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Archive for Oktober 2016

Die Herren Akıncı und Anastasiadis verhandeln immer noch. Noch wird von einmaliger Chance gesprochen, die bestehe und noch hängen sich die Verhandlungspartner nicht am Kragen: „Du bist schuld!“ schreiend.

In der Alitheia vom Sonntag schreibt jemand davon, dass sollten die Wiedervereinigungsverhandlungen der beiden zyprischen Inselteile wieder einmal ins Leere laufen, es diesmal wohl nur eine Frage der Zeit sein wird, bis der Norden Zyperns dann wirklich eine Provinz der Republik Türkei wird.

Die Aussichten stehen dafür gar nicht so schlecht, betrachtet man sich den weiteren Kontext: Syrien, Kurdistan (iranisch, irakisch und türkisch), und durchaus muss hier die ewig dauernde Auseinandersetzung der EU mit der Türkei genannt werden, und zwar auch, doch nicht nur, im Hinblick auf den Osten Griechenlands, Trakien. Denn auch dort wohnen Türken und nicht zu wenige. Es stimmt allerdings, dass die Türkei unter Erdogan und seinen Leuten diese Angelegenheit vorerst aussetzt und anstatt in Ländern wie Bosnien, allgemein auf dem Balkan, wo einst Türken lebten und immer noch leben, ihre Wirkkraft entfaltet. Das geschieht durchaus mit einigem Erfolg. Die EU lässt Ankara noch gewähren, weil beschäftigt mit sich selbst.

Kurz: eine weitere Aufteilung der Machtsphären ist im Gange. Jeder packt sich das, dessen er habhaft werden kann. Derart erscheinen die kriegerischen Abläufe in Syrien, Libyen etc. dann plötzlich gar nicht mehr so chaotisch, wie man sie über die meisten Medien ansonsten verabreicht und erklärt bekommt. Nein, die innere Logik all dessen folgt einem Verteilungskampf, der von statten geht.

Dass Zypern nun der Juwel ist, um den es dabei geht, wäre bestimmt die Ansicht vieler Zyprer ausgesprochen, die ihre Nation eh überhöhen und als den Nabel der Welt betrachten. Doch vielleicht zeigt sich ja bereits im kommenden November 2016 anhand des Ausgangs der Wiederverhandlungsgespräche der Zyprer in New York – der finale Count-Down – zumindest Experten, was sich in der Region auftun könnte: Die Amerikaner erhalten dann Das, weil die Russen Jenes kriegen und die Türken müssen daher So, weil die EU Dies und Das etc.

Das recht blutige Geschacher näher zu bestimmen, wäre vermessen, denn die Akteure agieren wie Kartenspieler: keiner weiß, welche Karte ihm noch in die Hand gespielt wird, wenngleich auch alle mit gezinktem Blatt über und unterm Tisch spielen.

Angeblich haben sich die Verhandlungsführenden in wichtigen Punkten angenähert, vermeldet Nikosia schon fast stolz. Wir von Zypernundmehr-News wollen das hiermit dennoch stark in Zweifel ziehen, weil so ähnlich klangen DIE 2004 auch – schon fast euphorisch. Nachdem, was nämlich über den Verhandlungsverlauf im Detail zu lesen ist, bleiben einfach zu viele Fragen unangesprochen – und die Verlautbarungen der beiden zyprischen Führer und ihrer Entourage sind teils viel zu widersprüchlich.

Bleibt noch zu erwähnen, dass das viele Verhandeln zwar gute Hotels und besten Service mit sich bringt, sozusagen berufsbedingte Urlaube, aber da wäre ja noch das sogenannte Referendum. Manchmal könnte man schon fast denken, die haben beim vielen Verhandeln, als die nächste Flasche guter Wein in bestem Restaurant aufgemacht wurde, eine Lösung zumindest dafür gefunden, nämlich, wie das den beiden Bevölkerungsgruppen in Aussicht gestellte Referendum doch noch umgangen werden kann.

Na, ob da die Kirche im griechischsprachigen Süden mitspielen wird? Ob Ankara das besonders einfallsreich findet?

Fragen über Fragen.

Denn das Referendum des sogenannten zyprischen Volkes muss ja noch eingeholt werden auf Zypern – komischerweise nach dem Verhandeln. Eigentlich ein Witz, dass die politischen Führer all das schöne Geld mit Verhandlungen und Diesem und Jenem verbrauchen, wenn ihre ‚Bemühungen‘ dann vom Volk zunichte gemacht werden – sollten beide Führer wirklich und ganz ehrlich an einer Wiedervereinigung je interessiert gewesen sein. Man weiß ja nie! Wir erinnern da bestens nur: Papadopolous, Xristofias, 2004, Annan Plan!

Alles klar?

Sener Levent kolportierte neulich die Geschichte, von der er gelesen habe irgendwo im Netz, in der Putin bei Erdogan angerufen haben soll und diesem gesagt: Du hältst dich gefälligst aus Syrien heraus oder ich rupfe dir deine Marionette auf Nordzypern! Das heißt, dass Putin gedroht haben könnte, sich andernfalls im Norden Zyperns breit/er zu machen. Sener lässt uns in der Politis wirklich nicht im Unklaren darüber, dass die Meldung höchst wahrscheinlich eine Finte ist, von der er las – von wem auch immer in die Welt gebracht. Interessant ist daran der Blick hinter die Kulissen, wenn er denn stimmte. Ähnliche Dialoge könnten sich hinter verschlossenen Türen der Diplomatie durchaus abspielen. Man ist in dieser Branche zuweilen auch sehr direkt, wollen wir den Umgangston mal nennen.

Dass Zypern, der griechischsprachige Teil, sich auf B- im Ranking irgendeiner Finanzkontrollbehörde gemausert haben soll, ist Ihnen gewiss schon zur Genüge mitgeteilt worden. Und dass diesen Erfolg der Tourismus insbesondere bewerkstelligt haben soll, auch. Wolkenkratzer werden neuerdings an Limassols Küste hochgezogen – immer mehr. Viele denken, das müsse so sein, damit die Stadt endlich einen weltläufigeren Anblick erhält. Und solche Riesenbunker bei so wenig Wasser?

Wie bereits in anderen Artikeln geschrieben, hat Zypern ein zunehmendes Problem mit dem vorhandenen Wasser. Morgen schon wird voraussichtlich das Interview mit der Firma stattfinden, die das Wundermittel zur Hand hat, auf biologischer Basis ist es gemacht, welches Ölflecken im Meer wegfressen soll.

Dass Wasserprobleme in einem Land wie Zypern gelöst gehören, denn die Sonne scheint lang und viel und das Grün ist nun nicht gerade ausufernd viel, sollte man doch wohl annehmen. Allerdings ist von Wasserschäden landauf-landab zu lesen und zu hören. So auch vor kurzem wieder, und zwar in einem kleinen Dorf namens Psematismenos. Sener Elçi, der vor ein Paar Tagen eine Medaille als ‚der‘ Europäische Bürger erhalten hat, kommt zwar nicht aus Psematismenos, doch wie er in seiner Dankesrede schilderte, die in der Afrika Gazetesi in voller Länge am 01. Oktober 216 zu lesen ist, floh er auf einem Esel mit seinen türkisch-zyprischen Eltern wenige Monate nach seiner Geburt in Kalavasos nach Psematismenos, um dort vorerst Unterschlupf zu finden, bevor die Familie in den Norden weiter fliehen musste.

Ein Nest, eben ein kleines Dorf, Psematismenos.

Oberhalb des Dorfs stehen von Weitem bereits ersichtlich Villen. Im Dorf selbst gibt es recht chice alte Häuser, die zumeist von Ausländern aus dem englischsprachigen Raum liebevoll renoviert wurden, und die man dort auch auf zweiten Blick gar nicht erwarten würde.

