Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Dezember 2016

Der Anfang vom Ende

Das erhoffte Ende vom Anfang

 

2013-03-05-12-30-28

 

Was fällt Zypernundmehr-News spontan zu 2017 ein, fragen Sie sich das etwa? Nun, gewiss nicht in erster Linie die Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern oder noch gruseliger: das Desaster in Syrien vor der zyprischen Haustür. Hier fällt auch nicht etwas vielleicht eher gar nicht so weit Hergeholtes dazu ein, wie die folgende Schlagzeile, die womöglich temporär noch die Runde im Jahr 2017 machen könnte: AFD erhält Direktiven von Putin und Trump?

Wie Ihnen schon bald ersichtlich wird, ist dieser letzte Beitrag im Jahr 2016 bereits ein paar Tage vor Weihnachten begonnen worden. Das bringt den Vorteil, dass zum Jahresbeginn nicht noch redaktionell gewirbelt werden muss, zumal der Entscheid fiel, den Jahreswechsel in Pafos zu begehen; und dass man das Ganze eventuell nochmals in Ruhe durchlesen kann und dergleichen mehr.

***

Die Handwerker sind gerade im Haus. Ein Wunder, dass es die noch so nahe zu besehen gibt. Sollte es in der Mitte Europas Handwerker geben, die womöglich arbeitslos sind oder finden, sie werden nicht anständig bezahlt, denen kann nur empfohlen werden, sich nach Zypern zu begeben, um hier zu wirken – bestens gleich selbständig machen! Englischkenntnisse können nicht schaden, sind aber nicht unbedingt nötig, weil einen Sprachmittler gibt es zum einen immer, den man auftreiben kann, und zum anderen sieht der Fachmann oder die Fachfrau meist schnell, wo das jeweilige Problem eines Kunden auf ihn oder sie wartet. Es mangelt hier auf Zypern an verlässlichen und mit professionellen Kenntnissen ausgestatteten Handwerkern, Klemptnern und wahrscheinlich auch an Leuten, die Computer wieder anschmeißen oder gar zusammenbauen können. Man muss schon fast auf die Knie gehen, dass sich mal einer von DENEN sehen lässt, obwohl man sie anständig – und immer gleich – bezahlt oder bezahlen will. Kurz: Um die einfachsten Dinge erledigt zu kriegen im und ums Haus, bedarf es zu oft eines zu großen zeitlichen Aufwands – eines nervlichen sowieso, weil niemand von DENEN immer dann, wenn Hilfe erforderlich ist, sich auf den Weg macht, um mal nachzusehen. Oder noch schlimmer: Die kommen Nachsehen, sagen Dies und Das und sie würden wieder anrufen und dann wartet man – zu oft zu lange und zu oft auch vergebens.

Bei uns hier auf Zypern am Haus ist, unter anderem, gerade die Dachrinne das Problem, an der ein Abflussrohr beim letzten etwas stärkeren Regen einfach abgefallen ist. „Platsch“, da lag die Röhre im Garten, wahrscheinlich auf dem Rücken, und keiner wollte sie wieder an die Dachrinne anbauen. Das geschieht jetzt aber, hurra! Glücklicherweise sind wir mit dem Herrn, der das tut, eigentlich TREUEST schon seit Jahren ergeben in Kontakt. Endlich hat er sich nun bereitwillig erklärt, in Aktion zu treten, nachdem er uns schon 5 Mal versetzt hat. Wir sind also mehr als dankbar, dass endlich etwas geschieht und dass es – mal wieder – gelungen ist, den Kontakt zu diesem eigentlich netten Menschen zu er-halten.

Ach ja, noch eine Besonderheit an der Handwerkerschaft hierzulande: Manche holen sich ihren Lohn nicht ab. Den muss man ihnen dann geradezu hinterher tragen. Dass ungern Quittungen ausgestellt werden, nun, das ist inzwischen wirklich schon verinnerlicht von uns. Ja, man kommt sich geradezu schon blöde vor, einen Quittungsblock zu zücken. Das haben uns schon seit wirklich Längerem die Blicke der jeweiligen Handwerker abgeschminkt. Man will den meist einheimischen Handwerkern gegenüber ja nicht als Erbsenzähler oder Spielverderber im Kabinett der Hierhergezogenen auffallen. Oder?

Unser Handwerker, von dem eben die Rede war, muss wohl noch Mal nachbessern kommen. Denn leider wurde das Abflussrohr so gelegt beziehungsweise ‚ausgebessert‘, dass das Wasser vom zweiten in den ersten Stock des Hauses gesammelt in einem senkrecht angebrachten Rohr hinunterstürzt bei Regen, was ja auch OK ist. Doch da das Anschlussrohr unten im rechten Winkel angeschlossen ist, ist ab einem bestimmten Zeitpunkt nach einem Regenfall, wie wir seit gestern wissen, da es geregnet hat, ein ‚wunderbares‘ stundenlang andauerndes Konzert zu hören. Mich erinnerte es gleich an Erzählungen über Foltermethoden, wo dem Gefolterten unablässig das gleichmäßig laute Geräusch von Wassertropfen, die in ein Metallbecken fallen, zugemutet wird als Geräuschkulisse – endlos. Zwar wachte ich mit lediglich einem ganz leichten dicken Kopf auf, kann aber erinnern, anscheinend dennoch oder gerade deswegen? ganz tief geschlafen zu haben damit. Vielleicht ist diese Art Installation ja als so etwas wie die vom Stein der Weisen zu betrachten? Der letztere mag als Transmitter zu höherer Erkenntnis bestimmt auch kontemplatives IN-sich-Kehren, das die-Welt-vergessen, nur auf das eine Ding konzentriert zu sein. Also behalten wir das Getropfe vom Dach in einer ungenügend angebrachten Rinne so!?

Es kann also gesehen werden, dass das mit dem Ausbessern und dem lauten Tropfen seine Ursache auch und vor allem – ja, wie soll man es nennen – in einem ganz erheblichen Mangel bei den ausgeführten ‚Arbeiten‘ liegt – einer 2 cm gr0ßen Spalte. Diese wurde erst zeitlich später von uns ausgemacht! Weil, das so etwas produziert werden kann beim Ausbessern, darauf kommt man ja gar nicht. Wenn man bedenkt, dass es ein kleiner Aufwand ist, solch einen Herrn überhaupt ins Haus zu bekommen, um dann für solch ‚Leistung‘ – inzwischen leicht säuerlich – lächelnd im Cafe vom Dorf 70 Euro auf die Kralle zu bezahlen den Tag danach, bleibt die Frage an sich selbst einfach nicht aus, ob man es nicht vielleicht doch etwas mit der Handwerkerschaft hierzulande zu übertrieben hält – mit der Nachsicht gegenüber denselben.

***

Erhalten blieb uns hier auf Zypern, wie nicht anders zu erwarten, der Eiertanz um die Verhandlungen zur Wiedervereinigung der Insel – und auf die soll hier auch gar nicht groß im Detail eingegangen werden. Schließlich mag das Neue Jahr ja nicht gleich in alten, stinkenden Socken begangen werden. Oder?

Die vor dem Parlament in Athen patroullierenden Soldaten, am Syntagma Square, in den chicen Uniformen mit Art Kleidchen auf den schlanken jung-männlichen Hüften, dürften auch keine stinkenden Socken tragen, ist doch wohl anzunehmen. Schließlich sind sie eines der meist geschossenen Fotomotive von Griechenland- oder Athentouristen. Dennoch war der griechische Ministerpräsident Tsipraz anscheinend etwas stinkig, als er auf den zyprischen Präsidenten Anastasiadis kürzlich traf. Hatte sich letzterer ganz anders vorgestellt, dieses Treffen. Die Treffen sich heute den 29. Dezember 2016 seltsamer Weise nochmals. Der Grieche hatte nämlich zwischenzeitlich ‚eigene‘ Ideen für das anberaumte mehrköpfige Treffen in Genf – in Sachen Zypern und Wiedervereinigung – entwickelt. Demnach soll beim Treffen in Genf am 12. Januar 2017 plötzlich nur noch das Ende der Schutzmachtfunktion der drei Schutzmächte Zyperns (Türkei, Großbritannien, Türkei) und der Abzug türkischer Truppen verhandelt werden – vorerst. Doch etwas anderes war eigentlich vorgesehen thematisch, fand Anastasiadis (angeblich). Außerdem sollten nach Lesart Griechenlands vor dem Treffen erst alle anderen Kapitel bei den Verhandlungen abgeschlossen worden sein, bevor es dann überhaupt zu diesem Treffen kommen könnte. Das Kapitel Sicherheit und die Angelegenheit mit der Schutzmachtfunktion stünden einfach im Vordergrund, meinte Tsipraz also plötzlich. Gemunkelt wird, dass er die von der zyprischen AKEL vorgeschlagene Teilnahme Chinas an einem gesonderten Treffen zu Zypern durch die 5 Vetomächte der UNO vorbereiten will auf diese Weise.

