Feeds:
Beiträge
Kommentare

kibris 2017

via Kibris 2017 u. s. w.

Kibris 2017 u. s. w.

Vorweg einige Bemerkungen zu ‚Jamaika‘ und dergleichen in Germanys Reichstag – und zur SPD und dem ‚Wundermittel‘ Glyphosat. Von der erwähnten politischen Partei kann nicht als Insider berichtet werden. Es sind eher Betrachtungen eines einigermaßen durchschnittlich gut informierten Zeitgenossen, die Sie erreichen werden.

Derzeit sondieren DIE da vom Bundestag noch. Bis dieser Artikel erscheint in zwei-drei Tagen dürfte MAN sich noch zu keinem Ergebnis durchgerungen haben – wer mit wem und wie.

Dass es zu Neuwahlen kommt, wird hier eher ausgeschlossen. Wünschenswert wäre eine Minderheitenregierung. Nur so etwas werden sich die Verhandler der durch das Wahlergebnis befugten politischen Parteien wohl nicht verpassen – leider. Uns Bürgern dieser Republik gehörte so ein Regieren aber schon mal verpasst, auch, damit voraussichtlich bei vielen wieder so etwas wie Freude und Neugier, ja, Interesse fürs Politische und MEHR entfacht würde, und zwar, beispielsweise, vermittels Diskussionen im Bundestag – die sich dort ja, vorerst, eh schon allein wegen der AFD etwas interessanter gestalten dürften zukünftig, mit höherem Unterhaltungswert usw. Deutschland braucht außerdem dringend noch mehr und sichtbarer – für gewiss die meisten Bewohner dieses Landes – Demokratie, und weniger von Oben-herab-Regieren, wie es die vorherige GROKO und alle Regierungen davor bislang abgezogen haben – mehr oder minder noch immer abziehen als stünde die GROKO schon.

In dem dieser Herr Schmidt von der CSU vor Kurzem im Europäischen Parlament nicht wie „vereinbart“ in Brüssel mit Stimmenthaltung stimmte in Sachen Glyphosat, mal ehrlich: Braucht es noch mehr Beweis dafür, dass ein problematisches Demokratieverständnis in wahrscheinlich dem größten Teil der sogenannt oberen (politischen) Klasse der Gesellschaft zu krass kursiert?

Und dann wäre da noch das Schleckerurteil. An das Urteil, damals, dieses ehemaligen Fußballers namens Höhnes, der jetzt wieder auf Manager macht beim FC Bayern, mag man sich schon gar nicht mehr erinnern oder sich ausmalen, dass die verurteilten Schleckerkinder mit ihrer Berufung doch noch durchkommen. Zu lediglich 2 Jahren noch etwas wurden die verknackt:

Wie glauben diese Verbeamteten in Justiz und Politik hierzulande eigentlich vor allem junge Menschen davon überzeugen zu können, für die Gemeinschaft eintreten zu sollen und sich legal ‚nach oben‘ durchzuboxen, wenn solche Urteile gefällt und solche Verhalten vorexerziert werden?

Wie es der Zufall will, jährte (40) sich der Mord an dem Arbeitgeber-Präsidenten Schleyer, offenbar am 28. 11. Dessen Sohn traf die ehemalige Terroristin Silke Maier-Witt in Skopje. Letztere entschuldigte sich für ihre Taten von damals. Mir ging durch den Kopf, als der Artikel in der Bild überflogen wurde: „Wie viele Bildleser haben vor dem zuvor gezeichneten Hintergrund wohl so etwas gedacht, wie: Eine Sauerei war der Mord an Schleyer schon. Aber geändert hat sich an den Gründen dafür eher wenig bis gar nichts – diese sind dabei, sich noch zu verschlimmern!

Eigentlich schon fast egal, was DIE untereinander in den Sondierungsgesprächen auskaspern, wenn es auf GROKO erneut hinausläuft. Hält sich ja eh niemand WIRKLICH ans zuvor angeblich mühevoll Ausgekasperte im politischen Alltag!

Ja!

Dann soll sie doch als Minderheitsregierung regieren, die Merkel!

Mal sehen, ob die SPD ihren Profilierungshunger im Gespräch in den eigenen Reihen und gegenüber den Verlockungen der CDU etc. noch einmal überwinden kann und wieder in die Opposition freiwillig abtaucht – und GROKO hoffentlich nicht ermöglicht.

OK, die Gefahr besteht, dass Präsident Steinmeier dann anordnet, was er besser nicht anordnete: Neuwahlen.

Die Grünen streben ja eh kompromisslos zur Macht. Mendeln die eigentlich oder sind die doch eher darwinistisch drauf?

Man kommt einfach nicht umhin, zumindest ein einziges Mal, sich als Blue Print einen der jährlich herauskommenden „Cyprus Country Reports“ zu greifen (www.cyprusprofile.com), diesmal den Report der CountryProfiler Ltd. für das Jahr 2017. Und ich kann es Ihnen jetzt schon verraten: Etwas zu grüner Politik oder dergleichen, Partei der Grünen und so, konnte ich dort drin jedenfalls nirgends lesen.

In der Folge wird recht freizügig aus erwähntem Country Report Info abgesaugt und Ihnen sodann dargereicht zur Verdauung – oder so.

Auf der Kreuzung zwischen Europa, Afrika und Asien liegt Zypern, wie Sie ja wissen. Ein kleines, geteiltes Land – Zypern. Das drittgrößte Inselchen im Mittelmeer. Es teilt eine 300 km lange Seegrenze mit Ägypten, 108 km mit dem Libanon und 71 km mit der Türkei. Griechenlands Festland liegt ungefähr 800 km weit entfernt von Zypern – nordwestlich. Die Insel hat angeblich inzwischen 10.000 Jahre menschliche Geschichte auf dem Buckel. Zypern war vielen Kulturen ausgesetzt, die teils aufgenommen wurden – hineinschmolzen. Kurz: die strategische Lage im südöstlichen Mittelmeer formte und formt die Insulaner ausschlaggebend mit – so unter anderem auch ihre Involviertheit in den internationalen Handel und Geschäfte. Naheliegend ist auch daher, dass sich im äußersten Südosten der EU ein steuerfreundliches Investitionsklima entwickelte. Der genannten Union gehört Zypern bekanntlich seit dem Jahr 2004 an. Es hatte sogar schon die Ratspräsidentschaft der EU inne – „erfolgreich“, wird gern und stets betont.

Dieses Land unterhält mit 60 Staaten sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen. Urlauber finden sich im Vergleich zu den Jahren davor überproportional ein, seit die Türkei, Ägypten, Libanon und Tunesien in Sachen Tourismus einigermaßen schlappmachten. Die dazugehörigen Regime gebärden sich einfach zu unfreundlich, zu autokratisch, zu menschenverachtend – sind eigentlich zu gefährlich, um dort unbesorgt Ferien zu machen als Europäer (Tunesien ist nicht ganz so schlimm, Libanon wird es gerade mal wieder, aber…). Geiselnahme (beispielsweise Yücel) steht daher stets im Raum für Reisende, Racheaktionen ohnehin, schlichtweg Hass, der sich auf den Westen richtet und Touristen trifft, treffen kann – Homophobie nimmt bizarr zu, siehe Ägypten, siehe die Türkei, Iran sowieso.

Zypern hingegen ist einigermaßen friedlich. Man definiert sich im griechischen Teil der Insel prononciert als christlich, als Wiege des Westlichen. 340 Tage durchschnittlich scheint die Sonne – und MEHR. Die Strände sind offen für jeden, soll heißen: Hotels und andere Anrainer ans Meer können das Durchqueren oder Betreten ‚ihrer‘ Strände der Öffentlichkeit nicht verbieten, genauer: sie sind dazu angehalten, den Durchgang so zu ermöglichen, dass man nicht den Eindruck gewinnt, man betrete Privateigentum – im Gegensatz zum Norden der Insel, wo Hotels und andere Interessierte der Öffentlichkeit den Zugang offenbar gern versperren.

Klar doch, als Service-Center sieht man sich auf Zypern auch gern, und zwar für Schifffahrt, die Finanzmärkte und, wie bereits erwähnt, für den Handel. Über 100 Schiffslinien laufen die Insel an, aber dennoch gibt es noch nicht mal eine einzige Fähre nach Israel, Griechenland, Ägypten oder in die Türkei. Irgendwann mal war das aber der Fall. Vom Norden der Insel kann allerdings von Fährbetrieb in die Türkei gesprochen werden. Ja, sogar nach Syrien bestand mal die Möglichkeit als Passagier auf Handels- und anderen Schiffen mitzufahren. Ist derzeit der angespannten, kriegerischen Lage mit viel Überredungskünsten vielleicht nur noch nach dem Libanon oder Ägypten möglich. Genaueres kann hierzu lediglich vor Ort erfahren werden, wie zu vernehmen ist, da solch Entscheide offenbar nach Bauchgefühl von den Kapitänen gefällt werden – oder wer auch immer dafür zuständig ist.

Das Jahr 2015 signalisierte einen früheren Exit Zyperns als erwartet aus der Rezession und Finanzkrise sowie einen Rückgang zu ökonomischem „Wachstum“ – was ja bekanntlich neuerdings das Mantra schlechthin ist allerorts. Die EU-Kommission sagte Zypern ein Wachstum von 2,5% fürs Jahr 2017 voraus. Hallo! Sie sind wieder WER. Nicht von Ungefähr, also, lassen sich immer mehr Headquarters internationaler Firmen auf der Insel nieder: Fundmanagers, Promoters und viele andere. Das Investment Fond Geschäft könnte sich vor Ort zu einem Zig-Millionen-Euro-Ding entwickeln, zu etwas Großem halt, was den Zyprern gewiss nach eigenem Dafürhalten zu Gesicht steht, wozu sie sich irgendwie berufen sehen. So jedenfalls klingt es, wenn man gewisse Broschüren liest oder Nachrichten hört: „Alternative Investment Fonds“, heißt eine der Erfolgsformeln. Deren Anzahl hat sich bereits verdreifacht auf Zypern. Ausländische UCITS werden ebenfalls gehandelt. UBS, JP Morgan und auch Julius Bär promoten einen solchen UCITS gerade in Zypern.

Noch schnell ein paar Worte zur zyprischen Börse, dem „Cyprus Stock Exchange“ (CSE). Verständlich ist für jenen, der die allgemeine Verfassung der Zyprer zu kennen glaubt, dass sich die zyprische Börse vorgenommen hat, DER regionale Player im südöstlichen Mittelmeer zu sein, das Tor nach der EU etc. Dabei konzentriert man sich auf sogenannte Nischenmärkte, wird gesagt. Die CSE offeriert einen voll-computerisierten Online-Handel, Clearing und Settlement, so auch einen Zugang zur „Athens Exchange“, und zwar über ihre Allgemeine Handelsplattform. Griechische Märkte klinken sich über die eben genannte Plattform ihrerseits in den zyprischen und anderen Märkten ein. Gefragt scheint bei den Griechen vor allem der Markt zyprischer Versicherer zu sein. Ein neuer Service ermöglicht es nicht-gelisteten Firmen, ihre Registrierung vonseiten des „Cyprus Central Depository“ und der „Central Registry“ managen zu lassen. Ein regulativer Rahmen wurde des Weiteren erstellt, um sogenannte „Global Depository Receipts“ (GDRs) einführen zu können. Diese werden in internationalen und sich entwickelnden Börsen gehandelt. Sie repräsentieren den Anteil einer Eigentümerschaft bei einer Firma, der zu jederzeit in Aktien konvertiert werden kann. Das ermöglicht vor allem kleinen Familienunternehmen, beispielsweise, dass Familienangehörige Geld abziehen („divest“) können, ohne das Set-Up ihres Unternehmens zu riskieren – und um die Liquidität zu erhöhen, indem eine Investitionsbasis („investor base“) derart eröffnet wird. Eine andere innovative CSE-Initiative war die Einführung eines Systems für die Applikation elektronischer Online-Submissionen, die beim Aussteller via der CSE-Webseite gelistet werden. Die Rede ist vom „Online-Application-Portal“. Darüber hinaus wurde ein weiterer regulativer Rahmen, nämlich der für die Handhabung von sogenannten Depository Interests (DIs), eingeführt. Dieser erleichtert den grenzübergreifenden Handel zwischen Zypern und Großbritannien, und zwar für dual-gelistete, sogenannte „interested companies“.

