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Archive for August 2012

Abend und Morgenland

Viele Wege führen nach Rom”, und einige gar in den Südwesten Deutschlands. Es fällt nicht unbedingt leicht, sich vorstellen zu können aus heutiger Sicht, dass auch schon vor hunderten von Jahren ein einigermaßen reger Kontakt des Abendlandes mit dem Morgenlande bestand. Die Kelten zum Beispiel sind auch in Anatolien bekannt gewesen und wurden dort Galater genannt (verpassen Sie nicht die Keltenausstellung in Stuttgart dieser Tage). Sie haben bestimmt schon von Galatasaray gehört, dem türkischen Erstligisten im Fußball. Inwieweit diese Namensgebung für den Fußballverein dann aber mit den Kelten zu tun hat, müsste doch noch etwas genauer betrachtet werden, da unseres Wissens, sich das Galata im Namen Galatasaray (oder der bekannten Brücke über den Bosporus in Istanbul, Galatköprüsü) von den einstigen griechischen Bewohner Istanbuls stammt, die in der Milchproduktion (griech: gala) tätig waren.

In der Schweiz und Süddeutschland nannte man die Kelten offenbar Helvetier. Und bekanntlich nennen sich die Schweizer auch heute noch Helvetier. “Die Bezeichnung Kelten kommt vom griechischen „keltoi“, das Herodot das erste Mal um 450 vor Christus verwendet. Es heißt so viel wie „die Tapferen“, „die Kühnen (siehe http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/voelker/kelten/index.jsp)“.

Von einer weiteren Verbindung des Abendlandes mit dem Morgenland berichtet Bob de Walt heute:

 

Fern von Zypern, bereise ich dieser Tage den deutschen Harz. Es wird gesagt, dies sei die Kulturlandschaft der Ottonen, der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen. Schon Otto I hatte die wichtigsten Pfalzen gegründet, wie diejenige in Goslar, Magdeburg oder Quedlinburg. Otto II hat das Gebiet seinerzeit siegreich verteidigt und das Reich ostwärts vergrößert und südwärts mit wichtigen Allianzen gesichert. Wer weiß heute noch, dass Otto I das einstige West- und Ostreich verbinden wollte unter Zuhilfenahme einer glanzvollen Heirat?

Seine Brautwerbung, um die byzantinische Prinzessin Anna zur Frau wurde damals aber abschlägig beschieden in Konstantinopel. Dieser Entschluss soll darauf beruht haben, wird gesagt, dass die oströmischen Kaiser in Konstantinopel, die der Ost-Kirche vorstanden, sich dem in Rom residierenden Papst und dem Westkaiser weit überlegen hielten.

Einige Jahre später, nach einem Machtwechsel am Bosporus, traf der Brautwerber dann allerdings auf fruchtbareren Boden. Zwar wurde nicht die Prinzessin Anna mit ihm vermählt, dafür aber deren Cousine, die zwölfjährige Theophanou. Die reiste zu diesem Zwecke nach Rom und ging mit dem siebzehnjährigen Otto II den Bund der Ehe ein.

Otto I, der gewiefte Staatsmann, war zufrieden damit. Er merkte nämlich augenblicklich, dass die Byzantinerin, wie sie genannt wurde, supergescheit war. Und innert kürzester Zeit offenbarte sie auch ihr Talent, und zwar als eine hervorragende Analytikerin der politischen Lage und deren Machtzusammenhänge im damaligen Riesenreich. Der alte Herr wurde von ihren Fähigkeiten nicht enttäuscht. Folgerichtig war sie ihm eine Schwiegertochter, die mit klugem Rat und kluger Tat zur Seite stand. Aufgrund der Ehe mit Otto II war sie eh Mitkaiserin geworden. Sie scheute keine Strapazen. Wie es damals üblich war, zog der Kaiserhof, und somit auch sie, von Pfalz zu Pfalz, von Norden nach Süden und vom Westen nach dem Osten etc. Als ihr Gatte sehr jung in Rom starb, die drei Töchter wurden von Äbtissinnen geschult, wird Theophanou Regentin anstelle des noch kleinen Sohnes Otto III. Mit Fleiß und Geschick vergrößert sie sodann das Reich weiterhin nach Osten und findet einen guten Kompromiss mit Byzanz. Sie bringt das westliche Frankenland (das heutige Frankreich) erneut unter ihre Fittiche in Form einer Allianz und stirbt dann bereits im Jahre 991 mit lediglich 31 Jahren als die einflussreichste und mächtigste Frau im damaligen Kaiserreich.

Mit Otto III, der mit 21 Jahren unverheiratet stirbt, endet die ottonische Kaiserdynastie. Diese hatte das von Karl dem Großen gegründete Karolingerreich, als die so genannte ostfränkische Linie (Konradiner, Lludolfinger) abgelöst.

 

Durch das wunderschöne Harzgebiet, verlief nach dem 2. Weltkrieg die Zonengrenze, der Eiserne Vorhang. Diese Gegend war Jahrhunderte lang ein Bergbaugebiet. Es wurde vor allem Silber gewonnen. Wirtschaftlich hatte es durchaus seine Hochs und Tiefs. Im Mittelalter verlief die Achse der großen Nordsüd- und Ostwestverbindung durch den Harz. Der Handel brachte dieser Region Reichtum seinerzeit. Das lässt sich heute noch an den zahlreichen und schmucken Fachwerkhäusern sehen, die zu besichtigen, wir uns hierher u.a. auf den Weg gemacht hatten. Einige dieser prachtvollen Bauten haben im Krieg schwer gelitten. Viele wurden liebevoll wieder aufgebaut. Heute sind viele Städte im Harz ein beliebtes, touristisches Ziel.”

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Wie zu lesen ist, hat die Schweiz nicht nur fleißige Kopisten von Bankdaten, sondern auch noch Gripe. Nein, es handelt sich hier um keinen Schreib- oder Flüchtigkeitsfehler – beim Projekt Gripe des Schweizer Verteidigungsministeriums indes vielleicht schon. Anscheinend hat diese Art der vorbestimmten totbringenden Grippe, die von Menschenhand angefertigt ist und teuer verkauft wird, aber keine qualitativen Einschränkungen, sagt der Verteidigungsminister der Schweiz, Herr Maurer von der SVP. Das Geld des schweizerischen Steuerzahlers sei gut angelegt. Gripe ist also ein Militärflugbomber der aller modernsten Art anscheinend und ist made in Sweden. Dieses Fluggerät soll die Schweiz vor dem Ansturm feindlicher Truppen bewahren (können).

Glücklicherweise geht es der Schweizer Ökonomie derzeit angeblich gut, und das bemerkenswerter Weise in Κrisenzeiten, so dass Gripen sich geleistet werden kann und das schweizerische “Stimmvolk” wahrscheinlich nicht dagegen angehen wird. Den Deutschen und anderen geht es in diesen kritischen Zeiten auch finanziell gut – und die werden bekanntlich nicht als Rosinenpicker bezeichnet. Das sollte vielleicht global besehen abgeändert werden, könnten einige geneigt sein, hier zu denken. Nun, irgendwo muss sich das Leid woanders in der Welt schließlich wertvoll ausbezahlen, werden wiederum all diejenigen gewiss denken, die zu wissen glauben, dass in unserer Welt das Yin und Yang Prinzip aus der chinesischen Medizin regiert – und danach kommen dann erst die Staaten der Chinesen, Amis, Russen, Briten und der Deutschen etc. dran.

Technologie made in Switzerland, sei kurz noch bemerkt, geistert ’selbstverständlich‘ dennoch im Bürgerkrieg von Syrien und andernorts durch Wohnhauswände und Kinderstuben – trotz der zuvor aufgezählten Bürger und ihrer Staaten. Mit dieser zivilisatorischen Großtat sind die Schweizer aber noch nicht an der Spitze der ‚Kulturschaffenden‘ in dieser Sparte der Ökonomie angekommen. Der große Bruder im Norden ist da wesentlich präsenter.

Die Piratenpartei Deutschlands hatte jedenfalls schon mal so viel Präsenz auf gesellschaftlicher Ebene oder so vor kurzem eingebracht, um den Datenkauf schweizerischer Bankkunden aus Deutschland von Bundesländern Deutschlands zur Anzeige zu bringen. Dem hat sich nun ein Anwalt aus Genf in der Schweiz angeschlossen. Es stinkt jetzt scheinbar wirklich nach größeren Zerwürfnissen und viel Rechtsstreit zwischen der BRD und der Schweiz in dieser und wahrscheinlich noch ganz anderen Angelegenheiten, die sich da wohl noch so ganz nebenbei ergeben dürften.

