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Archive for Juni 2014

17. European Contemporary Dance Festival in Limassol und Nikosia

Ein Beitrag von Napi Waltone

Mit kleinerem oder größerem Erfolg hat sich dieses Tanzfestival durch die letzten 17 Jahre gemausert. Der Anfang war harzig, dann kamen die Jahre mit großer Beteiligung aus den europäischen Ländern. Die Tanzgruppen waren in choreographischer und tänzerischer Hinsicht äußerst verschieden. Die Trends, die in europäischen Großstädten gesetzt und initiiert werden im modernen Tanz, erreichen auch die Bühne des Rialto Theaters in Limassol – zum Glück. Nur wenige Länder widerstehen dieser Neuausrichtung und brachten und bringen hervorragenden Tanz mit origineller Choreographie, wo Musik nicht nur als Hintergrund- oder Geräuschkulisse fungiert.
Bodengymnastik schien der Trend zu sein. Die stets geringeren Zuschauerzahlen dieser „Turnhalle-Atmosphäre“ zeigen letztlich deutlich auf, dass das nicht genügt, weil die Ränge eben leer bleiben, sondern, dass durch den Tanz eine Botschaft zu übermitteln ist – irgendeine möglichst begreifliche. So verkleinerte sich also die Zahl der eingeladenen Tanzensembles aus den verschiedensten Staaten immens.
Für das diesjährige Tanzfestival, 2014, welches vom 2.-29. Juni stattfindet, wurden aus 10 verschiedenen Ländern je ein Ensemble eingeladen. Lediglich aus dem Gastland konnten zwei Ensemble ihre Künste darbieten. Die Letzteren sowie die Ensembles aus Israel, Österreich, Spanien und Großbritannien tanzen auch in Nikosia. Aus Zeitgründen wurde es mir jedoch verunmöglicht, alle Vorstellungen zu besuchen. So hatte ich die Wahl der Qual und entschied die „Tanz Company Gervasi“ aus Österreich und die „Compagnie 7273“ aus der Schweiz zu besuchen.
Die Choreographie wurde vom Gründer der Truppe Elio Gervasi gemacht. Und das Stück, indem aus verschiedenen Ländern stammende Tänzer tanzten, erhielt den Namen „Solo with Guests (Part Two) und dauerte 65 Minuten. Im Programmheft wird es so beschrieben: „das Stück versucht weder Antworten zu geben (auf welche Fragen?) noch empfiehlt es Theorien. Hingegen stellt es uns selber vor, es drückt sich mit Fragen aus im Sinne der Lyrik von Walt Whitman. Die Körperbewegung jedes einzelnen Tänzers folgt einer genauen Ordnung: visuell scheint es chaotisch zu wirken. Chaos wird zu einem kreativen Element von Kommunikation.“ Soweit einige Fragmente aus dem Programmheft.
In der Tat, es erschien dann auch chaotisch, eher weniger kreativ, und irgendwie unmotiviert wirkte es, wenn die Tänzer aufeinandergeschichtete Plastikkisten in diverse Positionen verschieben, sich über den Boden rollen und kreischen, oder belanglose Wörter rezitieren, und dies zu einer undefinierbaren, elektronischen Musik von Albert Castello.
Der Schweizerbeitrag von der „Compagnie 7273“ steht und stand dazu im Gegensatz. Das von Laurence Yadi und Nicolas Cantillon choreographierte Stück „Nil“ (55 Minuten) folgte der Musik von Sir Richard Bishop in einer fließenden, von arabischen Klängen durchwirkten Bewegung. Der Fluss, in seiner Länge durch Afrika, träge strömend, durch Stromschnellen in plötzliche Unruhe getrieben und schäumend, in den harmonischen Bewegungen, zu Beginn langwierig scheinend, dann faszinierend dem Wasser folgend, das war etwas, wo der Geist, finde ich, angesprochen wurde – die Phantasie.
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Das Programmheft meint dazu: „Es ist nicht länger ein Fluss auf der Landkarte sondern ein Reservoir voller Einfälle um Bewegungen auszukosten und sie in Einklang zu bringen in einer mentalen Welt. Durch die immerwährende beständige Bewegung des Wassers werden emotionelle Bilder gestaltet und sind so lebhaft wie die Landschaft des Flusses; Wüste und gleichzeitig fruchtbare Böden, d.h. die Schöpfungskraft der Natur.
Der amerikanische Komponist und Gitarrist, der sich Sir Richard Bishop nennt, ist seit 1979 musikalisch aktiv. Die Choreographen haben ihr Stück im Januar 2011 in Genf uraufgeführt und erhielten dafür im gleichen Jahr den Schweizerischen Tanz- und Choreographen Preis.
Verschiedene Rezensionen dazu sind im Kulturteil der einen oder anderen Zeitung erschienen. Die Frage scheint oft zu sein: Wie kommt es, dass viele der modernen Tanzgruppen aus der französischsprachigen Schweiz stammen? Ganz einfach, könnten Sie denken, zuerst macht es ein Genie vor, und die Jünger folgen. Das Genie von dem die Rede ist, ist derjenige, dem der große Durchbruch 1987 gelang, als der damals schon weltberühmte französische Tänzer und Choreograph, Maurice Béjart, sein 1960 gegründetes „Ballet du XXe Siècle“,1987 nach einem Disput mit der Kulturabteilung der Stadt Brüssel, kurzerhand nach Lausanne verlegte und es von da an als „Ballet Béjart Lausanne“ weiter funktionieren ließ. Gestorben ist er 2007 in der Stadt seiner Wahl. Dieser Umzug von Brüssel nach Lausanne inspirierte die Tanzszene im gesamten „Arc Léman“, und die Genfer wollten da selbstverständlich nicht hinten an stehen. Sie kamen ebenfalls in den Bann des großen Meister und ließen sich inspirieren. Nicht nur die Gegend um den Genfersee wurde von Béjarts Meisterleistung erfasst. Wie eine Sturmwelle breiteten sich seine Tanzvisionen, seine Choreographien mit weitem Radius, weltweit aus. Noch heute erweckt bei Tanzbegeisterten der modernen Richtung der Name Béjart Begeisterung und diese Tradition lebt in seinen Schülern fort.

