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Archive for September 2012

Die Türkei im Herbst

Zuerst sei hiermit verbessert, dass nicht 12, sondern 25 junge Soldaten ums Leben kamen in Afyon, wie fälschlich geschrieben wurde im vorletzten Beitrag. Auch trifft nicht zu, dass die tödliche Explosion in einem Zug passierte, sondern wie letztes Jahr auf Zypern in Mari, in einem Waffendepot.

Was die befristete Einschreibefrist – Immatrikulation – an den Universitäten der Türkei angeht, ist diese offiziell bereits abgelaufen. Abbas Güclü fragt in der Milliyet vom 13.09.12 (wie sie sehen, wird diese Ausgabe der Milliyet reichlich ausgeschlachtet), wie kommt’s, dass es „noch immer Schulen gibt, die piratenmäßig einschreiben? … YÖK (Behörde für Höhere Bildung), was sagt die wohl dazu, frag ich mich?

Und es gibt wahrhaft Zeiten, wo es Sinn macht, über die gesetzte Frist hinaus zu immatrikulieren. Zum Beispiel dann macht es Sinn, wenn die Frage aufkommt nach wohin, nachdem die zweite Zuweisung (zu den jeweiligen Fachbereichen) erfolgt ist und ein gewisses Kontingent (an Bewerbern) ohne Etwas übrigbleibt?… Die YÖK … sollte sich jetzt bereits einen Kopf darüber machen, sonst haben wir in ein paar Wochen wirkliche Probleme.

Derzeit gibt es 10.000 Studenten, die erneut sich nicht einschreiben können, die aber die Prüfung (erfolgreich) absolviert haben. Die Einschreibefrist ist abgelaufen, die Eltern sind (bereits) aufgelöst. Denn, was passiert nun mit diesen Schülern/Studenten? Das Bildungsministerium sollte die zuständigen Organe dazu anhalten, eine Lösung zu finden (die wir hier zu kennen glauben für Studenten: auf nach Nordzypern!). Dies, da der Schulbetrieb wieder angefangen hat.

Da wir’s schon mal davon haben. Es wird nicht genug Geld zur Verfügung gestellt… . Egal mit welchem Schuldirektor ich sprach …, alle beklagen, es sei zu wenig oder gar kein Geld da. Wir gehen schon wieder in ein Studien- oder Schuljahr, ohne einen (genügend guten) finanziellen Unterbau. Zwar wird gesagt, es müsse fortwährend etwas getan werden, doch dieser Unterbau erfolgt nicht. Die Zahl der Schüler/Studenten steigt (jährlich an), jeden Tag wird ein neues (reißerisches oder scheinbar modernes, unablässiges) Projekt begonnen, aber Geld ist nirgends (dafür zu sehen). Sieht ganz danach aus, dass so lange Ministerpräsident Erdogan kein Machtwort in dieser Sache spricht, auch kein Geld (für Bildung) locker gemacht wird. Wenn nicht, dann wird (auch dieses) Studien- oder Schuljahr hindurch mit (finanziellen) Schwierigkeiten zu rechnen sein“.

Anscheinend scheint auch in Deutschland etwas Schulwesen-Wahn zu existieren. In eben dieser Ausgabe der Milliyet steht nämlich auf Seite 20, dass ein deutsches Kind, welches in eine Schule in Duisburg gehen soll, Türkisch lernen will. Unter anderem soll dieser Wunsch bestehen, wegen seiner türkischen Freunde. Die Schulverwaltung untersagt aber einen Unterricht in dieser Sprache für Deutsche. Dieser Sprachunterricht sei ausschließlich für türkische Kinder.

Im türkischen Fernsehen (Fox) werden gerade Schulen gezeigt – irgendwo in Istanbul -, wo die Toiletten bereits oder noch in fürchterlichem Zustand sind, wo Löcher in den Fußböden sind, weil Rohre oder dergleichen verlegt worden waren, die, um spielende, rennende Kinder zu schützen, nicht fachgerecht geschlossen wurden. Die Regierung hatte wahrscheinlich Besseres zu tun, wie zum Beispiel das 4+4+4 Schulsystem durchzusetzen und dass die Imam Hatip-Schulen (religiös) jetzt kein Problem mehr sind in der einst strikt laizistisch ausgerichteten Türkei. Und dass der Ministerpräsident der Türkei sich trotz der zuvor bezeichneten Mängel überall im Lande dennoch an einer gewissen Bildung erfreut, zeigte sich kürzlich auf seiner Reise nach Aserbaidschan. Es erquickte ihn dort folgender Vortrag aufs verständlichste, da er es ja schließlich ist, dem nachgesagt wird, er würde zu gern Sultan einer neo-osmanischen Türkei sein – und dass er sehr Familienverbunden ist, weiß jeder, der schon davon gehört hat, dass eigentlich jede türkische Familie, nach Erdogan, mindestens 3 Kinder haben sollte. Versteht sich, Erdogan und Gattin Emine, die kluge Fragen gestellt haben soll in Aserbaidschan auf Besuch, waren in Begleitung des aserbaidschanischen Menschenfreundes Aliyev und Frau.

Auf Seite 16 der zuvor erwähnten Ausgabe der Milliyet steht also, welcher Vortrag eines aserbaidschanischen Gelehrten die Herren und Damen aus der verbrüderten Türkei so beglückte in Aserbaidschan auf Besuch, nämlich:“ … Der König der Früchte ist der Granatapfel. Denn schaut man sich den Granatapfel von Nahem an, sieht man, dass oben auf eine Krone thront. Diese Krone symbolisiert den Staat. Schaut man in den Granatapfel hinein, ist zu sehen, dass es kleine Teile gibt, Individuen gleich, die alle zusammen sind – sie bilden zusammen ein Ganzes. Den Granatapfel durchziehen Vorhänge. Jede Einheit gebildet durch diese Vorhänge und angefüllt mit den kleinen Teilchen entspricht einer Familie. Wenn diese kleinen Teilchen auseinanderstreben, hört die Gemeinschaft auf. Und eben aus diesem Grunde ist der Granatapfel der „Schah“ /König. Er zeigt (uns) den Zusammenhalt von Staat, Familie und Individuum“. Es dürfte der Denke dieser Herrschaften entsprechen, denn in Moscheen wird Ähnliches gepredigt und aus den Verlautbarungen Erdogans ist Ähnliches oft zu hören, dass Kinderlosigkeit, Nicht-Verheiratet-Sein, Schwul- oder Lesbisch-Sein dem, was den Anforderungen ans Leben entspricht, nicht entsprechen. Die Gesellschaft, dürfte von Erdogan wohl gedacht werden, muss neu organisiert werden, und was die Türkei angeht, noch prononcierter gemäß so genannt muslimischer Vorschriften.

Darauf kamen wir hier auf Zypernundmehr-News bei der Durchsicht der türkischen Zeitungen, deren ersten 3 bis 4 Seiten, die meistens Geschichten von Gewalt und Totschlag etc. erzählen und ansonsten überblättert werden. Die Serie von sexuellen – wie sollte es besser genannt werden? – Ausschweifungen erreicht gerade, so scheint’s, ihren Höhepunkt in der Türkei. Kann gut sein, dass das mit dem drohenden Bürgerkrieg (Türken gegen Kurden oder umgekehrt) zusammenhängt oder aber mit den dramatischen Umbrüchen im nahen Griechenland und Syrien – mit der finanziellen Knappheit in der Bevölkerung an sich. Hinzukommt, dass, wie hier bereits geschrieben wurde, die Regierungspartei AKP der Türkei wenig Anstrengungen zu unternehmen scheint, Frauen zu schützen – ganz zu schweigen von Randgruppen wie Schwulen und Lesben. Ebenfalls ist erwähnenswert in diesem Zusammenhang, dass in chicen Bezirken wie Alsancak-Izmir zum Beispiel alles zu funktionieren scheint und so schön sauber blitzt. Doch gerade mal einen Steinwurf oder zwei weiter (Tepecik, Kapilar, Hüseynogullar etc.) der Dreck und die Armut an Kambodscha erinnern oder so. Nicht allein dass – nennen wir’s – eine Gang bestehend aus Rentnern eine 14-Jährige tagelang vergewaltigte. Jetzt, so schreibt die Posta vom 21.09.12 auf Seite 4, soll auch noch ein 80-Jähriger im Stall seines Schwiegersohnes in Bursa – Osmangazi erwischt worden sein, der die Kuh darin vergewaltigte. Bekanntlich, wie bereits geschrieben wurde in Zypernundmehr-News, wird dem Lüstling – wenn überhaupt – lediglich eine Geldstrafe (max.: 750 TL) ins Haus stehen und vielleicht etwas Schande und Ächtung – kommt drauf an, in welchem sozialen Umfeld er sich bewegt.

In der Vatan vom 21.09.12 regt sich über so etwas und MEHR jedenfalls Ruhat Mengi gehörig auf, und schreibt: „ich weiß nicht, wie es Ihnen geht bei diesen erschütternden Urteilen der Richterschaft. Ich schäme mich so darüber, dass sollte die Erde sich vor mir spalten, ich mich darin versteckte – sonst geht gar nichts mehr. … Die, die O.L. im Kindesalter vergewaltigten, wie auch bei all den anderen Vergewaltigungsfällen, wurden alle aus der Haft entlassen. Ja, hier tritt eine Justiz zu Tage, welche den Tätern gar Beifall klatschen lässt. Die schämen sich ob ihrer Tat nicht mehr, haben Kinder, sind verheiratet. Die jugendlichen und alten Täter, die den Beifall ihrer Familien (für ihre Taten in der Öffentlichkeit) erhielten, werden freigelassen und dann wird noch (lapidar) verkündet: „um die Kinder der Vergewaltigten kümmert sich der Staat“ (in vorletztem Beitrag erwähntes 14-jähriges Vergewaltigungsopfer hat oder musste abtreiben lassen).

Ruhat Mengi geht in ihrem Beitrag noch einen Schritt weiter, als sich nur aufzuregen, indem sie interessante Fragen aufwirft, die sie allerdings nicht konkret stellt. Sie fragt, weil Erdogan durchaus in der Manier eines Sultan oder Paschas zuweilen Erlässe erlässt und erlassen kann, warum er denn bei diesem Thema kein härteres Durchgreifen der Behörden anmahnt? Mengi schreibt in der Folge und gibt uns dergestalt einen indirekten Hinweis darauf, wohin ihre Kritik gerichtet ist: „Egal, ob vor dem Imam lediglich getraut oder nicht. So lange die Gewalt gegen Frauen und Kinder nicht richtig bestraft wird, ermutigt man die Vergewaltiger geradezu dazu – und das ist, was dann dabei raus kommt“. Sie prangert also indirekt an, glauben wir zu verstehen, dass die Gewalt gegen Frauen Zuhause, auf der Straße in den Medien etc. instrumentalisiert wird, um eine gewisse Agenda der Regierenden durchzuziehen und durchzusetzen – eine so genannt islamische Agenda, die auf zweifelhaften und/oder überkommenen Auslegungen des Korans beruhen dürfte, nach dem zufolge, was man dazu bislang an den Kopf geworfen bekommt größtenteils.

