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Archive for Mai 2012

Ein Homoehe-Effekt

Ich mag einfach der Erste sein, der es niedergeschrieben hat: Berlin ist out, Baden ist mega-in und Homoehe ist des Pudels Kern!

Ja weil, was gibt es denn schon in Berlin/Brandenburg, das es in Württemberg nicht gäbe – und dann erst noch in Baden? Viele Jahre hat wohl so mancher in Gedanken auf die neue deutsche Hauptstadt fixiert verbracht, um nun endlich den Südwesten Deutschlands ganz neu und ganz anders zu entdecken: innovativer, freundlicher, gelassener, schöner – doch in der Frage Homoehe sind die wohl gespalten wie eh und je? Das herauszufinden, also ob dem wirklich so ist, zeigte uns gewiss des Pudels Kern, also der Republik.

Kulturell steht die Region um Freiburg, Basel, Mulhouse jedenfalls den dazugehörigen jeweiligen Hauptstädten (Bern, Berlin, Paris) in Nichts nach – im Gegenteil. Zu dieser Einsicht kam ich, gerade im Landkreis Lörrach verweilend, als ich das dritte Programm des zyprischen Radios im Internet anhörte. Es war morgens um 6 Uhr noch was, also 7 Uhr noch was in Zypern. Die Ansagerin ließ mit Liveschaltung einen Kollegen aus Limassol und dann anschließend einen weiteren aus Larnaka berichten, was am heutigen Tag und dem darauffolgenden Sonntag denn alles ansteht im kulturellen. Mir kam das Angebot, von dem die dann berichteten, irgendwie infantil vor: Mütter der Kindergruppe xy, die sich treffen, Event für Kinder die …, einfach nichts, wo ich spontan gesagt hätte: ach, da hast du wohl was verpasst.

Immerhin: Inzwischen scheint die Krise auch in den Köpfen der Insulaner angekommen zu sein, die von einer Gleichstellung homosexueller Beziehungen noch immer nicht viel wissen wollen. Im Radio wird anstatt ständig von der Wirtschaftskrise gesprochen und dass schon wieder irgendwelche Bewertungen der ach so geliebten Heimat schlecht ausgefallen seien. Offensichtlich geht die Sorge um, so zu Enden wie Griechenland.
Würde mich sehr wundern, wenn es so weit käme. Der ansonsten gern zur Schau gestellte Stolz aufs Vaterland und darauf, ein Zyprer zu sein plus hochwohlgeborener helener Abkunft, wird wohl dafür sorgen, dass die, die die Kohle unter diesen Auserwählten haben um an den nötigsten Stellen zu investieren, dieses dann auch tun werden, wenn die patriotischste Stunde geschlagen hat – nämlich demnächst.

Schließlich will ja niemand unter ihnen, vermute ich, dass die Insel dem Attila – so werden Türken im Allgemeinen in rechtslastigen Zeitungen tituliert – überlassen. Ja, es könnte gar noch schlimmer kommen, nämlich dass die Engländer, Bulgaren und Rumänen übernehmen und dies womöglich koordiniert, gemeinsam. Von den paar Deutschen und Polen auf der Insel wollen wir mal absehen. Und die vielen Russen, die sind ja schon fast gar keine Ausländer mehr. Ganz im Gegensatz zu den Pakistanern, Indern, Vietnamesen, Chinesen, Philipinen, Sri Lankesen. Bei den letzten 4 aufgezählten Nationalitäten ist durchaus und ganz realistisch zu erwarten, dass diese, obgleich nicht als gleich betrachtet, dennoch Kraft ihrer biologistischen Vorgehnsweise, wenn ich es mal so nennen darf, in der nächsten und übernächsten Generation auf die sozio-politische Waagschale der Insulaner kräftig einwirken werden, da auffällig viele Frauen aus dem Dienstmädchen-Spektrum der Gesellschaft mit wahren Zyprern verheiratet sind, auch wenn die ebenfalls auffällig oft nicht gerade die jüngsten Vertreter ihrer helenistisch insulanen Abkunft sind, die die des Freibeuters, Piraten, Nahöstlers, reich gewordenen Fremdarbeiters in Großbritannien oder Australien, wohlhabenden weißen Siedlers in Afrika oder halt doch die des Europäers sein kann. Irgendwo dazwischen liegen die Zyprer jedenfalls mental.

Was wird geschehen, wenn Griechenland womöglich doch noch aus der EU sich verabschiedet? Der Diskurs darüber scheint im griechischsprachigen Zypern noch nicht in Gang gesetzt worden zu sein und wie man sich dazu zu verhalten gedenkt?
Dann will ich mal mit Vermuten fortfahren und zeigen, welche Folgen die anstehende Diskussion um Homoehen noch zeitigen könnte. Das tu ich, auch auf die Gefahr hin, die historischen Abläufe sozusagen vorzudiktieren. Also, in Athen, Thessaloniki usw. werden die Vernünftigen und letztlich waren Helenen die Oberhand gewinnen. Sie werden sich von den Europäern etwas lossagen – nicht ganz. Zum einen werden sie den Zyprern und anderen auf diese Weise demonstrieren, dass man sehr wohl seinen Willen haben kann und auch, dass es an der Zeit ist, sich umzuorientieren. Europa ist einfach kein verlässliches Fass ohne Boden mehr. Und hat man nicht schon so viele Chinesen im Land? Und dann erst Afrikaner, Bangladeschis und wo sich noch überall herkommen? Viele davon, wenn man sie schon nicht zurückschicken kann, könnte man doch als eine Art Kapital einsetzen, um mit den dazugehörigen Regierungen ins Geschäft zu kommen – insbesondere mit der chinesischen Regierung. Und hat man nicht Jahrhundert lang das Meer beherrscht? Und eigentlich Afrika miterobert? Da böte es sich doch an, seine Schifffahrtsmacht jetzt erst recht auszubauen, zum Beispiel mit Hilfe der Russen, Chinesen und anderen. Und weil der kleine Bruder Zypern eh nichts besseres zu tun hat, könnte man da doch gleich noch – wie es ja eh bereits der Fall ist – das Waschen von den verschiedensten Geldern betreiben. Weil, warum sollten die Leute eigentlich so weit, bis nach Singapur aus der Schweiz, mit ihrem hintertriebenen Geld flüchten müssen? Kann man das zukünftig nicht auch im EU-befreiten Griechenland anlegen? Ich finde, die Idee aus der EU auszutreten, dürfte für Griechenland in Zukunft einfach zu verlockend sein, um es nicht zu tun. Die Unterstützung von Israel ist gewiss. Die Frage ist nur, wie man trotzdem einen Teil des arabischen, sprich, des islamischen Kapitals noch an Bord ziehen kann? Dazu müsste die Türkei an Bord gezogen werden. Die Griechen besäßen jedenfalls genug Flexibilität, um so etwas zu starten und hätten auch dringenden Bedarf an türkischem Know-How und, versteht sich, Geld. So könnte eine Hand, die andere waschen. Die Türkei wandert langsam aber sicher Richtung EU, Griechenland dockte sich an die Türkei und Israel an und Nordzypern erledigte die dreckigste Wäsche der Geldwäscherei.  Das wäre gewiss auch irgendwie im Sinne der EU, weil Süd-Zypern ja vielleicht eh noch irgendwie in der EU gehalten würde – unter anderem aus diesem Grunde. Und Experimentierfelder, die braucht es mehr denn je: ökonomisch, politisch, zwischenmenschlich. Auf diese Weise oder ähnlich könnte so ganz nebenbei das eine oder andere Problem aus der Welt geschafft werden in der Region.

Als absurdestes Ding, welches diese Staaten (Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Moldawien, Mazedonien, Serbien, Bosnien, Montenegro, Ukraine, Nord- und Süd-Zypern, Türkei, Syrien, Libanon, Irak, Iran, Ägypten, Israel, Lybien) von der Denke her letztlich zusammenhält könnte sich herausstellen, dass es die Weigerung ist, die Homoehe gesetzlich zuzulassen.

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