Nun: Im Jahr 2015 wurden also signifikante Änderungen bei der Kategorisierung und Struktur des zyprischen Markts vorgenommen mit dem Ziel, sich den relevanten internationalen Märkten besser anzupassen. Hinzukommt: Der ECM (Markt für aufkommende Unternehmen) des Cyprus Stock Exchange offeriert vereinfachte Listing-Kriterien zu günstigeren Preisen, womit anscheinend erfolgreich Firmen angezogen werden: internationale und nationale. Ein verstärkt personalisierter Service kann angeboten werden zu wettbewerbsgünstigen Beiträgen, da alle Kosten möglichst unterschwellig gehalten werden. Dem Betrachter eröffnet sich folgende Einsicht: Irgendwie werden die ganze Zeit neue Werkzeuge erfunden am Börsenmarkt: siehe OASIS, LEI, LSE, ISIN, CFI, ANNA, AIF, ETF usw.

Das soll genügen, um Sie nicht noch mit Details darüber, wer wieviel Millionen auf Zypern wo investiert, zu langweilen/erschlagen/ oder zu ermüden etc.

Und wenn Fonds oder Depositorys allein nicht glücklich machen, wie wäre es dann mit dem maritimen Bereich?

Erst 7% des Bruttosozialproduktes machen zwar solche maritimen Geschäftchen der Insulaner aus, was sich aber nach oben in der Ausrichtung zukünftig ändern dürfte – das heißt, dass noch mehr Bruttosozialprodukt erschaffen wird. Die so genannte Zypern Registratur soll die drittgrößte maritime Flotte innerhalb der EU stellen. Und wird seit Jahren unter den 10 besten und größten der Welt gelistet. Zypern hat anscheinend das größte Schiffsmannschafts-Management weltweit. 2010 wurde ein von der EU abgesegnetes und vorteilhaftes Tonnage-Steuer-System eingeführt. Limassol ist DER Hafen in Zypern-Süd. Freihandelshafen. Die Sky-Line der Stadt erliegt, das heißt kriegt gerade verpasst, eine „multi-million-euro“ Transformation. Von EU-Tarifen und Zollbestimmungen ist Zypern sozusagen ausgesondert. Larnakas Hafen soll dieses Jahr verbessert und ausgebaut werden. Ein deutlicher Boom folgte der Privatisierung der Dienste im Hafen von Limassol.

Wie gesagt, der Tourismus zieht an, wie man sagt, und endlich ist man aufgewacht in den südzyprischen Ministerien und scheint das Projekt „12 Monate Tourismus“ auf Zypern strategisch klüger und vielversprechender angehen zu wollen. Die CTO, das staatliche Tourismusbüro des dafür zuständigen Ministeriums, hat vor Kurzem sogar eine Weinstraße erfunden und installiert. 6 unterschiedliche Routen wurden angelegt. Bio-Landwirtschaft soll es auch geben und einen Zuwachs haben. Leider konnte ich solch Ding noch nicht bestaunen gehen und wüsste auf Anhieb nicht, auf welchem Wochenmarkt Produkte daraus zu kaufen sind – und ob die überhaupt den nordeuropäischen Standards entsprechen. Was mir sehr oft begegnet stattdessen, sind Menschen, die Kanister schleppen oder diese hinter Traktoren angebracht haben, in denen Gift gegen alles Mögliche im Garten, auf dem Feld und wer weiß, wofür noch zu sein scheint. 46.980 Hektar des südlichen Insellandes sollen aber biomäßig beackert werden, wird behauptet – mit steigender Tendenz, wie gesagt.

Manche sagen indes auch: Es bliebe den Zyprern nichts anderes über, als 12 Monate im Jahr Touristen zu empfangen, abzufertigen oder endlich so richtig loszutreten, da sich der Markt entsprechend anbietet, beziehungsweise aufdrängt – wegen der Semi-Kriege in der Nachbarschaft. Und wer stößt schon gern einen, wenn schon nicht sonderlich schönen, so doch aber nützlichen Menschen (gemeint ist der Tourismus) von der Bettkannte, oder?

Und wissen Sie was? Paphos ist dieses Jahr, 2017, die eine Europäische Hauptstadt der beiden für diesen Titel bestimmten Städte innerhalb der EU. Wir haben hier schon zur Genüge daran herumgemeckert, wie ungenügend diesem Titel letztlich Rechnung getragen wurde und wird in Paphos. Doch in den Selbstdarstellungen der Zyprer ist Paphos als die „Europäische Hauptstadt 2017“ NATÜRLICH ein Erfolg – der legendäre Geburtsort der Afrodite ist sie ja sowieso schon.

Da auch nach ÖL und Gas gebohrt wird im Meer, was einfach nicht in ‚ausreichender‘ Menge auf zyprischer Seite im Mittelmeer gefunden werden kann, ist das Projekt TOURISMUS durchaus mit einem Fragezeichen zu versehen, und zwar wegen der zu erwartenden Betriebsunfälle beim Bohren nach Öl oder Gas im Meeresbooten; ein Fragezeichen, welches auch durch die anhaltenden Streitigkeiten der Griechischzyprer mit der exzentrischer werdenden Türkei nicht kleiner werden dürfte. Letzteres, die vage soziopolitische Lage Zyperns, ist so etwas im Laufe der Jahre geworden wie die zyprische Auflage der Never Ending Story.

Zum Beispiel wird bei Vassilikos, welches unweit vom Fischerdorf Zygi liegt, eine „multi-billion“ Investition, die mit der Exploration von Gas zu denken ist, getätigt. Man spricht vollmundig von „Energy Center“, welches dort hochgezogen wird. Eine Verflüssigungsanlage für Erdgas ist auch noch immer angedacht, die dann nach Vassilikos kommen wird. Wie gesagt, es ist angedacht. Sicher ist noch lange nicht, dass es dazu kommt. Viele Anrainer stoßen bereits Gebete gen Afrodites Geburtsplatz vor Paphos aus, dass sie, die Schönste der Schönen, diese potentielle Gefahr für Flora und Fauna verhindern möge – wenn sie schon den anderen Wahnsinn zulässt.

Ja, viele Container verlassen den Hafen von Limassol – oder kommen dort an. Dennoch: Bekanntlich haben die Zyprer angefangen, sich vorsichtshalber ein weiteres Pferdchen zu besorgen, auf welches sie und andere setzen werden können, was ziemlich klug ist bei solch vager oder von äußeren Faktoren abhängigen Lage: „Bildung“.

Nein, so richtig Grün werden DIE jedenfalls vorerst nicht politisch oder in Sachen Bildung. Sprechen wir daher besser von einer Kategorie namens zyprisch-grün, die anstatt besteht, eben auch, weil der grüne Gedanke in der Bildung eher mangelhaft vermittelt wird – noch ist dem so. Den Machthabenden auf Zypern geht es wie Frau Merkel: Die reden meist nur großmündig über oder von der LIEBEN Umwelt.

Gemeint war davor also Bildung im wahrsten Sinne als Industrie – oder dergleichen. Als Wirtschaftssektor. Kollaboriert wird in Zypern-Süd unter anderen mit der St. Georg Medical School (Uni London), University of Central Lancashire etc. Im Norden Zyperns haben sie diesen Wirtschaftszweig auch schon für sich entdeckt, den der Bildung.

Die Hochschulen Zyperns haben durchaus Aussicht, noch wesentlich besser qualifiziert, und in der Welt angesehen zu werden – siehe zum Beispiel den „Technologie Park“. Das Ding ist allerdings erst im Entstehen. Doch immerhin, ein Schritt in eine wahrscheinlich vielversprechende Richtung!

Nikos Anastasiadis ist der 7. Präsident im Süden der Insel. Am 24. Februar 2013 war es so weit, und wenn alles ‚schiefgeht‘, Scherz beiseite, wird er es nächsten Februar 2018 nochmals ins Amt des Präsidenten von Zypern schaffen. Der DISY-Partei gehört Anastasiadis an. Ein steter Wechsel der Parteien an der politischen Spitze prägt bislang, grob gesagt, in Zypern die politische Landschaft. Vor der DISY hatte die AKEL-Partei jemanden im höchsten Amt des Staates – Herrn Xristofias. Ob bei den häufigen Wechseln der Parteizugehörigkeit an der Spitze im Staat von kurzfristigen Kolonisierung des Landes durch eben jene regierenden politischen, griechisch-zyprischen Parteien gesprochen werden könnte, erscheint manchem gar nicht so abwegig.

Ja, aber kolonisiert wurden die Zyprer von den Griechen im Altertum (1400 v.Chr.) dennoch. Das ist belegt. Und seither hatte (hat?) man viele ausländische Herrscher. So viele in der Tat, dass man schon zu fragen beginnt, was ist das eigentlich wirklich, wie ist es zu verorten, was sich heutzutage griechisch-zyprisch geriert? Franken, Venezianer, die Osmanen bis 1571, 1878 die Briten, alle waren sie mal tonangebend auf Zypern. Die Griechischzyprer wurden erst 1960 unabhängig, genauer, dieses Völkergemisch wurde in die ‚Freiheit‘ entlassen, das nichtsdestotrotz darüber einig wurde, sich zukünftig genetisch mehrheitlich als Griechen zu verorten – was gewiss der Überprüfung bedürfte, wenn einem die Verwandtschaften der Zyprer wichtig genug wären. Dies, zumal vor der griechischen Übernahme im Altertum wohl als erste Zyprer Afrikaner, Araber, Juden und andere galten, die die Insel mit ihrem Erbgut etc. sozusagen grundiert haben dürften. Das ewige Streitthema.

Inzwischen ist das Aufeinander-Einhacken und Sich-Beine-Stellen, vielleicht auch wegen den eben geschilderten Zusammenhängen, gewissermaßen institutionalisiert – siehe beispielsweise die „acquis communautaire“, die das auf ihre Weise von außen unterstützt seitens der EU. Ja, das ist so zu sehen. Die EU hat ihre Gesetze nämlich für den Norden der Insel, für die Türkische Republik Zypern, als außer Kraft stehend deklariert – und das obgleich der Grund und Boden, auf dem diese türkische Republik besteht, ein Teil der EU sein soll, als solcher in Brüssel ausgewiesen wird. Auf den Hick-Hack des Wieso, Warum und Weshalb dem so ist, wird hier nicht eingegangen. Zu widersprüchlich, zu umfangreich. Zu oft andernorts versucht worden, das zu erklären, wie auch hier in anderen Beiträgen. Und mit Widerhaken und anderen Behelfen klappt den involvierten zyprischen Streithähnen meist, diesen Sachverhalt auf ihre Weise jeweils verständlich zu machen – jeder mit entsprechender Argumentation. Aber halt nicht so überzeugend wird das getan, dass es sie selbst überzeugte, schwant nicht wenigen, wenn sie sich Reden von Politikern und Kulturtreibenden etc. anhören.

Und auch daher tun sich viele schwer damit, dass der Süden der Insel bei der EU und den United Nations Mitglied ist, wo es doch einen größtenteils zyprisch-türkischsprachigen Norden Zyperns gibt, worin ein gewisser Widerspruch liegt. Ein EU-Beitrittskandidat dürfte nämlich nur dann Vollmitglied der EU werden, wenn er seinen Trouble mit Nachbarn oder mit ethnischen Gruppierungen im Land etc. beiseitelegen konnte.

Nun, dem ist also so, dass Zypern-Süd nun der EU angehört, und auch von daher konnte das Land im Süden der Insel Verträge bezüglich Tarifen und Handel (GATT) unterzeichnen sowie den Multilateralen Investment Garantie Agentur Vertrag (MIGA). Und was sagt Präsident Anastasiadis unter anderem und durchaus auch in diesem Kontext: Der südzyprische Bankensektor habe weitere Herausforderungen zu bestehen, die „Non-Performing-Loans“ müssten dringend restrukturiert werden.

Also: Das Letztere sind Gelder, die man schuldig ist, die keine Sau zurückzahlen mag; wo es doch so schön ist, auf Pump unterwegs zu sein, denken offenbar noch immer viele zyprische Unternehmen. Diese Non-Performer, nenne ich sie mal, sind nach Ansicht des zyprischen Finanzministers vor allem auch ein juristisches Problem – die hohe Verschuldung der Bürger ist ein weiteres. Viele bezahlen ihre Schulden an die Banken nicht, weil sie es nicht können oder wollen oder, weil sie auf den Segen von oben warten. Normalerweise erfolgt der Letztere gern vor Wahlen, wenn zyprische Politiker auf Stimmenfang sind und zuweilen unglaubliche Dinge versprechen – wie gerade derzeit Anastasiadis. Auch vielleicht solche Versprechen, wie, dass Verpflichtungen der zuvor erwähnten Natur nicht in voller Höhe oder gar nicht mehr beglichen werden müssen.