Mehves Evin schreibt in der Milliyet vom 17.09.12 auf Seite 7, dass die Gewalt an Frauen in den letzten 7 Jahren um 1.400% zugenommen habe in der Türkei. Und obgleich im Jahr 2011 ein Gesetz verabschiedet worden ist, welches eine Auskunftspflicht vorschreibt, ist das Innenministerium und das Ministerium für Frauen und Familie nicht dazu zu bewegen, Daten rauszurücken, die die Jahre 2008- 2011 angehen bezüglich dieses Themas. Evin scheint daher ihre eigenen Untersuchungen unternommen zu haben und gibt unter anderem an, dass die meisten Morde an Frauen passieren, weil sie ihr Leben in eigene Hände legen wollen (53%). Weil sie sich von ihrem Partner trennen wollen, verlieren 28,5% ihr Leben. Viele Frauen, die sich in Frauenhäuser flüchten oder einen Schutz beantragten, werden umgebracht.

Zuletzt sei noch kurz berichtet, dass in Ankara noch immer über eine militärische Sperrzone im Kurdengebiet der Türkei nachgedacht wird (OHAL). Das ist eine Art bewährtes Mittel des Staates in Bedrängnis mit der noch immer verleugneten Individualität seiner kurdischen Minderheit umzugehen (die andern Minderheiten probieren es anscheinend erst gar nicht, ihre Minderheitenrechte einzufordern), um im Südosten und Osten der Türkei nicht nur gegen die Aufständischen der PKK vorzugehen, sondern durchaus auch den Boden gewissen Projekten, Interessen und Politiken zu ebnen. In der zuvor zitierten Posta wird geschrieben, dass ein Errichten einer OHAL der PKK gelegen käme. Es scheint wirklich so zu sein, dass diese Organisation versucht, den Arabischen Frühling in einen kurdischen Herbst zu retten.

Kürzlich soll es den Terroristen/Kämpfern der PKK gelungen sein, einen Predator abzuschießen, ein unbemanntes Flugobjekt gesteuert irgendwo in Missouri/USA. Ankara bettelt schon seit Längerem in Washington, ihr doch vollumfänglich Auskunft über die gesammelten Daten dieser Flugobjekte über kurdischem Gebiet zu verkaufen, schreibt in etwa Lale Kemal in der zuvor bezeichneten Taraf. Die Predator fliegen von bei Adana gelegener amerikanischer Militärbasis in Incirlik ab. Ankara hätte gerne einen 24 Stunden-Report, doch Washington hält seinen Trumpf weiterhin in der Hand. Die Abgeordnete Aysel Tugluk von der BDP, die als Partei in der Türkei verboten werden soll, wegen ihrer Nähe zur PKK, sagt in der Taraf: „Das ist unser 29er kurdischer Aufstand. Wir haben auf den 100 Jahre gewartet“!

Die Ansicht scheint verbreitet, dass in einem Staat, wo gewählte Vertreter des Volkes ihre Immunität verlieren können, das Volk, welches sie vertreten, dann auch nicht ein freies sein kann. Erdogan hatte ja einst versprochen beim Regierungsantritt 2004, seine Immunität aufzuheben, um dann gegen ihn vorgebrachte Beschuldigungen klären zu lassen. Er hat sein Versprechen nie gehalten, ließ dafür aber bereits die Immunität andere gewählter Vertreter des Volkes aufheben und in den Knast schicken – Linke und den Kurden Nahestehende.

Bekanntlich sind die Kämpfer/Terroristen der PKK nicht die einzigen, die von dem Bürgerkrieg in Syrien profitieren wollen. Der Vize Außenminister Israels, Alon Liel, soll gesagt haben, schreibt Kadri Gürsel in der Milliyet vom 17.09.12, die Entwicklung der Lage in Syrien läge nicht in den Händen Teherans, sondern in denen Ankaras. Er fordert, dass die Türkei zwecks Frieden in der Region die so genannte Vorbedingung ‚erst Gaza lösen‘ aufgebe. Bekanntlich steht in den westlichen Medien nichts darüber und in türkischen Medien nur indirekt, nämlich, dass die PKK durchaus auch eine gewisse Unterstützung von Israel erhält. Dies dürfte dann, wenn dem so ist, bedeuten, dass Liel mit seiner Äußerung, ohne es konkret zu benennen, meint, dass auch in Sachen kurdischem Aufstand und bilateraler Zusammenarbeit wieder miteinander umgegangen werden könnte. Seit den Vorfällen im Juni 2011, als türkische Aktivisten auf der Mavi Marmara von israelischen Truppen totgeschossen wurden, als sie Hilfsgüter nach Gaza bringen wollten – die Türkei fordert noch immer eine Entschuldigung Israels -, herrscht zwischen Ankara und Tel Aviv etwas, nicht ganz, diplomatische Windstille. Liel sagt: „Würde die Türkei ihr Verhalten gegenüber Israel ändern, würden die Aufständischen in Syrien ihr Verhalten gegenüber Tel Aviv ändern“. Sollte also demnächst, wird hier schon mal verstanden, eine Art 6-Tagekrieg vom Zaume gerissen werden, der von einem befreiten Syrien (Ägypten eventuell) ausginge, so könnte dafür in Zukunft die Türkei durchaus als mitschuldig befunden werden – weil sie hätte es ja ändern können, könnte daraus geschlossen werden.

Dass Israel etwa seine Besatzungspolitik ändert, scheint nicht anvisiert zu sein. Auch diese Haltung wird sich nicht auf Dauer halten lassen. Wenn Israel sich nicht bald bewegt, dann genau wird dieser Tag kommen, den angeblich alle nicht wollen, nämlich, dass irgendwelche radikalisierten Massen Israel angreifen – koste es, was es wolle. Die Ereignisse um diesen Film auf Youtube dieser Tage und der Mord an dem amerikanischen Botschafter in Libyen weisen in diese Richtung. Dass die Entwicklung einen solchen Verlauf nähme, läge dann wohl eher doch in der Verantwortung Israels plus dem, was so im allgemeinen Westen genannt wird.

Die Türkei gewährte Ägypten vor kurzem einen Kredit von Milliarden $. Präsident Mursi von Ägypten wird demnächst in der Türkei zu Besuch sein. Mursi und Erdogan scheinen sich gut zu verstehen. Erdogan verlangt, dass parallel zum Antisemitismus endlich ein Antimuslimismus-Ding eingeführt wird in der Welt, damit Schmähungen der Muslime und ihres Propheten nicht mehr unterm Mantel der angeblichen oder wirklichen Pressefreiheit verschwinden können. Mursi wird ihm bei dieser Initiative gewiss gern zur Seite stehen.

Im Schwarzen Meer soll Erdgas gefunden worden sein. Ähnlich wie in Zypern hoffen die Türken nun, ihre Wirtschaft damit wieder in Schwung zu bringen – der Krise zu entgehen. Gökhan Karabulut schreibt in der linken Taraf vom 17.09.12, dass der ökonomische Aufschwung der Türkei zu einem Halt gekommen sei. In anderen Zeitungen kann allerdings Gegenteiliges dazu gelesen werden. Die türkische Lira droht an Wert zuzunehmen gegenüber dem Euro, ähnlich dem Schweizer Franken, was die bereits leichten Rückgänge im Export dann zukünftig noch negativ befeuern könnte, schreibt Önder Celik in derselben Ausgabe der Taraf. In der bereits zitierten Milliyet schreibt Güngör Aras, dass die Erhöhung der Gehälter für die Staatsangestellten nicht gerade zu einem günstigen Zeitpunkt erfolgt – auch wenn demnächst Wahlen sind -, da eben das Wachstum der Wirtschaft sich langsam abschwächt. Güngör Aras lässt durchblicken, dass ähnlich wie noch vor kurzem in Griechenland – in Zypern sowieso -, der Beamtenapparat aufgeblasen ist mit Günstlingen und Hofschranzen. Es gibt also zu viele Einstellungen und zu wenig Arbeit, die effektiv geleistet wird von denselben.

In der Radikal vom 24.09.12 konnte gelesen werden, dass das Osmanische Reich damals die Kurdenfrage hätte beenden können. Leider habe man sich von den Deutschen in den ersten Weltkrieg ziehen lassen und danach sich von Feinden umstellt gesehen – bis eigentlich zum heutigen Tag. Wäre es anders gelaufen, hätte diese Psychose, mögen wir es nennen, ein Anerkennen einfachster humaner Anforderungen, wie der Anerkennung einer kurdischen Identität zum Beispiel, nicht verunmöglicht.

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Othello und MEHR

 
Es ist leider nicht bekannt, ob die Auswahl der Aufführung von Verdis „Othello“ im Rahmen des alle Jahre wieder stattfindenden Kypria Festivals in Paphos auf Zufall beruht, oder ob dieses Werk, wegen der  EU-Präsidentschaft Zyperns ausgesucht wurde. Othello spielt bekanntlich in Famagusta, einer Stadt auf Zypern, die im so genannt besetzten oder von Ecevit 1974 befreiten Teil der İnsel liegt.
Wie dem auch sei, die Aufführung fand vor der mittelalterlichen  Burg von Pafos statt.  Das vorerst beauftragte Mariinsky Operntheater aus St. Petersburg wurde wegen finanziellen Engpässen der Veranstalter durch diese Oper des Slowakischen Nationaltheaters ersetzt. Mir war es vergönnt, die letzten der drei Aufführungen, die gut besetzt waren, besuchen zu können.  
Das Bühnenbild wurde wie immer vor der zerfallenen Burg am Meer aufgestellt. Dergestalt wurde leider  großflächig das ehrwürdig alte Gebäude verdeckt. Der Bühnenbau war so eingerichtet, dass während der gesamten Aufführung keine weiteren Änderungen gemacht werden mussten. Wie zu hören war, fanden einige das Bühnenbild etwas sehr einfach. Die Inszenierung  fand darüberhinaus den eigenen Stil, wie von einem renommierten Theater erwartet haette werden können,  nicht. Der Regisseur schien indes großes Vergnügen daran gehabt zu haben, die Desdemona jeweils auf ihrem Bett liegend so zu platzieren, wie anderen Frauen eventuell ansonsten und zumeist, wenn ich nich richtig informiert bin, in „Männermagazinen“ zu sehen sind: sehr lasziv und etwas zu aufreizend. Hinzukam dann noch, dass die Sänger und Sängerinnen  nicht in der Lage waren, ihre Stimmqualität den ganzen Abend durchzuhalten. Teilweise tönten sie sehr forciert  und schwankend oder gar ausdruckslos. Letzteres kann durchaus auch dem leichten Wind, der aufgekommen war, zugeschrieben werden. Othello fand schließlich als Freilichtaufführung statt. Und einmal mehr, wie schon in früheren Jahren, hat sich die Tontechnik nicht verbessert. Zum Verdruss vieler wurde eigentlich durchweg die Lautstaerke übersteuert. So konnten die Feinheiten der Musik wie auch der Stimmen nun wirklich nicht zur Geltung kommen – es ist ein alljaehrliches Kreuz, welches die Zuhörerscahft tragen darf auf bezahlten Raengen. Man wähnt sich zuweilen eher in einem Popkonzert, wo Lautstärke offenbar dazugehört. Schade ist also, dass einmal mehr die Qualität einer Aufführung durch technische Inkompetenz der zyprischen Veranstalter geschmälert wurde.

Ebenfalls im Rahmen des Kypria Festivals wurde unter dem Titel „Mittelmeerexpress“ ein Konzert zusammengestellt, welches in Nikosia wie in Limassol aufgeführt wurde. Ich besuchte die zweite Vorstellung in Limassol. Der Grundstock dieses Abends von byzantinisch inspirierter Musik bildete das griechische Ensemble „En Chordais“ mit fünf teilweise sechs Musikern und einem Chores. Die spielten und sangen ausgezeichnet. Eine wirklich ansprechende musikalische Tradition. Die Lieder stammten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Vorgetragen wurden die Lieder von der griechischen Diva Maria Farantouri, die nun wohl doch etwas in die Jahre gekommen ist, aber stimmlich immer noch auf der Höhe zu sein scheint. Sie ist eine der Protagonistinnen in der Musikszene, welche seit Jahrzehnten diese Art Musik pflegt, ansonsten aber durchaus auch moderne Komponisten vertont. Der Farantouri scheint es wirklich vergönnt zu sein, die Emotionen der Menschen mit ihrer Stimme unbeschreiblich nah und echt zum Ausdruck zu bringen. Ihr erstes Konzert mit dieser Musikgruppe fand bereits im Januar in Paris statt.  Die zweite grosse Stimme des Abends gehörte einer arabischen oder libanesischen Sängerin, Ghada Shbeir, die eine Kostprobe der Sonderklasse der arabischen Musik im Mittelmeerraum gab. Sie verstand es, uns einen Hauch dieser Musiktradition und die Weite der Wüste spüren zu lassen – 1001 Naechte.

Zypern ist trotz tiefster  Finanzkrise in den kulturellen Herbst gestartet und wird in den nächsten Monaten noch einigeEvents haben, wo wahrscheinlich der eine oder der andere hier seine Kommentierung finden wird.

 

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In Izmir… Bomben konnten irgendwo in der Stadt rechtzeitig aufgefunden und entschaerft werden vor ein paar Tagen. Dass die Lynchjustiz in Libyen auch in Izmir in die Freitagspredigten der Imame Einzug hielt, ist verstaendlich. Wer den Islam verunglimpft, darf sich nicht wundern, lautete mehrheitlich die Message. Einige Kommentatoren finden, dass endlich damit aufgehört gehört, derartige Vorfaelle stets im Namen des Islam zu machen oder dieselben zu verteidigen. Es solle mal endlich von persönlicher Verletztheit oder dergleichem gesprochen werden.
Güneri Cınaroğlu bringt die Angelegenheit, von der die Rede davor war, auf den Punkt in der Milliyet vom 13.09.12, und zwar auf seine Weise: `Den Vertreter eines Landes, welches mehr als nur andere Laender vergewaltigt, dessen Botschafter und seine Kollegen zu töten, ist für die muslimische Welt ein Unglück`.
Aslı Aydıntaşbaş schreibt in derselben Ausgabe der Milliyet dazu und im Bezug auf Syrien: `Das heisst, der Krieg wird sich herauszögern, Amerika wird zusehen, die Türkei wird gehörig unter Spannung gesetzt. Die Attacke in Libyen wird nicht nur die isolationistischen Aktionen der USA verdecken, sondern auch Obama in Schwierigkeiten bringen. Ja, die USA hat die Schnauze vom Weltpolizisten-Sein voll. Doch als schwach will sie nicht angesehen werden. Zuletzt wurde unter Carter 1979 in Afghanistan ein US-Botschafter ermordet. Die amerikanische Waehlerschaft fand Carter daraufhın zu schwach – und auch die Gefangennahme im Iran damals spielte eine Rolle dabei(, dass Carter nicht wiedergewaehlt wurde). Sehen wir mal, was die Zeit für Obama bereithaelt`.
Wir hier auf Zypernundmehr-News schlagen vor, anstatt Botschafter zu lynchen, einfach das Programm umzuschalten oder aus dem Film im Cinema gehen.

Erdoğan, Ministerpraesident der Türkei, fordert ein gemeinsames Vorgehen in Sachen Terror. Erdoğan stammt ja aus Rize. Diese Stadt liegt am Schwarzen Meer unweit der Grenze zu Georgien. Dort wird viel Tee angebaut. Die Tee-Saison ist gerade vorüber, schreibt Uras Güngör in der Milliyet vom 13.09.12. Es sollen 220t trockener Tee jaehrlich in der Türkei produziert werden. Der Big Player in diesem Geschaeft heisst in der Türkei Çaykur. 1947 begann deren Reise im Teegeschaeft. Das Kilo ungetrockneter Tee kostet dieses Jahr 110 Kuruş – das dürfte knapp 50 Cent sein. Çaykur kauft jaehrlich 650t ungetrockneten Tee an. Bei Çaykur arbeiten 3.000 Personen staendig und 9.000 saisonal. Ein Arbeiter der letzteren Kategorie kann taeglich 50 – 60TL verdienen (ungef. 23 bis 27 Euro), schreibt Uras. Grüntee wird neuerdings auch hergestellt – und nicht nur Schwarztee. Ja sogar organischer Tee soll in riesigen Mengen demnaechst produziert werden. Man scheint endlich erkannt zu haben, dass sich `organisch` im Namen eines Produktes gut verkauft im Norden Europas – und so dann wohl auch schon bald in der Türkei flaechendeckender.
Apropos Verkauf: Türkische Verlage tun sich dieser Tage mit einem Erlass der türkischen Regierung schwer, der festlegt, dass religiöse Bücher beim Finanzamt günstiger besteuert werden (Koran, Hadith etc.). Anstatt 8% ist nur 1% zu veranschlagen. Klar, dass das als weiterer Schritt zur Islamisierung des Landes von gewissen Kreisen verstanden wird, die die Unparteilichkeit des Staates derart gefaehrdet sehen. Cemile Bayraktar schreibt in der Taraf vom 14.9.12, dass abgesehen von dem zuvor angeführten Einwand gegen diese Art der Besteuerung, für sie das alles irgendwie unverstaendlich bleibt, denn ihre Mutter haette Auslegungen zum Koran und andere Schriften bereits und sie selbst sogar einen Koran wie die meisten türkischen Haushalte. Da diese Art Bücher gewiss nicht weggeworfen würden, bestünde ihrer Meinung nach auch kein dringlicher Bedarf, sich neu einzudecken damit. Sie hofft, dass die Regierung daher demnaechst noch nachbessert und Bücher im Bereich Kultur im allgemeinen Sinne bei der veranlassten Einkommensteuersenkung mit einschliessen wird.
Die türkische Regierung haette noch so Manches zu regeln, anstatt zum Beispiel darüber zu streiten, ob die Explosion in Afyon vor ein paar Tagen ein Unfall oder ein Anschlag gewesen ist. Anscheinend ist eine oder mehrere Handgranaten made in Germany hochgegangen in einem fahrenden Zug gefüllt mit Soldaten (14 Tote).
Hasan Cemal fragt die Regierung wahrscheinlich auch daher am 13.09.12 in der Milliyet-Tageszeitung, ob nicht endlich gewisse Teile der Gesetzgebung geaendert werden müssten, die bei den (wieder mal) innenpolitischen Spannungen seinerzeit unter Demirel nach den Ereignissen vom 28. Februar 97 verabschiedet worden waren und in Sachen Staatsdienst (TSK iç hizmetler kanunu 37) Folgendes aufführen u.a.: `Jeder Soldat der Streitkraefte schwört… : Im Frieden, im Krieg, auf dem Land, dem Meer und in der Luft, überall, bring ich meiner Nation und Republik Aufrichtigkeit und Liebe entgegen, unterwerfe mich dem Dienst, Gesetzen, Ordnungen und Anordnungen; und ehre die türkische Flagge, wissend, dass meine süsse Seele bei Bedarf dem Land, der Republik und dem Dienst mit Hingabe geopfert wird, dass schwöre ich bei meiner Ehre`.
Hasan Cemal schreibt zur TSK Iç Hizmetler Yönetmeliği 85 (Staatsdienstverordnung 85), dass ein Soldat egal, ob er im Lande oder ausserhalb seinen Dienst versehen hat, niemals jemand sagen darf, wie, wo, was und wann er diesen Dienst getan hat. Der Autor fragt: `Warum werden also manche Gesetze – verabschiedet am 28. Februar 97 – noch immer nicht angerührt`?
Und warum gibt es im so genannten Westen Massenmörder und in der Türkei nicht, fragt Murat Kapkiner in der Taraf vom 14.09.12. Als Antwort kommt der Autor zu interessanten Überlegungen. Er versteigt sich darin, dieses Phaenomen als Indikator für Fortschritt im positiven Sinne sozusagen zu verstehen. Er sei ın Deutschland u.a. gewesen. Dort würden Entscheide angedacht, wohingegen in der Türkei zu oft, eigentlich immer, nach der jeweiligen Gefühlslage gehandelt werde, danach, wem mach ich es jetzt wie gerade recht oder wie komm ich hier am besten mit welcher Nummer wieder raus? In Deutschland gaebe es hingegen so etwas wie eine Grundhaltung bei den Menschen: Soweit mit mir und nicht weiter! Der Autor führt zum Beweis das Fahrverhalten an. So würden Deutsche bei Rot halten, auch wenn weit und breit kein Gegenverkehr zu sehen waere. Warum wohl, fragt er. Beim grossen Erdbeben in Marmara haette die Türkei zig-tausende von Liras gespendet und Gegenstaende verschickt. Doch einen Monat spaeter kaempften die Erdbebenopfer ums Überleben. `Im Westen (also Europa), wie haette so etwas passieren können? Niemand waere mit eigenem Laster losgefahren, um zu helfen, weil der Staat das, was zu tun ist, gemacht haette. Wenn von einigen Menschen eine derart empatische Hilfsaktion gestartet worden waere, wuerden sie zuerst die Depots für (die Sachen gegen das) kalte Wetter aufgehoben haben und dann nach Bedarf verteilt haben… . Wir haben erbarmen (einerseits sind wir aber so erbarmungslos). Clever sind wir nicht, wie Sie unschwer sehen können… In Deutschland hat ein Typ seine Frau mit einem Anderen erwischt und beide grauenvoll umgebracht. Das deutsche Gericht befand, der Taeter sei krank. Waere der Prozess in der Türkei gelaufen, waere dem Taeter seine Gesundheit attestiert worden`(und er haette auf einen Feispruch hoffen können, wird hier noch hinuzgefügt, waere `lediglich`die Frau getötet worden).
Im Artikel verfasst von Adnan Keskin in der Taraf vom 14.09.12 geht es erneut um Gesetze und Regeln. Und erneut soll aufgezeigt werden, wie die Staatsmaschine der Türkei im Inneren laeuft (viel zu oberflaechlich gehalten, wissen wir, aber dennoch). Einen Tick haerter, wenn so geschrieben werden darf, darf man sich die Lebenssituation und Gesetzgebung in Staaten wie dem Libanon, Syrien, Jemen, Aeghypten etc. İm Vergleich vorstellen. Es mag dazu beitragen, zu verstehen, weshalb das schleichende Eindringen islamischer, nicht laizistischer Elemente in der Polititk, Jurisprudenz und das taegliche Leben der Türkei als Rückschritt verstanden werden muss, nicht als Fortschritt. Dies, da scheinbar stets die Elemente herausgegriffen werden, die einer fortschrittlichen Interpretation des Korans und des Lebens des Propheten widersprechen oder das Wasser abgraben )naturverbundener, humaner). Leider scheinen die Damen und Herren an der Macht aber den Traum vom Osmanıschen Reich noch immer zu traeumen in Ankara, wie vor ein paar Tagen beim Besuch Erdoğans in Aserbaidschan wieder mal vernommen werden konnte – da ist selbstverstaendlich auch eine gehörige Portion Türkismus noch drin (Chingis Khan & Co).
Also: `Das Verfassungsgericht hat beschlossen, dass der `einfache Bürger` vergleichsweise eine 4-fach höhere Strafe zu erhalten hat, wenn er Staatsangestellte beleidigt`. Eine untergeordnete Instanz in der Hierarchie der Gerichte der Türkei (Dinar Sulh Mahkemesi) hat dieses Gesetz als `unverhaeltnismaessig`angefochten und seinen Einspruch aber verloren.
Und welche Beleidigungen, fragen Sie sich nun gewiss, sind vor dem türkischen Gesetz strafbar? Nun: `Das konkrete Verhalten einer Person, welches die Würde, Ehre und Respekt gefaehrden könnte oder als Tatbestand bewiesen werden kann oder nicht angebracht erscheint; oder Beschimpfungen, die die Würde, Ehre und Respekt angreifen. Eine derartige Person kriegt 3 Monate bis zu 2 Jahren Haft oder eine gerechte Geldstrafe`. Sie verstehen hier nun gewiss, dass es offenbar angebracht zu sein scheint, Staatsangestellten im Dienst und in der Türkei besser aus dem Weg zu gehen – weil, man weiss ja nie, ob gut oder schlecht geschlafen wurde oder oder!
Die Aenderung, die also vorgenommen wurde vom Verfassungsgericht (siehe oben) ist, dass die zuvor bezeichneten 3 Monate gestrichen wurden für den `einfachen Bürger`. Jetzt ist im Gesetz die Rede von minimal einem Jahr. In einem Fall naemlich sagte ein Bürger zu einem Verkehrspolizisten: `Machen Sie keine Unverschaemtheiten`! Wahrscheinlich braet der Bürger deswegen gerade im Knast, weil das Dinar Sulh Gericht, welches diesen Fall ans Verfassungsgericht weitergab (siehe oben), mit seinem Einspruch nicht durchkam.
Hier passt zuguterletzt, was Hadı Uluengin in derselben Ausgabe der Taraf schreibt, was auch so oder etwas anders in anderen Zeitungen der Türkei als Thema geführt wird in diesen Tagen: `Die Türken sollen die Nation (auf der Welt) sein (nach einer Studie des deutschen Marshall Fonds), die die USA nicht mag. Es ist lediglich ein Drittel, welches Onkel Sam positiv sieht. Doch wenn gefragt wird, an wen sie sich zuerst wenden, wenn etwas passiert, wird erneut die USA erwaehnt. Das ist noch nicht alles. Die Türken mögen von allen befragten Nationen auh die Nato am wenigsten. Es soll viele Türken geben, die ohnehin antworteten, es gilt sich nach Osten zu wenden. Jedoch seltsam ist, was den EU-Beitritt angeht; bei dem finden die meisten, dass diese Angelegenheit einen positiven Verlauf nimmt und hat (also zustandekommen wird).

