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Archive for Mai 2014

Wei EU Yi

krumm, gerade oder grau?

Der sogenannte Knackpunkt könnte für viele Mitbürger demnächst ungefähr diese Frage werden: krumm oder gerade? Also, sind die Bananen, die in der EU verkauft werden, und teilweise wohl auch angebaut sind, weiterhin krumm oder sind sie besser gerade? Abhängig könnten die Leute das vom politisch-ökonomischen Hinter-den-Kulissen-Streit zwischen Top-Vertretern der EU-Organe und einzelnen Regierungsvertretern der EU-Mitgliedsstaaten machen.

Auf andere Ebene verlegt, soll das eben Gesagte bedeuten: Sind wir Europäer nun dabei, anfänglich nahezu unmerklich, doch vielleicht bereits merklicher, in eine Banenrepublik abzurutschen – oder kriegt man die so hoch gehaltene demokratische Kurve noch einigermaßen un-verbeult hin?

Ausgerechnet die Deutschen scheinen bei der Frage eher „gerade“ als „krumm“ (mal wieder) mit Eifer voranschreiten zu wollen – denn die wunderlichen Dinge, welche die NSA sich erlaubte und erlaubt, sollen noch nicht mal juristisch aufgearbeitet, geschweige denn belangt werden. Wenn diese Nachricht der Wahrheit entspricht und somit dann wohl auch das ganze westliche Welt-Ding sich als eher „gerade“ herausstellt, dann sind wir hier offenbar bereits auf dem geraden Weg in eine Bananenrepublik, die mal besser schnellsten aufhörte, Ländern wie China, der Türkei oder anderen Spezialisten in Sachen Begradigung der Denke seiner demokratisch sich gerierenden ‚Untertanen‘, irgendwelche Vorhaltungen zu machen – von Russland ganz zu schweigen.

Wei Ling Yi ist in der Region, heute in Basel. Morgen, wenn die Information stimmt, weilt er im elsässischen Mulhouse, danach in Badenweiler und zum Abschluss wird der Meister, der Qi Qong, den Lotusstil, als eine Art Tool verwendet, seine begeisterten Anhänger/innen in Freiburg besuchen und Gesundheit, Gleichmut und wahrscheinlich auch Liebe und natürlich Freude versprühen.

Manche Leute denken gewiss, beim Grad der Denk-Begradigungen, von ‚oben‘ verordnet, die inzwischen kursieren und wohl noch vermehrter bevorstehen, die Koffer zu packen – bestens geradewegs in irgendeine Bananenrepublik, um dort dann weiterhin, zumindest, krumme Bananen verzehren zu können, auch auf die Gefahr hin, dass eventuell bereits ein Qi-Mangel im Yang vorliegt. Sie wissen doch: Yin und Yang, die beiden energetischen Komponenten in uns und überhaupt überall, die daherkommen wie Gut und Böse, „krumm“ oder „gerade“, schwarz oder weiß, Junker oder Merkel, Freiheitsstatue oder Guantanamo, Putin oder Ukraine, Kerl oder Weib etc. Liegt nämlich ein solcher energetischer Mangel vor (Yang-Mangel) im Körper eines Menschen, dann sollten Speisen wie Bananen, die kühlen, gemäß der chinesischen Medizin, gemieden werden.

Sie empört, was hier in Europa abgeht? Dann überlegen Sie es sich gut, ob Sie nun noch weiterlesen. Denn Big Brother liest mit und vergisst, wie wir nun wissen, leider nichts – wir müssen ja inzwischen schon ums Vergessen-Dürfen gerichtlich streiten, siehe Google.
Sie könnten, verehrte Leser, das ist jetzt nur eine, wie soll man es nennen, Art Überlegung, sich ja doch jemand wie Wei Ling Yi anschließen zur Endlösung der Bananenfrage – zumindest mental. Obgleich, es wäre vielleicht doch besser, im Vorfeld zu eruieren, wie denn die Aussichten stehen für die Art Wei Ling Yi, der sie sich anzuschließen beabsichtigten. Also, ob dieser Meister oder Meisterin Ihrer Wahl auch in Zukunft geduldet sein wird von den noch Mächtigeren wie er in der sogenannt materialistischen, ganz plump, politisch-ökonomischen Welt? Und Herr Yi scheint auch in diese materialistisch, politisch-ökonomische Welt eine Art Draht zu haben.
Jedenfalls: Bekanntlich haben einige Qi Qong Stile bereits zu Zeiten Mao’s – und eventuell auch davor, doch gewiss noch heute – ein Verbot zu Praktizieren ausgesprochen gekriegt. Weil sie seien gefährlich und nicht begradigbar, zu krumm.

Denn wenn so etwas wie die Bananengemeinschaft EU demnächst ihr Haupt erhebt, zusammen mit dem großen, durchsichtsfreudigen Verbündeten überm Jordan, eh (auch) überm Atlantik, dann wäre es wahrscheinlich doch besser gewesen, sie hätten sich im Vorfeld gemäß deren Begradigungrichtlinien, die sie mit einigermaßen Intelligenz erahnen oder im Geist ableiten hätten können müssen aufgrund der Gegebenheiten in EU und USA, informiert bzw. eingerichtet. Vielleicht wandern Sie ja doch besser noch rechtzeitig in die Kap Verden aus, nach Ghana oder in einen dieser karibischen Inselstaaten, die ja immerhin den Vorteil haben, wenn es dann demächst noch ein Vorteil sein wird, zu Europa irgendwie zu gehören.
Verflixt und zugenäht, und das am Vatertag, der heute sein soll, drei Mal hoch in den Himmel und hinieden sei’s verflucht?
Was tun?

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Genau, im Vorfeld nach begradigten Bananen schreien, bestens in erster Reihe. Auf Facebook all Ihre kleinen Schweinereien, und die Geheimnisse anderer, von denen Sie wissen, verbreiten. Jeden Sans Papier (diejenigen, die ohne Aufenthaltsrecht hier leben) bei den Behörden melden; und gleichzeitig vielleicht doch noch intensiver, besser und weiterhin, vom demokratischen Wunderwerk des Westens und der EU schwadronieren. Sie sehen, noch gibt es den guten alten Lösungsweg – gleichschalten.

Vergessen wurde: Am Sonntag, dem 01. 06, geht Wei Ling Yi, kann aber sein, dass er höchstpersönlich doch nicht mitgeht, mit seiner Gemeinschaft auf den Belchen bei Freiburg. Mantras werden gesungen auf dem Weg dorthin – Prozession oder so. Es wird wohl eine neue Zeit anbrechen, ganz gewiss. Sie müssten nur daran glauben. Der Segen des Meisters, aber ich denke, Segen wird er das nicht nennen, was er versprüht, sondern wohl eher so in etwa etwas wie Lebensenergie, also „Qi“, wird dann gewiss einigen Fluchtort und/oder Entscheid darüber sein oder werden, ob die EU und ihre politische Gesinnung als eher „krumm“ oder „gerade“ angesehen wird, ob die Leute in der EU sich vermehrt Sekten zuwenden oder ungeliebte krumme Elemente in der Gesellschaft (wieder) klein schlagen gehen, und ob ‚krumme‘ Dinger zukünftig gedreht werden müssen, um als Mensch aufrecht durch’s Leben schreiten zu können oder eben ‚gerade‘ Dinger?

Doof, dass immer alle von Grautönen sprechen, so als hätten sie das Prinzip von Yin und Yang verstanden. Gut, dass Vatertag ist und Muttertag war. Doof nur, dass Kindertag kein Feiertag ist, der 01. Juni ist dieser Tag. Gut oder schlecht, krumm oder gerade, dass zumindest an diesem Tag Wei Ling Yi auf dem Belchen Mantras singen geht oder singen lässt?

Und wenn der Himmel grau ist am Sonntag, ist das dann ein gutes oder schlechtes Zeichen für die ‚Kinder‘ Wei Ling Yi’s am Kindertag und für Europa?

