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Archive for September 2016

Besieht man sich den derzeitigen Politzirkus, besinnt man sich eventuell plötzlich auf das, was man schon vor langer Zeit vermittelt bekommen hat an der Uni – und fängt an, in alten Unterlagen zu blättern. Das wenig Lustige an dem, was dabei zu Tage gefördert wird, ist, dass all das, was kluge Köpfe vor vielen Jahren schon als die eine oder andere Geisel der Gesellschaften definiert und erkannt haben, immer noch VOLLE KANNE unsere Tagesabläufe durchkreuzt. Das heißt, es hat sich eigentlich nichts wirklich hin zum Positiveren für die Menschheit geändert – die Zypernfrage ist hier geradezu paradigmatisch.

Die Rede ist in Sachen “alten Unterlagen” unter anderem von so netten kleinen Heftchen wie dem namens “Aus Politik und Zeitgeschichte”. Das hier vorliegende Heftchen – es gäbe noch zig andere, die bezeugten, dass Mensch in der Wissenschaft viel weiter ist als die politische Realität – wurde am 3. Mai 2002 herausgegeben. Darin schreibt unter anderen Autoren auch Herr Benjamin R. Barber, und zwar auf S. 8 ff. das Folgende:

Unser Demokratiedefizit

Wenn der Krieg der Fundamentalisten gegen die Moderne – was ich Heiliger Krieg gegen MCWorld genannt habe – nicht als schlichter Kampf unter und zwischen den Kulturen verstanden wird (wie Samuel Huntington und Andrew Sullivan ihn fälschlicherweise definiert haben), in dem der Islam, dominiert durch seine Fundamentalisten, versucht, die moderne Welt ins Mittelalter zurückzudrängen, dann muss er als ein Kampf innerhalb von Kulturen verstanden werden, ein Kampf innerhalb einer einzigen modernen Zivilisation. In allen Religionen gibt es fundamentalistische Tendenzen: Wir müssen nicht erst zu den Kreuzzügen oder der Inquisition zurückgehen, um eine Kostprobe der christlichen Version zu bekommen, gewissermaßen der “christlichen Taliban”. Jerry Fallwell beispielsweise führte die Anschläge des 11. September auf einen zornigen Gott zurück, der Rache übe für Homosexualität, Abtreibung, Feminismus. [Vor dem Hintergrund der demnächst stattfindenden Wahlen 2016 in den USA (Trump – Hillary) kann diese Art Denke, welcher Fallwell anzugehören scheint, nicht zur Genüge herausgestellt werden, um, beispielsweise als Europäer, zu verstehen, was so in etwa in den USA im Jahr 2016 abläuft, und zwar vorrangig in den Köpfen weißer US-Amerikaner der sogenannten Unterklasse].

Diese Entwicklung wird durch die aggressiv säkularen und schamlos materialistischen Tendenzen der globalen Märkte der Moderne verschärft sowie durch ihre durchdringende, privatisierende Zuordnung zum Konsum. Wenn es zu schwierig wird, einen Ausgangspunkt für religiöse Orientierung und Gebete in den säkularisierten Treffpunkten der modernen Gesellschaft (das Multiplexkino, der TV-Raum, der Computerarbeitsplatz) zu finden, werden einige stattdessen einen Ort für ein religiöses Martyrium suchen. Wenn Verehrung nicht friedlich und würdig erfolgen kann, wird sie sich selbst in einen großen “Kampf” verwandeln – einen “Heiligen Krieg” gegen Ungläubige, deren Ungläubigkeit nicht in der Verehrung einer anderen Religion besteht, sondern in der Ablehnung aller Religionen und der krassen Kultivierung eines säkularen Kulturimperialismus. [Barber spricht, nach dem, wie er hier verstanden wird, also auch von der Überschwemmung und Überforderung der Leute mit vom sogenannten Westen geradezu als Art Dogma verbreiteten kulturell daherkommendem Junk: also von Soft-Operas im TV bis hin zu Moden und Trends in unterschiedlichsten Bereichen, die nicht ersichtlich förderlich zu sein scheinen, und nicht zu vergessen das allseits gegenwärtige und dennoch zumeist unausgesprochene KONSUMIER!]

Tatsächlich ist der Fundamentalismus eine Erfindung des Westens, des Christentums: Die Kreuzfahrer waren die ersten großen Jihad-Krieger, die unbedingt Ungläubige bestrafen sowie ein Gottesreich schaffen wollten. Unzufrieden mit seinen Kriegen gegen den Islam (die es verlor, so wie der islamische Heilige Krieg heute seinen Kreuzzug verlieren wird), verfiel das Christentum in einen brudermörderischen Krieg, der im Dreißigjährigen Krieg gipfelte, in einem Konfessionskrieg um religiöse Reinheit, der die europäische Bevölkerung dezimierte [Hier gilt es nun zu fragen, ob wir global besehen inzwischen etwa in eine kriegerische Auseinandersetzung geraten sind, die klar zu stellen versucht, wer letztlich die reinere Demokratie lebt und kultiviert auf der Welt?].