Wie hier in Zypernundmehr-News bereits berichtet wurde im letzten Kommentar (“Übers anstehende zyprische Glück”) zur Lage im östlichen Mittelmeer, deuten viele Anzeichen darauf hin, wurde geschrieben, dass Syrien lediglich ein Zwischenschritt ist auf dem Weg, Iran und seine wirkliche oder angebliche Produktion der Atombombe zu stoppen von Seiten der westlichen Welt. Konsequenterweise, weil die Iraner ja nicht völlig auf den Kopf gefallen sind und halt auch eine Art Märtyrerkult geradezu pflegen und haben – das sollten die Herrn und Frauen Politberater ihren Auftraggebern mal vorgetragen haben –, verwundert der Bericht heute in der Basler Zeitung nicht, dass iranische Kämpfer ganz offiziell von Teheran in den Bürgerkrieg von Syrien versendet werden. Iran hat wenig zu verlieren vor dem Hintergrund, dass nach Syrien eben der Iran dran kommen dürfte. Diese Lage verkompliziert den Stellvertreterkrieg in Syrien lediglich aus humanitärer Sicht. Die Einkünfte im Waffenhandel und der Waffenproduktion andernorts wie im relativ sauberen, feinen Norden Europas dürften dahingegen nun endgültig für einige Zeit gesichert sein und die Konjunktur, nach der ja so gern geschielt wird, beleben – dem Krieg woanders auf der Welt sei dank. Wenn nun als eine der angeblichen Lösung des Problems mit der Flugverbotszone angekommen wird, dann grenzt das schon eher an Zynismus. Diese Zone hätte nämlich schon längst errichtet werden müssen. Wird sie jetzt errichtet, dürfte sie ziemlich sicher eher eine andere oder weitere Funktion erhalten, die einer solchen Zone eigentlich nicht zu Gesicht steht: die Frontmarkierung, der Ort der vorläufigen Haupt-Auseinandersetzung.

Da muss sich jeder, der auf Zypern lebt und mit ansieht, wie die so genannte “Greenline” immer mehr kommerzialisiert wird, nicht unbedingt drüber freuen. Denn das bedeutet auch, dass gewisse Interessengruppen sich dort breitmachen. Und bekanntlich ist die Greenline-Zone auf Zypern vom Platz her begrenzt. Das heißt, an einem ’schönen‘ Tag könnte es durchaus mal wieder passieren, dass gewisse Interessen aufeinanderrumpeln, wegen der Gier oder weil es ums Prinzip geht, zum Beispiel, dass nur Weiß und nicht Schwarz als Ideologie akzeptabel sein soll oder oder.

Nun, Schlaumeier gibt es bekanntlich immer mehr auf der Welt und Kritiker sowieso. Ellenis Theoxarus ist eine der letzteren und schreibt in der Politis vom 25. August, dass Xristofias und seine Regierungsmannschaft einen Scherbenhaufen hinterlassen werden. Sie seien es aber gewesen, die keine Maßnahmen gegen die aufkommende Krise ergriffen hätten. So hätten sie zwar die Troika um Hilfe angefragt, ohne vorher aber die Banken zu stärken. Denn schließlich seien die Fehlbeträge in den Banken aufgrund der betriebenen Politik entstanden. Doch das rechtzeitig zu ändern, sei die Regierung zu “feige” gewesen. Sie wollte die “politischen Kosten” dafür nicht tragen. Jetzt dürfte der “einfache Bürger tief in seine Tasche greifen” und die Regierung ziehe sich demnächst aus der Affäre und überließe all die Verantwortung dafür der Folgeregierung, die sie dann später in der Opposition sitzend angreifen würde, für das, was selbst nicht getan worden ist. Die AKEL-Regierungspartei der Republik Zypern wird dieses Gift so zu streuen wissen, schreibt Theoxarus, dass es wieder mal heißen wird: bist du für oder gegen die Auflagen der Troika?

Im Schwarz-Weiß-Malen seien die Zyprer Meister, schreibt in der gleichen Ausgabe der Politis Doinisi Dionisu mit dem Titel: “Der wirkliche Wert der Grautöne”. Dionisu beklagt in seinem Artikel recht anschaulich, dass die, die Politik in Zypern betreiben, vorrangig daran interessiert seien, ihre Position durchzubeißen, koste es, was es wolle. Nichts neben sich bestehen lassen, sei die Maxime. Das, was man als die Wahrheit verkaufe, verträgt nämlich keine Gegenwahrheit. Der Kompromiss zum Wohle Aller sei noch etwas Unbekanntes auf der Insel, und vor allem bei denen, die in Parteien organisiert Regierungen führen. Bei denen gälte, etwas ist entweder Schwarz oder Weiß, aber Grau möglichst niemals.

Das erinnert durchaus an die etwas lustige Aufforderung der Behörden im Südwesten Deutschlands neuerdings, dass abgelehnte Asylbewerber doch bitte sehr das Land verlassen sollen. Sie seien zwar weiterhin geduldet, aber halt doch: gehen Sie jetzt bitte, wir wollen hier klaren Tisch! Erinnert vielleicht auch etwas an Zimbabwe, wo Weiße, die über Generationen als Großgrundbesitzer sich breit gemacht haben und breit machen, also dort leben, aufgefordert werden zu gehen oder sogar ihren Besitz aufgeben müssen. Das ist eigentlich schon fast so, wie das angeblich vorhandene Recht auf Unversehrtheit, aber beschnitten werden Jungs aus religiösen Gründen nun halt doch weiterhin in Deutschland und der Schweiz – und sei es wie gehabt, ohne örtliche Betäubung. Es ist beinahe wie bei einer Inselrepublik namens Zypern, die einen Teil ihrer selbst nicht anerkennt, nämlich Nordzypern, und dann bei selbstverschuldeter Energieknappheit Energie aus der nichtanerkannten Inselhälfte bezieht und dafür bezahlt. Letztlich ist es ungefähr so, wie bei dem Rechtsstaat namens BRD, wo Teile davon (Nordrheinwestphalen) gestohlene Daten-CDs scheinbar rechtsmäßig erwerben, um dann Steuersünder dingbar zu machen.

Was bleibt? Demnächst und das ziemlich verlässlich, denn es gibt noch Wetterverlässlichkeit, ein klares Grau-in-Grau über unseren Köpfen, wahrscheinlich einen Winter lang und länger. Keine Ahnung, ob Weiß im Politischen oder so nicht doch besser für uns wäre oder Schwarz? Was aber immer mehr in den Vordergrund rückt, ist die Gewisssheit darüber, dass Mensch besser heute, anstatt morgen, seine kläglich funktionierende Denkmaschine dafür benutzt, dasjenige, in dem er lebt, so zu gestalten, dass es demselben gut zu gehen scheint – und sich dann darin entsprechend gebährt und organisiert über die so genannten Artgrenzen hinaus.

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Gefährdet

Wer dieser Tage zyprische Nachrichten verfolgt, wird nicht darum herumkommen, von den Kartoffeln eingeführt aus dem Norden der Insel zu hören oder zu lesen. Die hiesigen Bauern des Südens haben bereits – bislang noch friedlich – kurzzeitig einen Autobahnabschnitt mit Traktoren lahmgelegt aus Protest. Sie fordern, dass der legale Transfer dieser Ware aus dem Norden in den Süden – der Norden wird offiziell eigentlich gar nicht anerkannt – beendet werde von der Regierung der Republik Zypern, und zwar umgehend. Denn die Nord-Kartoffel könnte dem guten Ruf der Süd-Kartoffel schaden. Erstere würde nämlich unter in der EU nicht zulässigen Bedingungen mit entsprechenden Hilfsmitteln angebaut. Ja, die Volksgesundheit sei gefährdet!

Ähnlich gelagert ist die Forderung, die illegal betriebene Einfuhr von Viehfutter aus dem Norden der Insel zu unterbinden. Wie in einem Radiointerview auf dem Kanal Astra 92,8 mit der dafür zuständigen Polizeibehörde Zyperns vernommen werden konnte, sind bei diesem Vergehen auch Polizisten aus dem Süden involviert. Nähere Angaben darüber wollte der Befragte zu diesem Zeitpunkt nicht abgeben. Inzwischen ist der Streik allerdings nicht mehr so friedlich, der nun vor dem Präsidentenpalast in Nikosia stattfindet. Die streikenden Bauern haben gleich einige Schafe mitgebracht, die sie drohen, dort zu lassen, weil sie sie angeblich eh nicht mehr ernähren könnten. Hinzukommt, dass gestern als eine Ministerin ins Präsidialamt wollte, in eine bedrängliche Lage kam in ihrem Auto eingekreist von bulligen, dickbäuchigen Bauern. Einem Streikenden wurde der Kopf dabei blutig geschlagen von einem Polizisten. Bekanntlich sind Schläge auf den Kopf gefährlich. Dieser Fall wird wohl auch noch zur Sprache kommen an geeigneter Stelle demnächst. Des Weiteren wird geprüft werden, ob gegen einige streikende Viehzüchter Anklage erhoben wird, und zwar wegen Tiermisshandlung. Denn die Schafe vor dem Präsidialamt hatten und haben, wie im Fernsehen zu sehen ist, eine ziemlich stressige Zeit und einige liefen verstört in der Menschenmenge der Streikenden.

Gefährdet sind die Insulaner allerdings auch noch aus einem anderen Grunde. In einer britischen Tageszeitung war letztens die Rede davon, wie die regierungsnahe Haravgi der Republik Zypern mit dem Titel auf der Frontseite schreibt: “Spionage auf Kosten des Volkes!”, dass Großbritannien mal wieder unter Beweis stelle, dass es das “Krebsgeschwür” der Insel ist. Den Briten wird von der Xristofias-Regierung nicht abgenommen, lediglich humanitäre Hilfe von ihren auf Zypern befindlichen Militärbasen an die Aufständischen in Syrien zu leisten. Es wird wohl nicht ganz zu unrecht befürchtet, dass diese Aktivitäten der Briten, die größtenteils über die und mit der Türkei laufen, die eine oder andere Racheaktion nach sich ziehen könnte – letztlich den Krieg in Syrien bis auf Zypern ausweiten.

Was wahrscheinlich auch nicht so ohne Weiteres eingedämmt werden kann, scheint der Streit um den Halloumi-Käse zu sein. Irgendwie gelingt es Nikosia nicht, dieses Produkt und seinen Namen, gegenüber dem mehr oder minder gleichen Produkt aus dem Norden, zu sichern. Soviel hier davon verstanden wurde, stinkt die Angelegenheit auch gehörig nach Eigentor. Denn Halloumi war mal ausschließlich aus Ziegen- und/oder Schafsmilch gefertigt worden. Dann irgendwann kam jemand ganz Schlaues auf die Idee, festlegen zu lassen, dass ein Halloumi, dem 49% Kuhmilch beigemengt wurde, immer noch ein Halloumi sei. Offensichtlich ist die Behörde, bei der Patente angemeldet und registriert werden, auch aus diesem Grund irritiert – doch nicht nur!

Zu erheblichen Irritationen muss die Rüge der EU bezüglich der Mängel bei der Abfallbeseitigung der Zyprioten der Republik Zypern geführt haben. Nicht anders ist zu erklären, dass neuerdings im Nachmittagsprogramm hoch interessante Diskussionsrunden zum Thema Umweltschutz vermehrt laufen auf RIK 1, anstatt Soaps und anderem Getratsche. Vorgestern war unter anderem Thema die erfolgte Besiedlung von ausgetrockneten Flussbecken, die aber halt doch zunehmend zu einem Gefahrenherd bei stärker werdenden Regenergüssen im Winter, Herbst und Frühling werden für die Bewohner solcher Bauten – Mann und Maus drohen öfters als früher unter zu gehen. “Wie konnte so etwas genehmigt werden?”, fragt die Moderatorin Vivian Kanari den amtierenden Bürgermeister von Larnaka. In Larnaka scheinen die begangenen Bausünden offenbar am Gravierendsten zu sein im Lande.

Und dann, man glaubt es kaum, die Photovoltaik wurde hierzulande offenbar wiederentdeckt als sogenannter Lösungsweg für Energieengpässe, die demnächst mal wieder anstehen dürften. Das dafür zuständige Ministerium lässt daher an genau 125 Objekten wissenschaftlich prüfen, ob so etwas denn Sinn mache für auf die Insel. Keine Ahnung, wehrte Leser, welche eventuell langwierigen und kostenaufwendigen Nützlichkeitsstudien da noch betrieben werden müssen? “Für die Familie mit geringem Einkommen!”, meinte der zuständige Minister, und es klang, mit Verlaub, so geheuchelt, wie wenn als gesagt wird: “für unsere Kinder, für die Generationen danach!”

Ähnlich wenig überzeugend und hinter dem Von-sich-Gegebenem-nicht-stehend klingt das Hütchen-verdeck-Spielchen um den chinesischen Investoren für das Areal am alten Flughafen von Larnaka, wie auch das Jammern in oder um die Bankenkrise und das Gerede um triple Five, der die Cyprus Air vielleicht doch wieder kaufen will. Die Politis schreibt des Weiteren vor ein paar Tagen, dass der ehemalige Leiter der Volksbank, Sarris, (siehe Artikel vor diesem auf Zypernundmehr-News) vor allem aus dieser Bank und seiner Position darin herausgeekelt worden sei, weil er sich geweigert habe, einen der Top-Fußball-Clubs der Insel – erneut – mit einem Kredit zu unterstützen.

Für die nächsten paar Tage darf nochmals mit einem Anstieg der Sommerhitze gerechnet werden, wie für die Türkei in der Wettervorhersage  vorhergesagt wurde und auf Zypern inzwischen zu spüren ist. Das hielt Alexander Downer, der bei der UN die Angelegenheit mit den Verhandlungen zwischen dem Norden und dem Süden Zyperns führt und übersieht, leider nicht davon ab, seine Tour mal wieder aufzunehmen, um die ins stocken geratenen Verhandlungen anzukurbeln – von irgendwas muss er und andere wohl seine Existenzberechtigung beziehen. Politik ist eben auch Kunst. Und Kunst muss nicht immer Sinn machen, sonst wäre sie wohl per Definition, oder so, gefährdet.

Apropos gefährdet. Unter dem Zeichen der NATO, schreibt die griechischsprachige Politis aus Zypern von gestern, ist ein türkisches Kriegsschiff ausgelaufen und befindet sich anscheinend bereits südlich von Pafos im offenen Meer. Es geht darum, sich in Sachen Syrien in Stellung zu bringen.

Hinter geschlossenen Knasttüren, anstatt im Meer der Öffentlichkeit, wo er sich gern in Glamour und Luxus zeigte, wird ein im Norden hoch angesehener Business-man für 10 Jahre sitzen. Sein Name ist Asil Nadir. Angeblich hat er dem Norden seiner Zeit – also bereit kurz nach 1974 – einen ersten und entscheidend wichtigen ökonomischen Aufschwung verschafft mit seinen Geschäftsaktivitäten, schreibt Ahmet Tolgay in der Kibris von heute. Danach hat Nadir offenbar die Gier zu sehr gepackt. Tolgay findet in seiner Kolumne, dass Nadir unschuldig sei, was sein freiwilliges sich den Britischen-Behörden-Stellen gezeigt habe vor knapp 2 Jahren – ein “Ritter!”, sei er.

Akay Cemal schreibt in der Kibris von heute, dass Nadir derjenige unter den türkischen Zyprern gewesen ist, der als erster den griechischen Zyprern klar machte, dass die türkischen Zyprer nicht ihre Handlanger lediglich sind oder Menschen zweiter Klasse, Dienstboten. Nadir soll es gewesen sein, der mit großen Investitionen im Norden die herrschende Elite im Süden gegen sich aufbrachte. Die seien es letztlich auch, die über die Jahre seine jetzige Verhaftung organisiert hätten. Der kürzlich verstorbene Präsident des Nordens, Rauf Denktas, nannte Asil Nadir mal seinen “ökonomischen General!” Tolgay findet, Nadir hätte nicht nach Großbritannien gehen sollen, um sich den Behörden zu stellen.

Vielleicht hätte er in die Politik gehen sollen. Als Politiker wäre seine Freiheit wahrscheinlich nicht so gefährdet gewesen, wie sie es offenbar als Geschäftsmann war. 

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Ja, der Sommer ist in der Regel die Jahreszeit, wo Menschlein denkt: ach, wie ist das Leben so schön! Wie Sie sich denken können, gibt es gewiss irgendwo auf der Welt auch Regionen, wo über den Sommer gestöhnt wird oder wo andauernd und immer wieder sonderbar negativ empfundene Dinge passieren. Wären wir im digitalen Chat-Raum miteinander, würde ich fragen, wollen Sie die gute oder die schlechte Nachricht zuerst? Nun, Zypernundmehr-News hat sich entschlossen, Ihnen Etwas aus der gestrigen (19.08.12) griechischsprachigen Politis-Tageszeitung Zyperns näher zu bringen – und das durchaus auch im obigen Bezug.

 

 

Dass die DISI und die DIKO Parteien der Republik Zypern, gerade übereingekommen sind, nach den Wahlen gemeinsame Sache zu machen, und dass Herr Anastasiadis (DISI) der neue Präsident der Republik werden soll, überrascht nicht sonderlich und kann hier weder als gut oder schlecht eingestuft werden. Das tut weiter unten, wie Sie sehen werden, wenn überhaupt, dann jemand Anders. Xristofias, der jetzige Präsident der Republik, ließ ja bereits wissen, dass er die Präsidentschaft nicht mehr antreten werde. Die beiden Parteien beschlossen also, den sogenannten Endiamesou Chorou, welches der Raum dazwischen, also der so genannte Totesstreifen ist, solle besser verwaltet und geführt werden als bislang. Verwunderlich ist eh, dass am Übergang in der Nähe des Goethe Instituts von Nikosia, welches bereits in dieser Zone liegt, schon seit Längerem intensive bauliche Maßnahmen zu beobachten sind, ja, sogar ein Luxus-Restaurant – offenbar für die Krisengeschüttelten – wird dort aufwendig mit Disko oder dergleichen nebenan betrieben. Des Weiteren sind sich DISI und DIKO offenbar bereits darüber im Klaren, dass der Annanplan nicht wieder auf den Tisch gehört zukünftig – angeblich kein einziges Detail daraus. Sollte diese Koalition also wirklich an die Regierung im Februar 2013 kommen, könnte das Geld für Verhandlungen mit dem Norden bereits woanders verbucht werden und die Tinte für unnötige Artikel in Zeitungen darüber gespart. Es stimmt aber: Worte sind nun mal Worte und Taten manchmal auch Taten. Wir werden also sehen, welche Kröten die neuen Hardliner, demnächst eventuell an der Macht auf der griechischsprachigen Inselseite, dennoch schlucken werden. Man hat ja schon die schillernsten Kehrtwenden gesehen auf dem politischen Bankett. Wie dem auch sei, eine Sillogikotita, also Kollektivität, d.h. vereintes Handeln, wurde von DISI und DIKO beschlossen, wahrscheinlich mit den uns inzwischen vertrauten ernsten Mienen der Vorsitzenden, die bei so rührenden Worten eingenommen werden. Was noch besprochen werden müsse, steht geschrieben, seien die kleinen Details beim Koellieren. Das bezieht sich auf die Rolle des Mannes neben Anastasiadis, Mario Karogiannis von der DIKO. Xristos Georgios schreibt des Weiteren auf Seite 3, dass die Beschlüsse, die getroffen wurden auf dem Treffen der DISI/DIKO bereits rechtskräftig (teliodiko) seien. Auffallend ist, dass an den Verhandlungstischen meist keine Frauen sitzen und wenn, dann gerade mal eine oder so.