Teile des Baulands mussten wohl mit Erde aufgefüllt werden, da der Grund darunter ziemlich felsig zu sein scheint – und keiner weiß so recht, was da noch alles auf der kleinen Anhöhe über dem Dorf unter dem Boden lauert. Die Häuser stehen jetzt jedenfalls – auch einige Bauruinen. Erbaut hat sie ein sogenannter Developer, die Santa Marina Villas, Idea Home Finder LTD. Man kann nicht sagen, dass die sogenannten Eigentumsbelege zügig beschafft werden konnten durch die LTD. Die meisten Hausbesitzer warteten Jahre.

Jetzt sind für die meisten dieser Hausbesitzer 10 oder 15 Jahre ins Land gezogen, die Behörden haben allen die Papiere ausgestellt und es könnte nun Friede, Freude, Eierkuchen herrschen. Die Garantien sind anscheinend definitiv abgelaufen inzwischen und siehe da: Wasserschäden, von denen wohl niemand gedacht hätte, dass es die in solch trockenem Umfeld überhaupt geben kann – nicht in dieser Art, wie im Folgenden beschrieben wird.

Das Haus ist also eines dieser Häuser über dem Dorf. Wie alle Villen hier, umgibt selbstverständlich auch diese ein Garten und es ist wie viele andere Häuser in der Art Siedlung nicht auf dem höchsten Punkt des Gipfels des wenig hohen Hügels angesiedelt. Die Straße führt auch vor diesem Haus vorbei, welches an den Hügel angebaut worden ist, abschüssig, wie man sagt. So schön, so gut. Doch seit geraumer Zeit breitet sich Feuchtigkeit aus. Lange haben die Besitzer dieses Hauses versucht so einigermaßen darüber hinwegzusehen. Vor zwei Jahren war allerdings schon jemand da, beklagen sie, der im Keller alles in Ordnung brachte an den Wänden, wo bereits die Farbe abblätterte. Feuchtigkeit.

Wie inzwischen zweifelsfrei festgestellt werden konnte, hat der oben erwähnte Developer und mit ihm ein Architekt, der den Bauverlauf seiner Zeit gut und extra bezahlt observierte, gepennt oder aber Geld sparen wollen – womöglich doch nicht so genau, extra bezahlt und dafür abgestellt, hingesehen. Denn es wurde am Boden und somit ums Haus herum keine Isolierung angebracht oder verlegt. Soll in Zypern so oft passieren, ist zu hören. Das rächt sich nun, denn unter den Fliesen fließt in winzigen, aber stetigen Mengen Wasser: ganz fein. Und keiner hat einen wirklichen Plan, der zeigt, wie und wo Rohre verlegt wurden. Man weiß es einfach nicht hundert Prozent, auch wenn man sich bislang eigentlich darüber sicher war. Das Verrückte daran ist eben, dass nun keiner weiß, woher das Wasser kommen könnte. Zwar gab es in der Hauptleitung vor einigen Monaten einen Wasserschaden, die unter der Straße verläuft. Der Schaden ist ganz sichbar aus unter dem Straßenbelag fast einen Meter hoch gespritzt für einige Tage – wie eine Fontäne. Nach Tagen wurde die Stelle dann zugemacht, bloß wie? Noch heute kann im Straßenbelag gut erkannt werden, wo das gewesen sein muss. Sehr fachmännisch sieht das Alles nicht aus.

Die Nachbarn sagen, sie hätten keinen Wasserverlust, auch nicht die, die über dem Grundstück, noch höher auf dem Hügel, wohnen. Ja, sogar diese Hausbesitzer können sich diesbezüglich nicht beklagen. Der Muchtar, Bürgermeister, erzählte ‚beruhigender Weise‘ von einem Wasserschaden woanders, bei dem 1000e Liter Wasser in das Haus und die Wohnung einer alten Frau geflossen seien, weil der Wassertank der Gemeinde einen Riss hatte – oder was genau der Grund war. Er war nämlich so frei, sich die Mühe zu machen und mit dem Auto mal kurz hochzufahren. Den Herrn, von dem er sprach, dass er ihn noch vorbeischicken wolle, um nochmals alles zu prüfen, kam allerdings nie an. Und die Arbeiter, die man angestellt hatte, den Schaden zu beheben, blieben auch mit dem ihnen im voraus bezahlten Geld auf der Strecke. Jemand versprach aber, er könne den Betrag zurückholen. Doch das ist lediglich ärgerlicher Nebenschauplatz.

Kurz: Man solle sich nicht so haben, ließ der Muchtar durch die Blume gesprochen wissen. Ist doch eigentlich alles OK. „Pflanzen sie doch Limonettengras, das saugt die Feuchtigkeit auf“, gab er zum Rat – und verschwand.

Händeringend sucht man nun nach der Quelle des Übels. Der Muchtar Psematismenos scheint vorerst nicht darauf ansprechbar zu sein. Es ist sogar zu befürchten, dass ihn das verstimmen könnte, sollte gar gefordert werden, dass er sich von amtswegen in Bewegung setzt in dieser Angelegenheit. Ausgerechnet er, dem doch eigentlich daran gelegen sein müsste auf Grund seiner Funktion im Dorf, solchen Schaden möglichst zu begrenzen, scheint der Wasserverlust nicht weiter zu jucken. Es steht wohl ein langer Weg durch Büros und Wohnstuben vermeintlicher Experten bevor; und vor Gericht ziehen, da sind sich die Hausbesitzer allerdings schon jetzt im Einklag drüber:

„Kannst du als Nicht-Zyprer vergessen!“

Hoffen wir also, dass die Wiedervereinigung zumindest klappt! Und wer regelt all die Dinge, die dann anstehen, etwa hiesige Behörden? Und die im Norden sollen noch abenteuerlicher unterwegs sein, ist zu hören von Hausbesitzern im Norden.

Die erste Republik Zypern, in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegründet, die nach Ansicht einiger noch Bestand hat, ist nach Ansicht anderer 1974 spätestens den Bach herunter gegangen. Und keiner scheint Lust aufs Nachsehen zu haben, wohin die Republik – oder Teile/Ruinen davon – eigentlich wirklich gingen!

In besagtem Hügel in der Höhe über Psematismenos stehen noch einige ’schöne‘ Ruinen-Objekte, und das seit Jahren, die versprochener Maßen schon längst hätten fertig gestellt werden müssen vom oben erwähnten Developer. Gott, bei solch Namen ist das vielleicht nicht verwunderlich. Auf Türkisch hieß der Ort, gemäß dem Preisgewinner Elçi, ja bereits so, wie jetzt auch im Griechischen in etwa: Lügnerdorf.

Das eine bauruinliche Objekt auf dem Hügel erinnert so besonders schön an die Akropolis von Athen. Wie zu hören ist, kann dieses Reiseziel auf Tour in der Hauptstadt der Griechen also gestrichen werden. Das hat man ja schließlich tagtäglich so in etwa in Sicht vor dem Haus, wird gesagt im etwas verbittert klingenden Scherz.

Ach ja. Und dann wären da noch die Spielplätze für die Kinderlein, welche die Gemeinde angelegt hat. Und ebenso gibt es auch als Bauland ausgewiesene Flächen seit Jahren, wie an vielen anderen Orten auf Zypern auch, wo bereits geteerte Straßen hinführen und die Straßenbeleuchtung schon seit Jahren, jeden Tag aufs Neue, den Hasen und den Paar Singvögeln, die noch nicht in die Netze gegangen sind, spätestens dort angekommen heimleuchten! Häuser mit und ohne Wasserschäden im Land der prognostizierten Wasserknappheit stehen auf diesen Flächen noch keine.

Zuletzt: Die Jagdsaison ist wieder eröffnet worden und gejagt wird offiziell mittwochs und sonntags. Passen Sie gut auf sich auf und kommen Sie bloß nicht auf die Idee, unterwegs in den Felder zum Spazieren, eventuell in Netzen festgeflogene Singvögel befreien zu wollen. Das kann handfesten Ärger einbringen! Die Briten auf ihrer Basis in Dhekelia können da seit vorgestern ein Lied dazu singen. Im zyprischen Fernsehen konnte nach den Vorfällen bei Xylofago/Dhekelia eine Diskussion verfolgt werden, wo sich ein junger, etwas muskulöser Herr entrüstete, was diese Europäer und Fremden denn eigentlich auf Zypern noch alles wollen. Schließlich sei das Verspeisen von Singvögeln Recht, weil eine Jahrhundert alte Tradition auf Zypern!

Überhaupt publizieren wir alle möglichen Inhalte zu Zypern und Mehr auch auf Facebook, so auch mehr Details zu dem Vorfall in Xylofaga: https://www.facebook.com/w.b.secondchancepublications

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CYP-Herbstputz

Gift auf Gift!

Es ist nun doch auch in Zypern schon bald so etwas wie Herbst. Seit heute hat man sogar unweit der Küste früh morgens den Eindruck – so um 6 Uhr -, dass die Luft recht kühl ist, wenn auch angenehm kühl. Sogar die Sonne schläft länger als sonst, zeigt ihr Gesicht so kurz vor 7 Uhr erst. Sie scheint noch immer ganz verschlafen übers blau-graue Meer. Das wird sich aber im Lauf des Tages gewiss ändern. Gewiss wird es wieder wunderschöne 27 oder gar 29 Grad warm werden und das Meer dürfte auch noch angenehm lauwarm sein. Also noch alles in Ordnung.

Dass die Umstände hier so in etwa sind, was das Wetter angeht, scheinen auch die vielen Touristen mitbekommen zu haben, die die Insel besuchen, wohl auch, weil die Türkei etc. nicht so sicher sind. Die 200 oder etwas mehr Hotels im Süden der Insel sollen noch immer nahezu ausgebucht sein – also die offiziell im dafür zuständigen Amt registrierten Hotels. Ja, es soll auch Hotels geben, die es offensichtlich schaffen, an so einer Registrierung seit Jahren vorbeizukommen, wurde mir gestern von einer Insiderin, die nicht genannt werden will, berichtet.

Zypern hat ein Rekordjahr hingelegt, obgleich, wie einige finden, das Land für den Massentourismus nicht genügend gut ausgerüstet ist. Die Staudämme in den Bergen sollen bereits einen gefährlich niederen Wasserpegel haben. Der zuständige Minister spricht davon, dass es doch wohl hoffentlich in 4 oder 5 Tagen regnen wird, damit der Wasserstand dann einigermaßen angehoben wird und man weiterhin unbeschwert mit dem Nass um sich spritzen kann. Interessant ist die Vorstellung durchaus, dass eine ganze Industrie eines Landes eventuell von Segnungen, die von OBEN kommen, abhängen soll.

Ja, es gibt Entsalzungsanlagen.

Doch:

Mustafa Akinci, der Präsident im Norden, der gerade Deals mit der Türkei in Istanbul auf einer Konferenz zum Thema Energie abgeschlossen hat, schlägt ja bereit etwas vollmundig vor, dass nach der Wiedervereinigung Zyperns, die dieses Jahr noch stattfinden soll, man doch eigentlich über die Türkei nicht nur Wasser, sondern auch Strom erhalten könne. Das sei wesentlich billiger. Der Vorschlag ist nicht all zu neu indes.

Wir alle haben selbstverständlich mitbekommen, dass sich die Türkei via Herrn Erdogan wieder mit Russland angefreundet haben soll, und zwar via Herrn Putin. Ach wie schön, dass es noch Alleinherrscher gibt – und sei es, dass mit Notverordnungen regiert wird wie derzeit in der Türkei.

Wahrscheinlich schreien die meisten auf Zypern vor Begeisterung bei dem Gedanken, dass das Atomkraftwerk unweit der Insel auf türkischem Festland nun doch wieder weiter gebaut wird von den Russen. Bekanntlich hatte Moskau diesen Bau eingestellt gehabt, weil es so etwas wie Machtgerangel in der Region gab: Wer ist der Größte, wer der Mächtigste? So ungefähr muss man sich das vorstellen. Und wie nicht anders zu erwarten ist und war, hat sich der Vertreter Russlands, Herr Putin, als der Einflussreichere in der Region Süd-Östliches Mittelmeer hervorgetan. Und das zeigt auch die Körperhaltung der beiden Protagonisten, wenn man ihnen im Fernsehen zusieht, die Art und Weise nämlich, wie sie sich begegnen: Der eine cool bis zum Anschlag, der andere freundschaftlich sich anschleichend. Die herrschende Atmosphäre mag man schon fast als freundschaftlich vergiftet klassifizieren.

Ja, das Gift in der Region ist so eine Sache.

Schon vor dem Krieg in Syrien war die Region um Latakia/Syrien in Verruf geraten, da allen Beteiligten bekannt gewesen ist, dass die spärliche Industrie der Syrer sowie die russische Militärbasis einigen Schrott – womöglich ungefiltert – frisch und frei ins Mittelmeer entlassen haben. Wissenschaftler haben das jedenfalls gemessen und wahrscheinlich in der einen oder anderen Doktorarbeit erwähnt. Man müsste es nur lesen als Politiker oder aber Bürger eines Landes. Anscheinend scheint so ein Meer einen recht tiefen Schlund zu haben, tiefer als hier angenommen wird. Denn von diesem Müll aus Syrien, Libanon, der Türkei und Ägypten etc. schwappt in Zypern gewiss noch immer einiges herüber, doch offenbar in so kleinen Dosen, dass man lieber Stillschweigen bislang bewahrt hat darüber. Schließlich wäscht ja auch eine Hand die andere und Tourismus ist nun mal ein nicht zu leugnendes Geschäft. Die Fische? Ja, die werden schon klug genug sein, das Zeug nicht zu fressen; weil wir essen die ja.

Dass die Zyprer, seien es die Türkisch oder Griechisch Sprechenden, nun gerade viel Sinn für den Umweltschutz in Regierungskreisen entwickelt hätten, kann so nicht bestätigt werden. Umweltschutz ist noch immer so eine Art Feigenblatt, mit welchem sich Mann oder Frau schmückt. Das gehört auch hier inzwischen zum Outfit. Das muss einfach rein ins Paket. Irgendwie. Und so vernehmen wir alle freudig, dass das Bürgermeisteramt von Larnaka es geschafft haben soll, die Marina zu reinigen. Genauer: Die Marina ist der Ort, wo möglichst Reiche und Vermögende ihre Yachten vor Anker legen sollen; und in jenem von Mauern umgebenen Ort, der selbstverständlich auch eine Durchfahrtsrinne hat, war das Wasser mit Öl und Hast-du-nicht-gesehen verschmutzt. Jetzt ist alles blitze-blank. „Null Toxik!“ wird von Wasos Basou in der Politis vom 08. Oktober 2016 getitelt. Drei Monate hat es gedauert, so etwas zu bewerkstelligen, schreibt er. Das Unternehmen, welches den Job ausführte, heißt „Meydan!“ Würde Larnaka im Norden Zyperns liegen, wäre man wegen des türkischen Namens, eigentlich vom Ursprung her Arabisch, des Unternehmens vielleicht gar nicht verwundert. Meydan bedeutet eigentlich nur „Platz!“ Und zwar hat Meydan ein „besonderes, biologisches Produkt“ verwendet. Leider gibt uns der Autor den Namen dieses Wundermittels nicht an. Und man ist daher schon fast verleitet, sich vorzustellen, dass das vielleicht sogar eine zyprische Un-Art ist, Namen nicht Preis zu geben.

