Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for September 2013

Auch die Österreicher scheinen eine große Koalition gewählt zu haben, um eine Regierung zu bilden. Das hat offensichtlich was. Immerhin haben es die Ost-Alpländer geschafft, die Partei der Neos aufs Trapez zu bringen. In Deutschland fehlt so etwas, leider.

 

Gestern im Fernsehen musste man sich erneut anhören, dass Demokraten miteinander sprächen – bezüglich der Koalitionsbildung. Diesen Spruch hört man von rot, grün oder schwarz andauernd dieser Tage; und sie alle sind dann immer im vollsten Bewusstsein darüber, ist anzunehmen, verdammte Lügner, Heuchler zu sein. Denn wenn die sogenannten Demokraten miteinander demokratisch verfahren würden im deutschen Parlament und vor der Presse, würden sie selbstverständlich auch Gespräche mit der Linken führen – eben schon allein deswegen, weil Demokraten angeblich miteinander sprechen. Dass die Medienlandschaft Deutschlands gelenkt ist, also alles andere als unabhängig, belegt unter anderem diese stillschweigend abgezogene Nummer, die die Linke – deren Anhänger wir nun wirklich nicht sind – ausgrenzt, und zwar undemokratischst.

 

Was auch immer bei den Koalitionsverhandlungen in Deutschland oder Österreich heraus kommen wird, die Zyprer haben vorerst Mal ihr Säckle mit recht viel Kohle gestopft – jedenfalls so, dass man nicht all zu tief in die eigene Tasche zu greifen braucht vorerst. Insgesamt wurden 4,5 Milliarden € vom Europäischen Stabilitätsmechanismus (Esm) von Nikosia abgegriffen für die Rekapitalisierung der Banken, was doch wohl für sich besehen, schon eine Leistung ist, die honoriert gehört. Obgleich, diese Frage kommt da schon auf: und was kommt von diesen Geldern bei Jorgos und Maria an?

 

Ihnen, verehrte Leser, wird gewiss noch in Erinnerung sein, dass der ESm seit Oktober 2012 intergovernmental arbeitet – das heißt, regierungsübergreifend, also zwischen den Regierungen jeweils derart vermittelt, dass ihre, wie auch immer geartet schlechte Lage, verbessert und somit stabilisiert wird mit entsprechenden Maßnahmen. Versteht sich, dahinter steckt im Grunde der Europäische Währungsfond. Bekanntlich sind 17 europäische Staaten Aktionäre des ESm. Sein Kapital beläuft sich auf 700 Milliarden €. Maximal kann der ESm 500 Milliarden € leihen.

 

Denken Sie nun bitte nicht, dass das zuvor Geschriebene das Vorgeplänker sei um sich im Folgenden zu beklagen.

Nein!

Denn in Zypern, Sie haben es sich gewiss gedacht, herrscht trotz Krise so richtig Hoffnung, dass alles wieder blitze-klitze gut wird – wie einst und besser noch.

Der Minister für Verkehr und Tourismus, Herr Tassos Mitsopolus, hat sich letztens in Paralimni eingefunden, Region Ammoxostos. Da traf er auf Geschäftsleute und die dortigen Damen und Herren vom Amt und war ganz angetan.

Paralimni müsse man jetzt, wo es etwas in die Krise gekommen ist, helfen, denn dieser Ort sei es schließlich gewesen, der Zypern einst dazu verhalf, touristisch eine Art Magnet für Sonnenhungrige und Freunde des Altertums zu sein. Eigentlich liefe es ja schon hervorragend in Sachen Krisenbewältigung, doch zusötzlich könnte jetzt endlich der Tourismus auf Zypern auch im Winter seine goldene Seite zeigen. Der Minister konkretiesiert: “für den Wintertourismus erwarten wir 150.000 mehr Touristen als das Jahr zuvor!” All das wird so sein, meinte er, dank eines Programmes (namens παροχής κινήτρων), welches seit geraumer Zeit in Anwendung ist.

Unter amderem wird mit dem Programm versucht, “neue Airlines anzuziehen, besonders aus Russland”. Und wie immer, wenn solche tollen Dinge verkündet werden, ist es auch diesmal so, dass noch verhandelt würde – also noch gar nichts in trockenen Tüchern zu sein scheint, vermuten wir. Letztes Jahr habe dieses Programm bereits 5.500 Personen nach Zypern gelockt.

Der Minister klingt jedoch zuversichtlich auf Nachfrage, dass es das kommende Jahr 150.000 Touristen sein werden. Wie von 5.500 auf 150.000 gekommen werden soll, weiß gewiss noch Afrodite, und selbstverständlich Minister Tassos Mitsopolus.

Auf die Frage, ob denn auch an Touristen aus anderen Regionen der Welt gedacht worden sei bei diesem Programm, antwortet der Verkehrs- und Tourismusminister Mitsopolus ausweichend.

 

Der Bürgermeister von Paralimnis betont indes ausdrücklich seine Zufriedenheit mit der neuen Regierung von Anastasiadis. Er findet, es würde “ein neuer Wind blasen.”

 

Zum Treffen der Europaparlament-Minister in Straßburg haben sich Stella Kiriakidu, die die Vorsitzende ist, Athina Kiriakidu, Jorgos Lukaidis, Herr Panikos Purguridis Gabriella Maranguund Nikos Nikolaidis auf den Weg gemacht. Bis zum 4. Oktober werden sie die Republik Zypern dort vertreten, versteht sich, jeder auf seinem Terrain.

 

istanbul2011 014

 

Auf der türkisch-zyprischen Seite sind die Politiker auch nicht ganz untätig. Der Präsident Eroglu war nämlich kürzlich im Turkish House von Washington (wie auch der türkisch-zyprische Außenminster Nami), wo er auf den türkischen Präsidenten Gül traf, aber auch Gelegenheit fand, mit Diplomaten anderer Länder zu sprechen. Zum Beipiel hat er eine Einladung der Organisation der Islamischen Kooperation wahrgenommen.

Letzteres ist insofern immer wieder bezeichnend, da Politiker Nordzyperns ja Art geächtet sind und jedes Mal, wenn sie zu solchen Anlässen auf internationalem Bankett geladen sind, vorrangig im Süden Zyperns großen Unmut verursachen. Letztere hätten gern, dass die türkisch-zyprischen Politiker auf ganzer Front, wenn so gesagt werden darf, ausgeschlossen sind und bleiben.

DerAußenminister Nami traf bei der Gelegenheit in New York noch auf den Außenminister von Qatar, dem er für die Unterstützung Nordzyperns dankte.

Abdullah Gül, Präsident derRepublik Türkei, hatte angemerkt, nachdem er seine Rede bei der Generalversammlung der UN in New York gehalten hat, dass die griechisch-zyprischen Vertreter – wie sonst – diesmal den Saal nicht demonstrativ verlassen hätten. Das sei schon mal, fand er im Interview mit einem US-Blatt, ein gutes Zeichen in Richtung Kooperation miteinander. Gül schlug daraufhin frisch und frei von der Leber vor, warum nicht eine zusätzliche Säule im südöstlichen Mittelmeerraum erbauen, die aus Griechenland, Zypern und der Türkei bestehen könnte?

