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Archive for Juli 2012

Diese Tage ist es wirklich heiß. Vielen macht die hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen und den Nordzyprern wird zusätzlich, wie zu lesen ist in der türkischsprachigen Kbrisli-Tageszeitung vom 28.07.12, eine Welle von Betrugsfällen, Einbrüchen und Raubüberfällen ‚beschert‘. Die Zahl der Verbrechensdelikte, wird Mehmet Cakici, Vorsitzender der TD-Partei zitiert, habe ein unerträglich hohes Ausmaß angenommen. Bis Seite 5 dieser Kibrisli-Ausgabe ist lediglich von diesem Thema die Rede: 2 Türkinnen aus Izmir, “die Elstern”, die einen Juwelier beklaut haben sollen in Nikosia, ein Iraner, der um Geld betrogen wurde (40.000 Euro), ein Einbrecher, der scheinbar Einbrüche am laufenden Band ausführte in Famagusta, eine Bande, die Antike Gegenstände ausgrub nahe des so genannten Long Beach in Karpaz, was verboten ist, und wieder auf freiem Fuß inzwischen ist, da jeweils eine Kaution von 4.000 TL bezahlt wurde. Eines der Bandenmitglieder ist der Polizist Cemil Bulut, wird geschrieben. Ja, und das Folgende kann dann auch noch zu den Verbrechen gezählt werden, was auf Seite 3 der Kibrisli steht, wo gefragt wird, ob es Zufall ist, oder ob da mal wieder etwas vertuscht werden sollte? Weil bei den Erweiterungsarbeiten am Flughafen Ercan in Nordzypern wurden eine größere Anzahl menschlicher Knochen gefunden. Die Frage ist: Ist hier etwa ein weiteres Massengrab aus dem Jahr 1974? Kartal Harman meint dazu allerdings auf Seite 7 der Kibrisli, dass die Arbeiten jetzt erstmal gestoppt wurden auf der neuen Piste. Und das hänge damit zusammen, weil geklärt werden müsse, wer denn nun den Zuspruch erhalte für die ausstehende Ausschreibung dort?

Ungefähr genau so spektakulär oder weniger ist ein gewisser Karimis in Istanbul von der Polizei aufgegriffen worden. Herr Karimis ist Nordzyprer und arbeitete für die Garanti Bankasi in Nikosia-Nord. Wie Ihnen bekannt sein wird, ist die Garanti Bankasi eine ziemlich renommierte türkische Bank. Sie hat also einen guten Ruf zu verlieren, den sie nun wohl teilweise – weil bei Banken herrschen ja andere Maßstäbe – eingebüßt haben dürfte. Die Zweigstelle der Bank in Nikosia-Nord bat nämlich darum, Herr Karimis möge doch mal bitte nach Istanbul kommen. Das tat er und bekam dort ein Köfferchen überreicht mit sage und schreibe 7 Millionen TL drin. Der Gute setzte sich aber daraufhin damit ab, mietete sich im Hilton ein (schön blöde) und versandt bereits Emails, die wissen ließen: “demnächst bin ich Havanner!” Er wollte also nach Kuba ausbüchsen und seinen Kurierdienst nicht erledigen. Peinlich ist daram, dass derart hohe Beträge ansonsten und in der Regel überwiesen werden und nicht von Kurieren durch die Weltgeschichte getragen werden – oder täuscht man sich da im türkischen Kontext? Diese Frage stellt der Autor am Schluss dieses Artikels auf Seite 4 und fragt sich, wieviel Banken dieser Praxis noch fröhnen? Er fragt auch, was denn bitte sehr los sei mit der Zentral Bank Nordzyperns?

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Kommenden Montag wird es in Girne/Kyrenia keinen Strom geben. Es wird nicht angegeben, für wie lange der Stromausfall dauern wird. Stellen Sie sich also auf ein Abenteuer der besonderen Art ein.

Der Präsident Nordzyperns, Eroglu, lässt wissen, er denke darüber nach, den Maroniten, mit denen er ja gar kein Problem habe, zu gestatten, zurück nach Aghia Marina Köy zu siedeln. Die Angelegenheit müsse aber noch geprüft werden.

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Nochmals zurück zu dem TD-Parteivorsitzenden, Mehmet Cakici. Der machte nämlich interessante Aussagen in der Kibrisli, wie auf Seite 6 zu lesen ist. Er sagt, würde seine Partei gewählt werden, dann hätten die Verbrechen ein Ende. Doch in der jetzigen Lage, wären dem Staat Hände und Füße gebunden von Seiten der Gesetzgebung, um vor allem Betrug ausreichend ahnden zu können. Cakici sagt, dass die nötige Autorität im Lande fehle und wegen der ökonomischen Lage viele Menschen dazu übergingen, kriminelle Handlungen zu begehen. Die Bevölkerungszahl müsse kontrolliert werden, die Polizei verstärkt und anstatt Gewalt von Seiten der Polizei, müsse deren Bildung intensiviert werden. Die herrschende Ansicht, die Türkei helfe ihrem kleinen Bruder (Nordzypern), muss aus den Köpfen verbannt werden, findet Cakici. “Ein zusammengebrochenes System (eines Staates) muss von Grund auf erneuert werden. Die Verfassung, wie auch die Gesetze für die Parteien, die Rechtssprechung und die Verwaltungsreform. Die Zivilgesellschaft und die Demokratisierung müssen endlich wirklich und glaubhaft greifen, daher eine Erneuerung”. Des Weiteren: “Wenn die TDP an die Macht kommt, wird sofort der Gesundheitsfond aufgehoben, ein professionelles Militär wird gestartet, derart wird 4.000 Jugendlichen eine Arbeitsmöglichkeit geschaffen. Das zusammengezogene Steuerverfahren (bilesik faiz uygulamasi) wird ein Ende finden, und wegen Kleinigkeiten wird nicht mehr ins Gefängnis gesteckt. Fur das stehen wir ein. Es bedarf nur der Stimme des Volkes dazu…. “.

Cakici war vor kurzem in Brüssel auf Einladung des Vorsitzenden des Europäischen Parlaments, wird geschrieben, und der habe ihm gesagt, zur Lösung der Zypernfrage brauche es noch proaktiveres Handeln – und Zypern sei “das größte Problem der EU”.

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Wie zu lesen ist, scheint der Minister für EU-Angelegenheiten der Türkei, Egemen Bagis, die Lage im östlichen Mittelmeer eventuell etwas anders zu sehen, als seine EU-Kollegen, und zwar inbezug auf den Beitrittskandidaten und Beitrittsstatus der Türkei. Bagis äußerte in Brüssel, was eigentlich den Meisten dort klar sein müsste, nämlich, dass nach 50 Jahren Ansiedlung von über 5,5 Millionen türkischen Staatsbürgern in der EU, die Frage, ob die Türkei in die EU aufgenommen werden solle oder nicht, sich schon längst beantwortet habe. Türken zahlen dort Steuer, arbeiten dort und machen auch Politik, findet Bagis provokant. Die Message dieser Aussage dürfte daher lauten: Wird Zeit, dass ihr endlich mal kapiert, dass ihr es seid, die sich um uns zu kümmern habt, nicht wir, die wir sowieso schon zu euch gehören!

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Vorsitzender der Vereinigung der Zitrusfrüchte-Anbauer Nordzyperns ist erneut Turgut Akcin geworden in einer Wahl, die stattgefunden hat.

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Die Östliche Mittelmeer-Universität (DAU) hat ein Forschungszentrum namens Rauf Denktas eröffnet (RRDAM), welches nun seine Arbeit aufgenommen hat. Folgende Professoren sind dort Gründungsmitglieder und kommen aus folgenden Fakultäten: Abdullah Öztoprak (Rektor), Necet Oksam (Vize des Rektors), Süleyman Irvan (Managment), Naciye Doratli (Architektur) und selbstverständlich sein Sohn: Serdar Denktas.

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Auf S. 14 der Kibrisli steht: “Wir wollen Mac Kenzy”! Das ist nicht etwa eine Person, verehrte Leser, sondern der Name eines Beaches am Flughafen von Larnaka im griechischen Teil Zyperns. Die türkischen Zyprer, wie zu lesen ist, beschweren sich darüber, dass die aus dem Süden die ganze Zeit laut schreien, die türkischen Zyprioten würden das Land der griechischen Zyprioten im Norden von Zypern, im türkischen Teil (KKTC) also, verkaufen – und tun genau das selbst. Die türkischen Zyprer wollen nun endlich das Land des Mac Kenzy-Beaches zurück haben, welches einem türkischen Zyprer gehöre und sich rechtswidrig von den Griechischzyprern angeeignet werde. Genauer: Der Bürgermeister von Larnaka, Andreas Luruciades, soll veranlasst haben, dass in den Verträgen, in denen geregelt ist, dass türkisches Gelände nicht angefasst werden darf, der Küstenstreifen namens Mac Kenzy Beach herausgenommen werde. Wie genau das vor sich geht, wird leider nicht beschrieben. Dumm an der Sache ist, dass Larnaka dieses Gelände Jahre lang nur im Sommer für den Tourismus nutzte und es wohl genau so lange nicht für ausreichend erträglich erachtete, sich deswegen mit den türkischen Zyprern und der Gesetzgebung anzulegen. Doch inzwischen ist die Situation eine andere. Mac Kenzy mausert sich seit geraumer Zeit zu ‚dem‘ Ausgehort – nicht nur für die Bevölkerung von Larnaka, sondern inselweit. In der Kibris-Tageszeitung wird getitelt: “von unmessbarem Wert”!

Es gibt selbstverständlich auch Künstler aus dem Norden, auch welche, die in Deutschland gerade ausstellen. Einer davon ist Ismet Tatar. Sevilay Sadikoglu schreibt auf der Kibrisli Kültür – Sanat – Seite, dass Tatar bereits 2009 in Deppendorf/Deutschland ausgestellt habe, wie auch dieses Jahr wieder, und zwar auf Einladung. Tatar besteche mit seiner unpredenziösen Art, wie auch weitere Künstler aus dem Norden, nämlich: Inci Kansu oder Emel Saminoglu, die ihrerseits auch über die Inselgrenzen hinaus von sich Reden machen.

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Ahmet Togay schreibt in der Kibris-Tageszeitung vom 28.07.12, dass letztens entlang der Grenze zum Süden genau 25 Stellen festgestellt wurden von der Grenzpolizei, wo Flüchtlinge und Schmuggelware durchkommen und -können.

Desweiteren fragt er: Die Südzyprer (Rumlar), warum verkaufen die eigentlich einen Tourismus in die Türkei all inclusive, aber tun dasselbe Geschäft nicht mit uns, den Nordzyprern?

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Der Korineum Golf Resort beschwert sich auf Seite 11 über die schlechte Presse, wo man doch das Gelände so nachhaltig und umweltfreundlich errichtet habe. Es wurden zum Beispiel 2 Teiche angelegt, die 35.000 t Wasser fassen. Diese Teiche, sagt das Resort, würden die Tiere der Umgebung mit Wasser versorgen. Hinzukomme auch eine Wasseraufbereitungsanlage, die besichtigt werden kann. Diese sei periodisch in Gebrauch. Im Namen der Umwelt seien seit 2007 tausende von Bäumen gepflanzt worden verschiedenster Art. Wurden Bäume irgendwo entfernt wegen dem Golfplatz, wurden ebensoviele woanders angebaut. Man verbitte sich daher solche Verleumdungen, wie geschehen in der Ausgabe vom 26.07.2012 der Kibris.

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Auf Seite 13 beklagen die Anwohner des Innenministeriums, dass die Kühlanlagen des Ministeriums Tag und Nacht laufen. Der Lärm sei nachts nicht auszuhalten und die Kosten dafür müsse der Steuerzahler begleichen, was nicht ginge. Eine Stellungsnahme der Behörde dazu gibt es noch nicht. Vielleicht müssen ja die Akten aus Sicherheitsgründen kalt auf den Tischen liegen morgens.

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Die Viehzüchter des Nordens der Insel drohen, ihre Milchproduktion einzustellen. Einige Tiere wurden bereits an Schlachtereien verkauft. Der Staat hat den Milchproduzenten nämlich noch immer 5,5 Millionen TL nicht bezahlt. Und es ist zu befürchten offenbar, dass der Staat seine Rechnung auch nicht zu begleichen vor hat, wegen der Krise und überhaupt, schreibt Ergil Ernur.

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Hände auf den Tisch!

Heute wollen sie alle ihre Trümpfe auf den Tisch legen: die Troika und die Regierung der Republik Zypern. ‚Selbstverständlich‘ werden noch keine konkreten Entscheide getroffen oder verkündet werden. Klar ist aber, dass es durchaus Unstimmigkeiten zwischen der Troika und der Regierung Zyperns gibt, die zuweilen recht erheblich sein sollen, und zwar bezüglich der Methode, wie auch der Höhe der Beträge, die als Hilfe gewährleistet und als zu sparen von seiten Nikosias veranschlagt werden sollen.

Der neu installierte Chef bei der Bank of Cyprus, Giannis Kypri, ließ schon mal wissen, dass viel Zeit vergehen wird, bis die Bankenkrise in Zypern auch nur annähernd in den Griff genommen sein wird. Es entsteht mehr und mehr der Eindruck, dass die AKEL-Regierungs-Administration der Republik Zypern sich darauf hinausredet, dass ausschließlich die bösen Banker es sind und waren, die das Inselreich in derartige Schwierigkeiten brachten. Dass Reformen in der Organisation der Gemeinden, dem Regierungsapparat und den halbstaatlichen Organisationen wichtig wären und wirklich von Nöten, wird eher als Einmischung von außen gesehen und dargestellt, etwas, worüber sich noch diskutieren ließe. Anscheinend bilden sich gewisse Kreise auf Zypern noch immer ein, so genannte Optionen zu haben, und dass die EU darum bitte, den Nachfahren Afrodites helfen zu dürfen. Russland hat bekanntlich bereits mit 2, 56 Milliarden Euro Stütze geleistet, um nur eine Option zu nennen – ene andere gibt es vielleicht nicht. Es steht anscheinend noch in den Sternen, ob Moskau nochmals Geld verleiht an Nikosia. Der zyprische Finanzminister ließ gütiger Weise wissen, dass die Republik Zypern davon absehe, in diesem Stadium der Verhandlungen mit der Troika bereits “Rote Linien”, die es nicht zu übertreten gilt, aufzuzeigen.

 

Sicher ist, es wird noch immer sehr viel Geld in Zypern verplemmpert. Wie in der Cyprus Mail von heute auf Seite 11 geschrieben wird, findet diese Verschwendung insbesondere mit den Privilegien der Beamtenschaft (der staatlichen Angestellten) ihren prominentesten Ausdruck. “Es ist eine krasse Ungerechtigkeit, dass Arbeiter (Staastangestellten), die die höchsten Pensionen und Renten erhalten, nahezu nichts zu diesen Geldern (die sie erhalten) beitragen, und vom – normalen – Steuerzahler erwarten, die entstehenden Kosten zu Schultern vor dem absurden Hintergrund, es handele sich hier um – einstige – Errungenschaften der Arbeiterschaft.”

Die Zahl der Staatsbediensteten, die in Frührente gehen wollen, ist jedenfalls angestiegen 2012 auf Zypern. Die Kommission für Öffentliche Arbeit (KÖA) sagt, es seien dieses Jahr bislang 250 Gesuche gestellt worden. Im Jahr 2011 waren es insgesamt 240 Gesuche gewesen. Obgleich die Regierung den Staatsangestellten bereits zugesichert hat, dass ihre Boni etc. bestehen bleiben, scheinen dennoch zunehmend viele unter ihnen dem Verkündeten ‚Frieden‘ nicht zu trauen. Die KÖA sagt, es könne formal-juristisch gegen derartige Gesuche nicht vorgegangen werden. Es müsste ihnen daher entsprochen werden – vorerst.