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Na, bevor Ihre Instinkte, oder was es genau ist, sich beruhigt und befriedigt zurücklegen, weil Sie eventuell glauben, mit der Abgabe Ihrer Stimme letzten Sonntag Ihre Bürgerpflicht zur Genüge getan zu haben, mag mit dem Folgenden daran erinnert werden, was die guten alten Griechen unter anderem mit dem, was heutzutage Demokratie genannt wird, gemeint haben könnten.
Wir erlauben uns, erstmals, einen Aufruf aus der regelmäßig eintreffenden Rundpost des Sozialforums Berlin auf diese Art und Weise und ungekürzt, ein paar Rechtschreibfehler verbessert lediglich, zu veröffentlichen. Der Name des Autors dieses Aufrufs wird nicht genannt, so auch nicht seine Telefonnummer, die angegeben waren.
Dass das Tempelhoferfeld in Berlin nahezu befreite Zone der sozusagen ‚besseren Art‘ neuerdings ist, weiß die Republik ja bereits, die das Gerichtsurteil dazu gewiss entgegennahm – nämlich, dass der Berliner Senat und seine ‚Einflüsterer‘ vorerst das offene Gelände des alten Tempelhofer Flughafens nicht mit ’schönen‘ Gebäuden, gewiss wieder mit Glasfassade und so ähnlich aussehend wie neuerdings überall in Berlin, verbauen darf. Auch nicht still und heimlich am Rande betonmäßig anknabbern des Feldes, was allerdings schwer zu unterbinden sein wird.
Die Ukraine ist ein Zeichen dafür, was laufen könnte in Zypern (und was bereits wenig anders gelaufen ist), wenn es denn mal wieder drunter und drüber gehen sollte. Auch in diesem Bericht wird Biden genannt, nur kurz und dann handelt es sich um seinen Sohn. Hoffe, Sie können mit dem Ton und der Wortwahl, der Ideologie, des Schreibers leben, eben etwas links, eben etwas jung vermutlich, aber, gut informiert. Nun, diese Info-Quelle, die mal etwas MEHR wissen lässt über diesen seltsamen Konflikt in der Ukraine, ist auch daher, wie man sagt, Gold wert und soll unseren Lesern thematisch ein Exkurs sein. Doch nun zum Aufruf!

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Gemeinsamer Aufruf von ARAB und NaO zur Antikriegsdemonstration in Berlin am 31. Mai

Gemeinsamer Aufruf von ARAB und NaO für eine revolutionären Block auf der Anti-Kriegs-Demonstration am kommenden Samstag um 12 Uhr am Potsdamer Platz. Weitere Unterstützer_innen können sich unter
arab@riseup.net, kontakt@nao-berlin.org oder hier bei Facebook melden.

 Solidarität mit den AntifaschistInnen in der Ukraine   Gegen Faschismus, Imperialismus und Krieg!

 Das Massaker von Odessa, dem mindestens 46 Menschen zum Opfer fielen, verdeutlicht, mit welcher Regierung wir es heute in der Ukraine zu tun haben.   Die Koalition aus Neo-Liberalen, Oligarchen und Faschisten führt einen Krieg gegen die Linke, gegen AntifaschistInnen, gegen jeden Widerstand
aus der eigenen Bevölkerung.   Seit Wochen führt sie einen „Antiterroreinsatz“ gegen alle Kräfte
im Osten und Süden des Landes, welche die neue Regierung nicht anerkennen wollen. Sie alle werden umstandslos als „Separatisten“ und „Agenten Moskaus“ diffamiert, um das Vordringen der ukrainischen
Armee, der aus „zuverlässigen“, nationalistischen und faschistischen Kräften bestehenden „Nationalgarde“ und der Privatarmeen der Oligarchen zu rechtfertigen.

Die Nazi-Banden des „Rechten Sektors“ verbreiten Terror. In den von der Regierung kontrollierten Gebieten sind alle Linken, die sich klar gegen die neuen Machthaber stellen, praktisch in die Illegalität gezwungen. Die Büros der sozialistischen Organisation „Borotba“ (Kampf) und der
„Kommunistischen Partei“ wurden verwüstet, Versammlungen werden von Schlägertrupps gesprengt, auf die Mitglieder wird öffentlich Jagd gemacht. Es wird wird nichts anderes als eine Pogromstimmung verbreitet.

Konterrevolutionärer Vorstoß

Die ‚Revolution‘ vom Maidan führte zu einer konterrevolutionären Machtverschiebung. Sie hat eine Koalition von rechten Nationalisten neoliberale Agenten des Westens), eine faschistische Frontpartei (Swoboda) und eine Koalition von faschistischen Banden (Rechter Sektor), die als Ordnungstruppe der neuen Regierung fungiert, an die Regierung gebracht.   Sie soll nun vollenden, was die „Orangene Revolution“ früher nicht vermochte – die gesamte Ukraine dem westeuropäischen und US-Kapitals zu unterstellen und das Land zu einem Anhängsel des westlichen Imperialismus zu machen.

Natürlich standen auch die Vorgängerregierungen des aktuellen Regimes unter imperialistischen Einfluss. Auch die Regierung Janukowitsch war eine der „Oligarchen“. Aber sie spiegelten eine Balance zwischen dem Einfluss der EU, der USA und Russlands wider, die sich politisch in
einem Zick-Zack-Kurs zwischen den konkurrierenden Mächten ausdrückte.   Damit soll jetzt Schluss sein, geht es nach der Kiewer Regierung, v.a. aber nach dem Willen der USA und ihrer Verbündeten. Zweifellos gibt es auch im westlichen Lager Widersprüche. Während es den USA v.a. Darum geht, Russland zurückzudrängen und zugleich auch die Festigung des europäischen imperialen Rivalen zu behindern, drängen die deutsche Regierung u.a. EU-Regime auf eine möglichst rasche Anbindung an die EU, um den ukrainischen Markt zu erschließen und zugleich den Schaden für das Russland-Geschäft gering zu halten. Dazu sind sie auch eher als die USA zu Verhandlungen und zur Berücksichtigung der Interessen der „östlichen Oligarchen“ und Russlands bereit – wenn auch als untergeordneter Faktor unter der Dominanz der EU.   Für diese Zwecke greifen die westlichen Imperialisten auch auf die faschistischen Banden zurück, welche die Kiewer Regierung stützen. Dazu wurden auch alle reaktionären Gesetze und Vorhaben der Kiewer Regierung gedeckt, die sich gegen die russischsprachige Bevölkerung richten. Dazu wird die „Demokratie“ in Kiew über den grünen Klee gelobt und der Mainstream der Medien spielt munter mit. Die wirklichen wirtschaftlichen und politischen Pläne der Kiewer Regierung und der westlichen Imperialisten werden dabei praktisch ausgeblendet:
  – sozialer Kahlschlag, Streichung von Subventionen für Lebensmittel und Energie für die Bevölkerung infolge der Auflagen für IWF-Kredite;
  – Ausverkauf des Landes an westliches Kapital;
  – drohender Ruin der Industrie im Osten nach Öffnung des Marktes,damit verbundene Massenarbeitslosigkeit und weitere Verelendung;
  – weiteres Vordringen der NATO an die russische Grenze.

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Dazu nehmen die westlichen Regierung, einschließlich der Bundesregierung einen Bürgerkrieg in der Ukraine billigend in Kauf. Allenfalls heuchelt Außenminister Steinmeier Mitgefühl mit den Opfern von Odessa – und schüttelt davor und danach Faschisten die Hand.
Um den russischen Imperialismus und seine Machtansprüche zurückzudrängen, investierten die USA und Deutschland nicht nur in Unternehmen, sondern auch Milliarden in die „Zivilgesellschaft“. Die USA haben sich die „Demokratiebewegungen“ in den letzten beiden Jahrzehnten rund 5 Mrd. Dollar kosten lassen. Mit Klitschkos UDAR hält sich die CDU-nahe Adenauer-Stiftung gar eine eigene Partei im Land – und jammert zugleich über zu viel „russische Einmischung“.
Die Wahlen am 25. Mai sind eine einzige Inszenierung, um der Machtergreifung von pro-westlichen Oligarchen einen demokratischen Anstrich zu geben. Dabei hat die neue Regierung mit undemokratischen Mitteln die Rada, das ukrainische Parlament, gesäubert, der Kommunistischen Partei droht das Verbot. Ein Wahlkampf für Oppositionelle ist praktisch nicht möglich. Das Wahlgesetz wurde – entgegen den ach so heiligen demokratischen Gepflogenheit der EU – kurzfristig geändert, so dass der neue Präsident auch dann rechtmäßig im Amt wäre, wenn in ganzen Landesteilen wie Donezk und Lugansk gar nicht gewählt wird.

  Widerstand

Der Widerstand gegen dieses Regime, der sich im Süden und Osten des Landes entwickelt hat, ist daher vollkommen legitim. Gegen die faschistischen Schläger des „Rechten Sektors“, gegen die
„Anti-Terrorkampagne“ der Nationalgarde sind Selbstverteidigung und bewaffneter Widerstand nicht nur gerechtfertigt, sondern unerlässlich – allein schon, weil sonst weitere Massaker wie in Odessa nicht zu verhindern sind. Als Revolutionäre und Anti-FaschistInnen haben wir immer militanten antifaschistischen Widerstand verteidigt. Wenn das hier gegen NPD und Kameradschaften richtig ist, dann gegen die viel gefährlicheren Mörderbanden in der Ukraine erst recht!