Ein nicht unattraktiver Vorschlag. Man darf gespannt sein, wie die Anastasiades-Regierung in Nikosia diese Charme-Offensive aus Ankara begegnen wird.

 

Ja, wenn da nicht der Streit um zum Beispiel Varosha wäre. Der nordzyprische Oppositionspolitiker Özürgün machte erneut klar, dass der Norden sich Verhandlungen mit dem Süden nur auf gleicher Augenhöhe. und sonst nichts anderes, vorstellen kann. Was Varosha, die mit Stacheldraht umschlossene Stadt vor Famagusta, die unbewohnt ist, anginge, mag er mit Nachdruck dem Eindruck entgegenwirken, der über die Jahre entstanden zu sein scheint, dass Varosha nie nur griechisch-zyprisch war, sondern dass die Türkisch-Zyprioten dort sehr wohl auch eine intensive und vor allem nachweisbare Verwurzelung aufzuweisen haben.

XxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxDass das Verhältnis mit Israel für die Türkei längst noch nicht normal genannt werden dürfe, sagt der türkische Außenminister Davutoglu, läge daran, dass Tel Aviv lediglich eine Bedingung der Türkei bislang erfüllt habe. Ja, Tel Aviv habe sich entschuldigt für den Tod bringenden Angriff auf das türkische Schiff Mavi Marmara, welches Hilfgüter für Gaza an Bord hatte. Indes seien die anderen beiden Bedingungen, Wiedergutmachungszahlungen für die betroffenen Familien und die Aufgabe der Blockade Gazas, noch nicht erfüllt worden.

Wir schließen daraus, dass die von Gül vorgeschlagene Kooperation mit der Republik Zypern in der Region noch nicht auf Israel erwetert werden kann, mit welchen die Republik Zyper bekanntlich schon dicke, wie man sagt, zusammen arbeitet.

 

Zuguterletzt eine weitere Nachricht zu diesem Themenkomplex. Denn in New York haben sich die miteinander Verhandelnden zyprischen Seiten offenbar versprochen, sich im Land des jeweiligen Garanten (also Griechenland und Türkei) zu treffen. Das würde bedeuten, Anastasiades hätte derart zugestimmt, Nordzypern auf gleicher Augenhöhe zu treffen, was aus der Sicht der griechisch-zyprischen Falken natürlich nicht geht. Lesen Sie hierzu folgenden Auszug aus der Press and Information Office der Republik Zypern:

 

Under the title “The devil is in the wording”, Turkish daily Hurriyet Daily News (26.09.13) published the following article by Yusuf Kanli

There is jubilation in the team of Nikos Anastasiades, the Greek Cypriot leader. It’s no joke, they have achieved something that no other Greek Cypriot leader has managed over the past so many decades since the 1974 Turkish intervention in Cyprus. Thanks to American background diplomacy, Turkey has succumbed to the demands of opening “direct talks” with the Greek Cypriot leadership, bypassing the Turkish Cypriot side. The success was so great that even if no success is achieved on Varosha or any other issue, Anastasiades might complete his five-year presidential tenure and go to the electorate in 2018 as a victorious leader who has achieved a landmark success: Direct talks with Turkey. Although there are some people thinking more soberly, that’s the general mood on the Greek Cypriot side.

What was that great achievement? Meeting on the sidelines of the U.N. General Assembly, the Turkish and Greek foreign ministers agreed reciprocal visits by representatives of the two leaders of Cyprus to Turkey and Greece. The crux, or perhaps the devil, is hidden in the wording. In those visits, the representatives of the two leaders on Cyprus would be received “on equal footing.” What does that mean? Neither would be received as an envoy of the state or of a community, but both as presidential envoys enjoying the same status.

If Turkey is to receive the Greek Cypriot envoy, according him the same status that Greece would be according the visiting Turkish Cypriot envoy, this would mean Ankara has recognized the Cyprus Republic. With the same logic, Greece receiving the Turkish Cypriot envoy would mean that Athens has recognized the Turkish Republic of Northern Cyprus. With such oddities, Anastasiades of course might try to appease the Greek Cypriot public, but they are not conducive at all to the notion of peacemaking. Presenting the development in terms that Turkey has succumbed to successful Greek Cypriot diplomacy supported by Washington and Tel Aviv cannot be conducive at all with the spirit of talks that the Turkish Cypriots assume will resume soon.

To start with, the idea of Turkey and Greece receiving representatives of the two leaders of the leaders of two sides on Cyprus was first offered by U.N. Secretary General Ban Ki-moon during the 2011 meeting in Geneva with Turkish and Greek Cypriot leaders. The Turkish Cypriot side immediately accepted the proposal on the condition that representatives of the two leaders were treated equally.” 

 

Read Full Post »

Architektur in und aus Österreichfür Zypern

Die Zyprioten sind leider noch nicht einigermaßen energiebewusst im Allgemeinen. Wind- und Solarenergie befinden sich im Anfangsstadium und der Wasserhaushalt läuft ganz gewiss nicht auf Sparflamme. Anstatt einer Aufklärung über das Wassersparen, werden weitere Entsalzungsanlagen gebaut, vor allem zum Ärger der (seriösen) Umweltschützer.

Wasser ist zum Politikum geworden.

Für landwirtschaftliche Zwecke wird noch immer viel zu viel Wasser verschwendet, und auch die Haushalte gehen nicht sparsam mit dem kostbaren Nass um. Die Entsalzungsanlagen laufen besonders bei regenarmen Wintern, wenn die Stauseen sich daraufhin leeren, dann wird noch ausgiebiger Süßwasser kostspielig aus dem Meer gewonnen, sprich:  entsalzt.

Politiker jeglicher Couleur brüsten sich, die regelmäßig anfallende Wasserknappheit des Landes im Griff zu haben. Ein Großteil der Bevölkerung weiß allerdings nichts davon, dass die dafür notwendigen Manipulationen letztlich mit ihren Steuergeldern bezahlt werden.

Entsalztes Meerwasser ist nun Mal um das Mehrfache teurer.

Von Energiesparen wird auf Zypern dennoch vermehrt geredet, aber zu wenig getan, ganz im Gegensatz zu den meisten nord-europäischen Ländern, wo Politiker einsehen, dass damit beim Volk Rückhalt gewonnen werden kann.

Die Österreichische Botschaft hat diese Angelegenheit beim Schwanz gepackt und eine bemerkenswerte Ausstellung darüber hier auf Zypern geschaffen. Die Organisatoren haben zum Hauptthema die sorgfältige Handhabung von natürlichen Ressourcen im weitesten Sinne innerhalb  einer Umweltpolitik eines Staates im Blick. Man wird nicht umhinkommen zu behaupten, es sei wohl hoch willkommen, dass die Österreichische Botschaft dieses Thema derart einem breitgefächerten Publikum bewusst macht in ihrer Ausstellung „Form & Energie Architektur in und aus Österreich“. Auf 7 Tafeln wird übersichtlich und mit Text das Thema folgendermaßen abgehandelt.