Was Europa dabei entdeckte (und was der Islam sich noch bewusst zu machen hat) war, dass die Koexistenz von Religion und weltlicher Souveränität eine Teilung in der menschlichen Seele erfordert: eine Aufteilung in geistliche und weltliche Werte. [Gewiss werden einige Leser hier denken, dass die Orthodoxie auf Zypern, beispielsweise, ihre Gläubigen die angesprochene Trennung ebenfalls nicht zur Genüge durchziehen lässt]. Papast Gelasius postulierte im Mittelalter eine Doktrin der Zwei Schwerter, in der Religion und Staat jeweils ihr eigenes Reich haben sollten. Die Zwei-Schwerter-Doktrin erkannte indirekt an, dass bei einem Vordringen des weltlichen in das geistliche Reich die Gefahr politischer Tyrannei bestünde: des politischen Totalitarismus. [Und, wiederum in Bezug auf Zypern, muss im gegebenen Zusammenhang, nämlich dem der Tyrannei, aufgrund des Vor- oder Eindringens des geistlichen Bereichs in den weltlichen auf Zypern die Frage erlaubt sein, welche Art der Tyrannei sich da denn wohl nun im Politischen ansiedelte: etwa wirklich nur die viel beschworene Lust der Insulaner, sich wiederveinen zu wollen? Dem Außenstehenden kommt diese aber eher vermehrt so vor, als stärke diese Lust die vollzogene Trennung der Insel 1974. Ja, mancher befürchtet gar, dass bei Zunahme der Wiedervereinigungsrethorik entsprechend mit erneuten Ausbrüchen von Gewalt zu rechnen sein wird]. Und wenn die Kirche in das Reich des Weltlichen vordrang, bestand die Gefahr der Theokratie, von Intoleranz und bürgerlichem Unfrieden. [Nun, von einer versteckten Theokratie darf man auf Zypern, griechischsprachiger Teil, durchaus sprechen, werden viele denken. Intoleranz ist ihr Schmiermittel und bürgerlicher Unfrieden macht sich mindestens einmal monatlich irgendwo im Land in Form einer Bombe, die Herrn Y oder Herrn X vors Haus oder unters Auto etc. gelegt wird, bemerkbar. Bürgerlicher Unfriede ist im zyprischen Maßstab gewiss auch eine ‘nette’ Umschreibung für weit verbreitete Korruption und dergleichen. Und das eine, wie auch das andere eben erwähnte Phänomen ist so in etwa durchaus auch auf den türkischen Teil der Insel zu beziehen – versteht sich, unter etwas anderen Voraussetzungen].

Die Zwei-Schwerter-Lehre vermied sowohl Anarchie als auch Tyrannei, aber sie ließ die tief Religiösen unzufrieden zurück. Als diese fühlten, dass ihr verkleinertes Reich durch die Moderne erdrückt wurde – durch Säkularisierung, Privatisierung und Handel -, revoltierten sie gegen die Umsicht der Trennung und die liberalen Dogmen von Grenzen, die ein Schutz für einen bescheidenen Säkularismus in tief religiösen Zeiten hätten sein können, die jedoch zu einer Bedrohung für die Religion in zutiefst säkularen Zeiten wurden. Puritaner versuchten einst, in Massachusetts ein Gemeinwesen zu schaffen, und heute nehmen ihre Nachfahren, die der derzeitigen Elterngeneration angehören, ihre Kinder aus den öffentlichen Schulen – aus Entsetzen über die aufdringliche, oberflächliche Popkultur. Jüdische Fundamentalisten weisen den Staat Israel als ein Sakrileg an der messianischen Heilserwartung zurück, während andere heute ebenfalls im Namen fundamentalistischer Dogmen Anspruch auf Gebiete in Palästina (“Judäa und Samaria”) erheben, die kein Teil des Staates Israel waren. Kürzlich an die Macht gekommene Hindu-Fundamentalisten bestehen darauf, dass der Staat abtrünnigen Seelen die Religion auferlegt – eine Bedrohung für den religiösen Pluralismus im demokratischen Indien. [In Zypern steht dafür – so in etwa – die Unfähigkeit weiter Teile der politischen Klasse im griechischsprachigen Süden der Insel, sich vorstellen zu können, dass eine Präsidentschaft im zukünftig vereinten Land so gestaltet werden könnte, dass einmal ein Türkischzyprer, und das nächste Mal ein Griechischzyprer den Posten einnimmt].