Nun ja, hat sich der Präsident Anastasiadis eventuell gedacht, nicht so schlimm. Ihr kriegt doch demnächst eh euer Casino, welches „major US entertainment groups“ an Bord hat. Und dieser Umstand, den der Finanzminister nicht aufhört zu betonen, soll offenbar uns gewöhnliche Betrachter und/oder den zyprischen Bürger in Sicherheit wiegen, vermute ich. Lizenzen wurden bereits vergeben. Das Größte und Tollste, was die Welt je gesehen hat, wird entstehen. Wer macht sich nach so etwas noch Sorgen um zahlunwillige Bürger oder Firmen zwecks Kredittilgungen bei einer popeligen Bank? Außerdem entstehen weitere Luxushäfen an der Goldküste Zyperns, „marina“ genannt – und natürlich Golfplätze. Diese sogenannten „Multi-Zweck-Projekte“ werden ES dann aber wirklich und spätestens richten!? Alles Five Stars! Das meiste davon jedenfalls: Melco, Hard Rock, Limassol Marina, Yacht-Marina in Aghia Napa für 600 Schiffli plus Twin-Tower, Radisson Blu in Larnaka, Amathus Beach Hotel, Parklane Luxury Collection Resort & Spa, Le Meridien in Limassol, Harrods Design Studio, Sun City Spa, welches Chinesen errichten etc.!

Und auch daher ist Präsident Anastasiadis offensichtlich überzeugt, dass alles gut wird. Hoffen wir, dass die Schuldner der Banken sich in solchen Orten wie den demnächst entstehenden Luxus-Spielhöhlen nicht komplett verschulden gehen – soll ja schon vorgekommen sein andernorts in der Welt. Ansonsten hilft da wohl noch, dass Zypern ja eine der niedrigsten Steuerraten für Unternehmen hat? Die liegt derzeit bei niedrigen 12,5%. OK, Brexit könnte Herrn Anastasiadis einen Strich durch die Rechnung machen, wegen der traditionellen Nähe der Zyprer zu den Engländern – eventuell. Doch der Brexit birgt auch Chancen. Beispielsweise lassen sich viele Briten einen zyprischen Pass ausstellen. Viele wohnen ja dauerhaft auf der Insel. Meine Nachbarn gehören auch dazu, ehemalig bei der Armee angestellte. Nichts Besonderes also. Doch auch jene, egal woher sie kommen, die mal schnell 2-3 Millionen investieren können, kriegen einen süd-zyprischen Pass. Und dann muss noch verstanden werden, dass Großbritannien Zyperns zweitgrößter Handelspartner ist. Dass die Gesetze meist nach britischem Recht geschrieben sind auf Zypern, macht diese Angelegenheit gewiss auch nachvollziehbarer – sozusagen mit „copy and paste“ wurden die Gesetze in der Vergangenheit aus dem britischen Rechtsraum übernommen. Der EU Chef-Unterhändler Michel Barnier stellte schon mal fest in Sachen Brexit, er betrachte es als lebenswichtig, die Unteilbarkeit der 4 Freiheiten beizubehalten: die Bewegungsfreiheit, sowie die Freiheit, sich geschäftsmäßig irgendwo etablieren zu können – zumal ja tausende von Zyprern in Großbritannien leben und arbeiten. Die beiden anderen Freiheiten sind hier irgendwie untergegangen: SORRY.

Untergehen soll jedenfalls nicht, den Rahmen etwas zu zeichnen, in dem auch Zypern sich bewegt, diesen kurz zu vergegenwärtigen, weil sonst könnten Sie noch denken, Zypern ist wie das Paradies gelegen – unnahbar, echt fern und so; daher:

Obwohl ein [US-]Präsident in der Außenpolitik über weitreichende Vollmachten verfügt, kann er einen radikalen Kurswechsel nur dann vollziehen, wenn er seine wichtigste Waffe einsetzt: die Macht der Überzeugung. Trump hat sich als erbärmlicher Verkäufer seiner eigenen Revolution entpuppt. Der Kongress korrigiert seine Anbiederung an Russland, Gerichte setzen seine Einwanderungserlasse außer Kraft, Bundesstaaten und Großstädte bekennen sich zu den Pariser Klimazielen. Die außenpolitischen Debatten in der Regierung dominieren jetzt sein Sicherheitsberater H.R. McMaster, Verteidigungsminister James Mattis und Stabschef John Kelly: drei erfahrene Generäle und erklärte Internationalisten. Zwei wichtige Verfechter von Trumps nationalistischer Agenda, der kremlfreundliche Sicherheitsberater Michael Flynn und der interventionsfeindliche Chefstratege Steve Bannon, haben den Machtkampf verloren und die Regierung verlassen. … In vielen Fragen setzt sich zunehmend die Linie vergangener Jahrzehnte durch. Nafta wird nicht gekündigt, sondern nachverhandelt, China nicht der Währungsmanipulation angeklagt, internationale Kooperationen sind nicht mehr tabu, seit der Präsident im Nordkorea-Konflikt erfahren muss, dass es Probleme gibt, die sich nicht mit brachialen Parolen lösen lassen [und im Libanon sacken die Saudis mal schnell den Ministerpräsidenten Hariri ein, was Trump zwar noch nicht bedenklich zu finden scheint (Stand 13. 11. 17), was aber sein Außenminister weniger lustig findet]. Sogar die Nato hält Trump wieder für eine wichtige Organisation. Am deutlichsten wird sein Kurswechsel beim Einsatz des Militärs. Nach seiner Wahl hatte er noch gesagt, die „Politik von Interventionen und Chaos“ müsse zu einem Ende kommen. Im Gegensatz zum Zauderer Obama ordnete Trump im April jedoch einen Militärschlag gegen einen syrischen Luftwaffenstützpunkt an, von dem aus Flugzeuge des Assad-Regimes einen weiteren Chemiewaffeneinsatz geflogen waren. Und nach dem er jahrelang den sofortigen Rückzug aus Afghanistan gefordert hatte, kündigte er Ende August an, den Wünschen seiner Generäle nach einer Truppenerhöhung zu folgen. … [Derweil:] Russland modernisiert seine atomaren Langstreckenraketen und marschiert in Nachbarstaaten ein, Nordkorea entwickelt Trägersysteme, die Atomsprengköpfe auf amerikanische[s] Territorium lenken können, China weitet seine Hoheitszone im Südchinesischen Meer rücksichtslos aus, die Taliban und der IS sind in Afghanistan auf dem Vormarsch [,wie Erstere auch in Teilen Afrikas], fast täglich attackieren russische und chinesische Hacker Regierungsdatenbanken, Moskau greift mit Datenklau, Manipulation und Falschinformation direkt in den Präsidentschaftswahlkampf [der USA] ein, der Klimawandel bedroht die Landwirtschaft in Kalifornien und im Südwesten [der USA] sowie die Existenz jenes Teils Floridas, der noch über Wasser liegt“ [– und der Konflikt um nichts Weiteres als Macht spitzt sich im Nahen Osten zwischen dem Iran und Saudi Arabien zu, die sich anscheinend vorgenommen haben, von Nebenschauplatz zu Nebenschauplatz sich die Stirn zu bieten, was Ankara nur in Alarmbereitschaft versetzen kann und auch daher mit Überraschungen in Sachen Zypern eventuell gerechnet werden muss. Jetzt ist offensichtlich der Libanon ein weiterer Nebenschauplatz, wenn diese Entwicklung nicht noch abgewürgt werden kann, und Beirut ist so wenig wie Syrien allzu weit weg von Zypern. Daher: Wenn Israel dem offenbar vorhandenen Willen der Saudis doch noch folgt und im Libanon kriegerisch eingreift, hat die martialische Rhetorik von Präsident Anastasiadis und anderen wirklichen oder vermeintlichen, zyprischen Patrioten den Grat des eventuellen Explodierens im Realen vielleicht schon bald erreicht.

Das Zitat davor stammt aus der Frankfurter Allgemeinen vom 13.11.17, Name des Artikels: „Die Revolution findet nicht statt“].

Wie also schon zu lesen war: In Zypern findet stattdessen so etwas wie eine Revolution statt, und zwar im Bereich höchste-Standards-bestes-Leben-und-sauberstes-ALLES. Wer Letzteres glaubt, wird selig!?

Touristen auf Zypern sind wahrscheinlich herzlich eingeladen, so etwas zu glauben – und alle anderen natürlich auch. Immerhin: Die folgende Einsicht, von der nun berichtet wird, ist schon seit Längerem gereift, nämlich, dass noch mehr Tourismus – und überhaupt Reichtum – geschafft werden könnte, wäre die Insel eine vereinigte. Man liest diesen Spruch von der Einigkeit so in etwa immer wieder, der einem Gebet gleich aufgesagt werden kann – gewiss von allen Leuten im Parlament: Und dann haben die wahrscheinlich auch noch diesen Spruch drauf: In einer Region steigender Ungewissheit sowie globaler Unsicherheit und asymmetrischen Bedrohungen, würde eine Lösung der Zypernfrage Zypern zu einem Symbol der Hoffnung (oder des christlichen Abendlandes) machen – die verwickeltsten Probleme könnten nach einer Vereinigung friedlich durch Dialog aufgelöst werden.

Amen!

Nun, Zypern zeigte eine gehörige Portion Widerstandskraft in Folge der Finanzkrise 2013, rühmt man sich derzeit gern. Durch Diversifikation („naturalisation scheme“) der Wirtschaft und ‚harten‘ Sparmaßnahmen konnte der Krise anscheinend erfolgreich, was auch sonst, entgegengetreten werden. Ein Jahr früher als geplant, hatte man sich aus den Fängen der Krise befreit, wie bereits gesagt wurde, und zwar genauer: im Jahr 2016.

Externen Schocks war die zyprische Wirtschaft schon oft ausgesetzt, zum Beispiel: der Coup, der von Griechenland unterstützt durchgeführt wurde und in seiner Folge die Besetzung des Nordens durch die Türkei 1974.

Des Weiteren: Das Bruttosozialprodukt soll mit der Entstehung Nordzyperns um 16.9% geschmälert worden sein – und 1975 soll dieser Wert gar bei 19% gelegen haben. Versteht sich, dass man sich durch „harte Arbeit“ und dergleichen aus der Misere zu retten wusste und es offenbar noch immer weiß. Ja, ein Wachstum wurde also geschaffen, welches über 30 Jahre angehalten habe. Direkt-Investitionen von Ausländern lagen im Jahr 2016 bei 9.1%. Vom Exporteur von Mineralien und landwirtschaftlichen Produkten (1961 – 73) mauserte sich Zypern-Süd zu einem Exporteuer von verarbeiteten Produkten, und zwar ab Ende der 1970er Jahre, bis in die frühen 80er, wird behauptet. Und zeitlich erst danach kam der Tourismus, Service-Industrie und Geschäftle-Machen im Finanzsektor etc. in den gesellschaftlichen und politökonomischen Werkzeugkasten der Regierenden in Nikosia-Süd. Ein weiteres Stichwort in diesem Zusammenhang: „telecommunication hub“.

Kommunikation über Satelliten soll zukünftig eine herausragende Rolle spielen. Ein flexibles und konkurrenzfähiges Satellitensystem soll inzwischen bereits geschaffen worden sein. Genauer: 1 Satelliten hat man derzeit da oben herumschweben. Ein weiterer dürfte schon bald in ein anderes Orbit geschossen werden, das heißt, man wird ihn dorthin schießen lassen. 300 Millionen Euro wurden bereits lockergemacht, um sich in diesem Sektor auszudehnen.

Scheint nicht gerade viel Geld zu sein, dass da investiert wird. Doch wir wissen ja: Kleintier macht auch Mist. Das weiß jeder Besitzer eines Katers, der im Haus lebt, beziehungsweise residiert, beispielsweise. Klar doch, ein 4G Breitband soll demnächst jedem Zyprer verfügbar sein.

Kartoffeln, mag noch nachgereicht werden, sind DAS Rohprodukt der Landwirtschaft, welches am prozentual das meistexportierte Produkt ist. Kartoffeln machen 40% des Gesamtexports landwirtschaftlicher Produkte aus. Jedes Jahr im Frühling herrscht daher so etwas wie Kartoffel-Saison.

