerecks – am Straßenrand oder auf den Gehsteigen. Dass Sie nun die Wahl darüber haben sollen unterwegs auf zwei Rädern, basiert auf einem Gerichtsentscheid. Von daher nicht wundern, wenn demnächst still und leise die blauen Schilder verschwinden, die ansonsten als festlegen, dass Radfahrer hier und nirgends anders zu fahren hätten im öffentlichen Verkehr. Ein bisschen Geduld ist aber schon noch von Nöten, bis es so weit sein wird – schätzungsweise 2 Jahre; dieser anvisierte Zeitraum wird hierzulande wahrscheinlich nicht dem prolongierten Beispiel des Flughafens in Schönefeld/Berlin folgen, wo sich noch immer nichts tut; und wo im Gegenteil die Bevölkerung bereits ihren Unmut kundtut darüber und fordert, dass der gute alte Flughafen Tegel keinesfalls geschlossen wird!

Im Südwesten der Republik, genauer in Schopfheim, soll die Bevölkerung sich mehrheitlich für ein Krankenhaus im Ort aussprechen – ja, auch fordern. Bloß wo den Kasten in der Gemeinde neu hinbauen? Viele finden, dass das vorhandene Krankenhaus einfach nur aufgemöbelt gehört, also in irgendeine erkenntlichere Richtung zu spezialisieren sei, anstatt eines Neubaus, und den womöglich noch in nächster Nähe zur Bundesstraße – versteht sich, all das nach Abstimmung mit den Spezialisierungen anderer Häuser. In Schopfheim scheint, wie in Berlin, langes Warten und eine größere Portion Geduld gefragt, bis die Herren und Damen im Landratsamt Lörrach klarer sehen. Um die Ecke von Schopheim, im Kleinen Wiesental, wo die vielen Kräuter auf den Wiesen anzutreffen sind, kommt das ersehnte Fördergeld für die Wasserwirtschaft und für sogenannte Altlasten wahrscheinlich endlich mal an. Man wurde bei der Verteilung der Gelder aus dem Fördertopf berücksichtigt. Im Landkreis Lörrach erhalten die Wiestäler dieses Jahr sogar den höchsten Förderbetrag. Ganz durch ist das Ding allerdings noch nicht. Der Landtagsabgeordnete Rainer Stichelberger SPD geht nach einem Bericht der Oberbadischen vom 1. April jedoch davon aus, dass dem so sein wird.

Andernorts, nämlich in Zell im Wiesental, beschäftigt unter anderem „die Umsetzung der neuen Weide-Wald-Abgrenzungen. Wenn diese durch den Forst so umgesetzt werden soll, wie es 2016 geplant war, würden viele Weidegrenzen oder Gebüschgruppen, die als Unterstände für Weidetiere dienen, zum Wald zugeschlagen werden. Die [genannte Umsetzung] könnte nicht im Sinne der Stadtverwaltung sein, so die Meinung vieler Mitglieder [des Landschaftspflegevereins Zeller Bergland]. Man einigte sich darauf, in den nächsten Wochen eine Kooperation zwischen Stadtverwaltung, Landschaftspflegeverein und Forst zu forcieren, damit eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden werden kann. Auch Diethild Wanke von der Weideberatung des Landratsamts Lörrach will die Landwirte bei diesem Thema unterstützen. Sie freute sich, dass für den Mambacher Geißenberg ein neuer Bewirtschafter gefunden wurde (Oberbadische, 1. April).“

Bergig ist es in der Region gleichwohl. Nicht all zu hoch. Von Kandern kann über den einen Berg (südöstlich), vorbei am bereits erwähnten Anfang des Roten Rain Weges nach Schlächtenhaus und Steinen gelangt werden. Eine zauberhaft schöne Strecke wie in den Werbefilmen aus der Schweizer Alp, wo die Milch noch gut schmecken soll. Das „Scheideck“ im Wald lässt man auf der Fahrt von Kandern kommend Richtung Steinen rechts liegen, wie auch die Jugendherberge, in der vor noch nicht allzu langer Zeit Flüchtlinge untergebracht waren. Kann gut sein, dass einige von ihnen der abgelegenen Lage wegen nicht so glücklich darüber waren, dort behelfsmäßig untergebracht worden zu sein – damals. Kann aber auch sein, dass die dort einst wegen Platzmangel untergebrachten Flüchtlinge inzwischen die grüne Ruhe, den nahen Forst, Weiden und die Pferde auf der Koppel ums Haus vermissen und womöglich gar verklären in der Erinnerung. Wahrscheinlich ist es auch den eben genannten Neuzugezogenen zu danken, dass im schönen Steinen, welches direkt an der Bahntrasse nach Basel oder Zell im Wiesental liegt und für seine Schwarzwald-Wurstprodukte sogar in London bekannt ist, wo man eine Zweigstelle für die Produkte eines ortsansässigen Unternehmers bislang erfolgreich unterhält, die Zahl der Kinder, die einen Platz in einem Kindergarten brauchen, recht spürbar gestiegen ist. 2016 zogen 50 Kinder nach Steinen mit ihren Eltern, jetzt sind es bereits 70. Das Bürgermeisteramt Steinens mit seinem Stab scheint noch an einer Lösung dieser Herausforderung zu operieren. Da ist es durchaus vernünftig, werden einige nicht nur in Steinen schlussfolgern, nun endlich eine Überbrückung der B317 vor Steinen in Angriff zu nehmen, sei notwendig geworden. Spatenstich war am 01. April 17.

