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Archive for August 2013

Hätten Sie das erwartet, dass ausgerechnet das britische Parlament ein “Nein” in den Ring wirft zum Kriegsgetrommel nach Syrien mit Kriegsgerät der neuesten Generation einzureiten?

Klar, die Guten können ihren Entscheid immer noch widerrufen, spätestens dann wird das wahrscheinlich der Fall sein, wenn die sogenannten Beweise, von denen der amerikanische Außenminister redet, stichhaltig als Beweise angesehen werden können.

Nach dem, was uns über das Fernsehen erreicht, kann von stichhaltigen Beweisen noch lange nicht die Rede sein. Gern würden wir mal die Tonaufzeichnungen hören, die mitgeschnitten wurden, als syrische Militär-Fritzen den Giftgasmord geplant haben sollen. Und was spräche dagegen, uns endlich die Aufnahmen sichten zu lassen, die von Satelliten aus geschossen wurden und belegen sollen, dass Giftgaszeug durchs Land von Assad’s Truppen geschoben wurden?

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Nur gut, dass es da die Deutschen noch gibt. Die griechischsprachige “NewsIt” titelt im Internet: “Obama möchte als Mitstreiter Merkel, um in Syrien einzugreifen (Ο Ομπάμα θέλει συμμαχία με Μέρκελ για επέμβαση στη Συρία).”

Das alles kommt leider, wie wir bereits wiederholt bedauerten, zeitlich spät, sehr spät, wahrscheinlich nicht zu spät. Vor dem Hintergrund (weil ansonsten werden solche Argumente in anderen Bezügen ja auch stets hervorgekramt), dass die USA Hitler verunmöglichten damals im II. Weltkrieg, sollten die Deutschen nun, da sie sich bekanntlich im Konflikt in Irak an diese Tat der Amis nicht erinnern wollten, als Schröder noch das Sagen hatte, ihre Verbundenheit über den Atlantik demonstrieren – die Deutschen kennen die Gegend des südöstlichen Mittelmeers inzwischen zur Genüge gut.

Außerdem haben sie bekanntlich einen weiteren Auftrag, den sie sozusagen vorbehaltlos beschworen einzugehen: Israel vor, welch fatalen Problem auch immer, zu bewahren.

Hinzukommt, dass auch in Berlin hoffentlich endlich die Überzeugung gereift ist – aus wirtschaftlichen und/oder politischen Beweggründen -, dass die Gegend um Zypern keinesfalls länger den Franzosen und Briten vorrangig überlassen bleiben kann.

Es ist also an der Zeit, dass Deutschland aus seiner historisch belegbaren pseudo-neutralen Haltung hier in der Region etwas heraustritt und sozusagen Flagge zeigt.

Letztere, wünschenswerte Vorgehensweise der Deutschen haben die Amerikaner schon seit Längerem begriffen und angefordert. Letzteres, nämlich dass die Deutschen aus ihrem Schatten treten, ist auch der Preis für ein Land in einem Land (EU), welches die Führungsrolle übernommen hat – wenn eventuell auch ungewollt.

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Dass Deutschland und seine Rassismus-Diskussion demnächst, wenn auch nur in Teilen, nämlich am 2.9.13 unter http://fes.talk42.de live miterlebt werden kann, was von der SPD-nahen Friedrich Ebert Stiftung veranstaltet wird, ist einigermaßen löblich.

Doch es gilt vielmehr auch noch erkennbarer zu begreifen, dass sich – wie eigentlich überall in der EU – ein multiethnisches Bewusstsein etabliert hat in Europa, dessen Haupt-Zentrum derzeit zweifellos Berlin ist. Deutschland, um genauer zu sein, ist dieses Zentrum, und es zieht wie die Schweiz tausende von gutausgebildeten jungen Menschen von überall herkommend an.

Wir finden, dass diese Entwicklung positiv gewertet werden muss – zu einem Körper gehört nun mal ein Kopf. Und Brüssel/Straßburg scheint vielleicht doch eher der EU-Popo zu werden. Ein Hinterteil ist ein Organ, welches letztendlich genau so lebenswichtig ist wie ein Kopf bei Säugetieren.

Nur in dem sich die Europäisierung der EU dort vorrangig vollzieht, wo letztlich die Macht und das geistige Zentrum vorwiegend ist und wo die Drähte vor allem zusammenlaufen während und bevor etwas geschieht in der Welt, kann der Peripherie auf mittelfristige Sicht eher eine Struktur verpasst werden, die die Menschen auch dort wieder zuversichtlicher in die Zukunft blicken lässt. Voraussetzung unter anderem ist, dass der lokale Patriotismus und dessen zuweilen sonderbare Eigenheiten sich nachhaltig zurechtstutzen lassen in diesem Prozess, und zwar auf etwas Zeitgemäßeres. Die sogenannte Finanzkrise scheint dazu ein erstes probates Instrument zu sein, so etwas einleiten, beziehungsweise bewirken zu können.

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Insofern machen Diskussionen über Rassismus Sinn in der BRD, wo der Neonazismus sein dreckiges Gesicht schon wieder voll ausfährt. Doch gilt darauf hinzuwirken in solchen Diskussionsrunden, den Beteiligten und der Zuhörerschaft verständlich zu machen dabei, dass diese Atavismen von der sich vollziehenden Realität schon längst als anachronistisch widerlegt sind – und die Diskussion eigentlich ein anderes Thema verdiente, zum Beispiel: Wie organisieren wir den Austausch der Zentren mit der Peripherie (die alten Landesgrenzen nicht in Betracht ziehend) effektiver miteinander?

Wie sagte die Finanzministerin der Schweiz, Widmer-Schlumpf, gestern in etwa zu dem amerikanischen Diktat für die Schweizer Banken, welches nun endlich ‚abgeschlossen‘ werden konnte – teuer zwar -, und um den sogenannten Bankenstreit mit der Weltmacht ‚endgültig‘ beenden zu können: ‚es gilt nach vorne zu blicken und nicht die Vergangenheit bis zum Abwinken abzukochen‘.

Es wäre also falsch im europäischen Kontext, weiterhin die Rassismus und innereuropäische Protektionismus-Diskussion über zu betonen und derart womöglich ‚bei gegebenem Anlass‘ weiterzuführen beziehungsweise sich derart ablenken zu lassen. Es gilt inzwischen, ganz darwinistisch gesprochen, die Zentren, die wirklich eine Rolle spielen innerhalb der EU, noch mehr zu stabilisieren und auszubauen – und zwar indem man sich der Human-Ressources der ganzen EU (und darüber hinaus) bedient.

Letzteres ist auch eine Vertrauenssache und ein sozusagen mit den Füßen abgestimmtes “Ja” zu einer multi-ethnischen Europäischen Union.

Wenn man an Gemeinschaft nicht glaubt, welchen Sinn macht es dann, an sie was abzugeben, wie zum Beispiel die Besten dahin, wo sie am Effektivsten sich einbringen könnten?

Wenig!

Und genau diese Denke gilt es entsprechend zu ändern im Sinne einer Gemeinschaft. Den Engländern sei daher dringend geraten – den Zyprern in ähnlicher Weise -, ihre Insel-Sonderstellungs-Mentalität etwas abzustreifen, die ist schließlich schon seit Längerem sozusagen untertunnelt worden und Edingburg in Schottland ist von London vielleicht so nah oder fern wie Antwerpen, Amerstdam oder Luxemburg. Letzteres soll besagen, dass die Engländer, die zwar erfreulicherweise mit ihrem “Nein” zum Syrieneinmarsch mal einen Entscheid trafen, wie ihn ansonsten die Deutschen als treffen, sich bestens ab jetzt noch mehr mit Berlin, Brüssel, Paris und so weiter ins Benehmen setzten, und einsehen, dass der Entscheid diesmal leider etwas daneben liegt, wie man sagt, weil es absehbar leider noch einmal gilt, in den sauren Apfel namens kriegerische Auseinandersetzung zu beißen.

Denn es geht nicht an, dass Europa so kopflos weiterwurschtelt und es geht nicht an, dass so Wahnsinnige wie Assad, Netanjahu, Sisi, Mursi, Ahmedinejad oder Erdogan und so weiter das Schicksal von 100.000en aufs Spiel setzen, nur weil ihre ideologische Ausrichtung, mit Verlaub, etwas verschroben ist – nicht zeitgemäß ist!

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Wein und Koalitionen

Der Außenminister Zyperns, Kasulidis, will seiner Bevölkerung einreden, dass eine Stationierung von militärischem Gerät wie Flugzeugen und dergleichen im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung der USA, EU und den Briten in Syrien, lediglich präventiven Charakter habe und Zypern sei auch dann noch ein Land der Stabilität, des Friedens und der Sicherheit in der Region. Dass Zypern eine offensichtlich erkennbare Nähe zu Frankreich hat innerhalb der Staatengemeinschaft der EU lässt verstehen, warum der Außenminister Kontakt insbesondere mit Frankreich, Großbritannien und den USA pflegt – und zum Beispiel nicht mit Berlin.

Da trifft es sich ja ganz gut, könnten Sie eventuell denken, dass der Präsident der Republik, Anastasiadis, gestern die Pfadfinder Zyperns (Σώμα Προσκόπων Κύπρου) zu ihrer 100-jährigen Existenz beglückwünschte.

Und sollten Sie nun in Feierlaune geraten sein, so wird hiermit sogleich darauf verwiesen, dass der Bürgermeister, Andreas Christos, von Limassol das Weinfest feierlich eröffnet hat, welches seit 1961 jeden Sommer aufs Neue sozusagen abgehalten wird in Limassol.

Limassol, war vor kurzem zu lesen, soll mit die teuerste Stadt der Städte, die am Mittelmeer gelegen sind, sein.

Wie bekannt wurde und nicht anders zu erwarten war, sprach Bürgermeister Christos bei der Eröffnung des Weinfests in seiner Rede selbstverständlich von Dionysis und der guten Afrodite aus der griechischen Mythologie, doch auch davon, dass Limassol einst das Zentrum des Weinexportes der Insel gewesen ist.

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Jedenfalls diskutieren die Ministerin für Arbeit und Sicherheit der Gesellschaft, Zeta Aimilainidis, und der Landwirtschaftsminister mit einem Abgeordneten der süd-zyprischen Regierungspartei DISI über Probleme im Agrarbereich – und die Probleme von Rentnern, die beschränkt bewegungsfähig sind.

Das Letztere wird hier auch erwähnt, weil gestern in Larnaka am Strand befindlich aufgeschnappt wurde, dass jemand witzelnd danach fragte von den Badenden, als eine Touristengruppe aus Israel vorbeigegangen war, wo denn eigentlich die Sicherheitsbunker sind?

Und diese Frage scheint vor dem Hintergrund der Syrienkrise wirklich fragen zu lassen: gibt es eigentlich Sicherheitsbunker für die Bevölkerung in den Städten Zyperns, und wenn ja, wo sind die?

Was den zyprischen Bürger auf dem Lande angeht, der zufällig kein Auto zur Verfügung hat – schwer vorstellbar – und derart auf den Busverkehr angewiesen wäre im Fall des Falles, um sich ebenfalls in einem Luftschutzbunker oder dergleichen in Sicherheit zu bringen, wären seine Aussichten irgendwie gering, dort anzukommen, außer er bringt viel Geduld mit, weil im Allgemeinen die Ab- und Anfahrtszeiten der Busse auf Zypern im ländlichen Raum nirgends angebracht sind. Die werden einfach nicht angezeigt. Punkt.

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Herr Westerwelle ließ klarstellen, dass die Patriots-Raketen, die man in der Türkei aufgestellt hat nahe der syrischen Grenze, aber keinesfalls in einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Syrien in Anwendung kommen sollen. Warum hat man sie dort dann aufgestellt, zur Besichtigung für die Schafe der Schäfer vor Ort?

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In einer gemeinsamen Aktion soll ein Feuerlöschhubschrauber extra für die sogenannte Todeszone in Nikosia gekauft werden.

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Berichten zufolge soll die CT-Partei beschlossen haben im Norden von Zypern, mit der DP von Denktas eine Regierungskoalition einzugehen. Dem Bündnis wurde bereits in der nordzyprischen Afrika-Tageszeitung eine kurze Lebensdauer vorausgesagt, und dass es nicht all zu viel Arbeit bewerkstelligen wird!

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Der gute Wolf und die böse Hirtenkrise!

Der Süd-Zyprer Jorgos Dionisiu schrieb bereits am 1. August 2013, dass es an der Zeit ist, die allgemein vorherrschende Einstellung der Süd-Zyprer gegenüber dem Norden Zyperns zu ändern. Bekanntlich gehen die meisten Süd-Zyprer nicht in den Norden, weil türkische Streitkräfte dort stationiert sind – und weil sie an der Grenze, die sie nicht anerkennen, ihren Ausweis vorzeigen müssen.

Dionisiu befindet, dass nun etwas mehr als eine Generation von Griechisch- oder Süd-Zyprern den zyprischen Norden nicht besucht hat, diesen boykottiert. Schön und gut, meint er, doch wenn der Kontakt zu dem Land im Norden unterbrochen ist und diejenigen, die dort jetzt wohnen, nicht mit den alten Besitzern, also den Griechisch-Zyprern, konfrontiert werden, wie sollen dann junge Menschen, die niemals im Norden waren und diesen nur vom Hören-Sagen kennen, für diesen Teil der Insel mit voller Überzeugung eintreten zukünftig?

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Voller Überzeugung schien der Verteidigungsminister gestern im Interview in der täglichen zyprischen Polit-Sendung namens “von Tag zu Tag” nicht gewesen zu sein, als er meinte, die Briten und Amerikaner würden die zyprische Regierung über jeden Schritt im Vorfeld unterrichten, den sie von zyprischem Boden aus gen Syrien und in kriegerischer Absicht unternehmen.

Was kann er schon anderes sagen, um sein Gesicht nicht zu verlieren, der Verteidigungsminister Zyperns. Doch er sprach auch davon, man solle sich schon mal bereitmachen – gemeint ist, so verstanden wir es, für kriegerische Handlungen, auch auf der Insel.

Es dürfte doch wohl klar sein, dass die Regierenden der Republik Zypern wahrscheinlich mit die Letzten in der Kette derer sein werden, die mit brisanter Info bezüglich strategischem und tatsächlichem Vorgehen im Syrienkrieg versorgt werden – wenn es dann so weit sein wird. Klar, schreiben wir, wie auch der Verteidigungsminister andeutete im Interview in der Sendung von Tag zu Tag, der international abgeschlossenen Verträge und Abmachungen wegen, denen Nikosia verpflichtet ist.

Die ersten Militärflugzeuge der Amerikaner haben die britische Basis auf Zypern bereits in Beschlag genommen, ein Paar Kriegsschiffchen folgen. Angeblich, wie beruhigend, kann auf Syrien auch von Schiffen geschossen werden, die im Arabischen Golf, irgendwo in der Nähe des Iraks, vor Anker liegen.

Da wollen wir doch mal hoffen, dass die Steuerungssysteme dieser Dinger aber auch nie fehlgehen, weil bekanntlich liegt – grob über den Daumen gepeilt – hinter Syrien vom Golf betrachtet Zypern. Es soll ja schon andernorts zu sogenannten Kollateralschäden gekommen sein.

In Zypern, so weit hier erkennbar, scheint dass Thema kriegerische Handlungen in Syrien demnächst, kein Thema zu sein. So sehr sind die Insulaner mit ihren Dauerbrennern beschäftigt. Da wäre zum Beispiel der Dauerbrenner Bankenkrise und die Bank of Cyprus.

Letztere Institution hatte gestern ins Gebäude der Zentralbank von Zypern geladen, wo der ehemalige Finanzminister Sarris – war nur knapp 3 Monate im Amt zum Ende der Xristofias Regierung – sich einige Gäste geladen hatte. Geladen war der Schwede Lars Nyberg und der Australier Mike Aynsley. Die beiden waren es auch, die den Besuch der Veranstaltung sozusagen lohnend machten. Sarris als Moderator machte auch recht gute Figur.

Aynsley war so frei, von seiner Erfahrung in Irland zu erzählen als Banker. Genauer: er, wie auch Nyberg, ist damit beschäftigt, Anlagevermögen zu managen. Viel wurde ja bereits über Bad-Banks und dergleichen gehört und geschrieben. Solche Dinge zu regeln, beschäftigt diese beiden, das ist und war ihre Aufgabe.

Ganz verständlich ist uns, trotz allem, noch immer nicht, warum auf Zypern  auf solchen Veranstaltungen mit ähnlicher Thematik andauernd das irische Beispiel herangezogen wird. Zwar handelt es sich auch hier um eine Insel, aber die Ausgangslagen scheinen uns doch sehr unterschiedlich. Vielleicht soll den Zyprern durch das irische Beispiel einfach immer wieder vor Augen geführt werden, dass es möglich ist, ein total außer Rand und Band geratenes, korruptes Finanz-System einigermaßen wieder in Schuss zu bringen – den Egoismus und die Gier dieser Kreise mit kleinen gut durchdachten Schritten in seine Schranken zu verweisen, möglich ist.

Interessanter war, was Nyberg der Schwede auf dem Podium zu berichten hatte, der schon einige Krisenstaaten beim managen von Anlagevermögen und dergleichen beriet. Er erzählte uns von seinem letzten Auftrag, der in Slowenien war.

Die Faktoren, die zu der Krise in Slowenien führten, scheinen denen in Zypern vergleichbarer zu sein als die in Irland. Jedenfalls konnte Nyberg das so vermitteln und konnte das eine nicht verstehen, was auch das Thema der Konferenz war (“the Pros and Cons of having a Seperate Independently Managed Asset Management + Development Bank”), warum eigentlich davon ausgegangen werde auf Zypern, unbedingt zwei Banken aus der Cyprus Bank machen zu müssen – eine für Anlagevermögen, die andere als Art Entwicklungsbank?

Es mache, sagte Nyberg, aus seiner Sicht wenig Sinn, da jemand, der investieren wolle, gewiss nicht in die Bank, in der all die sogenannten abgestoßenen oder ausgelagerten Werte gehortet werden, investieren wird. Klingt einfach und einleuchtend. Doch darauf muss man erstmal kommen.

Ein weiterer Redner war der Zypriote Theo Panayiotou, der, wie absehbar war (weil man ihn inzwischen kennt), es schaffte, das einigermaßen hohe Niveau der Veranstaltung auf seine Weise in den (zyprischen) Nullbereich zu ziehen. Keine Ahnung, warum die Veranstalter dieses Abends diesen Herren eingeladen haben als Sprecher, zumal Sarris ihn gleich im Vorfeld darum bat, nicht zu sehr auszuschweifen und dabei so seltsam lächelte, als wie wenn er den Stadtnarren auf uns sogleich loslässt. Panayiotou zu verstehen, bedarf eines 7. Sinnes oder so – ein Schachtelsatz ohne erkennbaren Anfang oder Ende jagt scheinbar den anderen.

Ein weiterer eigentlich bereits schon längst am Werk befindlicher thematischer Dauerbrenner auf Zypern, ist die Kirche und ihr Erzbischof. Doch niemand fasst das heiße Eisen, Kirche, wirklich oder gern an. Bekanntlich ist sie so etwas wie ein Staat im Staat auf Zypern – zahlt noch nicht mal Steuern. Dennoch scheint dieses mächtige Imperium weiße, keine schwarzen, Löcher zu haben.

Mal abgesehen von der Tatsache, dass offenbar auch die AKEL-Partei so eine Art Sonderstellung in der Gesellschaft hat – sie war schließlich die erste Partei, die gegründet worden ist auf Zypern -, dies, weil ihr Mitglied Xristofias, der vorherige Präsident der Republik, weigert sich, auf Fragen im Untersuchungsausschuss zu antworten, der herausfinden will, wie es eigentlich zur Krise auf Zypern kam, gerät die Kirche langsam ins Schussfeld – wahrscheinlich je mehr Menschen verarmen.

Der Erzbischof Xrisostomos II muss sich also immer öfters kritische Fragen gefallen lassen. Zum Beispiel diejenige, ob er wirklich die richtige Person ist, die im Stande ist, das Vermögen der Kirche zu verwalten – es sei schließlich auch das Vermögen des Volkes größtenteils. Und dann werden da plötzlich Fragen lauter, wie die in der Politis vom Sonntag, wo Kritona Kapsali unter anderem fragt, inwieweit die Kirche eigentlich mitverantwortlich ist an der Krise, die das Land nun heimsucht?

Kapsali beziffert das Vermögen der Kirche auf ungefähr 25 Milliarden, wovon im letzten Jahr – leider – 17,5 Millionen verloren gingen, der Anteil des Vermögens der Kirche in der Bank of Cyprus sei von 4% auf 1% gesunken.

Kapsali lässt nicht aus, zu erwähnen, dass die großzügigen Spenden der Kirche, die der Erzbischof gern in seinen Reden und andernorts hervorhebt, nicht etwa aus seiner Tasche (der der Kirche) kommen, wie er es die Massen glauben lassen will, sondern es handle sich hierbei um Spenden und Gelder interessierter Organisationen, die ihre Gelder der Kirche übergeben, damit diese die gespendeten Gelder und Gegenstände dann an die Hilfsbedürftigen in Zypern weiterleitet.

Was, wenn der ‚gute Hirte‘ inzwischen so gut ist, dem Wolf die Jungen aufzuziehen?

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Gäste. Sind die Damen und Herren von der POMAK-PSEKA und NEPOMAK Gäste, Fremde etwa?

Regierungssprecher der Republik Zypern, Stilianidis, fand vor Vertretern der pan-zyprischen Organisation der sogenannten Exilzyprer POMAK-PSEKA und NEPOMAK, dass Zypern mit seiner betriebenen Politik auf dem bestem Wege sei, der derzeitigen ökonomischen Krise den Rücken zu kehren.

 

Schließlich seien die Beurteilungen der Troika vor kurzem Hinweis auf Letzteres. Zwar stünde die Krise noch vor den Zyprioten und sei keineswegs überstanden, doch: <<wir haben den erneuten Beginn des Dialoges bezüglich der Zypernfrage vor uns. Ich denke, wenn uns die Krise etwas gelehrt hat, dann, dass wir die Wahrheit zu sagen haben, und nicht (die selben) Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Wir haben die Kraft, die Überzeugung und die menschliche Stärke, nicht einfach nur, um (die Gespräche) wieder anzufangen, sondern um noch mehr da herauszuholen>>”.

 

 

Herr Stilianidis sprach also in den Konferenzräumen des Filoxenia/Nikosia. Anlass war, wie bereits angedeutet, die 17. Globale Konferenz der Exilzyprer, bei der ein Brite mit zyprischer Abstammung zum Präsidenten der Exilzyprer gewählt wurde. Diesmal fiel die Wahl auf Andreas Papaewripides.

 

 

 

In der Zwischenzeit hat sich die staatliche Behörde in der Küstenstadt Larnaka Zyperns, wie zu erfahren ist, eindeutig festgelegt die Anlagen zur Stationierung des zukünftig geförderten Erdöls zu installieren, und nicht allein nur Erdgas, wie der Innenminister Sokratis Chasikos betont. Die Frage sei nicht “wie”, sondern “wann” das passieren wird. Es bedürfe nur noch eines Entscheids, der getroffen werden müsse – von wem dieser Entscheid zu treffen ist, sagt er nicht.

 

Auch der Ort an dem die Anlage installiert werden soll, ist noch nicht hundertprozent klar. Sicher ist aber, meinte Innenminister Chasikos, dass es in der näheren Umgebung von der Ortschaft Basilikos am Meer bei Zygi sein wird, wo der Aufschwung der Inselökonomie dann wohl ihren Ausgangspunkt haben wird. Die Rede ist bereits von einem “Energiezentrum”, welches im Entstehen ist.

 

 

 

Der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Rohstoffe, Nikos Kukialis, fliegt wahrscheinlich auch der Unsicherheit bezüglich des zuvor angesprochenen “wann” am 25. August nach Israel für ein voraussichtlich zweitägiges Treffen mit dem israelischen Energieminister, Silvan Shalom.

 

Bekanntlich wurde am 08. August 2013 eine Zusammenarbeit mit Israel und Griechenland im Energiesektor – unter anderen Sektoren – vertraglich festgelegt.

 

Das Press and Information Office der Republik Zypern (PIO) schreibt des Weiteren in seinem griechischsprachigen Teil: “Gleichzeitig ist ein Treffen auf technokratischem Level geplant, welches eine weitere Verstärkung der Zusammenarbeit zum Ziel hat und den Austausch von Erfahrungen und Wissen, insbesondere im Bereich Schmutzwasserbeseitigung im städtischen Umfeld, wie auch den Gebrauch von Technologie zur Wasserwiederaufbereitung in der Landwirtschaft.”

 

Israel, schreibt die PIO, sei weltweit führend in den genannten Bereichen.

 

 

 

Ungemach steht jedenfalls vor der Tür, eben wegen dem erwähnten neuen Bündnis von Griechen, Griechisch-Zyprern und Israelis. Dieses Bündis will demnächst ein Luftmanöver abhalten.

 

Der Außenminister Nordzyperns (KKTC), Kutlay Erk, bittet bereits, das geplante Manöver im September nicht abzuhalten. Erk begründet sein Anliegen damit, dass in den vergangenen Jahren die türkisch-zyprischen sogenannten “Toros”-Manöver in Absprache mit den griechisch-zyprischen “Nikiforos”-Manövern abgesagt worden wären, um jeweils guten Willen zu demonstrieren (PIO). Außderdem sei der Frieden nachhaltig gestört, sollte die Republik Zypern wirklich den Russen erlauben, eine Luftbasis auf dem Flughafen von Pafos zu betreiben, sagte Erk.

 

 

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Anscheinend scheint eine Koalition der CTB-BG mit der DP-UG in Nordzypern, die Letztere wird von Denktas junior angeführt, doch nicht zustande zu kommen. Die erstere Partei, deren prominenteste Figur eventuell der ehemalige Präsident der KKTC, Talat, ist, überlegt, ob es weiterhin Sinn macht, weiter mit der DP-UG zu verhandeln zwecks Regierungskoalition; oder ob sie nicht doch besser ihr Heil mit der UBP von Kücük sucht.

 

 

Es kann den Menschen im Norden nicht all zu schlecht gehen, ist unser Eindruck, wenn die Regierenden der KKTC sich so viel Zeit lassen – können – beim Formen einer neuen Regierung.

 

Und da scheint was dran zu sein: der Tourismus in die KKTC verzeichnet gute Einkünfte, wird berichtet, die Haus- oder Grundstückskäufe im Lande haben angeblich nicht wesentlich abgenommen.

 

Ein Gradmesser der Richtigkeit dieser Angaben dürfte durchaus sein, dass sich nach Hasan Ali Bicak, Vorsitzender der Kommission der Bildungsplanung der KKTC, 2013 anscheinend 20% mehr Studenten aus der Türkei zum Studium angemeldet haben sollen.

 

 

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Zuletzt soll noch auf die Bemerkungen kurz eingegangen werden, die der Ministerpräsident der Türkei bezüglich der Vorfälle in Ägypten von sich gegeben hat. Herr Erdogan, dem hinter vorgehaltener Hand nachgesagt wird, an einem Krebsleiden zu leiden, scheint diplomatisches Geschick, eventuell bewusst, immer mehr vermissen zu lassen.

 

Wieso?

 

Sollten die Gerüchte um seine Erkrankung stimmen, ließen sich gewisse Äußerungen in letzter Zeit wage damit erklärlicher machen. Er klingt zuweilen vermehrt so als herrsche Endzeitstimmung (bei ihm).

 

Die Reaktionen Washingtons auf den Vorwurf Erdogans, Israel stünde hinter dem Konflikt in Ägypten, sind einigermaßen hart ausgefallen – er könne solch unbewiesene Inhalte nicht einfach so von sich geben. Erdogan indes spricht von Dokumenten oder Belegen, die er in der Hand habe. Wäre es da nicht an der Zeit, dass er diese endlich mal auf den Tisch legt?

 

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Russland fordert eine Basis für seine Militärflugzeuge auf Zypern. Diese Nachricht hatten wir hier bereits. Doch diesmal scheint Moskau konkreter als zuvor am Thema interessiert zu agieren – so als wolle man kein “Nein!” vernehmen aus Nikosia.

Der Flughafen von Pafos ist demnach noch immer im Visier der Russen. Nikosia hat vorerst darauf verwiesen, eine solche Entscheidung nicht ohne Brüssel fällen zu können – so ganz alleine. Das ist schon mal keine schlechte Antwort gewesen, auch wenn sie Herrn Putin wenig gefallen dürfte. Er hat hier schließlich Leute vor sich, die Russlands Staat Geld schulden, relativ viel Geld für jemand, der angeblich keines hat.

Bleibt nicht aus zu fragen, inwieweit die russische Meeres-Flotte vor Zypern zukünftig anlegen kann und wie weit die Zusagen der Republik Zypern in diesem Bereich bereits gediehen sind? Einnern Sie hierzu die Regierungszeit des vorherigen, moskautreuen zyrischen Ex-Präsidenten Xristofias, der sich nächsten Donnerstag vor einem Untersuchungsausschuss wegen schlecht geführter Politik verantworten muss.

Dass von einer militärischen Basis gesprochen wird werden können, wie sie beispielsweise die Engländer auf Zypern betreiben, wenn den Forderungen Russlands von Seiten der zyprischen Regierung entsprochen wird, scheint uns zu diesem Zeitpunkt noch eine äußerst übertriebene Denke an den Tag zu legen. Zur allgemeinen Erinnerung daher: Bekanntlich sind die Engländer Eigentümer des Grund und Bodens, auf dem sie ihre Basen (2) betreiben. Die Russen würden diesen Status wohl nicht so ohne Weiteres erhalten können, Eigentümer von Land zu solchen Zwecken zu werden.

In Zeiten, wo Druck offenbar von allen Seiten sich aufbaut, also auch von Seiten Moskaus, wird Morgen, dem 20. August 2013, die Regierung Zyperns voraussichtlich beschließen, genauer der Ministerrat des Landes, dass 150 Lehrer nicht wieder berufen werden und der Armee zugeteilt werden sollen. Zu diesem Anlass wird eine Konferenz im Troodos abgehalten werden. Letzteres ist insofern bemerkenswert, da unseres Wissens eine zeitliche Kürzung des zu leistenden Militärdienstes (2 Jahre) noch nicht angegangen wurde. Auf diese Weise könnte durchaus das Personal womöglich noch rechtzeitig herangezogen werden bei der zyprischen Armee, um das Kriegsmaterial demnächst gekauft in Israel auch bedienen zu können, sowie die Plattformen im Meer um Erdgas zu fördern etc.

Über die Art und Weise der Festanstellungen von Angestellten im Tourismusbereich wird auf der erwähnten Konferenz ebenfalls entschieden. Das heißt, Kündigungen oder Nicht-Verlängerungen des Arbeitsverhältnisses stehen auch in der Tourismus-Behörde Zyperns ins Haus. Wieviele Angestellte dann von den zu treffenden Entscheiden dieser Konferenz betroffen sein werden, wird an ihrem Ende beziffert.

In einem Beitrag der die Beziehung Russlands zu Griechenland und Zypern zum Thema hat, wird am 23. Juli 2013 in der griechischsprachigen Freepen ( http://freepen.gr/2013/%CE%B5%CE%BB%CE%BB%CE%AC%CE%B4%CE%B1-%CF%81%CF%89%CF%83%CE%AF%CE%B1-%CF%84%CE%BF%CF%85%CF%81%CE%BA%CE%AF%CE%B1-%CE%BA%CE%B1%CE%B9-%CE%AC%CE%BB%CE%BB%CE%B5%CF%82-%CE%BA%CE%B1%CF%84%CE%B1%CF%83%CF%84/ ) davon gesprochen, dass die USA vordringlich eines zu unterbinden suchten: dass Russland sich in Griechenland oder Zypern breitmacht. Hinzukommt, die USA übten Druck auf die Türkei aus, damit die Pipeline namens Blue Stream durch die Türkei möglichst nicht zustande kommt. Ankara hat sich, demFreepen-Beitrag zufolge, dem Ansinnen Washingtrons entzogen und die Pipeline dennoch verlegt.

Des Weiteren wird geschrieben, Moskau habe definitiv entschieden, Syrien nicht aus der Hand zu geben, “zusammen mit der Anbindung der libanesischem Hisbullah und Irans an Assad, wird das letzterem helfen, den Krieg fortzuführen und zu gewinnen.

Gleichzeitig zeigt die Entfernung von Surkow aus dem Kreml und der Angriff Putins auf die (sogenannten) Oligarchen, dass die Verhärtung (des politischen Klimas in Russland) ein Entwurzeltsein russischer Politik (geradezu) bestätigt.

Sollte es in Griechenland und Zypern ethnische Führungen geben, die den Plan der Errettung des griechischen Volkes und der beiden Staaten verfolgen, könnten dieselben vom Erwachen des russischen Bären geschickt profitieren.”

