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Archive for Februar 2012

Fallensteller

Wenn man etwas stellen kann, dann müsste man doch eigentlich ein Steller sein. So wie jemand, der fällt, kein Fäller, sondern ein Gefallener ist.

Nicht ganz klar?

Also, wenn ich in eine Falle trete, bin ich ein Gefangener, und zwar so lange ich mich nicht aus der Falle begebe. Sollte ich allerdings mit Absicht und Freude in Fallen treten, wäre ich wohl so etwas wie ein jenand, der oder die etwas oder jemandem Anheim-Gefallen ist?

Fallen kann nur, was irgendwie erhöht zu sein scheint. Ein Bundespräsident kann zum Beispiel eine Treppe herunterfallen. Dann wird diese Treppe einst wohl Bundesfallpräsidententreppe genannt werden. Dieser leicht nachvollziehbare Terminus würde in der Folge gewiss so manche Ausdeutung annehmen, wie ja das Wort Fallensteller selbst zeigt. Denn ein Fallensteller kann ja jemand sein, der Tieren mit Pelzen auflauert oder aber jemand, der zum Beispiel Leutchen dazu ermuntert, sagen wir, Verbrechen zu begehen – so gerade geschehen in den USA. Dort wurde ein Marokkaner durchaus dazu verleitet, sich in die Lage zu bringen, das Weiße Haus oder sonst noch wen mal kurz und endgültig – wahrscheinlich – in die Luft zu sprengen. Er wurde, könnte man sagen, bundesfallpräsidentengetreppelt.

Einen Bundespräsident, der abtritt, den hat es in Deutschland doch wirklich schon gegeben. Eine schönere Rente, wie sie so eine Persönlichkeit erhält, kann sich niemand vorstellen, denke ich. Goldene Zeiten stehen dem Ex-Bundesprä Wulff ins mit Liebe zusammen getragene Haus. Gauck heißt der Anwärter auf die nächste hohe Abfindung inzwischen. Ist nur die Frage, wer im gauckasischen Kreidekreis den Herrn Gauck kriegt: die Alte oder die Neue? Welch Falltiefe, man bedenke, würde die alte, noch Ehefrau heraufziehen lassen, würde sie in Bellevue einziehen wollen, darauf bestehen. Ein wunderbar lustiges Fallenstellen wäre das zu Berlin –  und dies wahrscheinlich dann als Strafe dafür, dass schon wieder keine Frau das Land repräsentieren darf als Präsidentin, kein jemand mit so genannt fremdländischen Hintergrund.

Bemerkt werden soll hier sogleich und dennoch, dass der Herr Wulff nicht bundespräsidentengetreppelt ist, sondern er wurde bundesprsäidentengetreppelt. Das ist ein Unterschied, weil wegen dem Ding der Aktion oder Reaktion. Wer verursacht was wirklich, ist hier doch die Frage. Der selbstverständlich noch immer ehrenwerte Herr Wulff hat, unseren Dafürhaltens, weder das eine aktive, noch passive Bundesfalltreppeln so wirklich gehabt. Der Arme!

Dann wollen wir uns daher doch mal Gedanken darüber machen, ob sein Abgang die Griechen ermuntern könnte, aus der EU, oder zumindest dem Euro-Raum, auszubundesfallpräsidententreppeln oder aber, ob es Brüssel dazu bringt, die Griechen etwa ausbundesfallpräsidentenzutreppeln? Und dann, muss gerade mal hinzugefügt werden, fragt sich so mancher unter uns gewiss schon länger, ob denn nun endlich all die, die noch über ein paar mehr Groschen in Griechenland verfügten, dieselben nun endlich doch noch woanders untergebracht haben rechtzeitig? Genügend Zeit hat man ihnen dafür schließlich gelassen. Die Letzten beißen bekanntlich die Hunde!

Ähnlich sieht es leider auch in Syrien aus. Die, die bis zuletzt den Kopf hinhalten, sind dann gewiss auch wieder die, die nicht Bundespräsidenten werden. In Ägypten ist dieses Schema jedenfalls klar erkennbar derweil. Im neu entstandenen Tunesien kennen wir uns zu diesem Thema auf Zypernundmehr nicht so aus – noch nicht.

Sie werden sich gewiss fragen: Und wie wird der Autor dieses Artikels nun die Biege thematisch nach Zypern & Co finden?

Ja, überhaupt nicht, kann ich darauf nur antworten. Weit ab vom östlichen Mittelmeer und am Rio de la Plata, kommt einem wahrscheinlich eher der Fall des Fußballgottes Diego Maradona ins Gehirn als anstatt hinfällige Dumpf-Streitereien der zyprischen Präsidialen über die so genannte Green-Line der Insel hinweg. Da sind hier, inzwischen in Rio de Janeiro angekommen, das tödliche Fieber namens Denge im Karneval ziemlich realere bundesfallpräsidententreppelnd als Gefahr ein Thema der Heimholung. Nach CNN wurde Whitney Houston ja heimgeholt, die ist nicht einfach gestorben oder gar in eine Falle getreten aus Drogensucht einer hochstylisierten Heldin, Leistungsdruck oder simpler Geldgier gewisser Kreise. Gestern Abend jedenfalls konnte an der Copacobana an keinem der Automaten auch nur ein Centavo herausgelassen werden – welch Falle für Leute, die mal vergnügt Geld ausgeben wollten beim Karneval!

Es lebt sich auf kurze Zeit Art bundespräsidial verabschiedet und auf See, weggeschlossen von der Masse in gediegenem Entouree wie wahrscheinlich auf Schloss Bellevue, pudel-wolfswohl. Wie Wölfe fielen wir über die Platten voller Essen tagtäglich her, die wohl auch so mancher unter den Schiffsgästen spendiert bekommen hat. Als einzige Falle in Sicht konnte ich lediglich die wulffsgleichplumpe eines Spielcasinos ausmachen, wo ich allerdings nicht hängen blieb.

Wollen wir nun hoffen, dass die Ära Wulff, Xristofias & Co ähnlichen Schaustellern weiteren Verstellern nicht zur Falle werden mit ihrem Vorbild, eines, welches schlussendlich wenig gefällt.

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