1. Grundenergie. Exemplarische Möglichkeiten und Inventionen. Mit entsprechendem Design und im technischen Bereich wird dies gezeigt in Form von einigen Beispielen an Schulgebäuden, Sozialeinrichtungen und Kraftwerken.

2. Verkehrsstrukturen: Öffentlicher Verkehr, Bahn, Brücken und Bergbahnen. Hier herrschen im Gegensatz zu den vielen andern Bauten, Betonkonstruktionen vor, die in Form und Ausführung der neusten Umwelttechnik entsprechen.

3. Eco-rationale Methoden: bei dieser Art Architektur für Gemeinschaftszentren, Altersheime und moderne Wohnüberbauungen wird Holz bevorzugt, wobei Österreich im Allgemeinen einer der großen Lieferanten dieses Rohstoffes ist.

4. Niedrigtechnik: vor allem Einfamilienhäuser

5. Mentale Räume: Schulhäuser, Kultur- und religiöse Zentren, farbig offene und liberale Strukturen, wobei ebenfalls sehr viel Holz verwendet wird

6. Erholung und Freizeit: Sporthallen, Wellness und Hotels

7. Produktion und Verteilung: Handelshäuser, Industriekomplexe, Handwerk. Gebäude in denen weder eine Fabrik noch eine handwerkliche Tätigkeit vermutet werden könnte.

In den Erklärungen zur Ausstellung meint Otto Kapfinger, der Kurator und Verleger von „Form & Energie, Architektur in und aus Österreich“: Ein unorthodoxer, kurzer Rückblick auf die Geschichte österreichischer Architektur beweist die fundamentale Stärke für Design,  und die Annahme der Herausforderung für neue technische Module und soziale Energien in der Bauindustrie, welche gleichzeitig neue und nachhaltige Horizonte schaffen. Ebenso berücksichtigt wird der Trend zur Energie Effizienz und struktureller Qualität.

Diese Ausstellung konzentriert sich mit Nachdruck auf neue Aspekte umweltgerechten Bauens, und zeigt anhand von Modellen, dass regional wie global in ästhetischer wie funktionaler Art jegweder Bau oder Konstruktion an die Umwelt angepasst werden kann; ebenso wird dargestellt, wie erneuerbare Energiequellen angezapft und zum Schutz der Umwelt genützt werden sollten.

Zu hoffen ist, dass die Planungsbehörde von Zypern in Nikosia auf staatlicher oder regionaler Ebene diese Ausstellung sich genau angucken geht, und dann die nötigen Schlüsse zieht. Das Gleiche gilt für die zyprischen Architekten, von denen allzu viele sich nicht um umweltrelevante Fragestellungen bei ihrer Arbeit kümmern und somit ihr Energiesparwillen in nur wenigen bislang vorgesehenen Konzepten Einlass erhielt. Visionen dieser Art sind allerdings auch bei staatlichen Stellen meistens nicht erwünscht.

Read Full Post »

Die Wahl der Qual

Oder: Wahlen, Türken und die Türkei

Lysistrata von Aristophanes, eine Komödie aus dem alten Griechenland erfreute gestern unsere Herzen – in Rheinfelden im Bürgersaal.

Die Frauen Griechenlands standen vor der Wahl, so wie wir morgen: entweder den Männern Liebesentzug angedeihen zu lassen, und so wohl auch sich selbst, oder aber weiterhin in Kauf zu nehmen, dass ihre Ehepartner von Schlacht zu Schlacht ziehen der Ehre und des Ansehens wegen. Die List hat geklappt, auch in der etwas sehr entzahnten Aufführung in Rheinfelden – es war aber dennoch gute Unterhaltung, sehenswert, weil es sympathisch rüberkam. Die Lehre aus der Geschichte: Verzicht ist nicht immer das Schlechteste, wenn etwas zur Wahl steht.

Letzteres soll Sie, verehrte Leser, nun nicht darin bestätigen oder gar ermutigen, morgen nicht zur Wahl zu gehen. Vielleicht geben Ihnen die vorangehenden Zeilen vom Verzicht irgendwie einen klitzekleinen Impuls bei Ihren Wahlentscheid?!

 

In Deutschland sind Wahlen und alle gehen hin. In der Türkei richtet sich die politische Elite auf Verlängern ihrer Privilegien ein und alle gucken zu.

In der Sabah vom 20. September schreibt Mehmet Ali Berber: “Während in der AK-Partei das Kriterium der 3 Legislaturperioden diskutiert wird, wundern sich die Alfatierchen der Partei, wie sie wohl ihre Politkarriere trotz der Regelung weiter betreiben können. Von Tayyip Erdogan konnte erfahren werden, dass mit diesen Personen in der Partei weiterhin gearbeitet werden wird, also auch nach 3 Legislaturperioden.

Während eine unterschiedliche Formel gesucht und diskutiert wird, um die Parteiverfassung zu ändern, und ob man sie ändert, hat Erdogan dieser Diskussion ihren Schlusspunkt gesetzt.

Wie zu erfahren war, werden die Alfatierchen der Partei in die Zentrale verbracht. Die Aufgaben und Pflichten, die sie dort aufnehmen, werden in der neuen Legislaturperiode (dann halt) im Bereich Fortbildung angesiedelt sein.”

Und wie es der Zufall will, werden diese Leutchen beratende Funktionen dort einnehmen. Sie werden sich als Art “Wegweiser” für die jungen Kader der Partei einbringen, wird geschrieben.

In anderen Worten, könnten Sie denken, verehrte Leser, die AKP-Regierungspartei der Türkei baut innerparteilich das auf (Partei in der Partei), was sie im Staat namens Türkei gerade mit aller Mühe abbaut, nämlich, den sogenannten “Staat im Staat”.

Bekanntlich hat das Militär noch vor kurzem diese Rolle im Staatswesen der Republik Türkei innegehabt.

 

Das eben beschriebene Muster dahinter kommt einem irgendwie bekannt vor, stimmt’s?

Man denkt da vielleicht gleich an Israel, welches Palästinenser wie in Konzentrationslagern hält – vor dem Hintergrund der Auschwitz-Erfahrung. Oder an die Bundesrepublik Deutschland, welche auf dem Pfad ein demokratisches und humanes Aussehen von sich zu kreieren, doch glatt irgendwie dennoch nicht davon lassen kann, mit Gift was am Laufen zu haben; nur dass es diesmal, versteht sich, zwar ebenfalls ‚zum Wohle‘ des Volkes (vordringlich der Wirtschaft) sein soll, eben ganz anders als beim ersten Mal (KZ). Vertickt wurde das Gift an Syrien, womöglich so Entwicklungshilfe betrieben – und vielleicht/gewiss wird das Zeug noch immer irgendwie verschoben. Es soll ja noch andere Krisenregionen mit Führern der Marke Assad geben und Leute in Berlin, die das Wort Verzicht nur in Sonntagsreden wahrnehmen.