Vom Halloumi haben sie gewiss auch schon gehört, ein Schafskäse, der allerdings kein Schafskäse mehr ist. Knapp die Hälfte der verwendeten Milch zur Herstellung dieses Käses darf Kuhmilch sein. Ein Eigentor, nach hiesigem Dafürhalten. Warum? Weil auch bei Bauern im Süden oder im Norden Zyperns der Schafskäse noch und nur mit Schafsmilch hergestellt wird – doch wir in Resteuropa erhalten das erwähnte Mischprodukt, dessen Namen die Südzyprer sich auch noch absicherten (PDO), sodass ihn bloß niemand stiehlt. Das ist ok, mögen Sie denken, ok. Was daran allerdings nicht ok ist, ist, dass der reine Schafskäse aus dem Norden, der auch einen anderen Namen hat als Helloumi uns in Freiburg oder Brüssel lebend nicht erreicht. Beim Schafskäse aus dem Norden ist dem so, weil die Südzyprer das zu verhindern wissen.

Protected Geographical Indication (PDO) ist ein Label, auf welches man in Zypern ganz scharf zu sein scheint, so eine Art Gütesiegel soll es sein, welches man anscheinend auch dem südzyprischen Halloumi verpasst. Weitere Produkte haben das Siegel ebenfalls, so, wie Loukoumi, Zivania (Schnaps) und einige Weine. Loukoumi ist nicht jedermanns Sache. Es ist (sehr) süß „und sieht so komisch aus“, sagte eine Bekannte kürzlich. Wein wird hüben wie drüben angebaut. Dieses alkoholhaltig Flüssige ist meist recht gut im Geschmack. Reben, und der aus ihnen hergestellte Wein namens Maratheftiko, Ofthalmo oder Mavro, sind echtzyprischen Ursprungs, wird gesagt.

Sie, verehrte Leser, wissen doch gewiss, dass Wein auf Zypern schon seit Urzeiten angebaut wird.

65% der Meeresprodukte (Fisch etc.) wird anscheinend exportiert, und zwar vordringlich in den Nahen Osten. Leider gibt es um Zypern herum immer mehr Fischfarmen, woraus man auch immer mehr seinen Fisch erhält, wenn nichts wissend in einem Fischrestaurant Fisch bestellt wird. In die USA wird angeblich auch Fisch exportiert. Wie das gehen soll, müsste noch eruiert werden. Die USA sind schließlich umgeben von 2 Ozeanen und haben ihre eigene Fischfangindustrie. Die Amis, wird hier vermutet, brauchen den Fisch aus dem – zumindest um Zypern – leergefischten Mittelmeer nicht. Oder doch?

Ja klar, Zitrusfrüchte werden ebenfalls exportiert. Die gehen meist nach Großbritannien und eben auch in die USA. Und da wir schon dabei sind: Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte Zyperns sind ansonsten Getreide, Melonen, Gemüse, Früchte, Mandeln, Oliven und Carobs etc. Letzteres sind die dünnen schwarzen Dinger, die wie Bananen geformt sind, nur eben dünner. Haben viel Kalzium und werden hoffentlich schon bald wieder reger angefragt vom Markt – eben wegen des hohen Kalziumgehalts.

So in etwa, jedenfalls, lauten auch zyprische Eigendarstellungen im Groben und Ganzen. Die Weltbank klassifizierte Zypern-Süd bereits recht früh als „high income country“. Apropos: Der sogenannte zyprische „bailout“ zu Zeiten der Finanzkrise ergriff im Jahr 2013 die Aufmerksamkeit der ganzen weiten und großen Welt, zumal es der einzige Bailout seiner Art weltweit war, der als Bedingung einen „bail-in“ verpasst bekommen hatte, eines der Bankendepos. Das hatte sich vor allen die Eurogroup so ausgedacht. 10 Milliarden Euro waren im kleinen Zypern ja auch verschwunden gewesen, um die Angelegenheit mal sehr stark vereinfacht darzustellen. Und diese in der Null versunkene Summe wird unter anderem versucht wieder reinzuholen, in dem man auch kleinen zyprischen Sparen ihren angesparten ‚Reichtum‘ beschnitt. PUNKT. Einige reichere Leutchen und Firmen auf Zypern wurden aber von dieser gruseligen Maßnahme rechtzeitig in Kenntnis gesetzt, wird gemunkelt. Die meisten reagierten dann auch entsprechend – Kohle abziehen.

Plötzlich war die Kredibilität der Bank of Cyprus Toppriorität geworden, nachdem man angefangen hatte, die zyprische Bankenlandschaft aufzuräumen. Hurra, haben da gewiss manche laut geschrien, vielleicht auch jene, die schon immer fanden, dass die Laiki Bank aufgelöst gehört? Der Bankensektor ist inzwischen jedenfalls wesentlich kleiner im Süden, er sei jetzt „gesünder“, nennt es der Finanzminister Harris Georgiadis. Die Banken operieren inzwischen unter einem kreditwürdigeren Regelwerk und einer angeblich effektiven Aufsicht, haben neue Managements und zahlenmäßig mehr ausländische Teilhaber sind involviert, die recht zufriedenstellend Geld reinbuttern – aus zyprischer Sicht.

Erneut hurra, denn die Europäische Zentralbank ließ Zypern einen rigorosen Stresstest durchlaufen, der ‚natürlich‘ bestanden wurde. Liquidität der Banken und Zahlungsfähigkeit des Bankensystems sollen seither wiederhergestellt sein, Einlagen stiegen anscheinend um mehr als 3 Milliarden Euro im Jahr 2016.

Insolvenz- und Abschottungsgesetzgebung führten also zu einer Reduktion von mehr als 4.3 Milliarden Euro überfälliger 90-tägiger Darlehen im Oktober 2015 bis Oktober 2016. Trotz der ‚Härte‘, die das Land traf, konnten unter ‚strenger‘ Anleitung der Eurogroup und dem IMF fundamentale Schwächen nach eigenen Aussagen beseitigt werden – vorerst. Soll hier heißen: Dieselben und andere Schwächen scheinen sich längst wieder einzuschleichen – nicht weitersagen!

Gewiss wird an einigen Orten bereits gespannt darauf gewettet, wann ES wieder so weit sein wird auf Zypern – bis es crashed?

Vielleicht ist ja die herrschende Arbeitslosigkeit ein guter Indikator dafür, dass halt doch noch nicht finanziell freigeschwommen werden konnte, wie man es uns weiß machen will. Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen hat unwesentlich abgenommen – wenn überhaupt. Sie liegt bei 14.9% im Jahr 2015; und 2016 lag sie bei 13.3%. Dass der Wert 2017 auf 11% fallen wird, davon geht anscheinend die Europäische Kommission aus – eventuell ist sie die einzige, die das so tut. Apropos: Die Inflationsrate erholte sich 2015 und lag bei -1.5%. Ein Jahr danach war sie auf -1.2% gesunken, was mit dem gesunkenen Ölpreis zusammenhängen soll unter anderem. Wiederum die Europäische Kommission ist es, die äußerst optimistisch für das Jahr 2017 eine Inflationsrate im positiven Bereich erwartet, nämlich so um den Null-Wert und für das Jahr 2018 gar eine bei +1.1%.

Mehr als die Hälfte des Handels Zyperns wird mit der EU geführt. Griechenland und Großbritannien sind jene Länder, die am meisten Exportgüter aus Zypern beziehen.

Zuletzt noch dies: Shakespeare soll der erste Literat gewesen sein, der in seinem Werk, „Othello“, Zypern zum Gegenstand machte. Doch das stimmt so nicht ganz. Denn bereits 1509 wurde in Augsburg aus dem Werk eines anonymen Autors die Abenteuer des „Fortunatus“ verfasst. Fortunatus heißt der Protagonist und stammt aus dem heutigen Famagusta, die einst größte Hafenstadt der Insel, welche bekanntlich seit 1974 im türkischen Teil liegt und von den Türkischzyprern „Gazi-Mağusa“ genannt wird. Fortunatus gewinnt die Welt nicht etwa mit einem Sack voll Flöhe, sondern „Glück“. Mit dem Titel „Die Templer auf Cypern“, wurde 1803 der erste Teil der dramatischen Gedichte namens „Die Söhne des Thales“ herausgegeben. Ihr Autor war jemand namens Zacharias Werner. Das Werk spielt 1306 in Limassol. Und der Schwager Goethes, Christian August Vulpious, verlegte seinen Roman „Armidoro“ 1804 inhaltlich nach Zypern. Die Geschichte dramatisiert die Zeit, als Zypern von den Venezianern besetzt war. Für auf die Bühne wurde das Drama „Rosamunde, Fürstin von Zypern“ von Helmina von Chezy 1823 verfasst. Franz Schubert schrieb die Musik dazu.

Versteht sich, dass es mittlerweile einige deutschsprachige Autoren gibt, die ihr Werk der Insel Zypern in irgendeiner Weise widmeten. Vielleicht ist eines der bekanntesten Werke hierzu, nämlich: „Caterina Cornaro, Königin von Zypern, Herrin von Asolo“, welches die in Italien geborene Deutsche Jetta Sachs-Collignon geschrieben hat als Roman. „Afrodite ging vorbei“ ist ein poetischer Roman über Liebe, was auch sonst, geschrieben von Gudrun Embacher. Ein weiteres Buch, wo die Handlung in Zypern spielt, heißt „Die Andere“. Norgard Michailides war derjenige, der das letztere Buch geschrieben hat als Roman. Es handelt vom Leben einer Deutschen in Zypern, welches die Heimat ihres Mannes ist. „Zypern war sein Ithaka“ hat der Dresdner Walter Krausse verfasst. Im Internet kann man von Heinz Herbert folgendes Buch erhalten: „Ausgerechnet Zypern“! Ebenso ist von Ulli Piller im Netz verfügbar: „Im Kreis reisen“. Wer sich für das Thema Zypern literarisch interessiert, sollte bei einem in Köln verorteten Verlag sein Glück probieren: Romiosini (www.romiosini-verlag.de). Dort wird zyprische Literatur in deutscher Übersetzung feilgeboten.

(Für Letzteres wurde als Quelle Dirk Sangmeisters „Zypern in der deutschen Belletristik des frühen 19. Jhr. verwendet sowie Sabine Rogges: „Zypern und der vordere Orient im 19. Jhr. Die Levante im Fokus von Politik und Wissenschaft der europäischen Staaten“; verlegt in Münster bei Waxmann, 2009.)

Alpöhi

Quelle: Alpöhi

Alpöhi

oder

Wenn der Willöhi mit dem Alpöhi …

 

Sagen Sie ruhig, was Sie wollen: Doch die Schweiz ist halt doch eine Reise wert – genauer Zürich diesmal! Beim letzten Aufenthalt dort vor ein paar Tagen galt es, diesen Eindruck erstmals einzugestehen, denn seit sehr vielen Jahren wurde ich einfach nicht warm mit diesem Ort: Und nun kann gesagt werden: Gut, dass es in unmittelbarer Nähe von Kandern, welches an der Schweizer Grenze auf bundesdeutschem Gebiet gelegen ist, diesen, ja, wie soll es genannt werden, schweizerischen Erholungs-, Flucht- oder kulturellen Ort am Zürichsee gibt.
So richtig schön großstädtisch ist es dort, wunderbare Restaurants und Menschen und das auch noch auf „lässig“. Derart, also als „lässig“, bewerten die meisten Schweizer im Allgemeinen nahezu alles, und zwar in verschiedensten Lebenslagen.
Weniger lässig ist, oder scheint zu sein, dass es etwas seltsam still geworden ist um das Trara im Berner Parlament bezüglich der Beziehungen zur EU. Der Schweizer Bundesrat „tönt“ derzeit zu diesem Thema verhalten. Man klammert sich offenbar an eine Unsicherheit der Zukunft. Unsicher ist dieselbe ja, weil man in der Gegenwart nie weiß, was am Ende einer Angelegenheit in der bevorstehenden Zukunft herauskommt. Letzteres ist nun aber nicht so zu verstehen, dass die Zukunft der nordwestlich gelegenen Alpenländer ernsthaft gefährdet oder Ähnliches sei.

