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Um Lei Tung!

Das soll Chinesisch sein!?

Der Übergang in den Mai 2018 vom April auf Zypern ist schon fast unmerklich passiert. Geregnet hat es sogar in jener Nacht. Zeitlich davor, war es nachmittags recht sonnig, ja sommerlich – wir kehrten von Paphos nach Hause zurück.
Wir haben eine wunderbare Zeit in Paphos verbracht, wozu eine Art kleiner Helfer beitrug. Genauer: Sollten Sie jeden Tag mal wirklich gut Essen, und dann auch noch gut unterkommen wollen in Paphos, wird hier nicht davor zurückgeschreckt, zu empfehlen, das „Annabelle“-Hotel aufzusuchen. Wer dieses Hotel länger als 5 Tage bucht mit lediglich Frühstück, bekommt offenbar einen Up-Grate, der sich gewaschen hat, in diesem Fall bedeutet Letzteres: sehr positiv gewaschen hat.

Das Annabelle ist eines der ersten Hotels, die in Paphos gebaut wurden. Es ist wirklich noch immer sehr empfehlenswert, derzeit sind es dort vor allem die Dinge, die in der Küche zubereitet werden, die man nicht laut genug loben kann. Spitzenmäßig! Ein Spa gibt es inzwischen auch – und besten Service. Im Annabelle waren keine Angestellten mit langen Gesichtern anzutreffen. Die sind dort sehr aufmerksam und angenehm freundlich sowie hilfsbereit.

In den letzten 8 oder 10 Jahren landete ich 3 Mal in Paphos auf dem Flughafen – stets von Mitteleuropa aus kommend. Eines indes war und ist an jenem Ort offenbar immer gleichgeblieben: Man wartet am Laufband im Terminal auffällig lange auf seinen Koffer.
Nein!
Das ist hier keine Beschwerde gewesen. Wird so lediglich als Art Hinweis vorweggeschickt, damit auch Sie sich gleich nach Ankunft in Paphos dem Zurückschrauben der gewohnten Tagesgeschwindigkeit überlassen können – bei Bedarf, versteht sich. Letzteres kann allerdings auch in einigen anderen Orten Zyperns recht gut getan werden. So zum Beispiel sogar im recht quirlig gewordenen Limassol.

„Lemesos“, wie die Griechischsprecher zu dieser Stadt sagen, ist ziemlich sicher die Stadt Zyperns inzwischen, in der die meisten Menschen leben. Der Hafen trägt gewiss seinen Anteil dazu bei. Limassol darf wohl eine internationale Stadt genannt werden – und das Meer davor ist verwunderlicher Weise noch immer recht sauber. Menschen aus der ganzen Welt siedeln hier her. Limassol ist das schlagende Herz der südzyprischen Wirtschaft.
Wie auch in Paphos gibt es beträchtlich viele Türkischsprecher in der Bevölkerung. Auch Kurdisch kann auf den Straßen oft vernommen werden, so auch Arabisch, Russisch, Französisch und Hebräisch etc. Klar doch, viele Leute aus den ehemaligen Ostblockländern haben hier eine neue Heimat gefunden, auch Skandinavier, sogar Spanier sind recht häufig zu hören, sogar Katalonier – und viele Briten, Philippininnen, Inderinnen, Menschen aus Sri Lanka und Chinesinnen sowieso, vermehrt Menschen, die wahrscheinlich aus allen erdenklichen Regionen Afrikas stammen.

 

„Während der britischen Besatzung Zyperns (1878 – 1960) waren die türkischen Quartiere von Limassol in 5 lokale Teile aufgeteilt. Jedem Stadtteil stand ein Muchtar vor, der wiederum vom britischen Zuständigen für die Bezirke ernannt wurde. … Das Zentrum des Lebens in Limassol fand damals um die Gedit und die Kabir Moschee statt. … Es oblag den Muchtars, der Behörde zuzuarbeiten, wie zum Beispiel bei der Registrierung von Geburten, Toten oder von Gebäuden etc. In jenen Tagen trugen Muchtar ein Emblem am Revier, das einer Krone glich; und ein Hinweis war an der Tür ihrer Häuser angebracht, der half, sie von den Häusern anderer Gemeindemitglieder zu unterscheiden. … Mal abgesehen von den Quartieren, die in [der uns vorliegenden] Registratur verzeichnet sind, gab es auch inoffizielle Quartiere, wie Ayia Thekla, Sabbar etc. [Diese waren aber dennoch unter der Kontrolle der britischen Behörde, und zwar mit Hilfe der Behörde bekannten Muchtars. So zum Beispiel auch im inoffiziellen Bezirk Deliklitaş].

Deliklitaş wurde im Garten einer türkischzyprischen Dame gegründet. In einem Traum wurde ihr gesagt, sie möge einen Felsen besorgen, und ihn dort auf dem Boden ablegen. Auf diese Weise gründete sie den Aberglauben, dass von dort Immunität gegen Krankheiten ausginge. Und so geschah, dass die Türkischzyprer, wie auch die Griechischzyprer, ihre Kinder durch ein Loch in diesem Felsen springen ließen, um sie so [vor Ungemach] zu schützen [Felsen mit Loch, das ist die türkische Übersetzung zu Deliklitaş, war also der Namensgeber dieses inoffiziellen Bezirks]. Auch sollen Griechischzyprer dort als Gabe oft Geld oder getrocknete Zwiebeln hinterlegt haben. Die Kinder des Quartiers haben das Geld dann wohl gern an sich genommen.
Behauptet wird des Weiteren, es habe an jenem Ort einst noch einen weiteren, kleineren Felsen mit Loch gegeben. Bei Ausgrabungen, die noch vor 1974 stattfanden [74 ereignete sich bekanntlich die wahrscheinlich vorläufige Teilung der Insel], wurde dieser Fels von seinem Platz entfernt und in einem benachbarten Haus belassen. Heute kann dieser nirgendwo mehr gefunden werden. …
[Sehen wir uns mal an, wie das einstige St. Antonios Quartier gestaltet war und wo es sich befunden hat in Limassol].

Das St. Antonios Quartier

Dieses Viertel der Stadt reichte von der Kirche Sankt Anthony auf der Köprülüzade Straße bis zur Küste. Bis zum Zwangsverkauf des St. Anthony Viertels zum Bau eines neuen Hafens für Limassol durch die zyprische Regierung in den 1950er Jahren, spielte dieses Viertel eine signifikante Rolle im sozialen und kulturellen Leben beider Gemeinden: der türkisch- und griechischsprachigen, die dort herum lebten. Viele der Bewohner arbeiteten schließlich am Hafen von Limassol als Träger, Lighters, Arbeiter, Fischer, und auf Schiffen etc.

Letztendlich wurde das erworbene Land für einen neuen Hafen aber nicht so genutzt, wie es vorgesehen war [durch die Stadtverwaltung]. Letzteres deswegen, weil entschieden wurde, den Hafen doch etwas weiter westlich zu bauen. Und so gibt es heute offene Flächen unterhalb der Kirche, wie auch einige Restaurants an der Küste. [Inzwischen, 2018, ist dort allerdings eine „hochmoderne Marina“ entstanden, wie man in verschiedensten Broschüren nachlesen und bunt bebildert sich ansehen kann, welche die zyprische Regierung und andere Interessierte mit aller Regelmäßigkeit weltweit bewirbt].

Die türkischen Grundstückseigner, die in jenem Viertel lebten, waren zu jener Zeit entweder vermögend oder gebildet oder Notable, die zum kulturellen und sozialen Leben der Stadt beitrugen. Nach der erwähnten Zwangsanordnung nahmen sich einige griechische und türkische Grundeigentümer einen Anwalt aus Limassol, Rikkos Michaelides, der noch heute seine Kanzlei betreibt [inzwischen nicht mehr]. Er wurde beauftragt, ihre Interessen zu wahren. Die Grundbesitzer waren nämlich enttäuscht mit der gewährten Kompensation seitens der Regierung. Jene unter ihnen, welche sich mit der Kompensation allerdings einverstanden erklärten, gingen und unterzeichneten ein entsprechendes Dokument, was bei den Anwälten Sir Panagiotis Kakogiannis getan werden musste.

4 große Gemüseproduktionsgärten waren einst in diesem Viertel: der so genannte Untere Garten, der Garten Ali Beys, derjenige Hasan Efendis oder Gihan Hanums und der Garten von Hilmi Dayi. Letzterer war auch Eigentümer von Pferde- und Ochsenkarren. Diese Gärten wurden lediglich von den Familienmitgliedern kultiviert, und bis zu den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts genügten die dort geernteten Produkte, um den Bedarf der Bewohner der Altstadt von Limassol zu decken. Neben der Produktion von verschiedenen Gemüsesorten wuchsen folgende Fruchtbäume: Feige, Aprikose, Granatapfel, Banane, Zitrone, Dattel – und Blumenkohl.
Mit der Kraft von Eseln wurden Wassermühlen betrieben. Dergestalt wurde Wasser durch kleine Kanäle von den Quellen zu den Feldern gebracht. Der Tick-Tack-Sound der Wasserräder, den die Nachbarn nah einer solchen Anlage hörten, wies den Weg dorthin. Diese Bewohner waren ja auch nicht an das von der Stadt betriebene Wasserdistributionssystem angeschlossen. Daher sah man sie zuweilen mit Eimern und dergleichen ausgestattet, um ihre Bedarfe an Wasser für ihre Haushalte zu decken.

Türkischzyprische Weber lebten in großer Zahl in diesem Viertel. Auch sie trugen dazu bei, die Bedürfnisse der Bewohner zu befrieden. Letzteres vor allem zur Zeit der beiden Weltkriege, als es keinen Import von Textilien für Bettwaren, Handtücher und dergleichen gab. Eine Art Baumwollindustrie wurde von Frau (Hanum) Meryem getätigt. Sie war die Frau von Hafez Salih Şenay Efendi, der von der Regierung als Schulleiter der Türkischen Grundschule Limassols installiert worden war. Noch 1888 nannte man diese Schule Dar-ul-Feyz (Ort der Wissensvermittlung).
Meryem Hanum hatte an die 6 Handwebstühle in ihrem eigenen Haus. Sie beschäftigte Mädchen als Lehrlinge und gab diese Kunstfertigkeit derart an diese weiter, sodass die Auszubildenden selbständig werden konnten. [Seide wurde auch verarbeitet] … .
Hinzu kam, dass eigentlich in jedem weiteren Haus im Viertel Schneidereien waren, einige waren berühmt, egal ob griechisch oder türkisch. Nicht wenige arbeiteten professionell, andere lediglich für die Familienangehörigen. Madam Despina, deren Haus genau gegenüber der St. Antonios Kirche gelegen war, sowie Safiye Hanum, eine Verwandte der Weber Emine und Berkiye, waren die fortschrittlichsten Kleidermacher im Qaurtier bis in die 1950er Jahre. Safiye arbeitete dort bis in die 60er Jahre. [Versteht sich, dass es an solch einem Ort auch Tavernen gab und kleine Geschäfte, die von beiden Gemeinschaften betrieben wurden].
Das Schlachthaus des Bürgeramts lag bis in die 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts im äußersten Westen des zuvor erwähnten Viertels nahe dem Meer. Alle nicht erwünschten Teile der geschlachteten Tiere pflegte man dort einfach ins Wasser zu werfen. Die Schlächter waren meist türkischstämmig und lebten im südlichen Eck des Viertels nahe der See. Die meisten von ihnen waren auf irgendeine Art verwandt miteinander. …
Im Zweiten Weltkrieg befand sich das Treibstoff-Lager der Regierung in diesem Quartier an der Küste, und zwar an der Straße, die zum Schlachthaus führte. Importiert wurde der Treibstoff entweder in Fässern oder aber in Dosen auf Segelschiffen, die off-shore vor Anker gingen, genauer, gegenüber den Petroldepots. Das Entladen der Fässer oder der Dosen geschah auf weichen Matten aus Zuckerrohr, die von den Seeleuten in den Hafen gesteuert wurden, um dann per Hand in die Lager getragen zu werden.
In Weltkrieg II versuchten italienische Bomber die genannten Lager zu treffen, waren aber nicht erfolgreich damit. Die Bomben vielen anstatt daneben, nämlich auf 2 Gemüsefelder und die KEO-Fabrik.

Mitglieder der beiden Gemeinschaften, türkisch- und griechischsprachige, hatten jeweils eine recht gute Beherrschung der jeweils anderen Sprache. [Manche sprachen Türkisch wie ein Muttersprachler, so beispielsweise Madame Zoiro. Diese exemplarische Erwähnung einer Griechischzypriotin vonseiten der Autoren gibt uns seinerseits versteckt einen Hinweis darauf, dass wohl eher die Türkischzyprer die andere Sprache sehr gut beherrschten als umgekehrt.
Es gab, wie Sie sich denken können, einige Moscheen in Limassol. Wir werden uns damit begnügen müssen, lediglich die Große Moschee (Kabir), hier etwas näher kennen zu lernen – und dass es auch Tekken gab, Orte, wo Sufis sich einfinden, haben Sie sich gewiss auch schon gedacht].

Die Große Moschee war die erste Moschee, die den religiösen Dienst für die türkischen Muslime nach der Ankunft der Osmanen im Jahr 1570 aufnahm. Ein ursprünglich kleines Gebäude wurde in eine Moschee umgestaltet, und zwar auf den Festungen einer venezianischen Kirche (lateinisch). Ihre östlich gewandte Seite wurde 1905 gebäudetechnisch erweitert und das kostete knapp 692 zyprische Pfund. Sie wurde sodann die Große Moschee genannt, um sie von den anderen Moscheen oder Schulen hervorzuheben, die in der Folge gebaut wurden. Architekt des östlichen Anbaus war William Williamson gewesen, ein Architekt der zyprischen Regierung. Der Bauträger war Neophitos Lanitis, der auch Malapapas genannt wurde.

Viele Historiker, Reisende und Journalisten, die Limassol damals einen Besuch abstatteten, haben diese Moschee in ihren Artikeln oder Memoiren erwähnt. … [Neben der Moschee befand sich auch ein Bad. Beide Gebäude können heute noch gesehen werden. Das Hammam ist allerdings seit einigen Jahren geschlossen.
Kurz: Die Moschee und das Hammam hatten eine zentrale Lage und Funktion in der ehemaligen Kleinstadt Limassol].

Das Datum 1245, ist jenes der so genannten Hijra [als Muhammad von Mekka nach Medina flüchtete] und ist als solches in einen Stein des alten Teils der erwähnten Moschee graviert. Des Weiteren werden wir darüber informiert, dass ein gewisser Mestan Agha die Moschee erneuert hat, und dass Gebete für ihn an Allah gerichtet werden sollen, damit Allah zufrieden sein möge mit seinem Werk. Der Stein, auf dem Selbiges eingraviert steht, wurde in den 1960ern im Garten der Moschee gefunden. Behejet Raschid, pensionierter Meister für das Peer am Hafen, war derjenige, der den Stein gefunden hat. Er lebte unmittelbar nach seiner Pensionierung in der Agora Straße, und zwar in einer Bäckerei, die er von einem Bäcker namens Savas gekauft hatte (der Schwiegersohn von Dr. Sokrates Tornarites). Letzteres war noch vor 1963 geschehen. [Tornarites findet hier wohl Erwähnung, da diese Familie in Zypern eine jener ist, die zu Ruhm, Macht und Reichtum gelangte]. …
In der alten Moschee gab es umrandete Platten, auf denen der Name Allahs, Muhammads und die Namen der ersten 4 Kalifen verewigt worden waren: Abu Bakir, Ömer, Osman und Ali [, wo gleich hinzugesetzt gehört, dass der Name Ali an dieser Stelle auffällig ist. Denn bekanntlich wird Ali nur von den Schiiten als rechtmäßiger Kalife betrachtet. Es kann also gut sein, dass der Autor sich täuscht oder aber, dass es sich um eine weitere Spielart des sunnitischen Islam handelt, welches von mir eher ausgeschlossen wird]. All diese Namen der Kalifen waren in lila Buchstaben eingraviert gewesen, was der türkischzyprische Kalligraph Kolonili Ahmet ins Werk gesetzt hatte. Sein Familienname, Kolonili, weist uns daraufhin, dass er ziemlich sicher aus einem Dorf bei Paphos gestammt haben dürfte, aus Koloni.
Im neuen Teil der Moschee befand sich eine Bibliothek von Haci Mustafa Efendi, welche dieser in Form einer Schenkung einer Stiftung überlassen hatte. Das hölzerne Behältnis, in dem sich die Bibliothek einst befand, wurde von dem berühmten Zimmermann Suleiman Arifoglu gefertigt. … Haci Mustafa Efendi erhielt seine Ausbildung in Istanbul und war ein Fakih [ein Gelehrter in islamischem Recht], der also Fatwas erteilen konnte. Letztere waren in so genannten Scharia-Gerichten zulässig.
Es gab 2 antike Glocken in der Moschee. Eine war im alten Teil, die andere im neuen. Erstere war in einer hölzernen Mahagonikiste, die andere in einer weiß angestrichenen Holzkiste befindlich gewesen. Beide hatten einen Glöckel, Ketten und Gewichte.
Während der Herrschaft der Osmanen auf Zypern wurde der Garten im Süden der Moschee als Friedhof für Muslime gebraucht. Auch heute können dort noch mit Gravuren versehene Grabsteine gesehen werden. Das Grab, welches den Grabstein mit dem Datum 1173 Hidschra auf sich trägt, gehört Mohammed Bey, der ein Sohn des Admirals Süleyman Paschas war. …

Die Große Moschee hatte gewöhnlich einen Imam, der den Gottesdienst versah. Zwei Muezzine waren meist angestellt, um die Gläubigen zum Gebet oben vom Minarett zu rufen – und einer, der Kayyum, war ‚angestellt’, um die Moschee sauber zu halten. …
Der letzte Imam der Moschee ist Dr. Hussein Schefik gewesen, ein Zahnarzt, der von der Neuen Moschee hier her transferiert worden war und bis 1974 seinen Dienst versah. Dr. Schefik wohnte in der Ankara Straße, gegenüber der Schule, in einem zweistöckigen Haus. Inzwischen besteht nur noch der erste Stock.

Die Große Moschee ist zum Hafen sehr nahegelegen, sowie auch zum Schlossplatz, wo die Busse aus den türkischen Dörfern freitags geparkt wurden. Freitag ist bekanntlich der Tag, an dem Muslime die Moschee besuchen sollten. Die Große Moschee war damals stets gut besucht, so auch von muslimischen Reisenden.
Es ist angebracht in letzterem Zusammenhang, hier König Farouks Besuch aus Ägypten zu erwähnen. Er kam oft nach Zypern und verbrachte seinen Urlaub in Platres [, welches in den Troodos-Bergen liegt]. Einmal, als Hussein Zekai Efendi sich frei genommen hatte im Dorf Avdihimou, um Karob zu ernten [viel Vitamin D, noch mehr Vitamin E und etwas C], ließ er Hussein Cümbezli den Dienst versehen, einen Ladenbetreiber, der den Ritus, den ein Imam zu befolgen hat beim Gebet kannte, und der für viele Jahre in Ägypten gelebt hatte. Unerwarteter Weise kam an jenem Freitag die Yacht König Farouks an, die Mahroussa. Diese warf Anker in Limassol, und schon hatte der König entschieden, sein Freitagsgebet in der Großen Moschee von Limassol zu erledigen. Und so betrat er das Gebetshaus mit Polizeieskorte und anderem Sicherheitspersonal, seiner gewöhnlichen Eskorte also. Cümbezli, der der royalen Präsens wegen total verblüfft war, sagte daraufhin laut und auf Arabisch: Ahlen wa sahlan ya malik al Masr, malik Farouk (Willkommen König von Ägypten, König Farouk). Der König antwortete ihm daraufhin „uskut“, welches „bleib still“ bedeutet.
Da die Antwort des Königs Cümbezli überhaupt nicht gefiel, war er nicht mehr genügend im Stande, auch wegen genereller Erregtheit seinerseits, den Gottesdienst zu führen. Und so übernahm Imam Ibrahim Efendi aus Famagusta das Gebet anzuführen, der allgemein als „Gelbbart“ bekannt war. Er war ein sehr gläubiger Mensch, der an jenem Tag ebenfalls unerwartet in der Moschee anwesend war. Der König muss mit dem alten Imam aus Famagusta sehr zufrieden gewesen sein. Als er die Mosche verließ, überließ er ihm 20 Pfund. Zwei Tage danach kamen 2 Polizisten und übergaben für Gelbbart, der das Gebet so gut geführt hatte, als der König anwesend war, eine wertvolle Armbanduhr.
Zu diesem Zeitpunkt war Hussein Zekai Efendi aber bereits wieder zurück auf seinem angestammten Posten als Imam der Großen Moschee. Allerdings erhob Hussein Cümbezli nun Anspruch auf die Uhr. Er bestand darauf, sie zu erhalten, da er ja derjenige Imam gewesen sei, der die Anordnung umgesetzt habe, den Gottesdienst zu führen. Nun! Die Armbanduhr wurde gemäß dem Wunsch des Königs an die ‚richtige’ Person übergeben – an diejenige in Famagusta.

Die Flut …

Der Friedhof der Opfer, die ihr Leben in der Flut von 1894 ließen, wurde Seylap Şehitliği genannt. Dieser Friedhof war speziell für jene Türken von Limassol gegründet worden. Montag, den 12. November 1894, lief der Garillis Fluss über[, ein Szenarium, welches man sich heutzutage bei bestem Willen nicht vorstellen kann, da von einem solchen Fluss eigentlich nichts mehr ersichtlich übrig geblieben zu sein scheint]. Was von dem Friedhof auf der östlichen Seite am Ufer des Flusses noch übrig ist, ist sehr nahe der einstigen kolonialen Brücke namens 4 Laternen gelegen gewesen. Die Flut hatte viele Häuser weggeschwemmt, so auch die Gedit Moschee, wie auch die hölzerne Brücke. Die Flut, war lange in der Erinnerung der Menschen Limassols als Art Landmarke haften geblieben, der Weise, dass von „davor“ oder „danach“ (der Flut) gesprochen wurde, wenn beispielsweise die Geburt oder der Tod einer Person Thema war. 23 Menschen müssen damals ihr Leben verloren haben. Nach dem, was … erzählt wurde, waren die Leichen der Opfer vollkommen mit Morast bedeckt und mussten zur Säuberung ins Hammam von Hadschi Hasan Agha gebracht werden, welches am südlichen Ufer desselben Flusses gelegen war – was auch zwecks Identifizierung der Leichen geschah. Nachdem die Toten gewaschen worden waren – wie es in der Tradition der Muslime üblich ist -, wurden sie auf jenem Friedhof begraben, wo ein Stein mit einer Gravierung am Eingang angebracht wurde, auf dem stand: Flutopferfriedhof 1894 – Seylap Şehitliği.

Eine Sackgasse auf der nördlichen Seite der ehemaligen Ankara Straße, war auch jener Ort, der von der Flut am meisten betroffenen wurde, wo Raif Efendi, ein ehemaliger Stiftungsangestellter, seine Mutter und Schwester verlor. Er konnte jedoch sich selbst retten, indem er auf einen Feigenbaum gestiegen war, der im Garten des Hauses stand. Raif Efendi starb im Jahr 1942 im Alter von 82 Jahren, was bedeutet, dass er zum Zeitpunkt der Flut 34 Jahre alt gewesen ist. Nach dem Unglück heiratete er und sein Sohn Ragib Efendi (Gülboy) wurde der erste türkischzyprische Apotheker, dies in der Ankara Straße Ecke Irini Straße, wo er für viele Jahre seinen Dienst für die Limassoler versah. …
Nach dem Desaster von 1894 unternahm die britische Administration geschwind Maßnahmen, Limassol von solchen Bedrohungen zukünftig zu schützen. Dazu wurde der Garillis Fluss in zwei Läufe geteilt: und zwar westlich bei Tschiftlikoudia. … [In dem uns vorliegenden Buch werden noch weitere türkische Friedhöfe dem interessierten Leser nähergebracht, deren detailliertere Erwähnung hier den Rahmen sprengte].

Han …

Han’ waren zum Rasten da: für Reisende, wie auch für ihre Tiere etc. Han’ gab es gewöhnlich an Kreuzungen von Handelswegen. Auf diese Weise kamen sie den Bedürfnissen der Reisenden und anderen am nächsten. Eigene Produkte wurden verkauft, andere eingekauft. … Es sei daran erinnert, dass bis in die Mitte des 20sten Jahrhunderts auf Zypern Waren mithilfe von Tieren und Karren transportiert wurden. Eine limitierte Anzahl von Kamelen war auch vorhanden. In Han’s gab es die unterschiedlichsten Dienstleistungen. Hufschmiede arbeiteten offenbar rund um die Uhr. Genügend Stalljungen waren auch vorhanden, um sich ums Vieh zu kümmern – und Essen gab es dort ebenfalls. Sattler waren anzutreffen, die ihre Waren feilboten. Allein in der Ankara Straße gab es 6 Han, die noch Anfang des 20sten Jahrhunderts in Betrieb waren. [Die Betreiber der Han’s der Stadt hatten sich jeweils auf verschiedenste Artikel spezialisiert. Beispielsweise gab es einen Han namens Cezar Ustalar Han, den Ali Cevat mit seinen Söhnen betrieb. Sie hatten sich auf das Herstellen von Bettdecken und derartigem Zubehör spezialisiert gehabt. Oder jener Han namens Halid, der sich den Vertrieb von Kaffee und Tee ausgeguckt hatte und von einer Frau, Halid Azmi, betrieben worden war, einer Türkischzypriotin.
Zuletzt sei noch der Alte Offene Markt genannt, auf dem Rinder ge- und verkauft wurden. Der befand sich in der Irini Straße, und zwar genau gegenüber vom Leftari Schloss (Cankurtaran). Heute steht dort KEO, das ist Cyprus Wines & Spirits. KEO, so ganz nebenbei bemerkt, ist eine der gebräuchlichsten Biere Zyperns und wird von der Kirche betrieben. Die meisten Hotels im Süden der Insel sollen auf Grundstücken stehen, die der Kirche gehören. Das heißt, die Kirche ist eines der bestgehenden Unternehmen Zyperns. Manche behaupten sogar, sie schwimme im Geld].

Im Hammam …

Mal abgesehen davon, dass ein Badehaus zu betreiben eine Quelle ist, mit der Geld verdient werden kann, hatte das Hammam ansonsten durchaus auch in Limassol eine signifikante Rolle im sozialen und kulturellen Leben der Insulaner inne – in der türkischen Gemeinde vordringlich. Ein türkisches Bad besteht im Allgemeinen aus einer Halle, die unmittelbar nach dem Eintritt ins Gebäude sich dem Besucher auftut. Dieser Bereich wird im Türkischen soyunmalık oder camekan genannt. Das ist also der Bereich, in dem die Kleidung abgelegt wird, auch die Unterwäsche, und zwar hinter einem Vorhang oder dergleichen geschieht das, wo sich sodann für das anstehende Bad [mental] vorbereitet wird. Überhaupt korrespondiert die räumliche Aufteilung eines Hammam mit dem Römischen Bad, der erst erwähnte Raum ist auch als apoditerium bekannt.
Andere wichtige Abteilungen eines türkischen Bads sind die kalte, die warme und die heiße Zone sowie die Aborte plus Wasserdepot, der külhan. Die drei ersteren Räume waren ursprünglich immer Räume mit gewölbten Decken, in denen Löcher mit meist [einigen] bunten Gläsern ausgestattet angebracht waren, sodass das Tageslicht den Raum [entsprechend gedimmt und gefärbt] durchfluten konnte. [Was im Buch nicht erwähnt wird, ist, dass bevor die Hammambesucher die Umkleide verlassen, haben sie sich ein meist mit bunten Quadraten versehenes Tuch umgebunden, dass in der Regel vom Bauchnabel bis zu den Knien den Körper verdeckt. Das Tuch wird eventuell abgenommen, wenn niemand Weiteres im zuvor bezeichneten warmen Raum sich befindet, in dem gewöhnlich 3 oder 4 Vorrichtungen zum Waschen sind, genauer Becken (kurnas), über denen Heiß- und Kaltwasserhähne auf- oder zugedreht werden können; und eine Art Becher ist für jedes Becken vorgesehen[, der meist aus Plastik heutzutage ist], um das Wasser bequemer über sich schaufeln zu können, den leğen. Die meisten Männer legen, auch wenn sie alleine sind, an diesem Ort das Peschtemal nicht ab, welches sie um den Körper gebunden haben, sodass keine Missverständnisse entstehen können – und dergleichen mehr].

In der Mitte des Hammam ist ein großer [zumeist recht heißer] Stein, der göbek-taşı. Hier liegen die Besucher drauf, auch, um ihren Körper zu erwärmen, damit im Anschluss eine KESE mit einem etwas rauen Handschuh durchgeführt werden kann, den ein Angestellter namens tellak übergestreift hat dazu.
Einst war die Hammam-Ausrüstung ein Geschenk, welches man der Braut überreichte, noch bevor sie in das Haus ihres Mannes zog [Wie bereits aufgefallen sein dürfte, werden in dem hier in Auszügen zitierten Buch die Traditionen und das Leben der türkischen Gemeinde Limassols nahezu ausschließlich dargestellt. Insofern unterscheidet sich dann auch das, was bei Griechisch- oder Türkischzyprern als traditionell gilt oder galt zuweilen. Denn: Bekanntlich sind es unter Griechen meist die Männer, die in das Haus einer Frau ziehen, und nicht umgekehrt, wie bei den Muslimen]. …
Die Waschprozedur im Hammam beginnt also damit, den Körper mit dem rauen Handschuh, der kesesi, abzureiben, um die Hautoberfläche zu säubern. Das kann auch alleine gemacht werden, oder aber mithilfe des tellaks. Bei den Frauen werden Letztere natirs genannt. Bei Bedarf helfen diese den Besuchern auch dabei, sich aus der heißen Zone in eine andere des Hammams zu bewegen. Versteht sich, dass deren Service für eine Kese nicht im Eintrittspreis inbegriffen ist [, oft ist der Preis auszuhandeln, vor allem, wenn man Ausländer, oder dem Personal nicht bekannt ist].
Die Hammam der Frauen waren offen von 12 Uhr bis Sonnenuntergang. Während allen anderen Tageszeiten gehörte [und gehört] das Areal den Männern [Hier im Süden, wie neuerdings auch im Norden der Insel, ist seit Längerem die Mode ausgebrochen, Männer und Frauen zusammen den Hammambesuch genießen zu lassen.
Des Weiteren gehört hier noch hinzugesetzt, dass es oft einen extra Stein gibt, auf dem die Haut mit dem kesesi gesäubert wird, den man kil-taşı nennt. Kil wird die alte Haut genannt, die abgeschruppt am Lappen hängt oder zu Boden fällt und gewöhnlich sogleich mit reichlich Wasser entsorgt wird]. …

Zitronenblüten oder Rosenblätter wurden ebenfalls im Prozess der Säuberung zur Anwendung gebracht, so auch zum Haarwaschen, was dem Haar einen lichten und leichten Touch vermittelt. [Also genauer: Eine Art Masse wurde mit oder aus den erwähnten Zutaten gebildet, der Vorgänger des Shampoo sozusagen]. …
Limassol besaß viele Hammam, insgesamt 11, die der Öffentlichkeit in den Quartieren der Türken zur Verfügung standen.

Der Konak

Konak ist der türkische Name, der einem großen, ehrwürdigen Familiensitz gegeben wurde, welche in der Zeit der Osmanen gebaut wurden. Sie stehen im Grunde als Synonyme für einen gewissen Baustil: Bögen, Terrassen. Wenige dieser Häuser wurde von Griechischzyprern besessen. Die nennenswertesten Exemplare sind im ehemaligen türkischen Viertel zu finden gewesen. Doch nur ein Paar wenige stehen heute noch. Die meisten gibt es in der Ankara Straße, sind dort leicht auszumachen. … [Auch hier werden wir uns damit begnügen müssen, lediglich einen der vielen Konaks etwas näher bestimmt zu bekommen, nämlich den Hadschi Ibrahim Agha’s].

Ibrahim Agha’s Konak

Diese Person hatte zwei Brüder: Arifoglu und Osman. Ibrahim verkaufte Karob, importierte und exportierte. Viele Immobilien waren in seinem Besitz in Limassol, wie auch in einigen Dörfern; ja, sogar eine Farm gehörte ihm, und zwar in dem Dorf Mathikoloni.
Seinerzeit hatte sein Konak in Limassol zwei Eingänge: der eine ging zur Ankara Straße, der andere (Selamik) zur Irini. Der erst genannte Zugang zum Haus war jener, der den Frauen zugedacht war (Haremik).
Zu jener Zeit waren die Konaks der Reichen in zwei Gebäudeteile aufgeteilt, nämlich in den erwähnten Haremik beziehungsweise Selamik. Alle männlichen Besucher hatten letzteren zu benutzen, um ins Haus zu gelangen.

Hadschi Ibrahim Agha war mit der Schwester von Fethi Efendi verheiratet. Fethi war ein weiterer Notabler Limassols, der allerdings keine Kinder hatte. Am Ende seines Lebens gab Hadschi Ibrahim Agha seinen Besitz an seinen Bruder Arifoğlu weiter, sowie an die Kinder des anderen Bruders, Osman. Diese Kinder waren alle in jenem Konak groß geworden. Die Farm in Mathikoloni erbte Arifoğlu [etc. Ali Nadschi Efendi war einer der Neffen des Hadschi Ibrahim Agha, die geerbt hatten. Dieser Neffe war inzwischen zum Mann geworden und seinerseits verheiratet] …
Nach der Geburt einer Tochter durch Küçük Hanum, ließ sich erwähnter Neffe, Ali Nadschi Efendi, von seiner Frau scheiden. Als Grund gab er an, dass seine Frau ohne seine Einwilligung nach dem Hafen von Limassol gegangen war, um ihrer Schwester Gute Reise zu wünschen, die sich per Schiff auf den Weg nach Mekka zur Pilgerfahrt gemacht hatte. Das Schiff, welches die Pilgernden nach Mekka an Bord hatte, machte also zuerst Halt in Limassol und danach in Larnaka. Seine Frau hatte entschieden, sie würde ihre Schwester auf dem Weg nach Mekka bis nach Larnaka lediglich begleiten – um dann auf dem Landweg zurück nach Limassol zu gelangen.
Zurückgekehrt, musste sie indes einen Entscheid des Scharia-Gerichts entgegennehmen, welcher besagte, dass sie von nun an eine Geschiedene ist, und zwar unter der Regelung namens „von3zu9“, was bedeutete: „Ich verstoße dich!“ [Eine Formulierung, die bekanntlich 3 oder 9 Mal ausgesprochen, muslimischen Männern nach Auslegung gewisser Interpretationen der Scharia das Recht gibt, gegebenenfalls sogar ohne Richter oder sonst einer Instanz – es müssen lediglich 3, besser 4 Zeugen anwesend sein -, die Ehefrau ‚in die Wüste‘ zu schicken].

Eine Scheidung, die derart vollzogen worden ist, erlaubte den Männern nachträglich nicht, sich erneut mit derselben Frau zu verheiraten. Doch in Ali Nadschis Fall gab es einen guten Grund, von dieser Regelung eventuell abzusehen. Seine Ehefrau war nämlich schwanger, und würde schon bald gebären. Im Falle, dass sie einen Sohn zur Welt bringen würde, wäre es möglich, den Heiratsvertrag zu erneuern. Doch ‚unglücklicherweise‘ gebar sie als zweites Kind dieser Ehe eine Tochter, und so wurde eine Erneuerung praktisch unmöglich vonseiten des Regelwerks der auf Zypern gebräuchlichen Scharia. Es bestand allerdings die Möglichkeit, eine so genannte hülle-Transaktion durchzuziehen. Letztere war eine Art Strafe, die dem Mann auferlegt wurde, der die Frau mit der Regel von3zu9 geschieden hat.
Hülle bedeutete also eine Art Interims-Pflichtheirat, nämlich dergestalt, dass die verstoßene Frau mit einem anderen Mann zu heiraten hat. Erst danach konnte eine erneute Heirat mit dem einstigen Ehemann wieder in Angriff genommen werden. … Meist wurden solche heiratstechnischen Winkelzüge aber als nicht akzeptabel angesehen.

Ali Nadschi verweigerte diese Art einer Bestrafung und heiratete anstatt die Tochter von Hadschi Hüseyin Agha. Diese Familie war eine weitere reiche Familie Limassols. Sie sind die einstigen Gründer der Neuen Moschee (Gedit) gewesen. Der Name der neuen Braut war Fatima. Sie war die Schwester der damals sehr bekannten Aische Hanum, sowie Schwester des Vehbi-, Bahaeddin-, Nusret- und Hulus Efendi. Fatima starb unglücklicherweise schon bald nach der Geburt einer Tochter. Dergestalt hatte Ali Nadschi Efendi plötzlich drei halb-waise Töchter [zu versorgen].
Um sicher zu gehen, dass seine Kinder gut groß werden und keine Stiefmutter ins Haus genommen werden müsste, heiratete er kurzerhand die Frau seines verstorbenen Bruders Mustafa, die auch Schwester seiner ersten Frau war, die Aische.
Bis zu seinen letzten Tagen blieb er mit ihr ein Paar. Die einstige Scheidungsentscheidung (von3zu9) bereitete ihm, wie auch seinen Nächsten in der Folge noch einige Schwierigkeiten und Kopfzerbrechen [juristisch].

1930 kam eine große ökonomische Krise in Zypern auf, die anhielt. Ali Nadschi Efendi griff zu einem Darlehen, welches ihm der Griechischzyprer Hadschi Gabrieli gewährte. Das Darlehen deckte 99% seiner Immobilien ab. Der Griechischzyprer machte daraufhin einen Versuch, den Dörflern einen höheren Zins abzuverlangen, um von erwähntem Deal noch mehr profitieren zu können, doch er scheiterte damit und ging bankrot. Und so kam der ganze Immobilienbesitz von Ali Nadschi an einer öffentlichen Auktion unter den Hammer.

Das ist somit das Ende der Geschichte des Konaks des Hadschi Ibrahim Agha, eines Mannes, der in seinem beruflichen Leben stets ein Vierzigstel seines Vermögens den Armen als Zekat im Ramadan gespendet hatte.

Der Kleine Markt (Bandabulla)

Der kleine Gemüse- und Fleischmarkt bekannt als Bandabulla, davor bekannt unter dem Namen Kinnapli Kahve, wurde vonseiten der Türken zwischen 1934 – 1935 erbaut, und zwar auf dem Grundstück eines einstigen Kaffeeladens, sowie anderen Geschäften, die zu den Stiftungen der Dschami Kabir (Großen Moschee) gehörten. Der Kaffeeladen hat seinen Namen von den Karnobbaum erhalten, der dort einst im Hof gestanden hat.
In jenen Tagen im Sommer erfreuten sich die Kunden des Kaffeeladens am Schatten, den der Karnobbaum warf, indem sie entweder sich einfach dort ausruhten, oder aber, Tavla spielten, wozu Kaffee getrunken wurde und Nargile [Schischa] geraucht.
Erzählt wird, es habe eine größere Auseinandersetzung zwischen der Stiftung und dem Rathaus wegen des Markts gegeben. Die türkische Seite bestand darauf, dass ein weiterer Markt angeschlossen wird, auf dem nur Rindfleisch und Lamm verkauft wird und sonst nichts anderes; welches nach islamischem Verfahren, [halal], geschlachtet worden ist; und die griechische Seite basierte ihre Gegnerschaft zu solch Plänen auf der Grundlage, der Karobbaum im Hof habe einen historischen Wert und sollte nicht gefällt werden nur um einen zweiten Markt hinzustellen. Die türkischzyprische Seite wendete sich daraufhin an den Gouverneur Zyperns, der entschied, umgehend eine Untersuchung der Lage durchzuführen. Der Gouverneur begleitet von Sir Mehmet Munir, Vorsitzender der Stiftung, organisierte eine Versammlung genau dort am Baum. Die Türkischzyprer repräsentierte der Zahnarzt Huseyin Schefik, und die griechischzyprische Seite vertrat ein Anwalt namens Sir Panagiotis Kakogiannis. Letzterer verteidigte die zuvor erwähnte Idee der Bestandswahrung des Baumes. Heraus kam, dass es in Limassol viele Karobbäume gebe, weshalb kein Grund bestünde, diesen einen Baum nicht zu fällen, um einen Markt anzubauen. Der Bürgermeister in jenen Tagen war Herr Hadschipavlos. … .Der munizipale Markt wurde von dem Architekten Yunus Nadi entworfen, der ursprünglich aus dem Dorf Anoyra stammte. Er war es auch, der das Gebäude auf der Paphos Straße entwarf, welches zu Sabri Konur gehörte, die jetzt Mishaouli Straße genannt wird. … Der Name Kinnapli Kaffee, welches seinerzeit ein Symbol für die Gegend darstellte, wird zuweilen immer noch erwähnt; und die Geschichten, die sich darum ranken, werden ebenfalls erzählt, obgleich all dies schon vor Langem passierte.

Der alte Hafen …

Die so genannten Lighters, waren jene, die verwendet wurden, um Waren auf Schiffen auf- und abzuladen im Hafen von Limassol. Bis zur Konstruktion des Neuen Hafens im Jahr 1974, waren diese Lighters (Löschtrupps) also in Anwendung, auch, um Waren in die Lager zu bringen, oder von dort weg. Es ist allgemein bekannt, dass während der britischen Herrschaft die meisten Lighters im Hafen von Limassol Türken waren. Ahmet Çavuş, ein Seeman aus Kreta, war die führende Person unter den Lightern jener Zeit, der ihre Dienste organisierte. Sein Neffe, Ali Osmançık setzte diese Art Geschäft mit seinem Sohn Rauf bis 1974 fort. Diese Familie hatte drei Lastschiffe, die unter anderem auch ins Ausland fuhren. Sie boten ihre Dienste für einen relativ langen Zeitraum Importeuren und Exporteuren aus dem Mittleren Osten inklusive der Türkei, Nordafrika und dem Roten Meer an. ….

Makbule war der Name der Tochter Ali Osmançık’s. Ersteres ist auch einer der Namen eines der Lastschiffe der Familie. Der Schiffsmeister dieses Schiffs war also Rauf Osmançık. Es segelte Häfen im Mittleren Osten an und hatte im Allgemeinen zyprische Exportwaren an Bord.
Einst wurde die Makbule zum Mythos in Limassol, als Rauf zusammen mit 3 weiteren Seeleuten … fortsegelte und an einem abgelegenen Hafen im Süden der Türkei vor Anker ging. Dort verbrachten die Seefahrer einen zeitlich sehr langen Aufenthalt, ohne irgendeine Nachricht von sich zu geben. All das geschah, da Rauf Osmançık einen Streit mit seinen Eltern hatte. Er hatte den Wunsch, ein griechischzyprisches Mädchen zu heiraten, was man ihm nicht erlaubte.
Alle Männer an Bord der Makbule, glaubte man, seien verloren gegangen. Religiöse Zeremonien wurden für sie bereits abgehalten. Doch nach einiger Zeit klärte sich diese Angelegenheit durch die Rückkehr der Makbule und ihrer Besatzung.
Diese Geschichte erzählte man sich noch lange danach, eine limassolanische Legende.
[Diese türkischzyprische Familie hatte also einige Schiffe, die national und international verkehrten. Ob Makbule dennoch glücklich wurde oder nicht, erfahren wir nicht, ebenso wenig, wie es dem um sie unglücklich Freienden in der Folge erging.
Da hier zuvor der Begriff Meister gefallen ist, und Sie sich eventuell dachten, müsste da nicht „Kapitän“ stehen, mag noch Folgendes nachgereicht werden, das ebenfalls in diesem Kapitel des Buches geschrieben steht und nicht etwa woanders:]

Die Meister, welche auf den Lighters zum Dienst eingeteilt waren, wurden „Kaptan“ genannt auf Griechisch. Die bekanntesten unter ihnen, die Spuren am Hafen von Limassol nach ihrem Ableben im öffentlichen Gedächtnis hinterließen, waren: Arnavut Mehmet, Zarif Kaptan [etc.]. Die Segel, welche in Gebrauch waren, stammten ausschließlich aus lokaler Produktion. Jene Kapitäne, die im Herstellen der Segel am Geschicktesten waren, waren Nabi Kaptan und Mustafa Schonya. Angestellt, Segel zu reparieren, war [unter anderen] Hassan Kamitsis [usw]. Die Meister der Lighters erhielten gewöhnlich 50% mehr Lohn als die restlichen Seeleute. Vor dem Zustandekommen eines Arbeiterdienstes, wurde das Einsatzvolumen der Lighters entweder von den Schiffseignern oder den Vorarbeitern festgelegt. Die Letzteren bevorzugten gewöhnlich jene Seeleute, die auch regelmäßig zu Wartungsarbeiten erschienen, was als „angaria“ bekannt war. Angaria war Arbeit ohne Bezahlung. Die Segelschiffe der Lighters wurden an Land gezogen, wo sie im Hof der kleinen Werft gegenüber dem Öffentlichen Garten angestrichen wurden – auch andere Arbeiten standen dann an. Besonders in den Sommermonaten hatten die Segelschiffe gewaschen, und mit Meerwasser befeuchtet zu werden, welches in eimerartigen Gefäßen herangetragen werden musste, die gern auch aus Zinn gemacht waren. Auf diese Weise versuchte man zu verhindern, dass die Oberfläche des Schiffrumpfes einriss. Diese Tätigkeiten gehörten also zu den Pflichten namens angaria, was eine Leistung bezeichnet, die nicht angerechnet oder entlohnt wird.
Nachdem der Arbeiterdienst als Institution eingerichtet worden war, und wenig später eine Gewerkschaft, wurde angaria zu machen verboten.

Nachdem sich die Limassol Transport Gesellschaft gegründet hatte, kamen speziell ausgestattete Boote in Anwendung („tug-boats“), die die Waren zwischen Anlegestelle und Schiffen bewegten – schon bald wurden Segelschiffe abgeschafft [, und somit auch ein Teil der Arbeiten eines klassischen Lighters]. … .

Die türkischen Fischer Limassols

Vor dem Bau des Hafens der Lighter erlaubte die Hafenbehörde Schiffen entlang der Anlege, Anker zu werfen. Letzterer Ort war auch als Jüdische Anlege bekannt. Diese zuletzt genannt Ort war im Westen der Hauptzollamtsanlegestelle des Hafens von Limassol gelegen. Damals war den Fischern erlaubt, ihren Fang früh morgens eben dort an Land zu bringen. Es gab registrierte und lizenzierte Ruder- und Motorboote, denen gestattet wurde, entweder mit Netz oder mit Angelrute zu fischen – und zwar innerhalb des Gebietes, welches in den jeweiligen Lizenzen ausgewiesen war. Zum Beispiel gab es eine Lizenz für Limassol – Zygi oder Limassol – Akrotiri [etc.]. … Der Fang wurde bereits auf den Booten gewogen und auf Schnüren aufgereiht, die aus frischen Palmen- oder Feigenblättern gefertigt waren. Sodann wurden die gefangenen Fische an Fischverkäufer übergeben, die in den Straßen Limassols zu Fuß oder auf Fahrrädern die Ware vertrieben. Der Preis wurde pro Schnurlänge festgelegt. Auf einer Schnur konnte entweder lediglich eine Sorte Fisch oder verschiedene gekauft werden – arrangiert je nach der Güte und Menge des morgendlichen Fangs.

Zurückgekehrt an die Anlagestelle wurden die aus künstlicher Seide oder Baumwolle gefertigten Netze in Körben, die ihrerseits aus gewobener Palme oder Farn gefertigt waren, an eine speziell dafür eingerichtete Stelle gebracht. Hier wurden die Netze aus den Körben genommen und zum Trocknen über hölzerne Vorrichtungen gehängt, die 1 bis 1 Meter 50 hoch waren, deren Holzfüßchen in den Boden verankert gewesen sind. Dieser Ort befand sich hinter der Spirituosenfabrik, bis der Hafen der Lighter erbaut wurde. Die erwähnte Fabrik gehörte Christodoulou Hadschipavlou. Sie erstreckte sich bis ans Meer. Später wurde die Fabrik an den St. Antonios Platz verlegt, in den Hof der alten Öllager.

Nachmittags war es recht anschaulich, den Fischern beim Reparieren der Netze zuzusehen mit ihren Webnadeln. Diese Arbeit benötigte durchaus spezielle Kenntnisse und Sorgfalt. Sodann wurden die trockenen und reparierten Netze zurück in die Körbe gelegt, zum Anlegeplatz getragen und auf die Schiffe für den nächsten Fang verladen. …
Es gab auch Tintenfischjäger. Diese benutzten spezielle Haken, und zwar in der Gegend zwischen dem Schlachthaus und der erwähnten Jüdischen Anlege [Dort gingen dieselben auf Jagd]. Aufgrund des felsigen Seegrunds gab es Tintenfische in Hülle und Fülle. Auch diese [Meeresbewohner] wurden in den Straßen Limassols verkauft, allerdings von anderen Personen, also von anderen als jene, die die gefangenen Fische dort vertrieben. … .

Zusätzlich zum Fischen mit Netzen war noch eine andere Art zu fischen gebräuchlich, welche in seichten Gewässern ausgeführt wurde, und zwar mit speziellen runden Netzen, die 2-3 Meter Durchmesser hatten und aus Ägypten importiert wurden. Diese Netze wurden „mizovolo“ genannt. Die Fischer gingen entweder in Badehosen ins Wasser oder nach dem sie ihre Hosen bis zu den Knien hochgekrempelt hatten. Dann warfen sie die Netz auf eine Art und Weise, die das Netz sich komplett öffnen ließ und dort zu Wasser ging, wo Fische sich an einem Stück Brot oder einem anderen Köder angesammelt hatten. Der einzige Fisch, der auf diese Weise gefangen werden konnte, waren der kephalos und der sarpa. … .

Cafes …

Türkische Cafes am Hafen von Limassol waren in der ganzen Stadt gefragt, sogar zu Gericht wurde auf sie als Art Grenzstein Bezug genommen. Sie spielten einen besonderen Part im sozialen Gefüge der Stadt. … Die Cafes öffneten bereits sehr früh morgens, sogar vor dem Sonnenaufgang, um die Seeleute bedienen zu können, sowie die Lighters, die zur Arbeit in den Hafen kamen – oder jene, die dort Besorgungen zu machen hatten. Nicht nur im Hafen Tätige wurden von diesen Cafes angezogen. Ganz Limassol ging dort ein und aus. Man diskutierte über politische, kulturelle und soziale Dinge der Stadt, und darüberhinausgehend der Welt. Gab sich Rat und Ideen. [Die angesagtesten Cafes waren jenes mit dem Namen Akif in der Hermes Straße, sowie Avnis, welches genau gegenüber des Eingangs zum Hafen lag und Sabbars in der Agoras Straße. Schauen wir uns das von Akif Nouri mal genauer an].

Cafe Akif

Dieses Cafe wurde Jahrzehnte von Akif Nouri betrieben. Er stammte ursprünglich aus Paphos und war der Sohn von Nuri Hafiz Mehmet und Urenkel des Hafiz Osman. Die Letzteren waren eine sehr bekannte Familie in Paphos gewesen.
Seine Grund- und Hauptschule hatte Akif in Limassol durchgangen, doch da er Vater und Mutter verloren hatte, war es ihm nicht gegeben, seine schulische Ausbildung fortzusetzen. Und so begann Akif, eine zeitlang im Cafe von Avni zu arbeiten, bis er schließlich sein eigenes Cafe in der Hermes Straße eröffnete, und zwar im Stiftungsgebäude. Dort wurden Kaffee, Tee, Wasserpfeife, Lokum … und Zigaretten hauptsächlich angeboten. Meist saßen dort Lighters als Kunden, die auf den Beginn ihrer Schicht warteten; so auch Fischer, die vorrangig abends vorbeischauten und ihre Netze mit ihren speziellen hölzernen Nadeln flickten. … Abgesehen von den Fischern, vor allem an Sonntagen und im Winter, verkehrten in Akifs Cafe durchaus auch andere, prominentere Kunden, die zum Wasserpfeife smoken kamen. Unter ihnen gab es die armenischen Händler, die ursprünglich aus der Türkei stammten und deren türkische Geschichten zu hören, ein Genuss gewesen sein muss. Herr Stephan, der ein Wasserpfeifen-Importeur war und ein Geschäft nahe des türkischen Bads hinter der Großen Moschee hatte, war einer jener armenischen Kunden und bekannt für seine spitzfindigen Witze. …

Akif Nouri sprach fließend Arabisch und auch aus diesem Grund war sein Cafe ein Treffpunkt für Meister und Seemänner der arabischen Schiffe und Motorboote, die in Limassol vor Anker gingen. Während des II. Weltkriegs waren es diese Segelschiffe, die von Alexandria, Beirut, Tripoli, Haifa etc. kommend, großen Anteil daran hatten, die entstandenen Kommunikationsprobleme Zyperns zur Welt zu erleichtern.
In diesem Cafe trafen sich also vor allem Exporteure oder deren Repräsentanten mit Meistern von Schiffen, die in See zu stechen gedachten. Vereinbarungen wurden gern schon dort getroffen – bezüglich Transport und Art der Waren. Karob, Trauben, Wein, Essig, Zwiebeln, Knoblauch, frische und getrocknete Früchte waren unter anderem die Hauptexportwaren, die diese Schiffe transportierten.
Kostas Antoniadis war derjenige, der für die erwähnten Angelegenheiten am Hafen zuständig war. Sein Büro ist genau neben dem Cafe von Akif gelegen gewesen. Antoniadis betrieb eine Art Hauptagentur für diese Schiffe und entsprechende Exporte. Bei Bedarf assistierte Akif Antoniadis als Übersetzer.

Akif liebte Katzen und hatte mindestens zweie bei sich in den Räumen des Cafes. Seine beiden Brüder …, die im Schlachthaus arbeiteten, waren beauftragt, jeden Tag etwas Restfleisch für die Katzen mitzubringen. Dafür gab es Kaffee oder irgendein anderes Getränk nach Wahl. Die beiden Brüder sammelten ansonsten Fett der Rinder im Schlachthaus, die geschlachtet worden waren, stauten es in runde Blöcke und verkauften es sodann an Schiffseigner, wie auch an arabische Seeleute, die von auswärts gekommen waren. Das Fett wurde verwendet, um die Schiffe abzudichten, wenn sie repariert oder gewartet wurden.
Weil die beiden Brüder die Katzen mit Fleisch versorgten, wurde ihnen erlaubt, ihr angesammeltes Fett im Cafe zum Verkauf auszulegen und es, ohne Kommission abgeben zu müssen, zu verkaufen.

Gemäß Angaben, die in den Büroräumen einer Stiftung aufbewahrt waren, wurden die Räume über dem Cafe für einige Zeit auch vom Türkisch-Zyprischen-Club verwendet, wo Beamte und gesellschaftlich Höherstehende sich zum Spielen einfanden oder einfach ihre Zeit verbrachten. Die Getränke wurden unten bei Akif bestellt. Das geschah, indem die Bestellungen durch eine Röhre in der Wand geschrieen wurden, die den Club mit dem Cafe darunter verband. An beiden Enden der Röhre waren konisch geformte Enden angebracht, was das Hören der Bestellungen erleichterte.

Ältere Besucher dieses Orts wussten zu berichten, dass einst sogar ein ägyptischer Prinz die Türken in diesem Club traf. Suleyman Arifoglu trat [zu diesem Anlass] als der Sprecher der türkischen Gemeinde Limassols auf.
[Was im Buch als nächstes Thema vorgestellt wird, aber hier nicht Erwähnung findet, sind die vielen Restaurants, die von Türkischzyprern zu jener Zeit in Limassol geführt wurden, wovon einige sogar international einen gewissen Ruf gehabt haben sollen].

Händler und Handel

Im Jahr 1830 wurde eine Volkszählung von der osmanischen Administration Zyperns durchgeführt, die auch Arbeitsplätze miteinschloss. Händler und die Arbeitsbereiche, die vorherrschten, konnten dergestalt anhand der Geschäfte, die registriert wurden, ermittelt werden. In den großen Städten der Insel, Limassol inbegriffen, waren folgende Berufe führend: Gemischtwarenhändler, Restaurantbetreiber, Großhändler, Exporteur, Schuhwerkproduzent, Händler von Ware aus Zweiter Hand, Textilhändler, Färber, Fleischer, Friseur, Cafebetreiber, Steppdeckenmacher, Schmied, Hufschmied, Bäcker, Halva-Produzent und Gewürzhändler [Nicht verwunderlich, werden manche denken, dass die vielen christlichen Pfarrer oder Priester Zyperns nicht als Berufszweig oder Händler erwähnt werden – so auch die Bauern. Hier ist dem jedoch so, dass das diese beiden letzteren Erwähnung finden, zumal auch sie Geld beziehen und reinvestieren – vor allem auch Handel betrieben im Falle der Geistlichkeit etc. Die Imame der Muslime sollen in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden oder unerwähnt bleiben].

Gemäß statistischer Aufzeichnungen aus jener Zeit war Limassol [offensichtlich auch schon damals] eine der Städte, in denen Handel in einem beträchtlichen Maße betrieben wurde. In der Mitte des 19. Jahrhunderts existierten 28 Orte der zuvor genannten Tätigkeitsfelder in dieser Stadt, die von Türkischzyprern betrieben wurden. … . [In der Ankarastraße befanden sich viele dieser Geschäfte bis Ende 1940].
Herr Hussein Schonia leitete eine Firma mit dem Namen Houshons Trading Company. Letzterer importierte verschiedenste Artikel aus Hong Kong, die auf der ganzen Insel vertrieben wurden. Namik Ramadan, war damit beschäftigt, Industrieprodukte unter die Leute zu bringen, Rehavi Piskobulu hatte sich auf importierte Waren spezialisiert und arbeitete im Allgemeinen auf Kommissionsbasis. Und zuletzt sei noch Mehmet Tevfik erwähnt, der einen Gemischtwarenladen in der Gazi Pascha Straße mit seinem Sohn Tankut für viele Jahre betrieben hatte. Zum Ende der 1950er Jahre importierte er in großem Umfang vor allem Esswaren und Reinigungsmittel. Er und sein Sohn waren es auch, die einen riesigen Großhandelsmarkt managten. Am Ende dieses Abschnitt des Buchs bleibt uns nichts weiter übrig, als noch die [von Türkischzyprern betriebenen] folgenden Mannifakturen Limassols zu erwähnen: Jene des Mustafa Berberoglu in der Yildiz Straße, wo Wasser in Flaschen abgefüllt und mit Kohlenstoff versehen wurde in den 40er Jahren. Das Produkt war unter dem Namen „Berberoğlu Gazoz“ bekannt. Fuat Neşe stellte in der Gazi Pascha Straße alle Typen von (gepressten) Säften her sowie unterschiedliche Kleingebäck – gegenüber der Domed Fountain. Vecdet Oktekin war ein Chemieingenieur, der Zahncremen herstellte …

[Das obig Zitierte ist dem Buch „Echoes from the Past“ entnommen worden, welches im Jahr 2008 herausgegeben wurde, und von Özay & Selcuk Akif ins Türkische übersetzt wurde.
Dr. Artemis Yiordamli hat das Buch als Haupt-Editor geschrieben. Publiziert wurde es von Terra Cyprus, the Cyprus Conservation Foundation].“

 

 

Nein, mit News zu aktuellen politischen Geschehnissen werden Sie hier diesmal nicht versorgt – obgleich eine Hoteleröffnung, wer weiß, manchem/r ein politischer Akt durchaus sein könnte. Die Rede ist vom „Parklane“.
Wie?
Das kennen Sie noch nicht?
Wie gesagt, wird eröffnet, und zwar im September. Versteht sich, dass die Werbetrommel schon mal gerührt wird.
Letztens die Kathemerini-Sonntagsausgabe gekauft. Es gibt eine zyprische Ausgabe der Kathemerini, in der selbstverständlich dennoch überwiegend eher die Politik in Athen Thema ist, was hier niemand wirklich stört – im Gegenteil. Konservativ darf das Blatt schon genannt werden. Und in jener Ausgabe gab es als Beilage eine auf hochglanz-getrimmte Beilage namens „Cyprus Finest!“ Die zweite Auflage dieses Hefts ist es gewesen, die da miteingekauft wurde.
Zum Abschluss mag Ihnen also genau diese hochglänzende Sicht Limassols noch vor Augen geführt werden.

„… Limassol ist die Heimat des ältesten Parfüms in der Welt. An einem Ort in der Stadt ist dieser Ort, den es noch zu besichtigen gilt, im Dorf Pyrgos. Das Dorf liegt ebenfalls in der Nachbarschaft von Lefkara, welches seinerseits zu den 30 schönsten Städten Europas zählt. Lefkara ist bekannt für seine Strickwaren und filigranen Silberarbeiten.
Genau neben dem Parklane gelegen steht die Burg von Kolossi, die im 15en Jahrhundert von den Kreuzrittern erbaut worden ist. Des Weiteren befinden sich die Stadt Kourion unweit davon, ein von der UNESCO gelistetes Welterbe, wie auch einige Museen. Limassol umgibt eine derart unglaublich schöne und reiche Geschichte, die die Stadt auf Rang 3 der zukünftig als Top-Destination ausgemacht Orte auf der führenden App von TripAdvisor für Touristen und Reisende setzt. Die Geschichte, Kultur, Schönheit und eine Fremde-Willkommen-heißende Bevölkerung machen Zypern zum perfekten Platz, sich vom Alltagstress zurückzuziehen – und das Parklane lässt ihre Ferienwünsche Wahrheit werden.
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Das Parklane Resort & Spa ist der Ort, an dem der Alltag sich von Ihnen entfernen wird, und lediglich die Heiterkeit eines Zuhauses – der Götter Luxus – übrigbleibt. Sie haben ein Stück vom Himmel verdient hier auf Erden!

Das Parklane ist das einzige Hotel Zyperns, welches international als „luxuriös“ ausgewiesen wird. Wir sind ganz entzückt, Ihnen zu verkünden: unsere Pforten werden zum Ende dieses Jahres geöffnet – und somit der ganze Chic und das Wunderbare Zyperns[Aus einer von offizieller Seite nicht bestätigten Insiderquelle ist der Redaktion allerdings bekannt geworden, dass die hochtrabenden Versprechungen des Hotelmanagements des Parklane anscheinend nicht eingehalten werden können. Die Eröffnung des Luxushotels soll frühestens im März 2019 möglich sein. Und:].

Das Logo des Parklane kombiniert eine Alabasteramphore – die einst im Gebrauch war, um Parfüme und Fragranzen aufzubewahren – sowie ein stilvoller Stern. Letzteres Arrangement ist Mustern der Stickereien aus Lefkara entliehen, und erzählt von unserer Geschichte, symbolisiert unseren Stolz, Respekt und Liebe zur glanzvollen Tradition, Kultur und Schönheit, die Zypern zu bieten hat. Wir können es kaum erwarten, unser Haus im kommenden September zu öffnen.
Hier herrscht ein Luxus, der nicht künstlich wirkt, sondern ein Produkt einer reichen Kultur ist, Produkt auch des Stolzes auf die Pracht Zyperns, sowie unserer Leidenschaft Sie zu bedienen, zufrieden stellen zu dürfen, der beste Gastgeber zu sein – denn SIE, der Kunde, sind unser Seins-Grund; und Sie zufrieden zu stellen, wird immer unsere größte Errungenschaft sein.

Das Resort wird an der Küste Ihr erstklassiger Ort des Entkommens von allem sein: 300 Meter purer Beach, ein gutausgestattetes Spa mit Swimmingpools und freiem WLAN. Es gibt auch einen Prinzessinnen- und Piratenpark für die Kinder, der mit Schlössern und Wasserrutschen ausgestattet ist – die beiden Parks lassen keinen Wunsch offen, bereiten viel Spaß.

Parklane Resort & Spa ist der perfekte Himmel auf Erden für Touristen, Reisende, Geschäftsleute und mit Familie Reisende. An was es Ihnen lediglich fehlen wird, sind Worte zu beschreiben, wie unangestrengt wir qualifizierte Dienstleistung in fröhliche Zufriedenheit transformieren.
Unsere Suites stehen bereit für die verschiedensten Besucher: für Paare, Familien, Geschäftsleute oder Singles. Die Suites favorisieren einen mediterranen Stil im Dekor, die wiederum mit Formen gebräuchlich in Lefkara akzentuiert sind, mit einzigartigen originär zyprischen Handstrickereien.
Stickereien aus Lefkara schmücken den Altar des Doms von Milano. Nachdem Leonardo da Vinci sich hier auf Zypern verliebt hatte, konnte er einfach nicht umhin, das von Hand Gestrickte nach Italien mitzunehmen. In der Tat sind die hiesigen Handarbeiten so speziell, dass die UNESCO sie auf die Liste des Unberührbaren Kulturellen Erbes setzte.

Dergestalt ist also der Luxus gestaltet – mit einem Touch aus Tradition und Geschichte -, der Ihren Räumlichkeiten bei uns innewohnt.“

Nun, Sie sehen, die Werbetrommel wird gerührt. Das Parklane ist genauer gesagt eine Art erweiterte und renovierte Version des ehemaligen Meridian-Hotels von Limassol.
Apropos Erweiterung: Falls Sie es noch nicht gehört haben sollten, die zyprische Mafia übertreibt in letzter Zeit. Anscheinend gibt es Bandenkrieg zwischen verschiedenen Zweigen dieser Mafia. Dem Vernehmen nach ist auch ein geringer Teil der Polizeikräfte Zyperns involviert, und zwar als mafiöse Täter in Uniform – oder ähnlich. Heute am 24. Mai 2018 steht in den Zeitungen, dass Razzias der Polizei bei der Polizei offenbar nichts Verdächtiges zu Tage fördern konnten.
Wen wunderts!
Wie sagt man doch gleich: eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus! Dennoch ist jeder zweite Südzyprer, nach Angaben der Tageszeitung Alitheia vom 25- Mai 2018, zufrieden damit, dass sich das Land in der EU befindet. Dieser Zustand scheint sich herumgesprochen zu haben. Denn der Zustrom von Flüchtlingen ist geradezu sprunghaft angestiegen 2018: um 56%. Im Norden Zyperns, ist zunehmend zu hören, dass die Einheimischen vermehrt genervt sind von diesem Zustrom. Es ist absehbar, dass dem auch im Süden der Insel schon bald so oder ähnlich vernehmlicher sein dürfte. Man darf gespannt sein, welche Lösungen den jeweiligen Regierungen Zyperns dazu einfallen, bevor sich die Alteingesessenen die Neuankömmlinge womöglich offen und unverhohlen auf den Straßen abwatschen – oder was sich Brüssel beziehungsweise Ankara dazu einfallen lassen wird.

In vorigem Zusammenhang nun ausgerechnet auf das Problem der Drogen zu sprechen zu kommen, ist nicht wirklich fair. Doch eine Zunahme des Problems in Gesamtzypern ist definitiv gegeben seit geraumer Zeit. Allerdings hat dieser Umstand auch eine große Portion Hausgemachtes an sich. Letzteres ist so zu verstehen: Eine Vereinigung der Insel hätte im Prinzip schon längst vollzogen werden können. Doch so etwas wie Nationalismus und Partikularinteressen gewisser Eliten waren und sind erfolgreich darin, so eine Entwicklung zu verhindern, eine Wiedervereinigung also, die sie allerdings noch immer lauthals vorgeben, herbeiführen zu wollen. Einer der Höhepunkte des eben umschriebenen Verwirrspiels dürfte die folgende, geradezu sagenhafte Konstellation sein, dass der Bürgermeister von Paphos sich ausgerechnet die dortige Polizei – mehr oder minder – zum Feind gemacht hat. Er behauptet nämlich, die Polizei sei von mafiösen Strukturen durchsifft und es gebe Bezirke in der Stadt, die gar nicht mehr betretbar wären etc. Die Drogen sollen vorrangig über den Norden Zyperns in den Süden gelangen. Andere Quellen berichten, dass auch aus dem Süden vermehrt Drogen in den Norden gelangten (synthetische etc.). Zypern – nach dem Geschrei, welches der Drogen wegen getan wird – scheint auf bestem Weg, ein Drogenparadies zu werden.
Aus hiesiger Sicht haben diesen Zustand oder diese Entwicklung vor allem gewisse Politiken der regierenden Klasse/n der Zyprer verursacht sowie die lokalen Medien. Es wurde offenbar nicht zur Genüge bedacht, dass die jeweilige Hetze gegen den anderen Teil der Insel durch gewisse Politiker, aber vor allem auch durch die Medien (die schreiben von „Pseudostaat, angebliche Minister, Scheinkabinet“ im Norden etc.) gemischt mit Annäherungsversuchen in Sachen Wiedervereinigung, die sich mit aller Regelmäßigkeit als billiges Gegenteil der vorgegebenen Absicht in irgendwelchen Kurorten in der Schweiz herausstellen, was auch, aber nicht nur, für die psychische Verfasstheit der Leute gewisse Konsequenzen hat (sowie erneut verschärfe Kontrollen an den Übergängen zur anderen Seite der Insel, die wiederum keine Grenzposten nach offizieller Lesart sein sollen; oder Verleumdungen und an Betrug grenzende Praktiken der Politiker während dem Verhandeln der angeblich angestrebten Wiedervereinigung des Landes; gelegentliche Verhaftungen in der sogenannten Toten Zone etc.).
Es heizt all DAS und MEHR nämlich eine eh schon bereits vorhandene Unsicherheit in der Bevölkerung an, und zwar mit wahrscheinlich allen erdenklichen Folgeerscheinungen, die sich entsprechend vertiefen dürften und nach einem Ventil suchen.
Ganz abgesehen davon tobt in der unmittelbaren Nachbarschaft Zyperns, im Nahen Osten und in der Türkei, Krieg, Lug, Trug und abstoßende Ignoranz gegenüber dem Menschenrecht etc. Und auch wenn es in erwähnter Nachbarschaft nicht immer gleich Krieg ist, dann eben alle Male doch ein sozio-politischer und ökonomisch-ökologischer Zustand, der Kriegen so oder ähnlich vorausgeht. Und solch gefärbte Spannung bleibt nun mal nicht im Mittelmeer an der gerade verlegten Superkabelverbindung nach Gibraltar hängen, oder wird aufgrund der vielen Erdöl- und Erdgasbohrungen vermehrt verunreinigten Wasserqualität des Meeres nicht weichgespült, sondern diese und andere Spannungen in der unmittelbaren Region südöstliches Mittelmeer knallen, auch per Television, wahrscheinlich täglich in die Wohnstuben zyprischer Haushalte (im Norden, wie auch im Süden).
Ja, und dergleichen entlädt sich dann eben auf SEINE Weise in den Straßen, Knästen, Nachtclubs und Parlamenten etc. der Insulaner – zum Beispiel indem Drogen konsumiert und/oder gepusht werden.

Auch von daher ist den Zyprern und denen, die dort ihren Wohnsitz haben, dringend zu empfehlen, eine Freigabe von Marihuana und Haschisch nicht noch jahrzehntelang zu diskutieren, oder gar vom Erzbischof absegnen lassen zu wollen, was wahrscheinlich nie geschehen wird, sondern selbstbewusst und im Interesse zu vieler BÜRGER die Legalisation umzusetzen. Solch Maßnahme entlastete nämlich nicht nur das oft ungenügend ausgebildete und längst nicht ausreichend vorhandene Personal in den Haftanstalten Zyperns, hüben wie drüben, sondern eben auch die Anzahl jener, die mit derartig strengen Gesetzen, wie sie noch bestehen, in die Kriminalität, in die Knäste und kollaterale Krankheiten geradezu gedrängt werden.

Zypern – hüben wie drüben – braucht genau auch diese zunehmende Zahl junger Menschen, die mit Drogen experimentierend offenbar (eigene) Grenzen ausloten, gewiss auch erwähnten Stress oder Spannungsgrad abbauen, um endlich aus der Rolle des Nachahmers von Trends gemacht in den USA, China oder Deutschland etc. herauszufinden. Zypern hätte, wie auch andere Orte in der Welt, durchaus das Zeug und die Voraussetzungen, mit etwas mehr Offenheit im Sozialen und weniger Heuchelei im Politischen sowie mit einer restaurierten Bürokratie der Behörden, neue Trends – in welchem Bereich auch immer – zu setzen.
Die beiden zyprischen Administrationen gehen noch immer vorrangig jenen zur Hand, die finanziell sehr gut dastehen.
Kurz: Die alte verkrustete, eigentlich nach Wechsel geradezu schreiende Elite, hüben wie drüben, gehört in den Ruhestand geschickt – und einige von ihnen gehören in den Knast gesteckt und ihres geraubten Reichtums enthoben: siehe Malaysia – als Warnung jenen, die sie ersetzen werden.
Malaysia: Das ist ja wirklich unglaublich, was sich der abgewählte Präsident des Landes unter sein malaysisches Kopfkissen gelegt hat an materiellen Gütern. Vor seinen Palästen und Besitztümern ringen tagtäglich verarmte Leute um ein Stück Brot, und die Verarmten sind nicht zu wenige, und er und seine Familie kratzen der Bevölkerung gierig und geradezu mit Niedertracht noch die letzten Pfennige aus deren Geldbeuteln.

Leider liegt der Verdacht nahe, dass nicht nur auf Zypern, sondern im Westen, ja, weltweit eine Entwicklung der Gesellschaften in solch Verhaltensmuster der Eliten und derer, die sie kopieren wollen/müssen/tun abzeichnet – UND DAS GILT ES ZU DURCHBRECHEN, beziehungsweise umzuleiten.

Bild Nummer 50, „der Tiegel“, des chinesischen Buchs der Wandlungen namens „I Ging“ in der Übersetzung von Richard Wilhelm lässt wissen:

„ … Allein man muss nur dafür sorgen, dass man innerlich wirklich geistigen Besitz hat. Dann wird sicher schließlich die Zeit kommen, da die Hemmnisse sich lösen und alles gut geht. … .“

Mit geistigem Besitz ist oben unter anderem und vor allem gemeint, bescheiden zu sein, und seine Zeit abwartend, sich innerlich zum und für das Wohl der Gemeinschaft vorzubereiten etc. Das ist förderlich fürs eigene Wohl, wird gesagt.
China, wie Sie gewiss schon festgestellt haben, ist nun definitiv und für zukünftig unabsehbar lange Zeiträume unser neuer Bezugspunkt entwicklungstechnisch. Da ist es doch naheliegend, Sie schon mal etwas mehr, zuweilen, auf diesen Player – sozusagen vom Grunde her – einzustimmen!

Es braut sich Was!

Anfang April. Genauer: Der erste Tag nach Ostern.
War recht ausgleichend Ostern 2018. Jedenfalls was die Zypernundmehr-News Redaktionsräume angeht, war dem so: dort 2 viel zu große Nägel in die Wand gehauen, um den noch in Größe monströseren Spiegel an der Wand aufrechtstehend anzubringen, der kürzlich gekauft werden ‚musste‘. Woanders ein Bild aufgehängt. Mit dem Metermaß sogar den Abstand der Träger am Spiegel gemessen. So schwer ist das Ding, dass er ohne Hilfe an den beiden Ösen hängend nicht angebracht werden könnte.
Die Ösen hatte der Herr von der Lieferfirma eher widerwillig hinten am Spiegel angeschraubt, als er und sein Kollege gekommen waren, um weitere Gegenstände, wie eine Couch, einen Office-Tisch usw. abzuliefern und zu montieren. Das Büro ist inzwischen zur allgemeinen Zufriedenheit neben den Wohnräumen eingerichtet.
Wunderbar ist und war auch, heute Morgen bei Sonnenschein Richtung Süden durch das unweit von Lahr gelegene Dorf Sulz zu fahren, wo ganz viele gelbe Blumenköpfe den Straßenrand der dortigen Hauptstraße säumen und rosa blühende junge Bäume helfen, den frühlingshaften Eindruck in gesteigerte Lebenslust zu wandeln. Ja! Frühling ist gesteigerte Lebenslust, vor allem, wenn man plötzlich wieder ein Mal findet, am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein.
Durch Sulz fahren, ist angesagter, weil dort ist meist weniger Verkehr anzutreffen, als wenn man sich über die B3 in Richtung Freiburg kämpft, wo eigentlich immer Was los ist, das man nicht unbedingt miterleben mag: Stau, Unfall, Hektik etc. Über Sulz gefahren, können viele noch zu erledigende Dinge wahrscheinlich gleich von Anbeginn an lässiger oder entspannter angegangen werden.
In der Gemeinde Rust, wo von Lahr über Sulz, Kippenheim etc. hingefahren wurde, ist sichtlich spürbar, dass die dortige Saison im Publikumsmagneten Euro-Park von der Besucherzahl her anzieht; also richtiger: im „Europa-Park“. Doch noch längst nicht hat die Massenwanderung in den flächenmäßig wachsenden Unterhaltungspark von Rust vollends eingesetzt. Das kommt noch. Immer mehr Hotels entstehen, ein neuer Dorfteil sogar. Es ist nicht mehr jedermann gegeben, in dieser Gemeinde eine bezahlbare Wohnung zu finden – und schon gar nicht auf die Schnelle. Beziehungen sind gefragt, Geld.
Meines Wissens sitzt man in einer der vorhandenen Bäckereien Rusts zu jenem Zeitpunkt recht gut, nachdem der sogenannte „Stammtisch“ das Feld geräumt hat. Letzterer wird von Einheimischen gebildet, durchweg Männer, die wenig Gutes an ihrer Um- oder Mitwelt mit ihrem Gemurre und An-Klagen belassen. Selten, dass da mal was Positives – unfreiwillig – zu überhören wäre, was aus deren Mündern entlassen wird. Früher hätte man darüber gesagt: „Denen geht es zu gut!“
Kann schon sein, dass all Das auch anders gesehen werden kann!
Jedenfalls so kurz vor 12 Uhr mittags sitzen die Herren vom Stammtisch, die meisten sind Rentner, wahrscheinlich Zuhause und warten, dass ihnen Teller mit Essen gefüllt gereicht werden. Wahrscheinlich kochen einige von ihnen auch selbst, weil alleinlebend oder weil andere Umstände eine ‚schrankenfreie‘ Versorgung der zuvor erwähnten Art verhindern. Und auch Ihnen, verehrte Leser, wird schon aufgefallen sein, dass Selbstkochen doch eigentlich Spaß macht? Es soll ein tägliches Wagnis sein. Ein Abenteuer. Eine künstlerische Betätigung. Der Zeitpunkt, an dem Draußen draußen ist und bleibt.
Die örtliche Verlegung der Redaktions- und Wohnräume bedingt nämlich, dass solch Koch-Wagnis neuerdings nahezu täglich angegangen wird, zumal der Markt der Stadt Lahr praktisch vor den Füßen liegt – 2 manches Mal 3 Tage die Woche stattfindet. Das Schleppen von schweren Taschen und/oder Tüten hat somit ein jähes Ende gefunden – auch sonst sind die Wege kürzer geworden. Zypernundmehr-News befindet sich neuerdings in der Mitte einer kleinen, recht freundlich pulsierenden Stadt im Schwarzwald, wohingegen sich auf Zypern selbst nichts geändert hat. Dort befinden wir uns im ungefähren Dreieck, welches die Städte Limassol, Larnaka und Nikosia bilden. Langsam lernt man sich kennen auf dem Markt von Lahr. Interessante Kunden-Käufer-Beziehungen entstehen. Das gefällt.
Die Atmosphäre ist eine wirklich andere als auf dem Markt in Kandern, wo alles so gedrängt ist. Komprimierter also – vielleicht wegen der Lage in einem Tal. Manche versteigen sich gar darin, zu behaupten, es sei eine „Täler-Mentalität“ existent, mit deren nach Innengewandtheit man umzugehen lernen müsse in Kandern. Etwa so wie hoch oben in den Alpen gilt es das zu sehen, wo die Bewohner auch lieber im eigenen Saft gebrutzelt werden wollen, wird gesagt.
Auch egal: Der Umzug, nämlich weg aus Kandern hin nach Lahr im Schwarzwald, war mehr als notwendig geworden. Zur allgemeinen Überraschung sind die häufigen Aufenthalte in Basel und somit in der Schweiz noch gar nicht groß vermisst worden. Das hat damit zu tun, dass von Lahr aus eigentlich viel bequemer nach Basel oder Zürich gelangt werden kann, und ungefähr genauso schnell und teuer oder billig, als von Kandern aus. Die neugewonnene Nähe ins nördlicher gelegene Kehl, Karlsruhe, Colmar oder Seléstat im Elsass und Straßburg ist WIRKLICH einfach DER Knaller!

Well, der Knaller wird, wie in TRT-Türk zu hören war, dass nun anscheinend doch noch gebaut wird, und zwar in der Nähe der Stadt Mersin. Die sogenannte Grundlage für das schon seit längerem anvisierte Projekt zwischen der Türkei und Russland ist gemeint. Die Basis ist also leider gelegt worden – kein Aprilscherz.
Der erste Gedanke, als von dem türkisch-russischen Projekt gehört wurde: „Aha, nun haben die Israelis wieder zu tun.“ Die haben ja schon über die Medien wissen lassen, allerdings in anderem, aber ähnlichem Zusammenhang, nie wieder zu erlauben, dass in ihrem unmittelbaren Umkreis tödliche Gefahr entsteht. Die Israelis sind ja, wie Sie wissen, deshalb schon vor einiger Zeit in Syrien ‚eingeritten‘, damit ein Mehren von Plutonium für Nordkorea und andere Interessierte unterbunden bleibt. Und was jetzt bei Mersin entstehen soll, welches unweit von Adana liegt und eine weitere türkische Millionenstadt ist, ist mindestens so unschön wie das, was man einst in Syrien vor knapp 10 Jahren in die Luft sprengte per israelischen Flugangriffen.
Man müsse selbstständig werden in Sachen energetischer Versorgung, säuselt Erdoğan und seine ministerialen Hampelmänner. Irgendwie konnte nach geschlagenen 4 Stunden TRT-Türk-Gucken nirgends vernommen werden, wo denn bitte sehr die Reste einer solchen Anlage sicher untergebracht werden sollen in der Türkei? Entschuldigen Sie, wenn hier etwas zynisch bemerkt wird als Antwort auf die gestellte Frage: Vielleicht in den Höhlengängen der frühen Christen nahe der Stadt Kayseri, also in Kappadokien. Oder nach Afrika damit? Letzteres, weil türkische Exporte nach Afrika, wie gerade praktisch jeden Tag verkündet wird auf TRT-Türk oder Int, scheinen exponentiell zu steigen. Hoffen wir mal, dass die Rechnungen für die vorgeblich hohen türkischen Exporte nach Afrika auch wie gewünscht beglichen werden von den afrikanischen Geschäftspartnern.
Nein, nein! So unsensibel, wie das gerade Geäußerte, sind Herr Erdoğan und sein Außenminister Çavuşoğlu nun doch nicht. Beide geben im Verbund mit dem Rest der AKP-MHP-Regierung vor, begriffen zu haben, dass der Islam Vorläufer hat: nämlich das Christentum, doch vor allem das Judentum. Dennoch fühlt man sich als Muslim und Türke zu oft missverstanden und so handelt und redet man anscheinend auch in Ankara. Und deswegen, und manche behaupten nur deswegen, muss die Türkei zukünftig ausgerechnet dieses Atomkraftwerk in Akkuyu betreiben, welches ja in einer Gegend liegen wird, die nicht nur auf Grund ihrer Geologie problematisch ist, sondern auch, weil dort bekanntlich Konfliktzonen verlaufen – West-Südosttürkei, genauer: die Kurden-Türkenfrage; doch auch die wenig erwähnte Frage der türkischen Araber. Armenier, Jeziden, Sinti und Griechen könnten auch noch genannt werden, doch die sind noch immer zu dezimiert von ihrer Anzahl her, und dies seit Beginn des letzten Jahrhunderts, bzw. seit den 20er Jahren.
Derartige Grenzverläufe im Land mag Ankara nicht erwähnen. Das sei schlichtweg Humbug, dort von Grenze zu sprechen: PKK-Propaganda, Fetö-Unterstützung, armenische Lügen, unislamisch, west-imperialistisch etc.
Von der Stadt Mersin war oben kurz die Rede. Ja, dort ist einer der Häfen der Türkei, aus denen sogar Fähren regelmäßig und auch im Winter nach Zypern-Nord in See stechen. Zypern liegt also in unmittelbarer Nähe des geplanten Projekts in Akkuyu, wie allerdings auch Israel und Teile Syriens – und die Saudis zählen sich da auch dazu gehörig, und würden zu gern der Welt zeigen, dass sie mit der Türkei und Israel in Konkurrenz stehen und begriffen haben, dass allein Öl-Verkaufen zukünftig nicht ausreicht, um das Glück der Herrschenden in Riad weiterhin gepachtet zu haben. Sie betteln derzeit (20. April 18) geradezu darum in Washington, sich offiziell als weiteren Player in den Wirren in Syrien einführen zu dürfen – und das möglichst von Gnaden der USA.
Putin sieht sich offenbar getrieben, strategisch ausgefeilt einen Keil zwischen sich und dem sogenannten Westen mit Beihilfe der AKP-Regierung der Türkei etwas tiefer zu verankern – siehe Akkuyu. Wahrscheinlich laufen im Geheimen schon Verhandlungen der Türkei mit Ländern, wie Nordkorea, Pakistan oder China, damit einer von ihnen im Falle, dass Putin und Erdoğan sich schon bald wieder in den Haaren liegen, das Projekt Atomkraftwerk-Akkuyu weiterführt, um einen türkisch atomaren Stern am anatolischen Himmel und auch endlich über dem Mittelmeer erleuchtet zu sehen – zum Schrecken und zur Warnung all jener/n, die es über die Jahre aus Ignoranz und Arroganz usw. nicht verstanden haben, den türkischen Player in die gesamteuropäische Masse einigermaßen ebenbürtig mit einzubinden. Anastasiadis und Co. auf Zypern sind hier die Ersten, die es für dieses Versagen zu nennen gilt. Brüssel und Berlin, Merkel, Seehofer & Co. gilt es dann sowieso gleich nach den Zyprern zu nennen.
Yusuf Ünsal?
Stuttgart?
08. 04. 2018?
Genau. Ungefähr an jenem Wochenende muss es in Stuttgart eine Demonstration von Kurden und ihren Unterstützern gegeben haben. Nichts weiter Verwunderliches. Doch dass Recep Tayyıp Erdoğan einen türkischen (vielleicht auch deutschen) Staatsbürger im Raum Stuttgart telefonisch anruft und diesen als Art Helden in den türkischsprachigen Medien feiern lässt, ist genau die Art und Weise, und somit auch die Bestätigung dessen, dass auf europäischem Boden von Ankara im Ausland befindliche türkische Bürger nicht nur geführt, sondern auch aufgestachelt werden. Der zuvor erwähnte türkischstämmige große Held, den sogar Binali Yıldrım als gutes Beispiel eines aufrechten Türken im Munde führt neuerdings, ist also jemand, der eventuell in Deutschland dauerhaft lebt und sich den demonstrierenden Kurden auf den Straßen Stuttgarts in den Weg stellte, und gegen diese angeschrien haben soll, dass die Türkei in Afrin keine Morde begehe und dass die PKK eine terroristische Organisation sei. Anstatt dass die deutschen Polizisten gegen die Kurden einschritten, wurde berichtet, die wieder mal verbotene Symbole mit sich trugen und Erdoğan einen Mörder schrien, wie immer, wurde Ünsal, wie ausgestrahlte Aufnahmen zeigen, eher unsanft in Gewahrsam genommen. Unsanft, wie zu erkennen war, weil sich der Herr gegen seine Festnahme heftig zur Wehr gesetzt hat. Er soll mit einem Gerichtsverfahren rechnen müssen, wurde berichtet.
Gerade vorhin war nun ein Interview auf TRT-Int zu sehen, wo Bürger Ünal sich angesichts des Telefonates stolz gibt, da ihn sein „Oberkommandierender“ Erdoğan persönlich angerufen habe in der Sache. Was braucht es mehr, um vaterländische/n Ruhm und Ehr als Türke im Ausland zu erlangen?
Deutschland, und wenn es noch so heruntergespielt wird von Politikern und den großen Medienanstalten Deutschlands, ist schon längst zum Austragungsort des von Erdoğan & Co. angeheizten innertürkischen Konflikts geworden. Was auch zu erwarten war. Fehlt eigentlich nur noch diese eine traurige Nachricht von einem ersten Opfer der Hetze via Ankara in Deutschland gegen jene, die andere politische Überzeugungen haben – oder einfach, weil man eine ungeliebte Volkszugehörigkeit hat. Zwar können TRT-Türk & Co. nicht verboten werden, doch es könnten durchaus Maßnahmen ergriffen werden, die sicherer stellten, dass bei Demonstrationen in Deutschland gewisse extremistisch (angehauchte) Gruppen mit Nulltoleranz rechnen müssen vonseiten der Polizei. Für die involvierten Polizisten ist das gewiss kein Zuckerschlecken. Doch die türkisch-nationalistische Welle gehört endlich ausgebremst. Sie birgt nämlich eine gewisse Ansteckungsgefahr in sich. Außerdem müsste mal eruiert werden, inwieweit die Polizisten Deutschlands – im hier angesprochenen Fall jene Polizisten türkischer, kurdischer, arabischer etc. Herkunft – sich überhaupt befähigt sehen, in solchen völkisch gefärbten Einsätzen, möglichst unparteiisch nach geltendem deutschen Recht für Ordnung zu sorgen. Eines der Dilemma der Beamten: Die einen, die auf der Straße randalieren, beispielsweise, sollen eingesperrt werden und die anderen, die in Vereinen und Moscheen agieren, werden vom Staat sogar mit Art Sonderrechten ausgestattet usw. Denn wie bereits in vorherigen Artikeln hier geschrieben wurde: Die Macht der türkischen Religionsbehörde DITIP in der BRD gehört umgehend eingeschränkt. Prediger in deutschen Moscheen dürfen nicht weiterhin Abgesandte der religiös-faschistisch orientierten AKP-Regierung der Türkei sein. Wie Kamera-Aufnahmen letztens bezeugten, werden kleine Jungs dazu angehalten, in Soldatenuniformen durch Moscheeräume zu marschieren – oder wie Leichen in eine türkische Fahne gewickelt auf dem Boden zu liegen etc.
Und von vaterländisch erlegten Leichen haben wir nicht nur in Deutschland zur Genüge die Nase voll seit 1945. Bei vaterländisch kommt einem natürlich auch gleich jemand wie Herr Bahçeli in den Kopf, der mit Erdoğan in der Türkei die Regierung bildet. Der erstere hat letztens zwar nicht unbedingt eine Leiche gelegt oder vergraben. Aber er versuchte, dabei zu helfen. Denn: Dieses Frauenzimmer muss/te doch in die Schranken gewiesen werden! Man stelle sich mal vor: Schon wieder eine Frau als Premierministerin der Türkei. Geht’s noch! Die Çiller hat allen Beteiligten damals gereicht: Bahçeli, Erdoğan und den anderen.
Diesmal heißt die Feindin Meral Akşener. Sie ist von der IYI-Partei, Partei-„Gut“. Man ist in dieser Partei also gut, wahrscheinlich besser als die anderen. Jedenfalls nicht schlecht und gemein, eben gut, wie der Name es ja eingibt. Der Generalsekretär der Partei, Herr Dr. Aytun Çıray, scheint ein kluger Kopf zu sein. Genauer: Die Söszcü-Tageszeitung schreibt davon, dass es der Inspiration seiner Frau zu verdanken sei, dass der Anmeldungstermin der Partei im Kalender etwas zeitlich später den Medien und anderen Interessierten verabreicht wurde. Die AKPler haben sich offensichtlich nicht die Mühe gemacht, nachsehen zu gehen, ob dieses Datum so überhaupt stimmt, als sie vor Kurzem den Wahltermin zu der Präsidentenwahl bekanntgaben. Es soll im Dezember 2017 passiert sein, dass die IYI ihre Formalitäten anging und erledigte.
Offenbar war in Insider-Kreisen der Türkei schon immer das Thema vorgezogene Wahlen ein Thema. Auch bei dieser einen Oppositionspartei zur AKP. Die AKP hatte ja bislang immer brav alle Legislaturperioden zu Ende gebracht. Dennoch ging das Gespenst vorgezogener Wahlen um. Und so geschah, was geschah: Da hat also der Präsident der Republik Türkei seinen Gehilfen und Regierungskoalitionspartner von der MHP ans Mikrofon geschickt. Er solle Neuwahlen fordern. Das tat der Bahçeli glatt und bestimmte einen Wahltag im August 2018. Doch nachdem die beiden den folgenden Tag nochmals zum Tee zusammengekommen waren, meinte Erdoğan danach höchstpersönlich: „Neuwahlen werden am 24. Juni 2018 sein.“
Wie kam’s?
Alle sind sich einig darin, dass die Regierenden von der AKP-MHP-Koalition die Iyi-Partei aus dem Weg schaffen wollten. Sie haben dazu wohl einfach 6 Monate von dem Datum an gerechnet, welches die Iyi-Partei als den Zeitpunkt den Medien verkündet hatte, an dem alle Formalitäten zur Wahlbeteiligung erfüllt waren. Ja, und dann haben die Herren offensichtlich noch ein Wöchlein oder zweie großzügig draufgeklatscht, sodass die Partei dieser Frau nicht zu den Wahlen zugelassen werden kann – glaubten sie.
Doch die Frau Akşener hat ja, wie erwähnt, eine Helferin mit gutem Instinkt. Und wegen letzterer sitzt die regierende Männerriege der AKP jetzt etwas oder mehr in der Klemme. Denn wir alle wissen, sogar der einsamste Bauer in Ostanatolien wird es inzwischen wissen, dass Bahçeli und Erdoğan sich selbst ausgetrickst haben mit Bekanntgabe des Wahltermins. Ihr Stern ist eventuell am Sinken und vielerorts hebt das die Stimmung – noch – insgeheim. Denn die Weitsicht und Menschenkenntnis Frau Çırays ermöglicht der IYI-Partei ihres Mannes, an den Präsidentschaftswahlen teilnehmen zu können, wenn sich alle an die Regeln halten bis zum Schluss. Mancher traut der Richterschaft indes zu, dass wieder einmal Recht nicht gesprochen werden könnte, und noch schlimmer, dass am Wahltag Manipulation hoch drei, wie man sagt, stattfinden könnte.
In der Yeni Özgür Politika vom 23. April 2018 finden Demir und Seçkin, dass der wahre Grund für die vorgezogenen Wahlen ist, dass 2019 sich eine nicht mehr zu vermeidende Krise am Horizont abzeichnet, die vor allem die Türkei in Beschlag nehmen wird. Alle verschuldet in der Türkei, doch besonders die staatlichen Banken, was zum Resultat haben dürfte, dass die Gesellschaft, die Sparer und Anleger, – mal wieder – die Zeche blechen werden, und nicht nur die. Einiges aus dem Ausland stammendes Kapital, 2/3 des Geldes in der Türkei basiert auf Schulden gemacht im Ausland, auf Darlehen. Das sind ungefähr 230 Milliarden US-$ etc. -, die die Türkei mit in den Strudel reißen könnten. Oder falls die erwartete Krise von außen angestoßen wird, was wahrscheinlicher zu sein scheint, dann, dass diese hohe Schuld mächtig am Kragen der Türkei zu würgen beginnen wird – wie einst in den 90er Jahren und davor.
Ja, türkische Politiker und Wirtschaftskünstler sind solch finanzpolster-enge Zeiten schon fast gewohnt. Bislang hat man mit Good-Will der westlichen und/oder östlichen Player stets das Beste oder Zweitbeste pickend, sich durchschlagen können, sogar zuweilen etwas profitieren können. Das eben gezeichnete Finanz-Drama, finden nicht wenige, spielt sich im Grunde schon jetzt sichtbar, ja, merklich ab: Über 2 Millionen Kinder werden nach Angaben der Yeni Özgür allein in der Türkei als ‚Arbeiter‘ ausgebeutet – vor allem Kinder von Flüchtlingen aus Syrien etc. Ein 15-Stundentag ist für die kleinen Verlierer, entschuldigen Sie, die Regel. Auch dieser traurige Umstand scheint in Berlin und Brüssel niemand groß zu jucken. Anscheinend hat man höhere Ziele. Nur welches Ziel kann höher sein, als die Gegenwart von Schutzbefohlenen an der Grenze zur EU zu sichern, und um sie zukünftig nicht mit Bomben und Raketen bewaffnet gen die Union ziehen zu sehen? Und dann noch dies: In türkischen Knästen und/oder Polizeistationen wird wieder, und das nachweislich, gefoltert!!!
Eine scheinbar positive Nachricht gibt es aber dennoch aus der Region zu vermelden, genauer aus Rojava, welches bekanntlich an der türkischen Grenze im Osten Syriens liegt. Noch haben dort Kurden das Sagen. Berichtet wird, dass zum Andenken an eine argentinische und britische „Kämpferin“ die für die Sache der Frauen und der Kurden gefallen sind, sich inzwischen eine Art Labor Rojava formiert haben soll, ein Etwas also, in dem Frauen vordringlich das Sagen haben sollen und neue progressive Formen des Zusammenlebens eingeübt werden – und das wird offenbar vordringlich unter der Führung von Frauen in die Praxis umgesetzt.
Doch: Solange keine Frau als kurdische Führerin verehrt wird – so wie Öcalan in etwa -, so lange mag hier nicht so recht an die (schein-)feministisch orientierte Entwicklung oder Propaganda in Kurdistan geglaubt werden. Wahrscheinlich haben ein Paar Leute in Rojava und andernorts in Kurdistan erkannt, dass die Frauenfrage international Pluspunkte einbringt, das Image bessern kann. Hoffen wir mal, dass eben geäußerte Annahme der Realität nicht entspricht, entsprechen wird.

Diese eine nun folgende Sicht der Dinge soll und darf Ihnen nicht vorenthalten sein: „Hakikat“ (Wahrheiten) titelt es im Beitrag von Soner Yalcın, der in der Sözcü vom 20. April 2018 schreibt. Einleitend dazu kurz dies: Der Autor war unterm Messer im Krankenhaus und wacht gerade aus der Narkose auf.
„War gerade drauf und dran, vom Dusel der Narkose mich zu entfernen, als ich eine mir bekannte Stimme hörte. Öffnete meine Augen. Im TV sprach Präsident Erdoğan. Alle im Raum Anwesenden blickten nicht etwa zu mir, sondern zu ihm. Offensichtlich gab er gerade was Wichtiges von sich. Wie auch immer die Wirkung der Narkose beschaffen sein mag, zwischen meinem Zustand und Erdoğan begann ich nun Parallelen zu ziehen. So dachte ich: Die Last der Politik und der Ökonomie sind zu etwas Unaushaltbarem geworden. Erdoğan möcht sich davon befreien.
Erst daraufhin begann ich, mich von der Wirkung der Narkose zu lösen.
Erdoğan zählte gerade die Gründe auf, an die er selbst nicht glaubt, die dazu bewegten, die Wahlen 1 Jahr und 5 Monate vorzuziehen. Die Personen um mich herum fingen an, das von Erdoğan Gesagte zu interpretieren. Auf einmal: Nicht die Worte Erdoğans, sondern sein Gesicht und die Stimmlage fielen mir auf.
Erdoğan ist ermüdet, fertig, ausgelaugt. An das von ihm noch vor zwei-drei Tagen geäußerte „Hey Leute!“ erinnerte DAS jetzt wirklich zuletzt. Dachte bei mir: Vielleicht ist es ja deine Narkosenachwirkung.
ERDOĞAN MÖCHTE SICH ENDLICH VON DIESER SCHWEREN LAST BEFREIEN!
Er will abtreten. Lasst-mich-endlich-ziehen mäßig war der drauf.
Sie könnten jetzt einwerfen: Um die Wahl zu gewinnen, greift er zur vorgezogenen Wahl [wie einst Özal und andere]. Auf ersten Blick sieht es so aus. Doch ich rate dazu, Erdoğan nicht zuzusehen, sondern ihn anzusehen. Zweifellos. Er selbst würde so etwas nie sagen, ja, das wird er nie zugeben. Aber … . Auch wenn er sich dessen nicht bewusst ist, er schreit uns mit seiner Körpersprache und über den Bildschirm hinaus zu: „Ich bin müde. Kann nicht mehr!“
Mal ehrlich: Zeigt sich Erdoğans Gemütszustand nicht etwa? Andererseits … . Warum sonst sollte er sich jetzt Wahlen antun, die erst im November 2019 anstehen? Vorgezogene Wahlen beseitigen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht – machen sie auch nicht unsichtbar. Das Gegenteil davon nimmt dadurch eher zu. … Erdoğan schreit am Bildschirm: „Nehmt mir die Last ab! Ich pack es nicht mehr, weil das System kriegt ansonsten bleibende Macken ab!“
Was willst du da noch sagen? Das eben Gesagte ist also der wahre Grund, warum die Wahlen 1 Jahr und 5 Monate vorgezogen werden. Der möchte sich jetzt wegretten. Er, der 15 Jahre lang DER Mann in der Wirtschaft war. Dass er es nicht mehr draufhat, wie sonst noch soll er uns das zeigen? Für viele geht ein Traum in Bruch. So viel zur Lage. Das ist alles. Schlussendlich: Mich hat man unterm Messer von meinen Sorgen befreit. Hoffe, dass am 24. Juni 18 auch die Türkei befreit wird, [auch wenn der gerade wieder verlängerte Ausnahmezustand in den Ostprovinzen der Türkei gewiss noch bestehen wird]. Andernfalls … .“
Jedenfalls wurde bereits gleich einige Stunden nach Bekanntgabe des Wahltermins diskutiert, ob womöglich die CHP mit der HDP sowie der IP (IYI) zusammengehen könnten, also einen gemeinsamen Kandidaten für den Präsidentensessel kreieren. Aus hiesiger Sicht wäre es schon recht klug, das zu tun und sich nicht etwa hinter dem ausgedienten und abgenagten Kılıçdaroğlu von der CHP zu vereinen oder hinter jemanden von der HDP, sondern die durchaus streitbare Frau Akşener von der IyI Partei sollte ins Rennen geschickt werden. Sie ist eine Frau, und die Türkei ist erneut reif, einer Frau ihr nicht uneingeschränktes Vertrauen für ein Spitzenamt zu geben – nach 15 Jahren AKP sowieso. Das wäre wirklich fantastisch. Da nutzt auch nicht, dass die Erdoğan treue Medienlandschaft der Türkei den Vorsitzenden der CHP Kılıçdaroğlu bereits anstachelt, nicht genug Mumm in den Knochen zu haben für solch einen Job. Die wissen, dass dieses Argument sehr tiefreichend wirkt. Macho kennt eben die Schwächen eines Machos. Frau Akşener hat am 30ç April in einer Rede in ihrer Heimatstadt am Schwarzen Meer trefflich darauf hingewiesen, dass Bahçeli sich ja auch nicht zum Kandidaten aufstellen ließe. Soll heißen: Hört auf zu stacheln, weil sonst mach ich euch den Bahçeli noch auf eine Kandidatur fürs höchste türkische Amt heiß.
Und man bedenke, mit welcher Machtfülle ausgestattet dann Frau Präsidentin der Türkei – dank der Vorkehrungen, die Erdoğan bereits getroffen hat fürs Amt – ausgestattet wäre. Die Vorstellung lässt Bäume sprießen, womit wir, was Mitteleuropa betrifft, mitten im Frühling wären und dem frühlingshaften Beginn dieses Beitrages. Der Frühling ist hier auf Zypern, zum Ende des Monats April, inzwischen seinem Frühlings-Ende bereitwillig entgegentreten.
Bis zum 24. Juni 2018 kann im Hexenkessel namens Türkei noch viel passieren. Ein Hexenkessel indes soll durchaus auch positive Ergebnisse zeitigen (können) – wenn da nicht der Osten und der Westen, die Araber und die Israelis, die EU und die Chinesen wären!? Die Armenier. Deren Machthaber macht Erdogan nämlich gerade vor, wie man sein Amt missbraucht! Schade, hat Armenien nicht verdient. Welche Folgen dieser Stilbruch noch haben wird für das zuvor gezeichnete Bild Nahost-Türkei-Zypern ist noch gar nicht so recht absehbar. Und in Aserbaidschan haben die Leute auch keine Lust mehr auf die korrupte Herrscherriege, so auch die Georgier in Georgien und die meisten der Bevölkerung Moldawiens.
Es braut sich was zusammen, und keiner da, der von Zusammengebrautem so richtig etwas versteht!? Die italienische Eni-Firma findet, dass sie an die 800.000 € in die Förderung von Gas vor Zypern gesteckt habe und jetzt, nur weil die Türkei es anders sehe, nicht bereit sei, mit ihren Nachforschungen unterm Meeresgrund aufzuhören. Israel, war zu lesen, soll sich inzwischen nicht mehr so ganz im Klaren sein, ob das Gas im zyprischen Feld namens Afrodite, welches zwischen Israel und Zypern liegt, nicht vielleicht doch eher andere Vereinbarungen bräuchte als jene, die irgendwann mal getroffen wurden mit Nikosia etc. etc.

via Wieder vereinigen!

Wieder vereinigen!

Frühling 2018!
Und wahrhaft, es liegt einiges in – oder hinter – den Büschen: Trump, Putin und die anderen, üblichen Verdächtigen.
Konkreter: Wir dürfen wohl davon ausgehen, dass die neue Bundesregierung Deutschlands unter anderen Zielen auch noch jenes hat, nämlich, ihre Bürger optimal in Sicherheit zu bringen oder zu wissen.
Nun klar, das geht eh nicht, also das mit der totalen Sicherheit, ja wahrscheinlich wird es nie gehen – und das ist, denken wohl einige unter Ihnen, auch besser so. Das mit der totalen Sicherheit stimmt also schon, siehe Facebook, um nur einen permanenten Unsicherheitsfaktor in unseren modernen Leben zu nennen, den man sich aber angeblich noch durch Kündigung des Facebook-Kontos vom Hals schaffen soll können, wird gesagt.
Ohne weitere Umschweife nun dies: So, wie die Dinge sich derzeit entwickeln weltpolitisch, müsste von den Groko-lern im ehemaligen Reichstag zu Berlin umgehend, unüberhörbar und unmissverständlich eingefordert werden, dass die US-Amis, also Trump und sein neuer – wahrscheinlich etwas kriegsgeiler – Außenminister Bolton, ohne Wenn und Aber ihre in Deutschland gebunkerten Atombomben und anderes derartiges Zeug bestens SOFORT mit sich nach Washington DC nehmen, gern auch nach Florida oder Dallas, aber nicht nach Hawaii oder Puerto Rico, Teile der USA, die von vielen Beobachtern als unfreiwillige Staaten der United States of America gesehen werden; die also etwa so, wie der westlich gelegene Teil Chinas, die Provinz Sinjiang, wo Türkisch gesprochen wird und die Bevölkerung, noch, mehrheitlich muslimisch ist, von Peking okkupiert wird. Alaska könnte auch noch genannt werden im vorherigen Zusammenhang, weil, ja weil diese Region eher im polaren Eis liegt, und die polaren Regionen sollen ja angeblich ALLEN gehören. Außerdem kann und sollte man dort nicht einfach mal schnell atomare Kriege führen, weil das könnte dann doch, von der Statik des sich drehenden Planeten her, schnell zu äußerst letalen Entwicklungen führen, wie zum Beispiel zu der, dass die Erde von der Umlaufbahn zur Sonne zu beträchtlich abweicht in der Folge etc.
Interessant ist bei der Erwähnung derartiger Szenarien auch, dass in den öffentlich-rechtlichen Medien der Deutschen stets, soweit hier festgestellt werden konnte, die Rede davon ist, dass sich der Westen (USA) und der Osten (Russland) lediglich in Europa gegenüberstünden, stehen könnten. Doch dass solch Positionierung an der Behring See viel eher und wesentlich nähergelegen der Fall ist, auf diese einfache Sicht scheint noch niemand gekommen zu sein? Das kann nicht sein. Also was ist los? Warum wird diese ‚Front‘ nicht gezeichnet? Wer hält da den Finger drauf, wenn überhaupt, sodass solch Szenarium nie öffentlich angedacht zu lesen ist?
Wie auch immer: Sollte diesen Leuten im Weißen Haus, Putin im Kreml inbegriffen, einfallen, ‚lustig‘ ein Paar von diesen ‚tollen‘ Sprengköpfen in Mitteleuropa aufeinander loszulassen, wäre die Merkel-Regierung vor allen anderen Regierungen der EU anzuklagen. Ja, wir wären es, die solch tolle Idee Putins oder Trumps ausbaden dürften, weil Merkel & Co wegsieht aus Schiss vor dem Größenwahn sogenannter und selbsterklärter Supermächte; oder die sehen weg aus von Angst getriebenem Arscheinziehen etc. Das mit dem Arscheinziehen musste einfach als Vokabel in diesen Text, verehrte Leser, da irgendwo anders im Mediendschungel (siehe unserem Facebook-Auftritt) ein Artikel verlinkt und kommentiert werden musste, indem eine Luxus-Prostituierte erneut behauptet, mit Trump ‚horizontal Geschäftchen‘ gemacht zu haben, auch, jetzt kommts, ihm einmal mit einer zusammengerollten Zeitung oder einem Journal den Popo versohlt zu haben – er soll gleich bereitwillig denselben, nackt, hingestreckt haben dazu.
Dieser, Sie mögen denken, ‚recht arschige‘, atomare Supergau-Einfall könnte den beiden erwähnten Hitzköpfen leider schon schneller ins Hirn kommen als einem lieb ist – weil hier in Mittel- und Südeuropa ist ja nicht wirklich „America“ oder „Russia“ ZUERST.
Und das Trump wegbeißt, was ihm nicht gefällt – Putin ist in dieser Disziplin auch recht professionell – stellen beide andauernd unter Beweis, und, ach wie ‚lustig‘ ausgerechnet einer meiner heimlichen Hoffnungsträger, der Xi im fernen China, hat sich diesem DING ebenfalls angeschlossen, und zwar auf seine Weise. Letzterer setzt eh gerade Trends, denen noch so mancher, der von sich annimmt, mit ‚höchsten‘ Zielen ausgestattet zu sein irgendwo auf der Welt gern nacheifern wird, nämlich: regieren auf Lebenszeit.
Und das muss nicht sein, das Ungeheuerliche, welches da ist, dass atomar besetzte Sprengköpfe auf unseren Köpfen ausgerechnet ‚aufblühen‘; auch nicht dann, wenn einige von uns zwischenzeitlich oder während so etwas Explosives passiert, in der Karibik oder lediglich in Thailand, Mauritius oder den Kapverdischen Inseln sich aufhalten sollten, da sie NATÜRLICH vor dem eben angesprochenen atomaren Crash rechtzeitig gewarnt wurden und es sich leisten können, mal schnell dorthin auszufliegen etc.
Wer weiß, vielleicht gilt es ja eh, NUR von einem begrenzten Crash ausgehen zu müssen, der beispielsweise nicht mehr als die Fläche Nord- oder Süddeutschlands ‚bearbeitete‘? Trump lässt jedenfalls schon mal Atomsprengköpfe dieser Wirkkraft in etwas größerer Stückzahl, ist anzunehmen, fertigen.
Frau Merkel & Co: REGEN SIE SICH BEZÜGLICH DER ATOMBOMBEN AUF DEUTSCHEM TERRITORIUM VERBUDDELT endlich VERNEHMLICH/ER UND EINDEUTIGER AUF AM TISCH MIT DEN AMIS BEIM netten SMALL-TALK SITZEND und zwar MIT ANSAGE, DASS ZEITLICH NAHEGELGENST mit FRISTSETZUNG DEREN VERSCHIFFUNG zu erfolgen hat, mit oben bereits angegebenen Zielorten!
Jedenfalls ist eines sicher: Die wenigsten Bürger Europas dürften im atomar verseuchten Nichts sitzen oder verbleiben wollen, wenn geschehen ist, was zuvor benannt wurde als „begrenzter Crash!“ Die wollen so etwas nicht mit großem Wunsch und Willen, beispielsweise nach Afrika sich als Flüchtlinge zu retten, so, wie jetzt gerade und von den Medien als Nachricht scheinbar gemieden, zigtausende Sudanesen im Tschad, die einfach nur einen Wunsch haben: Nach Europa, egal, was da auf sie wartet. Diese in die Flucht getriebenen Sudanesen denken anscheinend wirklich, es ist hier in Europa allemal alles besser als sich im Sudan oder Südsudan dem NICHTS, dem von Menschen geschaffenen Terror auszusetzen.
Apropos: So ganz unschuldig sind wir an den Entwicklungen in Ostafrika nicht, sieht man sich die deutsche Geschichte dort mal genauer an. Komisch nur, dass wir uns für Israel so fürsorglich verantwortlich fühlen, was auch in Ordnung ist, aber in Afrika unsere historische, und durchaus eher wenig löbliche, wenn überhaupt, Spur verwischt halten wollen – und uns verwundert geben, dass Afrikaner nun ausgerechnet von UNSEREM Reichtum zehren wollen, ohne was dafür getan zu haben; oder fast nichts dafür getan zu haben; oder nicht genug getan zu haben.
Das Letztere steht allerdings noch immer zur Frage, nämlich, ob es nicht doch so ist oder sein könnte, dass auch in dieser eben behandelten Angelegenheit Zahltag für all die ehemaligen Kolonialherren und -damen, wie man sagt, gekommen ist. Dass ENDLICH nicht nur in esoterischen und religiösen Büchern etc. geschrieben steht, dass ALLES, was man tut, irgendwie und irgendwann auf einen zurückfällt, sondern, dass solch Einsicht sich im Politischen noch besser widerspiegelte. Scheint irgendwie etwas Nachhaltiges zu haben. Und davon ist ja andauernd die Rede, auch wenn zu oft genau das Gegenteil davon veranlasst wird in Berlin – siehe beispielsweise die neuentfachte Gier in Afghanistan. Sowieso ein Unding, mal ganz davon abgesehen, wo wir gerade thematisch waren, dass noch immer afghanische Asylsuchende nach Afghanistan ausgewiesen werden – nachdem, was die EU und speziell die Deutschen dort anstellen.
Ja, ich lese gerade ein Buch über Reiki, und da steht so etwas auch drin, also dass alles irgendwie wieder auf einen zurückkommt. Wäre das Buch über Reiki nicht in Griechisch geschrieben, würde ich mich wahrscheinlich auch jetzt noch nicht mit dieser Heilmethode – etwas – auseinandersetzen. Als Vokabelbeschaffer scheint das Buch geeignet, doch scheinbar auch als Beschaffer neuer Denk- und Handlungsweisen. Bin noch am Anfang des Buches. Mal sehen, was dazu in einem Monat gesagt werden wird.

Zypern
Ja, gestern – mal wieder – einen Annäherungsversuch gemacht, und zwar, was auch sonst, in Richtung zyprische Tages-Politik. Um es etwas aufregender zu gestalten, habe ich mich für Sie den Ereignissen im dortigen Norden zugewandt. Oder sagen wir es doch, wie es war: Plötzlich erreichte mich ein Link, der doch wirklich versprach, eine gerade ablaufende Diskussion im nordzyprischen Parlament drauf zu haben. Und schon war ich live dabei.
Ja, ich hätte mir Notizen machen sollen. Denn ein-zwei Details gibt es ja meist, die auch an diesem Ort in die Welt entlassen inhaltlich neu sind. Jedenfalls ist und war herauszuhören, dass die gerade wieder angestrebten Wiedervereinigungsbemühungen des griechisch-zyprischen Präsidenten Anastasiadis ziemlich sicher ins Nichts verlaufen werden. Und dies nicht etwa, weil die Nordzyprer so bockbeinig wären, sondern, war zu hören, weil sich die Positionen und „hegemonialen An- und Absichten“ der mehrheitlich Griechisch sprechenden Südzyprer aber auch in gar nichts geändert hätten. Überhaupt sei schon allein aus diesem Gesichtspunkt die Aussage des Generalsekretärs der UNO Guterres zu verstehen und von Bedeutung, der in Grant Montana CH davon gesprochen hatte, dass sollte sich was Neues bei den Verhandlungen oder Positionierungen der Zyprer in Sachen Wiedervereinigung der Insel ergeben, er und sein Stab gern – wieder – bereit wären, sich in Stellung zu bringen, um endlich zu einem Abschluss zu kommen, aber nur DANN.
Nun das sei offensichtlich nicht der Fall, wurde bei der Übertragung aus dem nordzyprischen Parlament konstatiert, also müsse das Geheule namens zyprischer Wiedervereinigung oder gemeinsamer Insel-Heimat und Freude, Friede, gemeinsamer Gasreichtum aus dem südöstlichen Meer erst gar nicht angestimmt werden.
So in etwa, also, klangen die 3 Redner, die ausgestrahlt wurden, als die Verbindung plötzlich von unsichtbarer Hand gekappt wurde und nicht wieder in Stand zu setzen war, leider. Einer dieser türkisch-zypriotischen Politiker war Herr Tartar. Wie gesagt, ich machte keine Notizen, weil nicht erwartet wurde, dass etwas wirklich total Unbekanntes Erwähnung findet: Die Türkei sei als unzertrennlicher Partner der Nordzyprer auch zukünftig zu sehen, und die Isolation, welche außer der Türkei angeblich der Rest der Welt den Nordzyprern auferlegt, gelte es nun wirklich vollends zu durchbrechen.
Aufgrund des steigenden Tourismus denken nicht wenige Politiker des Nordens, dass ein Anschluss der Türkischzyprer an den Rest der Welt demnächst möglich sein wird. Alle Zeichen wiesen in diese Richtung, wurde gesagt. Ein Anschluss an die Türkei, als weitere Provinz derselben, ist offenbar für die meisten im nordzyprischen Parlament kein Thema.
Aufgrund der politischen Großwetterlage, die gleich anfänglich in diesem Artikel leicht umrissen wurde, ist schlichtweg jedwede Prognose zum zukünftigen Verlauf der Zypernfrage eher vergeudete Zeit. Soll heißen: Auf Zypern ist alles möglich, auch, dass alles so in etwa bleibt, wie es ist – nämlich Sonne, Meer, das unbeschwerte Leben und Geld verdienen. Ja, auch „top of the world“ und die nicht wenigen Lesern bereits bekannte Was-auch-sonst-Haltung, die vorzuherrschen scheint auf Zypern bezüglich einer Weltspitzenzugehörigkeit der griechisch-sprachigen Zyprioten, zählt hier dazu.
Nun, was liest das derart auf wenig Verwunderung gestellte Auge am 17. 03. 18 in der zyprisch-griechischen Tageszeitung Politis? Genau, es liest einen Artikel von Giorgos Kakourgis. Darin stand, dass sich anscheinend die USA in Form des US-Vize-Außenministers, Mitchel, in die angeblich verfahrene Verhandlungssituation der Zyprer einzumischen gedenken – eingemischt haben. Mitchel hat sich dazu auch die Beschwerden der Türkischzyprer angehört, was uns allerdings nicht bereits hoffen lassen sollte, dass solch Vorgehen des Außen-Departments gleich bedeutet, es würde nun endlich reiner Wein eingeschenkt auf, über, unter oder wegen Zypern. Wahrscheinlich noch bevor es auch in Deutschland klimatisch sommerlich ist dieses Jahr, kann abgesehen werden, welche Positionierung die USA vorschlagen und einnehmen im südöstlichen Mittelmeer.
Die Trump-Administration ist für Überraschungen ja bekannt, vielleicht auch mal auf Zypern – möglichst positiv bitte. Was immer das in diesem Zusammenhang genau bedeuten mag für Sie, dieses „positiv“. Letzteres, das zuweilen positive Überraschen des Herrn Trump, ist an dieser (leicht) schrägen Politikerprojektion durchaus interessant. Letzterer wird so charakterisiert, weil der Geschäftsmann Trump ja noch immer verdeckt operativ tätig zu sein scheint im Hintergrund, wie hie und da zu vernehmen ist.
Nicht zuletzt auch von daher wird man abwarten müssen, wie sich die US-Amerikaner mit Israel abstimmen – und vielleicht auch mit Brüssel, doch vor allem mit den Briten in Sachen südöstliches Mittelmeer. Für Israel muss ein vereinigtes Zypern nicht unbedingt ein Vorteil bedeuten, wie auch nicht für die Briten. Doch das kann natürlich auch anders gesehen werden. Ein uneiniges Zypern hat den Vorteil, dass die Israelis das instabile Gebilde vor der Haustür eigentlich nach Bedarf handhaben können – und handhaben. Dass sie da wenig Scheu haben dürften, beweist unter anderem durchaus, dass nach über 10 Jahren zugegeben wurde, man habe seinerzeit in Syrien das Entstehen einer Plutonium-Produktionsanlage für Nordkorea angeblich kurz vor deren Fertigstellung mal schnell in Schutt und Asche gebombt.
Anders als auf Zypern oder in Deutschland ist die Nachricht klar, die da, so ganz nebenbei, vermittelt wurde: Tel Aviv handelt, und redet Dinge nicht breit und breiter! Auch die Briten stehen im Ruf, nicht sonderlich zimperlich zu sein, wenn es um ihre Interessen geht. Mal sehen, wohin sie/uns das Giftmord-Ding mit den Russen, vor Kurzem in London, noch schiffen wird. Frau May gegen Herrn Putin. Hört sich ganz nach ‚Putin schießt May politisch ab‘ an – oder ähnlich. Was nicht allzu schwer sein dürfte, zumal es zu viele gierige Mäuler gibt, die an Mays Position knabbern, eine Situation, die sich Putin offensichtlich gekonnt vom Hals zu halten weiß, was zumindest so nach außen sichtbar wird, für uns.
Bekanntlich sollen nicht gerade wenige Israelis auf beiden Seiten der zyprischen Insel Eigentum erworben haben – Tendenz steigend. Engländer sind ja geradezu traditionell auf beiden Seiten angesiedelt, und dort, wo nur sie das Sagen haben – auf den 3 Militärbasen. Oder sind es doch nur 2e? Egal. Sie sind jedenfalls präsent, was sich mit dem Brexit definitiv verfestigen wird.
Wie all diese Mächte, von denen bislang die Rede war, ist auch unter Briten ein Rückbesinnen auf einstige Größe im Busche.
Eine einige Insel Zypern könnte unter vielen anderen Horizonten, die sich dergestalt öffneten, wiederum bringen, dass ein Anschluss Israels an die EU plötzlich ins Gespräch kommen könnte oder gar ein israelisches Zusammengehen mit den Briten – was dann in Rekordzeit durchgezogen würde, darf vermutet werden. Wenige wären verwundert, wenn solch Ding noch schneller als ein EU-Beitritt Serbiens beispielsweise erfolgte. Und wenn dem nicht so ist, dann, dass ein vereintes Zypern eine Art Frontlinie gegen das sich aufbauende Reich des Bösen, äh, Russlands und Co, welches sich in Syrien niederzulassen gedenkt, nein, sich eventuell bereits fest niedergelassen hat, gestützt und gezogen wäre. Die neue Pufferzone?!
Insofern wäre als der wahre Wackelkandidat in der Region Nahost/Südost-Europa derzeit eher die Türkei auszumachen und nicht Zypern Süd. Weil die mehrheitlich griechisch-sprachigen Zyprer im Süden haben sich bereits eindeutig positioniert, mehr nach Westen (Israel) als nach dem Osten (Russland), wohingegen Erdogan noch versucht, so etwas wie eine eigene, womöglich muslimische Art Insel zu erschaffen, was ihm wohl die EU, wie auch Russland erschweren werden. Die muslimische Insel, von der gerade die Rede ist, ist nicht etwa nur die Türkei plus dem ihr anheimgefallenen Nordzypern, sondern gemeint ist durchaus ein Verbund der Türkei mit anderen muslimischen Staaten in der Region südöstliches Mittelmeer und darüber hinaus, mit denen zusammen so etwas wie eine muslimische Insel erschaffen werden könnte: Iran, Libanon, Syrien, Irak, Katar, Bahrain, Ägypten, Saudi-Arabien, Pakistan etc.
Dumm ist an dieser durchaus aussichtsreichen und vielversprechenden Konstellation lediglich, dass Präsident Erdogan in Konkurrenz mit dem Iran steht, und dies wahrscheinlich vorrangig deswegen, weil die nicht ‚richtig‘ muslimisch sind. Und das bedingt, sozusagen automatisch, dass mit den Schiiten im Libanon wohl auch nicht Gut-Kirschen-Essen sein dürfte, wie man einst sagte, mal ganz abgesehen von den verschiedenen christlichen Strömungen, die gerade besonders um ihr Überleben im Nahen Osten fürchten.
Ja, das ist wohl das Hauptproblem des Herrn Erdogan und seiner Entourage, nämlich, dass er und die Seinen sich als bessere Muslime sehen als beispielsweise diejenigen im Iran oder Saudi-Arabien etc.
Dennoch: Die Türkei müsste sich schon bald einem Lager an die Brust werfen zwecks Überleben. Das Lager der Muslime ist (noch) zu schwach, nicht als solches kräftig genug, um seinen Widersachern auf Dauer ebenbürtig oder respekteinflößend genug Antwort geben zu können.
Bliebe Herrn Erdogan als goldener Ausweg eigentlich nur noch China. Doch die Chinesen sind nicht gerade zur Türkei nahgelegen angesiedelt – und treiben in türkischstämmigen Gebieten Chinas eine Politik, die selbst Erdogans Feinde oder Gegner wohl nicht sonderlich lustig finden dürften. Gemeint ist die schleichende Assimilation der türkischstämmigen, muslimischen Uiguren Chinas. Sie werden im wahrsten Sinne des Wortes übervölkert – und ALLE gucken zu. Ein weiterer Punkt, den man dem Rest der Welt noch ankreiden wird, ankreiden muss, und zwar vor allem dann, wenn Reden geschwungen werden über Menschenrecht; und das dieses ökonomischen Interessen voranstehe.
Und dennoch: Peking mischt sich neuerdings bis an den Bosporus und darüber hinaus vernehmlicher ein, und zwar auf vielen Ebenen. Das ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum die USA plötzlich auf der griechisch-zyprischen Bühne stehen und diesmal mit direkterer Ansprache als sonst.
Noch soll Erdogan daran gelegen sein, Assad zu entmachten. Noch ist Ankara in der NATO und noch bestehen erhöhte Spannungen, derzeit auch mit Griechenland. Noch ist Erdogan auf bestem Weg, den Weg vieler Despoten zu gehen. Die Rede ist nicht von Den Haag, unbedingt, sondern von vor allem selbstverursachter internationaler Isolation. In gewisser Weise ist die Türkei auch in diesem Punkt eine Art Zwitterwesen. Ihre Position zum Westen, dem Osten oder der sogenannten Dritten Welt ist in etwa auch da anzusiedeln: dazwischen, überall und doch irgendwo, bloß wo genau mit eigener gesellschaftspolitischer Zielsetzung?
Es geht also weniger darum, die Paar zigtausend Kilowatt Gasenergie aus dem südöstlichen Mittelmeer zu holen, als vielmehr darum, Russland sowie China davon abzuhalten, den Schlüssel zur Weltherrschaft in die Hand zu bekommen.
Nun, dass dieser Schlüssel ausgerechnet bei oder in Zypern sein soll, wäre nun wirklich vermessen. Andererseits hat diese Illusion etwas geradezu romantisch Anziehendes. So anziehend gar, dass einem Angst-und-Bange werden kann als Europäer, und Zyprer sowieso.

Sieht ganz danach aus, als müssten Entscheide gefällt werden, die aber von einer Administration Anastasiadis gar nicht erwartet werden können – und dies wird vor dem Hintergrund und den Ergebnissen der letzten Regierungsperiode von Anastasiadis selbst gesagt, der ja wiedergewählt wurde vor Kurzem. Gemeint als Entscheid ist beispielsweise eine zielgeführte Wiedervereinigung der Insel, die ‚schlechtestenfalls‘ in Kauf nimmt auf griechisch-zyprischer Seite, herbe Verluste oder Zugeständnisse machen zu ‚dürfen‘. „Was auch sonst!“ Eine Wiedervereinigung der zyprischen Inselhälften könnte sich also als ein Teil dieses Schlüssels zur Weltherrschaft eines der großen Player herausschälen – aber eine Wiedervereinigung Zyperns mit Griechenland bitte bloß nicht wieder!? Obgleich: Wer weiß, wann dieses Thema oder Gespenst auf die politische Bühne im südöstlichen Mittelmeer Europas kommt – oder aber gehoben wird?

Wollen wir doch noch etwas in die Details sehen. Schließlich ist Frühling. Die Insel ist noch vorwiegend mit der Farbe Gelb überzogen und Grün. Vassili hat seinen Deutschland-Aufenthalt inzwischen wahrscheinlich schon längst vergessen. Sie wissen: Vassili, das ist unser knapp einjähriger Kater. Noch fauler ist er geworden, was das Spazierengehen angeht. Die viele Sonne fordert eben ihren Tribut. Dem Vernehmen nach dürfte es der Sonne in der Sommersaison 2018 eventuell ‚gelingen‘, die Wasserreservoire der Insulaner auf einen bedrohlichen Stand hinunter zu brennen. Man wird sehen. Gewiss oder hoffentlich hat Afrodite noch ein Ass im Ärmel für die Insulaner – wie meistens. Es könnten die kommende Saison eh weniger Touristen werden, die Zypern anpeilen als Ferienort, weil die Türkei und Ägypten mit ihren vermeintlich niederen Preisen wohl doch viele überzeugen dürften. Fehlte eigentlich nur noch, dass Erdogan deswegen geschwind der Anweisung des Gerichtshofes in Holland folgt und unrechtmäßig in Haft gehaltene Journalisten und andere entlässt. Ist ja auch ein Witz, dass das oberste Gericht der Türkei einige dieser Leute freispricht und Erdogan, dem das Urteil missfällt, genau das Gegenteil dessen anordnet, was auch noch zum Entsetzen der meisten Beobachter von den türkischen Behörden so durchgezogen wird.
Zusammen mit einer Art Entschuldigung des türkischen Präsidenten für die Art und Weise, wie die Dinge gelaufen sind nach dem angeblichen Putsch 2016 in der Türkei, könnte er im Handumdrehen die Türkei, wenn nicht dieses Jahr, so das Jahr darauf, zum Spitzenreiter der globalen Touristenschar als Destination machen, darf vermutet werden. Ob er so viel Größe zeigen wird? Herr Zuckerberg von Facebook hat es jedenfalls geschafft, gewisse Fehler in seinem Konzern einzugestehen.
Die Zyprer im Süden der Insel machen durchaus einige Anstrengungen, um das sprunghafte Verhalten der Masse namens Touristen zu beeinflussen. Ob es denn langfristig die richtigen Maßnahmen sind, die ergriffen wurden und werden, sei dahingestellt. Weil: In Zypern sind keine Chinesen am Ruder. Soll heißen: Letztere planen ihre Politiken langfristig und Erster tun das eher nicht. Und genau so in etwa kommt einem vor, was in Zypern allgemein, doch nicht immer, auf die Schnelle auf die Beine gestellt wird und wurde: eher kurzfristig. Nun: Das Kurzfristige bringt mindestens Arbeit und Arbeitsplätze, wenn andauernd etwas neu errichtet wird und dann schon bald wieder abgerissen oder erweitert werden soll oder muss, mögen Sie denken. Hoffen wir, dass sich die durchaus zuweilen kreative und wirklich intelligent eingesetzte Dynamik der Insulaner doch noch auf andere Art und Weise zur Schau zu stellen weiß.
Die Menschen im türkisch-zyprischen Norden träumen derzeit wahrscheinlich mehrheitlich davon, dass in der britischen Basis von Dereneia auf Zypern ein weiterer Übergang in den Süden – und zurück – eröffnet werde. Sie erhoffen sich dadurch, noch mehr Touristen und Geschäftsleute nach Famagusta und Umgebung aus dem Süden der Insel zu lenken. Zwar hat der Süden Zyperns, die Republik Zypern also, wenig Absicht, den mehrheitlich türkisch-sprachigen Nordzyprern ihr Überleben zu erleichtern, doch nicht nur Not macht erfinderisch, sondern auch die Liebe zum Geld – nennen wir es doch beim Namen. Ja, schon Länger wird darüber gerätselt, wie man seine ideologischen Scheuklappen umgehen könnte auf Zypern, um Famagusta und ein hermetisch abgeschlossenes Gebiet vor dieser Stadt wieder ins Rennen um Dollars und Euros etc. zu schicken. Es darf allerdings weiterhin mit eher verhaltener Spannung darauf gewartet werden, dass etwas Greifbares in dieser Angelegenheit passieren wird. Doch man weiß ja nie.
Ja. Auch dieses Thema ist derart abgenagt, dass der erwähnte Spannungsgrad eher der einer Erschlaffung gleicht. Hoffen wir, um so oder anders im Bilde zu bleiben, dass es sich noch nicht um eine ausgeprägte Impotenz dabei handelt. Da könnte noch was gehen, wenn die USA … .

Die US-Amerikaner lassen wissen, sie seien interessiert daran, dass die beiden Zyprer/innen sich wieder an Verhandlungstische setzen – und endlich mal zu einem Abschluss kommen. Bekanntlich gibt es eine Bedingung, irgendwo niedergelegt und aufgeschrieben, die verlangt, dass die Streitigkeiten zwischen den beiden Seiten erst beigelegt sein müssten, bevor ernsthaft mit der Exploration des Gases und/oder Erdöls, welches massenhaft vor der Insel liegen soll, begonnen werden kann. Scheinbar gibt es Anlass, daran zu glauben, dass da unten unterm Meer nun doch profitable Mengen liegen könnten – weil warum sonst sollte sich die Trump Administration plötzlich so in Szene setzen, mal abgesehen von dem Ringen um den Schlüssel der Weltmacht. Um der Türkei Eins auszuwischen? Möglich wäre das zwar als Erklärung, doch vielleicht eher unwahrscheinlich. Dies, zumal Erdogan und die Seinen erkennbar bemüht sind, es sich nicht völlig mit Trump zu verscherzen, denn der Letztere scheint wirklich keinen Spaß zu verstehen, wie die vor Kurzem veranlasste Besetzung des Außenministeramtes mit dem vorherigen CIA-Direktor Bolton eindeutig zeigt, sowie andere Neubesetzungen mit politischen Falken in Washington. Ein politischer Falke, wie er im Buche steht, soll dieser Bolton sein.
Politische Falken gibt es wirklich zur Genüge in der Türkei, derzeit. Der Stellvertreter des Außenministeriums und Außenminister Nordzyperns (KKTC) Özeray widerspricht scheinbar energisch der Behauptung, in Nordzypern ginge man an der Leine Ankaras. Maroniten Dörfer will er in Gesamtnordzypern besucht haben und kommt zu folgendem Schluss: Gar keinem offensichtlich, weil nirgends etwas zu seiner Rundreise gelesen werden kann (auf die Schnelle) und er sich über sein Twitter-Konto leider nicht den Fragen Zypernsundmehr-News stellte.
Özeray findet, dass die Verhandlungen mit dem zyprischen Süden eigentlich nur aus einem Grund wieder aufnahmefähig geworden seien: Um sich in Sachen Verteilung der Reichtümer aus dem Meer (Erdgas) gerecht zu einigen. Alles andere wären Themen, die sich danach praktisch wie von selbst lösten. Diese Analyse dürfte wohl den Nagel auf den Kopf getroffen haben, Herr Özeray! Daher hätten wir gerne ein Interview mit ihm geführt. Könnte ja noch Wirklichkeit werden. Wie gesagt, auch in Zypern gilt: Money makes the world go around!
Ansonsten gibt es aus dem Norden Zyperns eigentlich wenig zu berichten, was von Interesse ist, wenn man dort nicht lebt. Sie dürfen es glauben: Ich täusche mich da ganz gewiss. Dennoch: Dass den Behörden aufgefallen ist, dass zu viele nordzyprische Pässe von den Vorgängerregierungen ausgegeben wurden, ist ja schon seit über 30 Jahren bekannt. Doch jetzt gerade scheint dieses Thema innerhalb der nordzyprischen politischen Klasse etwas hoch zu kochen. Anscheinend ist die nationale Zugehörigkeit des einen oder der anderen Politiker/in im Norden Zyperns doch nicht ganz vorschriftsgemäß abgelaufen oder eindeutig genug. Soll heißen: Es ist nicht immer ganz klar ersichtlich nach den ‚herrschenden‘ Statuten, wie er oder sie zum nordzyprischen Pass kam – und wann.
Notiz zuletzt: Auf WDR 5 in den Nachrichten für Asylsuchende, Arabisch, vom 15. März 18, wird vermeldet, in Berlin sei die Anzahl der Messerangriffe auf das 200-fache im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Das ergab sich bei einer Senatssitzung, als die Frage danach gestellt wurde. Der CDU-Abgeordneter Trapp regte daraufhin an, dass „Messerangriffe als Tötungsversuche und nicht nur als gefährliche Körperverletzung eingestuft“ gehörten. Diejenigen, die zum Messer greifen, sind vorrangig anscheinend männliche Asylsuchende, Flüchtlinge, unter 21 Jahren.In 80 von 2700 Fällen waren die ‚Täter‘ Kinder.

via Februar 2018

Februar 2018

„Verlassen Sie Ihre Wohnung in einer Stunde“,
titelte die Taz am 01. Februar 2018 und meinte damit nicht etwa Menschen, die irgendwo in Syrien leben, sondern andere in Dortmund – die ersteren dürfen nämlich, leider, meist nicht mit einer Vorwarnung im Notfall rechnen. Dieser kommt ‚einfach‘ über sie! ‚Gott ist der größte, allumfassend weise‘ etc., steht ja im Koran – und wahrscheinlich nicht nur dort. Das erwähnen Muslime meist, wenn ein Desaster über sie oder andere hereingebrochen ist, wahrscheinlich zwecks Schockbewältigung und dergleichen.
Wer in Deutschland im Streit mit seinem Vermieter lebt, wird, wenn von Notfall-Wohnungsräumen die Rede ist, gewiss die Ohren spitzen – denn die Intown Property Management GmbH, die den Wohnblock der „Hannibal“ in Dortmund managed, schreibt die Tageszeitung des Weiteren, habe ein äußerst undurchsichtiges Netzwerk, dessen Enden in einem Vorort von Nikosia-Süd auf Zypern enden sollen. Die Rede ist von den zyprischen „Fanrouge Limited“ und der „KKLAW Nominees Ltd“. Beide Unternehmen sind im Handelsregister als Mütter der Hannibal eingetragen:
„… die Spuren enden schließlich bei einer zypriotischen Anwaltskanzlei in der Peripherie eines Vororts der Hauptstadt Nikosia“, wo sich „ein gewöhnliches Wohnhaus [befindet]. … Über solche Adressen landen die Mieteinnahmen aus dem Hannibal in der Steueroase am Mittelmeer“ – siehe auch, fügen wir hier da geradezu schon naseweis hinzu, die „Panama Papers“ etc.
Bevor hier noch auf Anderes eingegangen wird, sei noch kurz vorweg angemerkt:
Die Stadt Frankfurt a.M. scheint wieder eine Reise wert zu sein. Das wurde gerade übers letzte Wochenende ausgetestet. Meine Empfehlung, und das ist keine Schleichwerbung: Hotel Metropol! Klein, zentral und/aber fein mit 4 Sternen.
Ohne das offizielle kulturelle Programm der Großstadt am Main wirklich wahrzunehmen, die gerade Oberbürgermeister-Wahlen hat, kann man sich seine Zeit neuerdings in der Innenstadt durchaus locker und gut vertreiben. Die Münchner- und Kaiserstraße haben für Leute, die Berlin noch in einigermaßen guter Erinnerung haben, gewiss erholsamen, ja, erinnerungsträchtigen Charakter. Warum nach Berlin Kreuzberg oder Neukölln, wenn diese beiden Straßen Frankfurts so nahe sind? Stopover via Frankfurt scheinen auch daher zukünftig wieder etwas mehr Sinn zu machen – zum Beispiel solche von und nach Zypern pendelnd, anstatt immer wieder in Basel, Stuttgart oder Zürich.
Nun zurück zur Hannibal: Sonst ist es ja als das Argument „Eigenbedarf“, vor dem der fast nicht zu kündigende Mieter Angst haben muss in Deutschland, welches ein Vermieter aus dem Ärmel ziehen kann, um einen Mieter kündigen zu können – auch wenn man seine Miete monatlich brav bezahlt hat etc. Wie nun zu lesen ist, zieht die erwähnte Hannibal in Dortmund ein weiteres, sozusagen totsicheres Argument aus dem Sack, von dem man kaum spricht allgemein: „Unzureichender Brandschutz!“ Der Flughafen in Schönefeld/ Berlin lässt der bei Ihnen hier im Beitrag angekommen etwa schon um zwei Ecken schelmisch grüßen?
Apropos „schelmisch“, zumal ja dieser sonnige Staat zuvor schon genannt worden ist:
Vor kurzem wurde irgendwo verkündet, die EU habe ausgerechnet den Staat Panama von der Liste der Steuerparadiese gestrichen. Letzteres kommt im Vergleich eigentlich schon fast einer Streichung Deutschlands als einer der größten Umweltsünder in Europa gleich. Beide Streichungen sind oder wären doch wohl eher hirnrissig. Ein Schelmenstreich?
Nicht unbedingt hirnrissig, aber für manchen äußerst verwunderlich, ist, wie ausgerechnet der Grünen Politiker Kretschmer in Baden-Württemberg, der „Landesvater“, inzwischen zum „beliebtesten Ministerpräsidenten der Republik (Taz)“ mutiert sein soll. Immerhin hat die SPD im Ländle, Baden-Württemberg, angeblich bewiesen, dass sie an Reform interessiert ist. Sie wollte in der Politik mehr Frauen in Stellung bringen usw. Die CDU, die beim Reformieren eigentlich reformorientiert mitmachen wollte, habe dem Vorhaben aber doch noch den Riegel, vorerst, vorgeschoben in Stuttgart im Parlamentle. Frauen?
Immerhin: Ab dem 01. Februar 2018 ist die sogenannte Istanbul-Konvention in Kraft, wie wir noch alle erinnern, stimmt‘s? Frauen sollen ihr zufolge ja nicht etwa mehr oder öfter Kopftuch tragen oder ohne Widerspruch sich schlagen lassen, sondern ihnen wird mehr Recht bei Gewalt, die gegen sie ausgeübt wird, anstatt eingeräumt. Katja Grieger, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Frauen gegen Gewalt e.V. (Taz) sagt:
„Natürlich hätte ich mir in Details andere Formulierungen gewünscht. Aber die Konvention ist das stärkste Instrument gegen Gewalt gegen Frauen, das es momentan gibt. Sie ist eine echte Schatzkiste für all diejenigen, die diese Gewalt wirklich eindämmen wollen.“
Bis sich das Gegenteil, oder so was in diese Richtung neigend, herausstellt, mag hier noch angefügt werden. Immerhin: Das Merkel-Kabinett ist, was die Geschlechter angeht, erstmals GERECHT verteilt, wenn die SPD denn Groko-freundlich abstimmt demnächst. Soll heißen: Bei Neuwahlen in der Republik könnte die Neue in der CDU, die ehemalige Ministerpräsidentin aus dem Saarland (AKK), vielleicht aus Opportunismus oder anderen Beweggründen ihre Geschlechtsgenossinnen an der Macht im Reichstag doch wieder etwas davon zurückhalten. Vielleicht mit dem Argument: ‚Ich bin doch auch Frau‘, was dann ja ganz offensichtlich in Anlehnung an Merkels Argument „ich bin doch aus dem Osten!“ gelesen und verstanden werden müsste, welches sie ja angebracht hatte, um ihr ostloses Kabinett zu rechtfertigen. Wahrhaft, das wäre erster Beweis eigenständigen Denkens der Saarländerin!?
Wir dürfen also gespannt sein, ob und wann Frau in Germanistan endlich auf ungleiche Bezahlung der Geschlechter mit müdem Lächeln als historisch zurückliegend schauen kann. Wann bloß? Vergessen wir, erlauben Sie es bitte, doch besser das Geschrei um „#me too“ und wenden uns vielleicht entscheidend Wichtigerem zu: dem gleichen Lohn!
Obgleich, selbige zuvor gestellte Frage, die nach den Frauen, beantwortet in anderem Kontext, eventuell, eine Zeichnung in der Taz auf Seite 12 vom 01.02.18 auf ihre Weise:
Der Hintergrund dieser Zeichnung ist hellblau gehalten. In diesen wird mit einfachen schwarzen Strichen ein junger Mann gezeichnet, der an der Hand einen Schimpansen führt, dessen Fell in der Farbe Orange zu sehen ist; und auch dessen Konturen zieht der schwarze Stift ins Hellblaue. Beide Figuren sind von Hinten, vor einer Türe zur Rechten zu betrachten und halten Hände – der Affe gibt die linke, der Mensch die rechte. Der junge Mann guckt gerade eben mit freundlichem Gesichtsausdruck zum Affen herunter, wie vielleicht auch zu seinem Kind, Frau oder kleineren Bruder. Das Gesicht des ersteren ist in der Farbe Weiß-Rosa gehalten, so auch die eine Ferse seines Beins, die aus dem Blaumann geradezu ragt, den er trägt. Die Verse sticht farblich derart hinaus bei seinem gesetzten Schritt nach vorne, als wollte diese auf folgendes hinweisen: Gleich schlag ich eine Harke!
Wie gesagt, die beiden sind in Bewegung in Richtung Bild-Inneres, genauer: hin rechts zur bereits erwähnten Tür, welche in den hellblauen Hintergrund mit demselben schwarzen Stift gezeichnet ist wie die beiden selbst – und die ist nicht mehr allzu fern von ihnen. In der Mitte der Tür steht mit großen Lettern „DR.DIESEL!“ Ja, und was steht wohl in der Sprechblase über dem Menschen mit dem freundlichen Gesicht, der zum Affen spricht?
„GLAUB‘ MIR, ATEMTHERAPIE IST DER LETZTE SCHREI!“
Verehrte Leser: Das eben Geschriebene stürzt mich schon fast in einen Gewissenskonflikt, da ich, wie ja im letzten Beitrag hier noch gerätselt wurde, Kater Vassili nun doch kastrieren ließ. Es soll Folter sein, es nicht zu tun – und seine Markierungen würden unheimlich stinken etc.: Diesel me, Diesel we, Diesel du!?
Falls es noch immer nicht Klick gemacht hat: Die Tierversuche bei VW werden mit der Zeichnung in der Taz thematisiert und für manchen gewiss auch das herrschende Machtverhältnis Mann-Frau, und ersteres ist als Thema bei Ihnen wahrscheinlich schon längst wieder in der Klamottenkiste des täglichen Nachrichtenansturms gelandet? Nicht mehr aktuell!?
ΟΚ, das langweilt einige unter Ihnen bereits. Dann vielleicht ist dem auch so, weil Sie auf etwas zu viel Geld sitzen und einfach nicht wissen, was damit anfangen? Sie wissen ja, was neuerdings der Gier der Märkte und Banken wegen die Runde als lustigster Spruch des Jahrzehnts macht:
„Sparen kannst’te verjessen!“
Vielleicht probierten Sie es mal mit Investieren. Bloß wo? Wie wär’s, Sie eigneten sich endlich mal die Namen jener Kunstschaffenden an, und dann deren Werke, die derzeit und wahrscheinlich auch noch in 10 Jahren einfach NUR angesagt sind und eine gute Geldanlage sowieso zu sein scheinen:
Isa Genzken, Bridget Riley, Yayoi Kusuma, Luc Tuymans, Jeff Koons, Marlene Dumas, Lisa Yuskavage etc.
Diese Künstler nicht zu kennen, meine Damen und Herren, das können Sie sich ab jetzt nun wirklich nicht mehr leisten! Eigentlich kann es sich die Republik, also Deutschland, auch nicht leisten, alte Menschen eher schlecht pflegen zu lassen und Neuankömmlinge, wie die viel besprochenen Flüchtlinge, – mehr oder minder – zu oft sich selbst zu überlassen. Mal ganz abgesehen von den ‚normalen‘ schulpflichtigen Kindern, denen viel mehr Lehrmaterialien und Lehrer, Psychologen und hast-Du-nicht-gesehen zur Seite gestellt gehörten. Wieso hier und jetzt solch Geschrei? Dazu mehr am Ende dieses Beitrags. Jetzt erstmal das, was nun kommt:
Wir leben schließlich in 2018 – und Süd-Ost-Asien droht wie im Galopp an Europa vorbeizuziehen auf nahezu allen global veranstalteten Rennen, siehe demnächst Syrien oder Teile Afrikas, ja, auf ureigenem Terrain sogar, nämlich in Europa. AfD hin oder her! Die letzteren wollen auch nicht, dass ihre Kinder oder Kindeskinder im südostasiatischen Raum Klinken putzen gehen müssen – demnächst, also in absehbarer Zeit. Das will wahrscheinlich niemand wirklich riskieren und doch fällt Groko nur ein Paar kümmerliche Änderungen ein. Ein bisschen schneller soll das Netz werden. Mancher glaubt gehört zu haben, bis 2025 soll dem so für angeblich alle sein. Ja bis dahin haben die Asiaten uns schon weggekauft – und digital um-ge-surft wahrscheinlich sowieso!
OK, ich krieg mich wieder ein, ABER … .
Außerdem, und das steht hier nicht zufällig im vorherigen Kontext: Gerade mal 1 Ostdeutscher gehört dem neuen Kabinett an, wenn es denn zustande kommt und wenn DIE sich nicht doch noch berappeln davor. Wenn dieses Missverhältnis nicht Wasser auf die Mühlen einiger Rechter im Osten Deutschlands ist, was dann? Geht es noch unsensibler? Die Taz vom 08. 02. 18 zur Unsensibilität in anderem Gewand:
„… Die Verteidigungsausgaben sollen zwar weiter steigen, aber nur „im Verhältnis von eins zu eins“ zu Ausgaben für Entwicklungshilfe, humanitäre Hilfe und Krisenprävention [, die Rede ist offensichtlich von einer Mogelpackung, wo keine Sau mehr nachrechnen kann, vielleicht auch nicht belegen kann, wie man auf diesen oder jenen Ausgabensatz gekommen ist. Und:]. Bei den Rüstungsexporten fällt der Koalitionsvertrag gegenüber dem Sondierungspapier in einem Punkt zurück: Neue Geschäfte mit Ländern, die am Jemen-Krieg beteiligt sind, will die Große Koalition zwar weiterhin nicht genehmigen. Bereits angelaufene Geschäfte will die Koalition jetzt aber nicht mehr stoppen [, „die Schweine“, hat sich in meinen Redaktionsräumen darüber schon Jemand geärgert. Doch der Wahn geht weiter:]. Im Gegenzug sollen zwar „Kleinwaffen grundsätzlich nicht mehr in Drittländer exportiert werden. Grundsätzlich bedeutet aber immer, dass Ausnahmen möglich sind, [verstehen Sie?]. Grundlegende Verschärfungen wird es bei den Rüstungsexporten nicht geben. Auch sonst bleibt im Kapitel zur Außenpolitik fast alles beim Alten. … Union und SPD setzen auf Kontinuität.“
Das Letztere klingt äußerst unheilvoll, wenn DIE so weitermachen wollen! Insofern und wie eben dargelegt wurde, käme die entstehende Groko nicht erst im ausgewiesenen Punkt „Europa“ „dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron entgegen, der einen eigenen Haushalt für die Eurozone fordert“, sondern auch bei der allgemein betriebenen Aufrüstung, die ja in einer Art und Weise geschieht, als stünde ein Krieg an. Dass Wirtschaftskrieg der Obermacker bereits geführt wird, sollte uns allen so langsam mal dämmern – Krieg der Profilierungssucht. „Der von Macron gewünschte Posten eines europäischen Finanzministers kommt im Koalitionsvertrag nicht vor.“ Und dem ist so, wegen der Profilierungssucht.
Vielleicht machte es vor dem Hintergrund der allgemeinen Entwicklung eh mehr Sinn, einen EU-Kriegsminister zu installieren – auch aus prophylaktischen Gründen. Und da wir schon von Prophylaxe reden, und von solcher längst nicht mehr gesprochen werden kann im Folgenden, dies:
Schleuniger als schleunigst haben sich die Damen und Herren der Großen Koalition, wenn sie denn zustande kommt, dem Thema Gebrauch von Reserveantibiotika in der Tierhaltung und andernorts GEFÄLLIGST zu widmen! Die planen Milliarden von Euro sonst wo hinein zu stecken; und die Leute können derweil im Sommer darüber nachdenken, ob sie besser nicht in ihren geliebten, eventuell bakteriell gefährdeten Badesee reinspringen, um sich zu ‚erfrischen‘ – wo sich doch der sinkenden Löhne wegen recht viele Bürger nicht mehr leisten können, im Ausland irgendwo am Meer Urlaub zu machen. Wir erinnern: Die nächste Grippe könnte für die so Infizierten nämlich bereits klinisch „Schach-Matt“ bedeuten, und zwar resistenter Erreger wegen, die schlampige, um nicht zu sagen verantwortungslose Politiker Konzernen und anderen Machtzentren ‚erlauben‘, mal so in der Umwelt sich auszuprobieren. Diese Erreger lauern, wird gesagt, geradezu in unseren Körpern und warten auf eine Schwäche desselben, die dann gnadenlos genutzt wird – aller Voraussicht nach tun die Resistenten das zunehmend letal! Kurz:
Die zuweilen halbseidenen Methoden im Berliner Reichstag verursachen offenbar zunehmend merklicher Schäden, und zwar solche, die sich in Richtung irreparabel ganz unerfreulich neigen, wo man hinschaut. Es wird Zeit, den meisten betriebenen, sogenannten Politiken Einhalt zu gebieten und die Aufmerksamkeit oder Betriebsamkeit der politischen Akteure vom oder im Reichstag dorthin zu richten, wo sie für die Allgemeinheit ECHT nachvollziehbar von Nutzen sind, zum Beispiel: Weniger Antibiotika und/oder multiresistente Keime in der Tierhaltung, in Krankenhäusern etc., schärfere Kontrollen und härtere Strafen, eine Abkehr von der Massenproduktion hin zu Qualität; Ende des Betrugs an der Öffentlichkeit durch unethisch betriebenes Profitstreben, JETZT und in jedem erdenklichen Bereich!
Dass das sich demokratisch nennende System EU und/oder Deutschland inzwischen bis auf die Grundfestung versifft ist, beweist unter anderen auch, dass „die deutschen Vertreter Allianz und Munich Re … zumindest an[deuten], ihre Geschäfte prüfen zu wollen. Die Allianz schreibt auf Anfrage der taz, man untersuche „seit 2004 grundsätzlich alle potenziell kritischen Geschäftsabschlüsse systematisch auf ESG-Risiken“ – also auf Umwelt und Sozialrisiken.“ Soll unter anderem auch noch heißen, wie die Tageszeitung am 08. 02. 18 des Weiteren feststellt: Dass Versicherer wie die Allianz, Axa, Swiss Re oder Zurich etc. „bei der Expansion der Kohle“ in Polen kräftig mitmischen!“
Anstatt wird das Interesse der Leute auf die andere Kohle gelenkt – und zwar derzeit gern auf „Bitcoin“, die demnächst als „Eurocoin“ die Runde machen dürfte. Nicht nur das Institut für Makroökonomie (IMK) besorgt die auffallende „Sorglosigkeit [Taz]“, mit der in den USA und andernorts so etwas wie eine „Deregulierung“ im Finanzsektor gepuscht wird. Das IMK schreibe, resümiert die Taz am 08. 02. 18:
„Handlungsbedarf besteht … beim Handel mit Wertpapierderivaten. Das globale Volumen der zugrundeliegenden Werte „ist 2017 auf mehr als 500 Billionen US-Dollar“ (400 Billionen Euro) gestiegen – mehr als das Fünffache der weltweiten Wirtschaftsleistung. Diese Geschäfte müssten besser reguliert werden, sonst entstehe die nächste Spekulationsblase, [in der wir sehenden Auges schon längst – wieder – schwimmen].“
Und dennoch werden in Deutschland Kinder in diese Welt gesetzt. Dem Vernehmen nach sogar zusehend mehr. Das ist einerseits erfreulich. Andererseits darf dabei halt nicht das Globale aus dem Auge entlassen werden, wie bereits angetönt. Denn es ist zu befürchten, dass dieser Kinderzuwachs-Trend ein globales Echo hat – egal, von wem diese Vermehrungswelle ausging und geht. Einige behaupten ja, es seien „die Muslime“, die uns den Kinderreichtum im 21. Jahrhundert einbrockten, den wir bereits als überwunden ansahen. Nun, manch christliche und/oder jüdische etc. Splittergruppe könnte den Trend allerdings auch mit angestachelt haben – was ja im Grunde nicht das Schlimmste wäre, würden denn auch alle Mäuler zur Genüge gestopft werden: mit Nahrung, nicht mit Lappen oder dergleichen. Wussten Sie: Manche sollen sogar foltern, ohne solche Stimmen-Ersticker zu benutzen. Nun, auf diese Angelegenheit weiter oder näher einzugehen, erspar ich uns jetzt.

Nur gut, mag da die eine oder der andere unserer Leser resümieren, dass die Renten zumindest bis 2025 sicher sein sollen in Alemannia. Obgleich: Das Ende der sogenannten Zweiklassenmedizin kann nun von Herrn Schulz, dem abgesägten, vermeintlichen Außenminister, doch nicht mehr gesehen werden – und seinen Parteifreunden. So etwas wie eine weitere Arbeitsgruppe wird anstatt eingerichtet. Hurra! Die Versorgung gesetzlich Versicherter soll angeblich verbessert werden in Sachen Leistung und Zugang. All das wollen wir aber besser erst glauben, wenn wir es von der Groko umgesetzt sehen. Aus Erfahrung hat da so mancher seine Zweifel – vor allem als Nicht-Privatpatient. Doch immerhin, mag es da bei den Lesern denken: Anscheinend werden ab Januar 2019 Arbeitgeber und -nehmer wieder zu gleichen Teilen ihre Krankenversicherung bezahlen. Und:
„Auch ansonsten sollen die gesetzlichen Regelungen so geändert werden, dass Bezieher sozialer staatlicher Leistungen in ihrem Wohneigentum bleiben können. … Bis 2025 soll das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent fallen und der Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigen [TAZ 08.02.18]].“ Aber:
„Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Leitungsfunktionen im öffentlichen Dienst soll als bis zum Jahr 2025 zu erreichendes Ziel für den Geltungsbereich des Bundesgleichstellungsgesetzes festgeschrieben werden [Taz 08.01.18].“
Die Betonung, verehrte Leserschaft, liegt hier auf dem unspektakulären „soll“.
Was mich betrifft, kann gesagt werden: Wusste ich’s nicht schon immer, dass die Rente wahrscheinlich dann einknickt, wenn ich dran komm? Schließlich bin ich ja ganz offensichtlich die Person, die immer das Ende einer Ära mitkriegen ‚darf‘: das Ende eines ‚freien‘ Afghanistans vor dem Einmarsch der Sowjets, wo ich damals eigentlich hinreisen wollte und dann etwas länger deswegen in der Türkei verblieb, die Umwandlung des Arbeitslosengeldes, als ich endlich auch mal auf arbeitslos machen wollte und, längst nicht zuletzt, der Anschlag Assads auf seine eigene Bevölkerung, als mehr oder minder die Koffer gepackt waren, um in Syrien zu leben und mich als Korrespondent und/oder Lehrer dort durchzuschlagen etc.
Nee, Sie glauben doch nicht etwa, dass ich mit knapp 61 Jahren mir Lorbeeren holen gehe ẚ la Yücel von der WELT, um einer (vermeintlichen) Nachricht wegen im Knast zu schmoren oder gar die Tastatur abzugeben, wie so manch anderer aus meiner Branche? Immer mehr macht sich bei einigen, die das Ding mit der Vernetztheit unserer Zivilisationen glauben verstanden zu haben, die Idee nämlich breit, dass aus Ländern mit skrupellosen Regimen – und auch über sie – nicht berichtet werden sollte; oder nur das aller Nötigste. Despoten nutzen den entfachten ‚Nachrichten-Hype‘ offensichtlich IMMER gekonnter zu ihren Gunsten aus. Und ihre ‚Schäfchen‘ werden durch den entfachten medialen Hype, so oder anders, erst recht in Mitleidenschaft gezogen. Viele finden, es ist an der Zeit, solche Regime, wie man sagt, zu schneiden, medial wegzuschneiden. Keine Korrespondenten, keine Botschaften. Keine Exporte.
Tut euer ‚Wunderwerk‘ ohne unsere Mithilfe!
Den Versuch wäre es definitiv wert. Jedenfalls Waffen dorthin zu verkaufen, Journalisten dort auflaufen zu lassen, im wahrsten Sinne des Wortes, im Bundestag große Reden darüber zu schwingen oder Verlage die Umsätze mit Nachrichten darüber steigern zu lassen, während die betroffenen Menschen nicht nur leiden, sondern auch noch die tollen Deals, die unsere Regierungen und Firmen aushandeln ausbaden dürfen, gehört definitiv in die Vergangenheit geschoben.
Abbruch der Handelbeziehungen!
PUNKT.
Nicht ganz Full-Stop! Der Pontifex in Rom hatte bekanntlich nichts Wichtigeres zu erledigen, als Erdogan zu sich zu rufen – noch Anfang Februar 2018. Angeblich seien sie sich nur in puncto Jerusalem einig geworden – also, dass diese „heilige“ Stadt nicht Hauptstadt Israels werden solle. Wer daran glaubt, dass die (beiden Geistlichen) nur bei diesem Punkt einig wurden, soll selig werden. Einmal mehr zeigte sich anhand dieser Visite des Mannes aus Kasım Paşa/Istanbul, dass je ekeliger ein Staatsmann zu ‚seiner‘ Bevölkerung ist, desto mehr, ganz offensichtlich, kriechen ihm andere Staatsmänner und -frauen Hinten hinein!
Ich meine, wir sprechen, beispielsweise, von dem Erdogan, dem die Religionsbehörde „Diyanet“ der Türkei direkt unterstellt ist. Die Betonung liegt auf „direkt“. Das für all jene, die Schnell-Leser sind und diesen Punkt vielleicht überlesen der Geschwindigkeit wegen. Letztere, die Diyanet also, brachte kürzlich, koranischer als der Koran, zur Welt, es sei unschicklich für einen Muslim, mit der linken Hand zu essen; ja, besser, so verstehen wir das hier, man ließe vom Essen mit Messer und Gabel ganz ab – zurück zum Essen mit der rechten Hand also. Insofern wäre schon mal interessant, Ihre Eminenz Erdogan öffentlich Essen zu sehen. Wir Bürger, wir vom „Volk“, sähen das wirklich gern mal, wie der Herr zu speisen gedenkt. Ob der Geistliche in spe wohl noch zur Gabel greift und dann mit welcher Hand? Weil die Gabeln, so weit hier bekannt, werden auch in türkischen Top-Restaurants links liegend um den Teller drapiert mit dem Messer rechts etc. Und nicht Jeder soll die Courage haben vor aller Leute Augen, diese Ordnung umzugestalten, also, dass das Besteck ‚falsch‘ um den Teller liegt beziehungsweise gebraucht wird. Diyanet findet auch, dass türkische Mädchen mit 8 Jahren heiratsfähig sind – und Jungs mit 12. Zafer Senocak in der Welt am Sonntag vom 25. Februar 2018:
„Im Jahr 1945 veröffentlichte der Philosoph Karl Popper … „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“. Dieses Buch hat das Denken der freiheitlichen Gesellschaften geprägt und diesen während des Kalten Krieges Orientierung gegeben. Heute müsste es wiederentdeckt werden. Denn wir sind gerade Zeugen der Gründung einer Internationalen, die man als ein Bündnis der Feinde der offenen Gesellschaft bezeichnen kann. … Ihre giftige Wirkung aber entfaltet diese Bewegung in Ländern, in denen die Demokratie nicht festgelegt ist [, andernorts wird hier von „Demokraturen“ gesprochen. Eigentlich wäre, finden nicht wenige, von „Diktakratien“ zu sprechen angesagter], wie zum Beispiel in der Türkei … Ankara ist inzwischen zu einem Symbol der Wiederkehr längst überwunden geglaubter Denkmuster geworden … Wie von jedem autoritären Regierungssystem geht von der Türkei inzwischen auch eine Gefahr nach außen aus. Doch in Europa wird dies nach wie vor nicht gesehen oder unterschätzt. … . Dabei entscheidet sich die Zukunft der europäischen Sicherheits- und Friedensordnung … vor allem auch in der Türkei. Die Flüchtlingsfrage war nur ein Vorgeschmack auf das, was passieren kann, wenn die Brücken in den Nahen Osten und nach Süden abbrechen und Europa seinen Einfluss in diesen benachbarten Regionen nicht mehr ausübt. …. Unter der Politik Erdogans wird das Land … immer mehr zum Trojanischen Pferd Russlands. … . Erdogan ist inzwischen [Putins] Geisel und sein Partner zugleich. … . [T]ürkische Staatspropaganda ist aggressiv aufgeladen und hat das Land mit einer Fantasiewelt großer Bedrohungen verkleidet [: der Westen, die USA, Israel]. … Die USA sind inzwischen der Feind Nummer eins in der Türkei … [, weil] die Sicherheitsinteressen Israels und die Agenda der Regierung in Ankara einfach nicht mehr zusammenpassen. … . Wie kann man mit Islamisten verhandeln? … . Ganz zu schweigen von unseren [deutschen] Politikern, deren samtweiches Auftreten gegenüber Figuren wie Putin und Erdogan weit davon entfernt ist, diese in ihre Schranken zu weisen. … . Es geht nicht nur um militärische Strategie[n]. sondern um die Art und Weise politischer Ordnung, um Lebensart, um Ausstrahlungskraft, es geht um Ängste und Sehnsüchte. Das türkische System verspricht inzwischen der islamischen Welt Hoffnung auf Verbesserung der Lebensumstände einfacher Menschen, so ähnlich wie die Kommunistische Partei Chinas den Bürgern [, Volksgenossen] Wohlstand in Unfreiheit beschert hat. Der Preis ist eine Gesellschaft der moralischen Verwerfung, der Unfreiheit und der Rechtsbeugung. [Letzteres ist vor allem das Unschönste daran]. … . Das Gespräch mit der Türkei darf nicht abreißen. Was heißt das genau? Wäre es nicht an der Zeit, einmal in das Land hineinzuhorchen und die säbelrasselnde Rhetorik des türkischen Regierungsapparats etwas ernster zu nehmen? … Durch Sprache wird Angst verbreitet. Aufwiegelung und Mobilisierung sind inzwischen zu Strategien des Machterhalts geworden. Zielscheibe ist dabei die liberale Philosophie des Westens … Eigentlich hat die Türkei mit dem Einmarsch in Syrien eine rote Linie überschritten. [Sie wurde und ist allerdings an Überschreitungen dieser Art gewöhnt, siehe Nordzypern, welches eher unrechtmäßig noch immer besetzt wird von türkischen Truppen. Inzwischen darf vernommen werden, dass Russland Ankara die Provinz um Aleppo versprochen haben soll, versteht sich, für eine kleine Gegenleistung – sich mit Assad nicht total anzulegen etc. Und wissen Sie was?]. … Selbst säkular eingestellte Türken [, so Senocak] kann der türkische Präsident mit seinem Ultranationalistischen inzwischen vor den Karren spannen. … Die offene Gesellschaft muss ihre Feinde besser erkennen und eine Sprache entwickeln, mit der diese entwaffnet werden können. Europa … hat es verlernt, Grenzen aufzuzeigen durch sprachliche Mittel, also noch bevor es zu einem bewaffneten Konflikt kommt. … Auch deshalb ist die Türkei-Politik Europas so krachend gescheitert. Wie kommt es, dass diesem Scheitern kein Plan B folgt, sondern allgemeine Ratlosigkeit?“
Wahrscheinlich kein Plan B, weil so etwas wie zu viel Selbstbezogenheit und Arroganz innerhalb der EU herrscht. Das Zustandekommen des letzteren, der Arroganz, ist ja vielleicht auch aus Gründen, wie dem folgenden nicht verwunderlich. Sieht man beispielsweise nach dem Irak, wo gerade wieder einige Menschen zum Tode verurteilt wurden, weil sie den IS nachweislich unterstützen etc., wird das ersichtlicher. Komisch daran ist nämlich, dass nachweislich so genannt weißhäutige nord- oder mitteleuropäische IS-Unterstützer dort im Irak keine Todesstrafe bis zu ihrem bitteren Ende zu erleiden haben. Die Rede war diesmal von einigen türkischen Frauen, denen das ‚Schafotte‘ bevorsteht. Soll heißen: Die erwähnte Arroganz mancher Europäer in hohen Ämtern sieht sich komplex und global, wie soll man es nennen, abgefedert.
Der Papst in Rom hat also indirekt bestätigt, indem er den Sultan in spe von Ankara bei sich vorbeikommen ließ – der sich vor laufender Kamera vor dem Pontifex in den Sessel fallen ließ und dann ganz selbstverständlich sitzen blieb, als sähe er nicht, dass ihm Letzterer durch eine nicht gerade kleine Pause vor dem eigenen Hinsetzen im Stehen die Gelegenheit einräumte, sich nochmals schnell zu erheben, oder so tun als ob, um das Protokoll dem Protokoll entsprechend durchzuführen -, dass Erdogan schon demnächst derjenige sein könnte, für den er hier bereits in anderen Beiträgen, wie auch in diesem hier, genannt wurde: SULTAN.
Was, also, haben die beiden Oberhäupter bequasselt und geheim vereinbart im Vatikan? Dass Katholiken in der Türkei beim Übergang ins Sultanat Türkei wenig zu befürchten haben werden? Dass ihre Position im Sultanat und bei der Übernahme Teilen von Syriens und dem Irak schon demnächst gestärkt wird, wenn der Papst diese oder jene Politik der EU oder Russlands noch etwas inbrünstiger befeuerte?
Schließlich, sagen wir es doch laut, ist auch die katholische Kirche ein Betrieb, der Geld verdient. Wie gesehen werden konnte, spekuliert diese Organisation sogar an Börsen etc. – und manches Mal da vergreift sich halt jemand in der Portokasse der Kirche innerhalb derselben, oder so, und verzockt sich beim Spekulieren mit Aktien etc., was natürlich spätestens dann bestraft wird – und so ja überhaupt nicht angedacht war anscheinend – wenn der Börsen-Coup nicht klappt; oder sich jemand mit der Kohle vom Kirchacker machen möchte. Und das, wo die Kirche uns doch seit jeher, sozusagen durch die Jahrhunderte, an die Abgabe eines Zehnten, oder wie es heutzutage genau genannt und aufgeteilt wird, unterwürfigst gewöhnte. Dazu fällt mir gerade die sprachliche Wendung des Pfarrers in der Kirche von Mahlberg ein, wo ich doch wirklich vorletzten Sonntag mich einfand. Was sagte der Priester? Weiß ich nicht mehr. Doch hängen geblieben ist, dass er sich in wenig geschickter Weise als „Engel“ im Auftrag des „Herren“ profilierte. Scheint außer mir niemand aufgefallen zu sein. Fast hätte ich den Finger gestreckt und nachgefragt. Beim Verlassen des himmlischen Gebäudes war ich dann aber bereits so eingewickelt von Gehörtem, dass keine Frage in diese Richtung (Du Engel, ich Jane?) lanciert wurde. „Hat wirklich Spaß gemacht!“, sagte ich anstatt lediglich und drückte das evangelische Patscherchen mit möglichst beseeltem Lächeln im vermeintlichen, angeblichen, abtrünnigen oder eben doch wiederbekehrten Christengesicht.
Money makes the church go around!
Am Gewinn und Profit, den wir in Deutschland gerade erleben und nahezu jeden Tag in neuer Erfolgsmeldung verpackt verabreicht bekommen, klebt zu offensichtlich Blut, klebt unschön Vernichtung von Lebensgrundlagen, klebt der pure Geiz gepaart mit Habgier eingehüllt in Heuchelei in Gestalt von Gerede über „Menschlichkeit“ und „Demokratie“ und auch Engeln etc. – und natürlich Wohltaten, die anscheinend getätigt werden in der Welt. Deutschland soll global besehen auf Platz Nr. 6 stehen in Sachen weltweiter Verschmutzung. Sollte das deutsche Verschmutzungspotential mal jemand hochrechnen, weil er oder sie denken, dass sei doch nichts gegenüber dem Dreck, welchen die USA oder China in die Welt entlassen, dann bitte ich, sich Deutschland genau in solch geografischer und entsprechender Einwohner-Größe umzurechnen, wie eine der beiden genannten Großmachte.
Nicht lustig, was bei dieser Hochrechnung als lebenswert herauskommt, stimmt’s?
„… Noch immer glauben viele, dass man mit Rechten [oder der betriebenen Politik] gut leben kann, dass man wegschauen kann, dass man sich arrangieren kann mit den Rechtsradikalen [mit der ins Werk gesetzten Außen- und Wirtschaftspolitik in Ländern wie Deutschland]. Die vielleicht ja, wenn sie nicht gerade „auf der Maus ausrutschen“ oder auf Buchmessen brüllen [oder via Trump & Co. ihre Markierungen setzen], wenn sie nicht gerade Kanzlerinnen „Nutte“ nennen [oder ihr ihre Hand nicht reichen] oder Häuser anzünden, ganz freundliche Nachbarn sein können. Leute, die auch mal helfen, wenn man in ihren Augen nicht gerade schwul, jüdisch, [arabisch, afrikanisch etc.], „fremd“, „komisch“ oder eine „Zecke“ ist.
Wer hier wegschaut hat seine Ruhe, schön, vielleicht kann er später sogar die Möbel eines anderen Nachbarn „arisieren“ [oder „heiliges“ Land endgültig wegnehmen, wie gerade mal wieder geschehen, die Landesgrenze seines Königreiches bis an die Bab al Jemen in Sanaa ausweiten etc.]. Wer das nicht will, sollte aufhören sich … [damit] abzufinden, denn was … hier oder sonst wo passiert, passiert auch] im Schwarzwald [in gewisser Weise], wird aber höchstens in Lokalblättern [oder Flugblättern] erwähnt. … . Es stimmt, hier braucht es Öffentlichkeit. Und Solidarität <<TAZ, 02.02.18>>. “
Apropos Solidarität:
Gestern den 01. Februar hörte ich sie mal wieder schreien. Sie wissen schon wen, jene, die immer wieder, seit Anfang der 80er Jahre ganz bestimmt, immer wieder von „Solidarität“ singen-reden-schreien. Ja, es war mal wieder so weit. Zufällig am Rathaus Platz in Lahr vorbeigeschlurppt auf dem Weg zu REWE an jenem Tag, wo es Tee zu 1 Euro 70 zu trinken gibt. Und da standen sie, versteht sich im Kreis, versteht sich nur sie standen da so, wahrscheinlich nur sie, einige unter ihnen auch in eine ungefähr 1 Meter 50 große gelb, grün, rot, weiße? Flagge gewickelt und sangen, schrien; ein Anblick, der mich wirklich schon seit über 30 Jahren innerlich nicht etwa gefrieren lässt, sondern mit den Jahren immer öfter eher zynisch dreinschauen lässt:
„HOCH!
DIE!
INTERNATIONALE!
S O L I D A R I T ÄT!“
Wie im Fußballstadion vom Spiel begeisterte Fans schrien sie das zitierte Sprüchle ab, oder aber sie chanteten zwecks Abwechslung, vermute ich: „Mörder“. So in etwa betete der eine von ihnen all das jedenfalls vor und der Rest schrie, vielleicht so an die 80 Leutchen, „Erdogan!“ nach dem also dieser Killer, wie nicht nur sie meinen, erwähnt worden war usw.
Vielleicht war der vermeintliche Protest, der wohl eher Protest war als ein Hilferuf, mehr an den leeren Raum des Kreises, den sie bildeten, gerichtet als an uns, die Herumstehenden und zufälligen Passanten? Vielleicht ist dieser Kreis ja ihr uns verschwiegenes Medium, tanzen doch auch im Kreis wie Derwische bei Hochzeiten, wie man weiß, den Halay; ein Medium also, welches sich auf die den Kreis umstehenden Passanten in geheimnisvoller Weise ergießen, sie einkreisen soll – oder so?
Denn ja, es ist im Grunde hohles Geschreie gewesen – mal wieder, nahezu hohl! Und das pseudo-revolutionäre, pseudo-progressive Schrei-Gesang-Manöver wiederholt sich egal wo, immer wieder so, und zwar spätestens dann, wenn Kurden Unrecht so angetan wird, dass dieses in den westlichen Medien sogar präsent wird oder ist. Muss allerdings gestehen, dass ihre Untereinander-Verstrittenheit sie diesmal wirklich recht böse in Bedrängnis bringen könnte im Nahen Osten – und dass sie sich dann auch noch ausgerechnet mit Assad wieder ins Bett zu legen gedenken, wo der Erdogan anrückt, ist äußerst unschön. Kann man eigentlich nur noch mit selbstverschuldeter Vergewaltigung vergleichen? Gibt es so etwas überhaupt?
Kurz: Kurden bauen seit Jahren einen taktischen Hammer nach dem anderen, und das, wie es aussieht, so lange Geschichte geschrieben wird. Sie sind, leider, die klassischen, ja eher selbstverschuldeten Verlierer – die Betonung liegt auf „eher!“ Nennen wir es so doch wirklich mal beim Namen!
Kurden werden 365 Tage im Jahr ‚in die Mangel‘ genommen, dort, wo sie ursprünglich leben oder lebten – mal mehr, mal weniger; und ‚gern‘, leider, tun sie sich auch untereinander Leid an. Und dieses ‚Spiel‘ hat sich teils gewissermaßen pervertiert.
So, wie Kurden um Sympathie werben in hiesigen Breitengraden, und das seit einigen Jahrzehnten, werden sie es voraussichtlich nie schaffen, den Großteil der Angesprochenen aus den Betten zu holen für ihr Anliegen – Kurdistan. Nur ein Grund dafür: Ihre eigene, kurdische Solidarität für andere Belange, sagen wir mal für den Krieg oder die Ausbeute im Kongo oder andernorts einzusetzen, etwas weiter weg von Kurdistan, ist außer in einem Zeitungsbericht in ihren Zeitungen, wenn überhaupt, nicht vernehmlich. So sind sie auch meist nicht – oder nicht zur Genüge – bei Themen präsent, die den Leuten auf den Nägeln brennen, beispielsweise in Ländern, in denen sie als Kurden mit deutschem, schweizerischem oder österreichischem etc. Pass leben – oder als Flüchtlinge, Arbeiter usw.
Geld anschaffen, welches nicht wenige unter ihnen dann auf irgendeine Weise nach Kurdistan transferieren, gern auch, um eigenen Reichtum zu mehren, was ja nichts Abwegiges ist, eigentlich, reicht nicht aus. Viel, zu viele Kurden, die in Europa leben, scheinen meist NUR politisch etc. aktiv in eigener Sache zu werden oder zu sein! Das darf mit Fug und Recht Solo-Solidarität, anstatt Solidarität genannt werden. Sie erscheinen zu oft auf sich lediglich bezogen, bis zum Abwinken, wie man sagt, schon fast wie Messieurs Trump, der sie wohl irgendwann in Stich lassen könnte in Kurdistan – temporär.
In ihre kurdischen Kreise Einblick zu erhalten, wie Varoufakis in anderem Zusammenhang schildert, ist als Nicht-Kurde eigentlich unmöglich. Bei Bankern und Politikern etc., wie Varoufakis in einem seiner Bücher schildert, muss man sich entscheiden, ob man zum inneren Zirkeln gehören will oder nicht. Als Nicht-Kurde wirst du wahrscheinlich nie in den Genuss gelangen, dich zu entscheiden. Die entscheiden das für dich nicht, weil du kein Kurde oder Kurdin bist. Und so ähnlich hermetisch abgedrängt scheint es auch noch immer für die kurdischen Frauen zu sein: Die proklamierte Gleichberechtigung, der sie unter Kurden angeblich frönen, ist genauer betrachtet halt doch NUR Makulatur.
Trumps Solidarität geht ja bekanntlich neuerdings so weit, hurra und sorry, dass er kleinere Atombomben bauen lässt – Micky-Mouse-Bomb lässt grüßen. Wird man doch wohl noch verniedlichen dürfen, das kleine Bummerle! Schließlich sind ja vorrangig eh die ANDEREN gefährdet, so ein Ding mal leibhaftig wie den Leibhaftigen vor sich aufschlagen zu sehen, andere, wie die in Nordkorea, Iran, Türkei, wenn die so weiter intrigieren, Teile Afrikas, so zum Test oder die in Indochina; Venezuela würde sich womöglich auch gut eignen? El Salvador!? Kuba? Zu nah an Miami, die Insel Kuba, wo Herr Trump golfen geht.
Über die Folgen wird bekanntlich erst als nachgedacht, nachdem das Kind im Atomstrahl geröstet ist – und die Wasser verseucht sind. Hauptsache, man hat gezeigt, dass man WAS tut – ‚siegt‘!
„Alle Bürger der EU sollen Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Ein „Grundrecht auf Wasser“, wie es die Bürgerinitiative „Right2Water“ vor fünf Jahren gefordert hat, wird es aber nicht geben [, haben wir uns alle eh schon längst gedacht, dass die Haupt-Verantwortlichen darauf weiterhin unverantwortlich reagieren]. … . Dies sei nicht in der europäischen Grundrechtscharta vorgesehen <<Taz,02.02.18>>.“
Analog dazu:
Alle Bürger, die Internet haben, haben jedenfalls – derzeit noch – Zugang zu einem Radiosender namens „Schwarzwaldradio.com“. Eine neue Antenne auf dem Dach macht es möglich, dass der Sender nun empfangen wird. Viel Musik. Auffallend viele aus der Zeit, die da abgespielt wird, als ich 1976 in Berlin die verschiedensten Diskotheken und Cafés durchkämmte. Mal sehen, wie lange es geht, bis ich davon genug habe. Jetzt ist der Lärm erstmal recht nett-nostalgisch anzuhören.
Vassili, unser Kater, ist inzwischen kastriert, wie gesagt. Das scheint er gut wegzustecken. Das neue Trockenfutter mag er jedoch noch nicht. Muss daher wieder Thunfisch ohne Öl – „im eigenen Saft“ – kaufen gehen. Dann liebt er uns gewiss noch mehr. Vassili darf sogar auf dem Schreibtisch herumklettern, hinterm Laptop liegen. Dort scheint es total aufregend für ihn zu sein. Gespannt, was die Kastration mit ihm anrichten wird. Catsan-Streu soll aber möglichst nicht verwendet werden bei Katern, sagt die Tierärztin. Das Zeug könnte mit der Zeit auch zu einer Art innerlichen Verklumpung – oder dergleichen – führen. Sei zwar schön weiß in Farbe dieser Streu, aber nicht wenige Kater – Katzen eher weniger – würden den täglichen Kontakt damit mit ihrem kurzen Katzenleben bezahlen. Sterben an Verstopfung!
Mit Verstopfung oder Verbrennungen muss der Europa Park in Rust wohl eher nicht rechnen, obgleich ja doch schon recht auffällig ist, wie dessen Beziehungsnetz anscheinend gestrickt wird, unter anderem. Versteht sich, gemeint ist eine Verstrickung in die Politik, die ja bekanntlich auch, aber nicht nur Verstopfungen hervorrufen kann. Und die geht unter anderem folgendermaßen ab: Ja, stellen Sie sich das vor, der immer so fröhliche und absolut lustige Herr Özdemir von den Grünen hat die „Goldene Narrenschelle“ der „Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte“ im Europa Park zu Rust erhalten – die er gewiss verdient hat. Als Hofnarr macht er sich wahrscheinlich ganz gut, auch äußerlich vielleicht. Vor ihm haben die erwähnte Schelle die Herren Kretschmer, Oetinger, Bosbach und Frank Elstner erhalten. Versteht sich, diese Ehrung oder Preis ist ein Etwas, welches im Europa Park ausgedacht wurde und natürlich auch dort nur verliehen wird – alle Jahre wieder. So viele Männer in Folge als ‚Schellen‘-Empfänger verstopfen einer biologisch ursprünglichen oder ‚wirklichen‘ Frau gewiss den Erhalt des ach so begehrten Narren-Preises im ehemaligen Park des Barons, vielleicht hieß er sogar von Böcklins Au, vielleicht auch nicht. Wie dem auch sei, womöglich wirkte auch für Sie, verehrte Leser, eine vom ANDEREN Geschlecht als Preisgewinnerin der Narrenschelle durchaus mal erfrischend abführend, nach dem närrischen Motto: hellau, narri-narro, weg mit dem Männerklüngel – oder ähnlich, oder so!
Nun ja, zu der oben erwähnten Verbrennung, im übertragenen Sinne, könnte es wohl kommen in der Manager-Etage des Europa Parks und der Gemeinde Rust, wenn sich herausstellte, dass einer der erwähnten männlichen Preisträger der Narrenschelle dem Europa Park hie und da unter die ‚bedürftigen‘ und/oder unternehmerischen Ärmchen mit Hilfe seines Amts und Ansehens gegriffen hat. Obgleich, so dünn sind die Arme des Parks schon länger nicht mehr. Die wachsen von Rust hinaus bis fast an die Autobahn bei Ringsheim, welches als Ortschaft ja immerhin knapp 2 oder 3 km entfernt liegen dürfte von Rust; und wo schon wieder Hotels und so weiter entstehen – Vergnügungen der wahrscheinlich on top gelisteten Art. Oder hätten Sie etwa was anderes erwartet? Klasse braucht nun mal Platz und, versteht sich, Energie etc.!
Doch: Das wäre wahrhaft ein Fasnacht-Spaß, wenn die Büttenredner sich über dergleichen Machenschaften, wie die zuvor bezeichneten, die Mäuler zerreißen würden, könnten oder irgendwann mal werden – also dass der Europa Park und Politiker in Stuttgart, Berlin und so oder ähnlich eben Dies und nichts Anders getan … Noch ist alles gut under cover, falls es da überhaupt je etwas wie Unstimmigkeiten im Ablauf, oder wie es genannt wird, gegeben hat – wahrscheinlich nicht. Man hat ja schließlich aus den Fehlern anderer Leute gelernt – in Rust alle Male, ist zu hoffen.
Ein Blick nach Eppingen reicht dieses Jahr wohl mal wieder VOLL, um auf Besserung zu hoffen in Sachen Fehlerbereinigung. Da greifen sich die Eppinger-Hexen ein Mädchen, halten es über siedend-heißes Wasser, welches sie mit sich durch die Straßen auf klapprigem Wagen zerren beim Fasnachtsumzug und nachdem die ‚fesche Braut‘ ‚abgebrüht‘ wurde, lassen sie sie irgendwo in der Straße an den Beinen verbrannt stehen und ziehen weiter – Letzteres mit voller Absicht.
Das ist wirklich der tiefste Höhepunkt fasnachtlicher Lebens’freude‘ und wirklich super-ober-unlustig-lustig. Überhaupt passieren einige recht deftige Unfälle jedes Jahr beim fasnächtlichen Treiben, mal abgesehen von den Kinderlein, die alle so im Oktober oder Anfang November zur Welt kommen dürften. WANN WIRD DIESER WAHNSINN ENDLICH MAL so ZIVILISIERT, dass nicht nur der Nachwuchs 9 Monate später Herzen erfreut?
Ein total vermurxtes Traditionsbild, welches da herumgeistert, welches die Oberen der Narren glauben, der Tradition wegen nicht einschränken oder umbauen zu können!? Das angesprochene Bild gehört schon allein deswegen renoviert, weil es sexistischer Weise immer, so gut wie immer, weibliche Menschen sind, die Opfer darin ‚spielen‘ dürfen. Der oben genannten Narrenvereinigung, die Özdemir den Preis übergab, gehört umgehend die rote Karte gezeigt und ein kräftiges Wiedergutmachungsbußgeld aufgebrummt, sodass die verstaubten Traditionssäcke am Ruder bei der Vereinigung sich endlich bewegen – und Özdemir hätte seinen Preis schon allein wegen dieses Missstandes abgeben müssen, und nicht sich zum Obertrottel der Narren machen lassen. Integration ist gut, mitdenken als deutscher Politiker mit Migrationshintergrund ist besser! Man kann also, nun geradezu bewiesener Maßen, auch als eingedeutschter Politiker falsch deutschtümeln.
Und wenn Flüchtlinge grabschen, sei hier inkorrekt generalisierend vermerkt, dann werden sie schon fast verteufelt in den meisten Medien und in vielen Gesprächen der Leute, dann ist die Nation offenbar gleich alarmiert, dann bricht so was Ähnliches wie der ‚Dritte Bürgerkrieg‘ im Lande aus!
„Unsere Mädels!“, sagen einige, die greifen DIE ab!
Die ihr noch nicht mal vor euch selbst genügend absichert, siehe Eppingen. Die Rede ist hier von einem großzügigen Schmerzensgeld, welches die Narrenvereinigung aufbringen soll, und ebenso ist die Rede von der besten ärztlichen oder chirurgischen Behandlung, um entstandene Schäden, beispielsweise wie die Verbrennungen des ‚entführten‘ Mädchens in Eppingen, durch Spezialisten beheben zu lassen. Inzwischen ist Ende Februar 2018, mal gerade knappe 2 Wochen nach diesem Geschehen, und nichts, aber auch gar nichts mehr ist von diesem Fall oder anderen zu lesen oder zu hören, warum?
Gegen fahrlässigen Unsinn hilft gewiss auch nicht das Freigeben von Cannabis, welches nun sogar der Bund der Kriminologen einfordert, oder wie die Organisation sich genau nennt: „BDK“ nennt sie sich jedenfalls. Apropos fahrlässig oder Verkehr:
„Im Verkehrsbereich haben sich Union und SPD auf eine Stärkung des Bahnverkehrs geeinigt, etwa durch Elektrifizierung. Im Straßenverkehr sollen Elektromobilität und ÖPNV gefördert werden [, wie gesagt, die multiresistenten Bakterien erfolgreich aus der Welt zu schaffen oder wirksam isolierend einzukreisen, machte zuvörderst Sinn, anstatt selbstfahrende Autos oder Züge]. Konkrete Zielangaben fehlen jedoch. Der Steuervorteil für Diesel bleibt bestehen [, alte Seilschaften eben]. Schmutzige Motoren sollen nur nachgerüstet werden, sofern das „technisch möglich und wirtschaftlich“ ist [, geht es noch schwammiger und/oder eiriger?] … Durchgesetzt haben sich die Kräfte, die die deutsche Autoindustrie vor zu großen Veränderungen schützen wollen [, und somit verhindern, dass diese erfolgreich und mit Recht vor einem Kadi zur Rechenschaft zitiert werden, und zwar in klingender Münze]. [Diese Kräfte] finden sich in allen beteiligten Parteien [Taz 08.01.18].“
Und welch Zufall: Just, da sich Schulz an die Bütt stellte im Reichstag und von mehr Europa brabbelte, welches er führend als Projekt der Groko anzugehen vorgibt, beschließt man im hier nahe gelegenen Straßburg, dass es eher nichts sei mit gefordertem Demokratiezuwachs in Form einer Zweitstimme bei den Europawahlen. Sie wissen ja, der Schulz, der ist inzwischen abgeknickt, will oder kann nicht mehr, ist SPD-parteipolitisch entsorgt worden. Kurz: Der Europa-Stürmer der SPD wurde am Sturm auf die Bastille namens Selbstbedienungsladen EU ge- und verhindert. So kann man es nämlich durchaus auch sehen!
Ja, und warum sollte auch ein Wähler aus Baden im Südwesten Deutschlands einen elsässischen politischen Kandidaten Frankreichs wählen können, wo doch eh seit Jahrtausenden der Rhein und seit Jahrhunderten Staatsgrenzen das verhindern. Eigentlich sollte bei den Europawahlen im nächsten Jahr solch Wahlverhalten möglich sein, also, dass mit der Zweitstimme auch jemand aus Spanien oder sonst wo in der EU gewählt werden hätte können vom deutschen Stimmvolk. Die ‚lieben‘ Abgeordneten der CDU/CSU im EU-Parlament, unter anderen, haben offensichtlich dafür gesorgt, dass ein derartiges demokratisch gesinntes Entarten vorerst nicht stattfinden wird. ‚BRAVO‘.
Wie gesagt: Im Koalitionsvertrag beschlossen SPD und CDU/CSU am selben Tag etwas gegenteilig Lautendes. Doch was wird in der Praxis getan, eben, dass europäische Wahllisten nicht eingeführt werden!!! Schaumschlägerei, nichts weiter!

