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Archive for März 2014

Feiertag

 

Nicht etwa: ist Feiertag, und keiner geht hin! Sondern: ist Feiertag, und keiner hier um mich herum weiß welcher!

Es gibt, nachdem, was so aus dem Augenwinkeln mitbekommen werden kann, recht viel Feiertage in Zypern. Wahrscheinlich verschlägt es gern in Länder, wo diese Sitte, wahrscheinlich mehrheitlich angenehm empfunden, also ausreichend viel Ferien zu haben, ausgiebig gepflegt wird.

 

Mal sehen, ob im Verlauf dieses Artikels noch auf den Anlass für diesen heutigen Feiertag im Süden Zyperns gestoßen wird. Ach, da ist es schon. Heute ist wahrscheinlich Zyperns Feiertag. Letztens war es ja noch der Griechenlands, der hier bekanntlich als Feiertag mitgefeiert wird. Zwecks Verschwester- und Verbrüderung und Zusammenwachsen der EU sollte da nicht jeder Feiertag eines jeden EU-Landes in den restlichen Ländern der Gemeinschaft mitgefeiert werden?

 

Das Fernsehprogramm brachte nämlich darauf, früh morgens um 7 Uhr, dass etwas geschehen sein muss. Vor kurzem entdeckter Mornig-Nachrichten-Shower, oder so, also die Sendung „frühe Nachricht“, die Nachrichten über einen ergießt wie eine Dusche Wasser, die fiel nämlich aus. Im Morning-Nachrichten-Duschle wird nämlich im Schnellverfahren, also kompakt, alles, was von Relevanz für den Tag sein könnte auf dem politischen Parkett, sozusagen vordurchgezogen. Das schöne dabei ist, die Pappenheimer, also diejenigen, die dann ins Parlament und woanders hinfahren, um das Selbige ungefähr nochmal so zu erzählen und zu Politik zu machen, sind früh morgens netterweise gestriegelt und geschniegelt präsent vor der Kamera und geben tiefe Einblicke – meistens Lächeln sie dazu.

 

Dafür, dass diese Duschvorrichtung nicht in Schwung gerät heute, wird nun gesungen, versteht sich auf Griechisch, und irgendwie hört sich das alles gar nicht so schlecht an. Zwischen den Gesängen wird zuweilen kurz etwas angesagt. Hört sich eher nationalistisch an, oder wie man es nennen darf. Erinnert jedenfalls stark an die Reden, die auch sonst gern geschwungen werden, die man ansonsten auch andauernd hört: der Schmerz um das ‚verlorene‘ Gebiet im Norden, den Stolz auf sich selbst und dergleichen mehr.

Doch warum die alle schwarz gekleidet sind? Ach nee, da sind ja doch noch einige in weißen Hemdchen. Nee, nichts hier mit 1. April und so, in den Sie zu schicken beabsichtigt wird. Das alles, was da bislang geschrieben steht, ist wirklich so – zumindest für mich. Die Sonne scheint noch immer nicht.

Doch, gerade ist sie rausgekommen.

Dann müsste die Katze wohl auch gleich kommen. Mal sehen, ob der Gärtner trotzdem kommt. Es weht ein empfindlich kalter Wind. Nichts drin mit Schwimmen gehen im Meer heute, jedenfalls nicht für mich. Die Schwalben suchen dieses Jahr ihr Nest überm Küchenfenster auch nicht auf. Was das noch alles zu bedeuten hat?

Erdogan in der Türkei und frisch bestätigt als AKP-Superman hat die Schwalben vielleicht abgeschreckt mit seiner Drohung, seine Gegner demnächst ran zu nehmen. So kleine Schwalben, was können die schon dafür, dass sie ihm nicht schmecken – oder anderen. Kann aber gut sein, dass Herrn Erdogan das Gekuschel Herrn Eroglus mit Herrn Anastasiadis hier auf der Insel ein Dorn im Auge ist. Nicht das da was in Sachen homo sei und so. Nein, nein. So etwas doch nicht. Nee, die reden mal wieder von Frieden und vom Aufteilen ihrer Besitzrechte auf der Insel und, selbstverständlich, vom aller 1. APRIL-mäßigsten, von der Einigkeit der Zyprer. Nun ja, als die in Deutschland auf die gleiche Idee kamen, und es dann auch noch taten, hatte ich auch den Lachanfall des Jahres; und jetzt ist mir endlich wieder zu lachen zumute, nachdem der Wiedervereinigungsschock nun nach so vielen Jahren endlich zu verlassen scheint.

Aber es gibt da offensichtlich doch einen April-Schicker. Lese nämlich gerade bei showbiz.com.cy die zyprische Post werde demnächst von Briefen austragenden Tauben ersetzt. Ehrlich gesagt, eine gute Idee. Die Wahrscheinlichkeit, dass Briefe in der Provinz dann früher ankommen als sonst, könnte durchaus gegeben sein. Bravo!

2012-08-10 19.09.30

Aber Herr Erdogan braucht sich da keine Sorgen machen, denn Anastasiadis meinte nach dem gestrigen Treffen mit dem nordzyprischen Präsidenten Eroglu im Rahmen der sogenannten Wiedervereinigunsverhandlungen: „es scheint Bedarf an weiterem Dialog zu geben, zu allen Aspekten der Zypernfrage“ (Ant1). Für mit der Materie einigermaßen Vertraute bedeutet das: AMEN! Oder die Fortsetzung von: BLABLABLA!

In einem Monat werden sie sich wieder treffen, viel Geld dessentwegen vergeuden, ist anzunehmen, quatschen und quatschen und doch nichts bewirken wollen. Ja, vielen ist inzwischen mal wieder klar, dass die Verhandlungen wieder mal, oder noch immer, nichts anderes sind, als das, was für andere Leute ein Konzertbesuch, oder dergleichen, darstellt.

Schade!

Die Zyprer sind dafür allerdings nicht alleine in Haft zu nehmen. Es ist auch die internationale Gemeinschaft, die diese Herren darin zu unterstützen scheint, in ihr offensichtlich schon bald bevorstehendes Unglück, nämlich Chaos, sich zu bewegen. Wir dürfen also alle weiterhin gespannt vor unseren Glotzen sitzen und dabei zugucken?

Jetzt verabschiedet sich der Dirigent im Fernsehen. Sie küssen sich, es wird geklatscht. Die Show scheint fürs Erste vorbei. Es ist 09 Uhr 30. Aktuell, wie gerade gesehen werden konnte, war die Aufzeichnung auch nicht – von 2005. Und jetzt ist wieder Belobigung der EOKA-Aktivisten, oder wie man die Türkenhasser von einst nennen darf, dran im Fernsehen auf RIK1. Irgendwie wird ja jede Woche mindestens einmal ein Kranz am Grab oder Denkmal eines EOKA-Kämpfers abgelegt von einem der Politiker des griechischzyprischen Parlaments. Jetzt läuft gerade ein Film im Fernsehen aus jener Zeit (1974) mit herzzerreißender Musik unterlegt.