Nun, der Ignazio, der wird es dann wohl zukünftig richten – der neue Außenminister und Bundesratsneuling aus dem Schweizer Kanton Tessin, der Herr Cassis. Der tritt zum 01. November 2017 seinen Dienst an, betrieb bisher Sozial- und Gesundheitspolitik. Ein Büro zur Vorbereitung aufs Amt hat man ihm sogar eingerichtet, ‚netterweise‘. Kann schon sein, dass der tessinische Politiker dort etwas indoktriniert werden soll, zum Beispiel von Bundeskanzler Walter Thurnherr von der CVP – hin zur politischen Mitte. Den Tessiner etwas glattbügeln oder halt weltanschaulich gleicher machen, könnte durchaus angestrebt sein.
Herrn Cassis‘ Amtsvorgänger als Außenminister ist ja bekanntlich Herr Didier Burkhalter von der schweizerischen FDP gewesen. Eine der Hinterlassenschaften des Letzteren an den neuen im Amt ist: die Ausgaben für die Entwicklungshilfe auch künftig an einen Richtwert („aide publique au développemente) gebunden zu sehen. Damit kam Burkhalter bei der letzten Motion im Parlament vor seinem finalen Abgang als Politiker auch durch – anscheinend wollten ihm die Damen und Herren im hohen Haus zu Bern keine Niederlage mit auf den Pensionärs-Weg geben und so wurde das Ding eben entsprechend ‚abgesegnet‘.
Oh, wie edel.
Der körperlich kleine, aber scheinbar wendige Herr Cassis darf allerdings bei den anstehenden bilateralen Verhandlungen mit der EU auf wenig Einsehen oder Nachsicht, wie sie Burkhalter widerfuhr, hoffen. Doch in Sachen Entwicklungszusammenarbeit hat der Neue im Amt erheblich mehr Aktionspotential und kann daher mit mehr Einsicht rechnen – so auch in der Schweiz selbst, eventuell. Er als zukünftiger Leiter der EDA, des Außendepartments der CH, kann nämlich die Höhe der Ausgaben für Entwicklung und dergleichen mehr letztendlich bestimmen. Wir werden sehen, ob er – an einem der Hebel der Macht sitzend – entsprechend seiner vollmundigen Reden agieren wird, die er als kleiner Nationalrat vor der Berufung ins hohe Amt bei der EDA geschwungen hat und sich daran erinnert, oder den Schwanz einzieht, wie man sagt. Letzteres ist ihm ja bereits gelungen, als er kaum als Außenminister auserkoren, sich von gewissen schweizerischen Vereinigungen, die von nicht wenigen Schweizern auch als Waffennarren angesehen werden, wieder trennte – denen er doch gerade kurz vor seiner Berufung beigetreten war als Mitglied.
Der sogenannte Kohäsionsfond der EU, indem vermögendere Staaten Europas, so auch die Schweiz, weniger reiche EU-Staaten (mit-)finanzieren, gehörte schon etwas ausgemistet, finden nicht wenige. Nur kurz einige Beispiele für von der Schweiz mitgefüllte Töpfe: die Prävention von Adipositas in Polen ist eventuell so eine Sache. Eine weitere: Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden des baltischen Estlands, das Karpfental bei Lublin oder eine bevölkerungsnahe Polizei in Ungarn usw.
Hier wird schon etwas geprasst von Seiten der Schweizer Regierenden. Zumindest dürfte dieser Eindruck bei genannten Projekten der einen oder dem anderen entstanden sein – so auch die Frage nach dem Nutzen. Und es könnten noch weitere solche recht ‚exotischen‘ Ausgabe-Posten aufgezählt werden. Wichtigere Dinge, die der Schweiz letztendlich auch etwas oder mehr bringen, die mehr Publizität beispielsweise haben und werbetechnisch weiter streuen, gehörten vor allem finanziert, wird kritisiert. Man kann schließlich nicht alle glücklich machen, und muss derartige Ausgaben auch, ohne weniger Bauchschmerzen zu kriegen, gegenüber der heimischen Bevölkerung vertreten können; oder gegenüber Schwarzfahrern, die eine Buse zahlen sollen wegen ihrer kostenlosen ‚Leidenschaft‘, Angewohnheit oder Notwendigkeit etc.
Letzteres wird hier auch deswegen angeführt, da ernsthafte Überlegungen in einigen Städten der Schweiz gerade wieder am Laufen sind, die Öffentlichen (Bus, Bahn) kostenlos operieren zu lassen. Teils scheint dieses Projekt an einigen Orten schon angelaufen zu sein. 786647300 Franken Entwicklungshilfe der EDA schreien jedenfalls danach, gezielter und effektiver, das heißt mit positiverem Echo in der Welt, in und für die Schweiz eingesetzt zu werden zukünftig! Es ist schreibt bereits wenig amüsiert von „Tropische[m] Subventionsregen“ zu lesen, den die Schweizer in der EU niederprasseln lassen.
Und da wäre noch die „Greco“ zu erwähnen in diesem Zusammenhang. Nein, nicht schon wieder die Griechen, sondern die Europaratskonvention gegen Korruption, die den Schweizern die Augen langsam, aber sicher öffnet. Die Eidgenossen unterzeichneten diese Konvention einst recht beschwingt und mit wenig Vorbehalt – bereits 2006. Nur, wie sich inzwischen herausstellt: Die Art und Weise, wie die Parteienfinanzierung in Bern läuft, wird andernorts in Europa einfach nicht so richtig eingesehen. Ähnlich gelagert ist die Kritik der Greco auch im Bereich Schweizer Justiz. Denn Richter der Schweiz können/müssen/sollten einer Partei angehören. Müssen sich gar zur Wiederwahl einer Behörde zeigen, die dann über ihr Schicksal, sozusagen, befindet. Bundesgerichte usw. werden im Alpenland nämlich nach Parteienproporz bestellt und die Bundesversammlung wählt die/ihre Richter alle 6 Jahre ins Amt. Die Verbindung zwischen Politik und Justiz ist so manchem offensichtlich bedenklich eng, der Greco ist sie eindeutig zu eng. Hinzukommt: Richter bezahlen ‚freiwillig‘ eine „Mandatssteuer“. Schweizer Richter treten demnach einen Teil ihres Einkommens an eine jeweilige politische Partei des Landes ab. „Ämterkauf“, macht als Wort die Runde. Versteht sich, dass die Parteien auf diese kleine Bonuszahlung vonseiten der Richterschaft keinesfalls verzichten wollen und daher sich Einmischungen der Greco in solch tiefsitzende, innerschweizerische Angelegenheiten verbieten. Zwischen 3 bis 6% beträgt der Anteil eines Richtergehalts, welches „freiwillig“ an Parteien abgetreten wird. Sogar die Linken im Schweizer Parlament sollen diese Praxis gutheißen – so auch die Grünen, obgleich die Letzteren eigentlich eine Schieflage ausmachen können daran. Insofern steht der Europarat vor einer recht taffen (tough) Alpenwand, die offenbar so steil ist wie eine der Wände des Matterhorns!

Taff, wegen einem etwaigen Gruppenzwang, wegen einer eventuellen Gleichschaltung?

Bei solch Phänomen wie einer Gleichschaltung der Schweiz mit der EU oder einer vermehrten Angleichung derselben muss das politische Ziel einer Partei oder ihrer Vertreter offenbar oft zurückstehen, koste es den Steuerzahler, was es wolle – siehe beispielsweise die zuvor erwähnten Ausgaben für Entwicklungshilfeprojekte innerhalb der EU durch die Schweiz.
Ja, man hadert in Bern inzwischen doch wieder etwas mehr mit der anvisierten, sogenannten institutionellen Gleichschaltung an die EU. Teufelswerk schlechthin, ist den Meisten dergleichen nun wieder. Der Euphemismus „Konsolidierungsvertrag“ macht wahrscheinlich auch daher anstatt Gleichschaltung oder Ähnliches neuerdings die Runde. Insofern darf nicht davon ausgegangen werden, wie einige Leser hier vielleicht denken könnten, dass das Monster Gleichschluss der Eidgenossen an die EU schon aus der Welt geschafft ist, nur weil sich der Begriff dafür geändert oder verkonsolidiert hat. Denn die EU drängelt, zumindest etwas spürbarer und demnächst noch mehr, ist zu vermuten, und zwar spätestens dann, wenn die Deutschen ihr Ding gebacken bekommen haben – gemeint ist ihre Regierungsbildung 2017 nach den bereits vollzogenen Wahlen.

Soll sie doch drängeln, die EU?

Man wird sehen, wie sich der neue Außenminister Cassis im Namen der Eidgenossen letztendlich positionieren wird in dieser „lustigen“ Angelegenheit der Gleichschaltung oder höheren Anpassung des Landes an EU-Normen. Davon zu sprechen, es sei diesbezüglich noch alles offen, wäre nun meinerseits euphemistisch formuliert.
Warum?
Da die Schweiz an der Leine der EU läuft und nicht umgekehrt. Darum!

Na ja, so irgendwie ist dem schon mit der erwähnten Leine, doch nicht ganz. Schließlich haben die südlichen Nachbarn der Deutschen ihren eigenen Kopf – so „urchig“, schelmisch, kauzig und altklug!? Diesen Alpöhi-Kopf versucht man ihnen schon seit Jahren, sozusagen schrittweise, zu waschen. Keine Angst! Die Schweizer, ihrerseits, sind ja zum Glück höchst vertraut mit zivilisatorischer Reinlichkeit und derartig installierten EU-Waschvorgängen. Soll heißen: Noch gilt es das richtige Waschverfahren innerhalb der EU zu eruieren und zu installieren, um das bisschen Swissness, das da noch wäre, europäischer zu schweizern – so ungefähr halt.
„Einrahmen!“
Letzteres: Damit die Bundesberner sich in einer Art Rahmenvertrag Brüssels einrichten können, butterweich gemacht oder meinetwegen auch hineingestolpert – mit welchem Adjektiv auch immer man sich hier positionieren mag.
Das bisherige Vertragsverhältnis mit der EU könnte mit erwähntem Rahmenvertrag die Schweizer angeblich rechtlich noch besser an EU-Norm angleichen, sprich: die rechtliche Gleichstellung der Schweiz mit Staaten der EU würde so endlich Fuß fassen – wohingegen die Gegner dessen – wieder, oder noch immer, ja, vermehrt – von rechtlicher „Unterstellung“ anstatt Gleichstellung der Eidgenossen mit der EU sprechen, die da anvisiert werde. Und diese Gegner sind es auch, die so merkwürdige Fragen stellen, wie: „Weshalb haben wir Schweizer wohl einen höheren Lebensstandard als beispielsweise die Deutschen oder Franzosen?“ Ihre Antwort dazu liefern sie auch gleich mit: „Weil wir die Meister unseres Schicksals sind, darum!“ Und: „Noch sind wir es,“ hört man sie des Weiteren sagen, „die nicht jeden Unfug mitmachen müssen, den sich irgendwelche Bürokraten in Brüssel, Berlin, Paris oder sonst wo in der EU ausdenken!“
Flexibel wie eine Küchenmaus in Zwangssymbiose mit einer die ganze Küche vereinnahmenden Katze, also, muss die Schweiz auf mögliche Veränderungen der Stimmungslage dieses Katers, der zudem ins Alter kommt, reagieren können – und selbiges Reaktionspotential scheint noch ausreichend gegeben zu sein. Es mag noch hinzugesetzt werden:
Es ist dieses eben beschriebene Katzenwesen, letztlich, welches den Frieden in und um die Küche hauptsächlich garantiert, da seine Präsenz kläffende Hunde draußen auf dem Hof zweimal überlegen lässt, die Wurst vom Küchentisch zu holen – oder ähnlich.
Die mausgleiche Beweglichkeit der Schweizer in Rede erachten dieselben also als Art biologistischen Selektionsvorteil. Ja, Darwin lässt grüßen! Und: Der Kater namens EU ist im Gegensatz zu solch helvetisch, spritziger Beweglichkeit eher ein „sturer“ alter Bock. Will seit knapp 10 Jahren einen Rahmenvertrag durchdrücken, der den Schweizern so, wie er im Detail entworfen ist, nicht in den Kram passt – hat keine wirklichen Schlupflöcher für eine kleine, lebensfreudige Maus in oder an sich, lässt wenig Selbstbestimmung zu, wo man doch bislang auch ohne den EU-Kater sich seine Löcher in andere Regionen des Hauses namens Welt durchaus selbst graben konnte und wollte; sowie auf eigenen hohen Bergen lässig Aussicht in alle Richtungen halten mag – weil man spätestens dort zu sich findet. Ein Exportschlager, den keiner so leicht physisch abtragen kann und wird – um den die Eidgenossen gar so mancher still und heimlich beneidet.