Der Verdacht liegt nahe, dass die Freepen-Webseite eine eher rechtsnationalistische Webseite aus Griechenland ist. Doch interessant ist der aufgeworfene Aspekt in dem Bericht, wo angenommen wird, durch ein verstärktes Engagement Moskaus in der Region letztlich profitieren zu können, wenn die Dinge, versteht sich, recht angepackt werden, und zwar den Hellenismus hervorkehrend in Zypern wie auch in Griechenland.

Dass ein Erstarken des Hellenismus weiterhin ein Wunsch bleiben könnte, zeigte sich zuletzt blutig 1974, als einige glaubten, Griechenland und Zypern mal schnell zu einem Gebilde vereinen zu müssen. Wer indes in den Zeitungen aufmerksam liest, dem kommt diese Vision immer abwegiger vor.

In der Politis vom Sonntag schreibt die Journalistin Renas Xoilaru mit der Überschrift “eine no-win Beziehung” Folgendes, von dem der Außenstehende wahrscheinlich wenig bis gar nichts bislang vernommen hat:

In Bezug auf den Artikel von Ilio Kanelly <<die offizielle ethnische Ideologie und die Xrisi Awgi>> (das sind die griechischen Neonazis, die neuerdings auch im griechischen Parlament sitzen): <<So weit, so nah>>!

Ich dachte das Folgende im Bezug auf die zyprische Gesellschaft: das, was wir hier auf Zypern demonstrativ nicht wissen , ist, dass zu einer Zeit die griechisch-zyprischen Regierungen die griechischen Regierungen in Abenteuer schleiften; oder mit ihrer Haltung mögliche Entwicklungen im griechisch-türkischen Verhältnis blockierten.

Ohne die allgemeine Mutlosigkeit und Introvertiertheit der griechischen politischen Eliten zu verkennen, war das Interesse des griechischen Staates stets ein anderes als das des zyprischen.

Kostas Karamanlis war als persona non grata angesehen, genau nach dem Einmarsch der Türken, denn er handelte realistisch. Und anstatt sein Land in einen Krieg, der schon von Beginn verloren gewesen wäre, zu zerren wegen Zypern, antwortete er mit der berühmten Aussage: “Zypern ist weitweg gelegen!”

Eine Aussage, die die uns bekannten Kriegstreiber nie verstanden in Zypern oder Griechenland.

Ich denke zwei wichtige Messages beinhaltet diese Aussage. 1) 1974 haben wir den Krieg verloren, 2) ich kann Griechenland nicht in Abenteuer stürzen wegen Zypern. Ich optiere für etwas anderes.

Diese Politik ist hart gewesen für die Leute in Zypern (ich meine die Griechisch-Zyprer), die sich von Griechenland betrogen sahen, die noch in Zelten hausten und völliger Unsicherheit, aber 40 Jahre später ist Zeit, dass wir das mit anderen Augen lesen.

Die Initiative von (dem griechischen Politiker) Simitis Zypern in die EU zu bringen, ist, denke ich, das letzte Angebot der ‚Mutter‘ an ihre ‚Tochter gewesen (Griechenland und Zypern sind gemeint). Von jenem Zeitpunkt an trennte (der ehemalige Präsident Zyperns) Papadopolous risikoreich seinen Platz (neben der Mutter) ab, indem er seinen Kopfball 2004 lancierte; doch bereits dann zeigte die (noch) junge ökonomische Krise und das Bankenproblem, dass es einen Interessenkonflikt zwischen den beiden Staaten gibt.

Die historischen und politischen Beziehungen der Republik Zypern und Griechenlands müssen halten, aber in eine andere Phase eintreten. Je früher wir das kapieren, (desto besser) anstatt Verstecken-spielen hinter abgelutschtem, gemeinschaftlichem, ethnischem Kampf in allen seinen Varianten – zum Beispiel: Zypern entscheidet und Griechenland steht bei… .

Ich möchte hier kein weiteres Thema eröffnen. Doch das Gleiche trifft auch zu mit unseren Beziehungen zur Türkei. Die Türkei ist mit einer Umkehrung der (vorherigen) Aussage von Karamanlis “sehr nah!” Sie ist ein mächtiges, ökonomisches Gebilde, Mitglied der G20, und kann darüberhinaus ihre Außenpolitik (notfalls) mit ihrem Militär durchsetzen, etwas was wir verkennen beim Versuch, sie vom Gas(Förder-Ding) zu verbannen…. .

Wir müssen als Gesellschaft (endlich) entscheiden, was wir (eigentlich) wollen, um letztlich voranzukommen. Lasst uns nicht noch einmal die Geschichte für uns entscheiden. Geschichte urteilt nicht. Wir haben ein Urteil zu fällen, und dementsprechend unsere Geschichte zu bauen!”

Hört sich gut an, doch scheint Russland mitbauen zu wollen! Mal sehen, was wir darüber in unmittelbarer Zukunft noch alles schreiben werden können.

Fragen an Guido Westerwelle!

Was wir schon immer mal zum Ausdruck bringen wollten, ganz abgesehen von den nirgendwo erwähnten, oder zur Rede stehenden, Besitzrechten der Syrer am neuen Erdgasreichtum in der Region südöstliches Mittelmeer: Kriegen die Palästinenser eigentlich auch etwas davon ab? Wie wird das anteilsmäßig eigentlich geregelt, wenn überhaupt, dass Israel (Hausherr der Palästinenser, oder wie man diesen Staat noch nennen darf) seinem vermeintlichen Untermieter (den Palästinensern), dem das Hausrecht bekanntlich abgejagt wurde, (welches er mal hatte und somit doch wohl auch daher eigentlich noch immer Mitbesitzer am Land, auf dem er lebt ist und war, eben weil es ihm abgejagt wurde) am neuen in Zypern in aller Munde geratenen Erdgasreichtum vor der jeweiligen Küste teilhaben lassen wird?

Wäre Recht nett, wenn Sie, Herr Westerwelle, sich mal dazu positionierten. Sie könnten auf diese Weise vielleicht gerade noch rechtzeitig verhindern, dass deutsche Soldaten und Diplomaten dann nicht wie in Afghanistan ihr Leben aufs ‚Spiel‘ setzen gehen, um für viele nicht nachvollziehbare deutsche Interessen zu vertreten – und dass deutsche Schiffe in der Region des südöstlichen Mittelmeers bereits seit Jahren Patrouille schieben, ist ja kein Geheimnis.

Das Geheimnis daran ist, Herr Westerwelle, wie weit geht deren Auftrag eigentlich wirklich? Soweit wie bei der deutschen Truppe in Afghanistan? Noch weiter? Wirklich nur und ausschließlich Verteidigung oder doch im Notfall unterstützen einer eventuell nicht ganz verteidigungstechnischen Aktion?

Was nun, Herr Westerwelle? Treten Sie doch mal in den Dialog, den Sie den Ägyptern so vollmundig vorschlagen. Kommen Sie zurück an den Verhandlungstisch – das ist in den Dialog mit uns, meintewegen mit jemand von den Medien. Lassen Sie jedenfalls die deutsche Öffentlichkeit an ihrem Wirken hier in der Region teilhaben. Klären Sie uns auf, darüber, was mit dem Teilhaberecht der Palästinenser an dem Erdgas, welches bereits von Israel gefördert wird, passieren wird, bevor deutsche Rekruten und andere ihren Kopf hinhalten gehen für eine Politik, von der wie in Afghanistan leider nicht gesagt werden kann, dass sie der Bundesrepublik viel eingebracht hätte; oder das sie das Ansehen – sei es im eigenen Lager (Westen, EU) oder bei Dritten – ersichtlich verbessert hätte.

Das Gegenteil darf vermutet werden, ist eingetreten im Afghanistan-Einsatz – ganz zu schweigen von den derzeit beinah stilllschweigendlaufenden Einsätzen in Teilen Afrikas der deutschen Armee. Was ist los Herr Westerwelle?

Andern empfehlen, was man im Prinzip selbst nicht tut, nämlich die Dinge offen zu bennen und miteinander auszudiskutieren, ist hoffentlich schon bald und für immer Vergangenheit.

5% der abgegebenen Wählerstimmen zu erreichen, soll nicht immer einfach sein.

Herr Erdogan bleibt bei seinen 10%.

Warum votieren Sie eigentlich nicht für die 2%-ige Wahlhürde?

Die 2 ist ja sozusagen auch die Essenz eines Dialogs: 2 Seiten reden miteinander! Sie verstehen?

5 Finger hat die Hand. “Palästina hat ein Anrecht darauf!” Diese 5 Worte stehen im Mittelmeer aus, Sie können sie ergreifen, zwischen Europa, Asien und Afrika, dann wissen wir, eventuell, wo Sie auch noch stehen. Das ist auch Liberalität, das zu sagen, zu tun, Herr Westerwelle, für die Sie vorgeben zu stehen mit der FDP.

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Wahlen und Krisen

Wat den Enen sin Ul, is den Andern sin Nachtigall!

Wenn man Herrn Steinbrück im Fernseher sieht, so wie gestern in Berlin zum von der SPD veranstalteten Fest, und er in seine Prol-Pose geht, die zwar zu ihm passt, und dann doch auch wieder nicht, fühlt man sich auf merkwürdige Weise veräppelt.

Dieses verschmitzte Fäustchen, dass er glaubt in die Luft stoßen zu müssen, so knapp am Bäuchlein vorbei, noch nicht mal einen rechten Haken richtig ausführend derart, schon fast amerikanisch, wo diese Pose, glaube ich, auch her kommt, da vermischt sich optisch irgendwie kühles Kalkül mit dumpfer Dreistheit eines Politikers.

Die ehemals gestreckte Faust irgendeines sozialistischen Veteranen, wie zum Beispiel Schuhmann, wirkt gegen das Bürokraten-Fäustchen von Steibrück schon unanständig phallo-sonstwie. Ja, man könnte Steinbrück – so ganz tiefenpsychologisch und so – unterstellen, uns einen Zwitter vormachen zu wollen: halb Mann, halb Frau.

Nun ist an Zwittern nichts auszusetzen. Wahrscheinlich sympathische Menschen. Doch bei Steinbrück fragt man sich, wie ausgerechnet er dazu kommt, seine Faust nicht richtig auszufahren? Wie ein in der Pubertät stecken gebliebener Großpapa glaubt er uns weiß machen zu müssen, dass er anpacken kann, was Frau auch bewältigen kann.

Und da liegt der Hase im Pfeffer begraben – bei der Frau. Wie zu lesen und hören war, sollen die Plakate der SPD sich ausgerechnet als Leit-Sujet eine Frau gewählt haben. Es ist dies die politische Gegnerin – Frau Merkel. Kurz: Ganz tiefenpsychologisch und so glaubt man, erkennen zu können, dass diese Frau diesem Mann diese Pose geradezu aufgezwungen haben muss mit ihrer Standhaftigkeit. Der gute Herr Steinbrück von der alten Dame SPD kann gar nicht mehr anders, als seinen symbolischen Phallus, das magere Fäustchen auf dem Weg ins Nirgendwo Art geschlagen, nur zur Hälfte auszufahren. Verschämt wie ein kleiner Bub unter der Bettwäsche mutet diese ‚beeindruckende Aktion‘ des Guten an, weil die Mama, die guckt ihm halt doch dabei zu.

Die Merkelbilder hat er sich gewiss an jede Fensterscheibe im Kinderzimmer geklebt, sie verulkend und hofft, dass dieser Übermensch ihm so ausgetrieben wird – Fehlanzeige.

Keine Ahnung, doch so viel steht fest, wenn die BRD so etwas wie eine Positionierung und Berechenbarkeit braucht in der Welt, und die braucht sie, dann ist Steinbrück eher fehl am Platz. Bei Merkel weiß man zumindest, dass ihre Position durchaus die ist, die ihr dienlich ist – egal woher sie sie genommen hat. Das hat etwas wie Verlässlichkeit, irgendwie. Weil sie schafft es dabei zu kommunizieren: ich tut es auch für das Land, die EU, dem Rest der Welt, nicht um jemand unbedingt die Faust auf die Gemeine reinzuhauen. Und des Dings um des Dings willen tut sie es nicht.

Doch genau diese eben angesprochene Gefahr – so ganz tiefenpsychologisch und so – wittert man, könnte bei Herrn Steinbrück in Nöte geraten, womöglich zum Zug kommen; oder die Variante: gemein die Ellenbogen spielen lassen, andere baden es ja notfalls aus. Bubi will schließlich auch mal Lokführer gewesen sein.

Können wir uns derzeit nicht leisten, Herr Steinbrück!!!

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Was in Ägypten so vor sich geht, können wir uns zwar auch nicht leisten, doch es war ja wohl absehbar. Nun kann sich Herr Westerwelle hinstellen und die TV-Gucker täglich damit langweilen, von Gesprächen zu quasseln, die die zerstrittenen Parteien miteinander führen sollen. Wie gut das gelingt, und seit zig Jahren zu hören und zu sehen ist, sieht man zum Beispiel in Palästina bzw. Israel. Die quasseln, und dann quasseln sie mal wieder nicht, und dann wird mal wieder etwas anderes bequasselt, was eigentlich irgendwie schon dasselbe ist, aber halt doch nicht ganz – und so weiter.

Es war den Akteuren, auch denen im fernen Europa, klar, dass mit der Beseitigung vom Mubarak die Muslimbrüder eine Rolle spielen, insbesonders dann, wenn man glaubt, sie an angeblich demokratischen Wahlen teilhaben lassen zu müssen. Das war schon mal der erste fatale Fehler. Man kann ein Volk, welches überwiegend über Jahrzehnte mit (unter anderen) europäischer Hilfe möglichst verarmt und ungebildet gehalten wurde, nicht plötzlich abstimmen lassen und dann glauben, es würde sich für Demokratie entscheiden, wo die Religion als zu wählende Option gegeben ist.

Na klar, und das wussten diese Leute, die solche Dinge überdenken und lenken. Falls sie es noch immer nicht gewusst haben sollten, müssten sie sich beim nächsten Mal mit Stellen kurzschließen, die sich zum Beispiel wissenschaftlich mit derartigen Angelegenheiten beschäftigen; also sich an Stellen richten, die ihre Studien nicht für Staaten oder Konsortien abfassen, sondern möglichst frei arbeiten. Und genau dann hätten diese tollen Berater, Strategen und Politiker sich anhören dürfen, dass wahrscheinlich die Mehrheit in Ägypten für die Wahl der Muslimbrüder als Regierungspartei stimmen wird. Ist, was die Wahlprognose angeht, durchaus vergleichbar mit dem anstehenden Wahlergebnis in Deutschland – wenn um, an Merkel nicht noch der Bock abgeschossen wird von irgendwoher, schlechtestenfalls von selbst.

Und jetzt zu fordern, dass die Übergangsregierung in Ägypten sich mit den Muslimbrüdern zusammensetzt, die man ihres Amtes mit Recht enthoben hat, weil sie genau das angefangen hatten zu tun, was sich viele als schlimmstes Szenario bereits ausgemalt hatten mit ihnen an der Regierungsmacht, um endlos womöglich zu diskutieren, liefe auf die inzwischen all zu bekannte zeitliche Streckung des dort herrschenden Chaos‘ hinaus.

In Syrien hat die internationale Community schön abgewartet und wartet immer noch. In Ägypten hat diese Community offensichtlich auch entschieden, den angesprochenen Wartemodus auszufahren, offensichtlich, weil irgendjemand darin einen größeren Nutzen vermutet? Doch wahrscheinlicher ist das Naheliegendste als Grund: das Chaos passiert in Ägypten, nicht zum Beispiel in Deutschland.

Wenn die sich dort die Köpfe einschlagen, scheint dabei das unausgesprochen transportierte Argument für die Strategie des Wartens und Quasseln und Wartens zu sein, was können wir dagegen tun? Doch wir waren es unter anderen, die die Ägypter (und andere) letztlich bewusst falsch beraten und unterstützt haben.

Das Vorgehen der Übergangsregierung in Ägypten gegenüber den Muslimbrüdern und ihren Anhängern ist hart, konsequent und blutig. Der Minderheit (die ehemaligen Aufständischen plus Militär sind letztlich noch die Minderheit in Ägypten), die Werte verficht, die unsereren irgendwie näher zu sein scheinen als die der frömmelnden Muslimbrüder, werden wir vielleicht noch dankbar die Hände reichen, wenn sie unsere Strategie des Auf-die-lange-Bank-schiebens erfolgreich umgangen haben werden.

Mindestens ebenso Besorgnis erregend ist, was die türkische Regierung zum Konflikt in Ägypten dieser Tage verlautbart. Ankara hält bekanntlich zu den Muslimbrüdern und redet von Katliam (mordlüsternes Abschlachten), welches betrieben worden sei. Das Gerede vom Miteinanderreden, welches Westerwelle verkündet, ist für Erdogan & Co letztlich Sonntagspredigt, also sein Freitagspredigt-Niveau, verschleiert ihm den harten Poker, der betrieben wird zu sehr auf Kosten vieler Menschen.

Auch der Fall Afghanistan zeigt, wo die BRD 2014 ihre Koffer packen will, dass politische Entscheide möglichst früh wirksam umzusetzen und abzufassen, eventuell doch wirksamer sein dürfte, als sie auf die lange Bank zu schieben. Letzteres hat nur kurzfristig die Wirtschaft mit angekurbelt und Hoffnungen aufblühen lassen. Llangfristig besehen riecht nun vieles eher nach noch mehr Desaster – auch im Westen.

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Aufgeschnappt

Herr Awerof Neofitu ist der Führer der DISI-Partei der Republik Zypern. Der Präsident des Landes, Herr Nikos Anastasiadis, gehört dieser Partei an. Der ausländische Gärtner der Neofitu’s hat zwei Einschüsse an der äußeren Wand des Hauses ausfindig gemacht. Die Polizei wurde gerufen und hat das offensichtlich bestätigt. Herr Neofitu weiß von einen seltsamen Anruf mit ausländischer Nummer zu berichten, den er erhalten hat. Der Vorfall des Einschuss‘ muss bereits am 30. Juli vorgefallen sein. Es wird in alle Richtungen ermittelt.

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Ein Gymnasium in Nikosia – der Name ist vorerst nicht herauszufinden – wird mit Anträgen geradezu überschüttet dieser Tage. Die besorgten Eltern wollen, dass ihr Kind möglichst auch dort zukünftig zur Schule geht. Diese Schule, die seit 1985 besteht, hat einen ausgezeichnet Ruf und ist auch zentral gelegen in der Stadt.

Nun weiß die Schulleitung nicht, wie sie mit all diesen Anträgen verfahren soll. Einige Eltern haben den Weg über das zuständige Ministerium nicht gescheut, um ihr Kind sozusagen als neue Schüler durchgesetzt zu bekommen. Die Rede ist davon, dass eventuell 2-3 Klassen neu eröffnet werden. Ob die Qualität der Lehre darunter leiden wird, ist nicht zu erfahren, aber anzunehmen, sollte das Personal nicht entsprechend aufgestockt werden. Der Pausenhof und dergleichen Parameter dürften sich wahrscheinlich gemäß der neuen Anforderungen nicht so ohne Weiteres erweitern lassen.

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Diebe haben in Nikosia nicht etwa eine Tür oder ein Fenster aufgebrochen, sondern gleich einen Teil des Hauses in Schutt gelegt, um an eine Kollektion von Bildern zu gelangen, insgesamt 17, die einen Wert von ungefähr 180.000 US-$ haben soll. Der 59-jährige Bestohlene ist fassungslos.

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Einer anderen Person, 59 Jahre alt, wurde in Geroskipu/Nikosia aus dem Auto 5.000€ entwendet sowie 6 Handy’s, alles im Wert von ungefähr 8.000€.

Von Autoaufbrüchen liest und hört man inzwischen täglich. Vielen Dieben scheint bekannt geworden zu sein, dass ihre Opfer neuerdings dazu übergegangen sind, Tagesgelder oder gar Erspartes im Auto zu verstauen. Das Vertrauen in die hiesigen Banken ist ganz offensichtlich nachhaltig gestört.

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Die Koimisi (Maria Himmelfahrt) ist für die Orthodoxie eines der zentralen Ereignisse im Jahr. Auch dieses Jahr haben wieder viele gefastet, und zwar vom 1. August bis zum 15. August. Und weil der 15. August als der Tag des Sommers gefeiert wird, wo dann auch das Fasten gebrochen wird (kein Fleisch, Fisch, etc.), dachten sich die meisten Zyprer, die der Krise wegen eigentlich gar nicht mehr richtig leben können, ach, dann machen wir doch gleich Ferien von Donnerstag bis Montag – was soll’s. Und so macht der größte Teil der angeblich krisengeschüttelten Nation jetzt Ferien. Viele , knapp die Hälfte, soll sich ins Ausland abgesetzt haben. Griechenland ist noch immer der Renner. All diejenigen unter ihnen, die sich Santorini ausgesucht haben, müssen allerdings seit 3 Tagen ohne Strom und Wasser auskommen – Stromausfall.

Die Strände Zyperns sind auch gut besucht von Einheimischen, die, wie bereits erwähnt im letzten Artikel, die relativ kurze Distanz von der Hauptstadt an die Strände entdeckt haben und sich nicht in Hotels einmieten wie die Jahre davor aus, versteht sich, ökonomischen Gründen.

In Deutschland, vermuten wir, hätte die Regierung diesen Feiertag und seine Ausweitung auf weitere 1,5 Arbeitstage wahrscheinlich schon längst abgeschafft bzw. zeitlich eingeengt krisenbedingt.

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Prunk & Pump

Die Stadt Limassol am Meer mit dem größten Hafen in der Republik Zypern ist nicht all zu groß – es ist eigentlich nur sehr langezogen als Stadt, nämlich im Prinzip entlang der Küste.

War sogar schon dort, wo ich heute eigentlich hinwollte, dachte, dieser Ort sei hinter einer Tankstelle befindlich gewesen. Dem war und ist so offensichtlich nicht. Keiner der Befragten, wusste zufriedenstellend genau, wo diese Straße zu finden wäre.

Zum Glück hatte ich keinen Termin.

Jetzt sitze ich statt dessen, mal wieder, im Cafe Costa. Es ist inzwischen so um die 9Uhr30 morgens. Die Ränge, wenn so gesagt werden darf, sind bereits gut gefüllt – heute mit viel vornehm zurecht gemachten Damen so um die 40. Die können sich wirklich noch alle ohne Weiteres sagen, sehr ansehnlich auszusehen und dass es sich gelohnt hat, das Äußere zu pflegen – bravo!

Nun ja, es ist ja Urlaubszeit und da kann wahrscheinlich schon mitten in der Woche große Schale und Make-up angebracht sein, kann gewiss nicht schaden.

Die Herren, wie man sagt, der Schöpfung sind auch nicht all zu schlecht gekleidet hier im Costa. Der Verdacht scheint vielleicht doch nicht unbegründet, dass der Limassoler im Allgemeinen besser gekleidet ist als der Rest Männer auf der Insel. Bei den Männern lohnt es sich, auf die Details zu gucken: die Uhr, die Schuhe, die Brille. Wird das nicht getan, könnte gedacht werden, unter höheren Beamten zu sitzen, pensionierten Beamten.

Ja, die meisten Herren hier heute Morgen scheinen im schönsten Abschnitt des Lebens angekommen zu sein und das sichtlich zu genießen.

Ich hab mich für die mittelgroße Tasse Kamillentee zu 2.85€ entschieden. Versteht sich, die Sonne scheint, der Himmel ist blau und leider habe ich wieder zu viele totgefahrene Igelchen auf der Straße liegen gesehen auf dem Weg hier her– unerhört viel Katzen auch. Es muss etwas ganz besonderes in der Luft liegen.

Den Beach vor Maroni, den sie neuerdings “Limanaki” nennen, habe ich nun aufgegeben, nicht wegen der Leute oder ihren Zelten, sondern, weil das Wasser stellenweise wahrscheinlich bereits gefährlich schmutzig zu sein scheint. Habe herausgefunden, seit weiter als sonst, in Richtung Zygi vom Limanaki-Beach, geschwommen wird, dass die gruselige Vorstellung in den grobgefilterten Hinterlassenchaften anderer Leute zu schwimmen, irgendwie immer realer wird.

Da wo jetzt geschwommen wird, eigentich unweit davon, nämlich um das Restaurant Limani und Mamas herum, scheint das Wasser noch nicht diese flockenartigen Dinge zu haben und nur stellenweise riecht es dort nach Toilette.

Wer sich viel Stress einhandeln will, geht mal Nachforschen auf der zuständigen Behörde in Larnaka und/oder dem Rathaus in Maroni, wie genau das mit der Abwasserentsorgung funktioniert – vor allem auch der kleinen landwirtschaftlichen Betriebe. Die gibt es dort noch. Die sind so kultiviert und bedrängen uns mit dem Anblick unzählig vieler Plastikplanen, die am Straßenrand den Boden zieren, nicht zur Hauptverkehrsstraße hin, sondern einen Straßenzug dahinter. Dort also, wo die Luft zuweilen auch mit Leimruten für die Vögel versüßt wird. Darauf muss einfach nochmal kurz zurückgekommen werden und darauf hingewiesen werden, dass der National Geografic, Juli-Ausgabe, zu den Vogelfangpraktiken auf Zypern angeblich einen guten Beitrag haben soll.

Noch gibt es also Landwitschaft, die noch nicht von dem Ansturm neu erbauter Häuser und Siedlungen wegbetoniert wurde – lange kann es wohl nicht mehr dauern.

Von Krise kann eigentlich weit und breit nichts gehört und gesehen werden, außer im Fernseher oder in Zeitungsberichten, wo sie wahrscheinlich hingehört?

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Es gibt nicht gerade viele englischsprachige Zeitungen auf Zypern. Die Cyprus Mail ist eine, die sonntags Sunday Mail heißt. Meisten ist sie ihr Geld nicht wert Doch dieses Wochenende scheint alles anders gewesen zu sein.

In der Region Akamas, die teils Naturschutzgebiet ist, finden einige aus jener Region, es gelte die Chance beim Schopf zu ergreifen, wenn schon mal eine rechtskonservative Partei die Regierungskoalition anführt. Und so titelt die Sunday Mail auf Seite 3: “Die Entwicklung von Akamas würde mehr Jobs kreieren. Die Landbesitzer auf der geschützten Halbinsel sagen dem geldknappen Staat, es bedarf nicht, ihnen eine Kompensation zu geben, wenn sie (das Land) entwickeln können”.

Spätestens jetzt müssten die Alarmglocken läuten, doch sie läuten einfach nicht.

In zuvor erwähnter Gemeinde namens Zygi scheinen alle ganz scharf darauf zu sein, dass möglichst bald die Erdgas-Verflüssigungsanlage in der unmittelbaren Umgebung anspringt. Das bringt Arbeit, Geld und noch mehr Ansehen. Zypern, das hört man immer wieder und gestern gewiss auch die deutsche Botschafterin, die neuerdings in den hiesigen Medien vermehrt auftaucht und derart signalisiert, dass die BRD am Kuchen ‚zyprischer Reichtümer‘ ihren Anteil haben mag, dass der Inselstaat der zukünftige Energieknotenpunkt in der Region sein wird.

Soviel zum Traum.

Viele Dinge sind noch gar nicht bis ins Kleinste festgesurrt (bezüglich Traum), werden von den zyprischen Politikern indes bereits als feststehende, zukünftige Realitäten verkauft. Zum Beispiel ist noch nicht ganz klar, inwieweit Israel überhaupt die Verflüssigungsanlage gedenkt, mit Erdgas zu beliefern. Denn es gäbe da nämlich noch die Option, das Zeug halt doch über die Türkei in Richtung Europa zu verschicken. Auf diese Weise würde Ankara einen finanziellen Anteil haben am neu erhofften Reichtum in der Region und zukünftig stiller halten, wenn es mal wieder zwischen den beiden Staaten Spannungen gibt – ja, Europa wäre bequemerweise gleich mit im Boot und die Israelis wären den Türken dann nicht so alleine ausgesetzt.

Letzteres wäre im Fall Zypern zwar auch der Fall, nämlich dass die EU im Falle eines Konfliktes mit hineingzogen würde, eben weil Zypern bekanntlich ein Teil der EU ist, nur, da noch weitere Pipelines aus anderen Gebieten (Aserbaidschan etc.) durch die Türkei nach der EU verlegt werden und bei einem Konflikt (Israel-Türkei) in Mitleidenschaft gezogen würden (eventuell), könnte sich Israel auch daher für diese Variante entscheiden. Ein weiterer Grund könnte durchaus sein, dass das erwiesene Störrischsein der Zyprer (siehe endlos Verhandlungen Nord-Südzyperns) Israel zu sehr an den Konflikt mit den Palästinensern erinnern könnte.

Den Zyprern soll inzwischen angeboten worden sein, zu total günstigen Konditionen Strom aus Israel über 10 Jahre beziehen zu konnen (Politis) – scheinbar sogar unter Marktwert. Na, wenn das keine Freundschaft ist, welch Zuneigung, welch Prunk!?

Hermes Salomon schreibt in der Sunday Mail unter anderem: “… Es brauchte eine ökonomische Krise, bis Familien kapierten, dass die Strände von Larnaka und Limassol in einer Reichweite von 45 Minuten liegen von der Hauptstadt. Und daher: warum nicht jeden Tag hin- und herfahren, anstatt viel Geld für ein Hotel ausgeben? …

Wir sind die schlechtesten Bezahler in der Welt. Das waren wir sogar, als wir noch leichten Zugang zu Krediten hatten – und jetzt? Das Nichtbezahlen ausstehender Schulden wird die Ökonomie in einen Kollaps bringen, aus dem es kein Entrinnen geben wird. Das weißt du, Herr Finanzminister Georgiadis, aber gesagt hast du das nocht nicht.

Es ist nicht gut vorzugeben, diese Regierung wird den Tag retten. Die sind verloren in einer Welt bedeutungsloser Versprechen, unsinnigen Energiediskussionen und unlösbaren kriminellen Untersuchungen, während der durchschnittliche Lebensstandard einer Familie rapide sinkt.

Was sich erhöht, sind lediglich Kosten für Wasser, Sprit, Steuern, Transport, Soziales, Gesundheit und schon bald, die Preise in den Supermärkten, die bereits so was ansagen – wegen dem Rohölpreis -, was dann auf die Kunden umgelegt werden wird…. .

Nach der Rekapitalisierung bettelt die Bank of Cyprus die Patrioten an, die Geld unter ihrer Matratze haben, es anzulegen, sodass die Bank es sich leisten könne, Kreditnehmern zur doppelten Zinsrate, wie sie sie den Anlegern gäbe, Geld zu vergeben…. Narr mich einmal (kein zweites Mal). Davon abgesehen, das Geld ist nicht unter der Matratze, sondern in Olivenölkrügen…. .

Schlagen Sie nun bitte keine antiken Olivenölkrüge kaputt auf der Suche nach Geld. Ich hab, wie diese Regierung, nur versucht, Sie von der harten Wahrheit abzulenken.

Es gibt da nirgends Geld. Da war nie welches. Wir haben auf Pump gelebt seit 1974 – und das ist nun auch vorbei!”

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Loucas Charalambous lässt uns ziemlich überzeugend wissen in der Sunday Mail, dass die Untersuchungskommission, die Giorgis Pikis führte, eine Farce sondergleichen ist. Dem ehemaligen Bankpräsidenten Kikis Lazarides habe er die wichtigste Frage nämlich gar nicht gestellt, die sich sozusagen aufgrund der Ermittlungen geradezu als Nächstzufragende aufgedrängt habe: “erklären Sie ihre Verwicklung im illegalen Transfer von 100en von Millionen Dollars, die von Serbien benutzt wurden, Waffen für Milsosevic zu kaufen?”

Charalmbous schreibt, dass es sich dabei immerhin um einen totalen Bruch der Resolutionen des Sicherheitsrates damals gehandelt habe.

Ebenso sei Lazaridis zusammen mit dem damaligen Präsidenten Papadopolous und dem Governor der Zentralbank, Herr Afxentis Afxentiou, bei Geldwäschen in der inziwschen geschlossenen Laiki-Bank beteiligt gewesen, was damals der Hauptgrund war für die HSBC, ihre Pforten auf Zypern zu schließen.

Und dass davon geredet werde, Präsident Anastasiadis hätte in Brüssel Schäuble, Lagarde & Co besser daran erinnert, dass Zypern 1974 eine Invasion erlitten habe und daher in die Krise geraten sei, wie von Pikis bei Gesprächen mit der Eurogroup geäußert wurde, zeige, dass Pikis an nichts Weiter gelegen sei, als zu verschleiern. Die Untersuchungskommission ist Charalambous zu folge alles mögliche, aber nicht das, was sie vorgibt zu sein!

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