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Archive for Mai 2015

Vielleicht ist ja etwas an der Behauptung dran, jene US-Staatsanwältin unternehme ihren Vorstoß in Richtung Leute-von-der-FIFA-dinghaft-machen vor allem deswegen, weil sie als Afroamerikanerin und Frau insgeheim eingesehen hat, dass wahrscheinlich nur noch mit solch spektakulärem Antrieb oder Aktionen ein Aufstieg zur Bundesrichterin der USA geschafft werden kann von ihr.
Lustig ist an der ganzen Angelegenheit im Hinblick auf das Blatter-Imperium namens FIFA, ist, dass dessen Demokratie-Verständnis sich eigentlich gar nicht so sehr von dem der USA oder anderen unterscheidet.
Blatter hält ja schließlich auch Wahlen ab – und Gott, es kommt halt auch bei ihm zu Kollateralschäden, allerdings vorwiegend des lieben Geldes wegen. Bei Bush Jr. Zum Beispiel war es selbstverständlich auch das Geld, welches im Mittelpunkt des Interesses stand, doch bekanntlich ließen bei ihm darüberhinaus tausende von Menschen seiner Machtfülle und Macht-aus-nutzung leider immer noch ihr Leben – leben seither im Elend.

Signalwirkung könnte im vorherigen Zusammenhang, dem der FIFA-Merkwürdigkeiten, haben, dass der SPDler Gabriel, Deutschlands Vizekanzler also, nun plötzlich von einer EU mit zwei Geschwindigkeiten spricht, die zu errichten, es zu überlegen gelte. Soll für uns wohl auch heißen: Eine zweigeteilte FIFA könnte schon demnächst anstehen – zum Beispiel eine nördliche und eine südliche der Weltkugel. Schließlich haben viele europäische FIFA-Funktionäre gewiss die Nase voll von so viel Demokratie, wie zwischen den Zeilen leicht zu lesen ist in den Berichten vieler Medien, da stets anders abgestimmt wird, als man es sich – wirklich oder angeblich – wünscht. „Wirklich oder angeblich“, weil es gibt zum einen das, was man der politischen Korrektheit wegen öffentlich verkündet und das, was man wirklich tut und beabsichtigt zu tun.

Dass man die Nase voll hat kommt also daher, weil Afrikaner, Asiaten und Südamerikaner, zahlenmäßig andauernd in der Überzahl, nicht das abstimmen, was erwünscht ist. Da kommen der Einen oder dem Anderen gewiss schon Angstgefühle ins Hirn, wenn sich aus diesem Beweggrund vorgestellt wird, wie das in Europa noch aussehen wird, wenn all diese Asylanten, Fremdarbeiter und Menschen ohne Papiere in einer Generation mitabstimmen werden schlecht integrierter Weise sozusagen, wo die doch so viele Kinder haben, die dann womöglich auch noch mitabstimmen, und zwar eventuell nicht im Interesse der ehemaligen Einheimischen. Doch zurück zum Thema.

Letzteres, das demokratische Wahlverfahren bei der FIFA, zeichnet paradoxerweise eher nicht das westliche Demokratieverständnis aus, indem zuweilen und zu oft gewissermaßen blatteristisch verfahren wird: siehe Kosovo-Konflikt, Finanzkrise in Griechenland, die USA in Vietnam, Frankreich plus EU im Kongo, TITIP, Handelsbeschränkungen für Staaten Nordafrikas, Big Data, ja sogar die Sonderwürste der Briten sind darunter zu subsumieren, ganz zu schweigen von der unzureichenden Trennung von Staat und Kirche (ein eindeutiges Zeichen dafür in der BRD: die Homoehe, die Kirchensteuer) sowie den Privilegien der Monarchen und Superreichen etc.

Recht gemein wird von eingigen empfunden in diesen Tagen, dass in manchen Medien davon andauernd berichtet wird, dass diese III. Welt-FIFAler für Blatter stimmten, da sie auf Visite in Zürich stets mit extravaganten Hotelunterkünften und Art rauschenden Festen entlohnt würden.
Wie den meisten unter Ihnen, verehrte Leser, gewiss bekannt ist, handelt es sich bei diesen Funktionären mehrheitlich um Mitglieder der jeweiligen Elite aus den Ländern dieser zuvor erwähnten Kontinente, die sich von so Firlefanz wie tollen Hotelaufenthalten etc. gewiss schmeicheln lassen, aber so einen Aufenthalt durchaus locker auch aus eigener Tasche bezahlen könnten. Soll sagen: Diesen Funktionären wird derart unerstellt, aus solch niedrigen Beweggründen, beziehungsweise wegen derart profanenen Anreizen und Gründen, ihre Entscheide im Interesse von Blatter bei der FIFA zu machen.
Zu Zeiten des Mauerfalls war von den Bananen die Rede, die man den Ostdeutschen hinhalten müsse, um ihnen die große Welt zu zeigen, sie in die gewünschte Richtung zu dirigieren. Soll untermauern: Die Arroganz von uns Westlern stinkt noch immer frappant zum Himmel, denn wenn demokratisch durchgeführte Entscheide nicht passen, wie die der FIFA, geraten die schnell in übelste Kritik. Vergessen wird dabei unter anderen die effiziente Arbeit von Lobbyisten in den europäischen oder US-amerikanischen Parlamenten und das Einflussnehmen der Geheimdienste auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft etc., die den sogenannt demokratisch geführten Diskurs in den jeweiligen Palamenten und scheinbar demokratisch durchgeführten Wahlen in den westlichen Demokratien durchaus manipulieren; eventuell sogar etwas mehr oder weniger entführen hie und da, was dem Demokratieverständnis von Blatter dann wieder sehr ähnelt.
Die Frage zu stellen, wer kopierte da wen, ist eigentlich hinfällig.

Des Weiteren: Schließlich sind es ja diese Eliten in Afrika, die mit dem sogenannten Westen die Geschäftchen machen und ihre Länder für Europa, die USA und neuerdings Indien und China geradezu ausverkaufen: Rohstoffe, Menschen, Wasser etc. „Menschen“ wird hier bewusst erwähnt, weil ja schon seit Längerem sogenannte Human-Ressourcen aus der III.Welt in Richtung Westen abgesaugt werden, also genauer diejenigen Menschen, die über Bildung und besondere Talente verfügen, die selbstverständlich in den gern in die westlichen Demokratien integriert werden, und zwar bestens so lange, wie diese Ressource als Ressource dienlich ist.

Kandertalbahn

Und da wären wir auch schon bei der Ressource Kandertalbahn. Dieses Bähnle ’stinkt‘ ja bekanntlich jedes Wochenende durchs Kandertal, weil, es handelt sich um eine Dampflock, die Wild-West-mäßig durchs Kandertal donnert als Touristenattraktion und eventuell jedwede zeitgemäße Entwicklung der Bahntechnologie vorort verstellt, da der Zweckverband Kandertalbahn davon zu profitieren scheint. Man sollte auch ein Bähnle betreiben – meinetwegen parallel zur Dampflock und um weiterhin Touristen zu binden, von sich Rede zu machen -, welches mit Strom gewonnen aus Solar- oder Bioanlagen etc. betrieben die selbe Strecke von Kandern bis nach Haltingen abfährt. Das wäre sehr zweckdienlich!

„Die Ansätze im Verwaltungshaushalt im Haushaltsjahr 2015 orientieren sich in erster Linie am Rechnungsergebnis des Jahres 2013 und dem vorläufigen Ergebnis des Jahres 2014. Im Haushalt 2015 ist eine Weichenerneuerung am Bahnhof Kandern eingeplant. Den allgemeinen Rücklagen werden 8.200,00 € entnommen.