Es ist nun wohl Zeit geworden für mich, die Kiste auszuschalten. Das Letzte, was das Auge auf dem Bildschirm noch mitbekommen musste, war ein, wie soll man es nennen, schmalzig sehnsüchtiger Schwenker der Kamera auf den Pentadaktilo-Berg, der, vor Nikosia gelegen, dieser Stadt die Sicht aufs Meer raubt, und nun wohl eher so eine Art Symbol geworden zu sein scheint für das ‚geraubte‘ Vaterland. Es soll ja Leute geben, die könnten dort hinfahren, jeden Tag, doch sie tun es nicht, weil sie ansonsten ihren Ausweis an der Grenze, die sie nicht akzeptieren wollen, vorzeigen müssten. Andere gibt’s, die fahren rüber und haben volle Verpflegung dabei – bloß kein Geld drüben lassen, soll die Devise sein.

Mal sehen, was in der Presse noch alles steht, wo die Sonne doch noch immer scheint.

Heute wird die Europäische Kommission verlautbaren, ob die Cyprus Air sich vom Markt verabschiedet oder nicht. Dass diese Airline nicht mehr rentabel arbeitet, dürfte ein offenes Geheimnis sein. Der Entscheid, ob sie dennoch weiter betrieben wird oder nicht, darf durchaus als Indikator dessen gelten, wie in Straßburg und Brüssel der Fall Zypern insgesamt beurteilt und angesehen wird. Das heißt, ein weiterführen der Airline könnte ein Hinweis darauf sein, dass das zu fördernde Erdgas vor Zypern offenbar doch eine gewisse Wichtigkeit hat, und dass die EU in Zukunft doch dazu übergehen wird, sich ihrer Peripherie etwas mehr zu widmen. Nach dem, was gestern gesehen werden konnte bei einem kurzen Spaziergang durch den Norden Nikosias, den überwiegend türkischsprachigen Teil der Stadt, scheint es angebracht, sich etwas um die Peripherie Europas zu kümmern – auffällig viele Afrikaner saßen auf den wenigen Bänken in der Stadt, in Cafes, und Restaurants. Es muss, wie darf man es ausdrücken, eine neue Welle Flüchtlinge rübergeschwappt sein: aus Syrien, Libanon, Ägypten, Israel und/oder der Türkei. Vielleicht war ja auch dort irgendein Feiertag?

Zusatz: Die Gärtner sind gekommen, halten nichts von Feiertag, sprühen nett lächelnd Gift auf den Hybiskus drauf. Wüsst man es nicht besser, könnte man denken: zur Feier des Tages wahscheinlich?

Inventary 343

Zusatz zum Zusatz: Inzwischen doch Schwimmen gewesen. Das Wasser des Meeres war recht erträglich warm. Die EOKA-Kämpfer, um die es heute geht, sollen nicht die Türkenhasser sein, wurde gesagt, von denen ich oben schrieb, sondern, das seien die Befreier vom Joch, welches die Briten den Insulanern auferlegt hatten, als sie diese als Kolonialherren ertrugen.

Im Radio ist den ganzen Tag von „Sklaverei“ und „Ketten“, die man aufbricht, die Rede, fast in jedem Lied, welches abgespielt wird. Viel Trauer scheint gerade gefühlt zu werden, denn entsprechend tragend ist das Liedgut, welches auf RIK1-Radio erklingt.

Nur gut, dass Zygi, ein ehemaliges Fischerdorf, daraus anscheinend Profit schlägt. Es ist 16 Uhr und die Restaurants, wirklich alle, sind knalle voll mit Gästen. Wenn kein Fleisch gegessen wird, von ‚gut‘ weggeschlossenen Schweinen oder Schafen, was nicht anzunehmen ist, eben weil von Zygi die Rede ist, wo eigentlich Fisch angesagt sein sollte (kann gut sein, dass hie und da auch ein Singvögelchen dran kommt),  dann ist es wohl das Fleisch ‚gut‘ weggeschlossener Fische aus den Fischfarmen vor Zygi und Mari, die verspeist werden.

Bei so viel eingeschlossen Verzehrbarem kommt man in seinen Lieder vielleicht automatisch auf Metaphern von Sklaverei und Ketten, die es aufzubrechen gilt etc.

Ja, und wahrscheinlich auch daher, kann durchaus sein, dass einige Stunden später am Tag, das Gift, welches der Gärtner mit seinem Kollegen entließ, schon längst verflogen ist, hoffentlich auch bald mal dieses Gejammere und Selbstmitleid, welches an Tagen wie diesen in Zypern Außenstehende wie mich irritiert  – wollte hiermit niemand zu nah treten, aber… .

Es muss doch nach Vorne geblickt werden! Das Verharren in der Vergangenheit und das andauernde Wiederkäuen eines Trauma macht dasselbe gewiss nicht leichter; Weg zu einem Neuanfang mit den angeblich ‚Bösen‘ von drüben, den Nordzyprern und ihren türkischen Verbündeten, scheint mental so gestimmt schwierig!

 

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mitgehangen, mitgefangen?

Vielleicht hätte es halt doch Sinn gemacht, schon vor einem Jahr die Cyprus Bank in eine gute und eine schlechte Bank aufzuteilen – doch sogenannte Pressure-Groups, wie die großen Bauherren (developers) waren strikt dagegen, da ihre Interessen dabei zu kurz gekommen wären. Die HSBC-Bank soll nun offenbar zu Rate gezogen worden sein diesbezüglich.
Herausgekommen ist dabei scheinbar, dass die Überlegung gute-schlechte Bank ja vielleicht doch gar nicht so unangebracht wäre für die Cyprus Bank, die Schwierigkeiten zunehmend zu haben scheint, all Das unter einem Hut zu halten und zu verwalten.
Man kennt das ja von Diäten, die angeblich schlanker machen und toxische Stoffe aus den Körpern spülen sollen – so also eben auch bei Banken.
Die Bank of Cyprus hat also Probleme dem Vernehmen nach, wie eine stink-normale Bank zu funktionieren.

Doch um das noch klarzustellen: der Restrukturierungsplan der Bank sieht weiterhin – oder immer noch – keinen Split in gute und schlechte Bank vor.

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Während die Damen und Herren darüber konferieren, ob, oder ob doch besser nicht der zuvor genannte Split der Bank angegangen wird, vermeldet eine Organisation Zyperns, die sich vordringlich um die Belange von Großfamilien kümmert (Pancyprian Organisation of Large Families), dass zunehmend mehr Familien dieser Art ihre Stromrechnungen etc. nicht mehr bezahlen können – auf dem allerletzten Loch sozusagen pfeifen ökonomisch.

Doch auch andernorts ist Unruhe, die zum Pfeifen animieren kann, angesagt.
Die Piloten der Nation sind nämlich überhaupt nicht damit einverstanden, dass ihr Arbeitgeber, die Cyprus Air, den Vorsorgefond von 8,0% auf 1,0% gekürzt hat für 15 Monate. 60 der 71 Piloten der Airline haben sich darüber bereits formal beschwert. Mal sehen, wann die Streikdrohung der Pilotenschaft eintrifft; und mal sehen, wann die Geschäftsführung der Fluglinie die erwähnte Einsparung zurückfährt.
Dass die Piloten am Hungertuch nagen, wie einige in Bedrängnis geratene Mitglieder einer Großfamilie Zyperns ist eher unwahrscheinlich.