Daher ist es kaum eine Überraschung oder ein Bruch mit der Tradition, wenn Islamisten die Vorstellung haben, dass die neue globale Unordnung den Tod für ihre Kinder, ihre Werte und ihre Religion bedeutet. Denjenigen, die sich durch ihren Glauben in einen Krieg um Unschuld und Märtyrertum verirren, muss dies notfalls mit Gewalt verboten werden: Doch es ist kaum vorstellbar, dass ein Verbot ausreichen wird, um die Verbreitung des Fundamentalismus zu stoppen oder die Welt vom pathologischen Terrorismus zu heilen. Wir müssen uns nicht nur der globalen Armut annehmen, sondern auch der Frage eines Freiraums für das Praktizieren von Religion. In den Vereinigten Staaten wurde die vernünftige Prämisse einer Trennung von Kirche und Staat zu der unvernünftigen These von der Notwendigkeit einer strikten Privatisierung von Religion ausgeweitet. Religion ist schon per Definition ihrem Wesen nach öffentlich: Sie betrifft Gemeinschaften und Gemeinden, nicht bloß Individuen, und ihre Ausübung macht öffentliche Regeln erforderlich. Ihre Abschirmung gegen den Staat (und des Staates gegen sie) kann nicht durch den Ruf nach ihrer Privatisierung erfolgen. Zwar mag der Islam in seiner derzeitigen fundamentalistischen Ausprägung zuviel öffentlichen Raum beanspruchen, doch das Christentum und andere Religionen wurden veranlasst, zu wenig davon zu besetzen. Verständlicherweise fühlt sich daher der tief Religiöse von diesen Beschränkungen verletzt.

Falls es in allen Religionen Fundamentalisten gibt und diese eine Reaktion auf zu liberale Normen darstellen, können diese auch in kulturellen und ethnischen Gemeinschaften angetroffen werden. Somit ist es angebracht, von einem kulturellen Fundamentalismus zu sprechen. Hier erheben ebenfalls Männer und Frauen, die sich angegriffen fühlen, Anspruch auf die Herrschaft kultureller Ethnizität, was totalitär und ausgrenzend sein kann. [Vielen ist so manche Helfergruppe in Deutschland im Umgang mit Flüchtlingen zunehmend ein solches Ding, wie es eben beschrieben worden ist – nämlich als etwas das integrierend zuweilen totalitär ausgrenzt, mal mehr, mal weniger]. Das frühere Jugoslawien zerbarst über Klüften, die durch einen religiösen und ethnischen Fundamentalismus aufgerissen wurden, für den der Völkermord die einzige Antwort zu sein schien. [Insofern sind diese, eventuell mehrheitlich gutgesinnten Menschen, gut beraten, die betriebene kulturelle Formung der Hilfesuchenden mit noch mehr Augenmaß zu betreiben – und vor allem noch mehr Interesse für deren Herkunftskultur zu entwickeln, sich auf die Herkunftssprachen und Gebräuche etc. – zumindest – einzulassen usw.].

Sicherlich gibt es offene und tolerante Kulturen und Gemeinschaften, aber ebenso existieren geschlossene, ausgrenzende und intolerante. Die These ist nicht neu, dass eine Gemeinschaft, je stärker sie wird, je geschlossener und vollständiger ihre Kultur ist [oder sich gibt], umso unwahrscheinlicher tolerant und offen ist [was auf viele Gemeinschaften in der BRD zweifelsohne zutreffend formuliert ist]. Gemeinschaften, die in einer gemeinsamen Kultur wurzeln, bieten vieles, wonach wir uns bei der Suche auch einer kulturellen Identität sehnen: Brüderlichkeit, ein Zusammengehörigkeitsgefühl, Homogenität, Verbindendes, Verdichtetes; starke Kulturgemeinschaften sind weitaus erfolgreicher als unverbindliche Netzwerke wie der Sierra Club, die Amerikanische Union für Freiheitsrechte oder Ärzte ohne Grenzen. [Mit dieser Aussage ist Ihnen, verehrter Leser, der Autor politisch bereits zu rechtslastig?].

Es gibt also eine natürliche und unvermeidliche Spannung zwischen den Werten einer Kulturgemeinschaft und den Werten einer Kulturgemeinschaft und den Werten einer offenen Gesellschaft, zwischen Identität und Demokratie. Staatsbürgerschaft ist die Identität der Demokratie, doch sie ist weniger widerstandsfähig als beispielsweise Rasse oder Religion. Etwas anderes zu glauben wäre Wunschdenken. Die Demokratisierung unserer kulturellen Gemeinschaften schwächt diese unvermeidlich, obwohl sie dadurch weit weniger verwundbar für Missbrauch gemacht werden und weitaus mehr mit fortschrittlichen liberalen Idealen zu vereinbaren sind. Ein Jugendwanderclub, geschweige denn der Sierra Club, wird seine Mitglieder nicht derart binden wie die Hitlerjugend – Gott sei Dank. Rationale Orientierungen fördern nicht unbedingt emotionale Bindungen an die Demokratie, obwohl auch die Demokratie stabile, sich kulturell identifizierende Mitglieder braucht.

