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Archive for Oktober 2012

Im Artikel vor dem letzten, war bereits die Rede von Irsen Küçük. Bei der Wahl zum Vorsitz in der UBP Nordzyperns konnte er mit lediglich 14 Stimmen mehr als Ahmet Kaşif über den letzteren triumphieren. Küçük führt die UBP weiterhin an.

Der Wahlverlierer, Kaşif, behauptet, in den Statuten der Partei stehe geschrieben, dass mindestens 50% plus 1er Stimme erzielt werden müssen, was bei dem vorliegenden Wahlergebnis aber nicht der Fall sei: „die Demokratie ist geschlachtet worden“, meinte Kaşif im Anschluss an die Wahlen. Somit hat der von Ankara favorisierte Kandidat die Wahl gewonnen. Es sollen Abgesandte der Regierungspartei der Türkei (AKP) im Vorfeld dieser Wahl im Norden Zyperns gesichtet worden sein, die angeblich geheim, wie die PIO Südzyperns schreibt, sich mit Parteimitgliedern der UBP kurz vor der Wahl außerhalb von Nikosia getroffen hätten. Anwesend sollen gewesen sein von Seiten der AKP, der Stellvertretende Ministerpräsident der Türkei und Zuständige für Zypern, Beşir Atalay, sowie Süleyman Soylu der Stellvertrende Parteıvorsitzende der AKP, Sadullah Ergin und Salah Karpaz. Halil Ibrahim Akca, der türkische Botschafter in Nordzypern, soll auch teilgenommen haben an dem Treffen in dem u.a. Herr Kemal Durüst von der UBP beeinflusst worden sein sollö dessen Wahlverhalten, wird geschrieben, 87 weitere Mitglieder der UBP beeinflussen soll. Die Herren eingeflogen aus der Türkei, extra um diese Wahl nach ihrem Wunsch zu richten, sollen sogar den über die Grenzen der Insel bekannten Nakşebandi-Scheich in Lefka aufgesucht haben, um ihre Mission zu erledigen.

 

Die jährlichen Manöver der nordzyprischen und türkischen Armee fallen dieses Jahr aus. Es ist davon auszugehen, dass die Unruhen im Südosten der Türkei wie auch der Konflikt in Syrien der Grund dafür sind. Die Manöver sind auch schon in der Vergangenheit ausgefallen, was als Zeichen des guten Willens zu verstehen sei.

 

Der Hafen von Famagusta (Gazimagusa/Ammoxostos) in Nordzypern wurde erstmals von einem großen Criuse-Liner der amerikanischen New Fare Firm aufgesucht. Die Passagiere sollen für ein paar Stunden in der Stadt gewesen sein. Das nächste Ziel soll angeblich das nordzyprische Kyreneia (Girne) sein, eine weitere Hafenstadt.

Das kommende Jahr am 27.9.13 bis zum 30.9.13 soll am Golden Beach in Karpaz erstmals ein Musikfestival veranstaltet werden. 80.000 Besucher werden erwartet – die armen Schildkröten, die dort leben und angeblich geschützt werden. Es scheint sich um ein Rock-Pop-Festival zu ahndeln, da einer der Organisatoren Peter Jenner sein soll. Er ist derjenige, welche seinerzeit die Band Pink Floyd herausbrachte. Der Eintrittspreis soll sich ohne Hotel und Flugticket auf 220 britische Pfund belaufen, schreibt die PIO.

 

Leider scheinen Frankreich und die USA daran interessiert zu sein, das 3. Projektierte Atomkraftwerk für die Türkei in Angriff zu nehmen. Frankreich erhält 74% seiner Energie aus Atomreaktoren. Das Atomkraftwerk in Fessenheim an der Grenze zu Deutschland (Freiburg/Müllheim) soll 2016 abgestellt werden. Die Russen – Rostom – bauen bei Mersin in der Türkei  das erste Atomkraftwerk der Türkei, welches eventuell 2019 ans Netz geht. In der Stadt, aus der Diogenes stammt, Sinop am Schwarzen Meer, soll Korea, Kanada oder China den Zuschlag erhalten, um ein weiteres Atomkraftwerk zu bauen. Kann gut sein, dass in Thrakien, nahe der Grenze zu Bulgarien, noch ein Meiler erstellt wird. Angeblich verdoppelt sich der Energieverbrauch der Türkei alle 10 Jahre, wird geschrieben im PIO-Bericht vom 21.10.13

 

Es wird neuerdings vermehrt beklagt, dass zunehmend viele Festland-Türken die nordzyprische Staatsbürgerschaft erhielten. Es ist die Rede von “täglich fünf mehr”!

 

Krawalle beim Festtag zur Türkischen Republik. Auch der führende Oppositionspolitiker Kilicdaroglu soll auf den Straßen Ankaras mit Pfefferspray der Polizeikräfte  besprüht worden sein bei einer Demonstration der kemalistisch gesinnten alten Garde in der Türkei.

 

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Von modernen Komponisten ist man vieles  gewohnt. Sich recht deftig anhörende Musik haben auch schon Rachmaninov und Khatschaturyan komponiert, wobei sich die Zuhörer öfters gefragt haben dürften, ob dieser enorme Lärm noch Musik genannt werden darf. Der russische Pianist Sergei Babayan, der erst nach der Öffnung die Sowjet Union zu Konzerten im Ausland geben durfte, erst Anfang der Neunzigerjahre außerhalb Russlands bekannt wurde, ist ein treffendes Beispiel wuchtiger Anschläge; besonders  in Vladimir Ryabovs (*1950) Fantasia in C Moll, op. 21, welches 1983 komponiert wurde. Es geht teilweise an die Grenzen, was das menschliche Ohr noch akzeptieren kann und an das Ende der Möglichkeiten einer Piano Interpretation. Die donnernde Tongebung wird zwar stets unterbrochen durch kurze lyrische Passagen, als ob diese als Ruhepausen für die Hörmuschel des Ohres gedacht gewesen wären. Aram Khatschaturyan schreibt über ihn: „Er arbeitet mit einer selten dargebotenen  Kombination von philosophischer Tiefe und starken romantischen Emotionen. Er zeichnet sich aus durch eine ur-eigene Fassungskraft, großartigen Ideen und unglaublicher Kunstfertigkeit.“

Eine kurze Intermission eines Stückes von Olivier Messiaen folgte, dann verschiedene Stücke aus dem Klavierbüchlein für Wilhelm Friedemann Bach, von J.S. Bach, die brillant und virtuos gespielt wurden. Unverkennbar Bach.