Und zuletzt noch dies aus Steinen: Der „Vogelpark Steinen“ ist wieder geöffnet. Zahlreiche Jungtiere sind zu sichten, so auch ein Baby-Känguru. Zu den Höhepunkten zählen anscheinend aber die Flugshows und die Berberaffen-Fütterung. Der Vogelpark ist also so eine Art Kleinzoo, auch mit Tieren hinter Gittern. In gewisser Weise haben die Tierchen im Vogelpark so und teils hinter Gittern ihren garantiert vertraulichen Raum, der sie schützt. Das ist gewollt, dass sie sich im Vertrauen darauf zurückziehen können. Im schweizerischen Olten gab es im Jahr 2013 eine sogenannte Babyklappe, wo Mütter in Not geraten, ihr Baby ablegen konnten im Vertrauen darauf, dass der/die kleine Erdenbewohner/in irgendwie überlebt. Jetzt sollen Schwangere eine vertrauliche Geburt in Solothurn, wie auch in Olten durchführen können. Was das bedeutet? Die Mütter brauchen vor, während und nach der Geburt ihre Identität nicht preiszugeben. Sind 6 Wochen verstrichen, kann so eine Frau das Neugeborene zur Adoption freigeben. Nur wie die Mutter die Zustimmung zur Adoption geben kann, ohne ihre Identität preiszugeben, dass bleibt vorerst weiterhin das Geheimnis von Isabel Hempen, die einen Artikel dazu in der Schweizer BZ vom 4. April 17 veröffentlichte. Die Betroffenen scheinen ein Pseudonym zu verwenden – und wirklich nicht mehr!? Irgendwie pseudo, oder?

Und manch Schweizer wohnt Art pseudomäßig in einer Stadt der Schweiz. Nach Schweizer Zivilrecht ist nämlich das Bürgerrecht in der Schweiz an den Heimatort gebunden. Es ist somit vor allem Gemeindebürgerrecht. Vielen Schweizern ist es eine kleine Stange Geld wert, sich an ihrem gegenwärtigen Wohnort einbürgern zu lassen. Sogar die Stadt Basel selbst wird da aktiv. Sie schreibt Leute an und bietet an, sich doch das Basler Bürgerrecht zu holen, beispielsweise als Züricher, der in Basel schon länger wohnt und arbeitet. Dass die Anzahl jener, die Basel wählen als Lebensmittelpunkt zunimmt, spricht vor allem auch dafür, dass es vielen inzwischen chic erscheint, als Basler zu firmieren – was vor Jahren für Züricher undenkbar war. Lokalpatriotismus adé!? Doch nicht jeder kann das zu durchlaufende Auswahlverfahren bestehen im Bürgerrechts-Erlang. Nur BRAVE Leute werden Basler, vor allem jene, die für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen, Arbeiten gehen und möglichst kein allzu langes Strafregister haben.

Ob Marhte Gosteli aufgrund ihrer politisch orientierten Aktivitäten auch ein Strafregister hat/te, ist hier nicht bekannt. Gewiss hat man sie in gewissen Schubladen und dergleichen gewisser Schweizer Behörden geführt und aufbewahrt – und vielleicht auch beobachten lassen? Nun, die große Frauenrechtlerin ist in ihrem 100sten Lebensjahr verstorben. Sie hatte in den 60ern des vergangenen Jahrhunderts maßgeblich die Schweizer Frauenbewegung engagiert mitangeführt („Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung“ in Ittigen – Bern). Einen Ehrendoktor der Uni Bern erhielt sie 1995. 100 Jahre alt zu werden, hat schon was Majestätisches.

