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Archive for Dezember 2015

Unser Bild 2015

LIEBE LESER,

EIN GUTES, FRISCHES UND RECHT BUNTES NEUES JAHR – IHNEN!

NACH KURZER DURCHSICHT ALL DER BILDER, DIE ICH SO SCHIEẞE, WAR DER ENTSCHLUSS SCHNELL GEFASST: DIESES BILD SOLL ES SEIN UND KEIN ANDERES FÜR 2015!

ES IST EINFACH ZU SCHÖN, UM WAHR ZU SEIN. DIESE WIESE MIT DIESEM BAUM, DIE GIBT ES MITTEN IN BERLIN – NEUKÖLLN AUF DEM EHEMALIGEN GRENZVERLAUF, EIGENTLICH SCHON EHER HINTERM DAMALIGEN GRENZVERLAUF, IN DER GRÜNEN LÜCKE DER HEIDELBERGER STRASSE.

EIN GUTES NEUES JAHR,

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Bezüglich der Kandidatur Zyperns, die Präsidentschaft der 71. UN-Hauptversammlung durch Herrn Andreas Mavrogiannis zu bekleiden, sprach Herr Asselborn, der Außenminister Luxemburgers, der Zypern besuchte, seine volle Unterstützung dieser Kandidatur gegenüber dem Außenminister Zyperns, Herrn Kasoulidis, aus.

Die ziemlich rechtsgerichtete zyprische Tageszeitung Simerini will bei einer Umfrage am 16. und 17. Dezember ermittelt haben, dass drei Viertel der Zyprer eine Art Militärbasis der Russen auf Zypern durchaus beführworteten. Die Regierung solle daher besser noch engere Beziehungen zu Moskau anstreben. Bekanntlich ist Russland im Monat November 2015 Hilfe für den Fall angeboten worden, dass beispielsweise in Syrien ein Kampfjet in Not gerät. Zwei Fünftel der Zyprer sollen in der Umfrage geantwortet haben, sie fühlten sich nicht mehr sicher, seit die Briten begonnen haben, von ihrem zyprischen RAF-Basispunkt aus, in Syrien Bombenangriffe zu fliegen.
Die obigen Umfrageergebnisse müssen allerdings mit Vorsicht zur Kenntnis genommen werden, raten wir.

Angeblich soll der prozentuale Anteil von Ausländern im Vergleich zur Bevölkerung in Zypern nach Luxemburg in der EU am höchsten sein. Eurostat hat das der Cyprus Mail zufolge in einer Statistik herausgegeben. Die meisten Ausländer auf Zypern kommen aus dem „Bruderstaat“, also Griechenland. Bekanntlich wollten Zypern und Griechenland mal zusammen gehen, was die Türkei zu verhindern wusste 1974.
Knapp 30 % der Ausländer in Zypern stammen aus Griechenland, knapp 24% aus Großbritannien, 14 % aus Rumänien, 11% kommen aus Bulgarien und knapp 5% sind Philippinos etc.

Kann gut sein, dass das sogenannte Asien-Inter-Connector-Kabel schon bald Israel mit Zypern verbinden wird. Das Kabel soll die Insel mit dem europäischen Festland verbinden, indem es von Kreta nach Zypern unter Wasser verlegt wird und davor vom griechischen Pelepones nach Kreta, davor wiederum von Serbien in den Pelepones etc. 2017 soll das Kabel dann so weit sein, dass die Verbindung bis nach Israel steht. Das Projekt wird vor allem dazu dienlich sein, die Versorgung mit Elektrizität zukünftig noch besser gewährleisten zu können in den angesprochenen Ländern und Regionen.

Den Chinesen wurde in Nikosia gerade der Rote Teppich ausgerollt – dem Außenminister Wang Yi. Interesse zeigte er jedoch ’nur‘ an den Häfen. Eine Hochrechnung soll zeigen, dass im Jahr so um die 120 Millionen chinesischen Touristen unterwegs sein sollen. Wang Yi ließ mit seiner Rechnung Hoffnung aufkommen, dass wenn lediglich 1% (1,2 Millionen) dieser Touristen nach Zypern käme, dann doch so mancher Wunsch der Zyprer erfüllt wäre.
Wie zu erfahren ist in der Cyrus Mail, soll der erste Präsident der Insel, Erzbischof Makarios, im Jahr 1970 China besucht haben. Das heißt, er ist somit auf Mao Tse-tung gestoßen. Was die beiden sich wohl zu sagen hatten?

Immer mehr kommt ans Tageslicht, dass die zyprischen Verhandlungen mit der Türkei und Nordzypern demnächst schon auf altbekannte Hindernisse stoßen – die Starrheit und die Kurzsichtigkeit. Dass es zu einer Vereinigung der Inselteile im Jahr 2016 kommen wird, wird wohl eher nicht der Fall sein, wenn Ankara (oder andere) nicht gezwungen sein werden, einen sogenannten U-Turn zu machen. Bekanntlich nähert sich Erdogan Israel gerade an. Israel, welches noch vor nicht all zu langer Zeit mit schlimmsten Worten von der türkischen Administration belegt wurde wegen den Toten, die es gegeben hatte, als nach Gaza Hilfsgüter gebracht werden sollten von einer türkischen Hilfsorganisation. Ankara spricht nun wieder von Freundschaft.
Die Opposition in der Türkei hat sich in diesen Tagen speziell auch auf diesen Widerspruch eingeschossen, wie in den türkischen Medien verfolgt werden kann. Dass in den von Kurden mehrheitlich bewohnten Gebieten der Türkei eine Art Bürgerkrieg tobt, scheint noch niemand so benennen zu wollen. Doch das ist nach allen dafür gängigen Kriterien der Fall.
Es gibt eben Unterschiede, doch vor allem Interessen.

Der Yachthafen in Larnaka ist beinahe ausgelastet. 350 Boote sollen dort vor Anker liegen. In der kleinen Stadt Zygi, unweit von Larnaka, hinterm Internationalen Airport auf dem Weg nach Limassol gelegen, gibt es einen noch wesentlich kleineren Hafen, der vor ein Paar Jahren erst fertiggestellt wurde. Wirklich schön gemacht, dachte ich die ganze Zeit. Vor kurzem war ich wieder mal dort, weil sich der Ort wunderbar eignet, um einen Spaziergang raus ins Meer zu machen – zum Leuchtturm. Leider bewahrheitet sich allmählich, was man sich vor ein Paar Jahren schon dachte, als die Hafenanlage erstmals begutachtet wurde: Da es keinen Abfluss zu geben scheint in der rechteckigen Konstruktion des Hafenbeckens zum Meer, schwimmt nun, wie befürchtet, vermehrt eine bislang noch nicht stinkende Ölschicht in den Ecken der Anlage und zwischen den vor Anker liegenden Schiffen. Leider schwimmt dort auch bereits sehr viel Plastik-Müll, der eigentlich untypisch ist für die reinlichen Zyprer.

Auffällig ist nämlich, dass beispielsweise öffentliche Toiletten strikt sauber gehalten sind im griechischsprachigen Teil – auch wenn einem wie in Limassol ein Polizist neuerdings begegnen kann im Auto sitzend auf einem Parkplatz nahe einer öffentlichen Toilette, der dann Ausweis kontrolliert und Autonummer aufschreibt, Fragen stellt, die Daten sofort per Handy durchgibt und dann sagt: Hier sind nämlich GAY (Homosexuelle). Auf die Frage, was das mit einem zu tun hat, und auf die Feststellung, dass hier ein öffentlicher Parkplatz ist, wo alle möglichen Leute parken, wie zu sehen ist, die wie man selbst Zeitung lesen oder sich unterhalten, berichtet ein Kollege, wird einem mit strenger Mine bedeutet, den Ort umgehend verlassen zu müssen.
Wäre dem Kollegen das dort nach vielen Monaten nun nicht bereits zum zweiten Mal passiert, auch noch mit dem selben Polizisten (mein Kollege war dort, wie auch schon beim ersten Mal, gerade angekommen und wollte das Auto verlassen, um so wie meist bei Kostas einen Kaffee trinken zu gehen), würde das Geschriebene hier nicht stehen.
Die Germaseio-Polizeistation muss also einen Polizisten abgestellt haben, der Ausländer und/oder „Gay“ jagt. Die anderen Leute in Autos dort, die kamen und gingen und offenbar Zyprer waren, wurden nicht behelligt, beklagt er sich.

Man kommt nicht umhin, wieder an das Buch von Kaisar V. Mawratsas (zu haben bei Amazon) erinnert zu werden, der darin beklagt, dass die Homophobie in Zypern ihre ganz eigenen Blüten treibt. Und der Hass gegen Ausländer sowieso. Es sind aber glücklicherweise nicht alle Zyprer so drauf, nur ist es schon sehr bedenklich, wenn auf gewisse Bevölkerungsgruppen offensichtlich verdeckt Jagd gemacht wird. Und mein Kollege ist dessen in Germaseio/Limassol nun zufällig bereits zum zweiten Mal Zeuge geworden.

Er sagt: „Eine Woche, nachdem ich dort das erste Mal so unschön aus heiterem Himmel kontrolliert worden bin, parkte ich das Auto woanders, wesentlich weiter weg vom Kostas. Diesmal [2015] hatte ich den Vorfall schon längst vergessen und dort, wie alle anderen auch, aus Gewohnheit das Auto erneut geparkt.
Jedenfalls musste ich an jenem Tag vor ein Paar Monaten des neu gewählten Parkplatz wegen dennoch an dem Parkplatz mit Toilette vorbei vom Weitem, um zu Kostas zu gelangen. Geschockt sah ich aus sicherem Abstand, wie zwei Polizeiautos vor der Toilette plötzlich hielten, drei Beamte in das Toilettengebäude stürmten und einen Mann mittleren Alters herausholten, den sie ohrfeigten sowie mittlerweile 3-4 weitere Jugendliche, die vor ihren Autos stehend, sich unterhalten hatten.
Inweiweit die Betroffenen mit den unflätigen Beschimpfungen der Polizisten („Puschti“, „Malaka“) zu tun hatten, kann nicht gesagt werden. Sie hatten ihre Autos jedenfalls nicht in unmittelbarer Nähe zur Toilette geparkt. Überhaupt ist dieser mit Bäumen umsäumte Ort vor allem im Sommer eine Wohltat. Schatten ist dann ein kostbares Gut. Ruhig ist es dort auch, nicht all zu viel Lärm und praktisch kein Verkehr, sodass nicht wenig Leute dort mit WauWau Gassi gehen oder ihre Zeitung lesen.
Kurz: Der Verdacht scheint sich zu verhärten, dass Schwule und Ausländer, die arabisch, afrikanisch oder asiatisch aussehen, Gefahr laufen, von Seiten der Polizei ganz offen diskriminiert zu werden.“

Das Geschilderte ist also eindeutig ein Fall für unsere Zypernundmehr-News!

Die CYTA soll privatisiert werden, so auch die Elektriztiätsbehörde AEK. Die CYTA ist die zyprische Version der Telekom. Die Mitarbeiter demonstrieren. Sie bestehen auf Sicherheiten, von denen der Finanzminister sagt, sie seien veraltet, stammten aus einer Zeit, als man sich so etwas noch leisten konnte.

Was die Europa 2020 Strategie angeht, ist Zypern im Verzug, den Zeitplan einzuhalten. Die meisten Abgänger von Universitäten und anderen Schultypen, die danach keine Arbeitsstelle finden, gäbe es EU-weit in Zypern.
Die Europäische Kommission hat einen Plan ausgearbeitet, wie der Europäische Struktur und Investment Fond den Insulanern aus der Klemme helfen kann. 14.000 zyprischen Jugendlichen glaubt man so, helfen zu können. Die meisten derer, die davon profitieren (9.000), werden ‚wirklich‘ junge Menschen sein. Außerdem sollen ungefähr 600 kleine und mittelgroße Unternehmen Zuwendungen erhalten in diesem Zusammenhang. Das wird voraussichtlich 1.200 Arbeitsstellen kreieren. Allerdings wurden lediglich 15 Millionen Euro dafür bereitgestellt.

Wie sich herausstellt, tun sich zyprische Vereine und Unternehmen schwer, ihren Beitrag zur Sozialversicherung auch dieses Jahr wieder abzuführen. Mehr als 200 Millionen Euro will der zyprische Fiskus demnächst überwiesen sehen.

Der Prozess, der die Misshandlung eines Inhaftierten im Polizeigewahrsam von Chrysochous behandelt, hat begonnen. Mit Spannung wird das Urteil erwartet. Im TV war letzten Sommer über Tage hinweg zu sehen, wie zwei zyprische Beamte in einer kleinen Zelle unbarmherzig zuschlugen und zutraten. Der Inhaftierte hatte sich nicht gewehrt, darum gebettelt anstatt, man möge damit aufhören.
Fälle dieser Art kommen in Zypern leider noch immer zu häufig vor. Die Herrn in Uniform scheinen nicht genügend gut vorbereitet zu werden für ihren verantwortungsvollen Dienst. Die Knäste müssen – milde gesagt – ein Horror sein.
Gelegentlich kann Polizisten dabei zugesehen werden, wenn ohne Blaulicht an zu haben, riskante Fahrmanöver auf den Straßen oder der Autobahn unternommen werden. Die gebotene Höflichkeit im Umgang mit Bürgern ist auch sehr oft nicht gegeben. Gedutzt zu werden, scheint dabei noch das geringste Übel zu sein, wie zu hören ist.

Evgenios Hamboullas, der MP der Regierunspartei DYSI, soll nach Angaben der Cyprus Mail als Folge der Proteste gegen sein kriminelles Verhalten, noch mehr Bilder hochgeladen haben, die ihn vor einem Tisch sitzend zeigen, auf dem Singvögel darauf warten, gegessen zu werden. Die Unsitte, Vögel in mickrigen kleinen Käfigen zu halten, ist in Zypern auch sehr verbreitet. Ihr klägliches Piepsen ist ja so schön!?

Weihnachtszeit ist ausgebrochen. So ungefähr scheinen es die Inhaber der einst berühmtesten Shopping-Straße in Nikosia zu empfinden dem Vernehmen nach, der Makarios-Straße. Der Weihnachtsmarkt würde ihr Geschäft strangulieren, sagen sie. Der Markt soll vom 30. November bis zum 7. Januar 2016 andauern. Dass die Geschäftsinhaber noch dieses Jahr mit ihrem Protest vor Gericht durchkommen, erscheint fragwürdig. Dass das viele Beton, welches in unmittelbarer Nähe zur Makarios-Straße am Elefteria Platz Gestalt annimmt, den dort gefällten Bäumen einen Platz lässt, ist allerdings ebenso fragwürdig.

Die WHO und das Gesundheitsministerium Zyperns liegen im Clinch. Letztere hat entschieden, die Kooperation mit der WHO aufzukündigen. Angeblich sei die Kündigung dieser Kooperation in Absprache mit Brüssel erfolgt. Das Geld, welches die WHO bislang zuschoss, soll nun die EU schultern.

Ihnen eine frohe Weihnacht!

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Es besteht Hoffnung, dass die Zypernfrage bald zu den Akten gelegt werden kann. Es besteht in Teilen der Administration der Republik Zypern noch immer eine Zugeknöpftheit, die an ‚gute‘, alte DDR-Zeiten erinnert.

Ein Türkischzyprer fragte mich gestern das Folgende: „Wie können die Griechischzyprer erwarten, dass man sie als vollwertig nimmt in der Welt? Wie soll jemand daran glauben, dass sie sich geändert haben und das Gesetz respektieren?“

Der in Zweifel getauchte Wutausbruch dieses zyprischen Bürgers beruht auf der Tatsache, dass Herr Hamboullas Evegios auf seinem Facebook-Konto zu sehen ist, wie er vor einem Teller zum Essen bereit sitzt, der gegrillte Singvögel drauf hat.
Herr Hamboullas ist nicht irgendwer, sondern ein Abgeordneter der führenden DISY-Partei. Ein Mitglied des Umweltkommitees im Parlament ist er auch noch. Man stelle sich das mal vor! Im Umweltkommitee sitzt so ein Mensch und meint, es gehe niemanden etwas an, wen oder was er in sich stopft. Denjenigen, der ihm die Singvögel zubereitet und/oder verkauft hat, will der MP nicht preisgeben. Warum auch, wo der Staatsanwalt meint, anstatt ihm eine Strafe aufzubrummen, genüge:
„Die Strafe wird ihm die Wählerschaft präsentieren!“
Hä?
Weil was wenn die Wählerschaft diese Straftat wenig ernst nimmt, vielleicht sogar mehrheitlich der Meinung ist, dass dieses Gesetz eh abgeschafft gehört? Nicht umsonst ist Zypern für seine klebrigen Vogelfallen mit süßem Vogelpiepsen vom Band und ‚kulinarischen‘ Singvögel-Gerichten in der Kritik. Es handelt sich hierbei um eine Art Tradition der Insulaner, die auszurotten, nicht einfach zu sein scheint. Bei diesem Thema reagieren Zyprioten allgemein eher zugeknöpft.

Für die Außenpolitik, wie auch das Image der Insulaner, sind solche Vorfälle reines Gift. Ich erinnere das Gespräch an einem Postschalter in der Stadt Basel, wo die Angestellt sagte, die sah, dass das Päkchen nach Zypern geht:
„Dorthin, wo Singvögel gekillt werden, fahre ich ganz gewiss nicht!“

Wie gesagt, die Aufregung ist nicht allein wegen dem Verzehr von Singvögeln eines Abgeordneten der Regierungspartei entflammt, sondern auch, weil die Justiz der Republik Zypern nicht – vorerst zumindest – einschreitet, und anstatt ziemlich sonderbare Argumente für ihr Nichtstun in die Welt setzt.
Scheint aber nicht groß zu jucken, obgleich gesagt werden muss, dass sogar in der konservativen, politisch eher rechtsstehenden Fileleftheros Tageszeitung auf der ersten Seite drei zyprische Prominente mit Plakaten gegen den Verzehr von Singvögeln abgedruckt waren. Einer der Prominenten ist ein Schauspieler, der in einer sehr beliebten Fernsehsendung mitspielte, die wiederum in dem auf Deutsch verfügbaren Buch „Gesellschaft der Proleten“ von Kaisar Mawratsas analysiert und als Beweis des herrschenden Proletentums der Insulaner geradezu stellvertretend verwendet wird (verfügbar über Amazon: http://www.amazon.com/Gesellschaft-Proleten-Zypern-German-Edition-ebook/dp/B00W9WDSUG ).

Im Außenministerium Zyperns wird man im Gespräch zuweilen durchaus an das erwähnte Buch von Herrn Mawratsas erinnert. Dass es womöglich diplomatisch klüger wäre, sich an der EU-Zahlung von 3 Milliarden Euro an die Türkei zu beteiligen, um die Welle von Flüchtlingen in Schach zu halten, wurde geradezu klassisch, sozusagen, abgeschmettert. Altbekannte Rhetorik und ein abgehalftertes Feindbild prasselten hier thematisch angekommen nieder: die Türken okkupieren unser Vaterland, Erdoğan und seine Politik sind so und so und noch ganz anders etc. Keine Kompromissbereitschaft. Beinhartes Dagegenhalten. Zugeknöpft bis oben hin!

Dass sich Brüssel den zyprischen Anteil an den 3 Milliarden eh irgendwie reinholen wird, davon darf ausgegangen werden. Darüber kann wenig hinwegtäuschen. OK, großen Teilen der zyprischen Öffentlichkeit wird man dieses Detail vielleicht verschweigen und es entsprechend wahltechnisch ausschlachten können.
Doch was bringts der Sache?
Man sollte der Türkei vielmehr demonstrieren, dass an Zypern kein Weg vorbeiführt in der EU. Was hört man anstatt im Außenministerium: Wir haben den Türken bereits schon ermöglicht, letztens, überhaupt in Brüssel am Gipfel teilnehmen zu können.
Oh, wie toll!
Wenn ihr diesen Schritt schon getan habt, wäre es da nicht eher angebracht, sich als nächsten Schritt ganz offen zur Zahlung der 3 Milliarden zu bekennen – Zypern müsste dann mit einem Anteil von 500.000 Euro mindestens rechnen, der aber aus irgendwelchen Gründen sich durchaus auf 1 Million am Ende des Tages belaufen könnte.
So what?
Das muss einem doch wohl das hehere Ziel Wert sein, das Land zu einigen. Schließlich haben die Deutschen seinerzeit die DDR sogar anerkannt, um durch Annäherung das Eis zu brechen. Guten Willen zu zeigen, ist gefragt, doch im zyprischen Außenministerium scheint der Wind noch immer in die andere Richtung zu wehen – zumindest in dieser Abteilung im Gebäude.

Auch von daher ist die anscheinend tolle Entwicklung, die auf Grund der Verhandlungen zwischen den beiden Inselteilen inzwischen verzeichnet werden soll können, mit Vorsicht zu genießen. Anderen Quellen zufolge – türkischen, deutschen wie auch zyprischen – ist den Russen, wenn überhaupt, eine eventuelle Wiedervereinigung Zyperns im Jahr 2016 zu verdanken, die diese aber vielleicht gar nicht wollen.
Ja, die Angelegenheit namens Zypernfrage ist schon seit Längerem etwas kompliziert. Man hat irgendwann begonnen, einfach zu regelnde Dinge, zu verkomplizieren!

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Wie Putin, den Stolz Präsident Erdoğans herausfordernd, wiederholt betont, hätten sich die Türken gleich nach dem Abschuss des russischen Kampfjets vor kurzem nach Brüssel gewendet, anstatt zuerst mal in Moskau anzurufen, um die Sache zu erklären. Sie versteckten sich im Hinterteil der USA, glaube ich, als Aussage Putins vernommen zu haben.
Gestern sah ich im TV einen eher zynisch lächelnden israelischen Diplomaten neben Erdoğan stehen, der ziemlich amüsiert gewesen zu sein schien, den Türken als Bittsteller plötzlich auf dem Trapez zu haben. Erdogan ist offensichtlich des zunehmenden Drucks aus Moskau wegen bei den von ihm wenig gemochten Israelis angekrochen gekommen. Wenn das nicht ein eindeutiges Zeichen dafür ist, dass die Kacke am dampfen ist?

Der Sultan vom Bosporus muss sich allerdings noch fragen lassen, ob er den Bogen bewusst oder aus Dummheit oder Selbstüberschätzung überspannt hat mit dem Abschuss des russischen Jets? Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Ersteres vielleicht doch eher zutrifft – bewusst. Die Geschichtsbücher werden uns in einigen Jahren Auskunft darüber geben, nachdem die Archive geöffnet sind.
Jedenfalls: Die Crew um Erdoğan – wie auch er selbst – ist gar nicht so unausgeschlafen, wie man es vielleicht oft liest oder glauben mag. Das diplomatische Spiel der Türken ist wirklich beeindruckend und schlichtweg hoch interessant diese Tage. Im Irak weigert sich Ankara die paar türkischen Soldaten zurückzuziehen. Mit dem Iran will man einfach nicht. In Syrien wird man beschuldigt, den Erzfeind mit Waffen beliefert zu haben – den IS. Mit den USA ist man im Kriegseinsatz in Syrien. Von Deutschland erhält man Waffen und Ausbildung (siehe Kahramanmaraş). Und mit Israel nähert man sich gerade wieder an, wohl wissend, dass die Israelis allgemein recht flexibel im Kopf sind und ihre Rechenaufgaben im Allgemeinen machen etc.
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Herr Anastasiadis, Präsident der Republik Zypern, hat seine Rechenaufgaben mit dem zuvor erwähnten „Nein“ – in Sachen 3 Milliarden für die Flüchtlingspolitik der Türkei – zwar gemacht, aber dabei die Höhen und Tiefen der internationalen Politik und Diplomatie nicht ausreichend ausgelotet. In gewissen Phasen, wie denen, wo gewisse Abläufe immer brisanter und herausfordernder – in der Region Östliches Mittelmeer beispielsweise – zu werden scheinen, darf der Präsident Zyperns sich nicht hinter einem eher bequemen „Nein“ verstecken, sondern sollte im Verbund mit seinen Partnern genau diese partnerliche Stärke nutzen und versuchen, seine Partner auf die zyprische Seite zu ziehen und sie dort zu halten. Nikosia kann es sich nur schwer leisten, an gewissen Verhandlungstischen nicht mit dran zu sitzen. Doch genau dazu führt so eine zugeknöpfte Haltung, offensichtlich. Es wäre ansonsten vielleicht schon längst mach- und vorstellbar, dass Zypern an Verhandlungstischen sitzt, wie an dem der eben erfolgten „Mini-Verhandlung“ mit der Türkei in Sachen Flüchtlinge. Anastasiadis hat vielen von jenen, die sich manchmal fragen, ob die Türken in der Zypernfrage nicht doch richtig liegen mit ihrer Sicht der Dinge, mit seinem Entscheid („Nein“) erneut Nahrung gegeben.