Ja, und solche giftigen Dinge, wenn man sie denn an ehrenwerte Herrschaften wie den Herrn Assad verkauft hat und sich rechtfertigen muss deshalb, die müssen dann selbstverständlich noch geprüft und geklärt werden, und ob das verkaufte Material denn auch wohl für Assad’s Art von Gaskammer in Gebrauch gekommen sein könnte? Das wird wahrscheinlich so lange geprüft, bis kein Hahn mehr danach kräht, bis die Öffentlichkeit, angeekelt von der andauer wiederkehrenden Thematik, gern auf eine weitere Dosis dieser medialen Kost verzichtet!?

Als Saddam Hussein Kurden im Irak mit Giftgas elendlich verenden ließ, war der Aufschrei in der Welt schließlich auch nicht länger als zwei-drei Wochen. Und dass es den ‚guten‘ Saddam dann doch erwischt hat, hatte mit primär anderen Dingen zu tun, und auch nicht sekundär mit jenem Massenmord an kurdischen Zivilisten, die das Pech hatten, eben Kurden und keine Leutchen aus der sogenannten Erstenwelt zu sein.

Es ging damals, wie wir nun schon länger wissen, ganz plump und gemein ums Erdöl vorwiegend, als Saddam reumütig aus dem Erdloch in den sicheren Tod ‚geführt‘ wurde.

Mehmet Barlas schreibt in der selben Ausgabe der Sabah: “Die in der Türkei in ihrer Existenz, Sprache und Kultur Null zählenden kurdischen Landsmänner, sind nun durch ihre politischen Führer in der Türkei und auf politischem Wege so weit, eine Rolle spielen zu können.”

Dieses Zitat eignet sich einfach als Überleitung, wobei der Akzent auf “eine Rolle spielen” gelegt wird.

Denn, so ist zu erfahren, es leben in Deutschland 5.8 Millionen Stimmberechtigte, die einen türkischen Pass haben oder aber aus diesem Land stammen, sei es in erster, zweiter oder gar dritter Generation. In der Parteienlandschaft der BRD gibt es 36 Menschen, die der eben beschriebenen Herkunft oder Kategorie entsprechen sollen. Was die Wahlberechtigten angeht, soll es 2 Millionen 987.000 weibliche und 2 Millionen 853 männliche davon geben in Deutschland. Von denen, die mit 18 Jahren das erste Mal berechtigt sind dieses Jahr, sich an der Wahl zu beteiligen aus diesem Spektrum der Gesellschaft, soll es um die 534.000 Personen geben.

In der Sabah wird auch die Angelegenheit mit den Überhangsmandaten kurz erklärt, welche es zukünftig so nicht mehr geben wird. Bekanntlich kann es nach der Wahl 2013 dazu kommen, dass es daher anstatt vormals ungefähr 620 Abgeordneten für den Bundestag, nun 680 vom Steuerzahler für ihre Arbeit zu Ernährende geben wird. Pro Abgeordneten sollen jährlich Kosten von knapp einer Million entstehen, genauer: 592.000 €.   

     

Dass der US-amerikanische Banken-Guru Bernanke weiterhin billiges Geld auf den Markt werfen will, wird von Süleyman Yasar, dem Ökonomie-Journalisten der Sabah, als positiv bewertet für die Türkei. Es sei ermittelt worden, dass selbst wenn in Syrien zum Beispiel die USA direkt eingegriffen hätte, der Umtauschwert der türkischen Lira auf dem Markt davon nicht groß beeinflusst worden wäre.

Yasar fragt sich des Weiteren, warum Polen, ein Land, welches in allen Bereichen schlechter dasteht als die Türkei (Wachstumsrate 0,8 – 4,4, Arbeitslosigkeit 13%  – 8,8%, Verschuldung der Kommunen 74% – 36%) von Fitch und Moody’s in die Klasse A gehievt wird und die Türkei nicht? Yasar findet, dass Polen durchaus ein Land ist, welches mit der Türkei in Vergleich gesetzt werden kann – und beide seien ökonomisch besehen eh Mitglieder der EU, auch die Türkei (siehe: Zollunion)!

Read Full Post »

Eigentlich ist die Makarios Straße von Nikosia jahrelang der Ku-Damm Zyperns gewesen. Doch so wie in Berlin die Unter den Linden Straße im ehemaligen Ostteil der Stadt dazu kam, ersterer, dem Ku-Damm in ehemalig Berlin West, den Rang streitig zu machen, ist dies auch der Fall mit der Ledra Straße in der Hauptstadt Zyperns – obgleich eine Wiedervereinigung des Landes noch aussteht.

Die Ledra liegt unmittelbar am Rande der Altstadt von Nikosia, und verbindet seit einiger Zeit den Süden mit dem Norden – dort gibt es einen der Grenzübergänge. Dieser Grenzübergang in der Ledrastraße ist aber nur für Fußgänger.
Die Ledra hat eine Eigenschaft, die erst seit knapp einem Jahr an Gewicht gewinnt, eigentlich relativ spät bedenkt man, dass die Grenzöffnung schon ein paar Jahre zurückliegt: sie hat eine kleine Parallelstrasse, die Onasogoru.
Einst war die Letztere ein Schmuddelgässchen, wo Chinesinnen unter anderen auf Kundenfang gingen und überwiegend Ponti’s angesiedelt worden waren, Griechen vom Schwarzmeer (siehe I. Weltkrieg). Die Ponti’s werden ihren billigen Wohnraum dort gewiss schon bald verlieren. Denn es öffnet in der Onasogoru nämlich inzwischen ein chicer Laden nach dem anderen.

Uns hat schon immer verwundert, was die Ausgeher ins Nachtleben all abendlich und sogar schon am frühen Morgen in die Makarios Straße einst drängte, in jene wenig attraktiven Lokalitäten, die zwar den Extrabonus Autoabgase und Autolärm vorweisen konnten plus hohe Preise und pseudo-künstlichem Chic. Aber gemütlich sah und sieht anders aus.

Offensichstlich hat die anscheinend vorherrschende Krise den Sinn für das Nostalgische und etwas Gemütlichere wiederbelebt bei den Zyprern. Die an die Ledra sich anschließende Altstadt entwickelt sich zum Kneipenviertel – irgendwo muss die Stütze und das undeklarierte Geld ja ausgegeben werden; ganz zu schweigen von der Staatstütze, die von anscheinend immer mehr Personen bezogen wird, obgleich noch immer ein großes Haus, ein großes Auto und dergleichen üppig besitzt werden.

Geschichten vom Betrug am Sozialwesen des Staates kennen Sie gewiss zur Genüge aus der Schweiz, Deutschland oder Österreich – und von andernorts selbstverständlich. In Zypern indes hat der Staat noch keine genügend effektiven Mittel entwickelt, ist zu lesen und zu hören, diesen ‚Sport‘ wirkungsvoll und vor allem nachhaltig zu unterbinden.
Es muss hier bestens, wenn schon von “Sport” zuvor geschrieben wird, noch darauf verwiesen werden, dass es genügend Vorbilder in den Manager-Etagen, Unternehmerkreisen und im Parlament von Zypern etc. gibt, die ein Nachahmen dieser Sportart, jeder auf seine Weise, als das Nachvollziehbarste in der Welt eventuell begreifen lässt.