 

Betrachtet man sich die wirtschaftliche Perspektive gemäß der Rating Agentur Standards & Poor, die davon ausgeht, dass die Rezession in Zypern mindestens den Betrag von 15 Milliarden benötigt, um eventuell aus der Welt geschafft zu werden, ein Betrag, der wiederum dem jährlichen Bruttosozialprodukt der Insulaner nahezu entspricht, welches bei 17,5 Milliarden liegen soll, kann man den Wunsch früher in Rente zu gehen jetzt vielleicht besser nachvollziehen. Außerdem soll das Rentenalter auf 65 Jahre angehoben werden. Die Damen und Herrn von der Troika, wird gesagt, schätzten bereits ein, dass bis ins Jahr 2014 von wirtschaftlichem Wachstum in Zypern nicht die Rede sein wird können.

Was also weiß man bislang über die eingeforderten Maßnahmen der Troika: Den Staatsangestellten sollen 15% des Gehalts gekürzt werden. Die Renten sollen um 10% schrumpfen. Das 13. Monatsgehalt soll vollends entfallen. Wenn das alles so oder ähnlich brav getan und umgesetzt wird, soll bis ins Jahr 2014 rund 1 Milliade Euro eingespart werden können, schreibt die türkischsprachige Kibris-Tageszeitung vom 26.07.2012.

 

 

Ab dem 26.07.2012 finden wichtige Aktionen im Norden der Insel statt. Weil es ist genau 441 Jahre her, dass die Türken, damals die Osmanen, ein Bein auf Zypern als Besitzer setzten. Und das will gefeiert sein, und zwar bis zum 01.08. 2012. Um 08 Uhr morgens kann daher am 01. August in Bogazköy dem 16 km langen Mukavamet-Lauf beigewohnt werden, der vor dem TMT-Märtyrer-Verein endet. Die Sportler, die eine Auszeichnung gewinnen, werden eben dort und zwar um 10 Uhr 15 ausgezeichnet, schreibt die Kibris-Tageszeitung vom 26. 07. auf Seite 18. Wem Bogazköy zu weit entfernt ist, der kann sich auch gern vor einem der nicht gerade wenigen Atatürk-Denkmäler in Lefkosia (Nikosia) einfinden, wird geschrieben, und zwar möglichst pünktlich um 10 Uhr morgens. Wichtig, und daher nicht zu übergehen, ist, dass im Republik Park von Lefkosia am Opfer-Mahnmal um 12 Uhr ein Kranz niedergelegt werden wird. Ja, also es ist Einiges los, wie zu lesen ist – viele Uniformen, die man in Bewegung betrachten kann – in geordneter Bewegung selbstverständlich und am 01. August 2012.

 

Auf Seite 40 der Kibris-Tageszeitung wird davon berichtet, dass aus Kobani/Türkei wie auch aus Urfa/Türkei Truppen nach der syrischen Grenze verlegt werden. Gleichzeitig wird Erdogan mit seinen Ministern einen so genannten Sicherheits-Gipfel abhalten. Letzteres hört sich schon mal ziemlich martialisch an. Man darf gespannt sein, ob mehr als gegen die Kurden in der Region vorzugehen, herauskommen wird.

Dass zwei politische Parteien, die aus der kurdischen Ecke kommen, sich in der Türkei gegründet haben, wurde hier in Zypernundmehr ja bereits berichtet.

Inzwischen ist die Rede von Islamisierung, doch nicht etwa in der Türkei, sondern in Nordzypern. Es wird beklagt, dass die AKP-Regierungspartei der Türkei inzwischen dazu übergeht, ihre auf lange Sicht angelegte islamistische Politstrategie im Norden Zyperns jetzt vollends umzusetzen. Auf Seite 15 der Kibris wird geschrieben, ein gewisser Mehmet Caglar habe wiederum in der Kibris geschrieben: “die Vision der AKP ist, auf Zypern eine neue islamische Identität – der Zyprioten – zu schaffen”. Und die UB-Partei würde sich geradezu anbiedern dabei. “Anstatt im Bildungsgesetz Nordzyperns festzulegen, dass ein islamisches Kolleg zu eröffnen nicht gehe, wurde vom Ministerium am 23.06.12 festgelegt, dass es Aufnahmeprüfungen zu so einem Kolleg geben wird”. Caglar wehrt sich dagegen in seinem Artikel. Findet, dass 72 Studenten an so einem Ort nichts zu suchen haben und fragt, wer denn hier der Staat ist, dessen Bildungsministerium, “ist es – etwa – der aus der Türkei abgesandte Verantwortliche Vize für Zypern Herr Besir Atalay”?

Der Unterricht des Kollegs wird demnächst im so genannten TED-Haus anfangen. Das TED scheint eine Bildungseinrichtung zu sein und dessen Leiter meinte, darauf angesprochen, dass dieser Entscheid, das Islamische Kolleg aufzunehmen, eine bi-nationale Angelegenheit sei, auf die er nicht einwirken könne. “Die Anfrage, so viel dazu, ist von der türkischen Botschaft in Lefkosia eingereicht worden”. Der Autor fragt: “Um was gehts hier? Wird hier etwa versucht, aus Religiösem und Politischem ein klassenspezifisches Problem zu machen”?

 

Serhat Incirli spricht auf Seite 12 der Kibris vom 26.07. diesbezüglich ganz offen von einem Komplott, welches von statten ginge. Er erinnert uns an das Große Mittelostprojekt, welches Anfang der 90er Jahre angedacht wurde und 2000 dann verkündet worden war. “Von Marokko über Pakistan, das Schwarze Meer bis nach dem Jemen” sollen die Menschen unter der Schirmherrschaft des Islam geeinigt werden. … In diesem Projekt spielt eine auf Nordzypern beheimatete politische Partei eine ganz entscheidende Rolle”, schreibt Incirli. “Diese Partei ist 1995 ins Leben gerufen worden, und zwar mit Zuhilfenahme eines Gesetzes namens ITEM.” Incirli schreibt, dass dieses Gesetz dazu instrumentalisiert wurde, die Grenze zwischen Europa und dem Großen Mittlerenostenprojekt festzusurren – die grüne Linie (durch Nikosia) nämlich. Incirli gibt den Namen der Partei, die er beschuldigt, den Islam in den Institutionen Nordzyperns zu verankern, bewusst nicht an. Es dürfte aber die UBP sein, die er meint.

Was ihn besonders stört, sind neuerdings die vielen Korankurse überall im Norden Zyperns, kleine Mädchen mit Kopfbedeckung und dass die Zyprer sich nicht wehren dagegen. Er zitiert daher aus der letzten Sunday Mail einen Satz von Nikos Rolandis, der schrieb, “… mein Wunsch ist, dass das Denken, welches noch nirgends zu finden ist, bald auffindbar sein wird”. Diesem Gedanken schließt sich der Autor von Herzen an, der allerdings in anderem Kontext von Rolandis geäußert wurde.

 

Akay Cemal findet auf Seite 10 dieser Kibris-Ausgabe in seinem Beitrag, dass doch der Tourismus einen Aufschwung benötige. Ja, und wenn Nordzypern ein eigenständiges Land sein soll, dann verstehe er nicht, warum dessen Potential nicht voll genutzt werde – siehe die Apostolos Andreas Monastrie. Das ist eine Kirche in Karpaz/Nordzypern, die den griechischen Zyprern sehr wichtig ist und im Norden der Insel liegt. Dort in der Gegend hat sich auch eine kleine griechischzyprische Gemeinde gehalten nach den blutigen Vorfällen 1974. Über diese “Eingeschlossenen” ist kürzlich ein Film gleichen Titels gedreht worden von einer griechischen Zypriotin, der irgendwo in New York als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet worden sein soll und demnächst wohl in den Kinos erscheinen dürfte. Akay Cemal schlägt zum Beweis eines eigenständigen Landes vor, jene Monastrie endlich auszubessern und touristisch aufzuschmücken, egal, was die Griechischzyprer oder sonst wer sagen. Man sei doch schließlich im eigenen Land und handle im Interesse des Landes wie auch der Besucher.

Die griechischen Zyprer werden derartige Überlegungen gewiss nicht erfreuen. So weit hier bekannt ist, ist dieser Ort vor kurzem etwas renoviert worden von der UNDP und dies wahrscheinlich zusammen mit der US-ΑΙD – notdürftig, aber immerhin. Den griechischen Zyprern gefiel aber nicht, was diese fremden Helfer mit ihrem Heiligtum vorhatten, war zu erfahren, und haben daher entsprechend interveniert. Nun sieht es dort offenbar nicht attraktiv genug aus, wie auf einer Baustelle, und der Vorschlag Herrn Akay Cemal könnte daher durchaus auf offene Ohren in Ankara und andernorts stoßen – und insbesondere dann von unter dem Tisch hervorgeholt werden, wenn ein solcher Schritt politisch opportun erscheint. Daher: Die Hände endlich auf den Tisch?

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Eins-Zwei-Troika

Also das ist doch wohl eine Unverschämtheit! Ja, wo kommen wir denn da bitte sehr hin? Da wollen doch diese Leute da von der Troika, dass die halbstaatlichen Organisationen der Republik Zypern (AHK,CYTA und ARXY LIMENON – Hafenbehörde) noch mehr Auskünfte über sich geben. In der griechsprachigen onlycy.com ist heute am 25.07.12 bereits in einem Artikel die Rede davon, dass die halbstaatliche Telefongesellschaft CYTA privatisiert werde demnächst. Was also von den Halbstaatlichen bei der Troika zur Prüfung eingereicht worden ist, reicht den Kontrollören bei Weitem noch nicht. Wie am Pranger, so kommen die sich wahrscheinlich vor, die Armen. Wie ein gewöhnlicher Mensch oder wie eine hunzgemeine Organisation müssen sie sich behandeln lassen! Die Gewerkschaft, PEO, hat inzwischen klargestellt, dass die Forderungen der Troika keinesfalls akzeptiert werden könnten, dass Sparen und das Auflösen des bestehenden Systems vor allem die Arbeiterschaft negativ treffen würde. Zum vorläufigen Schluss sei noch erwähnt, dass die Troika es sich nicht nehmen ließ, auch bei der Regierungspartei AKEL mal vorbeizuschauen. Dort durften sie dann bei einem Abendessen vernehmen, dass Zypern doch ein derart kleines Ländle ist, so dass jedwede Problematik im Nu überkommen werden kann – und dann bitte nicht vergessen, da ist ja noch das Erdgas, welches demnächst gefördert wird. Desweiteren steht in der Kypros.com Internetzeitung, dass ie Herren und Damen von der Troika darauf hinwiesen bei diesem Essen, dass es dennoch Sinn machte, mal die Gemeindehaushalte auszumisten (“harmonisieren”), weil man wisse ja nicht, was noch anstehe zukünftig.

Desweiteren steht in der zyprischen Presse, der Fileleftheros von heute geschrieben, dass die Außenministerin Zyperns, Markoulli, erneut bestritt, dass die Russen in Mari eine Basis erhalten werden für ihr Militär etc. Markoulli verkündete daraufhin auch noch die freudige Nachricht, dass für den Zeitraum 2012-2013 in Moskau ein Abkommen vor kurzem abgeschlossen wurde von den jeweiligen Außenministern der beiden Länder bezüglich politischer Konsultationen. Frau Außenministerin sagte, Russland sei für die Republik Zypern “ein Schutzschild für die ethnische Unabhängigkeit für die territoriale Integrität und die Einigkeit Zyperns”. Sergej Lavrow, der russische Außenminister, seinerseits wiederholte den Standpunkt Russlands, nämlich, “für eine gerechte, tragfähige und umfassende Lösung der Zypernfrage im Rahmen des Sicherheitsrates und der Vereinten Nationen” einzustehen. Er betonte, dass Druck von Außen nicht erwünscht sei.

Angesichts der politischen Haltung Russlands im Syrienkonflikt kann eigentlich nur noch gestaunt werden, wie ein europäischer Mitgliedsstaat der EU ausgerechnet Russland als seinen Beschützer auswählen kann und – trotz angeblich guten Beziehungen zu Moskau – kein kritisches Wort wegen der russischen Haltung im Syrienkonflikt, die der der EU bekanntlich entgegensteht, via Media nicht äußert.

Der russische Außenminister brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass es der zyprischen Administration im Rahmen der EU-Präsidentschaft gelingen wird, den Fokus der EU noch mehr in Richtung Moskau lenken zu können. Markoulli ihrerseits erwähnte des Weiteren, dass Russland im Bereich Tourismus inzwischen der 2 wichtigste Markt für Zypern geworden ist, und dass inzwischen 3 Konsulate der Republik Zypern in Russland eröffnet wurden (in Krasnoutar, Samara und Ekaterinenburg). Sergej Lavrow wies seinerseits daraufhin, dass Zypern bereits in den 70er Jahren im Libanonkonflikt gezeigt habe, dass es mit Konflikten in der unmittelbaren Region umzugehen verstehe und ließ des Weiteren wissen, dass Russland 2004 mit einem Veto seinerzeit die Einflussnahme gewisser westlicher Mächte zu beschränken wusste in der Region – und zwar bei dem Referendum zum Annanplan.

Lezte Nachricht: syrischer Botschafter auf Zypern soll sich abgesetzt haben!

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Einen weiteren Flüchtigen aus Syrien im Norden von Nikosia kennen gelernt – 200.000 könnten es noch werden. Seine Familie soll nächste Woche via Beirut nachkommen. Die bringen dann auch Geld mit, meinte der Herr namens Ahmet. Dem Regime der Assads gibt er keine 2 Monate mehr an der Macht.

Um die politische, etc-gestaltete Macht geht es auch im Norden Zyperns, wie bereits im Artikel vor diesem berichtet wurde auf Zypernundmehr-News. Kann gut sein, dass wegen dem Ramadan nachmittags um 15 Uhr, wo sonst immer die Kibris gekauft werden kann, hinter der Hauptpost in der Stadt gelegen, das Geschäft geschlossen vorzufinden war. Obgleich es unwahrscheinlich erscheint, dass die Ramadan-Feierlichkeiten hier wirklich eine Rolle gespielt haben. Im Zentrum vom nördlichen Teil der geteilten Stadt, Nikosia, kriegt man eigentlich gar nicht mit, dass Fasten angesagt sein soll. Bei näherem Hinsehen in den Seitengassen dann aber doch schon – und das nicht, weil sich der Müll dort neuerdings vor chicen Anwaltskanzleien stapelt.

 

Im zuvor bereits erwähnten letzten Artikel hier auf Zypernundmehr war die Rede unter anderem von dem innerparteilichen Parteienstreit im Norden der Insel und wer wessen Kandidatenliste schmücken und unterstützen wird etc. zur Ministerpräsidentenwahl. In der Afrika, die ich woanders in der Stadt anstatt der Kibris aufgetrieben habe heute, und die sich antifestlandtürkisch und links geriert und gibt, steht geschrieben, wie ich gerade sehen kann in genügend großen Buchstaben, so dass ich gar nicht nach draußen hätte gehen müssen, um meine Brille aus dem Auto zu holen, Folgendes auf der ersten Seite der Ausgabe vom 19.07.2012 unter der Überschrift zu lesen (Name des Autors dieses Beitrages kann leider nicht ausgemacht werden):

 

Der im Rat der UB-Partei als gegen Irsen Kücük ins Feld ziehende Anwärter auf den Ministerpräsidentenposten Ahmet Kasif ist bereits 2 Mal in die türkische Botschaft beordert worden und wurde dort von Halil Ibrahim Akca (der türkische Botschafter in Nordzypern) aufs Schärfste gewarnt: „Zieh deine Kandidatur zurück!“

Jetzt wird sich gefragt, was wird Ahmet Kasif nach dieser Verwarnung machen …?

Der Druck, dem Kasif gerade ausgesetzt wird, erinnert an die Ereignisse vor 40 Jahren, als Zeka Bey und Mithat Berberoglu dasselbe durchleben durften (hier auf Zypern und von Seiten Ankaras).

Die Bürgermeister der UBP, die Irsen Kücük unterstützen, tun das also nach Maßgabe der türkischen Botschaft. Unter ihnen gibt es zum Beispiel Cemal Bulutoglu, der Kücük unterstützt, und Kücük lässt wissen: „Bulutoglus Rückkehr wird großartig werden!“ (siehe erläuternd dazu weiter unten) …

 

Der demokratische türkische Botschafter Kaya Türkmen ist ja (vor kurzem) von einem auf den anderen Tag mit Halil Ibrahim Akca ausgewechselt worden… . Wir hatten es Ihnen doch gesagt, (verehrte Leser), doch wir konnten bei Ihnen ja nicht durchdringen. Der Typ, also Akca, der ist nämlich kein Botschafter, weil der tritt hier doch wohl eher wie ein Statthalter auf… . 2 Mal hat der Druck ausgeübt (auf Kasif) … „Nimm deine Kandidatur zurück!“, sagte er ihm. Hoffen wir mal, dass ihm Ahmet Bey (Kasif) die Laune verdirbt. Dass der nicht zurückziehen wird.

Berberoglu hatte seinerzeit zurückgezogen. … Fazil Kücük hatte damals ebenfalls zurückgezogen. Diesen Film haben wir hier auf Zypern also schon gesehen. Werden wir den selben Film erneut zu sehen bekommen? … Es reicht jetzt damit! Sollen wir Ankara etwa gestatten, den Entschluss einer Ratssitzung bezüglich der innerparteilichen Wahl des Ministerpräsidentenkandidaten einer Partei zu entführen? Wenn wir das durchgehen lassen, werden wir schlafend verrecken. Niemand soll dann an unser Grab kommen. Als Arsch ist er gestorben, als Speichellecker, das sollen sie dann sagen über uns. Wenn wir den Kampf beginnen, muss er vollends begonnen werden. …

 

Der Seele des längst verstorbenen Dr Kücük hiermit ein Hallo. Der hat aufgrund des Drucks aus Ankara damals verloren. Und jetzt soll sein Verwandter 40 Jahre später mit Ankaras Hilfe gewinnen?“

Der Wahnsinn hat ja bekanntlich System. Auf Seite 3 dieser Ausgabe der Afrika steht geschrieben unter Wahnsinn (cinnet):

 

Wars die Hitze? Die hat den Menschen ins Hirn gebrannt. Oder hat sie wie beim Fußball zugeschlagen? Vielleicht ist sie wie ein Stern eingefahren? Wenn ich dazu kommen sollte, werde ich das den Gebietsvorsitzenden (kaymakam) für Lefkosa (Nikosia) mal fragen. Lefkosa hat gestern gebrannt. Wie als wär da ein bösartiger Sturm, hat es gebrannt. Im Herzen der Stadt brannte es großflächig, große Bäume und Wälder. Einerseits brannte es, andererseits blutete es, und noch anders wurde dort geweint. Es war wie bei jemand, dessen Lebensader getroffen wurde, und genau so wurde Lefkosa gestern getroffen. Dies, weil nämlich das Stadttheater von Lefkosa, eines seiner Lebensadern, soll vollends beschnitten werden, haben die (aus Ankara im Verbund mit der Regierung) sich entschlossen. Ich finde keine Worte mehr darob. Dass hätte ich, wenn überhaupt dann nur beschämt, verletzt zu sagen gewagt. Herr Kaymakam hat verlautbaren lassen, dass es hier für ein Theater keinen Bedarf gebe.

 

Ist ja bekannt, dass die bei der Gemeinde Angestellten bereits ihre Arbeit lassen mussten, nichts haben, um sich zu ernähren und der Dreck in den Straßen sich wie eine Lawine auftürmt. Lefkosa stinkt schon seit Längerem.

Wir haben also Folgendes zu kapieren: Herr Dana ersetzt Bulutogular, den Bürgermeister, der mal schnell zwangsweise in Urlaub geschickt wurde, und dem ersteren fällt nun nichts Besseres ein, um den Problemen zu begegnen, als das Theater zu schließen. Das ist sauer, sehr sauer. Doch der Dana hat nicht gesagt, dass er auch ein Openair-Theater schließen würde.

Was hat der gesagt?

Bezüglich der 30.000 Lira, die das Theater monatlich erhält, wolle er das Gericht anrufen, um dann einen richterlichen Beschluss in Händen zu haben, hat er gesagt. Also, was er eigentlich sagen will damit: Fürs Theater keine Knete!

Er sagt: „Wir brauchen keine Kunst!“

Sie haben nicht etwas falsch gelesen oder verstanden. Der auf uns angesetzte Kaymakam meint, beseitigen von Müll sei wichtiger als Theater. Setzt die Spielzeit aus!, meinte er noch. … Das alles werden wir uns jedenfalls nicht bieten lassen – auf keinen Fall!“

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Weathering Heights und mehr

Gestern mal wieder im Norden gewesen. Für mich heißt das neuerdings, dass ich in der Nordhälfte der Stadt Nikosia war. Leider habe ich mir vor kurzem nicht gestattet, die von 65 Euro auf 120 oder mehr Euro erhöhte Gebühr für die Autoversicherung, um den Norden fahren zu können, zu bezahlen. Für mich ist diese immense Preisanhebung ein kleiner Skandal; und, wie man sagt, abziehen, muss ich mich nicht lassen!

Dann geh ich halt nur in Nikosia gelegentlich mal rüber, und das zufuß. Punkt! Das muss reichen. Ansonsten wird es sich gewiss ergeben, mit anderen demnächst mal wieder in Girne/Kyrenia oder Magusa/Ammoxostos/Famagusta ein paar nette Stündchen zu verbringen. Hätte man die Gebühr auf 100 Euro aufgestockt, hätte ich die Kröte wahrscheinlich geschluckt. Aber mehr als das: nicht mit mir!

Und so fand ich mich schon schnell vor dem Saray Hotel wieder. Dort im Schatten der Bäume, wo auch Tee zum Trinken verkauft wird, scheint sich ein kleiner Tisch mit älteren Herren täglich einzufinden, die betont und gekonnt zyprisches Griechisch miteinander reden. Ob es sich um griechische Zyprer oder türkische handelt, oder beides, wollte ich gestern noch nicht so genau herausfinden. Ich nahm erstmal nur zur Kenntnis, dass offenbar so ein Tischchen besteht an jenem prominenten Ort im türkischsprachigen Norden. Die Kibris-Tageszeitung habe ich mir selbstverständlich gekauft und den Leuten von unter den schattigen Bäumen auf einer der Bänke dort zugesehen/gehört. Als ich dann Lust hatte weiter zu ziehen, schlenderte ich wie meistens langsam vor zum Girnekapi und dort bog ich links ab in den grünen Streifen entlang der Mauer, auf der selbstverständlich türkisches Militär postiert ist in idealer Lage und so, um einen Tee zu trinken. Leider ist das Grün dort noch immer mit parkenden Autos verstellt. Dennoch, den freilaufenden Enten, Gänsen und vor allem Hähnen scheint das nichts auszumachen. Es ist etwas bizarr, so viel Federvieh plötzlich um sich zu haben beim Tee mit Zeitung. Doch die Ruhe der Tiere überträgt sich. Und manch kecker Hahn scheut nicht zurück davor, sich vor einem aufzufbauen und verwegen lang Blickaustausch zu führen – man kommt schon fast nicht mehr zum Lesen. Ja, kleine Küken gibt es derzeit sogar, die sind genau so schmutzig und wahrscheinlich weiß im Gefieder wie die Mama, die dürfen ungestört durch die Räume des Cafes spazieren. Versteht sich, dass wir Gäste jetzt im Sommer draußen sitzen. Doch ich weiß, dass das Federvieh auch im Winter indoors geduldet ist. Am Girnekapi, dort im Restaurant unter der Can Sigorta Werbung arbeitet neuerdings ein dunkelhäutiges Mädchen – Naomi Campbell ist ein Nichts dagegen. Unglaublich. Sie trägt die schmutzigen Teller in die Küche.

(angeblich höchster Turm aus Dosen gebaut in der Welt – Larnaka)

Der Ministerpräsident im Norden namens Kücük antwortete vor kurzem auf die Frage hin – siehe Kibris-Tageszeitung vom 16.07.12 – dass doch vielleicht mal Vorkehrungen gegen Brände getroffen werden sollten, dass die Helikopter in einem derartigen Fall dann schon aus der Türkei eingeflogen würden. Der Landwirtschaftsminister Ali Cetin Amcaoglu erzählte Ähnliches noch vor einem Monat, meinte, diese Helikopter könnten in 34 Minuten einfliegen – no problem.

Vorgestern war es dann so weit.

Aus Adana/Türkei konnte kein Helikopter starten, da die dort mit dem selben Problem kämpften, Feuer. Der Helikopter, der dann aus Kahramanmaras/Türkei angeflogen kam, kam mit 3-4 stündiger Verspätung. Zum Glück konnten die Briten dazu bewegt werden, von ihrer Militärbasis aus auf der Insel einzuspringen. Dass es im Norden keine Einheit der Feuerwehr hat, die mit einem Helikopter ausgerüstet ist, hat weniger mit dem Mangel an Geld, als vielmehr damit zu tun, dass es den Verantwortlichen irgendwie egal zu sein scheint und sie das durchaus vorhandene Geld lieber woanders verbraten. Resat Akar schreibt in der Kibris, dass die Einstellung bestünde, das Mutterland, also die Türkei, würde schon bereitstehen.

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Wer sich mit der Zypernfrage schon etwas beschäftigt hat, wird gewiss schon von Maras gehört haben. So nennen die türkischen Zyprer den Teil der Stadt Magusas/Famagustas, der nicht betreten werden darf. Das Areal war einst ‚die‘ Hotelmeile der Insel. Diese wollen die griechischen Zyprer auf alle Fälle wieder zurück haben. Doch nun soll das türkische Außenministerium bezüglich Maras eine definitive Aussage erstmals getroffen haben. Dieselbe besagt, dass Maras den türkischen Zyprern gehöre und wer Eigentumsansprüche glaubt dennoch stellen zu müssen, der kann das tun, und zwar bei bei der Schadenersatzkommission. Das ganze Gelände gehört der Stiftung (Evkaf). Es gäbe ansonsten keine weiteren Diskussionen dazu zu führen, soll Davutoglu der türkische Außenminister noch verlautbart haben.

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Auf Seite 20 der Kibris-Tageszeitung aus dem türkischen Norden der zyprischen Insel gibt es einen Bericht zu der Lage der Baspinar Mehlfabrik. Rahme Ciftcioglu berichtet in ihrem Artikel darüber, dass die totale Einfuhr von Mehl aus derTürkei, die es seit 18 Monaten gibt, vielen die Grundlage für eine Existenz entziehe. “Ein Sack Mehl bringt ungefähr 200 Brotlaibe, sagt Rifat Yesilmese. ‚Jeder türkische Lira, der dem Finanzministerium zu melden ist, ist somit die Hälfte, 50 Kurus. Wenn die Bäcker von der Türkei importierten, könnten sie bis zu 5 Lira billiger Mehl einkaufen, wird behauptet. Diese 5 Lira bedeuteten ein Brot, und somit 2,5 Kurus ans Finanzamt. Jetzt sagt mal, ist es es denn wert, wegen 2,5 Kurus uns das Geld abzuluchsen? Wir treiben die Bäcker in den Konkurs. Wenn diese Aussage wirklich ehrlich gemeint ist, dann soll nicht die Mehlfabrik, sondern die Regierung die Ziele festlegen‘. Yesilmese, der 10 Jahre in der Mehlfabrik gearbeitet hat und demnächst vielleicht arbeitslos sein wird: ‚Die 39 Angestellten der Fabrik haben bereits eine Stellungsnahme unterschrieben‘. Er sagt desweiteren: ‚Entweder ihr lasst die Mehleinfuhr unreguliert oder den Brotlaib um 25% teurer werden. Der Brotlaib soll dann 1Lira und 20 Kurus kosten. Oder aber ihr lasst die Fabriken untergehen wegen Interessen, die von Seiten der Türkei bestehen, und lasst das Mehl einführen und die Steuer darauf um 2,5 Kurus niedriger sein; oder sie sollen von der Regierung einfordern, einen Preisanstieg von 35 Kurus zu veranlassen‘.”

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Xristomos heißt der oberste Priester der griechisch Orthodoxie hier auf Zypern. Vor noch nicht geraumer Zeit waren sich alle darüber einig, er inbegriffen, dass das Dringlichste die Lösung des Zypernproblems sei. Das hört man in jeder besseren Ansprache hier auf der Insel im griechischsprachigen Teil. Doch nun hat Xristomos das Unmögliche ausgesprochen, er, der das Vaterland so liebt, verteidigt und vor allem so viel davon in Grundstückswerten besitzt mit seiner Kirche. Er hat verkündet, dass die neu gewählte Regierung im kommenden Jahr als dringlichste Angelegenheit nicht weiter die Zypernfrage beackern solle, sondern sich vordringlich der Lösung der ökonomischen Probleme widmen müsse.

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Serdar Ortac hat erstmals ein Konzert in Nordzypern, im Port Cratos Hotel, gegeben. Das ist, wie wenn Elvis Presley da gewesen wäre, müssen Sie wissen. Anschließend ließ er sich im Cage Clup noch etwas auschillen. Ja, sogar Ebru Gündes war zufällig auch noch da. Das ist, als sei Janis Joblin auferstanden. Sie machte in Girne/Kyrenia das Savoy Hotel ‚unsicher‘.

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In Catalköy werden an ausländische Siedler, wie diese Personen im griechisch-zyprischen Jargon wohl heißen dürften, kostenlos Türkischkurse angeboten.

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In der Beilage namens Arbeitswelt der Kibris gibt es einen Artikel zu Mustafa Eminaga. Wie, den kennen Sie nicht? Na, das ist doch der, der sich seinen Goldkäfig gebaut hat. Also, in seinem Goldkäfig gibt es noch weitere Käfig für alle möglichen putzigen kleinen Flieger, die dort gehalten werden, um das Auge und die Ohren der – leider in Anzahl zu geringen – Touristenschar in Erstaunen zu setzen. Ja klar, mit Vergleichen wie, es sei wie im Bush von Ecuador muss Herr Eminaga sogar leben. Es ist ein wahres Paradies im immer weniger Grün werdenden Norden der Insel, sein Goldkäfig. Das alles hat einen Namen und sollte offenbar unbedingt besucht werden. Daher ja auch der Artikel in der Beilage.

Herr Eminaga beschwert sich darin darüber, dass das Tourismusbüro des Nordens so rein aber auch gar keine Werbung für sein so grünes Projekt am Hange des Fünffingerberges lanciere. Von denen wird er offenbar mit Ignoranz bestraft. Doch einer wie er – Self-made-man -, der hat so etwas ja auch nicht nötig. Mit dem Anbringen von Swimming Pools seinerzeit und für die Betuchten im Norden, hat er sein Geld u.a. gescheffelt. Schon allein dafür gehört ihm der grüne Schein schnell wieder abgeschminkt, den er sich mit seinem Projekt namens Green Height Park gegeben hat. Sie haben gewiss schon davon gehört und davon geträumt ausgerechnet dort mal zu übernachten, was anscheinend gehen soll. Das Wort Heights erinnert mich unweigerlich gleich an Weathering Heights (J. Austin) doch das ist ein wahrscheinlich anderes Thema. Es wird in dem Artikel durchaus auch noch eine Wegbeschreibung dorthin gegeben, die ich Ihnen hiermit erspare, weil sonst finden Sie noch den Weg dorthin und dann könnte das grüne Paradies, der Goldkäfig, womöglich schon bald kein Ort der Ruhe, Einkehr und eben üppigen Vegetation mehr sein. Und Geld, das braucht der Herr Eminaga anscheinend nicht. Das hat der ja!

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Verehrte Leser. Es ist mal wieder an der Zeit, einen kleinen Blick auf die Dinge zu werfen, die im Norden der zyprischen Insel passieren. Was dem südlichen Teil bevorsteht, ist hier auf Zypernundmehr-News mehr oder minder bereits umrissen worden: die EU-Präsidentschaft wird durchgezogen bis in den Dezember 2012 und als Erfolg allerseits verkauft werden, der Fokus der zyprischen Präsidentschaft scheint thematisch nun doch eher auf Arbeit, Asyl und Bewältigung der Wirtschaftskrise gelegt zu werden, die Bösen sind die Türken, und deren arme Opfer die Türken, die im Norden Zyperns als türkische Zyprioten ihr Leben mit den Kolonisten vom Festland fristen müssen. Dass die Bösen die Türken vom Festland immer wieder sind, kann auch in der Haravgi gelesen werden. Diese regierungsnahe und angeblich linke Zeitung der zyprischen Linken ist für mich immer weniger von der Schreibe der etwas zu rechten politischen Rechten in der Republik Zypern unterscheidbar inhaltlich. Sorry! Zum Beispiel steht dort in der Ausgabe vom 13.07.2012, dass die Waldbrände, die gerade in Akamas stattfinden, von türkischen Kräften gelegt wurden, und dass man Beweise dafür habe. Na, dann mal her mit den Beweisen!

Es wird in der Folge ein Artikel aus der türkischsprachigen Starkibris-Zeitung wiedergegeben, der von Öshan Selcuk am heutigen Sonntag dem 15.07.12 im Internet erschienen zu sein scheint.

Politik hinter geschlossenen Türen,

Ich habe über “geheime Treffen und Resultate” der letzten Wochen, die wir durchgingen, bereits in einer Kolumne berichtet. Die aufsteigenden und niedergehenden politischen Parteien, wie auch deren Zustand vor den Wahlen, habe ich analysiert. Jetzt sollen die Treffen der Politbühne, die u.a. im Geheimen von statten gehen, beleuchtet werden. Die Politbühne wird hierzulande neu aufgerollt.

Die Ulusal Birlik Partei (Nationale Einheit), UBP, führt in heftiger Weise einen parteiinternen Führungsstreit, das heißt, Irsen Kücük und Dr. Dervis Eroglu befeuern sich aufs Heftigste. Es wird darüber gestritten, wer zu wem gehört, wer wen unterstützt, Listen werden aufgestellt und eigentlich gibt es dennoch bereits auf beiden Seiten konkrete Arbeiten zur zukünftigen Rolle der Führung und deren Vertretung.

Während die Kandidatur von Dr. Ahmet Kasif der UBP diskutiert wird, zeigt Kasif inzwischen Eroglu als seinen Favoriten an und es ist bereits allgemein bekannt, dass die Beziehung der Beiden gut ist. Früher bekämpften sie sich aufs Messer sozusagen, was sich aber geändert hat, seit Eroglu der Staatspräsident geworden ist. Irsen Kücük bemüht sich indes, seine Basis auszubauen, zu verstärken. Er testet die Vertrauenswürdigkeit des Delegierten (gemeint dürfte Kasif sein) aus. Kücük verstärkt seine eigene Basis also.

Der Staatspräsident Eroglu hat die UBP nie verlassen, im Gegenteil. Von Nahem betrachtet zeigt sich inzwischen, dass der Name, den Eroglu zeigen wird als Delgierten, der von ihm in der Partei noch mehr gestärkt werden wird und von ihm Unterstützung finden wird, fest steht. Kasifs Name wird zwar in verstärktem Maße erwähnt, doch als Alternative zu ihm gäbe es da auch noch Nazim Cavusoglu. Es wird allgemein behauptet, dass der letztere derjenige ist, der in der Stadt Iskele der Macher sozusagen ist. Eroglus Zustimmung dürfte in dieser Region bei 99% liegen. Deswegen könnte mit Iskele eine Koalition anstehen, und der Name, den Eroglu zeigen wird, wird daher in der Partei leicht Karriere machen. Eben genau darum gibt es Nachrichten, die davon berichten, dass Ahmet Kasif wenig begeistert ist, Nazim Cavusoglu als Alternative zu sich zu haben, es verärgert ihn. Was die Haltung der UBP im türkischen Teil von Nikosia zu diesem Thema wiederum angeht, kann gesagt werden, dass diese die Streitigkeiten Cemal Blutogularis, Ersin Tatars und eben Irsen Kücüks als in Gänze in der Öffentlichkeit nicht widergespiegelt versteht. Sieht ganz danach aus, als würde sich diese Angelegenheit zeitlich herauszögern.

Zur Zeit ist noch nicht klar, ob sich die Spaltung der politischen Rechten doch noch aufheben lässt oder nicht, oder ob alternativ eine neue Rechte formiert wird. Daran wird derzeit hart gearbeitet. Schaut man sich die Angelegenheit genauer an, versteht man, dass darum gerungen wird, ob die Demokratie Partei (DP) die Özgürlük und Reform Partei (Freiheits und Reform Partei), ÖRP, und zuletzt die Sicherheitspartei, die Güven Partisi (DGP), sich vereinigen sollen oder nicht. Es ist uns bekannt, dass dazu eine allgemeine Untersuchung am Laufen ist, und zwar höchst geheim. Rein rechnerisch betrachtet sieht eine Vereinigung dieser 3 recht stark aus, doch die Rechnung geht irgendwie dennoch nicht auf. Ob die Vorsitzenden der DP, Serdar Denktas, Tahsin Ertugruloglu (DGP) und Turgay Avci (ÖRP) eine Koalition gründen werden können, steht also noch in den Sternen. Eigentlich hatte sich dieser Vorhang bereits gesenkt, zumal die DP bereits wissen lließ, sie sei an einer Koalition nicht sonderlich interessiert. Von der ÖRP wird berichtet, dass eine erneute Verunsicherung im Falle einer Koalition befürchtet werde, was Avci und die Männer um ihn unbedingt zu verhindern suchen werden. Und dann erst die Ausrede der DP, die wissen lässt, bei der nächsten Amts-Periode noch frischere, unbeschmutztere, unverbrauchtere Namen in ihrer Wahlliste unterbringen zu wollen …

Die Toplumcu Demokrasi Partei (Volksdemokratie), TDP, ist dieser Tage auch in Bewegung geraten. Schon in nächster Zeit wird eine Ratssitzung stattfinden und mit den Delegierten wird ein Treffen stattfinden. Das wurde beschlossen von der neuen Zentrumsführung. Und obwohl diese brandneuen Entwicklungen bereits stattgefunden haben, hat die Partei es noch nicht geschafft, diese Entwicklungen der Öffentlichkeit zu unterbreiten. Die Zeit wird daher wohl zeigen, ob das Treffen der anstehenden Wahl wegen lediglich als Vorarbeiten einzustufen war oder als neue Entscheide, und ob eine neue TDP sich formieren wird.

Zuletzt noch zur Cumhuriyetci Türk Partei (Türkisch Republikanische), die CTP. Auf sie einen Blick zu werfen, macht Sinn. Der Vorsitzende hat nämlich innerhalb der Partei keine Unterstützung mehr. Hängt mit den Äußerungen und dem Verhalten zusammen, die der Vorsitzende und sein engster Kreis an den Tag legten. In der Partei tobt erneut ein Streit, der sich nach außen nicht zeigt; und berichtet wird, dass die neuen Unstimmigkeiten darauf beruhen, dass noch striktere, noch radikalere Entscheidungen eingefordert werden.

Summasummarum, das ist, was im Lande abläuft auf der politischen Bühne. Alle involvierten Parteien sind in Aufruhr. Die politische Arbeit ist vergleichbar mit Geburtswehen. Ich hoffe, dass das Baby schlussendlich wachsen wird. Doch wann genau dieses Land sich von seinen Wehen verabschieden wird, bleibt ungewiss.”

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Kyproulla

Weils so nett geschrieben ist, was dem Autor Patroclos nicht immer gelingt, der in der Sunday Mail aus Zypern seinen Coffeeshop alle Sonntage wieder hat, soll er hier wiedergegeben werden. Die Überschrift ist wie so oft ironisch und titelt: “Clash der Troika – Zyperchen (Kyproulla) schlägt zurück!”

Dieser Artikel ist am 08.07.2012 in der Sunday Mail erschienen und wird hier in großem Auszug wiedergegeben.

Hoffnung, dass die Ankunft der Troika ein bisschen Vernunft einziehen lässt bei Zyperchens-Abgedrehten ist als zu optimistisch einzustufen. Der Wahn hielt sich im gleichen Niveau die Woche hindurch bei den Typen, die unsere politische Pantomime veranstalten. Die redefinierten anstatt die Beziehung zwischen Geber und Bittsteller neu, welche ja existiert seit Menschen darüber stolperten, durchaus auch etwas leihen zu können, vor tausenden von Jahren – es gibt sogar Hinweise bezüglich Wucher im Alten Testament. In all der Zeit, in tausenden Jahren, war es so, dass derjenige, der Geld braucht, die Bedingungen desjenigen akzeptiert, der Geld verleiht. Die Philosophie dieser Angelegenheit hat sich noch nie geändert, obgleich durchaus Gesetze verabschiedet wurden, die Leute, die Geld leihen, schützen, die Wucher verunmöglichen und Zinsnahme regulieren.

In Zyperchen haben die weisen Mitglieder unserer herrschenden Elite diese Woche diese Philosophie des Geldleihens abgeändert und mit einer brillianten neuen Theorie ersetzt, in der derjenige, der Geld leihen will, die Konditionenen diktiert, unter dem der Kredit gegeben (bzw. genommen) wird. … Und da haben unsere weisen Führer die ganze Woche hindurch unsere Bedingungen zur Akzeptanz für die Annahme eines Kredits von mehreren Milliarden Euros von der EFSF (Europäischen Finanzierungsfazilität – oder mechanismus) erarbeitet. Die Ansage war klar: Entweder die Troika akzeptiert unsere Bedingungen oder wir werden keinen einzigen Cent der Milliarden nehmen, die es uns so gern leihen würde.

Vassos Shiarly, unser Finanzminister, hat diesen Ton angeschlagen, der zuweilen zu vernünftig wirkt und zu sehr in der Realität verhaftet, um ein Mitglied der Regierung der ratlosen Fantasten des Feisten (Xristofias ist gemeint) zu sein. An anderen Tagen quasselt er aber die Art Blödsinn, den sein Chef-Genosse absegnen würde. Mittwoch (letzter Woche) machte er gegenüber der Troika klar: “Es bedarf spezieller Nachsicht in Sachen sozialer und politischer Kohäsion (Zusammenhalt)”. Denn “Zypern hat eine gesunde Ökonomie gehabt über viele Jahre, die ein herrschender Arbeitsfrieden auszeichnete (industrial peace), und wir wollen, dass der soziale Zusammenhalt fortbesteht”.

Der Arbeitsfrieden und die soziale Kohäsion aber waren zustandegekommen, indem jedermann jährliche Lohnsteigerungen ausgezahlt bekam so um die 8% über die letzten 20 Jahre. Wie kann es da keinen Arbeitsfrieden und sozialen Zsammenhalt geben? Die gesunde Ökonomie, oder wie wir bevorzugen es zu benennen, das zyprische wirtschaftliche Mirakel, war erreicht und gehalten worden, indem wir über unsere Verhältnisse lebten mit geliehenem Geld, und dies über Dekaden. Wir haben es gemanaged, einiges unseres Geliehenen zu verstecken, in dem die Sozialversicherungsfonds geplündert wurden. Der Staat besitzt den klitze-kleinen Teil von gerade mal 7 Milliarden, ein Betrag, der in der Kalkulation der öffentlichen Verschuldung gar nicht ausgewiesen wird. Wäre das der Fall, würde es unsere öffentliche Verschuldung locker über 100% des Bruttoinlandsprodukts anheben – ein sichtliches Zeichen der ‚gesunden‘ Ökonomie.

Gewerksachftsbosse, die die Wirtschaftspolitik (des Landes) betrieben haben, seit der Genosse an der Macht ist, haben ihrerseits Bedingungen gegenüber der Troika geäußert. … Sie informierten, dass die Abschaffung des CoLA (besondere Bonuse und Vergünstigungen für Staats-Angestellte) ein Überschreiten der roten Linie sei. Diese Abschaffung eine Bedingung für die Aufnahme des Kredits zu machen, würde die Gewerksachaftsbosse zwingen, den Kredit abzulehnen. … Ich habe noch nicht erwähnt, dass der Arbeitsfrieden der Bankrott des Staates ist und die untragbar hohen Lebenskosten. Hadjimourmouris (der Gewerksachaftsboss): “Alle unsere Rechte und Abfindungen – der Parasiten, die im öffentlichen Bereich angestellt sind – sind das Ergebnis eines jahrelangen sozialen Dialoges, und der kann nicht ausgewischt werden.

Das letztere wahrhaft ist das beste Argument, um den sozialen Dialog abzuschaffen. Ein Dialog, ist das nämlich, der viele Privilege einer Gruppe von faulen, unmotivierten und unproduktiven Arbeitern einräumt,  und zwar auf dem Rücken des armen, kleinen Steuerzahlers. Der sollte nicht nur abgeschafft werden, sondern als kriminelle Machenschafft geahndet werden. …”

Patroclos zählt noch einige andere im Staat auf, die der Troika im Vorfeld klar machten, dass bestens gar nichts eingefordert oder geändert werde. So sagte u.a. “Ober-Patriot Mario Garoyan von der DIKO, der der Troika erklärte, dass die öffentliche Finanzlage schlecht sei, weil “ein Land, welches besetzt werde, hohe Verteidigungskosten hat”. Er hat denen auch noch erzählt, dass das Hilfsabkommen “nicht mit strengen Sparmaßnahmen aufwarten soll, weil derartige Maßnahmen die Rezession und die Arbeitslosigkeit erhöhen”. Dass der AKEL.Chef Genosse Andros doch Humor zu besitzen scheint, zeigte sich, als er verkündete, die Partei habe Schritte eingeleitet, um Vorschläge bei der Troika einzureichen, die ausführen, wie die ökonomischen Probleme gehandhabt werden könnten. Ich entschuldige mich hiermit dafür, mal behauptet zu haben, er verfüge über keinen Humor. Andros hätte gewiss Bestätigung in der Missachtungsnote erhalten, die Genosse ‚der Feiste‘ (Xristofias) bei der Pressekonferenz rausgehauen hat neben seinem “Freund Jose Manuel” am Freitag. Der Feiste erhob seine Stimme heroisch und erklärte, dass die Regierung nicht “ja” zu allem sagen wird, was die verhasste Troika vorschlägt.

Summasummarum: Wir würden den Wunsch der EU uns einen Kredit über 6 Milliarden zu geben billigen, und zwar unter den folgenden Konditionen: keine strengen Sparmaßnahmen, kein Abschaffen der CoLA, keine nachteiligen Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt, absegnen der Maßnahmen durch alle sozialen Partner im sozialen Dialog, kein Auswischen von Arbeitsrechten und Abfindungen, keine Arbeitsplatzstreichungen. Und am wichtigsten: Der Kredit muss groß genug sein, sodass nach dem Bezahlen der Rekapitalisierung der Banken und dem Beilegen der Schulden des Staates ein substantiell hoher Betrag verfügbar ist für Entwicklungsprojekte und zur Kreation von Jobs.” Andereseits, schreibt Patroclos, kann sich die Troika ihre Hilfe: “in den Hintern stecken!”

Nun, nachdem die Troika 5 lange Tage geforscht hat, fragt der Autor:

In ihren 5 Tagen in Zyperchen, nach Treffen mit Ministern, Parteifürhern, Gewerksachaftsbossen, Abgesandten, Geschäftsführern und Bankern, (was ist Sache?). Die Gesprächspartner sind jedenfalls die inkompetenten Durchhänger, die für das ökonomische Mirakel der letzten 20 Jahre, welches den ökonomischen Kollaps brachte, verantwortlich sind. Könnten diese hoffnungslosen Fälle und Diebe, die das Desaster anbrachten, etwa damit beauftragt werden, die Dinge in die Hand zu nehmen? Würden die Aktionäre einer Firma das Management behalten, welches dieselbe fast in den Ruin gebracht hätte …? Nicht in der rationalen Welt, aber in der abgedrehten Welt von Zyperchen schon, ist die Antwort, wie die Banken bereits klarstellten. Die Klugscheißer, die die Bank of Cyprus zum Bettler um Staatshilfe degradierten, bleiben in ihren Posten. Bei der Volksbank, die viel tiefer noch im Dreck steckt, wurde (immerhin) der Hauptgeschäftsführer abgesetzt, aber der Rest der Exekutive, die sich einen Dreck darum kümmerten, als die Bank flachgelegt wurde, bleiben und wurden (sogar) befördert. …”

Inzwischen sieht es ganz danach aus, als würden der Troika einigermaßen widerspruchslos alle Wünsche erfüllt von Seiten der zyprischen Regierenden. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass die Troika sich bei ihrem nächsten Besuch auf der Insel dann entsprechend wundern werden, und zwar darüber, wie ihre Forderungen umgesetzt werden und wurden. Kyproulla schlägt gewiss noch immer zu!

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