Betrachten wir es uns doch mal nüchtern: Was wurde nicht schon alles verloren, hätte die Republik Zypern den EU-Beitritt der Türkei nicht zu konsequent mit verhindert? Hätte sie die Vereinigung der zyprischen Insel im Jahr 2004 nicht an die Mauer, die Nikosia in zwei Teile trennt, fahren lassen, wer könnte Zypern inzwischen sein – wahrscheinlich derjenige, der es angeblich sein will, nämlich: Der Ort der Geborgenheit, der Prosperität und des Vertrauens in der Region.

Wahrscheinlich würde die Türkei jetzt dennoch herumkrebsen, um ein Vollmitglied der EU zu werden, hätten sich die Griechischzyprer 2004 für ein „Ja“ zum Ananplan durchgerungen. Die Republik Zypern wäre nun aus dem Schneider, wenn einige EU-Staaten Ankara zu Recht kritisierten, und ihr den EU-Beitritt verunmöglichten. Die Zugeknöpftheit Nikosias verhinderte die Einnahme dieser diplomatisch vorteilhaften Position gegenüber der Türkei. Es verhindert/e indes auch, als Broker in eigener sowie in allgemeinen Angelegenheiten in der Region, ja sogar EU-weit, sich einen Namen zu machen.
Nicht von ungefähr scheint die zyprische Diplomatie auf Großbritannien wenig Einfluss nehmen zu können – ganz zu schweigen davon, dass ihnen dies im Bezug auf Deutschland gelänge. Aufgrund der geografischen Lage sowie der historischen Verbundenheit mit Großbritannien hätte Zypern durchaus das Zeug (gehabt), eine gewichtigere Rolle in der EU zu spielen. Und dieses Manko in der Diplomatie des Landes ist im Grunde schon der Fall, seit die West- und Ostdeutschen in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts darum miteinander um die Gunst der Zyprer rangen, ihren Interessenbereich auf Zypern absteckten. Nikosia hat damals diese einmalige Chance nicht genügend genutzt, sondern vor allem auf kleine, kurzfristige Gewinne geschielt. Die zyprische Diplomatie hat ihr diplomatisches Gewicht nicht ausgebaut, was im Grunde bis zum heutigen Tag sich abzeichnet.

Das alles im Lichte der Abkommen betrachtet, die mit Griechenland, Israel und Ägypten von Seiten der Republik Zypern vor ein paar Tagen geschlossen wurden, um das Erdgas, welches im Meer vor den genannten Staaten liegt, zu fördern, bleibt uns, schlicht weg zu konstatieren, dass der Druck auf Ankara erhöht werden konnte. Es darf wohl gesagt werden, dass die beiden trilateralen Abkommen, die Zypern und Griechenland jeweils mit Israel und Ägypten separat eingingen, auch, doch nicht nur, als ein Druckmittel in Richtung der Türkei zustande kamen. Und sie scheinen vorerst ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Sie zahlen sich eventuell aus, wenn zutrifft, dass Erdoğan vor Putins Racheplänen in die Hosen macht, wie man sagt.
Erdoğan kennt Putin instinktiv gewiss besser als manch anderer. Beide scheinen im Wesen verwandt zu sein. Und bereits hie und da vorkommende kleine Scharmützel mit den Russen, müssen Ankara, aber auch ihre Nato-Verbündeten, beunruhigen – wenn all das so oder ähnlich nicht einem Plan folgt, der von der Türkei und anderen eingefädelt wurde.
Betrachten wir aber besser weiterhin Fakten, anstatt in Vermutungen zu ersaufen.

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Das Erdgas, welches vor Zypern liegt, soll von reinster Qualität sein, wurde im Außenministerium Zyperns gesagt. Es ist also „reiner“ als das Gas, welches die Israelis bereits fördern oder die Ägypter gerade vor kurzem entdeckt haben. Merkwürdig erscheint, dass das zyprische Gas-Vorkommen, wenn überhaupt, dann von israelischen und US-Firmen gefördert und aufgefunden wurde und wird. Die italienische ENI soll ausgerechnet dort Bohrungen durchgeführt haben, wo leider nichts oder zu wenig zu finden war. Die Europäer sind also komischerweise nicht in diesem Boot – inwieweit die britische BP sich als europäisch sieht, sei dahingestellt. Bekanntlich drohen die Briten ja gerade mit ihrem Verlassen der EU, wenn sie diese und jene Sonderwurst nicht erhalten, wo sie doch eh schon zur Genüge EU-Sonderwürste verbraten. Es gilt abzuwarten, welchen sogenannten Kompromiss Brüssel mit London ausarbeiten wird.