Kein Amerikaner kann der verführerischen staatsbürgerlichen Sprache eines Alexis de Tocqueville widerstehen, der die lokale Dynamik von Demokratie in Amerika in ihrer kindlichen Form eingefangen hat: starke örtliche Gemeinschaften, die aus engagierten Bürgern bestehen. Engagierte männliche Bürger, wohlgemerkt: engagierte männliche, weiße, protestantische, grundbesitzende Bürger. Würde man eine Frau oder einen Afro-Amerikaner nach der Dynamik der amerikanischen Demokratie in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts fragen, als Tocqueville seine geschickt verfasste Beschreibung publizierte, würden diese sagen: “Demokratie für wen?”. “Nicht für uns.” Die von Tocqueville gefeierte Widerständigkeit der Gemeinde wurde in Wirklichkeit durch Ausgrenzung und Homogenität erkauft, durch Sklaverei und die Verweigerung der bürgerlichen Rechte der Frauen. Unser staatsbürgerliches Gebilde ist heute weitaus integrierender, weitaus umfassender, weitaus vielfältiger. Aber weniger engagiert, weniger im Besitz gemeinsamer Werte, weniger in der Lage, sich als einzigartige Gemeinschaft zu verstehen. Der Handel, den wir in Amerika eingegangen sind, bestand in der Aufgabe eines widerständsfähigen, aber auf lokaler Gemeinschaft basierenden und damit oft auch ausgrenzenden bürgerlichen Engagements zu Gunsten einer integrierenden multikulturellen Gesellschaft, die ebenso staatsbürgerlich farblos wie staatsbürgerlich frei war – befreit von der Sklaverei, aber auch ohne Verbindendes. [Zypern hier angekommen in Betracht gezogen, könnte eben Gesagtes in etwa so formuliert werden: – befreit von den Briten sowie den Osmanen, aber auch ohne viel Verbindendes zwischen den beiden Volksgruppen]. Die amerikanischen Südstaaten waren, wie jeder Leser des großen amerikanischen Klassikers “Vom Winde verweht” weiß, vor dem Bürgerkrieg tatsächlich das Zuhause einer aristokratischen und zutiefst amerikanischen Kultur, in der die Familie, die Kirche und die Gemeinschaft vielleicht fester verwurzelt waren als irgendwo sonst in Amerika – zum Preis der Sklaverei und der Unterordnung von Frauen unter männlich dominierte Sitten [siehe hier auch Zypern. Einen guten Eindruck zu dieser eben geschilderten Befindlichkeit gibt das Buch “Proleten” von Kaisar …]. Als eine Gemeinschaft war der Süden den neuen Industriestädten des Nordens weit überlegen, wo die Proletarier oft wirtschaftlich schlechter lebten als manche Haussklaven im Süden. [Was uns nun vielleicht so in etwa verstehen lässt, warum in Gesprächen mit älteren Zyprern immer wieder die angeblich vorhandene Zweisamkeit und Zusammenhalt der beiden Volksgruppen auf Zypern, noch bevor die Briten sich zurückzogen, beschworen wird].

Wenn wir über die Taliban in Afghanistan oder den Irak reden, müssen wir auch unsere eigenen staatsbürgerlichen Seelen prüfen. Mit unserem Stolz auf die Demokratie liegen wir nicht falsch, und sie liegen nicht richtig mit ihrer Intoleranz gegenüber Pluralismus und Freiheit. Aber wir müssen unsere demokratischen Verfahren richtig und wirklich ordnen, um deren antidemokratischer Rhetorik wirksam zu begegnen. Wir müssen uns nicht Huntingtons Prognose eines Kampfes der Kulturen anschließen: Unsere eigene Existenz umfasst alle die Spannungen und Widersprüche, die er dem “Anderen” zuschreibt. Auf unserer linken Schulter sitzt unser eigener Teufel, der mit den guten Engeln auf der rechten Schulter streitet. Schon Lincoln wusste, dass wir die Ursachen unserer Probleme während unseres eigenen großen Bürgerkriegs nicht im Ausland und in fremden Kulturen suchen mussten [siehe hier die Zypernfrage, von der nicht wenige auf Zypern annehmen, dass vordringlich äußere Kräfte das Problem kreierten]. Er wusste, dass wir für das im Namen unserer Freiheit begangene Unrecht mit eigenem Blut bezahlen würden.”

Das Blutvergießen in Rede darf keinesfalls als zukünftige Realität temporär auf Zypern ausgeschlossen werden. Auch daher ist es um so wichtiger, dass sich beispielsweise institutionell schleunigst etwas ändert. Man könnte ja damit beginnen, die Kirche endlich aus dem politischen Tagesgeschäft zu entfernen. Und sollte dieser Schritt einigermaßen begangen worden sein, böte es sich durchaus an, eine diplomatisch geschicktere Haltung gegenüber ALLEN Nachbarn einzunehmen. Es böte sich beispielsweise an, mit größerer Distanz, die man allgemein einnimmt, sich als Ansprechpartner in der Region zu profilieren. Die übertriebene Nähe zu Griechenland und Israel verunmöglicht es wahrscheinlich eher, für Anrainerstaaten im Nahen Osten Nikosia wirklich den Stellenwert einzuverleiben, den es sich wünscht in der Region des südöstlichen Mittelmeers.