Doch Ordung, die muss sein! Was liegt da näher, als diese eben angesprochenen Dinge weiterhin stiefmütterlich oder -väterlich zu behandeln und anstatt den Zorn und die allgemeine Aufmerksamkeit auf diejenigen zu lenken, die sich schon wieder bereichern wollen, auch wenn diese Herrschaften sichtbar dafür arbeiten – bzw. arbeiten lassen.
Gemeint ist der Unmut über die Cafe- und Restaurantbesitzer in der Ledra, der Onasogoru und den Seitenstraßen dort, die so viele Tische und Stühle auf die Straße stellen, dass die dicken Autos, dürften sie dort fahren, wohl gerade mal so noch durchpassen könnten.
Kurz: einige Zyprer gönnen den anderen nicht die Butter aufs Brot! “Anarchie!” sei das Wegeverstellen durch die Cafe-Betreiber.

Wer sich dort mal hinbegibt, wird sehen, dass für Fußgänger durchaus noch genügend Platz belassen ist, so dass zwei Personen nebeneinander gehen können, ohne in Bedrängnis zu geraten oder sich gegenseitig auf die Füße zu treten. Das Rathaus von Nikosia wird nun dennoch Abhilfe leisten, und zwar mit rot gestrichelten Streifen, die die Grenze des Zumutbaren auf der Straßenfläche anzeigen.
Kennt man ja bereits von Obama oder Erdogan etc., die hin und wieder auch von roten Linien reden, die nicht zu überschreiten sind.
Einige Geschäftsinhaber protestieren bereits, da die breiten roten Linien des Bürgermeisteramtes nicht mit den örtlichen Gegebenheiten korellierten.

Die POBEK-Gewerkschaft gibt an, dass 25% der kleinen Unternehmen auf Zypern bereits für immer geschlossen hätten und 70% würden sprichwörtlich am Atemgerät hängen. Die Gewerkschaft, die entgegen der POBEK politisch rechts steht, die OEB, warnt indes Präsidenten Anastasiadis, endlich gegen die Unternehmer vor zu gehen, die ihre Steuerpflicht unter anderen nicht nachgingen. Es habe all das weiterhin ein Ausmaß im Lande angenommen, welches auf Dauer nicht tolerabel sein kann.

Dass Zypern letztens von der Troika, genauer der Eurogroup, bestätigt bekam, auf dem rechten Pfad zu schreiten ökonomisch, dürften Sie, verehrte Leser, gewiss mitbekommen haben. Die Tranche von 1,5 Milliarden Euro Hilfe wurde locker gemacht für die Insulaner. Keine wirkliche Ahnung, was Brüssel, die Troika und/oder die Eurogroup wirklich veranlasst, Zypern nicht die gelbe oder gar rote Karte zu zeigen, sondern den sich vollziehenden neu-alten Wahnsinn weiterhin anwachsen zu lassen – wahrscheinlich wieder, bis es zu spät ist?
Wir werden sehen!

Anastasiadis verspricht den russischen Anlegern inzwischen, die auf Zypern ein bisschen oder mehr Geld verloren im Zuge der Krise, dass ihre Schäden wiedergutgemacht würden: “Unsere Freunde bleiben unsere Freunde!” Eine extra Konto oder dergleichen ist angedacht, in der Gelder gesammelt werden, um sie dann an die Betroffenen auszuzahlen.
Sollten Sie sich hier fragen, woher das Geld denn bitte sehr kommen soll – von aus dem Meer natürlich, das gute Erdgas und so, welches demnächst gefördert wird. Anastasiadis lobt bereits die angebotene russische Hilfe auf diesem Sektor – doch auch die Hilfe der Putingetreuen andernorts auf der Insel.

Leicht erkennbar ist für denjenigen, der die Politiken der Republik Zypern durch ihre kurze Geschichte verfolgt, dass mal wieder hemmungslos Money von allen Seiten abgefischt wird – man kennt halt nichts anderes als mit allen zu flirten, so dass der jeweils andere aus Eifersucht – wohl eher Kalkül -, mit den Scheinen rüberrückt.

Gelbe Karten werden in gewisser Weise immerhin beim Thema Ammochostos, also Famagusta, also Gazimagusa gezeigt. Bekanntlich beziehen sich all diese Namen auf die selbe Stadt im Norden Zyperns, die am Meer liegt und einst der größte Hafen der Insel war.

Doch, Ammochostos war auf Wunsch des türkischen Außenministers Davutoglu kein Thema bei den erneuten Gesprächen zur Lösung der Zypernfrage. Der Ratschlag der UN hat mal wieder keinen Widerhall in Ankara gefunden, wie die zyprische Seite frustriert kommentiert im Bericht des Press and Information Office (PIO).
Offensichtlich ist die Politik bezüglich Ammochostos der griechisch-zyprischen Seite derzeit die, zu behaupten, dass die Lösung dieses Streitpunktes zur Gesamtlösung des Zypernproblems führen würde.
Die PIO schreibt, dass der Außenminister der Türkei angeblich die Nachrichten, die ihm der Präsident der Republik Zypern, Anastasiadis, über Alexander Downer zukommen ließ, abgelehnt habe. Eroglu, der Präsident der türkisch-zypriotischen Inselhälfte, soll Downer, den Sondergesandten der UN für Zypern, als “Postboten von Anastasiadis” verunglimpft haben.

So lange Eroglu Anastasiadis nicht an einen der Spieltische im Norden ruft, um die Zypernfrage ein und für alle Male auf präsidialer Ebene auszuwürfeln, geht es ja noch.
Ja, die Spielcasinos, die kommen, auch im Süden. Das ist beschlossene Sache. Die griechisch-orthodoxe Kirche hat die Kröte namens glitzer-flitzer-pinke-pinke-Spielcasino schon längst geschluckt. Wir dürfen nun warten, bis sich für die Öffentlichkeit klarer erkenntlich herausschält, welche Position sie in diesem Geschäft wirklich besetzen wird, beziehungsweise besetzt. Denn wo der Rubel rollt, ist die Kirche nicht weit, siehe zum Beispiel den Bischof von Limburg/Germany.

Derzeit wird überlegt auf Zypern, ob nicht vielleicht doch noch schnell der alte Flughafen in Larnaka und der von Pafos bestens dafür geeignet wären, Las Vegas a la Cyprus möglichst professionell und attraktiv einzurichten. Anscheinend werden bereits Pächter an beiden Orten gesucht zum Betreib eines solchen Unternehmens; und alles schielt gewiss schon seit Längerem gebannt darauf, wer denn eigentlich die Pachtverträge unterzeichnen wird ‚dürfen‘, die, so wird geschrieben, 99 Jahre Dauer haben sollen.