Die nationalrätliche Rechtskommission hat … mit 13 zu 11 Stimmen bei einer Enthaltung eine parlamentarische Initiative von Beat Flach … gutgeheissen. Flach verlangt die Streichung von Artikel 296 des Strafgesetzbuches [der Schweiz]. Dieser stellt die öffentliche Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts unter Strafe,“ besser bekannt unter der Majestätsbeleidigung. Wirklich immer wieder erfrischend fortschrittlich, diese Schweizer, und wie sie es schaffen, sich den Gegebenheiten rechtzeitiger als andere anzupassen – nicht immer, aber öfters. Und des Weiteren: „Die Rechtskommission ist der Ansicht, das Schweizer Strafrecht stelle auch ohne Artikel 296 genügend gesetzliche Grundlagen für eine Strafverfolgung zur Verfügung! (NZZ 08.04.17).“

In der oben bereits zitierten Ausgabe der NZZ und in Sachen Justierung erfahren wir beispielsweise, dass die Leitung der Basler „Kaserne“ von Sandro Lunin übernommen wird. Er verlässt das „Theaterspektakel“ Zürich. Der 1958 Geborene sei „die richtige Wahl für Basler Koproduktions-, Gastspiel- und Konzerthaus!“ Der Künstler und Basler Thomas Ritz erhält den Keller-Wedekind-Stiftungs-Preis. Er hinterfrage „unser Verhältnis zur Wahrnehmung und damit zur Wirklichkeit.“ Auch im französischen Elsass war Anpassen angesagt. Nun ist der Kraftakt wirklich vollendet. Peugeot hat im elsässischen Mulhouse seine Produktionsabläufe erneuert. Scheinbar können nun an einem Band verschiedene Autotypen hergestellt werden – „eine Revolution“ schreibt die L’Alsace begeistert. 56 Autos in 1 Stunde gehen vom Band. Der Peugeot 2008, 508, 508SW und der D57 Crossback werden so hergestellt. 18 Monate hat die Installation des neuen Produktionsverfahren bei Peugeot (PSA) in Mulhouse in Anspruch genommen.

Ein bisschen mehr Zeit als eventuell sonst sollte Ihr bevorstehender Besuch der 34.sten Buchmesse in Saint Louis/ Elsass schon in Anspruch nehmen, verehrte Leser. Die Buchmesse wird vom 12. bis zum 14. Mai ihre Pforten inmitten Saint Louis offenhalten für Sie. Das Motto der Buchmesse dieses Jahr lautet übersetzt: „Zusammenleben. Einer mit dem anderen!“ 200 Autoren, Denker, Romanciers sowie auch andere Künstler werden anwesend sein. Das alles geschieht unter der Leitung Herrn Jean-Claude Carrière, der als Ehrengäste Herrn Bernd Werber, Sylviane Jaoui, Franz-Olivier Giesbert und Tonino Benacquista haben und vorstellen wird. Gewiss wird die Buchmesse („édition du forum du livre“) unschlagbar, sozusagen, für das kulturelle Leben der Stadt und der Region einmal mehr ausstrahlen, gewiss auch viele Fragen aufwerfen, die beantwortet werden sollen – und teils wohl auch beantwortet werden.

Roger Federer ist DER Basler, der sie ALLE im Tennis derzeit schlägt, woran es wahrscheinlich wenig bis gar nichts zu hinterfragen gibt. Den FC Basel, der in der obersten Fußballliga der Schweiz spielt, wünscht man sich mal für eine volle Saison in der Bundesliga und/oder in der französischen Premier Division spielend, sowie den Freiburger FC in der Premier Division und/oder der Super League der Schweiz und den RC Straßburg – solange dieser nicht in der Premier Division Frankreichs untergekommen ist – in der 2. Bundesliga und/oder der 2. Liga der Schweiz. Deutschland eckt von seinen Dimensionen her inmitten Europas eh zumindest 4 Mal an Nachbarn an, die auch Fußball spielen können, sodass sich 4 Mal solch grenzübergreifender Austausch organisieren ließe. Wird nämlich höchste Zeit, dass Europa im Inneren endlich noch ersichtlicher und spürbarer zusammenwächst, warum nicht auch noch betonter über den Sport, den sich offenbar die meisten ansehen!?

Bayern München in der tschechischen und/oder österreichischen Liga – hurra, au ja toll! Das wollen wir sehen, allerdings dann mit der Auflage, sich keine neuen Spieler einkaufen zu dürfen. Doch wahrscheinlich reichen die, die sie haben, um dort noch weitere 5 Jahre lässig Erster werden zu können? Jedenfalls würde dann endlich mal jemand anders Meister in der Bundesliga werden; was so inzwischen auch auf den FC Basel zutrifft, der andauernd den Super League Meister der Schweiz stellt, ALLES GUTE DORTMUND – „… and give peace a chance … (Lennon, Ono)!“

 

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