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Präsident Anastasiadis trifft sie gerade alle.

Endlich angekommen in der Welt der politisch Großen?

Gewiss! Gewiss!

Sogar mit Palästina will er sich jetzt ins Benehmen setzen, und zwar wegen der viel gepriesenen Brückenfunktion, die zwischen Europa, Asien und Afrika unbestreitbar einzunehmen ist für die Republik Zypern. Mit Jordanien trifft man sich sowieso, unterzeichnet kräftig Abkommen und mancher Leser könnte sich wundern wegen so viel Engagement mit Amman, wo Jordanien ja nicht unbedingt am Mittelmeer liegt. Gleiches gilt in etwa auch für Ägyptens Führung, welche den EU-Rechtsnormen nun wirklich nicht entspricht. Fehlt eigentlich nur noch, dass die Türkei ins Boot zyprischer Diplomatie kommt – Israel, Griechenland und Libanon sind sowieso schon diplomatisch versorgt in der Region mit dem Notwendigsten aus Sicht Nikosias; ja, sogar Nordzypern selbst und womöglich auch kurdische Verbände und Organisationen wären da durchaus noch dazu zu zählen, vielleicht sogar der ‘gute’, ‘nette’ Herr Assad? Letztere Verhandlungspartner sollen möglichst nicht in die Medien, also weg mit angeblichem Syrien- und Kurden-Kontakt der zyprischen Diplomatie?

Die Kurden könnten auf Zypern womöglich mit ihren Forderungen nach einem freien Kurdistan stillhalten, bis Ende 2016 die Wiedervereinigung auf Zypern ausbricht. Nach Berichten der deutschen Tagezeitung Welt sollen Öcalan-nahe Organisationen der Kurden ja sogar in Berlin–Reinickendorf neuerdings ein Büro eröffnet haben. Der ‘Botschafter’ darin ist Herr Sipan Ibrahim.

Dass die Kurden noch immer nicht miteinander können, also diejenigen aus Syrien und dem Irak, wie Herr Ibrahim dem Journalisten der Welt erzählt haben muss, bezeichnen nicht wenige als typisch. Dass Herr Ibrahim nicht all zu diplomatisch geschult oder beschlagen zu sein scheint, zeigt folgendes: Zuerst leugnet er, dass ein kurdisches Staatsgebilde in Rojava entstehen soll und dann erzählt er im Verlauf des Interviews, dass es schon schön wär, so ein eigener kurdischer Staat mit Flagge, einer nationalen Fluglinie etc.

Typisch.

Gewiss sind auf Zypern vermehrt Politiker anzutreffen, die finden, die kurdische Botschaft in Berlin gehörte eigentlich nach Nikosia oder zumindest nach Limassol verlegt. Bei so viel diplomatischem Engagement der Zyprer in der unmittelbaren Region fragt man sich wirklich, was Herr Siban Ibrahim davon halten würde. Die Kurden, wird gemunkelt, hätten prinzipiell und seit Jahrhunderten ein Problem, welches da ist: Letztendlich, und egal wie bescheiden und moderat sie auftreten mögen, schaffen sie es irgendwie nie – unter sich -, sich mit dem Spatzen in der Hand zufrieden zu geben! Den Zyprern könnte eine Einigung des Landes da doch schon eher gelingen, wenn … .

Allerdings spricht der Türkischzyprer Akinci, Präsident von Nordzypern, bereits ohne Rot im Gesicht zu werden davon, dass ein wieder-vereintes Zypern Ende 2016 dann wohl doch in den Frühling 2017 verschoben werden wird.

Vielen erscheint diese zeitliche Verlegung dieses Events, oder wie dazu gesagt werden darf, durchaus nachvollziehbar; und man stellt sich daher wahrscheinlich besser weiterhin auf St. Nimmerleinstag ein, der ja immer im Frühjahr sein soll.

Der Zusammenschluss britisch-türkischer Zyprer hat den folgenden offenen Brief an Präsident Akinci geschrieben:

Lieber Präsident Akinci!

Der Zusammenschluss britisch-türkischer Zyprer unterstützt die von der UN unterstützen Verhandlungen und deren Ziel, eine Lösung zu finden, die lebensfähig sein wird für Zypern. Doch im Licht der derzeit gegebenen Zerrissenheit bei den Verhandlungsgesprächen haben wir einige wirkliche Bedenken, die als Bedrohung des Friedens und der Prosperität der Türkischzyprer gesehen wird – und daher Zweifel am Bestand irgendwelcher getroffener Vereinbarungen, danach, aufwirft.

