Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for August 2011

Die Empörten

Zypern, im Gegensatz zu Berlin, hat Sonne, Sonne, Sonne. Das Klima, die feuchte Luft und Hitze bringt vielleicht ein Vorteil, sagt ein Trainer ins Mikrofon. Eine Fußballmannschaft aus Polen ist hier. Die spielen anscheinend heute Abend gegen APOEL – ich glaube in der Champions League. Der Sprecher im Autoradio hat nur noch dieses eine Thema. Dass von Polen direkt in den Norden der Insel neuerdings geflogen wird, scheint bei dem Fußballfanatismus, den das Media aufbaut und mit verursacht erst Mal nebensächlich zu sein, empört gerade nicht.

Weniger nebensächlich ist, dass es Ungereimtheiten gibt beim Ablauf der Geschehnisse um die Explosion in Mari bei Zygi, die 51% der Stromversorgung des Landes lahmlegte. Seltsamer Weise wurden Dokumente gefälscht bezüglich dieser Anlage, kurz bevor das Unglück, die Explosion, sich ereignet hatte. Ein 35 Megawatt Generator konnte trotzdem kürzlich gesichert werden und dem Netz offenbar erfolgreich wieder angeschlossen werden. 200.000 Euro sollen für Sicherheit ausgegeben worden sein, um die 98 Container, die explodierten, zu lagern. Jetzt wird nachgeforscht, wo die Kohle wirklich abgeblieben ist. Die 98 Container mit dem explosiven Material und Gerätschaften wurden ja von einem Schiff unter zyprischer Flagge beschlagnahmt, welches auf dem Weg vom Iran nach Syrien war. Pikant daran ist, dass Xristofias seinem guten Freund Baschar al Assad vielleicht einen Gefallen machen wollte, bzw. gemacht hat, der vom CIA und anderen aber nicht durchgewunken wurde. Und dann musste Zypern das Schiffchen auf deren Geheiß einholen, bevor die Fracht in Syrien Menschen töten geht. Es wird sogar gemunkelt, Xristofias habe Mari als Lagerort gewählt, um die Fracht von dort besser heimlich nach Syrien verschwinden lassen zu können. Desweiteren gibt es eine Whistleblowerin, die behauptet, am Tag der Explosion beauftragt worden zu sein, eine Textstelle derart zu ändern, dass im Treffen von Kypriannou und Papakostas drinsteht, Kypriannou habe dazu angehalten, die Sicherheit der zuvor bezeichneten Fracht zu überprüfen – und zwar kurz vor der Explosion.  Die Angehörigen der 13 Gestorbenen beklagen in der Alithia-Tageszeitung, dass niemand aus der Regierung oder vom Militär persönlich bei ihnen vorbeigekommen sei, um den Tod des jeweiligen Angehörigen zu melden. Einen Brief hätten sie lediglich erhalten, was sie empört. Und nicht nur diese Betroffenen des Unglücks fordern, dass Xristofias auf der Stelle zurückzutreten habe, auch die so genannten „Indignant“ (Empörten).

Dass die Regierung von ihrer einstigen Forderung, Morphou müsse bei einer Vereinigung zurückgegeben werden, zurückgetreten sein könnte, dieser Eindruck drängt sich manchem hierzulande anscheinend auf. Morphou liegt im Norden der Insel, wo die vielen Mandarinen und Orangen wachsen. Morphou müsse unter griechisch-zyprische Administration, sagen sie. Nach dem, was Tayyip Erdogan kürzlich verkündete, der gerade Somalia mit seinem Charisma blendet, sieht es nicht so aus, als würde Morphou in absehbarer Zeit dieses Ziel erreichen können. In einer türkischen Zeitung las ich neulich zudem, dass einer der großen Fußball-Clubs der Türkei beabsichtigt, in Morphou richtig viel Geld zu investieren, auch, um die Stadt zu erneuern. Nötig hätte sie es jedenfalls. Ich war vor nicht all zu langer Zeit erstmals länger in der Stadtmitte und war doch etwas überrascht, große Teile der Innenstadt ziemlich verwahrlost zu  sehen.  Überrascht war ich, weil mir Morphou stets als Perle der Insel verkauft wurde, wenn ich so sagen darf. Die Umgebung Morphous ist zugegebenermaßen recht grün, doch scheint sich auch dort die ‚Zivilisation der Betonfraktion‘ breit zu machen – an den schönsten Ecken sozusagen. Die so genannten griechisch zyprischen Flüchtlinge sollten sich schon mal und endlich mit dem Gedanken anfreunden, dass man nach 37 Jahren, in der zweiten oder gar dritten Generation als Flüchtling, das Mäntelchen „Flüchtling“ besser ablegte, weil es ein Fausthieb ins Gesicht derer ist, die im Allgemeinen so betitelt werden und meistens wirklich mit NICHTS dastehen – das empört nämlich nicht Wenige, wie zu hören ist. Und ungefähr so, wie Deutschland davon spricht, Syrien müssten die Mittel gestrichen werden, während einträglichst und noch immer Geschäftchen mit dem Mörder von Damaskus gemacht werden, so ungefähr hat die EU so genannte Entwicklungsprojekte im Norden der Insel zu laufen, vor allem auch in Morphou, die, versteht sich, mit EU-Geldern finanziert sind – wenn man so will, dann also auch anteilig von Nikosia-Süd, den Griechisch-Zyprern. Und wir wollen nicht vergessen zu sagen, dass die EU den Norden der Insel ja nicht anerkennt.