Eine Art Schockwelle löste die letzte Ausgabe des National Geografic bei einigen Zyprern allerdings schon aus. Denn darin wird beschrieben, wie durch die Eisschmelze an den beiden Polen der Welt auch Orte wie die Insel Zypern beträchtlich in eventuell naher Zukunft in Bedrängnis geraten könnten. Und dann wäre es wohl schon so eine Art Glücksspiel, in Zypern sein teuer erwirtschaftetes Geld als – zum Beispiel – chinesischer Unternehmer zu investieren? Die Aussicht, dass das Troodos-Gebirge von Zypern noch aus den Wassermassen ragen wird voraussichtlich, ist indes groß. Vielleicht sollte auch daher das zukünftige Hauptspielcasino dorthin verlegt werden – die Straßen dort hoch sind auf jeden Fall ausbaubar und dann könnte weitergespielt werden, zum Beispiel so lange die Sintflut anhält! Arche, finden wir daher, wäre ein trefflicher Name für die Spielcasinos – in jeder Hinsicht!!! Es muss ja nicht immer “Las Vegas” oder “Zum Goldenen Rubel” sein und dergleichen mehr.

Read Full Post »

Die Pafos-Oper

Pafos zum 15ten Mal

 

 

Fort pafos

Fort pafos (Photo credit: Wikipedia)

 

 

 

Die extrem heißen Sommermonate sind vorbei auf Zypern. Das Thermometer sinkt langsam wieder. Es schwankt noch so um die 30°C. All diejenigen, die sich wegen der Finanzkrise nicht leisten konnten in die Berge, den Troodos, oder an den Strand zu verschwinden, atmen erleichtert auf. Die Urlaubszeit ist vorbei und der Alltag hat sie alle wieder.

 

So bin auch ich, Napi Waltone, an meinen Schreibtisch zurückgekehrt. Habe mich umgehend in die wieder beginnende Kulturszene gestürzt, die mit gebremstem Schaum anläuft.

 

Genau wie vor dem Sommerurlaub debattieren die Politiker noch immer, wie der bankrotte Staat saniert werden könnte, nach Anweisung der Troika. Von deren Gnaden ist er ja neuerdings abhängig. Die Banken kämpfen ums Überleben. Trotz diesem Schlamassel fallen einige Brosamen für die Kultur ab.

 

So wurde zum 15. Mal das Pafos Aphrodite Festival eröffnet. Nach all den Jahren, wo stets dramatische Opernwerke zur Aufführung kamen, wurde diesmal die leichtere Muse gewählt, und zwar Donizetti’s „L’Elisir d’Amore“. Ich besuchte die dritte und letzte Aufführung dieser Oper im Festival.

 

Die Sparschraube wurde ganz offensichtlich angezogen; und zu Recht kam dieses Jahr das inzwischen qualitativ gute Cyprus Symphony Orchestra mit dem Dirigenten Francesco Pasqualetti am Pult auch wohl daher an die Reihe, um die Musik von Donizettis Oper zu interpretieren. Das gelang mit Bravour. Im Gegensatz zu früher war die Lautstärke nicht Popkonzert mäßig schrill, sondern gut abgestimmt, so auch die Simultanübersetzung, die wie stets auf Englisch und Griechisch zu sehen ist.

 

Das Stück wurde etwas modernistisch in Szene gesetzt von Paolo Panizza. Leicht irritierend war der Beginn, als die gesamte Dorfbevölkerung wie einmarschierende Soldaten in elegantem Weiß gekleidet erschienen. Auch der sterblich verliebte Bauernsohn Nemorino verwirrte etwas anfänglich. Seine Angebetete, die Adina, eine reiche Landbesitzerin, machte sich lustig über ihn.

 

Nach einer Weile wirkte das Weiß irgendwie beruhigend auf die turbulenten Szenen, die folgten; und wer die Geschichte kennt, weiß, dass begleitet durch großartige Musik und zungenbrechende Arien einem „happy end“ zugesteuert wird, was auch diesmal in einem euphorischen Finale endete, welches durchaus erhebend war.

 

Die „Opera Futura Verona“ stellte folgende Solisten: Paolo Fanale war Nemorino, der demnächst sein Debut an der New Yorker Metropolitan Opera machen wird, Adina wurde von Stefania Bonfadelli gesungen. Sie ist keine Unbekannte an der Covent Garden London, an der Deutschen Oper Berlin, an der Scala in Mailand und in vielen andern bekannten Opernhäusern, wo sie bereits die Hauptrollen namhafter italienischer Opernkomponisten gesungen hat. Alessio Petestio interpretierte Belcore – leider nicht sehr stimmgewaltig und überzeugend. Im Gegensatz zu ihm, Marco Bussi’s Dulcamara, der alle Register seines musikalischen wie spielerischen Könnens zog. Nicht unerwähnt darf die kleine Rolle der Gianetta bleiben. Die zyprische Sopranistin Stella Georgiou interpretierte sie überzeugend – ja, hervorragend. Der aus Rimini stammende Chor und die Balletteinlagen von Schülerinnen lokaler zyprischer Ballettschulen waren genial.

 

Nach vielen Jahren war endlich mal wieder eine ausgezeichnete Aufführung zu sehen, der volles Lob gezollt werden kann. Die Lichteffekte auf die mittelalterliche Burg projiziert stimmten perfekt mit der Handlung überein. Die Burg wurde exzellent ins Geschehen einbezogen. Diesmal waren Könner am Werk, durchweg, die von einem langen Schlussapplaus entlohnt wurden.

 

Die fröhliche und zufriedene Stimmung des zum Ausgang eilenden Publikums teilte mir deutlich mit: nächstes Jahr gern wieder – so!

 

 

Read Full Post »

Burkini beim Fußball?

Burkini, Doping und Fairness!

 

Uns fiel beim Begriff Burkini komischerweise zuerst Burkino Faso ein. Wahrscheinlich weil vor kurzem die Lage in diesem afrikanischen Land eine kleine Ecke in einer Zeitung als Tagesnachricht bevölkerte ich glaube, es herrscht gerade mal wieder Hunger dort, also, mehr Hunger als sonst.

Burka, der afghanische Chic für die emanzipierte Muslimin, kam uns gleich danach in den Sinn doch wie bitte sehr sieht ein Burkini eigentlich aus?

Es soll ein Ganzkörperschwimmanzug sein. Hat das Ding etwa auch eine Kapuze, ist es aus Latex und sind die Arme und Beinchen auch schön bedeckt, so, wie es sich womöglich irgendwelche Latexliebhaber der besonderen Art wünschen, oder wie man diese sexuelle Preferänz nennen darf, ohne dieselben zu diskriminieren?

Bleibt noch zu fragen, ob wir denn wirklich ertragen müssen, die schönen nackten Füsschen und Händchen der muslimischen Jungfern, davon darf doch wohl ausgegangen werden, dass sie das sind, wirklich ertragen müssen als Anblick?

 

Wenn also demnächst im Schwimmbad befindlich so ein freiwillig-unfreiwilliges weibliches Schulkind versteht sich nur aus der Ferne betrachtet werden muss, so ganz flüchtig und weil sie halt so heraussticht, ist durchaus zu befürchten, eben weil so ein Aufhebens um ihr Bedecktsein gemacht wird, als erstes an all Das zu denken, woran man ansonsten bei Kindern im Leben nicht denkt ihre Sexualität.