Zweifellos verfolgt auch der russische Imperialismus seine eigenen Interessen, wenn er sich als „Unterstützer“ des Widerstands darstellt. Er ist jedoch ein falscher Freund und verräterischer
Bundesgenosse.   Das Genfer Abkommen mit den westlichen Imperialisten, die Unterstützung für den Parlamentswahltermin am 25. Mai, die Opposition gegen die Volksabstimmung am 11. Mai zeigen: Putins Ziel ist eine Annäherung v.a. an die EU und den deutschen Imperialismus, mit denen er eine Aufteilung der Ukraine vereinbaren möchte. Sein Problem ist jedoch, dass die USA und ihre engsten Verbündeten in der EU Britannien und Polen jede Art von Kompromiss blockieren wollen.

Der politischen Ausrichtung der Führungen der „Volksrepubliken“ von Donezk und Lugansk stehen wir kritisch gegenüber. Etliche von ihnen stehen unter dem politischen Einfluss der russischen Regierung, andere unter dem von lokalen Großkapitalisten. Viele sind eher zufällige Größen. Aber es ist schlichtweg eine Verleumdung durch die Kriegshetzer im Westen, die Bewegung im Osten und Süden des Landes als eine von „russischen Agenten“ hinzustellen.

Anders als beim Maidan gibt es jedoch keine fest gefügte Führung aus Parteien der Oligarchie und der Faschisten, die von Beginn an einen dominierenden Einfluss auf die dortige Bewegung hatten. Die „Partei der Regionen“ des Ex-Präsidenten Janukowitsch ist zerfallen. Faschistische Organisationen, die hinsichtlich Größe, Kampfkraft und Einfluss mit Swoboda oder dem „Rechten Sektor“ vergleichbar wären, gibt es im Osten oder Süden des Landes nicht. Ursprünglich waren die Besetzungen von Rathäusern im Osten des Landes wahrscheinlich auch nur von einer Minderheit getragen. Die Brutalität der Reaktion, der „Anti-Terrorkampf“ und die Angriffe des „Rechten Sektors“ z.B. in Mariupol, wo ein zweites Odessa verhindert werden konnte, haben ihr jedoch Massenzulauf oder jedenfalls deren Unterstützung gebracht. Armee- und Polizeieinheiten weigerten sich, gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen, zogen sich zurück, desertierten oder wechselten gleich die Seiten. Daher wurde auch das Referendum am 11. Mai zu einer Massendemonstration gegen die Kiewer Regierung.

 Mit ihrem Ruf nach Abtrennung und einem Anschluss an die russische Föderation steuern die Führer der Donezk-Republik allerdings einen gefährlich-abenteuerlichen Kurs und entfremden sich großer Teile der Bevölkerung, deren nationale Identität und Sprache ukrainisch ist. Außerdem erschwert es zusätzlich, den Widerstand im östlichen Teil mit dem möglichen Aufbegehren gegen die Kürzungspläne von EU und IWF in der gesamten Ukraine zu verbinden.

Solidarität mit der ukrainischen Linken!

In dieser Situation stehen die ukrainischen Linken vor einer extrem schweren Aufgabe. Einerseits müssen die den Kampf gegen die Kiewer Regierung, gegen faschistische Angriffe, gegen die Unterordnung des Landes unter USA, EU und NATO führen. Andererseits geht es darum, unter den Widerständischen für eine internationalistische, klassenkämpferische und revolutionäre Perspektive einzutreten, den Einfluss russisch-nationalistischer Kräfte oder von Anhängern einzelner Oligarchenfraktionen zurückzudrängen.

Heute ist in der Ukraine die Verteidigung der Städte im Osten und Süden gegen die Angriffe der Faschisten und der Regierung eine Vorbedingung, um überhaupt eine Massenbewegung gegen die Regierung aufbauen und darin für eine revolutionäre Ausrichtung kämpfen zu können. Ein Sieg der Regierung über den Osten würde zu Pogromen wie in Odessa führen und jede Opposition den faschistischen Schlächtern preisgeben.In den „Volksrepubliken“ des Ostens werden auch soziale Forderungen erhoben wie die nach der Enteignung der Oligarchen. Das gleiche gilt für vom Imperialismus kontrollierte Unternehmen wie der größten Bergbaugesellschaft Burisma, in deren Vorstand Hunter Biden, der Sohn des US-Vizepräsidenten, seit Mitte Mai sein Unwesen treibt. Wir unterstützen diese Forderungen. Werden sie mit dem Aufbau von demokratischen Strukturen der Bevölkerung und v.a. der ArbeiterInnen verbunden, so können sie zu einem Hebel werden für die Umgestaltung der gesamten Wirtschaft und Gesellschaft im Interesse der Lohnabhängigen.

Im Osten ist der staatliche Zwangsapparat praktisch zerfallen. Es fragt sich, wer und was an seine Stelle tritt. Solange die „Regierungen“ in Donezk oder Lugansk unter keiner demokratischen Kontrolle der Bevölkerung stehen, können sie selbst leicht zum Spielball äußerer Mächte, von Oligarchen oder Abenteurern werden. In einer solchen Situation unterstützen wir den Aufbau von demokratischen Organen der Selbstverwaltung und Verteidigung. Wo sie bestehen, sollte die Macht in ihren Hände konzentriert sein. Die bewaffnete Milizen, Soldaten u.a. bewaffnete Einheiten, die die Bevölkerung gegen die Kiewer Regierung verteidigen wollen, sollten ihnen unterstellt sein.So kann ein Kurs gewahrt werden, der sich einerseits gegen die Regierung wendet und zugleich gegen jede Unterordnung unter den russischen Imperialismus. Die sozialistische Organisation „Borotba“ wendet sich gegen eine russische Annexion der Ostukraine (und Illusionen, die in Teilen der Bevölkerung bestehen), fordert die Enteignung der Oligarchie und der westlichen Kapitale und tritt für eine sozialistische Umwälzung ein.

Unsere Solidarität gilt daher besonders „Borotba“. Sicher haben auch wir in einzelnen Punkten Differenzen – auch deshalb, weil „Borotba“ selbst eine Organisation mit verschiedenen politischen Strömungen ist. Sie stellt unserer Meinung nach aber den einzigen realistischen Ansatzpunkt für den Aufbau einer revolutionären Organisation in der Ukraine dar.

Internationalismus

Auf sich allein gestellt bzw. in Isolation werden die ukrainische Arbeiterklasse und die Linke nicht in der Lage sein, den Klassenkampf gegen die eigene Oligarchie erfolgreich zu Ende zu führen und sich der imperialistischen Unterwerfung unter das Diktat von USA, EU oder Russland zu widersetzen. Sie braucht und verdient daher starken internationalen Rückhalt!Besonders für Menschen in den imperialistischen Staaten, die gerade dabei sind, die Ukraine zu unterwerfen, besteht die Verpflichtung, den Kampf gegen ihre eigene herrschende Klasse zu führen, deren Pläne auf die Unterwerfung der ganzen Ukraine über EU und NATO oder eine Teilung in Interessensphären entlang ethno-linguistischer Linien hinauslaufen. Die Rolle von Obama, Merkel und Co. als „Verteidiger von Demokratie und Menschenrechten“ bzw. Putins Rolle als „Schützer der russischen Bevölkerung in der Ukraine“ müssen als Schmierentheater entlarvt werden.
SozialistInnen und AntikriegsaktivistInnen in den imperialistischen Ländern können am besten Solidarität üben durch Bildung einer internationalen Bewegung der Kriegsgegner gegen die Kriegstreiberei aller imperialistischen Mächte und in Solidarität mit dem antifaschistischen Widerstand.

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Die Grundlage dafür sollte sein:

– Rückzug aller westlichen bewaffneten Truppen und Militärbasen aus Osteuropa! Keine NATO-Manöver in der Ukraine! Nein zu allen Boykotten durch USA und EU!

– Nieder mit allen imperialistischen Interventionen, westlichen und russischen! Keine fremden Truppen und Geheimdienste in der Ukraine!

– Keine neuen Kriege, weder kalte noch mit Waffen geführte! Auflösung der NATO!

– Stopp der Unterstützung durch die Bundesregierung u.a. westlicher Regierungen für die Regierung in Kiew! Weg mit dem EU-Kürzungsprogramm für die Ukraine!