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Έξω!

Exkommuniziert!

Lassen Sie sich das Wort mal so richtig auf der Zunge zergehen – e x k o m m u n i z i e r t. Der Papst in Rom hat diesen ansonsten unschönen Begriff zum Anwärter des Wortes des Jahres 2014 geradezu gemacht vorgestern.

Vor dem Hintergrund, dass in und vor allem um Europa eh der Glaube an eine Religion, einen Gott, richtig ernsthaft bedrohliche Dimensionen inzwischen angenommen hat, drauf und dran ist, noch mehr anzunehmen, ist der Begriff Exkommunizieren doch wohl die richtige Wahl der (oder zur) Qual?

Die Briten drohen damit, sich aus der EU selbst zu exkommunizieren; und so was, werden Sie gewiss sagen, verehrte Leser, geht nicht. Wollen wir also annehmen, dass man jemanden oder etwas exkommunizieren kann, aber dass man sich selbst nicht exkommuniziert. Beim Exkommunizieren ist es daher immer eine Art äußere Instanz, die über jemand einen Ausschluss verfügt: “Ab jetzt bist du nicht mehr Einer von uns!”

All die armen Mafiosi in Italien, und womöglich noch über Italien hinaus, die jährlich 2-3 Mal zur Kirche gingen und gehen, an Ostern und wahrscheinlich mindestens zu einer der vielen Beerdigungen, die sie verursachen, die müssen sich jetzt, wenn als Mafiosi eindeutig entlarvt, Sorgen machen, als Resultat ihrer mafiösen Machenschaften am Schluss nicht mal auf einem katholischen Friedhof unterzukommen.

Hatte der eine Flügel der Mafia nicht schon vor Jahren das Geschäft mit dem Müllentsorgen entdeckt gehabt? Ja, es scheint sich ein neues Gewerbe aufzutun. Dieses verspricht, einigermaßen lukrativ zu werden, nämlich, Mafiosis die letzte Ruhestatt zu sichern, genauer, zu gewähren.

Kein toter Mafiosi ist ein guter Mafiosi, sondern ein geläuteter!

Sogar Frau Merkel kann so was, wie sich läutern. Wenn auch im Namen der Macht, in wessen Namen auch sonst. Gemeint ist, letztens der einigermaßen gekonnte Umschwung ihrerseits, den Herrn Juncker plötzlich für das angeblich höchste Amt in der EU doch noch zu unterstützen. Sowieso sonderbar, dass der Europarat all diese Aktionen um Juncker & Co’s Posten noch nicht exkommunizierte. Weil der Rat müsste es doch sein, der so was bestimmt. Nein! Er, der Europarat ist diese Insstanz. Punkt!

Papier, auf dem Verordnungen, Gesetze und dergleichen stehen, ist eben geduldig – siehe das tolle Gerichtsurteil in Ägypten, wo Journalisten auf 7 Jahre verknackt werden, weil sie unbotmäßig berichteten, über die, die töteten und wesentlich weniger Knast dafür erhielten. Doch so weit braucht man dann gar nicht gehen, sollte man in Mitteleuropa sitzen, um zu sehen, dass Papier und das, was darauf geschrieben steht, wahrhaft geduldig sein kann. Papier ist zuweilen noch passiver wie das Exkommunizieren, es kann ja nur beschrieben werden, es beschreibt sich nicht von selbst – noch nicht!

Das ist die Regel. Es gibt noch Regeln und Gemeinschaften, die haben eben auch Regeln. Verwunderlich war ja schon seit Längerem, dass ein Organismus wie die Mafia in Gemeinschaften von Menschen, die zivilisiert vorgeben, mit sich und anderen umzugehen, gedeihen darf, als sei sie eine Art Kirche selbst. Und bekanntlich sind mafiose Strukturen von ihrem Innenleben her, wie im TV tagtäglich gesehen werden darf in Krimis, durchaus nahe an der religiösen Variante, also ungfähr so verschworen und geheimnistuerisch und so weiter wie die Kirche.

Gott, der ist bei den Mafiosis offenbar das Geld und der Papst, der Stellvertreter Petri auf Erden, das ist dann eben der Mafiaboss. Nein wirklich, dieser Papst im Vatikan, Franziskus, der punktet merklich! Ein Sympatieträger wird der noch. Vielleicht sollten wir doch alle schnell noch katholisch werden?

In der türkischen Presse stand etwas zur ISIS geschrieben, den sunnitischen Gotteskriegern, die sogar Kindern Waffen in die Hände geben – was andere, derzeit weniger vom Westen geächtete Strukturen, durchaus auch tun, wenn auch verdeckter. Nun, diese ISIS-Führung wurde von einem anderen Verband, Gruppe, Organisation islamistischer Prägung dort in Syrien und dem Irak kürzlich angerufen: ‚HEY, Ihr da, was knallt ihr uns denn ab. Feuert eure Kugeln gefälligst gen Israel!‘ Darauf soll die ISIS in etwa so geantwortet haben: ‚Wir haben als Muslime aufgrund der Sunna und dem Quran den Auftrag, zuerst in unseren muslimischen Reihen für Ordnung zu sorgen, bevor wir die Juden, Ungläubigen etc. kaltstellen.‘

Die sind also am Exkommunizieren im Irak und Syrien, und das auf ihr Weise. Der Zusammenhang, in dem das stand in jenem Artikel, war, dass es sich um Stellvertreterkriege im Irak handle. Dass ein Loch durch das Abschaffen des Saddam-Regimes bewusst belassen wurde damals, welches nun in lustiger Folge jeder, der sich stark genug fühlt in der Region, zu füllen gedenkt. Das schwächt! So bleiben die Ölpreise niedrig, Waffen können andernorts zum Beispiel besser verkauft werden; und letztendlich kann die eigene Gesellschaft durch die schrecklichen Bilder der Araber, die sich gegenseitig killen, Bilder, die tagtäglich vom Chaos “dort unten” reinschwappen, davon abgehalten werden, sich dagegen aufzulehnen, dem Ding, was als Demokratie bezeichnet wird in Europa und den Vereinigten Staaten, die inzwischen mehr einem Wesen gleicht, das zum Gemeinwohl erschaffen wurde und begonnen hat, ein seltsames Eigenleben zu entfalten, Paroli zu bieten – beziehungsweise der Demokratie dazu zu vehelfen, weiterhin derart demokratisch zu bleiben, dass man sich bei dem Gedanken an sie innerlich nicht all zu sehr verbiegen muss, wenn man dieses durchaus real verkorkste Konstrukt gegenüber jemand mit seltsam fanatisierten Gedanken verteidigt werden darf.

Immer weniger Leute trauen sich scheinbar, diese Verteidigung wirklich und ganz entschlossen zu tun. Und das, was Prince Boateng, der ghanesische Fußballspieler aufgewachsen in Berlin-Wedding über die deutsche Mannschaft sagte, trifft in diesem Fall, der Verteidigung der Werte, die man schon fast nicht mehr hat, weil man sich selbst davon bereits zu sehr entfernte und immer noch entfernt, eher zu: “Es gibt keine Typen mehr!”

Die wurden wahrscheinlich alle exkommuniziert – in Deutschland eventuell mit oder kurz nach dem Mauerfall? Wer seither eine Type ist, aus der Menge herausragt, wird entweder wegrasiert, also radikal-exkommuniziert von der blökenden Menge oder schleichend. Letzteres, indem er oder sie millionenfach kopiert wird, wie zum Beispiel die vielen neuerdings getatooten Fußballspieler auf der Welt ahnen lassen – diese typisierten Typen, also typischen Untypen.

Es gibt offenbar Exkommunikations-Moden.