Warum?

Auf Menschen zu treffen, die in Gesprächen sich umweltfreundlich geben, die Mängel in Sachen Umwelt auf Zypern gerne hervorheben, gibt es nun wirklich auch hier zur Genüge. Manchmal wohnen diese Mitmenschen sogar in ihren eigenen Häusern und nicht in Mietkasernen, die nicht selten recht große Gärten um sich haben: grün, grün, grün. Und dann kann es einem auf Besuch in solch einem Haushalt durchaus passieren, dass die Hausfrau oder der Hausherr folgendes von sich geben:

„Ach, lass uns heute mal den Kaffee bei Costa haben, weil der Gärtner wird gleich kommen.“

„Und?“ Fragt man dann eventuell etwas verwundert.

„Nun ja, weißt du, der Hibiskus, ich hatte dir doch letztens schon davon erzählt, der muss gespritzt werden, damit er nicht wieder von diesen kleinen Wesen befallen wird. Und überhaupt, es wird gleich der ganze Garten gespritzt und auch derjenige der Nachbarn. Insofern: Lass uns besser gleich zu Costa gehen.“

Mit der Frage: „Und was wird da denn gespritzt?“, kommt man so in etwa also da an, wo uns auch der Herr Basou in seinem Artikel hingeführt hat, keiner weiß, was gespritzt wird. Keiner will es offensichtlich wissen! Es ist eben bequemer, sich mit Weinglas in der Hand lediglich darüber in gediegener Atmosphäre beim Plausch zu entrüsten.

OK, ein bisschen Schmuddel soll in der Marina noch immer herumschwimmen, schreibt Basou. Bis zu 60% des Öls hat das Mittel anscheinend verschwunden lassen. Hurra!

Da fängt man also an zu googeln. Das Erste, was herausgefunden werden kann, ist, dass die Meydan nicht allein Meydan heißt, sondern „Meydan Solutions“. Das Mittel, welches zur Reinigung des Wassers benutzt wird, und offenbar einen derart durchschlagenden Effekt hat, wird „MSL/SES Oil Disperant“ genannt. Also etwas, das Öl beseitigt. Das National Institute of Health der USA schreibt zu solchen oder ähnlichen Chemikalien:

„Oil spills are a significant source of hydrocarbon inputs into the ocean. In response to oil spills, chemical dispersants are applied to the oil-contaminated seawater to disperse surface slicks into smaller droplets that are presumed to be more bioavailable to microorganisms. We provide evidence that chemical dispersants applied to either deep water or surface water from the Gulf of Mexico did not stimulate oil biodegradation. Direct measurement of alkane and aromatic hydrocarbon oxidation rates revealed either suppression or no stimulation of oil biodegradation in the presence of dispersants. However, dispersants affected microbial community composition and enriched bacterial populations with the ability to use dispersant-derived compounds as growth substrates, while oil-alone amendments enriched for natural hydrocarbon degraders.“

Das heißt unter anderem also: Die Bio-Diversität im mit solchen Mitteln behandelten Meerwasser wird herabgesetzt. Und dass der Ölfilm, oder wie man dazu sagt, in kleine Teile zerlegt wird von der Chemikalie, macht besonders stutzig. Denn immer wieder und zu unterschiedlichsten Zeiten sind Teile des Strands zwischen Larnaka und Limassol mit Billiarden von solchen kleinen Partikeln überseht, die auch etwas glitschig sind, und schon fast durchsichtig („marine oil snow“).

Der Beweis erscheint nach dem, was im oben Zitierten steht, somit schon fast erbracht, nämlich, dass diese Chemikalien schon seit längerem in Anwendung sind und das offenbar nicht nur in der Marina von Larnaka, sondern vielleicht auch in Mari am Hafen, wo Schiffe beladen mit Erdöl ein- und ausfahren, um ihre Fracht zu deponieren oder sich damit zu beladen.

Um es also mal kurz zu fassen, was die amerikanischen Meeresforscher herausgefunden haben, ist: Das Zeug, der Ölfleck, wandelt seine Struktur und somit sein Aussehen, taucht ab aufgrund der Reaktion mit der Chemikalie oder aber verteilt sich in einer weiteren Phase des Zersetzungsprozess als „Mariner Öl-Schnee“ im Gewässer: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4672791/.

Zu ihrer Beruhigung, verehrte Leser:

Die Firma Meydan schreibt groß und ausdrücklich, dass das Produkt, welches zur Wasserreinigung angeboten wird, eben das MSL/SES ausschließlich aus Seegras und Pflanzen, die auf dem Festland wachsen, besteht. Bislang ist hier noch keine Antwort zur genaueren Zusammenstellung dieses Produkts von Meydan eingegangen per Email. Warten wir es also ab. Man darf gespannt sein, welche Pflanzen in dem in Larnaka in Anwendung gekommenen Wundermittel stecken; und ob denn wirklich nicht ein klein bisschen Chemie, wie sie vom Institute of Health der USA im Golf von Mexiko untersucht wurde, drin steckt. Sehen Sie selbst: http://www.meydansolutions.com/for-home/crude-oil-dissolver/.

Kurz noch dies:

Tausende Briefe wurden von einem Postangestellten entwendet, nicht ausgetragen

Der Gewinner der Cyprus Rally heißt: Lukyanuk A (2h6Min55,9Sek)

Bosnia Herzogwina gewinnt in den Auswahlspielen der WM im Fußball gegen Zypern 2:0

Der Wasserstand der Staudämme ist so dramatisch wie 2008 auf Zypern, sehr niedrig

Erzbischof Chrisostomos mischt sich in Diskussion über die wechselnde Präsidentschaft ein (mal aus dem Süden, mal Norden), die bei einer eventuellen Wiedervereinigung der Insel in Anwendungen kommen könnte

Israelische Investoren drohen die zyprische Regierung auf Schadenersatz zu verklagen (50 Mill). Was den Block 8 angeht, sollen den Israelis gegenüber Zugeständnisse gemacht worden sein. Jetzt mag Nikosia aber, dass die norwegische AGR dort den Erdgas-Schatz hebt. Interessant daran: Block 8 grenzt an das Feld im östlichen Mittelmeer, welches bereits von den Israelis ‚gehoben‘ wird

Die Thok, Veranstalter des Dramas Antigone im Norden Zyperns vor mehreren Tagen, haben eingewilligt, dem staatlichen Rechnungsprüfer die Unterlagen für 2016 nun doch auszuhändigen. Letzterer besteht allerdings weiterhin darauf, auch die Unterlagen der vorangegangenen Jahre zu erhalten

Im Bezirk Strovolos/Nikosia verteilt die Polizei vermehrt Strafzettel wegen Falschparken

Wahrscheinlich, um den schönen Schein zu wahren, bitte das Rathaus in Limassol darum, dass keine Postings (Bilder, Filme) von Obdachlosen, die sich in der Stadt aufhalten, in den öffentlichen Medien gemacht werden

Grundstücksbesitzer haben Probleme, ihren Besitz als solchen behördlich ausgewiesen zu bekommen – und zwar in der Stadt Paphos im Süden der Republik Zypern

In den griechischzyprischen Zeitungen werden bereits die ersten Events für Weihnachten angekündigt

Aghia Napa ist auch im Oktober voll mit Touristen

Die Bewohner der Stadt Morfou/Güzelyurt im Norden Zyperns haben noch immer Sorge, dass sie aus ihren Häusern müssen, wenn die „Griechen“ zurückkommen nach einer Wiedervereinigung. Viele sind bereit, sich mit den Rückkehrern zu arrangieren, viele nicht, ist zu lesen. Die meisten Jugendlichen Morfous sollen sich vorsichtshalber gleich nach Kyrenia/Girne oder Lefkosia/Nikosia wenden, um ihre Zukunft aufzubauen

Wer fuhr das Auto des russischen Botschafters am 26. Juni 2016? Der offiziell eingetragene Fahrer war es jedenfalls nicht. Jemand anders darf das Auto nach zyprischem Gesetz – eigentlich – nicht fahren. Eine Frau soll anstatt am Steuer gesessen sein und 2 alkoholisierte Personen auf dem Rücksitz

Sollte das Casino Wirklichkeit werden (siehe Artikel vor diesem), dann wird das Projekt voraussichtlich richtig groß aufgezogen – mit Allem drum und dran

Das Mariott Hotel in Limassol ist noch immer geschlossen. Es wird kräftig gebaut. Ein riesengroßer Komplex, in dem Konferenzen abgehalten werden sollen, wird angebaut. Die Wiedereröffnung soll 2018 sein

Tsipras, Anastasiadis und Sisi pflanzen Olivenbäume in Ägyptens Hauptstadt – Kairo

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Wie berichtet, werden die Veranstalter und Organisatoren des Thok wegen dem aufgeführten Stück „Antigone“ im zyprischen Norden, Salamis, nun wahrscheinlich doch noch vor Gericht gezerrt. Bislang verweigern die Veranstalter des Thok einem Kontrollgremium, angeführt von Herrn Michaelidis Odysseas, die Akten einzusehen. Man müsse unter anderem eruieren, woher denn überhaupt das Geld stamme, um solch eine Veranstaltung durchziehen zu können, lautet eines der Argumente für die Kontrolle.

Odysseas sei kein ausgebildeter Buchhalter, sondern lediglich ein Bauingenieur, argumentieren die Macher vom Thok. Des Weiteren: Es sei das alles primär keine Angelegenheit des staatlichen Rechnungsprüfers, sondern des Bi-Kommunalen Technischen Ausschusses. Interessant an dieser, sagen wir merkwürdigen Geschichte, ist nicht allein die Tatsache, dass sich das Jahr davor niemand darum kümmerte, als ein anderes Stück vom Thok im Norden aufgeführt wurde, sondern dass sozusagen im Gegenzug dazu ausgerechnet der türkischzyprische Sohn von Rauf Denktaş, Serdar, bei der neuerdings veranstalteten „Cyprus Rally“ – jetzt gerade passiert es – teilnehmen wird. Dieser nordzyprische Politiker fährt für das „Turkish Castrol-Team“ und wie zu erwarten sein dürfte, wird wahrscheinlich auch dieser Auftritt gewiss noch ein lautes, und eventuell gerichtlich lang andauerndes Katzengejammer nach sich ziehen – zumal, wenn Serdar als Gewinner hervorgeht, was nicht auszuschließen sein soll. Apropos: Zypern verlor gestern Abend gegen Griechenland 2:0 im Fußball bei den WM-Auswahlspielen.

Vermehrt tauchen Berichte auf, die die steigende Armut gewisser Bevölkerungsteile Zyperns anprangern. So sollen nicht allein kinderreiche Familien vermehrt unter dem Existenzminimum leben müssen. Auf Youtube meldet sich die Organisation Anonymous zu Wort, die die Regierenden auf Zypern vor eventuellen Attacken warnt, die stattfinden könnten, wenn sich an der betriebenen Politik nicht etwas schleunigst ändert, siehe: https://www.youtube.com/watch?v=SWc7DiHjoxA. Krass an dem Video von Anonymous ist, dass eine zyprische Mutter darin klagt, wie es ihr und ihren Kindern hinten und vorne finanziell nicht reicht, weil der Staat auf taub geschaltet zu haben scheint. Und dann erfolgt die Stimme einer zyprischen Abgeordneten, die findet, sie müsse monatlich an die 3.000 Euro für Kleidung ausgeben, „um gute Figur zu machen!“

So weit hier bekannt ist, kann sich keine der zyprischen Parteien unbeteiligt an dieser Misere geben – auch nicht die ELAM, die extremen Rechten, die neuerdings im Parlament sitzen. Es scheinen alle auf ihre Weise ihren Beitrag zu leisten.

Doch es gibt – surprise, surprise – durchaus auch andere, positive Dinge in diesem Belang zu berichten, wie es die englischsprachige, lokale Cyprus Mail vom 07. Oktober 2016 auf Seite 6 tut. Angelos Anastasiou berichtet in seinem Artikel darüber, dass Onoufrios Koulla darum gebeten haben soll, seine Pension als ehemaligen Staatsangestellten nicht weiterhin auszubezahlen. Herr Koulla ist inzwischen Abgeordneter im Parlament; und das im Jahr 2011 geänderte Gesetz besagt, dass Staatsdienern, die ins Parlament als Abgeordneter einziehen, weiterhin eine Pension für ihre Dienste als Staatsangestellte ausbezahlt wird. Der 42-Jährige ist nicht der Einzige, der diese Übervorteilung seiner ‚Kaste‘ offenbar verwunderlich findet. Nein, auch die Pensionsansprüche des jetzigen Präsidenten der Republik, Nikos Anastasiadis, oder des jetzigen Außenministers, Ioannis Kasoulidis, wie auch des Innenministers, Sokratis Hasikos, ja gar der Arbeitsministerin, Zeta Emillianidou und anderer werden anstatt an sie in einen sozialen Fond einbezahlt. Dieser Fond finanziert zyprische Studenten, die aus nicht-vermögenden Familien stammen. Etwas Ähnliches gibt es auch beim Rotary Club von Zypern. Die sammeln kräftig in Form von Charity’s für Studenten mit wenig Geld. Würde der Staat nun auch noch dazu übergehen, das Katasteramt Famagustas, welches in Larnaka beheimatet ist, nicht nach der Stadt Paralimni verlegen zu wollen, wäre nach Angaben des zuvor erwähnten Rechnungsprüfers, Odysseas, ermöglicht, 500.000 Euro mindestens einzusparen. Die Frage ist also in diesem Fall: Wer will so eine Verlegung und warum? Bislang weiß man lediglich, dass ein Land- oder Grundstücksbesitzer involviert sein soll, der im fernen Panama registriert sein soll und dessen Name oder wahre Identität bislang noch niemand – offiziell – kennt. Apropos: Das Gebot ein Casino im griechischsprachigen Süden der Insel zu bauen, wenn denn alles genehmigt sein wird von Seiten der Behörde, erging gestern oder vorgestern an einen Träger, der ebenfalls international etwas unübersichtlich verflochten zu sein scheint. Wie es sich bei angehenden oder wirklichen Big Players offenbar gehört. Die Rede ist von der „Melco-Hard Rock Resorts“! Dahinter steckt unter anderen die „Cyprus Phasouri Limited“ (Zakaki). Diese Limited ist bereits seit 1910 in Hong Kong registriert. Bisher aktiv ist sie vordringlich in China, den Philippinen, Kambodscha und Russland, schreibt die kommunistische „Xaravgi“- Tageszeitung aus Zypern bereits am 06. Oktober 2016 auf Seite 10.

Rosprombank!

Bestechung!

Zyperns inzwischen stillgelegte Laiki Bank!

Bewaffnete?

So ungefähr lauten die Zutaten zum nächsten DING, das Zypern unter vielen anderen Dingen so in etwa in Schwung hält. Der Sonderverwalter der Zyprischen Volksbank, Laiki, Herr Pavlou, spricht von Bestechung innerhalb der inzwischen aufgelösten Laiki Bank Zyperns, welche einst 50.4% der Rosprombank-Anteile inne hatte. Wie sich dem Sonderverwalter offenbar erschließt nach Durchsicht aller Unterlagen und dergleichen mehr, wurden die 2008 erworbenen Anteile (83 Millionen€) der Laiki an der OAB RPB-Holding damals unter durchaus merkwürdigen Bedingungen ‚eingefahren‘. Genauer: Die Vereinbarungen waren nämlich eher merkwürdig, die unter anderem festlegten, dass der russische Partner dennoch „absolute Macht“ in der Bank ausüben kann. Was sich dann auch eines Tages bewahrheitet haben soll, als mit Maschinengewehren Bewaffnete vermummt in den Direktionsräumen der Bank Platz nahmen. Der Direktor wurde 4 Stunden festgehalten und wird wohl so manches unterschrieben und in die Wege geleitet haben, um sein Leben zu retten. Die Zentralbank Russlands hatte sich indes schon vor dem zuvor bezeichneten Deal klar von der Rosprombank distanziert gehabt.

Kurz:

Der Gebrauch von Kreditkarten als Zahlungsmittel ist in Zypern im September 2016 um 11% gestiegen.

Im zweiten Viertel des Jahres 2016 rutschte „das aktuelle Konto Zyperns“ auf 456,8 Millionen Defizit ab im Vergleich zu einer Zunahme desselben im Jahr 2015 von 69,6 Millionen €, berichtet die Zentralbank Zyperns.

Im September 2016 haben sich indes 21% mehr Unternehmen auf Zypern registriert als davor.

Nicht-Zyprer sollen auf Zypern um mehr als 63% Eigentum (Land etc.) erworben haben 2016.

Nun zuletzt noch zu einer Angelegenheit, die diejenigen, die auf Zypern leben, ganz sicherlich angeht und interessieren müsste – auch wenn der Artikel, der nun angeheftet wird, bereits im Juli 2016 ins Netz gestellt worden ist und das auf Englisch. Es geht darin darum, dass im Hafen von Limassol endlich so etwas wie Ordnung einkehrt, sodass Unfälle auf See oder beim Ent- und Beladen von Schiffen nicht mehr so häufig passieren und ENDLICH ausgebildete Spezialisten Schiffe sicher in den Hafen geleiten – auch wenn diese Spezialisten nur Zyprer sein sollen dürfen http://cyprusbusinessmail.com/?p=29568 .

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Antigone auf Zypern

Die Politis vom 05. Oktober 2016 schreibt auf Seite 2 in ihrer “Reise in der Zeit”-Kolumne:

1947: In der ersten Fernsehsendung [, die am heutigen Tag in jenem Jahr erfolgte] aus dem Weißen Haus, rief Präsident Harry Truman dazu auf, dienstags kein Fleisch zu essen und keine Hühner an einem Sonntag, um den Hungernden in der Welt zu helfen.”

Des Weiteren erinnert diese zyprische Tageszeitung daran, dass am heutigen Datum im Jahr 1989 der Dalai Lama den Nobelpreis erhalten hat. Auch wird erwähnt, dass der “charismatische Gründer der Marke “Apple”, Steve Jobs, heute im Jahr 2011 gestorben ist.

In der EU, schreibt die Politis auf Seite 2 weiter unten, soll es im Jahr 2016 den Ländern Kroatien, Spanien und Zypern gelungen sein, die herrschende Arbeitslosigkeit zu schmälern. In Österreich, Estland, Schweden und Belgien stieg die Anzahl der Arbeitslosen hingegen an.

Desgleichen ist es der Republik Zypern nach 42 Jahren ENDLICH gelungen, sich für den Abschuss eines Flugzeugs zu entschuldigen – friendly fire – und die Leichenreste den Angehörigen zu übergeben. Beim Abschuss waren Zyprer und Griechen ums Leben gekommen. Was diese Angelegenheit angeht, die offizielle Entschuldigung Nikosias, zeigte Präsident Anastasiadis im Namen seines Landes wirklich Größe; die allerdings ziemlich sicher auch eine Voraussetzung dafür sein wird, dass die inzwischen intensivierten Verhandlungen mit dem Norden der Insel zu einem positiven Abschluss kommen. Positiv bedeutet im gegebenen zyprischen Kontext: Wiedervereinigung.

Apropos Wiedervereinigung.

Das Ministerium für Energie Zyperns sieht durchaus Bedarf, dringend etwas auf dem Gebiet der Energieversorgung des Landes zu unternehmen. Denn der mangelnde Wettbewerb, der im Bereich Stromversorgung herrsche, habe Lücken aufgerissen, und das im Grunde seit dem Jahr 2004. Dieser Mangel bewirkt unter anderem auch, dass der Ausbau alternativer Energien nicht in Schwung kommt auf Zypern, schreibt Chrisanthos Manoli in der zuvor erwähnten Ausgabe der Tageszeitung Politis auf Seite 4. Des Weiteren sei zu befürchten, dass der Gewinn der zyprischen Elektrizitätswerke, AEK, der heute bei 6% liegt, bis zum Jahr 2017 und darüber hinaus, eventuell bis ins Jahr 2021, auf 4,6% sinken könnte.

Doch nun zu Antigone.

Wie Ihnen allen gewiss geläufig ist, hat der altgriechische Dramatiker Sophokles dieses Drama vor vielen, vielen Jahrhunderten geschrieben. Und dieses Stück wurde nun vor Kurzem im Norden Zyperns aufgeführt. Gerade zurückgekehrt auf die Insel hatte ich – leider – um einen Tag zu spät davon Wind bekommen, also dass ein griechischsprachiges Theaterstück im mehrheitlich türkischsprachigen Norden der Insel aufgeführt wird, in Salamis. Im Internet war dazu nichts zu finden. So begab ich mich in den Norden, nach Nikosia-Nord zur Touristinformation an der Girnekapi. Die Dame in dem Kasten des alten Gemäuers der einstigen Stadtmauer von der Touristinformation konnte im Internet nichts ausmachen. Verwundert war ich darüber allerdings nicht, denn im Norden habe ich diese Erfahrung nicht zum ersten Mal gemacht, dass offizielle Stellen nicht darüber informiert sind, was in ihrem Namen (oder auch nicht) kulturell passiert.

Bekanntlich kann in Salamis die einigermaßen gut erhaltene Ruine eines antiken römischen Theaters besichtigt werden, und wir dürfen davon ausgehen, dass das Stück Antigone auch dort aufgeführt wurde. Und dass es zu solch einer Aufführung kam, bei der griechische und türkische Zyprer zusammenarbeiten, soll nicht das erste Mal passiert sein, war der politischen Sendung auf RIK1 “apo mera se mera” zu entnehmen. Vier Politiker saßen im Studio und stritten sich darüber, ob Griechischzyprer oder gar Griechen an solch einer Veranstaltung im nicht anerkannten Norden teilnehmen dürfen, zumal eine solche Teilnahme, wurde von einigen politischen Rechtsauslegern behauptet, dem “illegalen Regime” im Norden eine Art Akzeptanz auf internationaler Bühne verschaffe.

Verwunderlich an dieser Argumentation ist unter anderem, dass der Teilnehmer an der Diskussionsrunde von der Regierungspartei DISY ins Feld führte, die Opposition würde das zuvor erwähnte Argument lediglich hochkochen, weil der Verhandlungsprozess mit dem Norden gerade in eine finale Phase getreten sei. Letztes Jahr, als in Salamis unter genau gleichen Bedingungen und Besetzung aufgeführt wurde, habe sich niemand zu Wort gemeldet von der Opposition. Und jetzt mache man ein großes Geschrei, was er nun gar nicht verstehen könnte.