Beschlussvorschlag:

Die Verbandsversamlung beschließt die nachfolgende Haushaltssatzung mit den beiliegenden Anlagen und beauftragt die Geschäftsführung, die Satzung nach öffentlicher Bekanntmachung an sieben Tagen öffentlich auszulegen.

Haushaltssatzung 2015:
§ 1

Der Haushaltsplan wird festgesetzt mit

1. den Einnahmen und Ausgaben von je 292.550,00 €

davon im Verwaltungshaushalt 255.850,00 €
im Vermögenshaushalt 36.700,00 €

2. dem Gesamtbetrag der vorgesehenen Kreditaufnahmen für Investitionen
und Investitionsförderungsmaßnahmen (Kreditermächigung) von 0,00 €

3. dem Gesamtbetrag der Verpflichtungsermächtigung von 0,00 €

§ 2

Der Höchstbetrag der Kassenkredite wird festgesetzt auf 50.000,00 €

§ 3

Der dem Haushaltsplan beigefügte Stellenplan ist Bestandteil der Haushaltssatzung.

Kandern, 13. Oktober 2014

Dr. Renkert
Verbandsvorsitzender“
(Zitat wurde der Einladung des Gemeinderats Kandern zur öffentlichen Sitzung vom 06. Novembe 2014 entnommen)

Trinkwasser

Zuletzt noch ein Wort zur Trinkwasserversorgung in Kandern: „Es sollen außerplanmäßige Mittel in Höhe von netto 57.104,05 € über eine zusätzliche Kreditaufnahme bereitgestellt werden“, ließ Herr Albecht, der Bürgermeistervertreter Kanders, am 28. 10. 2014 über die Einladung zur öffentlichen Gemeindratssitzung der Stadt verkünden. Genaueres dazu aus der zuvor bereits genannten Quelle:

„Der Hochbehälter Wolfsheule in Kandern wird über eine 125 mm Druckleitung vom Hochbehälter Häßler mit Trinkwasser des Zweckverbandes Gruppenwasserversorgung Hohlebach-Kandertal befüllt. Der HB Wolfsheule wiederum ist mit dem HB Buchhole bei Egisholz verbunden, um daduch die Versorgung von Wollbach im Notfall oder bei Ausfall der Quellen zu gewähleisten. Vom HB Wolfsheule aus versorgt eine 200 mm Leitung diverse Stadtgebiete von Kandern mit Trinkwasser.

Im Frühjahr 2014 wurde im Bereich unter der Treppe die vom Vesteburgweg zur Wolfsheule führt eine Rohrundichtigkeit bei der 125 mm Druckleistung lokalisiert. Wegen der Tiefenlage der Leitung (über 4,00 m) und dem dadurch erforderlichen großen Aufwand … war es sinnvoll, dass nicht nur die undichte Stelle repariert, sondern dass die beiden alten, vorbeschriebenen Wasserleitungen im Treppen- und teils im Straßenbereich erneuert wurden…. . Die neuen Leitungen liegen jetzt wesentlich höher…. . Die Reparaturen waren weder vorhersehbar, bzw. planbar und mussten zur Sicherstellung der Wasserversorgung umgehend vorgenommen werden. Aufgrund der technisch anspruchsvollen Arbeiten wurde auch das Ingenieurbüro Ganz + Rutner beigezogen. Es wurden drei Firmen angefragt, nur die Firma Kern aus Kandern war in der Lage umgehend mit den Arbeiten zu beginnen.

Der Gesamtaufwand für die vorbeschriebenen, zwingenden und nicht aufschiebbaren Arbeiten beläuft sich auf netto 57.104, 05 €. Für diese außerplanmäßigen Ausgaben stehen keine Deckungsmittel zur Verfügung. Im Folgejahr wäre daher eine zusätzliche Kreditaufnahme erforderlich.“

Obiges Zitat ist der Einladung zur öffentlichen Sitzung des Technischen Ausschusses am 06.11. 2014 entnommen worden.

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Ja, der FC Freiburg ist abgestiegen. Die gehen nun wohl quch sich bestenfalls erst mal alle sanieren? Die nächste Runde steht auf alle Fälle in der 2. Liga an.
Die haben sich ihr neues, teures Stadion somit wirklich verdient in Freiburg, als sie bereits in der Abstiegszone standen? Doch Fan ist Fan. Gleich nach dem Freiburg weit durchgeführten Abstimmungsergebnis, in dem ein OK zum Bau des neuen Stadions herauskam, hat der FC gezeigt, wohin die Reise unmissverständlich geht – in die Zweite Liga.
Klar ist ja wohl, dass der Aufstieg des FC Freiburg zurück in die Bundesliga mitzuverfolgen, mindestens genau so viele und womöglich mehr Zuschauer anziehen wird.
Es ist also etwas los im Ländle.
Der Rubel rollt! Die Feste werden gefeiert: Eines schöner als das andere.
2012-10-23 14.49.26

Diskutiert wird gerade, seit die Iren abstimmten, dass die Homoehe als gleichwertig zu den sogenannten Hetero-Ehen anzusehen ist, ob nicht auch in Deutschland für gleichgeschlechtliche Ehen ein Volksentscheid oder dergleichen endlich her müsste. „Deutschland ist rückständig!“, sagte eine Politikerin, war heute im Radio zu hören.
Mir ist zumindest ein Paar bekannt, welches diese Forderung oder Aufwertung auf Gleichwertigkeit der beiden Ehetypen wenig lustig findet. Die haben nämlich Partnerschaftlichkeit beim Wort genommen und werden voraussichtlich dumm durch die Welt gucken, wenn Sie, wie damals die Bewohner von Westberlin, die ungefragt zu BRD-lern gemacht wurden nach der Wende, ein ähnliches Schicksal erfahren sollen – also wie Mann und Frau angesehen werden.
Man darf gespannt sein, wie flexibel die Angelegenheit von Seiten der Regierenden gehandhabt wird. Es besteht hoffentlich Aussicht, finden diese Bekannten, dass keine irischen Verhältnisse in Germany aufkommen, dass das Partnerschaftskonzept unter Menschen gleichen Geschlechts, die sich zusammen taten bestehen bleibt – die nicht zwingend gleichgeschlechtlichen Sex deswegen haben.

Nun, auch die August-Macke- Schule in Kandern wird saniert. In der Einladung zur öffentlichen Gemeinderatssitzung der Stadt Kandern vom 5. Februar 2015 stand:
„Im Rahmen seiner bisherigen Tätigkeiten wurde das Architekturbüro Bernd Brohammer damit beauftragt, die erkennbar noch ausstehenden Sanierungsmaßnahmen an der Augut-Macke-Schule, sowohl für das Schulgebäude als auch für die Sporthalle abzuschätzen. Die Baukosten enthalten lediglich die Kosten für die Erhaltung des Bestandes.
Künftig anstehende Baumaßnahmen im Rahmen der Gemeinschaftsschule wie Mensa, Ertüchtigung der Fachräume, barrierefreier Zugang und der gleichen sind in den vorliegenden Kosten nicht enthalten…. .
Wie den oben angeführten Kosten zu entnehmen ist, wird der Austausch der restlichen Fenster inkl. den zugehörigen Wärmedämmungsmaßnahmen und den Sonnenschutzarbeiten ca. 325.000,00 € (Netto) zuzüglich Honorar und Mehrwertsteuer kosten.
Im Haushalt 2014 wurden 250.000 € eingestellt, 232.591,05 € sind hier derzeit noch vorhanden. Die Mittel konnten nicht ausgegeben werden, da für die Fenster ein Zuwendungsantrag eingereicht wurde, welcher aber bis heute nicht beschieden ist. Die mögliche Förderung für die gesamten Fenster beträgt ca. 40.000,00 €. Der Fördergeber hat mitgeteilt, dass vermutlich der Fördertopf nahezu aufgezehrt ist…. .
Gleichzeitig sollen die noch anstehenden Ertüchtigungsarbeiten in der Sporthalle vornehmlich im Technikraum angegangen werden. Hier hat weiterhin das Büro IGF Freiburg den Planungsauftrag, welches die Arbeiten entsprechend ausschreiben wird…. .
Für die oben angeführten Fenster- und Austürensanierungen an der August-Macke-Schule wurde vom Architekturbüro Bernd Brohammer ein entsprechendes Honorarangebot erstellt. Wie dem Anhang zu entnehmen [ist], belaufen sich die voraussichtlichen Leistungen gemäß HOAI 2013 auf ca. 33.679,11 € (Brutto). Das Honorar bemisst sich nach den geschätzten Baukosten in Höhe von 325.000,00 €…. .“

Und weil wir schon beim Erneuern sind, verehrte Leser: Auch das Rathaus in Kandern muss anscheinend erneuert werden. Die Parkplätze, wie bereits in einem anderen Beitrag erwähnt wurde hier auf Kandernundmehr, sind nun also fertiggestellt, wie es scheint. Doch da müssen noch „zusätzliche Büroräumlichkeiten im Untergeschoss“ her „sowie weitere Umbaumaßnahmen“. So ungefähr stand es in der Einladung zur öffentlichen Gemeinderatssitzung der Stadt zum 12. und 16. März 2015. Wahrscheinlich werden Kosten in der Höhe von 11.000 € anfallen für die Umbaumaßnahmen. Darin ist sogar auch ein „unvorhersehbarer Mehraufwand“ inbegriffen. Die Kosten für das „eingeschränkt nutzbare Behinderten-WC“ sind offenbar nicht drin.
Die Kasse, also dort, wo Bedürftige sich wahrscheinlich ihre Pinke-Pinke holen können, ist im Erdgeschoss, wahrscheinlich wie gehabt. So auch das Standesamt, welches ich persönlich im Ersten Stock des Gebäudes wähnte – des feierlichen Anlass wegen.
Das Archiv 1 + 2, für all diejenigen, die dazu Einlass erhalten, ist im Untergeschoss des Rathauses und der Bürgermeister und seine engsten Crew-Mitglieder sind wie gehabt im Ersten Stock anzutreffen.
In den scheinbar dringend erforderlichen zusätzlichen Räumen, die angebaut werden müssen, könnten „z..B. Prüfungen der GPA o.Ä. stattfinden.“ Offenbar soll lediglich der Keller des Rathauses ausgebaut werden – auch wenn das eine heikle baurechtliche Sache werden könnte.
Und, oh Schreck, der Raucherraum „muss ersatzlos aufgelöst werden. Falls gewünscht, muss ggf. eine Raucherecke/Unterstellmöglichkeit im Außenbereich geschaffen werden. Diese Kosten sind bisher nicht berücksichtigt.“
Es wird sich eventuell niemand outen, um sein Recht auf diese Art Schmuddelecke im Rathaus zu erhalten? An einen Gebetsraum für eventuelle Muslime unter den Angestellten des Rathauses, die zukünftig dort arbeiten könnten, hat anscheinend niemand gedacht – wohl auch nicht in Zeiten von Ebola an diejenigen, die gern ein Plumpsklo hätten, sodass die Klobrille mit Unbekannten nicht geteilt werden muss etc.!?
„Nach Abschluss der Umbauarbeiten bestehen im Rahthaus keine weiteren Erweiterungs- oder Optimierungsmöglichkeiten mehr. Das heißt, die Ausbaureserven sind aufgezehrt.“
Vielleicht sollte besser gleich ein neues Rathaus gebaut werden. Doch auf alle Fälle wäre wünschenswert, dass die zentrale Lage des Rathauses in der Stadt endlich dafür genutzt wird, einen kostenfreien WLAN-Zugang für Reisende, Touristen, die Bevölkerung, Schüler etc. anzubieten. Das wird man doch wohl noch erwarten dürfen, zumal das Wochenblättle eh schon Geld kostet. Jedes Jahr, so auch letzt Woche wieder, flattert ungefragt und gewiss auf Kosten der Bevölkerung in wahrscheinlich alle Haushalte des Kreis Kandern eine Ausgabe des „Das Örtliche“ und des „Das kleine Badische“, die recht aufwendig gestaltet sind. Versteht sich, dass die Dinger im Farbdruck erscheinen und vom Schmitt Verlag und eben der Kleinen Badischen gemacht werden – wenn das hier richtig verstanden wird. Letztere scheint ein Ableger der Badischen Zeitung zu sein.
Wie bei den Telefonbüchern, die immer noch in Eingangshallen von Postämtern alljährlich Wege versperren, findet inzwischen so mancher, dass von den Behörden endlich mal eine Liste herumgereicht gehört, wo XY sich eintragen kann, um diese aufwendig und nicht gerade billigen kleinen Telefon- und Adressbücher (A5, A6) nur dann zu erhalten, wenn man sie wirklich will. Förderung der Unternehmer im Lande ist gut, aber wenn schon, dann nicht so, dass immer die selben am Tropf der Allgemeinheit saugen? Es wird einfach viel zu viel Müll produziert auf die zuvor beschriebene Weise, zu viel Bäume gefällt, zu viel von allem Möglichen verschleudert.
All das und Mehr ist vor dem Hintergrund dessen, dass man zum Beispiel angeblich nicht genügend Gelder für Flüchtlinge und andere in Not Geratene hat, ein Himmelhochschreiendes, welches den Geist der Solidarität der Steuerzahler bedrängt!
Je suis saniert?

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Der Uffertbrückli-Umzug wurde endlich wieder durchgeführt am vergangenen Vatertag oder Himmelfahrt. Und das nach 25 Jahren in der Ortschaft Wollbach, Kreis Kandern. Zwei Kinder, gekleidet wie ein Ehepaar, gehen von Haus zu Haus, durch die Straßen, und scheinen Geld und andere Geschenke zu erhalten – ziemlich sicher für einen guten Zweck. Die Badische Zeitung schrieb vor kurzem so etwas Ähnliches wie die Bundesrepublik Deutschland brauche die Briten. Und wir wissen, verehrte Leser: Die Briten tun ja gerade so, als würden sie die EU eventuell verlassen wollen. Das tun diese Insulaner, bei denen ziemlich neo-liberal gedacht und gehandelt wird ziemlich sicher, um sich noch mehr Sonderwürste zu holen. Für was hat man schließlich ein Königshaus und dann die süßen kleinen Thronfolger, die die Herzen erweichen und die Existenz des monarchischen Systems beradezu schon rechtfertigen? Sonderwurst sondergleichen also.

In der Badischen klang des Weiteren an, dass man der Meinung ist, Deutschland brauche die FDP. Lindner Superstar sozusagen! Also nicht, dass er ein Superstar in echt ist wie etwa der Severino von Deutschland sucht den Superstar, aber so etwas Ähnliches wahrscheinlich.
War da nicht mal was mit Herrn Grafen, dem Lambsdorff?

Nein, das hier ist kein Ausdruck von Sozialneid oder Blaublutfeindlichkeit und dergleichen, sondern es geht um die Frage, ob es nicht seltsam ist, dass Severino, der eventuell 3 Omas betrog, was wirklich sehr schlimm ist, von RTL der Titel als Superstar aberkannt wird, wenn sich an seinem Gerichtstermin demnächst herausstellt, dass er eine Straftat begangen hat, wo Lambsdorff seinen Weg gut bezahlt in Brüssel weitermachen konnte?

Was die Briten angeht, dürfte es inzwischen aber eher folgendermaßen sein: Die EU braucht und sollte die britischen Extrawürste nicht mehr länger mitmachen, auch vor dem Hintergrund des entstehenden und bereits gefährlich schwelenden Konflikts auf dem Balkan, genauer in Mazedonien, der neue Extrawürste auch anderer Akteuere erwachsen lassen dürfte; und die BRD-Bevölkerung ist eventuell gut beraten, sich den FDP-Trip besser nicht nochmals einzuschmeißen, weil sonst freie Menschen womöglich noch schneller als man es denkt, als sogenannte Freiheitskämpfer – oder wie immer man sie nennen wird – auf dem Balkan und dann auch noch im Mittelmeer Freiheiten sichern und verteidigen gehen könnten, die vom größten Teil der Bevölkerung der BRD so gar nicht gewünscht sind und/oder als Regierungsauftrag ausgegeben wurden – auch wenn die FDP gerade auf Haschisch für Alle macht.

Bekanntlich werden Drogenverbote in angeblich unvermeidlichen Kriegen, die zuweilen geführt werden, schnell vergessen, bzw. umgangen, wenn den heldenhaften Kämpfern etwas oder mehr Amphitamin von ihren Vorgesetzten ins Essen gerührt wird und ähnlich andere Substanzen, die ansonsten verboten sind, um ihre Hirne etwas abzuschalten vor und beim Kampf und ihren Einsatzwillen, das Draufgängertum, stärken.
Und das erwähnte Kampfgebiet ist ziemlich sicher dort, wo die, die den Gebrauch solcher Substanzen im Kampfeinsatz still und heimlich anordnen, nicht stehen werden – außer, es werden dort gerade Orden verteilt und die Luft ist ‚rein‘.

Und beim Stichwort „rein“ wären wir auch schon beim Thema des letzten Beitrages, welches noch etwas vertieft werden will für all diejenigen, die etwas genauer informiert sein wollen über den Stand der Dinge diesbezüglich hier im Umkreis von Kandern.
Sehen Sie im Beitrag vor diesem mehr dazu aus der Einladung der Stadt Kandern „zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderats“.
Hier nun ein Paar Scans zum Thema:

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Auffallend viele Bauanträge in und um Kandern.

Nachdem Istanbul mit den vielen schönen Betonklötzen und dem unglaublich wenigen Grün besucht wurde, welches meistens nicht betreten werden darf, schon gar nicht von spielenden Kindern, ist es durchaus eine große Wohltat, durch das Markgräflerland im Südwesten der Republik zu gehen und zu fahren – ja, auch die Stadt Basel in der Schweiz erscheint geradezu in noch positiverem Licht. Ein Besuch ins schöne Elsass steht noch aus, nach St. Louise voraussichtlich, wie immer zum Einstieg sozusagen. Basel war geradezu liebenswert vorgestern, die Menschen so unbeschwert – auch wenn der Uhrenmacher neuerdings will, dass die Uhr da gelassen wird, anstatt sie mal schnell zu richten – wie gehabt. Das Einstellen der richtigen Zeit zu bewerkstelligen, ist leider sehr kompliziert und bislang war das Uhrenfachgeschäft Kurz immer ‚gern‘ bereit, diesen Service ohne Geld einzustreichen kurz zu erledigen. Anscheinend hat sich die kundenfreundliche Policy dort etwas geändert. Wie bereits mehrmals beklagt: Selbiges ist auch in Punkto Parkplätzen in der Stadt am Rheinknie der Fall, die nichts kosten – sie werden offenbar radikal abgeschafft.

Der 55er Bus fuhr jedenfalls noch weg aus Basel in Richtung Kandern, als ich an der Haltestelle am Claraplatz ankam aus Istanbul kommend. Der Gemeinderat von Kandern hat beschlossen, sich gegen die Erhöhung des Jahresbeitrages, den die SWEG erhebt für den Service ihrer Busse, von 92.386.00 € auf 93.539.91 €, nicht zur Wehr zu setzen.
Blieb dem von der CDU geführten Rathaus Kanderns, mögen Sie denken, wohl nicht viel anderes übrig, zumal gewiss die Autolobby entsprechend Druck macht?

Bei den Internetanbietern heißt ein Teil des zuvor geschilderten Phänomens „Regionalpauschale“. Wer also etwas abgelegen wohnt, wird mit einer extra zu bezahlenden Pauschale ‚belohnt‘ in Kandern und vielleicht auch anderswo in der Republik, die bei 5 € pro Monat liegt, wenn man Internetanschluss haben mag. Die sogenannte Bauernpauschale, wird sie gewiss nicht nur hier genannt, steht im Verdacht, die totale Abzocke zu sein.
Anscheinend gibt es vorort in Kandern jetzt jemand, der den Damen und Herren von Vodafone, O2, 1&1 etc. Konkurrenz macht. Mal sehen, was der so verlangt für einen Internetzugang und zu welchen Bedingungen. Den gilt es zu unterstützen, wenn er denn wirklich existiert. Außerdem wurden vor einiger Zeit Breitbandleerrohre verlegt in Kandern, die nun auch Sitzenkirch erreicht haben, den Nachbarort in Richtung Badenweiler gelegen (53.500 € soll das kosten). Es darf doch davon ausgegangen werden, dass bei der Gelegenheit, als in Kandern herumgegraben wurde deswegen, doch gleich Breitbandkapel mit verlegt wurden, auch wenn die Rohre Leerrohre genannt werden?
Weil auch in Kandern, das noch nicht mal am äußersten Rande des Kandertals liegt, kennt man schon länger so etwas wie ein Internet. Die 5 € Zuschlag sind wirklich ein äußerst unverdaulicher ‚Witz‘. Der beendet gehört, eben weil die Rohre liegen.
Nun, der Vertrag mit 1&1 wurde heute vorsichtshalber gekündigt, weil sonst wird dieser Provider bei automatisch verlängertem Vertrag ab November 10 € mehr pro Monat abkassieren – und das muss nicht sein (35 € pro Monat wären es dann). Diese Internet- und Telefonanbieter glauben also wirkich, UNS in der Hand zu haben. Letzteres ist eventuell auch daran festzmachen, dass diese Leute einem trotzdem andauernd anrufen, obwohl das bereits wiederholt untersagt wurde. Leider sind die da nicht die Einzigen, siehe Werbung von Mercedes etc. Die haben alle offenbar so viel Geld, dass sie den ganzen Kram dennoch verschicken – auch dafür fallen also die Bäume, die so ‚nutzlos‘ rumstehen in Kandern und andernorts.

Doch noch dies zum Service der SWEG: In Basel fährt Montag bis Freitag der letzte Bus um 20.20 Uhr in die Provinz des Kandertals. Einige Fahrgastzählungen wurden durchgeführt. Und der Tag, an dem die meisten Fahrgäste gezählt wurden letztes Jahr, war der 11. März 2014 auf besagter Strecke, nämlich 1124,5 Personen an einem Tag. Am wenigsten Passagiere hatte der Tag des 10. Juli 2014, an dem lediglich 798 Leute gezählt wurden.
Mal davon abgesehen, dass ja wohl bekannt ist, dass Jugendliche ihre Feten nicht immer und unbedingt in den Dörfern feiern, aus denen sie stammen, Erwachsene vielleicht doch gern ohne Sress wegen dem viel zu teuren Parkplätzen in Basel die eine oder andere Veranstaltung oder Besorgung machen würden wollen etc., wäre es mehr als angebracht, endlich bis 01 Uhr nachts einen Bus einmal stündlich meinetwegen fahren zu lassen, und zwar in der Höhe des zuvor genannten Betrages für die SWEG den die Gemeinde zu entrichten hat für diese Gesellschaft und ihren Service, damit unter anderen auch Fluggäste des Flughafens Basel/Mullhouse noch in die Provinz gelangen können spät abends, die nicht abgeholt werden, sich kein Auto mieten wollen oder können und schon gar nicht zufuß von Lörrach aus nach Hause gehen wollen – die Taxen am Bahnhof Lörrach sind auch nicht gerade billig (so um 22 Uhr ca. 30 €). Man kann nicht einerseits anstreben, ein metropolitischer Knotenpunkt in der Mitte Europas zu sein und die Region so zu bewerben, und andererseits noch nicht einmal die bereits vorhandene Bahnlinie von Haltingen in die kanderner Provinz ausbauen! Der Touristenzug, also das Kanderbähnle, soll gestern oder den Tag davor, einen Autofahrer etwas mit sich geschleppt haben. Würde die Strecke so betrieben, dass ein ganz normaler Pendelverkehr täglich bestünde, würden auch automatisch die durchaus als gefährlich einzustufenden Bahnübergänge entsprechend gesichert. Weil man kann eben nicht immer davon ausgehen, dass alle Menschen so gehorsam sind und lieber im Dorf bleiben, anstatt mit Freunden irgendwo in der Stadt Basel, Lörrach oder sonstwo abzufeiern. Einerseits sollen die Kinder ihren Spaß haben, und andererseits werden geradezu schon institutonell Spaß und Freude der Kinderlein dümmlich, will man es schon fast nennen, beschnitten – ja sogar gefährlich vernachlässigt.

Immerhin, der neue städtische Kindergarten Kanderns soll nun Wirklichkeit werden. Wird ja auch nötig, weil sich viele Leute die Mietpreise an Orten, die noch näher an Basel liegen als Kandern, nicht mehr leisten wollen oder können. Auch von daher muss der öffentliche Nahverkehr kundenfreundlicher werden und der Autolobby die rote Karte gezeigt werden – endlich! Und weil wir es schon von Autos haben: „Alle [Planungs]Varianten [der Architekturbüros] verfolgen die Grundidee, dass in der Nähe des Kindergartens ein kleiner Platz mit öffentlichen Parkplätzen entstehen soll. Die Zu- und Wegfahrt zum Kindergarten, vor allem für die Eltern soll dadurch so optimal als möglich ablaufen können. Die Erzieher/innen des Kindergartens sollen zusätzlich noch einige Parkplätze auf dem künftigen Kindergartenareal erhalten. Weitere Parkplätze für die Beschäftigten sollen z.B. beim Parkplatz am Rathaus angeboten werden. Der Kindergarten kann in allen Varianten direkt aus dem Baugebiet Rebacker sowie von der Sitzenkircher Straße … her angefahren werden …“
Man erhält schon fast den Eindruck beim Lesen dieser Info der Einladung des Gemeinderates von Kandern, dass Autos nicht unbetreut zurückgelassen werden können wie auch die Kleinkinder für den Kindergarten.

Für den Haushaltsplan 2015 muss in Kandern für die Wasserversorgung zusätzlich 69.000 € bereitgestellt werden. Dieser Betrag scheint in dem folgenden Betrag noch nicht enthalten zu sein: „Aus Anlass der Haushaltsplanung für das Jahr 2015 wurden vom Ingeniuerbüro [Planungsbüro Süd-West] die mutmaßlichen Endkosten der Gesamtbaumaßnahmen ohne Rathausparkplatz ermittelt [, der erweitert wurde] … . Die Gesamtkosten aus Sraßenbau, Beleuchtung, Breitbandleerrohr, Wasserleitung, Kanalisation mit Honorar und Nebenkosten werden sich vermutlich auf insgesamt 2.146.000 € belaufen.“ Und: „Die Hammersteiner Straße soll künftig nur von Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen befahren werden dürfen, um den Durchgangsverkehr fernhalten zu können. Zulieferverkehr soll gestattet werden.“ (Siehe zuvor erwähnte Quelle)

Und nun noch einige Unterlagen aus einer der Einladungen des Gemeinderats von Kandern zur geplanten Windkraft.
Apropos: Alle Zitate dieses Beitrags sind einigen Informationsblättern entnommen, die die Stadt Kandern netterweise zu ihren öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates der Presse und anderen Interessierten zukommen lässt, wie bereits erwähnt. Die eingefügten Scan weiter unten sind qualitativ nicht wirklich gut. Es lohnt sich aber, sie etwas zu zoomen, da darin in Form eines Protokolls die Diskussion über Windkraft Ja oder Nein und andere Themen, die im Landkreis Kandern von Belang sind, die Rede ist.

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Taksim

Istanbul schlief noch. Zumindest im Bezirk Elmadag. Wir kamen recht spät in die Stadt, so um 22 Uhr 30. Im Internet waren wir davon in Kenntnis gesetzt worden, dass der Havas-Bus, der den Flughafen Atatürk mit dem Taksim und anderen Orten in der Stadt verbindet, nicht mehr verkehrt. Was tun, um einigermaßen preiswert von diesem entlegenen Ort in der Stadt nachts nach Taksim zu gelangen, sollte unser Flugzeug so viel Verspätung haben, dass diese Frage relevant wird? Denn das Internet hatte auch noch ausgespuckt, dass die letzte Metro um 0 Uhr 30 am Flughafen abfährt.

Der Atatürk-Flughafen ist eigentlich ganz gut mit der Stadtmitte, wo immer das genau Ihrer Meinung nach eigentlich ist, mit der Metro und eben dem Havas erreichbar ist. Information darüber zu finden, ob es eine Abzweigung gibt im Metronetz, die zum Taksim bringt, sodass nicht bis nach Aksaray gefahren werden muss, ist auch in türkischer Sprache nicht gerade leicht zu finden.
Man könnte natürlich auch ein Taxi bis nach Yesilköy fahren lassen, um mit der alten Stadtbahn bis nach Yenikapi zu gelangen. Die T1-Linie war uns gleich ins Auge gestochen auf dem einen Plan, den wir dann endlich fanden. Die T1 scheint mit dem Metronetz in Verbindung zu stehen. Es ist keine Metro und heißt wohl auch daher T1. Es gibt auch noch eine T2 und T3.
In der Metrostation Zeytinburnu muss zur T1 gewechselt werden, um dann schon fast bis nach Taksim zu gelangen. Die Straßenbahn von dort zum Taksim galt es wegen dem Feiertag zu vergessen, war in den Tageszeitungen zu lesen. Alles zugesperrt. Die Frage war: Wie weit ist der Weg in der Umsteigestation Zeytinburunu? Muss etwa so weit herumgehetzt werden darin, wie durch den Frankfurter Flughafen, wenn zu den Flügen der Lufthansa nach Zypern gelangt werden will? Und bis wieviel Uhr fährt das T1-Ding überhaupt?
Fragen, zu denen wir zu unserem Erstaunen ums Verrecken, wie man sagt, keine Antwort auf den Internetseiten des Betreibers von der Metro finden konnten.

Mit 10-minütiger Verspätung kamen wir dann nachts in Istanbul am 1. Mai an. In Ercan/Zypern hatte es nach allem anderen ausgesehen als danach, nach Plan anzukommen. Kurz vor dem Einstieg ins Flugzeug hatte es noch geheißen durch die Lautsprecher, es würde noch 45 Minuten dauern, bis das Flugzeug bestiegen werden könnte, als wir auch schon aufgefordert wurden, am Flugsteig 4 einzusteigen.
Die Menschenmenge vor den Passkontrollen in Atatürk-Airport/Istanbul ließ wie immer das Schlimmste erwarten. Viele Reisende aus arabischen Ländern, wahrscheinlich Iraker und Ägypter der Sprachfärbung nach, standen in der Schlange. Viele von ihnen schienen die wenig freundlichen Polizisten nach irgendwohin im Flughafengebäude zurückzuschicken. Wir hatten an jenem Abend dennoch einen guten Lauf. Schon nach ungefähr 20 Minuten waren wir durch die Passkontrolle und standen nach wenigen Minuten am Koffer-Band nur kurz an, um das eine Gepäckstück in Empfang zu nehmen, welches aufgegeben worden war.
Die Zuversicht wuchs, noch rechtzeitig auf einen Zug in die Stadt zu kommen, da es noch mindestens eine Metro nach Aksaray geben musste, wenn der Zoll das nicht verunmöglicht. Der blieb glücklicherweise auf passiv gestellt. Wir hatten dazu wie immer die Pässe nicht in unsere Taschen gesteckt, sondern hielten sie gut sichtbar in der Hand beim Durchgehen der Zollsperre. Das hat mal wieder gut geklappt.

Inzwischen war der Entschluss gefasst worden, den Trip an den Taksim doch nicht über Zeytinburunu bis nach Macka oder Karaköy zu wagen, sondern vorsichtshalber besser bis nach Aksaray zu fahren und dafür aber ohne Umsteigen einigermaßen nahe sich dem Taksim zu nähern. Notfalls wollten wir von dort dann mit einer Taxe möglichst weit vorstoßen. Wegen des ersten Mais war gewiss Rambazamba am Taksim angesagt, wie die Presse hinlänglich geschrieben hatte.
Zeitungen waren im Flug nach Istanbul selbstverständlich wie immer großzügig verteilt worden. Bei Turkish Airways kann man das als Fluggast durchaus erwarten, so auch ein Essen, welches sogar mit einigermaßen gutem Appetit gegessen werden kann. Auch die englischsprachige Daily News war zu haben, die alles andere als regierungstreu ist, wie neuerdings auch die Hürriyet. Die Cumhuriyet-Tageszeitung und andere, wahrscheinlich unliebsame Blätter, gab es aber nicht. Der mächtige Mann im Lande, der ja nur die Konstitution ändern will, um die Befugnisse eines türkischen Präsidenten in wenig zu verstärken, hat so etwas gewiss unterbinden lassen; und hatte lapidar davon gesprochen, war zu lesen, dass ein Präsident ja schließlich kein Sultan ist. Letzteres soll besagen: Sorgt euch nicht! Ich beabsichtige nicht, der kommende Pascha oder Sultan zu werden.

Dieser ‚gute‘ Mensch und die Crew um ihn herum, hatten nämlich ein totales Verbot der Mai-Feierlichkeiten am Taksim – mal wieder – angeordnet. Alle Zufahrtswege dorthin wurden mit tausenden von Polizisten versperrt und daher konnte die eine oder andere Bahn nicht genommen werden, ja, es bestand Aussicht, nicht an den Taksim gelangen zu können, weil der sogenannte Arbeitertag gewöhnlich nachts so richtig in ‚Schwung‘ kommt – und sogenannte Chaoten oder Schwarze Blöcke, die gibt es bekanntlich ja auch in Istanbul.
Klar doch, das sind „Kriminelle“. Diese Kriminellen, nach Lesart der türkischen Regierung, wurden also mit ganz ‚normalen‘ Bürgern, die sich dort zeigen wollten als der eigentliche Souverän, davon abgehalten: „Der Taksim ist ungeeignet für Demonstrationen. Das legt den ganzen Verkehr in der Stadt lahm!“ Und um dies zu unterstreichen, gab es wohl Polizeisperren, Wasserwerfer etc.
Nicht, dass hier die Position der Regierung unterstützt wird, doch wäre schon damit zu rechnen, dass ansonsten schnell nahezu jeden Tag eine andere Demo dort ablaufen würde. Das wäre nicht schön anzusehen, denken da einige eventuell. Dass die Stadt lahmgelegt würde, deren Verkehr, ist aber eher ein Witz. Istanbul ist sooo riesig, es wäre eben nur ein Teil der Stadt, und nicht unbedingt ein sehr, sehr wichtiger, der betroffen wäre.
Eine andere Art von Demonstration dort, fand ich viel berührender.

Und was sieht das Auge vor dem Entscheid, die Rolltreppe Richtung Metro nach unten zu nehmen noch in der Eingangshalle des Flughafens stehend? Es sah, dass da draußen Havas-Busse verkehrten, entgegen der Meldung im Internet! Also entschlossen wir uns geschwind, an der Ausgangstür einen Beamten zu fragen, ob die Busse etwa wirklich und noch immer nach Taksim fahren. Ja, sie fuhren genau dort hin und am Gesichtsausdruck des Gefragten konnte eventuell abgelesen werden, dass ihn die Frage langweilte.
Diese Variante nach Taksim zu gelangen, erschien uns als die Einfachere. Weil wenn jemand durch Polizeisperren kommt und von Demonstranten wahrscheinlich nicht angegriffen wird, dann musste dies der Bus der Havas sein. Schon saßen wir in ihm und die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle. Wir waren gewiss so schnell am Taksim wie als wenn der unsichere Umstieg auf die T1 in Zeytinburunu gewagt worden wäre oder die Variante über Aksaray – und dann eventuell mit dem Taxi weiter.

Nach dem sich kurz abgeduscht worden war im Hotelzimmer, warfen uns ins Nachtleben – unweit des Taksims. Der Brustkorb vibrierte, so laut war die Musik, sie war noch immer so fürchterlich wie vor vielen Jahren. Das Efes-Bier ist hingegen ganz ok, und wie zu sehen war, feuerte der seltsame Beat die jungen Menschen dennoch an. Viel Arabisch war zu hören, viele gut angezogene Leute unterwegs – und viele kleine, braune Händchen ohne Schuhe an den Füßen in den Straßen, die bettelnd sich uns entgegenreckten.
Lang blieben wir nicht, weil die Müdigkeit halt doch in die Knochen kroch, vor allem aber, weil die lausige Musik ihren Tribut an unseren Fluchtinstinkt einforderte – und die Händchen mit den großen, schönen dunklen Augen streckten sich noch immer unvermittelt hin zu uns zurpck auf der Straße.

Die Buchmesse wird ausgerechnet an einem Montag eröffnet. Des Weiteren steht auf dem Plan, noch einen alten Freund zu bessuchen. Vielleicht geht es sogar noch runter nach Antalya, zur Außenminister-Konferenz der NATO. „Phantom der Opera“ und Jazztage am Rande etc. waren auch noch dran.

Unser Hotel, das gibt es vom Namen her gleich 2 Mal. Leider habe ich diesmal aus Versehen das andere gebucht, das mit dem Zusatz „Prestige“. Unseren Wunsch bei der Reservierung via Internet, ganz oben ein Zimmer zu erhalten, wurde offensichtlich nicht ernst genommen. Im 3. Stock war die Lage, sagen wir mal, wenig amüsant. Vor uns die Fenster eines weiteren Hotels. Das Zimmer recht eng und einfach langweilig eingerichtet vom Geschmack her. Als ich das letzte Mal im anderen Hotel untergekommen war, erhielt ich ein Zimmer ganz oben und das war super originell geschnitten und ausgestattet. Tolle Aussicht über den Taksim und den Bosporus, geräumiges Zimmer, wofür der Preis ohne Frühstück gern bezahlt wurde. Aber dieses ‚Loch‘ hier…. .

Nachdem in der Stadt ein paar teure Schuhe ausnahmsweise gekauft wurden, das Ticket für das Phantom der Opera abgeholt, bei meinem jahrelangen Friseur noch schnell die Haare geschnitten worden waren, wie es inzwischen Tradition geworden ist, war der Rezeptionist im Hotel diesmal freundlicher als den Abend davor, dienstbeflissen gar und bereit, das Möglichste zu unternehmen, um uns im 10. Stock unterzubringen, obgleich der Lift nur bis in den 9. fährt. Es brauchte etwas Überredung, ihm klarzumachen, dass eine Treppe zufuß Gehen, wirklich kein Hindernis darstellt. Schöne Aussicht in Richtung Kasim Pasa gab es dann mit riesengroßer Terrasse vor dem Zimmer, was die unattraktive Einrichtung des Zimmers schon fast vergessen ließ. Unsere Hoffnung, den anderen Tag an der Rezeption noch was drehen zu können, wurde also nicht enttäuscht. Das Hotelzimmer war aber dennoch langweilig ausgestattet, der Strom fiel ein-zwei Mal aus und die Betten wurden nur gemacht, nachdem am Telefon Druck gemacht wurde. Das Frühstück war ok. Die Matratzen waren jedoch wirklich gut. Kein Aufwachen morgens mit dem inzwischen wohl bekannten hölzernen Gefühl im Rücken. Wer sich extra ein nicht gerade preiswertes Futon hat anfertigen lassen wie ich, kriegt da schon so seine Überraschungsmomente der besonders positiven Art geliefert. Doch all das ist ja wohl kein Thema, wenn man sich ansieht, wie manche Leute um die Ecke am Taksim unterkommen.

Bei den Derwischen unweit des Tunnels waren wir natürlich auch, um die Veranstaltung zu sehen. Die drehen sich nahezu 1 Stunde unweit des sogenannten Tunnels für inzwischen 50 Lira pro Person. Mir gefällt diese Vorstellung aber noch immer. Sie hat sich im Ablauf geändert. Der ist irgendwie meditativer geworden, soll heißen, es wurde weniger dreh-getanzt, was vielleicht den einen oder anderen Touristen überforderte oder langweilte.
Und obwohl nicht gefilmt werden durfte, waren einige da, die dieses wiederholt ausgegebene Verbot missachteten. Doch beim Gebrauch des Flashs eines Fotoapparates war die Geduld der einen Wachfrau dann doch an ihr Ende gelangt. Frau Aufseherin plärrte laut in die sich langsam und leise entfaltende Aufführung der Sufi-Mönche durch den schön dekorierten Saal: „NO FLASH!“
Unschön wars zwar, aber dann wohl doch nötig. Ja, sogar die Türkische Republik wurde gelobpreist in der Rede des Scheichs. Immerhin ersparte er uns in der Abfolge all der großen Sufinamen aus Konya und dem Iran, die er erwähnte, den Namen von Tayyip Erdogan. Ob das so bleiben wird oder kann?

Wenn ich es mir überlege, sind das eigentlich alles Geschehnisse am Rande. Inzwischen sind weitere 4 oder 5 Tage ins Land gezogen. Doch gestern habe ich gut ausgeschlafen unbedingt ein Billet nach Basel geradezu kaufen müssen – 125 Euro mit Pegasus. Was mir den Entscheid ‚erleichterte‘, waren die schlafenden, verwahrlosten Kinder mit den schönen, aber schmutzigen Gesichtern, der sonnengebräunten Haut und den Lumpen am Körper, wovon einige gleich neben dem Restaurant, in dem ich eigentlich gern essen gehe, auf noch schmutzigeren Decken in eine Ecke gefercht auf dem Trottoire schlafen.

Mein Reisebgleiter war schon ein paar Tage vorher weitergezogen, sodass das Phänomen zwar bereits dann wahrgenommen wurde, doch nicht wirklich in mich dringen konnte, dank seiner Anwesenheit.

Diese 6 Jungs, die dort tagtäglich morgens auf den Decken liegend zu sehen waren, und das von den Strapazen der Nacht sichtlich gezeichnet, so im Alter zwischen 6 und 14 vermute ich, die ohne Schuhe durch die Straßen Istanbuls gehen, ohne ersichtlichen Schutz, ums Überleben kämpfen und allem Möglichen und wahrscheinlich erst recht Unmöglichen ausgesetzt sind, gaben den Ausschlag zum Ticketkauf. Hinzu war gekommen, dass inzwischen schon die eine oder andere Geschichte gehört und überhört worden war in Cafes und Restaurants etc. sitzend: „Denen gibst du 5 Lira und die machen dir alles, der da zum Beispiel, den hat xy gehabt!“ Oder: „Schmutzig sind die auch im Wesen, die gehören dort hin, wo sie jetzt sind!“

Klar doch, da gibt es gewiss viele Menschen in Istanbul, die sich kümmern. Doch das, was in der Stadt diesbezüglich abläuft, ist einfach zu wenig – da bleibt einem der Bissen im Hals stecken. Da will man was tun. Zu wissen, dass man in einem Hotel wohnt, das über 70 Euro kostet, um sicher zu stellen, dass der Tresor im Zimmer nicht ausgeräumt wird von Hotelangestellten oder ihrem Anhang, dass die Kamera etc. einigermaßen abgesichert sind, bringt wirklich in einen scheinbar unlösbaren inneren Konflikt.
Auch übers Klauen kursieren viele Geschichten. Vielleicht kann der Araber ein Geschichtlein darüber erzählen, der gestern Abend an der Rezeption meines Hotels drohte auszurasten, als ich vorbei ging und er meinte, da wäre mehr Geld und Schmuck im „security“ gewesen. Aus Erfahrung weiß ich, es ist nicht leicht in solchen Fällen, zu seinem Recht zu kommen. Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, und die Polizei scheint noch langsamer zu reagieren; doch im Vergleich mit den Kindern in den Straßen, dürfte es da wohl um herzlich wenig gehen.

Nee echt. Und so konnte und wollte ich auch nicht mehr zur Buchmesse oder zur Außenministerkonferenz. Dass mir in Istanbul passiert, die Stadt fluchtartig zu verlassen, hätte ich auch nie geträumt.

Im Hamam war es dies Mal auch nur komisch. Wir gehen immer in das, welches in Kasim Pasa an der Moschee liegt. Auffällig war in den Straßen dieses Bezirks, dass außer AKP-Fähnchen, die über die Straßen gespannt werden vor Wahlen, auch viel CHP, ja sogar HDP-Fähnchen hingen, wo ja der mächtige Mann im Lande, Tayyip Erdogan, hier aufgewachsen ist. Dass dem so ist, bezeugt unter anderem das Fußballstadion im Bezirk, wo früher nett Tee und Bier im Grünen getrunken werden konnte, sogar eine Art Rummelplatz gab es da mal. Alles vorbei, alles weg. Selbiges ist auch der Fall mit der Metro, die zwar wirklich gut ist und auch nötig, doch man hätte das Begrünen nicht vergessen dürfen. Weil Istanbul hat nun zwar die Metro, doch in ihrem Dunstkreis ging recht viel Grün drauf. Die Menschen im Bezirk Kücük Pazar, Haltestelle Halic und Vezneciler, zum Beispiel dürfen nun bis nach Unkapani gehen, um unweit einer Schnellstraße mindestens noch ein bisschen Grün am Halic, wo manchmal sogar Delfine gesichtet werden können, abzubekommen.
Vom Plattmachen der letzten Grünflächen von seiten des Rathauses ist jetzt gerade unter anderen der Bezirk Yenikapi betroffen.

Zurück zum Hamam. Vielleicht waren es 4 oder 5 Kunden im Hamam, die anwesend waren uns beide inbegriffen. Auf die kamen jedoch mindestens 9 Wäscher oder Masseure (keseci). Es herrschte eine sonderbare Stimmung. Wir blieben nicht lange und der Preis verriet, warum der Laden so leer ist – knapp 10 Euro pro Person. Für einen türkischen Arbeiter dürfte dieser Preis schon zu hoch sein – und wir hatten keine Anwendungen erhalten, lediglich einen Tee danach.

Das Viertel Karaköy scheint ebenfalls an der Reihe zu sein. Hier wird das bisschen Grün hoffentlich überleben, auch weil es ein touristischer Spot werden soll, beziehungsweise geworden ist. Alles, was offenbar Rang und Namen hat, verkehrt jetzt dort, war in der Hürriyet zu lesen. So viele Boutiquen und Geschäfte machen dort täglich auf, dass Frau gar nicht mehr weiß, wo noch einkaufen gegangen werden soll und kann – und dann erst die vielen, vielen neuen tollen Restaurants, so ungefähr las sich der Artikel.
Karaköy ist ein weiterer Bezirk unterhalb von Beyoglu in Richtung Eminönü gelegen. Einst war hier eine zeitlang das Bordell.
Über mich selbst verwundert wie einst, als ich 1980 das Bordell betrat, um diesen eigentümlichen Ort zu inspizieren, kaufte ich nun morgens kurz entschlossen zu meiner Verwunderung das Ticket nach Basel – und dann ging es mir wieder etwas besser.

Die Türkei tut bereits einiges für die syrischen Flüchtlinge oder die kurdische Minderheit im Lande. Doch sie muss noch mehr tun und zwar gezielter. Zum Beispiel darf nicht in Kauf genommen werden, dass Menschen unter 15 Jahren in einer solchen Notlage über den Weg laufen und leben. Das ist nicht hinnehmbar!!!
Es kann nicht genügen, als Präsident der Republik Reden über den Islam und Menschenrecht zu schwingen, während die Lage am Taksim – und andernorts in der Türkei – so unmenschlich ist.

Herr Erdogan! Bleiben Sie in der Türkei! Kommen Sie um Allahs Willen nicht bereits Morgen nach Karlsruhe, sondern kümmern Sie sich, meinetwegen erneut mit auf Kurdisch geschriebenem Koran in der Hand, um die Leute, die das Geld dringend brauchen, das Sie verplämpern für Auftritte, um Ihrer Partei bei den anstehenden Wahlen im Juni einen Vorteil zu verschaffen – wie Sie besser wissen, den Unparteilichkeits-Auftrag eines türkischen Präsidenten missachtend!!!

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Zypern

Zu Zypern noch so viel: Akinci ist jetzt also Präsident im Norden. Alle träumen von einer Vereinigung der Inselteile, die angeblich demnächst passieren soll. Anscheinend hat Akinci das Rennen gemacht, weil er Varosha im Programm hatte bei den Wahlen. Das ist die Stadt vor Famagusta gelegen, die nur von türkischen Soldaten und wahrscheinlich auch einem Ableger der UNO etc. betreten werden darf. Diese will Akinci öffnen. Das hätte natürlich unweigerlich zur Folge, dass der einst größte Hafen der Insel, Famagusta, dann wohl auch wieder zu mehr Leben erweckt würde.
In den Zeitungen steht, dass die Menschen das Zypernproblem über haben. Ja, sogar von Politikern kann solch Rede vernommen werden. Präsident Anastasiadis soll sogar zugesagt haben, endlich mit den Plänen herauszurücken, die die Minenfelder anzeigen, die noch vor dem Konflikt der beiden Volksgruppen 1974 im Fünffingergebirge gelegt worden sind von den Griechischzyprern – genauer, den EOKA-Faschisten.

Wir waren vor dem Flug nach Istanbul noch unterhalb des Hillarius-Schloss auf dem Fünffingergebirge eingeladen gewesen. Das Gebiet zählt zum türkischsprachigen Norden von Zypern. Tolle Ansicht auf das Schloss. Noch immer ist von dort aus, wo wir uns befanden, alles wundersam grün anzusehen. Die Ortschaft heißt Karaman, das frühere Karmi also. Vor 74 sollen hier Griechen und Engländer gewohnt haben. Jetzt wohnen in dem wirklich schönen Ort, der eine der wenig gut erhaltenen orthodoxen Kirchen beheimatet, eben Engländer und andere Europäer, anscheinend auch einige Deutsche und nur wenige Türkischszyprioten. Sie wohnen zumeist auf geleastem Land oder in geleasten Häusern. Ein Buch wurde uns gezeigt, welches den Ort nach den Kriegswirren 1974 in Bildern zeigt und wie die Häuser heutzutage aussehen.

Kurz: Hier glaubt auch niemand daran, dass der angebliche politische Aufwind, den die Wahl Akincis gebracht haben soll, etwas an dem herrschenden Status ändern wird, weil, wurde gesagt, die Türkischzyprer mit den griechischsprachigen Zyprern ja gar nicht zusammen wollten. Weil es sei ausgemachte Sache, dass die Griechischsprecher noch immer denken, die Creme der Menschheit zu sein, und hier – also im Norden – sehr gut ohne die hochtrabenden Griechen ein Leben geführt werden könne, das wenn überhaupt, dann nur schleichend von der Islamisierung etwas eingefärbt werde. Doch das sei verkraftbar. Schließlich habe Zypern schon früher mit so etwas zu tun gehabt, als unter den Osmanen gelebt wurde.

Ja, die Aussicht war wirklich schön, dort von diesem Haus in Karaman. Leute sind dort angesiedelt, die beruflich alle Höhen erklommen haben in ihrem Metier und nun den Ort scheinbar gefunden haben, indem sie die restlichen Jahre ihres Lebens in Frieden und zufrieden verbringen wollen. Dürfte ihnen dort oben gelingen.

Nur das schöne Grün vor dem prächtigen Haus, welches angeblich niemand betritt, weil Schlangen und andere wilden Tierchen drin leben sollen, wie erzählt wurde, das könnte vielleicht in der Karte, die der griechisch-zyprische Präsident Anastasiadis übergibt verzeichnet sein, um die im Boden vebliebenen Minen endlich räumen zu können?

Denn wenn man sich besieht, wie das schöne Land im Norden unweit der Küste zersiedelt wird durch die Gier nach Geld und Exklusivität – wie auch im Süden der Insel -, kommt man nicht umhin zu fragen, warum ausgerechnet dieses weite, schöne grüne Fleckchen Erde dort oben in Karaman in äußerst attracktiver Lage ausgespart wurde? Die Schlangen sind vielleicht nur eine Art Ammenmärchen.

Akinci war inzwischen in Istanbul. Sogar Erdogan spricht davon, dass das Zypernproblem unter gewissen Bedingungen noch dieses Jahr gelöst werden könnte – was tut man nicht alles, um eine Wahl zu gewinnen. Er spricht sogar vom Bruder, nicht mehr vom StaatsKind. Er gesteht Akinci insofern ein, dass Zypern aus den Kinderschuhen gewachsen ist und als etwas Gleichwertiges erachtet wird, wie von Akinci vor dem Treffen mit Erdogan angekündigt worden war. Insofern ist das, was in der Badischen Zeitung von heute steht, schlicht falsch – nämlich dass Erdogan noch immer auf der früheren Formulierung beharrte, der des Kindes.

Ein Tipp: Vermeiden Sie möglichst, Ihren Laptop in einem Hotel in der Türkei zu benutzen. Abgesehn von den lästigen Updates, die Microsoft bei Windows 7 ungefragt durchführt, darf gern davon ausgegangen werden – wahrscheinlich wie auch in Deutschland -, dass der türkische Geheimdienst (MIT) mitliest und seine Marker hinterlässt – vielleicht nicht immer, aber eventuell immer öfter.

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