Immerhin, könnte man denken, das Land ist im Aufwind. Bürger kann nun wieder Geld abheben nach Lust und Laune, denn die Restriktion, nicht mehr als einen bestimmten Betrag (300€) täglich abheben zu können, wurde nun aufgehoben.
Ob das Wahlverhalten der Republik bei der Abstimmung über das Verhängen einer Sanktion der UN gegen Russland auch mit dem Aufwind, den man glaubt zu haben zusammenhängt, scheinen einige gewiss bereit zu sein, anzunehmen.
Man bedenke, was Russland doch alles für die Insulaner getan hat und darstellt. Nicht nur, dass die Republik Zypern Russland recht viel Geld schuldet, nein, es schuldet diesem Land auch einen gewissen Rückhalt, der über die Jahre in Sachen EU-Beitritt, bei Verhandlungen mit dem Norden, Erschließung der Gas-und Erdölvorkommen etc., mal mehr, mal weniger gewährt wurde – ganz zu schweigen von den hohen Investitionen russischer Firmen auf der Insel und den überall anzutreffenden russischen Touristen, die zum Beispiel eine eigene Zeitung, einen eigenen Radiosender etc. hier auf Zypern betreiben. Nahezu jeder, der Geschäftchen machen will, vergisst nicht, seine Werbung auf Russisch aufleuchten zu lassen.
Und nun das!
Die DISY-Regierung unter Anastasiadis hat sich auf die Seite der USA sozusagen kompromisslos gestellt mit dem Abstimmungsverhalten vom vergangenen Donnerstag. Die DIKO, der Herr Papadopoulos vorsteht, hatte dafür geworben, die Sanktionen der UN mit Stimmenthaltung abzustimmen. Klar doch, die Linken, Akel etc. waren selbstverständlich gegen jedwede Sanktionen.
Der Entschluss, sich den USA und Brüssel so in die Arme zu schließen, anzudienen, dürfte Nikosia gewiss schon demnächst, ist anzunehmen, etwas bitter aufstoßen. Die Russen ließen jedenfalls schon mal ihr Missfallen klar heraushören und kündigten gewisse Schritte an. Die konnten zum Beispiel im Vorfeld der Abstimmung gar nicht verstehen, weshalb Nikosia sich bei Problemen seinerseits nach Washington wendet, wo es sich doch auch an Moskau hätte wenden können, ja wahrscheinlich sogar sollen – Mitgliedschaft in der EU hin oder her. Moskau hat da eben so seine eigene Sicht der Dinge. Wie sagt man doch gleich: mitgehangen, mitgefangen.

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Insofern könnte schon fast gesagt werden, in Zypern wurde die Katze wahrhaft doppelt aus dem Sack gelassen. Einmal, wie zuvor beschrieben, und das andere Mal, als sie nicht nur amerikanisch stimmlich gefärbt miaute, sondern sogar hellenistischst elamte.
Ja, man weiß es ja seit Langem hier auf Zypern, doch man nimmt und nahm das Phänomen nicht genügend ernst, das der Nationalsozialisten eigener Prägung Zyperns. Vorvorgestern versuchten Anhänger der nationalsozialistischen ELAM eine Veranstaltung zu torpedieren, bei der der ehemalig Präsident Nordzyperns, Talat, eine Rede hielt.
Der Aufmarsch weiß-blauer Fahnen vor dem Ort der Veranstaltung war recht beeindruckend, man rang sogar mit der Polizei und anwesenden Sicherheitspersonal – könnte griechisch-römischer Ringerstil gewesen sein. 3 Personen wurden jedenfalls festgenommen.
Der Polizeipräsident, Michaelis Papageorgis, trat daraufhin zurück, man habe ihn nicht über die Ereignisse informiert. Er sei auf Inspektion gewesen – wo auch immer genau die sich abgespielt haben soll. Der Justizminister, sein Vorgesetzter, und er machen sich nun medial gekonnt und zeitungseitenfüllend die Hölle heiß. Der Botschafter der USA, Koenig, war auch zugegen, als die ELAM ihre national-chauvinistische Stärke erklingen ließ. Koenig wurde dabei beinahe verletzt.
Inzwischen ist bereits ein neuer Polizeipräsident ernannt, ein junger Typ. Die Rücktrittsangelegenheit sowie der wortreiche Streit mit dem Justizminister riecht nach alter Wäsche, die wahrscheinlich schon längst mal gewaschen gehörte.

Wie bereits angedeutet: das andere Wäschestück, was mal gewaschen gehörte, das ist mit dem Abstimmungsverhalten Zyperns zur Sanktionierung Russlands durch die UN nun schon mal im Korb der zu waschenden Wäsche gelandet, ist anzunehmen.

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Einst, da wurden Brücken gebaut, auch, um eine Art Verständigung und Verbindung zur Welt zu haben – oder mindestens zu demonstrieren. Heute, wie Präsident Anastasiadis wohl sagen wollte, bedarf es eines Ministeriums für Schifffahrt.
Hurra!
Wer wäre schon auf so eine Idee gekommen, und das im Jahr 2014 und mitten im Mittelmeer gelegen sozusagen und angeblich in einer Krise.
Ein wirklich kluger Einfall. Bravo!
Wenn nicht all zu sehr täuscht, haben Ministerien einen recht hohen Bedarf an Kapital. Gut. Sie mögen hier vielleicht sagen, dass die Aufwertung Zyperns am Kapitalmarkt letztens ja wohl wieder bewiesen wurde, als von einst Junk, like a Junky, zu Punk like a Caa3-Monkey von Moodys die Kreditwürdigkeit angehoben wurde. Das soll der Moment gewesen sein, als von einer sogenannt negativen zu einer sogenannt positiven Beurteilung durch Moodys die Kreditwürdikeit des Landes scheinbar im wahrsten Sinne des Wortes schiffbar gemacht wurde.
Das soll mal einer nachmachen! Das ist eben zyprische Sonderklasse!

Das Troika-Funding-Programm zeigt daher unbestritten sogenannt positive Auswirkungen. All das verwundert jedoch gewiss all diejenigen, die letztens in der Cyprus Mail den folgenden Artikel lasen: http://cyprus-mail.com/2014/03/23/our-view-one-year-on-banks-and-business-locked-in-no-win-situation/.

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Tatsachenbericht Zypern

 

FACT SHEET der PIO (Press and Information Office Zyperns) wird im Anschluss auf unserer Seite zu lesen sein, allerdings in einer leicht gekürzten und überarbeiteten Fassung. 

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Heute wurde der Verteidigungsminister Zyperns, Herr Tasos Mitsopulos, zu Grabe getragen. Die Schüler in Larnaka hatten daher Schulfrei ab 11 Uhr. Misopulos war gerade erst 48 Jahre alt. Er scheint sich großer Beliebtheit im Land erfreut zu haben – ein Hoffnungsträger, war zu hören, wurde zu Grabe getragen. Er hinterlässt unter anderem eine Frau und 2 Kinder.

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Doch nun zum Factsheet der PIO vom 24. März 2014:

 

„The European Council convenes in Brussels on 20 and 21 March 2014 and in its Conclusions makes a special reference to Cyprus and the current efforts to achieve a solution to the Cyprus problem. The reference reads as follows:

 

“The European Council welcomes the resumption of fully fledged settlement negotiations based on the 11 February Joint Declaration with the aim to reunite Cyprus. The European Council supports a comprehensive and viable settlement of the Cyprus problem within the UN framework, in accordance with relevant UN Security Council resolutions and in line with the principles on which the European Union is founded. The European Council underlines that the division of Cyprus has endured for too long and emphasises the importance of maintaining the momentum. The European Council stands ready to play its part in supporting the negotiations. Reunification of Cyprus would be to President Anastasiades issues a written statement on 21 March 2014 commenting on the delibera-
tions of the European Council:


“Developments in Ukraine were at the core of the discussions of the European Council, held in Brussels, on March 20-21.The sovereignty and the territorial integrity of Ukraine is a nonnegotiable principle for us. The EU is on Ukraine’s side and the political association and economic integration of Ukraine in the EU is materialized, after the signing today of the relevant agreements. We believe that the diplomatic path is the only means for the resolution of the crisis. In unison, as EU, we must do everything, along with the
rest of the international community, to take actions which will create the conditions for the deescalation of the crisis.

Essential component in this effort is to maintain open channels of communication with the Russian leadership, at the highest level. At the sametime, we expect the Russian side to respond to our calls to avoid further escalation of the tension in eastern and southern Ukrainian areas. Meanwhile, we encourage Ukraine to proceed to ambitious constitutional, economic and other reforms, including the fighting of corruption. We expect that the political leadership of the country will address the important challenges such as
extremists’ action, the safeguarding of linguistic and other rights of ethnic minorities and the strengthening of the Ukrainian’s people unity.

We expressed our opposition to the turn of events until today as well as to the non de-
escalation of the tension. For this reason, and to avoid more drastic decisions, in consensus, we accepted the list of persons to whom travel restrictions and freezing of their assets were imposed.

The next phase of restrictive measures will admittedly include extensive consequences on the economic and other relations between the European Union – and its member states – and Russia. Our country is not only facing our national problem but is also under a financial assistance program. This factor cannot be ignored or overlooked. As other member states we cannot accept measures affecting Cyprus tourism, our
banking system or our services sector. In such a case and if there is a need for such a
development, which obviously will require a new decision at European Council level, Cyprus calls for, and considers as a precondition, that the competent bodies of the EU will conduct a relevant study, both for the Union as a whole and for each member state separately. Consequently, Cyprus will insist on substantial compensatory
measures.

2012-05-21 16.54.06(2)

Moreover, I had a meeting yesterday with the Commissioner for Enlargement Stefan Fule with whom we had the opportunity to exchange views on issues concerning the Cyprus problem. The upgraded role of the EU in the process of the talks was a major point of reference in our discussion. The involvement of the personal representative of the President of the European Commission for the Cyprus problem, Mr. Pieter
Van Nuffel, with whom I recently had a private meeting, can have a crucial contribution towards that direction. Mr. Nuffel’s role will include examining the compliance of the proposals put on the negotiations’ table with the acquis communautaire, which will allow the Republic of Cyprus to function effectively within the European Union
in the post- solution era.

We also discussed the issue of the Confidence Building Measures (CBM) and I had the opportunity to analyze in depth our proposal on Famagusta. Both the EU and the international stage reckon that the acceptance of our proposal on Famagusta ― which will have to be put forward concurrently with the negotiations’ procedure ―
can reinforce the effort by creating momentum for the dialogue in progress. Regarding the proposed Direct Trade Regulation, it was fully clarified that the Commission has no intention to retable the issue. We made it clear that the issue of direct trade is exclusively linked with our proposal on Famagusta and can be put forward solely within this particular framework.


In the Conclusions of the European Council there is a special reference to Cyprus and the
current efforts to achieve a comprehensive solution to the Cyprus problem. The most significant point for us is the reference to the EU’s upgraded role which has been a personal goal and a persistent request from the first day I assumed my duties.
At the same time, our devotion to promoting the implementation of CBM is now delivering results. The international community, including the EU, acknowledges that the implementation of CBM can perform a crucial role in creating a climate of mutual confidence and that it will bring about new dynamics in the negotiations’
procedure.


I would also like to welcome in public the political agreement concluded between the Council and the European Council on the issue of the Single Resolution Mechanism and to express my gratitude for the efforts of the Greek Presidency towards meeting this target. This development is a fundamental step to further boosting the bank sector in Cyprus.
Finally, we had the opportunity to exchange views concerning the medium term climate and energy policies of the EU for 2030. We consider that the negotiations will have to take into consideration the particularities of the member states, placing emphasis on the matter of energy insularity.
Meanwhile, the exploitation of our energy sources will contribute to enhancing the energy
supply security, as well as the competitiveness of Cyprus and the EU at large. The construction of an overland natural gas liquefaction terminal in Cyprus, in addition to the promotion of a new gas corridor from the southeast Mediterranean to the European Union, is at the top of our energy priorities.

A position set out in the Conclusions of the European Council, in the context of reinforcing the EU energy supply security, upgrades the strategic importance of the energy reserves of the southeast Mediterranean, demonstrating Cyprus’ strategic importance as a European energy hub.

To end, I would like to note with satisfaction the reference to Cyprus in an EU document on energy diplomacy, explaining Cyprus’ significance, as a new hydrocarbonates provider, to enhancing EU energy security in whole.”
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President Anastasiades met on 18 March 2014 at the presidential palace with Mr Pieter Van Nuffel, the Personal Representative of the President of the European Commission Jose Manuel Barroso to the Good Offices Mission of the United Nations in Cyprus. Mr Van Nuffel, a Legal Advisor in the Commission’s Legal Service, had been appointed in July 2012 in order to provide legal advice to the UN Good Offices Mission on EU-related matters and act as liaison between the UN Good Offices Mission and the Commission.

Mr Van Nuffel also met on 18 March 2014 with Turkish Cypriot leader Dervis Eroglu.
Meeting between President Anastasiades and Mr Pieter van Nuffel at the Presidential Palace on 18 March 2014.“

Zusatz, erneut entnommen aus der PIO, diesmal vom 20.03.2014, ein Kommentar aus dem Außenministerium Zyperns:

As regards yesterday’s (19/3/2014) article titled “Mapped: Where Russia Stashes its Cash” by John Schoen, which was posted on CNBC’s website, the Ministry of Foreign Affairs of the Republic of Cyprus wishes to express its utmost regret that common allegations presenting Cyprus as a “safety net” for the wealthy Russian oligarchs still persist. We outright dismiss these allegations, which are created for reasons of expediency, as preposterous and obsolete.

 

At this critical political juncture for the EU, allegations of this sort are irrelevant to the implementation of specific restrictive measures (i.e. asset freeze and visa ban) decided by the EU against individuals responsible for actions undermining or threatening the territorial integrity, sovereignty and independence of Ukraine.

 

Cyprus abides by its obligations as an EU Member State and will accordingly implemented without fail any measures on the basis of agreed Decisions adopted at EU level.“

 

 

 

 

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Glaube und Berge

In Deutschland soll das Wetter ja auch gerade sehr schön sein – in Zypern ist es geradezu prächtig. Die Schwalben fangen schon morgens um vier Uhr an, sich zu unterhalten. Die Sonne geht immer noch über dem Meer in sagenhafter Gleichmut auf, und der Garten vor und um das Haus hat sich eindeutig entschlossen, dieses Jahr das Beste zu geben – an wohltuenden Gerüchen, Farben etc.

Ja, es geht hier heute um geistige Dinge, genauer um den Glauben daran, dass Berge versetzt werden können durch den Glauben an etwas. Und um diesen Faden weiter zu spinnen, wird angenommen, der Artikel von Herrn Prof. Dr. Ata Atun, „Religiöse Führer und der Friedensweg“, kann das auf seine Weise, wie soll man sagen, mitbebewirken.

Gestern, seit Längerem mal wieder in Nikosia Nord gewesen – im türkischsprachigen Teil. Kleine, neue Cafe’s und Kneipen unweit der umgebauten, einstigen Kirche, der Selimiye Camisi, konnten ausgemacht werden – so auch junge Männer mit Betkappen auf dem Kopf und dass eine Islamische Hochschule gebaut werden soll im Norden, ist ja inzwischen auch im Gespräch.

Anscheinend scheint im Schatten der Krise dieser Teil der Altstadt Nikosias, trotz der sichtbarer werdenden Islamisierung der türkisch-zyprischen Gesellschaft, insgeheim aufzublühen. Bierreklamen haben also sichtbar zugenommen, verwinkelte Eingänge zu eventuell interessanten Cafes, wo man vor den Blicken der Passanten versteckt sitzen kann als Tourist, Verliebte, Leser einer Zeitung oder Buches, auch.

Einen Jungen, vielleicht 12 Jahre alt, konnten wir Tee und Kaffee durch die Straßen tragend sehen, der sich plötzlich vor uns aufbaute und meinte: „Sie sprechen Deutsch?“ Und als das bejaht wurde, meinte er: „Ich komme aus Hof. Wissen Sie, wo das ist?“ Das wussten wir. Emre heißt er. Er ist mit seiner Familie wieder zurück nach Zypern gezogen. Wir konnten uns mit der Frage nach dem Wieso und Warum gerade noch zurückhalten, auch nach der, ob es ihm hier gefällt? Er sagte, er sei zu spät auf der Insel angekommen. Jetzt gäbe es anscheinend keine Möglichkeit mehr, in einer der Schulklassen unter zu kommen – und so serviert er nun eben Tee und Kaffee in den angrenzenden Geschäften des Geschäfts seiner Tante. Ein aufgeweckter Junge, wie uns schien.

Inventary 017

Nun, Professor Dr. Ata Atun schreibt in der nordzyprischen Kibris-Tageszeitung vom 21. März Folgendes:

„Das in Genf und auf Zypern durchgeführte Treffen der religiösen Führer ist sehr wichtig. Diese rufen zum ersten Mal gemeinsam zum Frieden auf in der Zypernfrage, was durchaus Wirkung zeigen dürfte.

Seit letztem Jahr findet bezüglich Zypern unter den Menschen, die hier leben, den religiösen Amtsträgern, ein Austausch bezüglich des religiösen Rituals, des Gebets statt – ein Dialog. In der Tat wird dieser Dialog schon etwas mehr als 3 Jahre geführt. Letzten Monat trafen sich die Führer der 4 Glaubensrichtungen (die es auf der Insel traditionellerweise gibt). Es gelang ihnen, einen Dialog zu führen, welcher ein Ergebnis der Annäherung über die letzten 3 Jahre ist, sowie der Friedensbemühungen.

Auch den Erzbischof, der ansonsten agiert wie ein Politiker drüben auf der griechisch-zyprischen Seite, scheint dieser Dialog etwas zu besänftigen.

Einer der Erfolge, die erzielt werden konnte, ist, dass in dieser Zeitspanne erstmals die Republik Zypern und Nordzypern (KKTC) zusammen einen Fond einrichten konnten, aus dem einige religiöse Orte wieder in Stand gesetzt werden konnten. Sogar beim Technik-Komitee ist man im Stande zu vermitteln. Hoffnung besteht, dass das nun auch bei anderen problematischen Themen (auf der Insel) der Fall sein kann.

Die Vertreter der UNO beim Treffen in Genf verkündeten danach, es solle versucht werden, im Nahen Osten und beim Israel-Palästina-Problem, wie auch in Zypern, dass sich die religiösen Führer vermehrt mal ins Benehmen setzen…. In der Verlautbarung (dieses Treffens) wurde gesagt, die religiösen Führer, sollten für Frieden, Brüderlichkeit und Zusammenhalt eintreten und dahingehend verstärkt äußern, was dem Frieden (in der Region) gewiss einen positiven Kick geben wird.

Der für religiöse Fragen zuständige bei der UNO, Prof. Bielefeld, sagte nach dem Treffen: die religiösen Führer, vor allem die Zyperns, haben eine ansonsten „selten anzutreffende Entwicklung“ begonnen.

Darüber hinaus hat der Vertreter der Griechisch-Orthodoxen- Kirche Zyperns, der neopolitanische Bischof Porfyros und der Minister für Religiöse Angelegenheiten Nordzyperns, Atalay, sowie der Vertreter Nordzyperns in Genf, Ayda Soylu, zusammen zu Mittag gegessen. Der Konsul der Republik Zypern in Genf, Dr Antonios Frangos, lud den Zuständigen für Religiöse Fragen Nordzyperns, Herrn Ataly, zum Essen ein – ein Foto davon wurde sogar gemacht.

Das sind wahrhaft gute Entwicklungen, die der Insel Frieden bringen können.

Da der Religion egal ist, welcher Rasse, Nation und Region man angehört, ist es von Bedeutung, um die Verhärtungen zwischen den Gesellschaften aufzuweichen, die psychologischen Barrieren zu umschiffen. Der Dialog der religiösen Führer hat sich auch daher genau auf diesen Pfad begeben.

In der Folge wird als Teil der positiven Entwicklung am 25. März Prof. Bielefeld, der Zuständige für religiöse Fragen bei der UNO – oder sein Koordinator Salpy Eskidjian – in der Republik Zypern (also auf der anderen Seite) unseren Zuständigen für religiöse Fragen, Herrn Talip Atalay, mit dem Erzbischof Zyperns, Herrn Hristomos, ein Zusammentreffen haben…. . Sie werden zusammen Essen…. .

In der Tat, als am 5. Januar 2014, einem Sonntag, unserem Minister für Religiöse Angelegenheiten, Talip Atalay, eine positive Antwort auf seine Einladung vom Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche, Hrisostomos, gegeben wurde, dass er nach Nordzypern komme, um sich zu treffen, zusammen zu Essen, wurde daraus aber leider nichts, da der Metropolit von Baf (Pafos) fand, der im Grad ein hochstehender Kirchenmann ist (im griechischsprachigen Teil Zyperns), dass sich das nicht gehöre. Mit seinem negativen Standpunkt, und die Angelegenheit mit Politischem vermischend, hat er diesen Besuch verunmöglicht.

Ich hoffe, dass diesmal so etwas Negatives nicht wieder hinderlich sein wird, und im Namen des Frieden die beiden religiösen Führer einen guten Anstoß erhaltend, sich in Nordzypern treffen – dem Ganzen einen Anstoß geben.

Kurz: Die beiden Völker, die auf Zypern seit Jahrhunderten leben, haben in den letzten 50 Jahren einen hohen Preis bezahlt. Dass sich nun die religiösen Führer einander besuchen, wird in Zypern, wie auch im Nahen Osten, ein neuen neuen Weg zum Frieden in der Region ebnen – anderen Teilen der Welt ein Vorbild sein.“

Des Weiteren:

Zum 30 jährigen Tod des ehemaligen Präsidenten oder Führer der türkisch-zyprischen Bevölkerung, Herrn Dr Fazil Kücük, wurden Abzeichen an Hemden der Mitglieder der Stiftung selbigen Namens in Nikosia-Nord angeheftet.