Andros Mixalidis erinnert auf Seite 4 daran, dass doch immerhin – und das im Sommer – Paulo Kontidis eine Silbermedaille in London bei der Olympiade gewonnen hat, was ihm ja auch einen Orden persönlich verabreicht vom Präsidenten der Republik eingebracht hat. Doch seien zum einen im Sommer das stets wiederkehrende Gedenken an die Toten 1974 und die bislang nicht identifizierten Toten in den Zeitungen anzutreffen (Bekanntlich haben die Auseinandersetzung 1974 mit der Türkei um den Norden der Insel im Monat Juli angefangen). Mixalidis fällt hier angekommen wehmütig der Klang der Zikaden unmittelbar vor dem Haus ein, aus dem er vertrieben worden ist samt Familie. Er erinnert den “Verrat” des Staatsstreichs (praksikopima) gegen Makarios II, wie auch die Auflösung der Armee 74, den Einmarsch der türkischen Truppen und den Krieg – “falls es Krieg war”. Jeden Sommer denkt er aufs Neue, dass die Türken geradezu auf die Beklopptheit der griechischen Zyprer damals gelauert hatten (kärofilaktusan). Doch damit nicht genug. Das Unheil suchte am 14.8.2005 die Insulaner erneut auf, als die Helios-Maschine abstürzte. Noch immer sei in dieser Angelegenheit den zahlreichen Hinterbliebenen keine Gerechtigkeit widerfahren. Die Frage, warum es zu diesem Unfall gekommen ist, stehe noch immer unbeantwortet im Raume. Und dann passierte erneut in einem Sommer, und zwar verübt von den Nordzyprern, “wüste” Morde an Solomos Solomo und Tasos Isaak, und zwar am 11.08.96. Diese Morde in Derinia hatten jedwede Grenze überschritten. Der Autor schreibt, die beiden Getöten wollten doch lediglich “Freiheit” und ihr “Vaterland”. Sie können eventuell noch erinnern, wehrte Leser, dass die Beiden in den Bereich des Nordens eingedrungen waren, ich glaube um die griechisch zyprische Fahne zu hissen oder aber die nordzyprische oder die türkische oder beide runterzuholen – was in dieser Richtung.
Der Autor Andreas Mixalidis vergisst dann aber doch nicht die Explosion in Mari vom 11.07.2011 zu erwähnen, wo 13 Menschen starben. Der Verlust sei unermesslich hoch gewesen, auch, da die Energieversorgung plötzlich knapp geworden war. Mixalidis beklagt, dass die Regierung damals im Vorfeld eine Inspektion des für Syrien gelagerten explosiven Materials verweigert hatte, eine Inspektion, welche der Sicherheitsrat Nikosia angeboten hatte. Er schreibt: “Wir verwechselten die großen Mächte (EU, USA) und wählten anstatt, ein Spielchen mit dem Iran, Syrien und Venezuela zu machen, mühten uns gar einige Loorbeeren von Fidel Castros zu erhalten und Che Guevara. Und jetzt – wieder im Juli – suchen wir den Beistand (sindromi) der Troika, die unserer Anfrage internationales Wissen beifügt, zumal wir unsere Ökonomie zerstört haben”.

Auch Dionisis Dionisi kennt die Tücken des Sommers, die er auch etwas beklagt. Doch im Gegensatz zu Mixalidis oder Georgios hat er mindestens einen Lösungsversuch anzubieten. Er findet, es müsse vor dem Hintergrund der mangelnden Auswahl an fähigen Politikern und Parteien auf Zypern eine neue Partei gegründet werden. Und er zählt auch gleich auf, welche Charakteristika der bestehenden Parteien und Parteiensystem nicht übernommen werden dürften:
“a) Wir – die neu gegründete Partei – setzten grundsätzliche Änderungen um, die die Würde wieder herstellten. Das würde in 5 Jahren durchführbar sein. Die Krise würden wir überwinden. Bis dorthin würde es nicht nur Einstellungen geben, sondern auch Kündigungen, so um die 20.000.
b) In unser Parteibüro würden wir keinen Staatsangestellten akzeptieren, der oder die eine Beförderung will auf die Indirekte, nur damit er uns wählt
c) Zu uns würde nicht gekommen werden, um anzufragen, ob der Sohn nicht doch zur Probe eingestellt werden könne, denn der müsste vorerst eine Befähigung dazu oder dafür nachweisen
d) Uns würde man nicht nach Stütze für die Baukosten auf dem Acker angehen; uns würde niemand nach vertrauenswürdigen Staatsangestellten fragen; uns würde niemand nach Wegen fragen, wie an Informationen der Agenturen gelangt werden kann; niemand würde wagen, eine Art Vorschuss zu verlangen, damit die Tochter die Prüfungen zur Aufnahme zur Polizei besteht und dort aufgenommen wird, weil wir glauben an einen gerechten Staat
e) Zuletzt, wenn Sie Großarbeitsgeber wären, dann nähmen Sie besser ihren dicken Check an sich, den Sie unserer Partei geben wollten, und würden ihn besser dorthin bringen, wo Sie wissen, dass er hingehört. Wir würden ihnen nicht erlauben, Ungesetzlichkeiten mit unserer Hilfe zu machen, die sie verlangen – wir wären eine Partei der Prinzipien.”
Der Autor schreibt im Anschluss, er wisse, dass wir nicht auf dem Mars leben und die Zyprioten keine Marsmenschen seien und deswegen eine solche neue Partei eher außerirdischen Realitäten entspricht.

Eroglu, steht auf Seite 8 geschrieben, soll 2015 wieder als Präsident Nordzyperns zur Wahl stehen. Der Herr ist inzwischen 74 Jahre alt. Es werde von der nordzyprischen Regierung darauf hingearbeitet, schreibt Vangeli Vaselis, dass Nordzypern in der Organisation Islamischer Staaten unterkomme als Vollmitglied. Dann könne der Weg zur Anerkennung des Nordens als rechtmäßiger Staat durch die Hintertür eher eingeleitet werden. Die Erfolgsaussichten dafür scheinen nicht schlecht zu stehen. Vaselis schreibt des Weiteren, es werde beabsichtigt, das Wahlgesetz des Nordens zu ändern und daher auch, doch nicht nur, die Verfassung. Anscheinend scheinen sich die Spannungen zwischen Erdogan und Eroglu gelegt zu haben, schreibt Vaselis.

Giagos Mikelidis schließlich jammert auf Seite 11 derart schrecklich ergreifend über den Sommer und seine seltsamen Auswüchse für die Zyprioten auf der griechischen Seite, dass ich Ihnen, verehrte Leser, den schönen Tag damit nicht tränenverhängen will.
Im Teil der Zeitung, nämlich auf Seite 13, der mit Kulisse (paraskinio) überschrieben ist, lauert dann doch noch etwas frohe Botschaft für den Anfang der Woche und, versteht sich, für Sie, wehrte Leser. Denn, wie zu lesen ist, sucht die Xristofias-Regierung noch immer nach Wegen, das Memorandum in Sachen Hilfe aus der EU-Kasse zu umgehen. Anscheinend konnte man es bereits derart einrichten, dass ziemlich klar zu sein scheint, dass die finanziellen Reserven der Republik noch bis in den Oktober reichen, folglich nicht sofort unter den Hilfsschirm gekrochen werden muss. Und, welch glückliche Botschaft, ein Ausweg für nach Oktober scheint auch schon gefunden worden zu sein. Vornehm und taktvoll wie die zyprische Regierung ’nun mal ist‘, hat sie diesen Ausweg als Instrument aber noch nicht angesetzt. Da davon inzwischen in den Zeitungen geschrieben wird, wie Sie sehen, wird Brüssel und der Troika also schon mal gezeigt, wo der Hammer hängt – nämlich in der Verfahrensweise.
Das bedeutet genauer, dass nicht vergessen werden darf, dass Zypern derzeit die EU-Präsidentschaft inne hat. Daraus erwachsen gewisse Rechte. Diese Rechte wird Xristofias dann wohl genötigt sein in Anspruch zu nehmen, wenn es in den Kassen der Insel zu klamm wird. Zwar könnte dieses verhasste Memorandum der Troika eventuell mit der Opposition zusammen unterschrieben werden. Doch das wollen die Akelisten unter Xristofias eingentlich lieber vermeiden – weil eine Unterschrift ist nun mal eine Unterschrift, auch wenn sie gemeinsam mit anderen geleistet wird. Viel schöner wäre bis zu den Wahlen im Februar 2013 die Angelegenheit mit der Unterschrift herauszuzögern, damit dann die neue Regierung alleine schrecklich unakzeptable Forderungen unterschreibt – gegen die sich dann auch wunderbar opponieren und polemisieren ließe. Es könnte also von Nikosia, dem derzeitigen EU-Präsidenten, eine Initiative unternommen werden, um hauptsächlich eine Unterstüzung der Banken europaweit zu erreichen, ohne aber den Schuldenberg der Euro-Staaten zu erhöhen. Wenn Xristofias das gelänge, steht geschrieben, würden ihm die Italiener, Spanier und Griechen zu Füßen liegen und auch im Inneren der Republik Zyperns würde sein Ansehen wieder steigen. “Dimitris Xristofias hat eine große europäische Chance (Dimitris Doktrin), die EU-Präsidentschaft Zyperns in Ehren zu beenden!”

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Islamismus Türkei

Heute ist Maria Himmelfahrt. Das ist in der Republik Zypern ein Feiertag, wo die Mehrheit der Bevölkerung christlich-orthodoxen Glaubens ist. Es ist einer der wichtigsten Feiertage im Jahr, also so wichtig wie Weihnachten und so.

Gestern war für die Muslime der wichtigste Tag im Ramadan: die Nacht, in der der Prophet Muhammad die Offenbarung erstmals erhalten haben soll. Auf Türkisch spricht man von der kadir gecesi.

 

Gestern war ich in Gazi Magusa gewesen, eine Stadt im Norden Zyperns am Meer mit Hafen, welche auch Famagusta oder auf Griechisch Ammoxostos genannt wird. Habe mir dort erlaubt, in einem menschenleeren Cafe abends um 22 Uhr diesen Artikel aus der türkischen Zaman mitzunehmen, der von Naci Bostanci geschrieben wurde und am 13.08.2012 in der Zaman-Tageszeitung erschien, und zwar der zweite Teil ist das namens: “Islam, Islamismus, Politik.”

 

… Wichtig ist zu verstehen, wie die Islamismusdiskussion ausgetragen wird, in welchen Gesellschaftsschichten, auf welchen sozialen Geschichten diese Diskussion basiert – all das ist wichtig. Das Diskutierte hier bei Seite lassend zu diskutieren um dann Sinn aus der Angelegenheit zu machen, ist nicht leicht. In naher Zukunft wird in der Türkei der Islamismus jedenfalls noch mehr in der Literatur Einzug halten, was mit der pekunären Armut auf dem Lande zusammenhängt. Andererseits, wer sind die, die den Islamismus-Namen für sich beanspruchen? Der freie Gedanke, eine unabhängige, zivile Islamismusdiskussion zu führen, ist nicht allein Sache der Intellektuellen. Es muss sich dazu nämlich die sozio-politische Konstellation in einem Lande vor Augen geführt werden. Was die Türkei angeht, sind, wie in anderen islamischen Ländern, grob 2 Bereiche innerhalb der Intelligenzia anzutreffen: Eine vom Staat unterlaufene oder mitgeführte Verlagslandschaft, die aber relativ unabhängig vom Staat operiert in Universitäten. Das Ding daran ist, dass nicht erwartet werden kann, dass diejenigen in diesem Beruf tätig sind, freie Ideen produzieren, zumal die bürokratische Struktur, in dem das geschieht, selbiges nicht zulässt. Diejenigen, die im Verlagswesen arbeiten, haben sich dem Alltag anzunähern, sich der Sprache des Volkes zu nähern, sie unterliegen mehr oder minder zwangsweise einer gewissen Popularisierung ihres Schaffens. Das Handicap der Unis ist zudem, … , mit Schwierigkeiten konfrontiert, die in die Hände genommen gehören. Eigentlich vergrößert sich der Kreis der Leserschaft der freischaffenden Intellektuellen zusehends im Lande. Das hat damit zu tun, dass immer mehr Menschen Lesen und Schreiben können, mit der Modernität hat es auch zu tun, sowie der gegenwärtigen Entwicklung, dass die Leute nicht mehr ums Überleben ringen und sich zum Überleben vermehrt der Kultur bedienen, und die Ästhetik wie auch die Philosophie aufsuchen. Genau all das ist also der Ort, wo sich der Islamismus neuerfindet und meiner Meinung nach ist das der Rahmen, in dem die Zukunft der Türkei liegt. Diese Angelegenheit in einer Analyse festzuhalten, die Normen und Ergebnisse derselben, wird aber immer unzureichend ausfallen.

 

… Der ziemlich ausgeprägte Kontakt zum politischen Islamismus der AKP wurde nicht von derselben, sondern bereits 1994 von der Refah Partei unterbrochen (wenn man die Sache vom heutigen Standpunkt betrachtet). Seit jenen Tagen versucht die Milli Görüs ihre Wiederkehr ins politische Leben. Wer den Wahlerfolg der Refah Patrei 95 analysiert, wird Verschiedenem gewahr, nämlich, dass sie kein islamistisches, sondern ein laizistisches und sekuläres Parteikonstrukt aufweist. Das zeigen auch ihre Organisiertheit und die Parteiprogramme und Zeitschriften. Islamismus, kann gesagt werden, stammt aus dem gleichen Futter historisch besehen wie der Sozialismus und der Nationalismus. Letztere spalteten sich ab. Und der Islamismus hat sodann seinen eigenen Entwurf einer homogenen Gesellschaft erschaffen und in seiner Formel für die Politik eines Staates Gerechtigkeit und dass dieser Staat dem Bürger zu Dienste ist entwickelt. Letztlich, dass dieser Staat ein freier ist, der in der modernen Zeit sich anhand eigener Dynamik entwickelt. Das ist es, was als ziviler Islam angedacht war.

Doch dieses Politikverständnis steht nicht etwa im Vordergrund. Dies, da es Bedingungen gibt, die sich erhoben haben und nicht umgangen werden können, wie: “der Islamismus ist vorbei!” Dieser Aussage muss folglich in einem realen Referenzrahmen (durch die an der Macht) entsprochen werden. Die intellektuellen Bedingungen des Islamismus und die Grundfesten menschlicher Existenz, eben jeden Bereich auf das Politische zu reduzieren, hat sich als verlogen erwiesen. Das bedeutet nämlich, die Politik geradezu auszuwringen, sie zu Vereinheitlichen – und dann später zu sagen, Islamismus ist vorbei ist auch vor dem Hintergrund dessen, was gerade passiert in der Welt verlogen. Bleibt zu sagen, dass die irdische Politik und der jenseitig orientierte Islamismus als Gegensatz zu begreifen zwar geschrieben steht, aber im Leben keine Gegensätze sind.

 

… Die Absicht hinter der Kritik der AKP, dass die Parteien und der Islam ein reduktionistisches und eingeschränktes Verhältnis haben, dass die Bedeviler (Mönchsorden) degeneriert seien, den Freuden des Stadtlebens fröhnten und dergleichen, sind haltlose Behauptungen, die immer wieder zu hören sind. …. Was so im allgemeinen hervorgebracht wird beim Betracht der Generationen, ist, dass die erste Generation aus der Armut kam und Geld verdiente, die zweite Generation sich der Kunst, der Literatur und dem intellektuellen Leben hingab und die dritte Generation erneut verarmt – die Angelegenheit also von Neuem beginnt. Islamismus, das, was islamische Zivilisiertheit genannt wird, zeigt recht anschaulich die verborgene Kritik – von zuvor – auf, nämlich, dass die in der Blüte Stehenden es schaffen müssen, die anstehende Degeneriertheit der nächsten Generation zu umgehen. Der Architekt Sinan ist schließlich zur Zeit Kanunis am Schaffen gewesen, nicht umgekehrt. Die Epoche, in der der Islam intellektuell am leuchtendsten und stärksten war, war der Zeitram vom 9ten zum 11ten Jahrhundert. Stimmt, ein Überbleibsel wie der Islamismus aus vor 150 Jahren hat die an die AKP gerichtete Kritik in der Diskussion über Degeneriertheit der konservativ/gesellschaftlichen Teile der Regierung endlich beendet. Inwiefern diese Behauptung ein Teil des Aktionismus der AKP wiederum ist, gilt es durchaus zu fragen?

Und darüberhinaus, auch wenn es für die Kritiker sogar keinen sozialen Boden dafür gibt, für die sind „Frauen, die mit Kopftuch in Jeeps einsteigen“ schlechthin das Symbol dessen, welches in vergangener Zeit eine ungleiche Herrschaft der überkommenen alten Eliten war, die keine Grenzen kannten, kein Ungerechtigkeitsgefühl empfanden. Was ein interessantes Forschungsfeld sein dürfte, ist den Graubereich zu ermitteln, in dem politische/ideologische Einstellungen, wenn auch verschieden, mit der alten Elite einen ähnlichen gesellschaftlichen Status ablesen lassen – die Verwandtschaft zwischen Ideologie und Status (der beiden) ist gemeint. …

 

Die am 1. Mai in Erscheinung getretenen revolutionären Islamisten haben, mal von anderen Beweggründen abgesehen, vielleicht aus dem zuvor Gesagten ihre Phantasien genährt. Ihre Armut und von Besitzneid gesteigerter Idealismus sind zwar naiv, aber das wird von vielen unserer Intellektuellen gewiss als sympatisch empfunden. In der Geschichte gibt es dafür zudem zur Genüge Beispiele. Ähnliche gabs im Mittelalter, so auch danach bei den Christen, und zwar in der protestantischen Bewegung. Luther, Calvin und Münzer, die haben die Armut zur Zeit Jesu hochgehalten, die Gegenwart, in der sie lebten kritisiert. Von ihnen hat aber lediglich Münzer in einer kämpferischen Organisation der verarmten Dörfler mitgekämpft und zuletzt sein Leben gelassen. Luther hat sich mit den deutschen Prinzen geeinigt, Calvin sogar in Genf eine despotische Herrschaft errichtet und durchgeführt.“

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Die Mailingliste

Da in der Gegend wo ich aufgewachsen bin, gab es einen Spruch, den alle sehr gut kannten und bei geeigneter Zeit gerne anwendeten: “Es gibt Blöde und Saublöde!” Diese Bemerkung oder Spruch fällt einem bei der letzten Panne, die im AKEL-Office passiert sein muss, ein. Es wurde nämlich eine Beurteilung von Angestellten in halbstaatlichen Organisationen des Landes in die falsche Mailinglist gegeben, sodass alle Welt nun weiß, wer von der Regierungspartei der Republik Zypern wie – siehe ehemalige DDR – beurteilt wird – bzw. zu ihr steht. Meistens wird mit + oder – opperiert dabei, doch es gibt auch nette kleine Anmerkungen zuweilen.

“3 Amtszeiten” steht zum Beispiel hinter Aspasia Sofokleous (KOB) und Stelios Drimiotis (EUROKO) im Bereich übertitelt mit “oben leer.” Im Bereich mit dem Titel “Entwicklung menschlicher Stärke in Zypern” steht von 13 aufgeführten Personen bei Giannis Kontos (von der DIKO-Partei) als Einzigem “hat zu gehen,” wovon lediglich weitere 4 in diesem Bereich mit einem + bewertet wurden, nämlich: Sotiris Fellas, Xristos Toubasos, Niki Matthäus und Elias Markatzis (alle von der KOB). Die anderen blieben ohne Vermerk.

Im Bereich übertitelt mit “staatliche Messen” werden 9 Personen beurteilt von der AKEL Administration. Antonis Perikleous (Linke) hat den Vermerk: “Hat er nicht verdient!” zu stehen. Bei Kostakis Konstantinidis (von der DISI) steht: “kooperativ – es gibt Meinungsverschiedenheiten.” Bei Andreas Mateos steht: “80% abwesend – viele Verpflichtungen.” Einfach aus Freude am Detail soll hier noch beigefügt werden, dass Loisos Konstantinou (EPALXI) Pantelis Paroutis (DIKO-PARTEI) und Ninos Frantzis eine + Bewertung in diesem Bereich abbekommen haben, wohingegen Elena Stawrou und Niki Lasaridou sich eine – Bewertung einhandelten.

Im Bereich übertitelt mit “Häfen Zyperns” werden erneut 9 Personen beurteilt. Savvas Karaviotis (KOB), Louis Loisou (KOB) und Thomas Mina (KOB) haben ein +. Hingegen müssen Kris Ioannou (ND) und Xristos Athinodrou (ND) mit einem – leben. Die anderen in diesem Bereich wurden nicht beurteilt.

Im aufschlussreichen Bereich namens “Telekommunikation Zypern” werden Nikolas Georrgiadis, Xristakis Attounnas und Xaralambos Tsouris (alle KOB) mit einem + beehrt. Hinter dem Namen von Stathis Kittis (Mittelinks) steht “gute Beziehungen.” Bei Antonis Antoniou (DIKO) glänzt der Vermerk “kooperativ” auf, wie auch bei Giorgos Xaris (EDEK). Die anderen der 9 Bewerteten in diesem Bereich gehen leer aus.

Der nächste Bereich heißt “Theaterorganisation Zypern” und beurteilt werden auch hier 9 Personen. Anscheinend haben die Theaterleute keinen guten Draht zur AKEL-Administration, denn es gibt keine + Bewertungen. Dimitris Karagiannis (KOB) und Lia Vissi (DISI) werden gar nicht bewertet, Neofitous Taliotis (EDEK) erhält ein “hat er nicht verdient” und der Rest, Rea Ioannidou (DIKO), Mixalis Georgiadis (EDEK), Maria Anthimou Ftanou (EDI) und Nikos Tamasios (EUROKO) erhalten wahrscheinlich ein dickes -.

 

Und so geht es weiter mit den Beurteilungen zum Beispiel der Kunst-Kommission der Theaterorganisation Zypern sowie der Zyprischen Sportorganisation, wo Agis Iakovidis (KOB) den Vermerk erhält “wenn er Zeit hat.” Danach folgt der Bereich Zyprische Organisation zur Entwicklung des Bodens, danach kommt in der versehentlich versandten Mailingliste der AKEL die Beurteilung der Tourismusorganisation, in der erneut 9 Personen beurteilt werden. 3 bekommen keinen Vermerk, nämlich Alekos Orountiotis (EDEK), Aleksis Saberiadis (DISI) und Giorgos Fokas (AKEL). Positiv bewertet werden: Giorgos Mintis (KOB), Giorgos Moisis (KOB), Adonis Velasis (DISI) und Andreas Filokiprou (EUROKO). Negativ erhalten: Kleopatra Milona (DIKO) und Xristos Tzimbasis (Vereinigten).

Im Anschluss wird der Bereich der Jugendorganisation beurteilt, danach folgt der Finanzdachverband wo Paris Konstantinidis (DIKO) mit “gute Zusammenarbeit, jetzt ist er in der Provinz Pafos” bewertet wird, sowie Giannakis Lazarou (DISI), der “wenig abwesend” war und Kostas Georgiadis (EDI), der sich kooperativ zeigte.

Anschließend wird der Rat der Baubehörde beurteilt und dann die Zyprische Radio-Institution, wo abermals 9 Personen beurteilt werden. Makis Simeou (KOB) bekommt als Einziger ein -. Ein + erhalten Maria Vasiliadou (EDEK), Giorgos Ari Georgou (KOB) und Giorgos Louka Georgiou (KOB). Andreas Xrisanthou muss damit leben, als “nicht sehr dienstbereit” eingestuft zu werden, doch dafür kann sich dann Periklihs Simeontidis (DIKO) über ein “positiv geneigt” freuen und Aleksandros Mixalidis (EUROKO) über ein klares “positiv”, wie auch Foivos Nikolaidis. “Negativ” hingegen steht hinter dem Namen Glakos Ioannidis.

Es gibt offenbar so etwas wie einen Rat der Wein-Waren als Bereich. Danach wird der Bereich Rat der Registrierung und Kontrolle der Arbeitgeber, Landbesitzer und Kunstgewerbe geführt. Anschließend kommen wir schließlich zum Rat der Zyprischen Nachrichtenagentur, wo von 7 Personen lediglich 3 beurteilt werden. Soulla Kiriakou (RIK) und Patrisia Sotiriou (RIO) kriegen ein + ab. Alle anderen gehen leer aus außer Herrn Kipros Kourtelaris (KOB), bei dem steht: “er wird versuchen, wieder vom Verband vorgeschlagen zu werden.”

Danach kommen noch 2 eher bizarre Bereiche, nämlich der Rat der Mitglieder der Kapelle und zuletzt der Rat entlassener Gefangener in Urlaub. Beim letzteren gibt es einen Andreas Dimitriou (KOB) bei dem angefügt wurde: “Größtenteils zeigt er kein Interesse und kommt nicht, aber wenn nötig, steht er für die Partei zur Verfügung.”

 

 

Kurzinfos Zypern!

 

Ryanair wird im Winter den Flughafen von Larnaka nicht anfliegen, aber wieterhin den von Pafos.

 

Es ist ein neues iPhone-app heraus, mit dem die Insel und ihre Sehenswürdigkeiten etc. angeblich besser besichtigt werden können. Der Name der app: “treasure hunt”

 

Durch den Flughafen von Larnaka gingen allein im Juli 2012 über eine Million Menschen

 

Nikosia: Verhaftungen mehrerer Personen wegen Wucher plus Androhung von Gewalt. Zwei Polizisten sind in die Angelegenheit verwickelt und bis auf Weiteres vom Dienst suspendiert

 

Türkisch Zyprioten haben in der Enklave namens Tylliria (Kokkina-Akamas) die Bombardierung des Ortes vor 48 Jahren erinnert. Mehmet Ali Talat, der vorherige Präsident Nordzyperns, war auch anwesend

 

Die Republik Zypern ist in Sachen Abfallbeseitigung zusammen mit Rumänien, Malta, Bulgarien, Griechenland und Litauen das Schlimmste, was wir in Europa haben. Österreich und die Niederlande sind die Besten diesbezüglich. Das stellte ein kürzlich herausgegebener Report der EU-Kommission fest

 

Angeblich ist Zypern jetzt ein Himmel für Meerschildkröten der Rasse Caretta-Caretta, schreibt die Cyprus Mail am 07.08.2012. Das Schutzprogramm läuft seit 34 Jahren

 

Silbermedalliengewinner in London beo der Olympiade Herr Kontides (Segeln- Laser Klasse) wird bei seiner Rückkehr mit dem großen Kreuz der “Order of Merit” ausgezeichnet, und zwar persönlich vom Staatspräsidenten Xristofias

 

Indischer Landarbeiter, der in sklavenähnlichen Zuständen gehalten wurde in Pera Xorio wurde von der Polizei festgenommen, als er dort hinging, um eine Anzeige gegen seinen Peiniger zu machen – er sei illegal im Land, hieß es. Sein Arbeitgeber soll ihm den Pass abgenommen haben und die gesetzlichen Auflagen fürs Visa nicht erfüllt haben. Er hat den Inder auch wiederholt geschlagen und diesem keinen Lohn bezahlt

 

Sarris, der Vorsitzende der Laiki Bank wurde aus seinem Job geekelt. Er kündigte daraufhin. Er habe zu viel Details an die Medien weitergegeben. Er sei kein Patriot. In der türkischzyprischen Presse konnte gelesen werden, dass seine Teilnahme bei einer Veranstaltung der Occupy-Bewegung der Regierung, vor allem dem Präsidenten Xristofias, ein Dorn im Auge gewesen sein soll

 

Die Strompreise sollen erneut heruntergesetzt werden im Lande. Das Benzin fürs Auto ist bereits einige Groschen billiger

 

Die nordzyprische Cyprus Today schreibt am 11.08.2012, dass im Norden demnächst wirkliches Ale-Bier hergestellt werde und zwar von Mustafa Seyfi in Gecitköy, spätestens Weihnachten soll es so weit sein

 

Die nordzyprische Iktisad-Bank (Wirtschaftsbank) weitet ihren Aktionsradius in die Türkei aus. 6 Filialen sind dort geplant

 

Ozay Mehmet hat in 2. Auflage sein Werk “Uzun Ali” erneut herausgegeben. Es soll sich wie eine amerikanische Soap lesen und handelt von einem türkisch-zyprischen Familienschicksal. Es wurde bei Wisdom House Publications, Leed, UK 2011 in englischer Sprache verlegt. Der Untertitle lautet “Shame and Salvation”.

 

50 Jahre mussten offenbar vergehen, bis in der Türkei wieder ein zyprischer Verlag arbeitet. Dieser heißt Istos. Er nahm am 04.06.2012 seine Arbeit auf. Die Hauptakteure im Verlag sind: Yorgo Benlisoy, Ana Maria Aslanoglu, Marilena Leana, Stefo Benlisoy, Haris Theodorelis-Rigas und Seckin Erdi

 

Im Dorf Choirokoitia hat ein dümmlicher Bauer sein abgeerntetes Feld angezündet, um den Boden so zu düngen. Dummerweise ist Sommer und es windet. Als er die Flammen nicht unter Kontrolle kriegte, flüchtete er und baute einen Unfall. Auf diese Weise konnte er als Brandstifter von der Polizei dingbar gemacht werden. 13 qkm Landwirtschaftsfläche sollen gebrannt haben in der Nacht von Sonntag auf Montag. Auch bei Limassol und Larnaka waren Brandherde gemeldet worden.

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Etwas unheimlich ist der Dunst oder Nebel, der neuerdings ganztägig überm Meer befindlich zu sehen ist schon, wenn in Richtung Syrien von Zyperns Küste aus gesehen wird. Daran kann sich niemand erinnern, so etwas in dieser Intensität und zeitlichen Dauer je erlebt zu haben. Dass dieses Phänomen mit den kriegerischen Vorgängen in Syrien derzeit zu tun hat, ist aber eher unwahrscheinlich.

Unweit von Larnaka gibt es eine Ortschaft namens Zygi. Die liegt am Meer. Dort gibt es einen Strand vor dem kleineren Nachbardorf von Zygi namens Maroni, den man Limanaki getauft haben muss, weil das steht auf dem Schild an der Straße, welches die Badefreudigen und Hungrigen nach Souflaki einlädt vorbeizukommen.

Ach, wie war es da mal einsam. Ach, wie war es da mal schön.

 

Inzwischen wird am Limanaki-Beach auch gezeltet und eben Souflaki verkauft nebst Bier und all dem, was Menschen, die an einem Strand gesäumt mit Liegestühlen sind offenbar brauchen. Dass nicht in all zu ferner Weite am Horizont wahrscheinlich Menschen um ihr Leben rennen gegenüber in Syrien, dass Frauen, Kinder und Männer getötet, sexuell missbraucht oder am Hungertuch nagen, spiegelt in Limanaki, wenn überhaupt, dass neuerdings verdreckte Wasser des Meeres wider. Keiner weiß angeblich, woher denn so etwas bitte sehr kommt? Einige vermuten, es könnte der neu gebaute und in Betrieb genommene Yacht- und Fischerbootehafen im nahegelegenen Zygi sein; dessen dort produzierter oder anfallender Dreck könnte die Strömung des Meeres eventuell ausgerechnet nach Limanaki treiben. Trübe sieht das schöne klare Wasser von einst nun aus, und zwar in unmittelbarer Nähe des Strandes. Weiter draußen scheint noch alles klar und frisch zu sein wie einst. Bevor sich andere zu spät Sorgen über diese Sachlage machen, wollten wir hier auf Zypernundmehr-News schon Mal darauf hingewiesen haben, nämlich, dass die Natur hier in der Gegend, die touristisch und anders erschlossen werden soll und wird, bereits am Anfang dieses Vorhabens Alarmzeichen ausgibt, wie: ‚Lasst mich in Ruhe! Nicht mit mir auf diese Weise!‘

Schon blöd, dass Nichts bleibt wie es ist. Wahrscheinlich ist das aber die bessere Variante. Wäre ja schlimm, der alte Flughafen von Larnaka würde nun nicht so genutzt werden, dass die Öffentlichkeit etwas mehr davon hat. Dass das Gelände – wie auch der angrenzende Mac Kenzy Beach – von vertriebenen türkischen Zyprern (nach den Unruhen 1974) als deren Eigentum noch immer eingefordert wird, wurde hier bereits geschrieben (siehe vorherigen Beitrag auf Zypernundmehr-News).

Die Chinesen, genauer, eine chinesische Firma namens Far Eastern Phoenix soll also den Zuschlag für einen Teil des Geländes am alten Flughafen erhalten. Das war den Chinesen der Far Eastern Phoenix aber offenbar nicht ganz geheuer, daher verlangten sie, dieses Areal gleich für die nächsten 50 Jahre für ihre kommerziellen Zwecke und Ziele zu pachten, anstatt für 10 oder 20 Jahre, wie von zyprischer Seite vorgesehen worden war. Ins Detail über den Streit, der darüber im Präsidialamt und andernorts auf der Insel seither geführt wird zu gehen, ist hier nicht das Anliegen. Der Botschafter Zyperns in China, Herr Ieronymides, ist jedenfalls bereits zurückgetreten von seinem Posten, und zwar wegen der Anwerfungen, die er empfangen durfte durch die hiesige Presse und die politische Opposition. Sein Engagement diesen Investoren aus China in Zypern aufzutun und anzubringen, wird mit Skepsis betrachtet, da die geschäftlichen Aktivitäten seiner serbischen Frau, die in leitender Stellung für Far Eastern Phoenix gearbeitet hat, den Verdacht auf Kuschelmuschel-Geschäftchen erhärtete und nährte; obwohl sie, finden wir, noch rechtzeitig von ihrem Posten bei Far Eastern Phoenix zurückgetreten war. Die Angelegenheit erinnert an den Fall des geschassten Bundesbankpräsidenten in der Schweiz namens Hildebrandt letztes Jahr. Dessen pakistanische Frau und ihre Geschäftsaktivitäten waren auch dessen Karriereende bei der Bundesbank.

Es wäre daher mal die Frage in den Raum zu stellen, ob eine Vergabe an einen chinesischen Unternehmer, der noch nicht einmal offenlegt, welche Art Geschäft angesiedelt werden soll und angibt, wer genau er ist und woher das Geld kommt, welches er nicht ausreichend vorzuweisen weiß, wie berichtet wird, überhaupt Sinn macht? Und dann mal, davon abgesehen, finden wir, dass die Nähe zum neuen Flughafen erschreckend nah und der Nahe Osten nicht weit genug entfernt ist. Daher sollten Sicherheitsbedenken die zyprischen Verantwortlichen von diesem Vorhaben abkommen lassen. Mag sein, dass Investitionen aus China dringend gebraucht werden, doch noch dringlicher nicht gebraucht werden Unstimmigkeiten und Gezänk mit der Volksrepublik und ihren Emissären. Es reicht, dass derzeit bereits über 10 Kriegsschiffe um die Insel schleichen und plötzlich alle, so auch die Außenministerin Zyperns, schreien, sie würden durchaus gern Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen wollen. Nachdem, was die griechischsprachige in Zypern beheimatete Symerini vor einigen Tagen schrieb, müssen es vor allem russische und amerikanische Kriegsschiffe sein, jeweils so um die 5 pro, doch auch türkische und britische etc. Wen wunderte es, wenn Peking da draußen demnächst auch ein Kriegsschiff in Wartestellung schickte? Und das geschähe erst recht dann, wenn der neue globale Player aus Fernost glauben würde, seine nachweislich vorhandenen Interessen vorort wahren zu müssen – vielleicht hat Peking ja bereits schon ein Kriegsschifflein verschickt. Und ob diese Kriegsschiffe, die inzwischen answesend sind, dann Flüchtlinge bergen werden, wenn es so weit ist, wird sich zeigen; und die Frage sei erlaubt zu fragen, welche Flüchtlinge? Könnte es sein, dass da vor allem an die christliche Minderheit in Syrien gedacht wird, denn sogar die Schweiz, die BRD etc., nicht Zypern allein etwa, sprechen auffällig bereitwillig davon, syrische Flüchtlinge aufnehmen zu wollen. Es dürfte sich wohl noch herausstellen, dass diese Kriegsschiffe vorrangig eher doch eine andere Aufgabe zu erfüllen haben.