Wenn der sehr kompetente und ganz und gar nicht zugeknöpfte Herr Zodiates im Außenministerium Zyperns richtig verstanden wurde, verlassen sich die Zyprer nicht auf eigene Expertisen, Experten oder andere Europäer in der Angelegenheit Erdgas unterm Meeresboden, sondern eben auf israelische und us-amerikanische Technologie. In den zyprischen Medien wird immer wieder vom Erdgas als eine Art Heilsbringer geredet. Dem schließen sich auch die meisten zyprischen Politiker an. Blöd nur, dass die Preise für Erdgas und Erdöl auf unabsehbare Zeit im Keller bleiben könnten. Irgendwie glaube ich persönlich daran, dass dieser Trend nicht allzu lange anhält.
Ja, ob denn jemand wisse, fragte ich, ob das „Afrodite“-Feld zur Erdgasförderung der Zyprer im östlichen Mittelmeer mit dem der Israelis und/oder Ägypter nicht irgendwie verbunden sein könnte da unterm Boden des Meeres, irgendwo? Vielleicht sei es ja auch daher so, wie manche in Zypern vermuten, dass beim Fördern, Finden und Feststellen der Menge etc. alles so langsam voran geht, während Israel indes fleißig fördert – und vielleicht ‚aus Versehen‘ große Mengen des Erdgas‘, welches Zypern eigentlich zustünde, absaugt?
Als Antwort darauf verwies der Direktor für Energie und Maritime Politik Zyperns, Herr George Zodiates, darauf, dass mit Ägypten ein Abkommen bestehe, welches genau solche Fälle regelt. Allerdings sei man mit Israel noch nicht zu einem Abschluss diesbezüglich gekommen.

Es gibt also auch in anderen Bereichen gemeinsame Bemühungen, die letztens Ausdruck in der „Athens Declaration“ fanden, wo Griechenland, Zypern und Ägypten sich versprechen, die vielen Worte festgehalten in Deklarationen und gegenseitigen Treffen, endlich umzusetzen. Es wird in der Deklaration unter anderem auch davon gesprochen, in Sachen Wissenschaft und im maritimen Bereich effektiver zusammenzuarbeiten. Schön wäre gewesen, zu erfahren, dass das einst am Governors Beach geplante ozeanografische Institut (oder wie es genau heißen sollte) endlich das Licht der Welt auf Zypern erblickt. Daran konnte sich anscheinend keiner erinnern, außer, dass mit Ägypten eine Fischfarm geplant sei. Zypern habe in Sachen Fischfarms langwährende und gute Kenntnisse. Das stimmt gewiss, aber Grundlagenforschung würde der Republik Zypern im Bereich Meeresforschung gewiss auch gut zu Gesicht stehen – ganz zu schweigen davon, dass es für eine See-Nation (Schifffahrtsflotte, Insellage etc.) so etwas doch wohl erforderlich sein dürfte!?

Nebenbei konnte erfahren werden, dass Präsident Sisi anscheinend von „Olivenhainen im Sinai träumt“. Jetzt wissen wir also, warum Herr Sisi auch Zivilisten, auf der Jagd nach Terroristen, im Sinai ‚wegräumt‘.
Bekanntlich ist die Bevölkerung des Sinai ethnisch etwas unterschiedlich zu der auf dem ägyptischen Festland. Die Peninsulaner vom Sinai sind eher Verwandte der Jordanier, Saudis oder Palästinenser als der der Ägypter vom Festland, was sich auch in ihrer Sprache niederschlägt. Diese ist dem Hocharabisch näher als das Ägyptische. Die indigene Bevölkerung im Sinai wird schon seit vielen Jahren von Kairo unterdrückt. Leute vom ägyptischen Festland haben dort im Allgemeinen das Sagen, und zwar auf allen Ebenen. Es ist den Beduinen des Sinais beispielsweise noch heute untersagt, mit Touristen Kontakt auf zu nehmen etc. etc. (Tourismus ist derzeit eh abgelassen worden, weil die ägyptische Armee schnellst möglich blühende Landschaften ‚freilegt‘, oder wie man es trefflicher nennen soll).
Ein wirklich ‚guter‘ Einfall des ägyptischen Präsidenten: „Olivenhaine!“
Ganz unmerklich hat Präsident Sisi wohl auch daher begonnen, entlang der Grenze zu Teilen Palästinas im Norden des Sinais eine Art Sicherheitsstreifen anzulegen? Viele Dörfer wurden dazu eingeäschert, um es mal euphämistisch zu umschreiben, so geschehen im Herbst 2015.

Wie wir alle lesen können, steht in der erwähnten Athens Declaration auch so etwas wie, dass die Integrität eines Landes zu schützen und zu gewährleisten sei. Diesen Punkt scheint Präsident Sisi wohl auf seine Weise zu beherzigen im Sinai. Wäre man sarkastisch, würde geschrieben stehen: Ihm gebührt ein Olivenzweig als Anerkennung seiner Dienste in Sachen Friedenspolitik – der Friedensnobelpreis!?

Scherz bei Seite: Zur Haltung der Republik Zypern zur Kurdenfrage konnte im Außenministerium leider nichts in Erfahrung gebracht werden, obgleich die Kurden ja bekanntlich auch in der Türkei leben, sowie auf Zypern. Nikosia scheint zu diesem Phänomen oder Volk keine Pläne oder Kontakte zu unterhalten. Wie sich herausstellte, hätte zu Erdoğan und zum sogenannten Parallelstaat (Gülens) vielleicht mehr Einblick in die Türkeipolitik der Republik Zypern erhalten werden können. Eigentlich hätte die Bitte, in diesem Bereich des Außenministeriums keine Tonaufzeichnungen zu machen, gar nicht ausgesprochen werden müssen. Es wurde außer allgemein bekannter Information nichts davon Abweichendes, Neues, mitgeteilt. Wahrscheinlich wurden die ‚falschen‘ Fragen gestellt. Wahrscheinlich ist es besser, den Außenminister anstatt zu befragen, der sich zu diesem und jenem zumindest äußern darf.

Louis Temachou, Stellvertretender Direktor im Bereich EU, verwischte diesen eben charkterisierten, eher DDR-technokratisch ähnlichen Eindruck anschließend mit Bravur durch seine Offenheit und Bereitschaft, sogar über den Tellerrand seines Fachgebiets hinaus sich vorzuwagen, und mögliche Grenzen der EU und ihrer Zukunft vor den Ohren meines Aufnahmegerätes auszuloten. Zu erfahren war, um es in aller Kürze zu umreißen, dass die Republik Zypern im Grunde die Politiken der BRD mitzutragen gedenkt. Dass es lediglich unterschiedliche Meinungen in Sachen Geld gibt. Das heißt, die merkel-schäublische Sparpolitik wird wenig geschätzt. In Sachen Umgang mit Asylsuchenden und Großbritannien sowie darüber, dass die EU noch mehr zusammen wachsen müsse, stimmt man mit Berlin überein. Die Angelegenheit mit der Erweiterung des Mandats der Frontex war noch zu neu. Herr Temachou sagte, er hätte es „eben“ auf den Tisch bekommen, was zeigt, dass seine Abteilung wohl nichts anbrennen lässt.

Dank sei der zuständigen Sektion des PIO (Press and Information Office) ausgesprochen, aus der mich jemand netterweise auf dem kleinen Rundtrip durchs Außenministerium Zyperns begleitete. Die Sektion hatte diese Kontakte auf Anfrage meinerseits organisiert.

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Wünschenswert ist, dass Zypern sich in Sachen Türkei etwas mehr aufknöpft. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die zugeknöpfte Haltung sehr wohl zu einer Vereinigung der beiden Inselteile führt. Die Wiedervereinigung wird dann aber womöglich eher (weiterhin) durch exogene Akteure vorangetrieben worden sein; siehe hierzu beispielsweise den Druck, den Russland auf die Türkei derzeit ausübt.
Dieser oder ein anderer exogener Faktor könnte im Falle einer Vereinigung, die dem Vernehmen nach schon im Jahr 2016 geschehen könnte, dazu führen, dass die gelegentlich auftretende feindliche Stimmung der verschiedenen Teile der Bevölkerung Zyperns zunimmt, anstatt sie abzuschwächen – eben weil ein plötzlicher Wandel der offiziellen Verlautbarungen und Denkweise große Teile der Bevölkerung unvorbereitet treffen wird, der viele wahrscheinlich nicht folgen können und wollen.
Im Außenministerium wurde gesagt, man könne nicht schon jetzt damit beginnen, die Menschen auf eine Vereinigung einzustimmen. Niemand wisse schließlich, wann genau dieser Zeitpunkt kommen wird.
Zum einen wird in Reden der Regierungsvertreter davon geredet, dass die Wiedervereinigung 2016 passieren könnte, und zum anderen glaubt man in durchaus maßgelblichen Teilen des Außenministeriums ganz offensichtlich nicht an diese Wahrscheinlichkeit. Offenbar ist man in gewissen Kreisen darüber einig geworden, die Bevölkerung erst kurz vor Eintritt dieses Wiedervereinigungs-Ereignisses entsprechend darauf einzustimmen.

Wie 2004 die Abstimmung zum Annanplan zeigte, könnte derart kurzfristig gehaltenes Planen erneut dazu führen, dass einem weiteren Demagogen (siehe Papadopolous 2004 etc.) gelingt, die Meinung der Bevölkerung im letzten Moment contra Vereinigung zu beeinflussen.

Ganz nebenbei erhebt sich bei eben Gesagtem durchaus die Frage: Wer ist in Zypern wirklich der Souverän, eher das Volk, eher die Bürokraten und/oder die Politiker?

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