Im griechischzyprischen Teil ist ein dramatischer Anstieg von Tuberkulose-Fällen zu verzeichnen, schreibt die türkischzyprische Kibris-Tageszeitung.

Spät, aber vielleicht doch noch nicht ganz zu spät, scheint Bewegung in den „Lasst uns unsere Wälder schützen“ Aufruf zu kommen. Der Umweltminister Nordzyperns, Bakirci, hält jedenfalls Reden zum Thema und die Kibris-Tageszeitung widmet demselben immerhin eine ganze Seite.

Sollten Sie auf Arbeitssuche sein, das Saray Hotel im Norden Nikosias, also auf der türkischsprachigen Seite, sucht einen Fitness-Trainer, ein Zimmermädchen, einen Bediener und einen Koch. Interessierte haben sich direkt an die Rezeption zu wenden. Das Saray war einst – und das für lange Zeit – das beste Hotel weit und breit im Norden. Es ist wirklich zentral gelegen.

In der Region Karpaz, in der Nähe der Agia Philon Kirche, ist ein Ofen freigelegt worden aus der Zeit 2.400 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Es soll sich um 60 Steine, geformt aus Sand, dabei handeln.

In Limassol soll anscheinend ein Hochhaus gebaut werden, welches 75 Meter hoch werden soll. Präsident Anastasiadis war bereits vor Ort, um dem Unterfangen gutes Gelingen zu wünschen – als ob nicht bereits genug leerstehende Villen, Wohnburgen und dergleichen in Limassol aufzufinden sind, bemerkte jemand diese Nachricht lesend in der Kibris-Tageszeitung.

In Girne/Kyrenia soll ein Verein gegründet werden zu Ehren eines Heiligen namens Ömer. Anscheinend gibt es für diesen dort ein Grab – der Begleiter des Propheten Mohammed kann nicht gemeint sein. Unseres Wissens nach ist Letzteres auszuschließen.

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Interkommunal und fruchtbar

Ein Beitrag zur Kultur auf Zypern von Napi Waltone!

Am Rande der Altstadt von Nicosia, nahe beim Pafostor, wurde vor Jahren Teil des alten Palastes, Kasteliotissa, renoviert, welcher aus der Lusignanzeit stammt (Gotik). Er wird seither zur Freude vieler Musikliebhaber als Konzertsaal benutzt. Er hat eine feine Akustik und die ganz spezielle Stimmung, welche von dem alten Gemäuer ausgestrahlt wird, ist eine Augenweide und birgt großen Musikgenuss So auch wieder kürzlich, als ein Musikabend zu Ehren der Francophonie stattfand.

 

Das Programm war ausschließlich französischer Musik gewidmet, vor allem Chopin, Bizet, Massenet, Paul A. Genin und anderen.

Es war in jeder Hinsicht ein erwähnenswertes Konzert. Von den vier Artisten waren zwei griechisch- und zwei türkisch-zypriotisch. Am Klavier wechselten sich Fikri Toros und Agnes Sacca ab, wobei die letztere ihr Diplom vom renommierten „Conservatoire Royal de Musique de Bruxelles“ besitzt. Sie wählte, nebst Begleitung der Sängerin, ein Scherzo und die Fantasie Impromptu, op. 66, von Chopin. Technisch brillant spielte sie die beiden Stücke in rasantem Tempo und die einzelnen Phrasen rhythmisch fein moduliert. Fikri Toros hatte sich für verschiedene langsamere Stücke Chopins entschieden, wobei er nicht verhindern konnte, dass seine Interpretation leicht in Eintönigkeit ausuferte. Eran Raman, Flöte, hatte sein Instrument im Griff und begleitete die Sängerin Katie Economidou virtuos in Bizets „Romance de Nadir“ aus der Oper „Die Perlenfischer“ und Massenets „Elegie“.  Die Sängerin mit ihrem helleren Timbre als Mezzo Sopranistin konnte die gesungenen Lieder dem Publikum sehr schön darbringen und besonders einige Chansons von Edith Piaf, Jacques Brel und Georges Moustaki fanden viel Applaus. Der Flötist, Eran Raman und Fikri Toros am Piano ernteten ihrerseits das Hochgefühl des Publikums, als zum Abschluss Paul Agricole Genins „Carnaval de Venice“ in brillanter, facettenreicher Interpretation musiziert wurde. Die freudige Anerkennung des Publikums zeigte, wie beliebt dieses Stück ist. Im deutschen Sprachraum ist es als „Mein Hut, der hat drei Ecken“ bekannt.

2012-10-19 14.17.11

 

Der erfolgreiche Abend, der von rund 120 Personen besucht wurde, war in jeder Hinsicht gelungen. Die Musiker, in gelockerter Stimmung, hatten also eine gute Auswahl getroffen, der dem Geschmack des Publikums entsprach. Nebenbei wurde demonstriert, sozusagen, dass bi-kommunale Gemeinsamkeit möglich ist, wenn sie gesucht und mit Beharrlichkeit und Intensität ausgeführt wird – durchaus auf fruchtbaren Boden fällt.

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Mafiös?!

Wie bei der Mafia!?

Den Coffeeshop, den lesen Sie vielleicht ab und zu. Das ist eine Kolumne in der Sunday Mail Zyperns. Geschrieben wird die von jemand namens Patrocles. Falls Sie die Ausgabe vom 16. März 14 nicht gelesen haben, die wird im Anschluss auszugsweise übersetzt – weil sie so viel sagend über das ist, wie in Zypern die Uhren ticken. Man versteht danach wahrscheinlich besser, wieso sich auf Zypern aber auch gar nichts geändert zu haben scheint – im Prinzip.

„Dieses Unternehmen wird dem Beispiel von Prä Nik (Präsident Anastasiadis ist gemeint) nicht folgen, und würdevoll über den Pfennig-Grabscher Professor Panicos sprechen, weil er beschlossen hat, uns allen einen großen Gefallen zu tun, als er als Hauptgeschäftsführer der Zentralbank (Zyperns) zurücktrat. Wir sprechen nur nett über Leute, welche gestorben sind. Und da Panicos bei schrecklich guter Gesundheit ist, sehen wir keinen Grund, etwas nettes über ihn zu sagen.

Der Professor räumte nahezu 200 Riesen ab, um zurückzutreten – „hauptsächlich aus persönlichen und familiären Gründen“, welche wohl nicht existiert hätten, wäre die Auszahlungsofferte 50 Riesen gewesen.

Die wirkliche Überraschung dabei war, dass er sich mit so einem kleinen Betrag begnügt. Dies vor dem Hintergrund, dass er letzten Oktober um zu gehen – „hauptsächlich aus persönlichen und familiären Gründen“ – über eine Million € forderte. 1,6 Mille war sein Ausgangsbetrag gewesen, um genau zu sein.

Warum bloß hat er uns jetzt so einen großen Rabatt offeriert? Der Betrag deckt lediglich zwei der verbleibenden 3 Jahre seines Vertrages. Es wird spekuliert, dass er einen Handel eingegangen ist, zu einem drastisch reduzierten Preis. Er hatte wohl Angst, vor den Kadi zu geraten.

Als er diese Option (1,6 Mille) diskutiert hatte letztes Jahr, war noch keine Untersuchung im Gange. Daher konnte er seinen Preis derart benennen.

