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Quelle: „Wir sind der Süden!“

oder

Fußball, Frieden, Dortmund!

Die Stadt Kandern im Landkreis Lörrach bei Basel in der Schweiz hat sich eine Informationsbroschüre geleistet. Das Geld scheint locker zu sitzen im Gemeindesäckel. Hochglanz plus eigenwilliges Format.

Zum Erstaunen wohl manch Kandernerin und Kanderners wurde als Cover-Bild der Broschüre eine Ansicht der Stadt von oben gewählt, genauer: die Perspektive, die man einnimmt, wenn am Waldrand oberhalb der August-Macke Schule gestanden wird. Die Paar gewellten Holzliegen an jenem Ort, wohl um die Aussicht zu genießen, zieren die rechte Bildseite des Covers; und das eine Ende der Stadt mit Tradition in der Keramik in Richtung Maulburg ziert die linke Seite des Umschlags der Broschüre. Über der beschriebenen Szene mit den roten Dächern einiger Häuser der Stadt in ungefährer Mitte des Bildes thront in der Ferne der Berg Blauen mit seinem Türmchen oben drauf – viel Grün, in Form von Bäumen, Wiesen und saftigem Gras, ist vor, wie auch hinter den abgebildeten Häuserdächern Kanderns zu sehen. Der Mensch, der den Raum dort ansonsten beherrscht, ist nirgends abgebildet auszumachen. Die Aufnahme vermittelt den Eindruck, dass es in und um Kandern friedlich und beschaulich sein dürfte. Dem ist eigentlich so allgemein. Doch ein Schwank nach links oder rechts mit dem Objektiv der Kamera geradewegs in den Wald von dort, wo die Aufnahme gemacht wurde, in den nächst gelegenen Waldweg, den Eichenweg, würde wahrscheinlich eine wahrhaftere Stimmung und Sachlage einfangen, wenn lediglich noch etwa 300 oder 400m zurückgelegt würden in Richtung Hammerstein. Dort wird nämlich abgeholzt – teils recht stark.

Im Kanderner Wald, besser Forst, wird hör- und unübersehbar abgeholzt und nicht wenige finden, das werde übermäßig betrieben. Wirklich sehr auffällig, diese ‚Lust‘ daran. Überall, mag man schon fast übertreiben, stapelt sich abgeschlagenes Holz: an den Seiten einiger Wanderwege oder einfach entlang der einen oder anderen kleinen Straße, die zu Dörfern wie beispielsweise Eglisholz etc. führen. Und nicht immer ist ersichtlich, dass das Holz neu geschlagen ist. Es gibt durchaus auch Holzhaufen anzutreffen, die scheinbar schon seit Jahren in Reih und Glied gestapelt herumliegen am Wegesrand.

Apropos: Die Waldbesitzer trafen sich neulich in Rottenburg. Ihre, von ihnen und anderen so genannte „Forstkammer“ ist zur Mitgliederversammlung angetreten. Thema: „Neustrukturierung der Forstverwaltung“. Wir erinnern: „Der gebündelte Rundholzverkauf durch ein Einheitsformat ist mit Marktgesetzen nicht zu vereinbaren,“ erging ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf, welches den Baden-Württembergern überhaupt nicht passt (Oberbadische 1. April 17). „Jetzt muss nicht nur der Verkauf, sondern auch die Struktur der Forstverwaltung umgebaut werden“, ist des Weiteren zu lesen. Und: „Bisher wurden Privatwaldbesitzer vom staatlichen Revierförster mitbetreut, das soll es künftig nicht mehr geben dürfen. [Sie] müssen sich ihre Ansprechpartner künftig selber suchen.“

Da für Waldbesitzer anscheinend „alles“ teurer werden soll, verlangen die nun ihrerseits zukünftig Geld dafür, dass sie Wege etc. freihalten – einen „Gemeinwohlausgleich“. Das „Einheitsforstamt“ ist nun also passé. Klaus Langer aus Lahr im Schwarzwald, wo einst die Kanadier ihr Hauptcamp in Deutschland aufgeschlagen hatten, ist einer der Privatwaldbesitzer und sagt nach Aussagen der Oberbadischen: „Das war einfach nur billig, der Privatwaldbesitzer bekam bisher einen Revierförster vor die Nase gesetzt und hatte keine Alternative ( 1. April 17).“ Präsident des Bundesverbands der Waldbesitzer ist Philipp Freiherr zu Guttenberg. Das ist – ja – der Bruder des Karl Theodor, der einstige Verteidigungsminister, der, so ist zu vernehmen, gerade wieder sein Comeback in die Politik gestartet haben soll in Bayern. Und der ‚Gute‘ (Philipp) meinte noch, und die Oberbadische zitiert den Herrn: „Den Wald auf die Ökologie reduzieren zu wollen, hätte desaströse Folgen.“

Die Waldkönigin, es gibt hierzulande auch Weinköniginnen, ist offenbar der Ansicht, dass das Image der Waldbesitzer und der Forstwirtschaft aufpoliert gehörte. „Der Forstarbeiter werde als Störenfried im Erholungsraum Wald wahrgenommen, dabei sei das wirtschaftliche Arbeiten im Wald notwendig (siehe Oberbadische vom 1. April 17).“ Gut nur, dass bislang noch keine Waldkönigin ob ihrer ‚waldfreundlichen‘ Äußerungen entthront werden musste. Die Oberbadische lässt den Leser in diesem Beitrag auch wissen, dass die evangelische Kirche Stuttgart im Ländle immerhin über 2700 Hektar Wald verfügt. Und der Vertreter der evangelischen Kirche zur genannten Veranstaltung in Rottenburg war der Herr Zink. Diesen Herrn Zink hat die Rede des Freiherrn zu Guttenberg anscheinend total begeistert – armer Wald, hallo Forst! Dass die Waldbesitzer sehr wohl vertrauensvoll mit ‚Wald‘ umgehen, das meinte der Herr Zink offenbar auch noch. Und jetzt anschnallen, denn er sagte: „Wir wünschen uns einen Vertrauensvorschuss statt Misstrauen von der Politik! (Oberbadische 1.4.17).“

Als jemand, der regelmäßig in einem bestimmten Teilabschnitt des Waldes, besser Forstes, um Kandern spaziert oder joggt im Vertrauen darauf, dass noch genügend Bäume stehen und nicht schon wieder irgendwelche Absperrungen wegen „Holzschlag“ fordern, dass man vertraute Wege im Forst umgeht und kein Zeugnis davon nimmt, was da gerade mit den Bäumen geschieht, las neulich die Nachricht in den Medien, dass nun ausgerechnet der „Rote Rain Weg“ unter anderen zum „Nackt-Wanderweg“ umgestaltet worden sein soll. Da kam sogleich etwas wie ein Aha-Erlebnis der besonderen Art auf. Wenn man die Natur schon nicht ausreichend und gemäß ihren Bedürfnissen schützt, ging es da unweigerlich durch den Kopf, dann muss man sich wohl auf vermeintlich natürlicher stellen als Mensch, indem der Forst sozusagen bis zu seinem letzten Quäntchen, und modemäßig nackt, aus-genutzt wird, wahrscheinlich auch zwecks innerem Ausgleich und des guten alten Egos der Menschen und dergleichen mehr. BRAVO. Das nennt sich dann wohl Effizienz. Oder läuft da etwa schon so etwas wie Euthanasie am Wald ab? Pfui, welch unpassendes Wort!?

Nicht nur in jener Gegend des Eichweges lassen derzeit nicht gerade wenige Bäume ihr Leben, um dann aufgestapelt herumzuliegen. Es ließe sich wohl auch bedarfsorientierter abholzen, denkt da so mancher. Die Gegenden, in denen sich die dröhnenden Motorsägen derzeit nahezu täglich lautstark austoben im Forst, sehen aus wie gerupfte Hühner – seither. Kann gut sein, dass dieser Vergleich etwas hinkt.

Hinken tut jedenfalls auch die wahrscheinlich vorerst einmalige Existenz dieser zuvor erwähnten Informationsbroschüre, die ungefragt, so wie alljährlich das Örtliche Telefonbuch, den Haushalten in ihre Briefkästen gesteckt worden ist – so wie die Sonntagszeitung zuweilen, trotz Hinweis, dass es nicht erlaubt ist, den Briefkasten mit ehemaligem Holz etc. unnötig zu verrammeln. Mal abgesehen von den Bergen von gelben Telefonbüchern, die, so kommt es einem vor, andauernd in Postfilialen meist auf dem Boden liegend herumlungern und das bevorzugt nahe an den Eingängen, sodass der interessierte Bürger sich was greifen kann davon, ist all das vielen schon länger too much, so auch der zuvor beschriebene Aufwand (Informationsbroschüre, das Örtliche etc.). Es stinkt förmlich nach Verschwendungssucht, für die vorwiegend das Holz aus den Forsten geradesteht als zu Papier verarbeitetes Produkt – nach Auftragsbeschaffungsmaßnahmen für gewisse Unternehmen zu Lasten des Steuerzahlers und des Forstes stinkt es auch etwas.

Wieso gibt man eigentlich vor, einerseits die Natur schützen zu wollen und andererseits wird mit ihren Ressourcen immer noch zu oft herumgesaut – und das im Jahr 2017, wo der Umweltgedanke schon längst in den Lehrplänen und Schulbüchern der untersten Schulklassen Eingang gefunden hat? Offenbar ist es zu viel verlangt, im Gemeindeblatt beispielsweise anzukündigen, dass es so etwas wie eine Informationsbroschüre demnächst gibt, die sich Bürger und Bürgerin bei Interesse bestellen können. Des Weiteren reichte im Gemeindeblatt oder/und auf einem Aushang in der Post etc. ein Vermerk, dass eine Liste zum Sich-Eintragen hier oder dort oder sonst wo ausliegt im Städtle – oder dass per Email-Adresse oder auf einer interaktiven Webseite sich eingetragen werden kann.

Nein!

Da muss – mal wieder? – die Druckerei Winter in Heitersheim den Auftrag zugeteilt bekommen, und zum Hohn, anders kann man es nicht nennen, steht auf der Rückseite der Broschüre unter dem Punkt „Druck“: „auf umweltschonendem, zertifiziertem Papier!“

Wir dürfen also hoffen, dass solche Jobs fair vergeben werden und nicht immer dieselben profitieren und endlich wirklich umweltschonender verfahren wird?!

Markus Grabitz berichtet in der Oberbadischen vom 01. April 17, und der passt hier gut rein, dass sich NGOs finanziell abhängig machten von staatlichen Fördergeldern, die sie oft Jahr auf Jahr erhalten. „Doch einige dieser geförderten Organisationen haben sich inzwischen zu hoch effektiven Marketingmaschinen [gemausert]. Sie haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Gesetzgebung und öffentliche Meinung. Da ist es sinnvoll, dass auch dieser Bereich künftig besser ausgeleuchtet wird. Transparenz tut immer gut [, vor allem bei der Vergabe von Aufträgen].“

Wahrscheinlich liegt die Informationsbroschüre der Stadt und des Kreises Kandern auch im Tourist-Informationsbüro aus. Dort gehört sie ehrlich gesagt auch hin. Ansonsten ist das Ding inhaltlich ziemlich OK. Schön farbig mit vielen Bildern und den wahrscheinlich wichtigsten Informationen zu Kandern. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass viele ortsansässige Unternehmen, wie selbstverständlich anscheinend, ihre Werbung darin untergebracht haben. Ob sie das Geld gekostet hat, sie sich finanziell am Entstehen der Broschüre beteiligten? Hoffen wir’s! Schließlich sind wir ja nicht in Wildwest – auch wenn Kandern in der glücklichen Lage ist, mit der Schwarzwald-Akademie recht viele Nachkommen von vermeintlichen oder wirklichen Wildwesthelden aus US-Amerika zu beheimaten. Soweit hier bekannt, sind die US-Bürger Kanderns mehrheitlich missionarisch unterwegs. Statt des Colts tragen die eventuell eine Bibel mit sich, und wenn nicht, dann ganz gewiss aber im Herzen.

Im Herzen von Basel sollen demnächst sogenannte Gratis-WCs das sogenannte Wildpinkeln bekämpfen. Man hat offenbar eingesehen, dass menschlichste Bedürfnisse behördlich verordnet abzuzocken, zuweilen recht widerspenstige Reaktionen hervorrufen kann bei Bürgern und Besuchern einer Stadt. Sollte in Kandern noch immer kein freizugängliches WLAN-Netz auf dem Blumenplatz, am Bahnhof und/oder vorm Rathaus etc. installiert sein, ist wohl nicht davon auszugehen, dass touristische Surfer im Internet wegen des zuvor angezeigten Mangels in der Stadt in die vorhandenen Netzzugänge der Bewohner oder gar der Behörden wie wild geworden und unerlaubt einbrechen werden. Auszuschließen ist auch nicht, dass so mancher Besucher Kanderns den Kandertälern einmal mehr ihre vermeintliche Rückständigkeit attestiert – und diese Beobachtung entsprechend nach außen kommuniziert.

Dass es kein freizugängliches Netz gibt, wenn es nicht schon besteht irgendwo in der Stadt, hat vielleicht auch ganz greifbare Gründe. In etwa so ist das nämlich zu verstehen, wie der Ausbau der Bahntrassen bundesweit. Es sollen immer weniger Kilometer Trasse jährlich vorhanden sein, anstatt mehr – auch wenn in Berlin von Umwelt und Verkehrseffizienz schwadroniert wird. In Deutschland muss man allerdings nicht lange suchen, um den Verursacher dieses Missstandes treffsicher auszumachen – die Autolobby.

Nun bekanntlich gibt es auch in Sachen Internet Unternehmen, die mit Haken und Ösen ihre Interessen verteidigen. Beispielsweise geht das so weit, dass in (wahrscheinlich ganz) Kandern noch immer ein sogenannter Regionalzuschlag von knapp 5 Euro monatlich bezahlt werden muss, wenn man beispielsweise bei 1und1 Kunde ist. War da nicht vor kurzem ein längeres Buddeln in den Straßen der Stadt? Hat man bei der Gelegenheit etwa keine Glasfaserkabel verlegt? Warum nicht mal mit Pepcom als Netzbetreiber zusammensitzen und dann arbeiten, wenn man es nicht schon längst tut? Und das scheint jetzt getan worden zu sein durch den „Zweckverband Breitbandversorgung Lörrach“. Alle 35 Städte des Landkreises sollen profitieren. Bis spätestens Ende 2018 sollen alle versorgt sein mit dem sogenannten „Backbone-Netz“. Spätestens dann werden der Einwohnerschaft und den Besuchern der Stadt Kandern hoffentlich endlich freie WLAN-Anschlüsse zur Verfügung gestellt. Die bereits bestehende lokale Lösung, die auf der Webseite der Stadt Kandern angegeben wird, ist die eines Betreibers, der einmalige Anschlusskosten fürs Internet zu Hause von über 160 Euro hat, wie auf Kandernundmehr-News im vorhergehenden Beitrag bereits beklagt worden ist. Diese Anschlusskosten sind alles andere als akzeptabel für viele Bewohner. Pepcom bietet seinen Dienst bereits in Rheinfelden an, anscheinend zufriedenstellend. Fördertöpfe sollen problemlos angezapft werden können, um das Projekt über Pepcom zu realisieren, siehe hierzu beispielsweise auch die Einholung der erforderlichen „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ durch Pepcom bei der Behörde. Denn jetzt sei das Innenministerium Ansprechpartner, nicht mehr das Landwirtschaftsministerium. Allerdings sollen pro Monat um die 40 Euro bezahlt werden vom privaten Endabnehmer für 50 Megabit pro Sekunde– keine sonderlich guten Aussichten kostenmäßig. Und wer im Netz schneller sein will, zahlt natürlich mehr.

Pfeifen wir drauf? Blasen wir’s weg! Die Oberbadische am 13. April. 17 meint: „Mindestens 200 Jahre alt, wahrscheinlich noch etwas älter sind die beiden Bassethörner, die 2008 in einem Konvolut von Instrumentteilen auf dem Speicher des Heimat- und Keramikmuseums in Kandern entdeckt wurden. Ihre Restaurierung für etliche zigtausend Euro im Jahr gab den Anstoß zum ersten internationalen Bassetthorn-Festival … . Selbstverständlich sind in allen Konzerten (26-28. Mai 2017 in Kandern) auch Werke aus der Entstehungszeit der Kanderner Speicherfunde zu hören. Vor allem Mozart, dem fast das komplette Matineeprogramm … gewidmet ist. … . Zudem gibt es etliche Workshops. Außerdem zeigt das Heimat – und Keramikmuseum teils schon sanierte, teils noch zu restaurierende historische Instrumente aus dem Speicherfund von 2008.“

Parallel dazu ist im nahegelegenen Basel demnächst das Klybeckplus am Entstehen. Riesen groß wird der Komplex und modern, wo solche inzwischen als irrelevant zu erachtenden Fragen wie freier Internetzugang auf öffentlichen Plätzen gewiss kein Diskussionsthema mehr sein dürften. „40 Fußballfelder umfasst das neue Quartier, das aus dem ehemaligen Industrieareal der BASF und Novartis entsteht. Die Bevölkerung darf mitreden.“ Von „Entwicklungsschub“ reden die Macher, von der „Zukunft von Basel“ (20MinutenCH, 31.März17).

Apropos Novartis: „Der griechische Justizminister Stavros Kononis hat sich … zum Untersuchungsverfahren gegen Novartis geäussert. Nach den vorliegenden Berichten habe er den Eindruck, dass der Pharmakonzern von der Schweiz aus <Tausende> von Ärzten und Beamten in Griechenland bestochen habe. … [Die] Schmiergelder seien gezahlt worden, um den Verkauf von Medikamenten auf der Basis widerrechtlicher und unwissenschaftlicher Kriterien anzukurbeln. … Im März demissionierte die mit dem Fall betraute [griechische] Staatsanwältin unter Verweis auf Drohungen aus dem Gesundheitssektor sowie <inoffiziellen Machtzentren>.“

Zwecks Entwicklungsschub wahrscheinlich, oder wie es genannt werden darf, hat die in Basel ansässige Novartis allerdings bereits 2016 wegen ihren Machenschaften in Südkorea eingeräumt, dortigen Ärzten Reisen an Kongresse und dergleichen mehr finanziert zu haben. Warum also, sollte sie dies nicht auch in Griechenland getan haben? Die Bosse der Novartis am Rheinknie lassen bislang lediglich hören, sie hätten noch keine Anklage oder Vorladung erhalten zum zuletzt erwähnten Fall.

Entwicklungsschub? Soll noch mal einer sagen, die haben Bad Bellingen, Schliengen und Kandern nicht. Stichwort: „Interkommunale Kooperation“ oder „ILEK-Konzept“. Alles klar? Also das Integrierte Ländliche Entwicklungsprojekt, und das beinhaltet genauer gesagt: Biotope der angesprochenen Gemeinden zu vernetzen, Böden erneuern, Infrastrukturen konservieren und zu pflegen, Ortskerne ausbauen usw. Das Konzept in Rede ist offenbar auch eine Art Money-Ausspuck-Maschine des Bundes. ELR = Entwicklung ländlicher Raum ist eine weitere solche Maschine, die Bürgermeistern zur Finanzierung gewisser Projekte zur Verfügung steht. Und an diese Töpfe tanzen sich die koordinierten Gemeinden Schliengen, Bad Bellingen und Kandern nun also gemeinsam ran. Nennen wir die 3e der Einfachheit halber Kabaschlie. Nein, das Herantanzen geschieht nicht, wie es als ansonsten über Nordafrikaner geschildert wird, die so ankommen sollen zuweilen, bevor sie mit spitzen Fingern in fremden Taschen zulangen. OK, Letztere kommen auch aus dem Süden, aber sie deklarieren sich halt nicht explizit und implizit als ‚der Süden‘. Ein kleiner, aber feiner Unterschied! Und das tut Kandern aber auf seiner oben erwähnten Broschüre, wo es unübersehbar geschrieben steht und durchaus, versteht sich, tut die Stadt das gerechtfertigt. Ist halt eine Frage der Perspektive. Nun, wie dem auch sei: Differenzierte Wegenetze von einer der genannten Ortschaften der Kabaschlie zur nächsten usw. sollen also „ertüchtigt“ werden. Schönes Wort: ertüchtigt. Steht tüchtig nicht im Gegensatz zu faul? Etwas veraltet kommt es einem schon vor, so, wie soll ich sagen, als sei es sprachlich angefault?

Die beabsichtigte Kooperation der Kabaschlie, genauer gesagt der 3 Bürgermeister in Vertretung ‚ihrer‘ Gemeinden und Einwohnerschaft – also Herr Bundschuh, Hoffmann und Renkert (Kandern) -, wird dann wohl projektierten Effizienzschub mit sich bringen und nicht faul dahinsiechen. Eine Kooperation, in der die Abläufe einfach etwas schneller funktionieren und nicht etwa dahingammeln. Wo ES halt funktioniert „wie aus dem FF!“ Kartierungen sind dann noch einfacher zu machen usw. Auch hier soll die Meinung der Öffentlichkeit Gewicht haben, sagen die Herren, so auch beim Flächennutzungsplan. Die Gesamtfläche des ILEK beträgt ungefähr 12 Tausend Hektar. Etwas mehr als 6 Tausend Hektar wird Kandern einbringen.

Was Weil am Rhein angeht, welches auf lange Perspektive damit rechnen darf, an das eben genannte Projekt auf die eine oder andere Weise sich angeschlossen zu sehen, wird vermeldet, dass das „Kompetenzzentrum“ in der Hegenheimer Straße Weils nun doch noch nicht gebaut werden kann. Das Gelände muss noch mal untersucht werden: Granatengefahr – II. Weltkrieg und so. Anscheinend soll ins neu entstehende Zentrum Mercedes Benz rein. Ähnlich sieht es in dieser Stadt auch mit dem überraschenden Beschluss des Gemeinderates aus, sich erstmal gegen die Fortsetzung der Planung zu einem „Einkaufscenter Dreiländereck“ zu stellen. Immerhin einen Hoffnungsschimmer gibt es in Weil am Rhein für all jene, die ebenfalls gerne in Cafés sich aufhalten. Im Läublinpark sind nämlich neue Pächter am Schaffen, und die wollen das unter Denkmalschutz stehende Häuschen im Park mit neuem Konzept für ihr geplantes Café beglücken. Das Grundstück gehört nun wieder der Gemeinde.

Und wenn das stimmt mit Mercedes Benz in Weil am Rhein in der Hegenheimer Straße, dann stimmt wohl auch die Aussage von Marco Fraune in der Badischen Zeitung vom 30. März 17, der schreibt, dass „die Autohausgruppe [… die in das Kompetenzzentrum rein soll] glücklicherweise nicht auf einen bestimmten Eröffnungstermin angewiesen“ ist. Man hört‘s doch immer wieder: „DIE haben Schotter bis zum Abwinken.“ Was sich zeigt, weil jene Autohausgruppe es nicht eilig zu haben scheinen.

Dafür, dass sich in Weil alles so zu verzögern scheint, ist aber die A16, die verläuft nicht allzu weit entfernt in der Schweiz, endlich fertiggestellt. Manch Schweizer wird wohl stöhnen: Da rücken uns die Franzosen noch näher auf den Pelz! Die meisten werden sich aber gewiss darüber freuen, dass im Berner Jura das letzte Teilstück bei Court und Loveresse nun endlich befahren werden kann. Die komplette Strecke wird „Transjura“ genannt, und die ist so um die 85 km lang. Vor 30 Jahren wurde bereits der erste Spatenstich in Saint Ursanne gemacht, um die Transjura ins Leben zu rufen. Jetzt lebt sie. Solch zeitlich verzögerte Fertigstellung eines Projektes ist eher unschweizerisch. Die erledigen ihre Dinge ansonsten zügig.

Die Transjura verläuft halt im französischsprachigen Teil der Schweiz, daher? Gemunkelt wird ja schon länger, dass die Deutschsprecher die Französischsprecher in der Schweiz etwas ‚hernehmen‘. Wie dem auch sei. Jedenfalls haben die Schweizer ein ausgezeichnetes Bahnverkehrsnetz. Und das scheint damit zusammenzuhängen, anders ist es manchem nicht zu erklären, dass es eben keine vermeintlich übermächtige Autolobby im Alpenland gibt wie in Germany, die zwecks eigener Interessen so manche nützliche Invention auslaufen gelassen haben soll – und so manchen mit ihrer Betriebsstrategie, auch gesundheitlich, ‚hernimmt‘.

Dass bei Nestlé an der Mauerstrasse in Basel Salpetersäure ausgelaufen ist, kann vorkommen. Kann leider gesundheitsgefährdend werden. Soll niemand wirklich beunruhigen. Ein Gabelstaplerfahrer scheint unaufmerksam gearbeitet zu haben. Aufgemerkt hat man, als die Besucherzahlen bei der BASELWORLD dieses Jahr recht rückläufig gewesen sind. Für das Jahr 2018 wird geplant, den Event (Uhren und Schmuck) auf 6 Tage herunterzufahren. Überhaupt klagen die Uhrenmacher der Schweiz recht laut neuerdings. Die Automation der Produktion von Uhren, auch offenbar der wertvollsten, hat viele handwerkliche Uhrmacher-Genies ins Hintertreffen geraten lassen. Besonders betroffen ist der französischsprachige Teil. Ihr Fachwissen ist ihnen in oder durch den Computer abgewandert worden, und so langsam dämmert genau dieser Umstand den meisten unter ihnen. Was dagegen tun?

Nun: Beiträge können Bürger beisteuern, die aktiv etwas tun oder beitragen wollen, und zwar zu einem Buchprojekt im deutschen Binzen, unweit von Basel, wenn von Bürgerbeteiligung schon die Rede war und die Frage aufgeworfen wurde, was getan werden kann. Ein Historiker namens Hubert Bernnat sucht Material zu 1250 Jahre Binzen. Hoffen wir mal, dass ihm das vorgesehene Projekt nicht noch in/durch die Binzen geht. Für Interessierte, die zur Dorfchronik von Binzen WAS beizusteuern wissen: 07621-660851.

Und, weil wir es zuvor von Wald und in gewisser Weise auch von der Gier der Menschen hatten: „Die Thonnerknaben – heute Symbol der Binzener Fasnacht – [galten] als die Robin Hoods des Kandertales (Badische Zeitung, 30. März 17).“ Die Badische berichtet auch, dass die Rümminger den Binzenern irgendwann im 18. Jahrhundert nahezu den ganzen Wald „abluchsten“. Und wir alle wissen, wofür das einst sogenannte „Holländerholz“ herhalten musste – um die Welt per Schiff vorerst zu erobern/zu erschließen/zu erkunden. Wählen Sie sich doch bitte das Verb, das Ihnen passender erscheint. Apropos: Ein Rümminger macht gerade gewiss wieder gut, was seine Vorfahren mal den Binzenern zumuteten. Das „Weingut Frick“ ist nämlich so frei, die 1250 Jahre Binzen-Feier zu unterstützen. Die Verkäufe des Weines werden das Jubiläumsfest mitfinanzieren. Und was gehört letztendlich noch zu einer guten Nachbarschaft zweier Gemeinden, die in der Geschichte mal etwas auf Abwege geraten waren? Genau, eine Frauengruppe, der „Frauenverein Binzen-Rümmingen“.

Hört sich an wie im Film die Abluchserei von Wald und Holz, dann der gute Wein dazu und der Frauenverein, in dem womöglich zusammen gehäkelt, gestrickt und Politik betrieben wird, stimmt’s? Und da wir nun schon beim Film angelangt sind thematisch: Herr Brenneisen Begründer der „Filmtage“ in Kandern zog mal wieder eine positive Bilanz, obwohl nur 4 Filme eingereicht worden seien dieses Jahr. Und was macht man, wenn man nicht – mehr – wie der Rattenfänger von Hameln durch die Gegend ziehen mag, um Leutchen zu begeistern, noch aktiver mitzumachen? Heutzutage heißt das Zauberwort auch im Kunstbereich „Workshops“. Die sollen den Besuchern beim nächsten Literaturtag 2018 in Kandern angeboten werden. Und somit ist, kalkuliert Brenneisen, der weitere Erfolg der Show in Kandern gesichert. Und hierzu noch ein Einfall aus eigener Produktion: Dass vielleicht jemand einen Film in den ‚Bauten‘, die vor der Stadt Kandern gelegen sind, dreht, in denen DIE Flüchtlinge untergebracht wurden. Wie, das ist als Sujet nicht mehr so originell, abgegriffen?

In Inzlingen soll es die Gemeinde jedenfalls vollbracht haben, die ihr zugewiesenen 36 Flüchtlinge privat unterzubringen. Nun, wenn auch nicht ausreichend Filmern Ehrennadeln angeheftet oder Preise überreicht werden, wer weiß, dann werden Flüchtlingshelfern jedenfalls noch immer welche angeheftet im Lande – oder aber ihr Engagement wird mit Reisen zum Bundespräsidenten nach Berlin ‚honoriert‘. Nein, Doping würde ich das Letztere nicht nennen. Reden wir doch von Streicheleinheiten für diejenigen, die es verdient haben mit ihrem bürgerlichen Engagement?!

Wer ansonsten noch was vom Dopen im Badischen versteht, oder verstanden hat, war ein Freiburger Sportmediziner. Nein, er ist nicht in der UdSSR ausgebildet worden, auch nicht in der DDR. Armin Klümper ist Papa-Dope für Spitzensportler der ehemaligen BRD gewesen. Klug oder umsichtig – genug – ist er offenbar auch, denn er setzte sich rechtzeitig nach Südafrika ab. Die badischen Behörden haben ‚netterweise‘ so lang gewartet, ist zu erfahren in einem Buch von Andreas Singler („Armin Klümper und das bundesdeutsche Dopingproblem“), bis Klümper die Koffer gen Afrika Süd gepackt gehabt hat – und dann erst wurde so etwas wie eine Untersuchungs-Sonstwas der Justiz inszeniert. Ja, ein bisschen Theater muss halt schon sein! Ach so, klar doch, Herr Klümper war nicht etwa ein Urwalddoktor vom Rande des Schwarzwaldes, nein, er wirkte an der Universität Freiburg, ja, der renommierten und, wie soll man sagen, der heideggerisch gezeichneten badensischen Spitzenuni – oder so in etwa. Wir wünschen dem 81-Jährigen Klümper in Südafrika alles – weiterhin? – richtig zu tun!

Irgendwie könnte Herr Klümper, wer weiß, schon als Prototyp oder Rollenmodell gewisser deutscher Verantwortlicher bei VW oder Daimler hergehalten haben. Versteht sich, wenn dem so war, dann wahrscheinlich ohne sein ‚unschuldiges‘ Wissen. Klümper soll nämlich auch gern und oft an sogenannten hohen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft usw. seine medizinischen Künste wirken gelassen haben – daher komm ich auf VW & Co. Wenn schon keine Vorbildfunktion Klümpers bei erwähntem Personenkreis besteht, dann vielleicht, dass er bei einigen seiner Patienten gewisse Abläufe in deren Leben – und auf anderen Ebenen und in anderen Bereichen – vorbildlich sozusagen bestätigt haben könnte mit seinen Anwendungen und Verhalten: gedopte Stickoxidmessungen, gedopte Motorentechnologie, gedopte Aufsichtsräte? Friedel Reinhold aus Freudenstadt schreibt folgenden Beitrag, der an dieser Stelle recht gut reinpasst:

Die Bundesregierung will das Elektro-Mobil forcieren. Vor Jahren hat der Inhaber der Raststätte Hegau … mit hohen Kosten eine Ladestation für Elektromobile eingerichtet. Als Hinweis hat er ein selbstgefertigtes Schild an der Einfahrt aufgestellt. Dies wurde ihm von Amts wegen untersagt, mit dem Hinweis, er habe keine amtliche Zulassung. Aber ein Schild mit amtlicher Zulassung gab es ja zu dieser Zeit noch gar nicht. Das Wiehern des Amtsschimmels habe ich heute noch in den Ohren“ und wir das der Autolobby & Co.

Doch, doch! Das Ding zuvor mit dem Heidegger trifft es irgendwie ganz gut. Der ‚gute‘ weise Mann als Philosoph von Freiburg hat in seinem Werk „Sein und Zeit“ schließlich auch zwischen den oder/und über die Beziehungen und Differenzen von Seiendem und dem Sein herumphilosophiert. Bekanntlich hat er dabei das, was eigentlich schon von jemand anders ausgebrütet worden ist, von Ernst Cassirer nämlich, so in etwa in der Aussage herumgedreht. Bei VW oder Daimler besitzt man ja auch seit Jahrzehnten das Wissen darüber, wie man einen Motor sauber, das heißt, wesentlich sauberer, unter die Menschen verschicken könnte. Doch man tut und tat es nicht in vielen Fällen, sondern entschied sich gewissermaßen fürs Gegenteil. Warum bloß? War’s nur Gier oder war es auch heideggersche Umkehrtaktik oder -philosophie gepaart mit Verachtung gegenüber dem – wie soll man ihn bloß nennen – einfachen Pöbel?

Ja, Cassirer war Jude und wurde von Heidegger wohl auch deswegen angegriffen. Der erstere emigrierte rechtzeitig in die USA Anfang der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts (Universität Hamburg). Empfehlenswert ist auch daher, sich unbedingt in den Großen Meyerhof in Freiburg zu begeben in diesen Tagen, um das Theaterstück „Picasso“ anzusehen.

Picasso: „Bin ich verhaftet?“

Fräulein Fischer, eine der Schreibtischtäterinnen der Nazis: „Wir sind alle schuldig, kommt nur darauf an das richtige Gesetz zu finden“ (Badische Zeitung 30. März 17).

Im Stück geht es um den jüdischen Kunsthändler von Picasso. Das Theaterstück kann noch einmal am 27. April 2017 gesehen werden (0761-3837397). Vielleicht sollten Sie doch noch so viel Energie aufbringen und es ansehen gehen!?

Zur Energie und deren Gebrauch noch schnell aus der 20MinutenCh vom 4. April 2017 dies: „Liestal. Die Mittel des Baselbieter Energiepakets, mit dem Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Gebäudebereich gefördert werden, sind fast aufgebraucht. … Die Mittel reichen noch knapp bis ins Jahr 2018… . Die weitere Finanzierung des Energiepakets ist allerdings infrage gestellt, nachdem das Baselbieter Stimmvolk im November 2016 die Einführung der Energieabgabe mit rund 57 Prozent Nein-Stimmen verworfen hat. … Liestal hofft auf ein Ja bei der nationalen Abstimmung zur Energiestrategie 2050 im Mai.“

Fordern Sie nun bloß kein „Nachhaltigkeitsreporting“ bei der Energiestrategie der Liestäler. Das Wort sagt Ihnen nichts? Roche mit Standorten in Mannheim und Wyhlen an der Schweizer Grenze hat es vorgemacht, diese Art des Reportings. Zusammen mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut haben die ‚Guten‘ von Roche sich sozusagen selbst kontrolliert, das heißt, ihren Nachhaltigkeitswert oder dergleichen ermittelt beim Produzieren von Medikamenten etc. Und dies taten sie unter, beziehungsweise mit sozialen und ökologischen Gesichtspunkten. Nun, die Roche findet, dass wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeit in der Produktion sich nicht ausschließen (müssen). Die CO2-Emissionen sollen von den Jahren 2007 bis 2014 um knapp weniger als 15% zurückgegangen sein.

Wir werden hier auf Kandernundmehr-News im Zusammenhang mit Roche und anderen wie Roche aber vorerst dennoch, trotz wirtschaftlichem Erfolg und selbst angezeigten sozialen Verbesserungen für die Arbeiter im Werk etc., von Chemischer Industrie sprechen und keine verbalen Weichspüler wie „Gesundheitsindustrie“ oder dergleichen verwenden wie andernorts, um das Phänomen zu bezeichnen. Doch machen wir uns nicht allzu viel Sorgen. Wieso auch? „Die Industrieproduktion in der Schweiz läuft wie zu Boomzeiten. Und die Aussichten sind rosig. Es sind weitere Produktionssteigerungen zu erwarten. Im März stieg der Einkaufsmanagerindex (PMI) um 0,8 Punkte auf einen Stand von 58,6 Zählern. Das ist der höchste Stand seit Februar 2011 und deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, wie die Credit Suisse am Montag bekannt gab. (Nordwestschweiz, 4. April 17, BZ).“

Und, siehe da, der öffentliche Rundfunk der Schweiz schreibt nun auch Schwarze Zahlen im Betriebsjahr 2016 – auch wenn er seit April 2015 per gerichtlichem Dekret verpflichtet wird, Mehrwertsteuer auf den Empfangsgebühren fortan selbst zu berappen (35 Mill. Franken jährlich). Ja, die gute Credit Suisse. Sie „verfolgt gegenüber Steuerhinterziehung eine Nulltoleranzpolitik“. In der Financial Times oder dem Wall Street Journal wurde anscheinend eine so lautende Anzeige von ihr höchst persönlich gestartet. Die BZ vom 4. April 17 schreibt des Weiteren auf Seite 10: „Für viele Schweizer Banken war das Verwalten von unversteuerten Vermögen jahrzehntelang ein wichtiges Standbein. Nach der Finanzkrise begannen aber die ausländischen Behörden gegen die lukrative Praxis vorzugehen. Nur mit der Bezahlung von Milliardenbeträgen konnten sich die Institute freikaufen. Zumindest für Europa und die USA ging die Bank bisher davon aus, dass sie dieses Thema nun zu den Akten legen kann. Die Schweizer Behörden waren nicht informiert über die koordinierten Razzien. Die Bundesanwaltschaft reagierte „befremdet über die Art und Weise, wie diese Operation unter bewusstem Nichteinbezug der Schweiz“ organisiert worden sei. Die geltenden Gepflogenheiten und Regeln der internationalen Zusammenarbeit [auch Kungel-Mungel also] und des Rechtshilfeverkehrs [also auch Rechtsumgehung teils] seien „hier offensichtlich nicht eingehalten“ worden, hiess es in einer Mitteilung. Die Bundesanwaltschaft [der Schweiz] erwarte eine schriftliche Erklärung der zuständigen federführenden niederländischen Behörden und prüfe das weitere Vorgehen.“ „Nach dem US-Stimmrechtsberater Glass Lewis rät auch die Schweizer Stiftung Ethos den Aktionären der Credit Suisse, an der Generalversammlung vom 28. April, alle Traktanden zu den Vergütungen von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat abzulehnen. Aus ihrer Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass die zwölf Konzernleitungsmitglieder für das vergangene Geschäftsjahr Boni von insgesamt 26 Mio. Fr. erhalten sollen, derweil die Bank einen Verlust von 2,7 Mrd. Fr. erlitten hat. Inakzeptabel ist für die Stiftung zudem, dass jeder der 939 von der Bank als Schlüsselperson (<Key Risk Taker>) eingestufte Mitarbeiter eine Vergütung von durchschnittlich 1,5 Mio. Fr. erhält (NZZ, 08.04.17).“

Zeck, die hat gesessen! Wieder mal eine Watschen eingefangen. Die Credit Suisse kommt so wenig wie die Deutsche Bank aus dem Dunst von Betrug, Willkür und übertrieben arrogantem Auftreten auf den Finanzmärkten sowie andernorts offensichtlich einfach nicht so leicht heraus. Auch fällt es der Credit Suisse schwer, sich auf ihr ursprüngliches Geschäftsmodell zurück zu dimensionieren, also auf das pure Bankengeschäft ohne Spekulieren an der Börse hier und dort und woanders halt auch noch etc. Die schweizerische UBS pflegt das gleiche Problem (die Deutsche Bank sowieso); und auch von daher ist auf mittlere Sicht der angehäufte Wohlstand, aber auch das Ansehen der Schweiz in der Welt, eigentlich ziemlich gefährdet. Credit Suisse intern ist währenddessen reger Wechsel an der Spitze des Immobilienfonds zu verzeichnen: „Ruth Schmeling übernimmt von Francisca Fischer das Management des 360 Mio.Fr schweren CS REF Global und zugleich die Leitung des Bereichs Real Estate International. Rainer Scherwey, der diesen Bereich bisher unter sich hatte, gibt sein Amt sowie das Fondsmanagement des CS REF International aus persönlichen Gründen ab. Dort folgt ihm Marc-Oliver Tschabold, der seit 2008 bei der CS tätig ist.“

In diesem Zusammenhang denkt man sodann auch gleich an Kritiker wie den Schweizer Jean Ziegler, der wiederholt auf die nicht nur aus seiner Sicht unethischen Geschäftspraktiken einiger – Schweizer – Multis hinweist, die beispielsweise die Finger vom Dealen an der Börse mit Nahrungsmitteln und dergleichen nicht lassen können. Sie sind es noch immer zu oft, die die erwähnten Geschäfte sogar antreiben; und eher tatenlos zusehen, wenn ganze Landstriche dabei den Bach irgendwo in der sogenannten Dritten Welt runtergehen. Unbarmherzig und eiskalt auf Profit gedrillt!

Insofern gibt der aufgestaute und sichtbare Reichtum, beispielsweise in der Schweiz oder in Deutschland, wahrscheinlich so manchem Flüchtling aus Afrika oder sonst wo aus der Welt dort angekommen gewisse Einblicke. So zum Beispiel den, dass er oder sie im Angesicht dieses Luxus glaubt, plötzlich begreifen zu können, was ihm und seinesgleichen in der Heimat an Leid, Armut, Krankheit und Krieg etc. zugemutet wird, entweder diametral oder direkt oder beides in Beziehung stehend mit der prunkvollen Ambiente, die sich ihm oder ihr unverhohlen im Herzen Europas bietet. Aus dieser Warte betrachtet, das Thema Integration von Asylsuchenden anzugehen, bedarf gewiss viel mehr Abklärung, die aber, so ist anzunehmen, tunlichst gemieden wird von uns Mittel- und Nordeuropäern im Allgemeinen. Noch ist dem so. Wer hier der Bittsteller ist, soll allen Beteiligten von Anbeginn eines Asylverfahrens klar sein oder werden. Doch das ist es offenbar genau nicht immer, wie an zig Beispielen gezeigt werden könnte, wo das Verhalten der Fremden – oder gar Terroristen -, welches man nicht versteht oder einordnen kann, mal schnell lediglich mit ihrer Religion und der anderen kulturellen Prägung erklärt wird – ohne sich mal richtig fest an die eigene Nase zu fassen, noch besser eventuell: in diesen Kolben im Gesicht zu zwicken.

Und Letzteres deswegen nicht, also dass manch Asylsuchende/r sich als Bittsteller/in bereit ist zu sehen, weil viele unter ihnen sehr wohl die Zusammenhänge so ähnlich zu sehen gelernt haben, wie sie beispielsweise Jean Ziegler sie in einigen seiner Bücher – so oder wenig anders – formuliert. „Dass Ursula von der Leyen zum Thema [Beteiligung der Bundeswehr, indirekt, an einer großen Tragödie im nordsyrischen Al-Mansura] bislang schweigt, [wie auch die Nachrichten auf ZDF oder ARD etc.] ist ärgerlich. Denn wenn die Bundeswehr schon die Planung von solchen Luftanschlägen unterstützt, sollte die Öffentlichkeit hinterher wenigstens erfahren dürfen, wer was warum entschieden hat“, schreibt die Oberbadische am 1. April 17. Ja, Ziegler und andere seines Schlages sind dem Mainstream umstrittene Personen, so umstritten wie die Politiken von der Leyen & Co es anderen sind. Aber …

Na ja, wollen wir nicht behaupten, da kämen einem gleich Erinnerungen an düstere Zeiten, wenn von Ziegler die Rede ist, oder wenn das Vermögensverteilungs-Thema so, wie von seinesgleichen angeschnitten wird. „In Basel soll eine Gedenktafel bei Käppeljoch [daran] erinnern. … [, dass Ziegler und seinesgleichen …] mit dem Teufel verkehrt haben. Das da eben ist ausgemachter Qautsch: Anstatt „Ziegler“ müsste da nämlich was von „Hexen“ und deren Verbrennung stehen. Für zumindest 29 Frauen, von denen man Kenntnis hat, dass sie an jenem Ort einst vor recht langer Zeit gefoltert und getötet wurden, weil die Mehrheitsgesellschaft keine Meinung neben der ihrigen dulden wollte – und aus anderen Gründen -, wird erwähntes Gedenken beim Käppeljoch in Basel errichtet.

Versprochen: Ich nehme mich von nun an besser an die Leine. Kann doch nicht sein, den Leser so in die Irre zu führen: Hexen – Jean Ziegler usw. Demnächst womöglich noch Hunde? Weil letztere sollen, wie es sich auch in Deutschland gehört, eigentlich an der Leine gehen. In der Schweiz ist der sogenannte Leinenzwang aber von Region zu Region verschieden geregelt. Eigentlich müssen im Wald lediglich die Baselbieter und Aargauer Hundele an die Leine. In der restlichen Schweiz können sie lustig herumstreifen die meiste Zeit im Jahr und beispielsweise Bodenbrütern den Gar ausmachen. Und so spricht man im Amtsdeutsch oder Amtsschweizerisch von „Hunderiss-Zahlen“. Im Baselbiet liegen die im Jahr so um die 30 Vorfälle. Allerdings müssen die lieben Hunde im Baselbiet im Winter nicht an die Leine. Schließlich müssen sie ja auch mal Auslauf in den Wäldern haben. Rehe sollen kopflos vor allem dann zu rennen beginnen, wenn sich ihnen Hunde nicht kläffend, sondern leise nähern. Ach so ja: In Basel-Stadt müssen Hunde überhaupt nicht an die Leine. Wahrscheinlich werden von Hunden angefallene Menschen nicht unter die Hunderiss-Zahl subsummiert von der Behörde. Versicherungen dürften in einem solchen Fall für die entstandenen Kosten auch dann einstehen, wenn der Halter eines Hundes nicht ermittelt werden konnte, ist zu hoffen. Eine Krankenkasse hat ein jeder Schweizer.

Henry Habegger schreibt in der BZ vom 4. April 17: „ … Aber die neue Krankenkassen-Initiative, die jetzt aus der Westschweiz lanciert wird, ist aus anderem Holz geschnitzt. Sie ist keine Radikalkur, sondern eine Therapie in quasi homöopathischer Dosierung. Sie gibt den Kantonen mehr Einfluss, aber auch mehr Verantwortung bei der Tarif- und Prämiengestaltung in der obligatorischen Krankenversicherung. Gleichzeitig wird aber kein Kanton gezwungen, das neue System zu übernehmen. Wer will, bleibt beim heutigen. Also insgesamt ein sehr föderalistischer, ein sehr schweizerischer Ansatz. Ein Ansatz, der zudem den Wettbewerb zwischen zwei Systemen und auch zwischen den Kantonen verspricht. … Es spricht also viel für diese Initiative. … Wenn Kantone mehr Macht erhalten und mehr mitreden können bei Tarifen, kann das nur von Vorteil sein. Denn sie haben im Unterschied zu den Krankenkassen und deren Alliierten wirklich ein Interesse an möglichst tiefen Gesundheitskosten und damit Prämien.“ Die Sympany Unfallversicherer knackten gerade die Milliardenmarke. Die scheinen groß rauszukommen. Medartis in Basel wächst ebenso rasant. Der Name sagt es schon, es ist ein medizin-technisches Unternehmen. Gelegen ist es am Stücki-Science-Park in Basel. Produziert wird NUR in der Schweiz, sonst nirgendwo auf der Welt. Implantate. Noch ist die Medartis nicht an der Börse notiert und keinesfalls will sie sich wie einst die Synthes an Johnson & Johnson oder andere große – amerikanische – Haifische in der Med-Branche verkaufen, siehe auch die schweizerische Symetis (Herzklappen) – noch ist es also nicht so weit oder vielleicht wirklich nie! Gerade erst erfolgreich an die Börse ging die Berner Galenica Santé. Sie ist diejenige Tochtergesellschaft der Galenica, die die meisten Apotheken der Schweiz beliefert. Kann gut sein, schreibt die NZZ am 08.04.17, dass „Galenica Santé per 12. Mai in Galenica umbenannt wird.“

Erfolgsgeschichten made in Switzerland also! Ein weiterer Erfolg zeichnet sich gerade dort ab, wo der Kaiser sogar allein hinzugehen gedenkt: aufs Dusch-WC. Wer schon mal in der Türkei war, weiß so in etwa, was gemeint ist. Ein WC, wo ein Wasserstrahl angedreht werden kann, noch auf dem Klo sitzend, mit dem dann ALLES saubergewaschen werden kann. Tolle Erfindung. Und diese Erfindung scheint auf dem Markt für solche Artikel mehr und mehr Zuspruch zu erhalten in Nord- und Mitteleuropa. Villeroy & Bosch sollen auch schon auf den neuen Badezimmer-Trend aufgesprungen sein. Und bekanntlich macht das sogenannte gemeine Volk gern und erst dann Trends nach, wenn sie die Oberen einmal als chic empfanden. Gewiss könnte man so einen Thron auch in Holz anfertigen, wie ihn die Türken eben schon in der einfachsten Wohnung seit Jahren haben bei sich in der Türkei. Schreinerei Berger und Formativ in der Rebackerstraße 2/1, 79400 Kandern- Holzen sollten sich diese Geschäftsidee wirklich mal durch den Kopf schießen lassen – „Türkenklos für Badens Popos aus Holz“. Klingt doch wie ein gelungener Werbeslogan. Der ist hiermit urheberrechtlich geschützt! Die beiden, Formativ und Berger, gelten jedenfalls als kreativ. Komplette Küchen und Bäder stellen die beiden unter anderem her. Sie fertigen offenbar gern sogenannte Unikate an – also jeder seinen ganz speziellen Balken, um darauf sitzend sein Geschäft zu erledigen? Nee jetzt mal ernster. Die beiden sollen wahrhaft und wirklich auf die Bedürfnisse ihrer Kundschaft eingehen, schreibt die Oberbadische am 1. April 2017 – und es scheint kein Aprilscherz zu sein. Anfragen können gewiss nichts schaden in puncto Türkenklo aus Holz, verehrte Leser (07626-8036). Bedenken Sie doch: Was raus muss, das muss halt raus! Wir sind doch alle nur Menschen, stimmt’s?

Und manche Leute geben sich nicht damit zufrieden, lediglich auf der Toilette ES täglich einmal raus zu lassen. Die wollen einfach weg. Und was läge da im Dreiländereck wohnend näher, als sich an den Euroairport zu begeben? Nun, der Euroairport und seine neuen Destinationen liegen manchem eventuell näher zwecks Wegkommen als in der Stammkneipe Biere wegzuhauen. Zumal es nun vom Flughafen Mulhouse-Basel auch nach Dubrownik, Sylt, Jersey, Osijek; und mit der Small Planet nach Zypern, wie ja auch seit Jahren mit der Easyjet bekanntlich. Klar, man könnte auch mit dem Auto auf den Balkan, nach England oder eben nach Sylt fahren. Um nach Zypern mit „des Deutschen Mannes besten Freund“ zu gelangen, müsste man das Gefährt entweder umnutzen oder aber auf ein Schiff verladen lassen, was wahrscheinlich schwierig und vor allem teuer sein dürfte – durch die Türkei brettern bis nach Mersin und dann mit der Fähre? Also umnutzen!

Mit Umnutzungen hat sich Frau Barbara Buser im Großraum Basel einen Namen gemacht. Klar doch: Dafür hat sie einen Naturschutzpreis erhalten. Es geht bei ihr darum, Dinge umzunutzen: siehe das Hanro-Areal im Liestal/Schweiz, das Walzwerk in Münchenstein/CH. Sie ist auch die Gründerin der „Bauteilbörse Basel“. Ihre Ideen finden Verbreitung in der Welt. Pro Natura Basel hat dann wohl für 2017 die RICHTIGE gewählt, um ihren Naturschutzpreis entgegen nehmen zu lassen.

Weniger gut gewählt, kommt vielen der Entschluss der „Basellandschaftlichen Kantonalbank“ vor, die aus Sicht manches Kunden zu viele ihrer Schalter schließen möchte. Sie mag verstärkt Online gehen anstatt. Diese Bank hat sogar eine Bank auf Rädern im Repertoire, welche 6 Gemeinden abklappert mit ihrem Dienst – grenzt doch schon an Romantik, oder? Nur noch 18 Schalter, wo menschliches Personal bedient, sollen im Baselbiet bestehen bleiben. Videoberatung gibt es ansonsten – eventuell – anstatt. Für manch Senioren lassen solche Entscheide einer Bank gewiss recht dunkle Wolken aufziehen.

Die Arbeitsgemeinschaft der „Senioren/AG 60 plus“ der SPD Lörrach kann sich nicht wirklich beklagen. Die sind recht aktiv. Trafen sich neulich zur Mitgliederversammlung im Gasthaus Sonne in Schopfheim. Das ist dort, wo man zum Mittagstisch nur schwer, bis gar keinen Platz erhält und andere Gäste, die zeitlich nach einem kommen, an einen Tisch gesetzt werden, vor allem, wenn man alleine kommt und neu ist. Nun, was soll’s. Beim Griechen um die Ecke sind sie sogar ausgesprochen freundlich, sogar, wenn der Laden mal wieder brummt – und schmecken tut es dort auch. Das ist hier somit so was, wie ein Rat. Bernd Sevecke (ehemaliger Leiter des Markus-Pflüger Heims in Schopfheim) wurde jedenfalls wieder zum Vorsitzenden des Kreisseniorenrates gewählt. Hartmut Brauer ist nun sein Stellvertreter. Herr Seveckes Frau, die Giesela, ist Schriftführerin. Die eben Genannten gemeinsam mit Herrn Asal werden am 29. Juli 2017 in Esslingen an der Landesdelegiertenkonferenz der AG 60 teilnehmen. Man darf gespannt sein, welche Nachrichten sie von dort mit sich bringen werden. Dass die genannten Delegierten der AG 60 als archäologische Sensation in Esslingen gehandelt werden, dürfte die Nachricht von dort wohl nicht werden. Eher nicht. Indes sind es dennoch Lörracher, die einen sensationellen Fund gemacht haben, und zwar in Stetten, welches vor den Toren Basels liegt. Das Tennisheim des TuS Lörrach-Stetten sollte nämlich erweitert werden. Und da geschah ihnen, was auch in Orten wie beispielsweise auf Zypern oft passiert, wo uraltes Zeug plötzlich zum Vorschein kommt beim Buddeln, dass sogar auf ein versteinertes Skelett eines Heterodontosaurus gestoßen wird. Erweiterung der TuS Tennisklause kann man somit vorerst wohl vergessen? Des Weiteren heißt der Fund für die oder den einen oder anderen im Verein ja vielleicht doch, besser gleich ins archäologische Fach hobbymäßig zu wechseln, bis wieder anständig Tennis gespielt werden kann!? Herr Wehner und Herr Wetzel haben das versteinerte Raubtier von Stetten gefunden und gemeldet – den „Wehn-Wetz-Saurus!“ Vielleicht wird schon bald eine Replik dieses Sauriers am Fundort in Stetten zu sehen sein und den eben ersonnen Namen erhalten?

Jedenfalls wird eine Replik vom sogenannten „Männle“ auf dem Sener Platz Lörrachs das Original demnächst vertreten. Doch Letzteres nur dann, wenn die Spendenfreudigkeit der Lörracher und anderer entsprechend groß ist. 40.000 Euro-Stutz kostet so etwas. Ist auch Ihnen das Männle oder öffentliche Kunst im Allgemeinen in Lörrach solch einen Betrag wert? Guido Neidinger schrieb darüber am 1. April 17 und irgendwie muss da was dran sein, trotz des Datums (Oberbadische). Sie haben also die Wahl, verehrte Leser: Geld für Kunstprojekte zu spenden oder abwarten. Sie haben die Wahl allerdings auch, wenn Sie zukünftig mit dem Rad unterwegs sein werden. Genauer: Es steht zur Wahl, ob sie mit ihrem Fahrrad lieber auf der Straße fahren oder eben doch dort, wo die Fahrradfahrspur ansonsten angezeigt ist im deutschen Teil des Dreiländerecks – am Straßenrand oder auf den Gehsteigen. Dass Sie nun die Wahl darüber haben sollen unterwegs auf zwei Rädern, basiert auf einem Gerichtsentscheid. Von daher nicht wundern, wenn demnächst still und leise die blauen Schilder verschwinden, die ansonsten als festlegen, dass Radfahrer hier und nirgends anders zu fahren hätten im öffentlichen Verkehr. Ein bisschen Geduld ist aber schon noch von Nöten, bis es so weit sein wird – schätzungsweise 2 Jahre; dieser anvisierte Zeitraum wird hierzulande wahrscheinlich nicht dem prolongierten Beispiel des Flughafens in Schönefeld/Berlin folgen, wo sich noch immer nichts tut; und wo im Gegenteil die Bevölkerung bereits ihren Unmut kundtut darüber und fordert, dass der gute alte Flughafen Tegel keinesfalls geschlossen wird!

Im Südwesten der Republik, genauer in Schopfheim, soll die Bevölkerung sich mehrheitlich für ein Krankenhaus im Ort aussprechen – ja, auch fordern. Bloß wo den Kasten in der Gemeinde neu hinbauen? Viele finden, dass das vorhandene Krankenhaus einfach nur aufgemöbelt gehört, also in irgendeine erkenntlichere Richtung zu spezialisieren sei, anstatt eines Neubaus, und den womöglich noch in nächster Nähe zur Bundesstraße – versteht sich, all das nach Abstimmung mit den Spezialisierungen anderer Häuser. In Schopfheim scheint, wie in Berlin, langes Warten und eine größere Portion Geduld gefragt, bis die Herren und Damen im Landratsamt Lörrach klarer sehen. Um die Ecke von Schopheim, im Kleinen Wiesental, wo die vielen Kräuter auf den Wiesen anzutreffen sind, kommt das ersehnte Fördergeld für die Wasserwirtschaft und für sogenannte Altlasten wahrscheinlich endlich mal an. Man wurde bei der Verteilung der Gelder aus dem Fördertopf berücksichtigt. Im Landkreis Lörrach erhalten die Wiestäler dieses Jahr sogar den höchsten Förderbetrag. Ganz durch ist das Ding allerdings noch nicht. Der Landtagsabgeordnete Rainer Stichelberger SPD geht nach einem Bericht der Oberbadischen vom 1. April jedoch davon aus, dass dem so sein wird.

Andernorts, nämlich in Zell im Wiesental, beschäftigt unter anderem „die Umsetzung der neuen Weide-Wald-Abgrenzungen. Wenn diese durch den Forst so umgesetzt werden soll, wie es 2016 geplant war, würden viele Weidegrenzen oder Gebüschgruppen, die als Unterstände für Weidetiere dienen, zum Wald zugeschlagen werden. Die [genannte Umsetzung] könnte nicht im Sinne der Stadtverwaltung sein, so die Meinung vieler Mitglieder [des Landschaftspflegevereins Zeller Bergland]. Man einigte sich darauf, in den nächsten Wochen eine Kooperation zwischen Stadtverwaltung, Landschaftspflegeverein und Forst zu forcieren, damit eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden werden kann. Auch Diethild Wanke von der Weideberatung des Landratsamts Lörrach will die Landwirte bei diesem Thema unterstützen. Sie freute sich, dass für den Mambacher Geißenberg ein neuer Bewirtschafter gefunden wurde (Oberbadische, 1. April).“

Bergig ist es in der Region gleichwohl. Nicht all zu hoch. Von Kandern kann über den einen Berg (südöstlich), vorbei am bereits erwähnten Anfang des Roten Rain Weges nach Schlächtenhaus und Steinen gelangt werden. Eine zauberhaft schöne Strecke wie in den Werbefilmen aus der Schweizer Alp, wo die Milch noch gut schmecken soll. Das „Scheideck“ im Wald lässt man auf der Fahrt von Kandern kommend Richtung Steinen rechts liegen, wie auch die Jugendherberge, in der vor noch nicht allzu langer Zeit Flüchtlinge untergebracht waren. Kann gut sein, dass einige von ihnen der abgelegenen Lage wegen nicht so glücklich darüber waren, dort behelfsmäßig untergebracht worden zu sein – damals. Kann aber auch sein, dass die dort einst wegen Platzmangel untergebrachten Flüchtlinge inzwischen die grüne Ruhe, den nahen Forst, Weiden und die Pferde auf der Koppel ums Haus vermissen und womöglich gar verklären in der Erinnerung. Wahrscheinlich ist es auch den eben genannten Neuzugezogenen zu danken, dass im schönen Steinen, welches direkt an der Bahntrasse nach Basel oder Zell im Wiesental liegt und für seine Schwarzwald-Wurstprodukte sogar in London bekannt ist, wo man eine Zweigstelle für die Produkte eines ortsansässigen Unternehmers bislang erfolgreich unterhält, die Zahl der Kinder, die einen Platz in einem Kindergarten brauchen, recht spürbar gestiegen ist. 2016 zogen 50 Kinder nach Steinen mit ihren Eltern, jetzt sind es bereits 70. Das Bürgermeisteramt Steinens mit seinem Stab scheint noch an einer Lösung dieser Herausforderung zu operieren. Da ist es durchaus vernünftig, werden einige nicht nur in Steinen schlussfolgern, nun endlich eine Überbrückung der B317 vor Steinen in Angriff zu nehmen, sei notwendig geworden. Spatenstich war am 01. April 17.

Und zuletzt noch dies aus Steinen: Der „Vogelpark Steinen“ ist wieder geöffnet. Zahlreiche Jungtiere sind zu sichten, so auch ein Baby-Känguru. Zu den Höhepunkten zählen anscheinend aber die Flugshows und die Berberaffen-Fütterung. Der Vogelpark ist also so eine Art Kleinzoo, auch mit Tieren hinter Gittern. In gewisser Weise haben die Tierchen im Vogelpark so und teils hinter Gittern ihren garantiert vertraulichen Raum, der sie schützt. Das ist gewollt, dass sie sich im Vertrauen darauf zurückziehen können. Im schweizerischen Olten gab es im Jahr 2013 eine sogenannte Babyklappe, wo Mütter in Not geraten, ihr Baby ablegen konnten im Vertrauen darauf, dass der/die kleine Erdenbewohner/in irgendwie überlebt. Jetzt sollen Schwangere eine vertrauliche Geburt in Solothurn, wie auch in Olten durchführen können. Was das bedeutet? Die Mütter brauchen vor, während und nach der Geburt ihre Identität nicht preiszugeben. Sind 6 Wochen verstrichen, kann so eine Frau das Neugeborene zur Adoption freigeben. Nur wie die Mutter die Zustimmung zur Adoption geben kann, ohne ihre Identität preiszugeben, dass bleibt vorerst weiterhin das Geheimnis von Isabel Hempen, die einen Artikel dazu in der Schweizer BZ vom 4. April 17 veröffentlichte. Die Betroffenen scheinen ein Pseudonym zu verwenden – und wirklich nicht mehr!? Irgendwie pseudo, oder?

Und manch Schweizer wohnt Art pseudomäßig in einer Stadt der Schweiz. Nach Schweizer Zivilrecht ist nämlich das Bürgerrecht in der Schweiz an den Heimatort gebunden. Es ist somit vor allem Gemeindebürgerrecht. Vielen Schweizern ist es eine kleine Stange Geld wert, sich an ihrem gegenwärtigen Wohnort einbürgern zu lassen. Sogar die Stadt Basel selbst wird da aktiv. Sie schreibt Leute an und bietet an, sich doch das Basler Bürgerrecht zu holen, beispielsweise als Züricher, der in Basel schon länger wohnt und arbeitet. Dass die Anzahl jener, die Basel wählen als Lebensmittelpunkt zunimmt, spricht vor allem auch dafür, dass es vielen inzwischen chic erscheint, als Basler zu firmieren – was vor Jahren für Züricher undenkbar war. Lokalpatriotismus adé!? Doch nicht jeder kann das zu durchlaufende Auswahlverfahren bestehen im Bürgerrechts-Erlang. Nur BRAVE Leute werden Basler, vor allem jene, die für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen, Arbeiten gehen und möglichst kein allzu langes Strafregister haben.

Ob Marhte Gosteli aufgrund ihrer politisch orientierten Aktivitäten auch ein Strafregister hat/te, ist hier nicht bekannt. Gewiss hat man sie in gewissen Schubladen und dergleichen gewisser Schweizer Behörden geführt und aufbewahrt – und vielleicht auch beobachten lassen? Nun, die große Frauenrechtlerin ist in ihrem 100sten Lebensjahr verstorben. Sie hatte in den 60ern des vergangenen Jahrhunderts maßgeblich die Schweizer Frauenbewegung engagiert mitangeführt („Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung“ in Ittigen – Bern). Einen Ehrendoktor der Uni Bern erhielt sie 1995. 100 Jahre alt zu werden, hat schon was Majestätisches.

Die nationalrätliche Rechtskommission hat … mit 13 zu 11 Stimmen bei einer Enthaltung eine parlamentarische Initiative von Beat Flach … gutgeheissen. Flach verlangt die Streichung von Artikel 296 des Strafgesetzbuches [der Schweiz]. Dieser stellt die öffentliche Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts unter Strafe,“ besser bekannt unter der Majestätsbeleidigung. Wirklich immer wieder erfrischend fortschrittlich, diese Schweizer, und wie sie es schaffen, sich den Gegebenheiten rechtzeitiger als andere anzupassen – nicht immer, aber öfters. Und des Weiteren: „Die Rechtskommission ist der Ansicht, das Schweizer Strafrecht stelle auch ohne Artikel 296 genügend gesetzliche Grundlagen für eine Strafverfolgung zur Verfügung! (NZZ 08.04.17).“

In der oben bereits zitierten Ausgabe der NZZ und in Sachen Justierung erfahren wir beispielsweise, dass die Leitung der Basler „Kaserne“ von Sandro Lunin übernommen wird. Er verlässt das „Theaterspektakel“ Zürich. Der 1958 Geborene sei „die richtige Wahl für Basler Koproduktions-, Gastspiel- und Konzerthaus!“ Der Künstler und Basler Thomas Ritz erhält den Keller-Wedekind-Stiftungs-Preis. Er hinterfrage „unser Verhältnis zur Wahrnehmung und damit zur Wirklichkeit.“ Auch im französischen Elsass war Anpassen angesagt. Nun ist der Kraftakt wirklich vollendet. Peugeot hat im elsässischen Mulhouse seine Produktionsabläufe erneuert. Scheinbar können nun an einem Band verschiedene Autotypen hergestellt werden – „eine Revolution“ schreibt die L’Alsace begeistert. 56 Autos in 1 Stunde gehen vom Band. Der Peugeot 2008, 508, 508SW und der D57 Crossback werden so hergestellt. 18 Monate hat die Installation des neuen Produktionsverfahren bei Peugeot (PSA) in Mulhouse in Anspruch genommen.

Ein bisschen mehr Zeit als eventuell sonst sollte Ihr bevorstehender Besuch der 34.sten Buchmesse in Saint Louis/ Elsass schon in Anspruch nehmen, verehrte Leser. Die Buchmesse wird vom 12. bis zum 14. Mai ihre Pforten inmitten Saint Louis offenhalten für Sie. Das Motto der Buchmesse dieses Jahr lautet übersetzt: „Zusammenleben. Einer mit dem anderen!“ 200 Autoren, Denker, Romanciers sowie auch andere Künstler werden anwesend sein. Das alles geschieht unter der Leitung Herrn Jean-Claude Carrière, der als Ehrengäste Herrn Bernd Werber, Sylviane Jaoui, Franz-Olivier Giesbert und Tonino Benacquista haben und vorstellen wird. Gewiss wird die Buchmesse („édition du forum du livre“) unschlagbar, sozusagen, für das kulturelle Leben der Stadt und der Region einmal mehr ausstrahlen, gewiss auch viele Fragen aufwerfen, die beantwortet werden sollen – und teils wohl auch beantwortet werden.

Roger Federer ist DER Basler, der sie ALLE im Tennis derzeit schlägt, woran es wahrscheinlich wenig bis gar nichts zu hinterfragen gibt. Den FC Basel, der in der obersten Fußballliga der Schweiz spielt, wünscht man sich mal für eine volle Saison in der Bundesliga und/oder in der französischen Premier Division spielend, sowie den Freiburger FC in der Premier Division und/oder der Super League der Schweiz und den RC Straßburg – solange dieser nicht in der Premier Division Frankreichs untergekommen ist – in der 2. Bundesliga und/oder der 2. Liga der Schweiz. Deutschland eckt von seinen Dimensionen her inmitten Europas eh zumindest 4 Mal an Nachbarn an, die auch Fußball spielen können, sodass sich 4 Mal solch grenzübergreifender Austausch organisieren ließe. Wird nämlich höchste Zeit, dass Europa im Inneren endlich noch ersichtlicher und spürbarer zusammenwächst, warum nicht auch noch betonter über den Sport, den sich offenbar die meisten ansehen!?

Bayern München in der tschechischen und/oder österreichischen Liga – hurra, au ja toll! Das wollen wir sehen, allerdings dann mit der Auflage, sich keine neuen Spieler einkaufen zu dürfen. Doch wahrscheinlich reichen die, die sie haben, um dort noch weitere 5 Jahre lässig Erster werden zu können? Jedenfalls würde dann endlich mal jemand anders Meister in der Bundesliga werden; was so inzwischen auch auf den FC Basel zutrifft, der andauernd den Super League Meister der Schweiz stellt, ALLES GUTE DORTMUND – „… and give peace a chance … (Lennon, Ono)!“

 

Nichts ist hier OK!

Quelle: Nichts ist hier OK!

Nichts ist hier OK!

Die Israelis hielten zusammen mit der Republik Zypern ihre jährlichen Manöver ab – und das ist wohl OK so. 3 Tage lang soll der Spuk gedauert haben. Das Manöver bezog das gesamte Territorium der Republik Zypern ein. Man ist allerdings trotzdem noch nicht so weit, den Präsidenten der Nordzyprer, Mustafa Akinci, wieder an den Verhandlungstisch zurückgeholt zu haben, OK?

Das Sich-die-Schuld-geben-Spiel ist anstatt voll im Gange. Präsident Anastasiadis weilte in New York, wo er vor dem Capital Link Forum eine Rede hielt: http://forums.capitallink.com. Am 22. März lief dort das sogenannte „Invest in Cyprus Forum“ ab: http://forums.capitallink.com/cyprus/2017/. Apropos: Zypern scheint dieses Jahr einer Touristenschwemme entgegenzulächeln. Eigentlich ist die Zeit reif, in die Infrastruktur vermehrt auch aus eigenem Säckel zu investieren. Mal sehen, was sich ergeben wird. Anastasiadis sprach in New York davon, dass Zypern eines der Länder Europas sei, welches ökonomisch schnell wächst. Zypern sei dabei, das volle Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, meinte er. Und gern mag Zypern enger mit den USA zusammenarbeiten zukünftig. Dass die US-amerikanischen Öl-Erdgasförderriesen Noble und Exxon in Zypern nach Erdgas suchen unter anderem, zeige allen das Vertrauen, welches die USA in das Land setze. „Unser Ziel ist, den Mittleren Osten in ein Energie-Zentrum zu verwandeln.“ Anastasiadis versicherte den USA, dass Zypern seinen Part treu und aufrichtig ‚spielen‘ wird. Von Junk-Niveau sei man ja schließlich inzwischen bei BB+ angelangt in der Bewertung durch Standard & Poor.

Seit 1995 operiert die Capital Link auf dem internationalen Markt, und scheint eine Organisation zu sein, die vor allem von einem US-Amerikaner mit griechischen Wurzeln betrieben wird. Sie ist beheimatet in New York, London, Shanghai, Athen, Oslo und seit 2017 auch in Limassol. Dass die Capital Link inzwischen in Limassol ist, kriegt man auf den Webseiten der Organisation allerdings erst weit unten irgendwo mit, nachdem etwas länger heruntergescrollt werden durfte. Vielleicht ist dem ja so, weil sich Capital Link damit noch nicht groß brüsten mag – oder aber sie haben vergessen, ihren Standort in Limassol gleich zum Anfang zu erwähnen, wie die anderen in der Welt; siehe ganz unten am Ende der folgenden Webseite: http://forums.capitallink.com/cyprus/2017/pre_event_pren_v1.pdf.

Capital Link behauptet von sich, sie könne Connections für ihre Kunden in der Welt knüpfen und diese verbessern, vor allem in Sachen Schifffahrt und Transport etc.  Die Art und Weise, wie sich das Unternehmen präsentiert, erinnert stark an das, was man ansonsten so auch auf Zypern oft geboten kriegt von Offshore-Firmen, Anwaltskanzleien und dergleichen: weltweit operierend, Service-Leister, sich bestens vernetzt präsentieren und das gern und oft als one-man-show und, versteht sich, auf Hochglanzpapier etc.

Capital Link develops on a global scale its investor relations products and services, with particular focus on web-based applications, webcasting, virtual roadshows and investment conferences.“

Ja, das Unternehmen geriert sich also auch als Finanzdienstleister, und würden wir nicht in der Ära Trump leben und würde nicht Herr Ross seinen Posten in der US-Regierung innehaben – er stand zuvor der Bank of Cyprus vor -, dann würden hier auch keine AHA-Effekte entstehen im Kopf.

Interessant ist auch, sich die Mühe zu machen, auf der Website der Capital Link mal nachzusehen, wer dort alles als Kunde aufgeführt wird. Es gibt eine lange Liste, ja, ein Ableger der Deutschen Bank wird angegeben, auch einer der Credit Suisse und zu allerletzt auf der langen Liste, man staune, steht auch die türkische Yapı Kredi.

Na, ob die zyprische Regierung einem solchen Unternehmen, welches offensichtlich verspricht, auch türkische Unternehmen auf den internationalen Markt zu puschen, wirklich so viel Aufmerksamkeit geben sollte, um seinen Präsidenten plus einer kleinen Entourage von Toppolitikern der Insel (Haris Gorgiadis, Jorgos Lakkotritis, Marios Dimitriadis) seine Aufwartung derart pompös zu machen, zumal man ja doch ansonsten bemüht ist in Nikosia-Süd, möglichst Abstand zur Türkei zu halten und jene in die Schranken zu weisen versucht, die mit der Türkei auf Zypern kungeln oder mehr: http://forums.capitallink.com/about_us/our_clients.html.

Es ist leider nicht all zu leicht, an Namen zu kommen. Gemeint ist: Wer steckt hinter der Capital Link? Doch bevor ich es vergesse: Zypern hat am 21. März 2017 an der Börse in New York, die Glocke zum Schluss des Tages geläutet: https://twitter.com/anastasiadiscy/status/844298660825436127?s=08. Ist das nicht aufregend und wirklich Grund, auf der Insel zu investieren? Überzeugen Sie sich hier noch mal davon: http://forums.capitallink.com/cyprus/2017/.

Doch wer ist denn nun dieser Macher oder diese Macher von Capital Link? Konnte noch immer nicht auf einen Namen für Sie, verehrte Leser, stoßen. Das muss doch zumindest heraus zu finden sein! Unter anderem sind da in New York auf dem Forum für um in Zypern zu investieren auch so illustre Leute, wie die „WISTA CYPRUS Women’s International Shipping & Trading Association“ vertreten. Wer da wohl alles dahinter steckt?

Nun, da die Hellenic News of America eine der Unterstützer des genannten Events zur Promotion Zyperns als Investitionsziel sein soll, wollen wir doch mal sehen, ob wir auf deren Webseite etwas mehr über die Damen und Herren von Capital Link erfahren können: https://hellenicnews.com/.

Nee, deren Webseite bringt auch nicht viel weiter. Wiederholt – mehr oder minder -, was schon auf der Webseite der Capital Link steht, siehe https://hellenicnews.com/capital-links-invest-cyprus-forum-wednesday-march-22-2017-new-york/.  Doch, hurra, ein Name ist gefallen, der vielleicht doch noch etwas Licht in die Angelegenheit bringen könnte, nämlich der der Cyprus – US Chamber of Commerce: http://www.cyprususchamber.com/.

Auf was man nicht alles stößt beim Kramen nach Leuten, die sich scheinbar in der hintersten Ecke ihrer Webseiten verbarrikadieren. So zum Beispiel auf den absoluten Supermann, also den Super-Zyprioten schlechthin, die Rede ist von Theoharis David. Sagen Sie nicht, Sie hätten von dem nie was gehört! Er ist wirklich der Größte. Ok, nicht der Größte in Körpermaßen, aber einer der „großen Zyprioten“. Diesen Titel erhielt er allerdings bereits am 21. Juli 2015: http://www.cyprususchamber.com/news/theoharis-david-faia-named-a-great-cypriot/.

Tut mir leid, doch wirklich Wichtigeres als Vasilopita-Anschneiden konnte ich auf dieser Webseite der Handelskammer der Zyprer in den USA ansonsten nicht ausmachen: http://www.cyprususchamber.com/events/vasilopita-cutting/.

Vielleicht ist ja interessant, sich mal anzusehen, wer in den Staaten als Zyprer den Weg nach OBEN geschafft hat. Nach kurzer Durchsicht erscheint mir Herr Philip Christopher derjenige zu sein, der es am Weitesten von allen gebracht hat, weil wahrscheinlich ausgestattet mit viel Kontakten und dergleichen mehr; doch auch er scheint nichts ersichtlich mit Capital Link zu tun haben zu wollen: http://www.cyprususchamber.com/meet-the-chamber/nicolas-nicolaou/.

Jedenfalls zeichnet die Capital Link jedes Jahr aufs Neue gewisse Leute mit einem Preis aus. Zufällig sind darunter viele Namen, die sich, wie könnte es anders sein, auch woanders wiederfinden – zum Beispiel auf der erwähnten Investoren-Veranstaltung für Zypern in New York; genauer: um Zyperns Schifffahrt noch besser ins Geschäft zu bringen etc.: http://capitallink.com/cl_leadership_awards.php.

Der eine Mann mit Bart ist auffällig oft auf Bildern dieser Webseite zu sehen – bei Preisverleihungen. Er muss einer der Macher von Capital Link sein. Bloß, wer ist er?

TRARA, Volltreffer!

Sollten Sie die Links aufgemacht haben, wird Ihnen gewiss der zuvor erwähnte Herr Ross noch in Erinnerung sein, bzw. schon über den Weg gekommen sein. Und ich dachte: Na, den kriegst du auch anders, als in einem vorherigen Beitrag auf Zypernundmehr-News nach seinem exakten Namen und Position zu suchen. Ja, die Rede ist von Wilbur L. Ross, der in der Bank of Cyprus mal eine Zeitlang seine Kreise als finanzieller Heilsbringer, oder so, gezogen hat. Und klatsch, da ist er nun endlich, versteht sich als einer jener, die von der Capital Link geehrt wurden: http://capitallink.com/cl_leadership_awards.php.

Doch was da auch noch steht, ist, es gibt einen Präsidenten der Capital Link, der endlich mal namentlich genannt wird: Nicolas Bornozis. Sie haben es erraten, den googeln wir mal besser gleich. Und was sieht das entzückte Auge? Er ist derjenige mit dem Bart, der immer wieder zu sehen ist auf den Fotos der Webseite von Capital Link bei Preisverleihungen. Wir lesen auch noch: Er ist der Gründer, Präsident und CEO der Capital Link in einer Person. Toller Typ. Er scheint die oben bereits angesagte one-man-show zu sein, eben die namens Capital Link. Versteht sich, dass er Mitarbeiter, Angestellte und dergleichen mehr hat, doch das α-Tierchen, das ist er. Unter anderem hat er folgenden Wertegang vorzuweisen:

He also established and managed, Alexander Capital, L.P, a US broker-dealer firm, which developed brokerage and investment banking business in North America with the Greek, Egyptian and Russian markets. Sold the company at the end of 2003 to a group of US investors representing Russian interests. Between 1998 and 2002, he also established and managed Alexander Asset Management, Inc. which handled portfolios invested in the Greek and European equity markets.“

Wie dem auch sei. Die Schiffsbranche ist größtenteils noch in griechischsprachiger Hand auf der Welt. Oder anders ausgedrückt: Es sind Griechen, die in Amerika ihre Karriere machten und machen, die vorrangig dieses Feld bearbeiten weltweit. Einen guten Einblick darüber gibt folgender Artikel: https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-03-21/how-the-u-k-has-beaten-predictions-of-a-brexit-crunch-so-far.

Und was den guten Herrn Ross angeht, der ist Trumps Handelsminister: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilbur_Ross.

***

Bleiben wir doch noch etwas beim Business.

Die Außenhandelsstatistik für 2016 Zyperns sieht folgendermaßen für die „hauptsächlich sich vollzogene Entwicklung aus:

Die kompletten Importe/Ankünfte (das deckt die gesamten Importe aus Drittstaaten sowie Ankünfte von anderen EU-Mitgliedsstaaten) im Januar 2016 bis zum Dezember 2016 betrugen 5.960,0 Millionen € gegenüber 5.141,6 Millionen € im Jahr 2015. Die kompletten Exporte/Versand (siehe vorherige Klammer) im Januar 2016 bis zum Dezember 2016 betrugen 1.736,5 Millionen € gegenüber 1.739,7 Millionen € im Jahr 2015. Das Handelsdefizit belief sich im Jahr 2016 auf 4.223,4 Millionen € gegenüber 3.402,0 Millionen € in der entsprechenden Zeitspanne des Jahres 2015 (siehe: statistical service of the Republic: Intra-Extra EU Trade Statistics (Summarised Data).“

Das obige Zahlenmaterial versetzt einen ob seiner Dimensionen nicht gerade in Staunen – oder vielleicht doch, nämlich, wegen seiner relativen Bescheidenheit. Nehmen Sie es, wie Sie wollen. Man ist hier schon fast versucht, zu schreiben: Investitionen sind mehr als erforderlich. Wollen wir hoffen, dass in New York was in diese Richtung gehend angestoßen werden konnte bei dem Forum, in dem Investoren angelockt werden sollten für Zypern.

Griechenland, war kürzlich irgendwo zu lesen, habe sich nun doch Zypern zum Vorbild genommen. Nicht erschrecken. Es geht lediglich darum, dass jemand in Athen oder Thessaloniki aufgefallen sein muss, dass auffällig viele griechische Studenten auf Zypern ihren Abschluss machen – meist an den privaten Universitäten. Überhaupt ziehen beide Teile der Insel in Sachen Bildung viele Menschen aus der ganzen Welt an. Es ist inzwischen ein nicht mehr weiter unbenannt zu lassender Industriezweig geworden, ok, sagen wir besser Wirtschaftszweig. Sonst könnte noch jemand denken, hier soll über dreieinhalb Ecken darauf angespielt werden, dass die akademischen Diplome oder Abschlüsse gewissermaßen industriell gefertigt vergeben werden. Es soll allerdings nicht ganz so schwierig sein, seinen Master oder Bachelor nicht zu bestehen, wird gemunkelt. Scheint auf Zypern also so in etwa zu sein, wie in den meisten Bundesländern der BRD, speziell Berlin, wo einem das Abitur auch nicht gerade allzu viel abverlangen soll. Doch geschenkt kriegt man es ziemlich gewiss nirgends. Ein gewisser Fleiß muss noch aufgebracht werden!

Dass die Grünen auf Zypern eifrige Verfechter der Umwelt sind, diese Aussage mag so manchen auf die Palme bringen. Wilde, kleine Müllhalden gibt es hie und da immer wieder zu sehen, vor allem auch, wenn man an schönen Orten spaziert, die nicht so von Touristen frequentiert werden. Dort erwartet man so etwas dennoch nicht und sehen mag man es erst recht nicht. Ganz schlimm, finden nicht wenige, sind die großflächigen, durchsichtigen Plastikfolien, die zuweilen riesige Felder abdecken – also in der Landwirtschaft vorrangig im Gebrauch sind. Es ist allerdings schon besser geworden damit, als noch vor ein paar Jahren, als Teile dieser Plastikmassen sehr oft irgendwo herumlagen. Doch dennoch trifft der Naturfreund immer wieder auf Plastik, gern am Straßenrand und eher landeinwärts als direkt an der Küstenstraße. Und das rottet da achtlos vor sich dahin, wenn es das nur richtig könnte. Bekanntlich braucht das Zeug ja einige Zeit seiner Beschaffenheit wegen, bis es im Plastikhimmel vollkommen ankommt. Versteht sich, dass bei dem vielen Plastik, welches gewiss auch mal schnell hie und da in die wenigen Flüsse und das schöne weite Meer vom Wind getragen wird, nicht unerwähnt bleiben darf, dass in Kaufhäusern oder einfachsten Geschäften auf Zypern mit Plastiktüten ganz freigiebig verfahren wird. Man ist schon fast versucht, seine Leinentasche Zuhause zu lassen. Wahrscheinlich outet man sich damit ausgerüstet zum Einkauf als Unverbesserlicher oder Störenfried etc.

Und doch ist der Gedanke an Umweltschutz offenbar auch auf Zypern noch nicht ganz totgeschlagen. Der Agrarminister, der auch für die Entwicklung der Provinz verantwortlich zeichnet sowie für die Umwelt, Herr Nikos Kouyalis, hat letztens die „medical waste management facility“ in Tseri eingeweiht. Die befindet sich in diesem Ort in der 42 Eleftheriou Venizelou Straße, wo die Medevents & Publishing Ltd. die sogenannte „Medwaste Treatment“ betreibt.

Nein, das ist keine verdeckte Geldwaschanlage, die Medwaste Treatment – soll es jedenfalls nicht sein. Man weiß ja nie. In Pafos und andernorts verstanden es schließlich auch einige Verantwortliche, die beauftragt waren, das Ding mit dem Abfall und/oder Abwasser zu regeln, noch ein bisschen und mehr in die eigene Tasche zu arbeiten. Die Verlockung ist halt so groß, wo das Geld doch so locker abhängt – wie beim Pflücken die Oliven am Olivenbaum; so stellt man sich das wohl besser vor. Manche Olivenbäume sind so alt auf Zypern, dass sie noch nicht mal gefällt werden dürfen.

Andere Verordnungen besagen, dass Geldwäsche von unehrlich verdientem Geld nicht – mehr – erlaubt ist, also zu Fall gebracht worden ist. Transparency International sagt so etwas jedenfalls. Die Transparency soll auch sagen, Zypern gehe dagegen am rigorosesten vor von allen – rigoroser als Deutschland, Großbritannien oder die USA. Bei sogenannten juristischen Personen sollen gar keine Hinweise auf Geldwäsche und dergleichen gefunden oder festgestellt worden sein auf Zypern. Die Kontrollen wurden auf der Insel (südlicher Teil) in den letzten Jahren hochgefahren, genauer seit 2013 – gemäß der zyprischen Wirtschaft, die anzog. Im Gegensatz zu den Jahren 2012 und/oder 2011, wo 215.000 € Strafe wegen Geldwäsche usw. bezahlt werden mussten, sind es nun so um die 170.000 €. Lediglich 1/5 der Fälle musste anderweitig bestraft werden (Knast usw.).

Die griechischsprachige, zyprische Sigmalive stellt am 12. 03. 17 dann aber in einem Artikel klar bezüglich Geldwäsche: „Daher sind gewisse unbegründete Anschuldigungen, die in manchen Fällen an verbale Verunglimpfungen erinnern [innerhalb der EU], ein Teil des [weltweit geführten] Wettstreits. Gewisse Befunde der Untersuchung [, teils oben angeführt,] legen dar, dass Zypern nicht auf der Liste der Steuerparadiese gelandet ist, welche die EU herausgibt.“ Insofern, so die Sigmalive weiter, sind solche Anschuldigungen fehl am Platz.

In welch feindlicher Umwelt man aber auch lebt auf Zypern. Alle wollen was von diesen friedliebenden Menschen, die doch eigentlich Opfer sind, Opfer der türkischen Besetzung von 1974 und eigentlich auch Opfer der Briten, zumindest etwas, die ja bekanntlich ihre Militärbasen auf der Insel haben und wahrscheinlich vorerst auch nicht vorhaben dürften, ihren Platz an der Sonne unweit von Afrodite zu räumen.

Nein, der Terrorist vor dem Parlamentsviertel in London letztens war kein Zyprer. Es soll ein Islamist gewesen sein. Zyprer machen so etwas wohl nicht, auch wenn gerade mal wieder Sprengstoff, Drogen und wer weiß noch was in einem Auto gefunden wurden – in Zusammenhang mit einem Fußballspiel. Davon wird bislang ausgegangen. Zu viele Zyprer leben schließlich auf den britischen Inseln und sind auch ansonsten in der westlichen Welt an guten Stellen immer mal wieder verankert. Ihr orthodoxer Gaube und Griechischsprechen hat das wohl vorrangig ermöglicht.

Und da sagt London doch so in etwa: Habt euch nicht so, ihr Griechischzyprer, und akzeptiert jetzt endlich mal die 4 Freiheiten, die die türkischsprachigen Nordzyprer stellen, um zum Abschluss der Wiedervereinigungsverhandlungen mit den Türken zu kommen!

So etwas bringt düstere Erinnerungen bei vielen Griechischzyprern hervor, welche die Engländer schon Mitte des vergangenen Jahrhunderts mehrfach verdächtigen mussten, eher den Türkischsprechern beizustehen. Ja, vielleicht wiederholt sich ja Geschichte doch. Denn wie die CYTATODAY sogleich schlussfolgert, haben die Engländer allen Grund, so etwas Unerhörtes in die Welt zu setzen. Denn sollte es zu einem Abschluss der Verhandlungen der beiden Teile auf Zypern kommen, stünd wohl auch die Position der Briten auf der Insel zur Diskussion.

Herr Nihat Zeybekci, türkischer Wirtschaftsminister, sagte vor ein paar Tagen beim Fernsehgespräch mit jungen Akademikern unter anderem, welches auf TRT1 ausgestrahlt wurde, dass sein Land und Großbritannien noch enger zusammenarbeiten werden. Beweis dessen sei unter anderem, dass die britische Premierministerin gleich nach dem Beschluss des Brexit ihren ersten Auslandsbesuch in die Türkei gelegt habe. Im Rahmen dieser Veranstaltung ermutigte Zeybekci seine Mitbürger bei dieser Gelegenheit, Technologie und Firmen im Ausland aufzukaufen, die profitabel und zukunftsweisend sind. Die Exim-Bank würde nahezu unbegrenzt Kredite zur Verfügung stellen und der türkische Staat würde sich finanziell an der Tilgung des Kredits beteiligen (Türkische Export Kredit Bank). Nun, es geht darum, meinte Zeybekci, die Türkei in einen Staat zu verwandeln, der als Produzent von Produkten noch stärker in Erscheinung tritt. Dass die Türkei vermehrt Investoren aus Malaysia, China und Japan anzieht, ist ein offenes Geheimnis und wahrscheinlich ein weiterer Grund, warum die EU zögert, drastische Maßnahmen gegen die Türkei zu ergreifen. Und diese Einschätzung der EU ist vielen viel zu opportunistisch und daher eher falsch. Denn die EU ist es ja, wird argumentiert, die seit Jahrzehnten von der Wertegemeinschaft, die sie darstelle, spricht. Dass die EU in Rom zum 60-Jährigen ihrerseits 2 „Gangarten“ sich vorgenommen hat, also, dass gewisse Staaten den Zusammenschluss miteinander innerhalb Europas zukünftig eventuell schneller vollziehen könnten als mit anderen, ist eine Maßnahme, die indes schon seit 20 und mehr Jahren angesagt war zur Rettung Europas nach Meinung maßgeblicher Ökonomen; nur ist sie zu diesem Zeitpunkt nicht gerade EU-zuversichtlich stimmend. Ganz im Gegenteil, eventuell. Nicht nur die Osteuropäer haben nun nämlich begründet Angst, abgehängt zu werden, sondern auch Länder wie Zypern, die ihr größtenteils hausgemachtes und durchaus, nach Ansicht vieler, auch willentlich aufrechtgehaltenes Problem der Spaltung nicht gebacken bekommen. Letztere dürften trotz angeblich guten Bilanzen und ökonomischem Aufschwung, an der Peripherie Europas noch ins Wanken geraten in einem zweigleisigen EU-Projekt, womöglich gar zu einem strategischen Spielball noch dezidierter werden, von denen es bereits in der Region eh zur Genüge gibt.

Anekdote am Rande: Dass Anastasiadis bei seinem Besuch in Rom zur gewissermaßen Neuauflage der Römischen Verträge durch die Mitgliedsstaaten der EU seinen Namen in offenbar riesengroßen Lettern verewigte, soll Kanzlerin Merkel einen kleinen Lachanfall beschert haben – und verdeutlicht durchaus, wie die Dinge in Zypern mental gestrickt sind. Nikosia-Süd erwartet derzeit, jeden Tag stellen Journalisten gespannt die Frage, ob Präsident Anastasiadis, wie einst Kleridis den Us-amerikanischen Präsidenten Clinton, Donald Trump bald treffen wird? Vom Selbstverständnis her ist die nicht ganz nachvollziehbare Dringlichkeit und positive Beantwortung dieser Frage offenbar von großer Wichtigkeit – eine weitere Trophäe, mit der es sich möglichst zu schmücken gilt? Herr Trump soll in der Vergangenheit sogar schon mal in Zypern gewesen sein – als Tourist. Nun, das Selbstverständnis vieler Zyprer beruht unter anderem auch darauf, dass Zypern für die EU ja schließlich DER Gewinn sondergleichen ist, siehe Energiesektor oder die Rolle als Mittler im Nahen Osten.

 Zur mentalen Befindlichkeit der Zyprer gibt es bei Amazon gute Lektüre von Herrn Kaisar V. Mawratsas, einem zyprischen Soziologen, der die mentale Befindlichkeit der Insulaner eingängig und trefflich ins Wort fasst: „Gesellschaft der Proleten“.

Dass das Selbstverständnis mental im Norden der Insel ähnlich vor sich hindämmert wie im Süden, mag manchem die neueste Forderung von Präsident Akinci sein, der fordert, dass die Anastasiadis-Regierung sich für ihr Fehlverhalten bei der Abstimmung im Parlament zur Einführung der Feier eines Enosis-Tages in Schulen entschuldigt, bevor er, Akinci, sich wieder an den Verhandlungstisch setzt. Und so lange werden dann wohl auch, oder noch länger, die 4 Freiheiten ein Thema sein vonseiten der Türkischzyprer.

Die EU hat aber schon wissen lassen, dass sie diese 4 Forderungen der türkischzyprischen Seite entschieden zurückweist. Das beruhigte Präsidenten Anastasiadis und seine Mitstreiter doch wirklich immens. Von denen da in Brüssel auch noch Eins aufs Dach zu bekommen, wäre nun wirklich nicht mehr auszuhalten gewesen. Dann hätte man sich womöglich noch mit Israel in irgendeinem schlecht vorstellbaren Staatenkonstrukt wiederfinden müssen?

Wie dem auch sei: die Manöver mit den Israelis sind heldenhaft beendet worden vor ein paar Tagen. Alle in der Region (Griechenland, Jordanien, Ägypten ausgenommen) haben gewiss gezittert vor Angst und Zypern–Süd glaubt nun wohl weiterhin, und das vorerst zurecht, mit diesem Rückhalt, in der Welt weiterhin Türen in ihrem Sinne aufstoßen oder aufhalten zu können.

Das ist gelungene Diplomatie!?

Also wirklich, dieser britische Außenminister Boris Johnson, na, der soll noch mal auf die Insel kommen! In New York ist er allerdings auf Anastasiadis getroffen, noch bevor das Investors-Ding für Zypern stattgefunden hat, doch scheint der ihn wegen seiner Vorstellungen, dass man sich auf die 4 Freiheiten einlassen solle, nicht angefahren zu haben. Hier ist leider nicht bekannt, was sich die Herren Johnson und Anastasiadis zu sagen hatten. Wahrscheinlich so in etwa das Übliche, wenn sie im vorherigen Belang nicht Klartext miteinander sprachen.

Obgleich: Das geht ja jetzt nicht mehr so richtig. Der Austritt der Briten aus der EU macht die zyprische Angelegenheit, sagen wir mal anstatt komplizierter, spannender; und das macht gewiss einige mehr Worte erforderlich, die über das üblich verwendete Vokabular hinausgehen dürften. Herr Anastasiadis ist im Englischen, nachdem, was die Bilder im Fernseher zeigen, recht wortgewandt. Die Grammatik sitzt, wie man sagt. Er wird sich doch nicht etwa in diese Gefilde begeben haben? Und warum erfahren wir nichts davon? Es wird schon rauskommen. Schon bald. Irgendwann wird die News herausgelassen.

Ja, ja: Es wird ja schon geliefert. Etwas Geduld, bitte. Die 4 Freiheiten, von denen die Rede war, beinhalten also:

A – dass nach der Wiedervereinigung alle Türken im Norden, also alle, den gleichen Status haben werden

B – dass Türken der Türkei sich einfach mal so auf dem wiedervereinten Zypern niederlassen können, und zwar ohne vorherige Bewilligung, ohne erforderlichen Beschäftigungsnachweis und ohne eine Zeitlang dort zuvor präsent gewesen zu sein

C – freie Bewegung sowie Niederlassung auf der Insel und Arbeitssuche. So erhalten Türken dieselben Rechte wie Bürger der EU

D – dass also auch Geschäfte überall für und von Türken eröffnet werden können, dass auch Studenten und Saisonarbeiter kommen und gehen können, wie es gefällt

Wenn diese Angaben der Philnews vom 13. 03. 17 so auch nur annähernd stimmen, habe etwas frei übersetzt, kann man zu den 4 Freiheiten doch eigentlich nur noch sagen: CHAPEAU! Die wären dann definitiv Kandidaten für Friede, Freude, Erdogan auf der Nord- und Südseite der Insel der Afrodite, die dann wohl schon bald das allgemeine Gedenken an sich mit einem osmanischen Sultan teilen müsste; was der Dame vielleicht nicht ganz widerstrebte, nachdem, was man so liest und hört über sie.

Also so geht’s ja nicht!

Ja, wo kämen die Griechischzyprer denn dann wohl hin?

Der arme Erzbischof! Ich sehe ihn jetzt schon weniger im Fernsehen oder mit Politikern, in seinen Fabriken und zukünftig noch öfters in einer der vielen Kirchen auf Zypern, um zu tun, was ein frommer Mensch nun mal hauptsächlich tut, beten.

Und wissen Sie, was auf dem Dokument, in dem die 4 Freiheiten formuliert sind, drauf gestanden haben soll der PhilNews zufolge: „Dieses Gesuch der Türkei ist nicht neu!“

Daraufhin ging dann auch am 11. März 2017 nichts mehr bei der JCC. Keine Überweisungen konnten mehr getätigt werden, es war, als seien die 4 Freiheiten schon im Anmarsch.

Scherz bei Seite.

Der Black-out bei der JCC hatte ziemlich sicher nichts mit dem Gesuch, die 4 Freiheiten für Türken auf der Insel zu berücksichtigen, zu tun. Ein Techniker bei der JCC ließ wissen, der Ausfall sei allerdings nicht die Schuld der JCC, sondern habe mit einer Überbelastung des Servers der Abteilung fürs Straßenwesen (τμήματος οδικών μεταφορών) zu tun.  

Nun, dieses Problem scheint vorerst gelöst zu sein.

Das Problem der etwas hohen Arbeitslosigkeit ist noch nicht gelöst. Im letzten Viertel des Jahres 2016 existierten 438.167 Personen, also 62,9% (68,2% männlich, 57,9% weiblich), die Arbeiten hätten können. Im Jahr 2015, waren es im selben Zeitraum 427.489 Personen, also 61,2%. Einer Arbeit gingen auf Zypern 374.651 Personen nach (68,1% männlich, 49,9% weiblich). Arbeitslos waren 55.516 Personen, also 12,9%. Als arbeitsfähig wird angesehen, wer 15 Jahre und älter ist. Von Menschen, die zwischen 15 und 24 Jahren alt sind, waren in Zypern 29,8% arbeitslos (22,5% männlich, 36,2% weiblich). Anscheinend haben davon 39,6% weniger als 6 Monate nach Arbeit gesucht. 16% suchten 6 bis 11 Monaten. 44,4 % müssen als Langzeitarbeitslose verbucht werden.

Das Zahlenmaterial kommt auf Grund einer von Brüssel vorgeschriebenen Erhebung zustande, die nach Vorschrift 577/98 des EU-Rates durchzuführen ist. Die Erhebung wurde in 3.800 zyprischen Hauseinheiten in allen Provinzen Süd-Zyperns durchgeführt. Das hat bestimmt etwas gestresst.

Die Türkei macht neuerdings auch wieder Stress. Sie ist dagegen, dass die Republik Zypern weiterhin nach Erdgas vor ihrer Küste sucht. Somit scheint die Aussicht, mehr Arbeitslose zukünftig von der Couch zu Hause herunterzuholen sich eventuell einzutrüben, bzw. eingetrübt zu verbleiben. Dass diese Angelegenheit des Streits um die Erdgasförderung noch längst nicht bereinigt ist für das EU-Mitglied Zypern, dafür dürften, wenn es dumm läuft, durchaus auch noch andere, und nicht nur die Republik Türkei sorgen.

 Fehlt also nur noch, dass wieder verhandelt wird zwecks Wiedervereinigung. Nicht falsch verstehen. Immer weniger Leute dürften damit rechnen, dass die Verhandlungen auch mal einen – wie soll man sagen – zivilisierten Abschluss finden, je länger sich das Ding zeitlich in die Länge zieht vor dem Hintergrund der Entwicklungen ringsum. Letzteres weist durchaus daraufhin, dass auf Zypern anstatt sich zu einigen, verhandelt wird, bis es knallt, also bis irgendein einschneidendes Ereignis dieses recht gut eingespielte ‚Spiel‘ beendet.

Wie auch immer das Ereignis aussieht, zu befürchten bleibt, es könnte eher ein etwas wenig zivilisiertes Aussehen haben. Ende April 2017 werden sich voraussichtlich Unterhändler, oder wie man sie besser nennt, treffen und dann wird die Leier der Wiedervereinigungsverhandlungen wahrscheinlich wieder von Neuem los- oder weitergehen – sollte Akinci auf seine Entschuldigung bestehen und sollte Anastasiadis sich entschuldigen.

Wie hier bereits erwähnt worden ist – auch in anderen Beiträgen -, hat der türkischzyprische Präsident Akinci auch ein Problem damit, dass in südzyprischen Schulen plötzlich wieder ein Erinnern an den Enosis-Tag eingeführt werden soll – ganz zu schweigen vom eher selbstherrlich vorgetragenen Anspruch Nikosia-Süds bezüglich der „Reichtümer“, die im Meer vor der Insel liegen.

Wir hier auf Zypernundmehr bleiben dabei: Das Abstimmungsergebnis im Parlament der Republik Zypern, um ein Erinnern an die Vereinigung mit Griechenland (Enosis) von Schülern wiederzubeleben, welches mit Hilfe der Regierungspartei nur zustande kommen konnte, ist nicht nur sehr fragwürdig, sondern bereits eher alarmierend.

Präsident Anastasiadis dreht seither Schleifen in der Welt, um alle davon zu überzeugen, dass es mal wieder die Türkischzyprer sind, die nicht verhandeln wollen, doch auch wenn der zyprische Nationalrat nachträglich „anonym“ bekundet bzw. beschließt, dass Enosis, also das Zusammengehen mit Griechenland Zyperns, nie wieder Thema sein wird, ist das wenig vertrauenseinflößend für Türkischzyprer. Dies, zumal jeder weiß, dass das Wort in Nikosia-Süd nicht immer gehalten wird. Es ist einfach schon zu oft der Fall gewesen, dass dem so war.

Und in diesem Zusammenhang ist die recht gewagte Forderung der 4 Freiheiten durch Nordzypern auch zu sehen. Außerdem ist zu vermuten, dass Nikos Anastasiadis bereits Wahlkampf betreibt und ihm der Affront mit dem Norden gerade zu Pass kommt. Zwar hat man 22 Monate Verhandlungen hinter sich. Und wenn Eide, der Sondergesandte der UN für Zypern, davon spricht im Zusammenhang mit dem Enosis-Gedenken in Schulen, dass diese Angelegenheit „außerhalb der Verhandlungen“ sei, hat er sich derart einmal mehr, wie eigentlich alle seine Vorgänger es auf ihre Weise taten bei der UN, ersichtlicher auf die Seite der Griechischzyprer gestellt.

Er ist parteiisch und nichts Anderes ist eigentlich zu erwarten in einer Welt der Double-Standards. Leider ist das Ding inzwischen sehr offensichtlich geworden für viele, scheinbar überall. Nicht umsonst schreit Erdogan neuerdings unverblümt von „Faschismus“, der ihm begegne – „Rassismus“.

Nur so viel dazu: Recht dumm von Präsident Erdogan, die Dinge so zu benennen, wie er es tut. Von Double-Standards zu sprechen, wäre wirklich ausreichend. Hörte sich einfach diplomatischer an. Und noch das:

Ja, die Politiken Herrn Erdogans und Co sind nicht weiter zu unterstützen. Er läuft geradezu in Richtung Diktatur namens Türkei. Es gilt daher, den Handel und die Zollunion der EU mit der Türkei besser gleich als später größtenteils auszusetzen, wenn man glaubwürdig erkennen lassen will als EU, dass man nicht an einem neuen kriegerischen Brandherd interessiert ist und seine WERTE wirklich meint. Es scheint inzwischen eventuell schon egal, ob Erdogan die Verfassungsreform durchbringt oder nicht – ein Konflikt steht bevor, der allerdings gemäßigt werden kann, noch kann man das veranlassen. Der türkischen Bevölkerung wird es allerdings mittelfristig nicht egal sein, ob der kurze ökonomische Höhenflug des Landes und die relative Sicherheit (vorwiegend im Westen der Türkei und den ersten 8 Regierungsjahren der AKP) nur ein Intermezzo ist oder war oder ob dieses Land ENDLICH dahin gelangt, wo Erdogan es voraussichtlich vergeblich verspricht hinzubringen. Der Kleptokrat Erdogan und sein Anhang müssen gestoppt werden und seine Flucht nach Pakistan oder Qatar jetzt schon unterbunden werden – auch wenn Mubarak in Ägypten skandalöser Weise wieder auf freiem Fuß sein darf seit letzter Woche. Unerhört! Und mit solchen Regimen macht die EU Geschäfte und die BRD zeichnet noch immer Verträge mit dem Ägypter SISI, wie vor kurzem wieder geschehen.

Auch das ist die Aufgabe von guten Freunden, als die sich die EU zuweilen ausgibt, zu kritisieren und der Kritik auch spürbare FOLGEN zukommen zu lassen – auch Deutschland ist da in der Pflicht. Und das Szenarium Brandherd Türkei ist allemal düsterer als vielleicht nochmals 2 oder 3 Millionen Flüchtlinge aufzunehmen, die Zuflucht in Europa suchen. Und die wirtschaftlichen Beziehungen mit der Türkei temporär einzufrieren und vielleicht auch mal gerechter zu gestalten, wäre wirklich von Nöten – denn der, wie Zeybekci auf seine Art sagte, Knebelvertrag der Zollunion der Türkei mit der EU, sei für die erstere nicht weiter so fortzuführen. UNMÖGLICH.

Letzteres, also gerechtere Verträge aufzusetzen und ein klares STOP-Zeichen zu setzen, wäre durchaus auch eine humanistische und eher keine kriegerische Maßnahme. Doch das heißt nicht, dass man bei Demonstrationen, wie geschehen vor ein paar Tagen in Bern auf dem Parlamentsplatz, Plakate ungehindert durch die Straßen tragen lässt, die zum „Mord“ Erdogans aufrufen. Und da ein Revolver in Richtung des auf dem Plakat abgebildeten Kopf Erdogans zu sehen ist, wo darunter „Kill Erdogan“ steht, kann kein Mord auf diplomatischem Parkett gemeint sein, sondern „Mord“. UND DAS GEHT ECHT ZU WEIT. Haberler.com meldet am 28.03.17, dass die anarchistische Devrimci Gençlik Bern dafür verantwortlich ist. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, bislang ohne Verhaftungen vorgenommen zu haben, beklagt die Haberler.com.

Dass Erdogan, abgesehen von der Todesstrafe, die er durch Referendum eventuell wiedereinführen lassen will, auch über den Beitritt zur EU abstimmen lassen mag, erscheint aus erdoganscher Sicht gewiss folgerichtig – auch wenn die Schweiz nicht zur EU gehört, aber indirekt halt doch schon irgendwie.

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Trump ist politisch am Taumeln, eigentlich auch Erdogan; und dies trifft auch wirtschaftlich zu. Beide könnten sich als letzten Strohhalm an kriegerischen Auseinandersetzung im südöstlichen Mittelmeer über Wasser halten wollen (Russland, Großbritannien). Es ist auch daher höchste Zeit, dass der Opposition in der Türkei ersichtlich eine Chance gegeben wird von der EU, der demokratischen Opposition im Lande, und deshalb: größtenteils aussetzen des Handels und der Zollunion mit der Türkei, now, plus gerechteren Verträgen!!!

Dass die Republik Zypern nicht spürbarer auf die Bedürfnisse der Türkischzyprer eingeht, hat eben auch solche Forderungen wie die angesprochenen 4 Freiheiten zum Ergebnis, was den Stand der Dinge recht trefflich reflektiert auf seine Weise. Die instabile gesellschaftspolitische Lage auf Gesamtzypern gibt nicht nur Anlass zu Verschwörungstheorien der Art, dass das Versagen beim Verhandeln von langer Hand von gewissen Mächten geplant sein soll, sondern sie bietet vor allem ein Einfalltor oder Austragungsort für alle unerwünscht möglichen Entwicklungen, die sich bereits abspielen in der Region. Und da hilft auch nicht, dass sich anscheinend der Papst in Rom zu Wort meldete. Anscheinend hat der den Türken geraten, mit NEIN abzustimmen. Offenbar können türkische Staatsbürger auch in Italien ihre Stimme abgeben, was nun auch in Deutschland seit 2-3 Tagen der Fall ist. Erdogan schimpft entsprechend und meint zur abgegebenen Meinung des Papstes: „Da zeigt sich das Wesen der Kreuzritter gegen die Muslime aufs Neue!“

Insofern ist es recht unklug von der Republik Zypern, sich diesen ‚Luxus‘ zu leisten und darauf zu bauen, dass im Ernstfall jemand in Brüssel, Washington oder Moskau sich zu ihren Gunsten regen wird, wenn beispielsweise der Norden Zyperns für die Republik Zypern als zugehöriger Teil für eventuell länger als die bereits verstrichenen 40 und mehr Jahre weiterhin ‚verloren‘ gehen wird!

Die letzte Meldung, die hier reinflatterte und so in etwa von Belang sein könnte, zu dem, was bislang geschrieben steht: Anastasiadis und Akinci werden sich nun doch schon früher als von Akinci angekündigt, treffen. Den kommenden Sonntag wird es so weit sein. Akinci lässt vorweg wissen, dass das ein Treffen (2.April) sein wird, welches nichts mit den zuvor geführten Wiedervereinigungsverhandlungen direkt zu tun hat. Man trifft sich lediglich zum Lunch und um auszuloten, ob man sich noch einig werden kann, um dann eventuell ein Treffen im Rahmen der genannten Verhandlungen anzuberaumen.

Quelle: Kandern Feb/März 2017


Κandernundmehr-News lebt!

Nein, dieses Internetblatt mit diesem eben genannten Namen lässt sich nicht so einfach aus der Welt befördern!

Dieses Blatt macht trotz einiger Widrigkeiten im Umfeld weiter!

Es hat etwas Zeit in Anspruch genommen – zugegeben -, sich neuauszurichten und gewisse grundsätzliche Entscheide zu fällen, doch jetzt sind sie gefällt!

Kandernundmehr-News wird jetzt, wie gehabt, objektiv, informativ und den frommen, guten und anders gearteten An-Schein der DINGE im Dreiländereck und natürlich in Kandern und darüber hinaus hinterfragend berichten – und dies stets zur Mitte eines Monats (plus, minus einen oder zwei Tag/e), und zwar ab März 2017.

Um sich einen Überblick zu holen von dem, was hier bislang berichtet worden ist, kann dieser auf kanderundmehr.com gewonnen werden. Auf der genannten Webseite ist der Button rechts namens „Kandern“ zu klicken, bevor speziell News zum Dreiländereck gelesen werden kann.

Sich etwas bei Zypernundmehr-News einzulesen, wie kandernundmehr-News auch noch heißt, gibt Ihnen einen Einblick in Politiken und andere Ereignisse, die im südöstlichen Mittelmeer – oft auch mit Bezug zu Deutschland – gerade relevant sind oder waren!

Kandernundmehr-News, nun separat eingerichtet auf Facebook, freut sich, Ihnen ihre unabhängige Sicht der Dinge weiterhin zu Hause, oder wo immer Sie sich gerade aufhalten, zur Verfügung zu stellen.

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Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz in Kehl beschwert sich bei der EU-Kommission in Brüssel über den französischen Staat. Die Ortenauer Verbraucherschützer wollen die französischen Behörden dazu bringen, keine Sozialabgaben mehr auf Mieteinkünfte, Einnahmen aus Kapitalvermögen und Wertzuwächse von Immobilien zu verlangen, die von EU-Bürgern erzielt werden, die in einem anderen EU-Land bereits sozialversichert sind. … Das Verbraucherschutzzentrum und zwei unabhängige Vereine berufen sich dabei auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs von Februar 2015. Dieses hatte das Vorgehen des französischen Staates untersagt. … Mit einem neuen Gesetz habe der französische Staat die Abgabepflicht aber wieder widerrechtlich eingeführt. Das Geld fließe zwar nicht mehr direkt in die Sozialversicherung, sondern an Fonds für die Altersversorgung. Diese Fonds übernahmen aber indirekt Aufgaben der Sozialversicherung, lautet die Argumentation (01. März 2017, Badische Zeitung).“

Was verstehen wir, was im Grunde ja schon alle unter uns bereits intus haben, nämlich: Behörden wollen kontrolliert sein! Nachdem, was alltäglich auf Bürger einfließt an Informationen, hat sich bei vielen der Eindruck festgesetzt: „Es wird immer schlimmer!“ Die Deutschen waren und sind für ihren Bürokratismus weltbekannt. Wer sich allerdings schon mal länger im Ausland aufgehalten hat, dürfte wohl meistens die Erfahrung gemacht haben, dass zuvor erwähnter Eindruck woanders zuweilen um Längen übertroffen wird.

Und so ist wenig verwunderlich, dass es zumindest einer Stimme bedarf, die gewisse Vorgänge und Schräglagen im DREILÄNDERECK benennt und davon berichtet – wie gehabt VÖLLIG unabhängig. Letzteres ist, was uns ganz besonders auszeichnet. Wir schreiben, was wir wollen im Rahmen der gegebenen Gesetze. Keiner da, dessen Interessen wir zu bedienen oder zu berücksichtigen hätten: Uns gefällt, was gefällt und missfällt, was eben missfällt etc., egal von wem!

Kandernundmehr-News, mag hier kurz angefügt werden, nimmt Anregungen Beobachtungen und Ansichten etc. der Leser gerne entgegen!

***

Wer mit dem 55er-Bus schon mal von Weil am Rhein nach Basel gefahren ist, hat gewiss nach rechts gesehen auf der Brücke vor der Erlenstrasse, schräg gegenüber vom Badischen Bahnhof. Dort entsteht auf ‚bestem‘ Parkgelände ein Einkaufszentrum und wer weiß, was noch. Auf Kanderundmehr-News wurde schon vor Monaten beklagt, dass die schönen wilden Blumen dort für immer unterm Beton versenkt werden – obgleich: derzeit klafft gerade ein tiefes Loch. Wer weiß, wo die Erde, die die Blumen und Gräser einst beherbergte, hingeschüttet wurde?

Auch in Saint-Louis im Elsass, wo man eigentlich nirgends wirklich Tee trinken gehen kann, weil die Tassen so klein sind und der Preis dafür so hoch, wird „der Ausbau der regionalen Einzelhandelsfläche … auch im französischen Teil des Dreiländerecks forciert. Aktuell konkretisiert sich das seit Jahren am Euroairport (EAP) geplanten Einkaufszentrum.“ Der französische Konzern UNIBAIL will das Projekt bis 2022 fertiggestellt haben, schreibt die Badische Zeitung vom 01. März 2017 des Weiteren. Das Projekt entsteht zwischen Saint-Louis und dem Flughafen, irgendwo an der Autobahn 35. Verheißungsvoll liest sich, dass das Projekt auch Freizeitangebote einplant: Tennis, Kino, wer weiß, vielleicht sogar Theater. Eine „Tauchanlage!“ Bis hoch nach Emmendingen und Waldshut auf deutscher Seite sollen Kunden angezogen, beziehungsweise angesprochen werden. Was am Dreiländereck bezeichnend ist, ist, dass Aufbruchsstimmung herrscht – Goldgräberstimmung ist es nicht wirklich. Zwar kann durchaus Euphorie ausgemacht werden wie bei jenem klassischen Goldrausch einst über dem großen Teich. Bei manchem blinkern nämlich in den Augen geradezu sichtbar Euros anstatt wie bei den Goldgräbern in den Staaten Dollars zu Zeiten Billy the Kid.

Doch von Menschen geschaffener Wildwuchs wird diesmal ziemlich sicher nicht in die Landschaft gesetzt. Man hat auch im Südwesten Deutschlands gelernt, im Dreiländereck. Der Umweltgedanke, und vor allem der der Effizienz, haben trotz weiterem Betreiben vom Atomkraftwerk in Fessenheim im Elsass, planerisch Fuß gefasst – dennoch werden Umweltverbände und andere gewiss zuhauf auf Mängel hinweisen können, die dazu raten, von erwähntem Projekt abzusehen.

Ja, Block 2 in Fessenheim soll mal wieder in Betrieb gehen Anfang August 2017, unweit von Breisach ist Fessenheim gelegen, also auch nicht allzu weit von Freiburg oder Basel. Dass der Reaktorhersteller Areva eine fehlerhafte chemische Verbindung in den Unterlagen getürkt hatte, scheint des Profits wegen den maßgeblichen Beteiligten im ‚Reaktor-Risiko-Spiel‘ nicht wirklich von großem Belang zu sein – ist ja ‚nur‘ ein Atomkraftwerk. Und als sei das nicht schon genug, ist die Rede davon, dass es keine Sicherheitsbedenken mehr geben würde, weil, das betroffene Teil müsse nun doch nicht ausgetauscht werden.

Wie beruhigend!

Alles untersucht, alles gecheckt im Dampferzeuger unten, wird gesagt. Präsident Hollande hat bis Ende April 2017 die Möglichkeit, dem Spuk namens atomarer Notfall am Hochrhein ENDLICH ein Ende zu setzen. Warum tut er es nicht, nur, weil ein paar Leute lieber arbeitend in die Luft mit der alten Anlage fliegen wollen oder weil der Betreiber letztens 31 Leute eingestellt hat? Und dass die Bundesregierung nichts machen kann gegen das Betreiben dieser Anlage, ist auch nicht korrekt. Man ist schließlich anteilig mit im Boot und könnte sehr wohl einen entsprechenden Druck ausüben. Interessant ist, dass die Leute – wir eingeschlossen -, sich das einfach so gefallen lassen und das Risiko mittragen – um ihre Arbeitsplätze an solchen Orten kämpfen. Sagenhaft.

Reicht doch eigentlich schon zu wissen, dass bei einem atomaren Clash wohl nicht ausbleibt, dass man sogar in Rheinfelden oder Kandern was vom atomaren Unfall abkriegen dürfte; wie kann man an so einem unsicheren Ort bloß arbeiten gehen, wo an dem Atomkraftwerk über die Jahre eh Mangel über Mangel verzeichnet wird und niemand garantieren kann, dass UNS alle Mängel berichtet werden, die da LEIDER sein könnten und bereits verbucht wurden!

In derselben, zuvor herangezogenen Ausgabe der Badischen Zeitung wird des Weiteren – einen Steinwurf entfernt von dem Projekt unweit des Flughafens EAP – davon berichtet, dass die Kleinstadt Hunningue im Elsass ihre Pforten nun auch in Richtung Rhein versucht aufzumotzen und entsprechend ausbaut. Auf 30. 000 qm sollen so um die „300 Wohnungen, ein Hotel sowie Laden- und Büroflächen“ sich dort breitmachen. Und: das „Projekt schreibt sich ein in die seit 2011 verfolgte Vision des trinationalen Stadtteils „3Land.“ Die Brücke rüber ins Deutsche besteht ja bereits (seit 2007). Es müssen voraussichtlich noch weitere 5 Jahre oder mehr ins Land ziehen, bis alles steht. Ein Radel sich zuzulegen, macht hier in der Region allemal Sinn. Seit 2016 gibt es auch bei Hunningue einen Radfahrweg entlang dem Rhein.

Sollte man inzwischen in Kandern – im nicht allzu fernen Hinterland – auf die Idee gekommen sein, sich an diese Entwicklung besser anzubinden verkehrstechnisch, dann könnte zumindest auf deutscher Seite des Dreiländerecks von einer optimalen Ausgestaltung verkehrstechnisch gesprochen werden. Ein Fahrradweg besteht bereits bis Binzen von Kandern aus. Wünschenswert wäre noch ein befestigter Weg für Fahrradfahrer bis nach Haagen und somit Lörrach – ja, da ist ein Wald, aber … – von Kandern.

In Richtung Badenweiler, unweit von Kandern, gibt es auch die Ortschaft Sitzenkirch, wo es auch keinen Fahrradweg hingibt, auf zuweilen holprigem Waldrand. Kann gut sein, dass eine Eisenbahn-Trasse nach Müllheim via Sitzenkirch nicht berücksichtigt werden kann von Kandern aus. Es ist eher davon auszugehen, dass es die nächsten 100 Jahre nicht dazu kommt. Gern täuschte man sich da.

Vielleicht lässt ja das neuentdeckte „Alleinstellungsmerkmal“ die Sitzenkirchner durchaus berechtigt hoffen, dass zumindest ein Bahngleis von Kandern bis nach Sitznkirchen verlegt wird, auf dem dann FLEISCH in die Welt geschickt werden kann. Das wäre dann in etwa so eine Bahnstation wie in Kandern, nur, dass es dort Touristen sind, die man politisch korrekter Weise ja selbstverständlich nicht nur auf ihr FLEISCH reduzieren darf. Fährt man in der Gegend von Sitzenkirch mit dem Auto herum und sieht die friedlichen Kühe – mal nur ganz schwarze, woanders nur ganz helle – auf den schönen grünen Hängen stehen, überfällt einen unweigerlich so etwas in der Perzeption, wie: ländliche Idylle – das Gefühl von heiler Welt.

Doch wie könnte es anders sein: Dahinter steckt auch Geschäft, eines sogar, welches, wie gesagt, ein Alleinstellungsmerkmal hat, das, versteht sich, ausgeschlachtet gehört. Und dieses Merkmal versucht die Stadt Kandern nun wohl auch daher zu kapern, denn Sitzenkirch ist der Ort in der Region, der ein EIGENES Schlachthaus hat.

Manchem Beobachter mag dieser Ort, der auserwählt wurde, um das Schlachten in größerem Stil zukünftig zu betreiben in der Region irgendwie passend, anderen wohl eher unpassend vorkommen – das ehemalige Benediktinerinnenkloster. Es muss allerdings noch etwas ausgebaut werden und erneuert. Immerhin, der Gemeinderat in Kandern hat schon hurra geschrien, äh, positiv beschieden, dass man dabei ist. Ja, entweder die Studie des „Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes“ oder aber ganz einfach, das „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ wird den Kandernern ermöglichen, das Ding zu kapern, also sich anzuhängen oder einzubringen usw. Das Gebilde, welches gerade im Entstehen ist, heißt sodann „Schlachthausgemeinschaft“, in der sogar Gemeinden etwas weiter gelegen, wie Bad Bellingen oder etwas näher, Schliengen, Mitglieder sein werden.

Die armen schönen Kühe mit den schönen Fellen und wundersamen Augen auf den Weiden, Nutzvieh? Da wäre noch der nahe Nutzwald, der um Kandern und Sitzenkirch herum ziemlich intensiv genutzt wird: „Kein Zutritt, Achtung Lebensgefahr!“ stand da heute auf einem Schild und das hing an einem rotweißen Plastikband, welches mitten im Wald ausgerechnet MEINE bevorzugte Joggingstrecke abgeschnitten hat. Bei der Gelegenheit und schön im eigenen Schweiß vom Rennen kapierte ich plötzlich, dass das Wort „Forst“ überhaupt die angebrachtere Bezeichnung als „Nutzwald“ ist für das, was ich nun vielleicht nie wieder „Wald“ nennen werde in meiner Sprache.

Eine Bahntrasse von Kandern bis nach Haltingen muss einfach her – was auch sonst? Breitere Autostraßen etwa? Das kann’s nicht gewesen sein.

***

Und unvermeidlich ist, auch wenn man sich zuweilen noch so in sein Tal verkriecht, dass halt doch etwas von der allgemeinen oben angeführten Entwicklung – und mehr – im Dreiländereck in Kandern ankommt. Wohnraum wird gebraucht. Letzteres hängt nicht nur mit den Flüchtlingen zusammen, wovon einige noch immer in Zelten vor Kandern hausen. Nein, die Region Dreiländereck wächst. Erfreulich ist, dass anscheinend auch mit zunehmend mehr Kindern gerechnet wird, die in Kandern eventuell zur Welt kommen oder mit ihren Eltern sich dort niederlassen. Die Gemeinde und ihr Gemeinderat stellen sich also darauf ein. Der Bebauungsplan „Rebacker II A“ kann als „Entwurf zur Offenlage“ auch im Netz angesehen werden. Die zweite Änderung des Plans wurde vom Gemeinderat am 27.07.2016 abgenickt. Darin steht, man habe sich für keinen Umbau des Kindergartens entschieden, sondern ein Neubau soll her. Die Voraussetzungen dafür scheinen gegeben zu sein, auch wenn auf eine Umweltprüfung verzichtet wird. Man gibt vor, es eilig zu haben. Sagen wir mal: Die steigenden Mieten für den bereits vorhandenen Wohnraum plus Flüchtlingen vor der Stadt und eben auch der Zuzug von Grenzgängern macht das alles erforderlich. Das scheint angekommen zu sein. Inwieweit im Gemeinderat auch angekommen ist, endlich die Bahngleise auszubauen, damit täglich Züge bis nach Haltingen verkehren können, ist hier noch nicht bekannt. Auch dieses Projekt, so man inzwischen dafür ein Einsehen gewonnen hat, gehört mit Volldampf umgesetzt – bestens noch gleich eine Trasse nach Müllheim verlegen; nach Rheinfelden wäre wohl doch übertrieben?

Das Plangebiet in Rede (Rebacker II) befindet sich im „historisch gewachsenen Siedlungskern der Stadt Kandern – im Bereich des Forsthausgartens, im Bereich des bestehenden Kindergartens und die Freifläche davor“ sowie im Bereich der Forstverwaltung (1,61 ha). „… Die maximal überbaubare Grundfläche liegt unterhalb des Schwellenwertes des § 13a (1) Nr. 1 BauGB. … Die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung ist nicht erforderlich. … [E]ine Beeinträchtigung der Schutzgüter nach § 1 (6) Nr. 7 BauGB [liegt auch nicht vor] etc. … Innerhalb der Grün- und Freiflächen“ sollen möglichst „naturnahe Bereiche wie zum Beispiel kleine Trockenstandorte etc.“ hergestellt werden. „Da in die Lebensräume geschützter Arten eingegriffen wird, sind Maßnahmen zur Überwachung erforderlich. (siehe genannten Entwurf)“

Die beiden oben zuletzt angeführten Punkte stehen in den sogenannten „Empfehlungen“ des Entwurfs. Und dann steht da noch etwas, was insbesondere einige Anwohner um und in der Ochsengasse etc. ganz besonders erfreuen dürfte: Zwecks Platzmangel „wurde die Anzahl der auf den privaten Flächen nachzuweisenden Stellplätze erhöht. Aus dem gleichen Grund müssen Nebenanlagen, Einfriedungen, Stützmauern, Carports und Stellplätze, etc. einen Mindestabstand von einem Meter einhalten.“

Neuerdings gibt es in Kandern ja einen Verkehrspolizisten, der Streife läuft. Ob der wohl demnächst beauftragt wird, mit dem Maßband nachzumessen, ob die Abstände auch eingehalten wurden? Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, denn in Kandern regelwidrig parken, fällt recht schwer.

Auf diesen ‚sensationell lustigen‘ Einfall von eben kommt man doch des Messens von einem Meter Abstand wegen. Weil, ja, weil nämlich auf dem nördlichen Bereich des genannten Planungsgebietes Unschönes – eventuell – aufwartet, dass nicht so richtig ge- oder vermessen werden kann, wenn überhaupt vorhanden. Wie wir noch alle erinnern: Auch in Deutschland war mal Krieg. Und, Sie werden es nicht wahr haben wollen, verehrte Leser, Reste davon liegen noch immer herum, eigentlich gar nicht so weit von dort in Kandern, eventuell, wo Kinder in einen Kindergarten gehen usw.

Was ist also los!

Kampfmittelverdachtsfläche!“

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst war im Juli 2016 ganze zwei Tage vor Ort und hat sich nach dem Zeug umgesehen, wo der neue Kindergarten hingebaut werden soll und/oder in dessen unmittelbarer Nähe. Angeblich haben die nichts von dem Zeug gefunden. So auch im Herbst des gleichen Jahres. Allerdings mag niemand ausschließen, dass da irgendwo, vielleicht weiter rechts oder doch eher links noch das eine oder andere Kampfmittel auf den nächsten Krieg wartet? Hier auf Kandernundmehr besteht EINDEUTIG die Meinung, dass das ganze Gelände, ohne Ausnahme, abgesucht wird, auch wenn nur der nördliche Teil als „Kampfmittelverdachtsfläche“ ausgewiesen wird! Vielleicht sollte man mal eine Mauereidechse lebendig ins Labor schicken, um zu sehen, ob dieser im Entwurf als schützenswerter tierische ‚Bewohner‘ des Geländes Ausgewiesene Spuren von diesem KRIEGSZEUG in oder an sich trägt – und danach setzt man ihn besser lebendig wieder dort ab, wo man ihn hergeholt hat. Er wohnt ja schließlich dort. Die Bestandssicherung dieser Eidechse ist nämlich behördlich angeordnet sowie entsprechende Maßnahmen, die es dafür zu ergreifen gilt!

Immerhin: Von sich aus prüft die Behörde, „ob einzelne Bäume mit vertretbarem Aufwand erhalten werden können.“ Nur wo fängt der „vertretbare[] Aufwand“ an und wo endet so etwas – bei 15 Euro 50 oder bei 15 Euro 60. Wer ermittelt diesen Wert und wie?

OK, man hat sich ja abgesichert, denn im Entwurf steht auch noch, was nicht übersehen werden darf: „Obwohl der Eingriff in den Baumbestand zulässig ist und keine Pflicht zu Ausgleichsmaßnahmen gemäß der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung besteht …“, kümmert man sich wie in etwa beschrieben um die Bäume. Ein Baum sollte möglichst auf jedem Grundstück stehen, wird empfohlen.

Die neuen Bauplätze werden einschließlich aller Kosten von der Stadt Kandern selbst veräußert.“

***

Sollte man vor der Wahl stehen, sich von einem der überregionalen Anbieter eines Internetanschlusses verabschieden zu wollen, dann, so man in Kandern wohnt, gibt es einen örtlichen Provider, der sozusagen den Segen vom Bürgermeisteramt und höheren amtlichen Stellen hat. Der Haken an dieser Sache ist und bleibt vorerst, dass dieser 189 € Anschlussgebühr einmalig verlangt. Kann gut sein, dass diese Info schon veraltet ist, was hier aber nicht angenommen wird, weil die Webseite der Stadt Kandern das ja noch so anführt – und die sind hier ja schließlich auf Zack, wie man sagt.

So auf Zack ist man überhaupt allgemein, dass neuerdings sogar Personen, wie auf der Webseite der Stadt Kandern des Weiteren zu lesen ist, die „in Einrichtungen zum Schutz vor häuslicher Gewalt, in Einrichtungen zur Behandlung von Suchterkrankungen, in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder sonstigen Einrichtungen, …, in einer Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber oder sonstige ausländische Flüchtlinge oder in einer Justizvollzugsanstalt wohnen, … künftig ein sogenannter bedingter Sperrvermerk im Melderegister eingetragen [wird]. … . Bei Melderegisterauskünften an Private muss die Meldebehörde dann in diesen Fällen vor einer Auskunftserteilung die Betroffenen anhören und darf keine Auskunft erteilen, wenn durch die Beauskunftigung schutzwürdige Interessen von Betroffenen beeinträchtigt würden. … . [B]ei Melderegisteranfragen für gewerbliche Zwecke … muss künftig der gewerbliche Zweck immer angegeben werden. Die erlangten Daten dürfen nur für den angegebenen Zweck verwendet werden und dürfen vom Datenempfänger nicht wiederverwendet werden (Verbot des Datenpooling). Eine strikte Zweckbindung besteht auch für so genannte erweiterte Melderegisterauskünfte, für Gruppenauskünfte und für Daten, die trotz bestehender Auskunftssperre nach besonderer Begründung und Bewertung beauskunftet worden sind.“ Für Werbung und Weiteres muss eine Einwilligung der Betroffenen vorliegen. Außerdem scheint man bei der Meldebehörde explizit einen Vermerk anbringen lassen zu können: für Werbung etc. nicht weitergeben oder wie immer das dort formuliert ist. Denn solange wir diesen Zusatz nicht anbringen lassen, können unsere Daten abgegriffen werden, versteht sich in beschränktem Umfang doch für Werbezwecke sehr wohl.

Lesen sich doch eigentlich recht gut, die neuen Verordnungen im Melderegisterwesen. Doch dürfte es recht kompliziert und vor allem aufwendig werden mit der Zeit, zweckfremden Gebrauch zu verfolgen und aufzuspüren. Denn sehr oft dürften die Betroffenen keinen Schimmer davon haben, wie gehabt, was mit ihren Daten so alles getrieben wird.

Des Weiteren ist auf der Webseite der Stadt Kandern zu lesen: „Mitwirkungspflicht des Wohnungsgebers – Bestätigung“. Das bedeutet, eine „Mitwirkungspflicht des Wohnungsgebers bzw. des Wohnungseigentümers bei der Anmeldung und bei der Abmeldung (z.B. beim Wegzug in das Ausland) [wird wieder eingeführt]. Und wie einst in fernen Tagen in Berlin, kommt einem sozusagen automatisch zurück in die Erinnerung, muss nun auch wieder bei der Anmeldung in der Meldebehörde eine „Wohnungsgeberbescheinigung“ vorgelegt werden. Bei Untermietsverhältnissen, um es gleich klarzustellen für alle jenen, sind die Hauptmieter diejenigen, die zur Meldung auf das Amt zu schreiten haben. In Zeiten des AIRBnB und Wohnungstausch auf Zeit, ganz zu schweigen von Ferienwohnungen, wartet der Wahnsinn also bereits im Detail. Den Verwaltungsakt, der folgt, lässt jetzt schon grüßen: „Die Wohnungsgeberbescheinigung kann im Rathaus Kandern, Einwohnermeldeamt, Zimmer 1, der Stadt Kandern und auf den Ortsverwaltungen abgeholt werden. Zusätzlich stellen wir Ihnen das Formular auf unserer Homepage www.kandern.de zur Verfügung.

Und damit Sie nicht zu fix aus dem staatlichen Blickfeld geraten, also zu Ihrem Schutz und dem anderer: „Die Abmeldung einer Wohnung ist wie bisher NUR bei Wegzug in das Ausland bzw. Aufgabe einer Nebenwohnung erforderlich. In diesen Fällen ist auch eine Wohnungsgeberbescheinigung über den Auszug erforderlich. Neu: gesetzlich ist hier künftig ein Zeitfenster von einer Woche vo[n] bis zwei Wochen nach dem Auszug vorgesehen. … . Die Abmeldung einer Nebenwohnung … erfolgt künftig nur noch bei der Meldebehörde, die für die Hauptwohnung zuständig ist.“ Gut zu wissen, denken hier gewiss einige, die schon auf dem Weg waren, ihre Wohnung in Kandern beispielsweise in Kandern auf dem Amt kündigen zu gehen, jetzt, wo der Hauptwohnsitz ja jetzt in die Hauptstadt der Republik verlegt wurde auf die Schnelle oder anders.

Apropos: Die Anmeldepflicht bei Bezug einer neuen Wohnung wurde von einer auf zwei Wochen verlängert. Und wer in Deutschland bereits gemeldet ist und sich für 5 Monate und 28 Tage oder 29 in Berlin niederlässt oder Bremen und andernorts in der BRD muss das nicht melden. 6 Monate dürfen also nicht überschritten werden und wenn doch, dann rechtzeitig anmelden, ansonsten drohen wohl irgendwelche Strafen, ist zu vermuten. Touristen, die sonst im Ausland leben, müssen sich nach drei Monaten melden.

Und jetzt kommt’s, und zwar unter dem Namen „vorausgefüllter Meldeschein“. Und das Ding funktioniert so:

[D]ass im Falle einer Anmeldung die eigenen Meldedaten im automatisierten Verfahren der Meldebehörde am Zuzugsort bereitgestellt werden [ab Jahr 2018].“ Der Vorausgefüllte wird dann zur allgemeinen „Erleichterung“ im Bürokratiedschungel führen, hofft man.

Bevor wir noch zu anderen Informationen aus der Region kommen, noch schnell diesen Auszug einer Pressemitteilung der Stadt Kandern:

Die Stadt Kandern muss die getrennte Abwassergebühr rückwirkend zum 01.10.2010 einführen, da der Baden-Württembergische Verwaltungsgerichtshof den Frischwassermaßstab für die Berechnung der Niederschlagswassergebühr im Urteil vom 11.03.2010 für alle Kommunen in Baden-Württemberg beanstandet hat. Mit der neuen Abwasserberechnung entspricht die Stadt Kandern den Anforderungen der Rechtsprechung. Durch die Einführung der getrennten Abwassergebühr wird keine neue Gebühr erhoben, sondern lediglich der Aufwand für die Abwasserbeseitigung nach einem zusätzlichen und neuen Maßstab verteilt. Für die Erhebung der getrennten Abwassergebühr werden die Gesamtkosten der Abwasserbeseitigung aufgeteilt nach dem Aufwand für die a) Schmutzwasserbeseitigung und für die b) Niederschlagswasserbeseitigung.

Das hat zur Folge, dass es künftig eine SCHMUTZWASSERGEBÜHR und eine NIEDERSCHLAGSWASSERGEBÜHR geben wird … Bei der zukünftigen Gebührenerhebung soll die Niederschlagswassergebühr nach den bebauten und befestigten (versiegelten) Teilflächen der an die öffentliche Abwasserbeseitigung angeschlossenen Grundstücke …“ ermittelt werden.

***

Denken wir an Fessenheim, denken wir auch an Wyhl. Sie erinnern noch, als vor ziemlich genau 40 Jahren das Freiburger Verwaltungsgericht zur Tat geschritten wurde vom Druck der Bevölkerung, die massiv gegen einen Atommeiler im Ländle protestierte. Nun, der in Fessenheim ist leider dennoch bedrohlich nah und wird und wird nicht abgestellt? Doch, können Sie es noch erinnern – genügend Parallelen dazu gibt es ohnehin heutzutage immer noch: Dieselgate etc. Nun, die Badische Zeitung vom 11. März 2017 schreibt also: „Die Wyhl-Urteile des Freiburger Verwaltungsgerichts hatten keinen Bestand. Die Klagen wurden im Berufungsverfahren beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim im Frühjahr 1982 abgewiesen. Der VGH kam aufgrund seiner (ebenfalls eingehenden) Beweisaufnahme zu dem Ergebnis, dass ein katastrophales Versagen des Reaktors „praktisch ausgeschlossen“ werden könne und es einer zusätzlichen Berstsicherung nicht bedürfe.“ Die Berstsicherung war damals das entscheidende Argument, welches angeführt wurde von den Atomgegnern, um den Kasten doch nicht in die Landschaft gesetzt zu bekommen. Erst 2002 „wurde schließlich ein Verbot des Neubaus von Atomkraftwerken im Atomgesetz festgeschrieben.“

Interessant ist jedoch, was Joachim von Bargen im genannten Artikel in der Badischen Zeitung noch zusammenträgt im obigen Zusammenhang:

Die Revision der Kläger – über sie entschied das Bundesverwaltungsgericht Ende 1985 – blieb erfolglos. Anders als in seiner bis zu diesem Urteil maßgeblichen Rechtsprechung, die noch von einer umfassenden Kontrollpflicht der Verwaltungsgerichte ausging (deshalb die aufwendigen Beweisaufnahmen), hieß es jetzt, dass es nicht Sache der verwaltungsgerichtlichen Kontrolle sein könne, „die der Exekutive zugewiesene Wertung wissenschaftlicher Streifragen einschließlich der daraus folgenden Risikoabschätzung durch eine eigene Bewertung zu ersetzen.“ Soll unter anderem heißen: die Behörde hat ihre Kompetenzen überschritten. Man darf mit Fug und Recht sagen, dass alle möglichen behördlichen Kompetenz-Überschreitungen leider gehäuft losgetreten werden.

Das Projekt „Leuchtturm“ wird im Landkreis Lörrach gerade losgetreten. Die Erosionsgefahr durch Starkregen soll ermittelt werden. 288 000 € Fördergeld konnten bislang bereits eingestrichen werden dafür vom Projektträger namens Jülich. Mindestens ebenso positiv klingt, dass im Breigau-Hochschwarzwald ENDLICH ein Sozialticket eingeführt werden soll – sagen wir: es wird lautstark gefordert. Das würde im Monat dann so um die 33 € kosten. Vorbild für eine derartige, finanzielle Stütze ist hier in der Region Freiburg, wo es bereits so ein Ticket gibt. In Freiburg leistete man sich, könnte manche/r denken, DAFÜR chice Abfalltonnen zu 156 000 €. Sehen aus, als seien sie aus Silber gemacht und strahlen eben POSITIV wie das gepflegte Image der Stadt: steril, sauber, futuristisch. Und Strahlkraft haben hier im Ländle nicht nur silberne Mülleimer.

Uns allen hier in der Region ist natürlich Badenweiler als ein Hort der GUTBETUCHTEN und Strahlemänner und -frauen ein Begriff. Das ist DER Ort der Schickeria, wird gesagt. Viel Prominenz und dergleichen, alles möglichst diskret und schon fast steril gehalten, wie eine Tonne, in die nur kommt, wer dafür auserwählt wurde. Kurgäste gibt es natürlich auch noch, die einfach Wellness wollen und oft nicht ganz so begütert zu sein scheinen. Doch so recht weiß man nie, wie SCHWER die Jungs oder Mädels sind, die oft hochbetagt die Cafészene, ja, wie soll man sagen, prägen. Nun, trotzdem scheint der Kämmerer der Stadt zu klagen, der Herr Berninger. Der Säckel müsse enger geschnallt werden, hat er allerdings nicht gesagt. Es hörte sich eher an, wie bei einem orientalischen Händler, der ja aus Prinzip klagt, auch, wenn die Geschäfte gut gehen. Unter vielen anderen Posten müssten für Obdachlose und Flüchtlinge in Badenweiler beispielsweise 250 000 € jährlich ausgegeben werden. Dass knapp 500.000 € für zwei Feuerwehrautos ausgegeben werden, findet Berninger, sei eine Investition in die Zukunft. Hoffen wir mal, dass diese recht teure Investition dann auch alle Winkel und Höhen der Kleinstadt im Notfall erreichen wird können. Über Herrn Berninger war auch in Erfahrung zu bringen, dass der Besuch von Badegästen von 70 000 in den achtziger Jahren auf 40 000 zurückgegangen sei. Die Initiative Bus 111.de Badenweilers kämpft gerade dafür, dass der Nahverkehr noch mehr ausgebaut wird. Sie treffen sich am 14. März um 19.30 Uhr in der Blauenstraße 15 in Badenweiler – Finiresort.

Zum Schluss eine zuversichtlicher stimmende Nachricht: In der Ortschaft Sulzburg (Luftkurort) wird man im Sommer zum Baden oder Schwimmen keine 2 € mehr abdrücken müssen. Ehrlich gesagt, war dieser Geldbetrag nicht zu viel verlangt, für das, was geboten wird. Immerhin kann dort nach einem Bad im meist etwas kalten Waldsee heiß geduscht werden, ja, sogar was zu Trinken wurde einem plus nettem Plausch mit Herrn Weschenfelder gereicht. Letzterer wird dieses Jahr zwar noch vor Ort weilen, wenn die Badesaison eröffnet sein wird, doch eben diese 2 € entfallen. Es bleibt bei den Nutzungszeiten: von 08 Uhr bis 20 Uhr.

Erfreulich und gleichzeitig unerwartet, dass ein Gemeinderat mehrheitlich dafür stimmt, dass Gebühren (der Eintrittspreis) abgeschafft werden. Die Badestelle Sulzburg ist wirklich ein kleiner Juwel. Es darf davon ausgegangen werden, dass der Wegfall des Eintrittspreises keinen starken Zustrom von Badefreudigen aufkommen lassen wird. Zum einen ist der Ort recht entlegen gelegen, was auch den besonderen Charme ausmacht, und zum anderen ist es eben halt auch ein See, wo schon mal das eine oder andere Kraut beim Schwimmen am Bauch kribbeln kann – von unten. Die Liegewiese ist dort recht groß, das Schwimmbecken hingegen recht eng und klein, was wohl auch dazu beiträgt, dass die Badestelle nur für HARTGESOTTENE ein Magnet bleiben wird.

Nein, dieses Internetblatt mit diesem eben genannten Namen lässt sich nicht so einfach aus der Welt befördern!

Dieses Blatt macht trotz einiger Widrigkeiten im Umfeld weiter!

Es hat etwas Zeit in Anspruch genommen – zugegeben -, sich neuauszurichten und gewisse grundsätzliche Entscheide zu fällen, doch jetzt sind sie gefällt!

Kandernundmehr-News wird jetzt, wie gehabt, objektiv, informativ und den frommen, guten und anders gearteten An-Schein der DINGE im Dreiländereck und natürlich in Kandern und darüber hinaus hinterfragend berichten – und dies stets zur Mitte eines Monats (plus, minus einen oder zwei Tag/e), und zwar ab März 2017.

Um sich einen Überblick zu holen von dem, was hier bislang berichtet worden ist, kann dieser auf kanderundmehr.com gewonnen werden. Auf der genannten Webseite ist der Button rechts namens „Kandern“ zu klicken, bevor speziell News zum Dreiländereck gelesen werden kann.

Sich etwas bei Zypernundmehr-News einzulesen, wie kandernundmehr-News auch noch heißt, gibt Ihnen einen Einblick in Politiken und andere Ereignisse, die im südöstlichen Mittelmeer – oft auch mit Bezug zu Deutschland – gerade relevant sind oder waren!

Kandernundmehr-News, nun separat eingerichtet auf Facebook, freut sich, Ihnen ihre unabhängige Sicht der Dinge weiterhin zu Hause, oder wo immer Sie sich gerade aufhalten, zur Verfügung zu stellen.

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Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz in Kehl beschwert sich bei der EU-Kommission in Brüssel über den französischen Staat. Die Ortenauer Verbraucherschützer wollen die französischen Behörden dazu bringen, keine Sozialabgaben mehr auf Mieteinkünfte, Einnahmen aus Kapitalvermögen und Wertzuwächse von Immobilien zu verlangen, die von EU-Bürgern erzielt werden, die in einem anderen EU-Land bereits sozialversichert sind. … Das Verbraucherschutzzentrum und zwei unabhängige Vereine berufen sich dabei auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs von Februar 2015. Dieses hatte das Vorgehen des französischen Staates untersagt. … Mit einem neuen Gesetz habe der französische Staat die Abgabepflicht aber wieder widerrechtlich eingeführt. Das Geld fließe zwar nicht mehr direkt in die Sozialversicherung, sondern an Fonds für die Altersversorgung. Diese Fonds übernahmen aber indirekt Aufgaben der Sozialversicherung, lautet die Argumentation (01. März 2017, Badische Zeitung).“

Was verstehen wir, was im Grunde ja schon alle unter uns bereits intus haben, nämlich: Behörden wollen kontrolliert sein! Nachdem, was alltäglich auf Bürger einfließt an Informationen, hat sich bei vielen der Eindruck festgesetzt: „Es wird immer schlimmer!“ Die Deutschen waren und sind für ihren Bürokratismus weltbekannt. Wer sich allerdings schon mal länger im Ausland aufgehalten hat, dürfte wohl meistens die Erfahrung gemacht haben, dass zuvor erwähnter Eindruck woanders zuweilen um Längen übertroffen wird.

Und so ist wenig verwunderlich, dass es zumindest einer Stimme bedarf, die gewisse Vorgänge und Schräglagen im DREILÄNDERECK benennt und davon berichtet – wie gehabt VÖLLIG unabhängig. Letzteres ist, was uns ganz besonders auszeichnet. Wir schreiben, was wir wollen im Rahmen der gegebenen Gesetze. Keiner da, dessen Interessen wir zu bedienen oder zu berücksichtigen hätten: Uns gefällt, was gefällt und missfällt, was eben missfällt etc., egal von wem!

Kandernundmehr-News, mag hier kurz angefügt werden, nimmt Anregungen Beobachtungen und Ansichten etc. der Leser gerne entgegen!

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Wer mit dem 55er-Bus schon mal von Weil am Rhein nach Basel gefahren ist, hat gewiss nach rechts gesehen auf der Brücke vor der Erlenstrasse, schräg gegenüber vom Badischen Bahnhof. Dort entsteht auf ‚bestem‘ Parkgelände ein Einkaufszentrum und wer weiß, was noch. Auf Kanderundmehr-News wurde schon vor Monaten beklagt, dass die schönen wilden Blumen dort für immer unterm Beton versenkt werden – obgleich: derzeit klafft gerade ein tiefes Loch. Wer weiß, wo die Erde, die die Blumen und Gräser einst beherbergte, hingeschüttet wurde?

Auch in Saint-Louis im Elsass, wo man eigentlich nirgends wirklich Tee trinken gehen kann, weil die Tassen so klein sind und der Preis dafür so hoch, wird „der Ausbau der regionalen Einzelhandelsfläche … auch im französischen Teil des Dreiländerecks forciert. Aktuell konkretisiert sich das seit Jahren am Euroairport (EAP) geplanten Einkaufszentrum.“ Der französische Konzern UNIBAIL will das Projekt bis 2022 fertiggestellt haben, schreibt die Badische Zeitung vom 01. März 2017 des Weiteren. Das Projekt entsteht zwischen Saint-Louis und dem Flughafen, irgendwo an der Autobahn 35. Verheißungsvoll liest sich, dass das Projekt auch Freizeitangebote einplant: Tennis, Kino, wer weiß, vielleicht sogar Theater. Eine „Tauchanlage!“ Bis hoch nach Emmendingen und Waldshut auf deutscher Seite sollen Kunden angezogen, beziehungsweise angesprochen werden. Was am Dreiländereck bezeichnend ist, ist, dass Aufbruchsstimmung herrscht – Goldgräberstimmung ist es nicht wirklich. Zwar kann durchaus Euphorie ausgemacht werden wie bei jenem klassischen Goldrausch einst über dem großen Teich. Bei manchem blinkern nämlich in den Augen geradezu sichtbar Euros anstatt wie bei den Goldgräbern in den Staaten Dollars zu Zeiten Billy the Kid.

Doch von Menschen geschaffener Wildwuchs wird diesmal ziemlich sicher nicht in die Landschaft gesetzt. Man hat auch im Südwesten Deutschlands gelernt, im Dreiländereck. Der Umweltgedanke, und vor allem der der Effizienz, haben trotz weiterem Betreiben vom Atomkraftwerk in Fessenheim im Elsass, planerisch Fuß gefasst – dennoch werden Umweltverbände und andere gewiss zuhauf auf Mängel hinweisen können, die dazu raten, von erwähntem Projekt abzusehen.

Ja, Block 2 in Fessenheim soll mal wieder in Betrieb gehen Anfang August 2017, unweit von Breisach ist Fessenheim gelegen, also auch nicht allzu weit von Freiburg oder Basel. Dass der Reaktorhersteller Areva eine fehlerhafte chemische Verbindung in den Unterlagen getürkt hatte, scheint des Profits wegen den maßgeblichen Beteiligten im ‚Reaktor-Risiko-Spiel‘ nicht wirklich von großem Belang zu sein – ist ja ‚nur‘ ein Atomkraftwerk. Und als sei das nicht schon genug, ist die Rede davon, dass es keine Sicherheitsbedenken mehr geben würde, weil, das betroffene Teil müsse nun doch nicht ausgetauscht werden.

Wie beruhigend!

Alles untersucht, alles gecheckt im Dampferzeuger unten, wird gesagt. Präsident Hollande hat bis Ende April 2017 die Möglichkeit, dem Spuk namens atomarer Notfall am Hochrhein ENDLICH ein Ende zu setzen. Warum tut er es nicht, nur, weil ein paar Leute lieber arbeitend in die Luft mit der alten Anlage fliegen wollen oder weil der Betreiber letztens 31 Leute eingestellt hat? Und dass die Bundesregierung nichts machen kann gegen das Betreiben dieser Anlage, ist auch nicht korrekt. Man ist schließlich anteilig mit im Boot und könnte sehr wohl einen entsprechenden Druck ausüben. Interessant ist, dass die Leute – wir eingeschlossen -, sich das einfach so gefallen lassen und das Risiko mittragen – um ihre Arbeitsplätze an solchen Orten kämpfen. Sagenhaft.

Reicht doch eigentlich schon zu wissen, dass bei einem atomaren Clash wohl nicht ausbleibt, dass man sogar in Rheinfelden oder Kandern was vom atomaren Unfall abkriegen dürfte; wie kann man an so einem unsicheren Ort bloß arbeiten gehen, wo an dem Atomkraftwerk über die Jahre eh Mangel über Mangel verzeichnet wird und niemand garantieren kann, dass UNS alle Mängel berichtet werden, die da LEIDER sein könnten und bereits verbucht wurden!

In derselben, zuvor herangezogenen Ausgabe der Badischen Zeitung wird des Weiteren – einen Steinwurf entfernt von dem Projekt unweit des Flughafens EAP – davon berichtet, dass die Kleinstadt Hunningue im Elsass ihre Pforten nun auch in Richtung Rhein versucht aufzumotzen und entsprechend ausbaut. Auf 30. 000 qm sollen so um die „300 Wohnungen, ein Hotel sowie Laden- und Büroflächen“ sich dort breitmachen. Und: das „Projekt schreibt sich ein in die seit 2011 verfolgte Vision des trinationalen Stadtteils „3Land.“ Die Brücke rüber ins Deutsche besteht ja bereits (seit 2007). Es müssen voraussichtlich noch weitere 5 Jahre oder mehr ins Land ziehen, bis alles steht. Ein Radel sich zuzulegen, macht hier in der Region allemal Sinn. Seit 2016 gibt es auch bei Hunningue einen Radfahrweg entlang dem Rhein.

Sollte man inzwischen in Kandern – im nicht allzu fernen Hinterland – auf die Idee gekommen sein, sich an diese Entwicklung besser anzubinden verkehrstechnisch, dann könnte zumindest auf deutscher Seite des Dreiländerecks von einer optimalen Ausgestaltung verkehrstechnisch gesprochen werden. Ein Fahrradweg besteht bereits bis Binzen von Kandern aus. Wünschenswert wäre noch ein befestigter Weg für Fahrradfahrer bis nach Haagen und somit Lörrach – ja, da ist ein Wald, aber … – von Kandern.

In Richtung Badenweiler, unweit von Kandern, gibt es auch die Ortschaft Sitzenkirch, wo es auch keinen Fahrradweg hingibt, auf zuweilen holprigem Waldrand. Kann gut sein, dass eine Eisenbahn-Trasse nach Müllheim via Sitzenkirch nicht berücksichtigt werden kann von Kandern aus. Es ist eher davon auszugehen, dass es die nächsten 100 Jahre nicht dazu kommt. Gern täuschte man sich da.

Vielleicht lässt ja das neuentdeckte „Alleinstellungsmerkmal“ die Sitzenkirchner durchaus berechtigt hoffen, dass zumindest ein Bahngleis von Kandern bis nach Sitznkirchen verlegt wird, auf dem dann FLEISCH in die Welt geschickt werden kann. Das wäre dann in etwa so eine Bahnstation wie in Kandern, nur, dass es dort Touristen sind, die man politisch korrekter Weise ja selbstverständlich nicht nur auf ihr FLEISCH reduzieren darf. Fährt man in der Gegend von Sitzenkirch mit dem Auto herum und sieht die friedlichen Kühe – mal nur ganz schwarze, woanders nur ganz helle – auf den schönen grünen Hängen stehen, überfällt einen unweigerlich so etwas in der Perzeption, wie: ländliche Idylle – das Gefühl von heiler Welt.

Doch wie könnte es anders sein: Dahinter steckt auch Geschäft, eines sogar, welches, wie gesagt, ein Alleinstellungsmerkmal hat, das, versteht sich, ausgeschlachtet gehört. Und dieses Merkmal versucht die Stadt Kandern nun wohl auch daher zu kapern, denn Sitzenkirch ist der Ort in der Region, der ein EIGENES Schlachthaus hat.

Manchem Beobachter mag dieser Ort, der auserwählt wurde, um das Schlachten in größerem Stil zukünftig zu betreiben in der Region irgendwie passend, anderen wohl eher unpassend vorkommen – das ehemalige Benediktinerinnenkloster. Es muss allerdings noch etwas ausgebaut werden und erneuert. Immerhin, der Gemeinderat in Kandern hat schon hurra geschrien, äh, positiv beschieden, dass man dabei ist. Ja, entweder die Studie des „Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes“ oder aber ganz einfach, das „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ wird den Kandernern ermöglichen, das Ding zu kapern, also sich anzuhängen oder einzubringen usw. Das Gebilde, welches gerade im Entstehen ist, heißt sodann „Schlachthausgemeinschaft“, in der sogar Gemeinden etwas weiter gelegen, wie Bad Bellingen oder etwas näher, Schliengen, Mitglieder sein werden.

Die armen schönen Kühe mit den schönen Fellen und wundersamen Augen auf den Weiden, Nutzvieh? Da wäre noch der nahe Nutzwald, der um Kandern und Sitzenkirch herum ziemlich intensiv genutzt wird: „Kein Zutritt, Achtung Lebensgefahr!“ stand da heute auf einem Schild und das hing an einem rotweißen Plastikband, welches mitten im Wald ausgerechnet MEINE bevorzugte Joggingstrecke abgeschnitten hat. Bei der Gelegenheit und schön im eigenen Schweiß vom Rennen kapierte ich plötzlich, dass das Wort „Forst“ überhaupt die angebrachtere Bezeichnung als „Nutzwald“ ist für das, was ich nun vielleicht nie wieder „Wald“ nennen werde in meiner Sprache.

Eine Bahntrasse von Kandern bis nach Haltingen muss einfach her – was auch sonst? Breitere Autostraßen etwa? Das kann’s nicht gewesen sein.

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Und unvermeidlich ist, auch wenn man sich zuweilen noch so in sein Tal verkriecht, dass halt doch etwas von der allgemeinen oben angeführten Entwicklung – und mehr – im Dreiländereck in Kandern ankommt. Wohnraum wird gebraucht. Letzteres hängt nicht nur mit den Flüchtlingen zusammen, wovon einige noch immer in Zelten vor Kandern hausen. Nein, die Region Dreiländereck wächst. Erfreulich ist, dass anscheinend auch mit zunehmend mehr Kindern gerechnet wird, die in Kandern eventuell zur Welt kommen oder mit ihren Eltern sich dort niederlassen. Die Gemeinde und ihr Gemeinderat stellen sich also darauf ein. Der Bebauungsplan „Rebacker II A“ kann als „Entwurf zur Offenlage“ auch im Netz angesehen werden. Die zweite Änderung des Plans wurde vom Gemeinderat am 27.07.2016 abgenickt. Darin steht, man habe sich für keinen Umbau des Kindergartens entschieden, sondern ein Neubau soll her. Die Voraussetzungen dafür scheinen gegeben zu sein, auch wenn auf eine Umweltprüfung verzichtet wird. Man gibt vor, es eilig zu haben. Sagen wir mal: Die steigenden Mieten für den bereits vorhandenen Wohnraum plus Flüchtlingen vor der Stadt und eben auch der Zuzug von Grenzgängern macht das alles erforderlich. Das scheint angekommen zu sein. Inwieweit im Gemeinderat auch angekommen ist, endlich die Bahngleise auszubauen, damit täglich Züge bis nach Haltingen verkehren können, ist hier noch nicht bekannt. Auch dieses Projekt, so man inzwischen dafür ein Einsehen gewonnen hat, gehört mit Volldampf umgesetzt – bestens noch gleich eine Trasse nach Müllheim verlegen; nach Rheinfelden wäre wohl doch übertrieben?

Das Plangebiet in Rede (Rebacker II) befindet sich im „historisch gewachsenen Siedlungskern der Stadt Kandern – im Bereich des Forsthausgartens, im Bereich des bestehenden Kindergartens und die Freifläche davor“ sowie im Bereich der Forstverwaltung (1,61 ha). „… Die maximal überbaubare Grundfläche liegt unterhalb des Schwellenwertes des § 13a (1) Nr. 1 BauGB. … Die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung ist nicht erforderlich. … [E]ine Beeinträchtigung der Schutzgüter nach § 1 (6) Nr. 7 BauGB [liegt auch nicht vor] etc. … Innerhalb der Grün- und Freiflächen“ sollen möglichst „naturnahe Bereiche wie zum Beispiel kleine Trockenstandorte etc.“ hergestellt werden. „Da in die Lebensräume geschützter Arten eingegriffen wird, sind Maßnahmen zur Überwachung erforderlich. (siehe genannten Entwurf)“

Die beiden oben zuletzt angeführten Punkte stehen in den sogenannten „Empfehlungen“ des Entwurfs. Und dann steht da noch etwas, was insbesondere einige Anwohner um und in der Ochsengasse etc. ganz besonders erfreuen dürfte: Zwecks Platzmangel „wurde die Anzahl der auf den privaten Flächen nachzuweisenden Stellplätze erhöht. Aus dem gleichen Grund müssen Nebenanlagen, Einfriedungen, Stützmauern, Carports und Stellplätze, etc. einen Mindestabstand von einem Meter einhalten.“

Neuerdings gibt es in Kandern ja einen Verkehrspolizisten, der Streife läuft. Ob der wohl demnächst beauftragt wird, mit dem Maßband nachzumessen, ob die Abstände auch eingehalten wurden? Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, denn in Kandern regelwidrig parken, fällt recht schwer.

Auf diesen ‚sensationell lustigen‘ Einfall von eben kommt man doch des Messens von einem Meter Abstand wegen. Weil, ja, weil nämlich auf dem nördlichen Bereich des genannten Planungsgebietes Unschönes – eventuell – aufwartet, dass nicht so richtig ge- oder vermessen werden kann, wenn überhaupt vorhanden. Wie wir noch alle erinnern: Auch in Deutschland war mal Krieg. Und, Sie werden es nicht wahr haben wollen, verehrte Leser, Reste davon liegen noch immer herum, eigentlich gar nicht so weit von dort in Kandern, eventuell, wo Kinder in einen Kindergarten gehen usw.

Was ist also los!

Kampfmittelverdachtsfläche!“

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst war im Juli 2016 ganze zwei Tage vor Ort und hat sich nach dem Zeug umgesehen, wo der neue Kindergarten hingebaut werden soll und/oder in dessen unmittelbarer Nähe. Angeblich haben die nichts von dem Zeug gefunden. So auch im Herbst des gleichen Jahres. Allerdings mag niemand ausschließen, dass da irgendwo, vielleicht weiter rechts oder doch eher links noch das eine oder andere Kampfmittel auf den nächsten Krieg wartet? Hier auf Kandernundmehr besteht EINDEUTIG die Meinung, dass das ganze Gelände, ohne Ausnahme, abgesucht wird, auch wenn nur der nördliche Teil als „Kampfmittelverdachtsfläche“ ausgewiesen wird! Vielleicht sollte man mal eine Mauereidechse lebendig ins Labor schicken, um zu sehen, ob dieser im Entwurf als schützenswerter tierische ‚Bewohner‘ des Geländes Ausgewiesene Spuren von diesem KRIEGSZEUG in oder an sich trägt – und danach setzt man ihn besser lebendig wieder dort ab, wo man ihn hergeholt hat. Er wohnt ja schließlich dort. Die Bestandssicherung dieser Eidechse ist nämlich behördlich angeordnet sowie entsprechende Maßnahmen, die es dafür zu ergreifen gilt!

Immerhin: Von sich aus prüft die Behörde, „ob einzelne Bäume mit vertretbarem Aufwand erhalten werden können.“ Nur wo fängt der „vertretbare[] Aufwand“ an und wo endet so etwas – bei 15 Euro 50 oder bei 15 Euro 60. Wer ermittelt diesen Wert und wie?

OK, man hat sich ja abgesichert, denn im Entwurf steht auch noch, was nicht übersehen werden darf: „Obwohl der Eingriff in den Baumbestand zulässig ist und keine Pflicht zu Ausgleichsmaßnahmen gemäß der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung besteht …“, kümmert man sich wie in etwa beschrieben um die Bäume. Ein Baum sollte möglichst auf jedem Grundstück stehen, wird empfohlen.

Die neuen Bauplätze werden einschließlich aller Kosten von der Stadt Kandern selbst veräußert.“

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Sollte man vor der Wahl stehen, sich von einem der überregionalen Anbieter eines Internetanschlusses verabschieden zu wollen, dann, so man in Kandern wohnt, gibt es einen örtlichen Provider, der sozusagen den Segen vom Bürgermeisteramt und höheren amtlichen Stellen hat. Der Haken an dieser Sache ist und bleibt vorerst, dass dieser 189 € Anschlussgebühr einmalig verlangt. Kann gut sein, dass diese Info schon veraltet ist, was hier aber nicht angenommen wird, weil die Webseite der Stadt Kandern das ja noch so anführt – und die sind hier ja schließlich auf Zack, wie man sagt.

So auf Zack ist man überhaupt allgemein, dass neuerdings sogar Personen, wie auf der Webseite der Stadt Kandern des Weiteren zu lesen ist, die „in Einrichtungen zum Schutz vor häuslicher Gewalt, in Einrichtungen zur Behandlung von Suchterkrankungen, in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder sonstigen Einrichtungen, …, in einer Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber oder sonstige ausländische Flüchtlinge oder in einer Justizvollzugsanstalt wohnen, … künftig ein sogenannter bedingter Sperrvermerk im Melderegister eingetragen [wird]. … . Bei Melderegisterauskünften an Private muss die Meldebehörde dann in diesen Fällen vor einer Auskunftserteilung die Betroffenen anhören und darf keine Auskunft erteilen, wenn durch die Beauskunftigung schutzwürdige Interessen von Betroffenen beeinträchtigt würden. … . [B]ei Melderegisteranfragen für gewerbliche Zwecke … muss künftig der gewerbliche Zweck immer angegeben werden. Die erlangten Daten dürfen nur für den angegebenen Zweck verwendet werden und dürfen vom Datenempfänger nicht wiederverwendet werden (Verbot des Datenpooling). Eine strikte Zweckbindung besteht auch für so genannte erweiterte Melderegisterauskünfte, für Gruppenauskünfte und für Daten, die trotz bestehender Auskunftssperre nach besonderer Begründung und Bewertung beauskunftet worden sind.“ Für Werbung und Weiteres muss eine Einwilligung der Betroffenen vorliegen. Außerdem scheint man bei der Meldebehörde explizit einen Vermerk anbringen lassen zu können: für Werbung etc. nicht weitergeben oder wie immer das dort formuliert ist. Denn solange wir diesen Zusatz nicht anbringen lassen, können unsere Daten abgegriffen werden, versteht sich in beschränktem Umfang doch für Werbezwecke sehr wohl.

Lesen sich doch eigentlich recht gut, die neuen Verordnungen im Melderegisterwesen. Doch dürfte es recht kompliziert und vor allem aufwendig werden mit der Zeit, zweckfremden Gebrauch zu verfolgen und aufzuspüren. Denn sehr oft dürften die Betroffenen keinen Schimmer davon haben, wie gehabt, was mit ihren Daten so alles getrieben wird.

Des Weiteren ist auf der Webseite der Stadt Kandern zu lesen: „Mitwirkungspflicht des Wohnungsgebers – Bestätigung“. Das bedeutet, eine „Mitwirkungspflicht des Wohnungsgebers bzw. des Wohnungseigentümers bei der Anmeldung und bei der Abmeldung (z.B. beim Wegzug in das Ausland) [wird wieder eingeführt]. Und wie einst in fernen Tagen in Berlin, kommt einem sozusagen automatisch zurück in die Erinnerung, muss nun auch wieder bei der Anmeldung in der Meldebehörde eine „Wohnungsgeberbescheinigung“ vorgelegt werden. Bei Untermietsverhältnissen, um es gleich klarzustellen für alle jenen, sind die Hauptmieter diejenigen, die zur Meldung auf das Amt zu schreiten haben. In Zeiten des AIRBnB und Wohnungstausch auf Zeit, ganz zu schweigen von Ferienwohnungen, wartet der Wahnsinn also bereits im Detail. Den Verwaltungsakt, der folgt, lässt jetzt schon grüßen: „Die Wohnungsgeberbescheinigung kann im Rathaus Kandern, Einwohnermeldeamt, Zimmer 1, der Stadt Kandern und auf den Ortsverwaltungen abgeholt werden. Zusätzlich stellen wir Ihnen das Formular auf unserer Homepage www.kandern.de zur Verfügung.

Und damit Sie nicht zu fix aus dem staatlichen Blickfeld geraten, also zu Ihrem Schutz und dem anderer: „Die Abmeldung einer Wohnung ist wie bisher NUR bei Wegzug in das Ausland bzw. Aufgabe einer Nebenwohnung erforderlich. In diesen Fällen ist auch eine Wohnungsgeberbescheinigung über den Auszug erforderlich. Neu: gesetzlich ist hier künftig ein Zeitfenster von einer Woche vo[n] bis zwei Wochen nach dem Auszug vorgesehen. … . Die Abmeldung einer Nebenwohnung … erfolgt künftig nur noch bei der Meldebehörde, die für die Hauptwohnung zuständig ist.“ Gut zu wissen, denken hier gewiss einige, die schon auf dem Weg waren, ihre Wohnung in Kandern beispielsweise in Kandern auf dem Amt kündigen zu gehen, jetzt, wo der Hauptwohnsitz ja jetzt in die Hauptstadt der Republik verlegt wurde auf die Schnelle oder anders.

Apropos: Die Anmeldepflicht bei Bezug einer neuen Wohnung wurde von einer auf zwei Wochen verlängert. Und wer in Deutschland bereits gemeldet ist und sich für 5 Monate und 28 Tage oder 29 in Berlin niederlässt oder Bremen und andernorts in der BRD muss das nicht melden. 6 Monate dürfen also nicht überschritten werden und wenn doch, dann rechtzeitig anmelden, ansonsten drohen wohl irgendwelche Strafen, ist zu vermuten. Touristen, die sonst im Ausland leben, müssen sich nach drei Monaten melden.

Und jetzt kommt’s, und zwar unter dem Namen „vorausgefüllter Meldeschein“. Und das Ding funktioniert so:

[D]ass im Falle einer Anmeldung die eigenen Meldedaten im automatisierten Verfahren der Meldebehörde am Zuzugsort bereitgestellt werden [ab Jahr 2018].“ Der Vorausgefüllte wird dann zur allgemeinen „Erleichterung“ im Bürokratiedschungel führen, hofft man.

Bevor wir noch zu anderen Informationen aus der Region kommen, noch schnell diesen Auszug einer Pressemitteilung der Stadt Kandern:

Die Stadt Kandern muss die getrennte Abwassergebühr rückwirkend zum 01.10.2010 einführen, da der Baden-Württembergische Verwaltungsgerichtshof den Frischwassermaßstab für die Berechnung der Niederschlagswassergebühr im Urteil vom 11.03.2010 für alle Kommunen in Baden-Württemberg beanstandet hat. Mit der neuen Abwasserberechnung entspricht die Stadt Kandern den Anforderungen der Rechtsprechung. Durch die Einführung der getrennten Abwassergebühr wird keine neue Gebühr erhoben, sondern lediglich der Aufwand für die Abwasserbeseitigung nach einem zusätzlichen und neuen Maßstab verteilt. Für die Erhebung der getrennten Abwassergebühr werden die Gesamtkosten der Abwasserbeseitigung aufgeteilt nach dem Aufwand für die a) Schmutzwasserbeseitigung und für die b) Niederschlagswasserbeseitigung.

Das hat zur Folge, dass es künftig eine SCHMUTZWASSERGEBÜHR und eine NIEDERSCHLAGSWASSERGEBÜHR geben wird … Bei der zukünftigen Gebührenerhebung soll die Niederschlagswassergebühr nach den bebauten und befestigten (versiegelten) Teilflächen der an die öffentliche Abwasserbeseitigung angeschlossenen Grundstücke …“ ermittelt werden.

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Denken wir an Fessenheim, denken wir auch an Wyhl. Sie erinnern noch, als vor ziemlich genau 40 Jahren das Freiburger Verwaltungsgericht zur Tat geschritten wurde vom Druck der Bevölkerung, die massiv gegen einen Atommeiler im Ländle protestierte. Nun, der in Fessenheim ist leider dennoch bedrohlich nah und wird und wird nicht abgestellt? Doch, können Sie es noch erinnern – genügend Parallelen dazu gibt es ohnehin heutzutage immer noch: Dieselgate etc. Nun, die Badische Zeitung vom 11. März 2017 schreibt also: „Die Wyhl-Urteile des Freiburger Verwaltungsgerichts hatten keinen Bestand. Die Klagen wurden im Berufungsverfahren beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim im Frühjahr 1982 abgewiesen. Der VGH kam aufgrund seiner (ebenfalls eingehenden) Beweisaufnahme zu dem Ergebnis, dass ein katastrophales Versagen des Reaktors „praktisch ausgeschlossen“ werden könne und es einer zusätzlichen Berstsicherung nicht bedürfe.“ Die Berstsicherung war damals das entscheidende Argument, welches angeführt wurde von den Atomgegnern, um den Kasten doch nicht in die Landschaft gesetzt zu bekommen. Erst 2002 „wurde schließlich ein Verbot des Neubaus von Atomkraftwerken im Atomgesetz festgeschrieben.“

Interessant ist jedoch, was Joachim von Bargen im genannten Artikel in der Badischen Zeitung noch zusammenträgt im obigen Zusammenhang:

Die Revision der Kläger – über sie entschied das Bundesverwaltungsgericht Ende 1985 – blieb erfolglos. Anders als in seiner bis zu diesem Urteil maßgeblichen Rechtsprechung, die noch von einer umfassenden Kontrollpflicht der Verwaltungsgerichte ausging (deshalb die aufwendigen Beweisaufnahmen), hieß es jetzt, dass es nicht Sache der verwaltungsgerichtlichen Kontrolle sein könne, „die der Exekutive zugewiesene Wertung wissenschaftlicher Streifragen einschließlich der daraus folgenden Risikoabschätzung durch eine eigene Bewertung zu ersetzen.“ Soll unter anderem heißen: die Behörde hat ihre Kompetenzen überschritten. Man darf mit Fug und Recht sagen, dass alle möglichen behördlichen Kompetenz-Überschreitungen leider gehäuft losgetreten werden.

Das Projekt „Leuchtturm“ wird im Landkreis Lörrach gerade losgetreten. Die Erosionsgefahr durch Starkregen soll ermittelt werden. 288 000 € Fördergeld konnten bislang bereits eingestrichen werden dafür vom Projektträger namens Jülich. Mindestens ebenso positiv klingt, dass im Breigau-Hochschwarzwald ENDLICH ein Sozialticket eingeführt werden soll – sagen wir: es wird lautstark gefordert. Das würde im Monat dann so um die 33 € kosten. Vorbild für eine derartige, finanzielle Stütze ist hier in der Region Freiburg, wo es bereits so ein Ticket gibt. In Freiburg leistete man sich, könnte manche/r denken, DAFÜR chice Abfalltonnen zu 156 000 €. Sehen aus, als seien sie aus Silber gemacht und strahlen eben POSITIV wie das gepflegte Image der Stadt: steril, sauber, futuristisch. Und Strahlkraft haben hier im Ländle nicht nur silberne Mülleimer.

Uns allen hier in der Region ist natürlich Badenweiler als ein Hort der GUTBETUCHTEN und Strahlemänner und -frauen ein Begriff. Das ist DER Ort der Schickeria, wird gesagt. Viel Prominenz und dergleichen, alles möglichst diskret und schon fast steril gehalten, wie eine Tonne, in die nur kommt, wer dafür auserwählt wurde. Kurgäste gibt es natürlich auch noch, die einfach Wellness wollen und oft nicht ganz so begütert zu sein scheinen. Doch so recht weiß man nie, wie SCHWER die Jungs oder Mädels sind, die oft hochbetagt die Cafészene, ja, wie soll man sagen, prägen. Nun, trotzdem scheint der Kämmerer der Stadt zu klagen, der Herr Berninger. Der Säckel müsse enger geschnallt werden, hat er allerdings nicht gesagt. Es hörte sich eher an, wie bei einem orientalischen Händler, der ja aus Prinzip klagt, auch, wenn die Geschäfte gut gehen. Unter vielen anderen Posten müssten für Obdachlose und Flüchtlinge in Badenweiler beispielsweise 250 000 € jährlich ausgegeben werden. Dass knapp 500.000 € für zwei Feuerwehrautos ausgegeben werden, findet Berninger, sei eine Investition in die Zukunft. Hoffen wir mal, dass diese recht teure Investition dann auch alle Winkel und Höhen der Kleinstadt im Notfall erreichen wird können. Über Herrn Berninger war auch in Erfahrung zu bringen, dass der Besuch von Badegästen von 70 000 in den achtziger Jahren auf 40 000 zurückgegangen sei. Die Initiative Bus 111.de Badenweilers kämpft gerade dafür, dass der Nahverkehr noch mehr ausgebaut wird. Sie treffen sich am 14. März um 19.30 Uhr in der Blauenstraße 15 in Badenweiler – Finiresort.

Zum Schluss eine zuversichtlicher stimmende Nachricht: In der Ortschaft Sulzburg (Luftkurort) wird man im Sommer zum Baden oder Schwimmen keine 2 € mehr abdrücken müssen. Ehrlich gesagt, war dieser Geldbetrag nicht zu viel verlangt, für das, was geboten wird. Immerhin kann dort nach einem Bad im meist etwas kalten Waldsee heiß geduscht werden, ja, sogar was zu Trinken wurde einem plus nettem Plausch mit Herrn Weschenfelder gereicht. Letzterer wird dieses Jahr zwar noch vor Ort weilen, wenn die Badesaison eröffnet sein wird, doch eben diese 2 € entfallen. Es bleibt bei den Nutzungszeiten: von 08 Uhr bis 20 Uhr.

Erfreulich und gleichzeitig unerwartet, dass ein Gemeinderat mehrheitlich dafür stimmt, dass Gebühren (der Eintrittspreis) abgeschafft werden. Die Badestelle Sulzburg ist wirklich ein kleiner Juwel. Es darf davon ausgegangen werden, dass der Wegfall des Eintrittspreises keinen starken Zustrom von Badefreudigen aufkommen lassen wird. Zum einen ist der Ort recht entlegen gelegen, was auch den besonderen Charme ausmacht, und zum anderen ist es eben halt auch ein See, wo schon mal das eine oder andere Kraut beim Schwimmen am Bauch kribbeln kann – von unten. Die Liegewiese ist dort recht groß, das Schwimmbecken hingegen recht eng und klein, was wohl auch dazu beiträgt, dass die Badestelle nur für HARTGESOTTENE ein Magnet bleiben wird.

Klarstellung: Von Zelten ist die Rede, in denen die Asylsuchenden in Kandern wohnen. Fertighäuschen sind gemeint, die wohl stabiler und wärmer sind als ein Zelt. Der Begriff Zelt indes ist indes dennoch nicht ganz abwegig, könnten einige denken.

Lug und Trug

Lug οδερ Trug

Was ist das schon, Wahrheit? Kommen nicht alle Zahlen aus der Null. Und die Null ist doch so in etwa unwahr-wahr? Weil sie ist doch, und gibt vor, NICHTS zu sein. Oder doch: Nicht-ist ist also nichtig im Nichts?! Purer Schein?

Der Monat Februar des Jahres 2017 scheint in folgender Hinsicht eventuell nicht mein Monat zu sein dieses Jahr. Da trägt und schreibt man Material über 2-3 Wochen zusammen, um diesen Artikel Ende Monat fertig zu haben, und was ist? NICHTS. Irgendwie muss die Datei überschrieben worden sein und der Schuldige dafür, der schreibt Ihnen das gerade. Nun mal sehen, was noch alles in Erinnerung ist vom einst Geschriebenen. Und – ja, Sie glauben es nicht – die verwendeten Quellen sind auch nicht mehr zur Hand, weil sie im verlorengegangenen Text ja angegeben wurden und danach gleich in den Papierkorb gewandert sind. Das soll mir eine Lehre sein!?

Düster kann noch erinnert werden, dass in dem angefangenen Artikel kurz auf den Abbruch der Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern eingegangen worden ist – ja, es war sozusagen unvermeidlich. Und düster war ja auch der Himmel über mir um 7 Uhr morgens in Südwestdeutschland – bin nämlich gerade den Tag vor besagtem Verlust des Dateiinhalts wieder aus Zypern angekommen gewesen.

Nun. Streit war und ist in Zypern darüber ausgebrochen, ob nun der Präsident der Türkisch- oder der Griechischzyprer den Verhandlungstisch mit düsterem Antlitz verlassen hat vor kurzem. Dass der türkischzyprische Präsident Akinci durchaus berechtigt Grund hat, aufzustehen und zu gehen, scheint der allseits ziemlich geschätzte Petroclus in seinem Artikel namens „Coffee-Shop“ in der Sunday Mail Zyperns, auch nicht ganz verstehen zu wollen – siehe den 19. und den 26. Februar 2017. Er schreibt in so etwa davon, dass es sich die Griechischzyprer doch sowieso gar nicht leisten könnten, es zu einer Wiedervereinigung der Inselteile kommen zu lassen, weil sonst bei zu vielen unter den Griechischzyprern sogenannte Pfründe und Vorteile ziemlich sicher den Bach heruntergingen – also ausbleiben würden. Petroclus findet, es handle sich lediglich um einen Kampf um die moralische Hoheit, der ausgefochten werde zwischen den beiden Seiten. Das stimmt zwar, doch ist das viel zu kurz gedacht – durchaus etwas zu griechischzyprerfreundlich. Denn es dürfte Akinci und vielen anderen Türkischzyprern mittlerweile allmählich ziemlich aufstoßen, andauernd und immer wieder mit der Ignoranz, der anmaßenden Arroganz und der Macke der Griechischzyprer sich einzubilden, die Besten zu sein, konfrontiert zu werden – besser jedenfalls finden die sich im Allgemeinen als die Türkischzyprer, und zwar in jeder Hinsicht.

Was war geschehen?

Also: Die Griechischzyprer verabschiedeten kürzlich im Parlament, dass in den Schulen der Republik wieder der Enosistag, die angestrebte Wiedervereinigung der Insel von einst mit Griechenland, abgefeiert wird. Stünden wir nicht vor dem angeblichen Abschluss der angeblich gut vorankommenden Wiedervereinigungsverhandlungen auf Zypern mit dem Segen und der Unterstützung der UN, könnte man ja vielleicht noch der Argumentation von Petroclus aus der Sunday Mail das OK geben. Doch nicht so! Denn die Türkischzyprer haben das anmaßend dominante Gehabe der Griechischzyprer schon einmal teuer bezahlt in der Geschichte vor 1974, als den Türkischzyprern die Türkei zur Hilfe kommen musste, um das Schlimmste zu verhindern. Zwar haben die Türken mit Beihilfe der Türkischzyprer dann auch recht ‚unverhältnismäßig zugeschlagen, aber es war vordringlich ein Reagieren und nicht ein Agieren: Vergewaltigungen, Morde, Folter eben alles, ist man schon fast verführt zu schreiben, was zu einem stinkigen Konflikt zwischen ‚besten‘ Nachbarn dazugehört. Weil interessant ist noch immer, die Beteuerungen hie und da zu hören, dass vor den Konflikten und Spannungen in den 1950 Jahren anscheinend ein geradezu freundschaftliches Verhältnis zueinander geherrscht haben soll. Manchmal hört man auch etwas von: „wie familiär“.

Es darf wohl davon ausgegangen werden, dass keiner der überwiegend türkischsprachigen Nordzyprer Lust auf eine Neuauflage der blutigen Auseinandersetzungen hat oder darauf, politisch, gesellschaftlich und ökonomisch noch mehr und womöglich noch unverhohlener in die Ecke gedrückt zu werden – wie es ihnen ja die Blockade aufzwingt, denn bekanntlich wird der Staat Nordzypern als solcher lediglich von der Türkei international akzeptiert. Auf Grund der betriebenen Politiken auf europäischer und griechischzyprischer Ebene darf aber schon bald damit gerechnet werden, dass dieser Boykott durchbrochen wird. Kandidaten dafür gibt es viele und Gründe noch mehr.

ES IST EINFACH NUR DUMM, wenn Leute wie Anastasiadis, die vorgeben, sich mit den Türkischzyprern wiedervereinigen zu wollen, auch noch dazu beitragen, dass ein Antrag der griechischzypischen Faschisten (ELAM) im Parlament nur deswegen durchgewunken wird, weil sie, die Regierungspartei DISY, der Anastasiadis, der Präsident der Republik Zypern ja angehört, sich der Stimme enthält – wohl wissend, dass als Ergebnis dieses zuvor erwähnte Gedenk-Ding aus den 1950er Jahren für Schüler rauskommt.

Irgendwie kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass solch Hahnengehabe von Politikern weltweit so eine Art Muster geworden ist, an dem es sich scheinbar auszurichten gilt – Trump, Erdogan, Netanjahu, Sisi, Orban, Duterte, Putin und der nette Herr aus Nordkorea mit der hochamüsanten Nachrichtensprecherin, die seine Großtaten im nordkoreanischen Fernsehen unnachahmlich und stets sehr aufschlussreich verkündet; von der Frauenfraktion wäre da zweifelsohne die Dame in la grand nation übern Rhein hinweg zu nennen, die zur Präsidentin gewählt werden mag – Madame Le Pen etc.

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Ist nun von Eurogate die Rede, denken Sie gewiss: aha, ein weiterer Skandal. Und das ist so schon der Fall, aber nicht irgendwo in Brüssel oder Straßburg ist dieser zu verorten, wo gewiss einige „gates“ noch aufzudecken sein dürften, sondern es ist die leidige Angelegenheit im Hafen von Limassol/Zypern gemeint. Jedenfalls steht das, was danach hier zu lesen ist, auch im Zusammenhang mit der sogenannten Privatisierung, welche ja einst von der TROIKA auch Zypern verordnet wurde, worunter unter anderem auch der Hafen von Limassol gefallen zu sein scheint. Die Privatisierungen werden und wurden in Zypern, wie auch in Griechenland, sehr widerwillig betrieben mit entsprechendem Ergebnis – eher nicht zufriedenstellend und eigentlich auch nicht wirklich zielführend.

Kürzlich in die Verlegenheit gekommen, auf die Schnelle einen Drucker kaufen zu müssen in Zypern. Geriet dabei wahrhaft in Bedrängnis. Der alte Drucker hatte nämlich den Geist aufgegeben und ein neuer musste einfach GLEICH her. Und diesmal sollte es ein Laserdrucker sein, kein billiger Tintenstrahler mit teuren Kartuschen mehr. Gern einer der neuesten aber ausgereifteren Maschinchen, der möglichst ohne Schnickschnack, also ohne Scanner, Fax, Wifi und so weiter seinen Dienst möglichst treu und ohne Widersprüche verrichtet über Jahrzehnte bestens. Leider war nichts mehr auf Lager von dem, nachdem ich fragte. Das sagte der junge Angestellte in seinem kleinen Shop mit Bedauern in der Stimme in der kleinen Stadt Kitti bei Larnaka. Und so musste Vorlieb mit dem genommen werden, was noch so herumstand. Grund dessen: Die Container im Hafen stehen womöglich immer noch voll bepackt herum (an die 3.000 waren es mal) und keiner transportierte das Zeug durchs Land in die Läden und woanders hin, denn die Transportgesellschaft, Kranarbeiter und somit ihre Gewerkschaften (Povek und Lastwagenfahrerunion) hatten gestreikt. Eurogate ist der Operator, der die Container im Hafen händelt, wie neuerdings schon bald auf Neudeutsch geschrieben werden wird dürfen.

Die Eurogate bedauerte, dass die Transporter und Kräne im Hafen streiken. Ja, 21 weitere Fahrer aus Deutschland wurden angefordert, um die Kapazitäten der Firma zu verstärken, verkündet Eurogate. Dann gebe es weitere 7 Cargo-handling-Maschinen. Die Streikenden trauen Eurogate wahrscheinlich auch jetzt noch nicht über den Weg. Die versprechen nämlich und halten nichts, war zu vernehmen von den Streikenden. „Ersatz!“, das wollen die Streikenden. Und der gehört ihnen von Eurogate gezahlt – und keine Hinhalterei mit Worten. Eurogate hatte diese Ersatzzahlungen bereits versprochen, doch dann wieder zurückgenommen. Kompensation für die Zeit, wurde und wird gefordert, welche die Transporter am Hafen stehend vergeudeten. Dafür wird Eurogate verantwortlich gemacht und nun zur Rechnung gebeten. Schnellverderbliches wurde dem Vernehmen nach aber wegtransportiert: Gemüse, Früchte etc. Eurogate ihrerseits drohte: „Wenn die Kranführer ihren Streik demnächst nicht aufhören, werden sie Kompensationszahlungen zahlen müssen!“

Klar doch, es gibt einen Minister, der eigentlich die Dinge regeln sollte, Marios Demetriades. Dem wird vorgeworfen, beim Streik nicht rechtzeitig und professionell genug eingeschritten zu sein. Der Vorwurf lautet, er habe beim Abschluss des Vertrags zwischen dem Staat und Eurogate verpasst – obwohl er im Jahr 2015 ein paar Monate vor Abschluss des Vertrages ausdrücklich darauf hingewiesen worden war von dem obersten behördlichen Aufseher -, eine Klausel einzubauen, die besagt, dass wilde Streiks und dergleichen, ganz einfach nicht vorkommen dürfen und können – dass also ein Minimum an Aktivität aufrecht zu halten ist im Hafen und nicht alles aus dem Ruder laufen darf und kann, wie es kürzlich eigentlich schon der Fall gewesen ist. Als gutes Beispiel dient durchaus die Firma Hermes am Flughafen von Larnaka, wo solch eine Klausel besteht. Ministerien, wie das Beispiel auch in Londons Hafen mit Rothschild & Sons Ltd. oder der Dubai Hafen zeigt, erheben vermehrt solche Klauseln, was durchaus Sinn macht. Es muss einer Regierung in Fällen von Streik an neuralgischen Punkten, die Möglichkeit offengehalten werden, sich notfalls einen anderen Vertragspartner suchen zu können, um nicht erpressbar zu sein oder es zu werden.

Nun, wenn man sich das Bauspar-Urteil in Germany anguckt, wo Bausparer von Seiten des BGH, wenn nicht geprellt, so doch eindeutig gegen das gemeingültige Vertragsrecht verstoßend ihrer Ansprüche auf Prämienzahlung enthoben werden, indem den Bausparern von Seiten der Bausparversicherung der Vertrag gekündigt werden darf neuerdings, scheint manchem genau so etwas als weitere Verschärfung der Lebensumstände zu sein, die darüber hinaus mit einer geminderten Vertragssicherheit behaftet ist, was nun wohl auch in Deutschland im Entstehen zu sein scheint. Letzteres beklagenswerter Weise ist zumindest für jene, die die sogenannt Schwächeren sind bereits ein hängendes Demoklesschwert. Ähnliche Beispiele scheinen weltweit vermehrt Fuß zu fassen.

Nun, weil wir schon dabei sind: die Abschiebung von Afghanen nach Afghanistan lässt sich in eben Gesagtes durchaus gut einreihen, zumal offenbar auch das Asyl- und Menschenrecht zukünftig gefährliche Blessuren erleiden soll müssen, und das eben auch in Deutschland, ausgerechnet in Deutschland, wo die Bundesrepublik in Afghanistan durchaus noch EINIGES gutzumachen hat. Gerade hat sich ein zum Polizisten ausgebildeter Afghane 11 seiner ‚Kollegen‘ in den Tod gehen lassen. Er hat sie erschossen und ist dann geflohen. Wahrhaft, kein sicheres Land!

Apropos: Eurogate glänzte zudem auch noch mit Fehlern in der verwendeten Software im Hafen von Limassol. Mal abgesehen davon, sollen der Hafen und die Marina in Larnaka weiter ausgebaut werden. Anscheinend ist das auch der Fall in der Gegend um Mari und dieser Ort liegt ungefähr in der Mitte von Limassol und Larnaka. In Mari ist nämlich ein neues und größtes Industriegebiet Zyperns im Entstehen; und was an Industrieanlagen des Hafens in Larnaka bislang stand, soll nach Mari umgesiedelt werden und MEHR – vollständig. Es wurden dazu 893.000 Euro 2017 bereitgestellt. Dieser Entscheid war bereits am 18. Januar 2017 vom Transportministerium, genauer, von der Mehrheit im griechischzyprischen Parlament beschlossen worden. Bis Ende 2017 dürften sich die Kosten aber auf 1.137.339 Euro belaufen. Kann also gut sein, dass ein Kredit von 2.029.000 Euro aufgenommen werden muss, schreibt am 18. Februar 2017 die griechischsprachige POLITIS Zyperns, die eigentlich das Sprachrohr der DISY-Regierung Zyperns genannt werden kann.

Bleibt noch zu erwähnen, wie man in Deutschland sagen würde, dass die Angelegenheit im Hafen von Limassol zur „Chefsache“ erhoben wurde. Das heißt: Präsident Anastasiadis intervenierte. Und das tat er, indem er die Schuld zuerst einmal auf „die ausländischen Investoren“ schob. Mancher fragte sich schon, ob Herr Anastasiadis den Vertrag mit den von ihm beklagten „Ausländer“ etwa wieder unterschrieben hat, ohne zu lesen, was drin steht – so wie es vorgekommen sein soll, als er einen Vertrag mit der Zentralbank Zyperns unterschrieb.

Es ist also die DISY-Regierung, die den Vertrag mit der Firma am Hafen (Eurogate) letztlich unterschrieb und somit ist sie auch verantwortlich für das Desaster. Und auch am Hafen haben sie – wie in Nikosias Mitte – eine Zweiteilung vorgenommen, das heißt, zwei Firmen eingespannt, die Dinge zu richten und durchzuführen. Die Regierenden der Republik Zypern wussten auch, dass die deutsche Firma (Eurogate) im Hafen längst nicht ausreicht, um den Hafen zu betreiben, auch, dass bereits Millionen Euros ausgegeben worden waren, das DING zusammenzuhalten, sodass das Management des Hafens keinesfalls in zwei Hälften geteilt werde. Es dürfte wohl so in etwa 1 Monat und ein paar Tage mehr oder weniger ins Inselland gezogen sein, in denen gestreikt wurde. Die „EHRE“ Zyperns als „marine Großmacht“ steht und stand auf dem Spiel!

Am Rande:

Die berühmt berüchtigte „Liste Lagarde“ und die „Panama-Papers“ werden von den Regierenden in Nikosia nicht berücksichtigt. Als gebe es sie nicht. Erwiesenermaßen kann in diesen Dokumenten nachverfolgt werden, dass die Steuerhinterziehung im Land sogar zugenommen hat: im Jahr 2015 waren es 1.743 Millionen Euro und das Jahr davor 1.579 Millionen Euro. Die auffälligen Geldbewegungen vor der Krise von 2013, schreibt Konstaninou Zachariou in der Charavgi vom 22. Dezember 2016, scheinen auch niemanden zu interessieren wollen in der Regierung. Zachariou resümiert: „Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen!“

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Von Stillstand an einem anderen, zuvor schon kurz erwähnten neuralgischen Ort in Zypern, kann derzeit nicht gesprochen werden. In Berlin hat man kürzlich den Verantwortlichen aus seinem Posten gekickt, weil der Flughafen in Schönefeld 2017 noch immer nicht in Betrieb genommen werden kann. Von solchen Maßnahmen hat in Zypern niemand was vernommen in Sachen „Elefteria-Square“ von Nikosia, der seit langer, langer Zeit wie eine offene Wunde das so benannte Zentrum der Hauptstadt ‚ziert‘. Schneckentempo träfe es wohl schon eher anstatt Stillstand, um den Fortschritt der Arbeiten für das neue Herz der zyprischen Hauptstadt zu bezeichnen.

Halten wir es kurz: Bis Ende 2017 müssten die Arbeiten eigentlich beendet sein. Diese Bedingung stellt der EU Strukturfond. Eigentlich könnte dieses Ziel, jetzt, wo sich vor Ort endlich etwas – wieder – sichtlich bewegt, geschafft werden; also so, dass mal erkennbarer als jetzt Häuser, Treppen, Parks, Parkplätze und dergleichen mehr im früheren Grün stehen. Letzteres, das Grün dort, dürfte wohl von den meisten Hauptstädtern nur noch in bitterer Erinnerung (wegen seines Verschwindens) existieren. Viel Beton wird demnach zukünftig ein paar Bäume umgeben, die den Kahlschlag überleben dürfen. Irgendwelche naiven Menschen hatten das Gesamtprojekt am Eleftheria Square einst mit 23 Millionen Euro projektiert.

Ha-Ha!

Zwar hat das Rathaus in Nikosia schon 2014 erkannt, dass das Ding ein finanzielles Monster werden wird und deswegen zwei ‚kleinere‘ Projekte daraus gemacht. Jetzt sind also zwei Firmen installiert, das Mögliche möglich zu machen – das dem Betrachter lange Zeit unmöglich erschien. Eine der Firmen hieß Miltiades Neophytou und eine der jetzigen ist die Lois Builders. Zu erwähnen, dass Streit zwischen Architekten und einer der Firmen (Contractors) ausgebrochen war, ist Schnaps von gestern; oder dass sich das Rathaus bei einer weiteren Ausschreibung des Projekts gehörig verzockt hatte. Anscheinend hat Nikosias Bürgermeister, Konstantinos Yiorkadjis, die involvierten Contractors darauf festgenagelt, gar nicht vorstellbar, wie er das geschafft hat, das DING bis März 2017 fertigzustellen.

Nach dem, was derzeit vor Ort zu sehen ist, müsste dann wohl noch ein GROßES Wunder geschehen, um den Termin im März 2017 zu halten. Ein Rohbau ist auf dem Gelände noch nirgends ersichtlich angefangen, man scheint dafür aber einigermaßen viel Aufwand zu betreiben, das Untergeschoss plus Parkplätzen vorzubereiten.

Dass der Stand der Dinge am Eleftheria-Square von Nikosia eigentlich zu keinem weithin hörbaren Aufschrei der Bevölkerung bislang führte, kann man sich offenbar bestens durch die vielen Rohbauten erklären, die sogenannte „Developers“ in die Landschaft und in Dörfer bauten und gerne bei Bedarf weiterhin bauen, um Wohnsiedlungen für Menschen mit (zu) viel Geld hochzuziehen. Manche dieser Rohbauten sehen der Akropolis in Athen von weitem nicht unähnlich, werden vielleicht auch deshalb seit über 10 Jahren so kahl in der Landschaft antiquiert? Zukünftige Touristikattraktion?!

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Pafos und seine Umgebung sind teils durchaus auch mit solchen Bauten, die auf Antik machen, ‚gesegnet‘. Pafos ist ja eine der beiden Kulturhauptstädte Europas dieses Jahr. Auch in dieser Stadt – davon darf ausgegangen werden, zumal die Bauarbeiten vor knapp 2 Monaten von mir selbst inspiziert – sind bauliche Maßnahmen in Pano-Pafos gewiss noch immer nicht abgeschlossen. Die Sunday Mail titelte am 10. Februar 2017: „Museen sind im Jahr, wo man Kulturhauptstadt ist, geschlossen!“ Welch Skandal! Konkret ist die Rede vom Byzantinischen und dem Archäologischen Museum. Ersteres ist noch immer nicht nach Geroskipou/Pafos umgezogen worden – in eine ehemalige Grundschule. Einen Bus dorthin gibt’s aber bereits von der Touristenmeile am Beach vor der Stadt – immerhin. Zwei weitere Gebäude, die von Bedeutung wären, um Pafos ehrwürdiger zu repräsentieren zum gegebenen Anlass, sind auch noch nicht renoviert, ist zu lesen. Man hat es in Pafos offenbar geschafft, das eine der eben erwähnten beiden Gebäude zu säubern und notdürftig bereitzustellen für den großen Event. Es wird also sogar schon benutzt, um Pafos als Kulturhauptstadt mit zu repräsentieren: von der Shelley Residence ist die Rede. Ihren Namen hat das Gebäude von einem britischen Doktor, der darin 1955 – 1959 lebte. Die alte Sodap Eisfabrik soll bis Ende Jahr ausgeräumt und notdürftig für denselben Zweck bereitgemacht worden sein. Beide Orte werden anscheinend danach – 2018 oder noch später – ENDLICH renoviert werden.

Nun ja, die EU-Fonds wurden ja schließlich bereits ausgezahlt für den großen Anlass. Das Geld ist also im Säckel. Sollen die Besucher von Pafos als Europäische Kulturhauptstadt anstatt ins Museum doch an den Strand gehen oder zum Einkaufen in Pano-Pafos, wo teils noch immer Baugerüste den Weg zum Markt verstellen. Das ist doch eigentlich genug Ersatz für die Museen und Kultur, oder? Museumsbesuche strengen den Kopf und die Augen doch eh zu sehr an. Stimmt’s?

Gut, ich verspreche es: Ende der Häme!

Das Archäologische Museum gehört der orthodoxen Kirche Zyperns. Da drin ist auch die bislang älteste Ikone Zyperns beheimatet, diejenige der Aghia Marina aus dem 07. oder 08. Jahrhundert. Wer bei der peinlichen Verspätung der Bereitstellung der Kulturhauptstadt Zyperns für den Rest der Welt schon an eine der Vorstufen von Korruption denkt oder gar an typischen Schlendrian (was immer das „typischen“ besagen mag), der bekreuzige sich aber besser sofort – 3 Mal und nicht etwa Zeige- und Mittelfinger der anderen Hand hinten auf dem Rücken liegend währenddessen kreuzen!

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Überhaupt sollen zyprische Angestellte und vor allem Beamte, die in Korruptionsfälle verwickelt sind, härter bestraft werden. Das kündigte Justizminister Ionas Nikolaou mal wieder an. Nun, so eine Reform der Polizei-Verordnungen ist gewiss nicht das Dümmste, schon allein wegen der auffällig zunehmenden Verstöße innerhalb der Polizeiorganisation Zyperns – siehe den mehrfachen Mord in Aghia Napa zum Beispiel (der Fall Kalopsidiotis). Eine Kontrollstelle soll eingerichtet werden, meint Herr Minister. Etwas spät kommt ihm und seinen Vorgängern diese Idee schon, oder? Doch besser endlich mal als noch immer nicht! Bis zu 50.000 Euro Strafe sollen demnach einem/r Beamten/in aufgebrummt werden können, wenn er oder sie beim Schummeln und dergleichen erwischt wird. Jemand unter den Beamten, der oder die in Millionenhöhe abgreift, wird sich von dieser relativ niederschwelligen Strafe wahrscheinlich wenig beeindrucken lassen, vor allem auch dann, wenn er oder sie weiterhin im Amt bleiben kann. Letzteres ist so, außerdem, in Zypern geregelt, nämlich, dass ein/e korrupte/r Polizist/in, beispielsweise, nicht um ihren/seinen Posten bangen muss, wenn er oder sie bei einer Straftat erwischt worden ist.

Was sagte der Justizminister Nikolaou bezeichnender Weise noch: „Jene, die in Korruptionsfälle verwickelt sind, richten dem Ansehen [des Landes] nicht so viel Schaden an als vielmehr der polizeilichen Arbeit (Quelle: Cyprus Mail 18. Febr. 2017, Evie Andreou). Man höre und dann, dann staune man!

Die neuen Anordnungen, von denen eben die Rede war, sollen allgemein gültig sein unter und für Polizisten. Das heißt, es darf nicht mehr vorkommen, dass verschiedene Beamte für die gleiche Tat unterschiedliche Strafen ausgesprochen bekommen.

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Werden wir doch etwas konkreter: Rikko Erotokritou, Andreas Kiprisoglu, Panagiotis Neokleous und das Anwaltsbüro Neokleous sind die Angeklagten in einem aufsehenerregenden Prozess – zumindest für zyprische Verhältnisse ist dem so. Am 01. März um 10 Uhr 30, schreibt die Politis am 18. Februar, werden ihre Urteile gesprochen – also morgen. Die Anwälte der Angeklagten geben bereits Auskünfte und sagen, dass keiner ihrer Mandanten ins Gefängnis soll, und zwar jeweils aus unterschiedlichstem Grund. Bei dem einen ist es der Gesundheitszustand, beim nächsten, dass er in einer Art Abhängigkeitsverhältnis zu einem der Angeklagten stand (eine Art Sohn – Vaterverhältnis) usw. Es geht zumindest um 630.000 Euro, die im Rahmen der Untersuchungen der ‚Geschäftchen‘ wegen der „Providencia“ irgendwie versickerten. Dieser Fall hält die zyprische Presse schon seit einigen Jahren in Schwung.

Noch etwas genauer: Rikkos Erotokritou ist der vormalige Stellvertretende General-Staatsanwalt Zyperns. Er ist also nicht nur irgendein Richter oder Anwalt. Und dieser hohen Person hat man zwischenzeitlich schon klargemacht, er habe Schmiergelder eingestrichen, korrupt gehandelt, sein Amt missbraucht und konspirativ sich eingebracht.

Bei was?

Nun, folgendes lief im Jahr 2003 unter anderem in etwa so ab: Erotokritou, behauptet das Gericht, habe 2013 die Strafverfolgung von fünf russischen Staatsbürgern angeordnet, die im Streit mit der zyprischen Neocleous Anwaltsfirma über den Besitz des Multi-Millionen-Trust-Fond namens Providencia Ltd waren – in Russland, wie auch in Zypern. Für diese ‚kleine‘ Gefälligkeit ließ man Erotokritou einen Gerichtsstreit gewinnen, den er seinerzeit gegen die inzwischen (seit 2013) bankrotte zyprische Laiki Bank führte. Die hatte er nämlich darum gebeten, seine eingezogenen, nicht abgesicherten Depots mit Darlehen (des haircut wegen) zu verrechnen, die er wiederum mit dem Kreditgeber herausgenommen hatte (500.000€). Zufällig ist oder war der Anwalt der Laiki Bank auch die Neocleous Anwaltsfirma gewesen, die Anwaltskanzlei ihrerseits gibt an, irgendwie den Gerichtstermin verschlafen zu haben – also den Termin zur Anhörung von Erotokritou. Derart gelang der Anwaltsfirma, das Urteil aufzuheben.

Wir verstehen also, verehrte Leser: Auf diese Weise haben die eben Genannten konspirativ zusammengearbeitet und der gerichtlichen Gerechtigkeit im Jahr 2013 versucht, ein Schnippchen zu schlagen. Denn da die Anwaltsfirma nicht zum Termin erschienen war, profitierte Erotokritou ja entsprechend davon – das Urteil gegen ihn wurde aufgehoben.

Jemand, der beispielsweise mit 10 Gramm Marihuana vor einer hippen Disco Limassols angetroffen wird von der Narkotic-Polizei, säße sehr wahrscheinlich einige Zeit und umgehend im Knast, wenn er nicht gerade Sohn oder Tochter einer ‚guten‘, das heißt reichen und daher angesehenen Familie ist. Und so ist wenig verwunderlich, dass Erotokritou, Kiprizoglou und Neocleous vorerst bis zum 01. März 2017 weiterhin auf freiem Fuße sind. Angeblich haben sie gewisse Auflagen zu befolgen.

Welche?

Immerhin, Erotokritou ist bereits verurteilt gewesen wegen Korruption in der genannten Sache. Somit ist er bereits der höchste Beamte Zyperns, dem solch Missgeschick je passiert ist. Wir werden also sehen, ob die Herren Angeklagten am 01. März in den Knast gehen oder nicht. Das Bauchgefühl sagt einem irgendwie: Kiprizoglou könnte vielleicht der einzige sein, der absitzen geht, denn er scheint einem irgendwie prädestiniert als Sündenbock, weil er eventuell der ‚Schwächste‘ unter den Angeklagten ist. Wir werden es abwarten müssen; und man kann sich ja auch täuschen in seinen Einschätzungen, gell?

Jedenfalls meinte der Verteidiger von Erotokritou bei Gericht vor ein paar Monaten: „Vor Ihnen steht ein finanziell ruinierter Mann, der nie wieder im Stande sein wird, juristisch zu arbeiten. Seine Karriere hat wegen finanzieller Überbelastung geendet.“ Auch habe sein Mandant nicht systematisch Korruption betrieben. Eine einmalige Angelegenheit sei es lediglich gewesen, diese Sache da mit den Russen. „Seine Frau und sein Sohn werden zu Opfern, wenn man ihn inhaftiert!“

Zu erwarten ist am 01. März 2017, was die Cyprus Weekly einen „Marathon-Prozess“ nennt. Ach ja, und des Weiteren sagte Erotokritous Anwalt noch: Eine Freiheitsstrafe ist gefährlich wegen der Arbeit, die sein Mandant betrieben habe (Staatsanwalt). Solche Argumente geben wir von der Presse gern weiter. Sie beleuchten und durchleuchten den HOHEN Stand der Dinge – zuweilen auch recht sarkastisch.

***

Was verkündete Präsident Anastasiadis, der sich in einer psychiatrischen Klinik medienwirksam ableuchten ließ vor ein paar Tagen, wo kein Wasser derzeit fließt: „Wir bauen eine neue Klinik!“ Hört sich gut an, bringt den ‚Insassen‘ aber im Moment schrecklich wenig. Und so könnte wohl die folgende Spekulation nicht ganz fehlgehen, nämlich, dass der Präsident noch einen weiteren Konflikt löst, und zwar den um Erotokritou und seine kriminellen Kumpanen, wo man den Präsidenten der Republik womöglich sagen hören könnte: Wir bauen dem Erotokritou und anderen hochstehenden Persönlichkeiten, die noch folgen könnten, einen Extraknast!

Apropos: Der Streik im Hafen von Limassol ist für einen Monat auf Eis gelegt worden. Nicht der Transportminister konnte es etwa regeln mit den LKW-Fahrern, Gewerkschaften und Kranführern, sondern, man glaubt es kaum, ein Auftritt von dem vermeintlichen Strahlemann Präsident Anastasiadis genügte, und schon war die Sache fürs Erste behoben. Auch was die abgebrochenen Verhandlungen mit den Türkischzyprern angeht, scheint Herr Anastasiadis – endlich wieder – sich auf moralisch höherem Stand als sein türkischer Gegenspieler Akinci fühlen zu dürfen.

Warum?

Letzterer weigerte sich einfach, zum letzten vereinbarten Treffen zwecks Wiedervereinigungsverhandlungen zu gehen. Er weilt anstatt in Pakistan auf einer Konferenz der Islamischen Gemeinschaft und spricht wiederholt davon, dass er sich um Wiedervereinigungsverhandlungszeug erst wieder zu kümmern gedenkt, wenn die Wahl in der Türkei zur Verfassungsänderung vorüber ist. Wirklich pragmatisch dieser Ansatz. Das finden nicht wenige. Der Präsident Nordzyperns, Akinci, soll derart sogar gegen Anordnungen Ankaras gebockbeint haben, Ankara hätte ihn gern an dem Tisch der Wiedervereinigungsverhandlungen sich weiterhin langweilen gesehen. Ja, oft kommt er einem sehr gelangweilt vor, der Herr Akinci. All das Händehalten und -drücken und die selben Fragen und Extravaganzen und das seit Jahren. Ach, manch einer kann ihn gut verstehen.

***

Und natürlich ist im zuvor erwähnten Fall Erotokritou und Co auch irgendwie die Bank of Cyprus nicht außer Acht zu lassen, zumal diese ja die Laiki Bank, sagen wir, schlucken durfte – doch nicht nur deshalb. Der US-Milliardär Wilbur Ross hatte nämlich mit anderen Investoren 2014 dafür gesorgt, dass sich das Kapital der Bank of Cyprus erhöhte – der gute Mensch. Präsident Trump hat ihn ja bekanntlich als „US Secretary of Commerce“ berufen. Nun, auch Ross scheint Kontakte zu dem Russen Viktor Vekselberg zu unterhalten. Und Derartiges hat bekanntlich den einstigen Sicherheitsbeauftragten Trumps, Herrn Michael Flynn, seinen Posten gekostet kürzlich. Noch soll Ross allerdings nicht als einer der Secretary‘s of Commerce bestätigt worden sein. Ross, ein Spezialist darin, Unternehmen zu restrukturieren und billig aufzukaufen, die womöglich bei Null angekommen sind, hat sich also damals der Bank of Cyprus angedient und wurde in deren „board of directors“ aufgenommen. Da saß auch Josef Ackermann, der ja zuvor bei der Deutschen Bank sein Werk vollbracht hatte als oberster Chef. Kann gut sein, dass Herr Ackermann noch zu seinen Verbindungen zum Trump-Imperium befragt werden wird, als er die Deutsche Bank ‚regierte‘. Trump schuldet der Deutschen Bank nämlich an die 3 Milliarden US-Dollars, schreibt Stelios Orphanides in der Cyprus Mail vom 18. Februar 2017. Irgendwie hatte das Trump-Imperium zur Zeit Ackermann bei der Deutschen Bank einige Unpässlichkeiten finanzieller Art, die noch nicht aus der Welt geräumt worden sind– in Völle.

Kurz: Ross hat seinen Posten (Stellvertretender Präsident) bei der Bank of Cyprus aufgegeben, denn dort hat er vermutlich direkt oder über Umwege auch Kontakte mit dem Russen Vekselberg gehabt, was nicht gut für den Karriere-Verlauf derzeit ist. Hierzu schreibt Orphanides: „lediglich eine Stunde“ habe Ross sich mit dem Russen getroffen. Doch keiner weiß bislang, was die Herren miteinander besprochen haben. In einer Stunde kann man durchaus einiges besprechen. Nennen wir das Phänomen auch daher Trump-Klüngel. Das trumpsche Geklüngel der Reichen aus dem Westen mit den Reichen aus dem russischen Osten hat sich also nachweislich auf Zypern etwas miteinander verbunden oder zumindest ausgetauscht – und die BRD war wohl auch irgendwie als Zaungast dabei; oder sagen wir, sie dürfte so in etwa über vieles im Bilde sein (siehe Ackermann, Deutsche Bank).

Am Rande: Um kleine und mittelgroße Unternehmen auf Zypern mit Kapital ausstatten zu können, hat die Bank of Cyprus nach der Unterzeichnung neuer Verträge mit der Europäischen Investitionsbank einen Geldbetrag von 134 Millionen Euro zugebilligt bekommen vor ein oder zwei Wochen. Das ist das erste Vertragsabkommen dieser Art im Jahr 2017. Der genannte Betrag wird an verschiedene zyprische Banken verteilt werden. Insgesamt erhielt die Bank of Cyprus jedoch den Zuspruch für 230 Millionen. Viel Geld scheint auch dieser Betrag nicht zu sein.

Die Betragshöhe ist eher atypisch für zyprische Verhältnisse (was auch immer das „atypisch“ bedeutet).

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Jetzt haben Sie noch immer nichts zum „Allgemeinen Gesundheitsplan“ auf Zypern gehört, den „GESI“. Nun: Nichts bewegt sich dort wirklich. Viel Hin- und Herrücken von Positionen. Keine wahren Entscheide. Alles offen, wie gehabt, um die Vorgänge im GESI sehr grob zu umschreiben. Die Unsicherheit in Krankenhausverwaltungen auf Zypern bleibt also bestehen vorerst, keine wirkliche Planungssicherheiten etc.

Zu 444 Millionen Euro wird ein Strom-Kabel verlegt, welches unter anderem von Israel über Zypern nach Griechenland reichen wird, von wo es dann weiter nach Nordeuropa gehen wird. Das Projekt läuft unter dem Namen „EuroAsia Interconnector!“ Zahlen wird Brüssel dafür. Die BRD ist mit 40 Millionen beteiligt. Das Verlegen des Kabels von Israel bis nach Griechenland wird mit 14.5 Euro veranschlagt (siehe Connecting Europe Facility).

Das Profil von zyprischen – und wohl auch woanders beheimateten – Nerds soll angehoben und wahrscheinlich auch irgendwie abgeschöpft werden. Immerhin wurde die GeekOtopos von der Stelios Foundation 2016 ausgezeichnet als ein gutes, bikommunales Projekt etc. Mehr dazu: www.geekotopos.org

Recht lesenswert ist ein kurzer, aber auskunftsstarker Artikel von Rainer Hermann in der Frankfurter Allgemeinen zum Treiben in der Türkei. Er heißt: „Die Etappen einer Kaltstellung.“ Lesenswert, auch vor dem Hintergrund, dass endlich mal jemand die Klappe aufgemacht hat wegen Erdogans Treiben. Der junge Außenminister Österreichs musste es mal wieder richten. In Deutschland hatte man ja bereits damit begonnen, den Leuten einzutrichtern, dass von Seiten des Staates gar nichts gegen die frechen Auftritte türkischer Politiker in Deutschland gemacht werden könne. Herr Kurz aus Österreich zeigt, dass man diesen Leuten aus Ankara sehr wohl Einhalt gebieten kann. BRAVO! Wer sich die Rede von Ministerpräsidenten Yildrim in Oberhausen vor kurzem angehört hat, der kann wirklich nicht mehr nachvollziehen, wie so etwas geduldet werden kann und warum?

Dass in der Türkei vermehrt Menschen, die öffentlich bekennen, bei den anstehenden Wahlen mit NEIN zu stimmen, kurz und klein gemacht werden – in allen erdenklichen Weisen -, also mit Terroristen in ein Bett gesteckt werden unter anderem, lässt die Kuscherei der Verantwortlichen in Berlin vor Erdogan und seinen Drohungen schon längst nicht mehr angebracht erscheinen. Auch in der BRD sollte Erdogan demnächst schon klar angesagt werden: Du kannst kommen, aber nur zu offiziellen Gesprächen mit offiziellen Stellen und ohne Abtauchen in eine Sporthalle oder woanders hin, um die Leute mit türkischen und anderen Wurzeln im Kopf noch mal kräftig abzufucken!

Wer Kurden und andere Leidtragende der türkischen Innen- und Außenpolitik radikalisieren will auf deutschem Boden, der lässt den Sultan aus – und wie es scheint auch eventuell nur für – Kasim Pascha/Istanbul nicht in europäischen Großstädten nach Belieben gewähren.

Und dann wäre da noch jemand namens Giannis Politis. Er ist Zypriote und soll Bücher schreiben, soll damit die Zyprer ansprechen. Bekanntlich greifen Zyprer nicht unbedingt zu einem Buch, wenn es nicht gerade sein soll müssen. Und wenn dieser Mensch es schafft, solch Wunderwerk zu schaffen, die Liebe zum Lesen von Büchern, dann sollte man mal direkt was von ihm lesen, was hiermit für Sie im Jahr 2017 getan werden wird. Eine Buchbesprechung wird also schon bald folgen. Der Titel des Buches heißt übersetzt: „Ausgewählte Momente!“ (neolaiacy.com, 26-27.11.2016 (24/7), von Georgias Pappouta – „Talk to me!“) Pappouta konfrontiert uns in ihrem Artikel mit einem Zitat, welches wahrscheinlich aus dem Buch stammt, und das übersetzt heißt: „Wenn das Richtige, wie auch das Falsche, zwei Worten ähneln, die unbekannt sind, ohne Sinn, kommt der Instinkt und rettet alles.“

Die www.24h.com.cy (Mariou Dimitriou) berichtet am 26. November 2016 über Einkind-Familien. Ein Thema, welches ansonsten eher untergeht im Tagespolitischen Zyperns. Anscheinend scheinen die Betroffenen praktisch keine staatliche Hilfe in Anspruch nehmen zu können auf Zypern. Es gibt allerdings eine Organisation, die sich „Panzyprischer Verbund von Einkind-Familien und Freunde“ nennt. Die Vorsitzende heißt Argentoula Ioannou. Als einzige staatliche, finanzielle Quelle erhalten die Betroffenen E.E.E. (eine Art Mindesteinkommen für Schwangere). Wir sprechen von einem Betrag, der zwischen 140 und 240 Euro zu liegen scheint und der anscheinend auch nach einer Schwangerschaft weiterhin ausbezahlt wird. Die erwähnte Organisation leistet Hilfe auf allen erdenklichen Ebenen – auch finanziell. Eine Politik von Seiten der Regierung betreffend der Lage von Einkind-Familien ist nach den Darstellungen Ioannous nicht sichtbar in Zypern. Der Anspruch auf das Geld vom Staat erlischt, wenn der Partner oder Ehegatte mit jemand anders zusammenlebt oder sich scheiden lässt. Auch hat der Ex danach keinerlei gesetzlich geregelte Verpflichtung, sich um sein Kind kümmern zu müssen, schreibt Dimitriou. NICHTS. Lug oder Trug?

 

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