Wuchtige Etüden etc. waren aus der Feder von Sergei Rachmaninov zu hören. Sie waren sehr unterschiedlich, nicht in der Qualität des Spiels, sondern in der Komposition. Einige stammten aus den depressiven Jahren, andere wurden nach seiner Genesung geschrieben, eine kurz vor Geburt seines ersten Kindes, die Rachmaninovs verschiedene Seelenzustände für den Zuhörer widerspiegeln sollten.

Das Programm vermittelte durchaus eine erkennbare Einheit, obwohl die Stücke zeitlich weit auseinander liegen. Rachmaninovs Kompositionen datieren aus den Jahren 1901/02, das Stück von Messiaen aus 1944. Das jüngste Werk, welches zu hören war, stammte aus dem Jahre 1983.

Es ist kein Wunder, dass die Bandbreite der Interpretation, die der Pianist seit 1991 weltweit aufführt und draufhat, in den musikalischen Metropolen von Erfolg zu Erfolg eilt.

Das beschriebene Konzert, nun also,  fand in Nikosia statt und wurde wieder einmal von der Pharos  Arts  Foundation organisiert.

 

 

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Mari & Co

Das Thema Mari zieht in der Republik Zypern noch immer seine Kreise – jetzt vor Gericht. Oberst Lambros Lambrou sagte aus, seine Einheit habe im August 2010 einen Brief erhalten, in dem steht, die beschlagnahmten Explosiva, die für Syrien bestimmt waren, gehörten dem Verteidigungsministerium Zyperns und würden nicht der National-Garde, der er zu Dienste steht, unterstehen. Von daher weigere er sich, für die 98 Munitions-Container, die in die Luft gingen, jedwede Verantwortung zu übernehmen. Auch sei es nicht in seinem Aufgabenbereich gelegen, die Container aus der brutzelnden Sommerhitze zu räumen, zumal die dafür Zuständigen die Sachlage sehr wohl auch kannten und nichts unternahmen. Ein derartiger Befehl sei bei ihm nie eingegangen.

Am Pranger wegen dieses Vorfalls stehen des Weiteren der frühere Außenminister Marcos Kyprianou, der frühere Verteidigungsminister Kostas Papakostas und der frühere Hauptbeauftragte Savvas Avgorou etc.

 

Ähnlich unklar, wie die Frage, wer hat die Verantwortung für den tödlichen Unfall in Mari, bleibt die Antwort auf die Frage, wer trägt die Verantwortung für das Zustandekommen der misslichen Lage der beiden größten Banken der Insel (Bank of Cyprus + Laiki), die Hilfe aus Brüssel beantragen mussten. Die Akten, die diese Frage klären sollten und von der Zentralbank Zyperns herausgegeben worden waren, werden als inhaltlich unzureichend von Experten gewertet.

So würde zum Beispiel das Anwaltsbüro Alvares & Marsal sich gerne die Prozedere ansehen, die die erweiterten Aktivitäten der Banken, sowie die von Zweigstellen oder subsidiären Gesellschaften, im Ausland aufzeigen, und da vor allem die Bedingungen einsehen, unter welchen griechische Regierungs-Anleihen angekauft wurden. Wie zu hören und zu lesen ist, erwartet niemand, dass neue Erkenntnisse herauskämen dabei, sondern lediglich das, was eh seit Wochen in den Medien und andernorts bekannt sei.

 

Ums liebe Geld, welches ungewohnt knapp wird in den Geldbeuteln des arbeitenden Griechisch-Zyprers, geht’s auch der Gewerkschaft der Busfahrer Zyperns. 10 Tage Zeit hat diese der Busgesellschaft OSEL (Nikosia) gegeben, um das Loch von rund 1 Mill. Euro zu stopfen – andernfalls droht Streik! Die öffentlichen Verkehrsunternehmen würden mit dieser Maßnahme vor allem die wirklich Armen und Bedürftigen im Lande abwatschen, finden wir, da, anders als in der BRD, praktisch jeder, der es sich irgendwie noch leisten kann, ein Auto unterhält. – auch weil der Ausbau des Busnetzes und –Busservicezeiten noch immer nicht ausreichend ist. Schuld an der Pleite scheint u.a. die mangelnde Zahlungsmoral des Staates an die OSEL zu sein. Iordanis Iordanou, der Chef der OSEL, spricht von 200.000 Euro, die vom Staat verspätet für den Monat September 2012 überwiesen wurden – fehlen noch, meint er, 550.000 €. Iordanou betonte, dass die Regierung das nötige Geld notfalls über die Troika reinholen müsse.

Die Herrn von der Gewerkschaft sind mit der Finanzspritze (200.00 0 €) aber nicht zufrieden, auch, sagt ihr Sprecher Avgoustis, weil die OSEL ohne Absprache mit der Gewerkschaft die Arbeitsstunden und den Einsatzplan der Fahrer abgeändert hat.

 

2012 hat die Regierung die Gelder für den öffentlichen Transport von 68 Mill. auf 45 Mill. gesenkt. Inzwischen konkurrieren 6 Gesellschaften im griechischen Teil der Insel um die Staatsknete. Jede Gesellschaft hat mit dem Staat einen 10 Jahresvertrag abgeschlossen. Bezahlt wird nach zurückgelegten Kilometern (ein Unding, finden wir).       

 

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Auf der anderen Seite der Grünen Linie tut sich bekanntlich auch stets Einiges auf Zypern.

 

So konnte die Türkei, trotz anfänglicher Einwände des Irans, durchdrücken auf einem Treffen der Organisation für Wirtschaftliche Kooperation (ECO) in Aserbaidschan, dass Nordzypern (KKTC), welches seit 1979 als Gast stets den Treffen der ECO beiwohnte, nun den Beobachter-Status erhielt. Irsen Küçük, Ministerpräsident der KKTC, verkündete stolz, seine Unterschrift unter das Papier dafür gesetzt zu haben. Er dankte der türkischen Diplomatie von Herzen, insbesondere den Bemühungen Herrn Ahmet Davutoğlu’s, dem Außenminister der Türkei. Gespräche mit Iran, Pakistan, Turkmenistan, Kasachstan und Aserbaidschan wurden nach der Unterzeichnung umgehend aufgenommen.

Wie hier auf Zypernundmehr-News bereits mehrfach erwähnt wurde, wird eine internationale Anerkennung der KKTC von der Türkei derzeit mit etwas Nachdruck betrieben – der Zeitpunkt ist anscheinend günstig.

Egemen Bagis, der die Belange der Türkei mit der EU regelt, sagte in Italien auf einer Konferenz zum Thema „die Türkei als aufkommende regionale Macht – Herausforderungen und Möglichkeiten“, dass die Beziehungen zur EU wegen der „griechisch-zyprischen Administration“ so miserabel sind. Er vermied, von der Republik Zypern zu sprechen. Der Krieg mit Worten in diesem Streit der Türkei mit der Republik Zypern ist ein Kapitel für sich. Die Griechisch-Zyprer reden stets von „so genannten“ Ministerpräsidenten oder „selbsternannten“ Präsidenten sowie vom „Scheinstaat“, der Nordzypern ist etc. Nun, E. Bagis kritisierte erneut, dass die EU zum Beitritt der Türkei zur Union eine Anerkennung der Republik Zypern fordere. Er erinnerte wiederholt daran, dass 2004 von den Türkisch-Zyprioten zum Annan Plan mit „Ja“ abgestimmt worden ist, und dass es die andere Seite auf der Insel war, die sich mit ihrer Wahl dagegen gesperrt habe. Damals habe die EU und ihr Europäischer Rat in Aussicht gestellt, dass bei einem positiven Wahlergebnis bzw. – verhalten der Nordzyprer, wie erfolgt, die ungerechte Isolation der KKTC aufgehoben werde. Bislang sei dieses in Aussicht Gestellte aber nicht implementiert worden von Seiten der EU. Bekanntlich sind die Dinge inzwischen sogar so weit gediehen, wie letzte Woche vernommen werden konnte, dass sogar ein Politiker der CSU (BRD) sich für den Beitritt der Türkei in die EU öffentlich aussprach.

Berichtet wird, Bagis habe des Weiteren gesagt in der Konferenz in Italien, dass der Beitritt der Türkei zur Union  für die EU eine strategische Entscheidung ist, und dass die Türkei längst nicht mehr so heiß darauf sei, der Union beizutreten. Dass der Erhalt eines Visums für die EU für türkische Staatsbürger noch immer sehr schwer ist, erwähnte Bagis als einen der Gründe dafür, weshalb das Vertrauen der Türken in die EU erheblich gesunken sei – sogar Brasilianer könnten in der EU frei reisen, die ja wohl keine Anwärter auf eine Mitgliedschaft seien, wie die Türkei.  17 der 33 Kapitel könnten wegen der Verstimmung der Türkei mit der Republik Zypern nicht geöffnet werden bei den Beitrittsverhandlungen der Türkei.

 

Irsen Kücük kündigte an, dass 2013 – 2015 ein „Ökonomisches Programm“ in Kraft trete, welches die KKTC unabhängig und konkurrenzfähig mache – ein positiveres Klima für Investoren schaffe. Jetzt sei die KKTC nicht mehr alleine. In seiner Ansprache an die Nation ermutigte er seine Bürger, an die Zukunft zu glauben und tatkräftig mitzuwirken. Er erinnerte daran, dass schon bald Wasser und Elektrizität via Türkei installiert sein werden und dass die Umgehungs-Autobahn (Nikosia) bis 2015 fertiggestellt sein wird. Ein Anstieg von 60%  im Tourismus sei dieses Jahr erzielt worden.

Dervis Eroglu, der Präsident der KKTC, hält nichts von dem Wirtschaftsprogramm, von dem Kücük spricht. Eroglu sagte, es müsse davon abgesehen mal nachgeforscht werden, woher denn die Gelder für die täglich abgehaltenen opulenten Essen der Mannschaft um Kücük stammten. Eroglu unterstützt Herrn Kasif bei der anstehenden Wahl zum Ministerpräsidenten. Kasif sagt über den amtierenden Ministerpräsidenten der KKTC Kücük: „Er ist der erfolgloseste Ministerpräsident in der Geschichte!“ Dass die Türkei bezichtigt wird, die Wahlen zum Kandidaten des Ministerpräsidenten innerhalb der UB-Partei der KKTC zu manipulieren, wurde hier auf Zypernundmehr bereits berichtet.

 

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Inzwischen steht fest, dass die Ausschreibung zum Betrieb des Ercan-Flughafens der KKTC für 25 Jahre vergeben wurde – an wen ist noch nicht zu erfahren gewesen.

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Der Außenminister der KKTC führt Beschwerde bei der UN, weil vermehrt Autofahrer aus dem Norden der Insel im Süden angegangen werden von den Behörden, also der Polizei. Das betrifft vor allem Taxi-Fahrer und Mietautos aus dem Norden.

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Die globale Taekwondo Föderation wird 2013 ihre Weltmeisterschaft in Nordzypern abhalten. Die Präsidentin der Föderation, Linda Park, habe „illegal“ die Insel betreten, schreibt die PIO-Südzyperns. Die BRD-Sportler werden daran teilnehmen, die der Türkei sowieso (die Türkei stellt den Weltmeister und ist im Taekwondo seit Jahren an der Weltspitze), so auch Russland, Iran etc. Linda Park garantiert, dass der Wettbewerb von Seiten der Föderation in der KKTC stattfinden wird und war kürzlich zu Besuch bei Ministerpräsident Kücük.

Dass mit der anstehenden Taekwondo-Weltmeisterschaft eine Anerkennung der KKTC durch einige Staaten mehr als lediglich durch die Türkei wahrscheinlicher geworden ist und zum Anlass genommen werden könnte, liegt auf der Hand.

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Russland hat aufgrund des Vorfalls mit dem syrischen Flugzeug, welches von Ankara zur Landung gezwungen wurde kommend aus Moskau letztens, gewisse Waffen auf seinem Territorium so justiert, dass diese nun auf die Türkei gerichtet sein sollen.

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Das Menschenrechtsgericht verurteilte die Türkei zu einer Strafe von 10.000 €, weil Eylem Bas in Haft körperlich und sexuell missbraucht worden ist. Sie ist angeklagt gewesen, einer in der Türkei illegalen Organisation anzugehören.

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Wie du mir, so ich dir! Wenn du mein Flugzeug runterholst, welches ein bisschen Material transportiert, um den Krieg gegen das eigene Volk zu gewinnen, dann verhänge ich dir ein Verbot, mein Land zu überfliegen. Postwendend erging gleiches Verbot auch von türkischer Seite an Syrien. Was nun?

 

Die Basler Zeitung skizziert die Politik des türkischen Außenministers in der Sonntagsausgabe vom 14.10.12. mit der Überschrift: „Grandios gescheitert!“

 

Das Konzept mit den Nachbarn möglichst gute Beziehungen zu haben, ist unserer Ansicht nach nicht gescheitert, wie die Basler Zeitung urteilt, sondern es bestanden in einer ziemlich verfahrenen Situation wenig andere Optionen für die Interessen der Türkei. Wer sich als regionaler Player geriert und die Absicht hat, diesen Anspruch zu unterstreichen, den gewisse Spin-Doctors dazu ermutigen, der muss agieren und nicht nur reagieren. Die Türkei hat mit dem Erzwingen der Landung einer syrischen Passagiermaschine über türkischem Luftraum, genau das getan. Dass diese Aktion ein Schulterschluss mit den USA sei, wie geschrieben wird in der Basler Zeitung, weil Russland vorgeführt worden sei, ist zu kurz gegriffen. Hier gilt nicht zu übersehen, dass die Spannungen zwischen der Türkei und Israel sozusagen grundlegender Natur sind. D.h. Ankara wird dem Diktat Washingtons nur in gewissen Grenzen sich unterziehen. Vielmehr zeigt sich, finden wir, dass da ein weiterer Player ist: China. Die Peking-Karte in der Hand Ankaras kommt langsam von unter dem Ärmel hervor. Ansonsten hätte Ankara – wie sich schon bald zeigen wird – nicht klug gehandelt, indem es Russland derart vor den Kopf stößt.

 

Dass die aggressiver werdende russische Außenpolitik – wie auch die zuvor Israels gegenüber den Interessen der Türkei – aus der Sicht Ankaras einen Dämpfer dringend verdiente, wird in Ankara, Berlin, Peking und Washington jeder unterstreichen. Die jetzige Außenpolitik Russlands in der Region zum Beispiel – in den ehemaligen Sowjetstaaten -, hat inzwischen ein Niveau der Einflussnahme erreicht, welches an der gewonnen Unabhängigkeit der einen oder anderen ehemaligen Sowjetrepublik zweifeln lässt – deren Handlungsfreiheit ist massiv bedroht. Hinzu kommt, dass dieser Druck sich auch auf Menschen, die aus diesen Regionen kommend in Russland leben, erhöht hat im öffentlichen Leben. Das führt zu Unmut und diesen könnte Moskau schon bald Grund finden, eindämmen zu müssen, wie zum Beispiel seit Längerem in Tschetschenien und andernorts. Schließlich lässt das Argument Terroristen zu bekämpfen, nicht nur Teile des sogenannten Westens das internationale Gesetz biegen – die Russen können das auch. Hinzu kommt, dass das Wahlergebnis kürzlich in Georgien in Ankara und anderorts gewiss Alarmglocken klingeln hat lassen.

 

China ist ziemlich sicher wenig abgeneigt, zukünftig wieder etwas mehr auf eine politische Abgrenzung zu Putins Russland zu schalten – im Lichte der westlichen Medien und Politiker. Der Schulterschluss mit Russland in Syrien kratzt schließlich gehörig am Image Pekings – auch innenpolitisch. Auch daher hat China ein reges Interesse an der Türkei, wenn auch vorerst noch verdeckt, zumal gute Beziehungen mit Ankara – noch – die Hoffnung nähren, die Aufständischen und Unzufriedenen in der chinesischen Provinz Schinschan mit Hilfe Ankaras kanalisieren zu können – es handelt sich dort um ein türkischstämmiges Volk, die Uiguren mehrheitlich sind. Bekanntlich betreibt China auch dort eine Siedungspolitik, in der Han-Chinesen den Uiguren sprichwörtlich vor die Nase gesetzt werden.

 

China wird sich seinerseits schon längst Gedanken gemacht haben über Pakistan im Ganzen und bestimmte Teile Pakistans und Afghanistans insbesondere. Die Zeichen stehen absehbar so, dass auch Pakistan zu einem komplett dis-funktionalen Staat werden dürfte, den es zum Teil eh schon ist. Der Tag wird also kommen, wenn etwas unternommen werden muss, damit chinesische Interessen in der Region nicht torpediert werden – zum Beispiel mit Radikalen, die einen Teil des Atombomben-Arsenals in Richtung Peking zu leeren gedenken. Und dass viele dieser Radikalisierten todesmutig sind, beweisen sie täglich.

Und eben hier kommt die Türkei für China erneut ins Spiel. Das Image der Türken in Pakistan ist bestens, die Beziehungen auf politischer Ebene gut. Die Aussetzer guter Beziehungen mit Syrien, Israel, meinetwegen Griechenland, spielen vor dem zuvor gezeichneten Hintergrund für die Türkei nur eine marginale Rolle. Die Bewertung der Lage der Türkei und der außenpolitischen Arbeit Herrn Davutoglus in der Basler Zeitung ist daher zu kurzsichtig. Ankara kann gute Beziehungen mit nahezu allen afrikanischen Staaten aufweisen.  Das Vermächtnis Atatürks, die Türkei müsse sich dem Westen annähern, ist zu einem Auftrag geworden, welcher gegenüber den Staaten in Asien von der Türkei vorzüglich als Make-Up benutzt werden kann und benutzt wird – nicht mehr, und nicht weniger.

 

Dass Westerwelle zurück aus China einen Zwischenstop in Istanbul einlegte am heutigen Tag, zeigt einmal mehr, dass die asien-zentristische Außenpolitik Davutoglus Früchte trägt.

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Eine weitere Übersetzung eines Artikels aus der Press and Information Office Cyprus (vom 02.10.12 siehe http://www.pio.gov.cy/pio)

 

„Vom Erdgas können auch die Türkisch-Zyprioten profitieren, so auch die Türkei, und zwar im Rahmen einer erweiterten Zusammenarbeit in der Region, doch dies setzt die Lösung der Zypernfrage voraus, sagte … der Regierungssprecher Stefanos Stefanou.

 

In seiner Rede, abends vor der Presse im Sitz des Präsidenten, kommentierte Herr Stefanou die Gerüchte bezüglich einer Schließung der Grenze (zum Norden der Insel)  und sagte: „Wenn wir die Grenze schließen, dann beschneiden wir die Interessen der griechischen Zyprer und der Zyprischen Demokratie (die Republik Zypern ist gemeint). Eine derartige Handlungsweise führte zu falschen und trügerischen Zeichen, die in verschiedenste Richtungen ausgegeben würden. Als erstes würden falsche Signale an den internationalen Markt ausgegeben, dass das befreite Zypern diejenige sei, die den Grenzverkehr blockierte, wo es doch in Wirklichkeit die Besatzungsmacht ist, die Türkei, die das Gesetz bricht, weswegen die Zyprische Demokratie seit Jahren die Türkei rügt.