– Solidarität mit dem antifaschistischen Widerstand! Verteidigt linke Organisationen wie die KP der Ukraine und „Borotba“, die unter der Repression leiden!

Beste Grüße”

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Ein Beitrag von Napi Waltone

Die Gebrüder Grimm waren bei weitem nicht die Ersten, die den romantisch-sentimentalen Stoff des armen verstoßenen Mädchens, die zur Königin wurde, in die Kinderstuben brachten, wohl aber diejenigen, die dieses weitverbreitete Volksmärchen den Kindern der deutschsprachigen Länder bekannt machten. Es war bei vielen Völkern ein beliebter Stoff für Sagen und Märchen. Schon 1697 brachte Charles Perrault seine Geschichte „Cendrillon“ unter das Volk und seither wird die Geschichte in verschiedenen Variationen gespielt, vertont, getanzt, und gesungen. Die Grundidee bleibt die gleiche: das arme und verstoßene Mädchen kriegt eine goldene Zukunft, entweder als Herrscherin oder „Society Dame“. Die letztere Version kommt vor allem in den modernen Interpretationen vor.
Wer hätte damals geglaubt, dass anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts das Ballett „Aschenbrödel“ große Erfolge feierte? Von keinem Geringeren als von Johann Strauß stammte ein Teil der Musik. Als er im Juni 1899 starb, vollendete Josef Bayer die Partitur. Uraufgeführt wurde es am 2. Mai 1901 an der Königlichen Oper zu Berlin. Der damalige Direktor der Wiener Oper, Gustav Mahler, weigerte sich, das Stück für seine Bühne anzunehmen. Das Wiener Publikum musste noch einige Jahre bis zur Erstaufführung warten. Es war der Nachfolger Mahlers, Felix Weingartner, der es glanzvoll am 4. Oktober 1908 vorstellte. Bis zum Kriegsausbruch gehörte es zum beliebten Repertoirestück der Wiener Oper. Seither wird dieses Ballett kaum noch aufgeführt. Die bekanntesten Choreographen des 20. Jahrhunderts haben die Musik von Sergei Prokofiev benützt, der 1940-1944 den Stoff bearbeitete und seither triumphiert diese Version auf den namhaften Theaterbühnen der Welt.
Dieser Stoff, der dem Publikum weltweit ins Herz geht, hatte viele Komponisten angeregt, so auch die Bekanntesten davon Jules Massenet und Ermanno Wolf-Ferrari, denen drei Jahrzehnte später Frank Martin folgte. Auch die Amerikaner liebten die Idee und Walt Disney brachte 1950 seinen Film „Cinderella“ heraus, der wahrscheinlich zum erfolgreichsten Disney Film aller Zeiten wurde.
Heute darf gesagt werden, dass sich in der Tanzszene Prokofievs Musik durchgesetzt hat und auf der Opernbühne das 1817 von Gioachino Rossini komponierte „La Cenerentola“. In der Opernwelt gibt es nur wenige Ausnahmen, wo die führende Rolle nicht von einer Sopranistin gesungen wird. In „Cenerentola“, wie übrigens auch in „Carmen“ wird die Hauptperson von einer Mezzosopranistin gesungen. Rossini ist bekannt durch seine Zungen brecherischen Koloraturen, die für Mezzos einiges schwieriger sind, als für die höhere Lage der Sopranistinnen. Man denke da nur an die Arie der Königin der Nacht in der „Zauberflöte“.
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Zwei sehr bekannte Mezzosopranistinnen, die jeweils „standing Ovations“ feiern sind Joyce DiDonato und Cecilia Bartoli. Die Letztere ist Italienerin, verheiratet mit dem Bariton Oliver Widmer, wobei die Amerikanerin DiDonato aus einer sehr gesangsfreudigen irischen Familie stammen soll. Die diesjährige Aufführung „La Cenerentola“ an der Metropolitan Opera von New York, die weltweit in HD-live übertragen wurde und im Rialto Theater von Limassol gezeigt worden ist, war ein weiteres Opern-Erlebnis, das unter die Haut ging. Souverän durch die Aufführung führte die Sopranistin Deborah Voigt (einige Kilos leichter als vor einem guten Jahrzehnt, als sie nach erfolgreichen Auftritten an der Londoner „Covent Garden“ für weitere Produktionen als zu dick eingestuft und entlassen wurde.)
Nun, um auf die Oper zurückzukommen: Die drei Jahre ältere Cecilia Bartoli sang diese Rolle 1997 an der Metropolitan Opera. Beide Künstlerinnen habe ich nicht „live“ auf der Bühne erlebt. Ich kenne ihre Stimmen nur durch die Übertragung oder über Tonträger. Daraus schließen kann ich aber, dass die Stimme der Bartoli weicher und deshalb gefügiger in den Zungen brecherischen Koloraturen ist. Es ist eine Sache der Interpretation ob dadurch die Dramatik leidet, denn das leicht dunkler gefärbte Timbre der DiDonato verleiht der Figur eine ernstere und zusätzliche Note – macht sie dramatischer. Die Rollen der beiden Halbschwestern wurden mit Rachelle Durkin und Patricia Risley hervorragend besetzt. Don Magnifico, der Vater, wurde von Alessandro Corbelli gesungen und Alidoro war Luca Pisaroni. Dandini, der verkleidete Prinz wurde von Pietro Spagnoli verkörpert. Und Don Ramiro, den echten Prinzen, sang derin New York vergötterte Juan Diego Flórez. Am Pult stand Fabio Luisi
Die gesamte Aufführung war hervorragend (die Schlussszene mit dem Hochzeitskuchen eher amerikanisch kitschig, aber noch tolerierbar). Ohne Übertreibung darf gesagt werden, dass diese Aufführung ein weiteres Juwel in der Gesangskunst von Joyce DiDonato und Juan Diego Flórez ist und war; so auch des gesamten Ensembles der Metropolitan Opera. Das Programm der neuen Saison (ab September), mit weltweiter Übertragung einiger Aufführungen, ist bemerkenswert. Wir können uns bereits vor Vorfreude darauf kaum noch halten.

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bidden Biden

Wer zuletzt beißt, beißt am bissigsten?!

Da biss mich doch der Storch, oder so. Eine Ex-Freundin trifft auf eine Ex-Freundin meinerseits in Berlin/Neukölln, und nach vielen Monaten des gemeinsamen Sitzens am Stammtisch im Sandmann, einer Szenenkneipe dort, wie ich jetzt weiß, beißt die beiden die Erkenntnis, dass ich es bin, mit dem sie mal einen kleinen Lebensabschnitt zusammen verbrachten, irgendwann vor langer, langer Zeit. Rein gar nicht verbissen schrieb mir die eine, der beiden von diesen ‚historischen Treffen‘.

“Frieden, muss das Erbe für deine Kinder sein”. Dieser Ausspruch am 22. Mai 2014 des Vizepräsidenten der USA auf Stipvisite in Zypern, finde ich, passt irgendwie zum vorigen Kontext – schließlich gehen sogenante Beziehungen selten wegen zu viel Frieden zwischen den Partnern auseinander. Leider ist oft das Gegenteil der Grund.

Doch Fortschritt ist möglich, meinte Joe Biden. Das Problem könne gelöst werden, das Zypernproblem. Es bräuchte lediglich Courage. Positive Hinweise wären im Vorfeld erfolgt, was ihn dazu bewegt habe, seine Stipvisite nach Zypern zu starten.

Davon abgesehen, dass ich nun nicht wirklich interessiert daran bin, alte Beziehungen aufzumöbeln, und gewiss nicht wie Biden mit einer Entourage von 400 Leuten, 2 identisch aussehenden Flugzeugen und, soweit aus den Fernsehbildern ersichtlich, einem Airforce-Transporter nach Berlin zu reisen gedächte.

OK. Vergessen wir das mal mit Berlin.

Biden hatte einen Sicherheitsapparat um oder bei sich, wie ihn wohl Kaiser hätten, würde es die noch in der westlichen Welt geben – und dabei saß Biden doch nur in der “Airforce 2” Maschine der USA, nicht in der ONE. Wie diese ach so wichtigen Leute die Kohle der Leute, die Steuern bezahlen, verballern, und dann im Parlament sitzen und noch Streichungen an der einen oder anderen Maßnahme treffen lassen wollen, die sie selbstverständlich nicht betrifft, ist sagenhaft. Es ist wie im Mittelalter. Nichts scheint sich geändert zu haben, außer das äußere Mäntelchen. In Berlin zum Beispiel wird gnädigerweise an der Rente herumoperiert von Frau Nales und anderen Langweilern dort, doch die Pensionen der Politiker im Bundestag und der Beamten im Lane sind kein Thema – wär ja noch schöner, gell?

Jedenfalls Biden glaubt, dass eine Lösung der Zypernfrage auch ökonomisch zum Durchbruch verhelfen würde auf Zypern und in der Region. Fragt sich nur für wen? Wer würde diese “Früchte” wohl vordringlich, wenn nicht gar ausschließlich ernten? Diejenigen, die gut genug verlinkt waren, sodass es ihnen kurz vorm Bankencrash 2013 gelang, ihre Konten auf Zypern zu räumen, die etwa? Oder etwa ’nur‘ Politker und ihr Anhang, oder wie man das Geklüngel um sie nennen darf.
Und ausgerechnet Biden spricht davon, er sei gekommen, nicht etwa, um eine Lösung jemand aufzuzwingen, sondern um bei einer Lösung zu helfen. Wenn er den zyprischen Außenminister, den US-Botschafter in Zypern und, versteht sich, das Mädchen mit dem Begrüßungsblumenstrauß, vor seinem gelandeten und mit zum Ausstieg angebrachten und bereiten Treppchen über eine Viertel Stunde warten lässt, bis er endlich mal die Tür des Flugzeugs aufmachen lässt, auf der er sich dann wie der Sonnenkönig zeigt, endlich und mit Ehefrau, signalisierte das wohl so manchem non-verbal: aha, der hohe Gast zeigt denen da unten schon mal, wo sie sich einzuordnen haben. Und tatsächlich, das geschah vor den Kameras im wahrsten Sinne, als nämlich einer von Bidens Sicherheitsmännern, der sich schon die ganze Zeit über gezeigt hatte, bevor der Sonnenkönig aufkreuzte, oben von der Treppe denen da unten mit Handbewegung zu verstehen gab, dass sie sich gefälligst rechts neben der Treppe aufzustellen hätten – vielleicht mussten sie ja ob dieser, ihrer Unbotmäßigkeit wegen über 15 Minuten warten auf den hohen Gast. Man weiß ja nie. Strafe muss schließlich sein!? Und was sagte daraufhin Präsident Anastasiadis beim Bankett zu Ehren des Gastes unter anderem: “… sichtlich ist die signifikante Verbesserung in der Partnerschaft zwischen Zypern und den USA demonstriert. Eine Partnerschaft, die wir nun strategisch nennen können!” Doch dem nicht genug, sagte er noch: “Es macht mich traurig, dass an diesem Tisch niemand aus dem türkischen Norden mit uns sitzt!”
Ja doch, wirklich traurig, heul Krokodilchen heul! Irgendwie hat die Trauer aber dennoch System.
Der Rotary Clup Zyperns (Süd und Nord) zum Beispiel trifft sich nämlich auch als getrennt voneinander, wenn hoher Besuch aus den Staaten ankommt. Die schaffen es anscheinend auch nicht, gemeinsam eine Strategie zu entwickeln, oder sich abzusprechen, und zwar so, dass die nordische Stimme auch vernehmlich Gehör fände.
Doch egal, was sagte Anastasiadis denn noch: “Was wir von einem strategischen Partner erwarten (er hatte zuvor vom Erdgasreichtum geträumt in seiner Rede) ist, unsere souveränen Rechte zu sichern, um die natürlichen Ressourcen zu fördern und verwerten zu können, die in unserer exklusiven ökonmischen Zone liegen. Keinen Zweifel habe ich, Herr Vizepräsident, dass wir hier die Unterstützung der USA erhalten werden.”

Insofern stimmt, was überall gesagt und geschrieben wird. Es war ein “historic visit!” Biden sagte, er verfolge die Zypernfrage seit 40 Jahren. Vor 52 Jahren (1962) war ein US-Amerikaner in so hoher Position der Administration Washingtons zuletzt in Zypern gewesen. Bleibt zu hoffen, dass dessen Visite nun nicht wie ein B-52 Bomber einschlägt. Obwohl, wenn hier nicht all zu falsch gelegen wird, waren die Einsätze dieser ‚tollen‘ Maschine ja eigentlich auch vordringlich auf Friedensmission basiert – oder so etwas. Wahrscheinlich so, wie die geplanten Einsätze der Missionare in Kandern/Südwestdeutschland, die mehrheitlich US-Bürger sein sollen, und in dieser Kleinstadt aus- und/oder weitergebildet werden.
Doch das ist eine ganz andere Agenda, in der man sich ein anderes Mal verbeißen sollte.

Der Außenminister Nordzyperns Özdil Nami sagte, schreibt das Press and Information Office Zyperns: “Nami behauptete, dass die griechisch-zyprische Seite auf die Agenda das Thema der okkupierten, eingezäumten Stadt Varosha bringe, und ähnliche Belange zur Biden-Visite, anstatt die umfassende Lösung des Zypernproblems zu beschleunigen. ‚Wir sehen das nicht als eine gesunde Herangehensweise, weil auf beiden Seiten der Insel … eine umfassende Lösung gewollt wird‘. Er argumentiert, dass vertrauensbildende Maßnahmen nicht Varosha bedeutet. ‚Ich bin einer der größten Unterstützer von vertrauensbildenden Maßnahmen‘, gab er an und fügte hinzu, dass er die Teilnahme der Gewerkschaften, Arbeitgeber und anderen Organisationen in solchen Aktivitäten unterstütze. ‚Doch ich verwahre mich davor, dass Varosha vertrauensbildenden Maßnahmen gleich kommt‘. Er meinte, solche Maßnahmen können von Wert sein, wenn sie in Projekten in verschiedensten Feldern des Lebens mündeten.

Scheinbar haben die USA einige Vorschläge unterbreitet, die von beiden Seiten angeblich positiv aufgenommen wurden. Der frühere Präsident des Nordens, Talat, sagte, dass die Stipvisite Bidens zumindest dazu gut sein wird, offen zu legen, wie ernst es die Vertreter der beiden zyprischen Seiten mit ihren Verkündigungen jeweils wirklich meinen in Richtung Wiedervereinigung tätig zu sein. Doch weder Anastasiadis würde Eroglu trauen, noch umgekehrt.

Talat habe ein “Kommunikations-Vertrag” vorgeschlagen, nicht etwa ein “Roaming-Vertrag”. Letzteres, damit keine Missverständnisse entstünden, und jeder wisse, dass es um mehr geht als um etwas Technisches. Es sollten also die beiden Telefonzentralen der Insel endlich miteinander verbunden werden, die seperiert voneinander existieren.

Biden hat sich auf seiner Visite bis zu Organisationen der Zivilgesellschaft Zyperns durchgebissen. Es wird selbstverständlich gehofft, zumindest offiziell, dass seine Stipvisite einen “katalytischen Effekt” auf die Wiedervereinigungsverhandlungen hat. Biden scheint Zusagen bezüglich zukünftiger Konsultationen zwischen Nordzypern und den USA gemacht zu haben – und der Türkei.
Ein weiterer Katalysator, das sei hier nicht vergessen, ist natürlich das gefundene Erdgas vor Zypern, welches nach Ansicht nordzyprischer Politiker besser via der Türkei nach Europa transportiert werden sollte.

Joe Biden hat bekanntlich auch die religösen Führer auf beiden Seiten der Insel getroffen. Atalay, der nordzyprische religiöse Führer, gibt an, Biden davon überzeugt zu haben, dass die Schwierigkeiten, die für ihn und andere bestehen, die Hala Sultan Moschee bei Larnaka besuchen zu können, behoben gehörten – ganz zu schweigen davon, dort einen ‚Gottesdienst‘ abzuhalten.

Indes scheint Teilen der Afrika-Belegschaft, einer Tageszeitung im Norden Zyperns, nicht zu gefallen, dass EU-Wahlen abgehalten werden. Genauer: dass sie so abgehalten werden, wie vorgesehen. Man ist der Meinung, die Wahlen gehörten annuliert, und dementsprechend wird dann wohl auch die Beschwerde, die man formuliert, in Brüssel eintreffen. Es läge nämlich eine Usurpation der Rechte der Nordzyprer vor, da jemand aus dem Süden behauptet habe, nur Nordzyprer, die einen südzyprischen Pass hätten, könnten auf der Liste der zu wählenden Kandidaten erscheinen – außerdem müssten dieselben in Nordzypern wohnhaft sein. Die Paar Türkischzyprioten, die auf der Liste erscheinen, findet Herr Erk von der türkischen Oppositonspartei CHP, würden eh nur aus Eigeninteresse handeln, aber nicht zum Besseren der nordzyprischen Gemeinschaft. Anscheinend sind lediglich 60.000 von 176.000 Wahlberechtigten im Norden sogenannte Türkischzyprer. “Sogenannte”, weil strittig ist, was nach 40 Jahren Trennung und Ansiedlung von Menschen vorwiegend aus der Türkei, Bulgarien und Syrien noch ein Türkischzypriote sein soll. Es solle endlich mal benannt werden, dass “die Türkischzyprer im Norden [sind] eine Minorität”, findet Erk.

Da saßen sie also zusammen im Chateau, welches im Niemandsland beim Goete Institut von Zypern liegt, und schlemmerten: Biden, Eroglu, Anastasiadis, der türkisch-zyprische Verhandlungsführende Özersay und der griechisch-zyprische Mavrogiannis – und natürlich Frau Lisa Buttenheim von der UNO, die diese umwerfend schönen bunten Dinger stets um den Hals, die Schultern gebunden hat und auf den Bildschirmen stets mit engelsgleichem Lächeln erscheint, welches ein Ausdruck von Geduldsstrapaze und Schläfrigkeit zu sein scheint – und diese Gemütszustände nicht zu verbergen trachtet. Ist sie so etwas wie das Verhandlungsmedium?
Jetzt könnte hier noch weiter ins Detail gegangen werden, dass sich Eroglu und Anastasiadis vor dem hohen Gast versprachen, 2 Mal monatlich sich zu treffen etc. Doch das alles ist uns schon zu sehr bekannt, von anderen Initiativen in Sachen Lösung der Zypernfrage. Das sich die Herren, und wohl auch ein Paar Damen, dennoch wie immer auf die eine oder andere Weise verbeißen werden, genauer: noch gar nicht aufgehört haben zu beißen, wird Biden gewiss wissen.

Sollten die USA keinen Druck, und zwar spürbar, ausüben, entgegen den Bekundungen Bidens also, bewegt sich auf Zypern sowieso nichts, sagen wir, abschließend. Man habe versprochen, die Insel als eine zweizonige Republik zweier Gesellschaften zu kreieren. Na, wenn sich da Herr Anastasiadis und Herr Eroglu nicht gegenseitig ins Bein gebissen haben – vor dem Hintergrund der jeweiligen Wiedervereinigungsgegner, die scheinbar die Mehrheit jeweils bilden, wird das gesagt.

Erdogan wird nach Köln kommen, auch wenn ein weiterer Jugendlicher bei Demonstrationen in Istanbul gestorben ist, auch wenn Navid Kermani die Rechtslage für Asylanten in Deutschland kritisiert. Kann sein, dass Erdogan verbissen jetzt schon nach einem Ort zur Flucht, für den Fall der Fälle, in Köln sich umschaut? Kann sein, dass Biden schlussendlich als bidden Biden in der Zypernfrage sich herausstellt. Er wäre nicht der erste, und wahrscheinlich auch nicht der letzte

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Die amerikanische Karte

Was derzeit einigermaßen gleich sein soll in Deutschland und Zypern ist der ständige Regen, der fällt. Goldtaler sind es noch nicht.

Doch hurra, Kohle wird fließen. Viel Geld. Die Türkei weigert sich aber, den geforderten Geldbetrag zu bezahlen. 30 Mille für den Schaden, der bei den Überlebenden der Vermissten (1.456 Personen) des Konflikts von 1974 entstand auf der Insel; und 60 Mille für die Griechisch-Zyprer, die in einer Art Enklave im türkisch-zyprischen Norden der Insel seit der Teilung der Insel wohnen. Das Menschenrechtsgericht hat so am 12. Mai 2014 beschlossen und das Urteil scheint nicht anfechtbar zu sein. Zwar sind die 90 Mille der größte bislang geforderte Widergutmachungsbetrag, der gefordert wird von der Türkei bezüglich Zypern, doch wenn damit alles abgedeckt sein sollte, bestünde doch eigentlich kein Grund, den Betrag nicht zu bezahlen – vor allem vor dem Hintergrund, dass Ankara derzeit noch in der Lage wäre, die Summe mal locker aus dem Ärmel zu schütteln. Da sich Ankara sträubt, bleibt zu vermuten, dass weitere Urteile erwartet werden, die die Position der Türkei in diesem Verfahren (Türkei gegen die Republik Zypern) schwächen dürften und Geld einfordern.

Verwunderlich ist daher nicht, dass gewisse Kreise in der Türkei das Urteil bereits als ungerecht und von einem nicht-unabhängigen Organ gefällt ansehen. Was nun?

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Innerhalb von 3 Monaten soll die Türkei die 90 Millionen Euro jedenfalls bezahlen (für Menschenrechtsverletzungen), sonst… .
Inwieweit der plötzlich bevorstehnde Besuch des US-Amerikaners, Vizepräsident Biden, damit in Zusammenhang steht, wird wohl demnächst aus der Gerüchteküche entlassen werden. Es wird gemutmaßt, dass Washington sich nun des Zypernproblems intensiver annehmen werde, da – das ist eine der Spekulationen – es darauf dränge, dass Israel und die Türkei sich nun endlich wieder ins Benehmen setzen, sodass noch besser Business, was sonst, gemacht werden kann. Die Rede ist gar davon, dass der US-Außenminister Kerry demnächst auf der Insel eintreffen werde (Quelle: zyprisches Fernsehen, apo mera se mera). Kerry hat gerade Besuch vom zyprischen Außenminister, Kasloulides.

Famagusta, also genauer, der Vorort Famagustas namens Varosha, die Geisterstadt, soll in Zentrum des Besuchs von Biden stehen. Eine Genehmigung, die abgeschlossene Stadt betreten zu können, ist anscheinend erteilt worden – denn dort dürfen sich nur türkische Armeeangehörige aufhalten.

Wenig würde es wundern, ist hie und da zu hören, wenn die Amerikaner mit dem Vorschlag demnächst aufwarteten, aufgrund der geostrategischen Lage Zyperns und den Vorkommnissen in der Ukraine etc., daran zu denken, es sei das Beste, Varosha, sagen wir, für den Zeitraum von 50 Jahren den Amerikanern als Militärbasis zu überlassen. Dafür würden diese und jene finanziellen und andere Vorteile auf die Insulaner der Republik Zypern warten.
Viele Zyprioten denken, dass ein solcher Vorschlag von den meisten Zyprern, die Regierung inbegriffen, akzeptiert würde; und angeblich werde so etwas bereits heimlich, ja, sehnsüchtig in der Bevölkerung erwartet – wie das halt so ist bei Ertrinkenden, die nach dem (aller)letzten Strohhalm greifen?

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Die Türkei scheint in diesen Tagen wenig Motivation aufzuzeigen, der EU beitreten zu wollen. Das ist unter anderem etwas nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass gerade vor ein paar Tagen irgendwelchen karibischen Inseln das Recht gewährt wurde, ohne Visa und dergleichen zukünftig in die EU einreisen zu können. Die Handhabe dieser Angelegenheit ist ungefähr so plump und wenig empatisch gewesen wie die betriebene Politik der EU und des Westens gegenüber Russland vor der Ukraine-Krise.
Dass Erdogan daraufhin etwas Dampf ablässt, und das Projekt ‚Umwandeln der Aghia Sofia in eine Moschee‘ wieder herausholt, verwundert wenig. Die EU gab ja schließlich auch eine Steilvorlage dafür – und wer weiß, welche seltsamen Vorhaben sich dem noch anhängen
werden. Die griechisch-zyprischen Medien verurteilen das genannte Projekt zutiefst, wie überall zu lesen und zu hören ist. Zur Bestätigung der hervorgebrachten Kritik der griehcisch-zyprischen Medien wird derzeit ein Artikel aus der türkischsprachigen Hürriyet-Tageszeitung angegeben, in dem ebenfalls nach Sinn und Zweck eines solchen Projekts, wie der Moschee Aghia Sofia gefragt wird – und diese Frage ist angesichts der bereits vorhandenen, vielen Moscheen in Istanbul und im Lande mehr als berechtigt.

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Eigentlich bin auch ich ein Freund von Anglismen in der deutschen Sprache – einer muss es doch schließlich sein. Was solls, wo die Welt doch eh zusammenwächst. Und irgendwann und -wo bekam ich sogar mal vermittelt an der Uni, dass die Engländer und die Deutschen eh einer Sprachfamilie angehören – bekanntlich der Indogermanischen. Da ist es doch wohl wenig verwunderlich, dass nun wieder zusammenwächst, was zusammengehört?

Karl der Große, spätestens mit ihm, wird hier gemutmaßt, kamen die Europäer auf den Führer-Geschmack. Spätestens mit ihm sagten die sich wohl: ‚Wir wollen geführt werden! Gebt uns unseren Leader!‘
Den hatten sie dann auch in Teilen Europas zeitlich unmittelbar nach der Weimarer Republik, und offenslichtlich hatten sie ‚den‘ noch nicht zur Genüge?
Es geht wahrscheinlich gar nicht ohne Führer? Die Primaten erinnern uns ja schon seit jeher daran, auch wenn Mensch für manche gar keine primatische Vergangenheit haben soll – oder wie man die Affenverwandtschaft in der richtigen Terminologie besser nennt.
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Jedenfalls ist Bayern München seit gestern wieder Leader am Ende einer Bundesligasaison, und der SC Freiburg hat es zum Glück irgndwie bewerkstelligen können, in der “leading class” des deutschen Fußballs zu bleiben. Hurra!
Überhaupt, seit eine Frau, Frau Merkel, in Leading-Posiion im ehemaligen Reichstag sitz, also in führender Stellung, scheint es mit den Finanzen und der allgemeinen Zufriedenheit im Lande irgendwie besser zu klappen. In Afrika, im Westen jenes Kontinents, in Ghana, haben die Frauen traditionell ja schließlich auch die Hand auf dem Geldbeutel, organisieren die wirtschaftlichen Angelegenheiten ihrer Familien.

Das Letztere, auch vor dem Hintergrund der Europawahl betrachtet, ruft doch schon fast danach, gebührlich einen Knix vor Leadern zu machen. Hätte man früher jedenfalls getan aus Hochachtung – oder dergleichen. In Wien, glaube ich, gab es damals als noch einen Handkuss obendrein. Gestern hat die “Wurst”, oder wie er/sie genau heißt, offenbar die Eurovision gewonnen – mit Bart, wie der Radio gerade vermeldet. Doch dieses Phänomen ist zu marginal, um beim Thema Leader mitzuhalten?
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Na, dann wollen wir halt nicht vor der Wurst aus Wien auf die Knie, und uns mal ans Rheinknie aufmachen, welches ja, weiß nicht, wer es mal sagte, Gott zu Ehren entstand. Zugegeben, die Kulisse, vor der der Rheinknix geschieht, oder das Rheinknie ist, ist wirklich bezaubernd – das Markgräflerland, das Elsass, Basel Stadt und Land.
Es ist dies doch wohl “LEADER-Kulisse Rheinknie!”

So heißt, welch Zufall, auch der Tagesordnungspunkt 02 für Morgen, Montag, den 12. Mai 2014, um 19.30 Uhr, Sitzungssaal, in der bevorstehenden Gemeinderatsitzung zu 79400 Kandern.

Und was das jetzt soll? Nun, lesen auch Sie die zur Diskussion stehende Vorlage der Einladung des Kanderner Gemeinderats vom 05.05.2014:

“Eine regionale Initiative, die maßgeblich von Herrn Architekten Zickenheiner vertreten wird, hat das Ziel, 16 Gemeinden im Landkeis Lörrach zu einer neuen zusätzlichen Förderkulisse LEADER-Rheinknie zusammenzubringen.

Um eine solche Förderkulisse installieren zu können, muss man sich beim Land Baden Württemberg um die Teilnahme an diesem Programm als Region bewerben. Man steht dabei im Wettbewerb mit anderen Regionen. Nur eine limitierte Anzahl von Regionen kommt in das Programm hinein.
Um an diesem Wettbewerb teilnehmn zu können, müssen entsprechend Bewerbungsunterlagen bis zum 30.9.2014 beim Land Baden Württemberg eingereicht werden. Dazu zählt ein Regionalentwicklungskonzept. Die Kosten für die Erstellung dieses Konzepts werden mit 48.000 € angegeben. Der Landkreis Lörrach beteiligt sich an diesen Kosten mit 24.000 €. Damit kommt für die Stadt Kandern gemäß dem Kostenschlüssel ein Einmalbeitrag in Höhe von 3.160,80 € zu. Falls die Förderkulisse installiert werden kann, ist für die Abwicklung der Förderanträge die Installierung einer Geschäftsstelle nötig. Diese Geschäftsstelle wird jährlich einen Kostenaufwand haben, der die Stadt Kandern mit dem jährlichen Betrag von 5. 266,13 € trifft…. .
Die Laufzeit der Förderung soll sechs Jahre betragen.
Das Kostenrisiko besteht darin, dass man für die Laufzeit die jährlichen Kosten der Geschäftsstelle tragen muss und auch die Einmalkosten für das Originalentwicklungskonzept seitens der Stadt zu schultern hat, ohne allerdings sicher zu sein, dass man eine entsprechende Förderung erhält…. .

Beschlussvorschlag: Die Stadt Kandern schließt sich als Kommune dem LEADER Rheinknie-Projekt an…. .”

Die Unterschrift des Bürgermeisters, Herr Renkert, schließt das Schreiben, die Vorlage für die Gemeinderatsitzung, ab.
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Bekanntlich sind Bügermeister ja auch eine Art Leader. Gemeindeführer könnte man sie wohl auch nennen. Unser oberster Führer im Staat ist der Herr Gauck derzeit. In der Schweiz ist es der Herr Burkhalter und ein Eigentlich-immer-noch-Führer ist der gute Herr Blocher aus der Schweiz. Der Letztere hat sogar viel Geld und daher auch viel Einfluss. Er steht der SV-Partei nahe. Blocher ist jetzt aus dem Nationalrat der Schweiz zuückgetreten, was hier etwas erstaunt. Doch, dass er sich nun zukünftig intensiver der Schweinezucht oder derartigen Hobby’s widmet, ist scheinbar nicht zu erwarten. Sollte Martin Schulz, der SPD-Kandidat für die Europawahl und Anwärter auf den Leadersessel in Brüssel, diesen Posten besetzen können, dann wird er sich wohl mit Blochers neuester Kreation des Öfteren beschäftigen dürfen – nicht nur, aber auch.

Ja, der gute Herr Blocher soll eine Organisation namens EU-No gegründet haben. Nur gut, dass man auch im Französischen “No!” sagt, weil sonst müsste sich Herr Blocher auch noch nachsagen lassen, das schöne Schweizerdeutsch mit Anglismen zu verunstalten beiziehungsweise zu bereichern – wo es Blochers Meinung nach doch eh viel zu viele Ausländer im Lande gibt, und daher wohl aus seiner Sicht, man kann sich aber täuschen, wohl eher von „verunstalten“ geredet werden sollte. Bekanntlich ist Französisch, die Schweizer Variante davon, eine der offiziellen, eidgenössischen Sprachen.
Blocher wittert, wird in der Basler Zeitung von heute geschrieben, die ihm inzwischen gehören soll, einen Beitritt der Schweiz zur EU, der anscheinend schon demnächst bevorstehen könnte. Dafür, sagt sich Leader Blocher, lohnt es sich, mal schnell ein Paar Millionen Fränkli zu investieren, und die EU-No-Trommel zu rühren – um zu verführen?
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Last, but not least: Endlich scheint ein trinationales Polizeirevier im Gespräch zu sein. Hier in der Region, wo die 3 Grenzen so offen sind und der Amtsschimmel deswegen nicht weniger laut wiehert, sei es hier oder dort oder dort, ist dieses Projekt zu befürworten – wenn es denn gelingt, sich in Sachen Kompetenzen einig zu werden und die steigende Kriminalität – hoffentlich auch endlich vermehrt die unter den sogenannten Schlips und Kragen Trägern – erfolgreicher zu bekämpfen.

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Limassol – Hamburg

Wäre es nicht so interessant für die Leserschaft, würde gewiss etwas Abstand von den Berichten des Press and Information Office der Republik Zypern geschafft werden. Doch dieses eine Mal soll es nun doch noch sein, dass wir Sie mit einem Bericht dieses staatlichen Presseorgans beglücken. Letzteres hat selbstverständlich mit dem Inhalt des Beitrags zu tun. Der Präsident der Republik Zypern hat sich nämlich nach Hamburg begeben, und wie es sich gehört, hat er eine Rede gehalten, die nun auf Englisch, wie vom PIO übermittelt, an Sie weitergegeben wird:

„Address by the President of the Republic, Mr Nicos Anastasiades, at the Hamburg Shipping Event!

It is a great pleasure for me to address this shipping event in Hamburg, one of the most thriving maritime cities in the world.

Before I proceed further, I would like to express my sincere appreciation to the First Mayor of Hamburg, Mr Olaf Scholz, for our very constructive meeting earlier today, as well for hosting me and the entire Cypriot delegation in Hamburg.

In addition, I would like to thank the Cyprus Shipping Chamber, for organising this event. From a total of 50 members of the Cyprus Shipping Chamber, 21 German ship-management, ship-owning and chartering companies are based in Cyprus. Knowing the longstanding links of the Chamber with the German Ship owners Association (“VDR”), I gladly accepted the invitation to address this prestigious shipping gathering, as I felt that this would be an excellent opportunity for even closer cooperation between the German and the Cypriot shipping communities. I hope that this event will be the first of many to follow.

Last but not least, I express my appreciation to Berenberg Bank for hosting this event at their magnificent offices and for their warm hospitality.

Cyprus’s constant striving for excellence in the field of merchant shipping has been naturally facilitated by its almost ideal geographic location at the crossroads of three continents, Europe, Asia and Africa.

Distinguished friends,

Over the years, Cyprus managed to attract many shipping entrepreneurs and to develop the country into a fully-fledged shipping centre, combining both a sovereign flag and a resident shipping Industry, which is renowned for its high quality services and standards of safety and operation. This prompted many European, including German entrepreneurs, to establish local companies with fully fledged offices in Cyprus, from the early 1970s.
In turn, this created the beginning of the mutually beneficial bilateral shipping relations between Cyprus and Germany, a relationship which has been enhanced through the years and still strongly exists today, allowing German-owned companies, to make good use of both jurisdictions.

As Cypriots, we readily admit that German shipping entrepreneurs who set up offices in our country and some of whom are here today, facilitated the enhancement of the shipping technical know-how in Cyprus, which in turn, contributed substantially to the development of Cyprus as a fully-fledged, competitive and modern maritime centre, competing on a global scale. I wish to express my satisfaction that according to DMS records, 45 German based companies currently own or operate 167 vessels under the Cyprus flag with a 1,945,588, Gross Tonnage, which represents 9% of the Cyprus fleet in terms of Gross Tonnage.

The new, fully revised and upgraded Cyprus shipping taxation system constitutes perhaps the most important recent success for Cyprus shipping where again, the technical know-how of the German-owned shipping companies based in Cyprus was fully exploited. T he official approval of the new Cyprus “Tonnage Tax System” by the European Commission in 2010, ensures the viability of the Cyprus Shipping Register and the Cyprus shipping industry in the years ahead.

With the new shipping taxation system, Cyprus covers fully, in their most modern form, the three main shipping activities that are offered today in international shipping, namely, ship owning, ship management, including crew management, and the chartering of vessels.

The new “Tonnage Tax System“ is in its own right, an innovative and a pioneering piece of legislation, which updates existing and offers additional financial incentives to shipping activities in Cyprus, in full compliance with the relevant EU shipping taxation framework.

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In our efforts to make Cyprus an even more attractive jurisdiction for international business, as well as to enhance further the economic and commercial relations of Cyprus with Germany, the Cyprus-Germany Agreement on the Avoidance of Double Taxation, which was recently renegotiated and also covers shipping taxation matters, such as employment of German seafarers by Cyprus shipping companies, is proof of the excellent working relations that exist between the two countries.
Ladies and Gentlemen,

We know well that you in Germany have followed closely the adverse financial developments that took place in Cyprus last year, as a result of the banking upheaval we experienced in March 2013.

Today, a year on since the Troika Agreement, I am pleased to tell you that, the Cyprus economy is well underway on a path to full recovery. We have repeatedly and in a timely manner met the obligations we have undertaken vis-à-vis the Troika, for structural improvement changes in both the Cyprus banking system as well as public spending. Both our lenders as well as numerous financial rating agencies have slowly, but continuously, in the last few months, granted Cyprus a positive recovery rating.

Last week, we even issued a 6-year Government bond through private placement, which will be listed on the London Stock Exchange, as part of our efforts to return to the international financial markets in 2015. Any few remaining bank transaction restrictions which were imposed last year will be lifted within the next few months, thus allowing Cyprus banks to operate again without any hindrances but, to the contrary, under a new, much better structured and controlled regime.

In making these quite positive achievements in such a short period of time, the shipping industry in Cyprus played an important and invaluable part. On this matter, I would like once again to publicly thank the Cyprus Shipping Chamber for launching a “Positive Promotion Campaign” in Cyprus and abroad during the difficult period that our country went through last year, in an effort to project Cyprus as a reliable maritime centre with a competitive and EU-approved shipping taxation system.

More relevant to our German audience today though, and I once again stress this point, is that the shipping operational and taxation infrastructure in Cyprus and the Cyprus flag remain intact, fully operational and very competitive.

Cyprus flag users remain loyal and actively support the efforts to reinforce Cyprus shipping in order to continue its significant contribution to the Cyprus economy, which forms an impressive 7% of Cyprus’ Gross Domestic Product. Today’s event organised by the Cyprus Shipping Chamber, we believe, acts as a “vote of confidence” by the resident shipping industry in Cyprus to the Cyprus economy.
The Cyprus Government acknowledges now, more than ever, the important role that the shipping sector plays in the Cyprus economy. Foresight, proper planning and hard work are indispensable in our mission to preserve Cyprus’ leading edge. At the same time, the Cyprus Government is well aware of the fact that the local shipping sector operates in a continuously evolving, highly competitive global environment which in turn requires stability, an essential ingredient for long-term planning and investment, as well as close cooperation with the shipping Industry.

For these precise reasons, our Government is determined to introduce those mechanisms necessary to protect this important sector, as well as to develop and enhance it much further.

In this respect, my Government has committed itself to creating a top political position exclusively dealing with the shipping industry, in an effort to upgrade the Cyprus maritime administration even more. The relevant Bill has already been submitted to Parliament.

Undoubtedly, the geopolitical realities in our area are rapidly evolving and Cyprus is claiming its rightful place in the centre of these developments. New political and economic balances are emerging, connected also with the discovery of energy reserves in our region. The discovery of hydrocarbons in our Exclusive Economic Zone (EEZ) creates new prospects for our country and our national economy. These new developments widen also the horizons of our shipping industry, creating relevant synergies. The discovery of hydrocarbons offers an opportunity for the development of a whole new sector within the shipping industry in Cyprus, to meet the needs of these new offshore activities.

Cyprus can develop into an important energy center in the Eastern Mediterranean. New and vibrant shipping and energy projects can be launched and the relevant Government policies will definitely include this new exciting prospect, during development. In this respect, we would again welcome involvement and technical expertise from German shipping and energy entrepreneurs either on their own, or through joint ventures with Cyprus-based companies.

Nonetheless, we should also bear in mind that the free movement of goods and raw materials worldwide is essential for the economic development of any country. In connection to this, the lifting of Turkey’s illegal restrictive measures against Cyprus shipping, in force since 1987, would certainly have a positive economic and political impact.

As you are aware, Cyprus constitutes a fully EU approved “Open Registry”, 85% of which belongs to Northern European beneficial interests. This trade restriction therefore, adversely affects European interests themselves. Our strong commitment is to seek a solution in line with the relevant EU laws and regulations, by exerting maximum pressure on Turkey in this direction, which in turn will lead to growth prospects for EU shipping in general.

Furthermore, taking into account that a new round of negotiations has recently been initiated with regard to the solution of the Cyprus problem and, whilst the efforts towards the lifting of this illegal ban will continue and be further intensified at the EU level, similar parallel efforts will also continue, separately as a tangible Confidence Building Measure during the ongoing political negotiations.

Closing, I wish to express the State’s appreciation to all those who continue to trust and support the Cyprus flag and Cyprus shipping. As one of the main pillars of the new development model of Cyprus’ national economy, I would like to reiterate my Government’s commitment to introducing those necessary mechanisms that will raise Cyprus’ position even higher as a shipping centre of exceptional importance, with a fully developed infrastructure.

Equally important, I personally consider the existing cooperation between our two countries on shipping matters, as well as the long-standing relations between the two professional national bodies representing our respective shipping Industries in Europe and internationally.

Whilst expressing my sincere thanks and congratulations to all those who contributed in the organisation of this event, I am looking forward to such similar shipping events in the future. Both myself, my Government colleagues here with me today, as well as our closest collaborator in shipping matters, the Cyprus Shipping Chamber, we are all at your disposal now for any comments, suggestions or queries you might have on the main issue of our event today, namely the closer cooperation between Cyprus and Germany on shipping.“

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