Die Vorsitzende der türkischen Frauenorganisation (kadınlar derneği) Zekiye Çomaklı befand auf einer Konferenz für Unternehmerinnen neulich in Erzurum: `Frauen müssen nicht auf jedem Posten zu finden sein` (Taraf, Seite 5, Recan Uyour)!
Ansonsten war noch zu lesen in der Presse dieser Tage, dass die Bildungsrate von Frauen in der Türkei ebenfalls die schlechteste in Europa sei. Der Analphabetismus liegt wieder bei über 50%. Ausserdem werden immer mehr Teeanger im Alter unter 15 Jahren Mütter – insbesondere im Südosten der Republik! Eine von mehreren Rentnern über Wochen vergewaltigte 14-Jaehrige sol l ihr Kind, welches sie erwartet, abtreiben dürfen oder müssen. Letzteres kann hier nicht klar festgelegt werden, da die Behörden und die öffentliche Meinung darüber noch im Streit liegen – keine Ahnung, ob der Wunsch der werdenden Mutter überhaupt berücksichtigt wird. Die Rentner (der Aelteste ist 74) sitzen vorerst noch hinter Gittern.

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Schon doof, dass zuerst die Kohle kommt und dann das Gewissen. Doof auch, dass die Schweiz nicht viel andere Optionen hat, will sie neben der EU weiterhin einigermaßen Unabhängigkeit bewahrend bestehen. Und dann, was soll das mit den paar verrückten Weibern, die auch noch in einer Kirche Schmählieder auf ihren Führer glaubten singen zu können. Sind doch selber schuld, dass sie nun im russischen Knast sitzen!

 

Basel juckt das auch recht wenig. “Basel meets Moscow” besagt genau das. Oder es besagt: Die eine verlogene Moral trifft die andere. Oder: Geld und Macht zählt, nicht Moral und Solidaritätsgemache! Ein “Basiliker Brunnen”, wie auch immer der aussehen mag, steht zu ehren der zuvor geschilderten Sachlage, könnte ironisch angemerkt werden, neuerdings in einem Moskauer Park, schreibt die Basler Zeitung vom 09.09.2012.

 

Man muss dafür doch bitte sehr Verständnis haben. Denn russische Investitionen haben sich in der Schweiz schließlich um ihr 10-faches erhöht. Insofern wird gewiss auch der eine oder andere Groschen, der aus Zypern abgezogen wird und seltsamen Ursprungs sein könnte, in der schönen Metropole am Rhein reingewaschen. Das ist also eine der Visionen, welche die “City of Vision” am Rhein unter anderem auch ihren russischen Anlegern und Investoren verheißt – bitte keine Riots!

 

Nun ja, so richtig schuldig ist die gute Stadtverwaltung daran ja eh nicht, weil es ist inzwischen geschehen, dass Russland nämlich ein Mitglied der WTO geworden ist, der Welthandelsorganisation. Und wenn so ein Schritt veranlasst beziehungsweise getan wird von einem großen Fisch wie Russland, muss sich eben jemand so klein und relativ unabhängig wie die Schweiz ran- oder reinhängen – wie eine Punk-Pussy auf Riot vor einem hochheilig gehaltenen Altar eben!

Asyl würden diese verruchten, sittenlosen, russischen ‚Künstlerinnen‘ in der Schweiz bei dieser geschäftlichen Sachlage vielleicht nicht mehr so ohne Weiteres erhalten? Kann hier nicht eingeschätzt werden. Jedenfalls diskutiert die Sozialistische Partei der Schweiz in Lugano gerade, gestern war der letzte Tag, wie mit Asylbewerbern, Fremdarbeitern, Schwarzarbeit, “Personenfreizügigkeit”, Steuerpolitik und bei der “Zwangsausschaffung” bestens verfahren wird.

Es besteht trotz allem noch nicht mal Aussicht, dass Russen demnächst leichter an Visas gelangen, denn die Schweiz ist im Schengenraum eingebunden. Man muss sich also noch etwas gedulden, bis sich dieser Schutz-Raum den russischen Geschäfts-Reisenden ganz öffnet.

 

Dass synthetische Drogen hergestellt in China, Russland und Polen den Drogenmarkt dennoch bereits dominieren sollen – und das nicht nur in der Schweiz -, ist kein Geheimnis mehr und nimmt besorgniserregende Dimensionen an, weil das Zeug verursacht vermehrt Selbstverstümmelungen, Depressionen, Sucht, Schitzophrenien, Paranoia, Kriminalität, Assozialität, Suizide. Basel scheint hier aber weitsichtig für die Betroffenen vorzusorgen – wie auch noch für andere Teile der Bürgerschaft, versteht sich –, weil die Innenstadt anscheinend vollständig zur Fußgängerzone mutieren soll.

Apropos Vorsorge und Sicherheit: Beim Knabenschießen wurden auch am letzten Samstag noch keine 35 Punkte erreicht dieses Jahr, was mit den Drogenkonsumenten, die zeit- oder teilweise die Bahn verlieren im Leben, wohl nicht zusammen hängen dürfte. Beim Schützenkönig-Ermitteln für die Schweiz sind Mädchen “seit 1991 zugelassen”, schreibt die NZZ vom 09.09.2012. Letztes Jahr war ein Mädchen aus der Region Uster Schützenkönigin geworden.

 

Die EU gibt neuerdings mal wieder vor, in Sachen Syrien scharf geschossen zu haben, jedoch ziemlich sicher nicht so, dass 35 Punkte erlangt worden wären beim Knabenschießen in der Schweiz. Das Treffen der Außenminister fand dafür in entsprechend ‚harter‘ Atmosphäre statt – nämlich im einigermaßen mondänen Aphrodite Hills Hotelanlage bei Pafos in Zypern nämlich. Von dort mit Blick über den Golfplatz und das grün-blaue Meer, hinter dem das Grauen in Syrien derzeit stattfindet, wurde also mit Worten scharf geschossen aus Mündern von Außenministern. Um präziser zu sein: der Colt wurde lediglich geladen, abgeschossen wird vielleicht später. Eigentlich müssten diese durchaus vom Christsein geprägten Gemüter jener Außenministerrunde schon längst wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden im Falle Syrien. Keine Ahnung, warum niemand so eine Klage einreicht. Nur weil Russland und China das Morden in Syrien so toll finden und man eben mit denen Geschäftchen machen will?

Die angedrohte Verschärfung der Sanktionen durch die EU-Außenminister im Afrodite Hill wird jetzt schon Waffenproduzenten und andere Kriegstreiber die Korken der Champagnerflaschen hochschießen lassen. Ein Blick auf so manchen Wert an der Börse dürfte das Insidern bestätigen. Was Russland angeht, gäbe es da auf dem Waffenproduzentenmarkt “neben Almaz-Antej … das Konstruktionsbüro Suchoi (2,04 Milliarden Dollar, Platz 37), die Gesellschaft Taktitscheskoje raketnoje wooruschenije (Platz 58), die Flugzeugbaugesellschaft Irkut (Platz 59), das Unternehmen Wertoljoty Rossii (Platz 68), der Betrieb Uralwagonsawod (Platz 90) und das Konstruktionsbüro Priborostrojenija in Tula (Platz 96). Die russischen Waffenschmieden verkauften 2008 ihre Produkte für insgesamt 10,8 Milliarden Dollar, so SIPRI” (http://de.rian.ru/business/20100413/125884861.html). In Deutschland sind es die Firma Colt, wie auch “Heckler & Koch, Steyr Mannlicher, Beretta, FN Herstal und IMI/IW (Wikipeda)” etc. Und um die Namensliste noch einigermaßen vervollständigt zu wissen, klicken Sie doch einfach auf diesen Link, wo die 100 größten Waffenproduzenten aufgelistet stehen, vielleicht ist Ihr Betrieb, in dem Sie Ihre Brötchen verdienen, mit einem von denen ja verlinkt: http://www.ethisches-investment.info/siprilist. Ja, und in Sachen Schweiz soll schnell noch die SIG in Neuhausen erwähnt werden. Dass es in der Türkei eine Waffenproduktion gibt, ist einleuchtend. Und dass das eine oder andere Unternehmen, welches oben genannt wurde, hilft, die Kurdenfrage auf seine Weise am blutigen Leben zu halten, ist auch bekannt.

 

 

 

Am 08.09.2012 erschien in der Internetausgabe der türkischsprachigen Milliyet-Tageszeitung ein Artikel von Cemal Hasan, ein Kommentator, der schon seit Jahren hie und da Stellung bezieht bezüglich der Kurdenfrage in der Türkei und der Region. Hier nun die Übersetzung seines Artikels vom 08.09. in der Milliyet:

 

“Bis zum heutigen Tag fahren wir mit der Politik des ‚zuerst der Terror‘, ‚zuerst die Sicherheit‘. Und da, wo wir damit hingelangten, ist es keines Falls rosig. Und erneut stellt sich die Frage: Wie weit können wir so noch gehen?… . Ich befürchte, indem wir (immer wieder) sagen: Wir werden nicht geteilt, wird genau derart die Teilung (der Türkei) vollzogen. Sollte der türkische Nationalismus und Konservatismus so weiter geführt werden, dann womöglich wird die Türkei wahrhaft noch verkleinert.

 

Sollte das Ziel der PKK sein, die AK-Regierungspartei der Türkei zu stürzen. Sollte es das Ziel der PKK sein, die Türkei zu teilen. Sollte es etwa das Ziel der PKK sein, die Türkei zu destabilisieren…

Sollte es, um diese Ziele zu erreichen, so sein, dass Türken und Kurden dieses Landes sich bekämpfen, einen Bürgerkrieg anzetteln.

Wenn dem so ist…

Was muss dann getan werden?

Sollte die PKK mit Terror und Attentaten in der Türkei einen Bürgerkrieg anzetteln wollen und die AKP stürzen wollen, wo in unserer unmittelbaren Nachbarschaft Blut fließt und die Waffen dieser Tage sprechen, um das Land zu spalten, mit dem Iran, Syrien oder Israel und den USA sich dazu verbinden. Wie hat dann Dein Spielplan auszusehen.

Denkst Du gut darüber nach?

An der Regierung, was gilt es zu tun?

Die PKK am Fallenstellen für Dich zu hindern, macht welche richtigen Schritte erforderlich?

Die PKK ist eine Terrororganisation, die nur die Sprache der Gewalt versteht. Indem gesagt wird, ‚zuerst die Sicherheit‘, gilt zu Fragen, ist dies der einzige Weg, (der beschritten werden kann) wie geschehen 1990, als die PKK von den Bergen vertrieben wurde, in den Städten diejenigen von der KCK in Knäste gesteckt wurden?

Wem nutzt dieser (eingeschlagene) Weg?

Es macht Sinn nachzudenken, ob die Fallen der PKK etwa (in ihrer Anzahl uns) überschwemmen… .

Auf diesem Weg das Blutvergießen zu erhöhen, den türkisch-kurdischen Streit vernebelnd, die Türkei (damit) noch mehr destabilisierend, öffnet das in diesem Land nicht Tür und Tor einer noch zerstörerischen Atmosphäre?

Die ‚zuerst Sicherheit‘ war in den 90er Jahren die zuerst Terror-Politik.

Schrieb ich oft.

Möchte nicht in die Details gehen.

Geklappt hat in den 90ern nicht, den PKK-Terror und dessen Gewalt zu isolieren, ihn zu verurteilen, die Unterstützung im Volk zu schmälern, die PKK zu marginalisieren.

Heute klappt das auch nicht.

Die das Gegenteil behaupten, sind nicht glaubwürdig.

In der Türkei hat die Assimilation (zum Türkentum noch) nicht aufgehört.

Der kurdischen Sprache wurde das Recht als Unterrichtssprache geführt werden zu können, (bislang) verwehrt. Dass letzteres nie der Fall sein wird, wurde vom Ministerpräsidenten mehrfach wiederholt. Es wird noch immer halbherzig von Kurdischunterricht als Wahlfach geredet. Die (alten) kurdischen Namen für Städte und Orte sind noch immer nicht im Gebrauch. Kurdische Namensgebungen für Parks werden gar Anklagepunkte. Das 24 Stunden unter der Kontrolle befindliche kurdische TV, die Kurdisch-Kurse, die gelobt wurden, gerade mal mit dem Nötigsten ausgestattet, könnten denken lassen, dass über eine solche Türkei das Gegenteil (von zuvor beschrieben) gezeichnet werden müsste – doch auch dann zu sagen, die (zuvor bezeichnete) Assimilation hat aufgehört, wäre nicht glaubwürdig.

Da das nun mal alles so ist, widerspricht gelebter Realität zu behaupten: ‚Die Kurdenfrage gibt es nicht mehr‘!

Das möcht ich noch sagen.

In den 90ern hätte das noch ein Ergebnis erbringen können. D.h., indem die PKK isoliert worden wäre, die Kurdenfrage durch eine friedliche Lösung auf die Reihe gebracht worden wäre, (wäre das damals drin gewesen, doch) mit einer solchen Politik kann heutzutage nicht mehr aus der Klemme rausgekommen werden. Das ist nicht möglich.

Über (dieses) Beispiel muss nachgedacht werden.

Würde kurdische Bildung etwa die Türkei teilen?

Oder (dann eher) das ‚Nein‘ zur Frage der Bildung auf Kurdisch?

Welches von beiden?

Vergessen Sie nicht.

In unmittelbarer Nachbarschaft, im Norden des Iraks, wird durch alle Bildungsniveaus hindurch Kurdisch gelehrt und gelernt.

Man muss (da) erneut (drüber) nachdenken.

Teilt die Türkei eine starke, selbstbewusste Führung (in den Provinzen) oder deren Gegenteil?

Vor unserer Nasenspitze regieren sich im Norden des Iraks Kurden, die Wählen dort (in ihren Provinzen), haben ein Parlament, Regierungen, Provinzverwaltungen…

Wo sind wir?

Sollten Sie sagen, dass kurdische Bildung das Land teilt, dass eine starke (Provinz-) Führung teilt, dann machen Sie bitte sehr weiter so.

Zuerst die Sicherheit, OK.

Die PKK versteht nur Schläge, OK.

Die Kurdenfrage ist vorbei, OK.

Es gibt Kurdischunterricht als Wahlfach, OK.

Es gibt in Sachen Reform der Provinzverwaltung Grenzen, OK.

Die PKK wird von Tehran und Damaskus unterstützt beim Schwächen der Türkei, OK.

Alles OK, aber…

Heute sind wir, wo wir sind.

Und da wo wir sind, sieht es nicht sehr rosig aus.

Das Blutvergießen steigt an.

Wo gehen wir denn schon wieder hin?

Hab wirklich Angst, dass indem wir sagen, wir sind unteilbar, wir die Türkei (bereits) teilen, wenn es so weiter geht… .

Wenn der türkische Nationalismus und Konservatismus nicht verschwinden, die kurdische Existenz nicht akzeptiert wird, ein Gesamtpaket sozusagen nicht geschnürt wird, wie die Engländer sagen, ein ‚end game‘ -Szenario nicht entworfen wird, dann könnte die Türkei wirklich noch verkleinert werden.”

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Herbst

Dass der Herbst auch Zypern einholt, man glaubt es kaum bei so viel Sonnenschein und anhaltender Hitze über den Tag, kann an einigen Dingen festgemacht werden. Morgens recht früh und noch vor 06-Uhr kann das Schießen aus Gewehrläufen auf das wenige Wild, welches es noch irgendwo geben soll, vernommen werden, wie stets um diese Jahreszeit aufs Neue. Die wackeren Recken, die mit Flinten in wahrscheinlich rauhen Männerhänden zumeist auf ausgewilderte Tiere schießen, welche also Monate zuvor ausgesetzt wurden, scheinen sich ihre Tradition bewaffnet zu hüten. Es gibt wahrscheinlich das eine oder andere Tier, welches die vorhergegangene Jagdsaison überlebt hat. Das Überleben unter zyprischen Bedingungen als Tier, dessen Fleisch oder Fell gefragt ist, ist durchaus ein Kunststück, denn die Saison dauert lange und viele ‚Jäger‘ halten sich schlichtweg nicht daran, dass nur am Mittwoch und am Sonntag gejagt werden soll dürfen. Die Tiere werden gewiss mit neuester Technologie und dergleichem erlegt, auch wenn sie ob des strengen Sommers 2012 ausgemerkelt sind mehrheitlich. Das hindert die Recken nicht, zumeist in grüne Militärkleidung mit braunen Flecken gezwackt, den ungleichen ‚Wettkampf‘ aufzunehmen.

Viel Grün oder anderes Getier zum Fressen gibt es für das gejagte Getier wirklich nicht. In der Cyprus Mail von heute steht schon fast im Gegensatz dazu, dass irgendwelche Bösewichte die Schleusen einer Fischfarm im Meer vor der Ortschaft namens Zygi geöffnet haben sollen. 10 Tonnen Fisch und mehr sind ihrem Schicksal entkommen, von uns als frischen Fisch aus dem Meer gegessen zu werden. Noch sind die Restaurants auf Zypern im Allgemeinen nicht so weit, um zu kennzeichnen, woher ihr eingekaufter Fisch denn genau stammt – wer ihn ‚produzierte‘? Das zu wissen, machte durchaus Sinn. Denn bekanntlich erhalten die Fische gezogen in Gefangenschaft oft seltsame Nahrung wie zum Beispiel Hühnerfutter oder Teile von Hühnern etc.

Was den Herbst angeht, der gerade durch die Jahreszeiten-Türe schreitet: In Nikosia-Süd wird in einigen kleinen Cafes plötzlich wieder Milchreis serviert. Über den Sommer gab es den nämlich nicht. In der Türkei kriegt man im Sommer keine Yayla-Suppe, die es im Norden von Zypern indes das ganze Jahr hindurch am Girnetor in Nikosia-Nord gibt. Das ist eine heiße Reissuppe mit Yoghurt etc. Der Herbst ist also da und die Uni hat im Süden der Insel wieder begonnen. Junge Menschen sitzen im chicen Look in der Mensa der Uni ab, wie gehabt, und fahren zuweilen mit den dicksten Autos vor. Die Feigen sind jetzt langsam überall reif, die Granatäpfel werden es gerade und die Zitrusfrüchte bringen sich eindeutig in Stellung für kurz danach, für den zyprischen ‚Winter‘.

Im Norden der Insel, im Staat mit dem Namenskürzel KKTC, hört der Urlaub der Abgeordneten endlich auf. “Endlich” schreibe ich, weil Akay Cemal in der Kibris am 6. September bemerkt: “Das Parlament fängt am 24.09. an zu arbeiten. Der Urlaub ist vorbei. Werden die nun die Ärmel hochkrempeln? – oder? In der KKTC gibts eh viel Urlaub, was solls. Der Parlamentspräsident der Republik Hasan Bozer hat (neulich) eine geschichtswürdige Warnung von sich gegeben. Er ließ wissen, dass die Arbeitsgruppen (im Parlament) nicht in gewünschter Weise ihren Auftrag erfüllen. “Nichts Fruchtbares (tun)!”, sagte er. Gibt es noch eine klarere Message als diese? Was hätte Bozer auch sonst noch sagen können… . Auf die Arbeitsgruppen (des Parlaments) warten noch (immer) 85 Gesetzentwürfe (auch zur Verfassung), die bearbeitet gehören. Es wäre zwar angesagt, dass die Parlamentarier schnell arbeiteten und die Sache zur Abstimmung vorlegten…. .

Der Vorsitzende der türkisch-zyprischen Handwerkskammer Hürrem Tulga hat eine Studie in Auftrag gegeben. Die Studie lässt erkennen, dass das Land sich ökonomisch in äußerst schwieriger Lage befindet. Demnach sind 2012 genau 2.400 Betriebe eingegangen… . Schießereien, Brandstiftung, Messerstecherein, Kriminalität, Preistreiberei, Diebstahl, Raub, Selbstmord und die Zunahme von Krebs steigt beständig. An diesem Interessierte arbeiten (jedenfalls) Tag und Nacht – und gibt es daher etwa keine Wilderei? Die gibt es (hier) zuhauf. Ist wohl, weil es zu viele Jäger (im Lande) gibt. In (der Ortschaft) Kermiya wird der Müll nicht abgeholt. Ist es nicht so (liebe Leute), dass unsere Umweltverschmutzung (inzwischen) too much ist? Die Berge haben wir ausgehöhlt, die See vollgestopft, kleine Wälder wegrasiert… . Wir halten den Rekord beim Stehen-lassen von halbfertig gebauten Häusern, die vor 8 Jahren in einer Art Boom hochgezogen wurden… . Als positiv (an uns) gilt mal zu erwähnen, dass bei Dorffesten, Festivals und Festen wir voll bei der Sache sind.”

Serhat Incirli bringt zuvor Gesagtes auf einen Punkt und schreibt in dieser Ausgabe der Kibris bezüglich der 85 Gesetzentwürfe, die noch zu erledigen gewesen wären: “… das heißt, das, was sie hätten abgearbeitet haben, ließen sie liegen. Wenn wir nun sagten, sie haben ihren Lohn nicht verdient, ist das etwa falsch? Die werden jetzt alle sauer sein (mit mir). Wie können sie auch, wenn sie keinen Lohn erhalten, zu einer Hochzeit gehen und dort 10 TL der Braut und dem Bräutigam anheften? Es gehört sich zwar nicht. Doch nach dem, was die Gerüchteküche hergibt, sollen Parlamentarier und sogar die meisten Minister angeblich um ihr Budget ausgleichen zu können, lediglich 10 TL den Brautleuten anheften. Die müssen ja zu so viel Hochzeitsveranstaltungen, da haben die so besehen bestimmt recht (so wenig Geld zu geben). Jetzt (,wo ich das schreibe,) werden sie erneut auf mich sauer sein. Die werden jetzt vielleicht sagen: ‚Wir heften doch 50 TL an!‘ … . Ihr seid faul meine Herren und auch einige Damen. Jetzt werden die ganz bestimmt so richtig sauer auf mich sein… . Ihr geht einkaufen mit Freunden, die sehen sollen, was ihr auf der Tasche habt, und das, ohne eure Arbeit gemacht zu haben; ihr quatscht nur durch den lieben, langen Tag. Und die Leute warten auf ein Gesetz. Genau 85 davon… . Man sagt Abgeordneten nicht: “du bist faul!” Doch das habe ich (dennoch) gesagt. Ich bin der Übersetzer der Gefühle, die viel (zu viel) durchgehen lassen. Was? Jetzt sind die total verärgert? Das Meer hat sich abgekühlt. Die sollen dort (doch) mal reinspringen!”

Sollten die fleißigen Abgeordneten aus dem Norden das wirklich tun, empfehle ich, vielleicht die Region um Famagusta/Ammoxostos/Magusa auszulassen. Dort beschweren sich nämlich zunehmend die Einwohner über unerträglichen Schweine-Gestank. Anscheinend bläst der Wind eines Mastbetriebes im Süden dieser Tage genau dort hin im Norden. Es muss unerträglich sein.

Im Norden der Insel scheinen sich die Problemchen indes auch noch aus anderem Grunde zu häufen. Es zeichnet sich nämlich ab, wie bereits vor diesem Beitrag auf Zypernundmehr-News berichtet wurde, dass der Süden bestimmte Zahlungen an Türkischzyprer nicht mehr leisten will. Noch sind diese Dinge im Stadium der Diskussion. Wir schrieben hier davon, dass den türkischen Zyprern, die in der Stadt Pyla wohnen, demnächst eine Elektrizitätsrechnung ins Haus stehen könnte. Jetzt scheint sich abzuzeichnen, dass die geführten Diskussionen im Süden darüber hinaus gehen. So wird angedacht, die kostenlose medizinische Versorgung der Türkischzyprer, die im Norden wohnen und ihren Lebensmittelpunkt dort haben, zu kappen. Ebenso wird daran gedacht, die Führerscheine aus dem Norden nicht mehr anerkennen zu wollen (Haravgi 6.9.).

Das alles scheint den Präsidenten im Norden, Eroglu, erstmal nicht sonderlich zu jucken. Er ist anstatt gerade in der Türkei für drei Tage unterwegs mit Frau, um in der Kleinstadt Ardıçlı (Provinz Hatay) einen Park zu eröffnen, der seinen Namen tragen wird. Das ist auch wirklich wichtig. Eine kulturelle Angelegenheit von höchstem Wert. Und da Eroglu so viel für die Kultur im Lande übrig hat, hatte er einst am 15. April 2012 versprochen, schreibt Ahmet Tolga in derselben Kibris auf Seite 8, die ehemalige Polizeiwache in Nikosia – das alte Kolonialgebäude vor dem Saray Hotel, welches neben dem Justizgebäude auf der Ecke gegenüber dem Atatürk-Platz steht – den Künstlern zu übergeben. Wie sich jetzt allerdings herausstellt, könnte vielleicht doch eher die Staatsanwaltschaft oder ein Investor den Vorrang erhalten.

Vielleicht hatte sie zuvor etwas gewundert, dass in der Aufzählung all der Übel, die im Norden kursieren oder kursieren sollen, auch von Krebs die Rede war. Ja. Leider wurde nämlich belegt, was sich schon alle dachten und trotzdem weiteraßen, wenn im Norden unterwegs oder gar dort lebend, nämlich, dass die Werte zu hoch sind. Also es wurde auf Veranlassung der Südzyprer eine Untersuchung der Gemüse, die aus dem Norden auf den Markt im Süden gelangen, veranlasst. Festgestellt wurde, Salate und Tomaten und dergleichen sind zwischen 300 bis 600-fach über dem so genannten Normalwert liegend. Das Zeug ist also total belastet, kontaminiert. Doch im Norden hätten die Politiker weiterhin nichts Weiteres derzeit zu tun, als von Wahlen zu sprechen und ihren Sitz zu sichern, beschwert sich Resat Akar in der Kibris vom 06.09. Eigentlich, findet er, müsse Notstand ausgerufen werden und das Gesundheitsministerium, und die, die dieses Amt davor leiteten, ausgetauscht beziehungsweise dafür verantwortlich gemacht werden. Doch es wird wohl nicht viel passieren, resümiert er.

An anderer Front ist aber etwas passiert, es hat sich was bewegt. Man ist der so oft anvisierten Vereinigung nämlich, unter der Gürtellinie sozusagen, näher gekommen. Nein, dass Zuhälter und das sogenannte Rotlicht-Gewerbe zusammenarbeiten auf der geteilten Insel, über die Grenze hinweg, ist ja bereits ein alter Hut. Die Zusammenarbeit erstreckt sich nun neuerdings auch auf die Internetzockerei. Das soll vermehrt der Fall sein, seit im Süden vor nicht so langer Zeit die Gesetze bezüglich Glückspiel via Internet geändert wurden. 2 griechische Zyprer haben sich mit ihrem Gewerbe in den Norden verzogen, andere nach Pyla und auf das Gebiet der britischen Militärbasen. Angeblich sollen 60% der Onlinespielhöllen im Süden dem neu verabschiedeten Gesetz noch immer nicht zur Genüge Folge leisten, schreibt die Kibris in einem Artikel (“Kumarda Rum ortaklar”). Dass im Süden illegales Spielen jeden Tag woanders von den Behörden ausgehoben wird, ist schon fast keine Nachricht mehr. Das kann andauernd gelesen werden. Ähnlich ist es auch beim Menschenschmuggel im Norden. Derzeit stehen Syrer hoch im Kurs. Kürzlich gingen 6 Syrer bei einer solchen Aktion allerdings leider unter. Die Verantwortlichen dafür (Niyazi Korkmaz, Abdullah Temiz, Mustafa Korkamz und Yunus Gülduran) wurden vorerst in Untersuchungshaft gesteckt. Eine Kautionszahlung wurde vom Gericht im Norden abgelehnt. Die Fluchtgefahr sei zu hoch.

Geflüchtet ist der Präsident der Republik Zypern, Xristofias, keinesfalls. Er weilt wahrscheinlich gerade noch in Jordanien. Dürfte aber in Gedanken schon längst in New York sein, wo er eine Rede halten wird vor den Vereinten Nationen. Es ist zu befürchten, dass erneut die Verhandlungen mit dem Norden aufzunehmen verabredet wird, obwohl jeder weiß, dass Xristofias der Verhandlungsführende dann nicht mehr sein wird. Es sieht also eher nach einer netten Urlaubsreise aus mit unvermeidlichen Zwischenstopps, eben die Rede in der UN etc. In Jordanien wurde nichts weiter Aufregendes beschlossen oder unterzeichnet von Xristofias. Die Außenministerin Zyperns weilte zur gleichen Zeit in Kairo, wo sie einem Treffen der arabischen Staaten beiwohnte. Ihre Message dort, wird hier vermutet, dürfte so manchem Anwesenden wegen der Oberflächlichkeit und der Inhaltslosigkeit aufgestoßen sein. Kann gut sein, nachdem, was zu erfahren war, dass sie vergaß oder vermied, den Konflikt mit der Türkei zu erwähnen und dass die Republik Zypern mit Israel ernsthafte Absichten zu haben scheint, das Erdgas vor der Insel zu fördern. Dass Markoulli, die Außenministerin Zyperns, sich keinesfalls als Vermittlerin im Palästina-Israel-Konflikt eignet, hat sie klar durchblicken lassen. Eine Regierung auf Abruf ist eben keine mehr, mit der noch wirklich etwas ausgehandelt werden kann, was Hand und Fuß haben könnte. Obgleich, das stimmt so nicht ganz, weil Griechenland (Konstantinos Musurulis) und Zypern (Eftimos Flurenkos) haben beschlossen, zukünftig in Sachen Schifffahrt (Maritimes) zusammenzuarbeiten.

Die Diskussion darum, ob Xristofias doch noch vorzeitig zurücktritt von seinem Amt, ist in Zypern zwar entbrannt, doch liegt das Problem eigentlich woanders: die Realität in und um Zypern endlich zu erkennen und sich entsprechend einzurichten von Seiten der Regierung. Mit Anastasiadis als eventuell neuer Präsident der Republik darf ‚weiß‘ gesehen werden. Das ist ungefähr so ‚weiß‘ zu sehen, wie in den USA, wenn Mitt Romney ins Amt kommen sollte – dann wird wieder Alles möglich! Im Vergleich zu den USA indes, kann Xristofias kein gutes Zeugnis ausgestellt werden. Es sieht, mit Verlaub, düster aus im Süden von Zypern bezüglich der Führungsriege.

Im Norden wird immerhin eine neue Partei um die Macht ringen, steht in der regierungsnahen griechischsprachigen Xaravgi vom 6.9. Demnach soll Kudret Ozersai und Mustafa Akinci die Partei Völkische Zusammenarbeit (HKP) gegründet haben. Diese Parteigründung wird als Affront empfunden von den sogenannten Sozialdemokraten im Norden (DTP). Akinci war dort vor kurzem noch Mitglied.

Als ein Affront wird im türkischsprachigen Norden auch empfunden, dass in Mari (Tatlisu), dem Dorf, wo vor über knapp einem Jahr eine Explosion von Waffen für Syrien stattfand im griechisprachigen Teil der Insel, eine Kirche auf einem Grundstück gebaut werden wird, welches einem Türkischzyprioten gehören soll, nach Angaben der Kibris vom 6.9. Das sei am 09.07. so von der zuständigen Behörde im Süden beschlossen worden.

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Sie sind hiermit herzlich eingeladen, mal die Webseite www.wb-second-chance-publications.eu kurz zu besuchen. Dort klicken Sie dann unten links auf den Link für die Zeitung namens CyprusToday; und dort wiederum auf den zweiten Beitrag mit dem Titel: “Swiss-Style Latvian Banking Hub…”. Dieser Artikel von Aaron Egltis ist vom 30. August 2012 und Folgendes und MEHR kann dort auf Englisch gelesen werden: “Litauische Banken verwalten so viel Geld aus dem Ausland (deponiert) wie niemals zuvor, zumal die zyprischen ökonomischen Wehwehchen reiche Anleger aus der früheren Sowjetunion dazu bringen, sich nach alternativen Off-Shore-Anlagemöglichkeiten für ihr Geld umzusehen.

Seit nicht-europäische Investitionen in Zypern stagnieren, flossen ungefähr 1.2 Millarden $ nach Litauen in der ersten Hälfte des Jahres. Die Deposits von nicht-ansässigen in Litauen belaufen sich derzeit auf 10 Milliarden $. Das ist ungefähr die Hälfte der dortigen Deposits, sagen Marktkenner. Dieser prozentuale Anteil übersteigt den von 43% (der Deposits) in der Schweiz… .

Die Anzahl der Konten in Litauen – ein Ort, der bereits seit den Sovietzeiten ein Zentrum fürs Bankwesen ist – steigen an, seit Zypern ein Hilfepaket von 19 Milliarden $ beantragte; und Kapital flieht geradezu aus Russland, während Proteste gegen Putin in diesen Tagen ablaufen… . Der Finanzminster Andris Vilks sagte am 09.08. 2012 in einem Interview in Riga, der Hauptstadt: ‚Es gibt ziemlich starke Anzeichen, dass das Geld, welches Russland, Zypern und andere Orte verlässt auf dem Weg nach irgendwo in der EU ist”.

 

In der selben Ausgabe der CyprusToday kann in einem weiteren Artikel (Bloomberg Businessweek News) gelesen werden: “Der Vizepräsident der Europäischen Kommission Maros Sefcovic lobte den starken ökonmischen Willen der EU-Mitgliedsstaaten, um ein Abkommen für den mehrjährigen Finanzplan 2014-20 zu finden, welcher die Basis für die jährliche EU-Budgetierung bildet am Ende des Jahres. Aber er lehnte den Vorschlag der zyprischen Präsidentschaft ab, das EU-weite Ausgaben-Niveau zu senken.” Sefcovic ließ Nikosia wissen, dass er der Meinung ist, dass der Lösungsweg in der Krise, der ist, den die Kommission eingeschlagen hat – dass dieser Weg mehr Erfolgsaussichten habe als der von Zypern vorgeschlagene. 15 Staaten sind in der EU offensichtlich seiner Meinung, 8 Staaten sind dagegen. Der Ansatz, vorgeschlagen von der zyprischen EU-Präsidentschaft, bedeutet konkret und in Zahlen ausgedrückt, dass innerhalb der nächsten 7 Jahre im Gegensatz zum Kommissionsvorschlag 114 Milliarden Euro weniger ausgegeben würden. Eu-Kommissar Lewandowski hält dem indes dagegen, dass dann nicht ausreichend genug Geld da sei, um den erwarteten Aufschwung zu stützen.

 

Desweiteren hat Zypern eine Steuerbefreiung für Investitionen erlassen, die das geistige Eigentum von Leuten betreffen, die so genannte IP-Box. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, Zypern zukünftig zu einer Art “Silicon Valley” mutieren zu lassen, schreibt die Sunday Mail vom 02.09.2012. Andreas Neocleous schreibt auch davon, dass die so genannten Trust-Gesetze (Treuhandelsgesellschaftsgesetze), die Anfang dieses Jahres in Kraft traten, Zypern anscheinend wieder “in die Erste Liga” der Trust-Jurisprudenz katapultiert habe, der gestiegenen Attraktivität für Geschäftsleute wegen. Dass Zypern diese Änderungen noch immer nicht klar umsetzt und anstatt diese Sachlage in der Öffentlichkeit diskutiere, schreibt Neocleous, schade dem Lande. Denn wenn in der Gesellschaft für Trust und Grundbesitz-Anwälte Zeitung (STEP), die weltweit vertrieben werde, solch einen Artikel über Zypern verfasst wird, wird das Vertrauen derer in dieser Sparte Tätigen in Zypern erheblich gemindert. Derartige Diskussionen sollten mit mehr Voraussicht geführt werden, findet der Autor.

Zwischenzeitlich werden die Stimmen national und international lauter, die den Russen Putin als neuen Zaren skizzieren und dessen Imperium auch mit Fakten und Zahlen belegen können – entgegen seiner Selbstdarstellungen, die ihm ein bescheidenes Vermögen von 113.000$ attestierten sowie ein klappriges altes Auto von seinem Vater. Putin soll aber über mehrere Yachten verfügen, wo die eine eine Toilettenausstattung zu 75.000$ hat, sowie über 11 wertvollste Armbanduhren, die abwechselnd getragen werden im Schätzwert von 115.000$, 15 Helikopter soll er auch noch besitzen und einen Airbus, 2 Dassault Falcon Jets und einen Ilyusin II-96 Airliner zu um die 18 Millionen$ etc.

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Zwischenzeitlich ist das Doppelbesteuerungsabkommen Sloweniens mit Zypern in Kraft getreten.

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Da hier auf Zypernundmehr-News aus der Gerüchteküche über die Kündigung oder den Weggang des Bankers Sarris von der in Zypern ansässigen Volksbank (Laiki) bereits einige Annahmen, die in der Presse kursierten, weitergegen wurden an Sie, hier eine weitere Spekulation, die am 26.August in der Politis zu lesen war auf Seite 6 unter: “Meinung: Die undurchsichtigen Beziehungen der AKEL mit den Bankern”: Die Entlassung oder das Herausekeln von Herrn Sarris aus der Leitung der Laiki-Bank soll demnach mit den verdeckten Beziehungen von Vgenopulou, dem Präsidenten der Marfin-Laiki-Bank, und Xristofias, dem Präsidenten der Republik Zypern, zu tun haben. Ersterer wird inzwischen als der Hauptverantwortliche für die Fehlinvestition in griechische Wertpapiere und dergleichen ausgemacht, die scheinbar ohne Ansehen der Lage in Griechenland und entgegen der Vorwarnungen von Insidern dennoch gekauft wurden. Versteht sich, dass sich die erstaunte zyprische Öffentlichkeit inzwischen fragt, wieso das so getan wurde und wer da wo sein Süppchen gekocht hat und wann und wie genau?

 

Die irische Ministerin für europäische Angelegenheiten Creighton rät den Zyprern aus eigener schmerzlicher Erfahrung der Iren zu mehr Ehrlichkeit beim Bezwingen der Krise. Das Ausmaß der Krise müsse wirklich erkannt und akzeptiert werden und dann müsse besser gleich sofort der Wirkungsradius und die Freie Hand der Banken und Banker konsequent und zielführend eingeschränkt werden, indem volle Transparenz nicht nur eingefordert, sondern auch durchgesetzt wird ihnen gegenüber – kompromislos.