Verlagern wir uns zum Schluss noch schnell auf den sogenannten Westbalkan, um dergestalt erneut aufzuzeigen, wie konfus und teils inkompetent diese Leute, die wir in politische Ämter wählen, im kollektiven Zusammenspiel namens Politik/en anscheinend sind – und das lässt echt beunruhigt in die Zukunft sehen, mal abgesehen von Trump, den scheinbar immer mehr Zeitgenossen als Genie zu erkennen glauben, wahrscheinlich, bis es auch bei (I)ihnen im unangenehmsten Sinne des Wortes kracht:
Eigentlich sollten ja keine neuen Mitglieder der EU mehr sein. 2025 könnten etwaige Aspiranten vielleicht damit rechnen, dass Brüssel sich ihnen gnädig diesbezüglich entgegenneigt. Keiner erfülle die gestellten Konditionen – die Türkei schon mal gar nicht. Den Kandidatenstatus haben Länder wie Montenegro, Albanien, Serbien oder auch Mazedonien bereits – beim letzteren Kandidaten rebellieren ja alle Nase lang griechische Faschisten und andere Vaterlandsliebhaber, die finden, Mazedonien könne niemand anders auf der Welt heißen als allein nur eine griechische Provinz im Norden des Landes. OK Bosnien-Herzegowina und der Kosovo haben auch so etwas wie einen Kandidatenstatus. Leider haben einige von den Erwähnten Knatsch miteinander. Und das darf unter Bewerbern nicht sein, widerspräche den geltenden Aufnahmekriterien – da haben wir doch alle gerade kräftig gelacht? Weil, ja weil, ja weil Zypern genau das Gegenteil dieses hehren Prinzips oder Kriteriums Tag täglich vorlebt. Die Insel ist bekanntlich immer noch geteilt. Kann gut sein, dass solche ‚unwichtigen‘ Details nun auch auf dem Balkan – wieder – keine Rolle spielen sollen. Die Angst darum, den Balkan doch noch an die Türkei oder die Russen zu verlieren, geschweige denn an die Chinesen oder wer noch was bieten kann, scheint gesteigert in der EU. Neuerdings soll Geld – komme, was wolle – in die Region gebuttert werden. Insofern machte es schon fast Sinn, Dependenzen dort anzusiedeln, um mitabzuschöpfen. Geldsegen macht bekanntlich glücklich, und wer zahlt die Kosten, nun? Sie wissen es doch schon!
Reicht doch, sagen Sie hier eventuell, dass die Briten gerade aufdrehen und meinen, so in etwa, sie würden auf eine Zollunion mit der EU zukünftig auch pfeifen können. „Stabilität exportieren oder Instabilität importieren“, so kommentiert Hahn, der Erweiterungskommissar diese Sachlage. Früher hörte man als: „Besser den Spatzen in der Hand als die Taube auf dem Dach!“ In anderen Worten:
Die Führungsriege in Brüssel scheint sich vom Schicksal, welches wer auch immer ihnen eingebrockt hat, irgendwie geschlagen zu geben – auch wenn sie noch auf dicken Maxen macht. Und das, wo die Mehrheit auf dem Balkan, also vor noch nicht allzu langer Zeit, die EU als eine Art Hoffnungsträger für sich ansahen – und vielleicht auch für die Welt. Dieses Bild scheint sich aber langsam zu wandeln.
Nun ja, Staaten, wie die Türkei, China, England oder Russland tun gewiss ihr Übriges, um derartige Fixiertheit auf die EU zu zerstreuen. Offenbar mit steigendem Erfolg. Auftritte, wie der des Martin Schulz beispielsweise, dessen „Nie“ ein „Ja“ im Lichte der zu ergreifenden Macht oder Posten ist, hilft gewiss wenig, einen sozialen oder gar sozialistischen Weg der SPD, mit gebührlichem Ernst zu veranschaulichen europaweit – und darüber hinaus.
Merkels Abneigung gegen die Türkei wurde von ihr höchst persönlich in den letzten Jahren mehrfach ziemlich deutlich. Viele Menschen auf dem Balkan dürften sich daher ausrechnen, dass solch Sentiment maßgebender Politiker der EU irgendwie auch sie betreffen dürfte. Plötzlich erkennen wohl einige unter ihnen, dass die EU einem Ertrinkenden gleicht, der nach irgendeinem Halt zu greifen beginnt – womöglich demnächst noch nach ihnen oder ihrem. Ob die Menschen vom Balkan sich dazu instrumentalisieren lassen? Denn so lange die EU in Momenten, wo Stellung bezogen gehörte, bei brenzlichen tagespolitischen Themen des Balkans weiterhin die Klappe hält, wird dieses Bild von ihr vor Ort wahrscheinlich noch anschaulicher in Köpfe gemeißelt. Schließlich gibt es auf dem Balkan wahrhaft einige Spannungen. Und jedem ist klar: die könnten recht schnell außer Kontrolle geführt werden – von wem auch immer.
Wie kann es sein, dass die ehrenwerten Moralisten und Besserwisser in Brüssel oder Straßburg nicht einschreiten, wenn Kroatien droht, „den EU-Beitritt von Bosnien und Herzegowina sowie von Serbien zu blockieren, wenn die beiden Staaten nicht einige kroatische Forderungen erfüllen – wie zum Beispiel eine Änderung des Wahlrechts in Bosnien und Herzegowina.“ Oder dass nicht reagiert wird, wenn beispielsweise „im kroatischen Parlament Gedenkstunden für verurteilte Kriegsverbrecher abgehalten [werden] [Taz 07.02.18].“
Ja! Erdogan ist damit beschäftigt, unter anderen Akteuren, das Brüssler Loch im Balkan mit auszufüllen – nicht allein mit Geld, welches er womöglich teils aus Brüssel in die Taschen gesteckt kriegt. Ja, so paradox ist diese Welt zuweilen. Und ja, der Sultan vom Bosporus hat sich seinen Hof gewählt. Der heißt „Balkan“. Türkische Unterhaltungsschinken im Fernsehen bezaubern dort bereits die Massen seit Längerem, wie einst ‚Kunstwerke‘ ähnlicher Machart Deutsche und den Rest Westeuropas aus Amerika anzogen und formierten, gewissermaßen – seit nach dem II. Weltkrieg.
Die Türkei unter Erdogan hat daraus ihre Lehre gezogen. Und das hat unter anderen zur Konsequenz, dass die einstigen Osmanen den USA etwas die Stirn bieten – siehe Kurden, die in Syrien bombardiert werden, obgleich ja einige Kurden sich als Handlanger der USA verdingen. Das heißt: Erdogan klopft gerade ab, ob die Trump-Administration nicht vielleicht doch auch genauso wie die EU mit instabilem Rückgrat ist und sich durch Aktion manipulieren lässt – weil letztlich auch den Amerikanern das eigene Wohl (nur) zählt. Immerhin: Die sind neuerdings so ehrlich und posaunen: zuerst wir und dann ihr!
Zurück in den Balkan: Schon komisch, dass niemand in Brüssel laut schreit:
‚Kohlekraftwerk in Bosnien, das geht ja gar nicht!‘
Sonst wird ja auch als einigermaßen vernehmlich laut in Sachen Kohle geschrien, und zwar meist in Richtung Polen etc. Warum hier in Bosnien nicht? Weil in Bosnien wollen das Kohle-Stink-Luftverpestungswerk chinesische Firmen betreiben, wenn nicht gleich der chinesische Staat selbst. Deswegen! Kein Pieps, nur weil es das große China ist, welches solch Unding vorhat? Bei solch weicheirigem Verhalten kann man niemand überzeugen, der eh ein hartes Leben fristet, fristen muss, eben wie die Mehrheit der Menschen auf dem Balkan. Insofern:
China ist den Völkern auf dem Balkan eine wirkliche Alternative zur EU. Eigentlich schön blöde, wer sich im Balkan der EU anhängt. Die ersteren schaffen Fakten und anscheinend zunehmend auch Jobs, die anderen, also die EU, drehen einem noch immer den Traum vom Westen an, den sie selbst schon nicht mehr abzustauben im Stande sind vor lauter Mist, der tagtäglich darauf niederprasselt – home made!
Scheindemokratien haben die Moralisten der EU mit aufgebaut und unterhalten, auch auf dem Balkan. Ja, was anderes können die Leute vom Balkan denn denken, als vielleicht:
‚Die da in Brüssel wollten uns eh nur und von vornerein in den Sack stecken, verkaufen!‘
OK, einige aus der dortigen Elite durften und dürfen sich etwas gesundstoßen mit Hilfe Brüssels – meist die falschen. Doch der Rest? Der fährt noch heute nach Berlin, Paris oder sonst wo in EU-Istan, um als billiger Arbeiter eventuell seine oder ihre Gesundheit zu riskieren. Und zuhause treiben ihnen Mafiosi – der aus Brüssel verordneten ‚Demokratie‘ wegen – eh die Lust am dort Weiterleben zur Genüge aus. Ist doch viel einfacher für sie, einigermaßen demokratisch in Mitteleuropa zu leben, anstatt sich mit zu korrupten Leuten und Systemen herumzuschlagen ‚daheim‘.
Oh, die böse Korruption, die auf dem Balkan herrscht, hör ich jetzt schon die dafür mitverantwortlichen hinterlistig stöhnen. Hey Leute, ihr könntet die Korruption dort schon längst merklich eingedämmt haben, und die lässt sich nämlich eurer Politiken wegen letztlich nicht eindämmen. Das wird so auch andernorts geschlussfolgert, und zwar dort, wo andere Positionen bezogen werden als jene, die den Mächtigen in der EU oder Washington genehm sind.
Bräuchte es eines Beweises? Es gibt so viele, hier der eine:
Warum können ganz hundsgemeine, einfache Banken eigentlich Geldwertschöpfung betreiben? Warum nicht nur die jeweilige Zentralbank, die dann viel besser dafür Sorge tragen könnte, dass Kredite dort hinkommen, wo sie auch Herrn und Frau X etwas bringen – und somit der Allgemeinheit. Nein, da lässt man die Hosen runter und seit Mitte der 2000er Jahre dürfen Banken zuschlagen, wie es ihnen passt. Machen Geld noch und nöcher und es reicht DENEN immer noch nicht. Milliarden von Euro könnten besser angelegt werden. Die Nationen Europas könnten blühen. Die Welt, schlichtweg, könnte eine bessere sein. Doch warum tut man es nicht, wo doch alle wissen, dass das wahrscheinlich der Hauptlösungsweg ist: „Vollgeld!“ So heißt in der Schweiz eine Initiative dazu, von der man in deutschen Medien, ‚versteht sich‘, so gut wie nie hört. Es kann nicht angehen, dass sich Banken, wie gehabt, an Kreditvergaben derart unverschämt gesundstoßen, ja, dass noch immer in Schulbüchern, selbst in jenen von Wirtschaftsschulen, drinsteht, dass die Bank diese und jene Sicherheit brauche, um jenes oder dieses Projekt finanziell zu unterstützen – dass sie Angst haben müsse, ‚ihr‘ Geld zu verlieren. Total hinrissig. Weil eben inzwischen jede popelige Bank Geld erzeugen kann, indem sie Kredite finanziert. Die Zentralbank erhält davon lediglich einen bescheidenen Anteil und der Rest geht in den Hals der jeweiligen Bank – und die haben dann immer noch nicht genug und machen die Leute kirre, wegen Geld, welches im Grunde sie und niemand anders in die Welt gebracht haben, also eigentlich auch wieder streichen könnten, ohne dass die Welt dabei untergeht. Die Betonung liegt auf „eigentlich!“ Weil letztlich wäre eine solche Streichung ökonomisch wahrscheinlich eher Quatsch – oder schrecklich komplizierend.
Viel besser wäre, wie bereits gesagt, dass die Kompetenz Geld in Umlauf zu bringen, lediglich den jeweiligen Zentralbanken gehörte. Alles andere ist offener Betrug und Bauernfängerei. Und so etwas lehrt man noch immer nicht in Wirtschaftsgymnasien, wie zu hören ist. Es ist das wahrhaft der größte Skandal, dass niemand weiß, wie unser Geld auf die Welt kommt!
Geld:
Genau! Frau von der Leyen, die BRD-Kriegsministerin war vor Kurzem im Irak. Was macht denn die ausgerechnet dort? Wie Sie wissen: Israel flog in letzter Zeit, also Anfang Februar, mal wieder ‚lustig‘ Flugattacken in die Tiefen Syriens. Netanjahu hat anscheinend Kriegslust gepackt, wahrscheinlich um sich von seinen Betrugsvorwürfen abzulenken. Einen Teil Palästinas konnte man sich ja gerade vor knapp 1 Monat einheimsen. Niemand da, der in den westlichen Medien dagegen hörbar Einspruch einlegte – oder dagegen, dass die USA nun ihre Botschaft wirklich nach Jerusalem verlegen. Im Gegenteil. Von steigendem Antisemitismus ist in Deutschland die Rede anstatt und der Frage nach den Gründen dafür. Überall, in womöglich jeder ‚deutschen‘ Seele, wird gekramt nach vermeintlicher oder wirklich vorhandener Rechtslastigkeit und somit auch Antisemitismus. Doch dass mal jemand in den scheinbar gelenkten Fernsehdiskussionsrunden aussprechen würde, es sei ja wohl wenig verwunderlich, dass solch antisemitisches Sentiment in Mitteleuropa zunimmt, und nicht nur in der BRD, da Israel solch abstoßende, ja unmenschlicher werdende Politiken gegen die Palästinenser auffährt, ja, sogar gegen Flüchtlinge aus Afrika, die kurioser Weise glaubten, ausgerechnet in Israel einen ‚Unterschlupf‘ finden zu können, ihr Menschenrecht, ist offensichtlich nicht zu erwarten.

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