 

Es soll ja Leute geben, die finden, dass die Verschleierung der Frauen und Mädchen den sexuellen Aspekt derselben gewissermaßen potenziert, ja, dass in Gesellschaften wo Frau in der Öffentlichkeit als menschgewordener Stoff-Wickel, oder dergleichen, durch die Straßen gehen oder schleichen, jedenfalls möglichst etwas devot und scheinbar unscheinbar sich bewegen, die Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts dann erst recht auf sie aktiviert wird sogar bei jenen, die sich ansonsten wenig ums weibliche Geschlecht scheren.

Eine verzwickte Angelegenheit.

Nun haben wir ja den Herrn Bach im IOC, einen Deutschen endlich! Wir sind wieder wer! Er möge uns nicht wie der Papst abgehen, Amen. Weil sonst sind wir nicht mehr Zeus vom Olymp, oder so.

Deutsche Solidität, oder wie man es richtig sagt, and the rest of it (undsoweiter) sind schon länger aufgerufen in der Welt, wie immer öfter vermeldet wird, sich an die Spitze international und in den wichtigsten Gremien zu pushen. Angelika Merkel als angeblich stärkste, das heißt einflussreichste, Frau der Welt hat nun wirklich Maßstäbe gesetzt in diese Richtung.

Kurz: Schon wegen der oben genannten Verzwickung, oder so, mag doch mal daran erinnert werden, dass es durchaus noch einige Themen gibt, Probleme, Fragen, die nach einer Lösung geradezu schreien so wie eben das Problem mit der Positionierung der muslimischen Frau in der muslimischen Gesellschaft beziehungsweise in Gesellschaften, die nicht muslimisch sind größtenteils.

Und da nun endlich ein weiterer Deutscher sich an die Spitze einer international operierenden Organisation hat kicken lassen, von Herrn Bach ist die Rede, würden wir mal daran erinnern wollen, dass es ein Unding ist, dass Profi-Fußballer noch immer nicht auf Doping untersucht werden. Dass die Dopingkontrollen, die in anderen Sprotarten durchgeführt werden, eigentlich noch immer eher einem schlechten Witz gleichen. Und dass dieser Schleier des Keine-Dopingkontrolle-für-Profikicker noch immer über der Denke der Menschen, insbesondere in Germany, liegt wie eine muslimische Burka über afghanischen Frauen, ist unerträglich.

Insofern ist das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts wirklich mehr als begrüßenswert bezüglich der Burkini, welches besagt, dass die Mädchen sehr wohl zum Schwimmunterricht zu gehen haben und sei es in der Burkini. Und daher sollte, sozusagen im Umkehrschluss, die Dopingkontrolle für Profi-Kicker bestens am Ende dieser Saison eingeführt werden in Deutschland auch, damit endlich die erste Weltmeisterschaft durchgeführt werden könnte, die ohne Doping Leistung und Können der deutschen Kicker mit anderen misst. Das wäre wirklich solide und so etwas Ähnliches erwartet die Welt auf Grund des Hypes oder Images, welches Deutsche umrankt. Inovation der besonderen Art eben!

Letzteres wird auch vor dem Hintergrund der Behauptungen darüber geschrieben, dass die einstigen Weltmeister beim Wunder von Bern in den 50er Jahren bereits ihr Zuckerspritzchen erhaten haben sollen, um die Ungarn im Spiel zu besiegen. Der damalige Trainer (Helmut Schön?) hatte sein Handwerk bei Einheiten der Nationalsozialisten gelernt.

Letzteres ist ein Thema, welches Nestbeschmutzung sondergleichen ist, ungefähr so, wie die Vorstellung bei manchen muslimischen Vätern oder Ehemännern, ihre Tochter oder Frau im Bikini im öffentlichen Bad den Blicken der Männer und den dort installierten Kameras etc. ausgesetzt zu wissen.

Dass der Rat der Muslime in Deutschland das Urteil des Gerichts positiv bewertet, sollte um so mehr Ansporn darstellen, die Toleranz der Mehrheitsbevölkerung auf anderem Terrain, eben dem des Fußballs, zu beackern. Denn es geht jeweils um Fairness!   

Read Full Post »

Ahlan wa sahlan = Willkommen!!!

Die Überschrift richtet sich an die syrischen Flüchtlinge, die demnächst deutschen Boden erstmals betreten werden – und wir sprechen Ihnen, werte Leser, da gewiss wie aus dem Herzen, stimmt’s?

Doch zuerst mal kurz nach Zypern:

Herr Downer scheint noch im Geschäft zu sein. Eigentlich wird insbesondere von Politikern aus dem rechten Spektrum Zyperns gefordert, dass der Australier, der Sonderbeautragter der UN für Zypern ist, nicht weiter machen soll auf seinem Posten. Er verfüge nicht über genügend diplomatisches Geschick, um bei den Wiedervereinigungsverhandlungen zwischen Nord- und Südzypern erfolgreich zu vermitteln.

Im Oktober sollen diese Verhandlungen dennoch wieder voll in Schwung kommen. Inzwischen trifft der Australier Alexander Downer bereits Diplomaten der beiden Verhandlungsseiten auf sogenannt unterer Ebene (Ertug und Mavrogiannis).

Wie wir bereits vor Monaten schon schrieben: Schade um das schöne Geld, welches diese Verhandlungen wieder verschlingen werden, in etwa so, wie die Wahlwerbung in der BRD. Eigentlich sollte Wahlwerbung verboten werden und nur Parteien erlaubt sein, die noch nicht im Bundestag sitzen.

Gut gespeist haben die Herren Ertug, Downer und Mavrogiannis jedenfalls bei ihrem letzten Treffen irgendwo auf Zypern, versteht sich, ganz gewiss sündhaft teuer. Und so wird das auch in Zukunft weiter gehen: mal in New York, mal in Genf, mal in Brüssel oder sonstwo werden sie sich treffen, möglichst mit ihren Frauen – und immer bitte sehr First Ober-Class.

Wahrscheinlich liegt es an Letzterem, dass die Gespräche ziemlich sicher auch diesmal wieder scheitern werden: wer verzichtet schon gern auf so eine schöne Urlaubsreise mit eigentlich interessanten Gesprächen, die sogar noch dazu verhilft, das Selbstwertgefühl zu steigern und einem den Eindruck verleiht, eigentlich das Weltgeschehen, oder so etwas, durchaus mitzugestalten.

Klasse Job!

Danach, nach solch mühsamem Einsatz, brauchen die Herren stets eine Gesprächspause, Limousinen mit Chauffeuren und vielen Bodyguards, Sonderflüge und/oder Businessclass-Tickets, viel Papier, Steuergelder etc. Kürzlich war zu lesen, dass den ehemaligen Präsidenten der Republik Zypern, Xristofias, so an die 15 Leute umgeben, nicht, weil er nicht mehr allein zur Toillette gehen könnte, sondern, weil er so bedroht ist und halt so wichtig.

Dass er wichtig ist, daran zweifeln nur wenige. Denn wenn der mal auspackt, dann pfeift noch mal ein ganz anderer Wind über die Insel rüber bis nach Brüssel und Moskau. Aber er ist ja nicht lebensmüde – noch nicht.