Womöglich kommt es deswegen noch dazu demnächst, dass all die sogenannten Siedler im Norden Zyperns von den griechischsprachigen Zyprern re-exkommuniziert werden, um sie ihrem Mutterland, der Türkei, doch noch schnell wegzuexkommunizieren? Dann könnte jedenfalls die exkommunistische, äh, exkommunizierende Trennung in den Köpfen, die in Gestalt der Grenze, die die zyprische Insel in zwei Teile teilt, zu einem Ort der Kommunikation hochstylisiert werden, wo zyprische Ex-Feinde meinetwegen den Quran, die Bibel, die Tora und die heiligen Bücher der Inder, Buddhisten und anderer Religionen vielleicht pro forma so lange exkommunizieren, bis global verstanden wurde, weil so was funktioniert gewiss von Zypern aus, weil diese Insel ist doch der Nabel der Welt: ‚Leben, das wird gegeben!‘ Geschieht in etwa gewiss eben so, wie das Verdikt: “Du bist exkommuniziert!”

Und auch daher darf Leben nicht aus religiösen Gründen genommen werden. Letzteres ist meistens wahrscheinlich nicht exkommunizieren, sondern eher töten, morden.

Ein Exkommunizierter aber, der kann, darf, soll, muss leben – und sei es, vorerst, allein.

Nordzypern ist doch auch Art exkommuniziert und lebt, wenn man so sagen kann, den Umständen entsprechend gut? Die Exkommunizierten, wie Sie gewiss schon längst verstanden haben, verehrte Leser, kommunizieren womöglich wie Spiegel, die man sich vors schöne, gepflegte, gut genährte Frätzchen hält!?

Man muss nur hinsehen, wie der Papst und dann eben mal Stellung beziehen, ohne einen festen Standpunkt geht weniger verlässlich – und zu viel in die Hose? Standpunkte sollten keine unveränderlichen Dogmen sein,natürlich. Die EU täte gut daran, klarere Standpunkte zu formulieren. In letzter Zeit kommt einem das, was verlautbart und beschlossen wird vor, wie das, was man einst glaubte, sei nur in anderen Regionen der Welt gegeben, aber nie und nimmer bei UNS. Diese Zuversicht gehört leider exkommuniziert, weil es nicht zutrifft. Wir haben keine verlässlichen Standpunkte mehr. Der Papst aber scheint einen zu haben erfreulicherweise.

Vielmehr ist zu befürchten, dass diese Tatsache, biegsam wie ein Kaugummi zu sein und ebensu klebrig zuweilen, immer mehr unsere Nachricht ist und wird, die al Qaida, ISIS & Co an Überzeugungskraft gewinnen lässt – sei es hier, sei es dort!

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Wir, verehrte Leser, haben gewiss schon eine Art Meinung zu den Ereignissen im Irak. Sogar die USA scheinen inzwischen eine zu haben, wie die Verlautbarungen Herrn Obama’s heute ahnen lassen – notfalls beschießen.

Mehmet Ali Güller schreibt in der türkischsprachigen Aydinlik-Tageszeitung bereits Folgendes am 16.06. 2014 – hier in Auszügen:

„Die Belagerung Mosuls durch die ISIS (radikale sunnitische Kämpfer für einen Gottesstaat) hat den Hunger der Mosul-Eroberer erhöht. Man hat von der AKP (Regierungspartei der Türkei), bis hin zu einigen Linkskemalisten wieder zu denken begonnen: ‚Mosul muss als Atatürks Erbe genommen werden’… . Aber einige Republikaner (damit sind wohl Anhänger der türkischen CH Partei gemeint, die derzeitige Oppositionspartei, die von Atatürk einst gegründet worden ist), beziehen sich vor allem auf Özal (ehemaliger Präsident der Türkei, der kurdischen Ursprungs war und ermordet wurde im Parlament) beim „Mosul muss genommen werden“. Das lässt nachdenklich werden.

Die Zentralzeitung der AKP, die Sabah, ist eine dieser Mosul-Eroberer… . Ferhat Ünlü (Sabah) mit seiner gestrigen These: „Wenn ihr Mosul nicht nehmt, dann müsst ihr Diyarbakir abgeben“, hat sich also diesem Thema gewidmet … . Yalcin Kücük (ein Professor, der unter anderem als Linker angesehen wird, bei der Befreiung oder dem Einmarsch auf Zypern 1974 mitmachte, und der der erste war, der ein Interview seinerzeit mit dem PKK-Führer Öcalan machte, unter anderem ist er Publizist) verteidigt diese These seit Längerem… . Diese These ist eine Attacke gegen jene, die Mosul und Diyarbakir nicht vereint sehen wollen. Das richtet sich an Fethulla Gülen, der an einer Konferenz in Erbil (Nord-Irak, 18.02. 09) meinte, die (beiden Städte) gehörten zusammen. Ferhat Ünlü klammert sich an diese These mit dem Unterschied, dass sich Yalcin Kücüks Diyarbakir- Mosul-Weitblick sich (inzwischen) mit einem kleinen Unterschied verwirklicht hat. Kücük, vielleicht, weil er die alten gedanklichen Codes des Staates in sich trug, war der Meinung, Mosul dürfe nicht an die Kurden gegeben werden. Doch wenn die Türkei heute Mosul nähme, wäre das nur mit Hilfe der Kurden möglich. Das heißt, bei einem türkisch-kurdischen Zusammenschluss würde die Türkei nachgebenderweise sich vergrößern – ansonsten werden beide verlieren.

Das, was Ünlü da von sich gibt, entspricht haargenau dem, was in Zeiten der Regierungszeit Erdogans die USA in Form des Großen Mittelost Projekts anwendet – nämlich eine der Hauptthesen des Projekts: Dass die Landkarte des Mittleren Ostens neu gezogen wird, und zwar durch einen türkisch-kurdischen Zusammenschluss. Die kurdische Initiative der AKP, die Feindschaft mit Syrien, das Sich-von-Bagdad-Lösen, all das ist deswegen… . Deswegen sprechen die Redner der AKP die ganze Zeit davon, dass die Türkei mit den Kurden wächst… .

Unserer Meinung nach, bedeutet Mosul zu nehmen anstatt, Diyarbakir abgeben zu müssen. Derjenige, der Mosul nimmt, genauer eine Türkei, die erweitert wurde auf den Norden Iraks mit dem Zentrum Erbil, wird fortwährend in dieser Region kämpfen müssen. Diese Wahrheit haben wir bereits durchlaufen, nämlich, dass eine gewisse Zeit danach als Zentrum Diyarbakir gelten würde. Ein Ankara, also, dem es gelingt, die Kurden in ihren Gebieten von Bagdad, Tehran und Damaskus abzutrennen, der wird es nicht gelingen, ihre Oberhoheit den Kurden aufzusetzen. So etwas wird sich (anstatt) teilen, und zwar als Diyarbakir im Zentrum. Insofern wird der Spruch „die Türkei wächst mit den Kurden“ zu einer verkleinerten Türkei führen.

Daher sagen wir es wieder und wieder: die Türkei, Iran, Irak und Syrien vereint, wird der Kurdenfrage und der Brüderlichkeit untereinander in der Region eine Plattform zur Lösung sein!“

Unschwer zu erraten, verehrte Leser, dem Autor schwebt die ganz große Karte vor, wenn so mal gesagt werden darf, nämlich die ehemaligen Gebietsaufteilungen der Osmanen. Der Präsident Iraks, Nuri Maliki, hat sich, das kommt hinzu, über Jahre geradezu bemüht, die Sunniten im Irak zu benachteiligen – auf jeder Ebene, wie zu erfahren ist. Insofern ist das Phänomen ISIS nicht aus dem Himmel gefallen, sondern wurde aus dieser Warte besehen herangezogen, was dem Autor wohl nicht entgangen sein dürfte, doch scheint er das Phänomen anders zu bewerten – Fethulla Gülen indirekt verunglimpfend. Es ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, dass dieser Prediger, Geschäftsmann, Führer weiterhin seinen Einfluss geltend macht und im Irak wohl kräftig mitmischt, doch gewiss nicht auf der Seite der Kurden, wie ein Video im Internet beweist, wo der Herr vor einer Gemeinde sprechend meint, Gott möge sie bis auf ihre Wurzeln auslöschen, vernichten etc. https://www.facebook.com/video/video.php?v=254637567920218

In der zuvor erwähnten Sabah, dem Sprachrohr der türkischen Regierungspartei AKP, nach Mehmet Ali Güller, steht am 19. Juni 2014 als Kurznotiz: „Panzer wurden an die Grenze verlegt. Die Ereignisse im Irak letztens hat die Sicherheitsmaßnahmen an der syrisch-türkischen Grenze erhöhen lassen. In der Provinz Gaziantep wurde die Fünfte Gepanzerte Division innerhalb der syrischen Grenze bei der (türkischen Stadt) Kilis in Stellung gebracht mit gepanzerten Fahrzeugen. Unter schweren Sicherheitsmaßnahmen wurde das getan, um sie in der ISIS kontrollierten zumeist von Türkmenen bewohnten Gebiete zu stationieren, in Cobanbey. Die ISIS kontrolliert dieses Gebiet, in dem ungefähr 25.000 Türkmenen leben. Cobanbey liegt in der (syrischen) Provinz namens Azez.“

Notiz: Türkische Staatsbürger, die im Ausland leben, müssen sich spätestens bis zum 02. 07.2014 bei einem der Botschaften oder Konsulaten angemeldet haben, um an den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in der Türkei vom Ausland aus sich beteiligen zu können.

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http://www.europarl.europa.eu/tools/disclaimer/documents/l_00820010112de00010022.pdf

Dieser Link gleich zu Anfang eines Artikels verwundert Sie vielleicht weniger, wenn Ihnen klar geworden ist, dass es darin um Sie geht. Zugegeben, die Lektüre des Links erscheint auf den ersten Blick etwas trocken, doch da es um uns geht, die Googler, Mailer und womöglich Facebookler, sollte man sich schon mal die Mühe machen, das eben in der EU-Zentrale Ausgebrütete, sozusagen, sich zu verabreichen, zum Beispiel, wenn andere Fußball gucken – eine gute Gelegenheit.

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Im Radio konnte vor kurzem vernommen werden, dass zwei Forscher, eventuell von der Uni Freiburg, eine App konstruiert haben, die uns nunmehr anzeigt, wer noch alles mitliest, wenn wir glauben, alleine eine Zeitung, eine Mail oder sonstwas am Computer, also im Netz, zu tun, zu schreiben oder zu lesen. Die App, deren Name leider vergessen wurde, davon ausgehend, dass das brauchbare Ding demnächst eh in aller Mund sein dürfte, soll unentgeltlich herunterladbar sein.

Ja, gewisse Herrschaften sind daran interessiert daran, zum Beispiel, ihre Werbungen noch bedürfnisorientierter bei potentiellen Kunden zu platzieren, bei uns – jedem Tierchen sein Plaisierchen, denken Die gewiss.

Klicken sie mal auf den Link oben oder weiter unten drauf, denn Sie werden diese Info wahrscheinlich schon bald brauchen, nochmal der Link: http://www.europarl.europa.eu/tools/disclaimer/documents/l_00820010112de00010022.pdf

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Les Dernières Nouvelles d’Alsace (DNA) – Tageszeitung hatte bereits am 07. Juni 2014 den folgenden Artikel, unten, über einen ziemlich kleinen, aber dennoch bedeutenden Teil der deutsch-französischen Militärkooperation abgedruckt in ihrer Ausgabe, der nun in deutsche Sprache übersetzt vorliegt.
Bekanntlich gibt es im badischen Müllheim eine französische Kaserne (http://www.df-brigade.de/standorte1.htm), in welcher Kooperation mit den Deutschen großgeschrieben wird. Lang vorbei die Zeiten, wo Frankreich als Besatzer entlang dem Rhein hie und da Stellungen hielt in Deutschland. Dass die beiden Nationen, gewissermaßen von der Geschichte, zwangsverheirateter Weise in naher Zukunft ihre ‚Liebe‘ zueinander noch erkennbarer als zuvor demonstrieren werden dürfen auf weltpolitischem Parkett, dafür sorgt gewiss auch der afrikanische Kontinent – doch nicht nur der.
Vor diesem Hintergrund ist es recht erstaunlich, dass nicht mehr Information über diese Zusammenhörigkeit auf dem militärischen Gebiet der beiden Nationen an die Öffentlichkeit gerät. Und insbesondere Spanien und Italien könnten (und sollten) das Bild dieser Allianz vorzüglich komplettierten. Bleibt also abzuwarten, wie lange es dauern wird, bis das erkennbarer in der Öffentlichkeit, sprich den Medien, geschieht. Und wie lange es wohl noch gehen wird, bis im Südosten Europas die sich inzwischen zusammenfügende vordringlich ökonomisch-politische Allianz von Griechenland, Zypern, Israel und eventuell demnächst erkennbarer auch Bulgarien und Rumänien in dieser Richtung, der militärischen, erste Manöver gemeinsam abhalten wird?
Beide angesprochen Entwicklungen stehen unweigerlich an, eine Frage der Zeit und der Umstände (z.B. Mali/Ukraine). Diese Entwicklungen hin zu mehr militärischer Kooperation sind auch eine Frage der Präsenz, des Zusammenwachsens Europas, der Nachhaltigkeit – auf allen erdenklichen Gebieten. Wie uns das Osmanische Reich lehren könnte, ist es eben oft der militärische Aspekt, der Zusammenwachsen wirklicher werden lässt?

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„Potsdam …

Hans-Werner Fritz, Oberbefehlshaber der Auslandseinsätze der Bundeswehr, kommt zurück auf das Thema der Einsatzgebiete der deutschen Armee im Ausland und auf die französisch-deutsche Brigade.

Die Bundeswehr nimmt an 16 Einsätzen im Ausland teil … .
Afrika ist der Kontinent für den viele unserer Armeeeinheiten mobilisiert werden und der uns weiterhin für einige Zeit beschäftigen wird. In vielen Regionen ist die Situation wenig stabil. Wir haben in diesen Ländern eine sehr kritische Krisensituation, weil sie entweder gewalttätig sind, oder die Staaten sind labil strukturiert oder auch hat die Regierung das Land nicht im Griff. Dies provoziert Flucht mit einer sehr hohen Anzahl von Flüchtlingen, die ihre Dörfer, ihre Heimat, verlassen.
Dieses Jahr wurden zwei neue Einsatzgebiete bestimmt. Es sind dies die RCA (Zentralafrikanische Republik). Wir haben hier Männer, die auf ihren Rucksäcken sitzen um nächste Woche im Hauptquartier in Bangui, der Hauptstadt des Landes, ihre Kameraden zu treffen.
Und in Mali, für die erste Intervention im Ausland der französische-deutschen Brigade?
Ich habe mich kürzlich mit dem französischen Kommandanten der Brigade, dem General Rudkiewicz unterhalten. Die Soldaten sind bereit, dort ihre Mission aufzunehmen. Sie sind sehr gut vorbereitet, nicht nur auf militärischer Ebene, sondern auch für die Zählung der Waffen etc., und auch geschult auf einen “Kulturplan“, geschult, d.h. das Terrain kennenzulernen und wie der Kontakt zur Bevölkerung hergestellt und gepflegt werden kann. Mali ist ein besonderes Terrain, wo sich die Europäer einzusetzen haben. Wir profitieren gut von den sehr langen afrikanischen Erfahrungen unserer französischen Kollegen im Westen und im Zentrum des Kontinents.
Ist der Rückzug der deutschen Truppen in Afghanistan bereits angelaufen?
Unser Rückzug wird Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Dies ist ein Fakt obwohl wir an der Folgemission teilnehmen, d.h. wir lassen 800 Männer dafür zurück. Was die Zukunft anbetrifft, bin ich sehr optimistisch. Die Wahlen im April sind sehr gut über die Bühne gegangen, mit einer guten Teilnahme, besonders der Frauen. Einige Zahlen müssen unbedingt gesagt werden: 8 Millionen afghanische Kinder gehen zur Schule, wovon 3 Millionen Mädchen sind, was undenkbar während der Zeit der Taliban gewesen wäre. Was die junge Generation anbetrifft, d.h. diejenigen der 30-40 Jährigen, welche während der schlimmsten Zeit der Taliban dort gelebt haben und die gemeinsten Gräuel und Grausamkeiten durchlebt haben, leben heute in verbesserten Lebensumstände. Sie wollen sich ihre Freiheit nicht stehlen lassen.
Gesprächsführung David Philippot (übersetzt von Ernst Uster).“

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Geld

Griechenland hat eine neue Regierung. Die Regierungssprecherin Sofias Woultepsi verkündete die Namen der 18 neuen Minister. „Die Zügel des Wirtschaftsministeriums, nimmt anstatt Giannis Stournara nun Gikas Chadouwelis in die Hand“, schreibt die griechischsprachige Zougla am 10. Juni 14. Interessant zu wissen dürfte sein, dass Argiris Dinopoulos neuer Innenminister wird. Versteht sich schon fast von selbst bei dem Wahlergebnis, dass der Premierminister Antonis Samaras heißt und sein Stellvertreter wird Evangelos Weniselos sein. Außenminister ist Dimitris Kourkoulas.

Vor kurzem das Buch von Wassilis Awestopoulos gelesen, „Griechenland, Eine europäische Tragödie“. Das Buch kam 2014 heraus und erhebt den Anspruch, bis ins Jahr 2014
thematisch zu reichen.Das stimmt bei Weitem nicht. Sehr gut abgedeckt wird dafür aber das Jahr 2012 – und das äußerst detaillreich. Wer allerdings etwas in Bezug auf Zypern in diesem Buch zu finden hofft, wird enttäuscht werden. Die Zusammenhänge der griechischen und zyprischen Bankenkrise, zum Beispiel, sind für Awestopoulos nahezu kein Thema.

Jedenfalls ist seit heute, dem 11.06. 2014, die ehemalige Laiki Bank Zyperns endgültig Vergangenheit. Die letzte Phase der Vereinigung der Laiki Bank mit der Cyprus Bank ist
abgeschlossen worden, schreibt die griechischsprachige Sigmalive. Die Vereinbarungen der Laiki Bank mit Filialen der Cyprus Bank gelten ab heute für abgeschafft.
Bekanntlich hat Zypern von Standard & Poor eine weitere Aufbesserung am Kapitalmarkt letztens erhalten, auf Caa3 (positiv) zu B- (stabil) bei Fitch. Die Deutsche Bank wurde beauftragt, zusammen mit Goldman Sachs International, der HSBC, UBS Investment Bank und VTB Capital, eine Serie von Fixed Income Investoren Treffen innerhalb Europas umgehend zu organisieren. Es geht, wie Präsident Anastasiadis versprach, anscheinend wirklich voran im Land?!

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Ganz so rosig scheint es dann aber im Detail offenbar doch nicht zu laufen auf Zypern. Es gibt Ärger, wie ja auch in Deutschland, in Bezug auf die Erneuerbaren Energien, die im Griechischen und hier mit APE abgekürzt werden (ανανεώσιμες πηγές ενέργειας). Denn dem Energieminister ist, ebenfalls ähnlich wie in Deutschland, nichts Besseres eingefallen, als den Haushaltsfond der APE für das Jahr 2014 erheblich zu reduzieren, berichtet die griechischsprachige newzup. „Die Behörde hat Studien in Auftrag gegeben, die die Nachhaltigkeit überprüften, welche auf den schlechtesten Szenarien für die APE basieren, das heißt, die Kostenvermeidung, welche die Energiebehörde (AHK) für Kraftstoff hat liegt demnach bei 10,5 Cent“. Desweiteren wurde ermittelt in dieser Studie, dass ein Nachhaltigkeitsproblem der Energiebehörde eh nicht vor 2017 zu erwarten sei. Und daher läge die Kostenvermeidung real bei 11,8 Cent.

Nun liegt die Studie also im Parlament und will besprochen und beurteilt sein. Die Abgeordneten, schreibt die newzup, scheinen wenig gewillt, die Nachhaltigkeitsergebnisse der Studie „überzeugend“ zu finden. Nikolas Papadopolous, Vorsitzender des Ministerrats, befürchtet indes, dass in 2 Jahren die Kasse eventuell keine Reserven für so etwas haben könnte. Die Befürchtungen scheinen berechtigt, findet die newzup, beim Blick in die Vergangenheit, wo Gelder für ähnliche Projekte verschleudert wurden. Andrea Riri von der newzup endet den Artikel sinngemäß mit: traurig, aber wahr.

Die philnews schreibt Folgendes am 10.06.14: „In den kommenden Tagen wird erwartet, dass vom Wirtschaftsministerium beschlossen wird, letztendlich, bezüglich der Anleihen auf
dem internationalen Markt, die inländischen Schulden grundlegend zu decken, deren Zeitraum demnächst endet, und von den neuen Anleihen ersetzt werden können. 2014 endet die Laufzeit inländischer Wertpapiere in Höhe von 2,3 Milliarden Euro und ausländischer Wertpapiere von 585 Millionen. Einer der Kopfschmerzen des Ministeriums ist die Anleihe in Höhe von 1,9 Milliarden Euro für die Rekapitalisierung der Laiki Bank, ein Betrag, welcher in den Rechnungen der Troika gar nicht vorkommt…. . Dieser Betrag verursacht hohe Kosten, 5, 15%, und hat eine kurze Laufzeit von 1 Jahr.“

Endlich ist es so weit: Weltmeisterschaft beim Fußball in Brasilien. Die FIFA hat nun auch für die griechische Mannschaft den ungefähr 12 minütigen Video herausgegeben, der die Mannschaft und alles, ist anzunehmen, was man wissen muss zum griechischen Fußball, in Szene setzt. Drei Tage also noch, dann geht der Spektakel los in Brasilien. Die Schweizer und Franzosen haben sich auch qualifiziert. Ach ja, ich vergaß, dem Video zum griechischen Fußball geht bezeichnender Weise eine Allianzwerbung voraus, auf der ausgerechnet der deutsche Torwart, Neuner, der deutschen Fußball-Nationalelf zu sehen und zu hören ist auf Deutsch. Ob diese Einlage den griechischen Fans gefallen wird http://www.cytoday.eu/index.php?id=357&nid=2827406 ?

Das, und ähnliche Sonderbarkeiten, ist gewiss ein weiterer Punkt, den die mit Geld gut ausgestatteten FIFA-Bosse überarbeiten sollten zukünftig – also diejenigen, die Abermillionen für Spieler ausgeben, nicht auch noch überall und immer herumwuchern zu lassen nur weil sie viel Geld haben!

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