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Ähnlich erstaunt ist die Öffentlichkeit nicht nur im Norden der Insel darüber, dass ein scheinbar schlauer Fuchs wie der nordzyprische Geschäftsmann Asil Nadir sich angeblich freiwillig zurück nach Großbritannien begab, wo er wegen im großen Stil betriebenen Betruges und Diebstahls gesucht worden war. Er war immerhin bereits 17 Jahre erfolgreich auf der Flucht gewesen und lebte in nicht gerade bescheidenen Verhältnissen auf Zypern im Norden. Zypernundmehr-News hat bereits davon berichtet, dass im Norden davon ausgegangen wird, dass der Süden hinter der relativ hohen Strafe steckt (10 Jahre). Die Außenministerin des Südens befand die Strafe als viel zu gering, die Nadir in London erhielt. Es erscheint etwas misteriös, dass dieser abgezockte Mann davon ausgegangen ist, dass seine durch ihn verursachte Milliarden-Pleite in Großbritannien (Firma Polly Peck), die als eine der größten in der britischen Geschichte gilt, ihn nicht hinter Knast bringt. Irgendwer muss ihn falsch beraten haben, oder ihm falsche Versprechungen gemacht haben, wird gemunkelt. Am Sonntag liefen im Norden Demonstrationen. Man will sich mit Asil Nadir, dem Geldbesorger der Nation sozusagen, solidarisiern. Es war vorgesehen unter anderem zum Ledra Palace und der britischen Vertretung in Nord-Zypern zu marschieren. Dem Protest schlossen sich verschiedene Organisationen an, wie zum Beispiel die Viehzüchter, Zitrusfrüchteanbauer etc.

 

Mindestens ebenso unverständlich für Außenstehende ist, dass die Theaterleute im Norden, die vor kurzem noch im Aufruhr waren wegen Äußerungen des Kulturministers (“wir brauchen hier kein Theater!”), die einen Streik als unausweichlich sahen, nun doch pünktlich zum 03.09.2012 dem einmonatigen Theaterfestival ihr OK gegeben haben. Es wird voraussichtlich nach Plan durchgeführt. Bekannte Theatergruppen aus der Türkei werden ebenfalls erwartet. Das Programm verspricht gute Unterhaltung: das Adana Staatstheater führt heute am 3. zur Eröffnung Murtaza von Orhan Kemal auf, an anderen Terminen spielen zum Beispiel die beiden Theaterstars Haluk Biginer und Zerrin Tekindor in Shakespears Antonius und Cleopatra die Hauptrolle, inszeniert von Kemal Aydogan, Tennesse Williams Glasmenagerie (sırça köşk) wird aufgeführt, das Dostlar Theater bringt unter der Leitung von Genco Erkal “Ich, Bertolt Brecht” auf die Bühne und der eventuelle Höhepunkt des Festivals dürfte manchem “zübük” (ungefähr: Gutgläubigkeit verarschen) sein oder werden, ein Stück von Aziz Nesin, welches vom Ankara Kunst-Theater aufgeführt wird etc.

 

Ein politischer Entscheid aus dem Jahre 1964, der besagt, dass türkischen Zyprioten ein kostenfreier Verbrauch an Elektizität zu gewährleisten sei in der türkisch-griechischsprachigen Stadt im Süden der Insel namens Pyla, soll überarbeitet werden. Dort fallen nämlich Kosten um 1.2 Millionen Euro jährlich an deswegen, beklagt das Elektrizitätswerk Zyperns (EAC).

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Einer Aufführung gleich kommen manchem auch die regelmäßigen Treffen der im Exil lebenden Zyprer vor. Die griechischsprachige Alitheia aus Zypern vom 29.08.2012 schreibt unter dem Titel: “Die Unterschiede bezüglich der Zypernfrage zeigten sich (beim Treffen) mit den Exilzyprern”. In dieser Überschrift ist die Rede vom Unterschied der Handhabung beziehungsweise Ansicht in der Zypernfrage von Regierung und Kirche gemeint. Bekanntlich kommen diese Treffen der Exilzyprer auf Zypern alljährlich mindestens ein Mal zu stande. Die Organisationen der zyprisch-griechischen Exilanten heißen POMAK, PSEKA und NEPOMAK (http://en.sae.gr/?id=12657&o=9&tag=POMAK%20-%20PSEKA) und haben in der Innenpolitik Zyperns durchaus eine wichtige Funktion und einen ziemlich großen Einfluss.

 

Ja, und wir alle glauben es auch, was Pambou Mitidi in ihrem Artikel schreibt in eben der zuvor erwähnten Ausgabe der Politis, nämlich, dass Präsident Xristofias ausgerechnet zum Zeitpunkt dieser Konferenz so erkrankte – “sein persönlicherArzt riet ihm zuhause zu bleiben” -, dass ihn der gute, treue Titos Xristofidis vertreten musste. Dass Abdullah Gül, der Präsident der Republik Türkei so krank ist, dass er das Bett hüten muss dieser Tage, soll hier kurz angefügt sein – er hat es mit den Ohren. Die Feierlichkeiten zum Tag des Sieges in der Türkei wurden, nicht etwa, weil Gül bettlägrig ist, erstmals nicht von vielen Menschen besucht. Die Ränge waren am 30. August 2012 überraschend leer landesweit. Ein neuer Wind scheint in der Türkei zu wehen. Der Kemalismus von einst wird offenbar schleichend verabschiedet. Immerhin, die Holländer nahmen an den Feierlichkeiten teil, um die 400 Jahre bestehenden diplomatischen Beziehungen zur Türkei (plus Osmanisches Reich) ins Gedächtnis zu rufen. Sie hatten 2 Soldaten mit holländischen Flaggen dafür abkommandiert.

 

Der Nachbar der Türkei, die Griechen, die waren jedenfalls auch auf der Konferenz für die Exilanten in Zypern anwesend diesmal. Sie wurden vom stellvertretenden Außenminister, Herrn Konstantinos Tsiaras, vertreten – die Herrn von der zyprischen Ostkirche um Patriarch Xrisostomos waren selbstverständlich sowieso da.

Wie immer wurde in den Reden die Besetzung des Nordens verdammt und der Hellenismus ganz besonders hochgehalten. Und um diesen letzteren zu stärken, scheint man übereingekommen zu sein, dass Zyprer und Griechen sich in der Diaspora gemeinsam vertreten werden zukünftig. Das spart bestimmt Geld und Zeit.

 

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Der ehemalige Ministerpräsident der Türkei Demirel besuchte Nordzypern – steht in der türkischsprachigen nordzyprischen Kibris vom 31.08.2012 – und belobigte die Initiative der dafür zuständigen Behörde, der Hamza Ersan Saner vorsteht, dass dem kürzlich verstorbenen Führer der nordzyprischen Türken Rauf Denktas (kurucu=Retter) ein Denkmal als Grab gesetzt werden soll. Demirel betonte, dass Denktas ein enger Freund gewesen sei seinerseits.

Das Geld für dieses Projekt dürfte gewiss vorhanden sein, wenn nicht darauf geguckt wird, dass der Müll überall herumliegt in den Städten des Nordens und der Zerfall vieler Häuser wie eine Zeitbombe tickt, die Arbeitslosigkeit und herrschende Armut bedenkliche Dimensionen vielerorts und ganz ersichtlich annimmt im Norden, sondern anstatt abends nach 22 Uhr in die Ausgehmeile namens Dereboyu gegangen wird im türkischzyprischen Teil Nikosias, wo die luxeriösen Cafes und Restaurant auf ungefähr einem Kilometer der Jugend der Reichen und Vermögenden und den jung Gebliebenen etwas Zerstreuung darbietet. Dereboyu ist all abendlich und bis in den Morgen gut besucht, knackevoll. Und wie es gewöhnlich auch in Limassol auf der Strandpromenade der Fall ist, zuckelt der Verkehr auch in Dereboyu bedächtig und im Schritttempo ab 23 Uhr – sehen und gesehen werden!

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Im Gegensatz zum Süden der Insel, weiß Prof. Dr Ata Atun in derselben nordzyprischen Tageszeitung namens Kibris zu berichten, dass sich mehr Studenten im Norden als im Süden eingeschrieben hätten. Er führt das darauf zurück, dass im Süden unbedingt alles auf Griechisch unterrichtet werden müsse in Universitäten. Das sei denen im Süden vor kurzem eingefallen, so etwas zu veranlassen. Diese Angabe von Herrn Professor (ata.atun@atun.com) kann hier allerdings ohne weiteres Nachfragen widerlegt werden. Was er behauptet, ist ausgemachter Blödsinn. Zwar werden ausländische Dozenten dazu angehalten, sich eine gewisse Sprachkompetenz im Griechischen anzueignen, doch die Unterrichtssprache ist in vielen Fachbereichen Englisch (hauptsächlich).

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4.000 Euro und etwas mehr Gehalt für einen Mitarbeiter der zyprischen Regierung in Brüssel erregen gerade die Gemüter, schreibt die Kibris vom 31. 08.2012. “Alle Fanatiker sind auf den Beinen” Es könne ja wohl nicht angehen, wird geschrieben, dass das Diplom, welches er an nordzyprischen Universitäten erworben habe, ausreiche, um ihn für derart qualifizierte Arbeit der Republik Zypern in Brüssel anstellen zu können. Die Diplome ausgestellt im Norden seien schließlich nichts wert. Es ginge nicht an, dass eine solche Person in der ständigen Vertretung der Republik Zypern in Brüssel beschäftigt werde. Er wurde am 24. Februar im Bereich “Regierungspolitik” eingestellt.

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Letzten Freitag wurde der Süden der Insel in der heimlichen Hauptstadt Limassol daran erinnert, dass der Nahe Osten und die Türkei doch nicht all zu weit entfernt sind. Eine 16 jährige Türkin hat sich offenbar in einen etwas älteren Kurden verliebt. Ihre Familie scheint aber gegen diese Beziehung zu sein, woraufhin das Mädchen die Flucht ergriffen hat. Als die türkische Familie in einem der Treffpunkte in der Stadt für Kurden auflief, um die Tochter zurückzufordern, kam es zu handfesten Auseinandersetzungen. Anschließend wurde – wohl aus Rache – noch ein Auto in Brand gesetzt. Die Polizei hatte und hat Mühe, den Konflikt einzudämmen. Der Konflikt zwischen Kurden und Türken ist einer, der an vielen Stellen in Europa immer wieder zu Tage tritt in den unterschiedlichsten Facetten – und der zwischen Israelis und Palästinensern auch, wie die Vorfälle in Berlin letztens zeigen.

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Die zyprischen Fußballvereine scheinen ihre Einkaufstour nun endlich beendet zu haben. Wenn man die Sportbeilage der Alitheia liest, könnte allerdings gedacht werden, es gibt keine aus Zypern stämmigen Spieler in der zyprischen Liga. Wenn es richtig erinnert wird, war der zyprische Spitzenverein namens APOEL aus der Champions Liga gegen eine belgische Formation ausgeschieden vor kurzem. Die können sich jetzt aber noch in der Europa Liga bewähren. Ein ähnliches Schicksal ereilte auch den FC Basel, den Bundesligisten Mönchenglattbach und Fenerbahce/Istanbul.

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