Der Betrag, auf den er sich jetzt einließ, war sogar 300 Riesen zu viel für jemand, der seine Pflichten so ungenügend erfüllte. Doch im Staatssektor wurde Inkompetenz und Fehler-Machen schon immer gut belohnt; und es wäre doch sehr unfair gewesen, wenn der Herr Professor gegangen wäre, ohne eine großzügige Belohnung für die Zerstörung des Bankensektors (der Insel), wobei er schließlich eine signifikante Rolle eingenommen hatte. Nicht jeder hätte das so fertig gebracht.

Vielleicht könnte die Bank of Piraeus (griechisch) den Staat mit Geld versorgen, wo sie doch die einzige Bank war, die von Panicos‘ Tagewerk als Hauptgeschäftsführer profitierte. Er war im wahrsten Sinne des Wortes deren Retter, als er die Operationen des zypriotischen Ablegers dieser Bank in Griechenland zu einem fünftel des Werts der Einlagen verkaufte. So machte er die Piraeus wieder zu einer lebensfähigen Bank. 300 Riesen für so ein Geschenk ist das Mindeste, was die Bank dafür geben sollte.

Tagelöhner und Politiker, die ein Talent dafür haben, eine große Sache aus irrelevanten Details zu machen, sowie unwichtigen Techniken, nachdem sie jahrzehntelang sich mit dem Zypro (Zypernproblem) beschäftigt haben, wollten zu gern wissen, aus welchen Staatssäckel das Geld wohl stammt.

Warum war es nicht von der Zentralbank bezahlt worden? Und warum wurde Panicos eine derartige Kompensation bezahlt, wenn es dafür gar keine Regelung in seinem Vertrag gab?

Die Wahrheit ist, dass 300 Riesen eigentlich ein kleiner Preis ist, um endlich diesen desaströsen Hauptgeschäftsführer los zu werden. Wäre er weitere 3 Jahre im Amt geblieben, hätte sein Entscheid die Ökonomie ein paar hundert Millionen kosten können – das war also das beste Szenario, so.

Im schlechtesten Fall wären wir ohne Bankensystem auf der Strecke geblieben. Insofern war, ihn zu bezahlen, das beste, was die Regierung tun konnte – sogar auch dann, wenn das Geld vom Budget für Witwen und Waise oder alleinerziehende Flüchtlingsfrauen käme.

In einem kurzen Kommentar, welchen Panicos bezüglich seines Rücktritts machte, sagte Herr Professor: „meine Taten waren immer darauf ausgerichtet, Vertrauen und Sicherheit in unser Finanzsystem zu gewährleisten“. Das darf als unbeabsichtigtes Eingeständnis seiner traurigen Fehler angesehen werden.

Wären die Taten in Rede erfolgreich gewesen, hätte er wohl nicht darauf bestanden, dass seine Kompensationszahlung auf einem Bankkonto im Ausland landet. Wie auch immer man die Sache betrachtet, dass das Geld ins Ausland überwiesen wird, dass das zu einer der Bedingungen seines Rücktritts gemacht worden ist von ihm, ist nun wirklich nicht ein Verweis des Hauptgeschäftsführer auf die Sicherheit unseres Finanzsystems.

Hätte er das Geld in einer Bank auf Zypern belassen, wären wir in der Lage, seiner großspurigen Angabe zu glauben: „Ich habe immer im besten Interesse unseres Landes gehandelt!“ Der Transfer des Geldes ins Ausland (davon abgesehen) war eh eine Verletzung der Kapital-Kontroll-Bestimmungen, welche von der Zentralbank (selbst) veranlasst worden war (in Folge der Finanzkrise) – wen scherts!

Wenig ist bekannt außerhalb der Zentralbank, über das Personal Security Team, welches auf Anweisung von Panicos angemietet worden war, gleich nachdem er übernommen hatte und das direkt vom Budget des Hauptgeschäftsführer bezahlt wurde – ein Budge, welches nie von jemand je kontrolliert wird. Besagtes Team gab der Bank das Image eines Mini-Polizei-Staates. Die gutbepackten Jungs liefen herum, Leute kontrollierend.

Viere der Gutbepackten wurden als Chauffeur angeheuert – zwei Chauffeure waren ja schon dort beschäftigt. Einer ging dann in Rente und der andere wurde den Blumentöpfen zugeteilt; verantwortlich dort war ein ehemaliger Froschmann, der als Security Consultant angeheuert wurde. Da waren noch zwei Weitere: ein Ehemaliger von der Nationalgarde, aus deren Kommando, und eine Frau, die angeheuert wurde für die Frau des Hauptgeschäftsführers (die, wohl gemerkt, in England lebt). Nicht erwähnenswert (sind da schon fast) die 7 Security’s für Panicos, der offensichtlich darauf steht, wie ein War-Lord rumzulaufen.“

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Im oben übersetzten Artikel ist in der Folge die Rede von den 3 DIKO-Ministern, die Präsident Anastasiadis gezwungen war, aus ihren Ämtern zu entheben, um Averof von der DISY bei Laune zu halten. Der Autor schreibt, es wisse doch schließlich jeder, Leute treten der DIKO bei, um am Arbeitsplatz eine Promotion zu erhalten, um die Kinder in einer halbstaatlichen Organisation unterzubringen, die bekanntlich die gleichen versorungstechnischen Sicherheit zu bieten hat, als würde beim Staat selbst gearbeitet werden.

Als Anastasiadis 3 neue Minister in ihre Ämter ernannte, soll er geweint haben, nach Patrocles. Versteht sich, dass er beißenden Spott für diese Tränen übrig hat: „ Es war ein Schock, ihn weinen zu sehen, wegen so was Trivialem. Ehrlich, waren die Amtsenthebungen von Fotiou, Kenevezos und Petrides aus dem Kabinet wert, dass man deswegen weint? Würden sie einen Verlust für die Regierung (überhaupt) darstellen? Der Präsident sollte überfroh sein, diese Loser (endlich) los geworden zu sein.

Nik haben wir zuvor noch nie in Tränen gesehen. Es scheint, der letzte Erzbischof hat da einen Trend gesetzt 2004 (er weinte vor der Republik). Das war sogleich nachgemacht vom Genossen (Ex-Präsident Christofias ist gemeint), der in der Öffentlichkeit für AKEL weinte.

Was ist es, dass diese Typen so fürchterlich emotional werden lässt? Warum sehen die sich alle als gutherzige Großväter, die gut zu jedermann sein wollen?

Wir wollen den Nik, der Aschenbecher nach Leuten warf, die ihm die Stirn boten als Präsident und keinen senitmentalen Softy, der geliebt werden will!“

In seiner Rede am literarischen Denkmal des Evagoras Pallikarids fügte der Präsident der Republik, Nikos Anastasiadis, hinzu, dass, wenn weiterhin gezögert werde, und die unhaltbaren Zustände weiterhin zugelassen würden, „dann werden wir noch über den Trümmern weinen und uns wundern, wo der einstige Griechisch-Zyprer ist, oder, wo wird der Zyprische Hellenismus noch landen?“ Das Zitat entstammt aus der Newzup vom heutigen Tag.

Ob Nikos Anastasiadis gerade durch eine Depression geht? Etwas mitgenommen erscheint er auf dem Foto der Newzup durchaus http://www.cytoday.eu/index.php?id=357&nid=2741062, finden Sie nicht auch?

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Sanktionen

Bei der Schwere des Vergehens, welches Uli Hoeness begangen hat, sind 3,5 Jahre ja wohl eher ein Witz. Und dann scheint fraglich, ob er die Haerte einer solchen ‚Strafe‘ je so richtig zu spueren bekommt – so wie eben andere, ganz ’normale‘ Gefangene. Die Kanzlerin fand es offenbar ganz toll, dass Hoeness gedenkt, die Strafe anzutreten. Nein, wie heroisch, ach, wie volksnah von Herrn Hoeness. So aehnlich las sich, was Frau Merkel gesagt haben soll – peinlich, peinlich.

Immerhin, Hoeness hat eine Strafe erhalten, entgegen unserer Annahme (siehe Artikel davor). Es scheint also noch nicht all zu schlimm zu stehen mit der herrschenden Ungerechtigkeit im Lande. Nur, wenn da nicht die Rede von Freigang waere und dergleichen. Viele, die gerade einsitzen oder Bekannte, Familienangehorige und dergleichen haben, die in Knaesten der Republik wegschmoren, werden sich dadurch gewiss nicht ermutigt sehen, einen Lebensweg zukuenftig einzuschlagen, auf dem Kriminalitaet vermieden wird, weil es offenbar eine Art Hoffnung gibt, dass so etwas wie mehr Gerechtigkeit Einzug haelt (siehe Hoeness-Affaere).

Ja, ob die erste von Deutschland verhaengte Wirtschaftssanktion gegen einen – mehr oder minder befreundeten – Staat, also Russland, in Zukunft noch als krimineller Akt bezeichnet werden wird, laesst bereits darueber spekulieren, ob dem so sein wird.
Manche Leute scheinen nicht zu begreifen, zum Beispiel die an der Macht in den USA und der EU, dass sie es sind, die die Hand beissen, die sie naehrt.
Letzteres soll unter anderem besagen: Die Menschen, welche mit Putin als Staatsoberhaupt leben ‚duerfen‘, sind so einiges gewoehnt dort irgendwo im Osten der Welt. Indes ist zu bezweifeln, dass in einer Krisensituation (nicht genuegend Strom, sinkender Export, Inflation, schwelender Krieg etc.) ausgerechnet wir Westeuropaeer, insbesonders die Deutschen, das Standing haben, durch so etwas durchzugehen – auch vor dem Hintergrund, dass vielen bekannt ist, dass ein gewisser Teil der Bevoelkerung bekanntlich aus sogenannten Krisen fetten Profit schlaegt, waehrend der Rest Frust schiebt.

Und dann soll es sogar immer noch Leute geben, die bei solchen sonderbaren Sanktionen, wie von Aussenminister Steinmeier mitangedacht gegen Russland, verwundert gen Jerusalem schauen und fragen, warum eigentlich gegen Israel noch keine Sanktionen laufen; warum eigentlich – zugegeben etwas sehr weit hergeholt, aber dennoch nicht voellig von der Hand zu weisen – Spaniens Enklaven in Nordafrika als spanisches Staatsgebiet noch immer gefuehrt werden, und warum dort eigentlich kein Referendum dazu anscheinend ein Thema je gewesen sein soll; und wie kommt’s eigentlich, dass wir alle offensichtlich die Kroete geschluckt haben, die rechtlich durchaus anfechtbare und noch laengst nicht sauber geklaerte Uebernahme Hawaii’s durch die USA einst so unbestritten hinnehmen? Von Guantanamo auf Cuba und seinem ‚Erholungsheim‘ fuer angebliche Terroristen mal ganz zu schweigen.

Von dem redet schon gar niemand mehr sonderbarer Weise. Wahrscheinlich ist dem so, weil dort das Voelkerrecht und das Recht der USA selbst in so vorbildlicher Weise vorgelebt und eingehalten wird.

Und dann muss doch gleich noch gefragt werden, ob das zwar kriminelle Verhalten der NSA – anscheinend zum Guten fuer uns – nicht schon laengst als eine Art, sagen wir, General-Sanktion angesehen werden muss?
Und ob die, wenn auch bruechiger werdenden, Sanktionen gegen den Norden Zyperns rechtens sind vor dem Hintergrund, dass 2004 die Griechischzyprer mit NEIN gestimmt haben beim Annanplan und zur ‚Belohnung‘ auch noch in die EU aufgenommen wurden. Macht das zuletzt genannte Beispiel  etwa Sanktionen, die nun eventuell gegen Russland von der EU verhaengt werden, wirklich plausibler?

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Nicht dass Putin ein toller Typ waere. Nicht dass hier jemand wirklich glaubt, in Russland geht der Stern einer neuen, modernen, besseren Welt auf. Nein, Putin ist ein Despot. Doch wie soll man die Politiken des Westens bezeichnen? Demokratisch? Human? Nicht-imperial?

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Ausgerechnet zum 1. April 2014 wollen sich die Staatsoberhaeupter der EU und fuehrende Vertreter der UNO in Bruessel zu Gespraechen ueber Zypern und den Wiedervereinigungsprozess dort treffen. Zum Scherzen duerften den Beteiligten an diesem Treffen weinig zumute sein, ist zu vermuten. Bleibt zu hoffen, dass Anastasiadis, Praesident der Republik Zypern, von ihnen endlich noch klarer dazu gedraengt wird, sich den Tuerkischzyprern zu oeffnen, ohne dabei andauernd in Angststarre zu geraten, nur weil Teile der Opposition und der Nationalisten im Land gleich von Vaterlandsverrat und dergleichem losschreien.
Gespraeche ueber den Hafen von Famagusta und der weggeschlossenen Stadt Varosha sollten am 1. April erst gar nicht anvisiert werden – und schon gar nicht mit der griechisch-zyprischen Seite. Letzteres auch, um eindeutiger fuer Nikosia klare Zeichen zu setzen, damit endlich verstanden wird, dass in Bruessel verhandelbare Grundlagen gesehen werden wollen, die die Republik Zypern vorlegt; und dass man es leid ist, auf Grundlage von Wortblasen in Gespraeche zu gehen, die, wie das NEIN der Griechischzyprioten zum Annanplan zeigt, ein in Aussicht gestelltes JA‘ Nikosia’s – wieder – hintertreiben.
Desweiteren sollte jemand den Herren und Damen von der UNO und der EU am 1. April den dringlichen Vorschlag machen, die eventuell bis dahin gefassten Sanktionen gegen Moskau nicht bis auf Zypern gaenzlich auszuweiten. Zypern ist bekanntlich stark frequentiert von russischen Firmen und Privatleuten. Dieses Terrain sollte man nutzen, a) um Zypern eine Perspektive in Sachen wirtschaftlicher Entwicklung zu weiterhin zu gewaehrleisten, und b) um mit Russland etwas ausserhalb der Scheinwerfer der medialen Oeffentlichkeit so etwas wie neu-alte Bande zu schliessen bzw. zu erhalten.

Sanktionen, berechtigt hin, unberechtigt her, erscheinen im Fall Zypern, so wie eigentlich auch in Gesamteuropa, am Schluss wohl eher als Tritt ins eigene Hinterteil herauszukommen.

Kann aber gut sein, dass sie ungeahnte Entwicklungen zeitigen – hoffentlich zum Besseren, und warum nicht mal fuer Alle!

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