Wen wundert es da also, dass Hillary Clinton der Türkei ihre Aufwartung mit Pferdeschwanz-Frisur gestern machte und plötzlich von Luftkorridor spricht, den es gelte in Syrien zu installieren. Wir finden, dieser Vorschlag kommt reichlich spät und es stinkt daher leider nach einem troyanischen Pferd, daher wohl die Pferdeschwanz-Frisur, welches aufgebaut wird. Es scheint hinter verschlossenen Türen der internationalen Diplomatie diesmal wahrhaft und wirklich um das In-die-Grenzenweisen des Irans zu gehen, wozu Syriens Konflikt zu lösen einen hervorragenden Zwischenschritt bietet. So betrachtet sollte dass bisschen schmutzige Wasser, welches neuerdings am Limanaki-Beach bei Maroni die Gemüter beunruhigt, wirklich niemandem die Ruhe rauben. Das ist dann wohl das geringste Ärgernis, welches in naher Zukunft anstehen dürfte in der Region.

Der Eiertanz um den Iran hat ja bekanntlich eine lange Geschichte. Und Verschwörungstheorien sollen hier weder kolportiert noch erfunden werden. Auffällig ist jedenfalls, dass die Türkei, die vor noch nicht all zu langer Zeit mit dem Iran (mit Syrien sowieso) scheinbar gute Beziehungen anzubahnen schien, nun sich von Teheran anhören darf, der Erfüllungsgehilfe Washingtons in der Region zu sein. Ankara behauptet dahingegen genügend Beweise in der Hand zu haben, die belegten, dass hinter den Anschlägen im Südosten der Türkei (Semdinli) nur der Iran stecken könne. Eine der Begründungen, die die türkischen Behörden anführen ist, dass die iranische Grenze sehr nah von Semdinli entfernt liegt und ansonsten nicht erklärt werden könne, wie die PKK-Aufständischen oder -Terroristen zu so viel Waffen in einer derart gut bewachten Region des Landes kommen, um sich neuerdings mit der türkischen Armee sogar länger als 2 Wochen Stellungsgefechte zu liefern; und nicht wie sonst die Partisanentaktik anwenden: Bombe rein und dann weg!

Iran hat vermutlich schon immer den Verdacht gehegt, dass die Türkei ihr ihren Platz als regionale Großmacht streitig machen will und aufgrund der Vorgeschichte und der Lage der Türkei den Westen und andere Akteure als Helfershelfer dazu ausgemacht. Der Preis, den die Türkei offenbar bereit zu sein scheint zu bezahlen, um in Art osmanische Größe ‚zurückzufallen‘, scheint womöglich wirklich eine Kooperation mit den USA und anderen in der Syrienfrage einzugehen gegen das Assadregime – und die Angelegenheit mit dem Iran wird sich dann notgedrungen ergeben, wird wohl kalkuliert in Ankara.

Was hier überhaupt nicht wundert, ist, dass Qatar und Saudi Arabien bei der Schaffung eines derartigen Korridors und der weiteren Absicht hinter dieser Initiative der Türkei in Syrien, von der gerade die Rede war, mitmachen werden. Denn auch sie sehen im Iran eine zu groß werdende Gefahr, welche schon allein aus ideologischen Gründen (Schia – sunnitischer Islam) als schwerer verdaubar empfunden wird, wesentlich unverdaulicher als die überwiegend sunnitische grüßtenteils nicht-arabische Türkei als regionalen Player.

Inwiefern Israel als weitere regionale Macht der Türkei erlaubt, ihren Status dahingehend aufzumotzen in der Region, ist nicht leicht zu bestimmen. Doch all zu viele Alternativen hat Tel Aviv nicht, als genau das geschehen zu lassen, und zwar in einigermaßen kontrollierbarem Rahmen. Ägypten ist nämlich alles andere als stabil und in trockenen Tüchern für Israel. Und das Regime in Jordanien wird gewiss noch fallen demnächst – und da wäre noch der brodelnde Irak, Libanon und die palästinensischen Gebiete.

 

Insofern würde es durchaus Sinn machen von Seiten Israels darauf hinzuwirken, dass den Kurden in der Region eine gewisse Autonomie zukünftig ermöglicht wird, dass die Kurden Syriens, des Iraks, des Irans und der Türkei sich irgendwie zusammenschließen können. Schon allein dieses Unterfangen birgt ein immens explosives Potential, zumal ja – schon fast historisch belegbar – bekanntlich der beste Feind der Kurden letztendlich immer wieder der Kurde von neben an war und ist in der Geschichte. Israel mit seinem bereits jahrelang vorhandenen Engagement in dieser Frage ist also prädestiniert, in diese diplomatische Presche, wenn so gesagt werden darf, zu springen.

Dafür, dass Ankara einen losen kurdischen Verbund unter der Regie Israels und den USA möglich werden lässt, erhält die Türkei andere Dinge, die ihr wichtig erscheinen, wie zum Beispiel: einen losen Verbund mit den Türkmenen im Irak, Syrien und dem Iran, Waffen und Industrieanlagen aus dem Westen, China und Russland und ein immer wichtiger werdendes und lukrativeres neues Abkommen über ihre Wasserreserven der Türkei und die Instandhaltung und Verbesserung der Umwelt. Dass die Türkei ein Transitland für einige Gas- und Öl-Pipelines nach Europa ist, ist hier erwähnenswert, zumal Russland auch daher Syriens Assad nicht fallen lässt, weil sonst schon bald Leitungen aus dem kaspischen Bereich an Russland vorbei nach Europa über die Türkei und dem Iran eventuell gelegt und in Betrieb genommen werden können. Die Wasserfrage indes, die ist eine ganz zentrale Frage in der Region und für die nähere Zukunft, die sich im Laufe dieser Auseinandersetzungen um Syrien klären wird oder aber dadurch noch deutlicher in den Vordergrund gespielt wird.

Ob die Türkei im Laufe dieser Auseinandersetzungen und Neuordnung des Nahen und Mittleren Ostens Nordzypern erhalten wird, scheint vor dem Hintergrund, dass die festlandtürkische Bevölkerung Nordzyperns eh langsam aber sicher in die entscheidenden Positionen im Staatsapparat gewachsen ist und bereits die Bevölkerungsmehrheit stellt, schon fast nur noch eine hypothetische Frage zu sein. Es wird wahrscheinlich auch für Nordzypern zu einer Art Verbund mit der Türkei (wie auch der EU eventuell) kommen, der ziemlich sicher so, wie gehabt aussehen dürfte, nur dieses Mal wird der Staat Nordzypern oder die türkische Provinz Zypern oder ein Gebilde, welches dazwischen liegt, international anerkannt sich – hoffentlich – ergeben.

Und in Zygi und der Umgebung wird dann wohl spätestens begriffen, dass man mit einem blauen Auge davon kam, Glück hatte, da ja ’nur‘ der Norden der Insel ‚verloren‘ ging. Die Vermögenden aus der unmittelbaren Region (aus Syrien, Libanon, Ägypten, Iran, Irak, Israel etc) werden – dafür – vermehrt in der Republik Zypern ihre Gelder in sogenannten Off-Shore-Firmen und anders arbeiten lassen, ein bewertes Geschäftsmodell, welches die vielen russischen Firmen, die sich hier einschreiben (dieses Jahr bislang über 9.000 allein) ziemlich glaubhaft vor Augen führen.

Unsere Ansicht ist, die Republik Zypern scheint gut beraten, in näherer Zukunft die Förderung von Erdgas mit Hilfe Israels nicht zu forcieren, das verkompliziert die Lage vorort nur unnötig! Dieses Kapital läuft nicht weg. Es schlummert im Meeresboden. Allerdings ist zu lesen, dass die Xristofias-Regierung Zyperns dieses Kapital schon längst verplant haben soll und geradezu gezwungen sein könnte, gewissen finanziellen Forderungen zu entsprechen – siehe das Darlehen Russlands an die Republik Zypern über 2,5 Milliarden Euro.

Bevor eine Ubereinkunft mit der Türkei hier bei diesem Thema nicht gefunden wird, braucht sich die Republik Zypern auch keine Hoffnungen machen, dass Israel, wie bereits vereinbart, mit ihr zusammen im zyprischen Teil des Förderfeldes fördern wird, da sich die politischen Konstellationen geändert haben und ändern im Nahen Osten. Israel könnte mit einer derartigen Rücksichtnahme bei der Förderung die Türkei wieder ins Boot holen als Alliierten, was durchaus lebenswichtig für diesen Staat ist. Scheinbar hat noch niemand erkennbar die Ansprüche Ägyptens, Syriens, der Türkei und des Libanons genügend berücksichtigt bei diesem heiklen Thema der Erdgasförderung im südöstlichen Mittelmeer – und Nordzyperns. Bleibt zu hoffen, dass sich der Dunst oder Nebel über diesen und anderen Dingen für Zypern schon bald unblutig hebt.

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