Vor dem Hintergrund, dass die Türkischzyprer letztlich ihren Entscheid an der Wahlurne abgeben werden, am Tag des Referendums nämlich, lässt unsere Abwesenheit und zu vermissende Repräsentation während der Gespräche diese als komplett undemokratischen und unfairen Prozess ausmachen. Den Türkischzypren war 2004 wenig Zeit gegeben worden, den Annan Plan zu absorbieren. Ebenso diesmal. Unsere Leute wurden und sind nie Teil einer verlässlichen Information, oder Teilnehmer bei einer Entscheidung gewesen, die ihre Zukunft angeht und ihre Sicherheit. Daher können sie sich nur jenen Politikern anschließen, über welche Sie sich kürzlich beschwerten, [Herr Akinci], diejenigen [nämlich], die ein NEIN wegen der Intransparenz des Verhandlungsprozess’ und der Unsicherheit formulieren – diese [Art Anschluss] auch wegen der widersprüchlichen Medienberichte der Griechischzyprer, [welche die von Ihnen an uns gegebenen, spärlichen Informationen nicht widerspiegeln].

Was die letzte Volkszählung angeht, beträgt die Anzahl von Turkischzyprern in Nordzypern 286,257 Personen. Es wurde allerdings verkündet, es seien 220,000, die die Obergrenze für ein Recht aufs Bürgerrecht hätten sowie an Wahlen teilzunehmen. Diese Angelegenheit stattet den Anfang einer vollzogenen Vereinigung mit Limits aus, welche die Entwicklung und Zukunft der Türkischzyprer beschneiden. Außerdem ist nicht verständlich genug dargelegt, wer denn nun bitte sehr das ‘Glück’ erhält, ein Bürgerrecht zu erhalten und wer sich erneut darum zu bemühen hätte. Letztere werden unter den gesetzten Limits voraussichtlich einen demoralisierenden Kampf aufzunehmen haben. Und wir betrachten diese Angelegenheit als ziemlich feindlich von Seiten der griechischzyprischen Administration, die über unser Erbe und Recht an Teilhabe entscheidet.

Wen schlagen Sie denn vor, den oder die es von Wahlen und Bürgerrecht auszuschließen gilt?

Wie können Sie [es wagen], ihre eigenen Leute vom Rückkehrrecht zu beschneiden, um in ihrem eigenen Land zu investieren?

Nun, schließen Sie die türkisch-zyprische Diaspora etwa ganz bewusst aus, die wahrhaft ein wirkliches Interesse am Verlauf des ganzen Verhandlungsprozess hat?

Wir haben zwei Pässe und haben Eigentum in Nordzypern. Wir versehen weiterhin unseren Militärdienst und zahlen Steuern in Nordzypern.

Ist das fair?

Wir verlangen, dass die Griechischzyprer denselben Prinzipien folgen!

Haben Sie das Vermögen der religiösen Stiftungen (Evkaf), welches von Griechischzyprern, während der Herrschaft der Briten auf Zypern, illegal angeeignet wurde, auch diskutiert am Verhandlungstisch sitzend oder wird dieses Vermögen einfach so an die Griechischzyprer übergeben werden?

Der klar größte Sorgenpunkt der Türkischzyprer geht das Eigentum an, in dem sie selbst leben oder wohnen. Im Gegensatz zum Annanplan, ist es jetzt so, dass unsere Leute mit eigentumsrechlichen Klagen der Griechischzyprer rechnen müssen, wenn sie mit Ja stimmen. Letzteres würde die Wirtschaft Nordzyperns zu einem Halt bringen und ein nahezu endloses Prozessieren vor Gericht folgen lassen. Wenn dieses Szenario aufs Trapez kommt, wer wird dann die “Kompensation” für diese Rechtsansprüche finanzieren?

Das alles wird zweifellos zivilen Unmut entfachen und ökonomische Verluste nach sich ziehen.

Und dann: Wurden die Verluste der Türkischzyprer, während der Periode 1963 – 1974, die erlitten wurden, beziffert und erwähnt am Verhandlungstisch?

Wird es eine permanente Ausnahmeregelung vom EU-Gesetz geben, um die Kontinuität der Bi-Zonalität [des neuen Staatsgebildes] zu konsolidieren und zu bestätigen?

Vor dem Hintergrund der Unsicherheit des EU-Status, wegen dem Brexit, können Sie da auch nur den Verzicht auf den Anspruch der Türkei eine Garantiemacht zu sein ansprechen?

Des Weiteren: Die Zunahme des Nationalismus unter den Griechischzyprern und das global entstandene Anti-Muslim-Sentiment werden unsere Leute völlig ungeschützt lassen und isoliert.

Wir brauchen eine Vereinbarung, die Stabilität und den Türkischzyprern eine Zukunft bietet. Wir müssen fühlen, dass ein Ja oder Nein, welches in letzter Minute für einen Deal abgegeben werden soll, an dem wir gar nicht eingebunden sind, kein Teil eines stabilen Systems sein kann. Und so etwas gehört den Leuten aber – eigentlich – angeboten!”

Das schreibt Ersu Ekrem in der LGC online.

