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Archive for November 2014

Da braut sich was zusammen in Basel. Heute waren die Straßen aber recht leer, heute am Sonntag, dem 23. November 2014. Wahrscheinlich war dem so, weil die Schweiz im Tennis endlich den Davis Cub gewonnen hat – bravo!
Die Uni am Petersplatz in Basel wartet jedenfalls gespannt darauf, dass die OSZE Anfang Dezember anfängt. Zwar ist jetzt auch gerade Messe für Kunst aus der Antike in Riehen/Basel, doch das Happening mit der OSZE wiegt wohl doch mehr. Wie zu sehen ist auf der Teilnehmerliste, wird Zypern selbstverständlich auch vertreten sein.
Fehlt eigentlich nur noch, dass die Akkreditierung klappen wird. Eigentlich dürfte dem nichts entgegenstehen. Doch seit die letztes Jahr nicht an der Messe in Leipzig klappte und niemand es nötig hatte, eine Begründung oder sonstwas zu geben und hier in Basel zu anderen Anlässen bereits mehrmals angeblich zu spät die Formulare eingereicht worden sein sollen, mag ich erstmal noch vorsichtig sein. Das Hindernis, welches sich bislang ergibt, ist, dass das Foto nicht dort, wo es wahrscheinlich mit der Akkreditierung weiter gehen soll, heraufgeladen werden konnte. Da ich aber meine Existenz bereits in einem sogenannten Verifizierungsverfahren bei der Congrex erfolgreich durchziehen konnte, wo seltsamer Weise auch das Foto hochgeladen werden konnte, habe ich mal vorsichtshalber eine Mail dort hin geschickt und darauf hingewiesen, dass der Stand der Dinge, der ist, der gerade geschildert wurde.
Mal sehen – ich geh davon aus, dass das der Fall sein wird -, ob es Morgen wieder Post von der Congrex gibt. Angeblich könne man sich an diese wenden, wenn man profile.congrex-switzerland. com eingibt – das klappt bei mir jedenfalls nicht. Wurde mehrfach probiert heute. Doch die Verifizierung ermöglicht, auf einen Link zu kommen, wo man mit der Congrex dann offenbar doch kommunizieren kann.
Ansonsten, nichts wirklich Neues aus der Schweiz. Die UBS ist geradezu traditionell bereits mal wieder in Schwierigkeiten, weil sie sich mal wieder beim Schummeln erwischen hat lassen – im großen Stil Kurse manipuliert, manipulieren lassen. Eins von beiden, oder beides, wird wohl zutreffen.
Das Gelände schräg gegenüber vom Badischen Bahnhof in Basel, also an der Erlenmattstraße soll nun also doch verbaut werden demnächst. Finden viele gewiss schade, denn im Frühjahr erfreuen recht bunte und viele, ansonsten nicht gesehene Blumen und vielleicht auch Gräser das Auge des Parkplatzsuchers, der nach erfolgtem erfolgreichen Auffinden eines Parkplatzes, der nichts kostet, die Wahl hat, an dem schönen Grün vorbeizugehen oder aber entlang der Schwarzwaldstraße, die lärmig diesen Ort der vielen parkenden Autos einsäumt – der Autos wegen, versteht sich.
Die OSZE-Veranstaltung oder Messe oder Treffen trifft stimmungsmäßig auf eine Bevölkerung eines Landes, die im Umbruch zu sein scheint. Das sind Bevölkerungen eigentlich immer. Stimmt. Doch dieser Umbruch, der in der Schweiz sich abzeichnet, kann noch nicht wirklich gefasst werden. Die Nähe zu Frankreich, und dem, was sich dort anbahnt in Sachen Zuwanderungspolitik und wegen des Aktionismus‘ der identitären Bewegung, dürfte noch interessante Auswirkungen zeitigen. Diese können durchaus ein positives Ende haben – was immer positiv ist. Positiv wäre zum Beispiel, dass Gewaltexzesse ausblieben, dass die Leute einen Kompromiss finden etc. Und bekanntlich liegt im Letzteren die Stärke der Schweizerischen Demokratie.

http://blog.bazonline.ch/datenblog/index.php/6573/masseneinwanderung

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„OSZE Konferenz Basel

Am 4. und 5. Dezember 2014 tagt in Basel der Ministerrat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), deren Vorsitz die Schweiz dieses Jahr inne hat. Um die Sicherheit zu gewährleisten, hat der Bundesrat für die Zeit vom 2. bis 5. Dezember verschiedene Einschränkungen für die Benutzung des Luftraumes in der Region Basel beschlossen. Die Schweizer Luftwaffe wurde mit der Wahrung der Lufthoheit und der Durchsetzung der Massnahmen beauftragt.

In einem Radius von 25 nautischen Meilen (rund 46 km) um das Zentrum von Basel (siehe Karte) ist der Flugverkehr über schweizerischem Hoheitsgebiet eingeschränkt. Ähnliche Beschränkungen gelten auch für grenznahe Gebiete von Frankreich und Deutschland. An- und Abflüge zu den Flugplätzen und Heliports innerhalb der Sicherheits-Zone unterliegen besonderen Regeln und Verfahren, welche die Luftwaffe in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) ausgearbeitet hat. So dürfen Flüge auf Sicht (VFR-Flüge) nur auf vorgegebenen Routen geflogen werden. Alle diese Flüge sind zudem bewilligungspflichtig. Zuständig für die Bewilligungen ist die Luftwaffe. Diese erteilt nur dann eine Erlaubnis zum Befliegen der Sichtflug-Routen, wenn vorher Pilot und Luftfahrzeug akkreditiert wurden. Die genauen Vorgaben und das Verfahren zur Akkreditierung sind den offiziellen Publikationen (VFR Manual SUP, NOTAM, DABS etc.) zu entnehmen.

Zur Unterstützung der zivilen Behörden führt die Luftwaffe ferner Transport- und Überwachungsflüge mit Helikoptern, Propellerflugzeuge und Kampfjets durch. Es ist deshalb in der Region Basel teilweise mit einer beträchtlichen Zunahme von militärischen Flugbewegungen zu rechnen, sowie mit einer erhöhten Militärpräsenz in der Nähe von Flugplätzen.

Einschränkungen für den Flugbetrieb gelten vom 2.bis 5. Dezember 2014 nicht nur für Flächenflugzeuge und Helikopter, sondern auch für andere Luftraumnutzer wie Modellflugzeuge (Drohnen), Deltasegler oder Gleitschirme. Die Kantonspolizei von Basel-Stadt, Baselland, Bern, Jura, Luzern und Solothurn erlassen dazu spezielle einschränkende Regelungen (Quelle: Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL).“

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entartende Bildnisse

Herr Fokaides, Verteidigungsminister der Republik Zypern, betont – anstatt mal dem neuen Verbündeten der Republik, nämlich Israel, gehörig ins Gewissen zu reden -, dass Bedarf bestünde, die ersichtliche Bedrohung, die sich gegen Europa und die gesamte Welt erhoben habe, anzugehen, welche die gewalttätige und niederträchtige ISIS darstelle. Aktionen müssten besser koordiniert werden gegen die Bedrohung, um zu verhindern, dass diese Krise nach der EU überspringt.
Fokaides erklärt seltsamer Weise des Weiteren, dass ausgerechnet der Libanon dazu aufgerufen werde, diese Bedrohung der Sicherheit zu unterbinden – und dass Zypern diesem Land dabei helfen werde. Das ist dann wohl wirklich das Pferdchen am einfachsten Ende aufgesäumt. Und das weiß Herr Fokaides auch. Dass es ihm hier in erster Linie nicht um die Begrenzung der Aktivtäten der ISIS geht, darf daher durchaus gemutmaßt werden.
Nikosia reitet sich mit seiner unkritischen Haltung gegenüber Tel Aviv geradezu sehenden Auges in den Konfliktherd namens Naher Osten hinein – und dessen Hauptproblem ist nun mal die ungelöste Palästinafrage, die immer wieder aufkommt und sich immer wieder aufs Neue stellt in verschiedensten ‚Farben‘, wie zum Beispiel der der ISIS.
Mit Netanjahu als Regierungschef ist allerdings nicht damit zu rechnen, wird auch in Nachrichten des deutschen SWR1 vermutet, dass die harte Linie Israels gegen die Palästinenser sich ändern wird. Hier darf leider hinzugesetzt werden: Und die vor einiger Zeit ausgerufene, geradezu dogmatische Haltung der Bundeskanzlerin und somit Deutschlands, zu Israel zu stehen, egal was da komme (oder wie genau der Wortlaut war) auch nicht.
Insofern ist das Rätselraten darüber, warum sich Menschen in Deutschland radikalisieren und vorerst mal für die ISIS kämpfen gehen (wollen), auch teilweise erklärt. Bei solch radikalen Positionen der deutschen Regierung ist mit wenig Anderem zu rechnen bei vielen, als eben dem. Schließlich hat man trotz Hartz IV und sinkenden Gehältern etc. das freiheitliche Denken, das angeblich in der BRD herrschen soll und gelehrt wird, sich irgendwie angeeignet – auch wenn man es vielleicht nicht wollte. Und so entscheiden sich offensichtlich gewisse Menschen dafür, freiheitlich, sich dem medialen und/oder instutitionalisierten Druck der aufgebaut wurde und wird, auf ihre Weise zu entziehen. Und dieser dahin wabernde Druck, den die Bundesrepublik durch ihre Institutionen und Politiken etc. seit Jahrzehnten mitgestaltet, hat u.a. folgende Erscheinungsformen: der Palästinakonflikt, der zu unkritisch unter den Teppich des Vergessens gekehrt wird, auch indem eine Seite stets zu eindeutig schwarzgewaschen (also weißgewaschen) wird, die Asylpolitik und ihre Drittstaatenregelung etc. (im Mitelmeer sterben mehr Menschen auf der Flucht als an der deutsch-deutschen Grenze einst) oder sei es demnächst in Form von TTIP, wo ein weiterer Schlag der Regierungen Europas gegen die eigenen Bevölkerungen organisiert wird – zum Wohle einiger Weniger (Konzerne, oligarche Strukturen etc.).
In Müllheim (Baden) mutet man zum Beispiel Asylanten zu, in einer Turnhalle einer Gewerbeschule zu leben. Die Bevölkerung wird ermuntert, zu helfen. Da erhebt sich halt schon die Frage bei einigen: ‚Hey, ihr da! Klar wollen wir Menschen in Not helfen. Doch für was bezahlen wir eigentlich Steuern? Damit Herr Bundespräsident von Berlin nach Prag fliegt, wo er durchaus auch mit dem Zug fahren könnte, wo er doch angeblich so volksnah ist? Damit in Behörden Milliardenbeträge, wie zu lesen war, sprichwörtlich an die Wand gefahren werden – und keiner verlautbaren lässt oder ernsthaft untersucht, ob das nicht vielleicht sogar System hat? Und dann die tollen Waffenverkäufe an Regime, bei denen angeblich nicht die gleichen Werte herrschen wie bei uns, und dennoch will die Verteidigungsministerin mehr Kohle für ihr miserabel organisiertes Ministerium, wo alles andere als Transparenz und Wirtschaftlichkeit regieren‘.
Ja, da fragt sich dann der eine oder die andere ganz einfach: ‚Sag mal, bin ich inzwischen wirklich so doof, jetzt auch noch hinzustehen und die Arbeit der Behörden zu machen, die vielleicht mal besser mehr Leute einstellten, um Asylanten einigermaßen gut unterzubringen – ganz zu schweigen von der Pleite, die im Pflegedienst landauf-landab herrscht, wo in Berlin in Saus und Braus auf der Überholspur gelebt wird‘.
Diese Leute da in Berlin im Parlament und an der Regierung sind anscheinend so abgehoben inzwischen, dass man nichts besseres zu tun zu haben scheint, als sich mit Russland in eine Art Kalten Krieg zu begeben. Es scheint wirklich Ignoranz und pures Dumpfbackentum zu herrschen!
Eigentlich erinnert der Zustand, in dem wir leben (dürfen) an den Niedergang des Römischen Reiches. Und genau so lesen sich auch die Verlautbarungen, die herausgegeben werden – der Tanz auf dem Vulkan. Noch einmal abgrabschen und dann bye-bye! Jungs, aber wir haben gelebt! Nach uns kommt gewiss wieder eine Zeit vor der Sintflut!
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Jedenfalls ist ja beruhigend zu erfahren, dass Herr Fokaides auf dem Rat der Außenminister (Foreign Affairs Council) den französischen Verteidigungsminister getroffen hat. Und die Ankündigungen, die der Generalsekretär der NATO, Jens Stoltenberg, von sich gibt derzeit, lassen ebenfalls nicht hoffen, dass das Beziehungen-an-die-Wand-fahren-mit-Russland demnächst aufhören wird. Es scheint wieder vermehrt – entgegen der öffentlichen Bekundungen, versteht sich – irgendwie die Denke in Umlauf geraten zu sein, dass wer frech und einigermaßen rücksichtslos in die Welt schreitet, letztlich auch zu seinem ‚Recht‘ kommt – jedenfalls zu einem größeren Teil davon, als wenn ‚auf versöhnlich gemacht‘ würde.
Letzteres jedoch beschreibt die Haltung trefflich, die Merkel & Co als ihre Vorgehensweise ihren Schäfchen, die sie wiederwählen sollen, anbieten – doch immer mehr wird allmählich sogar dem politisch Blindesten aus der Bevölkerung bewusst, dass diese Haltung wirklich nur eine weitere Art strategische Anwendung ist, die nebenbei auch noch den günstigen Effekt hat oder haben soll, das Andere (wer auch immer dazu gerade ‚auserkoren‘ wurde) ins ‚weißeste‘ Licht zu setzen.

Und vor solch Hintergrund, um nun wieder den Dreh zurück nach Zypern zu konstruieren, wo die derzeitige Regierung durchaus der Christdemokratie Deutschlands nahestehend genannt werden kann, verkündet der Regierungssprecher der Anastasiadis-Regierung der Republik Zypern, Nikos Christodoulides, das Folgende, welches nachdem, was Nikosia-Süd bislang sich geleistet hat bei den Verhandlungen mit dem türkischen Nikosia-Nord, eher wie eine Einladung zur – entschuldigen Sie die schlechte Ausdrucksweise – Selbstverarschung der Türkischzyprer erscheint. Christodoulides verkündete:

Erstens: „Der naturgegebene Reichtum der Republik Zypern gehört dem Staat. Es ist selbstredend, dass nach der Lösung des Zypernproblems, wie mehrmals verkündet wurde, die Türkischzyprer ebenfalls die Früchte aus der besten Nutzung und Förderung des naturgegebenen Reichtums erhalten werden“ [Blöd nur, dass niemand weiß, was sich hinter der Formulierung „beste Nutzung“ von Christodoulides verbirgt. Es muss dazu nicht unbedingt in die Türkei geguckt werden, wo die Regierung seit Jahren versäumt, im Süd-Osten des Landes sich ausreichend zu engagieren, um uns zu fragen, ob bei dieser Formulierung zum Beispiel vorwiegend Investitionen im griechisch-zyprischen Teil der Insel auch gemeint sein könnten, die dann gewiss auch, über zwei-drei Ecken, dem türkisch-zyprischen Teil zugute kämen].

Zweitens: „Die Interessen der Türkischzyprer sind in Völle geschützt durch die Republik Zypern. Es ist sehr eindeutig, dass die illegalen Aktionen der Türkei innerhalb der Exklusiven Ökonomischen Zone der Republik Zypern [EEZ] nicht dazu dienen, die Interessen der Türkischzyprer in irgendeiner Weise zu schützen“. [Und eben das Verlassen des Verhandlungstisches der Griechischzyprer vor kurzem muss den Türkischzyprern wieder einmal gezeigt haben, dass die Griechischzyprer offenbar noch eine ganz andere Agenda verfolgen als die, von der sie reden].

Drittens: „Es ist nicht akzeptabel, jedwede Anstrengung zu akzeptieren, die zum Ziel hat, die Angelegenheit des Erdgases zu diskutieren, weder im Rahmen der Verhandlungsgespräche zur Lösung des Zypernproblems, noch in irgendeinem anderen parallel dazu verlaufenden Prozess“. [Und genau dieser Punkt bestätigt den zuvor geäußerten Verdacht, nämlich, dass Nikosia-Süd ziemlich offensichtlich mit gezinkten Karten zu spielen gedenkt bzw. spielt].

Viertens: „Die griechisch-zyprische Seite kann, trotz ihres verkündeten politischen Willen das Zypernproblem zu lösen, nicht an den Verhandlungsgesprächen teilnehmen, während die illegalen türkischen Provokationen in der EEZ der Republik Zypern weitergehen. Daraus ist zu folgern, dass um dies zu ermöglichen, ein wirklicher Respekt Ankaras der souveränen Rechte der Republik Zypern zu erfolgen hat. Der Rat der Führer der politischen Parteien im Parlament wird sich am Dienstag, dem 25. November, wieder treffen“. [Indem die Republik Zypern sich so stark an Israel vor kurzem gebunden hat, wie leider auch schon seit Längerem die BRD, sind beide letztendlich als Broker für einen Frieden im Nahen Osten nicht mehr zu gebrauchen – auch wenn Steinmeier & Co das der deutschen Öffentlichkeit seit Jahren versuchen einzureden im letzteren Fall. Deutsche Waffen und Technologie, ja sogar eine gewisse, noch immer vorhandene Wertschätzung für den deutschen Weg, bedeutet noch lange, oder schon längst nicht mehr, dass die BRD eine Rolle, wie sie zum Beispiel die Schweiz bei Friedensverhandlungen (z.B. Israel/Palästina) einnehmen kann und sollte. Letzteres sind Hirngespinste, die an der real betriebenen Politik der BRD vorbeigehen – die die Bevölkerung beruhigen sollen etc.].

Auch wenn Spanien wie Schweden jetzt anscheinend die Entstehung eines palästinensischen Staates sich vorstellen kann, ist es unerträglichst zu hören, wenn Netanjahu davon spricht, dass die palästinensichen Täter agiert hätten wie Tiere. Nichts gegen Tiere. Im Gegenteil. Doch wenn jemand wie Netanjahu jemand oder etwas in Zusammenhang mit Palästinensern entmenschlicht, kann man sich denken, wie er diese sprachlichen Entartungen wohl verstanden haben will, was seine (plus Liebermann etc.) betriebene Politik zur Genüge beweisen dürfte gegenüber den Palästinensern – Dorian Grey von Oscar Wild lässt grüßen!

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Klassik im HD-Filmverfahren

Zypern besitzt seit vielen Jahren ein vom Staat subventioniertes Symphonie Orchester. Vor Jahrzehnten dümpelte es noch vor sich hin. Die äußerst dürftig ausgebildeten Musiker fiedelten oder bliesen in ihre Instrumente, wie sie es für gut befanden. Das änderte sich in den neunziger Jahren drastisch, als im Ausland gut ausgebildete zypriotische Musiker und Dirigenten auf den heimischen Markt zurückdrängten. Zudem hat sich das Orchester dank ausländischem Zuzug zu einem guten Klangkörper entwickelt.

Zypern besitzt weder ein Opernensemble noch ein hervorragendes klassisches Ballett. Das Orchester bleibt auf symphonische Werke beschränkt. Kein Wunder also, dass die Direktaufzeichnungen von Aufführungen großer Häuser in HD Qualität Anklang finden. Über die im Rialto/Limassol ausgestrahlten Werke der Metropolitan Oper von New York, Ballette aus dem Royal Opera House London oder dem British National Theatre habe ich ja schon mehrmals berichtet. Ich setze diese Tradition hiermit fort.

Fangen wir mit den beiden Aufführungen der Metropolitan an. Eine der beliebtesten Opern von Wolfgang Amadeus Mozart ist neben der „Zauberflöte“ die Komödie „Die Hochzeit des Figaros“, wo Intrigen, Missverständnisse, moralische Lektionen in buntem Reigen ausgespielt werden und dann doch noch zu einem Happy End führen. James Levine dirigierte. Der 1947 geborene Amerikaner war lange Jahre beim Boston Symphonie Orchester, hat auch die Münchner Philharmoniker geleitet und wurde 1976 Musikdirektor der Met. Regisseur in dieser Aufführung war Sir Richard Eyre, der weltweit an Theatern, Opernbühnen und Festivals Regie führt und für seine ausgezeichnete Arbeit und Können 1997 von Königin Elizabeth zum Ritter geschlagen wurde. Alle Beteiligten waren auch bei dieser Aufzeichnung Topform. Der 1976 geborene russische Bass, Ildar Abdrazakov spielte und sang den Figaro geradezu umwerfend. Die deutsche Sopranistin Marlis Petersen stand ihm als Susanna in nichts nach. Sie mag vielen bekannt sein, denn sie sang und singt öfters an Deutschen Opernhäuser. Die amerikanische Sopranistin Isabel Leonard ist seit 2007 an der Met. Sie ist keine Unbekannte an der Staatsoper in Wien oder bei den Salzburger Festspielen. Burschikos und liebenswürdig verkörperte sie den Cherubino, der sich stets durch seine versuchten Liebesabenteuer in Schwierigkeiten bringt. Der amerikanische Bass Bariton John del Carlo sang den Intriganten Doktor Bartolo überzeugend. In diesem Ensemble der wohl besten Sänger und Sängerinnen machte ebenfalls der schwedische Bariton Peter Mattei seinen Auftritt als Graf Almaviva mit, der dem Zimmermädchen und zukünftigen Frau Figaros, Susanna, den Hof macht. Diese jedoch macht gemeinsames Spiel mit der Gräfin, um den ewigen Schwerenöter in seine Schranken zu weisen. Mozart schrieb für die vernachlässigte Gräfin zwei der schönsten Arien im Opernrepertoire, die von der Amerikanerin Amanda Majeski wunderschön dramatisch interpretiert wurden, wie zu sehen und zu hören war. Diese Sopranistin hat auch verschiedentlich mit ihrer wirklich idealen Mozartstimme das Publikum in Frankfurt, Zürich und Dresden erfreut.

Ein völlig anderes Kaliber war die darauf folgende Produktion von Verdis „Macbeth“. Am Pult stand Fabio Luisi. Regisseur war Adrian Noble und für die Kostüme, die in moderner Fassung geschneidert wurden. Dafür zeichnete Mark Thompson. Ich fand die Produktion sehr zwiespältig. Die tragende Rolle des Stücks, Lady Macbeth, wurde von keiner Geringeren als Anna Netrebko gesungen, die großartigen Applaus erhielt, sicher auch nur deshalb, weil „die Netrebko“ nichts falsch machen kann. Meines Erachtens wurde ihr Name missbraucht, oder sie überschätzte sich und wollte diese Rolle unbedingt, denn ihre Stimme war lediglich laut und die dramatische Tönung fehlte vollkommen. Das mysteriöse dieser machtbesessenen Furie von Frau, Lady Macbeth, konnte sie nicht rüberbringen. Gleichzeitig war ihre Aufmachung deplatziert. Lady Macbeth mag ihren Ehemann durch ihre Reize angestiftet haben, sich durch mehrere Morde an die Spitze des damaligen Reiches zu hieven, aber eine Edelnutte aus dem Bordell war sie mit Sicherheit nicht. Zeljko Lucic war ein Macbeth, der alle Nuancen der Rolle durch seine Stimme ausdrücken konnte, wie sein Gegenspieler René Pape als Banquo. Dieser Macbeth mag in New York Furore gemacht haben. Es ist mir unbekannt, wie die europäischen, resp. die englischen Medien sich darüber äußerten.
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Mit Musik geht es weiter, aber nicht als Oper sondern als Ballett. Der legendäre Sir Kenneth Macmillan nahm 1974 die von Jules Massenet komponierte Oper, basierend auf Abbé Prevost’s Text „Manon“, als Basis für sein bahnbrechendes Ballett, welches aus der Norm der russisch inspirierten Choreographie ausbrach, mit neuen Schritten, modernen Bewegungen, waghalsigen Sprüngen und echten Emotionen. Macmillan starb 1992 nachdem er als ehemaliger Tänzer und Choreograph dem Royal Ballett von 1970-1977 vorstand. Als Saisoneröffnung dieses Jahres wiederholte das Londoner Royal Ballett seine ursprüngliche Choreographie mit enormem Erfolg. Daraus entstand der aufgenommene Film. Die argentinische Primaballerina beim Royal Ballett, Marianela Nuñez, war die bezaubernde, bezirzende und am Schluss tragische Manon, die ihre Rolle tänzerisch wie mühelos umsetzte. Ihr ebenbürtiger Partner, der Italiener Federico Bonelli als junger Des Grieux erhielt sein Tanzdiplom 1995 aus der Ballettschule des Opernhauses Zürich. Seine Tanzkarriere führte über das Holländische Nationalballett 2003 direkt nach London. Lescaut, Manon’s Vetter, der in der Geschichte die entscheidende Rolle des herzlosen Kupplers spielt, wurde vom argentinischen Tänzer Ricardo Cervera interpretiert. Er schloss seine Tanzstudien an der Schule des Royal Balletts ab, wurde gleich engagiert und ist seit 1996 einer der Startänzer des Balletts. Es war eine ausgezeichnete Aufführung in der gediegenen Atmosphäre des Royal Opera Houses mit seinen Startänzern. Nicht nur der übertragene Applaus aus London zeigte, wie angetan das Publikum war sondern auch, dass viele der Anwesenden im Rialto mit einstimmten.

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Ak Saray

oder

der Kalif der weißen Türken

Die weißen Türken, sollen die sein, die eher das Richtige tun. Die eher politisch rechts sind. Die ihre Tradition an-er-kennen sollen: den Kemalismus, den Islam, dass das Grab des ersten Osmanen in Syrien nicht geschunden werden darf. Von niemand. Auch nicht von der ISIS. Dass sie noch immer viele sind, und noch mehr werden. Dass die Al Aqsa ihnen heilig zu sein hat!

Es ist auf seine Weise erfrischend, ein Paar Tage lang ein Bad in der Menge zu nehmen. Die Rede ist von so richtig viel Leuten um einen, wie bei einem Konzert oder eben wenn man in gewissen Straßen von Istanbul befindlich ist.

Viele Geschichtchen, die ich von Istanbulern erzählt bekam. Eigentlich wie immer war es, und die Geschichten schienen wie immer von einer noch nie davor dagewesenen Brisanz getrieben zu werden.

Ja, der Eindruck besteht immer noch, nämlich, der der Brisanz der politisch-sozialen Ereignisse – und womöglich auch noch, dass der Republik Türkei schon demnächst ein made in Ankara Kalife entspringt. In der Neuen Türkei, die gerade ausgerufen wurde von der AKP, passte so eine Figur, wie die eines Kalifen, wahrscheinlich recht gut. Der ISIS-Kalife soll ja von den Amerikanern schwer verwundet worden sein, stand in der Presse. Platz in gebührendem Format und Größe für einen Kalifen wurde in Ankara jedenfalls geschaffen. Die Diskussionen darüber, ob die Ausgaben für diesen Ort zu hoch oder angemessen sind, wirken eigentlich wie Scheingefechte.
Und das sind sie bei näherem Betracht wohl auch.

Journalisten rasen doch bekanntlich sonst auch immer durch die ganze Republik, um Geschichten an den Tag zu befördern – und so ein Saray, wie es Erdogan bauen ließ, ist schlichtweg schwer zu verheimlichen. Und daher muss sich die schreibende Zunft in der Türkei mal fragen plus Zivilgesellschaft, warum sie die ganze Zeit über zugesehen haben, wie dieser Klotz heranwuchs. Zwar hat Erdogan den schlossgleichen Bunker als Art Verlängerung des Präsidentenpalastes angemeldet gehabt beim Bauamt anstatt als Saray. Jetzt ist halt dennoch ein riesengroßer eigener Palast daraus geworden. Kalifen haben eben Ansprüche. Erdogan verteidigt den Bau in den Medien damit, dass so eine große Nation wie die Türkei eben so einen Bau braucht. Rebecca Harms vom EU-Parlament sagt, dass der Bau auf ganz besondere Weise eine zur Schaustellung des Machismo a la Türkei ist. „Ein Symptome unbegrenzter und unkontrollierter Macht.“ Die Grünenpolitikerin Harms kennt sich da offenbar aus. Beim Flughafen in Berlin-Schönefeld und dem Potsdamer Platz plus Hauptbahnhof etc. hätte ich ihrer Rede mal gerne das Ohr gereicht und wahrscheinlich ähnliche Umschreibungen vorgefunden?

Leider ist es mit den Grünen schon längst so weit, dass man bei solchen Statements, wie denen der Harms, bestens gleich fragt: wessen Interessen füttern sie?

Zwar wurde baurechtlich einiges Land verbaut in Ankara, welches eigentlich als Naturschutzgebiet ausgewiesen war. Doch viel eher scheint Harms in der Presse ungewohnt scharf Stellung bezogen zu haben, um beim Kongress der Grünen Europas, der diesmal in Istanbul stattfindet, sich eine Art besseres Gehör zu verschaffen. Das ist ihr, was die türkischen Medien angeht, gelungen. Gewiss wird sich das Geblöke um das Saray der AKP in Ankara schnell wieder legen, denn es gibt wirklich noch andere, akutere Themen, die die türkische Öffentlichkeit berühren.

Zum Beispiel hat sich in Ankara noch niemand öffentlich dazu geäußert, wie das denn nun eigentlich mit dem Status der vielen syrischen Asylanten im Lande gehandhabt werden soll. Niemand da, der mal einen zeitlichen Rahmen setzte bezüglich Aufenthaltsdauer. Niemand da, der die erforderlichen Schritte in die Wege leitet, wie sie international vereinbart wurden für solche Fälle – wohl weißlich geschah das nämlich, um Flüchtende zu schützen und nicht, um ihnen bürokratische Hürden aufzuerlegen. Niemand da in der türkischen Regierung, der einigermaßen klare Aussagen macht bezüglich Arbeits- und Aufenthaltsrechte der syrischen Flüchtlinge in der Türkei. Als ob Syrien schon eingemeindet sei, oder wie man dazu besser sagte. Lachen Sie nicht. Pläne zusammen mit Israel sollen durchaus in diese Richtung gehen. Demgemäß würde das heutige Syrien auf ein Minimum schrumpfen – zu einer Art Wüstenstaat. Die Türkei würde sich einen Teil greifen, den anderen Israel. Klar doch, die Kurden würden auch was abkriegen.
Und dann erst die Einschulung der vielen Kinder aus Syrien in türkische Schulen und Kindergärten, die gerade Istanbul und ziemlich sicher auch andere Städte der Türkei ‚unsicher machen‘: bettelnd, sich prostituierend, klauend, als billige Arbeitskräfte und/oder Lückenbüßer etc.

Man darf trotzdem durchaus behaupten, dass auch die Türkei so eine Art Auslese hat und trifft. Diejenigen Syrer mit guten Ausbildungen finden meist schnell eine Stelle, was vor dem Hintergrund, dass die AKP-Regierung der Türkei schon seit einem Jahrzehnt flächendeckend Arabisch lernen lässt, ebenfalls verständlicher erscheint. Es erleichtert die Integration der Syrer in die türkische Gesellschaft erheblich und scheint noch längst nicht zuzulassen, dass der Egoismus gemischt mit Fremdenhass, wie andernorts in Nordeuropa, sich in den Medien zu diesem Thema unverhältnismäßig negativ und einigermaßen gut verdeckt positionieren kann.

Die 1,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien, die in der Türkei leben, haben das Potenzial, die türkische Gesellschaft einschneidend zu verändern – was sie bereits tun. Noch längst sind die Würfel nicht endgültig gefallen in puncto politische Ausrichtung des Landes. Auch wenn Anastasiadis in Nikosia, Sisi in Kairo und Samaras in Athen sich zusammengeworfen haben, um den Reichtum vor ihrer Haustür gemeinsam zu fördern und zu schützen (vor der Türkei). Es könnte dies indes schon bald die Allianz derer werden, die aufs falsche Pferdchen gesetzt hat. Das Pferdchen hat einen Doppelnamen – Israel/USA. Und Letzteres impliziert dann selbstverständlich auch, dass da Deutschland und die EU irgendwie dazu zu rechnen sind.

Und warum soll dem so sein, fragen Sie, dass aufs falsche Pferdchen gesetzt wurde? Nun, da Obamas Stern scheinbar dort angekommen ist, wo ihn wahrscheinlich die meisten weißen Wähler der USA eh gesehen haben letztendlich – am sinken. Nach Obama kommt gewiss jemand ins Weiße Haus von Washington, der oder die weniger Raum außerhalb der USA Projekten wie dem Kurdischen in Rojava (die Selbstverwaltung) gewähren wird oder einem Zickzack-Kurse wie ihn die Türkei hinlegte. Möglichst kleine Einheiten werden dann gewiss gebildet als Staaten, die nach oben (Washington) melden und dienen und zur Seite (Nachbarn) bestens beißen – nicht all zu fest, bitte.

Und ja, wie auch andernorts passieren in der Türkei Dinge, wo man wirklich nur noch den Kopf schütteln kann: 6.000 Olivenbäume lässt man ausrupfen, um das Atomkraftwerk zu bauen, welches die Zyprer nicht wollen auf türkischem Boden, da bei einem größeren Störfall ihre Insel ziemlich sicher als einer der ersten Orte in Mitleidenschaft gezogen wäre. Der Knaller an dieser Bäumchen-reiß-aus-Aktion-Geschichte ist, dass nachdem die Bäume entwurzelt herumlagen – es ist außerdem gerade Olivenerntezeit – beschloss ein oberes Gericht der Türkei, dass die Aktion gegen das bestehende Recht verstoßen würde. Nur: jetzt sind die Bäume weg!
Tatsachen wurden also geschaffen!
Wahrscheinlich werden sich im Laufe der Zeit viele der Bauern, die mutig gegen die Bulldozer ankämpften, gezwungen sehen, ihren Acker besser für einen Apfel und ein Ei zu verkaufen, zumal es mindestens 6 Jahre dauern soll, bis Olivenbäume voll mit Oliven hängen. Wer hat schon so ein finanzielles Polster, um so lange zu bestehen? Und wer glaubt wirklich noch daran, sich dem Willen des Präsidenten Erdogan widersetzen zu können? Immer schön klein machen. Dann kommt man vielleicht ungeschorener durch. Mal sehen, ob diese Strategie den Familien gelingt, in denen die Männer als Bergarbeiter bislang nicht zurück an den Nachttisch gekehrt sind, weil sie unten im Stollen festhängen – falls sie noch leben. Ein weiteres Desaster sind derartige Unfälle. Eine richtige Großbaustelle sind die, die von der eitlen, sich der Bevölkerung und ihren Bedürfnissen immer mehr entfremdenden politischen Klasse der AKP gar nicht als Funken für die nächste schwerwiegende, eventuell umstürzlerische Auseinandersetzung noch nicht aufgefallen zu sein scheint – mal abgesehen von den Kurden und vielen anderen Unzufriedenen, wie zum Beispiel den nahezu 50% der Bevölkerung, die die AKP nicht gewählt haben und wahrscheinlich nie wählen werden und würden.

Niemand mehr da, der in der Türkei etwas wirklich unabhängig untersuchen kann. So eine Instanz wurde für vorerst abgestellt. Insofern lässt es sich vermuten, dass Korruption wieder ein ‚hohes Niveau‘ eingenommen hat. Letzteres belegen Umfragen in der türkischen Bevölkerung. Demnach sollen inzwischen doppelt so viele Menschen, wie noch vor ein Paar Jahren, davon ausgehen, dass Korruption in der Türkei wieder erhöht vorzufinden ist (um die 60%).

Im Stadtteil Aksaray, dort, wo besonders viel Menschen an sich vorübergehen, gibt es auch Straßen-Prostitution. Die gab es dort scheinbar schon immer. Im Laufe der Zeit haben sich schon viele Frauen und Männer (Transen), doch hauptsächlich Frauen, aus unterschiedlichsten Ländern zusammen mit Türkinnen dort prostituiert: Romas, türkische Unterschicht, Frauen aus den ehemaligen Ostblockstaaten vor allem Ukraine, Moldawien und Bulgarien; und jetzt sind es gerade fast ausschließlich Frauen aus Afrika.

nov12 151
Da wäre dann aber noch das Unfassbarere, was sich die Regierung der Türkei derzeit erlaubt: die unrühmliche Politik gegen Kimse Yok Mu. Das ist eine Art Wohlfahrtsverband. Denen wird nun per Dekret der Regierung der Zugang zu verschiedenen Geldquellen untersagt. Es wird davon ausgegangen, dass die Regierung das tut, weil ihr diese Organisation ein Dorn im Auge ist und in unmittelbarer Konkurrenz mit eigenen Hilfsorganisationen steht. Letztere, versteht sich, sind islamisch ausgerichtet und alles andere als unabhängige Organe des Staates. Nicht so Kimse Yok Mu. Sie ist die einzige Organisation in der Türkei, die den speziellen konsultativen Status des Sozialen und Ökonomischen Rates der UN innehat. Doch auch so hat sich Kimse Yok Mu international bewährt und einen Namen als echte NGO gemacht. Dass Kimse Yok Mu von der türkischen Bevölkerung getragen und geachtet wird, zeigt die Dopplung der Beiträge im letzten Jahr, schreibt die Today Zaman am 08. November, dies zum Zeitpunkt, als die Schwierigkeiten mit der Regierung so richtig zu tragen kamen. Versteht sich, dass Kimse Yok Mu von Regierungsbehörden aufs pingeligste wieder und wieder gescreened und kontrolliert wird und wurde. Letztere Prozedere, schreibt die Zaman, sind eindeutig politisch motiviert.

Bei der Operation türkischer Hilfsorganisationen (vor einiger Zeit), um Nahrung nach Gaza/Palästina zu bringen, wo auf dem Schiff namens Mavi Marmara einige türkische Staatsangehörige durch israelische Spezialeinheiten zu Tode kamen, hat Kimse Yok Mu nicht mitgemacht, da der Organisation die Aktion von Anfang an zu politisch war.

Nun, Kimse Yok Mu darf also seit einiger Zeit keine Fonds erheben, in Händen halten oder benutzen. Sie stehen somit mit nahezu leeren Händen da finanziell. Doch noch ist die Unterstützung aus der Bevölkerung für Kimse Yok Mu nicht gebrochen. Im Gegenteil! Spenden aus dem Ausland entgegen zu nehmen, geht wahrscheinlich auch nicht, weil sonst gleich Anklage auf Spionage oder dergleichen kommen dürfte, ist zu vermuten.

Last but not least ist es neulich schlichtweg dumm gewesen, von Erdogan zu sagen, dass das, was Israel in und um die Al Aqsa Moschee gerade macht, „unverzeihlich“ ist. Unvergesslich wäre die bessere Wortwahl gewesen. Doch Erdogan hat sich für „unverzeihlich“ entschieden. Davutoglu, der Ministerpräsident, schwadronierte von gewissen Rechten aus osmanischer Zeit, die die Türkei an jener Moschee noch habe. Und daher sei die Al Aqsa Moschee in gewisser Weise unter türkischem Schutz, also in türkischer Hoheit – „und wir werden alles tun, um die Al Aqsa zu schützen. Das ist uns eine heilige Mission!“

Angeblich ist es das Ziel Tel Aviv’s, den Salomon Palast – oder was für eine Art Gebäude es genau ist – wieder aufzubauen, wird in der türkischen Presse kolportiert.

Behauptet zu haben, Erdogan habe die ISIS unterstützt, scheint demnächst wohl wieder einige Journalisten in den Knast zu bringen. Noch sind die Knäste mit Journalisten gut gefüllt in der Türkei. Und noch ist nicht entschieden, ob die Türkei weiterhin die Politiken des Kurden Barzani aus Nordirak mittragen wird. Das hängt auf schwer nachvollziehbaren Wegen nämlich auch damit ab, wie sich die internationale Gemeinschaft positioniert – und zwar auch vor dem Hintergrund der mal wieder ins Stocken geratenen Verhandlungen bezüglich der Wiedervereinigung Zyperns, wo den Türken vielleicht überraschende Zugeständnisse gemacht werden könnten in diesem Zusammenhang, um im Norden Iraks einen kurdischen Staat entstehen zu lassen, genauer, um die Erze dort sowie das Öl sich besser aneignen zu können – und um so die Spannungen, die sich um Israel geradezu türmen, wieder etwas abzubauen und sie vor der Haustür des Iran aufzubauen. Man wird sehen, welcher Schachzug als nächster erfolgt.

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