Überhaupt: Noch niemand hat wirklich die Initiative ergriffen bislang, darauf kommen wir vor dem Hintergrund der Syrienkrise, mal zu fragen oder untersuchen zu lassen, ob letztes Jahr bei dem explosiven Unfall in der Nähe des Dorfes Mari, nicht vielleicht auch Nervengas oder dergleichen in die Luft, in den Boden, ins Meer entwichen sein könnte? Immerhin ging da Zeug in die Luft, welches für Syrien bestimmt war. Und dann hätten wir noch gerne gefragt, was nun niemand mehr beantworten kann, außer denjenigen, die gut bezahlt die Klappe dazu halten, ob das russische Schiff, welches einige Tage vor Zypern lag (ebenfalls im vergangenen Jahr) und dann auf Geheiß von ganz oben, also Xristofias, wegfahren durfte gen Syrien, ohne, angeblich, die Erlaubnis von Brüssel, nicht vielleicht doch chemisches Waffenmaterial unter anderem als Fracht drauf hatte für Syrien?

Wir fänden es jedenfalls nicht zu überraschend, wenn in der gerade gestarteten Syrien-Chemiewaffen-Rausgabe-Aktion Zypern einer der Orte würde, wo das Zeug zwischengelagert wird; weil ansonsten das Ultimatum von 15 Tagen, welches man Assad stellte, eh nicht eingehalten wird werden können – die Russen wollen es ja bekanntlich verlängert gesetzt.

Von Zypern müsste das chemische Zeug aus Syrien dann dorthin, wo es vernichtet werden kann, weil es in Zypern wie auch in Syrien eine solche Anlage nicht gibt – vielleicht nach Israel?

Wir dürfen mit Spannung warten, welche sonderbaren Windungen dieses Thema im Realen noch durchfahren wird.

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

 

Würde andernorts mit Geldern nicht ähnlich verschwenderisch umgegangen, wie bei den Verhandlungen in Zypern oder dem Krisenfall in Syrien, würde dieser Aufschrei vorhin wahrscheinlich Gehör finden?!

Doch die lieben, guten Steuerzahler, die zahlen ja. Die wollen nämlich ihre Ruh. Die interessiert auch nicht wirklich, dass Deutschland so gnädig ist, 5.000 syrische Kriegsflüchtlinge aufzunehmen – die allerdings bestens ihr Flugticket selbst zahlen. Im SWR2-Radio war eine Reportage über eine syrische Flüchtlingsfamilie heute, die jetzt gerade im Flieger von Beirut nach Hannover sitzen dürfte. Die Mitglieder der Familien sind wahrscheinlich keine Christen, dem Namen nach jedenfalls (Omar) nicht, doch die Unterpriviligiertesten sind die auch nicht (Ingenieur). Die, die nie was hatten oder ‚waren‘, die beißen gewiss schon die Hunde, die Folterer und Mörder des Assadregimes und Andere. Pech gehabt.

Pech hatten gestern in gewisser Weise auch die Ruster, dort, wo der Europa Park ist, weil die Angelika Merkel war kurz dort gewesen auf Wahltour. Die Badische Zeitung schreibt davon, sie habe von über einer Million Menschen gesprochen, die dieser Park in Brot und Lohn bringt. Von den guten Mittelständlern hat sie geredet, dem Rückrat der deutschen Wirtschaft.

Diese Leier, die kennen wir ja schon zur Genüge. Was bleibt, ist nun noch für Merkel zu stimmen, die die unschönen Seiten des Parks in Rust ausblendete wie ihre Außen-Politik.

Schon doof, wenn Christlich im Namen einer Partei steht, für die zu offensichtlich der- oder diejenige letztlich zählt, der oder die groß-dick-größer am dicksten-rücksichtlos auf Gewinn getrimmt-optimiert-durchrationalisiert-knallhart sich einbringt und durchsetzt.

Zugutehalten wollen wir ihr aber das Vielleicht in Sachen Syrien-Konflikt, welches die BRD-Regierung aussprach neulich.

Wir bleiben aber dabei, dass ein Einsatz schon längst hätte erfolgen müssen.

Was jetzt getan wird, also das Herausholen der chemischen Waffen, wenn denn so etwas überhaupt je bewerkstelligt werden kann in Völle, riecht nach Vorbereitung eines Art Staates, den man zukünftig (lustig-locker) einfach zu den Failed States wird zählen dürfen. Wo ein Assad weiterhin sein Ding abziehen kann nach Lust und Laune, Hauptsache, er killt nicht mehr so, dass unser – mit Verlaub – verkorkstes Menschlichkeitsempfinden dabei etwas gestört wird.

Den Toten dürfte es letztlich gleich sein, ob sie wegen Giftgas oder Gewehrkugeln etc. uns aus dem Himmel zugucken ‚dürfen‘ – wenn sie dort hingelangen.

Könnte gut sein, weil auf der Welt wiesen ja bereits alle Indikatoren dahin, dass sie doch in der Hölle landen, dann wahrscheinlich, weil sie zu wenig Leistungsvermögen, oder dergleichen, an den Tag gelegt haben, ihre Koffer nicht rechtzeitig gepackt haben – zum Beispiel gen Deutschland, wo einige, die ihnen dabei hätten helfen können, derzeit noch als Menschenhändler im Knast braten. Der Innenminister der BRD, Friedrichs, scheint sich bei dieser Beurteilung der Sachlage völlig im Klaren zu sein. Geht ja nicht an, dass jemand ohne seinen Segen Menschen aus der Klemme hilft in einem Krisengebiet und dann womöglich Leute anbringt, die noch nicht einmal ein Diplom haben, keine Verwandten, die ihre Versicherungen zahlen, ihre Krankenhausaufenthalte und so weiter. 

Immerhin: die 5.000, die heute noch landen werden, wenn die Hölle sie nicht einholt und der Flieger abstürzt, werden “Kontingent-Flüchtlinge” sein.

Ja! Das ist mit Vollgas in den Himmel fahren oder so. Die dürfen gleich arbeiten und wenn sie recht brav und angepasst sind, dann können sie nach 2 Jahren eine Aufenthaltsgenehmigung abgreifen. Kann gut sein, dass die dann sogar unbefristet ist – und die sind ja so lernfreudig, sagte die Dame im Interview im SWR2 bereits. Wollen unbedingt Deutsch lernen, sich integrieren, womöglich noch Bundeskanzler/in werden?

Na, ob das nicht zu weit ginge!?

Letzteres wissen gewisse Mitmenschen gewiss zu verhindern. Gerade wurden ein Paar von denen anscheinend vorzeitig dingbar gemacht. Die wollten im schönen Südbaden/BRD doch wirklich mit ferngesteuerten Flugzeugen Bomben auf alle möglichen Ziele steuern. Die Badische Zeitung schreibt, dass einige dieser rechtsradikalen Leute schon wegen ähnlichen Delikten der Polizei bekannt sind, doch irgendwie noch immer draußen frei herumlaufen durften. Die Justiz in Deutschland war und ist halt noch immer etwas blind auf dem rechten Auge.

Erdogan ist blind auf dem kurdischen Auge. Lesen Sie hierzu einiges im Link unten!

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: