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Quelle: Es läuft wie geschmiert

Life ist live!

Morgen soll der Sommer wieder zurück sein. Wir schreiben heute den 03. 07., beziehungsweise den 13. Juli 2017. Es ist empfindlich kalt. Man könnte wohl Schwimmen gehen im Baggersee – in dem zwischen Sasbach und Whyl gelegenen. Das ist jener unweit des Atomkraftwerks in Fessenheim/Elsass.

Nach vielen Jahren der Inbetriebnahme, man staune und höre, fragt man sich in Fessenheim, ob denn der Hochwasserdamm des Atomkraftwerks zum nahen Rheinseitenkanal genügt für im Fall der Fälle? Wenig verwunderlich ist, dass niemand darüber Auskunft geben kann, also eine Antwort dazu parat hat, die auf wissenschaftlichen Kriterien beruhte. Das ist ungefähr so skandalös, allerdings im größeren und viel gesundheitspolitisch relevanteren Maßstab, als die Sauerei, anders kann man es nicht nennen, dass für die Stadt Kandern noch immer kein Mietspiegel durch den Gemeinderat gepuscht worden ist – wenn überhaupt jemals jemand auf die Idee kam, so mieterfreundlich sich vor dem hohen Haus zu äußern. Ganz zu schweigen von dem Gerücht, dass in einem neugebauten Haus der Gemeinde Rust, welches zu günstigen Konditionen gebaut werden konnte mit der Auflage, für 10 Jahre keine Zimmer an Touristen (des Europa Parks) zu vermieten, im Vorfeld 1/3 der neu entstandenen 18 Mietwohnungen an Asylsuchende vergeben wurde – Kungelmungel im Ruster Rathaus? Dem Vernehmen nach sollen die restlichen 2/3 an verfügbarem Wohnraum an Arbeiter aus dem Europa Park vonseiten des Betreibers des Parks, der Mack-Familie, angemietet worden sein. In anderen Worten: Vergessen Sie es, in Rust eine Wohnung zu finden als einfache Person; oder in Kandern in absehbarer Zeit das, was ansonsten großkotzig „eingeführte Mietbremse“ in Baden-Württemberg genannt wird, vorzufinden. Und nicht vergessen, ja? Die Knäste im Südwest-Musterländle sind rappel-zappel-voll. Stellen Sie sich mal den folgenden Fall vor, der wohl als eine der Folgen der Überfüllung der Gefängnisse mit Insassen in Betracht zu ziehen ist: Demnächst kommen dann noch mehr Leute, die elektronische Fußfessel tragen mit Mietübernahmeschein vom Sozi als Mietplatzkonkurrenten auf den heißumworbenen Wohnungsmarkt Badens, der vor allem entlang des Bahngleises, welches aus dem Norden kommend in den Süden existiert; und entlang der Schweizer Grenze sowieso. Der qm-Preis in Kandern kratzt gerade an der 13 Euro Marke und das bitte sehr für Wohnraum in ganz „normaler“ Lage. Auf einen Gefangenen sollen zwischen 40 bis 60 Wärter kommen in Baden-Württemberg. Das wäre was. Das Verhältnis ist selbstverständlich umgekehrt. Wollen Sie, verehrte Leser, sich bei solch Relation etwa noch ausmalen, wieviel Mietsuchende beispielsweise auf eine Wohnung in Kandern, Rust oder Freiburg kommen? Scherz bei Seite: Damit soll allerdings nicht gesagt worden sein, dass wohnen in Miete mit einem Aufenthalt hinter Gittern hier oder andernorts in Vergleich gezogen wurde. Gewiss gibt es aber irgendwo irgendjemand, der genau dieses Verhältnis schon untersucht haben dürfte, ist anzunehmen. Für was gibt es schließlich Studien und Doktorarbeiten. Untersuchungsgegenstand ist oder war dann eventuell: Wieviel mehr Mieter (Nutzer) kommen im Vergleich zu Vermietern (Eigentümer) in den Knast?

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Weiß auch nicht, wie ich von diesem Thema zum folgenden kommen werde. Jedenfalls: Der Fußball-Club „Team-Afrika“ hat seine Existenz eingestellt. Dass das so kommen musste, war eigentlich voraussehbar – es war eh eine Schnapsidee, wer auch immer sie geboren hatte. Konterproduktiv. Warum eine Fußballmannschaft bestehend aus asylsuchenden Afrikanern betreiben, wo dieselben doch integriert werden wollen und sollen und es genügend Clubs in der Gegend zum Kicken gibt?

Das war eher falsch, längst nicht gefälscht indes wie die Akten des Sonderermittlers im Fall Amri. Sie erinnern: Gedächtniskirche am Kudamm, Weihnachtsmarkt 2016, Tote wegen LKW, der in eine Besuchermenge fuhr.

Irgendwie ist der Wurm öfters drin als früher, wie man sagt, wenn es um Islam, Araber und Afrikaner zu gehen scheint in Deutschland und seinen Behörden. Vernünftige, leichter nachvollziehbare Lösungen und auch Beschlüsse in Behörden und Gerichten wären schon angesagt, um das Zusammenleben zu erleichtern, denken nicht wenige.

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Jedenfalls: So etwas wie Vernunft ließ mich gestern anstatt endlich mal nach dem schönen, alten Sélestat im Elsass fahren – war nun wirklich mehr als angesagt nach knapp 4 Jahren Präsenz am Oberrhein. Sollten Sie einen Film, der im Mittelalter spielt, drehen wollen, dann könnte ihnen das Elsass einiges bieten, so auch diese Stadt.

In der deutschen Stadt Kandern wurde anstatt das „Städtli“-Fest am 2. Juli geboten. Es wird wohl so gewesen sein wie immer: außer, dass die Sonne gefehlt haben dürfte und meine Wenigkeit. In der Region Dreiländereck scheint ab Anfang Juli eh die Fest-Saison ausgebrochen zu sein, wie immer im vermeintlichen Sommer, so dass man sich seine Festbesuche wahrhaft einteilen muss, wenn man einigermaßen mobil ist.

Das Bläserfest in Weil am Rhein, beispielsweise, war ich mir kurz ansehen vor einigen Tagen. Na ja! Ich hatte mich auf deftige Volksmusik gefreut, doch dann wurde das Gequake, was man andauernd im Radio spielt gespielt. Hingegen wurde auf dem Sommerfest in Egringen genau diese Erwartung erfüllt, deftige, schöne Volksmusik. Seit 1975 ist das dort der Fall. Der örtliche Musikverein pflegt seit 43 Jahren eine Freundschaft mit der Madrisa aus Kloster-Dorf aus Graubünden/Schweiz. Die Schweizer Musiker wurden auch dieses Jahr wieder herzlich von Gastfamilien aufgenommen und gaben Zugabe auf Zugabe, so begeistert waren ihre Zuhörer – insgesamt dreie.

Das zehnte Milka Schokofest lockte bereits Ende Juni. Bekanntlich steht in Lörrach am Bahnhof eine Produktionsanlage dieses Schokoladenfabrikanten. Allerdings kämpfen die dort drin gerade mit Viren. Nein, nicht in der Schokolade, sondern in den Computern der Chefetage und womöglich sogar im Betriebsablauf. Opfer des überall in den Medien befindlichen Hackerangriffs ist die Milka in Lörrach hinterm Bahnhof geworden. Zu Weihnachten gibt es dann also frei-gehackte Milka-Schokolade („free-hack“!).

Die Redaktion Zypernundmehr-News weist daraufhin, dass beim Verwenden dieser oder ähnlich gearteter ‚Formulierungen‘ in Werbeslogans für Milka-Produkte bei widerrechtlichem Gebrauch eine Klage wegen Diebstahl geistigen Eigentums ins Haus stehen dürfte – „free-hack“.

Nein, ich bin gestern nicht an einem Feststand auf irgendeinem Straßenfest eingesunken, auch wenn man das eben vermuten konnte, sondern nach meiner Elsass-Visite zog es mich doch noch in den neu eröffneten „Grünen Baum“, ein Restaurant bekanntlich außerhalb von Badenweiler in reizvoller Lage befindlich. Ein herrliches Restaurant, auch wenn es zum Draußen-Sitzen zu kalt gewesen ist. Die neuen Betreiberinnen sind ausgesprochen nett und wirken erfreulich unabgehoben. Die Küche ist exzellent. Gestern fiel der Entscheid auf Breitbandnudeln mit Pfifferlingen und Salat. Kann gut sein, dass der Salat derzeit nirgendwo im Dreiländereck so vortrefflich angemacht wird wie dort. Auf dem Peleponnes in Griechenland unterwegs, so auch in Zypern, stört/e, dass zu oft Salat gereicht wird, den man sich selbst anmachen soll. Das ist mir persönlich dann doch zu viel Autonomie auf/unter und über dem Tisch. Dass mir so etwas hier im Dreiländereck bloß nicht als Leitfaden einreißt. Bloß nicht! Ach so ja: Erträgliche Preise leiten die feine Atmosphäre im Grünen Baum sozusagen abschließend zu einem unvergleichlichen Erlebnis hin.

Und wenn wir schon beim Leiten sind: In Sachen Digitalisierung soll der Südwesten Deutschlands „Leitregion“ werden. Nun, wenn man sich den losgebrochenen Bau-Boom ansieht – man muss gar nicht suchen danach – dann dürfte an eben Gesagtem wohl was dran sein. 70 und mehr Seiten wurden bedruckt, um die Digitalisierungsstrategie als Modellvorhaben vorzustellen vonseiten der Regierenden in Südwest. Die Frage ist natürlich schon: Was haben wir uns unter solch Strategie vorzustellen, etwa führerlose Busse und Züge, lehrerlose Schulklassen, schalterlose Bahnhöfe, womöglich noch ärztelose Arztpraxen? Man wird ja nicht jünger, stimmt’s? Sich an Ähnliches im Geist zu gewöhnen, ist gewiss vorteilhaft für die und in Zukunft. An autonom fahrende Autos zu denken, bereitet jedenfalls weniger Kopfzerbrechen, wenn man sich mal etwas genauer umsieht und sieht, wie sich nun mal Menschen im Alter von 80 oder 90 Jahren im Allgemeinen bewegen – meist eingeschränkt. Das heißt, uns Anfang den 1960er Jahren Geborenen – oder kurz danach oder davor – dürften solche digital-automatisieren Hilfen demnächst mehr als willkommen sein, um die voraussichtlich sich einstellende eingeschränkte Autonomie bei der Bewältigung des Alltages weiterhin – so in etwa – gewährleistet zu sehen. Eine Arbeitsgruppe verschiedenster Ministerien im Südwesten Deutschlands hat der Digitalisierungsstrategie zufolge Ziele formuliert. Was an dieser Angelegenheit ganz besonders spannend sein dürfte, ist, diese digitalisierte Fusselarbeit sich auszudenken, sich dort hineinzudenken; aber auch, sich dieselbe überhaupt noch vorstellen zu können. Sieht auch daher ganz so aus, als sollte Wissen in Sachen Informatik nicht nur in Grundschulen als Pflichtfach eingeführt werden, wie es demnächst geschehen soll, sondern ebenso, dass ein Angebot für alternde Arbeitsnehmer, Arbeitslose und Rentner/Pensionäre geschaffen wird, um sich dieser Materie bei Interesse nähern zu können, versteht sich, möglichst praxisbezogen und preiswert. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim scheint hierfür ein geeigneter Ansprechpartner zu sein. Am meisten freut man sich jetzt schon auf die anscheinend geplante „Bildungsplattform“, auf der solch Inhalte abgerufen werden können. Fragt sich nur: Wird der Zugang dann umsonst möglich sein und wird er so dargeboten, dass die Flinte nicht gleich ins Korn geworfen werden muss, sagen wir, wenn man jemand ist, der von Informatik wenig weiß und das Abitur vor über 20 oder 30 Jahren absolviert hat?

Man könnte sich durchaus vorstellen, dass etwas mehr Digitalisierung auch dazu beitragen dürfte – wenn denn ein Austausch der Daten, wie vereinbart gelingt und durchgehalten wird mit Ländern wie der Türkei -, dass Väter und Mütter ihre Kinder nicht so ohne Weiteres in derartigen Ländern wie der Türkei unter Zwang verheiraten können. Ja, Letzteres gibt es noch immer. Gerade wieder der Fall gewesen bei einem Schweizer mit türkischen Wurzeln (Basel). Der soll seine beiden Töchter geradezu genötigt haben, jeweils jemanden zu heiraten, den die Töchter nicht sonderlich toll fanden. Eine 3,5-jährige Strafe hat sich dieser Schweizer eingeholt, wegen physischer und psychischer Gewalt an seinen Töchtern. Die Maximalstrafe soll bei 5 Jahren für solche Delikte liegen in der Schweiz: Zwangsverheiratung. Die Lebenswelt des muslimischen Schweizers mit türkischen Wurzeln war wohl etwas zu lebensfremd für Schweizer Verhältnisse. Doch es gibt Organe, beispielsweise auch in Deutschland, die derartige, nennen wir es milde ‚archaische‘ Sichtweisen, durchaus stützen. Und bei dieser Gelegenheit mag kurz, aber bestimm eingeschoben werden, dass der baden-württembergische Landesvater, Kretschmann, unseren türkischen Mitbürgern auf längere Sicht besehen keinen Gefallen bereitet, wenn er glaubt, mit einer religiös verbrämten oder überzogenen Plattform wie der DITTIB weiterhin eng zusammenarbeiten zu müssen. DITTIB ist viel zu separatistisch und türkisch-nationalistisch unterwegs, um es mal in solch Begrifflichkeit zu setzen. Und das soll bedeuten: Die haben eine nicht-integrative Integration ihrer, wahrscheinlich ausschließlich, muslimischen Mitglieder zu laufen und so etwas gehört mit Distanz, viel mehr kritischer Distanz angegangen. Diese Organisation ist sozusagen erwiesenermaßen einer der Stabilisatoren einer deutsch-türkischen Parallelgesellschaft. DITTIB legt letztlich sozio-politisch Maßstäbe an, die mit dem projektierten Ziel der EU, so, nie und nimmer zusammenpassen kann. Die anvisierte Politik Kretschmanns gegenüber der DITTIB kann daher folgendermaßen in eine Frage, seinerseits, also an sich, gekleidet werden, Kretschmann: Wie schaffe ich nachfolgenden Ministerpräsidenten Baden-Württembergs bloß möglichst harte sozio-politische Nüsse, an denen die sich dann abarbeiten dürfen?

Dieser Bundesverband namens DITTIB beteiligt sich ja jetzt schon nicht an Friedensmärschen von Muslimen gegen islamistischen Terror!!!

Mindestens ebenso kurzsichtig erscheint ein Kabinettsbeschluss durch die Landesregierung Baden-Württembergs, der besagt, dass ausgerechnet der Fremdsprachenunterricht in Klasse 1 und 2 der Grundschule abgeschafft gehört. Mal abgesehen von der Nähe zu Frankreich ist es schon ein Skandal – auch wenn in der Schweiz gerade ähnlich seltsame Dinge beschlossen werden in einigen Kantonen. Der neue französische Präsident Macron soll sich derzeit gerade mühen, den Franzosen zu verklickern, dass Deutsch unbedingt forciert gehörte. Und was machen DIE in Baden-Württemberg? Denn dummerweise beziehen sich die Kürzungen nicht etwa auf den Englischunterricht, sondern auf den im Französischen.

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Mit obigem nicht in Zusammenhang stehend und auch nicht so zu lesen oder zu verstehen:

Die asiatische Tigermücke ist auf dem Vormarsch. Die Stadt Freiburg im Breisgau soll so an die 200.000 Euro lockergemacht haben, um die Plage, die einer Stechmücke gleich funktioniert, in Zaum zu halten.

Und auch das Folgende ist nicht im Zusammenhang stehend mit der Tigerfliege:

Täglich hören wir, dass die Anzahl der Flüchtlinge wieder zunimmt. Wir, verehrte Leser, sind uns wohl schon länger darüber einig, dass in den jeweiligen Herkunftsländern der Flüchtlinge Maßnahmen getroffen gehörten, um den Druck und Wunsch bei Fluchtbereiten, sich auf den Weg zu machen, geschmälert ist oder wird, also: das GLÜCK woanders suchen zu wollen/zu müssen. Und dann verwundert schon etwas, wenn Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende des Landkreises Lörrach abgebaut werden sollen. Kann gut sein, dass auf Behörden, anders als hier, die Zahlen 1 und 1 zusammengezählt werden. Denn die nächste Welle von Asylsuchenden ist doch wohl absehbar, das heißt, im Anmarsch. Der Abbau solcher Anlagen lässt den Schluss durchaus zu, dass da jemand zwei- oder dreifach verdienen will?

Doch vielleicht wird das hier nicht ganz richtig verstanden? Und daher schnell einen Auszug eines Artikels von Bernhard Konrad, der am 21. Juni 17 folgendes in der Oberbadischen schrieb: „Die Gemeinschaftsunterkünfte des Landkreises werden abgebaut. Flüchtlinge wechseln in die Anschlussunterbringung. Mit dieser beginnt der eigentliche Integrationsprozess. Nachdem die Verwaltung mehrere Alternativen geprüft hat, möchte sie dem Gemeinderat das Areal Neumatt-Brunnwasser als Standort für wertige Unterkünfte in Containerbauweise vorschlagen. Das Gelände eigne sich besser als die Optionen auf dem Füssler-Areal und an der Lauffenmühle, so Oberbürgermeister Jörg Lutz und Bürgermeister Michael Wilke unisono. … Die Container-Siedlung soll eine auf drei Jahre angelegte Übergangslösung sein, so Lutz … Die Verwaltung schlägt vor, auch den nördlichen Bereich des Gebietes als Baufläche zu entwickeln. Diese biete Platz für 150 bis 300 Wohnungen. Der überwiegende Teil bleibe für die Nutzungsvarianten „Sport“ und „Freizeit“ erhalten. Dabei biete sich die Schaffung eines gemeinsamen Tenniszentrums verschiedener Vereine an, hieß es. Zudem sei Raum für einen zweiten Fußballtrainingsplatz vorhanden. … Die rund elf Hektar große Fläche an der Hornbergstraße für die Anschlussunterbringung gehört der katholischen Kirche und war bereits vor Jahren für den Bau einer Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises vorgesehen. … Die katholische Kirche stelle sich ihrer Verantwortung und werde das Gelände für den Bau der Anschlussunterbringung zur Verfügung stellen – dies ausdrücklich zu einer reduzierten Pacht [sagte Pfarrer Thorsten Becker].“

Das heißt, die Kirche in/bei Lörrach ist so großzügig und menschenfreundlich gegen eine „reduzierte“ Pacht den Gemeinden ‚auszuhelfen‘. Sollte eine Kirche kein gewerbliches Unternehmen sein und sollte sie letztlich den Gläubigen gehören, wovon aber wohl nicht auszugehen ist?, dann hätte diese barmherzige Institution ja auch auf das Mittel der Schenkung zurückgreifen können. Doch Letzteres ist gewiss zu christlich oder dergleichen gedacht!? Chronisch überlastet!

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Am Hasenloch könnte es schon bald zu weniger Stau kommen. Das Loch ist eben dort chronisch überbelastet, wo oft nichts mehr geht verkehrstechnisch, und zwar vor Lörrach gelegen auf der B-317 am Zubringer zur Autobahn A-98. Das Hasenloch soll möglichst noch vor dem Jahr 2025 wie Hasenfluchtwege funktionieren – reibungslos. Die üblichen Akteure wurden dazu installiert, zum Beispiel die Firma Rapp, die bekanntlich in verschiedene Bereiche streut: straßen-, sowie hoch- und tiefbautechnisch. Inzwischen fahren im Schnitt täglich mehr als 42.000 Autos durchs zeitweilig überlastete Hasenloch. Interessant an dieser Auftragsvergabe ist, dass anscheinend die in aller Munde befindliche Digitalisierung, die über uns hereinbrechen wird oder soll, beispielsweise des Verkehrs und seiner Teilnehmer, nicht zur Genüge in Betracht genommen worden sein könnte, mal abgesehen davon, dass diese ja noch in der Versuchsphase befindlichen digitalen Helfer auch noch nicht wirklich quantifiziert und dergleichen werden können. Das heißt dann wohl: Rapp & Co. haben sich einen guten Fisch an Land gezogen mit dem „Projekt Hasenloch“, ein Fischlein, das gewiss nochmals aufgebraten werden muss, eventuell wieder und wieder, da das Hasenloch einer gewissen technischen Anpassung bedarf, die dann von Rapp & Co. wohl unter Mehraufwendungen zu verbuchen sein wird gegenüber dem Rechnungsprüfer im Gemeindehaus von Lörrach. Der Steuerzahler lässt grüßen!

Letzteres soll auch darauf verweisen, dass die Belastung am Hasenloch vielen Beobachtern noch nicht so ausufernd zu sein scheint, wenn man nicht gerade nachmittags um 16 Uhr dort durch muss oder morgens um 08 Uhr. Zugegeben, es ist unangenehm, für eventuell mehr als 5 bis 10 Minuten im Stau zu stehen, doch ob dieser Umstand nun gleich solch einen großangelegten Umbau braucht und zu diesem Zeitpunkt, der dann womöglich bei angepeilter Fertigstellung wieder nicht den gegebenen Erforderlichkeiten entspricht, ist fraglich.

Klar doch, als Ex-Berliner fällt einem da gleich der BER-Flugplatz in Berlin ein, der gewissen Bauherrn auf ähnliche Weise für die nächsten 20 und mehr Jahre sicher bezahlte Arbeit in Aussicht stellt. Auch dort soll bei Betriebseröffnung dieselbe eventuell dann doch nicht erfolgen können, weil an anderen Teilen des Gesamtprojekts gewisse Installationen etc. schon wieder veraltet sind, folglich aus Sicherheits- und anderen Gründen eine Eröffnung nicht in Völle erfolgen wird können – wenn überhaupt je. Das auto-distributiv wiederkehrende Entflechtungsproblem ist also ein recht interessantes Phänomen mit Wachstumspotential.

BR 2014? Ost-Entflechtungskonzept? Zürich? Flughafen? Die Schweizer? Genau! Letztere, die Schweizer, haben diese zuerst genannte in Deutschland ungeliebte Teilgenehmigung erteilt. Und die besagt, dass sie sich lediglich auf Schweizer Gebiet erstreckt. Es geht, also, um den ‚Ausbau‘ des Flugraumes des Flughafen Zürich. An die Schweiz grenzende Gemeinden in Deutschland, wie beispielsweise Waldshut, finden es derweil wenig lustig, dass „die Schweizer“ ihren eigenen Kopf haben wollen und nicht in Richtung Italien oder sonst wo hin ausbauen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt der Schweizer Genehmigungsbehörde macht folglich Zicken, nach manch deutscher Lesart. Das Schweizer Amt will den deutschen Bundesverkehrsminister Dobrindt einwickeln, was eventuell auch gelingen wird. Der CSU-Politiker soll die Verlegung gewisser Flugrouten demzufolge abnicken. Doch auch die Grünen machen Zicken, und zwar im fernen Stuttgart. Sie wollen herausgefunden haben, dass die Lärmbelästigung, verursacht vom Flughafen Zürich aus, weiterhin gegeben wäre über Teilen Deutschlands und man deswegen mit Sturheit gegenüber den Schweizer Vorhaben zu reagieren habe.

Herr Winfried Hermann von den Grünen in Stuttgart sollte jedenfalls nicht außer Acht lassen, dass viele Leute in Waldshut und Umgebung sich zwar über den Fluglärm gern beklagen, der gar nicht so unausstehlich sein soll, und andererseits aber bevorzugt im nahegelegenen Zürich gern mal schnell in den Flieger nach Irgendwo hüpfen. Wir dürfen also gespannt sein, ob das schweizerische Teilgenehmigungsgesuch durchgehen wird. Und dabei haben wir doch mit den Schweizern so viel gemeinsam. Guido Neidinger schreibt am 23. Juni 2017 in der Oberbadischen:

Mit unseren Basler Nachbarn haben wir Lörracher einiges gemeinsam. Wir sitzen hier wie dort viel im Freien, trinken gerne Cappuccino, zahlen dafür allerdings in Basel mindestens das Doppelte. Aber in einem Punkt haben die Basler es besser. Nein, nicht nur, weil sie das Tram haben und wir nicht, sondern weil ihr Fluss [Rhein] im Sommer zu einem abgasfreien Teil des Nahverkehrs wird, also zum öffentlichen Personennahverkehrsmittel – dank Wickelfisch. Selbiger Wickelfisch ist die wasserdichte Weiterentwicklung des Radlerrucksacks. In den Wickelfisch steckt der Basler Anzug, Krawatte, Hemd, Schuhe und Geldbeutel. Dann zieht er die Badehose an und wirft sich samt Wickelfisch in den Rhein. Von dem lässt er sich bis zur Höhe seines Arbeitsplatzes treiben, steigt ans Ufer, trocknet sich ab, zieht seine Klamotten an und ab geht’s ins Büro. … .“

Wie? Sie nennen das ein Entenbad nehmen? Auch recht! Apropos Entenbad: Die Gewerbeflächen im sogenannten Entenbad-Gebiet Lörrachs, Brombach-Ost, werden nun doch voraussichtlich für die Zentralklinik in Gebrauch genommen. Nichts mehr mit Gewerbegebiet, wie ausgewiesen in den Stadterschließungsplänen. Von 6,6 Hektar vor Ort ist hier soeben die Rede gewesen. Kurz: Ein Mix ist wohl geplant, und zwar einer von ein bisschen Gewerbe und einem bisschen Klinik usw. Man wird dort dann auch noch eine Brücke in naher Zukunft anlegen, zur Verkehrsentlastung. So wird die B-317 wohl einigermaßen problemlos angefahren werden können von dort (Schopfheimer Straße). All das eben Gesagte ist allerdings noch nicht in den berühmten trockenen Tüchern. Nach den Sommerferien des Jahres 2017 wollen sich die Stadtgranden daranmachen und Fakten schaffen. Wir dürfen somit abwarten, was die sich da noch alles einfallen lassen werden.

Wie hier bereits in Artikeln davor „angetönt“ wurde, wie die Schweizer gern sagen: Das Dreiländereck überzieht sich schleichend aber sicher mit Beton, Glas, Stahl und Stein. Und das ist offenbar beschlossene Sache. Es liegt nun an UNS, diese Entwicklung einigermaßen kritisch zu begleiten und nicht nur Beifall zu klatschen – auch wenn es viele unter uns nicht mehr ins Grüne und in die derzeit noch vorhandenen ausgedehnten Nutz-Wälder zieht. Der Flora, letztlich der besseren Atemluft zuliebe, ganz zu schweigen von ästhetischen Aspekten, obliegt es den Bürgern, nicht nur nach Arbeitsplätzen und kurzen Wegen zu schielen, sondern diese eben erwähnten Faktoren mit zu bedenken. Ein Gewerbegebiet – siehe Plan B2 des Brombacher Ortschaftsrates – in ein Wohngebiet zu legen, ist gewiss problematisch. Bleibt die Frage: Welche Art Gewerbe wird dort angesiedelt? Bleiben wir doch in Lörrach!

Die Wohnanlagen andernorts, nämlich an der Dammstraße in Lörrach, sollen inzwischen bezugsfertig sein. Die „Wohnbau-Lörrach“ gibt sich zufrieden. Neun neue Häuser wurden hingesetzt, von Grund auf neu. Es soll keinen Sinn gehabt haben, die alten Häuser zu bewahren. Kränzle-Fischer-Wasels aus Karlsruhe zogen sich das ausgeschriebene Projekt der Stadt an Land und scheinen gute Arbeit abgeliefert zu haben – was eigentlich erst nach einigen Jahren wirklich so beurteilt werden kann. Die Dammstraßen-Erneuerung hat für die Stadt eine Art Modellcharakter, wird gesagt. Soll heißen: Weitere Projekte dieser Art werden sich die Dammstraße zum Vorbild nehmen, wodurch gewiss Kosten gespart werden können, und zwar so lange, bis wieder andere Wohnkonzepte Stadtplaner von ihrer Attraktivität überzeugen.

So auch in Weil am Rhein. 2019 soll die „Dreiländergalerie“ fertiggestellt sein. Der Gemeinderat hat das Projekt nun endgültig durchgewunken. Das trifft sich insofern gut, da die Dreiländerhängebrücke bereits ihr 10-jähriges Bestehen Anfang Juli 2017 gefeiert hat. Sie hat jährlich mehr als eine Million Nutzer; sowie den „Footbridge Award 2008“ als Auszeichnung gewonnen. Nach dem, was die Computeranimation der „Dreiländergalerie“ verspricht, passen Galerie und Hängebrücke stilistisch gut zusammen. Es wird ein äußerst modernistisches Äußeres geben, welches wohl wegweisend sein wird. Jedenfalls: Es sind noch keine Mietverträge abgeschlossen worden fürs Einkaufszentrum namens Dreiländergalerie. Letztere sind durchaus mit Bedacht zu schließen. Als negativ Beispiel ist – mal wieder – die Ewigbaustelle in Berlin, der oben genannte Flughafen, zu nennen. Dort haben sich anfänglich auch einige besonders Geschäftstüchtige eingekauft, die jetzt allerdings umsonst klagen, da die Argumentation folgendermaßen so in etwa lautet: Die Verträge mit den Flughafenbetreibern waren noch nicht zeitlich festgesurrt. Es war lediglich die Rede von der Fertigstellung zu diesem oder jenem Zeitpunkt. Folglich habt ihr keinen Anspruch auf Wiedergutmachung oder dergleichen. Punkt!

Apropos Dreiländerbrücke: Es gibt NATÜRLICH auch eine „Bürgerbrücke (Passerelle)“, die sozusagen parallel zur Dreiländerbrücke läuft. Die wurde bereits 2003 gegründet. Es handelt sich genauer um einen Förderverein bei der Bürgerbrücke. Ob es für Sie förderlich geworden wäre, das Lofo-Gesamtareal käuflich zu erwerben, können abschließend nur Sie taxieren. Bekanntlich hat dieser High-Tech-Kunststoffverarbeiter und Metallbearbeiter, das Lofo ist gemeint, Ende vergangenen Jahres Bankrott gemacht. Die taiwanesische Shin Kong Group war als finanzieller Unterstützer abgesprungen. Die Stadt Weil ist eine der Bewerber um dieses Gelände. Letztere lässt auch gleich wissen, dass, sollte sie die Ausschreibung nicht an Land ziehen können, die „Planungshoheit“ aber dennoch bei ihr liegt. Jemand der also vor hat, dort groß Lärm zu machen gewerblich, wird angeblich abblitzen als Bewerber, wird gesagt. Das geht, zumal der Gemeinderat von Weil dem Areal vorweg eine „Veränderungssperre“ auferlegt hat.

Nun ja. Wie sagt man: Es ist schon viel Wasser den Rhein heruntergeflossen. Soll heißen, wenn der Interessent fürs Areal jemand richtig finanziell großes und ökonomisch dickes sein wird wie beispielsweise Siemens oder VW, dann will ich die Herren und Damen vom Weiler Gemeinderat gern nochmal von Ruhestörung und dergleichen reden hören an solch einem Ort. Das Gelände in Weil am Rhein umfasst 50.000 qm, die allerdings wieder oder nur gewerblich gebraucht werden sollen. Bei dem Wohnungsmangel in der Stadt ist diese Zielsetzung wahrscheinlich nicht jedermann nachvollziehbar. Sollte die Fläche, wo bislang noch die Anlage (Betriebsräume) drauf ist, die bis Mitte Juli auch verkauft sein will, nicht veräußert worden sein, ist angedacht, die Fläche partiell an die Interessenten zu bringen. Immerhin hat die Stadt beschlossen, dass im Toka-Areal kein Hotel hinkommt, wie geplant, sondern dass 63 Wohnungen anstatt entstehen sollen. Der Investor namens Toka hat also begriffen, dass die Nachfrage nach Wohnraum in Weil am Rhein immens ist und man wohl für die nächsten 50 Jahre und mehr im Wohnungsmarkt gut Geld verdienen wird können. Was das sogenannte Johannes Areal angeht in der Stadt, kann die Amann Wohnbau nun mit dem Abriss des Areals beginnen. Es liegt eine Baugenehmigung vor. Im Westen des Areals sollen 47 Zwei- und Dreiraumwohnungen entstehen. Die Neumieter müssen sich über geeigneten Parkplatz keine großen Sorgen machen, da eine Tiefgarage gleich mitgebaut werden wird. Die soll 68 Plätze haben. Doch noch ist nicht verlautbart, wieviel ein Stellplatz kostet und ob derselbe pauschal in der Miete drin sein wird oder nicht. Somit ist für weniger Lärm auf der Straße im Kleinen schon mal etwas vorgesorgt. Zwei weitere Projekte sollen ihren Beitrag leisten auf dem Weiler Wohnungsmarkt, demnächst. Oberbürgermeister Wolfgang Dietz hat es vorgestellt. 182 Wohnungen sollen demnach insgesamt in der August-Bauer-Straße erscheinen und das andere unweit des Hieber Marktes – nördlich davon. Noch kurz: Die Postfiliale in Alt-Weil wird zukünftig im Elektrohaus Gempp gastieren. Mehr Lärm, eventuell, dürfte in den Wohncontainern für Flüchtlinge entstehen, die AUSGERECHNET auf dem Messeplatz in Weil unterkommen sollen – temporär, wird gesagt, nicht länger als 3 Jahre. Widerstand dagegen rumort jedenfalls schon in der unmittelbaren Nachbarschaft. Das Regierungspräsidium hat eine Beschwerde der zuvor erwähnten Nachbarn bereits abgelehnt, und zwar im fernen Freiburg.

Da wartet wohl noch etwas soziale Spannung in der Breslauer Straße nahe der Solarstadt auf beide: die Flüchtlinge und die dort ansässigen Weiler.

Apropos Solar: Im Frauenhofer Institut Freiburgs gibt es zwei neue Chefs: den Physiker Hans Martin Henning und Andreas Bett – eine Doppelspitze. Das Institut hat so an die 1150 Mitarbeiter weltweit, wurde 1981 von Adolf Goetzberger gegründet und hat vorrangig Sonnenenergie-Systeme im Fokus.

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Es geht in dieser Welt nicht nur um den Lärm, der die Stimmung verdreckt und auch krankmachen soll, sondern noch um den anderen Dreck, der verursacht wird und als Top-of-the-world von unseren lieben Politikern als alternativlos ins Häusle geliefert wird und wurde, zuweilen: Elektrizität.

In diesem Bezug wird es Ihnen gleich wieder wie Schuppen von vor den Augen fallen. Ja, da waren ja mal diese Leute da irgendwo im Schwarzwald oder so, in Schönau. Genau, und die hatten vor sage und schreibe 20 Jahren den Politikern, die nahezu alle von „alternativlos“ quasselten, die Harke gezeigt. „So nicht!“, müssen die Schönauer damals in etwa geklungen haben, genauer: die von der EWS = Elektrizitätswerk Schönau. Ökostrom. Das Örtle namens Schönau liegt im Landkreis Lörrach. Am 01. Juli 1997 begann diese Sache um das Thema Stromversorgung sich zu regen. Inzwischen ist die Übernahme des Stromnetzes durch eine Bürgerbewegung lebende Geschichte. Orden ließ man sich bereits umhängen und Preise hat die Bürgerbewegung auch, zur Genüge eventuell, abgegriffen. Alles in bestem Fahrwasser also. Kunden werden bundesweit gewonnen – so an die 160.000 derzeit. Umweltfreundliches Gas und Windräder auf den Hügeln bei Schopfheim sind inzwischen sogar angebracht. Die EWS hat sich schon längst zu einer Genossenschaft gewandelt. Ihre noch immer gleichlautende Message indes lautet: Energie ja, Kernkraft nein!

Familie Sladek führte seiner Zeit die Ökostrom-Bewegung an.

Weil wir es schon von „Bewegung“ haben, wie man sagt. Die Schwulen- und Lesbenbewegung kann ja nun aufhören, den Christopher Street Day abzuhalten, weil, man kann ja jetzt gleichgeschlechtlich heiraten, so wie die sogenannten Heteros. In knapp 3 Monaten könnte es damit losgehen. Man darf sich jetzt schon fragen, was all diejenigen zu erwarten haben, die eine eheähnliche Partnerschaft eingingen, aber nicht als verheiratet wie die ANDEREN angesehen werden mögen? Kann aber durchaus sein, dass CDU/CSU vor den Kadi ziehen, vors Bundesverfassungsgericht. Zwar besteht wenig Aussicht, wird gesagt, dass die dort einen Erfolg erzielen werden mit ihrem Einspruch gegen „die Ehe für Alle“, doch die lieben Wähler könnten es den Christlichen mit ihrer Stimme bei den Wahlen im September 2017 danken. Wie gesagt, ein großes VIELLEICHT muss da in den Raum gestellt werden oder verbleiben. Letzteres auch, weil ein weiteres Thema der Stammwählerschaft der Christlichen dann halt doch nicht so gefallen könnte; obgleich viele durchaus einsehen, dass ein gewisser Bedarf an jungen, motivierten Menschen besteht in der Republik. Die Rede ist von folgendem unter anderem: Im Südwesten Deutschlands sollen noch nie so viele Ausländer gelebt haben wie derzeit. Knapp 121.000 von ihnen sind dazugekommen im letzten Jahr. Jetzt beträgt ihre Zahl – lediglich – 1,67 Million. 29.500 darunter sollen Syrer sein. Wo die nur alle sind? Kaum, dass einem mal einer begegnet. Bei Afghanen sieht es ähnlich aus. 24.300 sollen in Baden-Württemberg gemeldet gewesen sein im Jahr 2016. Nur gut, also, dass der Südwesten gerade boomt in Sachen Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 2%. Rund 200.000 Menschen ohne Arbeit soll es noch geben von dieser aussterbenden Spezies noch geben. All jene unter Ihnen, die ihre Ruhe haben wollen, sollten daher besser nicht in den Südwesten ziehen, beziehungsweise, aus dem Südwesten wegziehen, weil sonst findet das Arbeitsamt womöglich (doch) noch einen Job für Sie. Zur Kenntnisnahme: Hartz-IV-Empfänger bleiben immer länger arbeitslos. Hoffen wir mal, dass das nicht damit zusammenhängt, dass in Baden-Württemberg doch mehr Reichsbürger leben als angenommen. Das sind UNSERE Selbstverwalter. So um die 1.530 soll es von denen im Südwesten geben. Dass diese Leute insgesamt 261 Waffenscheine besitzen sollen, muss das denn sein?

Wir wollen hier aber schnell darauf hinweisen, dass die Löhne, die ausbezahlt werden, ganz zu schweigen von den Verträgen, die abgeschlossen werden, oft, vielleicht sogar zu oft, eher als prekär beziehungsweise am Rande des arbeitsrechtlich Verträglichen anzusehen sind, wie hie und da zu erfahren ist. Leider hat auch Herr Bundespräsident Steinmeier auf Antrittsbesuch im Ländle dieses Thema beflissentlich unter den Tisch fallen lassen letztens. Nur gut, dass unsere Leser zumindest hier daran erinnert werden, dass der goldene Schein des neuen Wirtschaftswunders einen langen, wie auch immer gearteten Schatten wirft: graubräunlich? Diesen Letzteren Makel, wenn er denn in der vorgeschlagenen Farbgebung überhaupt bestehen sollte, können leider keine lieben Tierchen mal kurz wegfressen, wie es gerade in Freiburg im Park hinterm Caritas Bildungszentrum geschehen soll. Nie wieder Rasenmäher im Einsatz haben. Vielleicht auch nie wieder Dünger? Jedenfalls leisten die tierischen Helfer den Bekundungen zufolge hervorragende Arbeit. Pflanzen blühten, seit deren Einsatz für gut befunden wurde, besser. Also, was hält uns davon ab, zukünftig den Beruf des Ziegenvermieters zu installieren? Hätte auch den wünschenswerten Nebeneffekt, dass der meist recht teuer verkaufte Bio-Ziegenkäse aus Bulgarien, Frankreich oder Griechenland preistechnisch unterboten werden könnte plus oder wegen dem Siegel: Made in Germany? Obgleich, die da in Brüssel wollen ja UNSERE Bio-Eier-Regularien verwässern demnächst. Da fällt einem gleich wieder der noch immer anhaltende Streit der Zyprer über den Halloumi-Käse wieder ein. Die türkisch-zyprische Variante namens Halimi, man staune, ist nämlich die schafs- beziehungsweise ziegenmilchhaltigere.

Brüssel hat aber wohl doch eher Vorteile als Nachteile für die EU-Bürger zu bieten. Ziegenvermieten dürfte also genehmigt werden, so auch die Schaffung des entsprechenden Berufes (oder Berufung).

Der Beruf des Frauenvermieters ist ja verboten, also der des Zuhälters. Seit dem 01. Juli 2017 ist außerdem noch ein neues Gesetz draußen. Und das macht gar nicht alle, die im horizontalen Gewerbe arbeiten (müssen), glücklich. Registrieren sollen sie sich, eine Art Ausweis erhalten mit Bild und Namen drauf. Und das aller Schlimmste: Gangbang soll nun nicht mehr gehen in den Puffs. Das Letztere ist: eine Frau mit mehreren Männern in Aktion – und so. Das lässt schon die Frage aufkommen, ob unter dieses Verbot dann auch fällt: Sex eines Mannes mit mehreren Frauen? Wie sagte man dazu wohl am passendsten: Banggang?

Man weiß ja nie in dieser Republik. Besser man fragt als nach! Dass ohne Gummi nichts mehr gehen sollte, scheint vielen im zuvor genannten Gewerbe noch immer nicht ganz klar geworden zu sein. Dass eine polizeiliche Anmeldung in Deutschland nun erforderlich zu sein scheint für Prostituierte auch nicht. Doch wie sieht es eigentlich aus mit jenen, die man Stricher bezeichnet, also männliche Prostituierte?

Wie dem auch sei: Das hat sich Frau Ministerin und ihr Stab gut ausgedacht. Das Gesetz wird wohl auf längere Sicht besser für alle Beteiligten sein, und daher Bravo! Die Gesundheitskontrollen könnten noch etwas verbindlicher formuliert werden vonseiten des Ministeriums, beklagen einige. Freier, die Sex ohne Kondome fordern, sollte man irgendwie – keine Ahnung wie – zur Rechenschaft ziehen können, findet eine Bekannte, die hier nicht namentlich genannt werden mag. Sie wissen doch: Schon manch Utopie erblickte das Licht der Welt!

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Thomas Quasthof beehrte das Stimmen-Festival in Lörrach wie ein großer Stern, der alles überstrahlt. Der 57-Jährige hat sich hoffentlich wohlgefühlt in Lörrach. Die Oberbadische schreibt am 27. Juni 2017 bereits im zweiten Absatz davon, dass Quasthof mit „Contergan-Behinderung“ das Licht der Welt erblickte. Wusste ich nicht wirklich bewusst, dass dem so ist, auch, weil Aufnahmen seiner Arme bislang offenbar diesen Umstand, zumindest für mich, nicht ins Zentrum stellten. Es war ein Etwas, das wohl so ist, wie es ist, aber dass nicht weiter in Betracht gezogen wurde. Und ich finde diesen Umstand nun unglücklich hervorgehoben, vor allem, da gleich danach die Rede davon war, er habe „eine beispiellose Weltkarriere aufgebaut – vom Mikrofon des Radiomoderators bis auf die großen internationalen Opern- und Schauspielbühnen – und widmet sich als Professor für Gesang an der Hochschule für Musik „Hannes Eisler“ in Berlin engagiert der Förderung des musikalischen Nachwuchses.“ Als sei er, mit Verlaub, (auch) im Hirn eingeschränkt. Dorothee Philipp interviewte den Künstler für die Oberbadische und bekam unter anderem auf die Frage: „Es gibt zwei Filme über Sie, darunter den Dokumentarfilm „The Dreamer“ von Michael Harder. Finden Sie sich darin wieder?“ zur Antwort kurz und bündig: „Ich guck mir Filme über mich nicht an. Live ist einfach schöner!“

Sein Auftritt war also ein Erfolg am Stimmenfest in Lörrach und fusionierte offenbar die ‚scheinbar‘ Gesunden mit den ‚offensichtlich‘ Behinderten.

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Was soll man da noch sagen? Ist zu hoffen, dass die bereits in die Wege geleitete Fusion des Universitätskrankenhauses von Basel (USB) mit den Krankenhäusern im Umfeld Basels (Baselbiet – KSBL) gelingt. Bis zum 03. Oktober kann allerdings dagegen noch Stellung bezogen werden. Die dort beschäftigten, sollen einen einheitlichen Anstellungsvertrag erhalten (GAV=Gesamtarbeitsvertrag). Angeblich wird es im Zuge all der zu treffenden Maßnahmen und Umgestaltungen zu keinen Entlassungen kommen. In Sachen Kapital- und Stimmanteile wird zukünftig die Lage so aussehen, dass die Baselbieter sich demnach eine Art Vetorecht aufrechterhalten können bei wichtigen Beschlüssen etc.

Es regt sich in der Region Basel so einiges, unter anderem auch, für Freunde der Oper ganz besonders verlockend, dass die Fluggesellschaft „Skywork Airlines“ neuerdings Flüge nach Wien anbietet. Somit hätten die Schweizer, denn die Airline ist schweizerisch, zwei der interessantesten Bühnen – und vieles anderes mehr – miteinander verbunden: die in Basel und die in Wien. Fantastisch! Ganz zu schweigen von den Museen in beiden Städten und deren unmittelbaren Umgebung. Im Dreiländermuseum gibt es am 15. Juli um 17 Uhr Operette. Ein fröhliches Musikprogramm wird versprochen. Bela Fischer aus Wien wird erstmals klimpern. Er ist in der so genannten Genre Operette beheimatet. Witzige Geschichten umrahmen den Event, die erzählt werden.

Doch nun doch noch dies in Sachen Kooperation und so, Oberbadische vom 11. Juli 2017:

Mit Frankreich ist das so eine Sache: So nah uns dieser Nachbar geografisch liegt: Es existieren immer noch Berührungsängste, was wohl hauptsächlich an der Sprachbarriere liegt. Auch Kulturkooperationen scheinen mitunter mit der deutschsprachigen Schweiz besser zu funktionieren als mit dem Elsass. Das wird anders werden, zumindest, was die Zusammenarbeit zwischen dem Burghof Lörrach sowie dem Stimmen-Festival und dem Theater La Coupole in Saint-Louis betrifft. Wohl selten haben sich zwei so gleichgesinnte Geister gefunden wie die beiden Kulturhaus-Leiter: Markus Muffler vom Burghof und Eleonora Rossi, die neu seit Januar die elsässische La Coupole leitet … Auf das [Stimmen-]Festival insgesamt ist die weit gereiste, mehrsprachige Frau, gespannt. Stationen ihres beruflichen Wirkens sind und waren Rom, Paris, Wien, Florenz, Berlin, Frankfurt. Zuletzt lebte und arbeitete sie im Senegal, in einer Stadt, die ebenfalls den Namen Saint-Louis trägt … .“

Des Weiteren in Sachen Kultur – und wir mögen Sie hier angekommen wissen lassen, dass Ihnen lediglich ein kleiner Abriss vermittelt wird, von dem, was im Dreiländereck in diesem Bereich geschieht, diesmal, wie Ihnen eventuell schon aufgefallen ist, mit Schwerpunkt Lörrach -:

Die Stadt Lörrach hat sich wahrscheinlich dazu durchgerungen, nicht der so genannten Bürgerstiftung die Taschen mit Steuergeldern zu füllen, dafür, das neu zu bauende Museumsdepot zu betreiben, sondern wird es selbst tun. Die Geschäftsführung des Dreiländermuseums hat also eingesehen, dass Besitz günstiger kommt als andauernd Miete zu bezahlen, die dann womöglich noch einer Mieterhöhung unterliegt. Im Obergeschoss des geplanten Museumsdepots sollen nämlich auch daher Räume zur gewerblichen Nutzung rein. Das scheint Sinn zu machen, zumal so wahrscheinlich schon ein beträchtlicher Betrag erwirtschaftet werden kann, den so ein Depot nun mal auffrisst.

Man ist vielerorts im Südwesten dabei, seine Lehren zu ziehen – leider auch neue Schützengräben zu öffnen aus Unwissenheit oder aus anderen Gründen. So auch in Sachen Schulbetrieb. Komischerweise soll ein Mangel an Grundschullehrern in Baden-Württemberg bestehen. Bekanntlich leben wir hier in einer Republik, wo die Grenzen zwischen den Bundesländern offen sind. Insofern ist dieser Mangel etwas verwunderlich, da es beispielsweise in Berlin viele ausgebildete Fachkräfte gibt, die vielleicht nur mal richtig angesprochen gehörten – auch wenn für viele in Berlin Wohnende Berlin als Wohn- und Arbeitsort alternativlos zu sein scheint. Zuhause arbeitslos am Tisch sitzen und zu lamentieren, wie schlecht die Welt doch ist oder im Südwesten der Republik zu malochen und sich im Berufsleben wiederzufinden, sind halt doch zwei verschiedene Stiefel, die manchen einen Umzug in Erwägung ziehen lassen dürften/könnten/sollten/müssten. Währenddessen läuft folgendes so in etwa ab: In Baden-Württemberg sollen nicht anerkannte Gymnasiallehrer auf Grundschüler losgelassen werden, also Lehrer, die es nicht schafften, sich einen Job in einem Gymnasium zu ergattern. Der Haken daran ist nicht, dass dieser Personenkreis mal abgelehnt wurde und daher womöglich so etwas wie einen Makel an sich habe. Nein! Die meisten dürften schlichtweg nicht ausgebildet sein, Grundschülern das Lernen schmackhaft zu machen. Vielen unter ihnen ist der Umgang mit Erstklässlern oder Viertklässlern nicht ganz geheuer, ist anzunehmen, weil sonst hätten sie sich schließlich nicht auf die Lehre an Gymnasien ausbilden oder spezialisieren lassen.

In Basel am Biozentrum läuft auch nicht alles nach Plan – ganz und gar nicht. Der Sanitärplaner des Zentrums scheint etwas Mist gebaut zu haben. Den gilt es nun zu ersetzen, doch nicht nur das. Die Eröffnung des Biozentrums wird sich voraussichtlich ins Jahr 2019 verzögern.

Kennen wir doch irgendwoher?

Es habe gravierende Mängel, das Biozentrum: Wasser- Gasanschlüsse etc. Keiner mag den entstandenen Schaden bislang öffentlich beziffern. Dennoch kann vernommen werden, dass die Entwicklung der Chemie am Rheinknie in Basel in diese Richtung vorerst verstärkt sich zu bewegen beschlossen wurde.

Wir werden zu der Panne dann Auskunft geben, wenn sich diesbezüglich jemand aus der Verwaltung hinter den aufgestapelten Ordnern hervorgetraut haben wird. Dafür, könnte man schon fast schreiben, wird in Basel neuerdings angedacht eine Seilbahn vom Badischen Bahnhof bis vielleicht zum Stadion in St. Jakob zu bauen. Was so manches Herz auch höherschlagen lassen dürfte, gerade laufen wieder die Aufbauarbeiten dazu, ist, dass die Basel Tattoo ihren Vertrag mit Eidgenössischen Department für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) verlängern kann. Das letzte Jahr die Veranstaltung besucht. Seither sind meine Vorbehalte – wegen dem „Militär“ etc. – geschwunden.

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In Lörrach, jedenfalls, stimmt die Kasse der Stadtverwaltung. 3,25 Millionen Euro sind ‚zu viel‘ in der Kasse. Genauer: Man hat 3,25 Mill. Euro mehr zur Verfügung als vorgesehen war. Dennoch fiel am 04. Juli um 19.30 Uhr der Strom in Lörrach aus – vom Adlergässchen bis zur Kirchstraße nämlich. Na ja, allzu dramatisch waren die Ursachen dafür dann doch nicht: Die Anlagen wurden gewartet und dabei war lediglich ein kleiner Fehler unterlaufen, trotz ausführlicher Planung dieser Wartungsunternehmung.

Apropos Planung: Die liebe Gäubahn von Stuttgart nach Zürich soll nun doch schneller als derzeit demnächst unterwegs sein. Die Frage ist nur: Wann ist demnächst? 2026 eventuell, wird gesagt. Bekanntlich hat es ja bislang nicht geklappt, ein zweites Gleis aufzulegen. Also soll der Neigetechnikzug zurück aufs Gleis. Ist wohl das Naheliegendste gewesen. Diese Meldung wird jedenfalls als Erfolgsmeldung verkauft, ist aber genauer betrachtet ein Zeichen von ärmlicher, bürokratischer Korinthenkackerei. Stündlich einen Intercity-Doppeldecker ENDLICH zwischen Stuttgart und Zürich verkehren zu lassen, wäre mehr als angesagt, auch vor dem Hintergrund, dass das Dreiländereck sich immer erkenntlicher zur Mitte Europas herauskristallisiert und folglich ein solcher Anschluss äußerst entlastend und gleichzeitig befördernd wirken könnte – auf/in verschiedenen Bereichen. Und jetzt der Knaller: Auch, wenn es mal so weit sein sollte, dass der Doppeldecker der Schiene mit Schienenneige in Anwendung kommt, soll wegen „fehlender Technik“ eh nur von Stuttgart bis nach Singen gefahren werden können. Wären wir nicht in der Mitte Europas, würde vielleicht gesagt werden können: „typisch!“ Es ist ein Skandal sondergleichen!

Immerhin: Im Rheinhafen von Weil am Rhein sind sie alle zufrieden, was die Einnahmen angeht – das Geschäft läuft. Zwar wurde 2016 ein Defizit von rund 200.000 € ausgewiesen, doch die Zeichen der Zeit scheinen auf Erfolgskurs zu stehen. Es wird umgesetzt und rangeklotzt. Herr Carlos Gingado, Geschäftsführer des Hafens in Weil, meint, dass abgeschriebene Projekte zeitlich davor noch ein Defizit von über zwei Millionen verzeichnen ließen. Insofern also einige Außenstände abgeackert werden konnten.

Auch der „Obstgroßmarkt Südbaden“ strahlt über alle 4 Backen. Das „Egro“, so heißt der Markt, in Eggerntal wird mit Kirschen bester Güte versorgt diese Saison – in großer Quantität. Die mir noch immer nicht in Völle oder Gänze bekannten Kirschbäume im Umkreis von und in Kandern und Müllheim versorgen unter anderen den oben genannten Großmarkt.

Da gibt es diesen einen Baum in Schallsingen, sag ich Ihnen, rot wie die Liebe die Kirschen daran, süß wie das Leben, gut erreichbar wie die aufgestellten Kassen zum Bezahlen der meist liebevoll am Straßenrand bereitgestellten, einst aus der Schwarzmeerregion ‚eingewanderten‘ Kirschen.

Bei der Messe in Friedrichshafen/Bodensee sieht es den Verlautbarungen gemäß ähnlich aus – man ist auf Erfolgskurs. 2016 wurde ein klares Plus bei den Einnahmen verzeichnet und die Besucherzahlen stiegen (712.580 Besucher plus 4727 Medienvertreter aus 51 Ländern). Nicht schlecht, also! In Friedrichshafen scheinen die Macher einigermaßen weitsichtig genug zu sein, und erst gar nicht groß oder lang auf einen geeigneten Ausbau der Bahnverbindungen warten zu wollen; oder einen Bedarf groß an die Glocke zu hängen – weil dort hängen bei der Bahn offensichtlich viele Projekte und/oder Strategien zu lange. Anstatt wird gehofft, dass der Flughafen in Friedrichshafen aufgemotzt wird, was wohl der Fall sein wird, um das gesetzte Ziel – Mehrung der Umsätze und allgemeines Wachstum – schneller und effektiver zu erreichen und der Herausforderungen in Sachen Messe im internationalen Vergleich begegnen zu können.

Die DB und ihre Geschäftsführungs- und Planungsstrategien sind wirklich drauf und dran, erneut zu entgleisen, muss befürchtet werden. Und dann auch noch DAS:

Eine Bürgerinitiative wehrt sich derzeit gegen die Erweiterung der Rheintalbahn, die ja bekanntlich möglichst mit Kilometer 250 durch die Lande rasen soll (u.a. zwischen Offenburg und Weil am Rhein). 15 Kommunen (u.a. Lahr, Kenzingen, Müllheim) bilden derzeit den Widerstand gegen das Vorhaben sowie 9 Bürgerinitiativen. Diese Widersacher lassen gerade ein Büro in Zürich eine Optimierungsanalyse in Sachen Lärmschutz, Kosten und Flächenverbrauch erstellen.

Doch es gibt natürlich auch Positives zu berichten, was die DB angeht. Die Gemeinde Schopfheim darf nach zeitlich sehr langem Warten nun doch noch damit rechnen, dass der vor Jahren bereits in Aussicht gestellte S-Bahnanschluss (Oberfeld) endlich in Betrieb gehen wird. Das Genehmigungsverfahren soll endlich abgeschlossen sein. Versteht sich, dass noch mal schnell 300.000 € Mehrkosten auf die Gemeinde zukamen. Immerhin: Die Schweiz wird 220.000 SFR beisteuern, sodass sich die zusätzlichen Ausgaben der Gemeinde in Grenzen halten. Der Schweiz, genauer der Stadt Basel, ist daran gelegen, dass diese Haltestelle verwirklicht wird. Ein „Pendlerfond“ wird die genannten Gelder aus dem Schweizer Ärmel schütteln, ist zu erfahren. Wir staunen alle groß, denn seit dem 04. Juli 2017 buddeln und baggern sie im Oberfeld in Schopfheim. Es passiert ETWAS.

Andreas Geldner im Leitartikel der Oberbadischen vom 12. Juli 2017:

Die Selbstdarstellung des Start-up-Standorts Baden-Württemberg erinnert an ein Bonmot des einstigen Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt: „Der Schwab tut so, als ob er arm sei, aber er ist beleidigt, wenn andere ihm das glauben!“ sagte Manfred Rommel dereinst … Doch wer die Debatte [um die Gründerkultur] verfolgt, erlebt auf vielen Veranstaltungen im Land ein Ritual. Auf der Einladung stehen dramatische Fragezeichen zur Zukunft des baden-württembergischen Erfolgsmodells. Doch am meisten Beifall gibt es immer für die Redner, die betonen, wie großartig doch alles sei … Eine lebendige Start-up-Kultur darf nicht einfach ergänzend zum Bestehenden sein. Im Gegenteil: Zu ihr gehört die nagende Unzufriedenheit mit dem Vorhandenen. Sie lebt vom Wunsch nach Aufbruch, nach radikal neuen Ideen, nach dem „Denken außerhalb der Box!“ Wirklich ambitionierte Gründer sind unzufrieden mit dem Status quo … Der größte Feind einer Weiterentwicklung des Start-up-Standortes Baden-Württemberg ist die Sattheit … So präsentiert man beim Start-up-Gipfel, der doch der gemeinsamen Außendarstellung dienen soll, gleich neuen regionale „Ökosysteme“. Zugleich wird aus der Betonung der eigenen Stärken schnell das Naserümpfen über die windigen Gestalten, die in Berlin zu einem Anlaufpunkt für internationale Start-up-Investoren gemacht haben. Oder über die Amis, die Autos zwar programmieren, aber niemals solide bauen können. Oder über die Spinner, die mit Apps auf den Markt gehen, hinter deinen keine neue Technologie steckt, sondern „nur“ ein kreatives Geschäftskonzept. Was sie dabei übersehen: Vor allem das Lernen von anderen ist die Essenz der Innovation. Insofern gibt es keine bewährten Modelle, sondern nur Modelle, die sich immer neu bewähren müssen. Das ist Start-up-Denken!“

Soviel mal schnell dazu und nun wieder konkreter, auch dazu: Bei Schopfheim am „Rohrenkopf“ geht nach langem Streit nun auch eine Windenergieanlage ENDLICH ans Netz. Der Windpark dort war lange sehr umstritten. Die Gersbacher, die in unmittelbarer Nähe des Windparks leben, sollen dem Event der Einweihung ferngeblieben sein, wohingegen Umweltminister Franz Untersteller den Strahlemann abgegeben haben soll und sich sowie das Projekt ins beste Licht zu rücken suchte.

Eine zwiespältige Angelegenheit!

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Und auf diese Weise, zwiespältig so in etwa, schreiten wir im Stoff voran, siehe die Oberbadische vom 08. Juli 2017:

„… Seit der Schließung der Roten Brücke über den Hodbach in Istein durch die Gemeinde schieben Einwohner immer wieder die Absperrungen auf die Seite. … Es brodelt im Dorf … . Und dass die Rote Brücke vollständig gesperrt wurde, noch bevor eine Mitteilung im Amtsblättchen veröffentlicht werden konnte, das stieß auch Ortsvorsteher Franz Kiefer unangenehm auf. Schnell initiierten Anwohner eine Unterschriftensammlung und griffen zur Selbsthilfe. … Da half es auch nicht, dass Ortsvorsteher Kiefer und der Werkhof mehrmals die Absperrung wieder aufstellten – nur Stunden später war sie wieder demontiert. Ab Montag wird das nicht mehr möglich sein, dann rückt ein Abrissunternehmen an. Und wieder halfen sich die Isteiner selbst. Vor einigen Tagen haben Unbekannte einen Behelfssteg errichtet, der nach dem Abriss als provisorischer Übergang dienen soll. Drei rutschsichere Planken aus dem Gerüstbau erlauben das trockene Queren des Bachs. Und an eingeschlagenen Pfosten angebrachte Seile weisen einen sicheren Zuweg – den übrigens Kiefer und Stanislaus Scherer in Eigenarbeit hergerichtet haben … .“

Das sind doch einfach schöne Nachrichten. Die erfreuen das Herz und lassen daran glauben, dass die Menschen von dem vielen digitalen Zeug und anderem, welches sie vermehrt umgibt, noch nicht ganz auf passiv gestellt werden konnten. In diese Art Kategorie Mensch dürfen wir wohl auch Herrn Spohn aus Eimeldingen unterbringen. Die Oberbadische vom 08. Juli:

Eine vielschichtige Klangwelt empfängt den Besucher, wenn Frieder Spohn aus Eimeldingen seine 25 historischen mechanischen Turmuhren, eine nach der anderen, in Gang setzt. Jede ist eine Besonderheit, jedes Laufwerk hat seine eigene Klangfarbe … .“

Persönlich verpasst, wurde der Auftritt von Kyriakos Kalaitzidis mit dem Ensemble namens en Chordais beim Stimmenfestival in Lörrach. „Rembetiko“-Musik hat er vorgetragen – die Musik der Armen und Aufständischen von einst in Griechenland. Am 15. Juli geht das Stadtradeln zu Ende, welches nach einer Pause in der Lerchenstadt stattfindet, und zwar zum 5. Mal beim Wettbewerb des „KlimaBündnisses“. Letzteres ist ein Synonym für Lörrach.

Noch zu erreichen sind hingegen die Geburtstagsfeier der Dieter-Kaltenbach-Stiftung, die am 15. Juli von 10.30 Uhr bis 17 Uhr stattfinden wird, und zwar in Stetten in den Räumen sowie dem Gelände der Stiftung selbst (Lörrach, Konrad-Adenauer Straße).

Auch in Haltingen, welches vor Weil am Rhein gelegen ist, kann man noch rechtzeitig eintreffen, um mit der Gemeinde, wo die Staus der Autos auf der Hauptstraße jedenfalls verheerender wirken als im Hasenloch vor Lörrach, ihr 1250-jährige beurkundete Existenz zu feiern. Ulrich Wössner lässt die Besucher auf seinem Anwesen bei Interesse auch sehen, wie es in Haltingen so in etwa in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ausgesehen hat – sehenswertes Zeug aus jener Zeit gibt es da zu begucken, beispielsweise einen Schweinestall. Das Anwesen ist denkmalgeschützt. Am 15. und 16. Juli 2017 müssten Sie sich dann in die Kleine Dorfstraße 16 begeben dazu.

Dem noch nicht genug sei unbedingt noch kurz das Nepomukfest in Neuenburg erwähnt, welches seit 1969 veranstaltet wird. Am 14. Juli um 17 Uhr geht es los. Es dürfte wohl etwas laut werden – viele Bands, die auftreten werden.

Sehen Sie mal, was dem Gemeindeblatt Neuenburgs entnommen werden kann, gedruckt am 07. Juli 2017:

WISSENSWERTES: Ab Juli 2017 tritt der letzte Teil des Flexi-Rentengesetzes in Kraft. Wesentliche Punkte sind dabei der Ausgleich von Abschlägen bei vorgezogenen Altersrenten sowie die Neuregelung des Hinzuverdiensts bei Rentenbezug. Wer im Alter bei einer vorgezogenen Rene keine Abschläge in Kauf nehmen möchte, hat ab Juli 2017 die Möglichkeit, bereits ab dem 50. Lebensjahr zusätzliche Beiträge in die Rentenversicherung einzuzahlen. Das war bislang erst ab dem 55. Lebensjahr möglich. [Liest sich ganz nach einer Neuauflage der Riesterrentenfalle?]. Diese Zahlungen können als Aufwendungen für Altersvorsorge bei dem Finanzamt geltend gemacht werden … Weitere Auskünfte zu den Themen Rente, Rehabilitation und Altersvorsorge gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg in unserem Regionalzentrum in Freiburg unter 0761 207070, … [siehe auch:] www.deutsche-rentenversicherung-bw.de.“ Für unser Dafürhalten scheint es angeraten, keine Nägel mit Köpfen zu machen im Gespräch mit der Rentenversicherung, sondern sich lediglich zu informieren und dann nochmals bei einem unabhängigen Träger, notfalls Anwalt, sich nochmals zu informieren – der eventuell eher in ihrem ganz speziellen Interesse das Angebot erfassen kann, oder aber auch davon abrät.

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Zuletzt noch ein paar Worte zum 15. Juli, dem Tag, an dem vor einem Jahr in der Türkei angeblich ein Putsch niedergerungen wurde vonseiten der türkischen Regierung. Inzwischen scheint allen klar zu sein, dass die türkische AKP-Regierung eiskalt rechnete und die vermeintlichen Putschisten geradezu zum Putschen angetrieben hat mit sehr raffiniert installierten Maßnahmen, damit DANACH durchgegriffen werden konnte – und man greift noch immer durch. Ein Deutscher Menschenrechtler, der letzte Woche eingesperrt wurde, sitzt noch immer. Ja, sein Knastaufenthalt wurde sogar verlängert. Wenn man bedenkt, dass die Knäste in Istanbul auf Grund der Großrazzia, die Erdogan und seine Leute veranlassten, eh schon knüppel-dicke-voll sein dürften, kann wohl ermessen werden, wer den Knast in der Türkei kennt, weiß, von was die Rede ist, welche Zustände herrschen. Der Aufenthalt wurde vom zuständigen Gericht auf weitere 7 Tage vorerst verlängert – wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation. Dieser Mensch war zu einem Workshop in Sachen Menschenrecht in Istanbul!

Jetzt, da das eben Gesagte wohl allen Beteiligten und Beobachtern, so, offen und klar ist, verwundert schon, dass

a) Erdogan in Hamburg herumspazieren darf auf dem G20 Gipfel;

b) keine Reisewarnung für die gesamte Türkei ausgesprochen wird, und

c) Organe wie die DITTIB noch immer als Ansprechpartner hofiert werden innerhalb Deutschlands. Offenbar genügt darüber hinaus gehend nicht, dass TÄGLICH Menschen, meist kurdischer Herkunft, in der Türkei staatlicher Willkür ausgesetzt sind – was allerdings auch jedem Besucher mit deutschem Pass dort passieren kann, wenn es DUMM kommt, wie man sagt, auch tödlich.

Insofern sind die betriebenen Politiken, auch gegenüber der eigenen meist schlecht informierten deutschen Bevölkerung in diesem Belang, Türkei, als (eher) verantwortungslos zu bezeichnen. Letzteres trifft gewiss spätestens dann zu, wenn deutsche Touristen – auch wenn sie türkischen Ursprungs sein sollten etc. – in größerer Zahl massiv in Schwierigkeiten geraten auf Urlaub in der Türkei. Dass man sich wenig um das Schicksal Einzelner zu kümmern scheint, die als Urlauber dort Schlimmes durchmachen ‚dürfen‘, daran sollen wir uns wohl gewöhnen. Und das wird immer weniger eingesehen, dass wir das tun sollen! Die Schonzeit für Erdoĝan und der Flüchtlings-Deal mit ihm müssen beendet werden, damit die türkische Opposition unter Kılıçdaroĝlu nicht umsonst nahezu 450 km demonstrierend durch Anatolien gezogen ist – „adalet“ (Gerechtigkeit) fordernd.

Leider ist der zuvor erwähnte CHP-Vorsitzende alles andere als ein Garant dafür, dass der Türkei doch noch ein Beitritt zur EU ohne Bauchschmerzen angeboten werden könnte in Zukunft. Allerdings mit Erdogan und dessen Schlepptau, in dem der Qatar und irgendwelche islamistisch gesinnten Killer sitzen unter anderen, ist es keinesfalls zu erwarten, dass ein EU-Beitritt erfolgen kann, der der Türkei im Grunde schon länger zustünde. Wollen wir hoffen, dass der Abzug deutscher Militärs in Incirlik/Türkei ein erster Schritt in besagte Richtung ist – es wäre vor allem allen Türken zu wünschen, die sich schon länger als Europäer definieren (wollen).

Stellen Sie sich zuletzt mal vor, jemand vollführte Liegestützen an einem der heiligsten Orte in einer Moschee, beispielsweise in der Stadt Kayseri – am Maschraq. Na was mit dieser Person alles passierte und ob er unter einem Jahr in den Knast müsste, wenn er erwischt wird, das möchte man besser nicht wissen. Warum das seltsame Beispiel? Ein Videokünstler hat Liegestützen auf einem Altar in Deutschland gemacht und erhielt vom Landesgericht Saarbrücken einen Freispruch.

Quelle: Pokern in Crans-Montana

Polit-Poker-und-mehr!

Der Sommer kann nun langsam ein solcher genannt werden – auch im sonnenverwöhnten Zypern. Das soll heißen, er war dieses Jahr wirklich spät dran. Zwar ist das Meerwasser noch etwas kalt gewesen am 18.06.17, aber nur noch etwas. Einmal drin, löste sich das Alles in Wohlgefallen auf – „und das ist gut so (Wowereit)!“

Sonntag war mal wieder, die Kathemerini-Sonntagsausgabe noch nicht gelesen, aber immerhin gekauft worden. Klar, wir hatten nach dem Frühstück erstmal Lust auf Schwimmen, unweit von dem Dorf Maroni, welches zwischen Limassol und Larnaka, bei Zyggi, gelegen ist. Der Beach dort hat neuerdings sogar einen Namen: „Maἴa Beach“. Viele Sonnenschirme, die da wieder aufgereiht sind, alle gelb, außer 2en oder 3en, die in einem sonderbar wie abgewaschen wirkenden Beige das Auge erfreuen sollen. Der Betreiber und sein Sohn werden wohl einen guten Schnitt machen, heute, und wie es aussieht auch in diesen Sommer. Wir gehen dort lediglich schwimmen seit Jahren, liegen also nicht unter Schirmen und konsumieren keine gesüßten Getränke oder gar Alkohol, die dort gern gereicht werden gegen Geld. Obwohl wir nichts kaufen, grüßt der Vater dennoch stets freundlich. Der Sohn indes nie, der vielleicht in England länger lebte – seiner Sprachkenntnis und Akzent zufolge. In der Sonne liegen an diesem von Menschen gut besuchten Beach – und das womöglich noch unter dem unvergleichlichen Geruch all der Sonnencremes in Gebrauch – schenken wir uns also gewöhnlich. Es gibt dort allerdings auch noch einen Teil vom Beach, wo man sich in den weichen, schönen Sand des recht attraktiven Beachstreifens legen kann – wo auch auffällig weniger von erwähntem Gebrauch des Hilfsmittels gegen die Sonne mitgekriegt wird im Allgemeinen. Weiter hinten, also weiter Weg von der Treppe, die nach unten führt, befindet sich dieser liege-sonnenschirmlose Bereich, wo die Ruhe eigentlich nur noch aus einer der beiden Villen schallend zersägt oder von Laubstaubsaugern oder Ähnlichem im Gebrauch von den Besitzern dort in Schach gehalten werden kann. Nichts drin mit Nacktbaden, was allerdings schon längst nicht mehr überall gilt in Zypern. Es gibt Orte, wo Hüllen fallengelassen werden, so zum Beispiel an Teilen des so genannten „Governor Beaches!“ Wie oft solch Lärm verursachendes Werkzeug in den beiden Villen im Sommer angeworfen wird, um den Garten auf ‚Schön‘ zu trimmen, weiß ich nicht, da wir in dieser Jahreszeit stets sehr früh unterwegs sind, als wollten wir der aufgehenden Sonne unseren Gruß darbringen – aber nicht unbedingt, um den Leuten zu entgehen. Letzteres daher nicht, weil man halt doch immer mal wieder auf jemanden trifft, die oder den man schon länger nicht mehr gesehen hat. Jemand neu kennenzulernen, ist auch nicht völlig ausgeschlossen. Na ja, so ungefähr. Meist ist die Sonne dann doch schon im Osten über dem Meer stehend zu sehen, wenn wir ankommen, und zwar über dem teils verbombten Syrien, dem zu oft mit Füßen getretenen Kurdistan, dem nahezu im Dauerkonflikt liegenden religiös schieden gesplitterten Libanon, Palästina und Israel, die mit ihrem Strahlenkranz aber noch nicht stechend zurückgrüßt. Diesen recht einfach wirkenden Strand, der uns auch daher im Herbst, Frühling und Winter erfreut, haben wir also wie jedes Jahr und einsichtiger Weise an die Gemeinschaft der Badefreudigen abgegeben. Alles zu seiner Zeit! Vor und nach der Sommersaison finden wir uns dort ziemlich regelmäßig ein, um Morgensport zu treiben: Laufen, Springen, Spurten, Rückwärtsgehen, Kniebeugen, Atemübungen und natürlich Schwimmen usw. Ja, man kann das ganze Jahr über schwimmen, wenn man sich innerlich auf die Begegnung mit kälterem Wasser eicht, so etwas zu einem höchst erfrischenden Erlebnis umzumünzen versteht. Ist wirklich nicht allzu schwer, weil das H2O nicht allzu kalt ist im Winter, schätzungsweise so um die 10 Grad. Nachts sind wir komischerweise nie am Strand, wahrscheinlich, weil die Aussicht vom Balkon suggeriert, man könne sich das sparen – was natürlich Blödsinn ist. Der Sand ist einfach so herrlich kniefreundlich weich, auch an diesem Beach. In den Büschen zwitschert es unentwegt. Welch Wunder, dass uns darin noch keine Leimruten oder Vogelfallen aufgefallen sind. Allerdings gucken wir auch nicht konsequent nach, ob dem so sein könnte. Man will sich ja schließlich den Morgen nicht verderben. Ganz schön egoistisch denken Sie? Jedenfalls ist es kein großes Vergnügen, mit der Singvogel-Jagd-Lobby Zyperns im Clinch zu liegen oder zu geraten – und die ist auf der Insel Afrodites recht ausgeprägt und kennt wenig Spaß, wenn es um das Einhalten ihrer Traditionen geht.

Apropos Traditionen: Seit Freitagnachmittag, den 23. Juni, haben zyprische Eltern und Kinder wieder Schulferien.

Die Politiker Zyperns, also jene an der Spitze der jeweiligen Parteien im griechisch-zyprischen Teil der Insel, werden demnächst wie Schulkinder des geteilten Landes auch in die Ferien gehen, und zwar in das mondäne Örtchen „Crans-Montana“ (C-M). Das ist am 27. Juni 2017 doch wirklich Realität geworden. Ja, das Örtchen liegt in den Schweizer Bergen. Ja, soll dort teuer sein, und, versteht sich, es ist angesagt, sich an jenem Ort ein Stelldichein zu geben als jemand von Welt. Ja, es lässt sich gut essen und trinken in C-M (also „Si-Äm“ gesprochen). Nebenbei kann dort oben auch etwas Politik betrieben werden. Denn je höher ein Ort in den Bergen oder im Ansehen der Leute, man höre, desto seriöser und authentischer das Tagwerk, welches dort vollbracht wird!?

Die jeweiligen Außenminister, jener aus dem Norden Zyperns und der aus dem Süden sind gemeint, werden dann – gewiss – auch noch in C-M vorbeischauen und noch andere Protagonisten, zum Beispiel einige andere noch der britischen Garantiemacht oder von der UN und der EU sowieso – „full house“, wie man beim Poker sagt. Das tun die Außenminister dann, bevor es den zuvor es den davor erwähnten Beteiligten und jenen, die effektiv etwas mehr tun werden als nur Leckerli zu stopfen, Reden und Interviews zu halten sowie Massagen zu genießen oder den Zahnarzt aufzusuchen, zu langweilig wird während der politisch angehauchten Ferienfahrt in Richtung Wiedervereinigung Zyperns im „schweizerischen Schicksal der Zyprer“, wie die Kathemerini Zyperns den bergigen Ort in der Schweiz auf Griechisch einmal umschrieb.

Zwar sollen die jeweiligen Außenminister in der Schweiz nur eintreffen, wenn in den politischen Treffen, die wie am Rande laufen dürften, ETWAS herausgekommen ist. Nur gut, dass das Wort „etwas“ ein sehr dehnbarer Begriff ist, etwa so, wie: Präsident Etwas zu Etwas hat von etwas eine etwaige Ahnung, lässt daher etwas ganz anders tun als Edward – oder so.

Der Sommer kann also kommen, ist inzwischen angekommen, wie bereits weiter oben festgestellt wurde. Keine Angst, die Herren Politiker aus Zypern kriegen ihre Sitzplätze auch kurzfristig in Fliegern gebucht – oder flogen womöglich gleich selber alle im präsidialen Flieger in die Schweiz. Ja, es werden mal wieder nur, wahrscheinlich nur, Männer unterwegs sein, von denen berichtet werden wird als Verhandelnde. Inzwischen weiß ich: Es sind alles nur Männer, zumindest auf griechisch-zyprischer Seite. Schon allein das ist ein Skandal! Frauen sitzen, sozusagen, brav in zweiter oder gar dritter Reihe und machen den Herren einen Großteil der Arbeit. Wo sind wir eigentlich? Das Vorhaben kann schon allein auf Grund dieser Schräglage nicht gelingen?! Ein Männerurlaub wie in den 50er Jahren?! Ich warte nur noch auf das Bild eines Politikers in einer der Medien, der auf einem großen Balkon einer Villa stehend in Grans-Montana seine kubanische Zigarre schmökt.

Ein präsidialer Jet, nur dergleichen kommt eigentlich in Frage, passte schon zum nötigen Wind, den man zu verursachen hat, wenn man sich nach einem Ort wie Crans-Montana begibt und, bitte sehr, dies als Staatsmann und mindestens genauso wichtig wie Churchill. Sie verstehen? Solch ‚wichtige‘ Gespräche in Nikosias neutraler Zone durchzuziehen, hat einfach nicht den nötigen kulturpolitischen Aufwind, würde nicht genügend Steuergelder verbraten – auch wenn die Verhandlungen am Schluss – wieder oder fast – zum Absturz zwischen Norden und Süden führen könnten.

Obgleich, es muss schon gesagt werden, dass ein bisschen Pokerface auch in mir schlummert. Und dieser Umstand lässt auch vermuten, dass Astrologie eigentlich die richtige Instanz wäre, um all die Faktoren, die in Erwägung zu ziehen sind, um den Ausgang der inner-zyprischen Bemühungen im schweizerischen Urlaub ermitteln zu können – aufgrund ihres außer-irdischen Überblicks. Der Verdacht liegt also in der Luft, dass durchaus auch andere Pokerfaces derartig spekulieren, nämlich, dass sich in Crans-Montana womöglich wirklich geeinigt werden könnte dieses Mal.

Na dann wäre was los. Hilfe! Wer sollte denn bitte sehr so etwas Vereinigtes ertragen? Die Zyprer etwa? Dagegen sind oder wären die Schwierigkeiten nach der Vereinigung von BRD und DDR geradezu ein Sonntagsspaziergang, oder so. Den zyprischen ‚Spaziergang‘ dieser vereinigten Art könnte dann womöglich jemand ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt als passend befunden haben?

Denn: Haben Sie auch schon davon gehört, dass die Israelis – bei dem trilateralen Treffen mit Griechenland und Zypern letztens – vorgeschlagen haben sollen: Ach, lasst uns doch die ganze Ölförderung im südöstlichen Mittelmeer zusammenlegen!

Bumms, dieser Vorschlag hatte gesessen!

Was tun?

Sonst heißt es ja immer: diversifizieren!

Wir schrieben es bereits: Das, was manche insgeheim denken und vielleicht auch schon als Plan in ihren Schubladen bereit zum-damit-in-die-Öffentlichkeit-treten liegen haben, scheint immer näher zu rücken. Und das ist: Den Israelis eine Perspektive zum Beitritt in die EU zu eröffnen.

Was halten Sie davon?

Bedenken Sie, die australischen UNFIcyp-Truppen haben gerade vor ein paar Tagen erst ihre Koffer gepackt auf Zypern.

Guter Entscheid!

Andere Länder, die m Rahmen der UN als Friedensvermittler auf Zypern tätig (sein sollen) sind, dürften diesem Beispiel folgen. Und auch daher gewinnt die erwähnte israelische Perspektive doch wohl an Gewicht in der Region.

Davon mehr, sagen sich eventuell nicht wenige, nach den Wahlen in Deutschlands September. Bis zu diesem Zeitpunkt könnten sich auch Griechen und Mazedonier endlich geeinigt haben wegen der Namensangelegenheit. Die Mazedonier wollen ja von ihrem Landesnamen nun Abstand nehmen und endlich gehorchen wollen, wie es Athen gern hätte – erstere haben ihren Preis dafür bereits benannt, versteht sich. Machen Sie sich da keine Sorgen, verehrte Leser. Die Mazedonier stellten im Gegenzug auch noch in Aussicht, etwas EU-licher zu werden; und die EU plus Griechenland, dass dieses Land dann wohl doch noch schnell unter den EU-Schirm kommt – bevor der russische Winter dort einbricht. Das ist doch schon mal was, oder?

An anderem Ort im Netz (Facebook: Zypernundmehr) wurde bereits vorgeschlagen, dass Mazedonien zukünftig „Mazi“ genannt gehört. Das ist zwar auch Griechisch und bedeutet „zusammen“. Das Wort scheint aber niemandem auf den Schlips ideologisch, oder wie auch immer geartet, zu treten. Scheint also allseits einigermaßen gut verdaubar zu sein. Außerdem ist MAZI doch so schön unserer Zeit gerecht kurz und schnell ausgesprochen und von seiner Wortbedeutung her einfach überwiegend positiv besetzt: gemeinsam in den Krieg, gemeinsam gegen Die anderen, gemeinsam in den Tod für die EU etc. Verzeihen Sie, dass dem Gemeinsamen so viele Gemeinsamkeiten zu entlocken sind, die, je nach Blickwinkel, halt doch zuweilen positiv rüberkommen – sozusagen zwangsweise. Hoffe, auch Sie können das so erkennen!

Nee, jetzt mal ehrlich: Mazedonien muss noch unter den EU-Deckmantel. Alles andere wäre Putin nicht nur den roten Teppich vor dem EU-Haus auszurollen, sondern auch den Hebel für fortdauerndes Chaos und Kuddel-Muddel an der „Süd-Ostflanke“ der EU in die Hand zu spielen – und an die langen, schlanken Greifer aus Peking wollen wir da gar nicht erst erinnern. Allerdings auch daran nicht, was die Welt am 27. Juni 2017 auf Seite 7 unter anderem schreibt: „… Österreichs Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil hat vor einem wachsenden Einfluss des Islam in Südosteuropa gewarnt. „Wir sehen auf dem Balkan eine schleichende Islamisierung!“ … . Ankara werde im Kosovo, Albanien und auch in Serbien immer einflussreicher: „Es wäre aus meiner Sicht nicht vertretbar, dass die Türkei im Rahmen von Nato-Einsätzen demnächst möglicherweise immer mehr Truppen am Balkan stellen wird“, sagte der Minister. Ein solches Übergewicht könne nicht im Interesse der Europäer liegen. Doskozil: „Deutschland und andere Staaten dürfen in ihrem Engagement am Balkan nicht nachlassen, damit das Gleichgewicht der Kräfte und die Stabilisierung der Demokratie in der Region nicht gestört werden.“ … So versucht die Türkei mit der großzügigen Renovierung zum Teil kriegszerstörter Moscheen in den Städten Banja Luka und Sarajevo (Bosnien), Priren und Pristina (Kosovo) oder als Großinvestor in verarmten Landstrichen Bosniens und Südserbiens, die Herzen der Menschen zu gewinnen. Im Kosovo sind türkische Unternehmen im Nahrungsmittelbereich, beim Straßenbau und im Energiesektor stark vertreten. In Albanien weitet sich der türkische Einfluss ebenfalls aus.“

Auch daher erscheint es einem schon als Art Wohltat, in den Nachrichten vom 29. 06. 17 zu erfahren, dass man beim G 20-Treffen in Hamburg Erdoĝan ENDLICH verbietet, bei seinen fanatisierten und teils auf Trotz gegenüber der Gesellschaft in der sie leben eingestellten Deutschen mit türkischem Hintergrund solches Sentiment auf- oder anzurühren. Vielen dieser Leute gilt es endlich ihre Attitüde oder verstiegene Hoffnung anzukratzen, die den Autokraten mit Sultan-Ambition vom Bosporus bereits wie einen muslimischen Heilsbringer zuweilen ansehen. Letzteres ist deR ganz gewiss nicht. Ein Blick auf seine Bankkonten, in die Knäste der Türkei, wo wieder verstärkt gefoltert wird etc. reicht eigentlich, um das zu verstehen. In diesem Zusammenhang muss einfach noch schnell das Erstaunen darüber ausgedrückt werden, dass für die kommende Wintersaison 2017 anscheinend Ägypten von sonnenhungrigen Urlaubern schon gut gebucht worden sein soll. Dass Ähnliches dann im Sommer 2018 für die Türkei ansteht, würde vor diesem Hintergrund nicht mehr verwundern. Und hier wäre die Politik gefragt, solchen Entwicklungen entgegenzuwirken. Denn anscheinend halten Reisewarnungen Touristen nicht mehr davon ab, dennoch nach Orten wie Ägypten zu fahren. Frau Merkel & Co. müssten sich noch eindeutiger positionieren, damit dann keine Berichte eingehen über so-und-so-viel Touristen, die im Tempel von X oder Y gefangen, gefoltert oder abgeschlachtet wurden. Insofern ist es auch nicht klug von ihr, sich am 29. Juni 2017 im Parlament nicht zu dem Redeverbot des türkischen Präsidenten außerhalb der G20 (oder in der türkischen Botschaft) geäußert zu haben. Manche Leute brauchen klare Zeichen, vor allem in Zeiten wie diesen, wo offenbar schnell mal jemand glaubt, seinen Frust andere mit dem Leben bezahlen zu lassen und dann noch irgendwas von ISLAM quasselt danach.

Gelänge die Beilegung dieses dummen Streits der Mazedonier mit den Griechen, könnte eine gewisse EU-isierende Ausstrahlung den Kosovo und Serbien zu befrieden helfen. Sie werden es nicht wahrhaben wollen, doch irgendwie müssen diese ‚offenen Rechnungen‘ in und auch um das Gebiet der EU durchaus auch im Zusammenhang mit den Entwicklungen in Zypern gesehen und gesichtet werden.

In knapp 8 Monaten sollen Wahlen auf Zypern sein, auf der griechisch-sprachigen Seite. Ehrlich gesagt: Das Wahlgeblöke überall klingt bereits als seien die Wahlen nächste Woche. Das heißt: Wir werden 8 lange Monate mit dem Thema genervt und beschossen. Scheinbar scheint nichts Wichtigeres mehr zu bestehen in ‚dieser‘ zyprischen Welt – und schon allein daher sind die Verhandlungen vonseiten der griechisch-zyprischen Seite in Crans-Montana mehr als fragwürdig. Wahlen auf Zypern sind wie bei Darwin oder Shakespeares die Frage nach „sein oder nicht sein!“ Nun, hoffen wir, dass dabei nicht ein Ende herauskommt, dass dem aus der Haft entlassenen chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo gleicht: „Zum Sterben entlassen! (Welt)“.

Diese Frage nach dem Sein, auch wenn ein Ausrufezeichen dahinter angebracht wurde, hängt irgendwie immer über dem zyprischen Parteien-Himmel – 365 Tage im Jahr ist dort Wahl, irgendwie. Das Schachern innerhalb und zwischen den Parteien Zyperns mag manchen ein interessantes Thema sein, gewiss ist es aber ein akademischer Zeitvertreib, dessen vielleicht interessanteste Frage derzeit ist: Na, welche Ausrede oder Grund wird von der griechisch-zyprischen Seite wohl letztlich angeführt werden, den, wie immer, in Aussicht gestellten Erfolg der Verhandlungen doch nicht auf großer internationaler Bühne verkünden zu können? Welche Dramatik im 3. Akt des Theaterstücks namens Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern ließ das Stück zum Drama werden und nicht zur Geschichte mit Happy End? Die Zuschauer schmachten jetzt schon danach, den Ausgang dieser hochinteressanten Aufführung miterleben zu dürfen. Die meisten schnarchen, nicht applaudieren, schon recht laut.

Wollen wir besser nicht so etwas wie eine Nutzen-Kostenrechnung erstellen. Es kann hier allerdings vorerst nur darauf verwiesen werden, dass die Cyprus Mail über das stets veranstaltete Wahlgetöse jahrein – jahraus näher Auskunft gibt auf Englisch und wahrscheinlich auch die Cyprus Weekly – und ganz gewiss alle griechisch-sprachigen Zeitungen Zyperns.

Ehrlich gesagt: Das Thema ist wirklich mindestens so ermüdend, wie die sogenannten Bemühungen in Sachen Wiedervereinigung des Landes sich andauernd anhören zu sollen, welche also zu oft ein Auftritt in New York oder in der Schweiz gewisser „Spitzenpolitiker“ der Insel begleitet.

Dennoch werden wir Sie über aller Wichtigstes, sogar scheinbar Wichtiges, auf dem Laufenden halten – sporadisch und mit dem anerbotenen Ernst sowie Distanz. Zum Beispiel ist die bereits erwähnte und zitierte Kathimerini am Sonntag, dem 18. Juni 2017, seitenweise voll mit dem zyprischen Wahl-Thema, und zwar, dass der Parteiunabhängige Mike Spanos nun doch nicht die (schein)kommunistische AKEL im Rennen um den Präsidentensitz auf Zypern vertreten wird.

Wahrscheinlich war das ein kluger Entschluss dieses Herren. Tagtäglich sieht man in den Nachrichten AKEL-Leute wie Malos, Kasamias, Kyprianou und wie sie alle noch heißen in ihren Startlöchern sitzend. Wer hat da eigentlich geglaubt, er könne an diesen Alfa-Tierchen der Partei vorbei einen von DRAUßEN an der Spitze positionieren?

Möglich wäre es zwar, aber nicht wirklich vorstellbar. Derjenige, der oder die das schafft, muss wahrscheinlich „das Kapital“, „mein Kampf“ sowie „Tom Sawyers“ wahlweise, aber im gleichen Zeitraum gelesen haben: einmal da ein Kapitelchen, einmal dort ein Kapitel usw.

Doch, ich bin jetzt mal der Meinung, dass solch Vorgehen eines zyprischen Politikers die Lösung der Zypernfrage durchaus auch bringen könnte, also, diese Klassiker so zu lesen. Welche, das Inselchen wiedervereinigende, Eingebungen ein solcher Mensch bei solch Lektüre erhält, behaupte ich kühn, kann, was die Zypernfrage angeht, eigentlich nur noch eine Erfolgsstory werden – zumal ja all das andere Geplänkel seit über 40 Jahren bislang nicht oder zu wenig geholfen hat. Jedenfalls, wenn es diesmal nicht klappt, dann bitte sehr all die Verhandlungsführenden und andere wichtige Protagonisten mit der RICHTIGEN Lektüre ausstatten – siehe oben!

Sie haben mich ertappt: Es fehlt mal wieder eine Frau, die als Autorin den Herren in Zypern noch hineingereicht gehörte zwecks Erlangen des immer wieder proklamierten obersten Ziels der zyprischen Politiker. Weil mir nichts Besseres einfällt auf die Schnelle und in der Not, wird empfohlen: Greift doch bitte noch zu Alice Schwarzer, irgendwas von dieser Frau Geschriebenes, am Geeignetsten erscheint aber: „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen.“ Dieses Standardwerk des Feminismus sodann mit den zuvor erwähnten Büchern in vorgegebener Weise – ein Kapitel hier, ein anderes dort – lesen und die zyprische Welt wird gewiss afrodisierender!

Der griechisch-zyprische Präsident Anastasiadis gibt sich derzeit noch siegessicherer als sonst. Die zyprische Presse titelt dazu so schön: „Und jetzt liegt der Ball bei den Türken!“ Mal wieder, könnte man sagen, soll der dort liegen. Praktisch nichts getan vonseiten der Griechischzyprer, und dennoch soll der Ball bei den Türken liegen. Bravo! Das grenzt wirklich schon an Hexerei. Dass die Griechischzyprer sich nun offenbar doch mit den Türkischzyprern in der Schweiz – steuergelderverbratenderweise – treffen, ist vielen ein Ärgernis sondergleichen, mag ich Sie noch wissen lassen! Wer stoppt diesen Wahnsinn endlich? Das fragen sich nicht wenige.

Eine, der vielen Wahnsinnigkeiten, scheint man nach Jahren anscheinend aus der Welt geschafft zu haben, demnächst. Ein Wunder, wenn da nicht noch was verzögernd dazwischen kommt bei der sogenannten GeSY – Gesundheitsreform und so. Angelos Anastasiou schreibt in der Sunday Mail vom 18. Juni 17:

Die im Parlament angenommene Entscheidung, eine nationale Gesundheitsfürsorge nach jahrzehntelangem fruchtlosen Diskussionen einzurichten, war ein monumentaler Schritt vorwärts, obwohl es noch viele weitere Schritte braucht, bis diese Reform umgesetzt werden kann. Die Hauptsäule, die dieses System für alle Lohnempfänger, Angestellte und Beamte stützen soll, die einen Teil ihres Einkommens zum Gelingen beitragen, ist: weltweite Deckung gleichwertiger Gesundheitsfürsorge und freie Arztwahl der Patienten. Jedermann hat die Freiheit, die Grunddeckung bei privaten Gesundheitsversicherungen aufzustocken: entweder, um spezialisierte Serviceleistungen abzudecken, die nicht durch GeSY gedeckt sind, wie zum Beispiel der Erhalt von Markenmedizin oder um sich im Spital bei der Wahl eines Krankenzimmers abzugraden; oder es besteht sogar die Möglichkeit, die Bestimmungen von GeSY abzulehnen und irgendeinen Arzt, und dies jederzeit, konsultieren zu können, egal, ob dieser bei der GeSY registriert ist oder nicht.

Wie von der politischen Führung einstimmig vereinbart wurde, sollen am 01. März 2019 die Beitragszahlungen bei Rentnern, Lohnempfängern und Staatsangestellten mit 1,7% ihres Einkommens beginnen, der Arbeitgeberanteil liegt bei 1,85%, der Staatsbeitrag für seine Lohnsummen beträgt 1,65% – und Selbstständige berappen 2,55%. Am 1. März 2020 werden definitive Beitragszahlungen festgelegt für all die zuvor erwähnten Angestellten mit 2,65%, wobei die Arbeitgeber zusätzlich 2,9% beitragen und der Staat für seine Angestellten/Beamten 4,7% – sowie Selbständige mit 4%“ usw.

Summasummarum: Man wird dann hoffentlich ab dem Jahr 2020 über eine umfassende Gesundheitsversicherung aller Zyprer (Süden) verfügen. Das ist gar nicht so selbstverständlich, wenn in Betracht gezogen wird, dass es immer noch kein Lärmschutzgesetz gibt, welches regelt, dass Veranstalter jedweder Art ihre Musik, Lärm – nennen Sie es, wie sie wollen – ab 22 Uhr, beispielsweise, nicht mehr haben dürfen, dass dieser oder jener Schallpegel nicht überschritten werden darf etc.

Es sieht bislang nicht so aus, als würden die Damen und Herren vom griechisch-zyprischen Parlament sich nun doch schon demnächst einig werden in dieser Lärm-Angelegenheit. Angeblich soll das im Oktober 2017 dann aber der Fall sein.

Bis dahin können Sie, verehrte Leser, als Kneipenbesitzer oder dergleichen aufdrehen, bis die Nachbarschaft auswandert – aber gewiss, bis die Touristensaison 2017 vorbei sein wird und alle Touris, hoffentlich beschwingt dadurch, an ihre Arbeit zurückgekehrt sein werden.

Warum Menschen neuerdings anscheinend andauernd mit Musik berieselt werden müssen, ist hier jedenfalls unverständlich. Ich versteige mich sogar zu der Behauptung ohne statistische Belege, dass das Gequake aus Lautsprecherboxen an Stränden letztlich den erwünschten Effekt – entspannt und mit Energie aufgefüllt zurück in die Heimat zu kommen – bekämpft oder schmälert. Es ist der CTO Zyperns, der Tourismusbehörde, dringend anzuraten, solche lärmfreien Orte an Stränden zu kreieren.

Da bietet sich schon an, wären Sie vorsorglich zu den 3.en internationalen Yoga-Tagen gegangen hier auf Zypern. Sind jetzt leider schon wieder vorbei. Fanden dieses Jahr am 21. Juni statt. Der High Commissionar Indiens in Nikosia hat den Event besorgt – ein Highlight. In Platres traf man sich dazu. Das ist ein Ort im Troodos Gebirge, wo die Luft nach Pinien und nochmals nach Pinien riecht. Schön schattig dort und gute Aussicht – sonntags im Sommer allerdings überrannt mit vorwiegend einheimischen Besuchern, die meist nicht gerade leise miteinander reden.

Immerhin, die Polizei Zyperns ist aktiv, und zwar dort, wo man es gar nicht so aktiv erwarten würde auf Zypern. Ganz körpernah sogar. Um Zuhältern auf die Schliche zu kommen, sollen Beamte sich als Freier engagiert haben. Und klar, da blieb wohl nicht aus, dass der fleißige Beamte sich eine volle Dose Hurenliebe abholen ging, um die Gute dann für ihre Dienste mit gezinktem Geld zu bezahlen, ja, und um sie dem Gesetz umgehend danach zuführen zu können. Eine 72-Jährige wurde sogar festgenommen. Vielleicht hätte die Dame bei Bedarf die mit Zuhälter verbotene, horizontale Arbeit auch ohne einen Zuhälter erledigt, wer weiß. Doch sie soll ja ‚nur‘ eine Hurenhalterin, also Zuhälterin gewesen sein.

Wie hier auf Zypernundmehr mehrfach berichtet wurde, ist das Problem sexueller Ausbeutung von Frauen, vor allem aus der Dritten Welt und möglichst jungen, durchaus gegeben und vom Ausmaß her als problematisch einzustufen – wenn der Norden dabei miteinbezogen wird.

Nun von Ausbeute, oder dergleichen, kann im Folgenden in gewisser Weise auch gesprochen werden.

Die Co-Op Zentral-Bank Zyperns fordert nämlich Lohnerhöhung; und wenn dem Wunsch nicht nachgegeben wird, dann … . Diese guten Forderungenstellenden der Co-Op haben anscheinend vergessen, dass sie ihr Hinterteil im Trockenen halten können, weil der zyprische Staat 1,7 Milliarden Euro von internationalen Kreditgebern ausgeliehen hatte. Machen Sie sich nicht weitere Sorgen, verehrte Leser: Das Sümmchen zahlt selbstverständlich der zyprische Steuerzahler ab, nicht etwa die Damen und Herren von der Co-Op, also die Arbeiter derselben, die an der Finanzkrise durchaus einen erwähnenswerten Anteil nahmen vor dem Jahr 2013 durch ihre Geschäftspraktiken etc. Dreist lebt offenbar länger und besser!

Nur für all jene, die es noch interessieren sollte: Die Co-Op ist noch längst nicht aus dem Schneider, was ihre Finanzen, Geschäftchen und die angeblich überwundene Krise angeht. In diesem Zusammenhang ist umso ‚lustiger‘, dass die zyprische Regierung danach schielt, diese Bank dennoch an der Börse gelistet zu sehen. Das soll im September 2017 möglichst der Fall werden. 25% der Anteile der Regierung an der Co-Op werden zu diesem Zwecke – hui, wie spendabel – an die Co-Op-Kunden vermacht, sozusagen.

Natürlich nörgelt nun der Oberstaatsanwalt, der Hauptprüfer solcher Dinge. Mal sehen, ob er den erwähnten Börsengang – noch – verhindern wird können, verhindern will.

Zur Info: Die Co-Op wurde ja zur Hightime der Krise zur Co-Op Zentral Bank. Und die Gewerkschaft hätte nun gern, dass alle Beschäftigten gleiche Löhne erhalten – also, dass diejenigen Mitarbeiter aus der Co-Op (vor 2013) nicht weiterhin ‚übervorteilt‘ werden. Es riecht ansonsten, Sie ahnen es schon, nach Streik. Der Haken daran: Die ‚sehr‘ realistischen Gewerkschafter wollen natürlich eine Lohnangleichung auf höchstem Niveau erreichen, also, dass alle den Lohn erhalten, den die bislang am meisten Verdienenden in der ehemaligen Co-Op erhielten. Wenn schon, denn schon!

Kurz: Die Forderungen der Gewerkschaft eignen sich eigentlich gut, die mentale Verfasstheit vieler Zyprer zu begreifen – immer schön übern Rand hinausschießen oder -schwappen! Es herrscht offenbar geradezu ein Drang zur Exklusivität bei vielen, längst nicht allen Zyprern, kommt es so manchem Beobachter der Lage vor. In eben aufgezeigter Richtung läuft auf Zypern der Hase, also, öfters davon, auch im Norden der Insel. Nichts, was Sie allzu sehr beunruhigen sollte!

Falls Sie noch nie was von einer „Maroni News“ hörten, braucht Sie auch das, eigentlich, nicht weiter zu beunruhigen. Ein kleines lokales Nachrichten-Blättle, welches wöchentlich oder monatlich herauskommt.

Wir haben es auch abonniert und irgendwie kam ich darauf, letztens mal wieder reinzuschauen. Wenig scheint sich geändert zu haben – Werbung, Werbung und nochmals Werbung. Ob dieses Zeitungsprojekt weiterhin finanziell unterstützt gehört, gehörte wahrhaft ernsthaft diskutiert. Was unseren Haushalt betrifft, hat es schon den Touch einer Art Solidaritätsbeitrag – denn wirklich lesen, tut das Ding meist niemand wirklich.

In der letzten Ausgabe, die mir in die Hände geriet, konnte was zu „Netflix“ erfahren werden. Scheint eine Plattform zu sein, auf der Filme usw. heruntergeladen werden können, wie “Game of Thrones“. Doch letzteres sei nicht zu haben, steht geschrieben, dafür aber im „exklusiven“ Angebot bei Netflix „The Crown!“ Sagen mir beide herzlich wenig. Diese Welle seine Freizeit zu gestalten, ging bislang an mir vorüber – die Welle der Internetspiele.

Todesanzeigen sind als recht zahlreich vorhanden in der Maroni News. Es ist aber OK, diesen Leuten bei Bedarf zuweilen etwas Geld für diesen zweimonatigen Service zukommen zu lassen. Es kann diesmal in der Maroni News erfahren werden, dass Bewohner des Dorfes Maroni an einer Müllsammelaktion beteiligt waren. Der Müll entlang einiger Straßen wurde eingesammelt. In der DIN-A6 Zeitung kann ein Toyota gesehen werden, auf dessen Ladefläche mehrere beige, prallgefüllte Säcke gesehen werden können. Die Aktion wurde allerdings bereits am 02. 04. 17 durchgezogen. Ich glaube, das ist auch der Zeitraum gewesen, wo die Singvogeljagd auf Zypern wieder ihren Höhepunkt hatte. Die freiwilligen Müllsammler hätten daher bestens gleich die Vogelfallen und Leimruten mit eingepackt, die dort – wo sie sich bemühten, ihr Umweltgewissen aufzubessern – gewiss todbringend aktiviert waren. Womöglich wurde von einem Tonband, an den Bäumen oder in den Sträuchern angebracht, Singvogelgezwitscher abgespielt. Wenn schon Müll wegsoll, dann also bitte auch diesen totbringenden Müll!

Sie haben Recht, es ist nicht ungefährlich, solche Fallen zu entfernen. Man mag gar nicht darüber nachdenken, wie viele dieser Müllbeseitiger sich danach insgeheim ein Vogelschenkelchen gönnten.

Der Maroni News würde ein bisschen mehr Kritik an den Gegebenheiten in der Region Maroni recht guttun u.a.

Apropos kritisch: Es gilt hier, den ausgerufenen Lehrerstreik der Lehrergewerkschaft „Poed“ kritisch zu hinterfragen. Wen soll solch ein Streik mehr oder weniger zum Beginn der Sommerferien auf Zypern noch aus den Liegestühlen jagen Mitte des Monats Juni?

Und zwar ging es bei dem Streik um den Modus bei Neueinstellungen von Lehrern. Die Parlamentarier im Parlament haben kürzlich abgenickt, dass jene Lehrerschaft, die erstmals auf Schüler losgelassen wird, nicht mehr berufen, also ausgesucht wird, sondern, dass jene beruflichen Neulinge eine Prüfung zu durchgehen haben. Eigentlich findet man das aus Außenstehender auf den ersten Blick doch gar nicht so schlimm, wissend, dass auf der kleinen Insel Seilschaften jedweder Art oft bestehen und erbrachte Leistung nicht immer das Maß der Dinge zu sein scheint.

Allerdings haben die Parlamentarier in Nikosia-Süd für dieses neue Gesetz eine Übergangsperiode von 10 Jahren festgelegt. Das heißt, das Gesetz kommt nicht umgehend zur Anwendung und ist schon allein daher sehr gefährdet, jemals das Licht der Welt in Völle genießen zu dürfen. Denn: Bekanntlich sind die Abläufe in Zypern oft etwas schnelllebiger und vielleicht auch etwas leichtlebiger – vielleicht!

Anscheinend streikten mehr als 120 Grundschulen bei erwähntem Streik.

Bei dem Wort streiken, kommt einem unwillkürlich das englische Verb „to strike“ in Erinnerung. Bekanntlich sind die beiden Worte inhaltlich verwandt miteinander. Folter eher nicht. Und genau diese ist es, die ihre hässliche Fratze in der Türkei wieder verstärkt zu zeigen begonnen hat, wie bereits kurz erwähnt wurde – und das ist nicht nur in den sogenannt überwiegend kurdischen Gebieten der Republik Türkei der Fall. Nikosia-Süd, wie auch Brüssel, haben allen Grund, weiterhin, den Norden Zyperns aus der Umklammerung der Türkei unter jemand wie Erdoĝan zu befreien. Es könnten sich ansonsten im Norden Zyperns vermehrt Burschen und auch Mädels einschleichen, die man andernorts glaubt, nur noch durch das Abwerfen von Bomben und dergleichen loswerden zu können. Es ist also höchste Zeit, dass die Zyprer noch die Kurve kriegen bei ihren Verhandlungen, die sie hoffentlich diesmal mit mehr Ernst betreiben – Pokerface lässt ansonsten grüßen!

Das größte, tollste und natürlich Beste, was die Welt der Spieler je gesehen haben, soll nun – wo auch sonst – auf Zypern doch noch der Menschheit in Form eines Casinos – nein, gleich mehrerer – dargeboten werden. Das aller-umwerfendste soll die heimliche Hauptstadt Limassol abbekommen. Wir werden Ihnen darüber näher Berichten (Standort, Eigentümer, Dimensionen), wenn das Projekt wirklich auf den Beinen steht. Natürlich interessiert Sie, wie wir wissen, wie und in welchem Anteil die Orthodoxie sich mildtätig dabei einbringen wird. Es wird schon bald unter irgendeinem Teppich hervorgekehrt. Schließlich sind Geheimnisse dafür da, in der Öffentlichkeit Furore zu machen.

Quelle: Griechenland – Peleponnes – Athen

Wäre diese Reise nach Griechenland nicht dazwischengekommen, würden Sie nun voraussichtlich Weiteres zum Südwesten Deutschlands hier zum Lesen vorfinden – genauer: zum Dreiländereck. Doch es kam anders.
Und Sie sollen das nun ausbaden?
Hiermit bittet es Sie um Nachsicht! Unerwartetes muss ja nicht immer vom Schlimmsten sein!?
Diesmal in Griechenland unterwegs sollte es der Peleponnes sein, der besucht wird, und, von dem aus Ihnen berichtet wird. Ein Reisebericht wird folgen, der mit seiner ganz spezifischen Sicht der Dinge nicht außenvorhält. Es geschieht eigentlich alles so, wie Sie es hier auf Zypern- und Kandernundmehr gewohnt sind: Frisch von der Leber! Letzteres soll allerdings nicht darauf verweisen, dass dem Alkohol zu viel gefrönt wird unter Griechen oder, dass solch Konsum beim Essen überhandnähme … – aber geschieht halt schon öfters als sonst.
Retsina-Wein ist nun einfach immer mal wieder etwas, was beste, gute und alte Erinnerungen an das Griechenland Anfang der 1980er Jahre wiederbelebt und gut-eigenartig, eben typisch schmeckt. Ich trinke diesen Wein komischerweise nirgendwo anders als in Hellas.
Kurz am Rande: Griechen sind echte TYPEN, wie man sagt.

***

In der Voliere im Hof piepst und singt es unentwegt. Überhaupt, Vögel in kleinsten Käfigen zu halten, scheint offenbar noch immer ein Muss für viele Griechen zu sein, trotz steigendem Umweltbewusstsein und dergleichen – zumindest in dem griechischen Dorf namens “Archaia Korinthos”. Ohne Piepser nahezu überall, und diese gefangen in wenig aufwendig eingerichteten Käfigen – die Vögel sollen ja auch piepsen und nicht schlafen oder zufrieden vor sich hinstarren – geht offenbar gar nichts. Ob uns diese Vogel-Realität bereits tief in die des Landes oder lediglich des Peloponnes blicken lassen soll als Tourist unterwegs?

Nein, nein! Fernseher schalte ich hier keine ein. Auch keine Radios, und wenn, dann bitte sehr Musikprogramme. Bin politikmüde; genauer: die zyprische Politik lässt mich laut und ausgiebig gähnen. Viele, wenig geliebten Dinge bin ich bereit zu tun, anstatt den Zyprern beim Politiktreiben zuzusehen und zuzuhören derzeit – zum Beispiel französisch Vokabeln pauken.

Hier wird in die Rolle eines Touristen geschlüpft für Sie, der erstmals in Griechenland ist und auf die Schnelle gebucht hat; der sich übers Land etwas angelesen hat und wegen dem Trouble in der billigeren Türkei oder dem preiswerteren Ägypten die etwas teureren Griechen besuchen geht anstatt.

***

In Athen waren wir von Zypern kommend bestens angekommen mit „Aegean“ – früh morgens, noch vor 6 Uhr. Alles lief auf dem Flug und am Zoll reibungslos ab. Alle Beteiligten gaben sich in bester Stimmung. Keine Komplikationen beim Abholen des Mietautos, diesmal bei Hertz. Wir dachten: Besser ein großer Anbieter wie Hertz als ein kleiner, der im Fall des Falles eventuell weniger endlose Diskussionen und Schwierigkeiten aufzieht.
Ein Nissan ist es geworden, auch wenn wir, genauer ich, uns auf eine Erfahrung mit einem Opel heimlich eingestellt hatten. Fuhr in Nikosia vor Jahren schon mal einen Nissan. Muss sagen, das Erlebnis blieb damals positiv. Diese japanischen Maschinen schnurren wunderbar asphaltierte Bahnen ab, als säße man in einem dicken BMW.
Gebucht hatten wir von Zypern aus. Hoffe, dass wir das nicht bereuen werden, alles vorher gebucht zu haben und uns nicht auf den Moment verließen. Da es Pfingsten ist, erwarteten wir regen Urlauberauflauf. Der blieb aber aus, kann ich Ihnen jetzt schon sagen – was natürlich sehr angenehm ist. Wir sind zu zweit.

Archaia Korinthos ist unsere erste Station. Dort hinzugelangen, ist vom Flughafen Venizelos/Athen aus kein großes Kunststück. Man fährt auf der Autobahn „A6“ einfach immer gerade aus, die dann irgendwann mal „A8“ genannt wird. Der zuvor genannte Ort, Archaia Korinthos, ist netterweise sogar auf einem Schild auf der Autobahn ausgeschildert, sodass Irrfahrten durch die nahe Stadt „Korinth“ oder anderswo gemieden werden können.
Auffallend war in der Autobahngaststätte, in der wir vor Erreichen des Zwischenziels Archaia Korinthos Halt machten nach 20 oder 30 Minuten Fahrt, dass das Personal plus Besitzer super-freundlich und sehr relaxed waren. Auskunftsfreudig sogar. Niemand versuchte, uns etwas anzudrehen oder dergleichen. Nicht überschwänglich freundlich, einfach ganz normal freundlich waren die, als wäre sich so zu verhalten oder zu begegnen, das Normalste von der Welt.
Sollte man ja eigentlich auch annehmen, dass dem so ist. Doch dem ist so nicht zwangsläufig, wie einem wieder bewusstwird, wenn man aus einer Destination wie Zypern kommt oder schon mal länger in Berlin gewohnt hat. Obgleich, auch auf Zypern hat man langsam mitbekommen, dass Unfreundlichkeit der Kundschaft gegenüber und, letztlich, sich selbst gegenüber, die Freude am Leben zu einem beträchtlichen Anteil, wenn nicht völlig, kosten könnte.
Zyprer haben mit Perfektion, sozusagen, das Wie-ein-Trottel-grußlos-durch-die-Gegend-watschen mit langgezogenem Gesicht bei sich installiert. Die Rede ist natürlich vor allem von Menschen, die auf dem Land leben. Von Städtern erwartet das schon niemand mehr, denke ich, einfach so gegrüßt zu werden. Nicht alle, aber zu viele Zyprer scheinen, wie geschildert, unterwegs zu sein. An manchen Tagen erreicht einen dieses Gehabe, anders kann es nicht bezeichnet werden, und dann ist man eigentlich auch selbst schuld, wenn es das schafft. Denn die Insulaner sind ja im Grunde nicht so, wie sie einem vorkommen oder sich geben. Also ist man selber schuld, wenn die aufgesetzten Schlaraffen aus dem Konzept bringen?!
Wir reden hier, auch, gerade von jemand, der glaubt, mit geschilderter Pose vor lauter Selbstachtung, die Achtung anderer übersehen zu können oder zu dürfen, beziehungsweise erwartet, angehimmelt zu werden – oder was immer genau in solchen Köpfen vor sich geht. Es hat auch einen Touch, finde ich, verfehlten Verständnis’ dessen, was Eleganz oder Royalität und so etwas sein sollen. Man weiß ja nie, was genau das Spiegelbild für solch Verhalten nun wirklich immer ist, eben genannte Eleganz und Royalität könnten es durchaus sein, nachdem, was so in einigen zyprischen Zeitschriften andauernd geschrieben steht. Diese Art Vorbilder scheinen recht schräger, eben zyprischer Ableitung zu oft Pate zu stehen.

Wirklich, das alte Korinth ist wirklich ein netter Ort. Wir haben uns für die “Pegasusrooms” entschieden. Ein glücklicher Entscheid: Das Zimmer „A3” ist Hort unseres Glückes geworden. Nee, Scherz bei Seite. Zwei Türen gingen auf und die Besitzerin meinte, da sei noch dieses Ehepaar gerade angekommen, ob wir nicht vielleicht doch mit jenem anderen Zimmer Vorlieb nehmen wollten. Wir hatten uns nämlich das schönere von beiden zuvor schon angesehen gehabt, waren aber gebeten worden, um 14 Uhr zurückzukommen, um es dann in Beschlag zu nehmen – wegen dem Üblichen: putzen, aufräumen etc. Wir entschieden uns natürlich für das schönere Zimmer, so zur Wahl gestellt, und es entfachte sich darum, glücklicher Weise, keine peinliche Diskussion, nur, weil ihrer Ansicht nach offensichtlich die anderen beiden, so klang sie zumindest, dort besser hineinpassten als wir.

Die Gute hatte ihren Versuch vorgetragen und der war erfolgreich abgeschmettert worden von uns. Punkt. Wir lächelten ihr nett zu dabei, als würden wir mit ihr über Deutschland, den Tourismus oder den letzten Museumsbesuch sprechen.

Wunderbar grün ist es vor Raum-A3 hin zum Hof, um dessen Balkon, wo, wie gesagt, Vögel aus einer 2x2x2m großen Voliere singen und trillern. Auch von dem riesigen Parkplatz, der umgeben ist von erfrischend viel Bäumen und Sträuchern tönt Vogel-Sound herüber, wo auch das gemietete Auto abgestellt werden konnte, ohne, dass jemand angerannt gekommen wäre, um dafür Geld zu verlangen – was in der Türkei ziemlich sicher zu erwarten ist. Allerdings sind das dann auch Art bewachte Parkplätze meist. Die Rede ist von Arbeitsplätzen, die sich arbeitslose Türken dergestalt schaffen – oder andere Interessiert, wie Nachbarn etc., die oft und gern ohne Kenntnis oder Beteiligung, oder beides, des Bürgermeisteramtes auf diese Weise unternehmerisch aktiv sind.

Beim Erkunden Alt-Korinth (Archaia) hat man selbiges eigentlich schnell durch. Ich wollte nicht durch die Ausgrabungsstätte vor Ort streifen, die wirklich über viele Quadratmeter gestreut mitten in der Stadt so manchen Hobby-Archäologen begeistern dürften. Die sah ich mir von draußen an. Irgendwie hat diese Sicht – durch einen Zaun hindurch – zufriedenstellen können. Gute Übersicht, die man von dort aus hat, wo ich saß. Man geht dazu einfach um das eingezäunte Gelände herum, links vom Eingang, und durch das Dorf hindurch, setzt sich auf ein Mäuerchen im Schatten eines der vielen grünen Bäume und liest und/oder guckt – kommt dabei innerlich schon mal etwas herunter von der Fahrt und dem Alltag, den man verließ und in Griechenland an. Beneidet jene, die auf der Ausgrabungsfläche in der Sonne Altertümer betrachtend braten, von diesem Standpunkt aus eher nicht.
Schön an diesem Ort war unter anderem, dass Einheimische durchweg vorüberkommen, die ganz ungewohnt – eben, weil gerade aus Zypern kommend – mich, den Fremden grüßten, und zwar als erste. Sahen nett dabei rüber und gingen ihres Weges, als gehörte sich das so.
Im Südwesten Deutschlands ist das Grüßen von Ortsfremden in Dörfern schon seit Längerem ins Hintertreffen gelangt. Tut man anscheinend nicht mehr so oft wie einst.
Die Menschen, die an jenem Tag an mir vorbeigingen oder fuhren in Alt-Korinth waren sich offenbar nicht zu schade dazu. Jedenfalls hat es auf Zypern oder dem Südwesten Deutschlands den Eindruck, dem könnte so in etwa sein bei den meisten, nämlich, dass sie sich zu schade für so etwas geworden sind. Man gewöhnt sich daran, alle Male dann, wenn man jahrelang in Berlin wohnte – ein Menschen-anonymisierender-Ort.
Allgemein ist im Gespräch mit Griechen in Griechenland auffällig: Griechen schauen einem irgendwie direkter in die Augen als ihre zyprischen Brüder und Schwestern. Erstere scheinen eine ausgereiftere Kommunikationsstrategie zu führen. Schwer zu beschreiben oder zu benennen.

Das Pegasusrooms ist zwar verhältnismäßig klein, dafür aber ‚fein’ – definitiv kein 5-Sterne Bunker. Der Besitzer ist ein geschäftiger Mensch, der offen über sich und seine Welt Auskunft gibt. Sein Englisch ist dazu ausreichend gut. Schön war am Tag unserer Ankunft nach dem Check-Inn ins Hotel, als wir den nahen Berg zum Schloss vor der Stadt hinauffuhren, dass das Eingangstor dort oben bereits geschlossen war, um zu den Schlossruinen näher zu gelangen. Der Vorteil dessen: kein Gegenverkehr auf der etwas engen Straße nach oben, kein Menschenauflauf, sondern Ruhe und der Sound des Windes im Überall. Die Sicht von dort ist, wie im Reiseführer versprochen, wunderschön.
Ein Blick vor die Füße eines jeden Touristen, dort oben stehend, sollte indes nicht ausbleiben. Die vielen unterschiedlichen Kräuter und Gräser am Wegesrand sind nämlich eine einzige Pracht. Das muss hier in der Gegend im Frühling das Paradies auf Erden sein. Ich empfehle mir und anderen hiermit, also genau das zu tun: im Frühjahr auf den Peleponnes zu fahren, um mit Blumen und Kräutern umgeben zu sein – das belebt gewiss den Trübsten oder sonst wie Gestimmten. Ein Shop, der Kräuter im Angebot hat, ist gleich schräg gegenüber vom Hotel angesiedelt, in den wir aber keinen Fuß setzten.

Nachmittags, nach 1-2 Stunden Schlaf, fuhren wir am Tag unserer Ankunft in Alt-Korinth doch noch runter nach Korinthos-Stadt. War gar nicht so übel. Es ist im Reisführer in etwa so ausgemalt worden – als fürchterlicher Ort. Ein nettes Städtle ist es jedoch, das ziemlich sicher ein buntes Leben haben dürfte, nachdem die Abendsonne bye-bye gesagt hat im Sommer. Nahezu unzählig viele Cafés, saubere Straßen, nett dreinschauende Leute, und alles andere als überlaufen von Touristen – derzeit jedenfalls noch nicht.
Den Kanal konnten wir nicht finden, den “Isthmus”. Haben uns allerdings auch nicht allzu sehr angestrengt dafür.

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Heute geht’s auf „die andere Seite rüber, eben, nach diesem Loutraki”, wird gerade vermeldet von meinem Reisbegleiter. Und da das Frühstück vorüber ist und wir unsere Morgentoilette hinter uns haben, gibt es mehr zu diesem Tag später. Jetzt ist erstmal Aktion angesagt – Autofahren etc.

Das Frühstück hatte am 2. Tag in Archaia Korinthos locker angefangen, oben, über unserem Zimmer nämlich ist der Frühstücksraum, und zwar auf einem interessant ausgebauten Flachdach, welches wohl einigen nassen Wind, eventuell sogar Schnee auch im Winter oder Herbst von seinen Besuchern abhalten dürfte.
Wir waren rechtzeitig früh unterwegs und konnten so einer 30-köpfigen Reisegruppe aus den USA entgehen – mit der wir den Abend davor unfreiwillig ein Restaurant teilten. Sehr laut waren die schon etwas, aber, so sind Gruppen nun mal.

Vor 2-3 Jahren habe er das Hotel übernommen, habe 500.000 Euro abzubezahlen und noch mehr reingesteckt, habe 2 Söhne, die studierten, der 3. folge dem Beispiel seiner Brüder schon bald, erzählte uns der Besitzer des Pegasusrooms unter anderem. Ein geschäftstüchtiger Mann, ursprünglich aus Chios, den es nach Archaia Korinthos verschlagen hat.

Wir fuhren nach dem Frühstück dann doch noch mal hoch zum Schloss über der Stadt. 8 Uhr morgens, dachten wir, das müsste klappen. Und so war es auch. Nicht etwa, dass wir die ersten oder einzigen Besucher gewesen wären, doch Reisegruppen musste erst aus dem Weg gegangen und gefahren werden, als wir nach knapp 2 Stunden Aufenthalt von dort wieder herunterfuhren. Schuhe mit guter Besohlung sollte man unbedingt anhaben, wenn man nicht allzu Tretsicher ist oder schnell das Gleichgewicht verliert. Die Steine am Boden sind spiegelglatt – wahrscheinlich von den Menschenscharen drauftretend geschliffen, denen sie schon seit Jahrtausenden ausgesetzt sind. Ganz oben auf dem Berg, wo eine Mauer in den Himmel ragt, wurde gerade ein Geländer angebracht. Soll wohl Lebensmüde nochmals überlegen lassen, ob sie den Schritt wirklich wagen wollen, sich von dort herunter zu werfen und anderen und sich selbst das anzutun.
Bis so weit nach oben bin ich persönlich nicht gekraxelt. Setzte mich unweit des zweiten, schmaleren Tors der inneren Mauer in die wunderschöne Landschaft und genoss das Grün, die Vögel, den zahlreich vorhandenen knallroten Mohn und die einigermaßen spektakuläre Aussicht. Offenbar hatten wir beide was davon: er unterwegs bis zu höchsten Höhen der ehemaligen Schlossanlage und im ganzen Areal derselben herum und ich auf meinem windigen, aber sonnigen Platz sitzend.

Klar, danach fuhren wir selbstverständlich doch noch über den Isthmus, den Kanal, zumal ja auf unserem selbstentworfenen Programm stand, nach Loutraki zu gelangen, sei geradezu Pflicht.
Ob beim oben erwähnten Isthmus unbedingt ausgestiegen werden muss, um runter auf die recht enge Wasserschneiße zu gaffen, ist Ansichtssache. Die meisten tun es wohl. Wir haben es auch getan und schossen das obligatorische Bild.
Den Weg dorthin zu finden, ist nicht allzu schwer von Alt-Korinth aus. Da das Auto kein GPS eingebaut hat, wurde einfach ein Taxifahrer gefragt in einem Außenbezirk von Korinth-Stadt, der bereitwillig Auskunft gab. Wie gesagt, die Leute sind nett und freundlich. Wenn es richtig erinnert wird, fuhren wir keine 30 Minuten zum Isthmus und von dort so ungefähr noch mal 30 oder weniger Minuten nach Loutraki.

Eine schöne Stadt entlang dem Meer ist die letztere. Der Name sagt es bereits: Dort gibt es ein Thermalbad. Das besuchten wir allerdings nicht, auch, da es nicht Winter ist und wir nicht sonderlich scharf auf chlorhaltiges Wasser waren.
Man wählt in Loutraki zwecks Parken des Autos einfach eine der Straßen, die quer zur Hauptstraße nach oben, weg vom Meer, führen. Dort findet sich ziemlich sicher ein Parkplatz. Das bedingt zwar, dass man eventuell etwas mehr Fußweg hat, um runter an die Strandpromenade zu gelangen. Doch ist man nicht gekommen, etwas zu sehen?

Führen wir mal das Beurteilungskriterium „sauber” ein. Die Stadt ist, wie auch Archaia Korinthos, als sauber zu bezeichnen. Nirgends unnötig viel Müll oder Plastik oder sonst was, das den Blick verstellen könnte in Stadtmitte. Nach einem recht netten Rundgang entlang der Seefront, entschieden wir uns für das „Fünf Brüder” (ta pente adelfoi) Restaurant. Eine gute Wahl. Der Besitzer, ein Mann so um die 50 mit langem Haar und Gang eines Sheriffs war umgehend zur Stelle und schien nicht abgeneigt, uns auf Griechisch bewirten zu können. Ruckzuck war das Restaurant plötzlich voll von Leuten, als hätten die gehört, sie müssten uns die täglich herrschende Stimmung vorführen. Und die war prächtig. An den Tischen gut situierte Griechen und Griechinnen im Gespräch, die Musik dezent im Hintergrund, klassisch Griechisches sozusagen, und das Essen wirklich nicht zu verachten. Es war bombig. Eine gute Zeit unter kommunikationsfreudigen Leuten. Das Wetter draußen machte anfänglich so, als wolle es etwas Regen zulassen, doch als wir bezahlten, war die Sonne mal wieder die Siegerin über Regenschauer, sodass wir uns auf den Weg nach dem „Leuchtturm” machten, den ich persönlich nicht zu Gesicht bekam – außer im Reiseführer. Wir fuhren jedenfalls so weit, bis es gar nicht mehr weiter ging auf einer abgelegenen Straße entlang dem Meer und dann plötzlich entlang eines Sees, und zwar in Richtung Leuchtturm. Gerieten an einen Ort, wo links Süßwasser ist und rechts das Meer. Wir entschieden uns für letzteres, um endlich mal eine Kostprobe vom hiesigen Meerwasser zu nehmen badend. Das Wasser ist verwunderlicher Weise salziger gewesen als beispielsweise bei Limassol/Zypern. Sauberer als auf Zypern ist das Wasser im Meer um den Peleponnes nahezu überall, kann jetzt schon verraten werden.
Ich bin der Fahrer und kann mir solche extremen Drehungen mit dem Kopf beim Fahren nicht leisten, um einen Leuchtturm zumindest auf der Rückfahrt zu sehen, der sehr abgelegen liegen muss. Und so muss ich wohl daran glauben, dass das Ding wirklich existiert.

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Seltsamerweise singen die Vögel in der Voliere heute Morgen nicht. Geben nicht einen einzigen Piepser von sich. Ob ein Erdbeben ansteht? Habe ich nämlich mal auf Griechenland erlebt, und zwar, als ich zum ersten Mal hier war 1979. Das war auch die erste Begegnung mit dem Phänomen, die ich damals noch ganz lustig fand, als das Bett hin und her schwankte, in dem ich lag – des Risikos und der Gefahr entweder trotzend oder nicht wirklich bewusst, eins von beiden. Ich glaube, es war eher Zweiteres.
Dafür konnte hier vom Balkon aus gerade mitangesehen werden, wie 2 Elstern Paare eine freche hellbraune Katze angingen im Flug, die auf IHREM Baum herumkletterte. Die wollte anscheinend nur aufs Dach des Nachbarhauses gelangen. Die Elstern können sich gar nicht mehr beruhigen, krächzen immer noch. Mir gefällt der raue Ton ihrer rabenähnlichen Stimmen. Ich weiß allerdings, dass die auch ganz anders klingen können. Dann erkennt man die gar nicht wieder und denkt, irgendwo im Urwald zu sein.

Heute werden wir weiterziehen. Kann gut sein, dass in Epidaurus all die Orte, die so besichtigt werden wollen, geschlossen sind, weil es soll Pfingsten sein, was hier „Kataklysmus” genannt wird. Nachdem, was noch aus einem Griechisch Lehrbuch erinnert werden kann, muss die Landschaft bei Epidaurus einen Besuch lohnen.

Was den Zustand der Straßen angeht: Der Straßenbelag der Landstraßen ist allgemein nicht auf neuestem Stand, doch verwunderlich daran ist, dass dieser keine großen, tiefen Löcher hat – die Autobahnen sind aber 1a. Außer, dass einmal ein Motorradfahrer kurz vor einem Tunnel unbedingt noch rechts überholen musste, fahren Griechen zwar flott, doch mit Augenmaß. Sie riskieren nicht das eigene Leben – und das anderer.
Berichten zufolge muss es diese Rowdys aber geben. Auf Zypern trifft man so ungefähr alle zwei-drei Tage, mindestens, einen davon.

Einen kleinen schwarzen Hund gibt es in Archaia Korinthos, den man scheinbar überall im Dorf antrifft. Bei uns entscheidet er sich stets ungefragt, mitzulaufen. So auch gestern Abend wieder. Da er so drollig aussieht, ist ihm hie und da stets ein Happen sicher, den ihm die Leute geben, wie gesehen werden kann. Die Hunde haben bunte Bänder um die Hälse. Werden offenbar von jemand betreut, jemand, wie dem Amt. Viele der Hunde sehen aus wie Kangal-Hunde aus Sivas/Türkei. Das sind recht große und meist gutmütige Hirtenhunde. Sehr dickes Fell.

Klar doch, für das „el Nino“ Café hatten wir uns zurück vom Leuchtturm, den ich nicht sah, in Loutraki entschieden. Ist OK gewesen dieser zuerst genannte Ort, doch für unseren Geschmack war die Musik dann doch etwas zu laut und zu langweilig. Durchweg amerikanischer Pop, oder wie es auch immer genauer genannt wird. Nicht unbedingt die schlechteste Auswahl, aber … . Wird einem einfach zu viel mit der Zeit. Recht interessante Einrichtung hat das el Nino, allerdings nichts Außergewöhnliches oder so. Der junge Kellner, ausgestattet mit dicken Armen, die er sich nur im Meer, doch wahrscheinlicher im Sportstudio herangezüchtet haben dürfte. war im Gesicht recht gutaussehend – die dicken Arme passten einfach nicht. Sah aus wie ein Filmsternchen im Gesicht. Ein durchmischtes Publikum umgab uns an seinem Arbeitsplatz: Frauen, Männer, junge, alte.
Cafés, also „Kafeneion“, im alten Stil sind uns bislang nur in Korinthos über den Weg gekommen. Außerhalb der Stadtzentren dürften die inzwischen mehrheitlich liegen oder zu finden sein. Das mag erwähnt werden, weil ich solche Orte bevorzuge. Heutzutage sitzen auch in Kafeneion Menschen weiblichen Geschlechts – in Griechenland allemal, denke ich.

So richtig sommerlich ist es hier jedenfalls auch noch nicht. Der Boden des steinernen Fußbodens des Hotelzimmers lässt der Kälte wegen nicht wirklich zu, dass man morgens um 6 Uhr barfuß auf dem Balkon länger stehen könnte. In Zypern war das vor 3 Tagen auch noch nicht drin. Hier ist abends aber dennoch wunderschöne Sommerstimmung. Es wird Zeit, dass wir auch in der Nacht ein bisschen unterwegs sind. Wie gehört werden konnte, war da irgendwo Musik und Gelächter weiter weg bis in die frühesten Morgenstunden. Davon kann hier nur aus der Perspektive dessen erzählt werden, der sich wenig darum kümmert und anstatt die gute Luft, das Bett und die allgemeine Ruhe in vollen Zügen genießt. Ich glaube, es ist jetzt wirklich dieses gewisse Etwas in mir eingetreten: Urlaub!

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Der Weg über Epidaurus nach der Stadt Gytheio war, als würde man durch Südwestdeutschland, das Elsass oder die Deutschschweiz fahren. Nun ja, nicht ganz so, aber… . Es war also recht grün und teils wunderschön bergig. Wir hatten uns nach dem Aufenthalt in Epidaurus nämlich entschieden, nicht am Meer entlang runter nach Gytheio zu fahren. Leute, die am Meer die meiste Zeit eines Jahres verbringen, sind eben nicht so erpicht auf Meerflash – obgleich selbiger schon unabdingbarer Bestandteil eines wöchentlichen Ablaufs geworden zu sein scheint, wenn vor Ort in Zypern. Das historische Epidaurus hat unsere Erwartungen an sich erfüllt. Das historische Theater war recht imposant. Nur, wenn man, so wie ich, schon vor und in so vielen ähnlichen davon gestanden hat, ist der Überwältigungseffekt vielleicht doch etwas dahin. Bei mir war es diesmal jedenfalls in etwa so, bei meinem Reisbegleiter keineswegs, der es sich auch nicht nehmen ließ, all die vielen, steilen Treppen nach oben zu steigen und das Theater, sozusagen, akustisch auseinander zu nehmen. Ich begnügte mich mit der Frontalansicht und zu mir gesellte sich dabei schnell eine etwas ausgehungerte graue Katzenmutter, der aber leider gar nichts angeboten werden konnte, außer Streicheleinheiten – für den Gebrauch IHRER steinernen, eventuell uralten Sitzbank unter anderem auch.
Noch wenig Touristen waren zu sehen, da wir glücklicherweise mal wieder früh am Tag unterwegs waren – hatte sich aber zum Zeitpunkt, als wir das Gelände verließen, komplett geändert – Bus über Bus rollte an und stand schon dort, wo zuvor ein großer, leerer Parkplatz uns in Empfang genommen hatte.

Auf der Karte des Tourismusbüros erscheinen die Distanzen anders, als sie denn effektiv sind. Die Strecke nach Epidaurus ist nicht zu lange, doch sollte man schon darauf eingestellt sein, so in etwa 4 Stunden unterwegs zu sein. Nach Sparta fuhren wir allerdings nicht rein. Was ich schon, als wir draußen vor der Stadt an einer Tankstelle saßen beim Kaffee, zu bereuen anfing. Doch ich wollte nicht nerven, zumal ja auch der Reiseführer, aus dem mir vorgelesen wird, angibt, dort gäbe es „nichts” mehr aus der alten ruhmreichen spartanischen Zeit zu besichtigen. Nun, die Menschen sind noch anwesend, die Nachfahren der Spartaner und deren Kultur. Das allein hätte wohl als Argument ausgereicht, um doch noch ins Städtle zu fahren, doch es regnete und, ehrlich gesagt, ich wollte endlich zurück, in Gytheio ankommen.

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Bin kein Freund von zu langen Strecken, wie wir sie vielleicht auch heute wieder bewältigen werden, nämlich von Gytheio an die Spitze der Mani und dann nicht etwa denselben Weg zurück, sondern auf der anderen Seite dieses Halbinselzahnes hoch, bis zur Abzweigung nach Gytheio.
Gytheio ist wirklich ein nettes Städtchen. Wir haben Pfingsten und keine Massen von Touristen sind unterwegs. Die Strandpromenade ist noch so in etwa erhalten, wie sie wahrscheinlich die letzten 50 Jahre aussah: keine Flo-Cafes, keine Lidl, keine high-Flyer-sonst wie Imitationen.
Die Straße hinter der Strandpromenade ist recht romantisch. Wäre mehr Zeit eingeplant, würde eine Erkundung der oberen Stadt gewiss lohnend sein. Schön gemütlich die Atmosphäre in dieser Stadt. Kein Stress weit und breit. Die Leute – relaxed.
Gegessen haben wir am Abend unserer Ankunft und den Tag danach in dem Restaurant gegenüber am Hafen, wo die Zöllner sind – im „90 Moires”. Die haben dort Aufreißer vor ihrem Restaurant beschäftigt. Die vom Moires scheinen die einzigen zu sein, die das in Gytheio so tun. Man sitzt dort ganz nett: weißes Tischtüchle, alles schön geordnet und sauber, die Musik im Hintergrund dezent und griechisch, der Besitzer, der seinerseits an den Tischen vorbeischaut und manchen Gast in ein kleines Gespräch verwickelt etc., einigermaßen erträglich. In diesem Restaurant war auffällig, dass wir stets (2 Mal) eine von Hand ausgestellte Quittung erhielten. Als wir den Tag danach nach einem offiziellen Beleg fragten, den wir auch erhielten, war es dann aber auch aus mit der Freundlichkeit.
Unser Hotel hier in Gytheio ist das „Aktaio“-City. Wie wir sehen konnten, gibt es außerhalb der Stadt noch ein Aktaio-Beach, oder wie genau es heißt. Das City-Hotel ist wirklich OK. In der ungefähren Mitte der Beach-Promenade der Stadt ist es gelegen. Wir sind im ersten Stock untergebracht worden mit Blick aufs Meer. Das Zimmer hat ein Balkönchen nach draußen zum türkis-blauen Viel aus Wasser. Ja, es ist zuweilen etwas laut auf der Straße, doch da kein Massenverkehr herrscht und kein Massentourismus, hält sich das alles wunderbar in Grenzen. Die Angestellten im Aktaio sind sehr zuvorkommend. Das Frühstück ist nicht ganz so gut wie davor in Archaia Korinthos: die Marmelade, doch vor allem der Orangensaft, der nicht frisch gepresst ist, sondern definitiv mit Pulver gemacht wurde, sind zum Abgewöhnen. Die rührten wir nicht an. Sowieso komisch, dass kein frischgepresster Saft ausgegeben wird, wo im Peleponnes oft, wie wir sehen sollten, Orangen in großen Säcken zum Kauf angeboten werden am Straßenrand – einige Bäume damit vollhängen. Es liegen anstatt Marmelade vom Bauern oder einer Nachbarin gemacht, diese wenig appetitlichen, jedermann bekannten, in Alu eingeschweißten Marmelade-Rund auf dem gerade och so ausreichend großen Tischchen des Frühstückraumes. Nein, es gibt nichts zu meckern. Alles wunderbar, auch wenn man wegen jeder Tasse Kaffee oder Tee die Angestellten bitten muss, sich nochmals zu bemühen.

Bin gespannt auf die Mani und vieles mehr. Abends sind wir noch sehr nett in jener kleinen Straße, die hinterm Hotel in die obere Stadt führt, nur für Fußgänger, gegangen, haben flotten Jazz gehört, südamerikanische Musik und einen Drink oder zwei gehabt. Uns hat es dort prächtig gefallen. Ziemlich sicher werden wir den Laden heute Abend wieder ansteuern, nachdem wir vielleicht woanders etwas zu uns genommen haben zum Abendbrot.

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In Ladia war das Essen nach einem schönen Schwimm in der Bucht von Marmari wirklich von guten Eltern. Ein wirklich netter älterer Herr mit guten Englischkenntnissen bediente und kochte, kochte und bediente, zusammen mit seinem Sohn, oben irgendwo in den Bergen. Herrlich. Wie man Gespräche anbändelt, muss diesem Herren jedenfalls nicht noch erklärt werden. Kann gut sein, dass er der Pfarrer der Kirche von gegenüber, auf der anderen Straßenseite, war. Hatte so was in diese Richtung gehend überhört am anderen Tisch. Kann mich aber täuschen, und fragen, wollte ich ihn nicht. Mit Leichtigkeit bewegte er sich wie ein guter Geist von Tisch zu Tisch und findet anscheinend immer gleich den richtigen Ton mit seinen Gästen – so auch mit uns.
Die Bucht bei Marmari ist sehr empfehlenswert, und zwar für all jene, die wirklich mal etwas abseits vom Gewimmel der Leute etc. sein wollen. Der Sandstrand ist dafür groß genug; und wenn das nicht reicht, dann einfach in die nahen Berge abwandern oder entlang dem Strand.

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Einen sehr positiven Eindruck auf uns hinterließ auch „Aeropolis“, wo wir schon recht früh am Tag ankamen. Das Stadt-Innere dürfte gewiss den Geschmack vieler Mittel- und Nordeuropäer treffen, sagen wir vor allem jener, die nett und gepflegt irgendwo sitzen wollen und auf kommunikationsbereite Menschen durchaus bereit sind, zu treffen. Recht bunt gehalten, nicht zu viel davon, und vieles in der Stadt ist möglichst in Holz gehalten. Es fehlt eigentlich an nichts. Sogar das Kafeneion ist leicht auffindbar – in Stadt Mitte. Man kann es sich aussuchen, welchen Typ Café man gerade bevorzugt, weil das Angebot groß ist. Griechinnen jedes Alters ins Gespräch zu verwickeln, geht zumindest in Aeropolis mühelos. Die Landschaft auf dem Weg dorthin war teilweise einfach bestechend grün. Der Ginger ist an manchen Stellen noch gelb auf den Hängen der Berge, Malven überall im Rot oder Rosa und noch häufiger sind wahrscheinlich Olivenbäume zu sehen. Im Gegensatz zu Zypern, stehen die nicht so irgendwie exponiert oder isoliert in der Landschaft. Sie kommen einem eingebetteter vor, als gehörten sie schon seit IMMER dazu, als seien sie nicht NUR zum Geldverdienen da. Was nicht heißen soll, dass das in Zypern so und lediglich nur so der Fall ist. Manchmal, allerdings, kommt es einem schon so vor.
Griechenland, es wurde bereits erwähnt, ist auffallend gut sauber gehalten, jedenfalls dort, wo wir uns bewegten. Und das ist eher auf touristischen Trails. Das Meerwasser ist eindeutig sauberer als in Zypern, jedenfalls hier um den Peleponnes. Was verwunderlich war, da im Reiseführer zu lesen ist, die See sei um Korinthos-Stadt nicht mehr in Ordnung.

Mir kam es irgendwie ganz in Ordnung vor und nicht sonderlich neu, dass in der Mani Steinhäuser das Siedlungsbild prägen. Sehen halt sehr ähnlich aus von Weitem und in den Bergen der Mani wie jene im Jemen bei Taiz oder Ibb, wo ich mich länger aufhielt – einst. Hatte einiges über die Mani gelesen und war, ich muss es gestehen, erstaunt, nun so etwas Bekanntes dort zu sehen. Die Erzählungen über die Mani hatten wahrhaft und wirklich andere Bilder in mir aufleben lassen. Ich wage sogar zu behaupten, dass der Landstrich von Aeropolis bis nach der Marmari-Beach-Gegend wenig zu bieten hat, längst nicht zu wenig indes. Das was danach kommt oder davor zu sehen war, ist landschaftlich allerdings spitzenmäßig für die Optik, oder so.
Wir sind bislang nur auf ausgesprochen freundliche Leute getroffen, sogar auf Deutsche aus Mainz und Schweizer aus Bern, auf Belgier, die herzlich und bester Stimmung schienen.
Das Auto wollte inzwischen aufgetankt werden. Noch brummt es zufrieden dorthin, wo wir es hinhaben wollen. In den zuweilen engen Straßen der Mani, sollte jedenfalls jemand am Steuer sitzen, dem es nichts oder wenig ausmacht, oft mal im ersten Gang einen Anhang hochfahren zu müssen oder bis an den Rand einer etwas steil abschüssigen Straße heranzufahren, um entgegenkommendem Verkehr Platz zu machen.

Griechische Touristen vom Festland sind auch viele unterwegs. Die scheinen sich keinen Sonderbonus, oder dergleichen, einzubilden und geben sich offen, herzlich und gern bereit, die eine oder andere Geschichte zu erzählen aus ihrem Leben – und sei es auf Englisch. Auch am Straßenzustand hat sich nichts geändert in unserer Beurteilung – alles claro damit! Bin gespannt, wo wir heute Abend hingehen werden. Die Auswahl erscheint groß. Mein Bauch ist allerdings schon zur Genüge gefüllt. Wäre dieser Geburtstag nicht, mein Reisepartner hat Geburtstag, würde ich heute das Abendessen auslassen und auch das Mittagessen am anderen Tag.
Wo es morgen hingehen wird, ist noch nicht verkündet worden. Sieht aber ganz danach aus, als würden wir anstatt nochmals in den Süden der Mani vorzustoßen, einen Tag hier in Gytheio einlegen. Das letzte Wort dazu ist noch nicht gesprochen. Könnte aber gut sein, dass ich dahingehend Überzeugungsarbeit leisten werde, also in der Stadt zu bleiben. Irgendwas sagt mir, dass Gytheio der RICHTIGE Platz sein dürfte, vielleicht sogar der Platz, an dem es sich lohnt, auch im Herbst oder gar im Winter zurückzukehren. Warum immer nach Athen oder Thessaloniki? Korinthos machte zu diesem Zweck wahrscheinlich auch gute Figur. Da Aeropolis im Landesinneren liegt, dürften später Herbst, Winter und früher Frühling eher keinen Besuch zulassen, um dort sich Land und Leute mal noch etwas TIEFER anzusehen. Hätte wirklich Lust darauf!
Erneut: Im Gegensatz zu Zypern erkennt man beim Kommunizieren auf Anhieb, dass hier in Griechenland die Chance besteht, außerhalb von Instituten, in 2-3 Monaten die Hürde, Griechisch einigermaßen fließend zu sprechen, für Gut-und-Immer übersprungen werden kann. In Zypern sehe ich diese Chance eher nicht. Und schon wieder in einen Sprachkurs an der Uni von Nikosia oder sonst wo auf Zypern zu gehen, ist mir jetzt schon zu blöde. Vermutlich war es eine Deutsche, die ich in Aeropolis im Café sitzend im Gespräch mit einem Griechen sah und hörte, die mich so schlussfolgern lässt.
FLIEßEND sprach diese Frau mit leichtem Akzent. Es war wunderbar.
Ihretwegen kam ich eigentlich darauf, diese Befindlichkeit hier mal mir selbst und Ihnen zu verdeutlichen. Kann mir gut vorstellen, dass die Preise der Hotels in Herbst und Winter auf das Drei- oder Zweifache in den Keller purzeln auf dem Peleponnes. Sodass ein Zimmer pro Tag mit Frühstück eventuell für 15 oder 25 Euro zu haben ist. Das wären im Monat dann immer noch 450 beziehungsweise 750 Euro, was ich indes vertretbar finde, sollte solch ein Preis in einem einigermaßen guten Hotel wie beispielsweise dem Aktaio, ausgehandelt werden können – die 450 Variante ist aber eher gemeint. Klar, man kann auch Zimmer mieten oder bei Leuten unterkommen. Zimmer mieten ja, bei Leuten unterkommen eher nein! Zu viel Nähe kann leicht und schnell ins Auge gehen. Da bin ich halt doch etwas Nordeuropäer?

Tipp:
Fahren Sie nach Elathonissi von Gytheio aus, dorthin geradewegs an die eine Spitze eines Zahns der drei Zähne der Halbinsel, sonst nirgendswohin! Setzen Sie mit der Fähre auf die Insel über und fahren Sie danach nach „Limnitissa Beach” (keine 10 Minuten) – und Sie werden hier in wirklich paradiesisch klarem Wasser schwimmen. Es ist so klar, dass man schon fast gehemmt ist, hineinzutreten. Und dieser Sand dort, unglaublich … !
Bei dem Anblick all dessen weiß ich gar nicht mehr, wie sich bei all den Leuten entschuldigen, denen von klarem, sauberen Wasser in Zypern vorgeschwärmt wurde. Vergessen Sie all das Vorgeschwärmte: Dreckbrühe im Vergleich! Hellbrauner Sandstrand, ganz fein erwartet Sie anstatt an erwähntem paradiesischen Ort. Kein Industrieprojekt in der Nähe, welches die Idylle bedrohen könnte, keine BAD-Vibes, die Leute ausstrahlten, nur: Sonne, Strand und Meer. Punkt!

Das Beste Badeerlebnis seit Langem.

Irgendwie hatte ich mich schon so an zyprische Verhältnisse als das Non-Plus-Ultra gewöhnt – forget it! Kein Vergleich zu diesem Beach auf dem Peleponnes – nie und nimmer! Die Wahrheit wird man ja wohl noch schreiben dürfen. Oder? Und dazu noch dies: Mit unterschiedlichsten Leuten kommt man in Griechenland so mal kurz ins Gespräch, so wirklich ins Gespräch, als sei es nichts Weiteres, unglaublich. Solche Begebenheiten kenne ich im griechischsprachigen Kontext leider auch nur aus Griechenland. In Zypern passiert so etwas nicht – so gut wie nie. Jedenfalls nicht mir. Und wenn so etwas annäherungsweise passiert, dann ist es so zäh und sonst wie verstellt – anders.

Der Weg dorthin, ans Paradies auf dem Peleponnes, war gesäumt mit zigtausenden von Orangen- oder Mandarinenbäumen. Die Straßen waren auch diesmal wieder OK. Auch am Ausschildern gibt es wenig zu motzen. Gegessen hatten wir nichts, außer Frühstück im Hotel an jenem Tag, weil wir die letzten Tage doch schon recht viel in uns geschlungen hatten – was nun irgendwie wieder wettgemacht werden muss.

Sitze gerade wieder auf dem Balkönchen des Hotels in Gytheio. Es ist schon fast, wie nach Hause kommen, wenn Gytheio in Sicht kommt von Weitem oder wenn hier auf dem Balkon gesessen wird – 4 Übernachtungen machen es schon möglich? Versteht sich: Die Sonne scheint. Wir schaffen es irgendwie immer, vor 18 Uhr ins Hotel zurückzukommen.

Klar doch, wir haben natürlich Monenvassia besucht. Ein herrliches kleines Städtchen. Es soll hier sehr mondän sein. Noch ist der Ansturm von Touristen überschaubar – Anfang Juni. Wir waren recht früh am Tag auch diesmal unterwegs -wie immer. Nachdem ein Blick über die Dächer und durch einige Gassen geworfen wurde, entschied ich mal wieder, im Café hängen zu bleiben. Nicht etwa, um mit dem Handy herumzumachen. Doch das war dann dennoch in der Mache. Nichts wirklich Wichtiges, das es zu erledigen gab damit. Einfach nur dasitzen, mein Ding tun und die Welt in Monenvassia genießen von wo ich mich befand. Alles an mir vorbeiziehen lassen – ALLES.
Mit der Bedienerin des Cafés ergab sich ein recht nettes, kurzes Gespräch. Es ging um eigentlich Belangloses. Uns beiden alten Herren war nämlich das Wort für „Oleander” entfallen. Der steht nämlich mindestens so häufig und spektakulär wie die endlos vielen Olivenbäume in der Landschaft und diesmal unweit vor uns auf dem Platz vor einer Kirche. Sie benannte ihn auf Griechisch und unsere zuvor erwähnte Maschine spuckte die deutsche Entsprechung für „Pikrodafni” aus.
***
Wissen Sie was? Mir ist folgendes klargeworden: Nichts mehr mit noch hier und noch da hin in der Welt, sondern: Griechenland öfters besuchen! Hier besteht ja Hoffnung, die griechische Sprache aktivieren zu können, sodass fließender gesprochen werden kann. Das wiederum hilft, in Zypern dann ENDLICH ansprechendere Türchen aufmachen zu können als derzeit. Zyprer (es gibt definitiv Ausnahmen) öffnen sich eher, wenn sie auf Griechisch angesprochen werden, und zwar so, dass sie nicht versucht werden, ‚netterweise’ auf Englisch oder auf Kipriaki zu schalten. Dieses Niveau muss erreicht werden. Bin vielleicht gar nicht so weit davon entfernt? Manchmal beschleicht einen schon der Eindruck, der „Kipriaki”-Dialekt wird zur Verschleierung und/oder als Mittel, den Diskurs zu beherrschen eingeflochten – und weniger, weil man es nicht anders kann oder vergessen hat, es mit einem Ausländer zu tun zu haben, der zwar etwas Griechelt, aber Kipriaki nicht draufhat und gefälligst draufhaben soll.
Grauzone.
In Griechenland ist generell angesagt: Bitte sehr, quasseln Sie mal!
I love it!

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Erlauben Sie, dass ich Sie mit solch persönlichem Zeug aufhalte. Doch der Einen oder dem Anderen mag es ähnlich gehen – und sei es mit Orten wie der Schwäbischen Alp, New Mexico oder eben Zypern. Es muss nicht immer Griechenland sein!

Morgen werden wir wahrscheinlich den anvisierten Gytheio-Tag einlegen. Mal so richtig abhängen in dieser Stadt und einfach nur hier herum sein. Es ist wirklich höchste Zeit geworden. Zum Schwimmen werden wir allerdings außerhalb der Stadt einen Platz finden gehen. Das soll es dann aber auch gewesen sein in Sachen Autofahren und Aktion-an-den-Tag-legen.

Und so geschah es auch: wir blieben in Gytheio an jenem Tag. Das war wirklich OK. Ein Bad nahmen wir weiter oben, unweit des Aktaion Resorts. Zwischen durch regnete es, so wie auch jetzt wieder. Der Beach dort ist nicht schlecht. Wir sind offenbar noch außerhalb der Saison. In den Gärten bereitet man sich auf den Menschenansturm vor, wie zu sehen war. Unser Abendessen nahmen wir schon vorgestern nicht mehr im 90 Moires ein, sondern im “Saga”. An beiden Restaurants, die wahrscheinlich die besten der Stadt sein dürften, war bestechend, dass, wie bereits erwähnt im ersten Fall, eine korrekt ausgestellte Rechnung von alleine nie vorgelegt wurde. Den zweiten Tag danach wurden wir jedenfalls nicht gebeten, ins Moires rein zu kommen, wahrscheinlich, weil wir nach einer Rechnung gefragt hatten. OK, vielleicht war es auch, weil wir aus der Richtung des Saga kamen und der Aufreißer vor dem Moire 90 sich gedacht haben könnte: Aha, die sind offenbar hintenherum dorthin gegangen, sodass sie nicht an mir vorbeigehen mussten und haben wohl schon im Saga oder im Boheme gegessen.

Im Museum von Gytheio waren wir auch noch kurz. Es nennt sich „Culture …” sonst was. Liegt mitten in der Stadt, umringt von mehreren Cafés und kostet keinen Eintritt. Das Gebäude ist ein sehr kleiner Ort, an dem nichts sehr Kostbares scheinbar ausgestellt wird. Es war nämlich niemand für längere Zeit anwesend, der Notiz davon genommen hätte, dass Touristen eventuell die Paar vorhandenen Habseligkeiten aus dem Haus schleppen könnten.
Wie immer waren wir auch an jenem Abend nach dem Essen auf der Treppe, die eigentlich keine Treppe ist, sondern ein schmaler Weg, der hoch in die Stadt führt, genauer, in die Straße mündet, die hinter dem Aktaion City verläuft. Man sitzt auch in dem Laden neben jenem vom Tag davor recht entspannt da oben. UNSER Laden war geschlossen. Die Musik ist in dieser zweiten Bar vielleicht ein Tick zu laut abgespielt worden, doch dann kam ja eh der Regen vom Himmel. Wir nahmen das nach einer Stunde, oder so, Aufenthalt zum Anlass, den Tag zu beschließen.

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Auf dem Weg nach Kalamata haben wir Kardamyli entdeckt. Ganz klar touristisch diese Ortschaft, aber dennoch wunderschön. Wir genossen es, dort einen Halt einzulegen, etwas zu essen und unsere dort neu gekaufte „Die Zeit” Wochenzeitung zu lesen – die wir uns nur im Ausland befindlich leisten, wenn überhaupt. Danach gondelten wir mit dem schwarzen Nissan noch langsamer als sonst durch die schöne Landschaft und ließen es uns gutgehen dabei.

Den Tag davor hatten wir ja „home-day“ eingelegt in Gytheio. Es regnet heute zwar auf der Fahrt, doch Schwimmen gingen wir trotzdem, nachdem wir in Kalamata angekommen waren. Die Sonne war nämlich wieder zu sehen am Himmel – zum richtigen Moment. Angenehm ist inzwischen, dass der Regen, wie auch der Wind nicht mehr so schlotterig kalt sind, wie in den ersten Tagen. Von daher ist es schon fast unerheblich, ob es regnet oder die Sonne scheint. OK, dem ist nicht ganz so. Ein Tag ohne Sonne wäre schon recht seltsam. Dass die Sonne weg ist, fällt einem eigentlich immer als eines der ersten Dinge zurück in Deutschland oder in der Schweiz auf. Mehr als 3 Tage hintereinander ohne Sonnenschein kommt einem dann plötzlich mal Spanisch vor und man denk: Etwas stimmt hier nicht!

Die Altstadt von Kalamata entsprach nicht meinen Vorstellungen davon oder was der Reiseführer darüber ausspuckte. Sie war dennoch OK: Die machen die Läden hier erst um 17.30 Uhr wieder auf am Nachmittag. Auch das ist OK. Gegessen haben wir nichts mehr an jenem Abend. Irgendwie fühlten wir uns wie abgefüllt vom vielen Fisch und anderem Essbaren aus dem Meer in den Tagen davor. Griechenlands Städte, auch die auf dem Peleponnes, erscheinen einem zuweilen wie eine einzig große Bar, Café oder eben Restaurant. Sogar der Retsina blieb heute aus. Ein “Alfa”-Bierchen kam anstatt dran. Gar nicht so schlecht, diese einheimische Marke.
Auch in Kalamata begegnen wir unglaublich netten und redefreudigen Leuten. Am Tag unserer Abreise setzte sich der US-amerikanische Besitzer des Hotels zu uns an den Tisch, der vielleicht europäische Politik mit uns im Gespräch durchgehen wollte, den wir aber schneller als uns es selbst klar wurde, mit dem Phänomen Trump konfrontierten. Der Besitzer des Osteria Hotels scheint kein Anhänger der Trumps zu sein. Auch hatte er Kenntnis vom Koch-Clan, der in der Trump-Administration die Fäden hinter der Bühne zieht u.a.

Die Preise für die jeweiligen Unterkünfte, das habe ich noch gar nicht erwähnt, sind super-erträglich auf dem Peleponnes. Auch hier kostet das Zimmer knapp über 50 Euro. Wir wohnen also im Ostria, genau an der Beach-Front und das Zimmer ist wunderbar. Komischerweise kam es nicht dazu, dass wir vor dem Hotel auch mal ins Meerwasser gingen. Wie gesagt, die Strandpromenade ist hüben wie drüben mit Restaurants bestückt. Wahrscheinlich war das unausgesprochen zwischen uns beiden das Hauptargument, besser irgendwo außerhalb unser Glück zu versuchen. Eine gute Wahl ist das Ostria als Hotel jedenfalls. Parkplätze findet man in den Seitenstraßen, wenn nicht sogar direkt vor dem Haus.
Dieses Hotel Kalamatas liegt am Wasser im Gegensatz zur sogenannten Altstadt, die wir uns gleich nach Ankunft ansehen gingen. Jetzt haben wir sie also mal durchgangen. Am Hauptplatz der Altstadt hatten wir in einer Bäckerei/Konditorei Kaffee und Kuchen gehabt.
Sollte man vielleicht tun, das ist, die Altstadt von Kalamata besuchen, doch im Nachhinein kann gesagt werden, dass man sich diesen Besuch auch sparen kann und anstatt Zeit und Energie darauf verwendet, unmittelbar in Beach-Nähe sich den Tag einzurichten oder halt doch in die Umgebung von Kalamata ausweicht.
Das Ostria hat alles, was ein Hotel bereitzustellen hat. Sogar einen Parkplatz konnten wir vor dem Hotel ergattern, der nichts kostet bei erster Ankunft. Man darf gespannt sein, wie das Frühstück sein wird. Das Frühstück in Gytheio war nun nicht gerade der Renner. Länger als 4 oder 5 Tage mag man das wahrscheinlich nicht unbedingt haben.

Gemäß der Wetterprognose soll morgen Sonnenschein sein – den ganzen Tag über. Wir werden eine kleine Rundreise von Kalamata ausmachen, von der erzählt werden wird. Ach ja, wir besuchten erneut Aeropolis heute Morgen. Kam uns diesmal sehr nahe gelegen vor von Gytheio aus. Tranken einen Sketto-Kaffee und fuhren in Richtung Kalamata gut gelaunt davon. Beim Friseur habe ich mir vor der Abfahrt aus Kalamata noch schnell das Haar so kurz wie noch nie zuvor scheren lassen. Der Friseur gab vor, Friseur zu sein. War allerdings auch jahrelang als Klempner, Elektriker und so weiter in Australien unterwegs, wie er erzählte. 10 Euro bezahlte ich für die Rasur mit der Maschine. Ich hatte keine Lust, den Preis zu verhandeln, was ich manchmal tu, um zu sehen, mit wessen Geistes Kind ich es eigentlich zu tun habe.

Den zweiten Tag in Kalamata gingen wir nach Korony – an der Spitze eines weiteren Fingers des Peleponnes gelegen. War nicht so unsere Sache, obgleich mir das Schwimmen unterhalb der Burg gefiel. Der Sohn des Besitzers des „Kangelarios” Restaurants ist ein wirklich komischer Kauz. Als wir gingen, drehte er uns den Rücken zu, sodass wir uns ins Leere verabschieden durften. Keine Ahnung, was dem nicht gepasst hat an uns. Vielleicht hat er verstanden, dass wir den „Kanzler”-Salat nicht sonderlich gustierten. Doch der Retsina war gut, der Rose-Wein nicht.
Der im Reiseführer beschriebene Sandstrand, der nicht allzu weit entfernt sein soll von dort, wo die kleinen Restaurants wie das Kangelarios auf Besucher warten, konnte nicht gesehen werden von weitem.

Was soll ich Ihnen sagen: Wir durchfuhren Gegenden mit unzählig vielen Olivenbäumen auf dem Peleponnes. Fruchtbares Land. Den Griechen scheint es einfach sehr gut zu gehen, auch wenn Roma manchmal bettelnd an den Tisch treten und Basilikumpflanzen in kleinen Töpfen verkaufen wollen. Abends, da sitzt man, wenn nicht Zuhause, dann halt im Restaurant und lässt den Wein oder den Ouzo fließen. Gegessen wird meist reichlich und Musik spielt auch so gut wie immer aus einem Radio oder vom Band etc. Wir fuhren nach Koroni, Methoni über Pilos zurück nach Kalamata. Von Kalamata über Gastouni nach Kyllini, wo wir wunderbar gut aßen. Das Restaurant in Gastouni befindet sich unweit eines Denkmals zu Ehren der Gefallenen Griechen in Zypern. Sogar die zyprische Flagge weht dort neben der griechischen. Man wähnt sich schon fast zurück auf Zypern. Geschwommen haben wir in Neochoro, wo es einen riesigen Beach mit feinkörnigem Sand gibt und bester Wasserqualität. Das Meerwasser ist inzwischen erträglich warm. Man schreckt nicht mehr zusammen beim Hineingehen. Kyllini ist ein wirklich kleiner, aber etwas lauter Ort. Sogar morgens um 2 oder 3 Uhr rasen Mopeds durch die Straßen. Anscheinend ist es in Griechenland Mode, Mopeds so laut wie nur möglich dröhnen zu lassen, als würde eine große Maschine vorfahren, so, muss ein Moped offenbar klingen. Tagsüber findet man das ja vielleicht noch lustig, aber nachts vor dem Hotelfenster eher weniger. „Glarentza” heißt hier unser Hotel. Wir können vom Balkon aus sehen, wie die Fähren nach Zakynthos mit Autos und Menschen be- und entladen werden. Es scheinen 3 Schifffahrtsgesellschaften im Geschäft zu sein. Unter anderem fährt eine Fähre von hier aus auch direkt Piräus/Athen.
Die Sonne mag heute eventuell nicht rauskommen – tat sie dann aber doch noch. Es ist viel zu schade, hier zu sitzen und zu schreiben. Da draußen herum zu sein, macht scheinbar mehr Sinn. Ich erlaube uns daher, Sie erstmal mit dem, was hier geschrieben steht, zur Genüge versorgt zu sehen und bitte – wieder einmal – um Nachsicht.
Auf einem Markt fuhren wir vorbei. Der Name der Stadt ist leider untergegangen, irgendwo hinter Myrsinni. Ein riesen großer Sonntagsmarkt. Das Auffälligste daran war, die vielen jungen Männer aus Pakistan und wahrscheinlich auch Bangladesch – hunderte, vielleicht tausende. Die waren wie wir als Gäste dort. Viele andere von ihnen sahen wir auf unserem Roundtrip in den Feldern arbeiten oder auf den Straßen gehend. Es hatte einen kolonialen Touch. Die relative Nähe zur Stadt Patra ist also spürbar, nur, ob wir dort morgen schnell noch vorbeifahren werden, steht bislang noch auf einem anderen Blatt. Verlockend wäre nämlich auch in die Berge zu fahren, um dann in ein Tal mit einer Zahnradbahn zu fahren. Morgen früh werden wir wissen, welcher Entscheid gefällt wurde. Und da wir schon in Richtung Myrsinni unterwegs sind, könnte und sollte ein kurzer Swim im Meer doch wohl drin sein, denke ich.
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Morgen werden wir zurück in Athen sein. Abends so um 21 Uhr 30 spätestens soll das Auto am Flughafen wieder abgegeben werden. Hoffe, das gelingt ohne Kratzer oder Unfall etc. Von dort aus werden wir dann mit der Bahn in die Stadt fahren, da ich mir nicht wirklich zutraue, mit einem Auto heil durch den Verkehr von Athen zu kommen.

Jetzt sitze ich gerade im Hafen Café von Kyllini. Die Sonne ist heute den ganzen Tag nicht herausgekommen – jetzt ist sie aber wieder da. Wir haben uns trotzdem auf den Weg gemacht und sind über Myrsinni nach Karegori gefahren, wie beschrieben. Wieder einmal sind wir an Feldern voll mit Kräutern und Sträuchern vorbeigefahren. Alles immer noch sehr fruchtbar und längst nicht so gebändigt dastehend wie in Deutschland das Grün – meist. Hier darf Wild noch einigermaßen wild wachsen. Der Beach in Karegori hat gehalten, was im Reiseführer versprochen wurde: weit, klar, sauber. Allerdings stehen unweit davon 2-3 Hotels herum, die überhaupt nicht in die Landschaft passen.
Das Frühstück im Glarenza war recht lecker und hat einigermaßen viel Auswahl. Morgens um 08 Uhr waren wir die Einzigen, die frühstückten. Zu viele wunderschöne Vögel hinter Käfigen sollen uns dort den nötigen Appetit oder Kurzweil verschaffen. Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß, ist, dass es schmerzt, so viele Vögel in lieblos gestalteten Käfigen sitzen zu sehen. Die Hinterlassenschaften der armen Viecher – leider – muffeln durchs ganze Haus und somit auch durch den Frühstücksraum – stinken. Schade. Sonst wäre der Laden nicht schlecht als Absteige! Richtig heißes Wasser zum Duschen war nur hier zu haben in all den Hotels, in denen wir untergekommen sind auf dieser Reise. Richtig kochend heißes!

Wir hielten noch irgendwo an zwischen Patras und Athen. Lasen auf unseren Maschinen ausführlich und schlugen so etwas Zeit nützlich tot. Überall, wo wir anhielten, gab es den Code fürs Internet immer ohne Probleme. Das war immer vorhanden. In Athen am Flughafen gaben wir das Auto ohne Kratzer ab, und zwar mitags um 14 Uhr bereits. Allerdings hat mein Reisebegleiter sich keine Bescheinigung darüber geben lassen, dass wir das Auto abgegeben haben: „Der hat was in eine Maschine getippt und sagte, es ist alles in Ordnung!” Also dürfen wir hoffen, dass da nicht noch ein juristischer Eiertanz hinterherkommt. Wir werden es sehen.
Wohnen tun wir im Emporikon Athens. Das liegt in der Aiolou 27. Auf unserem Reservierungsausdruck stand allerdings 27a. Drei Polizisten kamen gerade vorbei, als wir hilflos nach dem Hotel suchten in der Aiolou, denn eine Hausnummer 27a gibt es dort nicht. Komischerweise hat das Hotel auch kein Schild irgendwo angebracht, wo sein Name draufstehen würde. Doch wie aus dem Nichts tauchte ein gut beleibter Mann auf, der uns 10 Meter weiter mit den Polizisten im Schlepptau zur 27 brachte. Wir bedankten uns, und die zogen ihres Weges.
Und ja, das Emporiko ist sehr schön. Ein älteres, vornehmes Wohnhaus aus dem 20. Jahrhundert, dass in eine Art Boutique Hotel umgebaut wurde. Das Zimmer ist wohl als eine Suite mit Balkon zu bezeichnen, der auf die belebte Straße hinausgeht. Gut daran ist, dass ein kleiner Park und eine Kirche rechts und links vor dem Gebäude sich befinden, so dass niemand eine Chance hat, einem in der Unterhose zu sehen – oder sehen zu müssen. Eine vornehme Gegend für innerstädtische Verhältnisse mit recht schönem Ausblick. Eine teilweise ausgemalte, hohe Decke gibt dem Ganzen einen leicht aristokratischen Touch im Zimmer – gut 5 Meter hoch. Die Damen, die das Haus führen, sind ausgesprochen nett, noch netter als es eh bereits all die Tage hindurch der Fall war. Daher wollen wir auch nicht darüber sinnieren, ob das Hotel womöglich am Fiskus vorbei betrieben wird oder nicht. Es soll uns egal sein. Es besiegelt einen wunderschönen Abschluss der Tour. Es ist etwas teurer als sonst – 175 € pro Tag. Gleich unten drin im Gebäude und überhaupt in der ganzen Gegend gibt es viele, viele wunderschöne Cafés, Restaurants und Shops, die vergessen lassen, dass es morgen zurück nach Larnaka geht, wo Alltag wartet – und durchaus auch Meer, nette Leute und so weiter.
Natürlich haben wir auch einen Teil der nach Athen ausgelagerten Documenta besucht. Wir waren zu diesem Zweck in der Kallirrois Straße gegangen, wo ja das National Museum für gegenwärtige Kunst sich befindet. Ein Gebäude, welches uns durchaus etwas an das „Tate Modern“ in London erinnerte. Das Museum war pünktlich um 11 Uhr aufgemacht worden und wir wurden in das oberste Stockwerk geschleust – es führte eine Rolltreppe dorthin. Aus meiner Sicht gab es dort enttäuschend wenig zu sehen. Es war höchst seltsam. Ein Typ stand da herum und saß an einem Tisch, performte. Große monofarbige Flächen hingen an den Wänden. Bilder, die wie Zeichnungen von Kindern aussahen. Das war es. Typisch, dachte es da in mir automatisch. Und da wir schon im 4. Stock waren, wagten wir einfach, im dritten ebenfalls eingelassen zu werden. Und siehe da, das war möglich. Der Herr vor der Tür, der sie zum Hineingehen öffnete und aufhielt, lächelte freundlich und dann wurde das, was es zu sehen gab auch endlich interessant: ein alter Film aus Sri Lanka, der irgendwann mal einen Preis gewonnen hatte (schwarz-weiß), ein weiterer aus dem Iran aus einem Lepralager, der auch von vor langer Zeit war und ebenfalls in schwarz-weiß zu sehen war und eine weitere Performance auf Zelluloid eines Arabers, der im alten Flughafen von Athen einen recht interessanten Monolog hielt. Irgendwann war er dort mal für mehrere Tage festgehalten worden und nun zurückgekehrt, um der Welt sein DING zu schildern.

Athen ist eine Reise wert! Schade, dass es schon zurückgeht – so auch der Peleponnes. Bislang gab es nur eine Stadt in Griechenland, aus der ich sozusagen umgehend floh noch in den 80er Jahren: Alexandropolous. Dahin sollte ich mich mal als nächste Destination auftun und endlich die Insel davorliegend besuchen gehen.

So nicht!

Quelle: So nicht!

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