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Für all diejenigen, denen es was sagt oder gar bedeutet: Der wenig umweltfreundliche Freizeitpark in Rust am Rhein, dessen Vergrößerung noch aussteht, weil unbedingt noch eine monströs große Badelandschaft irgendwie angeschlossen werden soll als weitere Megaattraktion, soll der Welt “bester” Freizeitpark sein. Diesen Titel hat man – wer auch immer – diesem, wie gesagt, wenig umweltfreundlichen Projekt namens Europa Park Rust verpasst.

Russland und die USA scheinen den Kurden, vordringlich dieser Volksgruppe, auch etwas Zeit des Leidens verpasst zu haben und Baschar al Assad – dem Schlächter von Damaskus – eine Ruhepause. Letzterer strahlt gewiss über beide Arschbacken darüber, ich vermute so, wie auch sein wahrscheinlich zukünftiger Wieder-Freund, Receb Tayyip Erdogan, der Dorfislamist vom Bosporus.

Und wie jetzt bloß thematisch den Sprung nach Zypern erwischen?

Vielleicht über die Erwähnung, dass in Kandern bei Basel letztes Wochenende auf dem sogenannten Budenfest man sich mühen musste, wird geschrieben, einen Sitzplatz zu ergattern. So viel Andrang war da, wahrscheinlich, um sich von den Sorgen und Nöten in der Welt und im Alltag abzulenken.

Klar, nicht nur, aber dann halt doch auch!

Die Badische Zeitung tönt, es war ein großes, tolles Fest. Alle Stände verzeichneten einen guten Umsatz – allseitige Zufriedenheit!?

Marios Adamou tönte in der griechischsprachigen Antinews-Zeitung bereits groß, der türkischzyprische Präsident Akinci und der griechischzyprische Präsident Anastasiadis hätten sich in der Frage geeinigt, wie das vereinte Zypern denn regiert werden würde, käme es zustande. Liest man dann allerdings den Artikel mit der reißerischen Überschrift “Neue Übereinstimmungen in Sachen Regierungsform” weiter, ist zu erkennen, dass sich wenig bis gar nichts bewegt haben dürfte.

Es hätte alle Beteiligten wohl auch sehr verwundert, wenn da was Wesentliches gelaufen wäre zwischen Akinci und Anastasiadis. Akinci, schreibt Adamou, habe zum Ausdruck gebracht, “dass die Türkischzyprioten von den Griechischzyprern erwarten, den Verhandlungsprozess in realistischen und logischen Grenzen zu führen.” Adamou zitiert Akinci, nach dem er ausgeführt hat, dass Akinci auf die “4 Freiheiten” verwiesen habe: “Zum Beispiel die Freiheit”, sagt Akinci, “auf dem Markt; und die beim Verkauf von Immobilien, die fallen darunter und es gilt, dieselben entsprechend anzupassen. Ebenso ist das auch der Fall für andere Freiheiten. Es geht nicht an, dass es Beseitigungen von Rechten gibt, massenhaft Verbote; sondern Gerechtigkeit bei den Anpassungen hat zu herrschen. Und das ist uns wichtig! Unsere Empfehlung ist, es bleibt besser bei einem Staat mit zwei Gemeinschaften und Staatsgebieten. Das Letztere soll keinesfalls unter den Tisch fallen.”

Akinci glaubt indes noch an einen positiven Ausgang der Verhandlungen, schreibt Adamou.

In einer weiteren griechischzyprischen Tageszeitung, der Politis, ebenfalls von letztem Sonntag, wird die zuvor geschilderte Angelegenheit noch etwas klarer gestellt für den Leser. Akinci habe nämlich gegenüber der türkischzyprischen Presse gesagt: “Ich kann sagen, dass sich ein kleiner Fortschritt (in den Verhandlungen mit den Griechischzyprern) aufzeigt. Neue Übereinstimmungen zeichnen sich ab.” Des Weiteren: “Das wirkliche Ziel an jenem Tag war, einen Text zu verfassen, den wir so dann mit der (jeweiligen) Öffentlichkeit teilen.”

Na toll! So ähnlich dürften Sie darauf eventuell regieren, verehrte Leser. Glückwunsch! Manche unter Ihnen mögen denken: Das hätten Die auch billiger haben können, zumal zu befürchten ist, dass das, was da verlesen wird, eh schon 1000 und 1 Mal in den Zeitungen und Fernsehbeiträgen der Insulaner zu hören und zu lesen war.

Jedenfalls zitiert die Politis von letztem Sonntag an anderer Stelle erneut Akinci, der auf die Frage nach Neuerungen in Sachen Übereinstimmung, zu denen es gekommen sein soll in puncto Regierungsform, folgendermaßen Antwort gab: “Für uns ist es ein unverbrüchlicher Teil unserer Politik, (so auch) unserer Gleichheit. Es gab heute keine irgendwie geartete Übereinkunft bei diesem Thema!”