Einer der heftigsten Gegner der Aufführung eines griechischen Theaterstücks mit griechischen, griechischzyprischen und türkischzyprischen Organisatoren und Schauspielern im Norden Zyperns ist paradoxerweise Herr Papadopolous junior. Hier wird “paradoxerweise” geschrieben, da es sein inzwischen verstorbener Vater war, Tassos, der im Rahmen eines kulturellen Austauschs (Norden – Süden) die Weichen zu solchen Events stellte. Und Junior ist schließlich in die politischen Fußstapfen vom Senior getreten.

Wussten Sie, dass es 370.000 Ziegen und Schafe auf Zypern geben soll? Es wird nämlich berichtet, dass die Milchproduktion ENDLICH erhöht werden soll. Nun, was die Qualität der Milch dieser Tiere angeht, kann man sogar einigermaßen zuversichtlich sein, dass diese gut sein dürfte. Man begeht allerdings besser nicht den Fehler, sich die Ställe anzusehen, sowie die ‘Weiden’, auf oder in denen die meisten Kühe gehalten werden auf Zypern.

Erbärmlich, wirklich erbärmlich!

Es wäre also vielleicht wirklich dringend angesagt, auch auf diesem Sektor sogenannte Start-ups mal was Neues auf den Markt bringen zu lassen, das auch den zyprischen Kühen mehr Lebensqualität bringt. In der Schweiz scheinen indes mehr Milchbauern zu Rinderzüchtern zu werden, nur weil die Milchpreise noch immer so verheerend niedrig sind. Insofern bleibt nichts anderes übrig, als den Kühen auf Zypern nicht solch eine ‘Erleichterung’ des Lebens zu wünschen.

Warum Start-ups?

Nun, die sind periodisch eh in allen 29 europäischen Ländern unterwegs seit geraumer Zeit. Die Politis vom 05. Oktober 2016 schreibt auf Seite 8, dass die MyMicroinvest (Start-up Unternehmen) sich in Zypern geradezu verguckt habe.

Zypern war unter den bevorzugten Ländern!”

Das Office der IDEA ist nicht in Limassol, sondern in Nikosia eröffnet worden. Jose Zurstrassen von der MyMicroinvest ist Ansprechpartner und zieht die Fäden. Dei BAUNAT, ein Unternehmen, welches sehr “erfolgreich ist”, profitiert nun ebenfalls von dem Erscheinen der MyMicroinvest auf oder in Zypern. BAUNAT, schreibt die Politis, ist vorwiegend im Diamanten-Geschäft tätig.

Sie fragen sich gewiss bereits, verehrte Leser, für was denn nun das zuvor genannte IDEA steht, nun, es steht für “Innovative. Develop.Excel.Accomplish”. Es ist ein ‘soziales’ Angebot der Bank of Cyprus, welches als Programm daherkommt. Neuen Ideen und Unternehmungen soll so der Zutritt zum Markt erleichtert werden. Überhaupt: Das Programm existiert bereits seit dem Jahr 2015 und Begründer desselben ist das Cyprus International Institute of Management (CIIM). Beheimatet ist Letzteres im historischen Gebäude der Bank of Cyprus, schreibt die Politis, und zwar unweit von 5 zyprischen Start-ups. Unterstützt wird die IDEA “selbstlos” unter anderen von der Lellos Demetriadis Rechtsanwaltskanzlei.

Kurz am Rande: Der Internationale Währungsfond sieht im Gegensatz zum Wirtschaftsministerium Zyperns (2,8%) eine Wachstumsrate des Landes im Jahr 2017 von 2,2%.

Falls Sie demnächst Zyprer, insbesondere in oder von Limassol, von “ Chriso Mili” (Goldener Mühle) reden hören, dann erinnern Sie, bitte, es handelt sich wahrscheinlich um das Projekt in Poleodomiko, nämlich, dem Ausbau und somit Vertiefung des neuen und alten Hafens von Limassol. Offenbar erhofft man sich in Regierungskreisen, noch mehr Schiffe derart vor Anker gehen lassen zu können auf Zypern.

Verwunderlich an den anderen Aktivitäten auf See vor Limassol ist, dass die Wasserqualität derzeit wieder hervorragend ist. Ganz schleichend summiert sich nämlich die Anzahl erschreckend großer Schiffe, die keinen Kilometer entfernt vom Strand nicht richtig erkennbare Dinge tun. Baggern die? Laden die auf oder ab? Sie sehen etwas bedrohlich für den Tourismus, und für die Ferienstimmung alle Male, aus.

Die Befürchtungen von vor 3 Monaten, die hier auf Zypernundmehr-News geäußert wurden und konkret sichtbar im Wasser trieben, scheinen wie weggeblasen.

Das Wasser ist glasklar.

Super!

Wollen wir hoffen, dass sich dieser Zustand weiterhin halten wird, auch, wenn das Hafenbecken vertieft sein wird und mehr und größere Schiffe anlegen werden.

Das Projekt in Rede ist indes umstritten; und wenn überhaupt, dann wird damit frühestens nächstes Jahr, 2017, begonnen.

Mit den Wiedervereinigungsgesprächen in Sicht ist jedoch bei Gelingen derselben durchaus zu erwarten – vorerst -, dass dann derartige Aktivitäten in Limassol eher in Famagusta/Ammochostos/Gazi Magusa stattfinden werden. Letzteres ist der größte Hafen im heutigen Norden der Insel, der vor der Spaltung Zyperns in zwei Teile, 1974, bereits hauptsächlich DER Hafen der Insel war.

Leider haben die Briten und Vogelschutz-Organisationen vor Ort ermittelt, dass auf Zypern einfach zu viele Singvögel im Kochtopf landen. 2014 sollen es über 2 Millionen gewesen sein. Und es ist ein lukratives Geschäft obendrein. Kein Wunder also, dass man fast nur noch Spatzen pfeifen hört. Die Briten wollen nun offensiver dagegen vorgehen von ihren Militärbasen auf Zypern aus, zumal von Seiten der zyprischen Regierung viel zu wenig getan wird. Es wird gemunkelt, weil viele Abgeordnete ebenfalls auf diese vermeintliche Spezialität stehen.

Ein weiteres Problem, welches Singvögel auf Zypern haben, sind die vielen halb oder ganz verwilderten Katzen, die durch die Gärten und die ‘Wildnis’ streifen auf der Suche nach Beute und Ablenkung.

Tauben essen die Zyprer scheinbar nicht. Diese Tiere plagen aber recht viele Hausbesitzer auf dem Land. Sie tun das, was sie überall tun: sie gurren nicht nur stundenlang zu gewissen Zeiten, sondern sie hinterlassen auch ihre Hinterlassenschaften, überall – und neuerdings scheinen sie sogar tot in Gärten zu liegen, wie bei uns erstmals heute. Brustschuss! Wer das getan haben könnte? Keiner weiß es. Das Schweigen der Lämmer, oder so!

Berichtigung:

Im Artikel “Paraden und Reden” wurde fälschlicherweise eine gewisse Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht, dass der Präsident der Republik Zypern mehr oder minder grußlos am Ende der Militärparade vom 01. Oktober 2016 zu – sagen wir – Tagespolitischem mit den Journalisten übergegangen ist, ohne die noch anwesende Bevölkerung nochmals angesprochen und verabschiedet zu haben.

Das Press and Information Office Zyperns wies netterweise darauf hin, dass das so gemacht worden sei, weil das Protokoll es nun mal so vorsieht bei solchen Anlässen – und nicht anders. Man lernt eben nie aus!