 

Eine Schließung der Grenzen würde uns auch in Konflikt mit der EU bringen und unseren Verbindlichkeiten, die aus dem Kanon zur Umsetzung der Regeln bezüglich der Grünen Linie entspringen, die wir mit der EU 2004 vereinbarten, also zur Zeit der Regierung Papadopoulos, in der Herr Giorgos Lilikas Minister war (Lilikas ist ein Politiker der Opposition und einer der Anwärter auf den Präsidentenposten im Februar 2013). Und damals haben wir diese Regeln akzeptiert, um eine eventuell anstehende Verwandlung der Grünen Linie hin zu einer festen Grenze zu vermeiden. Und um hier die politische Bedeutung dessen hervorzuheben: die Position der EU ist, dass die Zyprische Demokratie in Gänze der EU beigetreten ist, wobei temporär der europäische Besitzanspruch auf die besetzten Gebiete aufgehoben ist – weil die Zyprische Demokratie diesen ihren Teil nicht kontrolliert, eben der Besetzung wegen.  

 

Eine Schließung der Grenze würde auch falsche Signale zu den Türkisch-Zyprioten aussenden, insbesondere an diejenigen unter ihnen, die die Türkei für die Trennung Zyperns und der Unterdrückung wegen verurteilen, die sie auf Grund der Besetzung durch die Türkei erleiden. Ihnen mag ich die Message schicken, die griechisch-zyprische Seite, die Griechisch-Zyprer,  wollen die Annäherung nicht, die Zusammenarbeit und Beziehungen mit ihnen (also der Türkei), die wir (aber) weiter zu führen haben, um einen Versuch  zu realisieren, nämlich jenen, die Voraussetzungen zu erschaffen und zu erbauen, die den gemeinschaftlichen Kampf von Griechisch- und Türkisch-Zyprern bringen, der es ermöglicht, gegen die Besatzung und die de facto Teilung (des Landes) vorzugehen.    

 

Zuletzt sei gesagt, eine Schließung der Grenzen wäre Wasser auf die Mühlen der Türkei und der türkisch-zypriotischen Führung, die eine Trennung Zyperns wollen, erstreben und erarbeiten.“

 

Bezüglich der Erdgasförderung sagt der Regierungssprecher Stefanou, dass die Regierung Xristofias energisch mit den Vorarbeiten zur Förderung des Erdgases fortwahren werde, trotz der Proteste der Türkei. Dass eigenmächtig gehandelt werde von Seiten der Regierung, diesen Vorwurf der Opposition weist Stefanou von sich. Jedenfalls scheint der Händel darüber, welches Gesetz wann und wie zu verabschieden sei, um festzulegen, wer und wie das Erdgas zu fördern sei, auch nach den langen Sommerferien des Parlaments noch voll in Schwung zu sein. Es geht hier schließlich um viel Geld, Prestige und Einflussnahmen.

Bezugnehmend auf die Rede des Generalsekretärs der UN sagt Stefanou, dass auch er hofft, dass der anstehende Reichtum, den das Erdgas bringen wird, zum Wohle einer friedlichen Lösung der Zypernfrage beitrage. Sie seien bereit zur Zusammenarbeit mit der Türkei, wie er bereits gesagt habe, aber nur, wenn das auch zu einer Lösung der Zypernfrage führe – und die Schuld an einer Nichtlösung des Problems ließe man sich nicht anheften von Seiten der Türkei. Es sei daran erinnert, dass die Türkei bereits 1983 versuchte, einen eigenen Staat drüben im Norden zu errichten, was nicht Hinnehmbar sei.

Auf die Frage, was er von der Schließung des Grenzüberganges in Aghios Dometious (Ortsteil von Nikosia) am 02.10.12  halte durch Bürger der Republik Zypern, antwortete Stefanou: Keiner habe das Recht, das Recht in seine Hand zu nehmen und damit zusätzlich Probleme in der bereits verfahrenen Situation zu kreieren. Der Verantwortliche ist und bleibe die Regierung, die derartige Aktionen nicht stützt.

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Moderne und Musik in Zypern!

Zeitgenössische moderne Musik ist eigentlich noch immer eine Seltenheit hier auf Zypern. Sie führt ein Nebendasein, nämlich, zwischen klassischem Ohrenschmaus im Programm eines klassischen Konzerts, und wird gern so gesetzt, dass die Zuhörer nicht so einfach verschwinden können – also irgendwo dazwischen.
Es sind eigentlich die auf dem europäischen Festland zahlreich stattfindenden Festivals, die nahezu ausschließlich den Komponisten sogenannt Neuer Musik und deren Interpreten, die Tore öffnen. In Zypern ist es, wie beschrieben, dass zyprische Komponisten ihr Werk meistens im Rahmen der Konzerte des Symphonie Orchesters Zyperns aufführen können.
Hier auf der Insel ist die Zuhörerschaft extrem konservativ, glaube ich behaupten zu dürfen. Umso mehr ist es der Pharos Arts Foundation einmal mehr gelungen und zu verdanken, dass sie das 4. Internationale Festival moderner Musik auf die Beine stellte. Im Monat September 2012 fanden also insgesamt 6 Konzerte dieser Art statt, die von einem sehr interessierten, leider aber nicht sehr zahlreichen Publikum in Empfang genommen wurden.

 
Wir sollten nun wohl fragen, was ist oder bedeutet eigentlich moderne Musik? In dem zuvor erwähnten Festival organisiert durch den Pharos Arts Foundation datierte das jüngste Werk aus 1959. Es war von Stockhausen. Eines von Ligeti stammte gar aus dem Jahr 1953, sowie von Schönberg aus 1946 und Weber aus 1927. Doch es gab auch einige Weltpremieren, wie zum Beispiel ein Werk von Christian Mason, Tasos Stylianou, Musheng Chen und Sophia Serghi, wie auch Brian Herrington.

Die einzelnen Stücke hier im Detail aufzählen und womöglich zu kommentieren, die gespielt wurden, sprengte den Rahmen dieses Beitrags. Viele der atonalen Töne, der schnelle Wechsel von Laut zu Leise zuweilen, kurz, das Malträtieren der Instrumente, das Klopfen, Schlagen, Zischen und Deklinieren von Tonleitern durch die Musiker, wäre zwar durchaus spannend gewesen, wenn nur die Ohren  Signale oder Info aufnähmen, doch auch die Augen sind da beteiligt. Dem Minenspiel des einen oder anderen Darstellers – Höchstkonzentration und das genaueste Zusammenspiel wie in einem klassischen Konzert scheinen irgendwie nicht wirklich gegeben – war nicht zu entnehmen, ob eventuell fehlerhaft gespielt wurde. Das scheint bei denen vielleicht
ohnehin ohne Bedeutung zu sein. Kakophonie ist es alle Male gewesen.
Es sind dennoch einige intensive Augenblicke durchgesickert, die sich zauberhafter Weise und plötzlich manchmal ergaben und dem Zuhörer und Zuschauer diese Musik näher gebracht haben dürfte. Mein Eindruck erhärtete sich im Laufe der Konzertreihe dahingehend, dass wie in manchen klassischen Konzerten, wo Töne einlullen und schon mal einschlafen lassen, scheint ein solcher Effekt bei dieser vorgetragenen zeitenössischen Musik undenkbar. Eine gewisse Aggressivität der Kakophnie überwiegte permanent. Es gab aber durchaus Passagen Art romantischer Harmonie.
Erwähnenswert ist da jedenfalls noch, dass es sich um ein internationales Festival gehandelt hat. Die Ensembles kamen nämlich aus verschiedenen
europäischen Staaten: Deutschland, Italien, Holland und Frankreich. Besonders interessant war, dass in einigen der Ensembles Musiker aus
verschiedenen Nationen zusammen spielten. Musik kennt eben keine Grenzen. Es wird gesagt, dieses Festival habe der EU-Präsidentschaft Zyperns den Anstrich einer zukunftsorientierten Nation gegeben. Hoffen wir daher, dass sich dies zukünftig nicht nur in der Musik zeigt, sondern auch in der politischen Wirklichkeit. Zweifel scheint wahrscheinlich angebracht.

Den Organisatoren des Festivals sei gedankt, dass sie in der hiesigen, scheinbar ausweglosen politischen Situation, Zeichen dieser Art setzen und daran offenbar auch glauben.

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Patriot Xristofias

Interview eines deutschen Journalisten mit Herrn Xristofias, dem Präsidenten der Republik Zypern, in New York bei der letzten UN-Vollversammlung. Dieser Artikel wird aus dem Griechischen übersetzt und erschien auf der Webseite des Press Information Office Zyperns am 29.09.12.

 

„Frage: Herr Präsident, es ist wohl bekannt, dass Zypern 6 Milliarden Kredit von Russland will. Heute haben Sie sich mit dem Außenminister Russlands getroffen. Können Sie uns sagen, dass falls sie dieses Thema bearbeiteten – mit ihm -, ob irgendeine Antwort aus Moskau diesbezüglich heute rüberkam?

Der Präsident: Wir sind am Sitz der UN und nehmen an den Sitzungen der Generalversammlung teil. Ich hatte die Chance, wie auch bereits in meiner Rede angeführt wurde, dem Außenminister Russlands aufs Herzlichste zu danken, meinem geliebten Freund Lavrof, für seine stetige Unterstützung Zyperns seit vielen Jahren als permanenter Repräsentant der Russischen Bundesrepublik und jetzt als Außenminister. Dieses Thema war nicht auf – unserer – Agenda. Daher entschuldigen Sie, dass ich Ihnen nichts – darüber – sagen kann. Vielleicht haben wir auf der Rückreise nach Zypern Gelegenheit, ihnen – dazu – etwas zu verkünden.

Frage: Herr Präsident, erneut willkommen. Schön Sie hier zu haben. Wir bedanken uns für die Zeit, die Sie uns zuteilen; genauer, ich hätte da einige Fragen, wenn Sie das nicht stört. Eine dieser Fragen ist, ob Sie bereit sind zu jedem Zeitpunkt die UN das Loch stopfen zu lassen, sollte der Stillstand bei den Verhandlungen – mit dem Norden – fortwähren? Sind Sie bereit der UN zu sagen, hier die Akten, die können Sie ausfüllen und dann geben Sie – halt – einige Rechte auf, sollten die Türken zu Gleichem bereit sein. Das, um einfach eine Lösung des Problems zu erwirken, vielleicht frühestens nach 10 Jahren – was auch immer der gesetzte Zeitrahmen sein mag.

Meine zweite Frage bezieht sich auf die türkische Fußballmannschaft Fenerbahce, die hier zu spielen hat. Die haben gewisse Nervositäten deswegen, vor dem Hintergrund der Vorfälle mit der – türkischen –  Basketballmannschaft vor kurzem, als dieselbe in Griechenland oder Zypern spielte. Können Sie deren Sicherheit garantieren, wenn die ankommen, und was möchten Sie den Spielern von Fenerbahce sagen?

Der Präsident: Lassen Sie uns mit der Fußballmannschaft beginnen. Wir alle sind Fans einer Mannschaft, in der Türkei, in Zypern – und ich kann sagen, dass es viele türkisch zyprische Fans von griechisch-zyprischen Teams gibt, der Omonoia und der AEL, die Mannschaft, die gegen Fenerbahce spielt. Ich bin wirklich gespannt darauf, dass wir ein Fußballmatch haben werden, einen exklusiv sportlichen Fußball-Event. Wie Sie wissen, für mich ist es eine prinzipielle Sache, die Regeln des globalen Verbandes zu befolgen – und natürlich, erlauben Sie mir das zu sagen -, die Regeln der zivilisierten Welt. Dennoch heißen wir Fenerbahce willkommen und es soll der Bessere gewinnen. Selbstverständlich werden das Beste zur Sicherheit der Mannschaft und der Spieler veranlasst. Ich bitte Sie, einige Vorfälle aus der Vergangenheit nicht aufzublasen.

Ich werde die Sache schaukeln. Ich war eng mit Mehmet Ali Talat verbunden, wie Sie wissen, wir sind noch immer Freunde, und ich hoffe auch – weiterhin – im Kampf für die Vereinigung unseres Vaterlandes mit ihm zu kämpfen. Ich stelle es hiermit absolut klar: das ist eine Sportveranstaltung und wir haben den Sport im Allgemeinen zu respektieren, darum lasst uns einen Frieden stiftenden Wettkampf der Mannschaften haben.

Jetzt zur zweiten Frage, sollten Sie an Willkür denken, dann ist klar, dass ich Willkür nicht bereit bin zu akzeptieren. Wir haben bittere Erfahrungen aus der Vergangenheit – und wir kamen nicht voran. Das, was wir brauchen, ist ein festzumachender Standpunkt der Führung der türkisch-zyprischen Gesellschaft, den Herr Eroglu zu akzeptieren und zu wertschätzen hat – die Beschlüsse, die wir mit seinem Vorgänger trafen, und selbstverständlich, die Verbindlichkeiten, die wir vor dem Generalsekretär – der UN – eingegangen sind, wo wir viele Male mit Herrn Eroglu uns trafen. Es ist gewiss eine weitere Chance meinen Dank – hiermit – auszudrücken für das persönliche Interesse des Generalsekretärs, sein reges Interesse für eine Lösung dieses Problems. Und ich hatte die Gelegenheit, mein Angetan-Sein dem Generalsekretär darzubringen. Ich bin sicher, er ist interessiert daran, seine Mission fortzuführen. Leider ist mein Gegenüber – Eroglu – nicht bereit – dazu -. Das ist – es auch -, was er aufrichtig und offen sagt. Er sagt, dass er bis zu den Präsidentschaftswahlen in der Republik Zypern – für ihn – die Verhandlungen ausgesetzt sind. Das ist etwas, dass mich traurig macht, wie Sie wohl verstehen.

Ich versprach dem zyprischen Volk anfangs, dass Beste zu tun, dass ich kann, das Ziel, die Wiedervereinigung der Insel zu erreichen. Dass ein Ende der Besetzung gesetzt wird, der Besiedlung und allem, welches die Zyprer unglücklich macht. Und ich meine – hiermit – auch unsere türkisch-zyprischen Sympatrioten. Ich bin sicher, dass die nicht glücklich sind darüber, dass wir der Besiedlung ausgesetzt sind; wir sind dieser unnatürlichen Lage ausgesetzt und leben fortwährend in der Trennungssituation unseres sehr geliebten Landes.

Wie Sie wissen, ich bin ein Politiker, der aufrichtig sagt, dass die türkischen Zyprer gleichberechtigte Bürger der Zyprischen Demokratie sind. Sie sind keine Bürger zweiter Klasse. Ich kämpfte für die Wiederherstellung der Rechte der Türkisch-Zyprioten. Aber das bedeutet nicht, dass wir die Rechte anderer Gemeinschaften aufheben oder beschneiden, zumal es sich so ergibt, die größte Gemeinschaft zu sein. Die politische Gleichheit, wie sie vom Generalsekretär der UN vorgezeichnet wurde, ist vom Sicherheitsrat verabschiedet worden, und ich war und bin bereit bis zum letzten Moment meiner Amtszeit, die Abmachungen der UN umzusetzen und selbstverständlich auch diese Vereinbarungen für die politische Gleichheit.

Mit Herrn Talat haben wir wichtige Beschlüsse gefasst in vielen kritischen Aspekten des Problems und ich beharre darauf, dass Herr Eroglu sein Versprechen hält, welches er vor dem Generalsekretär der UN abgelegt hat. Bislang hat er diesbezüglich nichts getan. Das ist der Stand der Dinge. Eroglu hat seinen Standpunkt zu ändern und seine Versprechen zu halten. Und ich erwarte von der türkischen Führung – Nordzyperns – Verständnis zu zeigen, softer zu werden; denn die sind so zynisch und hart geworden. Und ich kann so ein Verhalten und diese Art einer Vision nicht akzeptieren.

Frage: Sie denken der Sicherheitsrat, aber ich würde Sie gern fragen: im Juli gab es zwei Enthaltungen – im Sicherheitsrat -, die von Pakistan und Aserbaidschan. Und ich würde gern erfahren, was Sie von diesem Wahlverhalten hielten – damals -, und auch: Herr Eroglu sagte, er werde mit dem Generalsekretär der UNO am Samstag reden und werde etwas zur Förderung von Erdgas sagen, – nämlich – um einen Fond zu erschaffen, wie er sagt, der eine Lösung – der Zypernfrage – finanzieren könnte. Ich hätte gern ihre Ansicht zu diesem Vorschlag.

Der Präsident: Wenn Sie mir folgen, wie auch meinen Ansprachen, dann bin ich mir sicher, dass Sie wissen, dass eines der wichtigsten Podiums in der Welt die Generalversammlung ist. Letztes und dieses Jahr habe ich unsere völlige Bereitschaft erklärt, mit den Türkisch-Zyprioten dieses Geschenk der Natur zu teilen, das Gas, kann auch sein, das da Petrol ist. Ich bin bereit dazu. Aber selbstverständlich bin ich bereit unter der Voraussetzung, dass unser Land sich wiedervereinigt, unser Vaterland.  Und im Rahmen eines vereinten Zyperns haben wir bereits übereingestimmt darin während der Verhandlungen, dass die beiden Gemeinschaften, die beiden Bereiche des – zukünftigen zyprischen – Bundesstaates, die Einkünfte teilen würden. Herr Eroglu knallt solche Stellungsnahmen heraus, aber ist nicht bereit, zu verhandeln – welch Widerspruch.

Frage: 2 Fragen: Sie haben die Präsidentschaft der EU inne. Wie retten Sie den Euro? Und zweitens: Das türkische Volk ist wunderbar, Sie und ihr Volk sind wunderbar. Ich als Deutscher verstehe nicht, warum Sie fortwährend gegeneinander kämpfen?

Der Präsident: Ich muss ihnen sagen, dass wir niemals gegen jemanden Krieg führen. Ich habe gegen Ungerechtigkeit gekämpft und ich bin ein Kämpfer gegen Ungerechtigkeit, egal woher die kommt, sei es Kolonialismus oder andere Sachlagen. Ich kämpfe und bin ein kontinuierlicher Kämpfer gegen Ethnizismus (bedeutet Heidentum und Ungläubigkeit) und Chauvinismus, egal, wer dem anhängt, seien es griechische oder türkische Zyprer, Griechen oder Türken.

Damit das klar ist, wir alle sind wunderbare Völker; und ich denke, dass Völker gewöhnlich und natürlich unschuldige Opfer der Auseinandersetzungen sind, von Konflikten und anormalen Situationen.  Natürlich sind die Schuldigen einige Führer.

Wir leben unter Besetzung. Die EU – wenn Sie schon mal Deutscher sind – hat als eine der Grundpfeiler die Respektierung des internationalen Rechts, die Souveränität der Staaten. Zypern ist ein kleiner Staat. Es ist ein souveräner Staat, aber wo ist die volle Souveränität Zyperns, wenn 37% der Insel unter Besetzung der türkischen Soldateska ist. Ich beschuldige das türkische Volk nicht, deswegen erwähnte ich zuvor den Sport und hieß Fenerbahce willkommen und ihre Fans.

Doch ich denke, wir dürfen die Grundlagen nicht verlassen. Und die Grundlagen sind, dass ein Teil eines souveränen Staates besetzt wird von einem mächtigen Nachbarn. Und so sag ich erneut als Antwort auf ihre Frage, die türkische Führung möge sich beruhigen, sich hinsetzen und wirklich an die Interessen des türkischen Volkes denken; weil sie das – nämlich – behindert, auf dem Weg der Türkei in die EU. Wir sind gezwungen, unser Vaterland zu verteidigen und unsere Rechte, die Souveränität Zyperns. Wir haben keine andere Wahl. Echt, ich werde traurig, das zu sagen, aber der Ball liegt auf dem Feld der Türkei und nicht auf unserer Seite.

Ich habe Verantwortung übernommen, Initiativen lanciert, die für mich persönlich schmerzlich waren. Werde – deswegen – von verschieden Seiten angegangen. Ich bleibe dabei. Ich tat es recht. Die Zypernfrage kann nur mit friedlichen Mitteln gelöst werden, mit Verhandlungen unter der Führung des Generalsekretärs der UN, gemäß der Beschlüsse der UN auf der Grundlage einer bizonalen, bi-kommunalen Bundesrepublik. Die Griechisch-Zyprer denken, dass das – und ich schimpfe sie dafür nicht – als schmerzlicher Kompromiss des früheren Präsidenten Makariou – zu verbuchen ist -. Die Entwicklung hin zum einheitlichen Staat als bizonale, bi-kommunale Bundesrepublik ist etwas total Neues in Zypern und eine Notwendigkeit nach dem Einmarsch und der Besetzung. Ich war und bin bereit bis zur letzten Sekunde meiner Amtszeit, nach Vorne zu gehen. Deswegen richte ich an die Türkei, an Herrn Eroglu – die Bitte – sich voran zu bewegen.

Frage: Herr Präsident, Sie sind der 6. Präsident der Demokratie und Sie gehen – aus dem Amt -, ohne die Zypernfrage gelöst zu haben. Einige ihrer Vorgänger werden als überrealistisch, hart, moderat bezeichnet, doch das Ergebnis blieb das Gleiche – keine Lösung. Was muss anderes geschehen, um eine Lösung zu erzielen in Zypern? Sie sagten, das Problem ist die Türkei, aber wie kann die UN oder jemand anderes die Türkei ändern?

Der Präsident: Wie Sie wissen, die UN ist ein Ergebnis einer Gleichschaltung globaler Mächte. Wenn wir eine starke UN haben, bedeutet das, dass wir die UN achten und ihre Charta, dass wir das internationale Recht achten und die Grundpfeiler, auf denen dieselbe ruht. Wenn wir das nicht tun, und die UN hat die Möglichkeit nicht, etwas aufzuerlegen, aber zumindest die Mitgliedsstaaten zu drängen, sich hin zum Frieden zu bewegen, hin zur Achtung des internationalen Rechts, hin zur Sicherheit und Souveränität der Staaten, dann haben wir ein Problem.

Im Moment, wie Sie wohl verstehen, haben wir große Probleme. Es gibt heißere Spots in unserer Nachbarschaft – als den Zyperns -, die Tragödie in Syrien, den Aufstand der Araber, in Nordafrika, in Afrika, der Kranken, der Armen. Es gibt also viele Probleme und Anomalitäten global. Daher kämpfen wir für die Stärkung der Rolle der UN, basierend auf Prinzipien.

Wir sind ein kleines Land, und ich bin – nur – einer, der seinem Land dient, und vielleicht jetzt, wo wir die EU-Präsidentschaft inne haben, sehe ich, dass das eventuell nicht reicht. Wir brauchen in der Welt eine verabredete Normalität – die überall gilt -. Daher bin ich geduldig und werde es nicht aufgeben; und ich bin sicher, dass mein Nachfolger, das Selbe tun wird.

Wir brauchen Zuversicht, und das von beiden Seiten, des Ortes in Frage, wie auch von der Türkei. Ich glaube, der Schlüssel für eine Lösung liegt vor allem in Ankara.

Frage: Herr Präsident, Griechisch-Zypern präsidiert die EU und doch hat die Türkei Beziehungen mit ihr, die schlechter als das Jahr zuvor sind. Was halten Sie von dieser Stellungnahme?

Der Präsident: Entschuldigen Sie, dass ich Sie etwas korrigiere. Es ist die Zyprische Demokratie und nicht Griechisch-Zypern. Es gibt keine griechischen oder türkischen Zyprer. Es gibt – nur – ein Zypern. Es ist die Zyprische Demokratie und ein Teil von ihr ist frei und der andere besetzt. Verzeihung, aber diese Anmerkung musste sein.

Wie ich bereits sagte, habe ich Vorschläge unterbreitet, die ich fruchtbar finde. Einer dieser Vorschläge hat zu tun mit der Geisterstadt Varoscha von Famagusta. Die Türkisch-Zyprer verlangen direkten Handel mit der EU und dem Rest der Welt. Das hab ich ernsthaft vorgeschlagen und die Öffnung des Hafens von Famagusta, unter der Führung der EU, weil die Zyprische Demokratie in ihrer Gesamtheit ein Mitglied der EU ist.

Das – der Vorschlag – umfasst auch Türkisch-Zyprioten und die besetzten Gebiete, um unseren Sympatrioten die Möglichkeit zu eröffnen, Handel mit der EU zu treiben und dem Rest der Welt. Danach fordere ich die Türkei auf, die mit der Resolution 550 (1984) des Sicherheitsrates, der Verantwortlicher ist für die Geisterstadt von Famagusta, die Stadt zu öffnen. Und – endlich – die Stadt wiederzubeleben, was 1000e von Arbeitsplätzen generierte, für griechische, wie auch türkische Zyprioten; so, dass gewöhnliche Menschen Kontakt miteinander haben können, die Arbeiter beider Gemeinschaften. Das wäre ein Mirakel gewesen, gemäß meines Traumes und meiner Philosophie. Zwar hätte die Öffnung der Stadt und die Wiederbelebung einige Jahre in Anspruch genommen, weil sie völlig darnieder liegt.

Dies – also – sagte ich und möchte einen Zustand erreichen, bei dem alle gewinnen. Die Zyprische Demokratie ist bereit, eingefrorene Kapitel – bei den Verhandlungen der Türkei zum Beitritt zur EU – aufzutauen, um die Türkei der EU beitreten zu lassen. Wir haben bislang noch keine Antwort erhalten. Das unterstrich ich mehrmals und wiederholte es. Und das macht mich traurig. Das würde ein Anstoß geben, ein Funken für eine umfassende Lösung. Weil ich bin sicher, dass die Türkisch-Zyprer von Famagusta diesen Vorschlag – von mir – zustimmten. Die wissen, welchen Profit ihnen das einbrächte. Leider warte ich noch – immer -. Ich warte geduldig und bin diesbezüglich – dennoch – positiv eingestellt gleichzeitig. Das ist mein Standpunkt, bezüglich dieses Aspekts des Problems.“              

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