Dass die meist lieben Schweizer automatisch europäisches Recht übernehmen sollen, ist auch hier nur schwer vorstellbar – für alle ungefähr 200 Verträge, die sie mit der EU schlossen. Ist das nötig? Dann, wenn das geschehen wäre, könnte die EU beispielsweise Durchfahrtgebühren ENDLICH senken. Toll, und was noch?
Klar! Die geplante „Vereinnahmung“, Rahmenvertrag, „Übernahme“ oder Angleichung der Schweiz umzusetzen, ist eh noch mal eine andere Frage rechtlich besehen. Leicht ist oder wird es jedenfalls nicht. Unmöglich ist es allerdings auch nicht. Es werden, davon abgesehen, im eben dargelegten, vorgesehenen bilateralen Verhältnis zur EU immer noch EU-Gesetze bestehen bleiben – nur so zum allgemeinen Verständnis der verqueren Lage -, die in der Schweiz keine Geltung hätten. Alles klar?
Advokaten hätten und haben also weiterhin genügend Arbeitsbereiche, auf oder in denen sie sich austoben können, zumal EU-Richter und Schweizer Behörden einfach nicht immer einer Ansicht sind – und sein werden. Die Schweizer Linken, vor allen, befürworten den erwähnten Gleichschluss mit der EU, wird behauptet. Die schweizerische Unabhängigkeit, die eh nicht besteht, doch von der man als solche spricht in Bundesbern, wäre bei einem Anschluss des Landes an die EU „dynamisch“ gewährleistet, finden die Linken der Schweiz. Nur, und die Frage scheint durchaus angebracht angesichts des teils sehr vereinnahmenden Verhaltens Brüssels an Orten, wo es effektiv um Macht und somit wirklich viel Geld geht: gilt dieses angeblich dynamische Regelwerk, welches man den Schweizern anbietet, eigentlich auch längerfristig und das noch garantiert? Würde sich das Ding nicht im Lauf der Zeit so einschleifen, dass geradezu unweigerlich als Folgeschritt ein EU-Vollbeitritt erneut als beherrschender Gedanke aufkäme und dieser, diesmal, vom Schafotte des schweizerischen „Stimmvolks“ seinerseits mit erhobenem Haupt ins Leben schreiten könnte oder würde?
Wollen wir wirklich so eine (geschliffene) Schweiz?
Sind doch so schön bunt, die Frankennoten. Fehlt noch, Schweizer führen ihre Autos plötzlich auf der linken Seite wie die Zyprer oder Engländer. Viele Eidgenossen sprechen zudem auch Rätoromanisch, was sie uns im Lichte Heidis Idyll für immer ins Herzchen schießen lässt. Und dann nicht vergessen: der Genfer See, der Zürich See und all die anderen blauen Flecken in der bergigen Landschaft, die von so viel Grün umgeben sind und mit buntesten Blümli bestückt sowie mit ewig kauenden Kühen, Geisen auf der einen oder anderen Alm, die richtig WIRKLICH Wirklichkeit im europäischsten Selbst herüberbringen (helfen). Mit EU-Status wäre diese eventuell europäischste Exotik dann wohl schnell dahin!?

Stichwort Exotik! Als jemand mit Magister Artium in der Islamwissenschaft bleibt nicht aus, dass einem Frau Irène Kälin ins Augenmerk gerät. Sie ist eine Schweizerin, die vor nicht allzu langer Zeit ihren grünen Parteikollegen Jonas Fricker im Nationalrat der Schweiz ersetzen ging – und das als Islamwissenschaftlerin. Arabisch soll sie sprechen können. Welche weitere, orientalische Sprache die 30-Jährige wohl noch draufhat: Türkisch, Persisch oder gar Kurdisch? Aus eigener Erfahrung glaub ich zu wissen, dass diese Frage zu stellen bei Islamwissenschaftlern in der Regel durchaus von Bedeutung ist – zumal viele Studierende dergestalt auch erkennen lassen, mit welchem/n Kulturkreis/en sie sich wahrscheinlich vor allem auseinandersetzten im Studium oder auch privat.
Frau Kälin wohnt in Lenzburg CH und will sich ihr Studium durch Arbeit, nebenbei, finanziert haben. Feministisch soll sie sein. Lässt sich aber von einem Mann die Tür aufhalten, wenn es passieren sollte. Hat damit, wie zu vernehmen ist, keine Probleme. Sie ist jung, modisch und keinesfalls gekleidet wie eine Grassroot-Grüne. „We can do it!“, stand auf ihren Wahlplakaten, und sie war darauf mit erhobener Siegerfaust zu sehen. Kind zweier Atomgegner ist die Irène, die wegen Proust, Rousseau, ägyptischem Bauchtanz und über die arabische Sprache zum Studium der Islamwissenschaft, unter anderem, gekommen sein will. Ihren Master macht sie gerade über den Zusammenhalt muslimischer Gemeinschaften in der Eidgenossenschaft. Welche Gemeinschaften das wohl genauer sind? Religionswissenschaft hat sie sich auch noch angeschaut im Studium, wahrscheinlich als Nebenfach oder zweites Hauptfach. Lehnt Religionen aber ab, ist zu erfahren. Religionen dienten zu oft, so Kälin, zur Unterdrückung unterschiedlichster Volksgruppen – seien geradezu ein Tool fürs Kriegeführen. Kälin spricht sich für eine offizielle Anerkennung des Islams in der CH aus. Was wohl so manchen verwundert, wo sie doch mit Religionen nichts am Hut haben mag. Einbindung von Minderheiten sei urschweizerisch, ist hier thematisch angekommen eines ihrer Stichworte und Argumente. 90% der Muslime in der Schweiz, so Kälin, lebten in etwa so säkular wie die Christen. Und dass es auf dem Land in der Schweiz sehr wohl noch patriarchale Strukturen gibt, die manch muslimischer Vorstellung von der Stellung der Frau in der Gesellschaft und der Familie ziemlich ähnlich sei, muss Frau Kälin anscheinend auch noch von sich geben zuweilen. Schade nur, finden wir, dass die so tolerante grüne Frau Kälin dann aber kein Problem mit der Vollverschleierung – Burka und so – hat, und dies in den Straßen der aufgeklärten Schweiz. Das sei ein Phänomen, welches noch viel zu wenig in Erscheinung trete, meint sie. Was sagen wir in Deutschland gerne, wenn es um irgendwelche extremen Abweichungen von der Norm geht gesellschaftlich: „Wehret den Anfängen!“
Schweizer Burkaträgerinnen, also Konvertitinnen, versuchten, irgendwelche persönlichen Probleme dergestalt zu bewältigen, nach Kälin – that‘s it! Mehr Frauen fordert Kälin in den Nationalrat der Schweiz. Mit dem Ex-Blick-Chef ist sie liiert, der im „Good-News-Bereich“ arbeite. Der Blick ist eine relativ bekannte Zeitung der Schweiz. Ein bisschen wie die Bild in Deutschland.
Erkenntlich grüne Positionen haben wir Frau Kälin eigentlich noch nicht so wirklich prononciert und immer wieder vertreten gehört. Kommt wahrscheinlich noch. Zu den neuen Regelungen in Sachen Zivilstand in CH ebenso nichts vernehmlich gehört von ihr. Denn neuerdings ist es den Schweizern egal, ob die Eltern verheiratet sind oder nicht. Im Fokus steht nun das Kind, welches gemeinsam gezeugt wurde, welches von beiden finanziell versorgt gehört. Auch ledige Väter sind von dieser Regelung betroffen und können sich nicht mehr aus ihrer Verantwortung schleichen. Alle! Von der grünen Politikerin hätte mancher schon gern vernommen, was sie gedenkt dagegen einzubringen, dass diese fortschrittliche Regelung der CH nicht wieder durch die Hintertür gekippt wird? Und Aussicht auf Letzteres ist dem Vernehmen nach durchaus im Werden.
Die Rede ist bislang von einer Obergrenze für einen monatlichen Unterhalt von Mutter und Kind, die bei 3000 Franken liegen wird für den jeweiligen Kindesvater, der blechen soll und muss. Für deutsche Verhältnisse unglaublich viel Geld, für die meisten Schweizer erschwinglich, wird gesagt. Was auch sehr fortschrittlich ist im Alpenland, ist, dass in den meisten Kantonen Mütter bis zur Einschulung des Kindes zu Hause bleiben können, genauer: bis das jüngste Kind 10 Jahre alt ist. Ansonsten: Ein Schweizer Mann ist einer Frau durchaus – noch – eine Art Lebensversicherung!?

Nun! Schließlich kommt man nicht von Nichts in den Nationalrat der Schweiz, auch dann nicht, wenn man den Koran womöglich vorhat, grüner zu lesen oder dafür politisiert, dass auch mal ein Muslim einen Nobelpreis erhält? Scherz bei Seite. Frau Kälin hat solche Intentionen voraussichtlich nicht – und das ist einerseits schade und andererseits gut so! Sonst gibt es nur wieder einen Skandal einer Grünen? Ihr Vorgänger im Amt meinte ja: „Als ich das letzte Mal so eine Dokumentation von Transporten von Schweinen gesehen habe, sind mir unweigerlich die Bilder der Massendeportation nach Auschwitz aus dem Film „Schindlers Liste“ hochgekommen … . Die Menschen, die dort deportiert wurden, hatten eine kleine Chance, zu überleben. Die Schweine, die fahren in den sicheren Tod.“ Und weg war der Grüne aus der politischen Landschaft der Schweiz. Ebenso ein Grüner, der sein Geschlechtsteil fotografierte und die tollen Fotos ausgerechnet aus dem Nationalratssaal etc. an seine Geliebte sendete. Welch Mission! Der ist auch weg. Zuletzt sah sich eine Grüne ums Verrecken, wie man im Alemannischen sagt, von einem politisch Rechtskonservativen eines Abends sexuell angezogen – oder auch nicht. Jedenfalls endete die Nacht, die zu Ehren eines neuen Landammmannes begonnen hatte, im Bett. Illegales Zeug soll er ihr verabreicht haben, um sie gefügiger zu machen. Nichts ist bewiesen, außer, dass beide ihr politisches Köfferchen packen mussten.
Sie sehen, verehrte Leser: Die Grünen in der Schweiz, wie soll man es sagen, haben ihre spezielle Form der Nachfolgen oder -wehen der 68er ‚Revolution‘ ausgebildet. Vielleicht ist es ja auch die zeitlich danach durchlebte Punk-Welle der zeitgenössischen Musikszene gewesen, die seinerzeit in der Schweiz recht ‚konstruktiv‘ sich zu schaffen machte in den eidgenössischen Köpfen – und es irgendwie und manches Mal immer noch tut – auch erfrischend.

Knall hart: Weniger gut ist, dass die SVP nun zwei Bundesräte hat: die Herren Maurer und Parmelin. Was liest man unter anderem noch so in Schweizer Blättern: „Ueli Maurer hat die Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform verloren. Er wird im zweiten Anlauf kleinere, etwas sozialere Brötchen backen müssen. Sonst sagt das Volk noch einmal nein. Natürlich – wie immer – nicht das ganze Volk, sondern nur die etwas größere und vernünftigere Hälfte. Das Steuerhinterzieher-Geheimnis war jahrzehntelang die heilige Kuh der bürgerlichen Parteien. Die Amerikaner haben es geknackt. Neu müssen die Schweizer Steuerbehörden sogar die Kontostände der Oligarchen, die Russland geplündert haben, nach Moskau senden. Die Banken sehen keine andere Möglichkeit, als in diesen für sie sauren Apfel zu beißen.“
OK, es stimmt. Die UBS-Großbank droht gerade wieder indirekt mit einer Verlegung ihres Hauptsitzes ins Ausland. Genauer: Ihr CEO, Herr Ermotti, hat das vor Kurzem getan. Und so etwas muss sich die Alpennation also auch noch bieten lassen, denken wohl manche, die unter einigen Strapazen diesen Bankriesen in der Phase der Bankenkrise vor dem Kollaps gerettet hat. Andere Gesellschaften dieser Bank mussten damals amputiert werden, sodass das Zocken an den Finanzmärkten mit dem Kapital der Leute endlich ein Ende hat und das Überleben der Bank gesichert ist. Die UBS macht jetzt vermehrt auf Vermögensverwaltung. Nichts mehr drin, angeblich, mit Investmentbanking. Ein Verhalten, welches ihre Aktionäre doch nun, bitte sehr, mit einem Kursaufschlag honorieren mögen. Schließlich macht man ja auch verstärkt auf Digitalisierung, was doch so mühsam sei und Zeit, Geld und Arbeitsplätze raubt. Herr Ermotti – nicht, dass da bei Ihnen irgendwelche Zweifel aufkämen – war im Jahr 2016 immerhin bestbezahlter Banker der Schweiz! Und: Der Gute gibt so in etwa von sich: Backoffice-Geschäfte einer Bank bringen mehr als die des Frontoffice. Sie verstehen?

Nun, eindringlich bat der bereits erwähnte Herr Maurer, seine SVP-Mannen und -Frauen seiner Kapitulation zuzustimmen hinsichtlich des „Steuerhinterzieher-Geheimnisses“. Die besagte heilige Kuh der bürgerlichen Parteien, welche ja die Amerikaner geschlachtet haben, wie bereits erwähnt wurde oben. Den zuvor erwähnten Wunsch Mauerers, den „[m]achten sie [ihm] im Parlament – im Gegensatz zum restlichen Parlament – aber nicht. Sie stimmten gegen die Interessen des Bankenplatzes Schweiz, wissend, dass sie keine Chance hatten. Motto: Schweizer Fahnen schwenken ohne Konsequenzen. Wenn es zu einer neuen Finanzkrise kommt, wird die Schweiz, wird Ueli Maurer die nach wie vor unterkapitalisierte UBS ein zweites Mal retten müssen. Denn die Bank profitiert weiterhin, ohne einen Franken zu bezahlen, von einer faktischen Staatsgarantie. … .“

„Neu ist Guy Parmelin zuständig für die Armee und die Geheimdienste. Er produziert einen Flop nach dem anderen. So schloss der Waadtländer die Erneuerung der Flugabwehr ab, ohne das Dossier auch nur studiert zu haben [, was hier allerdings bezweifelt wird]. … Nehmen wir an, Terroristen sprengen eines der uralten Schweizer Atomkraftwerke in die Luft. Und der bereits mit einem einfachen Personaldossier überforderte Parmelin müsste die Weichen stellen. Niemand stellt sich das vor, deshalb regt sich niemand auf. Die Schweiz vertraut darauf, dass andere für unsere Sicherheit sorgen [wie weiter oben bereits angedeutet wurde – siehe Maus, Kater]. Und nicht die SVP. Vermutlich zu Recht.“

Und nun doch noch geschwind zur, wie soll ich ihn nennen, modernen Version des Alpöhi, zu Hern Armin Capaul:
„Eines ist schon mal sicher: Sein Aussehen hilft der Sache ganz gewaltig. Es ist schwer vorstellbar, dass Armin Capaul ebenso viel Erfolg hätte, wenn er glattrasiert in Jeans und Polohemd aufträte … passt perfekt zum Anliegen … . [Er lässt] die Nation über die Frage abstimmen …, ob Kühe Hörner haben sollen oder nicht. … [Das] Enthornen von Kühen, Stieren und Ziegen ist keine Kleinigkeit. … Für ihn ist die Hornfrage zudem nur ein Symptom für das ganze System der „industrialisierten Landwirtschaft … – das geht auf Dauer nicht auf. … [U]mdenken, und die Hörner sind ein Anfang.“
[U]nter dem Grauhaar tickt ein messerscharfer Verstand, gepaart mit einem an Starrheit grenzenden Willen. … „Wenn die Leute heute beim Wandern an einer Kuhweide vorbeikommen, reden sie darüber, wie viele Kühe keine Hörner haben“, sagt er zufrieden.
Schweizweit sind das 90 Prozent der Rinder, 200 000 Kälber werden jedes Jahr neu enthornt. [Seine Initiative] will das Abbrennen der Hörner allerdings nicht verbieten, sondern Landwirte mit einer Prämie von einem Franken pro nicht verstümmeltes Tier und Tag belohnen. „Keine Partei, keine Tierschutzorganisation hat mich beim Sammeln unterstützt, mit Ausnahme von Tierbotschafter.ch … Sie hätten das Thema nicht in ihren Programmen, haben sie gesagt.“ …
Soeben hat sich der Ständerat mit der Initiative befasst und die Vorlage deutlich abgelehnt. Auch im Nationalrat, der im kommenden März abstimmen wird, rechnet Capaul wenig Chancen aus. Aber das kümmert ihn nicht sonderlich: „Endlich redet man über das Thema, das war mein Ziel … . Ich habe die Bevölkerung und die Medien hinter mir. …“
„Ich habe Capaul unterschätzt“ [sagt Bundesrat Johann Schneider-Ammann].
„Dass man die Hörner entfernt, ist kein alter Brauch, sondern eine Praxis, die erst vor rund 35 Jahren begann. Auslöser war die sogenannte tierfreundliche Umstellung auf angeblich artgerechte Freilaufställe, in denen das Vieh sich frei bewegt. Doch bald zeigte sich, dass sich die Kühe im freien Stall beengt fühlten, aggressiv wurden und einander attackierten. Hörner dienen in der Herde als Rangabzeichen, sie signalisieren: Abstand halten. Deshalb brauchen behornte Kühe mehr Raum zum Ausweichen, und den hatten sie nicht in ihrem Stall. … .
„Ja, offene Wunden gibt es nicht mehr, [so Capaul,] dafür aber schlimme innere Verletzungen, wenn eine Kuh der anderen den Kopf in die Flanke stößt.“ … .
Doch die Hörner einer Kuh unterscheiden sich vom Geweih des Rotwilds insofern, als sie kein totes Material sind, sondern durchblutet, mit Nervenfasern durchzogen und sehr empfindlich sind. „Dem Kalb drei Wochen nach der Geburt mit dem Lötkolben die Hörner wegzubrennen, ist als ob man einem Säugling die Arme abschneidet. … Laut Bundesverfassung wird der Bund beauftragt, tierfreundliche Produktionsformen zu finden. Die Kühe können sich nicht wehren, also geben wir ihnen eine Stimme – die inzwischen entstandene <Interessengemeinschaft Hornkuh>“, sagt Capaul.

Wenn wir hier schon bei Denken mit, in und für die Gemeinschaft sind: Ja, die Schweizer beschäftigen sich durch die Hintertür mit so etwas altgebackenem wie dem Marxismus – siehe Vollgeld-Initiative:
„Tatsächlich wollen die Initianten [, der vom Ständerat und Bundesrat abgelehnten Initiative,] ein Problem lösen, das in der Schweiz noch von niemandem erkannt wurde. Sie erklären, dass mit einem neuen Verfassungsartikel verhindert werden soll, dass die Banken in Zukunft weiter „privates Geld“ schaffen können. Das sei ein liberales Anliegen. Träger der Initiative ist der Verein Monetäre Modernisierung (MoMo). Die Initiative hat drei Stoßrichtungen: Erstens sollen die Banken zur Verhinderung der privaten Geldschöpfung den Kunden keine Sichtgelder, über die der Zahlungsverkehr abgewickelt wird, auf eigene Rechnung anbieten können. Es geht dabei um rund 500 Milliarden Franken. Die „private Geldschöpfung“ der Banken ließe sich durch eine kleine Änderung im Nationalbankgesetz einfacher umsetzen: Banken müssten für Sichtgelder bei der Nationalbank (SNB) 100 Prozent Mindestreserven halten. Das wollen die Initianten aber ausdrücklich nicht. Es geht ihnen um sehr viel mehr.
Das ist ersichtlich aus der zweiten Forderung: Diese Sichtgelder sollen von den Banken nur treuhänderisch betreut und direkt bei der Nationalbank angelegt werden. Was diese mit den zusätzlichen rund 500 Milliarden Franken machen soll, beschreibt der Initiativtext wie folgt: Die Nationalbank „bringt … neugeschaffenes Geld schuldfrei in Umlauf, und zwar über den Bund oder über die Kantone oder indem sie es direkt den Bürgerinnen und Bürgern zuteilt.“ Das tönt unverständlich, heißt jedoch im Klartext: „Die SNB muss neugeschaffenes Geld verschenken.“ Wiederum im Klartext ausgedrückt: „Bankkunden werden mit ihrem Geld anstelle der Steuerzahler den Staat finanzieren. Wehren könnten sich die Kunden nicht. Nur die SNB dürfte Zahlungsverkehrskonten anbieten. Würde die SNB nur einen Drittel des in den letzten zehn Jahren neugeschaffenen Geldes verschenken, wäre die Nationalbank rechnerisch eine banca rotta, hätte mit mehr Schulden als Vermögen ein negatives Eigenkapital: Leergeld statt Vollgeld.
Hinter dem Ganzen steht, und das ist der dritte Aspekt, eine Ideologie … . Gemäß den Initianten soll künftig in der Verfassung stehen: „Der Bund gewährleistet die Versorgung der Wirtschaft … mit Finanzdienstleistungen. Er kann dabei vom Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit abweichen.“ Die SNB „gewährleistet … die Versorgung der Wirtschaft mit Krediten.“ Das Gesetz „regelt … die Begrenzung des Eigenhandels“. …
Die Grundideen der Initiative finden sich im „Kommunistischen Manifest“ von 1848. Dort haben Karl Marx und Friedrich Engels geschrieben: „Das Proletariat wird der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital entreißen.“ Und sie haben diese Forderung wie folgt präzisiert: „Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol.“ …
Doch es ginge vielleicht auch anders im Jahr 2017:
„Derzeit angesagt sind Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin. … Ganz sicher ist, dass sich die Zentralbanken mit den Themen rund um die Kryptowährungen sehr rasch und sehr intensiv beschäftigen müssen. … Die SNB könnte durch ein Projekt beispielsweise folgenden Vorschlag prüfen: Neben dem Buchgeld für Banken und den Banknoten für die Wirtschaft gibt die SNB als dritte Form von staatlichem Geld „Swisscoins“ aus. Sie verwendet hierfür wie Bitcoin die Blockchain-Technologie. Die Swisscoins sind Verbindlichkeiten der SNB, im Gegensatz zur virtuellen Währung Bitcoin. Auch im Gegensatz zu den hochspekulativen Bitcoins sind die Swisscoins im Wert stabil wie Banknoten. Swisscoins teilen einen weiteren Vorteil mit den Banknoten: Sie gehen beim Handel direkt vom Zahlungspflichtigen an den Zahlungsempfänger, ohne Intermediäre. Ihre Verwendung ist anonym, die Privatsphäre wird damit auch im elektronischen Zahlungsverkehr bewahrt. Das wäre liberale monetäre Modernisierung ohne ideologische Scheuklappen.“
Aus hiesiger Sicht bestehen hier allerdings dennoch ideologische Scheuklappen, und zwar massiv. Soll heißen: Das Geld läuft zwar wie am Schnürchen und ohne Barrieren bei Swisscoins & Co., wenn es denn zu solch Schweizer Währung käme, aber die Gemeinschaft hat wenig/er bis gar keinen monetären Nutzen daraus.

Der Alpöhi könnte in Kandern irgendwann mal Wittöhi genannt worden sein. Nun, wollen wir nicht länger das wahrscheinlich noch Wichtigere zurückhalten.
Ja, die Wittlinger Höhe unweit von Kandern wird überwunden werden, und das jeden Tag ab Dezember 2017, genauer: wochentags von 05 Uhr bis 24 Uhr von Lörrach-Brombach/Hauingen nach Kandern und zurück; samstags von 06 Uhr bis 24 Uhr und sonntags ab 07 Uhr bis 24 Uhr. Die Kosten der Buslinie belaufen sich nach Schätzungen auf rund 470 000 Euro.
Ein verkehrstechnischer Quantensprung, der mehr als von Nöten ist und war!

 

Der 52-jährige Martin Roth ist der neue Polizeichef für Basel-Stadt geworden.

 

Dieser Beitrag, Alpöhi, den Sie hier auf Kandernundmehr-News (Zypern…) eben gelesen haben, hat als Blaupause, sozusagen, sich der schweizerischen Weltwoche bedient (41. und 42 Ausgabe).
Auf die Idee brachte mich ein nahestehender Freund, dem ich – naiv wie ein Pennäler – erzählte am Telefon und in Zürich verweilend, dass die Weltwoche ja recht informativ sei. Offenbar habe ich vergessen gehabt, dass mir die Zeitung schon von früher bekannt war – sein muss. Jedenfalls dachte ich komischerweise zu jenem Zeitpunkt, es handle sich um eine Neuerscheinung. Solche Aussetzer passieren offenbar, wenn man sich auf Zypern oft und seit Jahren aufhält und prononciert auf Griechisch etc. liest.
Und was bekam ich zu hören am Hörer im Hotel in Zürich und als Kommentar zu meiner ‚Neuentdeckung‘ Weltwoche: „Des Faschischtebladd ka mr gstohle bliebe!“
So verhärtet hörte er sich dabei an, dass ich stutzig wurde. Vielleicht hatte die angenehme Zeit in Zürich bereits meine Fühlerchen im Kopf zu sehr kontaminiert? War das möglich? Was tun? Ich kaufte eine weitere Ausgabe der Weltwoche, die 42te.
Bislang bin ich lediglich dazu gekommen, jene Artikel gründlicher zu lesen, die unmittelbar mit der Schweiz zu tun haben. Finde die Darstellungen darin aber wirklich interessant – vor allem als Nichtschweizer, vermute ich. Und Zack! Plötzlich war die Idee geboren, die Weltwoche mal als Blaupause heranzuziehen. Schon saß ich und bediente mich dieser Grundlage auf meine Weise.
Über 6 Euro kostet die Weltwoche in Deutschland. Ein stolzer Preis. Dass ich sie trotz der gesetzten Markierung jenes Freundes hin und wieder kaufen werde, wurde jedenfalls von mir mit mir verabredet.

Also: Alle Zitate, oben, stammen aus der Weltwoche. Danke für Ihre Werte Aufmerksamkeit und verzeihen Sie, die unfreiwillige Auseinandersetzung mit diesem rechtskonservativen Medienauftritt der Blocher-Gruppe aus der Schweiz, Basel.

Quelle: Probieren geht über …

Oktober ist es und ich habe keine Ahnung, also nicht so richtig, was eigentlich abläuft. Ist das nicht schön? So, nahezu ohne aktuelle Info zu leben oder diese zu konsumieren, sieht der Gipfel des Luxus‘ eines Journalisten aus?!
Probieren Sie es einfach mal auf ihre Weise aus!
Derart schnell kann man sich also vom sogenannten Zeitgeschehen absetzen. Sogar die Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung der Deutschen am 03. Oktober sind dieses Jahr davon betroffen gewesen, was mich angeht. Die deutsche Botschaft in Nikosia hatte diesmal irgendwo chic in der Altstadt von Nikosia zu einer Art Umtrunk geladen – oder wie man es noch besser nennen würde. Muss wohl ein netter Abend gewesen sein. Der neue Botschafter begrüßte die geladenen Gäste am Eingang zum festlichen Geschehen – mit seinem Mann. Da probierte sich also etwas Neues aus. Soll gut rübergekommen sein.
Frau von Storch, ein führendes Mitglied der AfD, war vor Kurzem im Hardtalk bei BBC zu sehen gewesen – im Interview. Hat sich recht gut verkauft. Wusste gar nicht, dass ihr Vater oder Großvater Finanzminister unter Hitler gewesen sein soll. Fragen dazu wusste die „von“ wortgewandt und in Englisch mit Leichtigkeit vom Hardtalk-Bildschirm zu fegen. Im Grundton etwa so: Ja, die Nazis haben damals Scheiße gebaut. Doch nicht alle in Naziuniform waren Scheißkerle. Die Interviewende vom BBC, fand ich, hat das Interview mit der Storch taktisch ungünstig geführt – stellte die Fragen komisch und bohrte an den zwar richtigen Stellen, aber eben ungeschickt. Konnte die Deutsche Neonazin in keine Ecke thematisch drängen, wo sie auch, doch nicht nur, hingehörte. Letzteres wäre schon allein deswegen von Nöten, damit sie und andere AfDler gleich anfänglich daran gehindert werden, ihr Selbstbewusstsein zu einstiger nazischer Größentiefe anschwellen wollen zu lassen. Soll ja schon vorgekommen sein, dass narzisstische Schwellungen große Teile einer Nation, wie die der Deutschen, aus dem Ruder laufen ließen gegenüber anderen Staaten und Völkern, die ihnen danach gerade noch so als der eine oder andere Werkstoff verarbeitet genügend legitimiert ‚existent‘ sein durften.
Lassen wir das, doch vergessen wir es nicht.
Zu Zypern wird es hier so in etwa in einem Monat Detaillierteres zu lesen geben. Ansonsten unsere Seite auf Facebook gleichen Namens mal durchschauen oder aber solche Blätter wie die Cyprus Mail oder gar die Nachrichten der Press and Information Cyprus – die Cyprus Weekly etc.
Ich sage Ihnen mal was: Morgen früh werde ich wieder an den Strand bei Maroni runtergehen – möglichst zeitlich früh am Morgen. Musste eine Woche Pause einlegen, weil ich hatte mir dort eine Verletzung unterm großen Zeh zugezogen. Ist jetzt verheilt. Dürfte nicht aufbrechen, wenn wieder im wunderbar weichen Sand – 50m hin und zurück und zurück und hin usw. – gelaufen wird unterm Sternenzelt plus Mond und neuerdings einigen Wolken überm Horizont.
Zypern ist extrem gut geeignet zum Rückzug, zur Kontemplation, zum körperlichen Aufbau für jene, die sich zusammenreißen wollen und können und es probieren, ETWAS effektiv zu ändern in unserer Existenz – an sich vordringlich. Letzteres war als notwendig erachtet worden. Also wurden 2 Monate Absenz vom täglichen, journalistischen Einerlei angeordnet – ein guter Einfall meinerseits!
Ja, der schöne weiche Sand am Strand von Maroni hatte da noch diesen Stein in sich vergraben. Und auf den war ich getreten, so dass die Kombination erst Joggen, dann Schwimmen, wie bereits gesagt, eine Woche ad acta gelegt werden musste. Schon bald werde ich allerdings in Zürich stehen, wo Schwimmen wohl nicht mehr drin sein wird im Zürichsee, weil zu kalt. Das Konzept, zuerst joggen, dann schwimmen, war dennoch ein Erfolg, der diesen Sommer 2018 ausmachen wird. Das will nächsten Sommer gewiss in irgendeiner Weise wiederholt werden.
Am Strand von Maroni gibt es eigentlich nie zu viele Besucher. Dieses Jahr ist das Wasser nicht nur durchgehend sauber, sondern auch noch warm wie in einer Badewanne – und sogar noch in den ersten Tagen des Oktobers. Dass in der nah gelegenen Ortschaft Mari Öl umgeschlagen wird in recht großen Mengen und aus dem arabischen Golf kommend und neuerdings sogar eine Müllverbrennungsanlage installiert sein wird, bei der, wie erfahren wurde, gewisse grundsätzliche Dinge nicht im Voraus geregelt wurden und daher ihr Betrieb vielleicht erst mal nicht von statten gehen könnte wie geplant, dürfte viele freuen.
Kurz: Dieses Jahr ist die Wasserqualität des Meeres vor Maroni nicht in Mitleidenschaft gezogen worden vom Ölumschlagen wie das Jahr davor; und das davor. Große Pläne haben die Technokraten in Nikosia ausgerechnet in Mari im Visier – Industriepark und so. Das heißt für viele Interessierte in letzter Konsequenz: Besser kein Haus oder dergleichen in Zygi, Tochni, Maroni oder gar Psematismenos kaufen. Solch ein Kauf könnte nämlich schon bald bereut werden – schätzungsweise in 5 bis 10 Jahren.
Die Ortschaft Kalavasos dürfte davon auch betroffen sein, wo verwunderlicher Weise viele deutsche Touristen sich einmieten. Die machen in Kalavasos auf Öko-Tourismus. Wie dem auch sei: Mit Fahrrad von dort aus in die Landschaft zu fahren oder ans Meer, ist verkehrstechnisch betrachtet recht mutig, finden nicht wenige, die hier viele Jahre leben und das wohl auch beurteilen können auf Grund ihrer Erfahrungen am Steuer eines Autos oder Mopeds etc. Das Meer dürfte von Kalavasos aus schätzungsweise über eine halbe Stunde Weg mit dem Fahrrad entfernt liegen – also nicht all zu weit. Fahrradwege sind zwar vorhanden im Lande, also dort wo überwiegend Griechisch gesprochen wird auf Zypern, doch definitiv ungenügend viele, beziehungsweise ungenügend lange (km).

In Zypern soll es ja auch so sein. Es gibt schon fast nichts anderes zu erwarten als das. Mal wieder den Sender Vouli angesehen im TV. Das ist der Fernsehsender, der direkt aus dem griechischen Parlament in Athen sendet. Da sah ich den Präsidenten des griechischen Parlaments in etwas seltsamen Gespräch mit dem obersten Kirchenfürsten der griechischen Orthodoxie. „Hä, was soll das jetzt!“ dachte ich und ging in die Küche, um ein Brot zu streichen. Zurück aus der Küche sah ich 10 oder noch mehr schwarze Kutten im griechischen Parlament sitzen, versteht sich, nicht etwa in erster Reihe, sondern noch vor dieser Reihe eine Reihe bildend sitzend, hinter der, wie auch sonst, der Präsident des Parlaments und seine Paar Helfer thronen.
Und dann kam es:
So etwas wie eine heilige Absolution – oder so – wurde dem Parlament und seinen Mitgliedern wahrscheinlich gnädiger Weise verabreicht. Machen die anscheinend jedes Mal so nach den Sommerferien in Athen.
Quel Schock!
Trennung von Staat und Religion offensichtlich eine Farce, auch in Griechenland?! In Zypern muss hoher Staatsbesuch ja stets bei Chrisostomos, dem Erzbischof, antreten – ansonsten ist das diplomatische Protokoll angeblich nicht zur Genüge eingehalten worden. Man stelle sich das Mal vor! Und da gehen all diese Leute, die uns ansonsten im Parlament von Brüssel und anderen europäischen Parlamenten erzählen, dass Staat und Kirche getrennt sein müssen in einer Demokratie, seit Jahren brav zum obersten Kirchenherren der Griechen oder Zyprer hin – spielen dieses abgekartete Spiel oder Ritual um die Macht im Land folglich mit. Abgekartet, schreibt es hier deswegen, weil der geschilderte Auftritt der griechisch-orthodoxen Schwarzkuttenträger in der Folge im Parlament demokratisch durchgeführte Wahlen, beispielsweise, nicht nur in neuem Licht erscheinen lässt, sondern irgendwie daran zweifeln lässt, dass die Bevölkerung über gewisse, genauer, über ganz gewisse Tatsachen offensichtlich ganz plump und einfach hinweggetäuscht wird. Etwa nach dem Motto: Stimmt halt auch ihr ab wie eure Volksvertreter, aber vergesst nicht, da ist jener Bereich, jenes Etwas, wo ihr gefälligst nicht euer Demokratie-Ding durchziehen könnt – so wie auch wir!
Ja, und so wurde das Parlament in Athen und die Abgeordneten, die brav wie einst Schüler in ihren Bänken standen, vom obersten religiösen Hirten der Griechen an seine Machtposition mit ihrem stummen Dastehen erinnert, ja sie stärkten und bestätigten diese Position so mal wieder – wie fromme Lämmer. Kommunisten waren NATÜRLICH auch darunter. Wie Sie wissen, verehrte LESER, in Athen regieren diese!
Können Sie sich vorstellen, was diese eben beschriebene Show bei Menschen, die ihr Hirn noch etwas eingeschaltet haben, bewirken muss? Die müssen sich doch von oben bis unten verarscht vorkommen, wie Kinder, die mal probieren dürfen, wie es ist, dem Weihnachtsmann über die Schulter gucken zu dürfen und dann ihr Bild vom himmlischen Weihnachtsmann mit Schlitten und Ren davor wahrscheinlich für immer im Nichts aufgehen sehen. Ja, es gibt wahrhaft irdische Wunder.
Und auch daher: Wer Erdogan und Co mit Themen belagert, die da einfordern, Religion und Staat müssten getrennt werden, so strikt und richtig, wie es in den verschiedensten europäischen Verfassungen der EU-Staaten heuchlerisch steht – es kann nur heuchlerisch genannt werden, weil die Realität offensichtlich überall in Europa so zu sein scheint -, der sollte sich schleunigst an der eigenen Nase halten!
Ja liebe Leute, und so hat Präsident Erdogan und Co durchaus nicht ganz unrecht, leider, sich auf seine Art zu empören über die Christen und ihre komische Moral – auch wenn uns, mir, das nicht gefällt.

Nachdem ausgiebig im Sand hin und her gelaufen wurde früh morgens, noch bevor die Sonne sich zeigt, geht es spätestens dann ins Meereswasser, wenn die ersten Mitschwimmer kommen, Zyprer. Letztere trudeln meistens ein, wenn die Sonne kein roter Ball überm Meer mehr ist, sondern ein immer weißer scheinender Kreis. Mal sind sie zu zweit, mal zu dritt. Die grüßen sogar und schwimmen in Gruppe hinaus, wo sie sich lauthals unterhalten. Wunderbar.
Zypern ist eine Reise wert. Man sollte seine Erwartungen als Tourist etwas zurückschrauben, dann kann es wahrscheinlich nur ‚gut‘ gehen. Wer sich an ruhige Orte begeben will, um SEIN oder IHR Ding zu machen, der ist hier, eigentlich, am richtigen Platz! Studieren ist gut, probieren ist wahrscheinlich noch besser!

Wahlen

Quelle: Wahlen

%d Bloggern gefällt das: