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Archive for April 2012


 

Cembalo at its best.

Die Pharos Arts Foundation hat sich in den letzten Wochen iranischem Kunstschaffen zugewendet. Wie am 12. April bereits hier berichtet wurde, fand in ihren Räumen die Aufführung eines iranischen Filmes statt. Am darauffolgenden 25. April nun gab es einen iranischen Cembalisten, der ein Konzert auf dem Cembalo des Veranstalters, Caro Kaeyehan, gab. Kaeyehan ließ die Hörerschaft vor dem Konzert wissen, dass er das Cembalo vor vielen Jahren in Bologna gekauft habe. Es handle sich um ein venezianisches Cembalo, von denen es, meinte er, seinerzeit viele in Zypern gegeben haben soll.

Mahan Esfahani, ein im Iran geborener und vor allem in England tätiger Musiker spielte auf diesem schön verzierten venezianischen Instrument aus alten Zeiten. Seine Virtuosität auf diesem wunderbaren Cembalo hat das Publikum hingerissen, welches leider mal wieder nicht zu solch einem perifären Leckerbissen in der Musikwelt sehr zahlreich erschienen war. Das Publikum verlangte Mahan Esfahani dennoch drei Beigaben ab zum Schluss. Esfahani, der „König der Tastatur“, wie er zweilen von Kritikern genannt wird, studierte mit namhaften Lehrern in England, den USA und in Italien. Seine Konzerte in England, wie auch im übrigen Europa, in den USA und im Fernen Osten, werden von den Kritikern im Allgemeinen hoch gepriesen.

 

Einen großen Erfolg verbuchte er auch an jenem Abend in Nikosia. Sein Programm umfasste Cembalowerke von William Byrd (1540-1623),Girolamo Frescobaldi (1583-1643), Johann Sebastian Bach (1685-1750), Dietrich Buxtehude (1653-1707) und Domenico Scarlatti (1685-1759).

Seine unglaubliche Beherrschung der Tastatur, die alle Facetten des wunderbaren Instrumentes zum Erklingen bringen konnte, zeigte auf, wie vielfältig er die verschiedenen Klangnuancen zu interpretieren weiß, obwohl sämtliche Stücke aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert datierten. Die Werke Bachs und Buxtehudes präsentierten den eher schwereren Stil, wie man ihn aus dem deutschen klassischen Barock zu kennen glaubt, sich an deren Orgelmusik anlehnend, wobei hingegen die Sonaten Scarlattis eine italienische Leichtigkeit und Lebensfreude verbreiteten.

 

Cembalo Rezitals in solcher Fülle kommen selten in die Konzertsäle – und noch seltener von einem gebürtigen Iraner dargeboten. Umso mehr gehört dieser Abend zu einem der seltenen Konzerte, die bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Es wird noch lustig werden, vermuten bereits einige hier auf der Insel und in Bezug auf die anstehende EU-Präsidentschaft der Republik Zypern. Die Spekulationen sind bereits so weit vorangeschritten, dass einige gar ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Amt von Herrn Xristofias, dem derzeitigen Präsidenten der Republik, sehen, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen.

Es laufen nämlich Diskussionen darüber, ob man ihm seine Immunität nicht teilweise oder gar ganz nehmen sollte, weil er müsste sich noch zu den Explosionen letzten Jahres in Mari äußern, wo einige Menschleben drauf gingen. Beharrlich hält sich zudem das Gerücht, dass er der Hauptverantwortliche für jenes Desaster ist und war, er, der Freund Moskaus und seltsamer Weise auch von Herrn Sarkozy aus Frankreich.

Zur Erinnerung in Sachen Mari: Munition, die auf dem Seeweg nach Syrien von der zyprischen Regierung, und zwar auf Betreiben der USA, aufgebracht wurde auf See, um sodann schlecht gelagert einige Zeit danach aus noch nicht genügend zufriedenstellenden Gründen hochgegangen ist.