Eine wirklich interessante Frage, welche die Politis im Gespräch mit Akinci aufwirft, ist indes die nach der Umstellung auf Winterzeit. Bekanntlich wird die Türkei dieses Jahr die Zeitumstellung nicht mitmachen. Der kleine Bruder namens Nordzypern wäre dann doch wohl aufgefordert, dem großen Bruder unzweideutig zu folgen, der ihn schließlich nährt und anerkennt? Akinci antwortete aber, dass mit Blick auf den Wiedervereinigungsprozess, der ja unterwegs sei mit den Griechischzyprern, es ausgeschlossen ist, die Umstellung nicht mitzuvollziehen wie der Rest Westeuropas. Schließlich sei Zypern auch in einer anderen Gegend gelegen als die Türkei, es sei etwas Eigenes.

Mal sehen, wie lange Herr Akinci daran festhalten wird. In der Türkei laufen inzwischen Ermittlungen gegen den einstigen Präsidenten der Türkischen Republik, Gül, und den letzten türkischen Ministerpräsidenten, Davutoglu. Verseht sich, dass Letzteres noch nicht offizielle Lesart in Ankara ist. Doch, da enge Mitarbeiter der beiden erwähnten türkischen Politiker bereits ‘eingesackt’ wurden und werden vom Regime, und die Gerüchteküche auch munkelt, dass Akinci auf dem Radar erdoganscher Säuberungen stehen soll, ist da vielleicht doch mehr als ein Funke Wahrheit dran, nämlich, dass in Bezug auf Akinci, sich seine Meinung bezüglich der Winterzeit doch noch umformen lassen könnte – ferngesteuert aus Ankara und mit, sozusagen, fethulla-gülschem Druck, den Erdogan & Co dann vielleicht ausgeübt haben könnten. Wir werden uns überraschen lassen dürfen. Es soll ja so manchem Politiker gelingen, von einer Haltung zu einer komplett entgegengesetzten zu gelangen – in Sekunden zuweilen!

Zuletzt: Dass die EU scheinbar (mal wieder) vorhat, zuzusehen, wie in den nächsten paar Monaten Kurden in der Türkei – überwiegend schuldlos – getötet werden, ist dieses Zu- oder Wegsehen wohl auch wegen ihrer betriebenen Politik im Jemen, Palästina, Irak, Afghanistan, Libyen etc. inzwischen wirklich und somit mit Schrecken als symptomatisch zu bezeichnen.

Gestern am 11. September müsste nach mindestens 15 Jahren politischen Versagens – nahezu – hoffentlich mal jemand klar geworden sein in Brüssel, dass sich sooo verhaltend, die nächste Generation Freiheitskämpfer, die andere Leute Terroristen nennen, geradezu und zwangsläufig hochgezogen wird.

Und was wär eigentlich, wenn irgendjemand demnächst erforscht haben will, dass der zunehmende Rechtsradikalismus in Europa nicht mit den Flüchtlingen allein zu tun hat, sondern vor allem darauf fußt, dass – wie gerade wieder in Syrien seit gestern – vorrangig jene Politiken betrieben werden, die auffällig viel (kriegerischen) Materialverbrauch haben und nahe an gewissen Ressourcen gelegen so stattfinden?

Die Umweltministerin Deutschlands, die neuerdings und endlich hörbar fordert, dass ihr Ressort in den ‘großen’ Entscheidungen, die gefällt werden in Berlin, mit einbezogen wird – gern federführend, finde ich -, gehört in ihrem Unterfangen unbedingt unterstützt!

Irgendjemand muss den Raubbau an Menschen, Flora und Fauna in verträglichere Bahnen lenken! Der Freie Markt wird es jedenfalls nicht tun. Und frei ist dieser Markt sowieso nicht. Er ist das langweiligste Gebilde überhaupt: vertikal. Also unten arbeitet nach oben und oben teilt nach unten, nach belieben bestens, wie es zunehmend den Anschein hat, aus!

Europa Parks und Budenfeste sind manchem in der derzeitig verzwickten, weltpolitischen Lage der I-Punkt der Dekadenz! Wie jemand zuvor am Nebentisch reklamierte, der aus Kroatien stammt, und sagte: “Die Leute hier, die saufen sich zu bis oben hin am Budenfest. Man kann sich gar nicht durch die Menge auf dem Marktplatz wagen, weil andauernd wird man angehalten, ein Bier, ein Gläschen Wein oder sonstwas mitzutrinken. Bei uns in Kroatien, wir tanzen, wir reden, wir lassen uns nicht so ungehemmt volllaufen!”

Auch das Volllaufenlassen an Festtagen dürfte seine Gründe haben, eben wohl auch darin, dass die betriebenen Politiken, irgendwie verarbeitet werden müssen, dass die Menschen spüren und erkennen, dass sie als Deutsche – zumindest in Europa, Afrika und Asien – längst nicht mehr so gern gesehen werden; und das alles zu einem Preis, der vermehrt schlechte Arbeitsverhältnisse und Löhne etc. für sie bedeutet.

Schon blöd, wenn (vermeintliche) ‚Größe‘ erreicht und gehalten wird, indem man an sich selbst nagt – zunehmend!

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