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Quelle: Griechenland – Peleponnes – Athen

Wäre diese Reise nach Griechenland nicht dazwischengekommen, würden Sie nun voraussichtlich Weiteres zum Südwesten Deutschlands hier zum Lesen vorfinden – genauer: zum Dreiländereck. Doch es kam anders.
Und Sie sollen das nun ausbaden?
Hiermit bittet es Sie um Nachsicht! Unerwartetes muss ja nicht immer vom Schlimmsten sein!?
Diesmal in Griechenland unterwegs sollte es der Peleponnes sein, der besucht wird, und, von dem aus Ihnen berichtet wird. Ein Reisebericht wird folgen, der mit seiner ganz spezifischen Sicht der Dinge nicht außenvorhält. Es geschieht eigentlich alles so, wie Sie es hier auf Zypern- und Kandernundmehr gewohnt sind: Frisch von der Leber! Letzteres soll allerdings nicht darauf verweisen, dass dem Alkohol zu viel gefrönt wird unter Griechen oder, dass solch Konsum beim Essen überhandnähme … – aber geschieht halt schon öfters als sonst.
Retsina-Wein ist nun einfach immer mal wieder etwas, was beste, gute und alte Erinnerungen an das Griechenland Anfang der 1980er Jahre wiederbelebt und gut-eigenartig, eben typisch schmeckt. Ich trinke diesen Wein komischerweise nirgendwo anders als in Hellas.
Kurz am Rande: Griechen sind echte TYPEN, wie man sagt.

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In der Voliere im Hof piepst und singt es unentwegt. Überhaupt, Vögel in kleinsten Käfigen zu halten, scheint offenbar noch immer ein Muss für viele Griechen zu sein, trotz steigendem Umweltbewusstsein und dergleichen – zumindest in dem griechischen Dorf namens “Archaia Korinthos”. Ohne Piepser nahezu überall, und diese gefangen in wenig aufwendig eingerichteten Käfigen – die Vögel sollen ja auch piepsen und nicht schlafen oder zufrieden vor sich hinstarren – geht offenbar gar nichts. Ob uns diese Vogel-Realität bereits tief in die des Landes oder lediglich des Peloponnes blicken lassen soll als Tourist unterwegs?

Nein, nein! Fernseher schalte ich hier keine ein. Auch keine Radios, und wenn, dann bitte sehr Musikprogramme. Bin politikmüde; genauer: die zyprische Politik lässt mich laut und ausgiebig gähnen. Viele, wenig geliebten Dinge bin ich bereit zu tun, anstatt den Zyprern beim Politiktreiben zuzusehen und zuzuhören derzeit – zum Beispiel französisch Vokabeln pauken.

Hier wird in die Rolle eines Touristen geschlüpft für Sie, der erstmals in Griechenland ist und auf die Schnelle gebucht hat; der sich übers Land etwas angelesen hat und wegen dem Trouble in der billigeren Türkei oder dem preiswerteren Ägypten die etwas teureren Griechen besuchen geht anstatt.

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In Athen waren wir von Zypern kommend bestens angekommen mit „Aegean“ – früh morgens, noch vor 6 Uhr. Alles lief auf dem Flug und am Zoll reibungslos ab. Alle Beteiligten gaben sich in bester Stimmung. Keine Komplikationen beim Abholen des Mietautos, diesmal bei Hertz. Wir dachten: Besser ein großer Anbieter wie Hertz als ein kleiner, der im Fall des Falles eventuell weniger endlose Diskussionen und Schwierigkeiten aufzieht.
Ein Nissan ist es geworden, auch wenn wir, genauer ich, uns auf eine Erfahrung mit einem Opel heimlich eingestellt hatten. Fuhr in Nikosia vor Jahren schon mal einen Nissan. Muss sagen, das Erlebnis blieb damals positiv. Diese japanischen Maschinen schnurren wunderbar asphaltierte Bahnen ab, als säße man in einem dicken BMW.
Gebucht hatten wir von Zypern aus. Hoffe, dass wir das nicht bereuen werden, alles vorher gebucht zu haben und uns nicht auf den Moment verließen. Da es Pfingsten ist, erwarteten wir regen Urlauberauflauf. Der blieb aber aus, kann ich Ihnen jetzt schon sagen – was natürlich sehr angenehm ist. Wir sind zu zweit.

Archaia Korinthos ist unsere erste Station. Dort hinzugelangen, ist vom Flughafen Venizelos/Athen aus kein großes Kunststück. Man fährt auf der Autobahn „A6“ einfach immer gerade aus, die dann irgendwann mal „A8“ genannt wird. Der zuvor genannte Ort, Archaia Korinthos, ist netterweise sogar auf einem Schild auf der Autobahn ausgeschildert, sodass Irrfahrten durch die nahe Stadt „Korinth“ oder anderswo gemieden werden können.
Auffallend war in der Autobahngaststätte, in der wir vor Erreichen des Zwischenziels Archaia Korinthos Halt machten nach 20 oder 30 Minuten Fahrt, dass das Personal plus Besitzer super-freundlich und sehr relaxed waren. Auskunftsfreudig sogar. Niemand versuchte, uns etwas anzudrehen oder dergleichen. Nicht überschwänglich freundlich, einfach ganz normal freundlich waren die, als wäre sich so zu verhalten oder zu begegnen, das Normalste von der Welt.
Sollte man ja eigentlich auch annehmen, dass dem so ist. Doch dem ist so nicht zwangsläufig, wie einem wieder bewusstwird, wenn man aus einer Destination wie Zypern kommt oder schon mal länger in Berlin gewohnt hat. Obgleich, auch auf Zypern hat man langsam mitbekommen, dass Unfreundlichkeit der Kundschaft gegenüber und, letztlich, sich selbst gegenüber, die Freude am Leben zu einem beträchtlichen Anteil, wenn nicht völlig, kosten könnte.
Zyprer haben mit Perfektion, sozusagen, das Wie-ein-Trottel-grußlos-durch-die-Gegend-watschen mit langgezogenem Gesicht bei sich installiert. Die Rede ist natürlich vor allem von Menschen, die auf dem Land leben. Von Städtern erwartet das schon niemand mehr, denke ich, einfach so gegrüßt zu werden. Nicht alle, aber zu viele Zyprer scheinen, wie geschildert, unterwegs zu sein. An manchen Tagen erreicht einen dieses Gehabe, anders kann es nicht bezeichnet werden, und dann ist man eigentlich auch selbst schuld, wenn es das schafft. Denn die Insulaner sind ja im Grunde nicht so, wie sie einem vorkommen oder sich geben. Also ist man selber schuld, wenn die aufgesetzten Schlaraffen aus dem Konzept bringen?!
Wir reden hier, auch, gerade von jemand, der glaubt, mit geschilderter Pose vor lauter Selbstachtung, die Achtung anderer übersehen zu können oder zu dürfen, beziehungsweise erwartet, angehimmelt zu werden – oder was immer genau in solchen Köpfen vor sich geht. Es hat auch einen Touch, finde ich, verfehlten Verständnis’ dessen, was Eleganz oder Royalität und so etwas sein sollen. Man weiß ja nie, was genau das Spiegelbild für solch Verhalten nun wirklich immer ist, eben genannte Eleganz und Royalität könnten es durchaus sein, nachdem, was so in einigen zyprischen Zeitschriften andauernd geschrieben steht. Diese Art Vorbilder scheinen recht schräger, eben zyprischer Ableitung zu oft Pate zu stehen.

Wirklich, das alte Korinth ist wirklich ein netter Ort. Wir haben uns für die “Pegasusrooms” entschieden. Ein glücklicher Entscheid: Das Zimmer „A3” ist Hort unseres Glückes geworden. Nee, Scherz bei Seite. Zwei Türen gingen auf und die Besitzerin meinte, da sei noch dieses Ehepaar gerade angekommen, ob wir nicht vielleicht doch mit jenem anderen Zimmer Vorlieb nehmen wollten. Wir hatten uns nämlich das schönere von beiden zuvor schon angesehen gehabt, waren aber gebeten worden, um 14 Uhr zurückzukommen, um es dann in Beschlag zu nehmen – wegen dem Üblichen: putzen, aufräumen etc. Wir entschieden uns natürlich für das schönere Zimmer, so zur Wahl gestellt, und es entfachte sich darum, glücklicher Weise, keine peinliche Diskussion, nur, weil ihrer Ansicht nach offensichtlich die anderen beiden, so klang sie zumindest, dort besser hineinpassten als wir.

Die Gute hatte ihren Versuch vorgetragen und der war erfolgreich abgeschmettert worden von uns. Punkt. Wir lächelten ihr nett zu dabei, als würden wir mit ihr über Deutschland, den Tourismus oder den letzten Museumsbesuch sprechen.

Wunderbar grün ist es vor Raum-A3 hin zum Hof, um dessen Balkon, wo, wie gesagt, Vögel aus einer 2x2x2m großen Voliere singen und trillern. Auch von dem riesigen Parkplatz, der umgeben ist von erfrischend viel Bäumen und Sträuchern tönt Vogel-Sound herüber, wo auch das gemietete Auto abgestellt werden konnte, ohne, dass jemand angerannt gekommen wäre, um dafür Geld zu verlangen – was in der Türkei ziemlich sicher zu erwarten ist. Allerdings sind das dann auch Art bewachte Parkplätze meist. Die Rede ist von Arbeitsplätzen, die sich arbeitslose Türken dergestalt schaffen – oder andere Interessiert, wie Nachbarn etc., die oft und gern ohne Kenntnis oder Beteiligung, oder beides, des Bürgermeisteramtes auf diese Weise unternehmerisch aktiv sind.

Beim Erkunden Alt-Korinth (Archaia) hat man selbiges eigentlich schnell durch. Ich wollte nicht durch die Ausgrabungsstätte vor Ort streifen, die wirklich über viele Quadratmeter gestreut mitten in der Stadt so manchen Hobby-Archäologen begeistern dürften. Die sah ich mir von draußen an. Irgendwie hat diese Sicht – durch einen Zaun hindurch – zufriedenstellen können. Gute Übersicht, die man von dort aus hat, wo ich saß. Man geht dazu einfach um das eingezäunte Gelände herum, links vom Eingang, und durch das Dorf hindurch, setzt sich auf ein Mäuerchen im Schatten eines der vielen grünen Bäume und liest und/oder guckt – kommt dabei innerlich schon mal etwas herunter von der Fahrt und dem Alltag, den man verließ und in Griechenland an. Beneidet jene, die auf der Ausgrabungsfläche in der Sonne Altertümer betrachtend braten, von diesem Standpunkt aus eher nicht.
Schön an diesem Ort war unter anderem, dass Einheimische durchweg vorüberkommen, die ganz ungewohnt – eben, weil gerade aus Zypern kommend – mich, den Fremden grüßten, und zwar als erste. Sahen nett dabei rüber und gingen ihres Weges, als gehörte sich das so.
Im Südwesten Deutschlands ist das Grüßen von Ortsfremden in Dörfern schon seit Längerem ins Hintertreffen gelangt. Tut man anscheinend nicht mehr so oft wie einst.
Die Menschen, die an jenem Tag an mir vorbeigingen oder fuhren in Alt-Korinth waren sich offenbar nicht zu schade dazu. Jedenfalls hat es auf Zypern oder dem Südwesten Deutschlands den Eindruck, dem könnte so in etwa sein bei den meisten, nämlich, dass sie sich zu schade für so etwas geworden sind. Man gewöhnt sich daran, alle Male dann, wenn man jahrelang in Berlin wohnte – ein Menschen-anonymisierender-Ort.
Allgemein ist im Gespräch mit Griechen in Griechenland auffällig: Griechen schauen einem irgendwie direkter in die Augen als ihre zyprischen Brüder und Schwestern. Erstere scheinen eine ausgereiftere Kommunikationsstrategie zu führen. Schwer zu beschreiben oder zu benennen.

Das Pegasusrooms ist zwar verhältnismäßig klein, dafür aber ‚fein’ – definitiv kein 5-Sterne Bunker. Der Besitzer ist ein geschäftiger Mensch, der offen über sich und seine Welt Auskunft gibt. Sein Englisch ist dazu ausreichend gut. Schön war am Tag unserer Ankunft nach dem Check-Inn ins Hotel, als wir den nahen Berg zum Schloss vor der Stadt hinauffuhren, dass das Eingangstor dort oben bereits geschlossen war, um zu den Schlossruinen näher zu gelangen. Der Vorteil dessen: kein Gegenverkehr auf der etwas engen Straße nach oben, kein Menschenauflauf, sondern Ruhe und der Sound des Windes im Überall. Die Sicht von dort ist, wie im Reiseführer versprochen, wunderschön.
Ein Blick vor die Füße eines jeden Touristen, dort oben stehend, sollte indes nicht ausbleiben. Die vielen unterschiedlichen Kräuter und Gräser am Wegesrand sind nämlich eine einzige Pracht. Das muss hier in der Gegend im Frühling das Paradies auf Erden sein. Ich empfehle mir und anderen hiermit, also genau das zu tun: im Frühjahr auf den Peleponnes zu fahren, um mit Blumen und Kräutern umgeben zu sein – das belebt gewiss den Trübsten oder sonst wie Gestimmten. Ein Shop, der Kräuter im Angebot hat, ist gleich schräg gegenüber vom Hotel angesiedelt, in den wir aber keinen Fuß setzten.

Nachmittags, nach 1-2 Stunden Schlaf, fuhren wir am Tag unserer Ankunft in Alt-Korinth doch noch runter nach Korinthos-Stadt. War gar nicht so übel. Es ist im Reisführer in etwa so ausgemalt worden – als fürchterlicher Ort. Ein nettes Städtle ist es jedoch, das ziemlich sicher ein buntes Leben haben dürfte, nachdem die Abendsonne bye-bye gesagt hat im Sommer. Nahezu unzählig viele Cafés, saubere Straßen, nett dreinschauende Leute, und alles andere als überlaufen von Touristen – derzeit jedenfalls noch nicht.
Den Kanal konnten wir nicht finden, den “Isthmus”. Haben uns allerdings auch nicht allzu sehr angestrengt dafür.

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Heute geht’s auf „die andere Seite rüber, eben, nach diesem Loutraki”, wird gerade vermeldet von meinem Reisbegleiter. Und da das Frühstück vorüber ist und wir unsere Morgentoilette hinter uns haben, gibt es mehr zu diesem Tag später. Jetzt ist erstmal Aktion angesagt – Autofahren etc.

Das Frühstück hatte am 2. Tag in Archaia Korinthos locker angefangen, oben, über unserem Zimmer nämlich ist der Frühstücksraum, und zwar auf einem interessant ausgebauten Flachdach, welches wohl einigen nassen Wind, eventuell sogar Schnee auch im Winter oder Herbst von seinen Besuchern abhalten dürfte.
Wir waren rechtzeitig früh unterwegs und konnten so einer 30-köpfigen Reisegruppe aus den USA entgehen – mit der wir den Abend davor unfreiwillig ein Restaurant teilten. Sehr laut waren die schon etwas, aber, so sind Gruppen nun mal.

Vor 2-3 Jahren habe er das Hotel übernommen, habe 500.000 Euro abzubezahlen und noch mehr reingesteckt, habe 2 Söhne, die studierten, der 3. folge dem Beispiel seiner Brüder schon bald, erzählte uns der Besitzer des Pegasusrooms unter anderem. Ein geschäftstüchtiger Mann, ursprünglich aus Chios, den es nach Archaia Korinthos verschlagen hat.

Wir fuhren nach dem Frühstück dann doch noch mal hoch zum Schloss über der Stadt. 8 Uhr morgens, dachten wir, das müsste klappen. Und so war es auch. Nicht etwa, dass wir die ersten oder einzigen Besucher gewesen wären, doch Reisegruppen musste erst aus dem Weg gegangen und gefahren werden, als wir nach knapp 2 Stunden Aufenthalt von dort wieder herunterfuhren. Schuhe mit guter Besohlung sollte man unbedingt anhaben, wenn man nicht allzu Tretsicher ist oder schnell das Gleichgewicht verliert. Die Steine am Boden sind spiegelglatt – wahrscheinlich von den Menschenscharen drauftretend geschliffen, denen sie schon seit Jahrtausenden ausgesetzt sind. Ganz oben auf dem Berg, wo eine Mauer in den Himmel ragt, wurde gerade ein Geländer angebracht. Soll wohl Lebensmüde nochmals überlegen lassen, ob sie den Schritt wirklich wagen wollen, sich von dort herunter zu werfen und anderen und sich selbst das anzutun.
Bis so weit nach oben bin ich persönlich nicht gekraxelt. Setzte mich unweit des zweiten, schmaleren Tors der inneren Mauer in die wunderschöne Landschaft und genoss das Grün, die Vögel, den zahlreich vorhandenen knallroten Mohn und die einigermaßen spektakuläre Aussicht. Offenbar hatten wir beide was davon: er unterwegs bis zu höchsten Höhen der ehemaligen Schlossanlage und im ganzen Areal derselben herum und ich auf meinem windigen, aber sonnigen Platz sitzend.

Klar, danach fuhren wir selbstverständlich doch noch über den Isthmus, den Kanal, zumal ja auf unserem selbstentworfenen Programm stand, nach Loutraki zu gelangen, sei geradezu Pflicht.
Ob beim oben erwähnten Isthmus unbedingt ausgestiegen werden muss, um runter auf die recht enge Wasserschneiße zu gaffen, ist Ansichtssache. Die meisten tun es wohl. Wir haben es auch getan und schossen das obligatorische Bild.
Den Weg dorthin zu finden, ist nicht allzu schwer von Alt-Korinth aus. Da das Auto kein GPS eingebaut hat, wurde einfach ein Taxifahrer gefragt in einem Außenbezirk von Korinth-Stadt, der bereitwillig Auskunft gab. Wie gesagt, die Leute sind nett und freundlich. Wenn es richtig erinnert wird, fuhren wir keine 30 Minuten zum Isthmus und von dort so ungefähr noch mal 30 oder weniger Minuten nach Loutraki.

Eine schöne Stadt entlang dem Meer ist die letztere. Der Name sagt es bereits: Dort gibt es ein Thermalbad. Das besuchten wir allerdings nicht, auch, da es nicht Winter ist und wir nicht sonderlich scharf auf chlorhaltiges Wasser waren.
Man wählt in Loutraki zwecks Parken des Autos einfach eine der Straßen, die quer zur Hauptstraße nach oben, weg vom Meer, führen. Dort findet sich ziemlich sicher ein Parkplatz. Das bedingt zwar, dass man eventuell etwas mehr Fußweg hat, um runter an die Strandpromenade zu gelangen. Doch ist man nicht gekommen, etwas zu sehen?

Führen wir mal das Beurteilungskriterium „sauber” ein. Die Stadt ist, wie auch Archaia Korinthos, als sauber zu bezeichnen. Nirgends unnötig viel Müll oder Plastik oder sonst was, das den Blick verstellen könnte in Stadtmitte. Nach einem recht netten Rundgang entlang der Seefront, entschieden wir uns für das „Fünf Brüder” (ta pente adelfoi) Restaurant. Eine gute Wahl. Der Besitzer, ein Mann so um die 50 mit langem Haar und Gang eines Sheriffs war umgehend zur Stelle und schien nicht abgeneigt, uns auf Griechisch bewirten zu können. Ruckzuck war das Restaurant plötzlich voll von Leuten, als hätten die gehört, sie müssten uns die täglich herrschende Stimmung vorführen. Und die war prächtig. An den Tischen gut situierte Griechen und Griechinnen im Gespräch, die Musik dezent im Hintergrund, klassisch Griechisches sozusagen, und das Essen wirklich nicht zu verachten. Es war bombig. Eine gute Zeit unter kommunikationsfreudigen Leuten. Das Wetter draußen machte anfänglich so, als wolle es etwas Regen zulassen, doch als wir bezahlten, war die Sonne mal wieder die Siegerin über Regenschauer, sodass wir uns auf den Weg nach dem „Leuchtturm” machten, den ich persönlich nicht zu Gesicht bekam – außer im Reiseführer. Wir fuhren jedenfalls so weit, bis es gar nicht mehr weiter ging auf einer abgelegenen Straße entlang dem Meer und dann plötzlich entlang eines Sees, und zwar in Richtung Leuchtturm. Gerieten an einen Ort, wo links Süßwasser ist und rechts das Meer. Wir entschieden uns für letzteres, um endlich mal eine Kostprobe vom hiesigen Meerwasser zu nehmen badend. Das Wasser ist verwunderlicher Weise salziger gewesen als beispielsweise bei Limassol/Zypern. Sauberer als auf Zypern ist das Wasser im Meer um den Peleponnes nahezu überall, kann jetzt schon verraten werden.
Ich bin der Fahrer und kann mir solche extremen Drehungen mit dem Kopf beim Fahren nicht leisten, um einen Leuchtturm zumindest auf der Rückfahrt zu sehen, der sehr abgelegen liegen muss. Und so muss ich wohl daran glauben, dass das Ding wirklich existiert.

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Seltsamerweise singen die Vögel in der Voliere heute Morgen nicht. Geben nicht einen einzigen Piepser von sich. Ob ein Erdbeben ansteht? Habe ich nämlich mal auf Griechenland erlebt, und zwar, als ich zum ersten Mal hier war 1979. Das war auch die erste Begegnung mit dem Phänomen, die ich damals noch ganz lustig fand, als das Bett hin und her schwankte, in dem ich lag – des Risikos und der Gefahr entweder trotzend oder nicht wirklich bewusst, eins von beiden. Ich glaube, es war eher Zweiteres.
Dafür konnte hier vom Balkon aus gerade mitangesehen werden, wie 2 Elstern Paare eine freche hellbraune Katze angingen im Flug, die auf IHREM Baum herumkletterte. Die wollte anscheinend nur aufs Dach des Nachbarhauses gelangen. Die Elstern können sich gar nicht mehr beruhigen, krächzen immer noch. Mir gefällt der raue Ton ihrer rabenähnlichen Stimmen. Ich weiß allerdings, dass die auch ganz anders klingen können. Dann erkennt man die gar nicht wieder und denkt, irgendwo im Urwald zu sein.

Heute werden wir weiterziehen. Kann gut sein, dass in Epidaurus all die Orte, die so besichtigt werden wollen, geschlossen sind, weil es soll Pfingsten sein, was hier „Kataklysmus” genannt wird. Nachdem, was noch aus einem Griechisch Lehrbuch erinnert werden kann, muss die Landschaft bei Epidaurus einen Besuch lohnen.

Was den Zustand der Straßen angeht: Der Straßenbelag der Landstraßen ist allgemein nicht auf neuestem Stand, doch verwunderlich daran ist, dass dieser keine großen, tiefen Löcher hat – die Autobahnen sind aber 1a. Außer, dass einmal ein Motorradfahrer kurz vor einem Tunnel unbedingt noch rechts überholen musste, fahren Griechen zwar flott, doch mit Augenmaß. Sie riskieren nicht das eigene Leben – und das anderer.
Berichten zufolge muss es diese Rowdys aber geben. Auf Zypern trifft man so ungefähr alle zwei-drei Tage, mindestens, einen davon.

Einen kleinen schwarzen Hund gibt es in Archaia Korinthos, den man scheinbar überall im Dorf antrifft. Bei uns entscheidet er sich stets ungefragt, mitzulaufen. So auch gestern Abend wieder. Da er so drollig aussieht, ist ihm hie und da stets ein Happen sicher, den ihm die Leute geben, wie gesehen werden kann. Die Hunde haben bunte Bänder um die Hälse. Werden offenbar von jemand betreut, jemand, wie dem Amt. Viele der Hunde sehen aus wie Kangal-Hunde aus Sivas/Türkei. Das sind recht große und meist gutmütige Hirtenhunde. Sehr dickes Fell.

Klar doch, für das „el Nino“ Café hatten wir uns zurück vom Leuchtturm, den ich nicht sah, in Loutraki entschieden. Ist OK gewesen dieser zuerst genannte Ort, doch für unseren Geschmack war die Musik dann doch etwas zu laut und zu langweilig. Durchweg amerikanischer Pop, oder wie es auch immer genauer genannt wird. Nicht unbedingt die schlechteste Auswahl, aber … . Wird einem einfach zu viel mit der Zeit. Recht interessante Einrichtung hat das el Nino, allerdings nichts Außergewöhnliches oder so. Der junge Kellner, ausgestattet mit dicken Armen, die er sich nur im Meer, doch wahrscheinlicher im Sportstudio herangezüchtet haben dürfte. war im Gesicht recht gutaussehend – die dicken Arme passten einfach nicht. Sah aus wie ein Filmsternchen im Gesicht. Ein durchmischtes Publikum umgab uns an seinem Arbeitsplatz: Frauen, Männer, junge, alte.
Cafés, also „Kafeneion“, im alten Stil sind uns bislang nur in Korinthos über den Weg gekommen. Außerhalb der Stadtzentren dürften die inzwischen mehrheitlich liegen oder zu finden sein. Das mag erwähnt werden, weil ich solche Orte bevorzuge. Heutzutage sitzen auch in Kafeneion Menschen weiblichen Geschlechts – in Griechenland allemal, denke ich.

So richtig sommerlich ist es hier jedenfalls auch noch nicht. Der Boden des steinernen Fußbodens des Hotelzimmers lässt der Kälte wegen nicht wirklich zu, dass man morgens um 6 Uhr barfuß auf dem Balkon länger stehen könnte. In Zypern war das vor 3 Tagen auch noch nicht drin. Hier ist abends aber dennoch wunderschöne Sommerstimmung. Es wird Zeit, dass wir auch in der Nacht ein bisschen unterwegs sind. Wie gehört werden konnte, war da irgendwo Musik und Gelächter weiter weg bis in die frühesten Morgenstunden. Davon kann hier nur aus der Perspektive dessen erzählt werden, der sich wenig darum kümmert und anstatt die gute Luft, das Bett und die allgemeine Ruhe in vollen Zügen genießt. Ich glaube, es ist jetzt wirklich dieses gewisse Etwas in mir eingetreten: Urlaub!

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Der Weg über Epidaurus nach der Stadt Gytheio war, als würde man durch Südwestdeutschland, das Elsass oder die Deutschschweiz fahren. Nun ja, nicht ganz so, aber… . Es war also recht grün und teils wunderschön bergig. Wir hatten uns nach dem Aufenthalt in Epidaurus nämlich entschieden, nicht am Meer entlang runter nach Gytheio zu fahren. Leute, die am Meer die meiste Zeit eines Jahres verbringen, sind eben nicht so erpicht auf Meerflash – obgleich selbiger schon unabdingbarer Bestandteil eines wöchentlichen Ablaufs geworden zu sein scheint, wenn vor Ort in Zypern. Das historische Epidaurus hat unsere Erwartungen an sich erfüllt. Das historische Theater war recht imposant. Nur, wenn man, so wie ich, schon vor und in so vielen ähnlichen davon gestanden hat, ist der Überwältigungseffekt vielleicht doch etwas dahin. Bei mir war es diesmal jedenfalls in etwa so, bei meinem Reisbegleiter keineswegs, der es sich auch nicht nehmen ließ, all die vielen, steilen Treppen nach oben zu steigen und das Theater, sozusagen, akustisch auseinander zu nehmen. Ich begnügte mich mit der Frontalansicht und zu mir gesellte sich dabei schnell eine etwas ausgehungerte graue Katzenmutter, der aber leider gar nichts angeboten werden konnte, außer Streicheleinheiten – für den Gebrauch IHRER steinernen, eventuell uralten Sitzbank unter anderem auch.
Noch wenig Touristen waren zu sehen, da wir glücklicherweise mal wieder früh am Tag unterwegs waren – hatte sich aber zum Zeitpunkt, als wir das Gelände verließen, komplett geändert – Bus über Bus rollte an und stand schon dort, wo zuvor ein großer, leerer Parkplatz uns in Empfang genommen hatte.

Auf der Karte des Tourismusbüros erscheinen die Distanzen anders, als sie denn effektiv sind. Die Strecke nach Epidaurus ist nicht zu lange, doch sollte man schon darauf eingestellt sein, so in etwa 4 Stunden unterwegs zu sein. Nach Sparta fuhren wir allerdings nicht rein. Was ich schon, als wir draußen vor der Stadt an einer Tankstelle saßen beim Kaffee, zu bereuen anfing. Doch ich wollte nicht nerven, zumal ja auch der Reiseführer, aus dem mir vorgelesen wird, angibt, dort gäbe es „nichts” mehr aus der alten ruhmreichen spartanischen Zeit zu besichtigen. Nun, die Menschen sind noch anwesend, die Nachfahren der Spartaner und deren Kultur. Das allein hätte wohl als Argument ausgereicht, um doch noch ins Städtle zu fahren, doch es regnete und, ehrlich gesagt, ich wollte endlich zurück, in Gytheio ankommen.

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Bin kein Freund von zu langen Strecken, wie wir sie vielleicht auch heute wieder bewältigen werden, nämlich von Gytheio an die Spitze der Mani und dann nicht etwa denselben Weg zurück, sondern auf der anderen Seite dieses Halbinselzahnes hoch, bis zur Abzweigung nach Gytheio.
Gytheio ist wirklich ein nettes Städtchen. Wir haben Pfingsten und keine Massen von Touristen sind unterwegs. Die Strandpromenade ist noch so in etwa erhalten, wie sie wahrscheinlich die letzten 50 Jahre aussah: keine Flo-Cafes, keine Lidl, keine high-Flyer-sonst wie Imitationen.
Die Straße hinter der Strandpromenade ist recht romantisch. Wäre mehr Zeit eingeplant, würde eine Erkundung der oberen Stadt gewiss lohnend sein. Schön gemütlich die Atmosphäre in dieser Stadt. Kein Stress weit und breit. Die Leute – relaxed.
Gegessen haben wir am Abend unserer Ankunft und den Tag danach in dem Restaurant gegenüber am Hafen, wo die Zöllner sind – im „90 Moires”. Die haben dort Aufreißer vor ihrem Restaurant beschäftigt. Die vom Moires scheinen die einzigen zu sein, die das in Gytheio so tun. Man sitzt dort ganz nett: weißes Tischtüchle, alles schön geordnet und sauber, die Musik im Hintergrund dezent und griechisch, der Besitzer, der seinerseits an den Tischen vorbeischaut und manchen Gast in ein kleines Gespräch verwickelt etc., einigermaßen erträglich. In diesem Restaurant war auffällig, dass wir stets (2 Mal) eine von Hand ausgestellte Quittung erhielten. Als wir den Tag danach nach einem offiziellen Beleg fragten, den wir auch erhielten, war es dann aber auch aus mit der Freundlichkeit.
Unser Hotel hier in Gytheio ist das „Aktaio“-City. Wie wir sehen konnten, gibt es außerhalb der Stadt noch ein Aktaio-Beach, oder wie genau es heißt. Das City-Hotel ist wirklich OK. In der ungefähren Mitte der Beach-Promenade der Stadt ist es gelegen. Wir sind im ersten Stock untergebracht worden mit Blick aufs Meer. Das Zimmer hat ein Balkönchen nach draußen zum türkis-blauen Viel aus Wasser. Ja, es ist zuweilen etwas laut auf der Straße, doch da kein Massenverkehr herrscht und kein Massentourismus, hält sich das alles wunderbar in Grenzen. Die Angestellten im Aktaio sind sehr zuvorkommend. Das Frühstück ist nicht ganz so gut wie davor in Archaia Korinthos: die Marmelade, doch vor allem der Orangensaft, der nicht frisch gepresst ist, sondern definitiv mit Pulver gemacht wurde, sind zum Abgewöhnen. Die rührten wir nicht an. Sowieso komisch, dass kein frischgepresster Saft ausgegeben wird, wo im Peleponnes oft, wie wir sehen sollten, Orangen in großen Säcken zum Kauf angeboten werden am Straßenrand – einige Bäume damit vollhängen. Es liegen anstatt Marmelade vom Bauern oder einer Nachbarin gemacht, diese wenig appetitlichen, jedermann bekannten, in Alu eingeschweißten Marmelade-Rund auf dem gerade och so ausreichend großen Tischchen des Frühstückraumes. Nein, es gibt nichts zu meckern. Alles wunderbar, auch wenn man wegen jeder Tasse Kaffee oder Tee die Angestellten bitten muss, sich nochmals zu bemühen.

Bin gespannt auf die Mani und vieles mehr. Abends sind wir noch sehr nett in jener kleinen Straße, die hinterm Hotel in die obere Stadt führt, nur für Fußgänger, gegangen, haben flotten Jazz gehört, südamerikanische Musik und einen Drink oder zwei gehabt. Uns hat es dort prächtig gefallen. Ziemlich sicher werden wir den Laden heute Abend wieder ansteuern, nachdem wir vielleicht woanders etwas zu uns genommen haben zum Abendbrot.

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In Ladia war das Essen nach einem schönen Schwimm in der Bucht von Marmari wirklich von guten Eltern. Ein wirklich netter älterer Herr mit guten Englischkenntnissen bediente und kochte, kochte und bediente, zusammen mit seinem Sohn, oben irgendwo in den Bergen. Herrlich. Wie man Gespräche anbändelt, muss diesem Herren jedenfalls nicht noch erklärt werden. Kann gut sein, dass er der Pfarrer der Kirche von gegenüber, auf der anderen Straßenseite, war. Hatte so was in diese Richtung gehend überhört am anderen Tisch. Kann mich aber täuschen, und fragen, wollte ich ihn nicht. Mit Leichtigkeit bewegte er sich wie ein guter Geist von Tisch zu Tisch und findet anscheinend immer gleich den richtigen Ton mit seinen Gästen – so auch mit uns.
Die Bucht bei Marmari ist sehr empfehlenswert, und zwar für all jene, die wirklich mal etwas abseits vom Gewimmel der Leute etc. sein wollen. Der Sandstrand ist dafür groß genug; und wenn das nicht reicht, dann einfach in die nahen Berge abwandern oder entlang dem Strand.

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Einen sehr positiven Eindruck auf uns hinterließ auch „Aeropolis“, wo wir schon recht früh am Tag ankamen. Das Stadt-Innere dürfte gewiss den Geschmack vieler Mittel- und Nordeuropäer treffen, sagen wir vor allem jener, die nett und gepflegt irgendwo sitzen wollen und auf kommunikationsbereite Menschen durchaus bereit sind, zu treffen. Recht bunt gehalten, nicht zu viel davon, und vieles in der Stadt ist möglichst in Holz gehalten. Es fehlt eigentlich an nichts. Sogar das Kafeneion ist leicht auffindbar – in Stadt Mitte. Man kann es sich aussuchen, welchen Typ Café man gerade bevorzugt, weil das Angebot groß ist. Griechinnen jedes Alters ins Gespräch zu verwickeln, geht zumindest in Aeropolis mühelos. Die Landschaft auf dem Weg dorthin war teilweise einfach bestechend grün. Der Ginger ist an manchen Stellen noch gelb auf den Hängen der Berge, Malven überall im Rot oder Rosa und noch häufiger sind wahrscheinlich Olivenbäume zu sehen. Im Gegensatz zu Zypern, stehen die nicht so irgendwie exponiert oder isoliert in der Landschaft. Sie kommen einem eingebetteter vor, als gehörten sie schon seit IMMER dazu, als seien sie nicht NUR zum Geldverdienen da. Was nicht heißen soll, dass das in Zypern so und lediglich nur so der Fall ist. Manchmal, allerdings, kommt es einem schon so vor.
Griechenland, es wurde bereits erwähnt, ist auffallend gut sauber gehalten, jedenfalls dort, wo wir uns bewegten. Und das ist eher auf touristischen Trails. Das Meerwasser ist eindeutig sauberer als in Zypern, jedenfalls hier um den Peleponnes. Was verwunderlich war, da im Reiseführer zu lesen ist, die See sei um Korinthos-Stadt nicht mehr in Ordnung.

Mir kam es irgendwie ganz in Ordnung vor und nicht sonderlich neu, dass in der Mani Steinhäuser das Siedlungsbild prägen. Sehen halt sehr ähnlich aus von Weitem und in den Bergen der Mani wie jene im Jemen bei Taiz oder Ibb, wo ich mich länger aufhielt – einst. Hatte einiges über die Mani gelesen und war, ich muss es gestehen, erstaunt, nun so etwas Bekanntes dort zu sehen. Die Erzählungen über die Mani hatten wahrhaft und wirklich andere Bilder in mir aufleben lassen. Ich wage sogar zu behaupten, dass der Landstrich von Aeropolis bis nach der Marmari-Beach-Gegend wenig zu bieten hat, längst nicht zu wenig indes. Das was danach kommt oder davor zu sehen war, ist landschaftlich allerdings spitzenmäßig für die Optik, oder so.
Wir sind bislang nur auf ausgesprochen freundliche Leute getroffen, sogar auf Deutsche aus Mainz und Schweizer aus Bern, auf Belgier, die herzlich und bester Stimmung schienen.
Das Auto wollte inzwischen aufgetankt werden. Noch brummt es zufrieden dorthin, wo wir es hinhaben wollen. In den zuweilen engen Straßen der Mani, sollte jedenfalls jemand am Steuer sitzen, dem es nichts oder wenig ausmacht, oft mal im ersten Gang einen Anhang hochfahren zu müssen oder bis an den Rand einer etwas steil abschüssigen Straße heranzufahren, um entgegenkommendem Verkehr Platz zu machen.

Griechische Touristen vom Festland sind auch viele unterwegs. Die scheinen sich keinen Sonderbonus, oder dergleichen, einzubilden und geben sich offen, herzlich und gern bereit, die eine oder andere Geschichte zu erzählen aus ihrem Leben – und sei es auf Englisch. Auch am Straßenzustand hat sich nichts geändert in unserer Beurteilung – alles claro damit! Bin gespannt, wo wir heute Abend hingehen werden. Die Auswahl erscheint groß. Mein Bauch ist allerdings schon zur Genüge gefüllt. Wäre dieser Geburtstag nicht, mein Reisepartner hat Geburtstag, würde ich heute das Abendessen auslassen und auch das Mittagessen am anderen Tag.
Wo es morgen hingehen wird, ist noch nicht verkündet worden. Sieht aber ganz danach aus, als würden wir anstatt nochmals in den Süden der Mani vorzustoßen, einen Tag hier in Gytheio einlegen. Das letzte Wort dazu ist noch nicht gesprochen. Könnte aber gut sein, dass ich dahingehend Überzeugungsarbeit leisten werde, also in der Stadt zu bleiben. Irgendwas sagt mir, dass Gytheio der RICHTIGE Platz sein dürfte, vielleicht sogar der Platz, an dem es sich lohnt, auch im Herbst oder gar im Winter zurückzukehren. Warum immer nach Athen oder Thessaloniki? Korinthos machte zu diesem Zweck wahrscheinlich auch gute Figur. Da Aeropolis im Landesinneren liegt, dürften später Herbst, Winter und früher Frühling eher keinen Besuch zulassen, um dort sich Land und Leute mal noch etwas TIEFER anzusehen. Hätte wirklich Lust darauf!
Erneut: Im Gegensatz zu Zypern erkennt man beim Kommunizieren auf Anhieb, dass hier in Griechenland die Chance besteht, außerhalb von Instituten, in 2-3 Monaten die Hürde, Griechisch einigermaßen fließend zu sprechen, für Gut-und-Immer übersprungen werden kann. In Zypern sehe ich diese Chance eher nicht. Und schon wieder in einen Sprachkurs an der Uni von Nikosia oder sonst wo auf Zypern zu gehen, ist mir jetzt schon zu blöde. Vermutlich war es eine Deutsche, die ich in Aeropolis im Café sitzend im Gespräch mit einem Griechen sah und hörte, die mich so schlussfolgern lässt.
FLIEßEND sprach diese Frau mit leichtem Akzent. Es war wunderbar.
Ihretwegen kam ich eigentlich darauf, diese Befindlichkeit hier mal mir selbst und Ihnen zu verdeutlichen. Kann mir gut vorstellen, dass die Preise der Hotels in Herbst und Winter auf das Drei- oder Zweifache in den Keller purzeln auf dem Peleponnes. Sodass ein Zimmer pro Tag mit Frühstück eventuell für 15 oder 25 Euro zu haben ist. Das wären im Monat dann immer noch 450 beziehungsweise 750 Euro, was ich indes vertretbar finde, sollte solch ein Preis in einem einigermaßen guten Hotel wie beispielsweise dem Aktaio, ausgehandelt werden können – die 450 Variante ist aber eher gemeint. Klar, man kann auch Zimmer mieten oder bei Leuten unterkommen. Zimmer mieten ja, bei Leuten unterkommen eher nein! Zu viel Nähe kann leicht und schnell ins Auge gehen. Da bin ich halt doch etwas Nordeuropäer?

Tipp:
Fahren Sie nach Elathonissi von Gytheio aus, dorthin geradewegs an die eine Spitze eines Zahns der drei Zähne der Halbinsel, sonst nirgendswohin! Setzen Sie mit der Fähre auf die Insel über und fahren Sie danach nach „Limnitissa Beach” (keine 10 Minuten) – und Sie werden hier in wirklich paradiesisch klarem Wasser schwimmen. Es ist so klar, dass man schon fast gehemmt ist, hineinzutreten. Und dieser Sand dort, unglaublich … !
Bei dem Anblick all dessen weiß ich gar nicht mehr, wie sich bei all den Leuten entschuldigen, denen von klarem, sauberen Wasser in Zypern vorgeschwärmt wurde. Vergessen Sie all das Vorgeschwärmte: Dreckbrühe im Vergleich! Hellbrauner Sandstrand, ganz fein erwartet Sie anstatt an erwähntem paradiesischen Ort. Kein Industrieprojekt in der Nähe, welches die Idylle bedrohen könnte, keine BAD-Vibes, die Leute ausstrahlten, nur: Sonne, Strand und Meer. Punkt!

Das Beste Badeerlebnis seit Langem.

Irgendwie hatte ich mich schon so an zyprische Verhältnisse als das Non-Plus-Ultra gewöhnt – forget it! Kein Vergleich zu diesem Beach auf dem Peleponnes – nie und nimmer! Die Wahrheit wird man ja wohl noch schreiben dürfen. Oder? Und dazu noch dies: Mit unterschiedlichsten Leuten kommt man in Griechenland so mal kurz ins Gespräch, so wirklich ins Gespräch, als sei es nichts Weiteres, unglaublich. Solche Begebenheiten kenne ich im griechischsprachigen Kontext leider auch nur aus Griechenland. In Zypern passiert so etwas nicht – so gut wie nie. Jedenfalls nicht mir. Und wenn so etwas annäherungsweise passiert, dann ist es so zäh und sonst wie verstellt – anders.

Der Weg dorthin, ans Paradies auf dem Peleponnes, war gesäumt mit zigtausenden von Orangen- oder Mandarinenbäumen. Die Straßen waren auch diesmal wieder OK. Auch am Ausschildern gibt es wenig zu motzen. Gegessen hatten wir nichts, außer Frühstück im Hotel an jenem Tag, weil wir die letzten Tage doch schon recht viel in uns geschlungen hatten – was nun irgendwie wieder wettgemacht werden muss.

Sitze gerade wieder auf dem Balkönchen des Hotels in Gytheio. Es ist schon fast, wie nach Hause kommen, wenn Gytheio in Sicht kommt von Weitem oder wenn hier auf dem Balkon gesessen wird – 4 Übernachtungen machen es schon möglich? Versteht sich: Die Sonne scheint. Wir schaffen es irgendwie immer, vor 18 Uhr ins Hotel zurückzukommen.

Klar doch, wir haben natürlich Monenvassia besucht. Ein herrliches kleines Städtchen. Es soll hier sehr mondän sein. Noch ist der Ansturm von Touristen überschaubar – Anfang Juni. Wir waren recht früh am Tag auch diesmal unterwegs -wie immer. Nachdem ein Blick über die Dächer und durch einige Gassen geworfen wurde, entschied ich mal wieder, im Café hängen zu bleiben. Nicht etwa, um mit dem Handy herumzumachen. Doch das war dann dennoch in der Mache. Nichts wirklich Wichtiges, das es zu erledigen gab damit. Einfach nur dasitzen, mein Ding tun und die Welt in Monenvassia genießen von wo ich mich befand. Alles an mir vorbeiziehen lassen – ALLES.
Mit der Bedienerin des Cafés ergab sich ein recht nettes, kurzes Gespräch. Es ging um eigentlich Belangloses. Uns beiden alten Herren war nämlich das Wort für „Oleander” entfallen. Der steht nämlich mindestens so häufig und spektakulär wie die endlos vielen Olivenbäume in der Landschaft und diesmal unweit vor uns auf dem Platz vor einer Kirche. Sie benannte ihn auf Griechisch und unsere zuvor erwähnte Maschine spuckte die deutsche Entsprechung für „Pikrodafni” aus.
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Wissen Sie was? Mir ist folgendes klargeworden: Nichts mehr mit noch hier und noch da hin in der Welt, sondern: Griechenland öfters besuchen! Hier besteht ja Hoffnung, die griechische Sprache aktivieren zu können, sodass fließender gesprochen werden kann. Das wiederum hilft, in Zypern dann ENDLICH ansprechendere Türchen aufmachen zu können als derzeit. Zyprer (es gibt definitiv Ausnahmen) öffnen sich eher, wenn sie auf Griechisch angesprochen werden, und zwar so, dass sie nicht versucht werden, ‚netterweise’ auf Englisch oder auf Kipriaki zu schalten. Dieses Niveau muss erreicht werden. Bin vielleicht gar nicht so weit davon entfernt? Manchmal beschleicht einen schon der Eindruck, der „Kipriaki”-Dialekt wird zur Verschleierung und/oder als Mittel, den Diskurs zu beherrschen eingeflochten – und weniger, weil man es nicht anders kann oder vergessen hat, es mit einem Ausländer zu tun zu haben, der zwar etwas Griechelt, aber Kipriaki nicht draufhat und gefälligst draufhaben soll.
Grauzone.
In Griechenland ist generell angesagt: Bitte sehr, quasseln Sie mal!
I love it!

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Erlauben Sie, dass ich Sie mit solch persönlichem Zeug aufhalte. Doch der Einen oder dem Anderen mag es ähnlich gehen – und sei es mit Orten wie der Schwäbischen Alp, New Mexico oder eben Zypern. Es muss nicht immer Griechenland sein!

Morgen werden wir wahrscheinlich den anvisierten Gytheio-Tag einlegen. Mal so richtig abhängen in dieser Stadt und einfach nur hier herum sein. Es ist wirklich höchste Zeit geworden. Zum Schwimmen werden wir allerdings außerhalb der Stadt einen Platz finden gehen. Das soll es dann aber auch gewesen sein in Sachen Autofahren und Aktion-an-den-Tag-legen.

Und so geschah es auch: wir blieben in Gytheio an jenem Tag. Das war wirklich OK. Ein Bad nahmen wir weiter oben, unweit des Aktaion Resorts. Zwischen durch regnete es, so wie auch jetzt wieder. Der Beach dort ist nicht schlecht. Wir sind offenbar noch außerhalb der Saison. In den Gärten bereitet man sich auf den Menschenansturm vor, wie zu sehen war. Unser Abendessen nahmen wir schon vorgestern nicht mehr im 90 Moires ein, sondern im “Saga”. An beiden Restaurants, die wahrscheinlich die besten der Stadt sein dürften, war bestechend, dass, wie bereits erwähnt im ersten Fall, eine korrekt ausgestellte Rechnung von alleine nie vorgelegt wurde. Den zweiten Tag danach wurden wir jedenfalls nicht gebeten, ins Moires rein zu kommen, wahrscheinlich, weil wir nach einer Rechnung gefragt hatten. OK, vielleicht war es auch, weil wir aus der Richtung des Saga kamen und der Aufreißer vor dem Moire 90 sich gedacht haben könnte: Aha, die sind offenbar hintenherum dorthin gegangen, sodass sie nicht an mir vorbeigehen mussten und haben wohl schon im Saga oder im Boheme gegessen.

Im Museum von Gytheio waren wir auch noch kurz. Es nennt sich „Culture …” sonst was. Liegt mitten in der Stadt, umringt von mehreren Cafés und kostet keinen Eintritt. Das Gebäude ist ein sehr kleiner Ort, an dem nichts sehr Kostbares scheinbar ausgestellt wird. Es war nämlich niemand für längere Zeit anwesend, der Notiz davon genommen hätte, dass Touristen eventuell die Paar vorhandenen Habseligkeiten aus dem Haus schleppen könnten.
Wie immer waren wir auch an jenem Abend nach dem Essen auf der Treppe, die eigentlich keine Treppe ist, sondern ein schmaler Weg, der hoch in die Stadt führt, genauer, in die Straße mündet, die hinter dem Aktaion City verläuft. Man sitzt auch in dem Laden neben jenem vom Tag davor recht entspannt da oben. UNSER Laden war geschlossen. Die Musik ist in dieser zweiten Bar vielleicht ein Tick zu laut abgespielt worden, doch dann kam ja eh der Regen vom Himmel. Wir nahmen das nach einer Stunde, oder so, Aufenthalt zum Anlass, den Tag zu beschließen.

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Auf dem Weg nach Kalamata haben wir Kardamyli entdeckt. Ganz klar touristisch diese Ortschaft, aber dennoch wunderschön. Wir genossen es, dort einen Halt einzulegen, etwas zu essen und unsere dort neu gekaufte „Die Zeit” Wochenzeitung zu lesen – die wir uns nur im Ausland befindlich leisten, wenn überhaupt. Danach gondelten wir mit dem schwarzen Nissan noch langsamer als sonst durch die schöne Landschaft und ließen es uns gutgehen dabei.

Den Tag davor hatten wir ja „home-day“ eingelegt in Gytheio. Es regnet heute zwar auf der Fahrt, doch Schwimmen gingen wir trotzdem, nachdem wir in Kalamata angekommen waren. Die Sonne war nämlich wieder zu sehen am Himmel – zum richtigen Moment. Angenehm ist inzwischen, dass der Regen, wie auch der Wind nicht mehr so schlotterig kalt sind, wie in den ersten Tagen. Von daher ist es schon fast unerheblich, ob es regnet oder die Sonne scheint. OK, dem ist nicht ganz so. Ein Tag ohne Sonne wäre schon recht seltsam. Dass die Sonne weg ist, fällt einem eigentlich immer als eines der ersten Dinge zurück in Deutschland oder in der Schweiz auf. Mehr als 3 Tage hintereinander ohne Sonnenschein kommt einem dann plötzlich mal Spanisch vor und man denk: Etwas stimmt hier nicht!

Die Altstadt von Kalamata entsprach nicht meinen Vorstellungen davon oder was der Reiseführer darüber ausspuckte. Sie war dennoch OK: Die machen die Läden hier erst um 17.30 Uhr wieder auf am Nachmittag. Auch das ist OK. Gegessen haben wir nichts mehr an jenem Abend. Irgendwie fühlten wir uns wie abgefüllt vom vielen Fisch und anderem Essbaren aus dem Meer in den Tagen davor. Griechenlands Städte, auch die auf dem Peleponnes, erscheinen einem zuweilen wie eine einzig große Bar, Café oder eben Restaurant. Sogar der Retsina blieb heute aus. Ein “Alfa”-Bierchen kam anstatt dran. Gar nicht so schlecht, diese einheimische Marke.
Auch in Kalamata begegnen wir unglaublich netten und redefreudigen Leuten. Am Tag unserer Abreise setzte sich der US-amerikanische Besitzer des Hotels zu uns an den Tisch, der vielleicht europäische Politik mit uns im Gespräch durchgehen wollte, den wir aber schneller als uns es selbst klar wurde, mit dem Phänomen Trump konfrontierten. Der Besitzer des Osteria Hotels scheint kein Anhänger der Trumps zu sein. Auch hatte er Kenntnis vom Koch-Clan, der in der Trump-Administration die Fäden hinter der Bühne zieht u.a.

Die Preise für die jeweiligen Unterkünfte, das habe ich noch gar nicht erwähnt, sind super-erträglich auf dem Peleponnes. Auch hier kostet das Zimmer knapp über 50 Euro. Wir wohnen also im Ostria, genau an der Beach-Front und das Zimmer ist wunderbar. Komischerweise kam es nicht dazu, dass wir vor dem Hotel auch mal ins Meerwasser gingen. Wie gesagt, die Strandpromenade ist hüben wie drüben mit Restaurants bestückt. Wahrscheinlich war das unausgesprochen zwischen uns beiden das Hauptargument, besser irgendwo außerhalb unser Glück zu versuchen. Eine gute Wahl ist das Ostria als Hotel jedenfalls. Parkplätze findet man in den Seitenstraßen, wenn nicht sogar direkt vor dem Haus.
Dieses Hotel Kalamatas liegt am Wasser im Gegensatz zur sogenannten Altstadt, die wir uns gleich nach Ankunft ansehen gingen. Jetzt haben wir sie also mal durchgangen. Am Hauptplatz der Altstadt hatten wir in einer Bäckerei/Konditorei Kaffee und Kuchen gehabt.
Sollte man vielleicht tun, das ist, die Altstadt von Kalamata besuchen, doch im Nachhinein kann gesagt werden, dass man sich diesen Besuch auch sparen kann und anstatt Zeit und Energie darauf verwendet, unmittelbar in Beach-Nähe sich den Tag einzurichten oder halt doch in die Umgebung von Kalamata ausweicht.
Das Ostria hat alles, was ein Hotel bereitzustellen hat. Sogar einen Parkplatz konnten wir vor dem Hotel ergattern, der nichts kostet bei erster Ankunft. Man darf gespannt sein, wie das Frühstück sein wird. Das Frühstück in Gytheio war nun nicht gerade der Renner. Länger als 4 oder 5 Tage mag man das wahrscheinlich nicht unbedingt haben.

Gemäß der Wetterprognose soll morgen Sonnenschein sein – den ganzen Tag über. Wir werden eine kleine Rundreise von Kalamata ausmachen, von der erzählt werden wird. Ach ja, wir besuchten erneut Aeropolis heute Morgen. Kam uns diesmal sehr nahe gelegen vor von Gytheio aus. Tranken einen Sketto-Kaffee und fuhren in Richtung Kalamata gut gelaunt davon. Beim Friseur habe ich mir vor der Abfahrt aus Kalamata noch schnell das Haar so kurz wie noch nie zuvor scheren lassen. Der Friseur gab vor, Friseur zu sein. War allerdings auch jahrelang als Klempner, Elektriker und so weiter in Australien unterwegs, wie er erzählte. 10 Euro bezahlte ich für die Rasur mit der Maschine. Ich hatte keine Lust, den Preis zu verhandeln, was ich manchmal tu, um zu sehen, mit wessen Geistes Kind ich es eigentlich zu tun habe.

Den zweiten Tag in Kalamata gingen wir nach Korony – an der Spitze eines weiteren Fingers des Peleponnes gelegen. War nicht so unsere Sache, obgleich mir das Schwimmen unterhalb der Burg gefiel. Der Sohn des Besitzers des „Kangelarios” Restaurants ist ein wirklich komischer Kauz. Als wir gingen, drehte er uns den Rücken zu, sodass wir uns ins Leere verabschieden durften. Keine Ahnung, was dem nicht gepasst hat an uns. Vielleicht hat er verstanden, dass wir den „Kanzler”-Salat nicht sonderlich gustierten. Doch der Retsina war gut, der Rose-Wein nicht.
Der im Reiseführer beschriebene Sandstrand, der nicht allzu weit entfernt sein soll von dort, wo die kleinen Restaurants wie das Kangelarios auf Besucher warten, konnte nicht gesehen werden von weitem.

Was soll ich Ihnen sagen: Wir durchfuhren Gegenden mit unzählig vielen Olivenbäumen auf dem Peleponnes. Fruchtbares Land. Den Griechen scheint es einfach sehr gut zu gehen, auch wenn Roma manchmal bettelnd an den Tisch treten und Basilikumpflanzen in kleinen Töpfen verkaufen wollen. Abends, da sitzt man, wenn nicht Zuhause, dann halt im Restaurant und lässt den Wein oder den Ouzo fließen. Gegessen wird meist reichlich und Musik spielt auch so gut wie immer aus einem Radio oder vom Band etc. Wir fuhren nach Koroni, Methoni über Pilos zurück nach Kalamata. Von Kalamata über Gastouni nach Kyllini, wo wir wunderbar gut aßen. Das Restaurant in Gastouni befindet sich unweit eines Denkmals zu Ehren der Gefallenen Griechen in Zypern. Sogar die zyprische Flagge weht dort neben der griechischen. Man wähnt sich schon fast zurück auf Zypern. Geschwommen haben wir in Neochoro, wo es einen riesigen Beach mit feinkörnigem Sand gibt und bester Wasserqualität. Das Meerwasser ist inzwischen erträglich warm. Man schreckt nicht mehr zusammen beim Hineingehen. Kyllini ist ein wirklich kleiner, aber etwas lauter Ort. Sogar morgens um 2 oder 3 Uhr rasen Mopeds durch die Straßen. Anscheinend ist es in Griechenland Mode, Mopeds so laut wie nur möglich dröhnen zu lassen, als würde eine große Maschine vorfahren, so, muss ein Moped offenbar klingen. Tagsüber findet man das ja vielleicht noch lustig, aber nachts vor dem Hotelfenster eher weniger. „Glarentza” heißt hier unser Hotel. Wir können vom Balkon aus sehen, wie die Fähren nach Zakynthos mit Autos und Menschen be- und entladen werden. Es scheinen 3 Schifffahrtsgesellschaften im Geschäft zu sein. Unter anderem fährt eine Fähre von hier aus auch direkt Piräus/Athen.
Die Sonne mag heute eventuell nicht rauskommen – tat sie dann aber doch noch. Es ist viel zu schade, hier zu sitzen und zu schreiben. Da draußen herum zu sein, macht scheinbar mehr Sinn. Ich erlaube uns daher, Sie erstmal mit dem, was hier geschrieben steht, zur Genüge versorgt zu sehen und bitte – wieder einmal – um Nachsicht.
Auf einem Markt fuhren wir vorbei. Der Name der Stadt ist leider untergegangen, irgendwo hinter Myrsinni. Ein riesen großer Sonntagsmarkt. Das Auffälligste daran war, die vielen jungen Männer aus Pakistan und wahrscheinlich auch Bangladesch – hunderte, vielleicht tausende. Die waren wie wir als Gäste dort. Viele andere von ihnen sahen wir auf unserem Roundtrip in den Feldern arbeiten oder auf den Straßen gehend. Es hatte einen kolonialen Touch. Die relative Nähe zur Stadt Patra ist also spürbar, nur, ob wir dort morgen schnell noch vorbeifahren werden, steht bislang noch auf einem anderen Blatt. Verlockend wäre nämlich auch in die Berge zu fahren, um dann in ein Tal mit einer Zahnradbahn zu fahren. Morgen früh werden wir wissen, welcher Entscheid gefällt wurde. Und da wir schon in Richtung Myrsinni unterwegs sind, könnte und sollte ein kurzer Swim im Meer doch wohl drin sein, denke ich.
***
Morgen werden wir zurück in Athen sein. Abends so um 21 Uhr 30 spätestens soll das Auto am Flughafen wieder abgegeben werden. Hoffe, das gelingt ohne Kratzer oder Unfall etc. Von dort aus werden wir dann mit der Bahn in die Stadt fahren, da ich mir nicht wirklich zutraue, mit einem Auto heil durch den Verkehr von Athen zu kommen.

Jetzt sitze ich gerade im Hafen Café von Kyllini. Die Sonne ist heute den ganzen Tag nicht herausgekommen – jetzt ist sie aber wieder da. Wir haben uns trotzdem auf den Weg gemacht und sind über Myrsinni nach Karegori gefahren, wie beschrieben. Wieder einmal sind wir an Feldern voll mit Kräutern und Sträuchern vorbeigefahren. Alles immer noch sehr fruchtbar und längst nicht so gebändigt dastehend wie in Deutschland das Grün – meist. Hier darf Wild noch einigermaßen wild wachsen. Der Beach in Karegori hat gehalten, was im Reiseführer versprochen wurde: weit, klar, sauber. Allerdings stehen unweit davon 2-3 Hotels herum, die überhaupt nicht in die Landschaft passen.
Das Frühstück im Glarenza war recht lecker und hat einigermaßen viel Auswahl. Morgens um 08 Uhr waren wir die Einzigen, die frühstückten. Zu viele wunderschöne Vögel hinter Käfigen sollen uns dort den nötigen Appetit oder Kurzweil verschaffen. Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß, ist, dass es schmerzt, so viele Vögel in lieblos gestalteten Käfigen sitzen zu sehen. Die Hinterlassenschaften der armen Viecher – leider – muffeln durchs ganze Haus und somit auch durch den Frühstücksraum – stinken. Schade. Sonst wäre der Laden nicht schlecht als Absteige! Richtig heißes Wasser zum Duschen war nur hier zu haben in all den Hotels, in denen wir untergekommen sind auf dieser Reise. Richtig kochend heißes!

Wir hielten noch irgendwo an zwischen Patras und Athen. Lasen auf unseren Maschinen ausführlich und schlugen so etwas Zeit nützlich tot. Überall, wo wir anhielten, gab es den Code fürs Internet immer ohne Probleme. Das war immer vorhanden. In Athen am Flughafen gaben wir das Auto ohne Kratzer ab, und zwar mitags um 14 Uhr bereits. Allerdings hat mein Reisebegleiter sich keine Bescheinigung darüber geben lassen, dass wir das Auto abgegeben haben: „Der hat was in eine Maschine getippt und sagte, es ist alles in Ordnung!” Also dürfen wir hoffen, dass da nicht noch ein juristischer Eiertanz hinterherkommt. Wir werden es sehen.
Wohnen tun wir im Emporikon Athens. Das liegt in der Aiolou 27. Auf unserem Reservierungsausdruck stand allerdings 27a. Drei Polizisten kamen gerade vorbei, als wir hilflos nach dem Hotel suchten in der Aiolou, denn eine Hausnummer 27a gibt es dort nicht. Komischerweise hat das Hotel auch kein Schild irgendwo angebracht, wo sein Name draufstehen würde. Doch wie aus dem Nichts tauchte ein gut beleibter Mann auf, der uns 10 Meter weiter mit den Polizisten im Schlepptau zur 27 brachte. Wir bedankten uns, und die zogen ihres Weges.
Und ja, das Emporiko ist sehr schön. Ein älteres, vornehmes Wohnhaus aus dem 20. Jahrhundert, dass in eine Art Boutique Hotel umgebaut wurde. Das Zimmer ist wohl als eine Suite mit Balkon zu bezeichnen, der auf die belebte Straße hinausgeht. Gut daran ist, dass ein kleiner Park und eine Kirche rechts und links vor dem Gebäude sich befinden, so dass niemand eine Chance hat, einem in der Unterhose zu sehen – oder sehen zu müssen. Eine vornehme Gegend für innerstädtische Verhältnisse mit recht schönem Ausblick. Eine teilweise ausgemalte, hohe Decke gibt dem Ganzen einen leicht aristokratischen Touch im Zimmer – gut 5 Meter hoch. Die Damen, die das Haus führen, sind ausgesprochen nett, noch netter als es eh bereits all die Tage hindurch der Fall war. Daher wollen wir auch nicht darüber sinnieren, ob das Hotel womöglich am Fiskus vorbei betrieben wird oder nicht. Es soll uns egal sein. Es besiegelt einen wunderschönen Abschluss der Tour. Es ist etwas teurer als sonst – 175 € pro Tag. Gleich unten drin im Gebäude und überhaupt in der ganzen Gegend gibt es viele, viele wunderschöne Cafés, Restaurants und Shops, die vergessen lassen, dass es morgen zurück nach Larnaka geht, wo Alltag wartet – und durchaus auch Meer, nette Leute und so weiter.
Natürlich haben wir auch einen Teil der nach Athen ausgelagerten Documenta besucht. Wir waren zu diesem Zweck in der Kallirrois Straße gegangen, wo ja das National Museum für gegenwärtige Kunst sich befindet. Ein Gebäude, welches uns durchaus etwas an das „Tate Modern“ in London erinnerte. Das Museum war pünktlich um 11 Uhr aufgemacht worden und wir wurden in das oberste Stockwerk geschleust – es führte eine Rolltreppe dorthin. Aus meiner Sicht gab es dort enttäuschend wenig zu sehen. Es war höchst seltsam. Ein Typ stand da herum und saß an einem Tisch, performte. Große monofarbige Flächen hingen an den Wänden. Bilder, die wie Zeichnungen von Kindern aussahen. Das war es. Typisch, dachte es da in mir automatisch. Und da wir schon im 4. Stock waren, wagten wir einfach, im dritten ebenfalls eingelassen zu werden. Und siehe da, das war möglich. Der Herr vor der Tür, der sie zum Hineingehen öffnete und aufhielt, lächelte freundlich und dann wurde das, was es zu sehen gab auch endlich interessant: ein alter Film aus Sri Lanka, der irgendwann mal einen Preis gewonnen hatte (schwarz-weiß), ein weiterer aus dem Iran aus einem Lepralager, der auch von vor langer Zeit war und ebenfalls in schwarz-weiß zu sehen war und eine weitere Performance auf Zelluloid eines Arabers, der im alten Flughafen von Athen einen recht interessanten Monolog hielt. Irgendwann war er dort mal für mehrere Tage festgehalten worden und nun zurückgekehrt, um der Welt sein DING zu schildern.

Athen ist eine Reise wert! Schade, dass es schon zurückgeht – so auch der Peleponnes. Bislang gab es nur eine Stadt in Griechenland, aus der ich sozusagen umgehend floh noch in den 80er Jahren: Alexandropolous. Dahin sollte ich mich mal als nächste Destination auftun und endlich die Insel davorliegend besuchen gehen.

So nicht!

Quelle: So nicht!

So nicht!

Dass Ende Mai 2017 immer noch mit leichtem Schlottern vor Kälte ins Meerwasser gegangen werden muss auf Zypern, ist wahrscheinlich einmalig. Jedenfalls ist es das für mich, der ich seit 2005 hier die Füßchen und mehr ins Wasser halte. Die Tage vom 20. – 25. Mai waren dieses Jahr eher vorfrühlingshaft. Jetzt strengt sich die Sonne aber wieder kräftig an, ihr Tagwerk RICHTIG zu tun. Das Meer muss in Sachen Wärme allerdings noch nachziehen, einen weiteren Gang einlegen, wie man sagt, um das Badevergnügen aller Badefreudigen zu werden.

In etwa so, wie die Trump-Regierung der USA einen anderen Gang einlegt beim Regieren, ist das zuvor Gesagte in etwa zu verstehen – und zwar in Bezug auf die UN. Doch auch auf die Zyprioten scheint etwas mehr Druck als sonst ausgeübt zu werden vonseiten US-Amerikas, und zwar in etwa so: recht frisch und leise angetönt, wie: Bringt mal endlich euer Haus in Ordnung, verdammt nochmal!

In der Luft vernehmlicher steht nun womöglich doch, dass die UNFicyp nach 50 Jahren schlankem Maxen auf der Insel, bye-bye sagen soll müssen. War eine prächtige Zeit, werden einige von diesem Teil der UN-Angestellten denken. Den ganzen Tag die Beine hochlegen und so tun als ob. Gibt es was Diplomatischeres im Leben zu tun als in dieser Pose Mücken totzuschlagen mit der neusten Ausgabe einer der hiesigen Zeitungen? Nur von dieser Insel abziehen, ist diplomatischer, mag mancher antworten wollen – oder doch nicht?

Die Zyprer wollen es allerdings noch nicht glauben oder wahrhaben, dass es so weit kommen könnte. Man hat sich doch so aneinander gewöhnt, und außerdem sind da doch noch immer diese bösen Türken um die Ecke, ja, Konfliktpotential en masse gibt es! Da können die, in jeder Hinsicht teuren Beschützer doch nicht Leben in Libyen anstatt retten gehen!

Wäre schon eine wirklich lustige Lachnummer, wenn es zu Art kriegerischen Auseinandersetzungen käme auf Zypern, nachdem die UNFicyp abgezogen ist. 50 Jahre und mehr herrschte einigermaßen Ruhe und kaum bist du weg, schon schlagen sich die Zyprer die Köpfe ein!

Man wird sehen.

Als temporäre Kraft wurde diese UNFicyp-UN-Truppe hier jedenfalls 1964 angepflanzt. Und es gibt wahrhaft Regionen in der Welt, wo diese Leute dringlicher gebraucht würden, wie bereits angetönt. Ihr Verbleib hier auf Zypern, und da hat Präsident Trump allemal Recht, der auf Sparflamme schalten will innerhalb der UNO, grenzt an Geldverschwendung. Wenn ich mich nicht täusche, sind das Steuergelder, die da seit Jahren lustig tiefen, beruhigten Schlaf gut genährter und gut bezahlter UN-Angestellter sichern helfen.

OK, in den letzten Jahren haben die deren Budget schon etwas zusammengestrichen bei der UN. Wir reden hier von knapp etwas mehr als 1.100 Personen, die diesen Sold, oder wie man es nennen darf, Gehalt, derzeit einstreichen auf Zypern. Und das für, mit Verlaub, läppische 180 km Grenzverlauf, die man mit körperlicher Präsenz beehrt. So viele KM soll die sogenannte Buffer-Zone nämlich haben. Die Türken nennen diese Zone, vermute ich, weil das tun sie woanders so auch, Tampon-Gebiet („tampon bölgesi“). An jenem Ort haben vor Kurzem erst Mitglieder der türkisch- und griechischyprischen Gemeinde eine Menschenkette gebildet: „Wir wollen eine Lösung der Zypernfrage jetzt!“ Also gleich hinterm Checkpoint an der Ledrastraße haben die sich aufgereiht. Ist praktisch, weil nicht allzu weit weg vom Kaffee, wo die sich vor dem Ledra Palace in der Zone gewöhnlich treffen. „Wir werden die Frage auf unsere Weise lösen!“ Tampons hatten einige der in der Menschenkette jedenfalls keine in ihren Mündern, falls das eine der Lösungsmittel sein hätte sollen. Nein, es waren Trillerpfeifen, die wohl auch nicht effektiver wirken dürften.

Tampon ist Ihnen kein Begriff? Na ja, wenn es blutet und dieses Bluten gewissermaßen unweigerlich zu passieren hat – der Natur wegen. Sie verstehen? Gut!

Jedenfalls wartete der UN Peace-Keeping-Rat länger als 30 Tage, äh, Jahre, also genauer über mehr als 50, um nun vielleicht wegen Herrn Trump vom Trump-Tower doch endlich mal seine Mission auf Zypern zu überprüfen, nach dem Motto: Warum sind wir hier? Macht es überhaupt noch Sinn? Wie sich verhalten, wenn der politische Prozess, wie gerade wieder geschehen (wird), zusammengebrochen ist? Letzteres bezieht sich im Fall Zyperns ‚natürlich‘ auf die wie in einem zeitlosen Labyrinth verlaufenden Wiedervereinigungsverhandlungen.

Ja, Funding der UN wurde und wird also auch vonseiten Washingtons etwas zurückgefahren. Was Zypern angeht, ist es wirklich an der Zeit, dass da mal rigoroser jemand klargemacht wird, dass es SO nicht weitergehen kann! Bravo Donald Truck (Trump multipliziert mit der vergleichsweise ähnlich schlau dreinschauenden gezeichneten Disney-Ente namens Duck, ergibt also Truck).

Da fragt man sich eh, wie Die das über all die Jahre durchgedrückt bekommen haben, dass die UNFicyp ihren Auftrag stets verlängert bekam in der UN. Vor dem Hintergrund, dass auch noch 5, nicht etwa 2 oder 3, nein, 5 permanente Mitglieder des UN-Sicherheitsrates ihr „JAWOHL“ dazu abzugeben haben, ist das schon beachtlich – und wenn man bedenkt, wie verstritten die sich doch als zeigen, wie uneins, dann ist das Einverständnis schon eine Meisterleistung. BRAVO! Stinkt schon fast etwas nach Pushen. Wir wollen ja nicht gleich von Manipulation sprechen, die in gerade noch legalem Rahmen passiert, oder gar von, pfui, Korruption?

1978 soll es fast mal nicht geklappt haben, dass die Unbestechlichen in der UN bei der Abstimmung zum Verschicken der UNFicyp nach Zypern sich einigen. Weil: ALLE müssen dort nämlich ihr „JAWOHL“ abgeben. Ein einziges „NIX!“ macht das ganze UN-Spielchen schon kaputt. Friedenmachen ist halt ein schrecklich einstimmiges Geschäft.

Kann also sein, dass die Auswirkungen des erwähnten Spiels nun doch endlich zeitweise beendet werden auf Zypern. Man muss doch schließlich auch an die Karriere denken. Der beinah geschasste Norweger, der Herr Eide, Sonderbeauftragter der UN für Zypern, hat nämlich vor, bevor er die Koffer vor die Insel gestellt kriegt von den Zyprern, demnächst das Amt eines norwegischen Außenministers zu bekleiden. Auf Wiedersehen, könnte da spitzbübisch sich zuzwinkernd, gesagt worden sein. Und gewiss werden sich entsprechende Vertreter der Republik Zypern dann mit dem inzwischen etwas unliebsamen Norweger wieder besser verstehen wollen als jetzt. Als Außenminister kann er protokollarisch einwandfreies Verhalten erwarten. Jetzt – zumindest schien sich da was anzubahnen, was wahrscheinlich noch nicht ganz behoben ist – ist Herr Eide so etwas, wie eine geeignete Zielscheibe geworden, vor allem die von Präsident Anastasiadis, der sich an dem UN-Mann hochziehend, die kommenden Wahlen auf Zypern im Frühjahr 2018 erfolgreich in den Ziellauf zu bringen gedenkt – bis ins Ziel. Anastasiadis scheut auch nicht davor zurück, die 2012 auferlegten Maßnahmen zur Beschränkung der Ausgaben zum Erreichen seiner Wiederwahl aufzugeben. Die TROIKA wird’s freuen. Bislang scheint lediglich bekannt geworden zu sein, dass Anastasiadis‘ Vorhaben zufolge ungefähr 15.000 Familien profitieren werden, was den Steuerzahler so um die 6 Mill. € kosten dürfte. Wahlkampf auf Zyprisch! Dem nicht genug sollen auch Krankenschwestern, die eine Universitätsausbildung haben, und andere vergleichbare Gruppen innerhalb der Gesellschaft ein Zuckerbrötchen zugesteckt bekommen – die Peitsche kommt vielleicht später, doch nicht unbedingt dort, wo sie mal niedergehen sollte mit Getöse!

Wir dürfen daher alle hoffen, dass Herr Eide recht nett weiterhin breitest in Kameras lächelt und lächelt und nochmals lächelt, damit er selbst die Koffer nach Norwegen oder New York tragen kann oder darf und sein Widersacher, sozusagen, der Herr Anastasiadis, aufgrund solch heroischer, ja, patriotischer Tat eines Nicht-Zyprers auf Zypern nicht noch einmal so viel Wählerstimmen abräumt, dass er das Inselland erneut regieren soll oder wird.

Das DING, seine Wiederwahl, könnte vielleicht wirklich ins Inselauge richtig Schaden bringend gehen!

Stellen Sie sich doch mal DAS bitte vor. Da sichert der Eide ab, dass die Türken die türkische Armee von Zypern abziehen wird. Ja, sie lesen richtig. Das hat Der geschafft. Und was macht der griechische Außenminister: Beschwert sich bei Guterres, dem UN-Häuptling, genau darüber:

Der Norweger unterstützt doch die Türken!

So was in der Richtung muss der Grieche Kotzias in seinem Schreiben dem Guterres vorgekotzt haben. Wahnsinn. Doch dem nicht genug. Herr Christus-Schmerz, also Christodoulides, meint, ja, das hatten wir so mit Athen sehr wohl abgestimmt, also den Linker, wenn ich so sagen darf, den man dem Eide angetan hat. Das geht doch wohl nicht, dachte der Südzyprer, der auch Regierungssprecher ist, und dies gewiss vor Schmerz deswegen gekrümmt, nämlich, dass so ein Dauergrinser aus Norwegen sich derart in UNSERE Angelegenheiten mit den Türken mischt. Doof nur, und das hat vielleicht niemand so richtig bedacht, dass man der UNFicyp nun einen Rechtfertigungsgrund mehr genommen hat, um ihren Verbleib auf Zypern zu begründen.

Glücklicherweise ist Zypern und das politische Geschehen darauf ja so weltumspannend wichtig, dass solche nebensächlichen Erwägungen von den Herren – es gibt nur wenige Damen im Parlament – nicht zu berücksichtigen sind. Herr Erdoĝan, der auserkorene Dauerfeind der „Zyprischen Demokratie“, mag den Griechischzyprern mit seinem Fall hoch zu Ross runter mit der Nase auf den Boden, „plubb“, damals irgendwann war’s am Anfang seiner steilen türkischen Politkarriere, ein Zeichen sein. Sagen wir mal, eben erwähntes Zeichen besagt: Was tief fällt, trabte einst hoch (und ist gerade dabei, so hoch zu traben, dass es eigentlich nur nochmals fallen kann. Bloß wohin und wann)?!

Jetzt seien Sie doch nicht gleich eingeschüchtert, verehrte Leser. Na, und Bange muss Ihnen schon mal gar nicht werden um den südzyprischen Regierungssprecher Schmerz Christi (Christodoulides). Der fängt sich schon wieder. Am besten scheint ihm das zu gelingen, wenn er, wie soll man sagen, so ganz unaufgeregt ins Mikrofon spricht, so, als habe er ALLES im Griff. Man könnte zuweilen denken, er beschleicht den Präsidenten der Republik wie ein Schatten, der vielleicht überschattiger, oder wie man sagen könnte, dem präsidialen Schatten werden könnte, und zwar so schattig, dass das politische Karriererädchen des Herrn Anastasiadis dann in zweiter oder gar dritter Reihe zukünftig wieder drehen muss, nur, weil er den Schmerz im Schatten des Schatten von Herrn Christodoulides zu stehen, nicht mehr abwimmeln konnte. Das Volk könnte Christodoulides als Lichtfigur erkennen und hoffen, dass der Wahnsinn, der jetzt gleich im Anschluss erzählt wird, ausgerechnet von diesem Politiker entschmerzt wird – oder so was Heilbringerisches.

Also, halten Sie sich ruhig fest: „Niemand fragte, warum die Türkei bei der Ankündigung der dritten Lizensierung in Sachen Ölförderung 2016 so zahm reagierte. Damals gab die türkische Regierung ein nicht offizielles Statement ab, wie erwartet, und vergaß die Angelegenheit. War ziemlich seltsam, zumal Block 6, den die Türkei ja als einen Teil ihres kontinentalen Bereiches deklarierte, als einer der drei Förderstellen im Angebot war. Ankaras Statement besagte damals: viele Teile des Bereiches namens Block 6 liegen außerhalb der externen Grenzen der Türkei, der Kontinentalplatte im östlichen Mittelmeer, welcher bei der United Nations registriert ist.

Warum hat die Regierung Zyperns Block 6 in die dritte Lizensierungsrunde mitaufgenommen, wo sie doch bereits 2014 darüber informiert worden war, dass das ein casus belli (Krieg) für die Türkei bedeutet? Und warum haben die Türken lediglich routinemäßig dazu Stellung genommen? Die Antwort kann in einem Geheimtreffen in Davos/CH im Frühjahr 2015 zwischen Anastasiadis und dem ehemaligen Ministerpräsidenten der Türkei, Ahmet Davutoĝlu, gefunden werden. Die beiden einigten sich darauf, dass der einzige Weg voran sei, eine Formel zum Beenden der Zypernfrage zu finden, was den Weg für Kooperation in Sachen Hydrokarbonate freimachen würde. Die US unterstützen diese Denke vollkommen und mit den Zypernverhandlungen zwischen Akıncı und Anastasiadis verlief danach auch alles gut im Jahr 2015. Vize-Präsident Joe Biden(US) belohnte Anastasiadis. Bei einem Treffen in Davos 2016 informierte Biden Herrn Anastasiadis darüber, dass durch die Intervention der US-Regierung die Türkei ihre Einwände wegen der Lizensierung des Blocks 6 aufgegeben habe. Den Ausdruck von Interesse, den die Exxon-Mobil in der dritten Lizensierungsrunde zeigte, war Teil der Biden-Initiative gewesen. Die Türkei beschränkte sich lediglich auf ihre alte Politik der Navtex-Warnungen, sendete die Barbaros aufs Meer und gab hartklingende Stellungnahmen ab, manchmal auch Drohungen. Also solche wie letzten Monat, als offensichtlich wurde, dass Anastasiadis nicht interessiert war, einen Deal zu erreichen und sich nur an Gesprächen mit offenem Ausgang interessiert zeigte – bis zu den Wahlen Anfang 2018. Nach dem Abendessen am 2. April 2017 mit Mustafa Akıncı, machte die türkische Seite klar, die [angesprochene] Prozedur bis Juni 2017, und vor dem Drillen in der zyprischen AO-Zone, wie geplant vollendet sehen zu wollen. Anastasiadis wurde daraufhin [aber] zum Hard-Liner und fokussierte aufs Anschuldigungs-Spiel (blame-game), wobei allen ersichtlich wurde: Anastasiadis arbeitet an einer Strategie, die anvisierten Verhandlungen zu umgehen.

Verrückt, dass Anastasiadis gedacht haben könnte, er kommt mit solch Handwerk davon. Der muss wirklich an Fehleinschätzung leiden oder in einer Traumwelt leben. Denkt der wirklich, er könne die USA benutzen und die Türkei verarschen, ohne, dass das irgendwelche Konsequenzen zeitigt für Zypern? Damals im Jahr 2015 war es effektiv so, dass er vermochte, seine Energiepläne durchzuziehen, allerdings mit dem Vorbehalt einer Regelung in Sachen Zypernfrage und einer Energiekooperation mit der Türkei. Kaum war der Start des Bohrens nach Öl anberaumt, machte er sich daran, den Friedensprozess zu verabschieden, derart brachte Anastasiadis nicht nur die Türkei ins Schleudern, er durchkreuzte auch Sicherheitspläne der USA für die Region, die auf Energie-Kooperation basieren.

Wir sehen inzwischen bereits die Konsequenzen des unverantwortlichen Spiels von Anastasiadis. Die Türkei gab bereits mehrere Navtex-Notizen heraus, führte Schiffsmanöver im Block 6 aus und sendete ihr seismografisch ausgerüstetes Erkundungsschiff, die Barbaros Hayreddin Paşa, bis südlich der Karpas Halbinsel[, das ist der Zipfel Zyperns, der Richtung arabisches Festland zeigt]. Das Verteidigungsministerium Griechenlands gibt an, es habe Informationen, die Türkei könne einen Vorfall im Meer draußen vor Zypern provozieren. Derart fütterte man Spekulationen der Medien, dass ein Konflikt im Busch liegen könnte. Espen Eide fügte Freitag noch Eins oben drauf, als er eine unüberhörbare Warnung bei einem Interview mit der Cyprus News Agency hervorbrachte: „Sollte es der Bohrungen wegen zu einem Showdown kommen, sind meine Bedenken, dass es dramatischer werden könnte als 2014, weil allgemein die Stimmung in der Region dramatischer ist!“ 2014 hatte die Türkei Untersuchungen in der zyprischen AOZ ausgeführt.

Und wie hat Anastasiadis die Angelegenheit bislang gehandhabt? Er berief ein Treffen des Geostrategischen Rates ein, den er selbst vor einiger Zeit begründet hatte, so, als ob ihm das irgendwelche Antworten einbringen würde. Und sein Sprecher [eben Christus Schmerz] hat in dieselbe Kerbe hohl gedroschen, also, dass Nikosia alle nötigen Schritte unternommen habe, die Provokationen der Türkei anzuprangern – die machten also so, als könnten Worte der Verdammung die Türken stoppen. Nach einem Beitrag in der zyprischen Fileleftheros-Tageszeitung vom Freitag, hatte sich zwischenzeitlich ergeben, dass das Außenministerium Zyperns Diplomaten der Staaten einberief, deren Firmen an der Erkundung des Ölreichtums in der Region AOZ beteiligt sind und dort bohren. Sie wurden über die Gefahr in der Gegend in Kenntnis gesetzt, der ihre Bürger dort ausgesetzt sind, die türkische Aktionen hervorbringen könnten.

Denkt der etwa, diese Länder würden nun ihre Marine dorthin verschicken, um ihre Bürger zu beschützen oder Druck auf die Türkei ausüben, sich zu benehmen?

Anastasiadis hat das Alles ausgefressen, weil er glaubte, es könne ihm gelingen, alle reinzulegen. Kann er nicht! Der scheint keinen Schimmer davon mitzukriegen, wie den Gefahren zu begegnen ist, die dank seiner mangelnden Kenntnis seines Handwerks anstehen [Sunday Mail, 7. Mai 2017, Opinion, S. 11].“

Nun, anscheinend sieht Nikos Anastasiadis einen Ausweg in selbst angerichtetem Schlamassel darin, sich den Verweigerern anzuschließen, also solchen wie Lillikas oder Papadopolous Junior. Es stehen ja schließlich auch Wahlen an, die, könnte man denken, irgendwie immer anzustehen scheinen auf Zypern. Wie halte ich mich im Sattel, scheint auf der Insel primär ganze Legislaturperioden hindurch das Hauptthema zu sein und nicht die Frage: Wie regiere ich das Land gemäß den Interessen des Landes und der Belange und Wünsche der Wählerschaft etc.?

Na ja, so ungefähr könnte es jedenfalls schon einzustufen sein. Denn eine Lösung der Zypernfrage käme für Präsident Anastasiadis nach eigenen Bekundungen keinesfalls auf Teufel komm raus in Frage. Nein! „Mit großen Bedenken beobachte ich einige, die sehr in Eile sind, alles zu akzeptieren!“ Der Gute! Nach über 50 Jahren NOTHING in den Zypernverhandlungen spricht der von „Eile!“ Besser also, er hält die Klappe. Nein, er sagte nicht: Ich halte nun die Klappe. Aber so was in diese Richtung gehend. Endlich hat er es eingesehen, dass sein Gebrabbel nichts mehr bringt, wahrscheinlich keinen Zyprer mehr von einer vereinten Insel träumen lässt, sondern klarer denn je erkennen lässt: Es ist einfach eine Art Beruf geworden, ein Arbeitsplatz, den es zu erhalten gilt, die Zypernfrage – womöglich schon ein akademische/s Rätsel oder Preisfrage? Wem mit solch Politik auch immer in die Hände gespielt wird, den Russen dürfte es gefallen, dass die Zyprer im griechischsprachigen Teil auf mehreren Partys tanzen, und ehrlich gesagt nirgends wirklich.

Und nicht, dass Sie nun etwa beginnen, verehrte Leserschaft, Herrn Anastasiadis und seine Crew in den Himmel zu wünschen. Der kann nämlich im Grunde gar nichts für seine politischen und diplomatischen Geschicke/Strategien/Züge. Sagt er ja selbst zuweilen. Denn er ist doch Minderheit – der Arme. Ja, in Zypern regiert eine Minderheitsregierung. Das ist recht praktisch, weil dann sind halt doch wirklich eigentlich immer die anderen schuld. Ich wollte ja, aber die ließen mich doch nicht! Somit können auch keine „radikalen, neuen Ideen aufs Mal implementiert werden!“ Somit ist Stillstand der Politik der Insulaner schon mal teilweise erklärt. Obgleich: Ein bisschen bewegt sich ja schon als etwas in den Korridoren der Macht und den Amtsstuben des Verwaltens von Macht. Die Cafeterias in zyprischen Amtsgebäuden sollen auch recht bewegt ihren Dienst abreißen. Gehen wir weiter im Stoff.

Demnächst könnte die Hauptstadt Europas 2017, das unvergleichliche Pafos, doch noch vor Ende des Jahres einigermaßen anzusehen oder vorzeigbar hergestellt oder hingestellt, also zusammengebastelt worden sein für den einmaligen Event, der da ist, Kulturhauptstadt Europas zu sein. Man müht sich ja so! Die Bilder im Fernseher stimmen jedenfalls schon mal! Und daher muss man sich in der Tele-Kiste all das Unfertige nicht ansehen, dass bei einem Gang durch die Altstadt von Pafos und andernorts in dieser Stadt den Blick blockiert. So gerne würde man als Regierung doch das nötige „JA“ für Schifffahrt, Tourismus, Wachstum und Wettbewerbsstärke erhalten, doch die bösen Anderen im Parlament lassen es einfach nicht zu. Gemeint ist, dass ein Untersekretariat in erwähnten drei Bereichen eingerichtet wird. Hätte man so etwas, wäre die Pleite von Pafos, die erwähnte Blöße, dass man fristgerecht der Welt sein schönes Gesicht offenbart, dann etwa keine?

Pafos ist schon etwas, wie soll man es nennen, korrupter Sumpf. Leider nicht nur dort auf Zypern. Hat vielleicht doch mit Afrodite zu tun!? Jedenfalls hat der ehemalige Generaldirektor der griechischen Helector auf der Außenstelle in Zypern, Herr Demetris Giannakopoulos, nun doch, seinerseits gnädiger Weise, sich des Betruges als schuldig erklärt vor Gericht. Der gute Giannakopoulos steckte mit Vergas unter einer Decke, der ja schon 6 Jahre aufgebrummt bekommen hat. Aghia Napa, sozusagen am anderen Ende der Insel, ist mindestens genauso korruptionssumpfanfällig wie Pafos. Einige Polizisten mussten dort nun doch vom Dienst suspendiert werden – Mord. Genauer: Irgendwie scheinen die Suspendierten an einem vierfachen Mord beteiligt zu sein. Einer der Ermordeten war ein Polizist usw.

Und dabei hat man in Nikosia-Süd doch anscheinend etwas Kohle abgezogen, um die Blöße von Pafos vielleicht doch noch etwas rechtzeitig den Zyprern und dem Rest der Welt mit zu Gesicht gutstehendem Gehalt zu füllen.

Das Ding mit der Kohle ging so: Wir haben keine nennenswerte Industrie, sagten sich die schlauen Politiker der Republik Zypern, wir haben wenig Lust, uns mit Türken zu einigen – und wenn, dann nur nach unseren Bedingungen! Was tun wir daher? Genau: Verkaufen wir doch unseren zyprischen Reisepass der Republik Zypern, des EU-Mitglieds mit fast gar höchstem, politisch-ökonomischem Gewicht in der Union, Pass der Väter und Mütter greko-römischer Ursprungs-Zivilisation Europas! Andere Leute verkaufen Rosen oder Marihuana oder auch schon mal Aufenthaltsberechtigungen. Sogar Heiratsverträge werden hier auf Zypern, stellte man gerade fest, mehr oder minder geschickt hundertfach und vielleicht noch mehr verkauft. Was tut Mensch nicht alles, um in den mit Goldäpfeln behangenen Gärten der Afrodite Lust zu wandeln! Und weil wir schon dabei sind: Die Stadt Pafos selbst hat sich mächtig ins Zeug gelegt und bewirbt nun, nein, ich lüge nicht, bewirbt die Sonnenuntergänge am Geburtsplatz der Afrodite in Kouklia. Weil die dort einfach am aller-aller schönsten sind, nirgendwo sonst. Hotels sind angehalten, dafür die Werbetrommel zu rühren. Es gibt indes noch weitere TOP-SPOTS, um das pafitische Phänomen mit Afrodite oder jemand anders im Arm zu bestaunen.

Ja, Pafos liegt im Süden der geteilten Insel. Wir springen hier lustig hin und her, als sei die Teilung der Insel nur ein zu übersehender Scherz, sorry.

Wie, Scherz? Etwa kille-kille oder kisa-kisa? Also Ersteres sagten wir gern als Kinder, wenn wir jemanden kitzelten und der endlich lachen sollte. Die Kisa in Nikosia ist manchmal auch amüsiert, doch anscheinend nicht, wenn jemand folgendes von sich gibt, über jemand, der oder die er nicht zu seinen Schäfchen zählen will/mag oder kann: „Die sind doch Anatolier, grobschlächtig, die werden nie Europäer werden, noch nicht mal in 100 Jahren, und wenn die hier [Zypern] bleiben, werden sie ein Dutzend Kinder pro Familie machen – wohin werden wir noch kommen mit denen?“ Herr Kostas Kleridis ist der Oberstaatsanwalt der Republik Zypern, und der hat nun befunden, dass die Kisa (Bewegung für Gleichheit, Solidarität und Anti-Rassismus) LEIDER nicht damit rechnen könne, dass solche Reden als Hasstiraden einzustufen sind. An einem Stammtisch, wo ein Arbeitsloser dem anderen solch Zeug erzählt, könnte wohl noch ein Auge zugedrückt werden. Doch wenn der Oberpriester der orthodoxen Kirche Zyperns, der Erzbischof, solche Reden schwingt, dann sind das, wie Doros Polycarpou von der Kisa fordert, schon Tiraden, die Elemente von Hass und anderem Gedöns in sich tragen, die auf uns ‚Durchschnittsmenschen‘ abgelassen werden. Unabhängig von dem Befund des obersten Staatsanwaltes will die Kisa mit dieser Hass-Geschichte weiterziehen, vielleicht bis ans Europäische Gericht. Dr. Maria Hadjipaviou spricht davon, dass es auf Zypern eigentlich eine lange Art Tradition gäbe, Friedensaktivisten ins Abseits zu stellen – zu kriminalisieren, wenn irgend möglich. Sie muss es wissen, sie arbeitete als Professorin in der Fakultät für Sozial- und Politikwissenschaften der Universität Zypern. Nicht das alle Türken Friedensaktivisten wären. Das wahrscheinlich noch Länger nicht. Doch die Kisa sieht sich durchaus auch in diesem Spektrum unterwegs auf der Insel – zum Beispiel prononciert für die Rechte von Migranten.

Kisa, ihrerseits, soll es in puncto Geldbeschaffung etwas übertrieben haben, eventuell. George Soros soll mal etwas Geld gespendet haben, der ja diesen Think-Tank der „Open Society Foundation“ ‚betreibt‘. Und letztere Organisation soll die losgetretene Migration verarmter und/oder desillusionierter Menschen aus vielen Teilen der Welt gen Europa auch als Chance begreifen, mal etwas grundlegend ändern zu können auf Erden. Wer sich mit den Mächtigen, also jenen einlässt, die mächtig viel Geld haben, muss sich warm anziehen. Das ist ja jedermann bekannt. Schließlich funktioniert die sozio-politische Hackordnung bei Humaniden so in etwa seit Jahrtausenden.

Nun, mit Hackebeil sollen sie sich nicht gegenübergestanden haben, die Rechten und die Linken. Anfang Mai war es aber so weit, so um den 8. Mai 2017 herum muss es gewesen sein, als in Limassol extremistische Rechte ein Treffen der Linken von der Technischen Universität stürmten. Immerhin: 2 Nazis wurden vorübergehend eingebuchtet. Dass man die 8 Tage wegsperren konnte, ging leider nicht, weil das Gericht sich nicht drauf einließ. Und so mussten 4 Tage ausreichen. Das Übliche wird ihnen angelastet: Aufwiegelung, Anschlag, Übergriffigkeit und Verbrechen aus Hass. Die beiden gefassten sind keine Unbekannten. Die haben schon für Rechtsparteien in den Startlöchern gestanden. Schwarz gekleidet mit Hoodys über die Köpfe gezogen. Also ganz klassisch, sozusagen – mit Art Baseballstöcken in den Händen. Die Linken waren zusammengekommen, um über ihre Rolle bei einer Wiedervereinigung der Inselteile öffentlich nachzudenken. Die nennen sich: „We want a federation (wir wollen eine Föderation).“ Als eine der Konsequenzen der Attacken von politisch Rechten, wurden in Limassol und andernorts kleinere Anschläge auf Büros der bereits im Parlament vertretenen neo-faschistischen ELAM verübt. Wenden wir uns nochmals dem zu, was ja vor allem auch solche, wie die von der ELAM zu verhindern suchen: Rassenvermischung etc.

In Sachen Heiratsverträge sollen es vorwiegend Menschen vom indischen Kontinent sein, die sich mit einer Zyprerin oder einem Zyprer oder jemand Europäischem vom Balkan, vorwiegend, auf Zypern ehelichten, wahrscheinlich auch, um in der herrschenden Hackordnung endlich nach oben zu rücken – und sei’s auf Umwegen, die durch das eine oder andere eheliche Verhältnis führen. Im Grunde ist das uns Menschen ja auch nichts Neues. Doch derart dabei schummeln, wie viele es nun offensichtlich getan haben, dass bringt unsere moralischen Standards, die vergleichsweise die höchsten weltweit sein dürften, dachten Sie das etwa eben?, doch wirklich ins Wanken!

Gott, das sind doch kleine Fischchen, diese Heiratszertifikatsbetrüger. Die wirft man doch besser zurück ins Meer und holt sie wieder raus, wenn sie größer sind? Und die großen, die machen eben auf „Visa-Passport“, wie zu erfahren ist. Das ist wirklich legal. Man kann ja so viel legalisieren: Marihuana, genmanipulierten Mais oder eben Bombenabwurf auf Zivilisten wie beispielsweise im Jemen, was dann verharmlosend „Kollateralschäden“ genannt wird; dass also so richtig reiche Ausländer sich übers Gesetz heben können, gewissermaßen, indem sie etwas Kohle für ein Stück vom nationalen Herzchen einer eigentlich rein-griechischen Nation, von Zypern, abdrücken. Die müssen lediglich Money investieren, so und so viele Millionen, und dann kommt der erlösende Satz: Da, da hast du deinen Pass!

Die Glücklichen.

Ein florierender Markt, anscheinend. In Pafos kann man es auf Arabisch und natürlich auch auf Englisch lesen, wenn durch die Straßen geschlendert wird: „Passport-Visa!“ Sogar im Hilton soll ein solcher Dealer schon seine Kreise ziehen – mit Fensterauslage. Muss gestehen, die Auslage persönlich noch nicht gesehen zu haben. Was könnte da wohl alles drin liegen: Gewiss eines der vielen EOKA-Denkmäler in Miniaturformat, Aufnahmen von riesengroßen Villen, versteht sich lächelnde, freundliche Zyprer in Trachten und beim Tanz, vielleicht auch der Ort, an dem Afrodite aus dem Meer stieg, um sich am fleischlichen Leben zu laben etc.

Dem nicht genug, schreibt ein gewisser Antonis Loizou in der Cyprus Mail vom 07. Mai 2017 über das Phänomen Visa-Passport, als sei es News. Er ist offenbar einer der Großverheirater oder Verzyprerer. Die Warteschleife vor seinem Büro, die Adresse ist unübersehbar angegeben neben seinem Artikel, dürfte sich eventuell nicht mehr auflösen können vor seinem Geschäft. Weil Zypern ist nun mal der Nabel der Welt und da wollen alle hin. ALLE. Daher komm ich ja auch darauf, dass die Warteschlangen endlos sein könnten, so endlos eben, verstehen Sie das nicht etwa falsch, wie eine Bauchnabelschnur: Ist diese nämlich gekappt, befindet man sich fortan in die Welt entlassen. Geht man bei Loizou aus dem Laden, ist man ein Mensch, äh, Bürger der Republik Zypern, dem fortan das Recht zusteht, seine Geschäftchen und andere Aktivitäten in die EU von Zypern aus zu entlassen.

Schon recht dreist, dass der Loizou da so auf Seite 20 in der Mail-Zeitung einfach so Werbung machen darf. Die Letztere kommt daher wie ein ganz normaler Artikel. Toll! Wieviel die Cyprus Mail für solch Schleichwerbung wohl in ihren Rachen schieben darf, mehr als 100 Euro? Jedenfalls ist das jetzt so etwas wie ein Geschäftszweig geworden auf Zypern, der Visa-Passport, wo auch der Staat etwas von abbekommt. Und auch daher denken viele, müsste die Pleite von Pafos nicht sein!!!

Sie wollen das Ding mit den Visa-Passports genauer wissen, hier ein Auszug des Kommentars aus der Sunday Mail Zyperns vom 30. April 2017 zur näheren Veranschaulichung: „Indem Hasiko Sokratis, Innenminister Zyperns, das Staatsbudget 2016 präsentierte, ließ er wissen, dass das Programm des Bürgerschaftserwerbes gegen Investitionen 2,5 Milliarden € in die Kasse gespült hat seit 2003. Das hat die Erwartungen übertroffen, vor allem wegen dem Muster, welches davor aufgesetzt worden war, diesbezüglich, im Zuge der globalen Finanzkrise. Dieser Zuwachs lief Hand in Hand mit der Zunahme der Besucherzahlen im Tourismus. 2016 kamen 3.18 Millionen Besucher. Das war ein Rekordbruch. Dieser steuerte 12% zum Bruttosozialprodukt des Landes bei… (Sunday Mail, 30.04.17, S.21, Micha-Rose Emmett).“

Es ist also nicht kriminell auf Zypern, solche Geschäftchen zu tätigen. Und die EU scheint auch kein Problem damit zu haben. Es gibt durchaus auch andere Länder, die in Sachen Passport-Visa zuschlagen: Malta etc.

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Die Anti-Geldwasch-Einheit Zyperns namens „Mokas“ hat Verfahren angestrengt, um Eigentum von 5 Personen einzuziehen, Personen, wie der ehemalige EDEK-Abgeordnete Fidias Sarikas, die der Korruption für schuldig befunden wurden – in Verbindung mit der Abwassersystem-Angelegenheit in Pafos bei der Sapa. Zusammen mit Sarikas, der Bürgermeister von Pafos von 1997 bis 2002 war, waren auch der ehemalige Gemeinderat Giorgos Michaelides, Efstathios Efstathiou und Vasos Vasiliou sowie gegenwärtiger Gemeinderat Giorgos Shailis angeklagt. Deren Anwälte baten um Nachsicht am Mittwoch. … . Die 5 wurden in 61 Fällen angeklagt, in solchen wie Bestechung, Geldwäsche, Machtmissbrauch, Konspiration. Einige Anklagen wurden dann aber fallengelassen. Michaelides wurde in 19 Punkten schuldig befunden, Sarikas in 6, Efstathiou in 14, Vasiliou in 7 und Shailis in 6. Die Vollstrecker der Mokas sagten dem Gericht, es seien Prozeduren begonnen worden, Grundstücke der Betroffenen zu beschlagnahmen, um derart Geld einzutreiben, welches bewiesenermaßen durch Schmiererei und dergleichen Aktivitäten erworben worden ist.

Der frühere Bürgermeister Savvas Vergas und der frühere Sapa Chef, Eftihios Malekkides sitzen bereits eine Haftstrafe von 6 Jahren ab, nachdem sie sich schuldig bekannt hatten. Die haben tausende Euro Schmiergeld zurückbezahlt, die sie erhalten hatten. …. (Cyprus Mail, 4. Mai 2017, S. 5, George Psyllides).“

Korruption ist also auch im Süden der Insel ein sehr verbreitetes Problem. Es ist manchem so verbreitet, dass es gar nicht mehr als solches gewahr wird. Manche/r mag denken, dass das die Art und Weise sei, wie die Dinge nun mal zu sein haben. Sogar die mächtige EU in Brüssel und/oder Straßburg mit ihren TOLLEN Aufnahmekriterien, die es zu erfüllen gab, um Vollmitglied im Club namens EU zu werden, konnten so etwas nicht für immer und alle Zeiten auflösen auf Zypern. Hat wohl auch niemand erwartet. Doch es scheint schon länger dringend Bedarf zu bestehen, dass jemand von außen den Zyprern nochmals in irgendeiner Weise klarmacht: SO GEHT’S NICHT!

OK, wenn man sich ansieht, was in Rumänien und Ungarn oder Polen, Italien, Frankreich alles geht … . Sogar im General Hospital (Krankenhaus) von Nikosia musste ein Oberarzt und weitere Ärzte wegen Korruption das Handtuch schmeißen. 128.000 € soll Herr Kyamides zurückbezahlen, die er Patienten nachweislich abgenommen hat. Der arbeitete nach dem Motto: Extra Kohle her oder keine Behandlung! Den Trip konnte der Chefarzt im General Hospital knapp 8 Jahre durchziehen, von 2008 bis 2016. Von sowas wie ärztlicher Ethik und dass einem Patienten vorerst mal geholfen werden muss, scheint Herr Kyamides sich zusehends verabschiedet zu haben, es vergessen zu haben, wenn es ums Geld geht und ging.

Verwundert, zu lesen, dass es die Cyprus Air demnächst – oder etwa immer noch? – wiedergeben soll. Man hatte doch so am Rande mitbekommen, die hätten der Gesellschaft einen anderen Namen verpasst damals: Cobald, oder so. Jedenfalls ist wieder die Rede von dieser Airline und unter dem alten Namen. Die soll ab Juni 2017 nach Rhodos, Kreta und Tel Aviv fliegen von Larnaka aus. Ob sich die beiden ersten Destinationen bezahlt machen werden, erscheint doch wohl eher fraglich.

Nun: Von dieser ehrenwerten Flugzeuggesellschaft gedanklich über das Wort Pilot, weil Piloten fliegen ja zusammen mit Computern Flugzeuge, zu „Pilotprojekt“ zu kommen, ist zugegebenermaßen nicht gerade Höchstleistung im Geist. Doch es ist ja bitte sehr auch Sonntagmorgen. Die Sonne scheint, die Tauben gurren, das Meer winkt und winkt von Weitem und ich sitze immer noch hier und schreibe eben nun davon, dass es ein Pilotprojekt geben wird, welches das Ziel hat, Schildkröten aus den Netzen der Fischer zu halten. Ansprechpartner ist eine Yianna Samuel. Sie spricht von einer europaweiten Initiative namens „Life Euroturtles“. Grün leuchtende Lampen an Fangnetzen anzubringen, soll helfen, Schildkröten zu signalisieren: dort besser nicht rein schwimmen! 64% weniger tote Schildkröten seien das Resultat – so in etwa. Den Fischern bringt es auch was, da sie weniger oft beschädigte Netze aus dem Meer ziehen.

OK, solang Kalbs- oder Rindfleisch nicht übers Meer in die Bäuche seiner Konsumenten von einer Seite der Trennlinie zur andern der Insel im südöstlichen Mittelmeer kommt, will ja keiner was gesagt haben. Ist doch wahr! Schauen Sie sich doch an, wo die türkische Lira im Vergleich zum Euro gelandet ist! Letzterer ist so in etwa 3 Mal so kaufkräftig. Mustafa Şeytancık ist nämlich Metzger im Norden. Also nicht hier im Süden, drüben. Und der findet es gar nicht lustig, dass die Fleischpreise so gestiegen sind in letzter Zeit. Sie werden hier angekommen, eventuell denken: Der soll sich nicht so haben, ist doch eh Ramadan. Stimmt! Dennoch wollen viele Muselmanen nach dem Fastenbrechen auf ihr Kalbs- oder Rindfleisch nur ungern verzichten. Ein bisschen Freude muss ja wohl auch beim Fasten aufrecht erhalten bleiben. Und daher erwägen manche, ja stellen Sie sich das vor, dem soll nun wirklich vereinzelt so sein, sich mit dem nötigen Material, sozusagen, im Süden zu versorgen. So teuer ist das Fleisch im Norden also inzwischen, dass einige Bürger aus dem Norden, die ja auch – automatisch – Bürger des Südens sind, Fleisch schmuggeln. Gewiss ist einer oder die andere geschäftstüchtig genug, mit kleinem Aufpreis das einstige Kuhleben an Interessenten zu verdealen. Pikant daran: Das Fleisch dürfte nicht helal geschlachtet worden sein. Wundern Sie sich also nicht, wenn der Kofferraum geöffnet werden muss an der Grenze. Die wollen lediglich IHR Fleischgeschäftchen ausheben. Im Süden soll das Kilo umgerechnet 27 TL kosten, wohingegen es im türkischsprachigen Norden bereits 60 TL kosten soll. Das sind ungefähr 16 Euro.

Ramadan wird dieses Jahr im Norden vielleicht schon etwas, wie soll man sagen, festlandtürkischer geprägt sein: noch mehr Orte, an denen von Wohltätigkeitsvereinen und anderen Interessierten auf öffentlichen Plätzen zum Fastenbrechen eine Mahlzeit kostenlos an Fastenbrecher, aber auch andere Interessierte, ausgegeben wird. Bislang hat von diesen wohltätigen Menschen niemand gefragt: Fastest du auch? Dürfte sich wohl auch trotz verstärkter Präsenz festlandtürkischer Organisationen nicht geändert haben. Ob die Frage: Bist du Muslim kommt, gälte es noch auszukundschaften.

Nicht wenige Familien im Norden sollen sich diesen Luxus gar nicht erlauben können, auf diese Verteilaktionen zu verzichten. Das hat damit zu tun, dass sie eh am Existenz-Minimum leben. Viele geschiedene Frauen und ‚ihre‘ Kinder sind vorrangig betroffen. 2007 sollen 440 Menschen sich verheiratet haben und 548 Paare ließen sich scheiden. Im Jahr darauf heirateten 422 Paare und 571 ließen sich scheiden. 2009 waren es 261 zu 669, im Jahr 2010 sind es 354 zu 706 gewesen, 344 zu 739 im Jahr 2011 und so ging das in etwa weiter, doch nicht ganz: Im Jahr 2016 kam es zu 24 Eheschließungen und zu sage und schreibe 841 Scheidungen.

Eheberaterin Nihal Salman ist der Ansicht, dass es im Norden Zyperns dringend eines Familienministeriums bedarf. Eigentlich ein mittelgroßer Skandal, dass die dort so etwas noch immer nicht haben. Sie konnte feststellen, dass Paare meist in den ersten 5 Jahren ihrer Ehe auseinandergehen. Mal abgesehen von jenen, die ohne Eheschein zusammenleben, meint Salman, zeigen die Statistiken auch, dass die Anzahl der Kinder den Entscheid, sich scheiden zu lassen, beeinflusst. Familien mit mehr als 3 Kindern hätten eine Scheidungsrate, die bei über 7,7 % liege – ein recht hoher Wert.

Dennoch haben Frauen auch im Norden Zyperns Aufstiegschancen. Das soll aber nicht bedeuten, dass Frau Sevcan Görgüner eine geschiedene Frau mit Kindern ist. Vielmehr hat sie es geschafft, die erste Frau im Norden zu sein, die Vorsitzende der Türkisch Zyprischen Industriekammer geworden ist. In England hat sie ihre Uni-Ausbildung abgeschlossen und ging dann nach Istanbul, um beruflich Erfahrungen zu sammeln, wie sie in der türkischzyprischen Kibris Gazetesi erzählte. Dort arbeitete sie für eine internationale Firma, wo sie auch zur höchsten Chefin aufstieg. Im Jahr 2000 kehrte sie jedoch nach Zypern zurück. Die 1969 Geborene kommt aus einer Familie, die im Norden im industriellen Sektor schon seit den 50er Jahren tätig ist. Sie war sozusagen von Anfang an ein Kind des Industriesektors des Landes.

Es ist also nicht Hopfen und Malz verloren auf Zypern. Auch wenn sich die beiden Inselteile wohl vorerst nicht vereinigen werden, scheinen genügend Auswege für die Bevölkerung parat zu sein, die Kurve im Allgemeinen zu kratzen und ein einigermaßen anständiges und durchaus auch noch gemütliches Leben führen zu können – wenn man ein bisschen Glück hat und wenn man nicht in die „emotionale Inzest“-Falle tappt. Mütter würden ihren 30 Jahre alten Söhnen oder Töchtern nämlich noch das Bett machen. Die lieben großgewordenen Kinder bevorzugen Hotel Mama, auch, wenn sie über 30 Jahre alt sind. Kinder beteiligen sich offenbar generell wenig bis gar nicht an finanziellen Ausgaben für Elektrizität etc., auch nicht, wenn sie arbeiten und einen guten Job bekleiden etc. Die gute Brut wird also in aller Regelmäßigkeit meist verzogen. Die häufig vorzufindende Unselbstständigkeit der zyprischen Jugend und jungen Eltern hat noch mehr Gründe, doch das ist einer, der Ausländern schnell auffällt.

Ohne dieses zuvor erwähnte gewisse Quantum an Glück scheint es für viele Zyprer in näherer Zukunft enger zu werden, prognostizieren Soziologen und andere vermehrt hier auf der Insel. Zwar boomt der Tourismus gerade mal wieder, doch Menschen, die keine guten Abschlüsse vorzeigen können, weil sie niemand wirklich dazu anhielt, sich anzustrengen, werden schon länger nicht mehr mit Traumlöhnen entlohnt auf Zypern – auch keine Einheimischen mehr. Anstatt schlecht ausgebildeten Zyprern, die mehrheitlich immer noch in längst nicht mehr zutreffenden, alten Bildern von sich verhaftet leben, werden besser an bestehende berufliche Anforderungen angepasste Ausländer engagiert. Letztere haben den Vorteil, mit geringerem Lohn abgespeist werden zu können. Meistens jedenfalls.

In Schulen und Universitäten der Griechischzyprer muss dringend ein Umdenken eingespeist werden. Verwunderlich ist noch immer, auf Zyprer zu treffen, und das passiert andauernd, auch jene, die 10-20 Jahre im Ausland lebten, meistens in England, nicht in den Norden fahren wollen. Total verbissen diese Leute, lehnen ab, was sie gar nicht kennen, und wenn, dann vom Hören-Sagen. Viele dieser Leute haben Universitätsabschlüsse usw.

Da hilft auch nur wenig, wenn überhaupt, dass der Staat Müttern, die mehr als 4 Kinder haben, extra 300€ bezahlt, auch wenn die Kinder schon längst keine Kinder mehr sind, sondern Heranwachsende. Man muss dazu allerdings weniger als 15.500€ im Jahr verdienen.

Es ist also auch die Berichterstattung in den Medien anzuprangern, die dringend reformiert gehört – und aufgezeigtes Gebrabbel des Erzbischofs zeigt jedem Zweifler spätestens: So geht’s nicht!

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Dass bei zyprischen Gemeinden Angestellte nebenbei noch oft einen Posten in einer Partei haben, erscheint auch Ihnen, kein Grund zur Beunruhigung zu sein? Das Gesetz auf Zypern verwehrt sich allerdings vor dieser allzu häufig praktizierten Gesetzesumgehung, die seit Jahren von allen Beteiligten sehenden Auges begangen wird – so eine Art Volkssport. Auch Glafkos Hadjipetrou von der Gemeindeangestellten-Gewerkschaft ist gegen die Praxis. Denn: „Ein Gemeindeangestellter ist da, um der Öffentlichkeit zu dienen!“

Der sogenannte Orphanidou-Fall hat das Rädchen der Diskussion über dieses Thema in Schwung gebracht letztens. Da alle im Parlament beteiligten Parteien – vielleicht die faschistische ELAM ausgenommen, da die noch neu im Geschäft ist – am Gesetzesbruch lustig teilnehmen, ist es auch ‚äußerst lustig‘, den Damen und Herren im Parlament dabei zuzuhören, wenn sie sich bezüglich dieses Themas mit eigens hergestelltem Schlamm bewerfen. Bislang gibt es ein paar Dutzend Fälle, die der Oberstaatsanwalt Klerides auf den Tisch bekommen haben soll. Noch mehr dürften folgen. Ein Schmierentheater sondergleichen – wieder einmal! Nicht etwa in diesem Zusammenhang stehend, aber weil schon mal die Rede von Theater ist:

Das 17. Internationale Pharos Kammermusik Festival beginnt nächsten Freitag, und zwar wieder in der sogenannten Shoe Factory Nikosias. Susanne Elmark und Christian Westergaard aus Dänemark werden auftreten. Debussy, Alban Berg, Richard Strauss, Sergei Prokofiev und Edvard Grieg haben die beiden im Programm. Einige mehr singende Stars und Instrumente spielende Sternchen sowie entsprechende Arien aus Opern dazu, hat das Pharos Festival durchaus auch noch zu bieten. Tel.: 00357 22 663 871, whatson@cyprus-mail.com.

Vielleicht wird das Spektakel in der Shoe Factory ja auch wieder aufgezeichnet von der RIK, dem zyprischen Fernsehsender. Die zeichnen ja alles Mögliche auf, warum nicht auch das. Hauptsache, das Ding ist im Kasten und keiner kann behaupten, die RIK sei parteiisch. Wenn da nicht diese oppositionelle Politikerin wäre:

„ … Freiheitskämpferin Eleni Theocharous, der es gefällt, den Eindruck zu vermitteln, mit höheren und nobleren Dingen zu tun zu haben als die meisten Politiker [Zyperns], zeigte letzte Woche ihr wahres Gesicht, als sie eine Verlautbarung herausgab, in der sie den Staatssender RIK verbal anging. Der Grund? RIK hatte keine Kamera-Crew vorbeigeschickt, um Kommentare aufzuzeichnen, die Dr. Theocharous gemacht hatte. „Wir denken, es ist nicht die Aufgabe der RIK, oppositionelle Stimmen außen-vor-zu-lassen. Auch ist es nicht ihre Aufgabe, lediglich die Politik der Regierung zu unterstützen“, sagte die von sich eingenommene Theocharous.

Die Idee, ein Kameramann habe zur Stelle zu sein, wenn immer ein politischer Loser sein oder ihr Mundwerk öffnet, um den gleichen Blödsinn zu wiederholen, der schon seit den letzten 10 Jahren gesagt wird, ist weit verbreitet [auf Zypern]. Politiker denken, nur, weil sie das Budget von RIK abnicken [im Parlament], der Laden gehörte ihnen nun und habe ständig an ihrem Rücken zu kleben. Die einzige angebrachte Kritik an RIK ist, dass zu viele Ressourcen verschwendet werden, um zyprische Partei-Vorsitzende aufzuzeichnen, die eh Nichts sagen. Und die Theocharous sollte schon mal gar nicht nörgeln, weil, indem die RIK Politiken der Regierung stützt, bewirbt die RIK den Widerstand zu einer Lösung [der Zypernfrage] zu kommen – so wie auch den ihrigen [Sunday Mail, 14. 05. 2017, coffeeshop] … .“

Zuletzt: Verpasste Chance. Die Volksrepublik China hätte neue Akzente setzen können, ja müssen, hier auf Zypern. Ihr Botschafter, Herr Xingyuan hat in seiner Rede am 18. Mai 2017 nämlich davon gesprochen – im Zusammenhang mit dem „Belt and Road Forum“ -, dass die Asiatische Infrastruktur Investment Bank Zypern als ein Mitglied aufzunehmen gedenkt. Gemeint ist ziemlich sicher die Republik Zypern, aber nicht der Norden Zyperns. Diesem Schisma hätte man sich nicht anschließen sollen als relativ neuer Player in Sachen Zypernfrage, sondern beide Teile galt es, aufzunehmen. PUNKT. Jedenfalls gibt es einige Leute, die hier nicht genannt werden möchten, die in diese Richtung denken. Ebenso wäre wünschenswert, wenn auch im Norden gemachte Diplome (Uni etc.) anerkennt würden. Bei Letzterem besteht jedoch ‚Hoffnung‘, dass das noch eher der Fall werden könnte, da ja die EU nicht davor zurückschrecken soll, solche Diplome aus dem Norden Zyperns teils anzuerkennen.

Und dann schwadronierte Herr Botschafter noch über lange Freundschaft, die zwischen China und Zypern bestehe: „Freundschaft, die aus nahem Kontakt der Menschen beider Länder erwächst, ist der Schlüssel für gute Beziehungen auf Staatsniveau!“ Bekanntlich haben Frauen aus China die Straßen Nikosias, Pafos‘, Limassols und Larnakas vor noch nicht zu langer Zeit ‚beglückt‘. Ja, da war mal etwas Prostitution am Laufen für eine relativ lange Zeit – auch als der Vorhang im Osten aufgezogen worden war. Heute sieht man dieses chinesische Service-Angebot in den Straßen eher nicht mehr. Viele Zyprioten sind indes mit Chinesinnen verheiratet, meist glücklich.

Mein persönlicher Eindruck ist: Es ist wirklich an der Zeit, dass sich der Riese in Fernost langsam zu bewegen beginnt. Und das geschieht demnächst etwas auf Zypern in Form eines Chinesischen Kulturfestivals, welches irgendwann im September und Oktober 2017 stattfinden soll. Und wissen Sie was? Wenn nichts dazwischenkommt, werde ich darüber vor Ort berichten. Das wird gewiss ein Highlight, auf welches man sich jetzt schon freuen darf.

Genau so!

Kurznotizen:

Achtung, nicht jeder Taxifahrer auf Zypern ist einer, der die Berechtigung dafür hat. Die Zahl derer, die sich mal kurz so ein Taxizeichen aufs Dach des Autos klemmen, soll steigen.

Medizinisches Marihuana ist freigegeben. Doch es zu erhalten, scheint noch etwas schwierig zu sein. Zu hoffen bleibt, dass im Zuge dieser Entwicklung eine Entkriminalisierung dieser Droge/Mittels beginnt. Zu viele sitzen inzwischen hinter Gittern wegen Besitz oder Verkauf von Marihuana. Ein entspannter Umgang damit gehört schleunigst eingeübt auf Zypern: vonseiten der Behörden vor allem.

Eide, Sonderbeauftragter der UN für Zypern sagte vor Kurzem, endlich: „Ohne Aussicht auf eine gemeinsame Basis, ist eine Shuttle-Politik [also, dass er hin und her vermittelnd zwischen den beiden zyprischen Seiten sich diplomatisch bewegt] ohne Basis.“ Herr Eide scheint nun kapiert zu haben, dass sich auf das betriebene Spiel der Zyprer über Details, Prozeduren und anderes Zeug zu streiten, einzulassen, lediglich einer zyprischen Strategie Folge geleistet wird, die letztlich in viel Wind um NICHTS monatelang endet – plus angeblicher „Lösung der Zypernfrage, DEMNÄCHST!“

Langsam dämmert es einigen angeblich freien Medien auf Zypern, dass eigentlich noch nie, außer einmal, eine Diskussion türkischzyprischer und griechischzyprischer Politiker im Fernsehen oder Radio den Steuerzahlern geboten wurde in all den Jahren seit der Trennung. Dass dafür kein Interesse besteht, behaupten gewiss lediglich beinharte Extremisten, jene, die sich gern selbst „Patrioten“ nennen. Nach all den Jahren des BLA-BLAs bei Wiedervereinigungsverhandlungen ist einfach nur noch verwunderlich, dass die zyprische Öffentlichkeit sich solch Indoktrination und Beschneidung ihres Rechts auf Information – vor allem eine, die sie angeht – gefallen lassen. Die Bürger scheinen wohl doch nicht so mündig, wie sie sich gerieren. Schade. In diesem Zusammenhang haben allerdings auch die großen mittel- und nordeuropäischen Mediensender versagt: BBC, ARD, FRANCE 24 usw. – die der Griechen in Athen und Thessaloniki sowieso.

Es ist also nicht so weit her mit der gepriesenen Freiheit der Medien und der Systeme, die angeblich (darin) kursieren soll. Eine öffentliche Diskussion der zyprischen Kontrahenten auf einer Medienplattform, irgendwo in Europa, wenn es auf Zypern nicht bewerkstelligt werden kann aus systemischen Gründen, gehört also dringend in die Öffentlichkeit gestellt, damit die Letztere sich endlich eine Meinung bilden kann, die fortan weniger von Lügen und Geldinteressen gewisser Akteure etc. zugepflastert in der Welt herum ist und Schaden anrichtet. 50 Jahre und mehr BLA-BLA auf Zypern, in Europa und in den UN und noch nie hat die griechischzyprische Seite sich zu so einem Duell gestellt, bzw. noch nie hat jemand Druck von außerhalb gemacht, dass es endlich mal zu so einem Showdown kommt.

Na, wenn da nicht WAS vor sich dahinfault!

Die Regenbogenflagge der Schwulen- und Lesbenbewegung wurde erstmals auch in Pafos vom Bürgermeister der Stadt hochgezogen gelassen. Mit mehr darf dann aber nicht gerechnet werden, also, dass Herr Bürgermeister sich dem Marsch anschließen würde. Eh verwunderlich, dass es so weit kommen konnte auf einer Insel, wo die Kirche noch seltsame Dinge von sich gibt, obwohl diese Lebensweise ja nachweislich bereits seit der griechischen Antike und davor existiert – und der Bevölkerung eine weitverbreitete Homophobie konstatiert werden kann.

Die EU verlangt, Zypern möge endlich eine 19%-Steuer auf Bauten und Bauflächen einführen. Brüssel scheint nun spürbarer Druck aufgebaut zu haben diesbezüglich, sodass im zyprischen Parlament schon mal – zumindest – darüber diskutiert wird. Die Maßgabe ist nicht gern gesehen, auch nicht von den vielen sogenannten Developers im Land – aber nötig. Zu viele unfertige Bauten stehen nämlich in der zuweilen schönen Landschaft. Und es sieht ganz danach aus, als würde diese unschöne Auswirkung bei einem eventuell bevorstehenden, kommenden Bau-Boom als eines der Ergebnisse dessen wieder Aufwind nehmen, sodass womöglich die Anzahl solcher Geisterhäuser zunehmen wird. Die Einführung einer 19%igen Mehrwertsteuer könnte den Einen oder die Andere vorher und nochmals darüber nachdenken lassen, ob das geplante Bau-Projekt überhaupt Abnehmer finden wird. Rohbauten, die länger als 5 Jahre die Landschaft verschandeln, gehörten von Gesetz wegen wieder abgeräumt. Solch eine Initiative sollten die zyprischen Grünen eigentlich mal lancieren, die aber meist andere Themen bearbeiten, als ur-grüne. So geht’s aber nicht weiter!

Übern Rhein

Quelle: Übern Rhein

Übern Rhein

Es ist wirklich etwas los im Ländle, wenn man sich ansieht, was kulturell geboten wird. Schon irgendwie so viel davon gibt‘s, dass man sich fragen muss, ob die Leute etwa vor sich selbst, oder aber den langen Winterabenden vor dem Fernseher zu Hause fliehen? Letzteres ist verständlich, ersteres indes durchaus fraglich: Leute, die mit sich und der Welt nichts anderes mehr anfangen sollen können, als sich eine Ladung Ablenkung, äh, wie auch immer verpackte Kultur, abzuholen, kann so doch nicht sein. Diese Interpretation ist einfach Schwachsinn?

Nun, zum Glück markiert ja der heutige Muttertag am 14. Mai den Anfang dessen, gemeint ist, dass es wettermäßig von nun an wohl wirklich in Richtung 30 Grad und wahrscheinlich an einigen Tagen auch darüber hinaus gehen dürfte – und da muss man doch ganz einfach raus aus der Bude und in die Welt. Klar, man könnte in den Wald oder an einen Badesee gehen. Letztere sind allerdings längst nicht in genügend großer Anzahl im Dreiländereck vorhanden, wenn es mal richtig warm ist, also solche Seen, wo Frau X und Herr Y auch baden gehen dürfen, ohne sich gleich eine Anzeige, Buse oder eine „amende“ einzufangen. Oder eine Abmahnung! In den Rhein zu springen, ist nun wirklich nicht jedermanns Sache, auch wenn die Chemieriesen in Basel und andere behaupten, es bestünde gar keine Gefahr mehr, im kalten Rheinwasser zu schwimmen. Der Fluss sei von gefährlichen Resten aus den industriellen Anlagen so gut wie vollkommen befreit.

Wurde ja auch Zeit, dass das Sönnle mal sein Gesicht für länger zeiget, gell? Und nicht vergessen: die Le Pen ist weg vom Fenster, wahrscheinlich auch deshalb, weil die Sonne im Westen untergeht? Die Ratten verlassen jedenfalls gerade das Schiff namens geplanter Völkischer République Française. Hoffen wir mal, dass die Damen und Herren von der Front National nicht das Ufer wechseln, nein, nicht vom schwul oder lesbisch werden ist die Rede, das wäre uns wohl egal, sondern davon, dass die plötzlich auf dem anderen Rheinufer ihr völkisches Ding abziehen kommen. Schließlich sind im Herbst ja in Deutschland Wahlen und da sind Unterstützer eigentlich immer gefragt – aber nicht solche! Keine Angst, die Aussichten auf so ein Stelldichein werden sich wohl in einem überschaubaren Rahmen gestalten. Man mag in diesen Tagen nach der Wahl Macrons direkt öfters als sonst in Richtung Westen über den Rhein setzen vor Freude darüber, dass die Nazis weg vom Fenster sind – Bekanntschaften machen gehen, das Elsass von Grund auf sich doch noch mal etwas Näher ansehen. Vorurteile über Bord werfen. Weg damit! Die sind doch schließlich auch ein Teil unserer Freunde, der Franzosen. Mit Macron im Sattel im Elysée-Palast können Träume wahr werden. Nur welche? Dass die EU sich nun endlich dazu aufrafft, zweigleisiger zu fahren? In TRT-Türk war ein Wirtschaftsanalytiker am 11. 05. 2017 in den Abendnachrichten zu hören, der so etwas von sich gab wie Zweigleisigkeit der EU werde fortan zu erwarten sein. Welche Implikationen Macrons Herrschaft des Nicht-Establishments – siehe die Besetzung der Posten in seinem Kabinett – auch immer haben mag, sicher ist, dass Frankreich trotz erheblichen Problemen im Wirtschaftsbereich mit auf dem Gleis fahren wird, auf dem auch die BRD fährt – wenn es denn je zu so einer Aufsplittung der EU kommen wird. Dass im Elsass wieder vermehrt Deutsch gelernt werden soll, ist hie und da auch zu vernehmen. Und dass die völkischen Horden der Front National Frankreichs den Weg über die Schweiz nehmen könnten, um Deutschlands Wahlen zu unterwandern, mag noch nachgeschoben werden, könnte dann eigentlich nur dem Umstand zu ‚danken‘ sein, dass die davon gehört haben, dass die Tram-Linie 3 von Saint-Louis nach Basel seit dem 12. Mai. 17 um die Mittagszeit wieder zusammengefügt wurde, und so ihre ‚action clandestine‘ (Geheimaktion) durchzuziehen gedenken www.lalsace.fr/haut-rhin/2017/05/13/saint-louis-et-bale-sont-relies.

In der Schweiz – Thurgau – läuft der Trend derzeit anscheinend dahin, dass nun Französisch, welches sozusagen obligatorisch gleich von Anfang an in Grundschulen den Schülern verabreicht worden ist, gestrichen wird. Es sei den Kindern einfach zu viel zugemutet, wird gesagt, so, als ob es usos wäre, dass Englisch ab der 4. Klasse (wenn ich mich nicht täusche) als dominante Sprache geschluckt werden müsste und Französisch dann einfach EINS zu viel sei. Ganz ehrlichmal: Wer etwas rechnen kann in, sagen wir, globalen Dimensionen, und dies bis auf 15 Jahre voraus, der wird erkennen, dass beispielsweise Chinesisch, Indisch oder Spanisch zu lernen wesentlich mehr Aussicht haben könnte auf Erfolg – zumindest aber genau so viel wie Französisch oder Englisch, um den Fortschritt und das Lebensniveau der Schweizer sichern zu helfen. Französisch spielt durchaus in der gleichen Liga, vor allem, wenn dem Gerede darüber, dass Afrika in 10 Jahren und mehr die Goldgrube, metaphorisch gesprochen, schlechthin werden soll, beziehungsweise schon ist, Glauben geschenkt wird. Ob man nicht vielleicht besser andere Fächer streichen oder einschränken würde im schweizerischen Curriculum? Was die Schweiz angeht, geht es beim Thema Französisch ja auch um die Frage des inneren Zusammenhalts. Bekanntlich wird diese Sprache von knapp einem Drittel der Schweizer Bevölkerung als Muttersprache gesprochen – und es war auch mal vertraglich vereinbart, und ist es noch, darauf zu achten, dass auch Sprachen wie Romanisch oder Italienisch nicht ins Abseits geraten gegenüber Französisch und natürlich Deutsch – je nach muttersprachlicher Befindlichkeit der jeweiligen Kantone ausgerichtet, hat man sich das vorzustellen. Doch genau dieser Absprache kehrt man nun in einigen Kantonen den Rücken, nur, weil die Kleinen Mühe haben, ihre Handys mal zur Seite zu legen, um sich für den Staatsapparat Schweiz förderlichen, essentielleren Dingen zu widmen? Die betriebene Heraushebung des Deutschen, wie auch des Englischen im Schulbetrieb vieler Kantone der Schweiz, längst noch nicht aller, aber der meisten, steht dem multilingualen, weltoffenen alpinen Gesicht aber so auch gar nicht an – beißt sich irgendwann womöglich ins eigene Bein. Vielleicht liegt die Lösung ja darin, die Schüler Bantu, Mandinka oder aber Swaheli lernen zu lassen? Wenn schon, denn schon!

In Basel ist der gute alte Badische Bahnhof vielleicht schon demnächst nur noch schöne Erinnerung. Bekanntlich wollen die Schweizer diese Stadt ja noch etwas mehr durchlöchern wie einen Schweizer Käse. Das Geld scheint noch dafür vorhanden zu sein. Noch! Ob die Stadt Basel und ihre Bevölkerung solch einen Aufwand dann aber auch wirklich gustieren, ist eine andere Frage. Sicherlich hätte man als Baselbesucher oder Baslerin den Verkehr gern besser entspannt und mehr Parkplätze etc., was erwähntes Durchbohrungs-Projekt verspricht zu erschaffen. Doch eine Baustelle ist nun mal eine Baustelle. Und Großbaustellen haben die unangenehme Angewohnheit, dass sie Leute, die schon an ein gewisses Stauaufkommen und Parking-Not gewöhnt sind, dann womöglich sich endgültig entwöhnen könnten von diesem ‚Normalzustand‘, und plötzlich wenig Lust empfänden, ihre Investitionen oder Arbeitskraft in dieser Stadt zu binden. Nur mal so am Rande, und auch weil die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch zu sein scheint: Beim Buddeln im Basler-Grund könnte noch auf so manche ATTRAKTION aus der Steinzeit oder gar davor gestoßen werden, Stadtanlagen ungeahnten Ausmaßes oder Art Saurierfriedhöfe, die im einst trockengelegten Morast auf Entdeckung im 21. Jahrhundert lauern, sodass die Untertunnelungs-Arbeiten dann womöglich unschön prolongiert werden müssten – zur FREUDE all jener, die am Rheinknie endlich in etwas wie einer Metropole aus- und eingehen wollten, in der scheinbar alles wie auf Knopfdruck funktioniert. Und war da nicht mal die Rede von seismischen Aktivitäten, die in der Region am Rheinknie auf Grund gewisser Verschiebungen der Erdplatte, die sich vollziehen, geradezu zwangsläufig in katastrophalen Ausmaßen ergeben könnten – und bereits in homöopathischen Dosen ihr Dasein ankündigen und scheinbar nur auf einen Anlass warten?

Ja stimmt, Receb Tayyıp Erdoĝan in der Türkei hat es vorgemacht. Der hat ja schließlich auch einen weiteren Tunnel in Istanbul von Europa nach Asien oder umgekehrt verlegen lassen – und dort rumpelt es in der Erde andauernd noch mehr als am Rheinknie; und ALLE warten anscheinend, wann der Crash denn nun wohl kommt – nicht das den jemand wollte oder wünschte, doch Allahs Wege sind nun auch dort unergründlich. Danach, nach diesem Crash, der nie kommen möge, kann aber gewiss gut darüber gerätselt und diskutiert werden, wer ihn auslöste und wer vonseiten der Menschen dafür verantwortlich zeichnet, waghalsige Projekte, vor dem Hintergrund des Wissens über die hohe Wahrscheinlichkeit, dennoch umgesetzt zu haben. Wahrhaft, dann wird wieder etwas los sein! Dann werden es nicht nur Kollateralschäden lediglich der geophysikalischen Art bleiben, die man ausgiebig diskutiert.

Präsident Erdoĝan hat eh gerade seine Forderung nach Beitritt in die EU, Reisefreiheit seiner Bürger und noch einiges mehr erneuert – schreibt die griechischzyprische Eleftheria am 12. Mai 17 empört. Man darf gespannt sein, wie sich Brüssel verhalten wird, wenn die Meldung überhaupt der Wirklichkeit entspricht. Auf TRT-Türk oder RT Arabic etc. konnte den Tag danach davon bislang nichts vernommen werden. Klar doch: In Deutschland sind im Herbst Wahlen und Erdoĝan dürfte mal kurz mitgerechnet haben, also wenn diese Meldung stimmt: Jetzt die Flüchtlingspistole der Merkel und dem Kurz in Österreich, der gerade auf Neuwahlen zusteuert, auf die Brust setzen und dann ist die und der endlich WEG. Ob es sich mit einem Martin Schulz als Kanzler besser Kirschen essen lässt, kann durchaus sein. Der will ja schließlich Erfolge zeitigen und außerdem hat der noch dieses Sozial-Ding als SPD-ler zu laufen, was derzeit vielleicht doch nützlicher sein könnte im Umgang miteinander als dieses neoliberale Geschunkel der Merkel, welches noch nicht mal mit Washington, eigentlich wäre besser zu sagen mit dem Trumptower in New York, unter einer Decke liegend gesehen werden will. Zumindest Visafreiheit und ein fairerer Deal für die Türkei in der sogenannten Zollunion(EU-Türkei) könnten durchaus herausspringen mit etwas Hartnäckigkeit, dürfte das Kalkül (des angehenden Sultanats Türkei) lauten. Das hätte durchaus auch gewisse praktische Gründe, zumindest bei erstem Hinsehen: Die Republik Türkei, Stellvertreterin oder Reinkarnation des Osmanischen Reiches, könnte fortan für diese Art Gefallen nicht nur in der Türkei selbst Flüchtlingsströme und Aufsässige sowie unverbesserliche Kommunisten und Separatisten ‚stillstellen‘, sondern ihre Talente in dieser Disziplin durchaus auch im Kosovo, Mazedonien, Bosnien und Albanien unter Beweis stellen? Schulz wäre es wahrscheinlich Recht, würde er Bundeskanzler werden, den Türken wäre es auch Recht und Griechenland würde dafür halt etwas mehr Stütze einfahren – sei’s drum. Besser als Nichts. Mit welchen Mitteln man allerdings Bulgarien und Rumänien zu solchen Ausflügen der Türken auf dem Balkan überzeugen will, dazu ist mir noch nichts Überzeugendes eingefallen. Ihnen etwa?

Die USA könnten das den Letzteren mal kurz im einem trumpschen Tweed verständlich machen. Also dass die Türken für ihre ordnende Hand im Balkan im Gegenzug ja wohl die Schnauze halten, dass Teile der kurdischen Kämpfer auf syrischem Boden mit richtig guten US-Waffen – endlich – ausgestattet werden, und PUNKT. Wahrscheinlich könnte hier – sozusagen im Nachfolgeschritt und als Verschweißer trumpscher Verwerfungs-Nähte auf dem Balkan (weil hierarchische Ordnung muss halt doch irgendwie gehalten werden in diesen offensichtlich sehr chaotischen Zeiten) – die neue Administration in Frankreich zeigen, was sie draufhat. Die könnte Rumänen und Bulgaren gegenüber so „beherzt“ voranschreiten in obiger Angelegenheit, wie es die Verteidigungsministerin Deutschlands gerade im elsässischen Illkirchen tat. Wahrscheinlich verwendet Frau Ministerin das Adjektiv „beherzt“ neuerdings so oft in ihren Verlautbarungen, weil es ihr ans Herz geht, dass die bösen Nazis sich ausgerechnet in ihren Soldatenstuben, womöglich weltweit, wohl fühlen; oder aber, weil sie als Verteidigungsministerin ihre Aufgaben alles andere als beherzt angeht: kalt berechnend gepaart mit Schlendrian. Da hilft auch nicht, dass das blonde Haar stets geordnet am Kopf klebt als habe Frau Ministerin Stunden vor dem Spiegel dafür zugebracht. Frau von der Leyen hat gewiss noch einige andere Leichen in Bundeswehr-Kellern liegen: Afghanistan, Mali etc. Wir schlagen Frau Ministerin daher einen Besuch der „Urban Cultures in Transit“ vor – ist besser, als die mit Plagiaten volle Doktorarbeit Zuhause nachts – alleine – nochmals und um es sich selbst zu beweisen, dass man es draufhat, zu schreiben, und amüsanter ist es eventuell auch als bundeswehrhafte Leichen beim Saubermachenlassen aufgedeckt zu bekommen. Im „Vitra Design Museum“ läuft auch für Leute wie der Leyen das ab, was unter „Mudun“ geboten wird. Das ist Arabisch und ist der Plural von dem Wort Stadt – „Städte“. Ab dem 13. Mai kann der Event bereits besucht werden. Enden tut der Mudun-‚Spaß‘ im Vitra vor „Weil am Rhein“ allerdings bereits am 20. August. Bei den vielen Plagiaten in der Arbeit wird Frau Ministerin wahrscheinlich wenig Zeit haben, doch diesen Event, den sollte sie nicht vermissen, weil dann braucht man sich beim Thema zukünftig nicht mit der geistigen Arbeit anderer um sich werfen. Man kann dann, sozusagen, (mit) ORIGINAL glänzen. Und wer glänzt nicht gern am Sternenhimmel über dem Reichstag, äh, Bundestag? Die Mudun wird gewiss auch helfen, sich etwas Durchblick in Dingen zu verschaffen, Einfühlungsvermögen, die verstanden werden sollten in solch doch eigentlich recht bequemen verteidigungstechnischen Amt: „Die Ausstellung Mudun, Urban Cultures in Transit zeigt diese Metropolen [Ankara, Bagdad, Teheran, Tangier etc.] aus einer Mikroperspektive: Sie erzählt von der Architektur, von Stadtquartieren und den Protagonisten, die sie prägen. Anhand von zeitgenössischen Fotografien, Modellen und Texten stellt sie Dynamik und Atmosphäre einzelner Orte und das Verhältnis der Menschen zu ihrer räumlichen Umgebung dar. Das Projekt ist eine Kooperation des Vitra Design Museums mit den Herausgebern des Magazins Brownbook aus Dubai. Welche Bedeutung hat das architektonische Erbe des 20. Jahrhunderts? Und wo haben politisch Bedingungen das städtische Gefüge geformt? Welche interkulturellen Identitäten entstehen in der Diaspora? [Untersucht wird] die zeitgenössische Stadtkultur in der MENA-Region, einer Gegend, deren Metropolen Platz für kritische Debatten, Subkulturen und künstlerische Avantgarden bietet, [dazustellen] … www.designmuseum.de/de/ausstellungen/dedetailseiten/mudunurbanculturesintransit.html.“

 

Apropos Subkulturen: Da ist doch der Canto Allegro Chor aus Lörrach zum Papst gefahren. Sie wissen doch, dem Franziskus. Also der, der immer Füße küsst und/oder wäscht, ja, die von Kriminellen und anderen, die zu wenig Liebe – war es wohl – abgekriegt haben. Die Rede ist also von jenem Vertreter des Petrus, der Abtissinnen immer noch nicht ermöglichen mag, weil es im II. Konzil in den 1960er Jahren verunmöglicht wurde, dass Frauen, also Abtissinnen, wieder so ungefähr wie Bischöfe machtvoll auftreten innerhalb der Kirche, eben genau so, schalten und walten können. Zudem hohen Ereignis sind die glücklichen Sängerinnen und Sänger aus Lörrach auch noch in eine Generalaudienz des Papstes geraten, stellen Sie sich das vor, in eine Generalaudienz und durften huldvoll empfangen trällern. Das Bild www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.Loerrach-Loerracher-singen-fuer-papst.37df2626-c2b6-451c-aaac-912bb51b9312.html in der Zeitung von den im heiligen Schein des Papstes Getauften aus Lörrach, das müssen Sie sich einfach ansehen: Wie immer ist die Anordnung – und so wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit, Amen: Keine Frau, die etwa vorne im Bild steht, sondern in diesem Fall stehen dort eben 2 Männer, die den Vordergrund zieren, der eine weiß gekleidet wie der Heilige Geist so weiß und der andere schwarz wie, ja wie wohl, sagen wir, wie ein Erdensünder. Einer der beiden ist natürlich der Papst selbst und dahinter stehen dann die wahrscheinlich beglücktesten Sängerinnen und Sänger, die die Welt bislang gesehen hat. Wirklich eine Augenweide, wie sie da vor dem Herrschaftssitz des Papsts im Vatikan sich zeigen. Schön. Bravo. Gutgemacht. Da fallen einem gleich all die guten, sagen wir reformorientierten Dinge ein, die in der Welt missionarisch und anders betrieben wurden von der mächtigen Kirche und vielleicht doch vordringlich dazu verhalfen, dass solch Pracht erbaut und erhalten werden konnte, sodass man sich ungeniert davor mildtätigst oder beglückt, ja bestens beides, ablichten lässt. Die Oberbadische: „Da die Kirchengemeinde St. Peter [in Lörrach] im Jahr 2002 keinen Chor hatte, um dem Weißen Sonntag einen feierlichen Rahmen zu geben, beschlossen Eltern von Kommunionskindern einen Chor zu gründen. … . In Dankbarkeit für das Erreichte [man singt seit Jahren zusammen und tritt auch auf], aber auch mit der Zuversicht, weiterhin viele schöne Momente mit dem Chor erleben zu dürfen, war seit langem die Idee gereift, anlässlich des 15-jährigen Bestehens eine Chorreise nach Rom zu unternehmen. … Auftritt vor 70000 Gästen bei der Generalaudienz. Der größte Augenblick der Rom-Reise war der Moment, als Papst Franziskus auf den Chor Canto Allegro zuging, um sich bei ihm für den Gesang während der Generalaudienz zu bedanken. Canto Allegro fand neben einem Chor aus Ungarn ganz vorne am Altar einen Platz und hatte die Ehre, die Generalaudienz des Papstes mit seinem Gesang zu gestalten … Mit der persönlichen Zuwendung und dem Segen des Papstes hätte man sich am Ende keinen schöneren Dank vorstellen können.“

Nein, das ist nicht einfältig oder so etwas! Eher spirituell, vielleicht nicht spiritistisch unbedingt. Wem es was gibt nach Rom zu fahren und mit dem Papst sich abzulichten, also im Glanze Seiner Heiligkeit, dem sei es gegönnt. Doch wie gesagt: Herr Papst könnte, ja müsste, den Abtessinnen unbedingt wieder mehr Verfügungsgewalt in der katholischen Kirche zukommen lassen, letztlich der Frau an sich, und dann nehmen ihm VIELE Schäfchen wahrscheinlich noch Hingebungsvoller seine Milde ab. Es geht ihm dabei nichts verloren, außer 5 Minuten seiner himmlischen Sendbotenzeit. Schließlich hatte der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, auch genügend Zeit gehabt, um Seelöwen im Zoo von Karlsruhe zu segnen. Soll sogar dafür von einem der tierischen Gläubigen geküsst worden sein, siehe Video www.badische-zeitung.de/video-freiburger-erzbischof-will-robbe-segnen-und-wird-gekuesst.

Wahrscheinlich sind es lediglich einige griesgrämigen Bischöfe, die ums Verrecken, wie man sagt, keine Frau auf ihrer Ebene sehen wollen. Diese Herrenriege mal kurz in 3 Minuten von diesen zuvor erwähnten 5 Minuten, die zur Verfügung stehen müssten, um ETWAS zu unterschreiben, zusammenstauchen – auf die Barmherzige, versteht sich. Herr Franziskus erbarmen Sie sich IHRER! Von den Katholikinnen ist die Rede. Ansonsten könnte womöglich noch jemand behaupten: Egal, was „Papa“ tut, es ist letztlich doch zu „verkopft und elitär!“

Dieses Argument machte in Lörrach bekanntlich so um den 11./12. Mai die Runde. Das Burghof-Theater wurde von Experten so bewertet. Die Wogen schlugen nach derart UNGLAUBLICHER Bewertung gleich recht hoch. Die Experten wüssten doch gar nicht, was im Burghof abläuft, hätten die Entwicklungen vor Ort verpennt – usw. Und auch wenn nun lediglich mit einer Enthaltung den Kulturleitlinien des Hauses zugestimmt wurde, konnte dennoch hie und da über die Jahre gehört werden in der Region, was da im Burghof läuft, „ist mir oft zu abgehoben!“ So alt wie der Veranstaltungsort selbst soll dieser Vorwurf sein. Und den meisten Häusern, wo aufgeführt wird, dürfte das Argument – zu abgehoben – bekannt sein.

Doch es sollte einen nicht in Sicherheit wiegen, dass mit einer Stimmenthaltung sich alle anwesenden Interessierten am Burghof hinter das Konzept stellten. Mal sehen, wie der Gemeinderat darüber befinden wird. Ich denke, die werden das Ding durchwinken, weil: „Frick [der Fachbereichsleiter im Burghof] erläuterte, die [kritischen] Interview-Aussagen hätten die Diskussion angeregt, seien aber erkennbar nicht nennenswert in die Leitlinien eingeflossen (Oberbadische 12.05.17).“ Diese Haltung ist bekannt. Verwundert hier zumindest niemand. Immer schön so weitermachen, scheint die Devise landauf-landab eh vermehrt zu sein, bis der Laden auseinanderfällt oder das Gegenteil sich durchschlägt – und dann ist immer noch genug Zeit, Wendehals zu machen. Sollte der Burghof in sogenannten Schwarzen Zahlen stehen, wird gewiss jede Kritik sozusagen im Turbo daran ersticken. Und wenn nicht, dann, wie gesagt, droht Erstickungsgefahr halt doch an dem, was eben davor gesagt worden ist vonseiten Herrn Fricks. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?!

An der deutsch-schweizerischen Grenze sollen immer mehr Westafrikaner auftauchen – und zwar auf dem Weg nach Deutschland. Wieso die Flüchtlinge Deutschland der Schweiz vorzuziehen scheinen, ist nicht ganz nachvollziehbar. Jetzt soll eine Aufstockung des Personals an der Grenze erfolgen. Doppelt so viele Grenzer werden uns dann mit Grenzkontrollen erfreuen. Es muss allerdings gesagt werden, dass die Art und Weise wie kontrolliert wird, bislang nicht verzweifeln lässt. Ein erträgliches Maß scheint noch immer gegeben. Wenn man halt drankommt, hat man ‚Pech‘ gehabt.

Glück haben bislang auch die 11 Elsässer nicht, die der La Répulique en marche von Präsident Macron rechtzeitig beigetreten sind. Die Rede ist von sogenannten „Marcheurs“ (Marschierern), die nicht nominiert wurden bislang. Diese Elsässer sind alle Macronisten der ersten Stunde. Noch sind 4 Sitze zu vergeben. Mal sehen, ob es für zumindest eine oder einen aus dem Elsass klappen wird. Eine derer ist beispielsweise die 28-Jährige Aurélie Tacquard, die bereits im Januar ihre Kandidatur durchgegeben hat an die Parteioberen bei der La République en marche. Ein Formular im Internet hatte sie dazu ausgefüllt nach eigenen Angaben gegenüber der Tageszeitung L‘Alsace und verschiedene Fragen zu ihrem politischen Wertegang, zum Motiv ihres Engagements und dergleichen mehr beantwortet. Auch bereits per Telefon soll sie sich dargestellt haben in einer Art Audit. Der konstituierende Ausschuss der Partei gibt bislang keine Erklärungen darüber ab, schreibt die Zeitung, warum ein Kandidat angenommen wurde und der oder die andere nicht. Was das Profil von Madame Tacquard angeht, glaubt sie, mit einem Ingenieur in der internationalen Agrarentwicklung und einem Master 2 in Ingenieurs-Projektierung gute Karten zu haben. Auch hat sie sich in öffentlichen Vereinen engagiert, darunter dem für Gärten in Wesserling, so auch als Freiwillige in Nepal und Mali etc. www.lalsace.fr/actualite/2017/05/12/commentilsonteulejobenmarche. Sie ist Kandidatin für den 4. Wahlbezirk am Hochrhein. Patrick Striby kandidiert für den 3. Wahlbezirk des Hochrheins. Vincent Thiebaut im 9. des Wahlkreises Niederrhein, Bruno Studer im 3., ebenfalls Niederrhein usw.

Doch was uns ebenso kümmern sollte, ist, dass Franzosen, sagt Mathilde Boudard, jährlich bis an die 30 Milliarden Zigarettenstummel in die Landschaft werfen. Und die beinhalten unter anderem arsenhaltige Stoffe. 3000 Zigarettenstummel, sagt sie, würden beispielsweise wöchentlich in Straßburgs Grand-Rue herumliegen. Ein gruseliges Phänomen, dem eigentlich niemand so richtig Aufmerksamkeit schenkte, bis jemand in London die Sache anging. Frau Boudard hat diese Idee von der britischen Insel nun nach Straßburg geholt, nämlich, eine spektakuläre Kreuzung eines Aschenbechers mit einer Urne und einer Mailbox. Boudard konnte dem Reporter der Alsace vorerst nur eine Visualisation des Dings zeigen. Nun, es handelt sich um ein Etwas, dass dazu beiträgt im Verbund mit FUN, sich ein aktiveres und besseres Umweltverhalten anzutrainieren – einen Stoß in die richtige Richtung Rauchern zu versetzen, nämlich dazu, die Kippe ganz aus ihrem Leben zu bannen. Die L’Alsace gibt die britische Quelle nicht an, auf die sich Frau Boudard vorgibt zu beziehen. Es dürfte dem so sein, dass sie die folgende Herangehensweise und/oder Überlegung aus England in ihr Konzept miteinbezogen hat: regulation.upf.edu/exeter-12-papers/Paper123 – Alemanno 2012 – Nudgings mokers.pdf. Der nächste Link trifft es vielleicht konkreter: thepsychreport.com/conversations/nudging-the-uk-a-conversation-with-david-halpern/.

Nun, da wir ja schon bei so etwas Ähnlichem wie der Umwelt sind, und Straßburg auch schon genannt wurde, soll den Lesern nun nicht vorenthalten werden, dass mit dem Auto in dieser Stadt unterwegs nicht auf die Bremse zu treten ist, wenn eine weiße Figur auf einem Fahrrad sitzend mit zwei Winkeln zur Seite plötzlich auf dem Asphalt auftaucht. Diese Figur ist nämlich der letzte Schrei, sozusagen, den die Stadt zu bieten hat. Basierend auf einem deutschen und niederländischen Modell ist der „vélorue“ nun in Funktion getreten. Bei 30 km/h kann ein Radfahrer nun eventuell sicherer mit dem Rad sich in die Mitte einer Straße begeben. Der Stellvertreter des sozialistischen Bürgermeisters, Jean-Baptiste Gernet, ist offenbar davon überzeugt, das geeignetste Instrument eingeführt zu haben, um Velofahrern noch mehr Sicherheit angedeihen zu lassen im Verkehr. Die Unfallstatistik wird uns in ein paar Jahren genauer Aufschluss liefern darüber. Das Männlein auf dem Fahrrad mit den beiden Winkeln zur Seite ist bislang einzigartig im Land. Das Konzept beruht u.a. auf der Einsicht, dass der Velofahrer eigentlich ‚der‘ Verkehrsteilnehmer im Stadtinneren sein sollte, der den Verkehr gewissermaßen reguliert, denn er ist es ja, der den Autofahrern mehr oder minder die einzuhaltende Geschwindigkeit aufdrängt oder vorgibt. Nicht, dass sie denken, bei „aufdrängt“ kommen ihm die Türken in den Sinn. Bloß nicht!

Kommen wir doch dennoch wieder auf unsere Türken zu sprechen. Doch zuerst noch: Die Partnerstadt Kanderns im Elsass hat mehrheitlich für Macron gestimmt.

Also: Türken haben es mit Binali Karakuş gewagt, ausgerechnet in der Ortenau eine Art Zweigstelle der Oppositionspartei in der Türkei, CHP, zu eröffnen. Anonyme Drohungen soll es schon gesetzt haben gegen die. Es geht genauer um eine Arbeitsgruppe, die gegründet wurde, als müssten Mitglieder der CHP demnächst aus der Türkei flüchten? Nun, dann sind sie in der Ortenau wahrscheinlich gut aufgehoben. Arbeitsplätze soll es auch genügend geben. Fachkräfte werden eh gesucht. Und was sagt Herr Karakuş gegenüber der Mittelbadischen Presse nun eigentlich: „… [Türken, die in Deutschland leben, genauer jene, die beim Referendum mit JA stimmten,] haben sich nicht weiterentwickelt. Viele sind nicht gut integriert. Außerdem sei in zahlreichen Moscheen, die vom türkischen Religionsministerium finanziert und mit Imamen beschickt werden, Propaganda für die Regierungspartei AKP und die Verfassungsänderung betrieben worden. … Er hat 18 Jahre lang die alevitische Gemeinde in Offenburg angeführt. … Der 56-Jährige schätzt, dass rund 70% der derzeit rund 50 Mitglieder der Ortenauer CHP Aleviten sind. Aber er betont: Wir sind nicht konfessionell gebunden, sondern für die Trennung von Religion und Politik.Seine Partei … wolle das Gespräch mit allen demokratischen deutschen Parteien suchen≥.

Karakuş verneint des Weiteren, dass die Konflikte in der Türkei auch in die Ortenau getragen würden. Er sei beim Referendum mit seiner Partei sogar herzlich empfangen worden in der DITIB-Moschee. Schon allein, dass das Letztere offensichtlich einer Erwähnung wert ist, zeigt, da ist eine Schieflage. Und die von der DITIB sind geschult und längst nicht so unprofessionell, sich auf einen Aleviten in ihrer Moschee zu stürzen oder ihr Missfallen offen zu äußern. Schließlich ist so einer, trotz allem, ein Landsmann – wenn auch ein wahrscheinlich eher abtrünniger. Und dass 70% der CHP-Partei oder Arbeitskreis in der Ortenau, was ist das Gebilde denn nun, bitte?, Aleviten sind, lässt die von Karakus geäußerte Forderung nach Trennung der Politik von der Religion (in diesem ganz spezifischen Fall) auch wieder in schrägem Licht erscheinen. Jedenfalls wurde hier noch nicht vernommen, dass ein Vorsitzender eines von der SPD geführten Landesverbandes oder Arbeitskreises sich ungefragt dazu angesprochen gesehen hätte, darüber Auskunft zu geben, wie die prozentuale Verteilung der Mitglieder in Sachen religiöser Zugehörigkeit zu verorten ist?

Marc Mudrac, der Autor dieses Beitrags, sollte unbedingt noch mal dort hinfahren und zum Beispiel mal fragen, warum Herr Karakuş und nicht eine Frau oder Alevitin dem Arbeitskreis oder der Partei vorsteht? Ob es, wenn schon keine religiöse, dann vielleicht eine in der Tradition verhaftete Zweitrangigkeit hinsichtlich Frauen und ihrem Engagement in solchen politischen Verbindungen gibt, wie sich an der Besetzung der Spitze eventuell in den meisten, wenn nicht gar allen alevitischen Vereinen in Deutschland zeigt? Womöglich ist dort in diesem Arbeitskreis oder Partei in der Ortenau noch gar niemand weiter aufgefallen, dass da etwas in dieser Richtung – verminderte Teilnahme von Frauen in Schlüsselstellungen – am Laufen ist? Siehe: www.bo.de/lokales/ortenau/tuerkische-chp-in-der-ortenau-gegruendet-und.bedroht.

Hier mag nun also nicht der Fokus darauf gelegt werden, ob eine Bedrohung dieser alevitisch-geprägten Partei in Deutschland im Raume steht oder stand, sondern vielmehr wüsste man zu gerne: ist es eine Partei, die nun in der Parteienlandschaft der BRD Platz findet oder ist es lediglich eine Arbeitsgruppe (Verein), die bekanntlich von Aleviten hundertfach in der BRD gegründet worden sind und auch entsprechend alimentiert werden? Das muss nun einfach mal klargestellt werden, damit keine Täuschungen oder dergleichen zu plump aufkommen können. Bislang konnte dazu keine Antwort erhalten werden, die auf der Facebook-Seite der CHP-Ortenau gestellt wurde.

Die baden online vom 13. Mai: „Das Offenburger Landgericht hat geurteilt: Der Volkswagenkonzern hat sittenwidrig und täuschend gehandelt. Der Autohersteller muss für alle Schäden haften. Geklagt hatte ein VW-Käufer.“ Ob das Urteil Bestand haben wird? Die haben ja so richtig Kohle in Wolfsburg. Und kommt einer angerannt, denken die nun gewiss, wollen sie alle was zurückhaben – also weg damit und hin zur obersten Instanz. Wahrscheinlich wird der Fall weitergereicht. In jenen Regionen der Justiz ist VW & Co voraussichtlich eh besser – unabhängig – verlinkt. Man wird sehen, was das Oberlandesgericht in Karlsruhe ausspucken wird; womöglich, dass jener Käufer des VW-Touran doch froh sein soll, dass er sein gekauftes Auto überhaupt behalten darf?

Scherz bei Seite, aber man weiß ja nie, wie die Granden der Welt Rechtsprechung, wie soll man sagen, noch unabhängiger werden lassen. Die sind die neuen Pioniere der internationalen Rechtsprechung schon seit Längerem.

Peter Vogel?

Objektklangkunst?

Sagt Ihnen nichts?

Er ist im Alter von 80 Jahren gestorben, der Freiburger. Gewiss wird er eine Retrospektive schon demnächst und verdienter Maßen erhalten. Einen Kunstpreis hätte er auch fast gekriegt, wäre er noch über den Oktober 2017 am Leben geblieben. Die Rede ist vom Oberrheinischen Kunstpreis. Der wird alle drei Jahre vergeben und soll mit 10.000 € dotiert sein. Schöne Reise, Herr Vogel, Sie wissen doch: It never rains in Southern California.

OK, nicht ganz stimmig dieser Übergang, man möge es verzeihen, doch irgendwie muss es ja weitergehen. Der 73-Jährige Albert Hammond scheint noch mal in den Südwesten der Republik gekommen zu sein, wahrscheinlich auch, um etwas Geld und Anhimmlung abzustauben. Denn verstaubt sind seine Hits ja eigentlich inzwischen schon etwas. Sind aber dennoch gern gehört von vielen Baby-Boomern (in den 50er und 60er Geboreren) insbesondere, auch schon damals. Die Songs von Hammond waren leichte Kost für leichte Momente. Was bestechend an Hammond ist, ist, dass aus seiner Feder so manch anderer Ohrwurm anderer Interpreten entstanden sind. Ich erinnere da die Hollies, die heute wahrscheinlich nur noch wenige namentlich kennen. Am 12. Mai hat der Musiker aus den USA in der Reithalle zu Offenburg einmal mehr die Freunde des West-Coast-Sound verzaubert, diesmal mit seiner „Songbook-Tour“. Hammond überschritt musikalisch wunderbar leicht Grenzen.

So in etwa tut das auch die Dramarturgin Barbara Engelhardt. Sie ist die neue Chefin im Straßburger Maillon für Alternatives-Theater ab dem 01. September 17. Das ist schon etwas ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass Straßburg nun mal nicht in erster Linie deutschsprachig ist. Doch sie spricht ja Französisch, übersetzte unter anderem. Und jetzt, wie ungeschickt aber auch, muss ich nochmals auf die völkischen Horden der Le Pen zu sprechen kommen, weil nämlich auch von Straßburg aus eine Tramlinie nach Deutschland demnächst fertiggestellt sein wird, also noch vor den anstehenden Wahlen im Herbst, weil: „Der Zufall wollte es, dass die Ernennung Engelhardts zeitlich mit der Verlängerung der Straßburger Tram… nach Kehl und mit der Bekanntgabe des ersten Rheinopern-Spielplans durch ihre neue, ebenfalls deutsche, Intendantin Eva Kleinitz zusammen fiel. Wenn das keine Zeichen für eine funktionierende deutsch-französische Kooperation sind!“ schreibt Kurt Witterstätter in der baden online vom 13. Mai. Da wollen wir ihm doch eilig zustimmen, doch eigentlich erst dann, wenn vergleichbare Einstellungen von Elsässern oder Franzosen, die ja alle, wir wissen es, Franzosen sind, sich überm Rhein vernehmlicher lesen oder hören ließen. Falls Sie mal in den erwähnten Opernspielplan reinschauen wollen: www.operanationaldurhin.eu/de-index-de.html. Heben Sie aber bitte nicht so ab, dass man sie noch einliefern muss. Nein, natürlich nicht in die Psychiatrie, was ja keine Schande wäre. Und hoffentlich auch nicht in ein Krankenhaus.

Kurzfristig sollen im Ortenaukreis aus wirtschaftlichen Gründen bis zu drei Klinikstandorte geschlossen werden: Gengenbach, Ettenheim und Oberkirch. Im Falle von drei Standorten soll neben Lahr und Wolfach nördlich von Offenburg eine neue Großklinik gebaut werden, in der die Offenburger Häuser aufgehen sollen.“

Dass das mir bekannte Krankenhaus in Ettenheim zumacht, erscheint einem schon in etwa so seltsam, als würde etwas sehr Zentrales für immer seine Tore schließen – beispielsweise das Brandenburger Tor. Wer vor dem Gymnasium dieser Kleinstadt oder darin, viele Stunden seiner Jugend verbracht hat, wird so in etwa nachvollziehen können, was gemeint ist. Nun, der Freiburger SC wird es gewiss zu richten wissen, solch verstaubte Befindlichkeit aus der Gegenwart zu räumen, denn der spielt meines Wissens das erste Mal mit Aussicht auf Erfolg um einen Platz zur Teilnahme in der Europa League. Man hatte sich ja schon auf ein dauerhaftes Stelldichein bei den Kellerkindern der Liga eingestellt gehabt; meist ging es mit steilem, vielversprechendem Anfang in die Saison und dann mit tiefstem Sturz in die zweite Liga schlechtestenfalls. Nun also scheint es der Christian doch noch deichseln zu wollen und seinem Familiennamen alle Ehre zu erweisen – also: den Unkenrufern einen Streich zu spielen. Es wäre dem SC Freiburg zu wünschen, sich da wo er jetzt gerade steht in der Liga, einzupendeln und mit der Zeit diesen Bayern-München-Wahn als erster in der Bundesliga endlich kräftig und belebend aufzumischen. Dann wird sich noch so mancher wieder ins Stadion begeben, der oder die ansonsten Zuhause auf dem Sofa bei den SC-Spielen mitbangt.

Apropos Freiburg: Das Loretto-Bad wird 175 Jahre alt – 1842. Johann Nepomuk Stadler hat es einst aufgebaut. Es soll inzwischen das älteste Bad Deutschlands sein. „Das Badewasser speist sich aus dem Hölderlebach, der wiederum kommt von den Hängen des Schauinsland – es ist also äußerst erfrischend … 1935: Schande: Juden wird der Zutritt untersagt. … 1990er Jahre: Das jährliche Streichen der Betonbecken mit blauer Farbe wird zum Event, danach gibt’s Kaffee und Kuchen … 2010: Stammbadegäste, darunter zwei 70-Jährige, klettern an einem sonnigen Sonntagmittag über den Zaun und besetzen das geschlossene Bad – als Protest gegen das ihrer Meinung nach zu frühe Saisonende … 2016: Streit im Damenbad zwischen verschiedenen Gruppen inklusive Polizeieinsätzen www.badische-zeitung.de/ein-bad-ein-traum-das-lorettobad-wird-175-jahre-alt.“

Versteht sich, dass da auch noch eine Ausstellung ist, die bis zum 29. Mai in der Meckelhalle der Sparkasse zu Freiburg, Kaiser-Joseph-Straße 186-190, besucht werden kann. So auch die MUBA-Messe in Basel, die gerade ihre Pforten geöffnet hat – unbedingt hingehen, sehenswert!

Yamaz

Quelle: Yamaz

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