Ja, und dann war da noch, ebenfalls letztes Jahr, jenes russische Schiff, welches auch Munition und dergleichen für Syrien an Bord hatte. Dieses Schiff ließ Nikosia auf Versprechen seines russischen Kapitäns, keinesfalls in Syrien, sondern in der Türkei mit der Fracht sich einzufinden, wieder weiterfahren, und zwar ohne diesen Entschluss mit Behörden in Brüssel kurzgeschlossen zu haben. Die Menschen, die derzeit in Syrien tagtäglich vom syrischen Militär abgeknallt werden, dürfen sich dafür u.a. in Nikosia bedanken. Inzwischen ist man immerhin in Brüssel so weit, wie vor kurzem zu lesen war, die Frage zu stellen, wie das eigentlich damals passieren konnte und wer dafür verantwortlich ist? Rauskommen wird vorerst sicher wenig, da die Republik Zypern ja am 01.07.12 die EU-Präsidentschaft erstmals antreten wird. Und wie es sich zu so einem Anlass standesgemäß gehört, wird ein Fest oder so etwas veranstaltet werden. Bloß wo?

Wie der Alitheia-Tageszeitung vom 22.04.12 zu entnehmen war, hat man sich ausgerechnet für eine Ortschaft namens Kourion entschieden. In Kourion gibt es bekanntlich ein altes Theater aus alten griechisch-römischen Zeiten. Der Ort dahinter ist nicht nennenswert groß, ein Dorf. Das Amphitheater von Kourion ist nicht ganz so groß wie jenes in Efesus oder Athen, aber immerhin. Gewöhnlich werden dort Konzerte gegeben, meistens klassische. Ich habe bereits das eine oder andere besucht, kenne die Örtlichkeit einigermaßen gut. Was mir dort sogleich auffiel, war, dass es doch recht wenig Möglichkeit gibt, mal schnell sein Geschäftchen zu erledigen. Es bedarf nur ein zwei Personen vor einem und schon steht man in einer Schlange, bis man dran kommt. Und dann stelle man sich die Damen in ihrer Abendgarderobe vor, die zum geplanten Fest wahrscheinlich hochhackig anstolziert kommen. Na die werden durch die Gegend wanken wahrscheinlich wie Pinguine. Denn der Boden von der Straße bis an den Ort selbst, ist nicht gerade der bestgeflasterte oder beleuchtete. Ich für meine Begriffe stehe auf solch ziemlich naturbelassenen Boden. Ob der Ort große Begeisterung allerseits ausbrechen lassen wird, ist zu bezweifeln, angesichts der Toiletten und der Frage nach, wie und wo man das Catering-Problem zu lösen gedenkt, ganz zu schweigen von der guten alten Sicherheit der geladenen Gäste.

Gewiss, gewiss. Sie mögen hier einwerfen wollen, dass das eben zyprische Gegebenheiten sind und ich solle mich nicht so haben. Da gebe ich Ihnen nun einfach mal recht. Hoffe aber, dass die Bilder im Fernsehen meine Erwartungen dann zumindest genügend sichtbar ausleuchten dürfen oder werden, um mich danach nicht eventuell zu dramatisch verfassten Szenarien bezichtigen zu können.

Das Allerlustigste habe ich aber noch gar nicht erzählt in diesem Zusammenhang. Das Gelände namens Kourion gehört nämlich den Briten, einer der so genannten 3 Garantiemächte der Insel also. Die Briten sind ja bekanntlich schon seit langer Zeit auf Zypern. Die haben hier noch immer 2 Basen. Es ist eine Art Hass-Liebe, die die Zyprer und die Engländer verbindet. Zum einen bringen und brachten die Briten Kultur, Geld und Moderne auf die Insel. Zum anderen befeuerten sie – und befeuern noch immer – ein Gefühl der Inferiosität der Insulaner mit ihrer Präsenz und diesem Anderssein.

Was ich sagen wollte: Da muss sich in Nikosia jemand entweder überhaupt nichts gedacht haben, was ziemlich wahrscheinlich ist, oder aber, dass die Präsidentschaft dazu genutzt werden soll, wenn man denn schon mal am Ruder ist in der EU, den Briten zu zeigen, wer der Herr im Hause Zypern ist – und deswegen die Wahl auf Kourion als gloreichen Beginn dieser Initiative oder dergleichen. Zu lesen ist in der Presse, dass selbstverständlich die große, mächtige Republik Zypern die polizeilichen Angelegenheiten bei dem anvisierten Fest, welches auf britischem Boden in Zypern vorgesehen ist, auszuführen gedenkt. Wenn es richtig verstanden wurde, hat noch niemand die Briten gefragt, ob sie zu so einem Anlass überhaupt ihre Zustimmung geben wollen, dass Kourion derart in Beschlag genommen wird. Geschrieben steht lediglich in der Alitheia, London habe bereits wissen lassen, dass das Polizeiliche selbstverständlich von England übernommen werde.

Ein wunderbares Gerangel und Geplänkel steht also zum Sommer ziemlich sicher bevor. Wir dürfen nun gespannt zusehen und warten, welchen weiteren Wahnsinn dieser Wahnsinn gebären wird.

Ich wäre dafür, dass Briten und Zyprer einfach mal gemeinsam mehr Toiletten in Kourion anbringen und Papierkörbe, doch bitte bloß keine griechischen Fahnen. Die nehmen nämlich in letzter Zeit auf der Insel sichtbar zu. Im Dorf namens Klaudia zum Beispiel hängt praktisch an jeder Ecke eine solche Fahne neuerdings. Am Eingang des neu gebauten kleinen Hafens im Dorf Ziggy ebenfalls. Ja, und dann sind dort in der Gegend von Ziggy dieser Tage mal wieder griechische Armeeeinheiten am Ballern, so dass einem das Schwimmen im kalten Wasser nicht zu langweilig wird: Mörsergeschieße. So hört sich das jedenfalls an, glaube ich. Es gibt in Griechenland zwar angeblich kein Geld, doch anscheinend für die Armee schon, die offenbar all monatlich im vermeintlichen Ausland ’sinnvoll‘ Geld verballert und die bis auf die Knochen gelangweilten Rekruten scheinbar derart am Leben hält und bei Laune.

Vielleicht üben die den Notfall gegen die Briten? Weil es gibt ja demnächst eine “Axe” Israel, Zypern, Bulgarien, Rumänien und Griechenland, wie zu lesen ist. Diese Axe, ich nenn sie nicht des Guten, sondern der christlich-jüdischen Gesinnung, soll die muslimische Türkei wohl in Schach halten, ja, und vielleicht auch die bösen Briten, die ja, obgleich auch sie mehrheitlich Christen sind und waren, seinerzeit und anscheinend immer noch eher die Position Ankaras vertreten oder unterstützten.

Wahlen sind in Zypern erst nächstes Jahr. Kann gut sein, dass die vorgezogen werden, weil Xristofias doch noch vorzeitig die Koffer packt. Wie zu lesen ist, soll er müde sein vom Amt und das sieht man ihm auch an. Sollte Sarkozy die Präsidentschaftswahlen in Frankreich an seinen Rivalen Holland verlieren in knapp 11 Tagen, so wird, wie bereits beklagt wird, der größte Freund der Republik Zypern in der EU in die Vergangenheit verschwinden – wie auch – unabhängig davon – die Lösung der Zypernfrage, die, hat es den Anschein, eh niemand an der Macht auf Zypern je wirklich zu diesem Zeitpunkt oder danach will oder wollte. Dennoch gibt es vermehrt Leute in der Republik Zypern, die den Vorstellungen und Inhalten des einstigen Ananplans von 2004 im Stillen nachweinen, den man seinerzeit aber ablehnte im griechischen Teil der Insel, weil Xristofias und Papadopolous genau dazu geraten hatten.

Auch daran waren bestimmt “die Engländer” oder eben Andere schuld!

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His Highness Sheikh Hamid bin Khalifa Al-Thani...

His Highness Sheikh Hamid bin Khalifa Al-Thani, Emir of Qatar, during a visit to the Pentagon, June 11, 1997. (Photo credit: Wikipedia)

Ein Artikel über den bevorstehenden Reichtum und die Cleverness einiger Insulaner. Geschrieben wurde dieser Beitrag von Taki Agathocleous (agathocleous@alfamedia.press.cy) in der Alitheia-Tageszeitung Zyperns am 18. März 2012. Obwohl das Datum schon knapp einen Monat her ist, hat dieser Artikel gewiss noch seine Relevanz und Aktualität.

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Über den Absturz der Investitionen der Qataris!

Hunger, die meisten deiner Familienangehörigen sind arbeitslos, das Einkommen ist andauernd zu niedrig und die Ausgaben zu hoch. Und da, plötzlich ein guter Fang, der aus dem Ausland kommt und daher wie gerufen kommt – nachdem du geradezu Gott angebetet hast. Es ist jemand gekommen, dir zu helfen, ein Milliardär, der sein Geld scheinbar mit vollen Händen rauswirft. 

Den führst du herum, speist ihn mit dem besten Essen, welches die Frau zubereiten kann, lässt ihn fühlen, als sei er im Tour d’Argent oder im Ambroise von Paris. Dem öffnest du eine Flasche Wein, Chambolle Musigny, den du weggestellt hattest für ganz spezielle Anlässe. Im Zimmer mit Sicht auf den Garten bringst du ihn unter, zeigst ihm all die Sehenswürdigkeiten – betüdelst ihn so, dass er dir verfällt.

Und wenn du ihn dann komplett zufrieden siehst, aufgrund deiner erwiesenen Gastfreundschaft und er völlig beschwippst ist vom Chambolle Musigny und offenbar bereit, zu tun, was du willst – auch um eine Art Balance seinerseits dirgegenbüber wieder herzustellen – gehst du also ran: “Sag mal, wollen wir nicht zusammen in etwas investieren, und zwar in einen Platz in bester Lage? Wir werden dabei viel Geld verdienen!” Die Antwort, die du erhälst, ist ohne Umschweife positiv. “Ok, machen wir fifty-fifty”, antwortet er dir. Und obwohl du kein Geld hast, schlägst du vor: “Ich begleiche den Preis fürs Grundstück und du bezahlst dann das Selbe wie ich.” “Ok, lass uns den Wert des Grundstücks schätzen und so viel wie es geschätzt wird, so viel werd ich dann entsprechend unserer Abmachung hinlegen.”

… Du gehst daher sogleich zur Grundstücksbehörde und weist den Beamten dort in den anstehenden Betrug ein. “Mach mir eine Schätzung 3 Mal so hoch wie der eigentliche Wert, damit wir uns gesundstoßen!” Und der Beamte vom Grundstücksamt sagt im Nu: “Wert ist es 50 Millionen, doch ich werde 150 veranschlagen!” Dem drückst du die Hand vor Zufriedenheit. Zumal der Geldsack eh so viel hat, dass er über 150 nicht weiter beunruhigt sein wird. Sodann eröffnest du ihm und zeigst, was die Behörde dir ausgestellt hat: “Es macht 150 Millionen…” . Der Gast sagt nichts, lächelt dir zu und lässt dich denken, die Kröte geschluckt zu haben. 

Aber der Geldsack ist nicht irgendein Trottel. Er beauftragt seiner Behörde, um eine Bewertung des Grundstücks vorzunehmen. Die erhält er den folgenden Tag: “Hoch verehrter Emir, das Grundstück ist keine 50 wert!”

Der Emir sagt nichts. Doch in ihm rumorts: “Ihr zyprischen Arschgeigen, ihr wollt mich reinlegen? Mich, der ich euch aushelfen wollte?

Er bleibt aber cooooool. Er verabschiedet sich mit Umarmung den nächsten Tag und Küsschen von seinen ‚guten‘ Freunden, bedankt sich erneut für die Gastfreundschaft, nimmt das Flugzeug und verspricht, was das Zeug hält, nämlich zuhause angekommen, umgehend das Geld zu schicken, zwecks Investition und so. 

Und du, freudig den Geldsegen erwartend, wartest noch immer auf ein Zeichen, ein Telefonanruf. Inzwischen sind bereits viele Monate vergangen. Du wartest noch immer.

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Das ist – meines Wissens – der Grund, warum der Emir von Qatar einen Rückzieher machte und nicht ins Märchenprojekt (nahe dem Hilton von Nikosia) investierte, was er uns schrieb ohne Nennung von Namen,“ schreibt Taki Agathocleus des Weiteren in der Alitheia.

„Jeder würde wohl handeln wie er. Egal wie reich … .

Alles andere, was erzählt wird als Grund für den Absturz der Investitionen des Qataris in Zypern, sind nichts als Schall und Rauch.“

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Doch die Zyprer ruhen selbstverständlich nicht. Häufig ist der Präsident der Republik mit einem kanadischen Geschäftsmann in den Zeitungen der Insel in letzter Zeit zu sehen, und zwar mit dem Besitzer des Konglomerates namens Triple Five, Herrn Nader Ghermezian. Vor Monaten, als sich Nikosia Süd sicher war, den Emir aus Qatar in der Tasche zu haben, hatte man Ghermezian mehr oder minder die Türe großspurig gewissen – er sei nirgends bekannt, nicht seriös genug, ließ man verlautbaren. Und nun plötzlich steht Xristofias und Ghermezian da, immer wieder zu sehen und publiziert auf dem selben Foto, Arm in Arm, Händchen haltend, ganz vertraut. 

Triple Five, geht die frohe Botschaft um, werde in die vom Pleitegeier bedrohte Cyprus Airways investieren, irgendwelche  Staatsanleihen kaufen und im Tourismus-Sektor sich mit seinem – angeblich – vielen Geld einsetzen. Anscheinend ist schon eine Delegation des Zyprischen Tourismusministeriums (CTO) nach den USA unterwegs, um klarzumachen, dass in der Mall of America und der Edmonton Mall Flüge und dergleichen nach Zypern verkauft werden – versteht sich, im großen Stil. Wie zu lesen ist, sollen anscheinend an die 100.000 Touristen aus den Staaten, Canada und anderswoher für die Freuden eines Aufenthalts in Zypern interessiert werden.

Mal gucken, wer hier wen reinlegen wird?

Herr Ghermezian ist Canadier mit armenisch-jüdischen Wurzeln, wenn das hier recht verstanden wurde.

In der Cyprus Weekly vom 19.April 2012 steht geschrieben, dass der Emir von Qatar inzwischen massiv in der Türkei zu investieren begonnen hat: EFG-Eurobank-Türkei, Tekfen Holding, Dexia’s Denizbanka, etc. 

Wer anderen eine Grbe gräbt, fällt eventuell selbst hinein!

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Zu einem besonderen Kunstgenuss kam Limassol am 8. April. Der weltbekannte französisch-zyprische Pianist Cyprien Katsaris gab ein originelles und besonders faszinierendes Konzert im Rialto Theater. Originell warum? Der erste Teil des Abends war der Interpretation gewidmet und zwar Jahrhunderte überschreitend. Werke von Mozart, Haydn sowie Theodorakis, vermischt mit griechisch-zyprischen Folkloremelodien, wurden in einem bunten Potpourri dargeboten. Leichthändig perlten die Akkorde und Melodien ineinander zu einem farbigen Gemisch von Melodien. Manchmal kam das Gefühl auf, man höre sich Kaffeehausmusik in einem Kurort an. Das war durchaus sehr luftig eingeführt in das sehr klassische Repertoire des zweiten Teils, welcher aus Werken Chopins, Schuberts und Liszts bestand. Feinfühlig und technisch brillant lotete er die Höhen und Tiefen dieser Werke aus. Der grosse Mangel des Abends bestand darin, dass kein Programm auslag, sondern die Werke vom Künstler persönlich vorgestellt wurden. Bekanntlich hält das Ohr den Augen nicht stand.

Cyprien Katsaris der mit wichtigen Auszeichnungen beehrt wurde spielt weltweit mit den bekanntesten Orchestern unter Stabführung der hervorragendsten Dirigenten und ist in Zypern kein Unbekannter. Er hat schon mehrmals Konzerte gegeben und das Publikum wird ihn – nach seiner Rückkehr von einer intensiven Japantournee – am 23. und 24. Mai in Pafos und Nicosia mit dem Cyprus Symphony Orchester zu hören bekommen.

Ein völlig anderes Genre im Bereich Kultur wurde in den Räumen der Pharos Arts Foundation bedient. Unterstützt von der Iranischen Botschaft wurde als DVD der Film „A Separation“ des iranischen Regisseurs Fahrhadi gezeigt. Als Drama über Familie, Ehre, Ehrlichkeit, Lüge und Selbstinteresse handelte es sich im Grunde genommen nicht um ein iranisches Schicksal, sondern um ein menschliches, welches weltweit genau so dramatisch in Dutzenden von Fällen passieren dürfte. Lediglich die Lebensumstände mögen verschieden sein. Ein starker Film, der in England den „Academy Award for Foreign Language Film 2012“ erhalten hat.

Heute beginnt für othodoxe Christen das Osterfest. Wir wünschen allen griechisch-orthodoxen Lesern daher KALO  PASXA!

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Oder:

 

Der Grass-Surf!

Ich sage es nun, da mir Anlass gegeben wird,
das, worüber ich schon öfters nachdachte,
nämlich das Große-Klappe-Halten,
welches andernfalls durchaus in Verließe und  das Abseits bringt.


Israel gar anzuklagen, ist wie verboten in der BRD  – bedeutet Scherereien.
Ahmedinejad als „Maulheld“ etwa nicht bezeichnen zu wollen – ebenso.
Der Freien Gesellschaft oder Welt, von der als die Rede ist,
ist der Freiheitsbegriff offensichtlich außer Kontrolle geraten –
weil sie den selbstgerechter Weise nicht von Außen prüfen lässt.
 

„Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestands,
dem sich“ beschämender Weise „mein“ Schreiben und Denken untergeordnet“ weiß,
„empfinde ich als belastende Lüge und Zwang,
der „womöglich“ Strafe in Aussicht stellt, sobald er missachtet wird“;
die Verdikte ‚Staatsfeind‘
oder/und das beinahe hämisch klingende: ‚Auf-gleicher-Augenhöhe-Reden!‘

Ein Land, in das hineingeboren man scheinbar auf ewig
‚Deutscher mit ausländischer Herkunft‘ ist und bleibt,
wo immer öfter die scheinbar aufgeklärtesten Passanten oder Tischnachbarinnen gar
vorsorglich nach ihren Taschen greifen, wenn ich nah,
wo neuerdings in einem Bioladen im Herzen von Neukölln sogar,
eingefleischte Distanz zum Anderen sich in der Sprache verrät –
weil alle werden nach ‚hast du Ermäßigung‘ gefragt, nur ich nach ‚Ermäßigungsnachweis‘ -,
in so einer mentalen Verfassung einer sich frei und aufgeklärt wähnenden Gesellschaft –
und zuvor geschildertes Distanzbewahren oder -schaffen der vermeintlich Indigenen ereignet sich tausendfach in Millionen anderen Facetten irgendwo und andauernd in der BRD –
versteht man nach vielen Jahren,
dass das Sich-Einsetzen für Israel von Seiten der Regierungen und den meisten Medien,
als eben des zuvor Gesagten Metapher einer Distanz anzusehen ist,
das Gerede über Atombomben in Israel oder im Iran,
als weitere Kopfnuss im ach so freiheitlichen Alltag von mir und meinesgleichen einzustecken ist.

„Warum sage ich jetzt erst,
gealtert“, digital, wie sichs ja gehört neuerdings und ohne Tinte:
Wir gefährden den „brüchigen“ Frieden,
den Andere anderswo für uns abdienen, uns bieten.
„Verzicht auf Gewalt“ hört sich wirklich klasse an,
doch wie stehts mit unserer täglichen zwischenmenschlichen Gewalt?
Die lässt sich auf so genannt höherer Ebene
„durch eine internationale Instanz“ leider nicht – mal so – beheben.


Daher ist mir die Freiheit der Anderen dringlichst unser Thema – kapiert, Herr Gauck?
„Vom Wahn okkupierte“ Geister nämlich, die denken,
der gute, alte Westen sei ein Hort der Freiheit und Demokratie bla-bla,
die wollen offenbar weiterhin, mit den von ihnen
Verurteilten, Geschmähten, Ausgestoßenen, Benutzten und in die Irre Geleiteten etc.
„dicht bei dicht verfeindet leben …“?   

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Die Außenministerin der Republik Zypern, Frau Erato Markoully, warnt die Türkei mal wieder.  Sie sagte, wie auf der Webseite von RIK, der staatlichen TV-Gesellschaft Zyperns, zu lesen ist, so etwas
wie, wo gäbe es denn auch so was auf der Welt, wie das, was die Türkei in der Zypernfrage will: Zwei Staaten mit gemeinsamen föderalen Bundesländern. Ihre Warnung war: Wenn die Türkei etwa
beabsichtigt, Nordzypern zu annektieren, dann wird die EU und die UNO herbeizitiert.

Wahrscheinlich haben sich Erdogan und Ahmedinejad, die beiden trafen sich gerade in Tehran, köstlich über diesen Gefühlsausbruch amüsiert. Frau Markoully scheint noch zu sehr in alten Denkmustern verhaftet. Sie hat noch nicht ausreichend begriffen, dass die Welt inzwischen eine andere ist, wie die, als 9/11 die politische Diskussion und Alltag beherrschte.

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Dass sich Erdogan mit Ahmedinejad trifft, hat vor allem Bedeutung für die Kurden und in zweiter Linie erst für die so genannte Internationale Gemeinschaft – wie uns die Geschichte lehrt . Weil nicht die letzteren werden das Ergebnis dieses Treffens ausbaden, sondern schlechtestenfalls wieder einmal die Kurden. Und die
Kurden, schreibt die türkische Press inzwischen vermehrt, sind die, die versuchen, aus der Krise in Syrien Kapital zu schlagen. Bekanntlich leben viele Kurden (ca. 100.00) in Syrien, denen keine
Identität zugestanden wird seit Jahren – sie haben keine Ausweispapiere.
Südzypern wiederum betreibt und betrieb bislang eine eher Kurden freundliche Politik. Es gibt recht viel Kurden, die ihren Weg nach Südzypern gefunden haben. In letzter Zeit soll allerdings die,
wie auch immer geartete, Unterstützung der Republik Zypern gegenüber den Kurden nachgelassen haben.  Die Anerkennungsverfahren für Asylanten werden zum Beispiel, wie zu hören ist, nicht mehr so einfach durchgewunken, wie einst unter Papadoplous.

Noch gibt es politisch gewichtigere Freunde Südzyperns, als einen Teil der kurdischen Bevölkerung: Serbien, Frankreich, Israel etc. Es ist insofern durchaus etwas dran, wenn Frau Markoully sich auf
die EU und UNO glaubt verlassen zu können. Die Frage ist nur: Wie verlässlich ist dieses sich auf die EU, Israel und UNO verlassen können? Was muss erst passieren, bis die eingreifen? Das Syrien-Dilemma sollte Frau Markoully schon mal gründlich darüber nachdenken lassen. Weil, das eine ist, was in Verträgen steht. Das andere ist, was gerade opportun zu sein scheint.

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Nach einem Gespräch mit jemand aus der kurdischen Szene hier in Berlin, die haben gerade wieder ausgiebig Newroz, Neujahr, am Halleschen Tor gefeiert, ca. eine Woche, ist die „kurdische Front“ wie eh und je uneins. Auf die Frage, wie es mit dem Islam und den Kurden steht, wurde mir gegenüber sehr bedauert, dass eine fortschreitende Islamisierung die kurdische Bevölkerung der Region ergriffen hat. Es hörte sich so an, als fühlten sich die alten Revolutionäre der PKK im Stich gelassen. Sie hinken, offenbar wie Markoully, der Realität sehenden Auges hinter her – und feiern sich selbst offenbar gern, zumindest hier in Europa. Bei der Gelegenheit bekam ich auch mit, dass es eine Monde Diplomatique auf Kurdisch gibt. Die hat einen Ableger in Berlin hinterm Bahnhof Zoo. Nicht gerade preiswert die Lage.

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Was den Islam angeht, so hat kürzlich Erdogan sich offenbar verpflichtet gesehen, in einer Ansprache in der Kriegsakademie zu formulieren: “ Für eine Türkei gebunden an die Demokratie, das Recht, den Laizismus und den Sozialstaat, gibt es keinen anderen Ausweg (Demokrasiden, hukuktan, laiklikten ve sosyal devlet ilkesinden sapmış bir Türkiye’nin çıkışı yoktur).” Mit Hinblick auf die Vorgänge in Ägypten, wo derzeit eindeutig darauf hingearbeitet wird, einen Staat zu gründen, der dem Modell in Iran sehr ähneln könnte, sind derartige Ansprachen wahrscheinlich auch in Zukunft vermehrt von Nöten in der Türkei. Es wird nicht einfach sein für die AKP oder ihre Nachfolger an der Regierung, eine ausgewogene Balance zu erarbeiten zwischen der Vorstellung mancher, wie ein islamischer Staat zu führen sei, und der westlichen Vorgabe eines so genannt modernen demokratischen Staates westlicher Prägung.

Ankara hat indes auf der letzten Syrienkonferenz in Istanbul seine Position bestätigt, nämlich, dass der Druck auf Damaskus erhöht werden müsse. Für die Türkei ist eine Beendigung der Aufstände in
Syrien von entscheidender Wichtigkeit. Die Türkei fühlt sich dadurch zurecht indirekt angegriffen. Zum einen ist zu erwarten, dass vordringlich kurdischstämmige Menschen aus Syrien in die Türkei flüchten, da ihr Siedlungsgebiet in Syrien nah der Grenze zur Türkei liegt. Da ist es durchaus naheliegend, dass der eine oder die andere sich mit kurdischen Organisationen der Türkei anfreundet – oder aber arabischstämmigen. Bekanntlich leben in jener Region namens Hatay viele arabischsprachige Türken, von denen einige, wenn auch nicht viele, durchaus noch immer davon träumen, an Syrien angeschlossen zu werden – oder gar an den Libanon.

Ankara indes weiß, dass es seine Hausaufgaben – wie alle türkischen Regierungen seit dem Bestehen der Republik Türkei – im Osten und Südosten des Landes nicht ausreichend gemacht hat. Bislang konnte mit Hilfe der Armee und Geldgeschenken, wie auch einigen (zum Teil seit Anbeginn höchst umstrittenen) Investitionen, das Chaos a la Ägypten noch vermieden werden. Doch es brodelt in der Türkei, wie gehabt. Der ökonomische Aufschwung, der derzeit seine Kreise insbesonders im Westen des Landes zieht, gibt eine Atem- oder Bedenkpause. Die Akteure auf der Seite derer, die einen Umsturz des Regimes wünschen, wissen anscheinend, dass die AKP-Regierungspartei derzeit noch zu viel Kredit bei der Bevölkerung genießt – weil eben der Rubel rollt.
Die – kleinen – Vorfälle, die man sich leistet seitens der Regierung, über die scheint die türkische Öffentlichkeit noch hinwegsehen zu können: viele Journalisten in Gefängnissen, gelegentliche Folter, gelegentliches Verschwinden von Personen, Betrug, Korruption, Vetternwirtschaft – die ganze Bandbreite eben.    

Die Arroganz der Regierungspartei AKP spiegelt sich in gewisser Weise, indem eine Tradtion fortgeführt wird im Umgang mit den Kurden und der Kurdenfrage,  und dies gerade mal wieder dieser Tage. Erdogan, der Premier der Türkei, sagte an die BD-Partei gerichtet, die vor allem die Belange der Kurden vertritt: „mit Leuten, die Handlanger sind (also der PKK), setzten wir uns nicht an einen Tisch!“ Demirtas von der BDP entgegnete ihm daraufhin: „Wir sind bereit, uns mit euch hinzusetzen. 70 Projekte haben wir dazu schon erarbeitet.“ Demirtas des Weiteren: „Wir haben genug von euren Paketen (das sind Maßnahmen, die von der Regierung verkündet werden). Habt ihr vom Verkünden solcher Pakete noch immer nicht die Schnauze voll? Das Verhältnis der Regierungspartei zu Kurden ist das eines Psychopaten. Nimms, oder ins Grab mit dir! Diese Vorgehensweise löst die Kurdenfrage nicht und lässt uns Kurden auch nicht in Frieden leben. Das letzte verabschiedete Paket ist dessen Fortsetzung!“

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Die Milliyet von heute schreibt, dass der Leiter der bewaffneten Kommandos der PKK, Dr. Bahoz, zur Studienzeit ein enger Freund von Basar el Assad (Syrien) gewesen sein soll. Angeblich ist diese Information jetzt erst ans Tageslicht gekommen.

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