Ehrlich gesagt, das macht durchaus Sinn, was der Linke, Tsipraz, von Athen da sagt. Dass man monatelang verhandelt, indem dann immer noch nicht über die wahren Brocken, wie Sicherheit und die Schutzmächte Zyperns, gesprochen worden ist, fanden viele schon immer, sei Blödsinn beim Verhandeln der Zypernfrage. Falsch an der Position von Tsipraz ist jedoch, dass er mit der Sprache erst jetzt herauskommt, was einfach nur unzeitgemäß ist und auch so wirkt. Das angesprochene Argument hätte er früher einbringen müssen, schließlich trifft er sich doch eh alle Nase lang mit Anastasiadis. Anderen ist dieser Zug Athens durchaus auch ein Zeichen dessen, dass die Griechen eine Lösung Zyperns zu hintertreiben suchen. Die Spekulationen darüber, warum Athen so etwas tun könnte, reichen bis ins Reich der griechischen Mythen und gewiss darüber hinaus.

Der Mann, der Tsipraz so etwas, wie das zuvr Gesagte, eingeredet haben könnte, ist mit ziemlicher Sicherheit sein Außenminister, Nikos Kotzias. Zum Kotzen, mit Verlaub, mögen manche gerade denken, ist das. Ein Professor der Universität Piraeus ist Herr Kotzias ansonsten eigentlich – Politologe. Ein ehemaliger Stalinist soll er auch noch sein, der auf Polens Jaruzelski steht. „Wir und Polen“ ist eines seiner Bücher.

Verwundert brauch folglich niemand zu sein, dass der griechische Außenminister auch sogenannte gute Kontakte nach Moskau unterhält – wie einst in Zypern Dimitris Xristofias und seine Truppe von der AKEL, als die dort regierten vor Anastasiadis von der DYSI. Und zwar werden diese Kontakte nach Russland zu keinem Geringeren als Herrn Aleksandr Dugin geführt. Der Herr Dugin in Moskau soll es wiederum gewesen sein, der Herrn Putin sozusagen auf die Krim 2014 ansetzte. Und anscheinend unterhält der Herr durchaus auch gute Beziehung zu den faschistischen Neonazis Griechenlands, der Goldenen Morgenröte – die auch in Zypern einen Ableger haben, der neuerdings im zyprischen Parlament sogar Flagge zeigt. Also: zwei Ultranationalisten sondergleichen, Dugin und Kotzias.

Ach ja, und jemand von der AKEL, genauer Herr Tomazos Tsielebis, spricht im Zusammenhang mit dem erwähnten 5er-Treffen in Genf neuerdings von „Nicht-Anerkennung“, womit er darauf verweist, dass Zypern am Verhandlungstisch zu sitzen habe, wenn die 5 Großen in der Welt über das Schicksal der kleinen Insel verhandeln – da ansonsten eine Nicht-Anerkennung der Republik Zypern sich abzuzeichnen beginne. Patroclus in seinem „Coffee-Shop“ in der Sunday Mail vom 18. Dezember 2016 schreibt dazu: „Dann könnten die Zyprer die US-Amerikaner bei jedem Vorschlag, den diese unterbreiteten, fragen: „Und, habt ihr schon die Chinesen dazu befragt?“

Dass die Griechen ihren Standpunkt etwas geändert haben auf die Plötzliche und wie beschrieben, darf also offenbar dem Einwirken Moskaus zugeschrieben werden, so, dass die Wiedervereinigung Zyperns brav weiter in Schwebe verweilt, wo sie leichter in gewünschte Richtungen geboxt oder getreten werden kann als auf dem Boden angekommen – zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt.

Vielleicht hier angekommen soviel vorerst zum Kontakt-Halten, von dem zuvor die Rede war. Ach nee, noch das dazu: Dem russischen Botschafter in Zypern, Herrn Stanislav Osadchiy, ist den Tag nach dem Tsipraz seine Bedingungen fürs Treffen in Genf gestellt hatte, in einem langen Beitrag auf CyBC nicht gelungen, die zuvor aufgezeigten Hintergründe für den griechischen Sinneswandel zu verschleiern – im Gegenteil. Herr Osadchiy ist, davon abgesehen, auffällig oft im zyprischen TV zu sehen, auch auf RIK. Er beherrscht das Griechische relativ gut. Auch wenn Herr Osadchiy davon spricht, er wolle sich in keinster Weise in innerzyprische Angelegenheiten einmischen, tut er genau das mit und in seinen medialen Auftritten, nämlich, sich unbeteiligt-geben-einzumischen.

***

Nun ja, demnächst bricht ja das Trump-Ding endgültig aus: die Trump-Ära! Und der russischen Tass zufolge hat der neue CIA-Chef, Michael Flynn, schon mal posaunt: „Wir müssen unsere Außenpolitik überprüfen, die Türkei als Etwas von höchster Wichtigkeit sehen; und die Welt aus türkischer Sicht begreifen!“

Tra-ra!!!

Und Erdogan trifft sich gerade – immer mal – wieder mit Putin, hat ‚Frieden‘ mit dem Kreml geschlossen – auch wenn Dezember 2016 der russische Botschafter in Ankara von einem türkischen Extremisten ermordert worden ist. Dieses neue Bündnis verhindert auch nicht die Tatsache, dass Putin bereits seit langer Zeit mit Erdogans Rivalen Assad in einem politischen Bett liegt und Iran dabei zugucken darf, ja, sogar ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger dabei liegt. Bleibt eigentlich nur noch zu fragen, wie sich die EU zu diesen neu aufkommenden Männerklüngeln verhält? Frau Merkel ist die da noch die Richtige, auch wenn sie ausschließlich und nur Hosen trägt? Vielleicht doch besser den Herrn Gabriel zum Kanzler wählen im Jahr 2017, der immerhin ein Mann ist, Kinder haben soll und dann in besagter Klüngelrunde eher oder besser mit-kungeln könnte? Er ist sogar ‚Sozial’demokrat!

***

Gerade aus Nikosia zurück. Die Handwerker haben ihr Werk am Haus also trotzdem, das heißt ohne mein Dabeistehen, zuende gebracht – vielleicht hält das Rohr diesmal länger als ein Jahr. Länger dürfte eventuell der ansteigende Zorn gegen alle möglichen sogenannten Ausländer in Deutschland anhalten. Berlin – Breitscheidtplatz. Ein Pakistaner soll es gewesen sein. Der war es nun wohl doch nicht. Der Täter wird noch gesucht. Ein Tunesier soll der Täter anstatt sein, der seine Papiere ausgerechnet im Tatfahrzeug verloren haben soll.

Nikosias Zentrum, wir berichteten bereits darüber, ist geradezu überschwemmt mit Männern aus Pakistan?, Bangladesch?, Indien?, Nepal?, Afghanistan? Afrika? Irgendwie wirkt die Gegend um den Eleftheria-Square schon seit Längerem so ‚anders‘. Als hätte die Präsenz der zuvor Erwähnten die Pontis (Griechischzyprer mit türkischen Wurzeln geflüchtet aus der Schwarzmeergegend nach dem I. Weltkrieg) von dort vertrieben. Ja sogar vertraute Gesichter von ‚originaleren‘ griechischzyprischen Bürgern, meist alten Herren, sind dort kaum noch zu sehen auf den paar Sitzbänken vor dem Beginn zur Ledra Straße und ihrer kleinen Parallelstraße, so auch am Salamon Square, dem neuen Busbahnhof.

Apropos: Das Gelände vom Elefteria Square bis zum Salomon Square ist ’natürlich‘ nicht wie versprochen zu Weihnachten 2016 derart fertiggestellt von der Baubehörde der Stadt, dass Herr und Frau Zyprer dort auf der neuen City-Meile mal spazieren gehen könnten, wie vom Bürgermeister vor Monaten noch in Aussicht gestellt wurde für diese Weihnachten. Wahrscheinlich darf sich darüber gefreut werden, dass derzeit überhaupt Arbeiter auf der Baustelle zu sehen sind, die das schöne Grün von einst gewiss nach Plan, leider ganz offensichtlich und un-typisch gründlich, nahezu komplett mit Beton und Stahl zupflastern. Das Zentrum Nikosias scheint seine schönste Seite vom ehemalig bereits etwas verstellten Gesicht endgültig verloren zu haben. Schade. Es ist schwer vorstellbar, dass das neue Gesamtgesicht des Eleftheria Squares gefällt. Vielleicht muss man dazu wirklich aus der sogenannten Dritten Welt kommen, um die baulichen Entwicklungen vor Ort so zu sehen – positiv. Vielleicht auch nicht.

Nach Jahren in dieser Stadt unterwegs, bin ich zum ersten Mal in so etwas wie eine Heroinszene zufällig getreten, heute. 12 Schuhgeschäfte nach Sportschuhen durchkämmt, die keine hohe Sohle haben sollen, auf Leder dürften die neuen Schuhe sogar machen und möglichst schwarz in der Farbe sollten sie sein. Eben ungefähr so aussehen, wie mein jetziger Sportschuh. Nichts Derartiges zu finden. Die Marke wird anscheinend auch in Deutschland nur noch in Weil am Rhein vertrieben. Zumindest war das mein Eindruck vor einem Jahr vor den Auslagen der Schuhgeschäfte stehend. An der Faneromeni-Kirche/Nikosia hat sich die angesprochene Szene also offenbar etwas etabliert. Seltsamer Weise sah ich – die Abkürzung vom Grenzübergang an der Ledra-Straße zum Fußballplatz an der Stadtmauer nehmend – auch erstmals einen Transvestiten hier auf der Insel. Den sah ich bei Tageslicht und ungeschminkt mit Stoppeln im Gesicht sowie hinten zusammengebundenem Haarschopf plus sehr schwungvollem Gang. Es war kein Priester. Da bin ich mir sicher. Die tragen nämlich schwarz und schaukeln ihr Gesäß nicht so von links nach rechts, haben zwar auch langes Haar, aber, glaube ich, haben immer einen langen Bart.

Homosexualität ist auf Zypern eigentlich kein Thema. Und Transsexualität muss noch etwas ganz Neues sein? Wahrscheinlich bin ich da nicht informiert genug. Mir ist plötzlich, als verpasste ich etwas an der Küste. Als durchlaufe die Altstadt von Nikosia einen absolut rasanten Wandel, und zwar in alle erdenklichen Richtungen, von dem in Limassol, Pafos oder Larnaka, wo ich mich hauptsächlich aufhalte, praktisch nichts mitbekommen werden kann.

Der Wandel, der sich speziell in Deutschland vollzieht, ich wiederhole mich hier auf Zypernundmehr-News, ist teils hausgemacht. Hierauf muss leider weiterhin hingewiesen werden. Auch wenn es ungern so gelesen wird. Der Kern vom Kern der Probleme mit dem Islam, in Syrien, Palästina, Saudi Arabien usw. ist vorrangig das schlechte Beispiel, welches der Westen im Umgang mit Israels Politik vorgibt – ganz zu schweigen von den betriebenen Außenpolitiken. Ein Staat Palästina muss dringend her – 2017!

Die Rechnung geht so, wie die Lage ist, offenbar nicht auf, siehe: Paris, Nizza, München, Brüssel, Berlin usw.!

Wir im Westen müssen uns bekennen und kapieren, dass sich etwas ändern muss. Eigentlich kann nur gehofft werden in diesem Zusammenhang, dass das Durchmischen der Eliten und alten, oft sonderlichen Bündnisse, welches Trump bereits vollmundig ankündigt, als Resultat ein Palästina, ein Kurdistan, ein Nordzypern, wenn sie sich nicht bald einig werden können, ein Ende in Navgorni Karabach, ein Ende des Streits um den Golan, den Sinai, Dafur, Westsahara usw. bringt.

Sie finden, dass klingt so unwahrscheinlich wie dass die Korruption im zyprischen Fußball (Omonia) beendet werden kann (match-fixing)? Wahrscheinlich haben Sie da Recht. Indikator für das letztere: Die Zyprische Fußball-Assoziation hat erneut den bereits schwer, a la Blatter angeschlagenen Geschäftsführer, Herrn Kastakis Koutsokoumnis, wiedergewählt. Die UEFA dürfte sich entsprechend gefreut haben?!

***

Bekanntlich können die Zyprer auch noch anders. Stichwort: Off-shore-Business! Als sich die Sowjetunion auflöste, strömten die Rubel geradezu Richtung Zypern aus Russland und verschwanden größtenteils in erwähntem Geschäftsmodell. Nicht gerade mit Ruhm hat man sich in Zypern bekleckert zu Zeiten des Krieges in Jugoslawien, als der Vorwurf erwuchs, Zypern habe Millionen von Dollars angezogen und auch noch angelegt, die Slobodan Milosevic außer Land gebracht haben soll – 2002. Dem nicht genug hat Zypern derart einfach UN-Sanktionen übergangen und einen Großteil dieser Gelder sogar benutzt, um für Milosevic Waffen zu kaufen. Wir sprechen sowieso besser von 2 Milliarden, anstatt von Millionen, die da GEDEALT wurden. Wer sich bei dieser Aktion unter anderen ganz besonders verdient machte, war kein anderer auf Zypern als der gute, alte ehemalige zyprische Präsident, Tassos Papadopoulos, dem ja auch nachgesagt wird, er habe seinerzeit als junger Mann einen ihm nahestehenden EOKA-Kampfgenossen, der ihm im Weg stand, in einen offenbar zu gefährlichen Einsatz geschickt, um so an dessen Frau zu gelangen. Die Witwe heiratete er dann sozusagen barmherziger Weise – oder anders, wird gemunkelt.

Papadopolous senior und junior sind also klar mit von der Party, wenn es ums Geteilthalten der Insel geht. Beide veranschaulich/t/en diese politische Kunst schon fast mit Bravur im Realen und seit Jahren. Dass sich der türkischsprachige Norden besser ganz offiziell abspaltet und ein eigener Staat gründet, scheint deren Meinung zu sein. Beide verneinen zwar vehement solch Absicht, obgleich immer wieder Aussagen in diese Richtung von ihnen zu hören sind und waren. Inzwischen ist Senior ja tot, sodass Junior, Nikos, sich nun auf eigene, chauvinistische Instinkte verlassen muss. Auch darauf gilt es sich zu verlassen, dass damit zu rechnen ist, dass Junior schon demnächst ausholt, Präsident der Insel zu werden. Das ist keinesfalls abwegig. Im Gegenteil. Seine Lehrzeit im Parlament als Führer der DIKO dürfte doch nun wohl mal bald vorüber sein. Es gilt sich zu bewähren, sozusagen die Familientradition fortzuführen und dergleichen mehr. Die Initiation Juniors läuft also demnächst zeitlich ab.

Ach ja: Wie Papadopolous junior allerdings an die Reichtümer gelangen will, die offenbar eindeutiger als jemals davor Berichten zufolge vor Zypern in Form von Erdgas und anderem Zeug ausfindig gemacht worden sein sollen, ist eher schleierhaft. Denn die Türkei hat da gewiss doch noch ein Wörtchen mit zu reden, auch wenn Nikos, wie auch Papa Tassos, imgrunde der Zweiteilung der Insel die Steigbügel hält. Denn warum sollte ein eigener Staat Nordzypern seine Reichtümer vordringlich mit Südzypern teilen, wo doch jahrelang am Tropf der Türkei – und anderer – gehängt wird?

Doch das stimmt so vielleicht auch nicht wirklich. Böse Zungen behaupten nämlich, die Papadopolous‘ und andere gleichen Schlages lebten doch teils gut davon, die Teilung ihres „Vaterlandes“ zu betreiben und die angesprochenen Reichtümer im Meer vor Zypern eigneten sich für sie hervorragend, diese Position bis an Sankt Nimmerleinstag einigermaßen gehaltvoll zu halten.

Zwar hat Donald Trump in seiner Regierungsmannschaft, war vor kurzem mal in der griechischen Kathimerina Tageszeitung zu lesen, recht viele Amerikaner griechischen Ursprungs eingespannt, doch hat eine weitere Berufung, nämlich die zum US-Außenminister eines Mannes, der für Exxon Mobile arbeitet, nicht zwangsläufig die Bedeutung, die ihm von griechischer Seite scheinbar mehrheitlich gegeben wird. Denn ja, es stimmt, auch Exxon ist vor Zypern teils mit im Boot, um die Reichtümer zu heben. Doch nicht vergessen werden darf, dass es in Washington als viel lukrativer erachtet werden könnte, der Türkei EINFACH den Vorzug zu geben. Mit einem kleinen strategischen Schwenk Exxons könnte – schlechtestenfalls – an der Seite der Türkei ins Reichtumförder-Spiel vor der Küste Zyperns mit entsprechenden Forderungen teils ‚überlaufen‘. Die lange Rede des türkischen Ministerpräsidenten Yilmaz vor der Jungunternehmerschaft des Landes, die am 28. 12. 2016 auf TürkInt ausgestrahlt wurde, lässt solche Manöver eines us-amerikanischen Multis durchaus vorstellen. Überhaupt ist Herr Yilmaz, finde ich, überraschend eloquent. Mit seiner bedachten, ja, strukturierten Art des Vortrags bringt er wahrscheinlich das Quantum Zuversicht und Vertrauen der türkischen Bevölkerung aufs AKP-Trapez, was die Herrschaft der Regierungspartei der Türkei letztlich zu verlängern helfen wird. Er wirkt sehr motivierend und lässt schon fast all die seltsamen Dinge, die um Herrn Erdogan – und mit diesem – passieren, ins Hintertreffen treten. Man mag Herrn Yilmaz abnehmen, wenn man ihm zuhört, dass die Türken den Schritt zu einer Art Groß-Mittelmacht demnächst bewältigen, wenn sie noch etwas zusammenhalten und wenn sie noch mehr Produkte made in Turkey zukünftig kaufen – und dass Kurden und Türken FREUNDE sind. Irgendwie inspirieren diese Ausflüge in den Reden des Herrn Yilmaz, auch, dass er aufruft, sich auf eigene, ja sogar alte Werte zu besinnen etc.

Nun: Schließlich ist Exxon kein Staatsbetrieb und schließlich ist die Route über die Türkei nach Europa billiger und zuguterletzt, doch nicht nur, könnten die angeschlagenen Beziehungen der Israelis und der Türken derart etwas verbessert und gesichert werden: „win-win“ und so. Und gewiss ist da auch noch etwas Reichtum vor Syrien und dem Libanon im Boden. Was liegt daher näher für die Trump-Administration, als dass sich Russland da netterweise für Syriens Reichtum engagiert und diesen dann ganz ‚uneigennützig‘ alleine oder besser mit den US-Amerikanern ‚hilft‘ zu fördern und zu vermarkten mit Hilfe der geschäftstüchtigen Türken?

Man wird sehen, wie der Hase schon demnächst laufen wird im GROßEN Ölbusiness, von welchem in Nikosia-Süd anscheinend schon alle politischen Akteure träumen. Manchmal kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass diese Aussicht so eine Art neues Opium der Süd-Zyprer ist – siehe auch: http://in-cyprus.com/exxon-mobile-takes-block-10/.

***

Ich sage ihnen: Geld ist auf Zypern wirklich kein Thema. Und wer keines hat, der oder die muss wohl was falsch gemacht haben? Anscheinend ja! Doch auch hier auf Zypern, das wollen wir unbedingt wissen lassen, gibt es einige Suppenküchen und Menschen, die mit weniger als 500 Euro im Monat zurechtkommen sollen. Ob jene Zyprer im Süden, die gerade noch so über die Runde kommen finanziell, wirklich noch eine Minderheit sind?

Dem Eindruck, dass dem so ist, wollen wir uns hier fürs Erste gönnen. Genaueres dazu hier: http://cyprus-mail.com/2016/12/24/wealth-inequality-rise-euro-zone-net-wealth-drops-almost-40-per-cent-cyprus/

Auch gilt es sich zu gönnen oder besser, daran zu erinnern, dass die Deutschen es waren, die sich 2012 ungnädig gegenüber Zypern gezeigt hatten und fanden, dass das Land eher eine russische „Geldwaschmaschine“ sei und daher ein Bail-out für Zypern nicht in Frage käme. Zwar wurde seither sauber gemacht in Zyperns Bankensektor und die Zentralbank der EU soll ganz zufrieden sein mit der Entwicklung bislang. Doch: So ganz daran glauben, fällt einem einfach schwer. Denn das Saubermachen hat doch wohl auch zur Konsequenz, unter anderem, dass noch mehr und sorgfältiger gearbeitet werden muss, schon allein um den gesetzten Standards zumindest minimal zu entsprechen: „kenne deinen Kunden“ und/oder „Sorgfaltspflichtprüfungen“, heißen die Gespenster neuerdings unter Bankern in Zypern unter anderen. Eine der Fragen, die sich da ergeben, ist: Wird aufgrund dieser ‚gespenstischen‘ Anforderungen etwa bereits überreguliert von Seiten der TROIKA und anderer Interessierten, wie der EU-Zentralbank beispielsweise? Weil seit April 2016 müssen Bankkunden von Angesicht zu Angesicht ihre Geschäftchen mit zyprischen Banken tätigen. Das kann allerdings auch über Skype geschehen oder mit anderen Anbietern wie Skype. Dazu bedarf es aber stets eines dazwischen geschalteten Vermittlers. Und das ist eigentlich das Geschäft, mit dem man hier auf Zypern ganz besonders gern Geld verdient – vermitteln und beraten: consulting. Interessant ist, dass bei solchen neuen Geschäftsbedingungen auch alle Klienten – beispielsweise auf Skype – gleichzeitig anwesend zu sein haben. Und das ist recht viel Arbeitsaufwand, wird gesagt.

Solche Verfahren werden gern von Institutionen, wie der Moneyval oder, um noch eine zu nennen, der Financial Action Task Force, Ländern aufgebrummt, die schon mal ‚auffällig‘ geworden sind, so wie Zypern. Die griechische Hellenic Bank, die in Zypern viele Geldautomaten aufgestellt hat, da kann man problemlos 500 Euro rauslassen, was an den Automaten der Bank of Cyprus unmöglich ist, lässt wissen, dass der zu betreibende, zusätzliche Aufwand zwar mühsam sei seit April 2016, aber mit technologischem Know-how und besserer Kooperation zu managen ist. Versteht sich, dass dieser Aufwand sich auch etwas in den Gebühren niederschlägt, die erhoben werden müssen; oder aber, dass andernorts im Betrieb sich etwas ändert, beispielsweise, indem weniger Personal eingesetzt wird und die Abläufe eventuell noch mehr computergesteuert ablaufen als davor. Konstantinos Petrides, Staatssekretär des Präsidenten Zyperns spricht indes von „Schock“, der dem zyprischen Finanzsystem zugefügt worden sei mit diesem Verfahren seit April 2016, schreibt Angelos Anastasiou am 20. November 2016 in der Sunday Mail. Der Schock wird allerdings auch gern benutzt, die neue weiße, zyprische Weste in der Welt der Finanzen auszuhängen: Wir sind sauber!, soll sie den Kunden und anderen Interessierten sagen.

Es gibt neuerdings auch zertifizierte, zyprische Anti-Geldwaschexperten, die „Association of Certified Anti-Money Laundering Specialists“ ist einer davon. „Neocleous“ ist eine weitere Anwaltskanzlei, dieses sich auf das Geschäftsmodell spezialisiert hat: www.neocleous.com. In solchen Firmen ist uns allen natürlich klar, was vorne ansteht: aufspüren und entsprechend labeln. Allerdings ist es nicht unbedingt leicht, alle möglichen Arten von Fonds immer gleich als unstatthafte zu eruieren. Das heißt, ihre Transaktionskette nach zu verfolgen und der dergleichen mehr, ist zuweilen schwierig, weil gern und oft verdeckt operiert wird beim Transferieren: wer ist wer, wann und wie?

„Mokas“ wird die Stelle der zyprischen Regierung genannt, die demselben Geschäft nachgeht: Geldwaschmaschinen ausfindig machen. Die Anzahl jener, die beim Schummeln aufgedeckt werden von Mokas, schreibt Stellios Orphanides in der Sunday Mail, sei in letzter Zeit angestiegen. Die berühmt berüchtigten Panamapaper sind dabei offenbar sehr hilfreich. Mehr dazu hier: http://www.law.gov.cy/law/mokas/mokas.nsf/index_en/index_en?OpenDocument.

***

Dennoch herrscht anscheinend auf Zypern eine Art Selbstzufriedenheit, die sich beispielsweise auch in einer laxeren Verfahrensweise beim Budget der Regierung für 2017 zeigt, welches geradezu vollmundig und etwas dreist in Brüssel vorgelegt wurde. Zwar hat der Finazrat der Europäischen Kommission dem Finanzminister Zyperns, Herrn Harris Georgiadis, gewarnt, die Erwartungen im Budget doch bitte sehr etwas herunterzuschrauben für 2017 – vergebens. Georgiadis, und mit ihm im Boot wahrscheinlich der größte Teil der Regierungspartei DYSI, will halt auf Strahlemann machen und allen zeigen, dass man es geschafft hat, wieder REICH ist – wieder. Auch wenn erst gerade vor kurzem eine drei lange Jahre unter einem Hilfsschirm für Zyperns Finanzwelt beendet worden sind. Zypern setzt also gleich wieder kompromisslos, schon fast traditionell, auf Risiko – und das bedeutet: es setzt hemmungslosen Wachstum.

Die Bewertung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes (SWP), der ein Risiko im angegebenen Budget für 2017 Zypern durchaus erkennen kann im Gegensatz zum zyprischen Finanzministerium, ist für die Regierenden in Nikosia erst mal Luft. Die fiskale Steuererleichterung, die sich Zypern für 2017 daraufhin sogleich verpasst hat, wird klar vom SWP kritisiert. Die Tendenz scheint also durchaus die zu sein, sich auf seinen Lorbeeren in Nikosia erst mal richtig auszuruhen und das Leben auf der Insel zu genießen, oder so was in diese Richtung gehend.

Vorsichtshalber meckert Georgiadis schon mal an der gestellten Prognose des SWP von der Europäischen Kommission herum. Diese sei nämlich nicht konform mit anderen Bewertungen anderer Institute usw.

Doch um das geht es eigentlich nicht. Das sind Ablenkungsmanöver des zyprischen Finanzministers, die sich kommenden Februar beim sogenannten Eurogroup-Meeting als solche erweisen dürften, schreibt die Sunday Mail.

Spätestens hier angekommen, zeige sich, dass die schlechten Angewohnheiten, die auf Zypern besonders im Bankensektor herrschten, noch längst nicht überwunden sind. „Opinion“ vom 20. November 2016 der Sunday Mail Zyperns schreibt: „Innerhalb von wenigen Monaten, gerade als das Hilfsprogramm losgetreten worden war, wurde [vonseiten der zyprischen Regierung gleich] angekündigt, man beabsichtige 3.000 Privatpersonen der Nationalgarde einzuverleiben; und das Budget für 2017 entfernte dieses Jahr den sogenannten „speziellen Beitrag“, den Gutverdiener dem öffentlichen und privaten Sektor beizusteuern hätten und drastisch wurde die Besitzsteuer gesenkt, die in der Folge vom Gesetzgeber sogar gestrichen wurde.“

Dass die Löhne im öffentlichen Bereich wieder ansteigen, dürfte nach Gesagtem nicht mehr all zu sehr verwundern. Egal, ob sich die Arbeitgeber- und Industriellenföderation dagegen wehrt. Herr Georgiadis bedient sein Klientel, in dem Fall den Öffentlichen Dienst. Lohnsteigerungen bis zu 5% stehen dort bevor ab Januar 2017, wenn nicht noch das eine oder andere verfahrenstechnische Hindernis kurzfristig erstellt wird von Seiten des zuständigen Ministeriums, was wohl nicht zu erwarten ist. Egal scheint auch zu sein, dass diese Lohnsteigerungen Unmut im privaten Sektor unweigerlich ankicken. Die wollen dann gewiss auch was vom Kuchen abhaben und werden ihren Unmut wohl schon bald kundtun.

Der Rückschritt Nikosias, was die Finanzreform etc. angeht, besteht folglich darin, dass der Öffentliche Dienst und dessen Versorgung mit entsprechenden Geldern wieder seine bevorzugte Stellung für die Regierung eingenommen haben zu scheint. Bye-bye ökonomisches und umsichtiges Verwalten der Steuerbeiträge, was unter anderem die TROIKA versuchte, mit Nikosia und den südzyprischen Banken einzuüben – ein paar Jahre lang. Noch etwas mehr zum Thema, und zwar aus anderer Sicht, hier: http://cyprus-mail.com/2016/12/24/view-authorities-act-auditor-generals-findings/

Interessant ist in diesem Zusammenhang durchaus auch zu sehen, wie die Sache denn eigentlich mit den Co-ops auf Zypern zu beurteilen ist und läuft. Lesen Sie hierzu folgendes von Alexander Michaelides: http://cyprusbusinessmail.com/?p=36092.

***

Schauen wir uns im obigen Zusammenhang stehend mal an, wie beispielsweise der Hase in Sachen Pensionen hier auf Zypern läuft:

Wie gesagt: Handwerker sollten sich nach Zypern auf den Weg machen, Handwerker, die ihre Arbeit verstehen und noch etwas Unternehmergeist mitbringen -und ZUVERLÄSSIG sind. Ansonsten wäre es angebracht, sollte die Situation so bleiben, im nächsten Leben als Zyprer auf die Welt zu kommen, als Griechischzyprer. Ja, auch hier muss man durch die Penne und womöglich noch an die Uni, doch dann angelt man sich bestens einen Job irgendwo beim Staat, macht vielleicht aufgrund seiner Mitgliedschaft in einer der im Parlament vertretenen Parteien Karriere, so dass man als Volksvertreter tätig wird, und schon kann man beruhigt alt werden – wenn keine Kriege und anderes Ungemach ausbrechen. Weil man wird mindestens 2 deftige Pensionen erhalten auf Lebenszeit, die als Staatsangestellter und die als Parlamentarier beispielsweise. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange man gedient hat. Oftmalige Versetzungen im Amt machen sich durchaus bezahlt, da dann als Pensionär sogar eine dritte oder gar vierte etc. Pension eingestrichen werden kann – je nach Posten. Der ehemalige Finanzminister Zyperns, Herr Afxentis Afxentiou, macht diese nette Arithmetik gerade vor, nein, er lebt sie unverfroren aus. Er muss es ja schließlich wissen, wie der Hase in Sachen Finanzieren des Lebensunterhalts durch Einstreichen von Pensionen läuft aufgrund seiner beruflich gesammelten Kenntnisse – und vor allem wegen mitgetragenen politischen Entscheiden im Finanzsektor. Recht praktisch ist auch, dass so jemand ab 60 in den Ruhestand gehen kann. Dann hat man mindestens noch was von seiner Müh als einst verbeamtete Person.

Das Oberste Gericht Zyperns hat Urteile, die 2011 und 2012 gefällt wurden zum Thema, gerade vor kurzem nichtig gemacht, in denen die Praxis des Multi-Pensionenerhaltes abgeschafft worden war. Dass dieses Urteil des Obersten Gerichts mit den von der TROIKA vorgegebenen Vorstellungen zur weiteren Gesundung der Finanzlage Zyperns konform läuft, ist nicht anzunehmen.

Was mit dem eben erwähnten Beispiel gesagt werden will: Viele Reformen werden wieder ganz oder teilweise rückgängig gemacht, und zwar so wie die ‚Ausländer‘, in diesem Fall die TROIKA, außer Landes sind und mit anderen, anscheinend wichtigeren Dingen beschäftigt zu sein scheinen. Das eben aufgezeigte Muster erinnert in etwa an den Umgang mit dem kostbaren Gut Wasser. Ist die Gefahr einer Dürre auf Zypern einigermaßen gebannt, dann spucken wieder alle Wasserhähne weit und lustig geöffnet Wasser aus! Bis zum nächsten eventuell bevorstehenden und unabwendbaren Wassermangel.

***

Wie das nun alles immer so zustande kommt, fragt man sich da. Wie fällen die Zyprer eigentlich ihre Entscheide? Prinzipiell – und bitte immer etwaige Ausnahmen dabei ins Auge fassen – kann gesagt werden, dass die politischen Akteure in Zypern ein Etwas zu laufen haben, meist unter sich, dass man vielleicht doch bestens mit „Übereinkunft“ bezeichnet. Übereinkünfte zu treffen, ist ja nichts Verwerfliches. Allerdings wenn dieselben letztendlich an den Interessen derer vorbei gehen, deren Interessen die involvierten Politiker eigentlich vertreten sollten, dann ist da was am Anbrennen. Nun: Übereinkünfte trifft die zyprische politische Elite zu gerne in sogenannten Komitees. Da sitzen Politiker, Berater und Experten dann und kungeln Dies und Das aus. Leider muss bei solch getroffenen Übereinkünften sehr oft auch der Wille der Regierung oder der jeweiligen Partei, für die jemand an solch Treffen teilnimmt, ganz oder teilweise auf der Strecke bleiben – der Wille des ‚Volkes‘ zu oft sowieso.

Insofern wird durchaus so etwas wie eine politische Führung Zyperns durch oder in Komitees in Frage gestellt, weil ja Art kollektive Beschlüsse gefasst werden in Übereinkünften, die ’nötigenfalls‘ auch an den strategischen Zielen einer Partei, eines Landes, vorbeischießen können. ‚Lustig‘ soll es bei solchen Komitees anscheinend werden, wenn Gewerkschaftsvertreter mit am Kungel-Tisch sitzen. Komischerweise kommen die dann zu oft mit ihren Vorstellungen durch, da niemand sich mit denen auf Zypern in die Nesseln setzen mag. Die letzten drei Regierungen haben das im Bereich Bildung versucht, also, durch Übereinkunft etwas zu erneuern. Keine Chance. Die Lehrergewerkschaft hat beispielsweise jedwede anberaumte Reform weggedrückt. Überhaupt zieht sich diese erwähnenswerte Tatsache gegenüber gewerkschaftlichem Einfluss in Zypern durch eigentlich alle Branchen und gesellschaftlichen Bereiche – so auch im Gesundheitsbereich. Stichwort hier ist: „Gesy“. Ähnlich ist die Angelegenheit gelagert mit der Privatisierung des Flughafens von Larnaka, die bis zum 03. Februar 2017 vollzogen sein soll. Die Regierung schafft es offenbar nicht, eine Consulting Firma anzuheuern, nicht, weil es keine gebe, sondern, so hat es den Anschein, weil diese womöglich Klarheit in die verfahrene ‚Struktur‘ am und um den Flughafen bringen könnte. Es könnten also Steuergelder gespart werden und vielleicht auch der eine oder andere Betrug an das Tageslicht geraten – wohin letzterer eh mal ankommen wird, ist zu vermuten. Diese Suppe hat allerdings vor allem die Opposition der Regierung eingebrockt, namentlich die kommunistische AKEL, deren derzeitiger Sprecher, Stefanos Stefanou, meinte, eine Privatisierung würde die Ausgabenseite dramatisch erhöhen – ein Argument, welchem das Finanzministerium Zyperns allerdings lautstark widerspricht. Wie so oft, scheinen die Abgeordneten auch in diesem Belang mit Unkenntnis der Sachlage zu glänzen und entsprechend ihre Stimme abzugeben.

In Zypern gibt es auf Grund dieser erwähnten Übereinkünfte so etwas wie eine wirklich eindeutigere politische Führerschaft nicht. Das meiste, was angegangen wird, läuft in einer langwierigen Kreisbewegung, die durch Übereinkünfte in Kommissionen und dergleichen dann nicht selten an ihrem Ausgangspunkt ankommen im Ergebnis – und das oft und immer wieder aufs Neue.

***

Da waren sie also wieder, die Wahlen ins Bürgermeisteramt, diesmal im Dezember 2016. Gut und schön; und wer es von den Kandidaten ins Amt geschafft hat und wer nicht, soll uns im Detail nicht interessieren. Sollte dem doch so sein, empfehle ich, die Cyprus Weekly sich mal zu holen http://in-cyprus.com/turnout-54-in-local-elections/. Dort steht etwas detaillierter was dazu. Zum einen auch dieser seltsame, ja, wie soll man es nennen, typische Witz gibt es zu den Wahlen auf Zypern noch zu lesen? http://in-cyprus.com/kampos-election-wins-causing-police-major-headache/

Vorweg: Die Wahlbeteiligung ist nicht gerade hoch gewesen. Das Interesse an dem ganzen Ding war ebenso hoch, nämlich gering. Auch in den Medien war vergleichsweise wenig zu lesen darüber. Außerdem: Eine Woche vor Weihnachten hat Familie doch wohl Wichtigeres zu erledigen als Kommunalwahlen, oder? Auch ist das allgemeine Ansehen der politischen Elite nicht gerade toll im Allgemeinen. Und die Rathäuser haben nun auch nicht eben DIE Entscheidungskompetenz, die sie meist andernorts auf der Welt haben, sodass sie nicht so richtig voll genommen werden vom zyprischen Wähler. Ja, die lokalen Regierungen, also die Bürgermeisterämter, existieren vorwiegend, um die politischen Parteien zu bedienen. Gegebene Versprechen vor Wahlen der Kandidaten fürs Bürgermeisteramt sind auch daher wie Luftblasen, die schon gleich nach der Wahl zu zerplatzen drohen. Wird von einem Kandidaten versprochen, er oder sie werde die Lebensqualität verbessern, sollte nur genügend Stimmen erhalten werden, fragt sich gewiss so mancher Wähler: Und wie willst du das alles durchboxen? Denn jeder weiß inzwischen, dass Bürgermeister zumeist nur dekorative Arbeiten verrichten, wie einen Weihnachtsmarkt zu organisieren oder zu Ostern die öffentlichen Plätze entsprechend zu schmücken. OK, sie überwachen auch den Zustand der Straßen sowie die Wasserversorgung und den Müll, das Spritzen von Gift gegen Stechmücken und sogar dass im Gesundheitssektor vor Ort möglichst alles glatt läuft. Große Städte agieren zudem gern als Akteure bei der Stadtplanung, wenn es hoch kommt (Quelle: Sunday Mail, 18. Dezember 2016 – Opinion, Seite 11).

Doch eigentlich operieren die Rathäuser als Anstellungsagenturen. Jene Mitglieder einer regierenden Partei, nämlich, die keine Arbeit bekommen können, werden dann gern im Zivilen Dienst einer Gemeinde angestellt. Das hat auch nicht all zu schlecht bezahlte Jobs zur Folge. Egal ist da anscheinend, wie hoch die Gemeinde, die Provinz, inzwischen verschuldet ist – was so überwiegend der Fall zu sein scheint. Bei dieser Art der Verwendung öffentlicher Gelder ist eine recht hohe Verschuldung der Kommunen auch wenig verwunderlich. Versteht sich, dass auch hier wieder die zuvor beklagte Praxis der Auszahlung von Pensionen noch das Ausgabenkonto einer Gemeinde belastend ins Spiel kommt, zumal neue Bezieher geradezu zwangsläufig auf den, wie man im Griechischen inzwischen sagt, „Berufspensionärs“-Markt geraten, eben weil sie neu in ein Amt gewählt wurden.

Da bleibt nun mal wenig Geld übrig, um all die Löcher in den Straßen zu flicken, um Dies oder Jenes endlich anzugehen oder auszubessern zum Wohl der Gemeinschaft. Eigentlich grenzt es an ein Wunder, dass die Zyprer überhaupt noch auf so hohem Niveau existieren. Den ersten Schuldigen für davor Gesagtes, der hier ausgemacht werden kann, ist die EU selbst. Die schießen weiterhin Milliarden in das eher als korrupt zu bezeichnende zyprische gesellschaftspolitische System, egal, ob sich dort was wesentlich ändert. Hauptsache, DIE fallen nicht total aus dem Rahmen, scheint die Devise in Brüssel zu sein. Das heißt, Brüssel muss offenbar im Geld schwimmen, auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird und man gern bei den Geringverdienern diese angebliche Tatsache zum Vorschein treten lässt. So ein zyprischer Gemeinderat – schreibt die Sunday Mail – verdient im Schnitt monatlich 800 Euro, wohingegen ein ausgewachsener Bürgermeister nicht nur ein hohes Gehalt erhält, sondern eben auch fette Pensionen einstreichen wird, wenn es altersbedingt so weit sein wird.

800.000 meist griechischzyprische Einwohner werden von 30 Rathäusern versorgt. Einige Rathäuser, wie Kyrenia, Famagusta (besetzt) oder Morfou, die drüben im Norden liegen, haben im Süden ihr Rathaus mit entsprechendem Apparat. Die sitzen darin wahrscheinlich den ganzen Tag und trinken Kaffee oder spielen Karten, weil sie ja im Realen praktisch gar keine Arbeit zu bewältigen haben, da diese Städte, wie gesagt, im Norden liegen, dort, wo die türkischzyprische Administration unanerkannter Weise Realpolitk nach ihren Maßstäben und Erforderlichkeiten betreibt – die Arbeit erledigt.

Die Türkischzyprer sprechen von „befreit“, anstatt von „besetzt“, soll noch kurz erwähnt sein.

Kann gut sein, dass der Bezirk Neukölln von Berlin schon fast die zuvor erwähnte Anzahl der Einwohnerschaft Zyperns hat und bedient – 800.000. OK, es sind in Neukölln dann doch lediglich so um die 330.000 Neuköllner. Was hier aber derart gesagt werden mag, ist: Es gibt viel zu viele Rathäuser auf Zypern, die locker, könnte man denken, die zyprische Bevölkerung mit ihren Diensten zufriedenstellen können, doch genau das ist zu oft nicht der Fall. Viele Angestellte gehen nämlich weiteren Jobs nach, wird gesagt, und der Stand der Krankschreibungen ist ebenfalls sehr hoch – aus von Ihnen hier gewiss vermutetem Grunde. Hinzukommt die zuvor beschriebene Macht der Gewerkschaften, die ein Verschlanken und Effektivermachen der Institutionen brav und mit aller Regelmäßigkeit meist verhindert.

Lokale Autoritäten auf Zypern haben also wenig Macht, was wiederum bewirkt, dass auch der demokratische Prozess – von unten nach oben zu regieren -, sich geradezu von vorne herein in sein Gegenteil verkehrt (hat). Dass die EU sich das sehenden Auges anguckt, ist zumindest genau so katastrophal wie die Art und Weise, mit der das Flüchtlingsproblem angegangen wird und wurde. Man schaut in Brüssel offenbar schon systembedingt weg, so lange bis es knallt!?

In der Sunday Times vom 18. Dezember 2016 wird vorgeschlagen, lediglich 5 Rathäuser in Gesamtzypern (griechischsprachiger Teil) zu unterhalten. Wie zu lesen ist, muss dieser Vorschlag in etwa so utopisch sein, wie dass die CSU (SVP, FPÖ) demnächst mit den Linken (Kommunisten) sich zu einer Regierung zusammenschließt. Schon allein die Idee, die vorhandenen Rathäuser auf Zypern von 30 auf 22 zu reduzieren, triggerte einen Sturm des Entsetzens von Seiten gewisser Leute, die anscheinend sehr gut mit den jetzigen Gegebenheiten leben. Der zyprische Staat finanziert den ‚Spaß‘ mit Steuergeldern, unter anderem, wobei die Rathäuser am Säckerl der jeweiligen regierenden Parteien hängen und daher hüten werden, eigene Schritte zu gehen – wenn sie nicht ‚untergehen‘ wollen.

315.000 Einwohner Nikosias werden von nicht weniger als 7 für sie zuständige Rathäuser ‚versorgt‘.

***

Um es auf Bayrisch zu sagen: Es ist ein insulanischer Sauladen, der vor allem in Amtsstuben herrscht! Die Herren und Damen im Parlament scheinen größtenteils so abgehoben oder mit anderen Dingen beschäftigt, dass sie im Parlament – nicht nur neuerdings – sogar gegen ihre eigenen Interessen abstimmen. Und wenn ihnen irgendwann auffällt, was sie da wieder angestellt haben, wie kürzlich, als AKEL und DIKO alles bezüglich der COOP-Bank und deren Kontrolle durchwinkten, kommen sie im Anschluss und wollen, dass das rückgängig gemacht wird. Man musste die beiden dann allerdings auf ein einzuhaltendes Prozedere des hohen Hauses verweisen. Zumindest das scheint noch zu funktionieren?!

Ein weiterer ‚Fehler‘ passierte den hohen Häuptern kürzlich, als sie dafür stimmten, dass ihnen knapp 200 Euro weniger Einkommen bezahlt werden soll.

Das heißt: Verschleiert man gewisse Anliegen auf möglichst komplizierte Weise in einer Rede – mit Fachausdrücken voll gepackt usw. -, kann in Zyperns Parlament offenbar durchaus ein Erfolg erwartet werden bei einer Abstimmung zum Thema, da jene, die vermutlich dagegen stimmen würden, sich ja wahrscheinlich eh nicht genug informieren und folglich von der Materie nichts verstehen. Es lebe die Cafeteria im Parlament und die Unantastbarkeit der ‚Vertreter des zyprischen Volkes‘?!

Guten Rutsch!

Read Full Post »

Noch keine 5 Tage ist es her, da konnte im Meer noch geschwommen werden, hier auf Zypern. Der Wind war etwas kälter als das Wasser, doch die Sonne schien, brav jeden Tag hindurch. Damit ist seit 3 Tagen Schluss. Es regnet. Das heißt. Jetzt ist die Sonne wieder da und wenn dem morgen, Samstag, noch so sein sollte, wird gewiss der Versuch unternommen, in die Wellen zu springen. Vermutlich kann man das noch tun, ohne vor Kälte zu erstarren.

Gelegentlich kann sogar von heftigem Regen gesprochen werden, der wie aus einem Wasserhahn entlassen, auf die Erde niederprasselte in diesen 3 Tagen. Außer den meisten Touristen, dürften hierzulande sich alle riesig freuen, dass die Erde endlich nass ist und es auch noch etwas so bleiben könnte – wahrscheinlich halbwilde und ganz verwilderte Katzen ausgenommen. Da das Phänomen alljährlich auftritt, dürfte auch immer dasselbe Problem aufkommen. Mal abgesehen von einigen Straßenzügen und Kellern, die im Lande mit aller Regelmäßigkeit gewiss auch jetzt wieder unter Wasser stehen – in Larnaka vor allem -, durfte gestern auf einer Fahrt von Zygi nach Limassol (Germoseia) – in gegengesetzter Richtung wurde die Autobahn benutzt –gleich 4-Mal die Erfahrung gemacht werden, dass es sehr gefährliche Stellen in den Straßen gibt, wo sich Wasser angesammelt hat. Plötzlich – auch wenn man nur 50 oder 60 km/h fährt – kommt von vorne eine Wasserfontäne über die Frontscheibe des Autos gefegt, die verhindert, dass etwas gesehen werden kann. „Bloß nicht auf die Bremse treten!“, sagt man sich da, obgleich, weil irgendwie unvorbereitet, der Fuß im Reflex schon auf der Bremse ist – „nicht durchtreten!“. „Vom Gas runter und abwarten!“. Man erinnert eventuell plötzlich die Fahrschulzeiten. Wer den Führerschein allerdings in Zypern gemacht hat, könnte im Nachhinein erkennen, dass die Erinnerungen irgendwie gar nicht zutreffend sind, da diese Lektion irgendwie nie Thema war.

april2011 041

Bekanntlich fließt Wasser. Das Ungeheuer aus Wasser verschwindet so schnell wie es kam von der glasigen Fläche vor den Augen im Auto und dem Lenkrad. Doch die paar Sekunden, wo die Sicht genommen ist, kann halt schon einiges geschehen. Bei Herrn Hollande muss es in etwa so abgelaufen sein. Der hatte gewiss bei einem Bericht über ihn auch eine Art Brett vor dem Kopf, die ihn – finde ich, kluger Weise – sagen ließen: Nichts wie runter vom Gas und in den Ruhestand. Wollen wir doch die Freuden des Lebens genießen, anstatt im politischen Straßengraben ums politische Überleben zu kämpfen. Und das gegen Mächte, die mindestens so schlüpfrig sind wie eine Wasserlache es unter dem Reifen eines Autos werden kann.

Nordeuropäer würden größtenteils bei dem Wetter letztens gewiss von Schlechtem Wetter sprechen. In Limassol gestern unterwegs stellte sich erfreulicher Weise heraus, dass die ansonsten eher zurückhaltenden Zyprer plötzlich sehr gesprächig sein können gegenüber sogenannten Fremden. So viele zufälligen Bekanntschaften wie gestern habe ich nun wirklich noch nie an einem Tag gemacht – als sei ich einer von ihnen. Ja, jemand fragte sogar – das geschah das erste Mal und ich bin noch immer eitler Weise etwas stolz – , ob ich etwa Zypriote sei? Stellen Sie sich mal vor: Ich mit meinem kläglichen Griechisch-aktiv-Kenntnissen darf mir so etwas anhören. Und dann noch Zypriote! Bekanntlich sprechen Letztere ja eigentlich gar kein Griechisch mehr. Das ist jedenfalls meine Erkenntnis diesbezüglich.

Dass hier nicht sonderlich tief auf den Stand der sogenannten Wiedervereinigungsverhandlungen der Zyprer eingegangen wird, dürfte die Leser auf Zypernundmehr-News nicht weiter verwundern. Wenn es richtig mitbekommen wird, quasseln die Verhandlungsführenden gerade über ein 5er-Treffen, welches auch noch 5 Tage dauern soll und dass die Verhandlungen auf jeden Fall weitergeführt werden müssten. Inzwischen haben sie sich auf den 09. Januar festgelegt – in Genf. Wie ich bereits in anderen Artikeln zum Ausdruck brachte, stört mich ungemein, dass diese Leute andauernd in der Schweiz verhandeln müssen. Wie, ihr sucht nach einem neutralen Ort? Der alte Flughafen von Nikosia ist dafür bestens geeignet. Viele stören sich an diesen Extravaganzen, die nichts Weiteres sind als lästige, Geld verschlingende Aufenthalte im Ausland, die die eigene Unwichtigkeit kaschieren helfen sollen. Denn, ja, es kräht fast kein Hahn nach dem, was die dort verhandeln, weil sowie kaum jemand die Sache als ernsthaft betrieben ansieht. Ein bisschen mehr Bescheidenheit muss nun endlich mal jemand von den Verhandlungsführern verlangen. Doch wahrscheinlich wächst Geld inzwischen wirklich schon auf Bäumen und wir haben es nur noch nicht mitgekriegt. Wo dieser Steuergelderbaum wohl steht?

Doch wer gibt schon gern einen großen Teil seiner Daseinsberechtigung auf? Und ja, das Zypernproblem ist für die meisten Beteiligten, die von der UNO nicht zwangsweise ausgeschlossen, zur Gelderwerbsquelle verkommen. Hierzu kann ich nur wiederholt auf die am kommenden Dienstag bei Amazon.com inzwischen in 2. Auflage erscheinende Übersetzung des Buches von Kaisar V. Mawratsas verweisen: „Gesellschaft der Proleten!“ In der Redaktion hoffen indes dennoch alle inständig, dass die eher pessimistische Haltung des Autors und seines Übersetzers, die im Buch zum Ausdruck kommt bezüglich des Ergebnisses der Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern, sich nicht bestätigen wird – schließlich konnte jemand wie Trump ja auch US-Präsident werden. Da vor dem Schlafengehen in letzter Zeit die griechisch-orthodoxe Variante der Bibel gelesen wird, geht anscheinend der verloren geglaubte Glaube an Wunder irgendwie gestärkt aus dieser Nachtlektüre hervor – sprich: Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass Zypern sich vereinigt. Das erwähnte Buch Herrn Mawratsas‘ zeigt also die Gründe auf, nämlich: Warum schaffen es die Zyprer nicht, sich zu vereinigen? Und die eventuell demnächst von Trump durchgeboxte Bestellung des US-Verteidingungsministers mit dem Spitznamen Mad Dog – vielleicht schreibt man besser gleich Kriegsminister –, lässt jetzt schon alle Katzen hier auf Zypern in Deckung gehen. Bleibt zu hoffen, dass sich hoffentlich schon bald richtig dicke reiche, so richtig reiche Leute hier auf Zypern einkaufen kommen. Kommt, bitte bitte! Die sind wahrscheinlich ein großer Garant dafür, dass die Bomben weiterhin woanders hinfallen und leider auch Tod bringend explodieren. Zu diesem recht einfachen Schluss kommt, wer sich ansieht, wie die US-Administration bestellt sein wird, vorwiegend von anscheinend Superreichen. Nur reich zu sein, reicht wahrscheinlich nicht.

april2011 019

Dass es derzeit hin und wieder keine Bombenanschläge auf Zypern gibt, kann nicht gesagt werden. Bislang haben die meisten dieser Anschläge aber lokalen Charakter – Abrechnungen in der Unterwelt oder irgendein verärgerter Mitbürger etc. sind offenbar vorrangig der Grund.

***

Erneut soll hier angekommen, daran erinnert sein, dass all diejenigen, die halt doch etwas mehr über und um Zypern wissen wollen, gut beraten sind, sich über unseren Facebook-Auftritt zu allen möglichen Themen, aber vor allem zur Zypernfrage, auf dem Laufenden zu halten (www.facebook.com/w.b.secondchancepublications). Nicht erschrecken, wenn da was mit webskip wbscp steht. DAS ist in gewisser Weise auch Zypernundmehr-News. Beide sind geläufige Kürzel für den zyprischen Verlag, mit dem UNABHÄNIG zusammen gearbeitet wird!

Zum nahenden Ende des Jahres 2016 machen wir Sie darauf aufmerksam, verehrte Leser, dass der oben erwähnte Facebook-Auftritt zu unserer ‚Schaltstelle‘, sozusagen, umgebaut wird. Dort können auf nahezu täglicher Basis Stellungsnahmen schon jetzt gelesen werden und im Jahr 2017 und folgenden. Auf Zypernundmehr-News wird einmal im Monat ein Artikel erscheinen, der dann den Charakter eines Kommentars oder einer Analyse haben wird. Inzwischen ist Info über Zypern auf so vielen deutschsprachigen Portalen zu finden, dass hier sich folgende Meinung Platz gemacht hat: Den Lesern ist eher geholfen und gedient, wenn der ganze Info-Wust – nicht allein zu Zypern, aber irgendwie stets im Fokus – so an die Frau und den Mann etc. gebracht wird und einmal monatlich kenntnisreich ein Artikel erscheint zu dem, was in, um und über Zypern ‘produziert‘ wird. Geplant ist für 2017, vermehrt Interviews einzustreuen sowie einen oder den anderen visuellen und/oder akustischen Beitrag! Ihnen ein schönes Fest und einen guten Rutsch ins Jahr 2017. Nicht vergessen: www.facebook.com/w.b.secondchancepublications.

Redaktion

aliiskenderr

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: