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Archive for April 2015

Griechenland im Aufbruch

Na, dann schauen wir doch mal nach Griechenland rüber, wenn die Zyprer denen gegenüber schon so hörig sind, mögen Sie, verehrte Leser, gedacht haben beim Lesen des letzten Beitrages auf Zypernundmehr-News. Sie sollten aber wissen, dass die Sonne heute so schön scheint, kein Wind weht und der Winter, der vorgestern eingebrochen sein soll – was auch immer hier auf Zypern als Winter bezeichnet wird – heute am Samstagmorgen um 07:22 Uhr nun wirklich weit entfernt scheint. Wenn die Taube auf dem Dach endlich zu gurren aufhören könnte – man kommt nicht an sie ran und sie hat jeden Respekt vor dem schwarzen Plastikraben verloren – wäre alles so weit, dass mit SWR1 im Ohr bestens gleich an den Strand geflogen werden könnte, um wie die anderen Mutigen, die gestern in Limassol im Meer gesichtet werden konnten, auch mal wieder ein Zehchen oder gar mehr ins kühle Nass zu halten.

Hier wird empfohlen – Sie mögen es also aufgrund der widrigen Umstände verzeihen, dass jetzt wirklich Wichtigeres ansteht als Beiträge zu verfassen – den folgenden Links zu folgen und sie zu lesen, dies bestens der Reihenfolge nach, um das Wichtigste über – ja, wie soll man sagen – Griechenland und Sie zu erfahren.
Klar doch, es geht auch um Sie, sollten Sie in Europa leben und bestens ein legitimer Bewohner der EU sein.

Scherzchen bei Seite: Fangen Sie also mit diesem Link an, wenn Sie mögen: http://www.euractiv.de/sections/finanzen-und-wirtschaft/euro-gruppe-keine-einigung-im-schuldenstreit-mit-griechenland

SWR1 war und ist gerade die richtige Dosis früh morgens und zum Frühstück. Die alten Klöpfer wurden und werden gespielt, sogar CCR und andere, noch flottere Musik, die wirklich gut zum Sonnenschein da draußen passt, zum Tanzen wie einst anregt, und dem weiten blauen Etwas da vor mir, irgendwo unweit da unten gelegen, den Rest gibt im positiven Sinne – und das ist noch ohne weiße Schaumkrönchen drauf. Muss mich also sputen, bevor die aufkommen, damit mich nicht wieder die Wellen davon abhalten, genügend Mut aufzubringen, in die wahrscheinlich noch immer recht kühle Wassermenge zu gummben, wie die Schweizer sagen würden.

und hiermit zum nächst, wirklich sehr lesenwerten Link: http://www.euractiv.de/sections/finanzen-und-wirtschaft/griechenlands-neue-politik-muss-tsipras-scheitern-312486

Dieser letzte Link sagt eigentlich all das aus, was hier schon immer gesagt wurde, schön kompakt, doch gut verständlich und einfach gekonnt. Bravo!
Sollten Sie gerade schlechtes Wetter haben, oder doch noch was zu Zypern erfahren wollen und wie nahezu jedermann heutzutage genügend gut Englisch verstehen, dann wird Ihnen das, was nun folgt, da weiter helfen hoffentlich. Es wurde dem Rundbrief der PIO, des Press Information Office of Cyprus, entnommen.

2012-11-23 12-40-04.247

„No.2Wednesday, 22/4/2015   
Remarks by the Government Spokesman on the Cyprus problem   

It is at the negotiating table that we will determine if the public statements made by the Turkish side about a desire for a solution to the Cyprus problem the soonest possible correspond to reality, the Government Spokesman, Mr Nikos Christodoulides, said today.    In his remarks to reporters at the Presidential Palace, in response to a question as to how Nicosia reacts to the messages received with regard to the Cyprus problem in view also of the recent references by the American Secretary of State, Mr John Kerry, Mr Christodoulides said that “we hope for more from the American side, but also more from London and other countries, for 2015 to be the year of the Cyprus problem.    We are working in that direction. Everything will be decided at the negotiating table. We hope that a substantive and sincere dialogue will resume soon which, with Turkey’s contribution as well, will create those prospects so that 2015 will be the year of Cyprus.”    In response to a question whether he thinks that Turkey has given any proof that it will contribute in this direction, Mr Christodoulides said that “everything will be decided at the negotiating table. There, we will see the real intention. We will determine if the public statements correspond to reality, at the negotiating table. We hope that these public statements will be confirmed, but, I repeat, everything will be decided at the negotiating table. On our side, for which I can speak very clearly, our intention for a substantive and sincere dialogue is given and we expect to have a corresponding response”.    Replying to an observation by a reporter that the Minister of Foreign Affairs of Turkey asked an intervention by the United States on the Cyprus problem and Mr Kerry left open this possibility, and replying to a question as to what kind of intervention Nicosia expects from the USA, the Spokesman said that “all those that are really interested for the solution of the Cyprus problem are welcome to assist in this direction. Therefore, we expect, for example, what I have mentioned to you, namely to see the public statements made about a desire for the solution of the Cyprus problem also at the negotiating table through the proposals that are submitted”.    Asked whether Nicosia wants the contribution of Moscow as well, given that the Greek Cypriot interlocutor, Mr Andreas Mavroyiannis, is in Moscow for contacts, the Government Spokesman said that “I have mentioned that all those that can contribute in this direction, and in particular the Permanent Members of the UN Security Council, are welcome to help us to achieve our strategic objective, which is the reunification of our homeland and the termination of the occupation”.    Asked whether Mr Mavroyiannis’ contacts concern only the Cyprus problem or if they also include his candidacy for the Presidency of the UN General Assembly, the Mr Christodoulides said that “surely they concern the issue of his candidacy for the Presidency of the General Assembly.” 

Schönen 25. April noch.
OK, noch ein Wort zu dem 24. April, zumal ja auch gerade von Cat Stevens der „Peace Train“ auf SWR1 gespielt wurde:
Es wird Zeit, dass in solchen Fragen wie großem Unrecht an Menschen, welches begangen wurde und wird, Klarheit geschaffen wird, also wer hat das, warum getan und wie. Gut auch, dass Bundespräsident Gauck eingefallen ist zu bemerken bei seiner Ansprache gestern, dass das Deutsche Reich am Mord an den Armeniern eine Mittätterschaft inne hatte.
Schön, dass die Postbank von der Deutschen Bank abgestoßen wird oder wurde.
Schade, dass Erdogan und seine Truppe so boxbeinig auf Positionen bestehen, die ihre politischen Gegner jahrelang verteidigten. Letztere sind und waren die Kemalisten. Klar, nicht alle Kemalisten sind und waren kompromiss-unbereit bei gewissen Positionen wie zum Beispiel der bezüglich der Verbrechen an den Armeniern. Bleibt zu hoffen, dass die Riege um Erdogan nun nicht beginnt, die Schleusen aufzumachen, um Flüchtlinge ungehinderter nach Europa gelangen zu lassen. Das wäre konterproduktiv, dieses bekannte und schon fast ausgelutschte Druckmittel jetzt als Folterwerkzeug in Stellung zu bringen.

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Georg Koumoulis schreibt in der bereits vor 2 Beiträgen zitierten Sunday Mail vom selben Tag Folgendes:

„Eine tiefgehende und dokumentierte Studie des Kollaps der zyprischen Ökonomie wäre unvollständig, ohne den Beitrag eines Soziopsychologen. Die ist zwingend, wegen des Minderwertigkeiskomplex‘, den Zyprer gegenüber Griechen haben – ein Komplex, der der Hauptgrund für die Zerrüttungen in unserer Ökonomie ist.
Wenn ein Griechischzyprer nicht völlig mit der ökonomischen Politik übereinstimmt oder irgendeiner anderen Politik, die von Bedeutung ist und von Griechenland betrieben wird, wird er gerügt, wie vor kurzem Finanzminister Harris Georgiadis.

Diskutabel ist gewiss, ob als überzeugendes Beispiel für diesen Komplex, der Eurovisions-Kontest gelten kann. Der Teilnehmer aus Griechenland an diesem Wettbewerb könnte eine tonlose, langweilige Vorstellung abgeben als Sänger, der nicht singen kann, doch würde ihm oder ihr das dennoch hohe Bewertungen von den Zyprern einbringen. Das Seltsame ist, das derartige Dienstfälligkeit eher Verachtung hervorrufen sollte anstatt Zustimmung und Respekt.

Auf dem Altar sogenannter Unterstützung Griechenlands werden Gerechtigkeit, Objektivität, Gleichberechtigung und Selbstrespekt geopfert. Wir sollten nicht vergessen, dass die zyprische Gesellschaft über patentierte Patrioten in großer Anzahl verfügt, die meistens konservative, undemokratische und reaktionäre Positionen vertreten und befördern; also Nicht-Internationalismus und diesen Minderwertigkeitskomplex gegenüber Griechen.

Was war es denn, was unsere Banker im Jahr 2010 Milliarden Euros in griechische Regierungsanleihen stecken ließ, zu einer Zeit, wo es bereits wiederholt Abwertungen der griechischen Kreditwürdigkeit gegeben hatte von der Fitch, der Moody und Standard & Poor – und alle ökonomischen Analysten erachteten einen Haircut Griechenlands als längst überfällig.

Die konventionelle Erklärung für die katastrophale Entscheidung der zyprischen Banker war Gier. Getrieben von der Aussicht, ihre Bonus-Auszahlungen aufzublasen, setzten sie Produkte der Handwerker und Arbeiter, von 10.000en Einlegern, und verloren. Wäre ihr Ziel jedoch [lediglich] gewesen, ihre eigenen Gewinne zu maximieren, hätten sie vom Second-Hand-Markt zum Beispiel Regierungsanleihen kaufen können: irische, spanische oder mexikanische. Die hatten ein viel geringeres Risiko, aber auch gute Aussicht auf erheblichen Kapitalzuwachs. Doch die wurden nicht gekauft.
Ihr psychologisch zu verortender Minderwertigkeitskomplex gegenüber den Griechen, ließ sie griechische Anleihen abgreifen. Berauscht vom Geschrei der großen Patrioten [im Inselreich] und den Medien fiel das intellektuelle Niveau unserer Banker weit unter Null. Leider stellten die Herrn Superprofis einen Schaden an, welchen die Zyprer nicht abfedern konnten.

Als Ergebnis des Haircut der Griechen verlor Zypern 4,5 Milliarden Euro, wohingegen Griechenland 160 Milliarden Euro gewann (bei gleichzeitiger Reduktion ihre Schulden). Monate/Jahre später wurde uns erzählt, dass der damalige Präsident, Dimitris Xristofias, sich hartnäckig gegen diesen Entscheid ausgesprochen habe, zumal der Verlust für Zypern 25% der Brottoinlandsprodukt ausmachte.
Das ist aber kein Trost. Denn als er seine Stimme hätte erheben sollen, improvisierte er Stillbleiben – so, als wolle er derart sein Missfallen kundtun. Er wollte nicht als Anti-Hellene angesehen werden, sagte er uns. Und der Aushilfs-Ministerpräsident Griechenlands, Lukas Papadimos, meldete sich [zu jenem Zeitpunkt] auch nicht zu Wort.

Damals dachten viele Zyprer, dass Griechenland wie eine fürsorgliche und liebende Mutter handeln werde und unsere Verluste uns ersparte, weil es ja einen signifikanten Teil seiner Schulden abschreiben konnte. Sie wurden bitter enttäuscht. Hinzukam, dass kein zyprischer Politiker wagte, die griechische Regierung zu kritisieren für diese Gleichgültigkeit.

Minderwertigkeitskomplex in seiner ganzen Größe.

Als im März 2013 die Eurogroup beschloss, die Spareinlagen in Zypern zu beschneiden in zyprischen Banken, begehrte der damalige Ministerpräsident, Antonis Samaras, nicht auf ob dieser harten Maßnahme. Im Gegenteil. Er unterstützte es und stellte sicher, dass eine eventuelle Ausbreitung des systemischen Risikos auf den griechischen Finanzsektor ausgeschlossen wurde. Und wie wir alle wissen, kaufte die Piraeus Bank die griechischen Operationen der zyprischen Banken mit sofortigem Profit, so um die 3,5 Milliarden – mit entsprechendem Verlust für zyprische Banken. DIKO-Vorsitzender Nikos Papadopolous spricht bei diesem Transfer von Aktiva von Diebstahl und beschuldigt die EZB, den Chef Mario Draghi (wie wir alle vernahmen bei dessen Besuch hier kürzlich). Der Minderwertigkeitskomplex von Papadopoulos vernebelt ihm sein Hirn, denn anstatt den wirklichen Schuldigen zu attackieren – Samaras -, richtete er seinen Zorn [lieber] auf einen Nicht-Griechen.

nov12 116

Das riesige Loch, welches geöffnet worden war, als die zyprische Laiki-Bank zusammenbrach und abgewickelt wurde, hatte nichts mit dem offiziellen Griechenland zu tun, aber mit einer Hand voll best bekannter Griechen. Und das bringt eine weitere wichtige Angelegenheit zutage: Warum wurde der Antrag der HSBC, 50 % von der Laiki zu erhalten im Jahr 2005, abgelehnt? Hätte man dem zugestimmt, hätte das ökonomische Armageddon verhindert werden können. Der damalige Vorsitzende der Zentralbank, Chistodoulos Christodoulou, sagte, dass die Sache [mit der HSBC] geplatzt sei wegen Differenzen bezüglch des Kaufpreises für die Anteile.
Christodoulos ist keine vertrauenswürdige Quelle, denn sein Hirn tickte entgegen der Prinzipien der Zentralbank. Seine Erklärung ist rein gar nicht überzeugend – zumal subsequent Herr Andreas Vgenopoulos beinahe den gesamten HSBC-Anteil in der Laiki [sodann] aufkaufte. Die Überzeugung, dass diese beiden Vorkommnisse miteinander verbunden sind, ist sehr verbreitet unter Zyprern und ist ebenfalls Thema in politischen Debatten.

Ich denke nicht, dass Bankiers anderer Länder (Griechenland ausgenommen) mit zweifelhaftem Ruf und Standing einen Bankriesen wie die HSBC aus dem Weg geräumt hätten mit sozusagen konkurrenzlosen Intrigen und deren Kontrolle über eine System relevante Bank.
Hier angekommen, sollten wir alle den Hut vor griechischen Bankern ziehen. Mit den zyprischen Bankern verglichen, sind sie Schnäppchenjäger par excellence. Sie alle sind geradezu als aufgestellt zu bezeichnen im starken Kontrast zu den Bankern aus Zypern, die im Ganzen verschlafen sind und wortkarg.

So überrascht nicht, dass das Geschenk des [ökonomischen] Lochs in Kombination mit verführerischen Versprechen ihre zyprischen Gegenüber verblüfft und ein Gefühl der Minderwertigkeit zurücklässt bei denselben.
In der Vergangenheit hatte ich mich dagegen gewehrt, wenn Griechen uns als Dumpfbacken bezeichneten. Doch der Kollaps der zyprischen Laiki-Bank rechtfertigt diese Bezeichnung mehr als notwendig wäre.

Georg Koumoulis ist ein Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaftler.“

Sollten Sie, verehrte Leser, in den letzten Wochen hier öfters reingeschaut haben, wird Ihnen gewiss bereits der Name Vgenopolous aufgefallen sein. Er scheint ganz offensichtlich eine Schlüsselfigur zu sein im griechisch-zyprischen Sumpf um und in den jeweiligen Banken und Finanzwesen.

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Edle Schlepper?

„Die Deutschen kaufen Immobilien wie wild. Die Steuereinnahmen sind dieses Jahr so hoch wie noch nie.“ So ungefähr hört sich das an, wenn man den Radio anmacht. Und dann kommt danach wie immer das Gejammer der Flüchtlinge wegen, die von bösen Schleppern auf schlechten Schiffen gen Europa geschickt werden, und dies zu viel zu hohen Preisen.

Europa, insbesondere Deutschland, verkauft ja nicht erst seit gestern Waffen an Länder, an die man so etwas bestens nicht verkaufen sollte. Betreibt eine Außenwirtschaftspolitik im Verbund mit den restlichen EU-Ländern, die dort, wo die meisten Flüchtlinge herkommen, so richtig ‚toll‘ einschlägt, so toll nämlich, dass diese Leute ihr bisschen Nichts zu Hause zurücklassen, um endlich dort hin zu fahren, wo all das NICHTS ihnen vorrangig mitbeschert wurde. Frage: Wer ist hier bitte sehr der böse, kriminelle Schlepper?

Die Schlepper, von denen in den Medien und aus den Mündern der Politiker die Rede ist, bleiben vorerst eine unsichere Beschreibung des Phänomens. Denn es gilt durchaus zu fragen, inwieweit man denn die Mittätterschaft als Mittätterschaft zu ahnden gedenkt. Es wird hier mal folgende Überlegung konstruiert:

So ein Schlepper kam zum Beispiel in Gambia auf die Welt als Sohn eines Bauern, der viel zu viele Kinder in die Welt setzt, ansonsten nicht gerade mit viel Bildung und Interesse beschlagen ist, genau dies zu ändern. Dieser Sohn dieses Gambianers hat dann mit 15 Jahren verstanden, dass Bob Marley womöglich auch nur ein Konstrukt war und ist, und dass er ihn aus seiner Misere insofern heraus bringen könnte, da er glaubt, aus seinen Liedern verstanden zu haben, was denn dieser „Buffalo Soldier“ sein soll, von dem der Marley singt. Es wurde ihm von Bekannten gesteckt: Hey, das bist eigentlich du. Also nicht so wirklich, aber so ungefähr, weil mit dem Soldier war gemeint, dass die Schwarzen, die irgendwann vor langer Zeit unter anderem aus Gambia nach Amerika verkauft wurden, von den Weißen wie auch von Schwarzen und anderen, den Arabern, die kämpfen jetzt in der Welt für Onkel Sam, verdienen damit ihr Geld, erhalten so ein bisschen mehr Würde, Anerkennung und Freiheit – ja, die transportieren sogar Kultur.

Und so hat dieser junge Mensch aus Gambia also auch das Wort Kultur zum wahrscheinlich ersten Mal in seinem Leben gesteckt bekommen, denn bei ihnen zu Hause, da gibt es die zwar auch, doch die wurde eher Tradition genannt. Er hatte nun verstanden: Kultur war mehr als Tradition. Kultur formt offenbar aktiver, also schloss er sich dem erst besten kulturellen Strom an, der ihm über den Weg lief, genauer in Sicht kam, und zwar auf dem Bildschirm bei den Nachbarn in deren Fernseher, wo sie sich ansahen, wie die Weißen in etwas wie Europa leben.

Die leben in Kultur, hörte er seine heimliche Liebe, die oft neben ihm saß vor dem TV, sagen, die er nie heiraten würde können, weil sie konnte ja schreiben und lesen und er, er hatte nur 2 Hände und 2 paar Beine mit Füßen dran. Und die setzte er daher in Bewegung nach Richtung Libyen. Taten doch anscheinend alle. Bei Gaddhafi malochen, Arabisch lernen, Soldat sein, eine Waffe tragen – Buffalo Soldier sein eben.
Kaum, dass er im gelobtem Land vor dem noch gelobteren Kontinent namens Europa angekommen war, wurde Gaddhafi vor einer laufenden Kamera umgebracht. Immer und immer wieder sah er sich die Bilder an. Die Kultur, schloss er daraus, kannte also auch Momente, die zumindest als Leerstellen bezeichnet werden können, dachte er.
Nun was tun?
In Libyen gefährdet, weil von Teilen der Bevölkerung gehasst als einer der Mörder, die für Ghaddafi mordeten; und nach Gambia zurück, wo er noch immer der, der er war, als er gegangen worden war, wäre, war keine Option.
Verdammt, das mit der Kultur war aber gar nicht so einfach zu verstehen. Denn die Welt der Kultur war offenbar gespalten: das was den einen Kultur war, war den anderen Scheiße, dachte er. Also entschloss er sich diesmal für das weit Entlegenste, weil er spürte, es ging irgendwie schon wahrscheinlich demnächst um ALLES. Und wenn das der Gegenstand des Interesses war, dann konnte doch wohl auch nur so ein total von ihm entfernter Entschluss die 1, die er ja war, einigermaßen gleichwertig ausfüllen zu einer weiteren 1, die, so viel Mathematik hatte er schon längst mitbekommen trotz Leben auf den Straßen und in den Feldern, dann mit einander addiert zu einer 2 werden könnten, denn der 2, der bedurfte es doch, wenn er von Afrika, einer weiteren 1 in einer weiteren Rechenaufgabe, übers Meer, nochmals eine 1, nach Europa kommen wollte, zur 2.

Diesem Gambianer war aus sicherer Quelle eines Marabu, also Wahrsagers, gesagt worden, dass die Drei auch in seinem Leben eine wichtige Zahl ist. Und da er bis Tausend und mehr zählen konnte, begann er mit der Drei in seinen Gedanken zu spielen und eines Tages bestätigte sich seine Annahme, dass Europa wohl die beste Wahl ist, weil 2, also Europa, und erneut er als 1 unweigerlich zusammen addiert 3 ergeben.
Doch das war leichter gedacht als getan.
Denn Libyen war und ist nun wirklich kein Eisschlecken. Er als Gambianer, der die Araber irgendwie mochte, vor allem die aus den Wüstengegenden, eignete sich ihre Sprache wie im Flug an, er tat, was Libyer tun, aß und trank wie sie und war schon bald so gekleidet. Er entschloss sich für die traditionellere Kleidung, die Djallabia. Mit Mandinka und ein paar anderen afrikanischen Sprachen, die in Gambia gesprochen werden, stückweise ausgestattet, wies man ihm den Weg in eine Art Gegenkultur. Er wurde das, was sie in Deutschland Schlepper nennen. Die Erkenntnis, dass er sich nun endlich als etwas wie einen Buffalo Soldier verdingt hatte, freute ihn. Bob Marley, was genau auch immer der damit meinte, als er vom Dread-lock Rasta, der für Amerika kämpft, sang, war für diesen Gambianer mit seiner Message offenbar durchgedrungen: Nicht zwingend durch die Institutionen gehen, ja auch, aber zuerst präsens zeigen. Zuerst dafür sorgen, also, dass ganz viele Leute aus Afrika dort hinkommen, wo all das Böse, wie dieser Gambianer inzwischen gelernt hat, gedacht, getan und geplant wird. Egal, wieviele Leute aus Afrika vergewaltigt, totgeschlagen, eingesperrt, gequält werden. Es werden alle Male weniger sein, als wenn man diese Leute dort in Europa nicht mit afrikanischen Köpfen flutet. Wichtig ist, wurde ihm gesagt, dass demografisch etwas passiert. Denn wenn diese Leute (1) mehr oder minder alle mit Afrika eine verwandschaftliche Beziehung haben (1), erst dann kann in Afrika und wahrscheinlich auch andernorts (1) so was wie Wohlstand und länger anhaltender Friede eintreten (3).

2013-03-21 09.17.59

Dieser Gambianer, der nun ein Libyer ist, findet, er tut ein gutes Werk, jedenfalls ein Besseres als diejenigen, die in dicken Autos rumfahren, die Welt nach Rohstoffvorhaben betrachten, von Menschenrecht und Umweltschutz reden und die Welt verpesten mit einer Profitdenke, die wahrscheinlich nur noch afrikanischer Gleichmut, was auch immer das ist, wieder ins Lot bringen kann auf lange Sicht. Dieser Gambianer ist der nicht so was wie ein edler Schlepper? Robin Schlepper!!!

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Wie im letzten Beitrag in Aussicht gestellt, kommt nun etwas mehr Detailiertes zu den Streitigkeiten auf Zypern auf Ihre Bildschirme in deutscher Sprache. Die Streitigkeiten waren nur kurz erwähnt worden.
Es eignet sich durchaus, auch heute dieselbe Quelle zu bemühen, die englischsprachige, zyprische Sunday Times vom 19. April 2015, in der Hermes Solomon als Kommentar Folgendes verfasst:

„Der Mann, von dem am wenigsten gesprochen wird nach den Anschuldigungen der Schmiergeldzahlung, die dem stellvertretenden Staatsanwalt angelastet werden, Herrn Erotokritou Rikkos, ist der pensionierte Richter des Höchsten Gerichts, Panagiotis Kallis, der verantwortet, die Zündschnur, die das ganze Establishment anklagt, angesteckt zu haben.

John Mauvro schieb im Kommentar der Cyprus Mail: „Mach keinen Fehler! Das Geschwür, welches das ‚System‘ ist, hat sich so weit und tief unter diesen Mafiosis ausgebreitet, dass es die höchsten Nomenklaturen erfasst. Und es ist terminal. Gerade als wir dachten, die Dinge könnten nicht noch schlechter werden nach den katastrophalen 5 Jahren mit dem Dorttrottel, hat Anastasiadis (sein Nachfolger an der Spitze im Präsidialamt) es fertig gebracht, diese Einschätzung innerhalb von 2 Jahren bereits zu unterbieten.

Die Untersuchung einer fragwürdigen Anwaltskanzlei in Limassol und deren Geschäftsgebahren, sowie eines russischen Geschäftsmannes und des Stellvertreters des Staatsanwalts durch Richter Kallis, hat zu einem Streit zwischen der Justiz und der Politik geführt, der die gehörig ausgehebelte Verfassung aufzeigt.

Ich denke, wir können nun bereits sagen, ohne bösartig zu sein, dass die Republik Zypern gerade eine Diktatur wird oder es schon immer war. Weil wenn der Präsident der Republik die Verfassung übersieht und sich (anstatt) in die Arbeit der Justiz einmischt, werden wir von anderen Ländern (gewiss) als nicht weniger als eine Bananen-Republik angesehen.

Man kann nicht anders, als sich zu wundern, warum Präsident Anastasiadis in einen total neutral zu haltenden und (eigentlich) abgeschlossenen Fall in Sachen Bestechung sich (plötzlich) einmischt. Nur die Ansicht, seine Clique von (gewissen) Nebenwirkungen der Gerichtsverhandlungen zu schützen, macht das erklärlich.

Erotokritou wird (indes) blabbern vor Gericht. Das hat er bereits in den Kameras festhalten lassen, wo zu sehen ist, wie er einen seltsamen Brief hochhält für die Kameraleute, als er bei MEGA-TV auftrat und seine Unschuld (geradezu) einforderte – einen Tag später ging er zu Gegenbeschuldigungen gegen den Staatsanwalt im Hauptquartier der Polizei über.

Von allen Beteiligten sollte er am besten wissen, dass sich gegen die ermittelten Fakten der Kallis-Untersuchungs-Einheit zu stellen, eigentlich nur mit den Unschuldsbekundungen von Sarras Vergas for dessen Prozess verglichen werden kann – und der endete für 6 Jahre im Knast.

Stimmen, die den Rücktritt Erotokritou erwähnten diese Woche, waren so laut wie die vor einem Jahr beim Bürgermeister von Pafos (Sarras Vergas) und dessen Verbindungsmännern. Doch Erotokritou sitzt stur an seinem Tisch, zieht sich leere Posteingangsablagen an und wird bezahlt fürs nichts tun.
Es ist wirklich keine Frage darüber, ob Erotokritou schuldig oder unschuldig ist in Sachen Bestechung, sondern es ist eher eine protokollarische Frage – auch eine prozessuale. Er ist angeklagt und sollte daher den Platz räumen, bis zu seinem Gereichtstermin, anstatt Beschuldigungen gegen seinen Chef (Kostas Klerides) auszugeben.

Der Generalstabsanwalt, Kostas Klerides also, dessen einziger Lapsus bislang seine flappsige Art in der Handhabung der Untersuchung zur Ermittlung der Schuldigen für den Bankenkollaps zu sein scheint, wurde von der Polizei kaltgestellt.

Klerides, nach glühend heißen Briefen zwischen ihm und dem Präsidenten (Anastasiadis), steht alleine da und wird von allen Seiten angefahren – so wie einst Polis Polyviou nach der Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse im Fall der Mari-Explosion. 2011 war ja ein anderer Präsident, der jedwedes Mitverschulden am Unglück in Mari bestritt, wo er doch der Hauptschuldige war. Ja! Sie haben es erraten. Es war das der Dorftrottel. Wird Anastasiadis seine Präsidentschaft etwa als der Stadtidiot enden.“

Wenn es um Kleinzeug geht, scheint das Räderwerk der Justiz zu arbeiten. Doch wenn was Großes ansteht, stecken Präsidenten (hierzulande) Nägel in die Reifen, um Verwirrung zu stiften, damit nichts auf-gelöst wird.
Leben wir (etwa) in einer Demokratie? Wenn ja, dann sollte die Wählerschaft sich dieses letztere skandalöse Verhalten (der Politiker) merken und sich weigern, irgendeine politische Partei zu unterstützen.
Während Familien ihre Arbeit und Haus verlieren, zeigt die Elite Abneigung gegen die Gesetze und die Verfassung und greifen zu leeren Worten – zerstreuend und unehrlich. Sie sind eine Geheimgesellschaft, der niemand was anhaben kann.
Es ist als zahlten wir unsere Steuern und erleiden schwere Verluste durch den Bail-In, um die Missgriffe derer zu finanzieren, die nicht bezahlen, nie bezahlten.

Wie Sie sehen, Rikkos, wie auch Christalias von der Zentralbank Zypern, haben was durchzustehen. Und das ist das Schwierige an Cliquen, Eliten und Geheimorganisationen, denn das einzelne Mitglied weiß alles, was es zu wissen gilt über andere Mitglieder. Sie sind daher eine tödliche Gefahr für einander, wenn plötzlich Beschuldigungen durch die Luft fliegen.

cyp3 093
Das Gesetz zu strecken, ist eine Sache. Doch es willentlich zu brechen, ist was anderes!

Rikkos mag eine Gefhar für Banker sein, über die er angeblich eine Untersuchung führt mit der Absicht, sie ins Gefängnis zu stecken. Dies könnte der Grund sein, warum Richter Kallis zusammen mit Klerides ihn beruflich kaltstellen wollen. Nur, wenn Sie das glauben, (verehrte Leser), beschuldigen Sie nach gleicher Maxime Kallis und Klerides eines viel schwerwiegenderen Verbrechens.
Untersuchungen, die etwas verdecken oder in Rauch aufgehen, sind von der Art und Weise gezeichnet, in der Politiker (hierzulande) mit dem Gesetz spielen, uns im Ungewissen halten, uns in einer Art schwebendem Zustand hängen lassen, während sie absahnen, was übrig blieb.

Ich denke nicht, dass es sich hier allein um ein zyprisches Phänomen handelt; doch es sit sicherlich der einzige Weg, den unsere Politiker beschreiten, um zu regieren.

Vielleicht sind Richter Kallis, Kostas Klerides, Polis Polyviou, Odysseas Michaelides und einer oder zwei mehr davon wahre Helden, die Zypern wirklich hin zum Besseren ändern wollen. Und vielleicht ist Rikkos unschuldig in jedem Anklagepunkt und unser Präsident (womöglich) der beste, den wir je hatten – wenn er nur aufhören könnte, zu gehen wie ein redender Mr. Bean.

Gutes Regieren wird indes nie nach Zypern gelangen, solange diese Generation von Dieben und Lügnern für ihre Verbrechen an den Zyprern nicht bezahlt hat. Und wie wir alle wissen aufgrund unseres politisch verschrobenen und manipulierten Rechtssystems: Der Zahltag ist Überfällig!“

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Krokodilstränchen

Man sollte es nicht glauben, doch schon bald wird auch der April 2015 wieder Vergangenheit sein. Und das ist gut so, kann nicht unbedingt gesagt werden. Doch fest steht, auf Zypern wird noch immer Wäsche gewaschen. Loucas Charalambous schreibt in der zyprischen Sunday Mail in der Überschrift zu seinem Beitrag von „Krokodilstränen für eine Demokratie, die wir nie hatten!“ Gemeint ist selbstverständlich der überwiegend griechisch-sprachige Teil der Insel, der zur EU gehört. Charalambous sagt darin also Folgendes am 19. April 2015:

„Ich hab mich entschlossen, die Protagonisten der Ereignisse der letzten Paar Tage um das Rikkos Erotokritou-Ding zu schlucken, und erkläre hiermit, dass es unter meiner Ehre ist, mich damit zu beschäftigen.
Wie auch immer: Ich bin nicht überrascht von all dem, was gesagt wurde. Auch die Heuchlerei der Presse überrascht mich nicht – wie auch all der anderen, die im Fernseher sich zeigten, um ihr angebliches Erstaunen und Enttäuschung kundzutun, bezüglich dem, was abgeht. Alle drückten ihre Befürchtungen hinsichtlich eines kolabierenden Staates aus, wo das Fundament unserer Institutionen gehörig wackelt und unsere Demokratie durch schwere Tage geht, also, ein Erdbeben ganz oben auf der Richterskala erleiden.
Letzteres bewahrheitete sich sozusagen wortwörtlich (vor kurzem in Pafos, als die Erde etwas wackelte).

Diese Cliches und ähnlicher Unsinn werden von unseren Politikern, Journalisten, Anwälten und anderen Absitzern verzapft, die stets im Fernseh auftreten, weil sie glauben, sie müssten ihre Ansichten zu den „erstaunlichen“ Ereignissen abgeben.
Ich persönlich finde, unser Land ist gut drauf, wie auch seine Institutionen, sein Präsident, seine hohen Repräsentanten, niemand und nichts ist in Gefahr. Alles ist, wie es immer schon gewesen ist und daher sollten die da aufhören, Krokodilstränen zu weinen.
Gut oder schlecht, so ist unser Zypern nun Mal. So war es gestern und davor, und so wird es auch morgen sein und den Tag danach. Nichts ändert sich hier leicht. All die Heulsusen sollten zuletzt akzeptieren, dass wir hier nicht in einem normalen Staat leben. Und das ist der Fall, seit dieser gegründet wurde 55 Jahre vorher. Wir leben in einem schrägen Staat mit einem Präsidenten, der kein gewöhnlicher Präsident ist – mit Staatsangestellten, die keine gewöhnlichen Staatsanwälte sind, Volksvertreter und Journalisten, die keine wirklichen Journalisten sind.

Wir sind ein Land, das außergewöhnlich ist und es ist ein Fehler, es mit anderen, seriösen, gut-funktionierenden Ländern zu vergleichen. Sie verschwenden ihre Zeit, wenn sie darauf bestehen, auf Zypern Politiker, Staatsanwälte und Leute im Allgemeinen zu sehen, die in anderen Staaten anzutreffen sind, in wirklichen Staaten. Das bei uns ist ein seltsames Land mit seinen eigenen Partikularitäten und seiner eigenen bizarren Kultur. Es bedarf daher, diese Realität zu akzeptieren und damit zu leben.
Soll hier jemals ein Fortschritt einkehren, wird dieser von besserer Bildung installiert im Laufe der Zeit gekommen sein. Die Praxis einiger, alles den Politikern anzukreiden, ist falsch, da wir diejenigen sind, die die wählen. Das Problem sind wir alle! Wir sind unreife und politisch Doofe. Wie sonst könntest du Leute beschreiben, wo 76% dafür stimmten (Annanplan) eine ausländische Okkupationsarmee weiterhin zu haben?

Ich war jedoch angenehm überrascht, als ich mehrere Nachrichten-Seiten in den letzten Tagen ansurfte. Einige der Kommentare der Surfer auf den Seiten gaben mir zu verstehen, dass offenbar viele die Dinge, die ich zuvor erwähnte, verstanden haben. Insbesondere Kommentare, die die Schlacht des Präsidenten mit dem Staatsanwalt angeht, gefielen mir sehr, wie auch zu den Verlautbarungen der politischen Parteien. … . Jemand schrieb: „Der Pseudostaat ist auf dieser Seite, ihr Ärsche!“ (Die Griechischzyprer nennen den Staat der Türkischzyprer in ihren Nachrichten durchgehend „Pseudostaat“).
cyp3 075
Vor Jahren hatte ich schon etwas Ähnliches geschrieben… . Zufällig hatte ich so was geschrieben, als ein Staatsanwalt des Pseudostaates (ein Pseudo-Staatsanwalt mit Eiern in den Hosen) den Schwiegervater eines von Rauf Denktas‘ Kindern vor Gericht gebracht hatte, zu einer Zeit, als Denktas der allmächtige Präsident der Türkischzyprioten war. Der Eingeheiratete trug die Schuld für das Missmanagement in seiner Bank, was darin endete, dass Sparer ihr Geld verloren. Die Richter gaben ihm eine Gefängnisstrafe.
Hätte etwas Ähnliches etwa in unserem eigenen Pseudostaat geschehen können? Gewiss nicht! Wir haben solche Richter oder Staatsanwälte nicht. Daher sollten wir die Klappe halten und nicht davon reden, dass unsere Institutionen in Gefahr sind. Es handelt sich nämlich um Institutionen, die wir nie wirklich hatten.“

Zu den Details um den Streit/die Sreitigkeiten von und mit Erotrokritou wird hier im nächsten Artikel etwas mehr Einblick gewährt.

Im Norden der Insel könnte passieren, dass das kommende Wochenende dazu genutzt wird in einem zweiten Wahlgang, den derzeitigen Präsidenten Eroglu abzuwählen – und an seiner Stelle Herrn Akinci auf den Präsidentenstuhl zu wählen. Viel dürfte sich aber nicht ändern bei einem Wechsel.

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Es klingt so schön, reimt sich schon fast gar, und daher: Der Norweger, Herr Eide, auf zyprischer Heide voller Dünkel wie … .

Doch nun zu den eher unernst geführten Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern. Also: Der gute Herr Eide, wie bereits erwähnt, ein Norweger, hat angeblich gesagt, was bleibt ihm auch anderes übrig, er sei falsch interpretiert worden. Es bleibt nicht viel anderes zu sagen als so etwas, wenn man endlich mal einen Teil der Wahrheit ausgesprochen hat in der Zypernfrage.
Der besondere Berater der UNO für die Regelung der Zypernfrage, Espen Barth Eide, scheint die von ihm gemachte Ausage von vor ein paar Tagen bezüglich der sogenannten Exklusiven Ökonomischen Zone Zyperns (EEZ), das ist ein Teil des Meeres vor Zypern gelegen, welches irgendwo zwischen Syrien, der Türkei, Israel und der Insel etc. liegt, sei kein Gebiet, das irgendjemand wirklich gehörte. Endlich, dachten da gewiss einige. Endlich sagt es mal jemand, nämlich, dass gewisse Flecken dieser Erde eben nicht irgendjemand gehören, sondern immer noch allen und bestens, finden viele, niemand.

Das war natürlich der Sündenfall hoch Drei aus Sicht Nikosias. Dieser Mann der UNO, der so etwas wie die exklusiven Rechte der wahrscheinlich bedeutendsten Nation in der Region in Frage stellt, gehört in die türkischen Berge verbannt, in die Weiten der Arabischen Wüste allemal – war sogleich in den zyprischen Medien in etwa so zu lesen.

Davon abgesehen: Die Arabische Wüste ist gar nicht so weit von hier gelegen, wie man glaubt. Muss um die Ecke, da draußen hinterm weiten, flachen und riesig blauen Meer-Flach sein, denn die Balkone der Häuser an der Küste zwischen Limassol und Larnaka sind in letzter Zeit, ruck-zuck sozusagen, mit feinem, goldfarbenem Staub überzogen, der aus Libyen stammen soll. Da viele im von der TROIKA verursachten Notleiden auf Zypern sich dennoch Hauspersonal trotz Krise halten, halten müssen geradezu, auch weil sonst das Bewusstsein darüber etwas Besonderes unterm zumeist sonnigen Himmel im Östlichen Mittelmeer zu sein schwinden könnte, haben sie wohl diese essentielle Nähe zu Afrika nicht mitgekriegt, oder entweder schon längst verdrängt, oder so tief in sich aufgenommen, so dass dieser afrikanische Sand, der gewiss ein wirklich großer Teil des Baumaterials ihrer Knochen und dergleichen ist, ohne ihr Wissen davon sie zusammensetzt!?

Wie dem auch sei. Vor kurzem las man schon wieder von etwas anderem. Doch diesmal soll es weitergegeben werden an Sie, verehrte Leser, nämlich der Grund, warum die Afrika Tageszeitung aus dem Norden Zyperns nicht „Avrupa“ (Europa) vor ihrem ersten Erscheinen genannt wurde von ihren Machern, wie anscheinend beabsichtigt war: Und das geschah so, weil in Afrika, da herrschen Diktatur, Willkür und Korruption. Darum. Man wollte und will mit dieser Namensgebung auf die herrschenden Verhältnisse in Zypern selbst aufmerksam machen. Mal davon abgesehen, dass die Afrika Tageszeitung eine angeblich Linke Zeitung sein soll und ihr Herausgeber, der auch in der griechischsprachigen Politis im Süden eine Kolumne hat und dort unter anderem davon geschrieben haben soll kürzlich, dass 9/11 ein amerikanisches Attentat war, insziniert von US-Amerikanern u.a., und der gerade irgendwo in Brüssel einen Preis für seine journalistische Arbeiten erhalten hat, dümpeln der Einen oder dem Anderen bei der Namensgebung dieser nordzyprischen Tageszeitung gewiss seltsame Gedanken an versteckten Rassismus und natürlich den herrschenden zyprischen Dünkel durch den Kopf. Weil Afrika ist ja so klein, da kann man die Afrikaner ja wohl lässig alle über einen Kamm scheren. Oder doch nicht?
Dass, wie auch immer dem eben Gesagtem ist, viele Zyprer nicht wüssten, wo Afrika überhaupt liegt oder was auf diesem Kontinent abgeht, kann wirklich nicht gesagt werden. Denn viele haben ihren Reichtum, den sie mit großen Häusern etc. ausstellen, genau dort erworben und tun es immer noch, ja, leben seit Generationen zwischen Zypern und irgendwo in Afrika hin und her pendelnd.

Kann aber gut sein, dass der Sand auf den Balkonen an der südwestlichen Küste von Zypern ja doch eher asiatischen Ursprungs ist, auch wenn die Türkei längst nicht so große Wüsten aufzuweisen hat wie Afrika. Doch daran wird gearbeitet, ist zu vernehmen.
Ja, Letzteres klingt zynisch. Sorry!
Nun, dieses Land, welches Trakien, den Bosporus und Teile des ehemaligen Armenien und des einst in Aussicht gestellten Staat Kurdistan vereinigt, ganz zu schweigen von angeblich annektierten Teilen Syriens etc., wird demnächst Wasser nach Nordzypern exportieren via einer Pipeline, die durch das Östliche Mittelmeer von irgendwo bei Mersin gelegt wird nach irgendwo bei Girne (Kyrenia). Die Republik Türkei kann sich dann demnächst rühmen, zur Biomasse des Baumaterials eines Zyprioten ganz besonders, nämlich auch in Form von Wasser und nicht nur Sand, wie bereits geschildert, beizutragen.

Vielleicht sieht das Letztere ja auch Herr Eide so? Der wird nämlich als Förderer türkischer Positionen neuerdings verunglimpft, die er noch vor der Wiederaufnahme der abgebrochenen Verhandlungen der beiden Inselteile durchblicken ließe. Kurz: Der Norweger von der UNO hat den Südzyprern, die überwiegend Griechisch als Muttersprache sprechen, endlich die Vorlage gegeben, nach der deren politische Führung unter Anastasiadis gesucht hat, um die Verhandlungen mit dem Norden zwecks Wiedervereinigung nicht fortzuführen?

So könnte man das sehen. Überhaupt kann diese Angelegenheit aus verschiedensten Perspektiven betrachtet werden. Nach langem Überlegen mag der Eine oder die Andere dann doch zu der Überzeugung gelangen, dass Herr Eide im Namen der UNO und teils auch im Auftrag der EU eher gehandelt haben dürfte als unvorsichtig. Seine Handlungsstrategie könnte nach folgendem Motto ablaufen. Die UNO und EU etc. sagten ihm: Zeig den Zyprioten besser gleich zum Anfang, dass wir nun nicht mehr gewillt sind, die Extravaganzen noch länger reinzuziehen. Stell die vor einen Entscheid!
Gut, dachte sich da Herr Eide, dann wollen wir mal, schob seine Brille, die eventuell bei Fielmann erworben wurde zum Sonderpreis, auf der Nase einigermaßen gerade und ging in nahezu hüpfendem Schritt mit amüsiertem Lächeln im Gesicht, wie auf den Fotos und in den filmischen Beiträgen zu sehen war, ins zyprische Gefecht jeweils im sogenannten Präsidentenpalast: im Süden, wie auch im Norden. Und dort stieß er mit Freude im Leib, die er dabei ganz heimlich und verschmitzt vielleicht empfand, in die Runde der gesptizten Ohren, die vorrangig auf Gleichklang und akustischen Einheitsbrei konditioniert sind, so etwas wie: Explorationen eines Staates da draußen irgendwo auf dem Meer sind doch kein Verbotenes. Kann jeder tun!

Quel Schock (choc)!

Es muss wirklich ein Kick unglaublichen Ausmaßes sein, bornierten Menschen vors Bein pinkeln zu dürfen in einer Art geheimen Auftrag eventuell noch Bornierterer. Und das mit Worten. Und dann die bornierte Sintflut an inzwischen steiferen Worten als gebratenem Halloumi-Käse der Angepinkelten zu Hause auf der Couch sich räkelnd zu lesen, die ja natürlich darauf folgt, um danach wie immer im Mülleimer der Geschichte entlassener Worthülsen unbedeutender Politiker, die Politik betreiben wie andere ihr Maklerbüro, zu versauern. Nur diesmal, könnte sein, geschieht das Versauern entlassener Worthülsen etwas nachhaltiger, so dass sie vielleicht doch gar als Art Gülle auf dem Feld der internationelen Dipomatie befruchtend all die Mühe, die hineingesteckt wurde zu ihrer Vermeidung und leider auch gleichzeitigen Produktion, ein kleines bisschen nur zurückbezahlen.

Weil es gäbe schließlich mehr als eine Sicht der Dinge, sagt Herr Eide, der aus dem Land kommt, wo man gerade erst anfängt, seine stillen Kolaborateure mit dem einstigen deutschen Nazi-Regime auszumachen, weil Daten dazu endlich zugänglich gemacht wurden für die breite Masse. Also er sagte: Auch wenn Zypern damit fortfahre zu negieren, was in der Vergangenheit geschehen ist, sollte nun doch endlich mal in die Zukunft gesehen werden.
Ja, Herr Eide ist halt ein Diplomat. Wahrscheinlich sogar ein guter und Nikosia wird schon dem Generalsekretär der UNO in den Ohren liegen, diesen Diplomaten von seinem Posten abzuziehen. Er wäre nicht der erste, den Nikosia zurück nach New York ins Hauptquartier der UNO schicken lässt -oder nach Wien. Es ist zu hoffen, dass die UNO diesmal unmissverständlich klar macht, dass nach Eide keiner mehr da ist, der Lust hat, auf Kosten der Allgemeinheit am Steuer der Endlosschleife namens Zypernproblem vorzuturnen – nur damit einige selbsternannte Inselkönige ihr an sich gerissenes Inselparadies auf ihre Weise, das heißt mit Proleten-Kultur, abgekapselt von der Welt weiterhin ausschlachten – und das auch noch mit Hilfe von Teilen dieser Welt. Um besser zu verstehen, was mit „Proleten-Kultur“ gemeint ist, sollte das von Kaisar V. Mawratsas geschriebene Buch über die zyprische Gesellschaft gelesen werden, eine knallharte Abrechnung mit derselben, die demnächst, also Mitte April 2015, bei Amazon unter dem Titel „Gesellschaft der Proleten“ als E-Book erscheinen wird.

Und einer der schönsten Kicks muss Herr Eide durchschossen haben, als er Folgendes in Mikrofone eingab, die ihm auf Zypern entgegengestreckt wurden: „Es ist prinzipiell umstritten, was das Zypernproblem ist. Es ist ein Staat der gehijacked ist – oder ist ein Teil des Landes okkupiert? Und wir wissen, dass wir darüber nie eine komplette Übereinkunft erhalten werden. Aber Sie können zu einer kompletten Übereinkunft darüber gelangen, wie Sie sich wiedervereinigen!“
Ach, einfach klasse! James Bond, der Geheimagent, und eigentlich auch irgendwie Diplomat ihrer Majestät, hätte es nicht besser formulieren können in den Filmen. Denn die Krise wegen dem Erdgas, sagte Eide noch, sei doch im Grunde eine Illustration der tiefsitzenden Unstimmigkeiten dessen, was die Zypernfrage eigentlich ausmache.
Wunderschöne Sätze, und dann auch noch ziemlich zutreffend inhaltlich. Und das mit dem Hijack, von dem er gesprochen hatte, erklärt Herr Eide wahrscheinlich mit innere Freude ganz gesondert, indem er wirklich aussprach, was mal als Wahrheit galt, auch wenn nur für wenige Tage, nämlich, dass es die Griechischzyprer einst in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren, die den Türkischzyprern damals unmissverständlich ihren Hijack des Staates namens Republik Zypern reindrückten und diesen zu einem mehr oder minder griechischzyrischen Staat umformten, indem sie fortan die Türkischzyprer reichlich wenig sagen und mitentscheiden ließen auf politischer Ebene – obgleich den türkischsprachigen Zyprern von der Verfassung her eine Art Gleichheit zugesichert worden war.

Herr Eide kann ja im Grunde froh sein, nicht gleich bespuckt oder gar tätlich angegriffen worden zu sein. Wahrscheinlich hatte er ein Taschentuch schon griffbereit, als er sagte, was er wagte zu sagen, und vielleicht hat er auch Nahkampfausbildung? Jedenfalls eine Lichtfigur der Wahrheitsbenennung ist er so manchem nun auf der Insel. Dies wohl auch nur für kurze Zeit – doch immerhin.
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„Wo da ist ein Wille, ist auch ein Weg!“ Von Paulus, der sich mal auf Zypern aufgehalten hat, vom Apostel ist die Rede, stammt diese Redewendung wahrscheinlich nicht.
Doch es gäbe nicht genügend Willen, meinte Herr Eide, den vordringlich die griechischsprachigen Zyprer aufzeigten, um endlich zu tun, was von ihnen vom Rest Europas verlangt und erwartet wird und was sie, nach dem sie den Annanplan verunmöglichten durch das Nein in einer Wahl dazu 2004, in Aussicht gestellt hatten.
Wie der zyprische Autor Mawratsas wunderbar ausführt, waren sich die Beteiligten, also Tassos Papadopolous & Co., damals bereits darüber im Klaren, dass sie sich eh nicht an ihre Versprechen halten wollen, sondern: Nur erstmal in die EU rein kommen und dann weiter sehen. Das ist ihnen gelungen. Nur: Der Papiertiger namens EU schlägt nun eventuell zurück. Wie es so seine Gewohnheit ist: langsam und ganz anders, als man es erwartet hätte. Mawratsas schreibt u.a., dass Nikosia damals geradezu betrügerisch Brüssel hinter das Licht führte, nach außen signalisierte, den Annanplan anerkennen zu wollen und dafür zu stimmen, und nach innen im letzten Moment, nachdem sichergestellt worden war, dass man egal, wie die Wahl ausgeht, in die EU aufgenommen würde, die Propaganda so betrieb, dass Volk mit Nein stimmte. Es wäre mehr als an der Zeit, seine Versprechen einzulösen.

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Waschtage

Auf Zypern wird noch immer Wäsche gewaschen – schmutzige soziopolitische Wäsche. Zum Beispiel soll unter Strafe gestellt werden zu behaupten, der Genozid an den Armeniern habe nicht stattgefunden. Dieses Gesetz scheint jetzt wirklich durch zu sein. Bislang sind es 22 Länder, die den Genozid an den Armeniern als einen solchen bezeichnen weltweit. Doch das ist eigentlich ein anderer Wäschehaufen.

Dieser Entscheid zu den Armeniern, von dem oben die Rede war, hat ziemlich sicher wenig damit zu tun, dass die Orthodoxie auf Zypern so eine „außergewöhnliche und exzeptionelle“ Erscheinung unter all den anderen Religionen sein soll, wie gestern im zyprischen Radiosender RIK 1 zu hören war.
Wie dem auch sei: Derzeit wird schmutzige Wäsche sozusagen im Großpack gewaschen und nicht zum Beispiel jede Woche ein Stückchen davon – nahezu alles kommt jetzt in die Mangel.
Die Orthodoxie, wurde gesagt auf RIK 1, ist die der Gekreuzigten, die aber letztendlich die Sieger sein werden. Gott sei gelobt! Obsiegen werden diese Gekreuzigten, wie zu hören war, über andere Völker, andere Kulturen – und andere Glauben sowieso. Letzteres war aber so nicht gesagt worden. Die othodoxen Katholiken sind eben die Besten trotz Leid, endlosem Leid und bösen Dingen, die von außen, woher auch sonst, in das Land der Insulaner am äußersten Ende Europas getragen werden – auf die „Große Insel“.

Es verwundert wahrscheinlich wenig, dass in der derzeitigen prekären ökonomischen Lage, die auf Zypern herrscht, gewiss von so manchem erwartet wird, dass die Kirche Zyperns vielleicht mal etwas tiefer in die Tasche zu greifen gedenkt als sonst, um den vielen Notleidenden das Leid zu erleichtern, von denen man hört. Aus hießiger Sicht wird da nicht genügend in diese Richtung getan, ja viel zu wenig. Es möge nicht damit zusammenhängen, dass all Sonntag wieder die Fischrestaurants an der Küste in letzter Zeit noch voller als sonst mit Kundschaft sind. Wahrscheinlich ist dieses Phänomen so etwas wie der zyprische Tanz auf dem Vulkan, deren leb heute!

Zypern war und ist – was auch immer Sie von zuvor Gesagtem halten mögen – ganz offensichtlich ein Selbstbedienungsladen. Zumindest für einige. Es ist eben einer dieser Selbstbedienungsläden, in dem bequemerweise möglichst andere die Zeche zahlen – so auch geschehen, wie nicht anders zu erwarten, bei der Cyprus Airways (CA), die inzwischen nicht mehr existiert seit Januar 2015. Da soll zum Beispiel jemand aus der Chefetage der CA in den 80ern mal schnell das Auto seines Sohnes mit dem Flugzeug in ein anderes Land geflogen haben, ohne dafür aus eigener Tasche zu bezahlen; oder jemand, der eigentlich abgestellt war, die Airline zu kontrollieren, der Herr Endokios Savvas, soll ein Konto in London eröffnet haben, wo britische Politiker ihre Zahlungen für Tickets etc. hinüberweisen konnten. So gut, so schön, nur: Diese Gelder erreichten Zypern zumindest auf direktem Wege nie, also eines der Konten der Cyprus Airline. Pech gehabt. Kann ja vorkommen?!

Die Dekan der Technischen Universität von Zypern, Frau Elpida Keravnou, wurde erst mal wieder auf freien Fuß gesetzt gestern, da die Staatsanwaltschaft ihr die missbräuchliche Verwendung von Geldern für Promotionen etc. nicht nachweisen konnte – sie saß 3 oder 4 Tage.
Trotz der anhaltenden Reden darüber, dass Zypern ein Business-hup ist oder sein wird, kommen immer wieder Berichte und Untersuchungen ans Licht der Öffentlichkeit, die diese Aussage kontrastieren, also dass so eine zentrale Stelle im Finanzwesen etc. der Insulaner wohl schwerlich erreicht oder eingenommen werden kann. Die Noverna führte für die Investment Förderagentur, CIPA, eine Studie durch, in der herauskam, dass es noch immer die Bürokratie auf der Insel ist, sowie das fehlende Vertrauen in das hiesige Banksystem, welche Investoren abhalten, in Zypern zu investieren. Derzeit arbeiten 119 ausländische Firmen in Zypern – die meisten im Bereich Schifffahrt.
Und ob, wie gerade diskutiert wird, der neu gestaltete Hafen von Limassol Ende dieses Jahres wirklich privatisiert wird, oder werden kann, steht nach hießiger Einschätzung der Dinge mehr als in den Oster-Sternen. Doch immerhin, die Ausgeh-Meile im neuen Hafen ist nahezu fertiggestellt und scheint von der Bevölkerung vorerst wohlwollend angenommen zu werden: KFC, Mc Donalds, Nero, eben all die, wie man sagt, hinlänglich Verdächtigen haben sich dort bereits breit gemacht. Sogar schmucke große Yachten liegen vor Anker, vor denen sich Volk gern ablichtet in den wunderbarsten Posen zuweilen.
Ansonsten wird allerdings beklagt, dass sich die zyprische Schiffahrtsbranche dringend neu erfinden müsste, da die Konkurrenz global dies unausweichlich erfordere. Tronsportminister Demitriadis, der sich dabei auf eine gerade fertiggestellt Studie stützt, meinte daher, es müssten die Handelsflotte und der Güterverkehr zu Wasser gestärkt und ausgebaut werden. Unser spontaner Vorschlag dazu: Errichtet endlich mal eine Fähre nach Ägypten, Israel und nach Rhodos – dass eine zyprische Fähre nicht in die Türkei fahren soll können, würde sogar von manchem weiterhin irgendwie verdaut werden können. Davon abgesehen haben die Nordzyprer eine solche Verbindung dorthin schon längst installiert! Der geforderte Fährverkehr ist einfach erforderlich! Der Tourismus ist schließlich eine der größten Einkommensquellen Zyperns!

Ja, der Tourismus der Insel gehört in vielen Bereichen restrukturiert. Das sagte auch der Präsident der Tourismus-Behörde, CTO, Herr Angelos Loizou so ungefähr. Doch die Hoteliers, findet er, täten zu wenig, um auf sich aufmerksam zu machen im Ausland. Immerhin, Deals mit Germanwings und der Germania konnten angeblich abgeschlossen werden. Easyjet fliegt ja bereits direkt nach Larnaca von Deutschland aus, unter anderem von Basel/Freiburg und Berlin.

Zypern ist auch eine Insel, auf der sich viele Nordeuropäer und andere Ausländer niederlassen. Das dringlichste Problem dabei hat einen Namen, wenn sich diese Leute dazu entscheiden, Land oder gar ein Haus zu kaufen oder zu bauen: „Title-deed“. Also der Eintrag im Grundbuch, der bestätigt, dass einem gehört, was man sich gekauft hat. Doch der Präsident Zyperns, Nikos Anastasiadis, lehnte eine kürzlich vom Parlament erlassene Verfügung ab, die Banken davon abhält, Eigentum an Häusern oder Grundstücken wieder zu besitzen, für welche deren Eigentümer bezahlt haben, doch keinen Title-deed erhielten; und Letzteres wird u.a. so gehandhabt, weil diejenigen, die das Anwesen verkauften oder errichteten, die sogenannten Developers, noch Hypotheken abzubezahlen haben bei der Bank.
Anastasiadis ist der Meinung, dass die zuvor erwähnte Verfügung im Widerspruch steht mit den Verpflichtungen, die der Insel auferlegt wurden seitens der TROIKA. Wie die Angelegenheit ausgeht, ist also offen. Kann gut sein, dass das Parlament sich entscheidet nach dem Querschuss von Anastasiadis, das Höchste Gericht solle sich damit auseinandersetzen – und dies vielleicht schon im Oktober 2015, so dass dann mit knapp einjähriger Verspätung in dieser Angelegenheit endlich ein abschließendes Urteil hoffentlich ergeht.

Die Bürgermeister der Insel, auf der griechischsprachigen Seite zumindest, haben den oben erwähnten Selbstbedienungsladen Zypern schon längst für sich entdeckt. Es gibt – leider oder glücklicher Weise – kein einheitliches und eindeutiges Gesetz, das sagt: Bürgermeister kriegen so und so viel Pension. Punkt. So konnte es in manchen Fällen dazu kommen, dass innerhalb kürzester Zeit die Pensionen einiger Amtsträger von knapp 300 € auf 1.500 € angehoben werden konnten und, versteht sich, angehoben wurden.
Gerade war es, wurde ein Gesetz verabschiedet, welches den Dienst der Polizisten um ein Jahr verlängert. Sie können jetzt mit 63 Jahren in Rente gehen. Davor war schon mal so ein Gesetz verabschiedet worden, vor ein paar Jahren, welches beabsichtigte, die Verrentung der Polizisten auf 65 Jahre anzuheben. Es konnte sich jedoch nicht durchsetzen.
Der Trick bei der 63 Jahre-Variante soll sein, dass sie höheren Kadern ein zusätzliches Dienstjahr bringt, um ihre professionelle Position anheben zu können, sprich sich befördern zu lassen, damit danach die Pensionen entsprechend höher ausfallen.

Demnächst muss wohl auch der letzte Terrorist seine Identität preisgeben, wenn er sich eine Telefonkarte hier auf Zypern kauft, die keine vertragliche Bindung hat. Spät zwar, doch noch ist diese Anordung nicht durch. Manche Dinge brauchen eben viel Zeit auf Zypern. Das beweist auch die Angelegenheit mit dem Kapital, welches sich nicht bewegt. Es wird nämlich ab kommenden Montag nicht mehr kontrolliert. Diese Kontrolle wird dann vorest Geschichte werden.
Ab Montag kann dann wieder Geld gewaschen werden, so lange, bis es jemand auffällt?

Ein Minister, irgendeiner notfalls, kann demnächst nicht mehr intervenieren, sagen wir mal, zu Gunsten eines Bittstellers. Denn es ist aufgefallen, dass das Gesetz, welches eingerichtet worden war, um gewisse Abläufe zu erleichtern, eher eine Art Falle ist. Nun, es geht um das Gesetz, welches einem Minister erlaubt, sich über das Gesetz sozusagen zu setzen, um einer notleidenden Person zum Beispiel doch die Gelder zukommen zu lassen, die ihr eigentlich nicht zustehen von gesetzeswegen, erklärte die Arbeitsministerin, Frau Zeta Emilianidou. Denn es habe bereits den Fall gegeben, dass eine Mutter von 5 Kindern finanzielle Unterstützung anforderte, die sie dann auch bekam, obgleich sie Besitzstand habe, der mehr als 100.000 € beziffere. Es gibt offenbar zu viele dieser Fälle, wo ein Minister die Ausnahmeregelung anwendet, und da müsse ein Riegel davor gesetzt werden.
Nun ja, die sollen sich nicht so haben, denken Sie vielleicht. Wo Zypern doch schließlich in den ersten beiden Monaten des Jahres 2015 zum ersten Mal in mehr als einem Jahr fiskalisch besser da steht. Die Bilanz war positiv. Weniger öffentliche Schulden. Diese betrugen 76 Mill. € verglichen mit 179,9 Mill € in Januar und Februar des Jahres 2014.
Und weil wir schon beim Geld sind: Der griechische Finanzminister Andreas Vgenopoulos sagte, dass die verhängte 2-jährige Bewährungsstrafe für den Journalisten Kostas Vaxevanis, der über ihn, einen ehemaligen starken Mann innerhalb der einstigen Laiki Bank Zyperns, unschöne Dinge und Lügen geschrieben und behauptet haben soll, wird auf Zypern Nachbeben haben. Die Laiki wurde letztes Jahr mit Hilfe der TROIKA abgewickelt, also aus dem Verkehr gezogen. Die ungewöhnlich harte Strafe, die den Journalisten traf, muss insbesondere all die aufschrecken in Zypern, die wie Vaxevanis über Vgenopoulos herzogen. Vaxevanis soll, um seine Behauptung zu stützen, beim Prozess gegen ihn sogar Dokumente aufgefahren haben aus Zypern, die geheim zu halten wären. Angeblich auch geheime Dokumente, die von der Polizei Zyperns erworben worden sind. Da darf man sich nicht wundern, wenn im Prozess mit Geheimdokumenten aufgefahren wird, dass dann eine solch harte Strafe dabei raus kommt, wenn die Informationen denn wirklich zutreffend sind.

Zutreffend dürfte sein, dass die Elektrizitätsbehörde, die EAC, nun doch noch einen Schlenker in eventuell die falsche Richtung unternimmt und ihre Bemühungen zu Privatisieren doch etwas oder gar ganz zurückfährt. Energie Minister Lakkotrypis redet davon, dass seine Regierung Zweifel habe, einen solchen Schritt zu tun. Es gibt eine sogenannte Dead-line, die Privatisierung bis dann bewerkstelligt zu haben nach Maßgabe der TROIKA und anderer, und zwar ist das das Jahr 2018. Wir können also getrost damit rechnen, dass 2 Jahre schnell rumgehen und dann das Thema der Privatisierung der EAC ganz oben stehen wird in den Medien. Und niemand wird sich wundern, dass das Vorhaben noch immer nicht umgesetzt ist. Man wird sehen – und sich zu täuschen in seinen Einschätzungen ist durchaus drin.

Es könnte also auch sein, dass kein Skandal wie in Pafos vorliegt in Sachen Abwasserwirtschaft in der Stadt Nikosia. Gemeint ist der erneut durchgeführte Audit, also Kontrolle, wie Herr Odysseas Michaelides wissen ließ in dieser Angelegenheit. Denn es gäbe da gewisse Unregelmäßigkeiten und einen Brief. Noch ist nichts bewiesen.
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Ja, wie Ihnen unschwer auffallen wird, es gibt Namen, die haben es an sich, zu gewissen Zeiten doppelt, dreifach oder gar jeden Tag zu erscheinen. So auch im Folgenden, wo es um Parteispenden geht. Die zyprische Focus Maritime Corporation, die von dem Magnaten Michalis Zolotas besessen wird, der wiederholt zu dem starken Mann in der oben erwähnten und inzwischen aufgelösten Laiki Bank gut vernetzt war, zu Herrn Andreas Vgenopoulos, ist nun an der Reihe. Wie so oft wurde auch hier eine Untersuchung eingeleitet. Die kam zu stande, da in der zyprischen Tageszeitung Politis behauptet worden war, dass die DISY und die AKEL, die beiden größten Parteien in Zypern, insgesamt 2 Millionen € von der Focus im Jahr 2008 erhalten haben sollen. Es waren Präsidentschaftswahlen zu jener Zeit und die Focus hatte offenbar entschieden, beide sich rivalierenden Parteien zu ‚unterstützen‘. Die AKEL verneinte im April 2014 noch vehement, Geld erhalten zu haben. Kurz: Es stinkt mal wieder zum Himmel. Money makes the world go around, the world go around … !

Doch leider scheint das Geld, wenn es um Bildung geht, nicht immer da zu sein. Für die letzten 4 Jahre sollen Studenten, die gerade ihre Prüfung abgelegt haben, in staatlichen Schulen als Lehrer tätig gewesen sein, was offenbar nicht immer gut ankam. Und zwar soll der Notendurchschnitt oder die Qualifikation dieser Lehrkräfte keine Rolle gespielt haben bei der Einstellung. So regelt es das Gesetz. Doch dieser Horror scheint kein Ende zu haben, dem Kinder und ihre Eltern ausgesetzt sind. Denn nach Verlautbarungen aus dem Bildungsministerium sollen leere Stellen mit eventuell mangelhaft qualifizierten Lehrkräften besetzt werden. Und das, obwohl Zypern viel zu viele Lehrkräfte bereits angestellt hat, die Unsummen von Gehältern schlucken, ohne dafür eine adequate Gegenleistung zu bringen für die Allgemeinheit.

Zuletzt: Die Präsidentschaft von Herrn Anastasiadis erweist sich als eine schwache. Er sucht derzeit tausend Auswege, die anstehenden Verhandlungen mit dem Norden zu umgehen. Es ist ihm wenig daran gelegen, die Wiedervereinigungsverhandlungen fortzuführen. Irgendjemand muss ihm kürzlich in Brüssel unmissverständlich klar gemacht haben, dass wenn diese wieder aufgenommen werden, es dann unausweichlich zu einem Entscheid kommen muss: egal ob so oder so. Zu vermuten ist, dass viele in Europa der zyprischen Extravaganzen überdrüssig sind und diese immer mehr als Kloß im Hals der EU ausmachen – ein Kloß, der den Dialog in alle Richtungen erheblich zu blockieren beginnen könnte.

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