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Dem Dschungel namens Berlin entronnen. Genauer gesagt: dem des Stadtteils Neukölln. Airbnb hat den Berlin-Aufenthalt mit Bravur gleich anfangs eingefärbt: Zwei Katzen, die miauen, wenn man im gemieteten Zimmer im Tiefschlaf liegt.

Die armen Katzen.

So allein wie Kriegskinder.

So gelangweilt.

Marschierten die Räumlichkeit der Einzimmer-Wohnung ab wie zwei geschlagene Krieger.

Neukölln zeigte sich, was das Wetter anging, durchaus von seiner besten Seite. Leute traf ich, die traf ich gar nicht. Die sah ich nur von Weitem. Mal die beiden Frauen beim Inder unweit von Conrad an der Hasenheide, mal die Andere in der Schönstedtstraße, mal einen mir längst vermisst Gegangenen in einem arabischen Imbiss an der Theke.

Die Hasenheide wird noch immer, unter anderem, von Banden aus Schwarzafrika eingenommen. Gern im vermeintlichen Schutz des wenig üppigen Grün, glauben die, sich dem Feind entziehen zu können – der Drogenpolizei. Sie, der Feind aller Mütter und Väter, wahrscheinlich aller, dominieren das Geschehen im, um und am Park. Ihre Waffe: Marihuana – und wer weiß, welch anderes Zeug sie noch anzubieten haben. Das Übliche also. Doch es gibt, selbstverständlich, auch welche, die einfach im Park mit Freunden sitzen.

Doch, doch! 12 Tage im größten Dorf der Republik, welches aus vielen dörflichen Gemeinschaften bestehen muss, ist schon eine Parade der besonderen Art. Nein wirklich. Weil in Neukölln und Teilen Kreuzbergs so entlang marschierend – Kottbusser Damm, Sonnenallee, Boddinstr., Weisestr., Urbanstr., ja sogar Mainzer, Graefe oder Reuter – erkennt der aufmerksame Betrachter eventuell schnell: die Menschen sind vor irgendetwas gewappnet, womöglich sind sie gar bewaffnet, doch gewiss ist, sie sind mit sich und ihrem „Ding“ vollauf beschäftigt. Mir dem Eingereisten, der in dieser Stadt mal jahrzehntelang lebte, scheinen viele auf Remote-Control gestellt. Wie menschliche Drohnen.

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Anstatt Drohnen wurden bei der Militärparade zum 01. Oktober 2016 in Nikosia Hubschrauber über die Menge gejagt. Mindestens fünf Mal kam es vor, dass die über unsere Köpfe in vielleicht weniger als 20 Metern Höhe flogen. Es war gewiss recht unterhaltsam für die meisten Zuschauer dieses Spektakels, hie und da sogar einen Mann links sowie auch rechts draußen an einem der Hubschrauber angebunden stehen zu sehen. Wie im Zirkus.

Krieg muss wohl doch ziemlich bunt und aufregend sein?!

Die Musik ist jedenfalls flott gewesen. Die Musikkapelle einwandfrei. Da gibt’s nichts! Umgeben von 4 Polizisten, die etwas unauffällig in meiner Nähe sich platziert haben, war mir durchaus dennoch nach Tanzen oder Marschieren. Konnte mich einfach nicht entscheiden und so schoss ich halt Bilder. Einer muss doch schließlich schießen bei den paar Panzern, die vorbei defilierten als sei … . Ja, genau, als sei Sonntag. Und wissen Sie was? Es ist am 01. Oktober in Zypern stets Sonntag. Genauer: Tag der Unabhängigkeit ist, und der hat uns bei Mc Donalds links dahinter die Athalassa Straße abbiegen lassen. Anfangs war wirklich zu befürchten, dass mit dem Toyota Cami-Modell, in welchem ich vorfuhr, womöglich an der Militärparade teilgenommen werden muss. Die Polizisten an den jeweiligen Kreuzungen stehend winkten mich nämlich den ganzen Parcours, den die Militärparade zurücklegen wird, durch – schon fast bis vor die Panzer. Doch dann galt es glücklicherweise kurz nach der Haupttribüne doch noch nach links abzubiegen.

Die Kamera und das Aufnahmegerät wurden sorgfältig kontrolliert und dann mit einer Plakette versehen, die bestätigt, dass die Geräte durchgecheckt worden sind. Danach blieb dann nichts Weiter übrig, nachdem ich mich auf meinem mir zugewiesenen Platz hingesetzt hatte, als den Diplomaten auf der anderen Seite der Straße zuzusehen, die aus ihren Limousinen stiegen, um dann meist zügig in erwähnter Haupttribüne zu verschwinden.

Und wirklich schöne Uniformen gab es zu sehen. Nicht nur ich bin begeistert gewesen. Die Musik hat dazu wirklich bestens gepasst; auch, dass ich meine Kamera überallhin richten durfte. Und ich hab wahrhaft um mich geschossen damit.

Ehrlich gesagt, das Marschieren der Soldaten, Feuerwehrleute und anderer war mir oft nicht steif und zackig genug. Die Beine hätten ruhig etwas höher zuweilen geschlagen werden können – vor allen von den Herren, die ihre Gesichter in den Farben ihrer Tarnanzüge bemalt hatten. Eine kleine Darbietung der Kampfkünste solcher Leute ist mir noch aus Basel/Schweiz in Erinnerung. Die gab es zu sehen beim Basel-Tatoo. Erstklassiges Spektakel, das die Japaner und Finnen dort aufzeigten. Also, die Basel-Tatoo ist auch so eine Art Militärparade, für die, die noch nicht davon gehört haben.

Das darf man doch noch erwarten, so ein bisschen Show-Einlage in Zeiten der Krisen und Kriege?

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Dass die Rede des Präsidenten der Republik Zypern, Herrn Anastasiadis‘, hörbar übertragen wird an solch einem Ort zu solch einem Anlass, das finde nicht nur ich – wie zu hören war unter ausländischen Diplomaten im Gespräch unter sich -, dass so etwas doch wohl noch erwartet werden kann.

Da sitzt dieser Mensch am Mischpult für die Tonanlage keine 20 Meter vom Mikrofon entfernt, in welches der Präsident spricht, und kann es nicht bewerkstelligen, dass die präsidiale Stimme hörbar durch die Lautsprecher schallt.

Sabotage?

Eine Kriegserklärung?

Einfach nur Schlamperei?

Der griechische Verteidigungsminister, der unmittelbar nach Präsident Anastasiadis seine ebenfalls kurz gefasste Rede hielt, war auch nicht zu verstehen. Insofern ist es schon verwunderlich, wie und woher das Press and Information Office von Zypern zum Redeinhalt des Präsidenten kam.

OK, da war eine Journalistin zu sehen, die keinen Meter vom Präsidenten entfernt angestrengt ein Mikrofon in seine Richtung hielt – schon fast vor ihm kniend. Ich war knapp 7 oder 8 Meter von ihm entfernt und das Ergebnis meiner Aufzeichnungen ist wahrscheinlich in etwa kohärent zum Phänomen Krieg.

Denn Kriege bleiben letztlich unverständlich, eventuell so unverständlich wie das Abfeiern eines Festtages zur Unabhängigkeit eines Landes in Form einer Militärparade, zu der das diplomatische Corps geladen wird, welches noch nicht Mal den Oberbefehlshaber eines Landes verständlich vernehmen kann, der Präsident Anastasiadis meines Wissens ist, weil dieser mangels technischem Verständnis, wenn das denn der Grund war, übertragen wird.

Ein Skandal!

Apropos:

Ansonsten ist bei Veranstaltungen in Zypern die Lautstärke zu oft zu laut eingestellt.

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