Doch auch im Lande selbst, dem griechischen Teil der Insel, läuft einiges schief, geradezu komisch – und das unter einer kommunistischen Administration. Da gab es den Skandal um einen Vergewaltiger und Mörder, genannt Al Capone, der für 6 Monate aus dem Knast angekarrt zur medizinischen Untersuchungen in einer Klinik lag, wo er  nach Lust und Laune ein- und ausgehen konnte. Seine chinesische Freundin war ihm dabei stets dicht zur Seite. Dann gab es einen Email-Skandal, wo der Direktor des Präsidialbüros angefragt wurde, diesen und jenen Gefallen zu tun – dass ein paar Soldaten doch bitte sehr woanders untergebracht werden sollten im Heer.  Noch dreister war Akis Papasavva, der sich mal fix seine Beißerchen für 17.000 Euro richten ließ vom Steuerzahler. Als es darum ging, ihn zu schassen, hat er schnell aus eigener Tasche bezahlt und hängt noch immer an seinem Posten, was nicht nur mich empört.  Oder als der von den USA gesuchte russische Agent namens Christofer Metsos, sich abseilen konnte. Nikosia hatte den schon im Knast sitzen. Doch da Xristofias, der russisch spricht, seine Freunde in Russland unmöglich enttäuschen konnte, wird vermutet, ist einer der meistgesuchten Agenten spurlos verschwunden. Doch die ‚lustigste‘ Nummer ist die Pleite der Eurocypria-Airline gewesen. Der war nämlich kurz vorher bescheinigt worden von der Regierung, dass sie eine Zukunft auf dem Markt habe, denn ihr waren 35 Millionen Euro gegeben worden. Die sind wohl klammheimlich versickert, das triggert offensichtlich aber kein allgemeines Empören hierzulande (siehe Näheres dazu in der Cyprus Weekly No. 1645).

Selbstverständlich gibt es auch Positiva zu berichten. Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln hat die Xristofia-Administration es offensichtlich geschafft, viele der alten Busse auszurangieren. Desweiteren wurde endlich ein Airport-Shuttle eingerichtet. Ja, sogar mitten in der Stadt Nikosia wird gerade der Hauptbusbahnhof ausgebaut, wozu allerdings – wahrscheinlich als Vorwarnung – etwas weiter weg am Elefteria-Square unten im Park unverständlicher Weise 15-20 Bäume weggesägt wurden. Jetzt sieht es dort wirklich schlimm aus.  Kann mir nicht vorstellen, dass das den russischen Touristen gefällt. Bekanntlich hat deren Zahl geradezu sprunghaft zugenommen in letzter Zeit. Die brauchen ja auch keine Visa. Geschäftchen in Zyperns Off-shore-Paradise zu machen, scheint auch leicht für Russen zu sein, dank Xristofias und seiner Regierung. Ein Doppelbesteuerungsabkommen oder dergleichen gibt es nicht – zumindest nicht für 15 russische Unternehmen, schreibt die Weekly.

Gaddafi scheint schon bald den Löffel abzugeben. Ich warte gespannt darauf, dass Assad, meinetwegen empört, ihm folgt!

 

Read Full Post »

CYP-Telegramm

Berlin hat gerade mal wieder brennende Autos – mehr als sonst. Dass die rechte Szene das Ding gedreht haben könnte, wird scheinbar nirgends vermutet. Wahlplakate hängen aus in der Hauptstadt. Wie ein Bekannter heute sagte, die Plakate mit Wowereit sind die, die noch irgendwie ansprechen. Ein Kind ist auf dem einen zu sehen, welches ihm mit einem Krokodilhandschuh vom Puppentheater oder so was ins Gesicht greift. Das andere, welches uns auffiel, ist das, wo er einer älteren Mitbürgerin die Hand reicht. All die vielen Worte auf den Plakaten, wer liest die schon wirklich? Die zählen wenig, denke ich. Die Geste ist es, die es macht, wie man sagt. Bei Geste fallen mir die Schweizer ein. Die Schweiz geht gegen ihren starken Franken vor, der derzeit so maßlos von den Märkten geliebt wird. Weniger geliebt wurde ein 6-Jähriger im gutbürgerlichen Bezirk Tempelhof/Berlin. Er ist total verwahrlost aufgefunden und seinen Erziehungsberechtigten entzogen worden – vorerst. So ungefähr sieht es auch mit der Bahn aus, der über dem Boden. Das S-Bahnkreuz Schöneberg ist aber bald wieder in Funktion. Dennoch, der Ausfall ist wie ein Loch. Das Sommerloch war und ist voll mit nachrichtlichen Löchern: politischen-, sozialen-, menschlichen Dramen. In Syrien wird noch immer lustig‘ weitergemordet. Der große Mann in Lybien ist noch nicht klein. In Kairo wird die Jungfernschaft womöglich noch immer kontrolliert? Auf Zypern geben sich die Führer beider Seiten jedenfalls hoffentlich schon bald nicht mehr die Türklinken in die Hand, um danach zu verkünden, dass die Vereinigung eventuell nächstes Jahr zu diesem oder jenem Zeitpunkt stattfinden wird. Wer will diese Vereinigung denn noch wirklich kontrollieren? Wir sind gelangweilt, wie der PIO-Report richtig erkennt. Der Dax ist da interessanter. Der fährt Achterbahn oder er lässt Achterbahn fahren. Kommt drauf an, an welchem Ende der sozialen Leiter man steht, denke ich. Das darf man einfach nicht verwechseln. Wer steht wo und wann und so. Nofretete ist, glaube ich, noch in Berlin, wurde endlich zum Verwechseln ähnlich nachgebaut. Bald darf man sich fragen, welche, bitte sehr, wird hier ausgestellt? In Salzburg fällt den Leuten anscheinend nichts Besseres ein, als ausgerechnet Handtke aufzuführen. Das ist auch eine Art, ideologisch Verirrte Schriftsteller auszustellen. Selten so viel Frauen mittleren Alters im ehemaligen Westberlin gesehen wie diesen Sommer, die an diesen orangenen Dingern einfach nicht vorbei gehen konnten, den Kopf dort reinstecken, dann die Hand – Müllbehälter. Nee, die suchen selbstverständlich nicht nach Werken von Handtke. Auch nicht, wenn morgen der heißeste Tag der Woche sein wird, wer weiß, vielleicht sogar des Jahres. In Zypern, wo ich demnächst ein Weilchen verweilen darf, wird die Luft noch heißer sein und angeblich soll die nicht gefährlich verschmutzt sein in der Gegend, wo sich vor kurzem eine Explosion ereignete. Die sollten einfach mehr Bäume dort pflanzen. Die Anzahl der Bäume und Sträucher in Parks von Berlin, wie der Hasenheide, Tierpark und dem Plänterwald etc. nimmt ersichtlich ab – trotz viel Regen. Auf den Regen warten die bekanntlich im Hungergebiet auch. Ja, auch die Türkei hat Hilfslieferung für Ostafrika auf den Weg geschickt. Das wird wohl eher kein Thema bei den Neuköllner Literaturtagen sein, die gerade passieren – die zweiten. Die entlassen da gewiss andere Geistesblitze. Eine Plastiktüte explodierte ja schon in der Hand einer Person, die diese in einem Park des Stadtteils Wedding/Berlin fand. So Zeug wird hier in der Stadt also auch entlassen. Hoffe, dass das Ding keinen Zigaretterauchenden weiblichen muslimischen Teenies im Park gewidmet war. Wir haben schließlich Ramadan und wenn eine Bombe hochgeht, dann wird ja auch sonst immer gleich an diese Ecke in der Gesellschaft als potentieller Verursacher gedacht. Es wird gerade eh so etwas wie der Begriff „islamischer Feminismus“ aufs Trapez gehoben von einigen Medien in der Stadt. Ich finde auch, dass das eingebremst gehört. Merkel konnte ihre Schuldenbremse vorerst durchdrücken auf europäischer Ebene und das mit Sarkozy. Na, da freuen wir uns doch und auch, dass Studienkosten nun endlich abgesetzt werden können. Die Japaner nehmen das mit dem Absetzen indes etwas sehr wörtlich, würde ich mal sagen. Die messen die Strahlung um die und in den Atomreaktoren lieber selbst. Deren Messmethoden heben sich wohl ab, von denen wo anders. Reinhold Messner wird nicht abheben, um schon wieder Berge zu beklettern, sondern diesmal mag er die Alpen retten. Die kennt er ja besser als wir Städter, wie er ankündigte. In was sich Leute so versteigen, sagenhaft. Ex-Aussteiger in den 60ern und 70ern des vergangenen Jahrhunderts wurden in Matala, Griechenland, zu Ehrenbürgern erklärt. Das ist doch wie als wenn ein Tanker mit dem mittleren Pfosten der Rheinbrücke in Basel/Schweiz kolliert. Und wissen Sie was, das ist doch glatt geschehen. Ist aber nichts weiter passiert. Die teure Fracht ging nicht den Rhein runter. Anstatt ließen sich 1300 Menschen am Dienstag schwimmender Weise etwas den Rhein heruntertreiben. Esel werden ja bekanntlich angetrieben, um dies und das zu transportieren. Doch es gibt auch andere Esel. Der eine ist der, den man nicht sein will und dann den, den alle wollen, der Goldesel. Und genau so einer ist die Swiss für die Lufthansa. Ich denke, die Atomanlagen müssen den Japanern so etwas in dieser Richtung sein, weil die werfen ihre Reaktoren schon wieder an. Wären wir im alten Griechenland würde ich sagen, das Orakel hat verkündet, daher wird Zürich gegen „die arroganten Bayern“ im Fußball gewinnen. Es stehen immerhin 20 Mille auf dem Spiel. Der Schweizer Bund hat sich zwar angeblich um Milliarden Franken verrechnet, doch wird das die bereits liebgewonnene Diskussion um Eurobonds nicht vom Tisch fegen. Sind doch unsere letzten Heilsbringer wahrscheinlich. Südzypern scheint den Heilbringer darin zu sehen, sich durch nichts davon abbringen lassen zu wollen, vor der Küste nach Öl, Gas und Reichtum bohren zu lassen. Ist doch verständlich nach dem eigentlich unverschuldeten Desaster, welches ihnen in Form einer Explosion widerfuhr. Und dann gibt es halt auch dort die ewigen Nörgler. Der Rektor der Universität Zypern beklagt, dass die Regierung bei ihren Entscheidungen keine Experten zu Rate zöge, dass die Zivilgesellschaft außen vor bleibe. Er murrt desweiteren, dass alle Posten von Günstlingen der Politiker oder denselben besetzt seien und erinnert daran, dass diese Art des Regierens anachronistisch sei. Die teuere Energiepolitik der Regierung sei ein brilliantes Beispiel, welches seine Vorwürfe stütze, meint der Herr Professor. Bislang habe die politische Klasse Zyperns erneuerbare Energiequellen nicht zur Kenntnis genommen. Staaten, die wesentlich weniger Sonnenlicht hätten als Zypern, würden mehr Energie aus der Sonnenenergie gewinnen als Zypern – wesentlich mehr. Shell hat offenbar so viel Energie, dass es sogar Öl, einfach so, in die Nordsee fließen lassen kann. Und wir fahren doch so gerne Auto, gell? Zypern hat im Zeitraum Januar 2011 bis Mai 2011 Waren im Wert von 2 Mill 614,3 Euro eingeführt. Ausgeführt wurden im gleichen Zeitraum 573,9 Mill Euro. Der Verlust der Handelbilanz 2011 liegt lediglich bei 2 Mill 040,4 Euro – ein Klaks! Dennoch wird die Digitalisierung von Presseberichten (http://www.piopressreleases.com.cy) in Zypern von der UNESCO alle 2 Jahre mit 26.000$ gestützt.

Alle 2 Jahre? Der Außenminister der Türkei sagt, er habe kein Zeitlimit gesetzt, indem Assad in Syrien das befeuern der eigenen Bevölkerung einzustellen habe. Er sagte, er habe gesagt, es habe „sofort!“ zu geschehen. Liest sich alles so, als würde Ankara zum großen Abwasch läuten demnächst. Könnte bedeuten, dass man sich mit Syrien im Namen Amerikas und so anlegt. Den Preis, wer den mit bezahlt, das glauben wir doch wohl zu wissen, stimmt’s: die Kurden. Vor weniger als 8 Monaten schien noch die große Freundschaft ausgebrochen zu sein zwischen Ankara und Damaskus. So veränderbar ist die Welt der nachbarschaftlichen Bündnisse. Na dann, warten wir mal, was nach Ramadan Hochheiliges im Namen der Menschlichkeit ansteht und so. Ich sag schon mal voraus, dass sich noch herausstellen könnte demnächst in der Presse, dass Damaskus doch glatt die bösen Kurden von der PKK noch immer unterstützt. Abwarten und Tee trinken! Der erste Observierungssatellit der Türkei wurde dazu, wenn ich so sagen darf, gerade rechtzeitig in den Orbit gekickt. Selam!

Read Full Post »

Randale, Jobcenter und Zypern

Bis ungefähr 19 Uhr war der Sonntag in Berlin noch ganz erträglich. Danach kam, was in letzter Zeit einfach nicht ausbleiben will: Platzregen. Der Prince of Wales, so heißt der verheiratet Thronfolger Williams vielleicht, hat ganz offensichtlich eine Schleifspur hinterlassen. War wohl doch zu pompös seine Hochzeitsshow jetzt im Sommer, wie die Ausschreitungen auf den Straßen einiger Städte Großbritanniens zeigen. Die Medienmaschine und die Polit-Macher rätseln angeblich, an was es denn gelegen haben könnte, dass sogar Lehrer, Schüler und Kinder auf den Straßen sich daneben benehmen. Cameron spricht davon, Sozialhilfen für Randalierer streichen zu wollen, spricht von Ausweisungen, die veranlasst würden und schickt nahezu drei Mal so viel Uniformierte wie sonst auf die Straßen Londons 16.000. Eigentlich ist er es ja, der die Anzahl der Polizisten im Dienst zurückstutzen wollte. Das wird er sich jetzt wohl nochmals überlegen. Und ausgerechnet Cameron redet von kriminellen Banden. Hat offensichtlich seine kriminelle Nähe zu Murdoch, dem Zeitungsmogul, bereits vergessen, der Gute. Dass ein Schwarzer von der Polizei getötet wurde und dass derartige Vorfälle nicht gerade selten auf der Insel der Engländer vorkommen sollen, scheint niemand politisch Korrektes von Rassenunruhen reden lassen zu wollen. Na, dann rede ich halt von Aufmerksamkeitsdefizit-Unruhen, die in England sich ereignen. ///////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////// Erschreckend finde ich die Tatsache, dass diejenigen, die Geld hinterziehen und in die Schweiz bringen, anonym bleiben dürfen. Mit einer Amnestie irgendeiner Art hätte sich leben lassen, finde ich, doch diese Leute hätten zumindest namentlich erfasst werden müssen von den Behörden, ja, der gut- und altbesungenen Gerechtigkeit wegen. Ein Bekannter, der hat vor 2 Jahren ein paar Monate Hartz IV bezogen. Den traf ich neulich. Und der war so richtig sauer. Dieser Angelegenheit wegen hatte ich ihn allerdings schon vor einem Jahr in ähnlicher Gemütsverfassung getroffen. Doch diesmal schien er förmlich innerlich zu beben. Um aus der Hartz IV-Klemme herauszukommen, hatte er damals nämlich nebenbei gearbeitet. Und er war wohl so ehrlich – oder blöde, nennen Sie es, wie Sie wollen – und hat seinen Nebenverdienst beim Amt gemeldet. Er lag kaum über dem Satz, der ihm zustand. Er meint, das Einkommen und die Arbeitszeit hätte unmöglich weiter runter gedreht werden können von ihm, weil sonst hätte die Firma ihn womöglich nicht angestellt. Er bekam den Job, aber seither ist das Arbeitsamt hinter ihm her und will scheins Traumbeträge zurück. Die Abrechnungen, die er von der Behörde erhalten hat, sind so undurchsichtig, dass selbst eine uns bekannte Anwältin, die sich mit solchen Dingen beschäftigt, nicht mehr durchblickte, welche Forderung wie zustande kam. Das sei allerdings nichts Außergewöhnliches, sagte sie sogleich. Und auf Anfrage bekam er vom Jobcenter Antworten, mit denen nun wirklich niemand was anfangen konnte, wie ich noch erinnere. Kurz, jetzt rief er das Amt offenbar an und fragte, wie hoch seine Schuld denn noch sei. Er zahlt monatlich 20 Euro ab und es war schon fast wieder ein Jahr vergangen und er will keinen neuen Stundungsantrag stellen. Zu seiner Überraschung hatte seine Schuld jedoch innerhalb des letzten Jahres nicht abgenommen, sondern war um knapp 120 Euro angestiegen. Die Rechenkünste des Amtes verstehe, wer kann! Ich denke solche Ungereimtheiten, die kommen einfach zuhauf und zu oft vor. Der Apparat ist zu groß, zu protzig, zu arrogant, zu schlecht geführt. Mit Apparat meine ich allerdings vorrangig ganz Europa, dann ganz Deutschland, und zuletzt die meisten Behörden im jeweiligen europäischen Staat. Was da den Leuten geboten wird, dürfte auf Dauer ähnlich enden – plus anderem Sonderbarem, welches ansonsten noch so geschieht – wie das, was in Nordafrika, Griechenland, Spanien, England etc. abgeht. In Griechenland gehen die Menschen immer noch auf die Straße – inzwischen auch in Zypern. Zypern ist nun dabei, wie es aussieht, unter den Rettungsschirm zu schlupfen. Keine Ahnung, was die dort verloren haben. Die prassen doch. So viele unnötige Beamte und Angestellte, die in Ministerien angestellt sind und anderen staatlichen Institutionen, lässt nur noch staunen. ////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////

Im Norden der Insel blüht indes angeblich die Tourismus-Industrie, nach dem, was der Minister für Tourismus des Nordens von Zypern von sich gibt. Man habe alle Rekorde gebrochen 2010/1. Noch nie seien so viele Besucher gekommen. Der Minister schreibt das den Charterflugabkommen zu, die man neuerdings mit 13 Ländern hat. Solche Flüge gibt es unter anderen aus Polen und den Niederlanden dorthin. Anscheinend scheinen aber die Charterflüge, die aus dem Iran kommen, den Markt am besten belebt zu haben. Das kann ich mir gut vorstellen. Bekanntlich gibt es viele Spielcasinos im Norden und eine nahezu unzählbare Anzahl von größeren oder kleineren Puffs, ich meinte Nachtclubs! Die Iraner, die sich diese Reise leisten, haben gewiss Geld in der Tasche und kommen wohl nicht, um zu beten. Bekanntlich ist Zwangsprostitution besonders im Norden der Insel ein Problem.

Apropos beten. Ansonsten kann registriert werden, dass die Ideologie der Regierungspartei der Türkei, AKP, sich scleichend in Nordzypern breit macht. Abgesehen von den Versäumnissen bezüglich Monasterien der Armenier, Maroniten usw. sind bezeichnender Weise neuerdings auch die Aleviten sich am beklagen. Deren Kinder müssen nämlich in den sunnitischen Religionsunterricht. Ein Cemevi, also alevitische Moschee, wenn ich so sagen darf, wird nicht erlaubt. Die Aleviten werden von vielen Sunniten als Muslime nicht anerkannt und viele Aleviten wiederum sehen sich eher als Zarathustrier, wenn überhaupt, denn als Muslime. In der Türkei hatten die Aleviten in den Regimen vor der AKP stets eine starke Stellung in Armee und der Bürokratie inne. Das scheint sich zusehends zu ändern, wie das Beispiel neuerdings auf Zypern zeigt. Berichten zufolge sollen viele der ansässigen Zigeuner in Morfou und Umgebung des Nordens ihre Koffer gepackt haben und sich in den Süden der Insel abgesetzt haben. Der Grund sei, dass man ihnen das Leben schwer gemacht habe – Diskrimination. Neuerdings gibt es keine Armenier, Aleviten oder Mitglieder anderer religiöser Minderheiten im Büro für religiöse Angelegenheiten der Nordregierung. Was vor einiger Zeit noch der Fall gewesen ist.

Desweiteren wurde ein Konzert in Famagusta verboten. Es konnte nicht stattfinden wie geplant. Der Titel unter dem es stattfinden sollte, war „Linker Schlüssel!“ Die Behörden duldeten das nicht. Das Innenministerium hat offenbar die Liste der Lieder kontrolliert, die gespielt werden sollten. Was anscheinend dem Geschmack der Behörde nicht entsprach. Ich erinnere da gleich „bella ciao, bella ciao!“ Hatte ich mir vor ein paar Monaten anhören dürfen bei wahrscheinlich einer ähnlichen Veranstaltung wie der nicht erlaubten vom 12.08.11. Bekanntlich ist dieses Lied eines aus Italien gegen den Faschismus! Ein weiteres Lied namens „Ayse go home“, welches gespielt werden sollte, hat anscheinend den Auslöser für das Verbot des Festivals gegeben. Ayse ist ein Synonym für die Türkei, wird geschrieben im PIO-Report, der eine türkische Quelle zitiert.

Letztlich ist Erdogan mit dem Oppositionsführer der Türkei sauer, weil der entgegen den Gepflogenheiten sich mit seiner Kritik an der Außenpolitik der AKP zu Wort gemeldet hat! Kilicdaroglu, der Oppositionsführer, findet, dass der Außenminister der Türkei mit seinem Besuch in Syrien einen großen Fehler gemacht habe. Und so auch in der Zypernpolitik. Die Regierungspartei AKP handele entgegen dem Versprechen, dass die Türkei zukünftig als Nachbarn Freunde, keine Feinde haben werde, bemängelt Kilicdaroglu. Wenn man bedenkt, dass wegen dem Engagement des türkischen Außenministeriums in Syrien gewiss auch der Iran und die Hisbollah im Libanon sich von der Türkei abwenden werden teilweise, muss man dem Kritiker Kilicdaroglu recht geben. Doch ich finde, dass das die beste Investition in die Zukunft sein dürfte politisch, die die Türkei machen konnte, vor allem auf außenpolitischem Terrain. Das bringt das Land stückweit zurück in den Schoß des Westens, für den sie noch einige wichtige Funktionen übernehmen wird können, die ihr auf lange Sicht die gewünschte Handlungsfreiheit bringen werden – und einen relativen Wohlstand im Vergleich zu anderen in der Region. Dass der neue ägyptische Außenminister, Muhammad Kamal Amr, den türkischen Staatspräsidenten Gül besuchte unmittelbar nach Davutoglus misslungenem Versuch, Assad in Syrien zu Reformen zu bewegen, unterstreicht Gesagtes. Die Presse wurde bei diesem Treffen nicht zugelassen. Es scheint ziemlich zugeknöpft abgelaufen zu sein.

Ankara steht kurz davor, ein Abkommen mit dem Süden Koreas zu unterzeichnen im Rahmen des Außenhandels-Verbund.

Read Full Post »

Zypern: Geld, Macht und Rasse

Dass es so weit kommen wird, wussten wir alle es nicht schon seit Längerem? Xristofias hat seine Regierung aufgelöst. Zypern steht nun aber nicht in einer Art Hitzestarre deswegen. Ein neues Kabinet wird gebildet. Was ist geschehen?
Munition ist explodiert. Teile der zyprischen Bevölkerung ist am explodieren, auch deswegen und weil das Gefühl, nicht mehr so viel Geld in der Tasche zu haben wie einst ganz real um sich greift. Und wenn es ums Geld geht, dann ist auch auf der Insel der Spaß am Ende angelangt.Inzwischen finde ich es mehr als nur ärgerlich, dass in der Nachrichtensammlung der PIO (Press Information Organization) Zyperns vom 29.07. 11 gar nichts zum Rücktritt der Regierung steht – zumindest nicht in der griechischen Ausgabe. Die englische Ausgabe, denke ich, wird dazu auch nichts drin haben, da sie meistens eine Zusammenfassung des griechischen Teils ist. Der Link des Newsletters, wo aus der Presse der türkischen Inselhälfte berichtet wird, dort wird das Thema indes angesprochen, und zwar in englischer Sprache.
Im griechischsprachigen Teil des Newsletters, also, ist die Rede, wie immer, von den Verhandlungen mit den Nordzyprern, und dass die türkische Seite am Stillstand derselben, versteht sich, schuld ist. Dass Frau x und Herr y an dem Treffen teilnahmen von der UN oder nicht, und man sich bei denen über die wenig kooperative Haltung der türkischen Zyprer, wie immer, beschwerte, steht dort. Dass so rein gar nichts zu der Regierungsneubildung in diesem Newsletter steht, bzw. dem Ende der Regierung, erinnert an das, was man früher aus dem Ostblock sich anhören durfte von Journalisten und anderen, die von dort Bericht erstatteten. Immerhin ist die Regierung am 27. oder 28 o7 aufgelöst worden und der Newsletter ist vom 29.

Und dass nach mehr als 40 Jahren an solchem Ort – dieser Newsletter wird vorwiegend für Journalisten ausgegeben – noch immer Beerdigungen von Männern, die 1974 beim Anrücken der türkischen Armee auf der Insel ihr Leben ließen, berichtet wird, grenzt, mit Verlaub, an Verarschung. Ich fühle mich da inzwischen verarscht, und entschuldige mich sogleich für meine Wortwahl.

Zum einen verhandelt man mit den zyprischen Türken, um angeblich eine Lösung der Zypernfrage heranzuführen und dann schreibt die Pressestelle des Staates, die derzeit noch unter ‚kommunistischer Führung ist‘, im gleichen Diktus wie sie es auch unter der Papadopolous Regierung, dem politischen ultra Rechtsausleger einst tat. Was sollen diese andauernd stattfindenden Beerdigungen irgendwelcher Gefallener 1974 in mehr oder minder regelmäßigem Abstand? Und dann das Vokabular dabei im Gebrauch: „Held, der zu Grabe getragen wurde, Kämpfer für die Freiheit und Demokratie, unser Volk ist unsagbarem Schmerz ausgesetzt, der begangenen Verbrechen wegen, die gegen die Demokratie Zypern im Sommer 1974 begangen wurden, wie viel Zeit auch immer verstrichen ist, wir gedenken dem Gemetzel an uns in jenen Tagen, welches unser Vaterland in die Katastrophe führte“ etc. Andernorts wird immer noch und andauernd von Scheinregierung oder selbsternannten Minister x oder y geschrieben im Newsletter und dass der Besuch Erdogans vor kurzem im Inselnorden gar illegal gewesen sei.

Bei dieser Rhetorik würde ich jedenfalls auch einen eher erhöhten Strompreis verlangen von den Südzyprern als Nordzyprer, wenn ich ihnen, so wie es gerade geschieht, mit Energie aushelfen soll. Auch dann, würde ich das tun, wenn ich weiß, von denen zuvor Strom mal sehr billig oder gar geschenkt bekommen zu haben. Denn bei solcher Rhetorik treibt es einem doch zu fragen: Wer hat damals denn das Gemetzel begonnen? Nach dem, was ich dazu erfahren durfte bislang, kommt einfach niemand daran herum zu sagen, es waren die aus dem Süden, die Griechischsprecher!!!

Wenn Nikosia sich dahin gehend öffnen könnte, genau das so frank und frei zuzugeben, wäre schon viel Schrott aus der Welt geschafft. Die Holzköpfe und Unverbesserlichen im Süden würden dann endlich mit Tatsachen sich auseinander zu setzen haben und fänden keine weiteren Schlupflöcher, in die sie sich verrennen können. Der Terrorakt in Norwegen ist es, der mich bewegt, zu diesem Thema klarer denn je Stellung zu beziehen. Weil es dämmert in den Köpfen vieler Südzyprer, habe ich den Eindruck, eine dem geistig verirrten Terroristen aus Norwegen nahestehende Gesinnung. Viele haben auch auf Zypern den Eindruck, dass die Überfremdung ihre Freiheit und westlichen Lebensstil beschränkt, ja, gefährdet und ihnen vor allem daher und wegen angesprochener Schuldfrage, Unrecht geschieht. Desweiteren denken viele, dass die Orthodoxie gefährdet ist und Muslime, Buddhisten und andere Religionen den reinen Hellenismus, der ja eigentlich eh wenig bis gar nichts mit dem Christentum am Hut hat, der in Zypern anscheinend bestehen soll, vollends beflecken. Dass diese Fremden auch noch Gelder erhalten bzw. verdienen und Positionen innehaben, die eigentlich den Einheimischen zustehen – wer auch immer das genau sein soll – , ist nicht erst seit Norwegen ein weiteres bekanntes Argument derartiger Gesinnung. Das in Trennzeichen Stehende im Satz zuvor wird nur zur Erinnerung für all diejenigen geschrieben, die von reinen Rassen und dergleichen gerne träumen, denn Zypern, wie auch Gegenden andernorts, z.B. Deutschland, waren und sind schon immer Ein- und Auswanderung verschiedenster Menschentypen ausgesetzt gewesen.

 

Read Full Post »

Umzug vollbracht, HALLO!

Es musste sein, dass ich mit http://kleinasien.blogg.de umziehe. Die Plattform konnte meine Bedürfnisse schon seit Längerem nicht mehr befriedigen. Ohne Blogrolle zu blogen, habe ich mir zu lange gegeben. Das geht nicht mehr!!!

 

Liebe Leser,  auf ein Neues, hier!

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: